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Ostschweizer Kulturmagazin Nr. 242, Februar 2015

Das 11. Gebot

Du sollst nicht generalisieren.


Ein Saiten-Heft 端ber den Islam: politisch, queer, lyrisch, fr端her und heute, in Tanger und in St.Gallen. Ausserdem: die neue HauptstadtBibliothek.


Die Welt steht Kopf. Schon länger. Schuld daran ist «der Islam». Angeblich. Oder auch «der Westen», je nach Sichtweise. Seit dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» sind mehrere Dutzend Anschläge auf Moscheen verübt worden – «das Abendland» fürchtet sich vor der «schleichenden Islamisierung», die SVP dürfte sich die Hände reiben. Das, was heutzutage unter dem Begriff «Islamismus» verstanden wird, nahm seinen Anfang vor etwa 80 Jahren. Durchgesetzt hat sich dieser Terminus erst Mitte der 1990er-Jahre, «und inzwischen geht er jedem Nachrichtensprecher geläufig von der Zunge», schreibt der Islamwissenschaftler Tillmann Seidenstricker. Der Salafismus als extreme Ausprägung davon sei sogar «erst um das Jahr 2000 von der westlichen Islamwissenschaft richtig registriert worden», die erste umfassende Publikation dazu, Global Salafism, wurde 2009 herausgegeben. Wie dem auch sei: Experten gehen davon aus, dass nur etwa ein Prozent der Musliminnen und Muslime als radikal-islamistisch bezeichnet werden können. Demgegenüber stehen die rund 1,6 Milliarden Muslime auf der ganzen Welt. Ein Grossteil von ihnen, etwa 200 Millionen, lebt in Indonesien und hatte mit Megawati Sukarnoputri von 2001 bis 2004 – also noch vor Angela Merkel –  ein weibliches Staatsoberhaupt. Nützen tut uns dieses Beispiel wenig: Geht es um «den Islam», ist das Geschrei so ohrenbetäubend, dass wir uns gegenseitig längst nicht mehr verstehen. Das ist tragisch. Denn es gab einst durchaus fruchtbare Beziehungen zwischen «Ost» und «West», «Orient» und «Okzident», diesen zwei scheinbar so unterschiedlichen Welten. Heute scheinen sie Lichtjahre voneinander entfernt. Entsprechend macht sich Ratlosigkeit

breit: Darf man «den Islam» heute noch gut finden? Darf man ihn dennoch kritisieren, ohne gleich «pegidophile Neigungen» unterstellt zu bekommen? Darf man Islamophobie verurteilen, aber trotzdem auf Meinungsfreiheit pochen? Darf man fasziniert sein vom Koran? Zur letzten Frage lieferte Friedrich Rückert, Koranübersetzer und Mitbegründer der deutschen Orientalistik, 1838 eine bestechend schöne und durchaus zeitgemässe Antwort: Was wirkte gross und wirkt, kann in sich seyn nicht richtig: / Solang es dis dir scheint, sahst du es noch nicht richtig. / Doch richtig siehst du nie, wo du dich selbst verblendest, / Und nichts erkennest du, wo du dich stolz abwendest. / Komm, Sohn, und lass uns unbefangen, ohne voran, / Abzuurtheilen, auch ur theilen übern Koran. / Wol eine Zauberkraft muss seyn in dem, woran / Bezaubert eine Welt so hängt wie am Koran. / Lass näher treten und uns zusehn zauberfrei, /  Ob es in Wahrheit nur ein böser Zauber sei. / Ob nicht in dieser Form auch eine Offenbarung / Des ewigen Geistes sei, für unsern Geist zur Nahrung.

Sein Aufruf zur Neugierde inspirierte uns – schon im November, als der Plan gefasst wurde – zu diesem vollgepackten «IslamHeft»: Florian Vetsch hat Gedichte beigesteuert, Nahostkorrespondent Alfred Hackensberger zeichnet die wichtigsten Entwicklungen in der Arabischen Welt nach, Taner Tanyeri «entlarvt» den Koran als nicht-homophob, Adrina schickte uns ein Klagelied aus dem Südwesten Irans, Peter Müller suchte nach Islam-Spuren in der Ostschweiz, wir reden über IslamTheorie und Alltagspraxis, und die Bildstrecke inklusive Cover von «2041» dürfte wohl das eine oder andere Klischee zünftig über den Haufen werfen. Alles in allem: Ein Heft, das – hoffentlich – ein wenig Orientierung bieten kann in diesen stürmischen Zeiten. Und nicht zuletzt zum friedvollen Miteinander beitragen soll. Deshalb fordern wir als Nicht-Muslime getreu dem abendländischen Duktus: Du sollst nicht generalisieren. Corinne Riedener

EDITORIAL


KORREKTUR

Esther Hungerbühler, Samuel Werinos

8

Reaktionen Positionen

9

Blickwinkel

10

Redeplatz

13

Stadtpunkt

13

Requiem auf einen Raum I + II

von Katalin Déer

mit Anita Blöchliger Moritzi

von Dani Fels

Islam 18

Wölfe, Pop & Renaissance.

25

Kapitalistische Kriegsführung.

27

Verliebt in den Schleier.

28

Mit Kinderaugen.

30

Die künstliche Teilung der Welt.

33

Wir lernten nie, ohne Angst zu leben.

34

Liwāt, Lot und lückenhafte Hadithen.

Über die Barbarisierung von Weltreligionen. von Rolf Bossart

Zu den Bildern in diesem Heft. von Georg Gatsas

Nuran und Kerem oder: Religion ist Auslegungssache. von Corinne Riedener

Jamal Al-Din Al-Afghani und der politische Islam. von Michael Felix Grieder

von Adrina

Der Islam und die Homosexualität. von Taner Tanyeri

© 2015: Verein Saiten, St.Gallen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung. Die Urheberrechte der Beiträge und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.

INHALTSVERZEICHNIS

Saiten 02/2015

Acht Kapitel über die Entwicklungen in der arabischen Welt. von Alfred Hackensberger

Saiten 02/2015

Saiten Ostschweizer Kulturmagazin 242. Ausgabe, Februar 2015, 23. Jahrgang, erscheint monatlich HERAUSGEBER Verein Saiten, Verlag, Schmiedgasse 15 Postfach 556, 9004 St.Gallen Tel. 071 222 30 66 REDAKTION Corinne Riedener, Peter Surber, Urs-Peter Zwingli, redaktion@saiten.ch VERLAG/ANZEIGEN Marc Jenny, Philip Stuber, verlag@saiten.ch SEKRETARIAT Kristina Hofstetter, sekretariat@saiten.ch KALENDER Michael Felix Grieder kalender@saiten.ch GESTALTUNG Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio, Didier Burkahalter grafik@saiten.ch VEREINSVORSTAND Lorenz Bühler, Zora Debrunner, Heidi Eisenhut, Christine Enz, Christoph Schäpper, Hanspeter Spörri (Präsident), Rubel Vetsch VERTRIEB 8 days a week, Rubel Vetsch DRUCK Niedermann Druck AG, St.Gallen AUFLAGE 5600 Ex. ANZEIGENTARIFE siehe Mediadaten 2014/15 SAITEN BESTELLEN Standardbeitrag Fr. 70.–, Unterstützungsbeitrag Fr. 100.–, Gönnerbeitrag Fr. 280.– Tel. 071 222 30 66, sekretariat@saiten.ch INTERNET www.saiten.ch AN DIESER AUSGABE HABEN MITGEARBEITET Adrina, Eva Bachmann, Ladina Bischof, Rolf Bossart, Wendelin Brühwiler, Melina Cajochen, Katalin Deér, Tine Edel, Dorothee Elmiger, Roman Elsener, Dani Fels, Moritz Flury-Rova, Peer Füglistaller, Georg Gatsas, Alfred Hackensberger, Ralph Hug, Leyla Kanyare, Nina Keel, Stefan Keller, Peter Müller, Charles Pfahlbauer jr., Harry Rosenbaum, Maria Schafflützel, Samuel Tanner, Taner Tanyeri, Florian Vetsch, Daniela Vetsch Böhi, 2041.


36

«Tataren-Schlatter» und «Orient-Mayr».

Die Ostschweiz und der Islam – eine Spurensuche im 19. Jahrhundert. von Peter Müller

17, 38 Gedichte

von Florian Vetsch Fotografie zum Titelthema: 2041

59

Unter dem Grabhügel

60

Weiss auf schwarz

61

Kalender Abgesang

Toggenburg Winterthur Innerrhoden Rheintal Stimmrecht

44

Flaschenpost

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

Perspektiven 41 41 42 43 43

Alfons Karl Zwickers Orchesterwerk und die Orchesterförderung. von Peter Surber

86 87 89 91

Kellers Geschichten Bureau Elmiger Charles Pfahlbauer jr. Boulevard

von Leyla Kanyare

von Maria Schafflützel aus Jerusalem

Kultur 47

Was ist eine Bibliothek?

52

Was darf Satire?

55

Zur Sonne, zur Freiheit!

56

Ein seltsamer Raum namens 4½.

Architektur, Geschichte und Hoffnungen – einen Monat vor der Eröffnung der St.Galler Hauptpost-Bibliothek. von Eva Bachmann, Peter Surber (Text) und Peer Füglistaller (Bilder)

Kritische Fragen nach dem Attentat auf «Charlie Hebdo». von Harry Rosenbaum

Die Geschichte der Arbeiterhotels. von Ralph Hug

St.Gallens neuer fröhlicher Off-Space. von Nina Keel

57

Wie weit geht Selbstbestimmung?

Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern im Kino. von Urs-Peter Zwingli

NR. 242, FEBRUAR 2015


Saiten Nr. 241, Januar 2015

8

Ganz im Bild: Die Saiten-Regierung 2015

So wahr

Wenn es schon ums Korrigieren ging im letzten Heft, hier noch das unvermeidliche Korrigendum: Der Hinweis auf Seite 8 – «Vielleicht hilft der Hinweis im Inserat auf Seite 32 weiter» – hat manche Leserin ratlos gelassen. Zu Recht: Gemeint war nicht das Inserat auf Seite 32, sondern das auf Seite 59. Dort haben wir um neue Saiten-Mitglieder geworben. Pardon für das Versehen – inhaltlich gilt natürlich dennoch unverändert: «Saiten sucht neue Mitglieder.»

Schön frech

Viel gelesen

Es muss ein Fall von Ideenübertragung gewesen sein: «Der Freitag», die Berliner Wochenzeitung, erschien in der Ausgabe vom 23. Dezember in so unkonventioneller Anordnung wie zuvor die Dezemberausgabe von Saiten: die Bilder alle auf einem Haufen versammelt, die Texte bilderlos. Der im Blatt nicht weiter begründete Entscheid muss mit dem Thema der Ausgabe zu tun gehabt haben: «Nur Mut» lautete es, und im Untertitel: «Wir können alles ändern.»

Während sich die Redaktion ins zeitlosinternationale Heft-Thema vertieft hat, ging auf saiten.ch der Blick auch auf Aktualitäten aus Ostschweizer Politik, Kultur und Leben nicht verloren. Im Januar wurden Themen zur St.Galler Stadtentwicklung besonders oft angeklickt: Auf viel Interesse stiess der Bericht Bahnhof Nord: Das Volk übernimmt, in dem der kritisch-konstruktive «Tisch hinter den Gleisen» Thema war. In die gleiche Kerbe hieb das Fazit Stadtentwicklung: 2014 war ein Nullerjahr. Einen Blick gen Westen auf einen eskalierten Stadtentwicklungs-Konflikt bot der Text Schauprozess mal anders, in dem der Winterthurer Autor Tom Combo über den Standortfucktor-Prozess berichtete – und aufzeigte, dass es in Winti deswegen noch immer Zündstoff gibt. Schliesslich sorgte kurz vor PrintRedaktionsschluss der späte Aktivismus der Staatsanwaltschaft für Klicks: Darknet-Ausstellung: Behörden beschlagnahmen Ecstasy-Pillen drehte sich um den jüngsten Schweizer «Kunstskandal» (Zitat Watson), made in St.Gallen. Mehr Tagesaktuelles auf saiten.ch.

Sie ärgern sich? Sie freuen sich? Kommentieren Sie unser Magazin und unsere Texte auf saiten.ch oder schreiben Sie uns einen Leserbrief an redaktion@saiten.ch.

Zum Bild rechts: Verbrüderungsbuch vom Kloster St.Gallen, um 820. Stiftsarchiv. St.Gallen, 2015.

REAKTIONEN

Saiten 02/2015

Ganz falsch

Von links: Michael Felix Grieder (Kalender), Peter Surber (Redaktion), Kristina Hofstetter (Administration), Herr Mäder (Kanzler), Philip Stuber (Verlag), Corinne Riedener (Redaktion), Urs-Peter Zwingli (Redaktion), Marc Jenny (Verlag).

Saiten 02/2015

Es gibt Sätze, die so gut formuliert und so «wahr» sind, dass es sich lohnt, diese ein zweites Mal abzudrucken. Hier ein Beispiel: «Wenn die Agglopendler sich über den Stau, den sie selber verursachen, beklagen, sollte die Reaktion darauf nicht ein Ausbau der Strasseninfrastruktur, sondern eine wachsende Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit mobilen Innovationen sein. » (Dani Fels, in Saiten Januar 2015, zum Thema «Motorisierte Dinosaurier») Leserbrief von Gieri Battaglia, Rorschach


Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

Katalin Deér In die Fläche

9

BLICKWINKEL


10

Redeplatz «Eine ziemliche Gratwanderung»

Eine Form der Unterdrückung also? Sicher. Das Kopftuch ist ein Symbol für die Geschlechtsreife. Das ist es, was mich abstösst: dass man junge Frauen äusserlich markiert, um ihre Weiblichkeit vor der Aussenwelt zu «schützen».

In der November-Session haben Sie fast als einzige aus der SP-Fraktion für die von der jungen SVP initiierten Kleidervorschriften an Schulen gestimmt. Haben Sie überhaupt Schülerinnen mit Kopftuch? Derzeit nur wenige, maximal eine oder zwei. Den ersten und auch etwas schwierigen Fall hatten wir vor ein paar Jahren. Es gab damals jede Menge Ausnahmeregelungen für diese Schülerin, im Schwimm- oder Turnunterricht etwa. Als ich sie fragte, ob sie es nicht einmal ohne Kopftuch versuchen wolle, fasste sie den gutgemeinten Vorschlag als Beleidigung auf und beklagte sich bei der Schulleitung. Was stört Sie daran, wenn eine Schülerin mit Kopftuch zum Unterricht kommt? Ich empfinde es als Kommunikationsbarriere. Obwohl das Gesicht frei ist? Körpersprache beinhaltet mehr als nur die Mimik. Häufig ist auch der Rest des Körpers stark verhüllt, mit Umhängen, Tüchern oder bodenlangen Röcken. Ich empfinde das eher als Verkleidung und nicht als Bekleidung. Andere Glaubenskulturen haben auch eigene Kleidungsstile. Die theologische Diskussion ist für mich weniger ausschlaggebend als die persönlichen Einschränkungen, die ein Kopftuch mit sich bringt. Sich zu verhüllen ist eine Form von Selbstbeschränkung, die einen wichtigen Entwicklungsprozess verhindert: nämlich zu wissen, wie man auf andere wirkt, wie man ankommt. Gerade die Mädchen probieren sehr viel aus, spielen mit ihren Frisuren, Haarfarben, Kleidungsstilen. Das gehört einfach zum Jungsein und sollte allen möglich sein.

Wäre es nicht effektiver, wenn solche Fragen mit den Jugendlichen im Unterricht diskutiert würden, statt sich in politischen Stellvertreterdebatten zu verlieren? Sicher, aber die Themen Schönheit und Körper sollten ohnehin als permanenter Subtext vorhanden sein und stets von neuem diskutiert werden. Eine Stellvertreterdiskussion ist die Kopftuch-Frage vor allem insofern, als sie von den fundamentalistischen Kreisen instrumentalisiert wird, um ihre reaktionäre Vorstellung des Islam politisch und juristisch durchzusetzen. Dieser Machtanspruch via Kleidervorschriften zielt sehr bewusst auf die Frauen und zeugt – wie in anderen Religionen – von einer zutiefst patriarchalen Haltung. Zeugt es nicht von einem zweifelhaften Frauenbild, wenn die Musliminnen mit Kopftuch hierzulande kollektiv als Opfer deklariert werden? Die Frage ist, ob wir sie wirklich so aburteilen. Schon, wenn es zum Beispiel heisst: «Und Sie tragen das wirklich freiwillig?» Da schwingt doch stets der Generalverdacht mit, dass diese Musliminnen indoktriniert wurden und keinen freien Willen haben. Für mich ist der Kontext entscheidend. Wenn mir eine erwachsene, kopftuchtragende Frau auf Augenhöhe begegnet, glaube ich ihr das selbstverständlich. Aber die Schule soll ein offener Raum sein, wo äusserliche Symbole und Zeichen möglichst dezent ausfallen, damit alle «so gleich wie möglich» sein können. Muss es denn permanent so sein, oder können solche Räume nicht auch in bestimmten Fächern oder Tagen geschaffen werden? Denkbar wärs. Es würde aber die Bereitschaft erfordern, das Kopftuch dann auch tatsächlich abzulegen.

POSITIONEN

Saiten 02/2015

Geht es nach Anita Blöchliger Moritzi, müssten Kopftücher im Unterricht draussen bleiben – der Gleichheit zuliebe.

Saiten 02/2015

Ist diese Kritik nicht heuchlerisch angesichts unserer eigenen Körperfixierung? Die Arbeit am Äusseren gilt in unserer Kultur als sinnstiftend und gehört mitunter zu den wichtigsten Lebensinhalten. So gesehen könnte ein Schleier auch befreiend sein. Dieses Argument kann ich nachvollziehen, aber diese allseits und streng normierten Schönheitsdogmen sind meiner Meinung nach ein weiteres Problem – das wir in der Schule durchaus auch haben.


11 Rechte Hetzkampagnen und die steten Forderungen nach Minarett-, Burka- oder Kopftuchverboten dürften dazu wohl kaum etwas beitragen… Tatsächlich ist diese Diskussion beim derzeitigen Klima eine ziemliche Gratwanderung, besonders für die Linke. Das Schlimme ist, dass es in diesem Fall auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen ausgetragen wird, die zwischen Elternhaus und Schulbehörden stehen und sich diesem Dilemma nicht entziehen können. Wenn sich die Diskussion öffnen würde und beide Seiten bereit wären, auf die jeweiligen Argumente einzugehen, wäre sicher vieles möglich. Da das Kopftuch aber in der Regel religiös begründet wird, ist es leider so gut wie unverhandelbar und vermutlich nur über den gesetzlichen Weg zu regeln.

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

Im Grunde ist doch beides ein Machtanspruch, egal ob man jemandem ein Kleidungsstück verbietet oder aufzwingt. Ein Kopftuchverbot ist eine Form der Machtausübung, klar, und die Schule beruft sich ja auch auf ein gemeinsames Regelwerk – nur hat das einen völlig anderen Hintergrund: Wir sind nicht das Elternhaus und erfüllen auch nicht dieselbe Funktion. Zudem ist der Kontext ein spezieller, da die Gruppendynamik im Klassenzimmer anders ist als im Privatleben. Ich will aber ganz klar festhalten: Es geht mir nur ums Klassenzimmer. Was abseits davon passiert, liegt nicht in meinem Ermessen. Im Fall eines muslimischen Mädchens aus St.Margrethen hat das St.Galler Verwaltungsgericht Anfang November gegen die Schulbehörde entschieden und sich in seiner 26-seitigen Urteilsbegründung auf das Grundrecht der Religionsfreiheit berufen. Nun soll das Bundesgericht verbindliche Rechtsgrundlagen schaffen. Begrüssen Sie das? Eine juristische Argumentation in dieser Frage ist nicht schulgerecht, glaube ich. Ich persönlich würde eine Lösung auf kommunaler Ebene bevorzugen. Zudem ist die Berufung auf die Religionsfreiheit nicht ganz unproblematisch, da mit diesem Argument theoretisch auch Falsches legitimiert werden kann. Zum Glück ist der Gleichstellungsartikel übergeordnet. Denn eine Religion, in der Männer und Frauen nicht ebenbürtig sind, kann ich nicht unterstützen – egal welche. Anita Blöchliger Moritzi unterrichtet Deutsch, Pädagogik und Psychologie an der Kantonsschule St.Gallen. Sie lebt in Abtwil und sitzt seit 1992 (mit einem Unterbruch von 1997–2004) für die SP im St.Galler Kantonsrat. Text: Corinne Riedener Bild: Tine Edel

Einspruch: Marcel Baur No Pegida! «Die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten ist Menschenpflicht.» So lautet der erste von 16 Punkten im Manifest der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes», kurz Pegida, in Deutschland. Die Schweizer Trittbrettorganisation mit identischem Namen verzichtet in ihrem eigenen 14-Punkte-Katalog auf diese «Menschenpflicht». Weshalb sollten sie den Punkt auch erwähnen? Mit der Masseneinwanderungs- und der Ausschaffungsinitiative, dem Bauverbot für Minarette und dem Burkaverbot im Tessin haben wir ein solides Fundament geschaffen, um Einwanderern, Konvertiten und gebürtigen Nichtchristen zu zeigen, dass sie hier nicht mehr nur geduldet, sondern unerwünscht sind. Wer sich der christlichjüdischen Kultur des Abendlandes nicht unterwerfen mag, soll sich doch bitte um ein Rückflugticket (wohin auch immer) bemühen. Die Pegida-Schweizer machen es sich einfach. Das eigene Nest wird gegen alles Fremde verteidigt. Der Nachwuchs soll ohne schädliche Einflüsse aufwachsen und sich nicht um globale und unchristliche Themen kümmern. Denn nur hier, in unserem perfekt organisierten Land, wissen die Bürger, wie das Leben zu funktionieren hat. Importe aus dem Morgenland sind höchstens noch als Menübeilage, Gewürze oder als Aufguss zum Fondue erwünscht. Das Erlernen der Sprache der Eingeborenen wird zur Pflicht und der Dresscode in der Schule gesetzlich verankert. Natürlich mit dem Initiativrecht als legitimes demokratisches Mittel. Um den Rückhalt der Ideen beim Volk zu sondieren, wird nun eine erste Demonstration angekündigt. Glücklicherweise ist die Meinungsund Versammlungsfreiheit ein hohes Gut, so dass es gegen das Vorhaben nichts einzuwenden gibt. Ob sich die Pegida-Bewegung allerdings im Anschluss an die urschweizerischen Spielregeln der Mehrheit halten wird? Es wird sich zeigen. Aber auch ohne Pegida: Die Schweiz befindet sich auf gutem Weg, noch islam- und fremdenfeindlicher zu werden. Dafür haben die Initiativen und Vorstösse nach demokratischem Recht bereits gesorgt. Weitere werden wohl folgen. Um aus einem Online-Kommentar zu zitieren: «Pegida ist für uns keine neue Erfindung. Sie existiert in der Schweiz schon lange, sie nennt sich nur anders.» Es ist an der Zeit, sich dagegen zu stellen. Marcel Baur, nopegida.ch.

POSITIONEN


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Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

Stadtpunkt Zu Tisch

Alles wird gut! Das glauben Sie nicht? Dann lesen Sie wieder einmal die aktuellen Legislaturziele des Stadtrats. Beim Handlungsfeld «Standort mit Chancen» wird beispielsweise als konkretes Umsetzungziel festgehalten, dass «für die Standortentwicklung wesentliche Grundstücke und Landreserven gesichert sind». Nicht von dieser Welt, wer dabei nicht ans Klubhaus und sein Nachbarhaus an der Lagerstrasse denkt. Eine wichtige Ergänzung findet diese Absichtserklärung für eine aktive Bodenpolitik durch die Stadt im Handlungsfeld «Attraktive Begegnungsorte», wo am Beispiel von Quartierzentren (gemeint ist hier Aussenraum, nicht eine Immobilie) mein Lieblingsartikel aus der Gemeindeordnung zur Anwendung kommt. In Anlehnung an Art. 3 Abs. 3 heisst es hier, dass die Quartierzentren «mit Einbezug der Quartierbevölkerung prioritär unterhalten und kontinuierlich erneuert» würden. Weil sich Politik und Verwaltung in dieser Stadt mit der verfassungsrechtlichen Vorgabe der Partizipation bekanntermassen schwer tun, sich oft gar davor fürchten, braucht es etwas Hilfe aus der Bevölkerung. Mit dem «Tisch hinter den Gleisen», der von jungen Aktivstinnen und Aktivisten angeregt wurde, ist die wunderbare Gelegenheit geschaffen, im für die Stadtentwicklung, aber auch für das Quartier am unteren Rosenberg bedeutenden Gebiet Bahnhof Nord eine mutigere, stärker an den Nutzern orientierte Planung zu erproben. Die Erfahrungen, die sich durch diese Initiative von unten machen lassen, dürften eine Ermutigung für andere Quartiere sein. Dass am ersten «Tisch hinter den Gleisen» gut 50 Personen teilnahmen, und dass diese sehr unterschiedliche Interessen repräsentierten, zeigt, wie wichtig das kollektive Reden über Nachbarschaften, öffentlichen Raum und eine kulturell vielfältige Nutzung eines der urbansten Orte in St.Gallen ist. Und wenn das Ganze den Beteiligten auch noch Spass macht, ist tatsächlich Grund zu Optimismus gegeben. Walter Siebel, der kluge Stadtsoziologe, hat kürzlich in Winterthur gesagt, dass die schlimmsten Verheerungen einer kurzsichtigen Stadtentwicklung daher rühren, dass sie von Leuten ohne Humor gemacht wird. Darüber können wir hoffentlich in St.Gallen künftig nur lachen. Dani Fels, 1961, ist Dozent an der FHS St.Gallen und Fotograf. Er schreibt monatlich die Stadtkolumne in Saiten.

POSITIONEN

Requiem auf einen Raum I Von Hamburg zum Hamburger «Wie auf dem Jahrmarkt hat jedermann auf dem angewiesenen Plätzchen seinen schönen Laden aufgestellt, […] die liebenswürdigen Dächlein und Türmchen bedeuten dem eiligen Reisenden, den Vielen mit den Ledermappen und Musterköfferchen: nehmt doch eure Geschäfte nicht so verflucht tragisch, tut was ihr könnt, aber bleibt Menschen…». So lobte der Architekt und Dichter Paul Schoeck 1914 in der NZZ die Billett- und Gepäckschalter des neueröffneten St.Galler Hauptbahnhofs. Er erntete jedoch nicht nur Zustimmung. Der Heimatschutz fand den künstlerischen Schmuck der Halle, wozu neben den Häuschen mit den «lustigen Barockdächlein» auch Wandbilder in Rokokorahmen mit Schweizerlandschaften des Zürcher Kunstmalers Walter Naef gehörten, «übergehenswert». Einhellige Zustimmung fand hingegen die Architektur der Halle, die auch heute noch durch Ihre luftige Weite ebenso beeindruckt wie durch ihre klare und funktionale Gliederung, in der sich die Tektonik der Betonkonstruktion mit ihren Unterzügen spiegelt. Diese Wirkung erzielte die Halle 1914 ebenso wie heute wesentlich dadurch, dass die Einbauten als selbständige, nur eingeschossige Baukörper in die Halle gestellt sind. Architekt Robert Bamert hat bei der Renovation 1994–1999 diesen zwischenzeitlich verlorengegangen Charakter wieder sehr gut hergestellt, indem für die Billettschalter und für ein Café (anstelle der ehemaligen Gepäckaufgabe) moderne Einbauten an den ursprünglichen Standorten erstellt wurden. Wie bei einem Hotel oder einer Bank ist die Halle auch bei einem Bahnhof das Herz des Gebäudes. Hier wird man in Empfang genommen, wird durch den Kauf der Fahrkarte zum Reisenden und begibt sich derart verwandelt und legitimiert auf den Bahnsteig. Diese hundertjährige Tradition geht in St.Gallen demnächst zu Ende. In der Schalterhalle werden die fernen Reiseziele bald nur noch gegessen (Hamburger) und getrunken (Champagner). In der «Kathedrale für Reisende» (Tagblatt


Die Kulturstiftung des Kantons Thurgau fördert projektbezogen das professionelle zeitgenössische Kulturschaffen in allen Sparten durch finanzielle Beiträge, Beratung und Vernetzung. Sie ist Kontakt- und Anlaufstelle für Kulturschaffende und ergreift eigene Initiativen. Per 1. September 2015 (oder nach Übereinkunft) suchen wir

eine Beauftragte / einen Beauftragten (60%) der Kulturstiftung Ihre Aufgaben (in Zusammenarbeit mit dem bestehenden Team) Bearbeitung von Gesuchen | Kontakt mit und Beratung der Gesuchstellenden | Entwicklung und Begleitung von bestehenden und neuen Projekten | Umsetzung von Stiftungsratsentscheiden | Allgemeine Administrationsarbeiten | Besuche von kulturellen Veranstaltungen im Thurgau Ihre Voraussetzungen Initiative Persönlichkeit mit breiter und fundierter kultureller Bildung | Berufserfahrung in kulturellen Institutionen | Team- und Kommunikationsfähigkeit | Interesse am kulturellen Leben im Kanton Thurgau Wir bieten eine interessante und vielseitige Arbeit im kulturellen Bereich | Zeitgemässe Anstellungs- und Arbeitsbedingungen | einen attraktiven Arbeitsplatz direkt beim Bahnhof Frauenfeld Für Fragen wenden Sie sich an Claudia Rüegg, Präsidentin der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, E-Mail: info@kulturstiftung.ch Die Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sind elektronisch bis spätestens 28. Februar 2015 zu senden an: | Frau Claudia Rüegg, Stiftungspräsidentin | info@kulturstiftung.ch | www.kulturstiftung.ch


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Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

Bild: pd

vom 16.12.2014) findet keine «Wandlung» mehr statt; höchstens wird sich im geplanten Konsumtempel das Geld zum Accessoire verwandeln. Natürlich mag man einwenden, dass die gestressten Pendler von heute nur noch wenig mit dem mythischen Reiseerlebnis der Jahrhundertwende verbindet, dass der Billettschalter nur noch ausnahmsweise am Start der Reise eine Rolle spielt, dass man auch die Postschalter gegenüber zwischen den Papeterieständern kaum mehr findet und schliesslich, dass doch die Staatsbahnen mit hohen Ladenmieten zu Recht etwas gegen das Defizit tun. Dennoch bedauern es die sensible Reisende und der Architekturfreund, wenn ein würdevoller Raum profaniert wird. Auch wenn dies – nicht zuletzt dank dem Einfluss der Denkmalpflegstellen von Kanton, Stadt und SBB – sorgfältig und unter Wahrung, teilweise sogar unter Aufwertung der historischen Substanz geschieht, so bleibt diese Umwandlung halt doch etwas Ähnliches wie die Umnutzung einer Kirche oder die Schliessung eines geliebten Restaurants. Die Hülle bleibt erhalten, die Seele entweicht. Einzug hält dafür die von Paul Schoeck 1914 beschworene Jahrmarktstimmung. Moritz Flury-Rova ist stellvertretender Leiter der Denkmalpflege des Kantons St.Gallen und Verfasser des Heftes Der Bahnhof St.Gallen in der Serie der Schweizerischen Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Requiem auf einen Raum II Verdrängung mit Mona Lisa «Warum Meienberg? Pourquoi Meienberg?» heisst es ab 31. Januar in Chur. Es ist die letzte Station einer Ausstellungs-Erfolgsgeschichte, die im September 2013 in St.Gallen begonnen hat. Genauer: im Kulturraum am Klosterplatz. Was das Gestalter-Team Stefan Keller, Johannes Stieger und Michael Schoch dort mit dem einstigen St.Galler Bürgerschreck Meienberg an- und ausstellten, war anregend, respektvoll, debattierfreudig. Und damit typisch für diesen Kulturraum im sogenannten Zeughausflügel des Regierungsgebäudes, der den Klosterplatz nach Norden abschliesst und auch die Gerichte und das Staatsarchiv beherbergt. Rund ein Dutzend Ausstellungen – neben Meienberg - sind darin seit dem Gallusjubiläum realisiert worden unter der Leitung von Ursula Badrutt, der Leiterin Kulturförderung im Amt für Kultur. Hier wurde ein Saal neu entdeckt, der als Ausstellungsraum (von Ernest Brantschen in den 70er-Jahren) gebaut, aber nicht ganz einfach zu nutzen war. Hier fanden Geschichtslektionen mit st.gallischem Bezug wie «Gretlers Panoptikum» statt, die im Historischen Museum keinen Platz fanden. Hier kamen Schätze aus den Archiven ans Tageslicht, die Reliefs, die Vedutenbilder. Hier wurden Debatten geführt, wie im Fall der «republikanischen Gespräche» rund um Meienberg. Und hier kam, vermittelt vom Künstler Peter Kamm, die international beachtete Ausstellung der

POSITIONEN

Bildtafeln des Kunstgeschichtlers Aby Warburg zustande – an selbstbewussteren Orten hätte man sie als Ausstellungs-Sensation begrüsst. Damit ist Ende 2015 Schluss. Der Kanton und der katholische Konfessionsteil mit Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv wollen den Kulturraum anders nutzen. Die noch inoffizielle Absicht hat Regierungsrat Martin Klöti bestätigt – künftig soll hier unter anderem der Klosterplan ausgestellt werden, die «Mona Lisa von St.Gallen» (Klöti), fraglos ein Highlight unter den Schätzen des Weltkulturerbes Stiftsbezirk. Der Raum soll auch als eine Art «Foyer» für die Touristen dienen und damit den gestiegenen Ansprüchen Rechnung tragen, welche die Unesco an die Pflege und Präsentation der Welterbe-Stätten stellt. Schön für den Tourismus, gut fürs Marketing der «Abbey of St Gall», vorteilhaft vielleicht sogar, um beim Bund im Rahmen seiner VierjahresKulturbotschaft Geld nach St.Gallen zu holen. Denn kostspielig wird das Ganze auch; die Zurschaustellung des empfindlichen Klosterplans aus dem 8. Jahrhundert erfordert High-Tech-Massnahmen. Was die Touristen freut, schmerzt andere: die Kulturinteressierten der Stadt. Der Kulturraum war ein offener Off-Space, nicht den Programmzwängen der Museen unterworfen, mit Spielraum für unkonventionelle Präsentationen und für Teamarbeit. Ein Ort in Bewegung, improvisiert, low im Budget und high im Anspruch. Solche Orte braucht die Stadt und die Region, das zeigt, auf etwas anderer Ebene, der Volksaufstand zur Erhaltung des Klubhauses hinter dem Bahnhof. Es sind Experimentierfelder und Debattierräume. Sie sind unersetzlich. Peter Surber

Bild: pd


ISLAM

ISLAM Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

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Fähre

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Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

20. Nov. 2009

Drum lass mich dich herzen Habibdi! Las am 22. Oktober mit Carl Weissner & Jürgen Ploog im La Fourmi in Luzern Als ich erfuhr, dass, da ihre Aufenthaltsbewilligung C seit 17 Tagen abgelaufen war Meine Frau Bouchra mitsamt Unserem 2-jährigen Sohn Reda Der einen gültigen Schweizer Pass besitzt, die Festung Schengen in Tanger Auf der Fähre nach Genua Nicht betreten durfte. In welcher Welt Leben wir? Tear down The borders, tear down The towers! Feuer Frei! Es galt Ein Rückreisevisum zu beantragen, es Galt, Ruhe zu bewahren, Geduld Haltung… Zweieinhalb Wochen Später kamen die beiden via Casablanca & Genf zurück! Drum lass mich dich herzen Habibdi! Imagine there’s no countries No religion too… Ja Stell dir das einmal vor Keinen Grund mehr, jemanden Umzubringen, zu sterben Wofür auch immer & It isn’t hard to do.

Nomadin Sie sitzt wie weggedreht In dem Bus Die Augen Niedergeschlagen Hagar Unterwegs mit Ismael Irgendwo in der GrossstadtWüste

Florian Vetsch

Ohne Engel

ISLAM


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Acht Kapitel über die Entwicklungen in der arabischen Welt und über persönliche Erfahrungen mit dem Islam. von Alfred Hackensberger folge des Propheten Mohammeds in der Schlacht bei Kerbala geschlagen und seitdem von den siegreichen Sunniten als Muslime zweiter Klasse behandelt worden.

2: Statik

Nein, es geht nicht um die Verklärung «goldener Zeiten». Seit dem Beginn des Arabischen Frühlings 2011 musste ich in Gesprächen, gerade mit jüngeren Leuten, immer wieder feststellen: Sie wissen von einer «Zeit davor» nichts oder höchst wenig. Wer heute 25 ist, hat vielleicht George W. Bushs «Krieg gegen den Terror» miterlebt, vorausgesetzt es interessierte. Es ist ein kurzer geschichtlicher Referenzrahmen, mit dem heute die Proteste der Muslimbruderschaft in Ägypten oder ein Massaker der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) eingeordnet werden. Jüngere Generationen sind überrascht, dass der Islam auch mal anders gewesen ist. In ihrer Erinnerung ist nur abgespeichert: Der Islam ist eine konservative Religion, mit Gewalt und Konflikten besetzt. Deshalb ist es wichtig, ein Gegenbild zu liefern. Zumal auch die sunnitischen Islamisten ihrerseits einen statischen und monolithischen Begriff kolportieren. Sie sprechen vom wahren Islam, den es schon immer gegeben habe, nur habe ihn niemand verstanden und richtig umgesetzt. Sie sehnen sich zurück in die Zeit des Propheten Mohammed, in die angeblich ideale Gesellschaft: eine Gesellschaft, die auf der Scharia und den Lebensprinzipien des Propheten basieren soll. Alles andere ist indiskutabel. Diese Ideologie des Ursprungs ist bekannt als Salafismus. Seit über 20 Jahren kämpfen die Radikalen nun schon um die Verwirklichung des vermeintlichen Paradieses, was Tausenden von Menschen das Leben kostete.

3: Wölfe im Schafpelz

Als ich 2006 ein Buch über den Islam veröffentlichte, kam dieser dabei sehr positiv weg. Das lag zum einen daran, dass ich damals in Marokko wohnte. Im Vergleich zu allen anderen islamischen Ländern muss man es das liberalste nennen. Ausserdem wollte ich in der Propagandaschlacht, die im Zuge des «Kriegs gegen den Terror» gegen Muslime und Islam vor sich ging, einen klaren Kopf bewahren. Aufgrund neuer Reisen nach Tunesien, Libyen, Ägypten, in den Gaza-Streifen, in den Irak und auch Syrien hat sich meine Einstellung zum Islam merklich gewandelt. Der strikte Unterschied, den ich zwischen Extremisten und Moderaten machte, ist in der Form nicht mehr vorhanden. Ich muss gestehen, beinahe werfe ich alle in ein und denselben Topf – zumindest, was den politischen Islam betrifft. Der Arabische Frühling ist mittlerweile zum Winter geworden und offenbart eine schonungslose Realität. Was von den Extremisten zu halten ist, die mit Waffengewalt das Scharia-Paradies installieren wollen, wusste man seit langem. Die Ereignisse der letzten zwei Jahre zeigen jedoch: Auch die Moderaten sind gefährlich.

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1: Früher

Nein, früher war nicht alles besser: aber ganz anders. Vor über 30 Jahren reiste ich mehrere Monate durch Ägypten, Syrien, Jordanien und die Türkei. Länder, in denen der Islam heute eine wichtige Rolle in Politik und Gesellschaft spielt. Als wir damals unterwegs waren, fand der Islam eher am Rande statt. Natürlich ging man damals auch zum Freitagsgebet in die Moschee und ein Teil der Frauen war verschleiert. Die Moral schien, was angesichts der Offenherzigkeit des Westen in den 70er-Jahren nicht schwierig war, etwas zugeknöpfter. Aber im Ramadan waren Restaurants geöffnet, Studenten assen tagsüber und feierten abends mit Bier. Heute ist das im heiligen Fastenmonat undenkbar. Damals fragte uns niemand, was wir vom Islam hielten, ob das nicht eine Religion sei zu der man konvertieren könnte. Niemand trug seine Pietät uns gegenüber missionierend zur Schau, niemand wollte überzeugen, niemand eine Stellungnahme zur Rolle des Islams und den Muslimen generell in der Welt. Man liess uns alleine mit dem Glauben und der Kultur, zu der man uns zuordnete. Niemand beschimpfte uns und schon gar nicht wollte man uns an den Kragen. Ja, Politik gab es als Thema – doch diese konzentrierte sich auf Israel. Israel war natürlich «böse», «zionistisch» und «unmenschlich». Allerdings wurde der jüdische Staat nicht als Feind der Muslime und des Islams gesehen, wie das heute gang und gäbe ist. Man glaubte an eine politische Verschwörung der USA und Israels gegen die Rechte der Palästinenser und der Araber. Die Palästinensische Befreiungsbewegung (PLO) gab sich sozialistisch, als säkular orientierte Widerstandsgruppe. Sie verstand sich als Teil der internationalen Anti-Imperialismus-Front, zu der die Roten Brigaden in Italien oder auch die deutsche Rote Armee Fraktion gehörten. Eine islamistische Hamas, die der PLO die Führung streitig machte, gab es noch nicht. Die islamische Widerstandsbewegung wurde offiziell erst 1987 gegründet. Auch im libanesischen Bürgerkrieg, der 1975 begann, spielten radikale Islamistengruppen noch keine grosse Rolle. Ja, es gab die iranische Revolution, die Schah Reza Pahlawi 1979 stürzte. Im Westen war man geschockt und besorgt, vor allen Dingen vom Hass, der dem «Satan» USA und seinen Verbündeten entgegenschlug. Ajatollah Ruhollah Khomeini, der neue Führer des Iran, galt im Westen als Inkarnation des Bösen. Es wurde von der «Steinzeit» gesprochen, in die der Iran mit einem Gottesstaat zurückgehen würde. Die islamische Revolution hatte für uns tatsächlich etwas Anachronistisches: Wie konnte Religion, die man im Westen längst entzaubert hatte, erneut die Politik bestimmen? Heute ist das der Normalfall geworden, dass sich Politik und Terrorismus auf den Islam berufen. Wobei sich Schiiten und Sunniten obendrein noch selbst bekriegen. Diese Rivalität hat ihren Ursprung vor 1300 Jahren. Damals waren die Schiiten im Kampf um die rechtmässige Nach-

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4: Vision und Auftrag

Als Inkarnation der gemässigten Islamisten gilt der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan. Mit seiner Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) wird er von islamistischen Parteien in arabischen Ländern gerne als Erfolgsmodell gepriesen. In westlichen Ländern steht die Türkei als Musterbeispiel dafür, dass Demokratie und Islam sich nicht unbedingt ausschliessen müssen. Dabei betreibt Erdoğan seit Amtsbeginn eine schleichende Islamisierung der Gesellschaft. Ein neues Anti-Alkoholgesetz, das strikteste in der 89-jährigen Geschichte der türkischen Republik, und die Aufhebung des Kopftuchverbots im Staatsdienst sind einige Beispiele. Es war keine Überraschung, als die türkische Regierung scharf den «Coup» in Ägypten kritisierte und sich auf Seiten der Muslimbruderschaft Morsis stellte. Wie die Proteste um den Taksim-Platz in Istanbul vergangenen Juni erneut zeigten, existiert in der Türkei, ähnlich wie in Tunesien, eine starke Zivilgesellschaft. Auf sie muss Erdoğan und seine AKP Rücksicht nehmen.

Gäbe es diese Opposition nicht, wäre es um das Fundament der modernen Türkei, die Trennung von Staat und Religion, längst geschehen. Es scheint ein Paradigma zu geben: Moderate Islamisten sind Demokraten, so lange sie durch das politische System gezwungen sind, Kompromisse zu machen. Doch ob Erdoğan in der Türkei, Ghannouchi in Tunesien oder Morsi in Ägypten – sie haben etwas gemein: Sie haben eine politische Vision, die von ihrem religiösen Auftrag geprägt ist. Der Islam ist das Heilsversprechen einer besseren Welt. Sie sehen sich auf dem rechten Pfad, Politik ist für sie eine religiöse Pflicht, schliesslich nehmen sie es mit den heiligen Schriften ernst und führen letztendlich nur den Willen Gottes aus.

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5: Erfindung

Der Islam, wie er heute Schlagzeilen macht, ist eine relativ junge Erfindung. Seit den 70er-Jahren wurde er als «dritter Weg» zwischen Kapitalismus und Kommunismus propagiert. Eine wahre Unabhängigkeit der arabischen Länder habe es nach dem Ende der Kolonialherrschaft nie gegeben. Dazu sei der Einfluss, die Fremdbestimmung durch den Westen, zu gross gewesen. Die herrschenden Eliten hätten sich nur bereichert und mit Hilfe des Westens korrupte Regime installiert. Gleichzeitig seien die sozialistische Experimente wie im Jemen, im Irak, in Libyen oder Syrien völlig fehlgeschlagen. Im Oktober 1981 gab es das erste grosse Attentat, und zwar auf den damaligen ägyptischen Präsidenten Anwar el-Sadat. Er war der «Verräter», der mit Israel einen Friedensvertrag abgeschlossen hatte. Die bevorzugte Lektüre des Attentäters, Leutnant Khalid al-Islambuli, war ein Buch mit dem Titel Die vergessene Pflicht. Darin beschreibt der Autor Abdes al-Salam, der ebenfalls wegen Beteiligung an der Ermordung 1982 hingerichtet wurde, den Dschihad als «sechste Säule» des Islams. Eigentlich sind es nur fünf Säulen: Glaubensbekenntnis, rituelles Gebet, Wohltätigkeit, Fasten im Ramadan und Pilgerschaft nach Mekka. Knapp zehn Jahre zuvor hatte ein blinder Student, Omar Abder Rahman, eine 2000 Seiten umfassende Dissertation zum Thema Dschihad an der Kairoer Universität Azahr abgefasst. Nach der gängigen Interpretation islamischer Rechtsgelehrter bedeutet Dschihad: sich anstrengen, um ein gottgefälliges Leben zu führen. Einen Heiligen Krieg gegen äussere Aggressoren führe man nur im Verteidigungsfall. Laut Rahman ist diese Interpretation jedoch ein Resultat der Angst vor den Kolonialmächten. Dschihad wird bei ihm zur «kriegerischen Pflicht». Er wurde spiritueller Führer der Al-Gama,a al-Islamiya, die für mehrere Anschläge in Ägypten verantwortlich ist. Heute verbüsst der Scheich in den USA eine lebenslange Haftstrafe wegen der Beteiligung am ersten Anschlag auf das World Trade Center von 1993. Ein anderer wichtiger Baustein kam 1979 von Abdullah Azzam, einem palästinensischen Islamisten und Mitbegründer der Hamas. In seiner Fatwa wird der Märtyrertod verherrlicht. Azzam kämpfte in Afghanistan gegen die Besatzung der Sowjetunion, organisierte Trainingscamps der Mudschaheddin und sammelte Geld. Er traf Osama bin Laden in Pakistan und soll sein religiöser Lehrer geworden sein. Ein Märtyrerkult war im Islam in dieser Form bisher nicht bekannt. Nach Azzam instrumentali-

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In Tunesien gab sich die islamistische Partei Ennhada nach dem Sturz des Autokraten Ben Ali gemässigt. «Wir wollen Demokratie und auch nicht die Rechte der Frauen beschneiden», beteuerte ihr Führer Raschid Ghannouchi. War man allerdings «unter sich», wurden andere Töne angeschlagen. Es wurde vom «neuen Zyklus der Zivilisation» gesprochen – «und, so Gott will, befinden wir uns im sechsten Kalifat». Damit verknüpfte man die Gegenwart als Nachfolge der fünf «rechtgeleiteten Kalifen» des Islam vor 1400 Jahren. Es war kein Wunder, dass Ennhada enge Beziehungen zu radikalen Salafisten nachgewiesen werden konnten. Aber zum Glück gibt es in Tunesien einen starke, säkulare Zivilgesellschaft, die einen islamistischen Staat verhindern konnte. Das Nachbarland Libyen muss man als einen «gescheiterten Staat» bezeichnen. Seit dem Ende der Revolution ist Libyen eine Spielweise von al-Qaida und anderen extremistischen Gruppen. Sie unterhalten Trainingscamps und schicken Kämpfer nach Syrien. Seit neuestem gibt es auch Ableger des IS. Sie werden von General Khalifa Hiftar, der die nationale Armee anführt, seit Mai 2014 in Ostlibyen bekämpft. Er vertritt die international anerkannte Regierung, die in Tobruk residiert. Die Hauptstadt Tripoli war im August von islamistischen Milizen eingenommen worden, die eine neue, zweite Regierung einsetzten. Dort sind Buben und Mädchen in der Schule sofort getrennt worden. Der kürzlich in Genf vereinbarte Waffenstillstand zwischen Tobruk und Tripoli ist längst gebrochen worden. In Ägypten verliess Präsident Mohammed Morsi die Geduld, die im Islam so tugendhaft sein soll. Mit einem Dekret versuchte er sich zum Alleinherrscher auszurufen. Ein Verfassungsentwurf sollte per Referendum einen neuen islamischen Staat absegnen. Jahrzehntelang war die konservative Muslimbruderschaft in Opposition gewesen, vom Regime Hosni Mubaraks verfolgt und eingesperrt worden. Nach einem glanzvollen Wahlsieg sass sie nun endlich in der Regierung. Nur: Morsi verlor seine Contenance, oder besser die Cleverness? Statt Ägypten Schritt für Schritt in ein Land seiner Couleur zu verwandeln, handelte er überstürzt. Vom Militär bekam er die Rechnung; es setzte ihn am 3. Juli 2013 kurzerhand ab.


21 sierte auch Ajatollah Khomeini den «erstrebenswerten Tod als Märtyrer», in Erinnerung und Anlehnung an den Tod Imams Husseins in der Schlacht von Kerbala (10. Oktober 680). Im Krieg mit dem Irak (1980–88) liess man Selbstmordbataillone gegen die feindlichen Stellungen in Wellen anlaufen. Wie wir wissen, hatte Afghanistan Katalysatorfunktion für die Verbreitung der neuen Dschihad-Ideologie. Hier konnte man konkret handeln, für die gute Sache kämpfen und sterben. In den 80er-Jahren wurde in muslimischen Ländern öffentlich Geld für die Mudschaheddin gesammelt, und Kämpfer durften offiziell ausreisen. Es gab grosse Sympathie für die Afghanen, die für ihre Unabhängigkeit kämpften. Aber die Popularität eines globalen heiligen Kriegs, wie ihn Osama bin Laden 1998 erklärte, hielt sich merklich in Grenzen. Er erliess eine Fatwa, in der er zur «islamischen Weltrevolution» aufrief; wegen seiner fehlenden religiösen Ausbildung wäre er dazu allerdings gar nicht berechtigt gewesen. Saudi-arabische Frauen spendeten ihren Schmuck und Wohltätigkeitsorganisationen schickten Millionen nach Afghanistan. Generell blieb das «islamische Erwachen» mit einer remodellierten Religion aber noch die Sache einer extremen Minderheit.

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6: Pop

Mit den Anschlägen vom 11. September änderte sich alles. Ein Datum übrigens, das nicht zufällig war. Am 11. September 1683 war der Islam (das Osmanische Reich) den Christen (dem Heiligen Römischen Reich) in der Schlacht bei Wien unterlegen. In den Monaten nach den Anschlägen von 2001 bekamen in Nord-Nigeria 70 Prozent aller neugeborenen Buben den Namen Osama. In Marokko wurden die brennenden Twin Towers und das Porträt bin Ladens zum beliebtesten Handy-Display-Motiv. In Pakistan entwickelten sich T-Shirts mit bin Ladens Konterfei zum grossen Renner. (Sie werden sogar von Hells Angels in Stockholm getragen, allerdings in einem anderen Kontext als Counter-CultureSymbole.) Erst in den Folgejahren fiel diese Popularität stark ab. Grund dafür waren neue Attentate des Terrornetzwerks in Tunesien, Bali, Kenia, Saudi-Arabien, Marokko oder auch Indonesien, bei denen Hunderte von Zivilisten starben. In den Jahren nach 2001 fand eine allgemeine ReIslamisierung statt. Frauen trugen zunehmend Kopftuch, auch prominente Fernsehmoderatorinnen. Männer liessen sich Bärte wachsen, Fasten im Ramadan wurde cool, und an den Universitäten organisierten islamische und nicht wie bisher linke Gruppen die Wahlen zur Studentenvertretung. Eine Art Popkulturphänomen: Man «besinnt» sich auf eine neue, eigene Kultur, um sich abzugrenzen, und bezieht daraus ein neues Selbstbewusstsein. Hintergrund sei ein Gefühl der Unterlegenheit, analysierte 2004 Nizar Hamzeh, Professor für Politikwissenschaft an der Amerikanischen Universität in Beirut. Die muslimisch-arabische Welt sehe sich als Opfer einer kulturellen Invasion des Westens. Dieser nivelliere alle traditionellen Werte. «Hinzu kommen natürlich die zahllosen militärischen Niederlagen», so Nizar Hamzeh weiter, «die der Islam nach den ruhmreichen Eroberungen in der ganzen Welt erlitten hat.» Für die Gegenwart seien aber die Niederlagen 1948, 1967 und 1973 gegen Israel besonders bedeutsam. «Da hat sich etwas aufgestaut, das nach Aus-

gleich sucht». Vergessen dürfe man auch nicht, dass kein annäherndes sozio-ökonomisches Gleichgewicht existiere. «20 Prozent verbrauchen 80 Prozent der natürlichen Ressourcen. Das sorgt für Unzufriedenheit mit den Regimes, von denen die meisten diktatorisch und korrupt sind. Radikale Islamisten sprechen Staaten wie SaudiArabien keinerlei Legitimität zu». Für viele Jugendliche in arabischen Ländern – ohne Ausbildung, Job oder positive Zukunft – ist die Positionierung gegen den Westen und der Kampf gegen illegitime Könige und Präsidenten der eigenen Region eine Genugtuung, ein symbolischer Ausgleich für die eigenen Frustrationen. Der emanzipatorische Islam wird zu einem Vehikel der Selbstverwirklichung und der Identitätsbildung. Die vorher trostlose Welt bekommt wieder Sinn, man ist aktiver Teil einer Veränderungsbewegung. Dazu gibt es AntiKuffar-Songs im Internet, Videospiele für Dschihadisten, Webseiten mit Propaganda und Predigten für den Heiligen Krieg. Die Terrormiliz des IS treibt das Ganze katastrophal auf die Spitze. Gräueltaten werden in Popvideos verpackt und finden Anklang: Sie sind ein bewährtes Rekrutierungswerkzeug für Kämpfer aus dem Ausland.

7: Renaissance

Ende des letzten Jahrzehnts hatte man schon geglaubt, die Islamwelle stagniere. Dann kam der Arabische Frühling und brachte den politischen Islam mit einer für den Westen völlig unerwarteten Vehemenz zurück ins Rampenlicht, als wäre ein Ventil geplatzt, das viel zu lange unter Druck stand. Ausgerechnet der radikale Islam erlebte dadurch eine ungeahnte Renaissance. Schrecklichstes Beispiel ist Syrien. Auch hier hatte man an eine demokratische Revolution geglaubt, als Zehntausende von Demonstranten im März 2011 gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad zu protestieren begannen. Die Leute kämpften für Freiheit, wussten aber letztendlich nicht, wie diese aussehen sollte. Ausser dem Kampf gegen Präsident Assad und seinen Machtapparat gab es keine wirklichen Ziele. Der Islam füllte dieses Vakuum aus. In Syrien konnte man spätestens nach dem Einmarsch der Rebellen in Aleppo im Juli 2012 die islamistische Ausrichtung der Rebellion erkennen. Auf dem Dach im Hauptquartier der Liwa Tawhid, damals die grösste Rebellengruppierung in der Industriemetropole, flatterte die schwarze Flagge mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis. Auf dem Gelände mussten selbst nicht-muslimische Frauen ein Kopftuch tragen. Exekutionen wurden mit dem Grundsatz «Auge für Auge» gerechtfertigt. Im Ramadan wurden Gefangene nach dem Fastenbrechen am Abend gefoltert. «Gott will es so», sagte einer der Rebellen als Reaktion auf die Schreie eines der Gefangenen. Die als moderat geltende Liwa Tawhid hat sich mittlerweile mit 13 radikal-islamistischen Gruppen zu einem Bündnis zusammengeschlossen. Zu Zehntausenden sind Dschihadisten aus dem Irak, Pakistan, Saudi-Arabien, Marokko, Tunesien, Tschetschenien oder auch Ägypten nach Syrien gekommen, um den Glaubensbrüdern beim Sturz des Tyrannen beizustehen. Die Ausländer kämpfen in den Reihen extremistischer Gruppen, die al-Qaida nahe stehen oder beim IS. In Interviews zeigt sich ihr Weltbild voller Klischees, Halbwahrheiten, Versatzstücken und Simplifizierun-

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8: Letztes Aufbäumen

Hassan sitzt seit über 20 Jahren in seinem kleinen Lebensmittelladen in der marokkanischen Hafenstadt Tanger. Er sitzt auf einem Stuhl hinter der Ladentheke von früh morgens bis spät abends, meist sieben Tage die Woche. Ein kleiner Fernseher mit Satellitenanschluss ist seine mediale Verbindung zur Aussenwelt. «Ich bete fünf Mal am Tag und bin ein sehr gläubiger Muslim», sagt Hassan bestimmt. «Für mich sind sie alle verrückt –Taliban, Morsi, Dschabhat al-Nusra und besonders dieser angebliche Islamische Staat. Sie haben den Islam vollkommen verdreht und ganz vergessen, dass man nicht mit dem Islam und auch mit keiner anderen Religion Politik machen kann. Ich trage den Islam im Herzen, und wenn das jeder machen würde und ihn dort auch beliesse, hätten wir eine bessere Welt».

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Alfred Hackensberger, 1959, lebte in New York, Beirut und Lanzarote, heute in Tanger. Er ist Korrespondent für Nordafrika und die Arabische Welt und hat mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderem ein Islam-Lexikon. Zuletzt erschien der Kriminalroman Letzte Tage in Beirut. Daraus liest er im Kult-Bau St.Gallen, am Montag, 9. März, um 20 Uhr.

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Einfacher könnte man es nicht sagen, dass Religion Privatsache sein sollte. In der Politik führt sie zum Desaster. Man kann nur hoffen, dass die neuerliche Renaissance und Radikalisierung des Islam ein letztes Aufbäumen ist. Bisher ist der politische Islam stets gescheitert. Der Iran ist weit von einer Demokratie entfernt. In Ägypten stellten sich Morsi und seine Muslimbrüderschaft selbst bloss. In Tunesien hat sich Ennhada längst entlarvt und muss erst einmal verlorenes Terrain wieder gut machen. In Libyen haben die Islamisten die Wahl verloren, wollen aber mit Gewalt an die Regierung. Völlig absurd war die Herrschaft der «von Gott stammenden Scharia» in Mali. Kein Mensch wollte die Islamisten, die den Norden des Landes unter Kontrolle gebracht hatten. Alle waren froh, als sie Anfang dieses Jahres von den Franzosen aus dem Land gebombt wurden. In Syrien ist das Scheitern vorprogrammiert; auf Dauer macht man sich mit der Missachtung humaner Werte keine Freunde. Die IS-Extremisten mögen grosse Gebiete in Syrien und auch im Irak noch besetzt halten. Militärisch sind sie jedoch auf dem Rückzug. Wen könnte man noch aufführen? Saudi-Arabien natürlich, in dem nicht einmal Auto fahrende Frauen geduldet werden, ganz zu schweigen vom Umgang mit Kritikern des Königshauses. Der unliebsame Blogger Raif Badawi wurde kürzlich zu tausend Stockschlägen verurteilt. Für mich scheint die Version Hassans aus dem Lebensmittelladen am sympathischsten und vor allem praktikabel zu sein. Aber als Nicht-Muslim gelte ich wahrscheinlich als voreingenommen. Zu meiner Unterstützung will ich die Meinung eines jungen Syriers, Samir, anführen, der mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg in die Türkei geflüchtet ist. «Das Religionsspiel sollte man nicht mitmachen», sagte er. «Das ist idiotisch und es gibt nur Verlierer.» Samir würde nie verraten, in welche Religion er zufällig hineingeboren wurde. «Was sollte das auch für einen Sinn haben?», fügt er mit ernstem Gesicht an.

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24 gen. Ein Islam-Bild, wie man es sich heute leicht im Internet zusammenschustern kann und wie es von PropagandaPredigern vermittelt wird. Der Islam wird als einzige Rettungsphilosophie des Menschen aus seinem Elend begriffen. Und wer die reale Welt nicht überlebt, geht als Märtyrer ins Paradies. «Das ideologische Rüstzeug von al-Qaida ist wenig elaboriert, sehr vereinfachend und statisch. Aber darin liegt wohl das Geheimnis seiner Attraktivität», stellt Amal Ghorayeb, Politikwissenschaftlerin an der LibanesischAmerikanischen Universität in Beirut, fest. Die Kurzfassung geht so: Die Menschen im Westen sind durch die technische Modernisierung fremdbestimmt. Der Kapitalismus dominiert alle Lebensbereiche, pervertiert die Sexualität, die Beziehung der Geschlechter und erzeugt übertriebene Individualität. Es ist eine Gesellschaft des Materialismus, ohne Moral und Ethik. Der Westen ist ein Musterbeispiel für das, was im Koran als Verführungen des Satans bezeichnet wird. Obendrein sind die westlichen Staaten imperialistische Ausbeuter. Sie verhalten sich wie einst die Kreuzfahrer in Palästina. Und sie unterstützen die Zionisten, die Diebe islamischen Landes. «In der Kulturkritik lassen sich deutliche Parallelen zu den linken Bewegungen der 60er- und 70er-Jahre finden», meint Nizar Hamzeh, Spezialist für islamischen Widerstand an der Amerikanischen Universität in Beirut. «Substanziell ist das natürlich etwas ganz anderes. Al-Qaida und der IS bleiben eine religiöse Bewegung». Syrien ist ein besonderer Ort für die Heiligen Krieger. Einige der Rebellengruppen tragen al-Scham im Namen, den arabischen Begriff für die Levante. Sie ist das gelobte Land. Es gibt heilige Stätten, zudem findet das Jüngste Gericht in al-Scham statt. Nach dem Fall Assads und der Errichtung eines Kalifats müssen die al-Aksa Moschee in Jerusalem befreit werden und die heiligen Stätten in Saudi-Arabien sowieso. Alle Ungläubigen sollen aus den Ländern des Islam vertrieben werden. Propagiert wird ein Endkampf um das Weiterbestehen der islamischen Kultur, ein Kampf um Alles oder Nichts. Die Dschihadisten in Syrien sind die Botschafter einer neuen Welt. Sie sind die kämpfende Avantgarde, welche die Gläubigen aufrüttelt, mobilisiert und im Kampf für das Gute und Wahre vereint. Wie man aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts weiss, führt solches Elitedenken, der Wahn vom besseren Wissen in die Barbarei. Die höheren Ziele haben Vorrang vor der Menschlichkeit. Der IS, der sich als der wahrste aller Islamistenvereine versteht, geht entsprechend am grausamsten vor.


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Kapitalistische Kriegsführung

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Über die Barbarisierung von Weltreligionen. von Rolf Bossart

Der Islam ist eine Weltreligion, weil er a) eine Moral hervorgebracht hat, die die menschlichen Angst- und Gewaltpotentiale in die Schranken weisen kann, b) weil er sich über die Jahrhunderte in die unterschiedlichsten Richtungen verzweigt hat, ohne dabei die Klammer «islamisch» zu verlieren und c) weil er Träger von verschiedensten Kultur- und Reichsbildungen war, beziehungsweise, weil er immer wieder als machtpolitischer Faktor stabilisierend auf Stämme, Völker und Regionen wirken konnte. Jeder dieser drei Punkte gilt für jede Weltreligion, ist aber zutiefst ambivalent und kann immer in sein Gegenteil, in eine angstbasierte Disziplinierung der Individuen (a), in rivalisierende Bandenkriege (b) und eine imperialistische Ideologie (c) umschlagen. Der heutige Islamismus bezieht seine tiefe Faszinationskraft daraus, den Islam als die in allen drei Punkten umgeschlagene und daher stärkste, weil krasseste Religion präsentieren zu können. Die christlichen Conquistadores, Inquisitoren und Konfessionskrieger gingen im 16. Jahrhundert ebenfalls mit einer auf der ganzen Linie in die Barbarei umgeschlagenen religiösen Ideologie zu Werke. Auch die Weltreligion des Kapitalismus brachten die Priester des Neoliberalismus in den letzten 40 Jahren in ihren barbarischsten Potentialen zum Leuchten: Die Individuen verkaufen aus Angst vor sozialem Abstieg ihre Arbeitskraft unter immer prekäreren Bedingungen und kompensieren die verlorene Sicherheit mit projiziertem Hass. Die multinationalen Konzerne und die mafiösen Banden rivalisieren nicht mehr länger um die Aufteilung der Märkte, sondern imitieren sich gegenseitig mit den effizientesten Skrupellosigkeiten. Und schliesslich können die Nationen im internationalen Standortwettbewerb oder in von aussen angeheizten Bürgerkriegen ihre Aufgabe als Gesamtkapitalisten nicht mehr stemmen und lassen ihre Binnen-Wirtschaft fallen oder verkommen zu Privatterritorien von Konzernen und Clans.

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An diesem Punkt treffen sich Neoliberalismus und Islamismus. Denn es ist das Wesen jeder barbarisierten Religion, dass der Zeitpunkt des grössten Gewinns für ihre Gläubigen mit dem grösstmöglichen Leiden der anderen zusammenfällt. Neoliberalismus und Islamismus sind zum Perpetuum mobile der neuen Weltordnung geworden. Die Dschihad-Banden, die mordend durch die islamischen Länder ziehen, führen nur das Werk fort, das die kapitalistische Kriegsführung dort begonnen hat und generieren gleichzeitig die nächste kapitalintensive «Friedens-Intervention». Die islamistischen Attentäter in westlichen Grossstädten reagieren wesentlich auf die systematische Zermantschung der Aufstiegschancen der Einwanderer, halten gleichzeitig die Spektakelgesellschaft in Atem und den vom Neoliberalismus zwar unterwanderten, aber doch politisch erwünschten nationalistisch-rassistischen Diskurs am Laufen. Die Lösung des Christentums von seiner Barbarisierung in der Neuzeit wurde nur möglich, weil es nach dem Dreissigjährigen Krieg ganz einfach für niemanden mehr etwas zu gewinnen gab. Die beste friedensstiftende Massnahme ist daher die Verminderung der gemeinsamen Gewinnerwartungen von Islamisten und Neoliberalen – im Moment wohl am einfachsten durch die Re-Stabilisierung der Nationalstaaten. Rolf Bossart, 1970, ist Publizist und Theologe in St.Gallen.


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Verliebt in den Schleier – Zu den Bildern in diesem Heft Ein Engländer mit dem Pseudonym 2041 hat unter der Burka seine Freiheit gefunden. von Georg Gatsas 2041 ist der Deckname, unter dem ein Mann Tausende Selbstporträts mit einer weltweit vernetzten Burka-FetischOnlinecommunity teilt. In Burkas, Mänteln und anderen Ganzkörperkostümen lebt 2041 seinen Verschleierungs-Fetisch zu Hause vor der Kamera aus. Seine Identität bleibt dabei vollständig verborgen, die Bilder verraten nichts über die Person unter den Hüllen, im Gegenteil: Durch den Akt der Vermummung entwickelt er unzählige Persönlichkeiten. Die online gekauften Burkas oder selbst angefertigten Schleier, Umhänge und drapierten Stoffe setzt er mittels Selbstauslöser geschickt um: in satten, bunt leuchtenden Texturund Bildkompositionen. Seine Selbstporträts wirken unheimlich, enigmatisch, lösen teilweise auch Assoziationen zu medialen Ikonen aus. Die Burka, in westlichen Ländern als unterdrückendes Verhandlungsobjekt benutzt, wird von ihm in ein feierliches Licht gerückt und so zum queeren Fetischobjekt für Männer. 2041 heisst auch eine Sammlung seiner Fotografien, die kürzlich bei «Here Press» erschienen ist und von den Herausgebern Ben Weaver und Lewis Chaplin sorgfältig editiert wurde. Ben Weaver, den ich durch seine Arbeit als Art Director und Grafiker des «Wire» kenne, schenkte mir diesen Fotoband bei meinem London-Besuch im Dezember – 2041s Bilder blieben hängen. Und ich hatte Fragen: Lewis, wie haben Sie 2041 entdeckt? Vor vier Jahren, als ich recherchiert habe, wie das Bilderportal «flickr.com» rege von Leuten mit sehr spezifischen und seltenen Fetischen genutzt wird, bin ich zum ersten Mal auf seine Bilder gestossen. Damals habe ich auch andere Communities entdeckt, die sich der Kunst der vollständigen Bedeckung und Ganzkörper-Verschleierung widmen. Die Bilder von 2041 haben mich besonders fasziniert. Nicht nur, weil er sehr sorgfältig vorgeht, auch

wegen seines Talents für Bildkompositionen und der Art seines Auftrittes durch das öffentliche Teilen der Bilder – was ihn von anderen unterscheidet. Zudem fasziniert mich der pikante Kontrast, sich im Internet öffentlich zu zeigen, gleichzeitig aber völlig verdeckt zu sein. Das Buch ist nur eine Ausweitung davon. Ich kann mir vorstellen, dass er seinen Burka-Fetisch sehr zurückgezogen auslebt. Wie haben Sie ihn vom Buchprojekt überzeugt? Den ersten Kontakt hat Ben Weaver, der Verleger, hergestellt, nachdem wir lange über die Buch-Idee diskutiert haben. Erst dann habe ich 2041 persönlich getroffen. Wir mussten ihn aber nie überzeugen, in die Öffentlichkeit zu treten, seine flickr-Bilder sind schliesslich für alle jederzeit abrufbar und schon tausende Male angeklickt worden. Seine Lust am Verhüllen ist eine Sache, aber warum hat er begonnen, sich dabei abzulichten? Ausschlaggebend ist, wie er die Bilder im Vergleich mit anderen Fetischisten schiesst: Es ist ein wenig so, als ob der fotografische Akt der wichtige Punkt des Fetischs ist – er zieht seine Befriedigung aus dem Auftritt vor der Kamera und dem Ablegen, Bearbeiten und Teilen der Bilder mit Gleichgesinnten. 2041 ist heute über 80, hat sich aber seit seiner Jugend für das Verhüllen interessiert. Konkretisiert hat sich sein Fetisch erst, seit er einen Computer und eine Digitalkamera hat. Ich kann nicht sagen, wann genau sein Weg begonnen hat, aber die Fotos sind wohl eng mit dem Fetisch verknüpft. Einige sind ungeheuer gut komponiert. Fotografiert er auch nebenher? Bei ihm zu Hause hängen Gemälde, Kreuzstickereien, Zeichnungen und vieles mehr aus seiner Familie an den Wänden. 2041 entstammt einer langen Künstlertradition, betätigt sich sonst

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aber nicht als Fotograf. Er ist gelernter Chorsänger und tritt sein Leben lang als Laienschauspieler auf. Meistens amüsiert er sich über das viele Lob, das er für seine Fotos erntet, da er selbst kaum darüber nachdenkt. Ihm dienen die Bilder nur zu einem Zweck: die Kleidung und ihre Präsenz festzuhalten. Das schafft eine gewisse Steifheit, was die visuelle Ästhetik seiner Porträts ausmacht. Allerdings zeigt das Buch nur eine kleine Auswahl seiner Sammlung, die aus etwa 40’000 Selbstportraits besteht. Offenbar ist er interessiert an Ländern wie Afghanistan oder Pakistan – hat er diese je bereist? Er ist oft gereist, hat Katar und andere Länder im Nahen Osten besucht, ist aber kein Experte dieser Kultur. Der Gebrauch nahöstlicher Kleider ist keine Hommage an diese Region. Es geht ihm vielmehr darum, dass der Zweck dieser Kleider in der Verbergung liegt. Deshalb sind sie wie geschaffen für seine Kunst der visuellen Anonymität. War die unaufgeregte, respektvolle Art der Präsentation eine bewusste Entscheidung? Darauf haben wir grossen Wert gelegt. Es war uns wichtig, die Ehrlichkeit in diesem Buch hervorzuheben, denn ich bin überzeugt, dass 2041 etwas Wichtiges, Allegorisches mit der Fotografie macht. Wie jedes gute Gesamtkunstwerk wirft er grosse Fragen auf: an die Identität, die Repräsentation, die Leistung der Fotografie und die Beziehung von Bild und Körper. Ein klares Konzept gab es jedoch nicht. Die Publikation entstand aus einer natürlichen Wertschätzung für sein Werk. 2041: 2041. Edited by Lewis Chaplin & Ben Weaver. Limitiert auf 500 Exemplare. Here Press, London, 2014. Georg Gatsas, 1978, pendelt zwischen London und Waldstatt.


«Echt? Das sieht man dir gar nicht an!», erwiderten die Leute oft, wenn Nuran erzählte, dass sie Türkin und gläubige Muslimin ist. Sie lachte jeweils und legte, wenn sie besonders gut drauf war, noch einen selbstironischen Spruch nach. Ihr war klar, dass diese ziemlich weltfremde Feststellung in den wenigsten Fällen böswillig gemeint war, sondern vielmehr von einer etwas unbeholfenen Neugier zeugte. Zugegeben, mit ihren wilden Frisur, ihrer figurbetonten Kleidung und dem ganzen Hippie-Schmuck entsprach sie auch nicht gerade dem, was man als «typische Muslima» bezeichnen würde, aber darum geht es ja: Damals – vor 9/11 – war der Islam vielfältiger, die Bilder in unseren Köpfen waren nicht so holzschnittartig. Als Teenager pflegten wir ein relativ entspanntes Verhältnis zum Islam. Heute ist das anders. 57 Prozent der Nicht-Muslime in Deutschland, heisst es im kürzlich publizierten Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung, also jede zweite Person, hält den Islam für «bedrohlich» oder «sehr bedrohlich». Mehr als 60 Prozent sind der Ansicht, dass der Islam «nicht in die westliche Welt passt». Ein Viertel der Befragten fordert sogar, die «Einwanderung von Muslimen zu untersagen». Demgegenüber stehen die rund vier Millionen Musliminnen und Muslime in Deutschland, wovon sich über 90 Prozent stark verbunden fühlen mit der Bundesrepublik und ihren freiheitlichen Werten. Sie sind beides, fromm und liberal: 63 Prozent bezeichnen sich als «ziemlich» bis «sehr religiös» und überdenken ihre religiöse Einstellung «oft» bis «sehr oft». Neun von zehn pflegen regelmässig Kontakte zu Nicht-Muslimen und sind der Meinung, dass man allen Religionen gegenüber offen sein muss. Und: Fast 60 Prozent würden einer Heirat von homosexuellen Paaren zustimmen.

Küsschen und Aromat

Wenn man bei Nurans Familie zur Wohnungstür herein kam, duftete es je nach Tageszeit meistens ganz wunderbar nach Köfte, Bulgur, Menemen, Sucuk oder Pide-Brot. Sie selber war am glücklichsten, wenn sie ein paar Nudeln mit Aromat vor sich hatte. Ihre Mutter war nicht berufstätig und daher oft zu Hause. Sie wirkte immer etwas schüchtern und liess sich von ihrer Tochter jeweils ein Küsschen auf die Wange drücken, bevor wir eilig in Nurans Zimmer verschwanden. Ihren älteren Bruder bekamen wir selten zu Gesicht. Normalerweise war er in seinem Zimmer, hörte Rap oder war am Gamen. Manchmal sass er oben am grossen Stubentisch, der von buntgepolsterten Stühlen umringt war, alle mit durchsichtigem Plastiküberzug. Ihr Vater, im Ostschweizer Kader eines global tätigen Unternehmens, kam in der Regel erst abends heim, wenn er nicht gerade auf Geschäftsreise war. Meistens setzte er sich mit seinen Zigaretten vor den Fernseher und schaute türkische oder britische Nachrichten. Bevor er in den 80erJahren mit seiner Frau in die Schweiz kam, lebte das Paar zwei Jahre in England, wo er ein Stipendium hatte. Nuran ist dort zur Welt gekommen. Es muss um die Jahrtausendwende gewesen sein, als ich sie kennenlernte. Irgendwo beim Kantipark. Kaum ein

Der Islam ist nicht eine Religion des B Problem wie alle alten Schriftr paar Wochen hat es gedauert und wir waren unzertrennlich. Natürlich hatte ich auch zuvor muslimische Freunde, aber erst durch Nuran kam ich zum ersten Mal richtig in Berührung mit «dem Islam» – wobei das natürlich die Untertreibung des Jahrhunderts ist, da es bekanntermassen nicht den einen, sondern ungefähr so viele Islame wie Muslime auf der Welt gibt. Damals wäre es mir übrigens nie in den Sinn gekommen, eine solche Relativierung vorzunehmen. «Der Islam» war weit davon entfernt, als Synonym für vermeintliche Weltherrschaftsgelüste, Terror-Camps oder Kopftuchzwängerei zu gelten. Er war auch noch kein Vehikel zur Wiederherstellung von «Sicherheit und Ordnung» in den «Failed States der Peripherie», wie der Ethiker Peter Schaber kürzlich in einem starken Essay im «Lower Class Magazine» schrieb. Er war vor allem eines: ungeheuer interessant. Neuland, das es zu erforschen galt.

Die Koran-Aufklärer

Kerem Adigüzel, 28, ebenfalls ein alter Freund, Mathematiker und praktizierender Muslim, erforscht den Islam schon sein halbes Leben lang. Den Koran muss man, wenn es nach ihm geht, mit unverstelltem Blick lesen, mit Kinderaugen. Immer wieder von neuem. 2012, kurz bevor Morsi Präsident wurde, verbrachte Kerem vier Monate am internationalen ILI-Institut in Kairo, vertiefte dort sein Arabisch und widmete sich dem Koranstudium. «Eine gute, intensive und farbige Stadt», sagt er, «auch wenn damals alles im Umbruch war». Mit einem Freund aus Kairo und ein paar anderen gründete er vor acht Jahren das Wissensportal «alrahman.de», eine deutschsprachige Plattform, die sich sehr eingehend mit Koranforschung und aktuellen Fragen an den Islam beschäftigt. «Es ist eine bekannte Tatsache, dass der Name Gottes, so wie viele andere Konzepte und Wesenheiten, von bestimmten Klassen unter den Menschen, insbesondere von Religionsgelehrten und Politikern für Machtzwecke missbraucht wurde», schreibt Kerem dort. «Unsere Aufgabe ist es, diesen Missbrauch aufzudecken, ohne dass wir selber in diese Falle tappen. Wir beschreiben unsere Position als monotheistischen Rationalismus.» Dazu gehört auch, sich kritisch mit den Hadithen auseinanderzusetzen und den Koran als höchste und einzige Instanz anzuerkennen. «Wenn wir den Ahadith glauben, die dem Propheten zugeschrieben werden, erleben wir eine Form der Einengung in unserer Religion und vor allem in der Beziehung zu Gott», heisst es in einem von Kerems Artikeln. Denn geht es nach ihm, gibt es nur ein Rezept: aufklärerisch an den Koran herangehen, die Wortbedeutungen hinterfragen und «nicht einfach stur alles nachplappern wie ein Papagei.»

Alte Männer und der Leib Christi

Manchmal war Nuran am Beten, wenn ich kam. Sie schaute mich dann wortlos an und deutete aufs Bett, wo ich mich hinsetzen sollte, bis sie fertig war. Es hatte stets etwas Feierliches, wie sie in ihrem kleinen Zimmer vor dem Heizkörper kniete, den Kopf auf den Teppich legte und trotz

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Mit Kinderaugen

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n des Bösen oder des Guten, er ist Auslegungssache. Und er hat dasselbe Schriftreligionen: Man kann sich ihrer bemächtigen. von Corinne Riedener meiner Anwesenheit in sich selber versank, während sie leise murmelnd ihre Suren rezitierte. Als Katholikin empfand ich die christliche Beterei immer als etwas Aufgesetztes, Lustloses. Nurans Gebet war ehrlicher. Es kam von Herzen. Meistens jedenfalls. Wo ich aufgewachsen war, erschienen mir Kirche und Religion eher wie skurrile Hommagen an die graue Vorzeit, etwas für alte Männer in gold-violetten Gewändern, die kleinen Ministranten den Leib Christi in den Mund schoppen. Dass Nuran sich so innig mit Gott auseinandersetzte, so genuin, das irritierte mich. Obwohl ich nicht ausschliessen kann, dass es das Göttliche gibt, hielt ich selber nie viel vom Fromm-Sein. Damals fragte ich mich oft, ob mir nicht doch etwas fehlt. Und wieso Nuran es hatte. Hin und wieder blätterten wir gemeinsam in ihrem Koran, ein dickes, in Leder gebundenes Buch mit goldenen Schriftzeichen. Die Suren standen rechts in Arabisch und links auf Türkisch. Nuran erklärte mir, dass alle 114 Suren der Länge nach und nicht chronologisch geordnet sind, wie sie dem Propheten Mohammed von Gott persönlich eingegeben wurden, wie sie früher freitags mit ihren Eltern und einer befreundeten Familie über deren Bedeutung diskutiert hatten und dass dieses Auslegen eigentlich Schura genannt wird. Ich habe sie vieles gefragt in dieser Zeit. Und wenn ich heute im Koran lese, erinnere ich mich gerne daran zurück. Auch an Nurans Lieblingsvers: Wollt ihr etwa den Menschen das gottgefällige Handeln gebieten und euch selbst (dabei) vergessen, ihr, die ihr die Schrift vorträgt?! Bedient euch doch des Verstandes! (2:44)

Börek und Atatürk

Das ging ein ganzes Weilchen so. Für Teenager-Verhältnisse jedenfalls. Dann kamen bereits wieder neue Fragen: Was hat es mit diesem bösen Blick auf sich und wieso hilft dagegen ein blaues Auge, das Nazar heisst? Was ist Haram? Wie macht man Börek, und geht das auch mit Speck? Und wer ist dieser Atatürk auf dem Foto über der Kommode, wieso hat er die Schweizer Bundesverfassung geklaut und was genau hat er mit den Kurden gemacht? Ich wollte alles über dieses fremde Land und seine Kultur wissen. Umgekehrt wars nicht so. Nuran war schliesslich bestens vertraut mit den hiesigen Eigenheiten und wechselte die Rollen, wie es ihr gerade passte. Ihre Eltern hatten es da um einiges schwerer, waren unsicher, misstrauisch, ängstlich. Damals haben wir oft darüber diskutiert, wie wir unseren Kopf durchsetzen konnten, wie wir das Vertrauen ihres Vaters gewinnen, die Mutter auf unsere Seite ziehen konnten, damit Nuran noch eine Stunde länger draussen bleiben durfte. Ihre Eltern waren ungeheuer streng. Nicht nur, dass ich sie jedes Mal zu Hause abholen musste, wenn wir etwas unternehmen wollten, ich musste sie auch wieder pünktlich dort abliefern. Am Anfang jedenfalls. Das änderte sich erst, als wir uns alle besser kannten. Trotzdem: Auch mit fast 20 waren wir an den Abenden noch «am Mathe lernen», «im Volleyball» oder «am Jassen». Bei anderen Übernachten? In die Disco? Bier? Einen Freund haben? Keine Chance. Als es einmal besonders schlimm

war, sind wir schliesslich ausgerissen. Wir schliefen bei mir und schmiedeten stundenlang Pläne, wie wir Nurans strengen Vater endlich überzeugen konnten, ihr die Freiheiten zu geben, die man kurz vor dem 18. Geburtstag für gewöhnlich so hatte. Das Gespräch war ein absoluter Reinfall. Nuran kassierte Hausarrest, ich wurde von ihm rausgeworfen. Ihre Mutter verstand uns zwar, war aber trotzdem stocksauer und definitiv nicht auf unserer Seite. Ihr Bruder war am Gamen.

Glaube und Identität

Heute lachen wir drüber. Nicht nur weil Nuran mittlerweile ein gutes Verhältnis mit ihrer Familie hat. Auch weil uns irgendwann klar wurde, dass die elterliche Strenge nur am Rande mit dem Islam respektive der Religion zu tun hatte und eher eine Art «kulturell bedingte Fürsorge» war: Ihre Eltern fürchteten sich vor den Auswüchsen des kapitalistischen Westens. «Sie sind wohl irgendwann einfach stehen geblieben», sagt Nuran heute. Mittlerweile wohnt sie am anderen Ende der Schweiz, arbeitet im Sozialwesen und ist glücklich verheiratet. Mit einem nicht-muslimischen Mann. Die Hochzeit feierten sie alle zusammen in der Türkei. Ihre Erklärung ist einfach: «Meine Eltern haben ihr Bild der türkischen Kultur damals konserviert, nachdem sie ausgewandert sind. Sie haben nicht mitbekommen, dass die Welt sich weiter gedreht hat. Auch in der Türkei. Mit dem Islam hatte das damals nichts zu tun, glaube ich. Religiös waren sie ja nicht wirklich, das kam erst in den 80er-Jahren, als sie nach St.Gallen gezogen sind. Beim Beten und Diskutieren mit ihren Freunden konnten sie sich wohl ein Stück ihrer Identität zurückholen.» Nuran selber betet heute nicht mehr so oft wie früher. «Ich bete in Gedanken», sagt sie, «ohne die Rituale». Aber wie Kerem beruft auch sie sich nur auf den Koran. Kerem ist seit kurzem verheiratet. Seine Frau, eine Türkin aus Konstanz, studiert internationale Beziehungen und ist ebenfalls gläubige Muslimin. Derzeit sind sie gerade auf Wohnungssuche. Würden sich die beiden auf die hadithische Rechtslehre und die Sunna berufen, hätten sie sich vor ihrer Heirat nie geküsst, und sie würde wohl ein Kopftuch tragen. Doch das Paar will nichts vom konservativen Islam hören. «Diese Denkweise ist völlig veraltet», sagt Kerem. «Die Quellen, auf die sich diese hadithischen Gelehrten berufen, sind völlig verwässert und durchmischt mit den damaligen politischen und kulturellen Ansichten. Sie bestehen aus Schnipseln, die erst Jahrhunderte nach dem Tod des Propheten zusammengewürfelt wurden und ihm dann in den Mund gelegt wurden. Es ist verheerend, wenn sie für wichtiger als der Koran gehalten werden.» Geht es nach ihm, ist das nicht mehr lange der Fall. Kerem glaubt an einen Aufbruch in der Islamischen Welt, an eine neue «Islam-Generation», wie er sie in Ägypten überall aufblitzen gesehen hat. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die jungen Muslime, Leute wie wir, ihre Religion von den Salafisten zurückholen. Inschallah.»

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Corinne Riedener, 1984, ist Saiten-Redaktorin.


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Im Di Selbstverliebtheit. Ein paar Vorschläge entkommen könnte – mit den kontroversen Schriften

Konstruierter Gegensatz mit Sprengkraft

Eines der grössten Übel unserer Zeit ist die Idee, ein konfusunheimlicher Orient stünde einem vernünftig-liberalen Abendland gegenüber, oder umgekehrt: ein dekadenter Westen der islamisch-spirituellen Welt. Diese Dichotomien suggerieren Zugehörigkeit und jenseits davon Verschwörung, sie zwingen zur Seitenwahl: entweder – oder. Angesichts dieser Denkbilder ist es wichtig festzuhalten, dass die Symbolik einer europäischen Mauer oder des islamistischen Terrors nicht etwa Ursprung solcher Gegenüberstellungen ist, sondern deren Ergebnis und fatale Festigung. Um die Dichotomie «Westen-Islam» zu verstehen, lohnt es sich, ein wenig zurückzugehen in der Geschichte – und jene Europas dabei für einmal nicht mit europäischen Augen zu betrachten. Hilfreich hierbei ist zum Beispiel das Buch Aus den Ruinen des Empires von Pankaj Mishra, der damit im vergangenen Jahr als erster Nicht-Europäer den Leipziger Buchpreis für europäische Verständigung erhielt. Darin stellt er neben Liang Quichao und Rabindranath Tagore auch den persischen Reisenden Jamal Al-Din AlAfghani (1838-1897) vor, Journalist, islamischer Theoretiker, politischer Aktivist und Professor. Dieser war zu Lebzeiten zwischen Kalkutta und Paris unterwegs, und er brachte es jeweils schnellstmöglich fertig, an den Höfen in Kabul, Istanbul, Kairo oder Teheran angestellt zu werden – wobei er wegen seiner anti-kolonialistischen Schriften und Lehren regelmässig abgeschoben wurde, da viele der damaligen Herrscher sich beim «Westen» anzubiedern versuchten, in der Hoffnung, seine Verbündeten zu werden. Al-Afghanis Erfolge machen ihn dennoch zum Helden für unterschiedlichste, ja gegensätzlichste Gruppen.

So gilt er sowohl als Vordenker des islamischen Modernismus, als auch des puritanischen Salafismus. Man könnte ihn als Vorbild des arabischen Frühlings sehen und gleichzeitig als Idol der Muslimbruderschaft. Vermutlich inspirierte er Osama Bin Laden, doch wurde er von den Amerikanern als liberaler Denker Afghanistans gefeiert (obwohl er eigentlich Perser war). Und nicht zuletzt waren seine Schriften ein wichtiger Antrieb zur iranisch-islamischen Revolution.

Selbstermächtigung statt Kolonialismus

Einer der Gründe dafür ist sicher die intellektuelle Flexibilität des persischen Gelehrten – was aber nicht heisst, dass es nicht so etwas wie einen roten Faden gab in seinem Werk. Zeitlebens setzte sich Al-Afghani gegen Ungerechtigkeit ein, gegen Ausbeutung, Despotismus, Heuchelei sowie Terror und demnach also grundsätzlich gegen die Kolonialherrschaft. Ein unbekannter Scheich der Al-Azhar Moschee in Kairo äusserte 1880 gegenüber dem englischen Dichter Wilfrid Scawen Blunt einmal, dass Al-Afghani «die Notwendigkeit predige, die gesamte islamische Position zu überdenken, und statt an der Vergangenheit zu hängen, einen intellektuellen Schritt nach vorn zu machen, der im Einklang mit den modernen Erkenntnissen steht». Ausserdem habe er «dank seiner genauen Kenntnisse des Korans und der Überlieferung zeigen können, dass sich das islamische Recht, wenn man es richtig interpretiert und abwägt, zu den liberalsten Entwicklungen eignet und dass kaum eine segensreiche Veränderung im Widerspruch zu ihm steht». Al-Afghani pochte im Grunde auf ein HegemonialWerden der antikolonialen, widerständigen Diskurse – diese zu fördern er selber allerdings eher vernachlässigte, obwohl er einen enormen Einfluss auf den damaligen Journalismus ausübte. Kurz vor seinem Tod bereute er, sich nicht vermehrt für eine Massendemokratie eingesetzt und seine Zeit damit verschwendet zu haben, die höchsten Kreise der herrschenden Klassen zu überzeugen. In seinem wahrscheinlich letzten Brief schrieb er: «Denn was ich auf diesem Boden säte, ist niemals aufgegangen, und was ich in dieser versalzenen Erde pflanzte, ging zugrunde. In all dieser Zeit fand keiner meiner wohlgemeinten Ratschläge bei den Herrschern des Ostens Gehör, deren Egoismus und Ignoranz sie hinderte, meine Worte anzunehmen […] Ich wollte, ich hätte die ganze Saat meiner Ideen im empfänglichen Boden des Denkens der Menschen ausgesät». Die Despoten seien allesamt ungeeignet, jene «politische Mobilisierung» anzutreiben, die er angestrebt hatte. Ihm ginge es deshalb darum, «die Fundamente dieser Despotie zu zerstören, nicht deren einzelne Agenten herauszusuchen und zu vertreiben».

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Man muss dringend aufhören, von «Islam» im Singular zu sprechen. Niemand wird jemals fähig sein zu erklären, was alles unter diesem Namen gedacht, gesagt und getan wurde und wird. Das ist bei jedem grossen Sammelbegriff so, auch beim sogenannten Westen. Kommt hinzu, dass die meisten muslimischen Leute uns bezüglich ihrer Ideale und Werte weit näher sind als die katholische Sekte Opus Dei beispielsweise, und umgekehrt: wir den Musliminnen und Muslimen (mindestens genauso viel) näher sind als sie es Al-Qaida, Boko Haram oder Al-Baghdadis faschistoiden Schergen. Ergo: Schert man alle über den gleichen Kamm, die muslimischen Glaubens sind, hat man zwar einen starken Begriff («Islam»), kann daraus aber praktisch nichts folgern, da eine Handvoll Eigenschaften kaum repräsentativ ist für diese Vielheit. Diese Container-Begriffe, wie sie der jüngst verstorbene Soziologe Ulrich Beck nannte, bringen hochproblematische Übergeneralisierungen mit sich, die in obigem Fall allzu häufig in kulturalistische Rassismen münden: «Die islamische Welt» ist zu gross und zu heterogen, um sie mit einem Wort erklären zu können.

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Die künstliche Teilung der Welt


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Im Diskurs um einen politischen Islam glänzt Europa meist in hehrer rschläge, wie man dem Teufelskreis der gegenseitigen Beschuldigungen hriften von Jamal Al-Din Al-Afghani im Gepäck. von Michael Felix Grieder

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Heiliger Krieg gegen westliche Brutalität

1879, nach seinem Rauswurf aus Ägypten durch den Khediven, der damit auf Gerüchte und den Druck der Briten reagierte, radikalisierte sich Al-Afghanis Rhetorik zunehmend. Er wurde nach Indien abgeschoben und kurz darauf begann der schwere Beschuss Alexandrias durch die Briten und die darauf folgende Besetzung Ägyptens. Tunesien wurde von den Franzosen eingenommen, und der osmanische Sultan Abdulhamid II. schuf «unter den Augen seiner westlichen Schirmherren eine repressive Despotie» mit Hilfe der «modernisierten Strukturen des osmanischen Staates einschliesslich der zentralisierten Polizei und des Spitzelsystems», wie Mishra rekonstruiert. Al-Afghanis Gefühle darüber, verständlicherweise: Schmerz, Zorn, Angst und nicht zuletzt Ungeduld. Der Islam, einst ein Machtsymbol von den Pyrenäen bis zum Himalaya, erwies sich in dieser Situation als stärkster Sammelbegriff, um der Ungerechtigkeit zu begegnen. Al-Afghani griff fortan vermehrt zu Begriffen wie Panislamismus und Heiliger Krieg, in der Hoffnung, den westlichen Übergriffen ein starkes islamisches Zentrum entgegenzustellen. Ein Fundamentalist war er dennoch keiner, auch wenn er meist mit dem Islam argumentierte. Wie Pankaj Mishra resümiert, war er «in erster Linie ein politischer Aktivist, dessen wichtigstes, aber keineswegs einziges Instrument der Islam darstellte». Die Ungerechtigkeit war für jemanden wie Al-Afghani, dem die Philosophie der Aufklärung bestens bekannt war, in vielerlei Hinsicht offenkundig: Zu Recht wies er auf den Zynismus derer hin, die «zu Hause Freiheit und Gleichheit proklamieren, aber im Ausland Verfassungsreformen […] verhindern». So überrascht es nicht, dass sich damals auch osmanische Freidenker, die sich eigentlich für den Verzicht auf den Glauben aussprachen, Al-Afghanis Ansicht anschlossen, «dass eine muslimische Einheit gegen den Westen wichtiger sei als innere Reformen».

Klassenkampf ohne Klassen

Al-Afghani ging es aber auch weiterhin nicht primär um die Religion, die für ihn zu diesem Zeitpunkt mehr ein Mittel zum Zweck war, sondern ähnlich wie bei Karl Marx um die Organisation einer transnationalen Militanz, also um eine Art Globalisierung des Widerstands gegen die Gräuel des Kolonialismus. Nur hatte er seine Welt nicht wie Marx in Klassen aufgeteilt: Al-Afghani war der erste wichtige Denker der muslimischen Welt, der die Begriffe «Islam» und «Westen» als dichotome, «unversöhnliche Gegensätze» verwendete – wobei sein «Islam» wie gesagt weniger eine Religion war als vielmehr ein politischer Kampfbegriff zur Anrufung der Unterdrückten der Welt, vergleichbar mit Marx’ Proletariat. Diese revolutionäre Dichotomie «Islam oder Westen» war und ist bis heute zweischneidig: Einerseits gibt sie die Ermächtigung, sich geschlossen ge-

gen «den Westen» zu erheben, andererseits legitimiert sie die fatale Übergeneralisierung beider Seiten, die in AlAfghanis antikolonialem Kampf wohl ein notwendiges Übel war, heute aber äusserst problematisch ist. Diese Dichotomie muss aufgehoben werden, auch weil es bei Al-Afghani «nur» eine wohlgemeint übertriebene Behauptung war, dass die islamische Welt sich insgesamt gegen die westliche Despotie erheben würde. Wenn nun aber heute (spätestens seit George W. Bush) der Umkehrschluss dermassen en vogue ist, Muslime seien alle gegen den Westen, gegen «Zivilisation» und somit eine Gefahr für die Weltgesellschaft, ist das nicht mehr nur übertrieben, sondern verleumderisch. Und noch dazu ist es eine rassistische Verleumdung, die einen grossen Teil der Weltbevölkerung im Ausschluss isoliert und deshalb zu nichts gut ist ausser zum Mauerbau und zu medialen Hexenjagden. Diese Dichotomie sollte also insbesondere von «westlicher Seite» her vermieden werden, weil sie in dieser Richtung nicht nur falsch, sondern bösartig und hochgefährlich ist.

Die Tartufferie der Rache

Dringendst gestoppt werden muss aber – und noch vor allem anderen – die bodenlose Heuchelei, die solche Diskurse umgibt. Schon Marx bemerkte 1857 in einem Artikel für die «Daily Tribune» über einen Aufstand in Indien gegen die britische Herrschaft, wie John Bulls Ohren vor Rachegeschrei gellen mögen, «damit er vergisst, dass seine Regierung verantwortlich ist für das ausgebrütete Unheil und dafür, dass es solche kolossalen Ausmasse annehmen konnte». Die blutrünstige Londoner «Times» habe die Komödie um die Figur des «Tartuffe der Rache» bereichert, welche selbst Molière fehlte. Tatsächlich wirkt es komisch, wenn eine Kolonialmacht nach Rache schreit, wenn deren Opfer sich für einmal brutal gewehrt haben. Ob sich nun islamistische Extremisten für die Brutalität der ehemaligen Kolonialregime rächen oder ob Amerikas Vereinigte Staaten (zusammen mit europäischen Verbündeten) gegen diesen Terrorismus Vergeltung üben: Es handelt sich um einen blutigen Teufelskreis, der weder mit westlichen noch mit islamischen Werten vereinbar ist. Wesentlich konstruktiver wäre es, eine globale kritische Haltung zu finden und zu pflegen, die islamischspirituell, materialistisch und ästhetisch gleichzeitig sein kann. Umweltkatastrophen haben sich niemals um Grenzen geschert, und der kapitalistische Weltmarkt noch weniger; das weiss man mittlerweile überall zwischen Bangladesh und Detroit. Warum also sollte sich teilen lassen, was sich schon längst die Sorgen teilt?

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Michael Felix Grieder, Jahrgang Tschernobyl, ist die personifizierte Saitenagenda und studiert Theorie in Zürich.


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Wir lernten nie, ohne Angst zu leben Dieser Text ist für eine Generation junger Frauen in meinem Land sie haben dasselbe Alter eine gebrannte Generation… so lautet der Name, der für uns bestimmt wurde und das Schlimmste: Wir sind Mädchen Frauen am falschen Ort in einem Land, das Männer regieren in einem Land, in dem Frauen als Lebensmittel mit Verfalldatum gelten Männer entscheiden über alles: darüber, wie ich leben soll darüber, wie ich atmen soll über mein Kopftuch meinen Job meine Erziehung darüber, wie ich gehen, reden, lachen soll… und selbst über mein Lieben… im Mann konzentriert sich alles… und wie schmerzvoll ist es wenn du in einer solchen Gesellschaft dich selbst sein willst in einer solchen Situation in der alles und jeder ein Urteil über dich fällen will selbst jene, die du liebst selbst deine Familie selbst jene, die dich zu lieben pflegten... und es tut weh, zu erfahren, dass es für sie bloss eine Attitüde war… unser Geburtsort ist eine Pein unser Leben ist eine Pein wir sind eine Pein und das Peinvollste daran ist wenn uns jemand sagt, wir würden doch keine Pein kennen… wir sind eine Generation, die nach einem Krieg zur Welt kam die unter tausend unsicheren Bedingungen aufwuchs wir verbrachten unsere Kindheit mit Kerosintheatern in der Schule mit kaputten Holzbänken mit dem Tragen langer schwarzer Schleier und Umhänge wir lernten nie, wie ein Kind loszurennen weil wir diese Kleider trugen wir lernten nie, frei zu sein uns selbst zu sein glücklich ein Mädchen … wir lernten nie, ohne Angst zu leben immer, wenn wir lachen und einfach nur ein Mädchen sein wollten wurden Gottesfurcht, Hölle, Feuer, Männer und… vor unseren Augen ausgemalt uns erzogen Angst Kummer und verletzte

von Adrina

Körper und Seelen… wir lernten einfach, wie ein Mann zu sein um weiterzukommen wir lernten, unsere Tränen hinter einem Lächeln zu verbergen wir lernten, unsere Schönheit hinter schwarzen Tüchern zu verbergen wir lernten, unsere Weiblichkeit hinter falscher Männlichkeit zu verbergen wir lernten nie den Umgang mit Jungs mit Gefühlen mit Liebe niemand kann uns verstehen jedes Wort, das unseren Gram verspottet fügt unserem Herzen eine Wunde zu nur böse Blicke ernten wir wenn wir eine Frau sein wollen und wie schwierig ist es wenn ein Junge einfach nur vortäuscht dass er eine Person sein wird, auf die wir bauen können dann bricht alles vor unseren Augen zusammen ich rede von mir selbst denke daran, dass ich genug habe mehr als ich verarbeiten kann ich begegnete einigen Personen in meinem Leben die einfach meisterhafte Herzensbrecher waren manchmal quälen Worte tiefer als Taten ich bin keine Lügnerin ich bin nicht feige ich bin keine Lüge ich bin nicht gefühllos ich bin nur ein Mädchen, das unglücklicherweise noch immer lebt und die Giftschwaden dieser Luft atmet… die beste Zeit für den Typen, der auf mein Grab spucken wollte nicht auf meinen Körper – diesmal auf meine Seele Gratuliere…

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(aus dem Englischen von Florian Vetsch) Adrina, 1988, ist Master-Studentin und lebt in einer Kleinstadt im Südwesten Irans. Ihren vollen Namen will sie nicht nennen.


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Liwāt, Lot und lückenhafte Hadithen

Falsche Berufung auf Liwāt

Für traditionelle Islamgelehrte, die den Sex unter Männern verabscheuen, besteht die Abscheulichkeit primär darin, dass die Männer aus Sodom sich ihrer Sinnenlust mit anderen Männern hingeben. Schwuler Sex wird daher auch «die Handlung des Volkes Lots», auf Arabisch «lutiyya» oder «liwāt», genannt, was korrekt übersetzt mannmännlicher Analverkehr heisst und in traditionellen Kreisen verdammt und juristisch verurteilt wird. Es ist deshalb umso wichtiger zu betonen, dass das Wort liwāt im Koran gar nicht vorkommt, geschweige denn unter Strafe steht. Die Männer des Volks Lot waren nicht homosexuell, sondern heterosexuelle Männer einer aristokratischen Schicht, die über viele sexuelle Freiheiten verfügten. Darunter verstanden sie etwa ihr Recht, mit Frauen, Minderjährigen, (heterosexuellen) Männern oder auch Tieren Sex

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Die Lot-Geschichte

Der Koran, ins Deutsche übersetzt «Lesen» oder «das Gelesene», wandte sich ursprünglich an die arabische Welt des 7. Jahrhunderts. Weil sich der Islam im Laufe der Zeit aber auch in andere Länder ausdehnte, wurde der Koran für die nicht arabischsprachigen Muslime x-fach übersetzt, ausgelegt und erklärt. Da er jedoch im ursprünglichen Sinn arabisch ist, ist eine Übersetzung – die immer als Auslegung oder Versuch des Verstehens gilt –, nie mit dem eigentlichen Koran gleichzusetzen. So wurde er in den verschiedenen Ländern und Sprachen stets nach den dortigen gesellschaftlichen Strukturen interpretiert und auch entsprechend unterschiedlich praktiziert. Doch was genau steht im Koran zur Homosexualität? Die vorherrschende Ablehnung oder Untersagung gleichgeschlechtlicher Liebe stützt sich auf die Lot-Geschichte aus dem Alten Testament, die im Islam wie auch im Christen- und im Judentum gleichermassen Bedeutung hat. Die erste Fassung der Lot-Geschichte steht im Koran wie folgt (Sure 7:80-84): Und (wir {=Gott} sandten) den Lot (als unseren Boten). Als er zu seinem Volk sagte: Wollt ihr denn etwas Abscheuliches begehen, wie es noch keiner von den Menschen in aller Welt vor euch begangen hat? Ihr gebt euch in (eurer) Lust wahrhaftig mit Männern ab, neben den Frauen. Nein, ihr seid ein Volk, das nicht Mass hält. Seine Leute wussten nichts anderes (darauf) zu erwidern, als dass sie sagten: Vertreibt sie (den Lot und seine Angehörigen) aus eurer Stadt! Das sind Menschen, die sich für rein halten! Und wir erretteten ihn und seine Familie (von dem Strafgericht, das über sein Volk hereinbrechen sollte) mit Ausnahme seiner Frau. Sie gehörte zu denen, die zurückbleiben.

Und wir liessen einen (vernichtenden) Regen auf sie niedergehen. Schau nur, wie das Ende der Sünder war! In diesem Ausschnitt geht es um eine der insgesamt sieben zentralen Stellen im Koran, die mit Homosexualität in Verbindung gebracht werden. An dieser Stelle wirft Lot, der Gottesgesandte, den Männern seines Volkes (den Leuten von Sodom) vor, dass sie ihre Ehefrauen vernachlässigten und sich stattdessen anderen Männern begehrlich nähern würden. In der traditionellen Koranauslegung wird diese Sünde so interpretiert, dass es sich dabei um schwulen Sex handle und dass die Einwohner von Sodom sich «diese Perversion» zuerst haben einfallen lassen. Es wird sogar als erster schriftlicher Beleg von Sexualität unter Männern weltweit angesehen. In Anlehnung an das biblische Sodom und Gomorrha wird die Geschichte des Propheten Lot, arabisch Lūṭ, im Islam als Legitimation genutzt, die Homosexualität aus religiösen Gründen zu verbieten und zu bestrafen. Genau genommen steht jedoch nicht das spezifische, konkrete (Un-)Tun der Leute im Vordergrund, sondern die Ignoranz gegenüber ihrem Propheten. Die Koranverse, die sich auf Lot beziehen, zeigen, dass die Sünde nicht im Vergehen an sich liegt, sondern im Daran-Festhalten, im Überhören des Propheten und Missachten seiner Warnung. Demnach droht den Ungläubigen wohl eine Strafe, die aber allein Allah vorbehalten ist. Der Koran und somit Allah ruft die Menschen also zu keiner Zeit dazu auf, «diese Sünder» selber zu bestrafen. Im Koran gibt es keinen Begriff, der mit dem der Homosexualität gleichzusetzen ist, auch wenn traditionelle muslimische Islam- und Rechtsgelehrte deren Ablehnung mit der Lot-Geschichte zu begründen versuchen. Der Koran spricht nie explizit von Sex und schon gar nicht von Homosexualität, Knabenliebe oder gar Analverkehr. Diese Begriffe kommen schlicht nicht vor. Man muss sich dabei natürlich bewusst sein, dass «Homosexualität» ein Begriff aus dem 19. Jahrhundert ist. Alternative Begriffe, die dem gleichzusetzen wären, sind dennoch weder im Koran noch in der Bibel zu finden.

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«Verbot! Sünde! Tabu!», hört man oft, wenn es um Homosexualität und Islam geht. Doch wissen wir das genau? Sollen Homosexuelle tatsächlich hingerichtet, ausgepeitscht oder ins Gefängnis gesteckt werden, wenn sie erwischt werden? Müssen sie gerettet und von dieser «Krankheit» geheilt werden? Und wenn sie ihre sexuellen Bedürfnisse nicht ausleben, ist es dann keine Sünde mehr? Oder ist schon die blosse Neigung Sünde? Sieht der Islam eine körperliche Strafe vor? Will man Schwule und Lesben weiterhin stigmatisieren, demütigen, verfolgen, diskriminieren? Oder ist die Zeit nicht gekommen, sie endlich zu akzeptieren? Homosexualität und Islam, das scheint nicht zusammenzupassen – ein Trugschluss: Theoretisch verurteilt der Islam die Homosexualität zwar, in der Praxis wurde und wird sie natürlich trotzdem gelebt. In der türkischen, arabischen und persischen Dichtung existiert sogar eine beträchtliche Anzahl verherrlichender Homoerotik-Werke. Homosexualität war und ist also auch ein Bestandteil der islamischen Kultur – in der Vergangenheit noch toleriert, in der heutigen Zeit traurigerweise verurteilt. Wenn man Muslime auf das Thema anspricht oder einen Islamgelehrten und Koranausleger fragt, werden sie ohne Zögern sagen, der Koran verbiete sie, sehe sie als Sünde und fordere scharfe Strafen. Doch damit liegen sie falsch.

zu bestrafen


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Allah nennt keinen Grund, Homosexualität estrafen. Das tun jene, die ihn nicht verstanden haben. von Taner Tanyeri zu haben – was in der athenischen Aristokratie des 5. Jahrhunderts und im Saudi-Arabien des 7. Jahrhunderts weitgehend dem Normalfall entsprach. Um ihre Stadt Sodom vor Fremden zu schützen, vergewaltigten diese Männer des Volks Lot ihre unerwünschten Besucher, verjagten sie mit sexuellen Misshandlungen und sorgten so dafür, dass sie nie wieder kamen. In der Lot-Geschichte geht es nicht um «liwat» im Sinn von Analverkehr, sondern um sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Verletzung des Gastrechtes und vor allem: Unglaube. Somit beziehen sich die Lot-Verse im Koran auf die Handlungen der Stadtbewohner, nicht auf eine konkrete sexuelle Neigung wie das Schwul- oder Lesbisch-Sein. Sie sagen nichts über das aus, was wir heute mit Homosexualität, gleichgeschlechtlicher Liebe oder Beziehungen verknüpfen – und darüber hinaus wird weibliche Homosexualität in der Lot-Geschichte gar nicht erst erwähnt oder in irgendeiner Form angedeutet.

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Verfälschte Hadithe

Nach dem Koran sind die Hadithe die zweitwichtigste Glaubens- und Rechtsquelle des Islams. Das sind Sammlungen, die Taten und Sprüche des Propheten beinhalten und in den Jahrhunderten nach seinem Tod in umfangreichen Werken niedergeschrieben wurden – obwohl der Prophet seinen Behörden zu Lebzeiten nicht erlaubt hatte, Buch darüber zu führen. Seine späteren Anhänger betrachteten diese Berichte dennoch als Gottes Wort. In den modernen Islamwissenschaften ist die Meinung verbreitet, dass in diesen HadithSammlungen viel widersprüchliches und unhistorisches Material versammelt und als Prophetenwort ausgegeben ist. Einige Hadithe wurden damals auch eins zu eins aus jüdischen und christlichen Quellen übernommen. Auch nachkoranische Überlieferungen wurden – und werden immer noch – dem Propheten Mohammed in den Mund gelegt. So behaupten muslimische Gelehrte bis heute, dass bereits der Prophet homosexuelle Taten verurteilt habe und diejenigen, die sie begehen, den Fluch Gottes verdienen und mit sozialer Verdrängung oder körperlich bestraft werden sollten. «Wenn einer das tut, was das Volk Lots getan hat, so tötet ihn» oder «wenn ihr welche findet, die das tun, was das Volk Lots getan hat, so steinigt den Oberen und den Unteren.» Solche hadithischen Aussprüche, mit denen die Bestrafung homosexueller Handlungen begründet wird, sind jedoch in den beiden wichtigsten Hadith-Werken, Sahih el-Buchari und Sahih Muslim, gar nicht erwähnt. Auch zwei der ältesten Rechtswerke des Islams, al-Muwatta von Malik ibn Anas und al-Muhalla des Theologen und Philosophen Ibn Hazim al-Andalusi, enthalten weder Sätze dieser Art noch Forderungen nach einer Todesstrafe oder Steinigung Homosexueller. Und im Gegensatz zu schwulem Sex werden die Frauen auch hier nur am Rande thematisiert. Lesbischer Sex gilt zwar ebenfalls als verboten, wird aber nicht

mit Steinigung oder dem Tod bestraft, da keine Penetration stattfindet. Nicht nur der Koran wurde also teilweise falsch übersetzt und entsprechend interpretiert, auch die Hadithen sind nicht durchwegs authentisch. Das führt zu unterschiedlichen Auffassungen und Haltungen von und gegenüber Homosexualität und realitätsfremden Vorstellungen, die nicht zuletzt durch die Scharia vertreten werden.

Eine starre Scharia

Mit der Zeit wurden muslimische Schriften zunehmend strenger gegenüber der Homosexualität. Viele Hadithen fordern die Todesstrafe. Möglicherweise waren Konvertiten aus dem Judentum und Christentum für diese Strenge verantwortlich, denn während der ersten zwei Jahrhunderte wuchs der Islam hauptsächlich durch Konversion. Die meisten dieser «neuen» Gläubigen waren Mitglieder der Oberschicht, die eine klassische hellenistische Bildung genossen hatten und sich mit römischem, jüdischem, sassanidischem Recht und auch mit dem Kirchenrecht der verschiedenen Ostkirchen vertraut gemacht hatten. Da das islamische Recht, die Scharia, jede Rechtsmeinung belegen musste, griffen die islamischen Rechtsgelehrten wegen der mangelnden Rechtsbestimmungen im Koran auf die Hadithe zurück, um Begründung für ihre Meinungen zu finden. So wurden ihre Rechtssätze, auch die in hadithischer Form überlieferten, schliesslich alle als Mohammeds Worte ausgegeben. Kommt hinzu, dass die Formationsphase des islamischen Rechtssystems Mitte des 10. Jahrhunderts abgeschlossen war. Eine andere Auslegung ist seither nicht mehr erlaubt, da die fünf islamischen Rechtschulen, die sich gegenseitig anerkennen, sehr enge Grenzen setzen und ihre Auffassungen bis heute unverändert von Generation zu Generation überliefern. Wer sich ihnen entgegenstellt, gilt als abtrünnig und kann sich in Lebensgefahr bringen. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die gleichgeschlechtliche Liebe im Koran weder explizit thematisiert noch problematisiert wird. Fundamentalistische Koranübersetzungen und -auslegungen können den Widerspruch zwischen Islam und Homosexualität daher nicht beweisen. Trotzdem ist das aus Hadithen entstandene islamische Recht in seiner Starrheit erschreckend und verurteilt Homosexualität nach wie vor. In der aktuellen Situation, in der islamistische Fundamentalisten uns wieder ins siebte Jahrhundert zurückführen wollen, wird sie sogar verstärkt kriminalisiert, um sich noch stärker vom liberaleren Westen abzugrenzen. Verschwiegen wird, dass Homosexualität früher ein Bestandteil der islamischen Kultur war. Umso wichtiger ist es, den Koran vor seinem geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund zu lesen. Denn Allah ist es nicht, der mordet, misshandelt und peitscht, sondern die von ihm «geschaffenen» Menschen.

ISLAM

Taner Tanyeri, 1976, ist Sozialarbeiter und lebt in Zürich. Er hat seine Bachelor-Arbeit zu diesem Thema geschrieben.


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D in Berührung – e

«Tataren-Schlatter» und «Orient-Mayr»

Ein Arboner wird Muslim

Zum Islam konvertiert ist Alfred Kaiser-Saurer (1862–1930), ein Afrika- und Sinai-Forscher aus Arbon. Die Halbinsel Sinai war seine grosse Leidenschaft. Der abenteuerlustige Arboner bereiste sie 1886 zum ersten Mal; zuvor hatte er zwei Jahre am Naturalienkabinett des Vizekönigs in Kairo gearbeitet. 1890 wanderte er mit seiner Frau zum Sinai aus, wo sie die Forschungsstation El Tor gründeten. Ihr Übertritt zum Islam erfolgte 1892. An einer Höhlenwand soll sich Kaiser-Saurer verewigt haben als «Alain El Mahdi, Sohn des Kaiser, aus dem Lande Helvetia, der in Kurum lebt». Über die Gründe dieses Religionswechsels ist leider nichts bekannt. Denkbar ist, dass die beiden es aus rein praktischen Gründen taten, zumal Kaiser-Saurer die Sache später offenbar nie gross publik gemacht hat. Eine Aufarbeitung seiner Biografie könnte hier vielleicht gewisse Aufschlüsse geben. Dass es zu Kaiser-Saurer praktisch keine Fachliteratur gibt, ist überhaupt bedauerlich. Der Arboner war ein spannender Mann mit einer wirklich interessanten Biografie – und erst noch ein guter Schreiber.

Kleine und grosse Unterschiede

Wesentlich besser greifbar ist Johann Heinrich Mayr (1768–1838), ein weiterer Arboner mit Islam-Erfahrung, der weitherum als «Libanon-Mayr» oder «Orient-Mayr» bekannt war. 2010 erschienen seine Lebenserinnerungen in

ISLAM

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Mekka auf dem Jahrmarkt

Für die meisten in der Ostschweiz blieb die islamische Welt fern und fremd, zugänglich nur über eine Mischung von bruchstückhaften Fakten und Halbwissen, Stereotypen und Mythen. 1839 war zum Beispiel auf dem St.Galler Herbstjahrmarkt ein grosses Rundgemälde von Mekka zu bestaunen – als Teil eines Panoramas, einer der Vorformen des Kinos. Thema der Bilderschau: «Eine grosse malerische Reise durch das heilige gelobte Land». Da lag Mekka gleichsam um die Ecke. Ein eindrücklicher Beleg für die populäre Fantasiewelt «Orient» bietet der Fasnachtsball, den das St.Galler Konzerthaus Uhler 1904 organisierte – mitten im Stickereiboom. Die Besucher tummelten sich in einem Fantasy-Kairo, die Musikkapelle spielte in einer Kulissen-Moschee. Das «St.Galler Tagblatt» schrieb damals über das bunte Treiben: «Farbige aller Schattierungen und Weisse aus allen Richtungen haben sich hier ein Stelldichein gegeben; alles wogt bunt durcheinander, vom Beduinen und Kameltreiber bis zur europäischen Automobilistin. Türken und Türkinnen in ihrem Fez, Marineoffiziere, Fellachen, Muselmänner, Europäer mit Tropenhut und weissem Tropenkostüm, Japanerinnen und Spanierinnen in prächtigen Gewändern, Blumenmädchen, ägyptische Polizeisoldaten, welche ‹dubiose› Elemente, um die Sicherheit nicht zu gefährden, ohne weiteres einsperrten – alle waren sie in mehr oder minder zahlreichen Exemplaren vertreten, und das ganze bunte Gewimmel gewährte einen packenden Kontrast von Kultur und Barbarismus. Man konnte den Uhlersaal mit einem lebenden Museum aller Phasen der Existenz vergleichen; Heidentum, Christentum und Mohammedanismus berührten sich auf engem Raum.»

Bei den Tataren in Südrussland

Wirklich eingetaucht in die islamische Welt ist Daniel Schlatter (1791–1870), Sohn eines St.Galler Leinwandhändlers. Er reiste 1822 zu den muslimischen Nogaj-Tataren nach Südrussland und lebte dort mit zwei Unterbrüchen bis 1828. Seine Motivation waren Neugier und Abenteuerlust, eine grosse Faszination für den «Orient» sowie ein gewisses Interesse an der christlichen Mission. Der Gedanke, «unter einem unzivilisierten Volk zu leben, namentlich unter Orientalen und Muselmännern», scheint Schlatter einen regelrechten Kick gegeben zu haben. Er arbeitete als Diener und bereiste die Gegend. 1828 kehrte er nach St.Gallen zurück und wurde Buchhalter. Zwei Jahre später veröffentlichte er über seine Abenteuer in Südrussland ein Buch, das ausführliche Passagen über den Islam enthält. Ein Beispiel: «Der Koran, der so manche schöne Stelle, die jedoch fast wörtlich der Bibel entnommen ist, enthält, hat doch des Schädlichen noch weit mehr. Besonders ist dies der Fall bei den vielen Auslegungen desselben, an die man sich hauptsächlich hält. Das Schädliche hat am meisten Eingang, und das Gute wird übersehen. Anstatt die darin vorkommenden guten Lehren zu beobachten, begnügt man sich mit einer um so genauern Erfüllung äusserer Formen und Ceremonien, und überlässt sich übrigens im Gefühle der Schuld – der Barmherzigkeit Gottes.» Schlatter erhielt in St.Gallen den Übernamen «Tataren-Schlatter», seinem 1832 geborenen Sohn gab er den Namen Abdullah (Knecht Gottes).

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Eigentlich merkwürdig: Zu St.Gallens Begegnungen mit der islamischen Welt ist kaum historische Fachliteratur greifbar und auch konkrete Geschichten sind wenig im Umlauf. Dabei muss es schon früh Begegnungen gegeben haben – zum Beispiel von St.Galler Handelsleuten, die in der islamisch dominierten Mittelmeer-Welt zu tun hatten. Oft erzählt wird die Geschichte mit Ludwig von Bayer, einem Rorschacher in spanisch-neapolitanischen Diensten. 1729 geriet der junge Leutnant auf der Überfahrt von Genua nach Barcelona mit seiner Frau, deren Magd und sechs Rekruten in die Hände maurischer Piraten. Nach viermonatiger Gefangenschaft kamen sie wieder frei. Ein Votivbild in der Kirche des Klösterchens Notkersegg oberhalb St.Gallens erinnert bis heute daran. Recht bekannt ist auch der Hochaltar der Kapelle Ruggisberg bei Häggenschwil. Er zeigt – in ziemlich drastischer Darstellung – den Sieg gegen die türkischen Truppen vor Wien 1683. Europa feierte damals die endgültige Abwendung der «Türkengefahr», der Bedrohung durch das Osmanische Reich.


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Die Ostschweiz und die islamische Welt kamen früh miteinander ung – eine historische Spurensuche im 19. Jahrhundert. von Peter Müller einer vierbändigen, historisch-kritischen Edition. Diese Autobiografie, im Original über 3000 Seiten lang, ist eine sensationell spannende und reichhaltige Fundgrube zu zahllosen Themen – vom Alltag bis zur Weltpolitik. Auch die islamische Welt taucht darin auf; die Passagen sind eine Ergänzung zum ebenfalls sehr lesenswerten Reisebericht, den Mayr 1815 als Buch veröffentlichte. Dort erzählt er über seinen Aufenthalt in Nahen Osten 1812–1813. Die zwei Jahre Orient boten ihm eine Fülle eindrücklicher Erlebnisse, aber auch viele Schwierigkeiten und Strapazen – so musste er immer wieder vor einer Pestepidemie fliehen. In seinen Texten erweist sich der Arboner als differenzierter Beobachter und guter Erzähler. Eindrücklich ist seine Hochachtung der türkischen Lebensweise und Religion. Sie zeigt sich in vielen Notizen aus dem Alltag. So schreibt Mayr über eine Gruppe von Türken beim Abendgebet: «Es war bei der stillen Dämmerung ein rührender Anblick. Welch ein Kontrast zwischen diesem Gebet und dem so mancher Christen unter uns, wo bisweilen das Wort ‹Gebet›, wenigstens in Gesellschaft von bon ton, nicht ausgesprochen wird, ohne auch ein Bonmot darüber anzubringen, um seinen Witz schimmern zu lassen.» Zu den Trinkbrunnen, die Private am Rand der Landstrasse nach Istanbul gestiftet haben, schrieb er: «Je näher wir der Hauptstadt kamen, desto zahlreicher waren diese Brunnen; auf die Letzte trafen wir jede halbe Stunde einen; über jedem derselben war eine Schale oder ein Becher, um bequem zu trinken. Mehr als eine Todsünde wäre es bei den Türken, ein solches Gefäss zu entwenden oder zu verderben – bei uns wäre es nicht 24 Stunden sicher.» Über das Grussritual: «Wie bequem, im Vergleich zur Schererei des Hutabziehens bei uns in Europa, ist die leichte Bewegung der Hand gegen die Brust, die man im türkischen Kostüm als Höflichkeitsbezeugung ausübt.» Und über die türkische Kleidung: «Der stoffreiche und würdevolle Anzug der breit und ernsthaft einherschreitenden Türken; ihr fliegendes Gewand, über welches noch kostbare Pelze geworfen sind, sticht wunderbar ab gegen unsere magern, verschnittenen Jacken und Röcke, die weder für die Wärme noch gegen die Kälte dienen. Ein Europäer, welcher Frankreichs allmächtiger Mode huldigt und an den Muselmännern von Konstantinopel vorbeihüpft, erinnert mich an einen gerupften Vogel unter kalkuttischen Hähnen.»

Nüchternheit – einer Tasse Kaffee und Pfeife Tabak – statt der taumelnden johlenden Christen, die sich Abends in der Schenke verprügeln, um den Morgen-Gottesdienst zu verdauen. Auch unsere Philosophie müssten sie absurd finden, wenn sie vernähmen, wie nicht erlaubt sei, an einem Sonntag Heu und Korn in die Scheune zu fahren, hingegen sähen, wie man schwitzt, flucht und händelt auf der Kegelbahn. Bei ihnen ist nichts bekannt von den christlichen Sonntags-Untugenden und man hört nichts von dergleichen Unfug. Auch zu arbeiten ist weder untersagt noch Sünde an ihrem Freitag, den sie aber würdiger feiern als wir den Sonntag. Doch tadeln wir sie als eine unkultivierte Nation. Aber liegt nicht schon in diesem Wort Entschuldigung für vieles zu ihren Gunsten?» Ein Mann mit diesem Horizont war in der Ostschweiz des frühen 19. Jahrhunderts nicht allen geheuer. 1831 schreibt Mayr dazu in seiner Autobiografie: «Manchmal hörte ich bei vorübergehenden Landsleuten, wenn sie glaubten, ich hör’ es nicht mehr: Dä ist g’sy – weiss kä Mensch wie wit! – bis ge Jerusalem. Andere sagen: Dä ist über’s Meer g’sy, ja, schier bis am Ende der Welt! Ich muss dann jeweils lachen und füge heimlich für mich bei: Und jetzt ist er cho – bis dahere!»

«Johlende Christen»

Auf seiner Orientreise war Mayr bereits Privatier. Der vermögende Textilunternehmer hatte sich 1809, mit 41 Jahren, vom Geschäftsleben zurückgezogen. Bis zu seinem Tod 1838 blieb er ein interessierter und nachdenklicher Zeitgenosse. Seine Autobiografie bezeugt das eindrücklich. Zum Thema «Islam» findet sich zum Beispiel 1826 folgende Passage: «Und kämen diese Türken am Sonntagabend ins Innere der Christenheit, sie hätten mit Recht ein wahres Gaudium, so hoch über uns zu stehen! Bei ihrer Stille und

ISLAM

Peter Müller, 1964, ist Historiker und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit am Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen.


Rosa Hochzeitsbänder flattern Auf der Kühlerhaube eines dunklen VW Auf einem Esel überquert Blauer Turban die löchrige Piste Hinter Granatäpfeln & Zitronen Baumeln Kalebassen am Stand Flacher grauer Gebirgssee Vom Laster lugen Männer Ein Rind fährt mit Weisse Djellabah Auf weisser Eselin Ein Schwarm Reiher versammelt sich Auf dem umgetanen Feld Blaues T-Shirt, WM 2010 Wippt auf einem Eselchen Ein kleiner Friedhof

17. April 2011

Alle machen in Töpfen oder Öl, sagen die Graffiti Toskanische Haine Alles im vorsommerlichen Blust Schlafmohntupfer überall Die Decken auf den Flachdächern auslüften, zum Frühlingsputz Hirse in schwarzen Plastikeimern Die Agaven bei der römischen Brücke Ruinen, Marabouts, Kakteenwolken Die Orangenharassenburg, das Artischockenparadies Leinensäcke voller Kartoffeln Die rote Erde von Roussillon Eucalyptusalleen Schafsgeflock im Blütenstand Storchennester auf Masten & Minaretten

Florian Vetsch

Ein Schulbus zieht an einem Bidonville vorbei Kalk, spontane Abfallmulden Ackergelände, topfeben So weit das Auge reicht Eine Konzertbestuhlung überholt Dann gerollte Seidenteppiche Im Kehricht weidende Esel «Eseleien» wurde zuerst publiziert in der Zeitschrift «Maulhure» (Nr. 2. Leipzig Juli 2012). «Noch einmal auf der Route nationale» ist bisher unpubliziert. Die Gedichte auf Seite 17 stammen aus: Hadayatullah Hübsch & Florian Vetsch: Round & Round & Round, Songdog Verlag, Wien 2011 («Fähre») und aus: Claire Plassard & Florian Vetsch: Steinwürfe ins Lichtaug, Moloko Print, Schönebeck 2014 («Nomadin»). Florian Vetsch, 1962, ist Autor, Gymnasiallehrer und Übersetzer in St.Gallen.

ISLAM

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Auf der Route nationale von Fes nach Larache, 3. Okt. 2010

Noch einmal auf der Route nationale von Fes nach Larache

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Eseleien

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Toggenburg Halal im Tal Wenn man dem Islamischen Zentralrat (IZRS) Glauben schenken will, dann sind auch wir im Toggenburg davon betroffen, dass in den vielen Dönerbuden eventuell Fleisch falsch deklariert und verkauft wird, und dann ist das nicht halal – also eben nicht frei von Schweinefleisch. In rund zwanzig Städten in der Schweiz wurden Proben entnommen, lese ich online, um herauszufinden, ob in dem Fleisch auch drin ist, was drauf steht. Das Toggenburg ist eine Stadt – eine grosse weltoffene Stadt. Wir sind hier allein schon durch die vielen Take aways so international wie kaum ein anderes Tal. Dönerbuden ... halal! Aber die ganzen indischen, thailändischen und asiatischen Take aways, Pizzalieferdienste, Metzgereien mit Angeboten «über die Gasse» und Mitnimmprodukte von Grossverteilern bringen mich zum Grübeln. Diese überprüft niemand, weil sie ja nicht halal sind. Jeder Verein und jede Organisation muss ein Dokument ausfüllen, wenn er oder sie Esswaren verkaufen will. Das Lebensmittelinspektorat gibt die Vorgaben – wie warm, kalt, sauber alles ablaufen muss. Gut, es gibt ja nicht nur Moslems im Toggenburg, darum muss nicht alles halal sein. Wenn im A4-Atelier in Wattwil jeden Freitag ein öffentlicher Suppenfreitag über die Bühne geht, dann stehen nicht solche Vorschriften oder Überlegungen im Vordergrund. Dann treffen sich hier alle, vom Fleischesser über Vegetarierin und Veganer bis zu Menschen mit Allergien an einem Tisch. Die Suppe ist frisch, wir wissen, was drin ist, wir entscheiden, dass unsere Gäste nur das Beste bekommen. Aus Freude am Bekochen und am Teilen. Menschen wie du – und du und du: So entstehen Kontakte. Aus dem Kontakt der letzten Woche ist ein Projekt konkreter geworden, die Planung eines offenen A4-Ateliers vom 15. bis 17. Mai dieses Jahres. Eine neue Thurtoggenburgerin soll dort mitmachen: Zora Debrunner wird aus ihrem Krimi lesen, Konzerte und Kulinarisches gehören weiter zum Rahmenprogramm. Klingt doch immer wieder gut! Daniela Vetsch, 1968, ist Textildesignerin und freie Kunstschaffende in Wattwil.

Winterthur Scheitern am Witz Dies wäre nicht der Ort, um über Satire zu sprechen, wenn nicht der «Tages-Anzeiger» vor einigen Wochen diese Stadt zum «Zentrum des helvetischen Humors» erklärt hätte. Es wäre erst recht nicht der Ort, wenn diese Kunstform nicht gerade darin ihren grössten Vorzug sähe, die Tonlagen und Temperamente zu vermischen: die Gewitztheit mit dem Blödsinn, die Vernunft mit dem Glauben, das Heilige mit dem Profanen, das Ich mit der Welt. Und es gäbe schliesslich keinen Anlass, wenn sich Anfang Jahr nicht die ganze vernehmbare Welt mit einer Pariser Zeitung verwechselt hätte (deren Titel seinerseits ein Echo auf den ehemaligen französischen Präsidenten Charles De Gaulle ist). Wir alle waren Charlie. Im Verwechseln liegt nicht nur Witz, sondern auch Solidarität. Vor einigen Monaten traf ich den Karikaturisten Ruedi Widmer. Dieser bezeichnet sich selber nicht als solchen, sondern als Witzzeichner – ein Geschäft, das er seit fünfzehn, zwanzig Jahren mit Erfolg betreibt (auch für Saiten, siehe Comic-Ausgabe). Besonders lieb ist mir seine Serie Die letzten Geheimnisse einer rationalen Welt, die wöchentlich im «Landboten» erscheint. Es war schon etwas später am Abend, als ich ihm diese Begeisterung darzulegen versuchte, und je länger ich redete, desto unglaubwürdiger erschien ich mir selber. Es war ein unangenehmer Weg aus der Begeisterung in die Ernüchterung: Der Enthusiasmus, auf den ich mich verlassen musste, um an meinem Anliegen festzuhalten, verlor an Schwung und plötzlich stellte sich der Eindruck ein, das gegenseitige Vertrauen nehme Risse. Er aber nahm es gelassen, denn er wusste (und im Grunde wusste auch ich): Je länger über Witze gesprochen wird, desto weniger lustig sind sie. Eine besonders schlechte Idee ist es, sie ihrem Erfinder erklären zu wollen. Wenn es mir schon nicht gelang, Ruedi Widmer meine Begeisterung darzulegen, so gelang es dem «TagesAnzeiger», namentlich dem hier mal zur Schule gegangenen Constantin Seibt, das provinzielle Winterthur zum heimlichen Zentrum der Witze zu erklären. Zu diesem Zweck verwies er neben Widmer auf Felix Schaad, Claude Jaermann, Tom Combo, Peter Gut und Victor Giaccobo, die sämtlich hier wohnen und arbeiten. Seibt folgt der These, dass Humor in unscheinbaren und provinziellen Milieus eher gedeiht als in den Zentren (ob es daran liegt, dass hier die Verwechslung des Grossartigen mit dem Unbedeutenden eher möglich ist?). Neben einer Schweizer Stadt mit 100’000 Einwohnern liesse sich diese These auch anhand einer französischen Zeitschrift mit einer regulären Auflage von 50’000 Exemplaren überdenken. Sind sie beide in gewisser Weise «arm, aber lustig» (was ein besonders schlechter Witz ist, aber immerhin weit weniger erfolgsbesoffen klingt als das entsprechende Berliner Original)? Allerdings: Im globalen Massstab sind auch sie eher reich – und wie lustig sie sind, muss ohnehin offen bleiben. Das gilt auch für den Satz, der Mitte Januar in einer anderen Stadt des Schweizer Mittellandes, es könnte diese sein, in einem Schaufenster zu lesen stand: «Ich bin nicht Charlie, ich bin ein Hilfsflorist, und du?» Wendelin Brühwiler, 1982, ist Historiker, arbeitet an der Universität Zürich und ist Mitglied der Forschergruppe «Medien und Mimesis».

PERSPEKTIVEN


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Appenzell Innerrhoden Volksfreund lesen

Als ich noch jung und auf die klassische Art von Abenteuer aus war und einfach bloss von hier weg wollte, las ich Romane, «Reader’s Digest»-Hefte und eine der bekannten Zürcher Tageszeitungen, hauptsächlich deren internationalen Teil. Den «Appenzeller Volksfreund» liess ich schmählich links liegen, hinkte er doch in meiner Lieblingskategorie «Ausland», wie er sie nennt, stets um ein, zwei Tage hinterher. Und obwohl er in dieser Hinsicht immer noch keiner Behandlung unterzogen worden ist und für mich deshalb als Lesestoff eigentlich nicht in Frage kommt, musste ich doch gegenüber meiner frisch zugezogenen Mitarbeiterin zugeben, dass alle meine gerade aus der Tasche gezogenen Neuigkeiten von meinem Mann aus dem «Volksfreund» gefischt worden waren, ich die Innerrhoder Zeitung also indirekt als Informationsquelle nutzte. Und das, nachdem ich sie ein paar Tage zuvor ausgelacht hatte, als sie meinte, sie müsse wohl den «Volksfreund» abonnieren, damit sie auch wisse, wovon die Leute überhaupt reden. Da dachte ich noch: «Die übertreibt mit ihrem Anpassungswillen schon fast ein wenig.» Um der Qualität meiner Informationen willen habe ich mich schliesslich jedoch entschieden: Ich muss den «Volksfreund» selber lesen und darf nicht länger Wissen aus zweiter Hand verbreiten. Doch wie liest man den «Volksfreund»? Ich liess mich von drei langjährigen und passionierten Lesern einweisen: Die Frontpage, die erste Seite, beachte man nicht. Man blättere gleich zu den Geburten- und Zivilstandmeldun-

gen, informiere sich darüber, wer wen geheiratet hat – ist das eine Auswärtige mit diesem Namen? – und mache sich Gedanken über neumödige Babynamen. Zweiter Halt sind die Todesanzeigen. Von primärem Interesse ist dabei das Alter der Verstorbenen, lässt sich dabei doch vortrefflich über die Vergänglichkeit sinnieren. Dann ein paar kurze Blicke über die Fotos im Teil «Innerrhoden» gleiten lassen – vielleicht ist man ja selbst abgelichtet, sicher kennt man aber jemanden, der da abgebildet ist. Als nächstes beachte man die Seite mit der öffentlichen Planauflage: Sehr schön aufgeführt ist, wer wo was baut und anscheinend das Geld dafür hat. Schliesslich zu den amtlichen Mitteilungen, interessant sind Beschlüsse bezüglich neuer 30er-Zonen, weniger interessieren Stellungnahmen zu Vernehmlassungen des Bundes. Dann beschäftige man sich je nach Gusto mit den Abschnitten «Pfarrblatt Appenzell», «Appezöller Buur» oder der Rubrik «Lokalsport». Und zum Abschluss lasse man seine Augen den Streifen «Veranstaltungen» runterrattern. So verpasst man auch nichts, weil man ja nun weiss, was los wäre. Und wie steht es mit dem internationalen Teil, volksfreundlich «Ausland» genannt? Den kann man ruhig überblättern, denn von dem allem hat man Kenntnis, da stecken keine bösen Überraschungen mehr drin. «Volksfreund» lesen ist beruhigend, finde ich. Melina Cajochen, 1982, arbeitet im Bücherladen Appenzell.

PERSPEKTIVEN

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Rheintal Herr Bolt muss durchhalten Als die Schweizerische Nationalbank den Euro fallen liess, dachte ich an einen Nachmittag im April 2013, den ich bei Herrn Bolt verbrachte. Ich war damals Redaktor beim «Rheintaler» und Herr Bolt der Inhaber von «Bolt Ski Sport». Er hatte auf der Redaktion angerufen und sich beklagt, dass die Zeitung Inserate von österreichischen Firmen bringe. Da sei es ja klar, dass alle nur noch in Vorarlberg einkauften, die Leute seien ja nicht dumm! Irgendwann während des Gesprächs hatte ich Herrn Bolt vorgeschlagen, ihn für ein Interview zu treffen. Er sprach so plakativ wie früher der Skifahrer Paul Accola, das gefiel mir – und zudem versprach er, dass er die Lösung habe für das Problem des starken Frankens. Ich fuhr hin und sprach mit Bolt – die Geschichte erschien nie. Ich weiss noch, dass er zwei Stunden lang schimpfte und es schaffte, Christian Wulff, Korruption in der Dorfpolitik und die PR-Praktiken der Migros in einen Satz zu packen. Bei ihm hing alles mit allem zusammen. Ich wollte Bolt damals vor sich selber schützen. Die Lage an der EuroFranken-Front schien mir ernst, aber nicht hoffnungslos. Nun, da die Nationalbank mit ihrem neusten Entscheid einen Angriff auf die schwächeren unserer KMU fuhr, suchte ich die Notizen von damals hervor. Sie scheinen mir jetzt relevanter. Ein Hilfeschrei aus dem Archiv. Der Ski-Laden von Herrn Bolt steht in St.Margrethen, bis zur Grenze sind es keine zweihundert Meter. Er hatte gerade geschlossen, als ich kam, und hing am Telefon. Später erklärte er mir, er sei global und international tätig, seine Infrarot-Wachsmaschine habe er überallhin verkauft. Dann sagte er, man müsse die Mehrwertsteuer im Grenzgebiet abschaffen, «damit die Spiesse wieder gleich lang werden»; man müsse PR machen und «die Menschen am Stolz und am Geldseckel packen», denn: «Geiz ist geil! Das ist die Gesellschaft!» Herr Bolt sagte, er telefoniere regelmässig mit den «obersten Leuten» der Migros, was mir da niemand bestätigen konnte. Zudem sei er mit den Ämtern in Kontakt, der Durchbruch sei nah. Vor ihm lag ein aufgeschlagenes Telefonbuch. Bolt rauchte seinen Laden voll und er schlief schlecht zu der Zeit. Den Grund dafür teilt er wahrscheinlich mit vielen, gerade in diesen Tagen – auch wenn sie andere Schlüsse aus der Euro-Franken-Krise ziehen als er. Um den Stand der Boltschen Revolution zu prüfen, gehe ich ins Internet. «Bolt Ski Sport» hat eine neue Homepage mit modernem Design. Der Slogan: «Die Nr. 1 im Rheintal – grösste Auswahl, kleinste Preise.» Auf der Frontseite steht ein Angebot mit «Minus 30%». Ich hoffe, Herr Bolt hält durch. Samuel Tanner, 1991, ist Inlandreporter bei der Basler Zeitung. Er wuchs im Rheintal auf und lebt heute in Zürich-Oerlikon.

Stimmrecht Appell an die Vernunft

Die Ereignisse von Paris haben die Welt erschüttert und eine Debatte hervorgerufen, ob der Islam eine gewaltverherrlichende Religion sei und ob man sich davor fürchten müsse. Nun, die Ereignisse waren in der Tat sehr erschütternd und können auf keinen Fall geduldet werden. An dieser Stelle: mein tief empfundenes Beileid an die Hinterbliebenen, Familien und Freunde. Auf die Frage, ob der Islam denn wirklich eine brutale Religion sei, zitiere ich gerne den Koran, welcher folgendes Zitat beinhaltet: «Wer einen Menschen tötet, handelt, als hätte er die ganze Menschheit getötet.» Dieses Zitat ist unmissverständlich und zeigt, wie paradox die Ereignisse von Paris sind aus islamischer Sicht. Weitere Suren besagen, dass das Verletzen von Personen, sei es mit der Hand (physisch) oder sogar mit der Zunge, in Form von Beleidigungen, strengstens verboten ist. Das Morden im Namen des Islams, wo doch im Koran klar steht, ein Mord komme einem Genozid gleich, ist für mich deshalb nicht nachvollziehbar. Das Leben ist im Islam ein sehr kostbares Geschenk. Wer jemandem dieses Geschenk nimmt, handelt nicht im Dienst des Islams, sondern rechtfertigt fälschlicherweise die unmenschlichen Taten und verschmutzt damit die Reputation von Milliarden von Menschen, welche die gleiche Religion teilen. Auf physische Gewalt zurückzugreifen ist ein Zeichen von Schwäche und verstösst nicht nur gegen das Gesetz, sondern auch gegen die Vernunft. Eine weitere beängstigende Entwicklung kann derzeit in Frankreich beobachtet werden: An den Tagen nach dem Terrorakt wurde mehrfach auf Moscheen geschossen – die Trotz-Reaktion einer radikalen Anti-Islam-Bewegung. Das Antworten mit Gewalt ist kein Funken besser und giesst nur Öl ins Feuer. Nach solchen Ereignissen muss der Zusammenhalt gestärkt werden und man sollte auf keinen Fall die Spannung verstärken. Schliesslich sollte gesagt werden: Die missliche Lage in verschiedenen Regionen der Welt und die vorherrschenden Kriege sind nicht etwa politischer oder religiöser Natur, sondern simpel ausgedrückt eine Konsequenz fehlender Vernunft. Gäbe es auf der Welt nur eine Sprache, nur eine Religion und nur einen grossen Kontinent, dann gäbe es immer noch Kriege, aus dem Grund, dass jeder Mensch eigene Ansichten hat und es zwangsläufig immer zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Der Weltfrieden wäre kein utopischer Gedanke, wenn jeder Mensch, unabhängig von Religion oder politischer Ansicht, vernünftig handeln würde. Aus diesem Grund: ein Appell an die Vernunft! Leyla Kanyare, 1971, kam 1991 aus Somalia in die Schweiz. Sie arbeitet als Übersetzerin in St.Gallen und schreibt monatlich in Saiten.

PERSPEKTIVEN


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Flaschenpost aus Jerusalem

Auch sonst profitiert man als Internationale von vielen Vorteilen. Ich kann mich zum Beispiel frei zwischen dem Westjordanland und Israel bewegen, wenn auch mit regelmässigen Schikanen von Seiten der israelischen Soldaten an den Checkpoints entlang der illegalen Sperranlage.

Zwei Stunden Fahrt für 15 Kilometer

Einer meiner liebsten Wochenendausflüge ist der Besuch im türkischen Bad in Ramallah. Ramallah ist rund 15 Kilometer von Jerusalem entfernt und liegt im Westjordanland. Besonders in den Wintermonaten ist das türkische Bad sowohl bei Palästinensern wie auch bei Internationalen beliebt und immer gut besucht. Man kann dort gut einen halben Tag verweilen, zwischendurch wird einem kalter, stark gezuckerter Hibiskusblüten-Tee serviert. Nach einem Besuch im türkischen Bad gehe ich im Sommer gerne in die Snow Bar auf ein Taybeh-Bier der lokalen Brauerei und im Winter auf einen Kaffee ins Zaman Café auf der anderen Seite der Stadt. Ein paar Häuser neben dem Zaman Café führt ein Bekannter von mir in einem wunderschönen alten palästinensischen Haus das Zahran Heritage Zentrum. Über zwei Stockwerke verteilt sind dort Ausstellungen zur palästinensischen Tradition und Werke zeitgenössischer lokaler Künstler zu sehen. Zahran ist palästinensischer Christ, aber auch er darf Jerusalem nur an ausgewählten Feiertagen besuchen. Der Weg zurück nach Jerusalem führt durch den Qalandia Checkpoint, einer der grössten und mühsamsten entlang der Sperranlage. Palästinenser, die eine Aufenthaltsbewilligung für Jerusalem oder eine Arbeitserlaubnis für Israel haben, dürfen den Checkpoint passieren. Sie müssen jedoch den Bus beim Checkpoint verlassen und einen sogenannten Security Check über sich ergehen lassen. Als Internationale darf man im Bus sitzen bleiben. Ich selbst habe dieser Zweiklassenregelung jedoch nie Folge geleistet. Aufgrund der ille-

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Seit über einem Jahr lebe ich als Internationale in Jerusalem. Natürlich bin ich auch noch etwas «Shikse» (nicht-jüdische junge Frau) und Touristin, aber vor allem Internationale. Als Ausländer werden hier nur ausgewählte Kategorien von Menschen bezeichnet, wie etwa Flüchtlinge oder privates Pflegepersonal, das aus Thailand und den Philippinen eingeflogen wird. Neben den Internationalen, den Ausländern und den Touristen gibt es natürlich die Israeli und die Palästinenser oder «Araber», wie die Israeli sie manchmal abwertend nennen. Die jüdischen Israeli kommen aus aller Welt. Neueingewanderte werden aber nicht als Ausländer angesehen, sondern erhalten umgehend die israelische Staatsbürgerschaft. Dies, weil sich das Judentum nicht nur als Religion, sondern auch als Volk versteht. Die Palästinenser leben seit Tausenden von Jahren in Jerusalem, doch ihre Zuwanderung wird behindert. Alle Grenzen der palästinensischen Gebiete werden von Israel bewacht. Die Palästinenser haben auch keinen Pass und können andere Länder (ausser Jordanien) nur mit Einladung bereisen. Jerusalem soll gemäss dem Teilungsplan von 1967 den Palästinensern und Israeli als gemeinsame Hauptstadt dienen; Ostjerusalem als Hauptstadt Palästinas, Westjerusalem als Hauptstadt Israels. In der Realität sieht das aber anders aus. Israel hält einen grossen Teil Ostjerusalems besetzt, zurzeit wohnen dort schon über 200’000 jüdische Siedler in illegalen israelischen Siedlungen. Zudem ist Ostjerusalem durch die israelische Mauer, die zu achtzig Prozent auf palästinensischem Gebiet verläuft, vom palästinensischen Westjordanland abgetrennt. Den meisten Palästinensern ist somit der Zugang zu Jerusalem verwehrt und damit auch der Besuch eines der wichtigsten Heiligtümer des Islams, der Al-Aqsa Moschee. Ich als Internationale kann jedoch das heilige Plateau in der Altstadt von Jerusalem jederzeit betreten. Der Zugang ins Innere der Moschee ist für Nicht-Moslems im Normalfall aber verboten.

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Als Internationale im


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le im Gelobten Land

galen Sperranlage kann die 15-Kilometer-Reise von Ramallah nach Jerusalem schon mal zwei Stunden dauern. Ein Ausflug, den ich besonders mit Gästen aus der Schweiz gerne mache, ist der Besuch des biologischen Restaurants Hosh Jasmin in Beit Jala bei Betlehem. Das Restaurant mit eigener Farm ist wunderschön gelegen inmitten von Terrassen voller Oliven- und Mandelbäume. Mein Lieblingsgericht ist Lamm-Zarb mit Gemüse, Thymian, Kardamon und einer scharfen grünen Chilischote. Das Gericht wird in einem traditionellen Ofen vor dem Haus in einem Tontopf unter der Erde für einige Stunden geschmort. Dazu passt ein Glas Rotwein des nahegelegenen Weinguts des Klosters Cremisan oder ein Glas des lokalen Anisschnaps’ Arak. Besonders im Sommer ist das Restaurant mit seiner grossen, gemütlichen Aussenlounge beliebt. Auch von Beit Jala führt der Weg nach Jerusalem zurück durch einen Checkpoint. Der Bethlehem Checkpoint oder Checkpoint 300 ist mir von meinem sechsmonatigen Einsatz als Menschenrechtsbeobachterin im Westjordanland besonders gut bekannt. Er ist einer der geschäftigsten Checkpoints entlang der Sperranlange, täglich passieren ihn 6000 bis 8000 Menschen zwischen vier und sieben Uhr morgens. Auf der anderen Seite des Checkpoints bringt mich der palästinensische Bus zurück nach Ostjerusalem. Dort nimmt die Reise aber noch kein Ende, da ich selbst in Westjerusalem wohne. Mit einem israelischen Bus fahre ich weitere 20 bis 30 Minuten, bis ich zuhause bin.

Teures Wohnen in Sheikh Jarrah

Mein fünf Kilometer langer Arbeitsweg nach Ostjerusalem dauert seinerseits etwa eine Stunde – mit dem Bus oder zu Fuss. Die Nonprofit-Organisation Grassroots, für die ich arbeite, befindet sich im Stadtteil Sheikh Jarrah, wo viele internationale Organisationen angesiedelt sind. Auch die meisten

Internationalen, die sich in der Friedensarbeit engagieren oder als Diplomaten arbeiten, wohnen hier. Die Mietpreise sind daher so drastisch angestiegen, dass es für Palästinenser fast unmöglich geworden ist, dort eine Wohnung zu finden. Für sie ist es aber besonders wichtig, da sie ohne Wohnsitz in Jerusalem ihre Aufenthaltsbewilligung verlieren. Bei Heimweh nach der Schweiz mache ich jeweils einen Abstecher in die Wein- und Käse-Bar auf der Dachterrasse des Pilgerhotels «Notre Dame». Bei Rotwein und einer europäischen Käsevariation hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Altstadt und die goldene Kuppel des Felsendoms. (Ein Besuch im Notre Dame muss nun aber eine Weile warten, da ich mir während eines dreiwöchigen Aufenthalts in der Schweiz einen Käsevorrat angelegt habe.) In der Schweiz habe ich die Zeit mit meinen Freunden bei gutem Essen und langen Unterhaltungen verbracht. Etwa dreissig meiner Freunde waren mich schon besuchen in Jerusalem und dem Westjordanland. Ein Grossteil unserer Unterhaltungen hat sich darum auch immer um mein Leben «dort» gedreht – und plötzlich habe ich festgestellt, dass ich auch in der Schweiz etwas «international» geworden bin. Maria Schafflützel, 1986, absolvierte 2012 und 2013 zwei Menschenrechts-Einsätze mit EAPPI (Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel) und Peace Watch Switzerland im Westjordanland. Sie arbeitet seit Anfang 2014 für eine lokale Nonprofit-Organisation in Ostjerusalem. Bilder: Qalandia Checkpoint, Felsendom der Al-Aqsa Moschee, das Damaskustor zur Altstadt von Jerusalem, Checkpoint bei der Stadt Tulkarm (von links).

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Was ist eine Bibliothek?

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Rohe Betondecken, gegossene Zementböden, knalligblaue Thekenmöbel, neonartiges Licht: Die künftige Bibliothek Hauptpost verleugnet die handfest industriellen Tätigkeiten nicht, für die das Haus einst gebaut worden ist. Hier wurden Telegramme aufgesetzt, später Briefe sortiert und Pakete transportiert in grossen Hallen. Eine Art «Markthalle» hätte den Architekten sogar intuitiv vorgeschwebt, sagt der St.Galler Architekt Peter Hutter, der zusammen mit Büropartner Ivo Barão den Umbau bewerkstelligt hat. Bücher auf rohen, mit Brandziffern nummerierten Paletten, dicht und mannshoch aufgestapelt – ganz soweit ist es nicht gekommen, aber die (Ende Januar noch leeren) Metallregale in den beiden Haupträumen haben einen rohen technischen Charme. «Südhalle» und «Nordhalle» heissen die Säle denn auch ohne Federlesens. Dazwischen liegt der «Oberlichtsaal», mehr Fabrik-Shed als Bürger-Salon, wie ihn etwa der Oberlichtsaal im Kunstmuseum repräsentiert.

Zwangsehe im Industriebau

Grundsätzlich schwang während der Entwurfsarbeit für Architekt Hutter auch die Frage mit, was die verschiedenen St.Galler Bibliotheken auszeichnet. Die Stiftsbibliothek: prachtvoll gefasstes Gesamtkunstwerk. Die Vadiana: nobles Haus des ernsten Studiums und Aufbewahrens. Die Stadtbibliothek in St.Katharinen: wuselnder, labyrinthischer Medien-Begegnungsraum. Die HSG-Bibliotheken: seriöse, stille Lernräume. Hinzu gesellt sich jetzt die Hauptpost mit ihrem Bücherlager-Charakter, in dem zwei bisher getrennte Kulturen, jene der ehemaligen Freihand- und jene der Kantonsbibliothek, zusammenkommen. Der bibliothekarischen «Zweckehe mit offener Zukunft» entspreche das eigentümliche stilistische Doppelgesicht, das den vor genau hundert Jahren eröffneten Bau von Pfleghard & Haefeli kennzeichne. Hutter bringt es auf den Gegensatz: industrielle Sachlichkeit im Innern, baukünstlerische Durcharbeitung gegen aussen. Der Hauptpost-Bau sei mit diesem Paradox von Kern und Hülle ein Zeuge der gesellschaftlichen und architektonischen Umbrüche des beginnenden 20. Jahrhunderts. Und so wird sich die Bibliothek ihren Besucherinnen und Besuchern auch zeigen: Die Eingänge, Treppenaufgänge, die ersten Eindrücke beim Ankommen sind klassisch, die Fortsetzung im Innenraum dann: nüchtern und technisch. Das Provisorium mit seinem beschränkten Budget und der Gestaltungswille der Architekten machts möglich: Was verdeckt war, wurde sichtbar gemacht, etwa die Bohrlöcher in den Decken oder die nackten Tragstrukturen der pionierhaften Eisenbetonkonstruktion. Was

Ordnung und Bewegung

Ordnung: Das ist ein entscheidendes Stichwort, wenn man Architekt Peter Hutter fragt, was eine Bibliothek sei. «Die Fülle an Medien, die täglich auf den Markt kommt, ist für die meisten von uns nicht mehr zu bewältigen. Die Bibliothek trifft hier eine qualitative Auswahl und liefert Orientierung.» Sie behaupte zumindest Ordnung, trenne Belletristik und Sachbuch, unterscheide nach Sprachen, sortiere die Welt, vereinfacht gesagt, von A-Z. Die Baukunst arbeite mit den selben Mitteln: Sie schaffe mit konstruktiven, räumlichen Strukturen eine architektonische und atmosphärische Ordnung, welche die Nutzung reflektiere und unterstütze. Und beide Disziplinen sind zugleich mit der Auflösung oder zumindest Infragestellung des Ordnens und Strukturierens beschäftigt – notwendigerweise, mit Blick auf die kaum noch zu systematisierende Komplexität der Gegenwart. Die Bibliothek Hauptpost reagiert darauf, nebst der offenen räumlichen Organisation, mit einem frappierenden System: mit mobilen Bücherwagen, auf denen die Nutzerinnen und Nutzer Bücher zurückgeben, aber wo auch das Bibliothekspersonal Bücher präsentieren, zwischenlagern und transportieren kann. 16 solcher Wagen haben Barão-Hutter gestaltet und von einem hiesigen Metallbauer herstellen lassen. Auch dank ihnen bleibt das Lager in Bewegung und darf die Bücher-Ordnung auch mal Risse bekommen. Nicht gerade Risse, aber jedenfalls Kratzer sind auch für den Architekten nicht tabu, sondern erwünscht: Die Räume sollen leben und weiter Gebrauchsspuren zeigen, das Provisorium soll als solches erkennbar bleiben. Am liebsten würde er drin Bücherwagenrennen anzetteln, sagt Hutter lachend.

Skelett mit Fleisch am Knochen

Ihre Assoziationen holen die Architekten vom menschlichen Körper: Die Struktur des Baus, die Regale, die Bücherwagen, Stühle und Tische, ja selbst die Leuchtkörper, doppelflammige Fluoreszenzröhren mit offener Armatur, sind reduziert aufs Notwendige, karg und kühl – «Skelett» und «Knochen» nennen Barão-Hutter sie. Das «Fleisch am Knochen» fehlt jedoch nicht: Im Turmzimmer, dem Refugium im Hochbetrieb der Bibliothek mit ihren voraussichtlich 700 bis 1000 Besucherinnen und Besuchern täglich, wird still gearbeitet werden. Hier ist die Atmosphäre gediegen mit rotem Teppich und edelschwarzen Regalen für die Sangallensia, die hier ihren Platz finden. Und im Café St Gall bricht die Fleischeslust aus, da prangt ein wandhohes Textilbild mit Sujets aus dem weiten Assoziationsraum namens «Buch». Hier sind Veranstaltungen geplant und man kann ohne Konsumationszwang Bücher, 40 Tageszeitungen und 100 Zeitschriften lesen. Oder die Allegorien entziffern, die Barão-Hutter in Zusammenarbeit mit der Firma Jakob Schlaepfer auf das bestickte Schaubild gebracht haben. Was ist eine Bibliothek? St.Gallen ist ab Ende Februar jedenfalls um ein paar Inspirationen reicher, wie ein zeitgemässes Bücher-Lager anno 2015 aussehen kann.

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Eine Lagerhalle fürs Buch: Das ist die neue Bibliothek in der Hauptpost. Eine Besichtigung mit Architekt Peter Hutter. von Peter Surber

roh war, wurde roh belassen: die Türe des nicht mehr funktionstüchtigen Warenlifts, die alten Oberlichter und Fenster, deren energetische Totalsanierung ein Vermögen gekostet hätte. Und was neu ist, fügt sich ein in die rhythmische, knöcherne Strenge.

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Ordnung im Bücherlager


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Der Berg hat ein Provisorium geboren Es war ein langer Weg bis zur modernen Publikumsbibliothek. Ein paar Wünsche bleiben indes offen. von Eva Bachmann Beginnen wir mit dem Berg der Wünsche: 24-Stunden-Bibliothek. Niederschwelligkeit. Greifbare Bücher. Kids-Club mit Bücherrutsche. Dauervorlesungsoase. Eventdock mit Musik, Hörbüchern und Poetry-Slam. Literaturcafé. Begegnungsort, Tauschbörse, Bücherflohmarkt. Schreibund Medienwerkstätten. Sprachlernzentrum. Gemütliche Sitzgelegenheiten, Leseliegen, Hängematten. Bücherhaufen wie Wühlkisten mit Sitzkissen. Laute und leise Räume…

site war ein offenes Forum und eine anregende, weitverzweigte Dokumentation. Sie ist längst nicht mehr online. Aufwändig gedruckt und archiviert wurde jedoch die Publikation mit dem Namen «Buchgängerzone», die eine Perspektive aufzeigte für eine lustvolle, einladende und gross gedachte Bibliothek am Puls der Stadt – und die Hauptpost als Standort ins Spiel brachte.

Projektstatus seit 2003

«KuBi» und «Buchgängerzone» waren nicht die ersten Namen dieses Kindes. Ende 2003 hatte es noch «Bibliothek der Zukunft» geheissen und war von Regierungsrätin Kathrin Hilber als Neuorientierung der Kantonsbibliothek Vadiana in Kooperation mit Universität und Fachhochschule gedacht. Die «Bibliothek der Zukunft» wurde Teil des Fonds «Zukunft St.Gallen». Nur ein Jahr später wurde diese Zukunft an der Urne abgelehnt. Die «Buchgängerzone» hatte einen längeren Schnauf. Nach der ersten Ideenrunde wurde 2007 eine hochkarätig besetzte Arbeitsgruppe unter Leitung des ehemaligen Zürcher Stadtpräsidenten Josef Estermann eingesetzt, die 2009 ein fundiertes «Konzept zur Neuen Bibliothek St.Gallen» vorlegte. Der wilde Berg der Wünsche wurde etwas behauen, aber auch aufgestockt:

Der gesamte Wunschzettel umfasste 24 Seiten. Entstanden war er 2006 im KuBi-Workshop, einem Marktplatz der Ideen für ein neues Kunsthaus und eine Bibliothek. Die KuBi-Web-

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Vadiana, Zentrum für das Buch, Freihandbibliothek und Frauenbibliothek Wyborada als Publikumsbibliothek unter einem Dach, organisiert als


Das grösste gemeinsame Vielfache war damit skizziert, die Regierung stimmte zu und kaufte die Hauptpost. Doch unter der von rechts forcierten Sparpolitik krebste sie mehr und mehr zurück und verordnete sich im Januar 2011 mindestens zehn Jahre Verzicht auf das ambitiöse 70-Millionen-Projekt. Ein Nullentscheid also nach acht Jahren Planung.

Druck von unten

Diesen Tiefschlaf wollten viele Bildungshungrige im ganzen Kanton nicht hinnehmen. Es brauchte jedoch den Druck aus der Bevölkerung, um das Dornröschen wachzurütteln. Die Volksinitiative «für zeitgemässe Bibliotheken im Kanton St. Gallen» zeigte nicht nur das Bedürfnis, sondern auch einen Weg auf. 2012 wurde die Bibliotheksinitiative mit einer Rekordzahl von 10’700 Unterschriften eingereicht. Die Bibliotheksinitiative legt neue Wünsche auf die alten obendrauf: Public Library an zentraler Lage. Breites multimediales Angebot für die ganze Bevölkerung. Förderung öffentlicher Bibliotheken als Informations-, Bildungs- und Begegnungszentren. Gut erreichbare, attraktiv ausgestattete und publikumsfreundlich geöffnete Bibliotheken im ganzen Kanton.

Seither ging es rasch aufwärts: Inzwischen verfügt der Kanton St.Gallen über ein Bibliotheksgesetz sowie eine Strategie für die Bibliotheken im Kanton. Der erste Stock der Hauptpost wurde für 4,2 Millionen umgebaut. Die Kantonsbibliothek vollzieht den Wechsel von der Magazinbibliothek an der Notkerstrasse zur Freihandbibliothek in der Hauptpost. Die Stadt St.Gallen übernimmt vom Verein Freihandbibliothek die Bestände und führt in Zukunft als Stadtbibliothek in der Hauptpost eine Erwachsenen- und in St.Katharinen eine Kinder- und Jugendbibliothek. Hat das Wünschen geholfen? Ralph Hug von der Bibliotheksinitiative bewertet die Entwicklung positiv: «Wir haben eine Neuordnung der städtischen Bibliothekslandschaft erreicht. Mit der Hauptpost gibt es jetzt eine gemeinsame Bibliothek an einem zentralen Ort.» Es handle sich aber klar um ein Provisorium, das Spielraum für Entwicklungen lasse. «Der Aufbau fängt an, und er muss weitergehen.» Die Erkundung am Wunschberg ergibt folgendes Bild: Einladendes Gebäude an zentraler Lage. Die Hauptpost ist mit dem öffentlichen Verkehr bestens erschlossen, und Parkplätze gibt es im Neumarkt. Das Haus ist wohl kein Gehry oder Botta, aber doch eine Architekturikone aus der Jahrhundertwende. Zum Attribut «einladend» fehlt allerdings der Kundenkontakt im Erdgeschoss. Den Lift in den 1. Stock erreicht man von der Gutenbergstrasse her über ein paar Stufen, der Treppenlift für Rollstuhlfahrer befindet sich am Hintereingang an der St.Leonhard-Strasse. 24-Stunden-Bibliothek. Die Bibliothek in der Hauptpost ist von Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr geöffnet, am Samstag von

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GmbH. Informationszentrum und Public Library mit einem multimedialen Angebot für die ganze Bevölkerung. Bildungszentrum für Schulen und Weiterbildung. Kultur- und Begegnungszentrum, Literaturhaus. Einladendes Gebäude an einer zentralen Lage.

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8 bis 17 Uhr. Eine 24/7-Bibliothek wird sie nicht, aber die Schalterstunden sind gegenüber dem Stand heute doch erweitert.

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Breites Angebot. Die Kantonsbibliothek bringt 50’000 Medien aus den Bereichen aktuelle und klassische Belletristik (auch fremdsprachige), Sachmedien eher aus dem wissenschaftlichen Bereich und Trouvaillen aus dem Zentrum für das Buch in die Hauptpost. Ausserdem richtet sie ein gediegenes Turmzimmer mit ausgewählten Sangallensien ein. Die übrigen Magazin-Bestände können bestellt werden, ein Kurierdienst liefert zweimal täglich in die Hauptpost. Die Stadtbibliothek trägt 40’000 Medien bei: neben der aktuellen Belletristik vor allem Sachbücher von Lebenshilfe bis angewandte Kunst, Reiseliteratur, Kochbücher etc. Ein wichtiger Bereich ist auch die interkulturelle Bibliothek mit Büchern in 17 Sprachen, dazu Sprachlernmittel und Schweizer Staats- und Landeskunde. Die Bestände der beiden Bibliotheken sind getrennt, teils auch gemeinsam aufgestellt, ein Leitsystem soll helfen, dass man sich zurechtfindet. Für die Nutzerinnen und Nutzer spielt es keine Rolle, ob sie ein Medium der Kantonsoder der Stadtbibliothek ausleihen – der Schalter ist derselbe, dank RFID gibt es auch Selbstausleihe. Multimedia. Über die Bücher hinaus gibt es Hörbücher, DVDs, CDs, Landkarten und Sprachlernmittel. Es stehen 17 Arbeitsplätze mit Computern zur Verfügung, neben einem Kopiergerät gehören Drucker und Scanner heute zum Standard. Für mobile Geräte gibt es Steckdosen und WLAN gratis. Für die ganze Bevölkerung. Die Hauptpost ist eine Erwachsenen-Bibliothek mit Angeboten auch für Jugendliche. Kinder und Jugendliche erhalten zwar ein ausgebautes Angebot in St.Katharinen ganz für sich allein, ein Kritikpunkt dabei bleibt: Familien werden in Zukunft beide Standorte besuchen müssen. Frei zugänglich. Der Jahresbeitrag für die Bücherausleihe beträgt 30 Franken, neu müssen auch Nutzerinnen und Nutzer der Kantonsbibliothek zahlen. Arbeits- und Begegnungsort. In der Hauptpost wird es circa 100 Arbeitsplätze geben. Vorne bei der Cafeteria und der zentralen Ausleihtheke wird Betrieb herrschen, doch weiter hinten im Saal soll es ruhiger sein, versichert Thomas Wieland, der stellvertretende Leiter der Kantonsbibliothek. Ausserdem gebe es die Möglichkeit, im Turmzimmer und in den Gruppenräumen still zu arbeiten. Das «Café St Gall» ist öffentlich und bietet auch ein riesiges Angebot an Zeitungen und Zeitschriften. Es ist ein einladender Ort, an dem man gerne sitzt, doch eine Sofalounge ist es nicht geworden.

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de der Verein Pro Stadtbibliothek gegründet, der unter anderem mit Vorträgen zum Buchwesen, Ausstellungen oder literarischen Programmen zum Beleben der Bibliothek beitragen will. Unter einem Dach. Faktisch handelt es sich um zwei Bibliotheken, die in benachbarte Räume gezogen sind und ihre Bibliothekssysteme, Kataloge und Sammlungsschwerpunkte abgestimmt haben. Organisatorisch wurden sie nicht zusammengeführt, die Idee einer GmbH wurde verworfen – man hat sich hier auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden. Die beiden Trägerschaften haben zum Beispiel zur Folge, dass die Bibliothekarinnen unterschiedliche Arbeitsverträge haben. Und die Leitungen sind parallel bis ganz nach oben: Es gibt je eine zuständige Person für den Betrieb der Kantons- bzw. der Stadtbibliothek (Thomas Wieland bzw. Lorena Ianzito), vorgesetzt sind die beiden Leiterinnen der Bibliotheken (Sonia Abun-Nasr und Christa Oberholzer) und auf der Ebene der Behörden das Amt für Kultur (Katrin Meier) bzw. das Schulamt (Marlis Angehrn).

Vorerst fünf Jahre Zeit

Ein erster Schritt ist gemacht. Für die Verantwortlichen steht zunächst das Anlaufen und Funktionieren des Betriebs im Vordergrund: «Die Umstellung auf den Freihandbetrieb war für die Kantonsbibliothek ein ’wahnsinniger Lupf’. Wir wollen es gut machen und bei der Bevölkerung ankommen», sagt Thomas Wieland. Auch Christa Oberholzer spricht davon, dass sich das Provisorium jetzt bewähren müsse und es von den Nutzerinnen und Nutzern abhänge, ob und wie das Angebot ausgebaut werde. Für die Zukunft meint sie aber: «Eine Bibliothek für Erwachsene und Kinder am gleichen Ort ist ein Bedürfnis.» Von offizieller Seite heisst es, das Provisorium sei auf zehn Jahre ausgelegt. Im Bibliotheksgesetz festgeschrieben ist, dass Kanton und Stadt gemeinsam eine allgemein zugängliche Bibliothek an zentralem Standort führen. Die Regierung muss «innert angemessener Frist» eine Vorlage über Errichtung, Trägerschaft, Organisation und Finanzierung vorlegen. Die diesbezügliche Botschaft nennt als angemessene Frist fünf Jahre. Zeit also, um das Provisorium mit Leben zu füllen, diesen Vorgipfel des Wunschbergs zu beackern und zum Blühen zu bringen, um dannzumal die Kantonsrätinnen und Kantonsräte von einer definitiven Investition in den Bildungsstandort zu überzeugen.

Kulturzentrum, Literaturhaus. Bereits seit 2011 gibt es im dritten Stock der Hauptpost den Raum für Literatur, der sich mit seinem literarischen Programm etabliert hat. Auch im Café oder im Turmzimmer sollen Veranstaltungen stattfinden können, aber «da sind wir noch in der Planung», sagt Thomas Wieland. Die Stadtbibliothek wird gemäss deren Leiterin Christa Oberholzer ihre bewährten Veranstaltungen wie die Montagsmatinee, Bücherpräsentationen oder «Treffpunkt Buch» in Zukunft in die Hauptpost verlegen. Ausserdem wur-

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Eröffnung: Samstag 28. Februar, 8–17 Uhr Bilder (von vorn): Blick in ein Büro – Nordhalle – Architekt Peter Hutter erläutert die Betondecke – das Turmzimmer. Alle Bilder: Peer Füglistaller


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Vom schwierigen Umgang mit der Satire Was darf Satire – was darf sie nicht? Nach dem Massaker in den Redaktionsräumen von «Charlie Hebdo» ist die Frage tausendfach gestellt und tausendfach beantwortet worden: Satire darf alles. – Wirklich? Eine Umfrage. von Harry Rosenbaum

Satire muss als Satire erkennbar sein

Ursprünglich ist Satire Spottdichtung. Sie nimmt sprachlich und zeichnerisch überspitzt, ironisch und provozierend gesellschaftliche Zustände und Missstände auf die Schippe. Pseudo-Satire hingegen zementiert Vorurteile, schürt Angst und Hass. Diese Art von politischer Propaganda wurde in Nazi-Deutschland mit der pornografisch-antisemitischen Karikatur im Hetzblatt «Der Stürmer» auf die Spitze getrieben. Die langjährige Radiokorrespondentin, Kolumnistin Theaterautorin und «Zytlupe»-Redaktorin bei DRS1, Gisela Widmer, doziert das Fach Satire an der Schweizer Journalistenschule (MAZ) in Luzern. Hat der Anschlag auf «Charlie Hebdo» Auswirkungen auf ihre Kurse? «Selbstverständlich», sagt Widmer. «Es wird vermutlich eine ziemlich hitzige Debatte geben, ob Satire alles darf und muss.» Wo sind die ethisch-moralischen Grenzen? «Die Befürwortung von Zensur aus moralischen Gründen hat in der Satire – und überhaupt in der Kunst – nichts verloren. So entsteht eine Kultur der Selbstzensur, und Selbstzensur ist das Ende der Satire», sagt die MAZ-Dozentin. Also ist die Satire die regellose Kunst des Verspottens? «Die einzige Regel ist, dass Satire als Satire erkennbar sein muss», präzisiert Widmer. Man dürfe nicht etwas schreiben und dann im Nachhinein sagen: «Das war doch Satire!» Die Medien-Frau aus der Innerschweiz hat selbst grosse Erfahrungen mit dem Satireschreiben. 2011 wurde ihr Theater-

Religion nicht zum Selbstzweck lächerlich machen

Gibt es beim Satireblatt «Nebelspalter» Regeln, wann ein Thema zur Zielscheibe werden darf und wann nicht? Chefredaktor Marco Ratschiller dazu: «Da bei uns rund 70 Prozent des Heftinhalts auf einem Einsende-Wettbewerb basiert, läuft es grösstenteils umgekehrt: Die Redaktion stellt aus den vorhandenen Vorschlägen zusammen.» – Was aber ist für den «Nebelspalter» Satire? «Wer sich an aktuell diskutierte Ereignisse oder zuvor an ausgeschriebene Themenschwerpunkte hält – und dabei den in der Schweiz üblichen gesetzlichen Rahmen achtet – zeichnet oder schreibt im Sinne des Nebelspalter-Satireverständnisses», sagt Ratschiller. 1998 hat der «Nebelspalter» eine Karikatur in der bereits gedruckten Ausgabe überklebt, die im Zusammenhang mit der Diskussion über die nachrichtenlosen Vermögen aus der Nazi-Zeit eine Helvetia zeigte, die von einer Person mit klischeehaftem jüdischen Aussehen ausgepresst wurde. Die Entscheidung fiel nach einer Aussprache mit jüdischen Organisationen in der Schweiz. Dieser Vorfall passierte, bevor Ratschiller «Nebi»-Chefredaktor wurde. Die Abläufe könne er daher nicht im Detail rekonstruieren, sagt er. «Unter dem aktuellen Eindruck der Ereignisse um «Charlie Hebdo» in Paris, im Zuge derer Millionen für die Meinungsfreiheit und das Recht, auch Mohammed zu beleidigen, auf die Strasse gingen, wäre aber sicher eine Diskussion spannend, wie weit man mit jüdischen Stereotypen einen anderen Umgang pflegt als mit anderen Satirezielen», sagt Ratschiller. Setzt die «Nebelspalter»-Redaktion der Satire Grenzen, wenn beispielsweise Bevölkerungsminderheiten, religiöse Gefühle, die Integrität von Personen oder Lebensanschauungen tangiert werden könnten? «Religiöse Glau-

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stück biedermanns.umgezogen, eine Satire auf die Islamdebatte, am Luzerner Theater uraufgeführt. «Beim Schreiben sagte ich mir immer wieder: Nur den Propheten nicht beleidigen! Ich fand das eine scheussliche Erfahrung», erinnert sich Widmer. «Nun wird das Stück in Deutschland nachgespielt. Premiere ist am 31. Januar. Mal schauen, wies kommt.» Wie soll die Satire mit dem Islam umgehen, gibt es da ein No-Go? «Derzeit wird überall empfohlen, aus Rücksicht auf unsere muslimischen Mitmenschen in Sachen Satire zurückhaltend zu sein», sagt Widmer. «Ich finde das diskriminierend. Indirekt sagt man damit: Die sind halt noch nicht so weit wie der Rest der Gesellschaft. Ich werde täglich in meinen Gefühlen als Mensch verletzt und in meiner Intelligenz beleidigt. Greife ich darum zur Waffe?» Saiten 02/2015

Schwierig wird es mit der Toleranz, wenn Satire in Pseudoform daher kommt. Erstes Beispiel: die karikaturenhaften Messerstecher-, Minarett- und Schäfchen-Plakate der SVP. Es geht bei diesen Darstellungen nur darum, Vorurteile und Ängste zu schüren. Oder: Der Satiriker Andreas Thiel tritt in der «Weltwoche» als Kreuzzügler auf, um eine Hass-Predigt zu halten. Der Koran sei die «Bibel der Gewalt» und Mohammed sei ein «Kinderschänder» und «Massenmörder», schreibt Thiel, der sich damit nicht als Satiriker, sondern als abendländischer Taliban zu erkennen gibt. Oder: Die Karikaturisten von «Charlie Hebdo» stehen für das Recht auf Blasphemie ein. Mit solchen zeichnerischen Attacken wird aber kaum kritische Relevanz geschaffen. Und schliesslich: Die dänische Tageszeitung «Jillands-Posten» hat 2006 den Karikaturenstreit lanciert. Ihre Darstellungen Mohammeds mit der Turban-Bombe verschickte die Redaktion gezielt an Imame und Moscheen. Die Wutreaktionen in der islamischen Welt waren voraussehbar. Das ist Sensationsmache und keine Auseinandersetzung in der Sache.


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bensinhalte und -symbole dürfen nicht zum Selbstzweck lächerlich gemacht oder verunglimpft werden. Das ist die einzige klare Vorgabe, die mir der Verleger – ganz in der Tradition des Titels – an meinem ersten Arbeitstag mit auf den Weg gegeben hat», sagt Ratschiller. «Wo Religion oder ihre Exponenten aktuelle gesellschaftspolitische Diskussionen prägen, schauen wir aber sehr wohl genauer hin.»

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«Humor macht die Macht zur Mücke»

Der Walliser Staatsrat und SVP-Nationalrat Oskar Freysinger hat sich mit Satire schon die Finger verbrannt. Bei der Bundesratskandidatur von Toni Bortoluzzi am SVP-Parteitag 2002 reimte er im Spottgedicht Dornwittchen im Zwergenland auf seinen Parteikollegen: «Und die Moral von der Geschicht: Dornwittchens klitzekleines Fuzzi / Ist wohl zu eng für Bortoluzzi!» Darauf verlor Freysinger das Kantonalpräsidium der SVP Unterwallis. Ein Gedicht mit Wortspielen über Kanaken, Kacke und Kakerlaken 2008 in der einstigen Pendlerzeitung «.ch» trug ihm seitens der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus den Vorwurf des Rassismus ein. Der nationalkonservative Politiker und Possenreisser meint heute: «Wie Tucholsky schon sagte: Satire darf alles. Aber die Satire ist nur gelungen, wenn sie nicht hasserfüllt ist, wenn man spürt, dass der Autor eine gewisse Sympathie für die Person empfindet, über die er sich lustig macht.» Persönlich verzichte er darauf, das Leiden und den Schmerz seiner Mitmenschen ironisch zu kommentieren. Da gebe es für ihn eine Grenze, sagt Freysinger. «Humor macht die Macht zur Mücke», glaubt der gelernte Mittelschullehrer. Der Medienjurist und Direktor der Schweizerischen Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst ProLitteris, Philip Kübler, hat auf dem Onlineportal «medienwoche.ch» die Antirassismus-Strafnorm kritisiert, weil sie keine «explizite Ausnahme für Satire und Kunst» enthält. Rassismus und Blasphemie, die manchmal sehr nahe beieinanderlägen, seien gesetzlich klar definiert, sagt er. Im Zusammenhang mit der Kulturfreiheit, worunter beispielsweise auch die Satire gehöre, sei der Spielraum aus rechtlicher Sicht sehr gross. «Die Rechtsprechung muss in punkto Rassismus und Blasphemie sehr flexibel sein. Die Satire ist eine Kunstform und darf sich etwas mehr erlauben, vorausgesetzt sie, bleibt im humoristisch-kulturellen Rahmen», sagt Kübler. «Heikel wird es, wenn sie diesen Kontext verlässt.»

der westlichen Satire, als das Vorverständnis des Publikums, das ja zum Verstehen der Satire wichtig ist, logischerweise ein anderes ist», sagt Schulze. Die Satire greife bisweilen feinsinnig auch islamische Themen auf, da brauche es dann noch mehr Hintergrundwissen, um diese zu verstehen. Klarer sei es, wenn die Satiren die ultrareligiösen Dschihadis aufs Korn nehme. In einem kürzlich in einer libanesischen Zeitung erschienenen Comic, der den Dschihad verulkt, besteigt ein Kämpfer ein Taxi. Im Wagen plärrt das Radio. «Ausmachen!», befiehlt der Dschihadist. «Zu Mohammeds Zeiten gabs kein Radio.» Der Taxifahrer gehorcht. Nach einer Weile stellt er die Klimaanlage im Auto ab. «Was soll das», fragt der Dschihadist. «Zu Mohammeds Zeiten gabs keine Klimaanlagen», sagt der Taxifahrer. «Hm», erwidert der Dschihadist und holt sein Handy hervor. Der Taxifahrer greift nach hinten und wirft das Handy aus dem Fenster. «Verdammter Idiot», brüllt der Dschihadist, und der Taxifahrer sagt ruhig: «Zu Mohammeds Zeiten gabs keine Handys.» Der Dschihadist bekommt einen Wutanfall, der Taxifahrer stoppt brüsk, steigt aus, öffnet die hintere Wagentüre und wirft den Dschihadisten aus dem Auto in den Wüstensand mit den Worten: «Zu Mohammeds Zeiten gabs keine Taxis. Warte gefälligst hier, bis das nächste Kamel kommt!»

Bis das nächste Kamel kommt

Und welche Rolle spielt die Satire eigentlich in der islamischen Welt? Reinhard Schulze, Direktor am Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie an der Universität Bern, sagt: «Die Menschen, die in islamischen Umgebungen leben, sind nicht weniger für die Satire zugänglich als in Europa. Dies zeigen die zahllosen Karikaturen, die in arabischen, persischen oder türkischen Zeitungen veröffentlich werden. Im Stil unterscheiden sie sich kaum von den Karikaturen, die in westlichen Medien publiziert werden.» Es gebe zahllose berühmte arabische Karikaturisten, die vor allem als politische Zeichner bekannt seien. Satire spiele auch eine grosse Rolle im Theater und im Fernsehen, vor allem in Ägypten. «Die gesellschaftskritische und politische Satire hat grosse Konjunktur und unterscheidet sich nur insofern von

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Brüder zur Sonne, zum Licht! Als die Büezer in den Alpen Ferien machten – Stefan Kellers Geschichte der Arbeiterhotels. von Ralph Hug

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Demonstration in Zürich, 1.Mai 1949. Bild : Schweizerisches Sozialarchiv

Gewerkschaften und Hotels, das scheint nicht unbedingt zusammenzugehören. Schliesslich sind Arbeitnehmerverbände keine Tourismusagenturen. Das Rätsel löst sich durch den Blick in die Geschichte. Allzu oft wird heute vergessen, dass Ferien, für uns eine Selbstverständlichkeit, eine soziale Errungenschaft sind. Und die Voraussetzung dafür, dass sich Arbeitnehmende von der anstrengenden Lohnarbeit erholen konnten. Die linke Volksfrontregierung im Frankreich des Jahres 1936 erliess erstmals gesetzliche Ferien für alle Lohnabhängigen. Das war ein historischer Durchbruch. In der Schweiz wurde der gesetzliche Ferienanspruch erst Jahrzehnte später realisiert – in sozialen Belangen hinkte das angebliche «Erfolgsmodell Schweiz» wie üblich hintendrein. Dennoch profitierten auch Arbeiter hierzulande früh von bezahlten Ferien. Bereits in den 1880er-Jahren hatten die Gewerkschaften in gut organisierten Berufsgruppen bezahlte Ferientage durchgesetzt, etwa bei den Typografen oder bei den Angestellten der kommunalen Gas- und Wasserwerke.

Rimini verdrängt Wergenstein

stellten Individualferien im Süden ermöglichte, verloren die Gewerkschaftshotels an Attraktivität. Daraufhin wurden sie in Kurs- und Tagungsstätten umfunktioniert und die Region Vierwaldstättersee verwandelte sich so zu einem gewerkschaftlichen Ausbildungszentrum.

Literarische Hotelnächte

Heute ist die Hotelgeschichte der Gewerkschaften zu Ende. Die grösste Schweizer Gewerkschaft, die Unia, hat ihre sechs Hotels in den letzten vier Jahren allesamt verkauft. Dies war der Anlass für den historischen Rückblick, den das im Rotpunktverlag erschienene Buch von Stefan Keller Vorwärts zum Genuss macht. Mit einem unkonventionellen Konzept: Erzählt wird nicht einfach die Geschichte der Gewerkschaftshotels. Der Band bietet literarischen und fotografischen Mehrwert. Keller bot nämlich mit Dorothee Elmiger, Susanne Zahnd, Annette Hug, Guy Krneta und Adrian Riklin fünf Literaturschaffende zu einem Besuch in fünf Gewerkschaftshotels auf und bat sie, ihre Eindrücke in einem Kurztext zu verarbeiten. Begleitet wurden sie vom Fotografen Florian Bachmann, der seinerseits kleine Fotoessays beisteuerte. Die sonst eher trockene Sozialgeschichte wird so gegenwartsbezogen revitalisiert und künstlerisch aufgewertet. Auch Zeitzeugen kommen zu Wort, nämlich Gewerkschaftsleute, die von ihren Erfahrungen und Erlebnissen in Kursen und Ferienaufenthalten berichten. Eingeholt hat die Berichte die St.Galler Journalistin Sina Bühler. In diesen Statements wird Geschichte nochmals sehr lebendig, denn wir erfahren von Konflikten, Enttäuschungen und Auseinandersetzungen, die sich in den Gewerkschaftshotels abgespielt haben. Manch ein Büezer war nämlich mit dem Ambiente oder der Führung gar nicht einverstanden und hatte andere Vorstellungen von einem Betrieb, der den Grundwerten von Gemeinschaft, Solidarität und Egalität genügen sollte. So entflammte im Bauarbeiter-Hotel Rotschuo in Gersau einmal eine hitzige politische Debatte, als Pläne bekannt wurden, dass jedes Zimmer mit einem Fernseher ausgerüstet werden sollte. Viele sahen den geselligen Abend im Gemeinschaftsraum in Gefahr. Und als in den 1980er-Jahren einige Gewerkschafter anlässlich ihrer Funktionärsausbildung bemerkten, dass im Hotel Rotschuo gleichzeitig eine Tagung der Swissair mit einem Kadermann aus Südafrika stattfand, schrieben sie «Free Nelson Mandela!» auf ein Kärtchen – was beträchtlichen Wirbel auslöste, nicht nur bei der Swissair, sondern auch bei der Gewerkschaft. Diese fürchtete durch solche Aktionen ums Vermietungsgeschäft.

So lag es nahe, dass die Gewerkschaften auch dafür sorgten, dass ihre Mitglieder die gewonnene Freizeit in einer erholsamen Umgebung verbringen konnten. Sie bauten Ferienheime oder kauften Hotels in Graubünden, am Vierwaldstättersee, im Berner Oberland oder im Tessin. Dort, wo bisher nur Vermögende sich erholen konnten. Nun hiess die Parole plötzlich «Vorwärts zum Genuss!». Gewerkschaftsmitglieder verbrachten ihre Ferien fortan im Hotel Piz Vizan in Wergenstein GR, in Ferienheimen in der Lenk oder in Vitznau, in Gersau oder in der Feriensiedlung La Campagnola im Tessin. Die gewerkschaftliche Hotelherrlichkeit dauerte aber nicht lange. Denn sie wurde bald vom aufkommenden Massenkonsum im Nachkriegsboom überholt. Als die kapitalistische Produktivität auch den Arbeitern und kleinen Ange-

GESCHICHTE

Stefan Keller (Hrsg.): Vorwärts zum Genuss. Von Arbeiterferien und Arbeiterhotels. Mit Fotos von Florian Bachmann. Rotpunktverlag Zürich, Fr. 36.– Buchvernissage: Mittwoch, 11. Februar, 20 Uhr, Buchhandlung Comedia St.Gallen.


Kurzzeitig + vielfältig = 4 ½

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Ein Raum für jede und jeden

Betrieben wird das 4 ½ von einer achtköpfigen Gruppe mit verschiedenen Hintergründen: Kunstschaffende sind darunter ebenso anzutreffen wie Pflegefachleute und Gastronominnen. Zusammen haben sie den gleichnamigen

Verein gegründet, dessen Ziel eine möglichst vielseitige und niederschwellige kulturelle Nutzung des Raumes ist. Um das zu erreichen, werden ungewohnte Wege beschritten: Wer einen Ort sucht, um sein kulturelles Projekt während zweier Wochen öffentlich vorzustellen, kann dieses über die Webseite des 4 ½ einreichen. Die so eintreffenden Projekte werden fortlaufend von der Gruppe durchgesehen und beurteilt. Entspricht das Projekt den jeweils subjektiven Vorstellungen der Mehrheit der acht Stimmberechtigten, so kann das 4 ½ gegen den geringen Betrag von 50 Franken frei dafür genutzt werden. Nach vierzehn Tagen, während denen die Nutzerinnen und Nutzer die Öffnungszeiten selbst festlegen können, ist Schluss, damit die gewünschte Vielfalt gewährleistet ist.

Vermehrt Flüchtiges

Mit diesem Konzept möchte der Verein Kulturschaffenden, die über wenig finanzielle Mittel verfügen und/oder zu unbekannt sind für andere Institutionen, die Möglichkeit geben, für ihre Projekte eine Öffentlichkeit zu erhalten. Das Vorgehen füllt eine Lücke im städtischen Ausstellungswesen – insofern, als es eine Umkehrung der gängigen Praxis etablierter Kulturinstitutionen darstellt, die in der Regel Kunstschaffende für Projekte anfragen. Die Betreibergruppe (sie versteht sich als Kollektiv und will darum namenlos

Bilder: Ladina Bischof

KUNST

bleiben) sagt, sie sei mit ihrem Konzept bis jetzt gut gefahren. Der Raum stosse auf grosses Interesse, auch wenn ein eigentlicher Ansturm von Anfragen bis jetzt noch ausgeblieben sei. Wünschenswert fände die Gruppe zudem, dass dem weit gefassten Kulturbegriff künftig noch mehr Rechnung getragen würde. Denn auffällig ist, dass bis jetzt vor allem Objekthaftes gezeigt wurde und wenige Einzelveranstaltungen im Raum stattgefunden haben. Das 4 ½ soll aber Ort verschiedenster kultureller Sparten sein: Von Lesungen über Konzerte, Theateraufführungen, handwerkliche Workshops oder Performances ist hier alles denkbar und möglich. Diese Offenheit bedeutet eine Stärke des 4 ½ – gleichzeitig wird es eine Herausforderung sein, den weiten Kulturbegriff stets kritisch zu reflektieren und nicht zu überstrapazieren, um in der städtischen Kulturszene eine gewisse Relevanz zu erreichen. Am Samstag, 21. Februar ist um 18 Uhr die Vernissage des nächsten Projekts mit dem Titel «Sittenbild», einer Ausstellung mit vier Positionen der gegenständlichen Malerei von Patrick Jennings (Dublin), Nadja Haefeli (Goldach), Mandy Kunze (Leipzig) und Harlis Schweizer (St.Gallen). «Sittenbild»: Samstag, 21. Februar bis Sonntag, 8. März viereinhalb.ch

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Ausgestellt waren in den verwinkelten Räumlichkeiten bisher Zeichnungen und textile Arbeiten, Fotografien von Nacktwanderern, Möbel und sogar abgefüllte Cocktails. 4 ½ lautet der Name des nicht-kommerziellen Projektraums, entsprechend der Hausnummer. Und auch sonst spielen Bezüge eine Rolle: Auf den Karten, die in der Stadt zirkulieren, wirbt ein Lamm für den Offspace – mal steht es im Schaufenster, mal im Hauptraum, mal (zusammen mit seinem Metzger) im schlauchartigen Nebenraum. Das Lamm verweist auf zweierlei: den Namen der Strasse, an der das 4 ½ liegt, sowie die Geschichte des Raumes, bei dem es sich um eine ehemalige jüdische Metzgerei handelt. Daran erinnern der erhaltene Räucherofen im Nebenraum und die unebenen Wände, hinter denen sich vermutlich die ursprünglichen Plättli verbergen. Gekonnt reagierte Andrea Rüeger auf die nicht einfach zu bespielenden Räume: Er zeigte vor Weihnachten selbst hergestellte Möbel, Reliefs sowie kleinere Designobjekte und verwandelte die Räume dabei in einen Pop-up-Store mit Wohnzimmercharakter.

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Ein neuer Kulturraum im Linsebühl, etwas versteckt an der eigentümlichen Hausnummer 4 ½ der Lämmlisbrunnenstrasse gelegen, macht seit Herbst 2014 von sich reden. Im Februar ist dort figürliche Malerei zu sehen. von Nina Keel


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Wie weit geht Selbstbestimmung?

Eine geistig behinderte junge Frau bekommt ein Kind und überfordert damit ihre eigenen Eltern. Der Film Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern ritzt an gesellschaftlichen Tabus: In der Schweiz fand das mutige Werk bei der Filmförderung keine Geldgeber. von Urs-Peter Zwingli Offenbar war der Filmstoff auch staatlichen Gremien zu radikal: Stina Werenfels hatte den Film in Bern und Zürich mehrfach vergeblich zur Finanzierung eingereicht. «So sah ich mich gezwungen, die ganze Produktion nach Deutschland zu verlegen», sagt sie. Der Film, der auf einem Theaterstück des Schweizer Buchpreisträgers Lukas Bärfuss basiert, spielt nun grösstenteils in Berlin und nur ganz kurz in Zürich.

Herausragende Darstellerin

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Folgenschweres Treffen: Die geistig behinderte Dora (Victoria Schulz) nähert sich Peter (Lars Eidinger) an. Bild: pd

Behinderte Menschen haben Sex. Darüber wird geschrieben und geredet, eine grosse Sache ist das kaum mehr. Doch was ist, wenn eine geistig behinderte Frau schwanger wird? Wie weit darf sie über sich selbst bestimmen? Heikle Fragen, bei denen die öffentliche Diskussion meistens verstummt. Hier setzt das sehenswerte, neue Werk der in Zürich lebenden Regisseurin Stina Werenfels (Nachbeben) an: In Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern erzählt sie die Geschichte der 18-jährigen, geistig behinderten Dora (Victoria Schulz), die behütet bei ihren Eltern lebt. Eines Tages beschliesst ihre Mutter Kristin (Jenny Schily), Doras beruhigende Medikamente abzusetzen, um sie aus ihrem Dämmerzustand zu befreien.

Ratlosigkeit, Verwirrung, Verdrängung

Doras Sexualität blüht mit voller Kraft auf. Sie wird über Nacht zur jungen Frau, die sich selbst entdeckt. Dabei bewahrt sie aber kindliche Züge, ist offen und schamlos in ihrer Entwicklung. Das ist noch harmlos, als Dora vor ihrer Mutter in der Badewanne masturbiert – wird aber heikel, als sie sich einem zwielichtigen Mann (Lars Eidinger) annähert. Anfangs weist dieser Dora zurück. Als sie ihn jedoch verfolgt, kommt es in einer öffentlichen Toilette zum Sex nahe an einem Übergriff, was Dora in ihrer Unerfahrenheit aber kaum zu berühren scheint. Ihre Mutter erfährt davon und reagiert mit Entsetzen. Trotzdem trifft sich Dora weiter mit dem Mann, der von ihrer ungehemmten Sinnlichkeit und Lebensfreude angezogen ist. Zwischen den beiden entsteht ein Verhältnis, schliesslich wird Dora schwanger. Stina Werenfels zeigt, was das Thema Behinderung und Fortpflanzung bei Eltern und Behörden auslöst: Ratlosigkeit, Verwirrung und Verdrängung. Zwar gesteht das Erwachsenenschutzrecht Behinderten ein weit reichendes Recht auf Selbstbestimmung ein, in der Praxis muss aber jedes Mal neu verhandelt werden, was das genau einschliesst.

Die Figuren im Film treiben einsam dahin: Doras Vater Felix (Urs Jucker) kann im Mutter-Tochter-Konflikt nicht vermitteln. Das ungeborene Kind lässt die Mutter mehr oder weniger mit Doras Einverständnis abtreiben. Doch dieser Eingriff trifft Mutter Kristin härter als Dora, versucht diese doch seit Jahren erfolglos mit Felix, ein zweites Kind zu bekommen. Kurz darauf wird Dora zum zweiten Mal schwanger und wird von ihren Eltern in ein Heim gebracht. Dort ist sie einsam und zunehmend verwirrt über ihren Körper, der sich in der Schwangerschaft verändert. Währenddessen zeigt Peter, der Vater des ungeborenen Kindes, seine hässliche Seite: Schnoddrig lehnt er gegenüber Felix jegliche Verantwortung ab und spannt Dora für Sexspiele mit einem fremden Mann ein. Die Regisseurin versteht ihren mutigen Film auch als Kritik am «Gebot von Effizienz und Perfektion, das uns zusehends durchdringt», wie sie sagt. Die mit dem neuen Erwachsenenschutzgesetz von 2013 erweiterte Selbstbestimmung Behinderter müsse sich die Gesellschaft etwas kosten lassen. «Und da der ökonomische Druck gerade im sozialen Bereich massiv zunimmt, werden gerne Kosten und Verantwortung auf die Familie abgeschoben.» Der Film zeichnet ein Porträt einer solchen Familie, getragen auch von der erstaunlichen Leistung der DoraDarstellerin Victoria Schulz, die in Berlin auf der Strasse entdeckt wurde und sich vor zwei Jahren ohne formelle Schauspielausbildung, aber mit viel Theater- und Kurzfilmerfahrung auf das Wagnis dieser Rolle einliess. Viele Schauspielerinnen waren laut Stina Werenfels beim Lesen des Drehbuchs «an eine innere Schwelle gestossen» und hatten abgelehnt. Stina Werenfels hat einen verdichteten, eindringlichen und sehr körperlichen Film realisiert, der einigen vielleicht zu nahe tritt – und es genau deshalb wert ist, gesehen zu werden.

KINO

Ab 12. Februar im Kinok St.Gallen kinok.ch Nach der Vorstellung vom 26. Februar diskutiert Regisseurin Stina Werenfels mit Filmjournalistin Bettina Spoerri.


Grabesstimmen aus dem Weltraum

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Uraufführung in der Tonhalle: Das Sinfonieorchester St.Gallen spielt Unter dem Grabhügel von Alfons Karl Zwicker. Dahinter steht eine neuartige Komponistenförderung. Von Peter Surber Er hat es gern existentiell. Mit Texten von Joseph Kopf oder Nelly Sachs. Mit der Folterthematik in Der Tod und das Mädchen, seiner 2011 in St.Gallen aufgeführten Oper. Mit dem Holocaust in Das Konzert, seiner in Arbeit befindlichen Oper nach dem Roman von Hartmut Lange. Alfons Karl Zwicker ist definitiv kein Mann der legeren Töne – auch auf der 2014 erschienenen CD mit Kammermusik nicht. Dort überraschte allerdings seine grimmige Komposition auf Texte von Niklaus Meienberg und auf das Gedicht Schlagt die Moslems in die Knie von Florian Vetsch – eine scheinbar anti-islamische Tirade, die erst in den letzten zwei Zeilen ihren ironischen Charakter aufdeckt: «Vertilgt sie von der Landkarte – / Der schweizerischen – der schönen sauberen!». Vetsch hatte den Text 2006 aus Anlass des neuen Asyl- und Ausländergesetzes geschrieben, Zwicker machte daraus mit Singstimme und Akkordeon einen freitonalen Protestsong mit Ländler-Einsprengseln.

Weltraum-Klänge

Typischer für Zwicker als dieses Werk sind die Vertonungen zu Else Lasker-Schüler und zum I Ging auf derselben, im St. Galler Zack-Studio von Pierre Bendel aufgenommenen CD. Nächsten Monat nun ist Zwicker nochmal von einer anderen Seite zu hören: Das Sinfonieorchester St.Gallen bringt sein Stück Unter dem Grabhügel für Saxophon und Orchester zur Uraufführung, gefolgt vom Deutschen Requiem von Johannes Brahms. Inhaltlich bezieht sich die Komposition auf die Thematik von Hartmut Langes Roman und schliesst damit an die Arbeit an seiner nächsten Oper an – aber auch an das BrahmsRequiem, das seinerseits von Tod und Erlösung handelt. Was er «vertont» oder vielmehr: Wofür er Klänge sucht, das sind die Stimmen-Chöre der Nazi-Täter, die unter dem Grabhügel nach oben drängen, gehört werden wollen, Versöhnung suchen oder das Grauen ungeschehen machen wollen. Wie klingen solche Stimmen? Einerseits setzt Zwicker ein Saxophon ein, «beinah mein Lieblingsinstrument», sagt er (nur noch übertroffen von der Bassklarinette), gespielt vom Westschweizer Virtuosen Vincent Daoud mit Techniken, die die Täter-Todesstimmen hörbar machen sollen. Und andrerseits hat sich der Komponist an Aufnahmen der Nasa inspiriert, aufgefangen von der Voyager-Sonde auf ihrem Weltraumtrip zu Mars und Venus. Das seien im wahrsten Sinn des Worts unerhörte Klänge, staunt Zwicker bis heute; vor allem über das weltraumtiefe «Grollen», das die Schalltrichter der Lautsprecher strapaziere. Solche Klänge zu formen, mit Vierteltönen, Glissandi oder Klangclustern, für normale Orchesterbesetzung, wenn auch ergänzt um Kontrabasstuba, Kontrafagott oder Bassklarinette: Das verspricht das Orchesterstück Unter dem Grabhügel.

Zeitgenössische Orchestermusik ist rar in Tonhalle-Programmen – nicht nur in St.Gallen. Dass dies für einmal anders ist, verdankt sich dem Programm «Oeuvres suisses» der Kulturstiftung Pro Helvetia (PH) und des Orchesterverbands. Gemeinsam haben sich elf Schweizer Orchester und die Stiftung verpflichtet, je drei Komponistinnen und Komponisten über drei Jahre mit einer Neukomposition zu beauftragen. Insgesamt 33 Uraufführungen kommen so zustande, eine Bestandesaufnahme des aktuellen Komponierens, wie Tobias Rothfahl von Pro Helvetia sagt. Auch Alfons Zwicker ist erfreut über die pionierhafte Förderung, die aus seiner Sicht eine schmerzliche Lücke füllt: Die wenigsten Orchester setzten sich überhaupt mit Klassik von heute auseinander, «Oeuvres suisses» könnte daran etwas ändern, hofft Zwicker. «Wenn nur alle paar Jahre einmal ein modernes Werk in den Programmen auftaucht, sind wir auf verlorenem Posten beim Publikum.» Der St.Galler Konzertdirektor Florian Scheiber sieht das ähnlich. Mit Aufführungen allein sei es aber nicht getan – wichtig sei auch die Vermittlung, sagt er und plant daher parallel zu den drei Uraufführungen ein mehrteiliges Begleitprogramm für Erwachsene und vor allem für junge Konzerthörer. Den Auftakt machte bereits im Januar in der Lokremise das Hörprojekt Social Sound Organism. Diese Vermittlungsangebote finanziert Pro Helvetia – den Kompositionsauftrag und die Aufführung zahlen die Orchester hingegen aus ihrem eigenen Sack. Grund ist die etwas kurios anmutende Förderidee von «Oeuvres suisses». Bislang hatte Pro Helvetia Schweizer Orchester bei Auslandtourneen unterstützt – unter der Bedingung, dass sie ein Schweizer Werk im Gepäck hatten. Das seien oft «Alibiübungen» geworden, sagt PH-Mann Rothfahl – «Oeuvres suisses» soll Abhilfe schaffen: Die Orchester verpflichten sich, hierzulande Schweizer Werke uraufzuführen, bekommen dafür aber auf Auslandreisen Geld, auch wenn sie ohne musikalisches CH-Gepäck reisen.

St.Galler bleiben lieber hier

Das Sinfonieorchester St.Gallen reist aber nur höchst selten, und dies, so Florian Scheiber, aus Überzeugung: «Unser Orchester soll für das Publikum hier spielen, wo es zuhause ist und bezahlt wird.» Tourneen kosteten «ein furchtbares Geld», sagt er. St.Gallen setzt das Stiftungsgeld deshalb hier ein. Und Scheiber schwört auf die Doppelstrategie «aufführen und vermitteln». «Es ist kein Geheimnis, dass die zeitgenössische Klassik sehr im Hintertreffen ist in den Konzertprogrammen. In einer kleinen Stadt mit einem eher bürgerlichen Publikum hat man es da sicher schwerer als in den Metropolen. Aber ich bin überzeugt, dass man schlaue und reizvolle Programme auch mit neuer Musik machen kann.» Das Projekt «Oeuvres suisses» macht es vor. Die drei von Scheiber ausgewählten Namen versprechen jedenfalls stilistische Vielfalt: nach Alfons Karl Zwicker folgt im Frühling 2016 Paul Giger und im Herbst 2016 die Schaffhauser Komponistin Helena Winkelmann.

MUSIK

Alfons Karl Zwickers Unter dem Grabhügel, zusammen mit dem Brahms-Requiem: Freitag, 20. Februar, 19.30 Uhr und Sonntag, 22. Februar, 17 Uhr, Tonhalle St.Gallen. theatersg.ch


«Dies ist eine wahre Geschichte», sagt Brigitte Uttar Kornetzky. Die Bilder, die sie im Film «Where The Elephant Sleeps» zeigt, sind zum Teil erschreckend – die Tiere haben geschwollene Füsse, Durchfall, Verletzungen. Aber Geschäft geht über Gesundheit; Elefantenritte sind eine Hauptattraktion im indischen Touristenzentrum Jaipur City. Während der Hauptsaison bilden sich lange Schlangen am Elefantensteig in Amber Fort. Die Filmautorin und Journalistin Uttar Kornetzky mit Wohnsitz in Brunnadern ist dem Schicksal der Tiere nachgegangen. «Wüssten die Touristen, dass sie auf kranke und den extremen Wüstenbedingungen nicht gewachsene Elefanten steigen, wüssten sie davon, dass diese Elefanten mit Rohrzucker vollgepumpt werden, um möglichst schnell Energie zu tanken, um wieder arbeiten zu können, wüssten sie davon: Würden sie es trotzdem tun?», fragt die Regisseurin im Vorwort zum Film. «Touristen wissen nicht, was hinter den exotischen, farbenprächtigen Kulissen vorgeht. Dieser Film gibt Aufklärung über ein schlimmes Geschäft.» Der Film schildert die Situation der insgesamt 125 Elefanten in Jaipur City, er informiert über die ayurvedische Medizin und deren Grenzen bei schweren Erkrankungen, spricht mit Hakims (ayurvedischen Ärzten) und Schulmedizinern, begleitet einzelne kranke Elefanten, leuchtet hinter die bürokratischen Hindernisse, die den Helfern im Weg stehen, und nimmt schliesslich am rituellen Begräbnis der Elefantin Sita teil, die wegen ihrer Krankheiten eingeschläfert werden musste. Uttar Kornetzkys «Abspann» tönt deprimierend: Mehrere der porträtierten Elefanten starben. Aber das Insistieren der Regisseurin auf einen tiergerechteren Umgang hat dennoch gewissen Erfolg: Nach Beendigung der Dreharbeiten wurde ein Elefantenmobil initiiert, das mit tierärztlicher Begleitung im Einsatz ist. Und die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Elefanteneigentümern und Mahouts (Tierpflegern) sei harmonischer geworden, stellt die Autorin fest. Um die Hilfe zu intensivieren, veranstaltet Brigitte Uttar Kornetzky zwei Benefizabende für das Hilfswerk «Elefanten in Not». Sie selber hält als «Swiss Ambassador for Captive Elephants» einen Filmvortrag, dazu gibt es musikalische Begleitung. Den ersten Abend bestreiten Paul Giger (Violine), die Gruppe Padma (Bettina Portmann, Sitar, Bhagyshree Jadhav, Tanz, Tambura, Augustin Saleem, Tabla) sowie Ali Salvioni. Am zweiten Abend spielen Urs C. Eigenmann (Piano), Ferdinand Rauber (Perkussion) und Erwin Pfeifer (Gitarre). Su.

Weiss auf schwarz Free Bitnik

Soviel zur Mitteilung, die uns kurz vor Redaktionsschluss erreichte. Der Absender ist unbekannt, möglicherweise menschlich, sicher aber in den Tiefen der digitalen Welt zu suchen. Hier die Übersetzung: /\ ^ FREE BITNIK ^ /\ /\\//\ \ ^ FREE BOTS ^ / ( 0 0 ) | \/ | ( [--] ) FREE I.A. – FREE I.A. \____/ / STOP DISCRIMINIATION! __| |__ // \\ /__ __\ {-/ \ \-} // ^ BOTS ARE EQUAL ^ |----| ||\/|| + JUDGE THE BOT, NOT THE MAN + \\ ___ _|| ||_ /__\ /__\

Benefiz für Elefanten: Freitag, 13. Februar, 19.30 Uhr, Kirche St.Laurenzen St.Gallen und Freitag, 27. Februar, 19.30 Uhr, Evang. Kirchgemeindehaus Lachen, St.Gallen elefanteninnot.com

FILM / WEISS AUF SCHWARZ

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Benefiz für Elefanten

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Monatstipps der Magazine aus Aarau, Basel, Bern, Luzern, Olten, Vaduz und Winterthur

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Zur Schau gestellte Weiblichkeit In den Jahren nach 1980 wurde sie landesweit und international bekannt mit ihren grossformatigen Graphit-Zeichnungen und Rauminstallationen: Miriam Cahn. Jetzt ist im Aargauer Kunsthaus eine breitangelegte Schau mit Arbeiten aus allen Schaffensperioden der heute 66-jährigen Künstlerin zu sehen. Auch in den neueren Arbeiten herrscht die Auseinandersetzung mit dem Körper – in erster Linie mit dem weiblichen. Miriam Cahn – Körperlich Bis Sonntag, 12. April, Aargauer Kunsthaus, Aarau. aargauerkunsthaus.ch

15.03.13 15:20

Der Nase nach

Kritische Bildhauerei

Das Tinguely-Museum hat sich für eine neue Ausstellungsreihe die fünf Sinne vorgenommen – der Geruchssinn macht den Anfang. Neben dem Geschmackssinn also ausgerechnet das, was man noch am wenigsten mit der bildenden Kunst verbindet. Doch das Olfaktorische ist auch dort zu finden, was uns mit zahlreichen Beispielen, vor allem aus der Neuzeit, unter die Nase gerieben wird. Ergänzt wird das Geruchsabenteuer mit zahlreichen Veranstaltungen – bis hin zur Pheromon-Party am Valentinstag. Belle Haleine – Der Duft der Kunst Mittwoch, 11. Februar bis Sonntag, 17. Mai, Museum Tinguely, Basel. tinguely.ch

Die Figur des Menschen stand immer im Zentrum der Arbeiten von Henry Moore (1898–1986). Das Zentrum Paul Klee in Bern widmet dem bedeutendsten britischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts nun eine Ausstellung mit Skulpturen grösstenteils aus der Sammlung der Tate. Zu sehen sind auch Zeichnungen, etwa seine Skizzen der in der U-Bahn Schutz suchenden Menschen während der Bombardierung Londons im Zweiten Weltkrieg. Henry Moore im Zentrum Paul Klee Bis Montag, 25. Mai, Zentrum Paul Klee, Bern. zpk.org

Unterhalten vom Publikum

Über die Landesgrenzen

Der Kameramann und Fotograf Philipp Künzli bemerkte als Mitglied der Guggizunft zu Olten bei Zunftauftritten die teils sehr konträren Publikumsreaktionen und Stimmungen in den diversen Oltner Fasnachtsbeizen. Aus dieser Beobachtung entstand seine Idee, das eigene Publikum zum Objekt der Betrachtung zu machen. Er installierte eine versteckte, analoge Kamera im Helgenwagen der Guggizunft und betätigte sie mit dem Fernauslöser. Ausstellung «ausgestellt» Freitag, 13. bis Dienstag, 17. Februar, Stadthaus Olten. frameworks.ch

13 Kunstschaffende des Vereins KunstVorarlberg beschäftigen sich mit dem Thema Transfer, indem sie zum einen den Begriff als einen fixen Bestandteil der künstlerischen Praxis behandeln – z.B. der Transfer einer Idee in eine materielle oder immaterielle Form –, zum anderen wird auch der kulturpolitische Austausch sowie die geografische und mentale Grenze zwischen den benachbarten Ländern Vorarlberg und Liechtenstein zum Thema. Transfer Bis Sonntag, 22. März, Kunstraum Engländerbau, Vaduz. kunstraum.li

Geliebte Impressionisten «Hallo!» ruft der Schweizer Fotograf Rudy Burckhardt dem französischen Kunstsammler Victor Chocquet noch zu, bevor er ihm das Scheinwerferlicht überlässt, denn am 22. Februar schliesst «Im Dickicht der Grossstadt» seine Tore. Einen Tag zuvor wird in der Sammlung Oskar Reinhart Am Römerholz die Ausstellung «Freund und Sammler der Impressionisten Renoir, Cézanne, Monet, Manet» eröffnet. Freund und Sammler der Impressionisten Renoir, Cézanne, Monet, Manet Samstag, 21. Februar bis Sonntag, 7. Juni, Am Römerholz, Winterthur. bundesmuseen.ch

KULTURSPLITTER

Moby Dick auf dem Kulturschiff In Luzern liegt neuerdings ein Kulturschiff vor Anker: Auf dem zwischengenutzten Motorschiff Rigi, das schon bald in Pension geht, werden noch bis im März Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden. Aktuell liest der bekannte Luzerner Schauspieler Walter Sigi Arnold an sieben Abenden fortlaufend aus «Moby Dick». Dank Zusammenfassungen sind die einzelnen Abende aber auch für Neuzugänge spannend. Moby Dick: Fortsetzungslesung mit Walter Sigi Arnold Sonntag, 22. Februar bis Sonntag, 1. März, Motorschiff Rigi, Luzern. kunstaheu.ch/msrigi

Mit Saiten zusammen bilden diese unabhängigen Kulturmagazine die Werbeplattform «Kulturpool» und erreichen gemeinsam eine Auflage von über 200’000 Exemplaren. kulturpool.biz


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Theater St.Gallen Jüdisches Museum Hohenems Kunstmuseum St.Gallen Kunstmuseum Thurgau Palace St.Gallen Kugl Kultur am Gleis St.Gallen Kultur is Dorf Herisau Kinok St.Gallen Grabenhalle St.Gallen St.Galler Stummfilmkonzerte FigurenTheater St.Gallen Kellerbühne St.Gallen KiK­Festival Kreuzlingen Schloss Wartegg Zeughaus Teufen Museum im Lagerhaus St.Gallen Diogenes Theater Altstätten Kulturraum am Klosterplatz Kunsthalle St.Gallen Universität St.Gallen

BÜHNE

Um Himmels Willen Ikarus. Von B. Neustein, C. Overkamp, C. Schidlowsky. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Nur ein Tag. Von Leben, Tod und Glück. Theaterhaus Weinfelden, 15:15 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Alle sieben Wellen. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19 Uhr Der Besuch der alten Dame. Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

LITERATUR

Der scheue Gabo – Gabriel García Márquez. Eine kommentierte Lesung. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr

KINDER

Der kleine Lord. Familienstück nach Frances Hodgson Burnetts. Theater St.Gallen, 14 Uhr Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Mehrzweckhalle Thalheim, 14 Uhr Paddington. Der ebenso tollpatschige wie liebenswerte Bär. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

DIVERSES

So 01. KONZERT

Sonntags um 5. Kammermusik. Tonhalle St.Gallen, 17 Uhr Ama & Niels van der Waerden. Songs und so. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr Café Deseado. Unterwegs von 47 1/2 ° N nach 47 1/2 ° S. Esse Musicbar Winterthur, 21 Uhr Dan Michaelson & The Coastguards. Americana­ Herzensbrecher. Palace St.Gallen, 21 Uhr

FILM

Das Salz der Erde. Wim Wenders’ Reise mit dem Fotografen Sebastião Salgado. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 13:15 Uhr Electroboy. Der neue Film von Marcel Gisler («Rosie»). Kinok St.Gallen, 15 Uhr Get – Der Prozess der Viviane Amsalem. Eine jüdisch­orthodoxe Israelin kämpft für ihre Scheidung. Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr Wild – der grosse Trip. Mit Reese Witherspoon. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Der Wind bläst, wo er will. C’est arrivé près de chez vous (Mann beisst Hund). Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Mommy. Xavier Dolans neues

Kochen & Essen: Rumänien. Mit Mihaela Minghir Schollenberger. Alte Kaserne Winterthur, 15 Uhr Workshop zu Hans Arp. Malatelier, mit Annina Thomann, Kunstvermittlerin. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 15 Uhr

AUSSTELLUNG

Co Gründler – Beyond Shadows and Minds. Rundgang mit Co Gründler. Galerie Adrian Bleisch Arbon, 11 Uhr Fliessende Welt. Verborgene Schönheit. Schätze aus Japan. Führung. Historisches und Völker­ kundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Hans Arp – Skizzenbücher. Führung. Kunstmuseum Appenzell, 14 Uhr

Mo 02. KONZERT

Galakonzert. Zur Eröffnung der 10. Meisterkurse. Stadttheater Schaffhausen, 19 Uhr Schneekönig. Jazz aus Zürich. Weinlokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr Xenia Kriisin (Schweden). Zither, Schlagzeug und Gesang. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Broken Land. Die Auswirkungen des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko. Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

01.– 04.02.

BÜHNE

Nur ein Tag. Von Leben, Tod und Glück. Theaterhaus Weinfelden, 10:15 Uhr Museum of Memories. Erinnerungen sind vage. Sal Schaan, 19 Uhr Frühling der Barbaren. Schauspiel nach Jonas Lüscher. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

LITERATUR

KINDER

Oh, wie schön ist Panama. Nach dem Kinderbuch von Janosch. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 09:30 Uhr und 11 Uhr Grimm & Co. – Aschenputtel. Wer kennt es nicht, das Märchen von Aschenputtel? Tak Schaan, 10 Uhr

DIVERSES

Dichtungsring #93. St.Gallens erste Lesebühne. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

Führung. Der Mensch muss essen, will er leben. Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz, 12:30 Uhr

VORTRAG

AUSSTELLUNG

Struktur und Raum. Konstruktive Strategien der Schule von Solothurn. Architektur Forum Ostschweiz St.Gallen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Sprachencafé Spanisch. Generationentreff Negropont Rorschach, 15:30 Uhr Antirepressions-Treffen. Für alle von staatlicher Repression Betroffenen. Infoladen Rabia Winterthur, 19 Uhr

Di 03. KONZERT

JazzJam. Mit der einmaligen Hausband. Varieté Tivoli St.Gallen, 19:30 Uhr Red Cube Live. Leidenschaft pur. Freihof Brauerei & Hofstube Gossau, 20:30 Uhr Amparo Sanchez. Eine der grössten Stimmen der Mestizo­ Szene. Kula Konstanz, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Disasterbar. DJ Herr Bisi, Rabauz mit Schnauz. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Dr Goalie bin ig. Kinomol. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Dogtooth (Kynodontas). Bizarre und schwarzhumorige Surreal­ Satire aus Griechenland. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Thomas Hirschhorn – Gramsci Monument. Thomas Hirschhorns «Gramsci­Monument» in der Bronx. Kinok St.Gallen, 20 Uhr St.Vincent. Regie: Theodore Melfi. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Stirb nicht, ohne mir zu sagen, wohin du gehst. Argentinien 1995. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Museum of Memories. Erinnerungen sind vage. Sal Schaan, 10 und 14 Uhr Nur ein Tag. Von Leben, Tod und Glück. Theaterhaus Weinfelden, 10:15 Uhr Theater-Jam. Für improvisations­ hungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Die Entführung aus dem Serail. Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Herr der Diebe. Aufführung der Liechtensteinischen Waldorf­ schule. Fabriggli Buchs, 20 Uhr

Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr Jonathan Binet – Sonia Kacem. Führung. Kunsthalle St.Gallen, 18 Uhr Transfer. Rundgang mit der Kuratorin. Kunstraum Engländerbau Vaduz, 18 Uhr

Mi 04. KONZERT

Licht Klang. Christine Baumann, Corinne Sonderegger, Mako Boetschi. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Moscow Rachmaninov Trio. Werke von M. Glinka, A. Arensky und S. Rachmaninov. Casino Herisau, 20 Uhr MusicaMundo im Bistro. Krüsimusig. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Bullaugenkonzert # 46. Alina Amuri. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 14:15 Uhr Danioth – Der Teufelsmaler. Starkes Porträt des Teufels­ malers der Schöllenenschlucht. Kinok St.Gallen, 16:15 Uhr Akadimia Platonos. Der grie­ chische Alltag unmittelbar vor der grossen Krise. Kinok St.Gallen, 18:15 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr Frühling der Barbaren. Schauspiel nach Jonas Lüscher. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Geschwister Birkenmeier – 30 Jahre treu: Dings14. Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

Saiten 02/2015

MONATSPROGRAMME

Werk: «intensivster Film des Jahres». Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr

Saiten 02/2015

Kalender Februar 2015

62 Wird unterstützt von Schützengarten Bier


63

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

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Vortrag zur «Schule von Solothurn»

Willkommen im Paradies...

Wildwechsel: interdisziplinäres Tanzstück

Über die Jahrzehnte war «Die Schule von Solothurn» eher ein Mythos. Jürg Graser analysiert in seiner Publikation «Gefüllte Leere» diese systematisch ausgerichtete moderne Architektur, die als ein wichtiger Beitrag der Schweizer Nachkriegsarchitektur gilt. Diese Bauten bieten sich in der auf die «steinerne Stadt» fokussierten Architekturdebatte als alternatives Denkmodell an, an das anzuknüpfen lohnenswert ist. An seinem Vortrag werden zudem ausgewählte Fotografien von Andrea Helbling, Arazebra, gezeigt. Montag, 2. Februar, 19:30 Uhr, Architektur Forum Ostschweiz. a-f-o.ch graser.ch

Das Theater Konstellationen kommt mit seinem nächsten Projekt in die Lokremise – es geht um die Flüchtlingsthematik und deren Wahrnehmung in der Zivilgesellschaft. Und das Publikum wird im Wortsinn mitgenommen. Autorin von «Willkommen im Paradies meines guten Gefühls» ist Beatrice Fleischlin (Bild), Regie führt der St.Galler Jonas Knecht. Mittwoch, 4. Februar, 20 Uhr, Samstag, 7. Februar, 20 Uhr, Sonntag, 8. Februar, 17 und 20 Uhr, Dienstag, 10. Februar, 20 Uhr, Lokremise St.Gallen. lokremise.ch

«Wildwechsel» war über drei Winter mit zahlreichen Menschen und einer Kamera vom Säntisschnee über die Hügel ins Flachland unterwegs. Elf Akteurinnen und vier MusikerInnen bringen davon den Geschmack von Rückzug und Heimatgefühl, wildem Treiben und Jagen, Alleinsein und Stille auf die Bühne. Aktion, Musik und Film mischen die Humusschicht aus Mystischem und Traditionellem neu. Nach der Premiere in St.Gallen gastiert das interdisziplinäre Projekt auf der Bühne des Phönix Theaters in Steckborn. Freitag, 6. Februar und Samstag, 7. Februar, 20.15 Uhr, Phönix Theater Steckborn. frank-tanz.ch

Herr der Diebe. Aufführung der Liechtensteinischen Waldorfschule. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Maxi Schafroth. Kabarett. Gymnasium Friedberg Gossau, 20 Uhr Willkommen im Paradies meines guten Gefühls. Ein Showbusiness in mehreren Aufzügen. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Ein Auf und Ab in Ehe und Gewerbe. Ulrich und Salome Bräker, mit Rea Brändle und Peter Roth. Chössi Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr

VORTRAG

Pascal Voggenhuber. Nachricht aus dem Jenseits Tour. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 19:30 Uhr Theater & Psychoanalyse. Vortrag von Prof. Dr. Wirth: «Warum wir lachen». Stadttheater Konstanz, 20 Uhr

KINDER

Erdbeeren im Winter – Ein Klimamärchen. Kindernachmittag. Naturmuseum St.Gallen, 14 Uhr Petterson und Findus. Spannende und witzige Abenteuer. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Mitmach Theater. Workshop für Kinder. Eisenwerk Frauenfeld, 16 Uhr

DIVERSES

Selbstgemacht. Stricken, sticken und häkeln. Treppenhaus Rorschach, 19 Uhr

AUSSTELLUNG

Erdbeeren im Winter – Ein Klimamärchen. Mittagstreff mit Matthias Grawehr. Naturmuseum St.Gallen, 12:15 Uhr Jonathan Binet – Sonia Kacem. Kunst-Häppchen. Kunsthalle St.Gallen, 12:30 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Podium mit Hanspeter Spoerri. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr St Préservatif, bedeau. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 05. KONZERT

6. Tonhallekonzert. Das Lied von der Erde – Mahler/Strawinsky. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Donnschtigs-Losi. Mit der Formation «Quöllfrisch». Restaurant Rössli am Postplatz Appenzell, 20 Uhr Dschané. Romalieder aus Ost und West. Obere Mühle Dübendorf, 20 Uhr Glauser Quintett: Schluep. Ein literarisches Konzert. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Pere Ubu (USA). Rock Indie Alternative. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr

Christoph Neuhaus 3. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Songs from Ireland. Eine Auswahl von Irlands besten Musikern. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr Trümmer (DE) & Mint Mind (DE). Neues von der Hamburger Schule. Treppenhaus Rorschach, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Freestyle Bar. Flon St.Gallen, 19 Uhr Badewanne. Def Domingo – Librarian Beats. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Jamsession. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Broken Land. Die Auswirkungen des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Filmkarussell. Anvil! The Story of Anvil. TapTab Schaffhausen, 20 Uhr Get – Der Prozess der Viviane Amsalem. Eine jüdischorthodoxe Israelin kämpft für ihre Scheidung. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

04.– 06.02.

BÜHNE

Der Besuch der alten Dame. Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Bar jeder Vernunft. Barabend mit Leseperformance. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Geschwister Birkenmeier – 30 Jahre treu: Dings14. Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Herr der Diebe. Aufführung der Liechtensteinischen Waldorfschule. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Jochen Malmsheimer. Campus Aula Kreuzlingen, 20 Uhr Thiel und Kreimeyer. Satire trifft auf Steh-Greif-Kabarett. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Leo. Ein Stück Körpertheater. Tak Schaan, 20:09 Uhr

LITERATUR

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Margret Kreidl und Lucas Cejpek. Einfache Erklärung: Unterbrechung. BodmanLiteraturhaus Gottlieben, 20 Uhr

DIVERSES

Seniorenzmittag. Stiftung Vita Tertia Gerbhof und Weiher Gossau,

11:30 Uhr Spielenachmittag. Generationentreff Negropont Rorschach, 14 Uhr Im Tigerland – Abenteuer in der sibirischen Taiga. Live Reportage von Reno Sommerhalder. Römertor Winterthur, 19:30 Uhr Powerpoint Karaoke. Next level 9. Kugl St.Gallen, 19:30 Uhr Tango Argentino Kurs. Mit Rafael Herbas. Tanzschule Karrer St.Gallen, 20:15 Uhr

AUSSTELLUNG

José Scarabello – Das Gitarrenparadies. Vernissage. Eisenwerk Frauenfeld, 18:30 Uhr Lichtwerke – Die Fotografin Mia Hesse, geb. Bernoulli. Vernissage. Frauenbibliothek Wyborada (Lagerhaus) St.Gallen, 18:30 Uhr Ines Agostinelli – Complete Agent/Das wird es gewesen sein. Vernissage. Galerie.Z Hard, 19:30 Uhr

Fr 06. KONZERT

Leonardo Ferreyra Tango String Quartet. Eine in der Geschichte des Tangos seltene Formation. Schlosshof Altikon, 19 Uhr Dänu Wisler. Relaxte Gitarrenmusik & Gesang. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Glauser Quintett: Schluep. Ein literarisches Konzert. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Nordklang Festival. Mike Sheridan & Patrick Kessler. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Preisträgerkonzert. Studienpreisgewinner des MigrosKulturprozent. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr Togg Seven Jazzband. Beswingter Jazz- und Dixie-Abend. Dixieund Jazz-Club Sargans, 20 Uhr Der Wawawa. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Euse Rainer chönnt das au. Hommage an Margrit Rainer. Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr Bottled in England. Electro aus Dänemark. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr FurHammer. Abwechslungsreicher Blues-Rock. Bluesclub Bühler, 20:30 Uhr BootyShakerzz. Internationaler Disco-Sechser. Jazzclub Rorschach, 21 Uhr Stickerei Jazz Trio & Anne Czichowsky. Jazz – Love. Einstein St.Gallen, 21 Uhr Nordklang Festival. Ida Wenøe. Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr

NACHTLEBEN

Natural Mystic. Filmvorführung und Vinyl Sounds. Grabenhalle St.Gallen, 18:30 Uhr Dä Labrador im Dub-Labor: Bass(t)Art.OS (Party). Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Duell der Plattenleger. Portier vs. Velokurier Winterthur. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Tanznacht40. Die Disco für alle ab 40 Jahren. Zukunftsfabrik Münchwilen, 21 Uhr Deep Tech House Party. Flon St.Gallen, 22 Uhr


65 Shake your Ass. HipHop, Mash Up, Dancehall, Funk. TapTab Schaffhausen, 23 Uhr

Reportage von Reno Sommerhalder. Kreuz Kultur und Gastlichkeit Jona, 19:30 Uhr

FILM

AUSSTELLUNG

Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Taxi – un encuentro. Eine Mischung aus Drama und Gaunerkomödie. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr Terje Vigen. Stummfilm begleitet von Mike Sheridan und Patrick Kessler. Kinok St.Gallen, 20 Uhr The Theory of Everything. Regie: James Marsh. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

BÜHNE

Frühling der Barbaren. Schauspiel nach Jonas Lüscher. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Bliss. Das neue A-cappellaComedy-Programm. Kursaal Heiden, 20 Uhr Die Wahrheit. Zwei Paare in den besten Jahren. Zwicky-Fabrik Fällanden, 20 Uhr Geschwister Birkenmeier – 30 Jahre treu: Dings14. Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr I hate myself and I want to die – Durch die Nacht mit Kurt Cobain. Szenische Lesung von Stefan Eberle. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Joachim Rittmeyer: Zwischensaft. Absurdes aus dem Leben. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Christoph Sieber. Campus Aula Kreuzlingen, 20 Uhr SchlössleTV: Fasnachts-Special. Multimediale Show mit Mathias Ospelt und Marco Schädler. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Sol Gabetta. Energetisches Cellokonzert. Sal Schaan, 20 Uhr Ursus & Nadeschkin – Sechsminuten. Das neue Bühnenprogramm. Casino Frauenfeld, 20 Uhr Flora und ihre Bilder. Cie Gangwerk. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Wildwechsel. Ein Tanzstück in Pelz und Musik. Phönix-Theater Steckborn, 20:15 Uhr

VORTRAG

Adolf Kellers Einsatz für die Flüchtlinge nach dem ersten Weltkrieg. Mit Historikerin Marianne Jehle-Wildberger. Solidaritätshaus St.Gallen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Barista Schweizermeisterschaft. Mit Kaffeehaus-Chef Gallus. Ferienmesse St.Gallen, 10 Uhr Italienisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr Im Tigerland – Abenteuer in der sibirischen Taiga. Live

Von Menschen & fliegenden Bäumen. Vernissage. Galerie Sonja Bänziger St.Gallen, 18 Uhr Kunstwerk Alpen – Fotografien von Bernhard Edmaier. Vernissage. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr

Sa 07. KONZERT

Galakonzert: «Best of Opera». Werke von Verdi, Mozart, Donizetti, Bizet, uvm. Pentorama Amriswil, 19:30 Uhr Acoustic & Raw. Woodbridge & Kissin’ Black. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 20 Uhr Nordklang Festival. Ida Wnøe, Asynje, Lydmor. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Nordklang Festival. Chorus Grant, The New World Vulture, Hulda. Hofkeller St.Gallen, 20 Uhr Rubalcaba in concert & Luis Frank auf Tournee. Kubanischer Liederabend. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Euse Rainer chönnt das au. Hommage an Margrit Rainer. Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr Nordklang Festival. Mike Sheridan, Haaga Folk Machine, Adna. Pfalzkeller St.Gallen, 20:15 Uhr Nordklang Festival. Maskinvad, Hermigervill, Get your Gun. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr James Gruntz. Support: Sika Lobi. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Jazzafinado. Vom Up-Tempo Swing über coolen Bossa zum groovy Funk. Casino Bad Ragaz, 21 Uhr Electric Station, The Avener (96 Musique, Paris). So sexy kann nur ein Franzose sein. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr Nordklang Festival. Hermigervill. Oya St.Gallen, 23:45 Uhr

NACHTLEBEN

5. Eisdisco St.Gallen. Die St.Galler Eisdisco steigt endlich wieder. Eishalle Lerchenfeld St.Gallen, 18 Uhr Disco Diverso. Für Menschen mit und ohne Handicap. Flon St.Gallen, 19 Uhr Fillet of Soul. Raw Soul & Funk Music. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Oldie-Night 70ies /80ies. Disco mit Musik aus den 70ern und 80ern. Mehrzweckgebäude Wald, 20 Uhr Tanzbar. 3 Crews x 2 Sets & Elektro Guzzi. Fabriggli Buchs, 21 Uhr Purple Moon Party. Party der schwul-lesbischen Community. Alte Kaserne Winterthur, 21:30 Uhr I like the 80s!. DJ Ibrahim Bassiv (ZH) & Mitch Buchannon (SH). Kammgarn Schaffhausen, 22 Uhr Katermukke. House, Techno. Kugl St.Gallen, 23 Uhr Tanzabend mit Anstand und Stil. House Music and so much

more. TapTab Schaffhausen, 23 Uhr

FILM

Das Salz der Erde. Wim Wenders’ Reise mit dem Fotografen Sebastião Salgado. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Annie. Regie: Will Gluck. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Broken Land. Die Auswirkungen des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Unbroken. Regie: Angelina Jolie. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Artus – Excalibur. Musical. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Le Salon No.2. Gastgeberinnen: Nadine Wismer und Nathalie Hubler. Theater 111 St.Gallen, 19:30 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Joachim Rittmeyer. Campus Aula Kreuzlingen, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Peter Spielbauer: Yübiläum. Kabarett. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr Stéphanie Berger: Höllelujah. Dreist und witzig. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Ursus & Nadeschkin – Sechsminuten. Das neue Bühnenprogramm. Casino Frauenfeld, 20 Uhr Willkommen im Paradies meines guten Gefühls. Ein Showbusiness in mehreren Aufzügen. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Koko La Douce & The Lamperts. Las Vegas Burlesque Country Show. Tak Schaan, 20:09 Uhr Erlesenes Kabarett, ein guter Jahrgang. Kabarett Sauvignon. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Flora und ihre Bilder. Cie Gangwerk. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Wildwechsel. Ein Tanzstück in Pelz und Musik. Phönix-Theater Steckborn, 20:15 Uhr

KINDER

De Räuber Hotzenplotz. Musical nach der Erzählung von Otfried Preussler. Olma Messen St.Gallen, 14 Uhr Petterson und Findus. Spannende und witzige Abenteuer. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

DIVERSES

Tanzabend Standard und Latein. Für Tanzbegeisterte jeden Alters. Altes Stadthaus Winterthur, 20 Uhr

06.– 09.02.

AUSSTELLUNG

Philippe Winninger – Modern Ruins. Vernissage. Kunsthalle Wil, 18 Uhr

So 08. KONZERT

Nordklang Festival. Lydmor, Get your Gun mit Chor. Laurenzenkirche St.Gallen, 10 Uhr Jazz-Matinee. Im Foyer. Theater Winterthur, 10:30 Uhr Loos-Stobede. Mit der Formation «Dewiisli». Garni Loosmühle Weissbad, 15 Uhr Concertino Rheintal. Werke von Ignaz Holzbauer, Franz Benda, uvm. Evang. Kirche Berneck, 17 Uhr Schaffhauser Meisterkurse – Abschlusskonzert. Junge Meister_innen. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 17 Uhr Zéphyr Combo. Folk & more. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr

NACHTLEBEN

Swing und Kuchen. Mit den Sitterbugs. Kaffeehaus St.Gallen, 14 Uhr

FILM

Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Thomas Hirschhorn – Gramsci Monument. Thomas Hirschhorns «Gramsci-Monument» in der Bronx. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Die Rote Zora. Gelungene Verfilmung von Kurt Helds Kinderbuchklassiker. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Get – Der Prozess der Viviane Amsalem. Eine jüdischorthodoxe Israelin kämpft für ihre Scheidung. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Honig im Topf. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Der Wind bläst, wo er will. Eldorado. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr At Home (Sto spiti). Drama zur Griechenlandpleite: Nadja wird fristlos gekündigt. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Bruno aus Bovolino. Mit Jörg Bohn. Theaterhaus Weinfelden, 15:15 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 16 Uhr Willkommen im Paradies meines guten Gefühls. Ein Showbusiness in mehreren Aufzügen. Lokremise St.Gallen, 17 Uhr + 20 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Flora und ihre Bilder. Cie Gangwerk. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr Einer für alle, alle für Einen. Improtheater Konstanz. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr

LITERATUR

Angst. Novelle von Stefan Zweig. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr

30. Lesebühne Tatwort. Mit Slamchamp Volker Strübing aus Berlin. Baracca Bar St.Gallen, 18 Uhr

VORTRAG

Pro.log Richard III. Vortrag von Aleida Assmann. Stadttheater Konstanz, 11 Uhr Roméo et Juliette. Matinée, Einführung ins Tanzstück. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr

KINDER

De Räuber Hotzenplotz. Musical nach der Erzählung von Otfried Preussler. Olma Messen St.Gallen, 11 Uhr Familienführung. Östliche Schönheiten – Die Welt der Frauen im alten Japan. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Kunstplausch für die ganze Familie. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 14 Uhr Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Unterseehalle Berlingen, 14 Uhr Petterson und Findus. Spannende und witzige Abenteuer. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Römer, Alamannen, Christen – Das Frühmittelalter am Bodensee. Familientour. Vorarlberg Museum Bregenz, 14:30 Uhr Paddington. Der ebenso tollpatschige wie liebenswerte Bär. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr S’tapfere Schnyderli. Nach den Gebrüdern Grimm. Hotel Metropol Widnau, 15 Uhr Puppentheater Bleisch. Die Zitronenprinzessin. Altes Kino Mels, 17 Uhr

DIVERSES

Licht, Ton, Action. Workshop Veranstaltungstechnik. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Spaghetti-Sonntag. Mit dem Kulturverein Frohsinn. Restaurant Frohsinn Weinfelden, 17:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Römer, Alamannen, Christen – Das Frühmittelalter am Bodensee. Kuratorenführung. Vorarlberg Museum Bregenz, 10:30 Uhr Claudia Desgranges – Update. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr

Mo 09. KONZERT

Acoustic Blues Drifter. Country, Blues und Rhythm’n Blues. Weinlokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr Lloyd Williams (Brighton). Perlende Banjo-Klänge. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Alles auf Zucker. Deutsche Komödie. Pro Senectute St.Gallen, 14 Uhr Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr


66 Milonga. Tangoabend. Oya St.Gallen, 19 Uhr

FILM

Michael Fehr wühlt im Schlamm

Vorwärts zum Genuss, Genossen!

«Fehrs Satzanschläge. Sie wühlen Grund auf», schreibt Peter Weber über die Texte des Berner Autors Michael Fehr. Dieser wühlt in «Simeliberg» ganz wörtlich im Schlamm, dort, wo Bauer Schwarz wohnt, dessen Frau vermisst wird – gemeint ist aber auch der Schlamm aus Heimatseligkeit und Fremdenhass. Und Gemeindeverwalter Griese soll diesen Sumpf ausheben. Erzählt wird ein Krimi-Plot, doch Fehr rhythmisiert seine Sätze und durchsetzt sie mit Mundartworten. So wird «Simeliberg» zum hochpoetischen Klangkunstwerk. Mittwoch, 11. Februar, 19:30 Uhr, Raum für Literatur Hauptpost St.Gallen. www.gdsl.ch

Stefan Keller, Annette Hug, Florian Bachmann und Adrian Riklin lesen aus ihrem Buch über den Abschied von den Arbeiterhotels. Diese imposanten Hotelkästen an den eindrücklichsten Berghängen und Seen der Schweiz wurden einst mit Mitgliederbeiträgen gebaut. Es waren Gewerkschaftshotels und sie stehen auch als Siegeszeichen für einen Kampf um mehr Freizeit, bezahlte Ferien und ein würdiges Arbeiterleben. Jetzt sind die meisten davon verkauft. Dieses Buch nimmt sich ihrer Entstehungsgeschichte als kollektive idealistische Projekte an. Mittwoch, 11. Februar, 20 Uhr, Comedia St. Gallen. comedia-sg.ch

Cineclub St.Gallen. Die Summe meiner einzelnen Teile. Grabenhalle St.Gallen, 18 und 20:30 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Electroboy. Der neue Film von Marcel Gisler («Rosie»). Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Bruno aus Bovolino. Mit Jörg Bohn. Theaterhaus Weinfelden, 10:15 Uhr

LITERATUR

Lesung mit Otmar Elsener. Rorschach, Geschichten aus der Hafenstadt. Generationentreff Negropont Rorschach, 14:30 Uhr Marcus Schäfer & Willi Häne: Hommage an Hanns Dieter Hüsch. Lesung mit Musik. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

DIVERSES

Offene Vollversammlung. Für alle die den Infoladen nutzen wollen. Infoladen Rabia Winterthur, 18:30 Uhr

Di 10. KONZERT

The Swiss Mongolian Orchestra feat. Heiri Känzig. Ein mongolisch-schweizerisches Weltmusikprojekt. Theater Winterthur, 19:30 Uhr

NACHTLEBEN

Disasterbar. Hitschlampereien mit Eskalationspotential. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Mein Weg zu dir. TV-Heimatfilm von Olaf Kreinsen. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Broken Land. Die Auswirkungen des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko. Kinok St. Gallen, 20:30 Uhr Mat I Syn. Regie: Alexander Sokurow. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Bruno aus Bovolino. Mit Jörg Bohn. Theaterhaus Weinfelden, 10:15 Uhr Theater Jam. Für improvisationshungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 19:30 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Willkommen im Paradies meines guten Gefühls. Ein Showbusiness in mehreren Aufzügen. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Ein Leben im Alpstein vor 100 Jahren. Mit Anna Maria DörigDörig. Kleiner Ratsaal Appenzell, 19:30 Uhr Manifestationen. Diskussion zum Thema «Amerika. Land der Träume». Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Moore: Lebensraum und Weltkulturerbe. Naturkundlicher Vortrag. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 19:30 Uhr ’s isch – ’s isch nöd. Das St.Galler Kinderfest. Vernissage. Textilmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr

Mi 11. KONZERT

Musique sans frontières. Ruth Bischofberger, Bernhard Ruchti. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Foolish Freylach Klezmer Band. Klezmer-Tanz. Grabenhalle St.Gallen, 19 Uhr Il Re Pastore. Serenata in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Veronika Stalder. Ghosts & Guests. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr

09.–12.02.

Das Salz der Erde. Wim Wenders Reise mit dem Fotografen Sebastião Salgado. Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 16:45 Uhr Thomas Hirschhorn – Gramsci Monument. Thomas Hirschhorns «Gramsci-Monument» in der Bronx. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Shell. Kammerspielartiges, fesselndes Drama. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Attenberg. Ein Schlüsselwerk des jungen griechischen Kinos. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 11 Uhr Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Schauspiel nach Jonas Jonasson. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Ablaufdatum. Geschichten eines Clowns. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Blockbuster Theater. Szenische Arbeit zum Film Terminator. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Jugendclub Momoll Theater. Wir alle für immer zusammen. FassBühne Schaffhausen, 20 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr

LITERATUR

Klangkunstwerk und Krimi – Michael Fehr. Hochpoetisches Klangkunstwerk. Raum für Literatur St.Gallen, 19:30 Uhr Angst. Novelle von Stefan Zweig. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Marcus Schäfer & Willi Häne: Hommage an Hanns Dieter Hüsch. Lesung mit Musik. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Vorwärts zum Genuss. Stefan Keller, Annette Hug, Adrian Riklin, Florian Bachmann. Comedia St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Kann die Entwicklungszusammenarbeit den Hunger besiegen? Ein Vortrag von Raphael Dischl. Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz, 18 Uhr

KINDER

Märchen im Museum. Tiermärchen aus Japan, mit Jolanda Schärli. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Geschichtenzeit. Geschichten erleben mit Monika Enderli. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 14:15 und 15 Uhr Petterson und Findus. Spannende und witzige Abenteuer. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Mit / Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gespräch mit Mirko Baseglia. Sitterwerk St.Gallen, 18:30 Uhr Erdbeeren im Winter – Ein Klimamärchen. Vortrag mit Thomas Stocker. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr Le Betrou, theurge. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 12. KONZERT

Mistral. Chanson-Pop aus Basel. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Renold – Kapilidis – Heinzler. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Ein kleines Konzert #59. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Lydia Ainsworth. Kühlatmosphärische Hi-Fi-Popsongs. Palace St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

DJ Parkverbot. Hier gibt’s kein Halten. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hörspielnacht. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

National Gallery. Ein spannender Einblick in eine altehrwürdige Institution. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Get – Der Prozess der Viviane Amsalem. Eine jüdischorthodoxe Israelin kämpft für ihre Scheidung. Kinok St.Gallen, 20:45 Uhr

BÜHNE

Fasnachtsgesellschaft – 35 Jahre treu: Schnitzelbank-Abende. Die Kellerbühne ist eine Wiege der St.Galler Fasnacht. Kellerbühne St.Gallen, 18:30 Uhr Duo Luna-Tic. Zwei Frauen, vier Hände und ein rollendes Klavier. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Jugendclub Momoll Theater. Wir alle für immer zusammen. FassBühne Schaffhausen, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Ergötzliches. Neunzig Minuten Unterhaltung pur. Theaterhaus Weinfelden, 20:15 Uhr

DIVERSES

St.Galler Fasnacht. Stadt St.Gallen, 05 Uhr Tango Argentino Kurs. Mit Rafael Herbas. Tanzschule Karrer St.Gallen, 20:15 Uhr

Fr 13. KONZERT

2. Mittagskonzert. Tonhalle St.Gallen, 12:15 Uhr Il Re Pastore. Serenata in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 19:30 Uhr

Saiten 02/2015

NACHTLEBEN

Saiten 02/2015

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Lassen Sie sich Möglichkeiten zeigen. Möglichkeiten zu Ihrem Nutzen Ihr Nutzen stets zum Focus nehmen, sind wir bestrebt in vielen Themen: denn schon bereits bei Ihren Daten, sehr gerne wir auch Sie beraten. Prüfung der Pixel, Schärfe und Kontrast, befreien wir auch vom Balast, wenn‘s nötig ist, wir retuschieren, und Farben auch gern aufpolieren. Geholfen wird stets dienstbeflissen, können in Fachhand Sie sich wissen, und möchten Sie’s, wir’s Ihnen zeigen, beim nächsten Mal wird’s leichter geigen. Dann dem Drucken beizuwohnen, das kann sich öfter auch noch lohnen, Sie dürfen es gern ausprobieren, das letzte Quäntchen optimieren. Und wie dann alles auszurüsten, da können wir uns durchaus brüsten, vielseitig und breit, ganz originell, Ihr Auftritt gewinnt und wird speziell. Drum nehmen Sie das Phon i «d’Händ», und wählen Printed in Switzerland, NiedermannDruck, sehr wohl, ist richtig, Berater sein, das ist uns wichtig. gn

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Dampf im Kessel. Fasnacht in der Lokremise. Lokremise St.Gallen, 19 Uhr Dance Free. Alkoholfreier Tanzraum, ohne Strassenschuhe. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Geisterball (Party). Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Tanznacht 40. Die Disco für alle ab 40 Jahren. Eighty-Four Club Winterthur, 21 Uhr Tanznacht 40. Für alle ab 40 Jahren, mit Disco-Hits von alt bis neu. Flair Cocktail Lounge Rapperswil, 21 Uhr

FILM

Thomas Hirschhorn – Gramsci Monument. Thomas Hirschhorns «Gramsci-Monument» in der Bronx. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Where The Elephant Sleeps. Film vortrag von Brigitte Uttar Kornetzky, Live-Musik mit Paul Giger und Padma. Kirche St.Laurenzen St.Gallen, 19:30 Uhr Serena. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

BÜHNE

Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Mehrzweckgebäude Chuchitobel Wildhaus, 17 Uhr Fasnachtsgesellschaft – 35 Jahre treu: Schnitzelbank-Abende. Die Kellerbühne ist eine Wiege der St.Galler Fasnacht. Kellerbühne St.Gallen, 18:30 Uhr Carmen. Oper von Georges Bizet. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr I bi meh aus eine. Hohe Stirnen. Fabriggli Buchs, 20 Uhr

Open List Poetry Slam. SoulTrap-Usklingete feat. Du & DJ Muhandis Douroucoulis. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr

VORTRAG

Mittagsimpuls. Mit Roman Rieger. Kathedrale St.Gallen, 12:15 Uhr Albert, wann stirbt die Malerei? Gespräch zwischen Albert Oehlen und Karin K. Bühler. Rab-Bar Trogen, 20 Uhr

DIVERSES

St.Galler Fasnacht. Stadt St.Gallen, 18 Uhr Spiel- und Gaumenfreude. Mit Ruth Werdenberg. Haus zur gewesenen Zeit Diessenhofen, 18:30 Uhr Im Tigerland – Abenteuer in der sibirischen Taiga. Live Reportage von Reno Sommerhalder. Forum im Ried Landquart, 19:30 Uhr Internationalistischer Monatsrückblick. Kurzfilme, Fernesehbeiträge und Infos zu sozialen Kämpfen. Infoladen Rabia Winterthur, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr

Sa 14. KONZERT

Musikdinner am Valentinstag. Töbi Tobler, Stefan Baumann, Patrick Kessler. Restaurant Erlenholz Wittenbach, 18:30 Uhr MSAV – Lehrerkonzert. Kursaal Heiden, 19 Uhr Duo Zisman Fulgido. Musik mit Latinoflavour. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr Guz – der beste Freund des Menschen. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Livekonzert mit Stimmenmusik. Ein Ohrenschmaus für Jung und Alt. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr The Peoples Republic (CH) & Menodoros (CH). Musik aus St.Gallen von St.Gallern. Treppenhaus Rorschach, 20 Uhr Appenzeller Echo. Asselkeller Schönengrund, 20:15 Uhr Linard Bardill und d‘Tubeschlag Band. Liedermacher & Geschichtenerzähler mit Band. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Acoustic Night. ValentinstagSpecial. Flon St.Gallen, 20:30 Uhr Alice Francis. Support: Carrousel (CH/F). Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

«Colors»: Good HipHop Music. DJs Scream (Mu?nchen/D),

FILM

Danioth – Der Teufelsmaler. Starkes Porträt des Teufelsmalers der Schöllenenschlucht. Kinok St.Gallen, 13:30 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Broken Land. Die Auswirkungen des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Usfahrt Oerlike. Regie: Paul Riniker. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Wild Tales – Jeder dreht mal durch. Regie: Damián Szifron. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Michel Gammenthaler. Show – Zauberei – Magie – Kabarett. Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr Fasnachtsgesellschaft – 35 Jahre treu: Schnitzelbank-Abende. Die Kellerbühne ist eine Wiege der St.Galler Fasnacht. Kellerbühne St.Gallen, 18:30 Uhr Alle sieben Wellen. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Buddenbrooks. Mehrzweckhalle Eichhalde Wila, 20 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Ergötzliches. Neunzig Minuten Unterhaltung pur. Theaterhaus Weinfelden, 20:15 Uhr Fast Forward – Eine ReEvolution. Cicadhoc&accomplices. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

KINDER

Petterson und Findus. Spannende und witzige Abenteuer. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Figurentheater Michael Huber. Warum tanzen die Sterne? Eisenwerk Frauenfeld, 15 Uhr

DIVERSES

Im Garten der Bibliothek. Zum 100. Geburtstag von Johannes Duft. Kathedrale St.Gallen, 11 Uhr Jubiläumsfest 5 Jahre Integra. Musik, Kurzlektionen und Ansprachen. Solidaritätshaus St.Gallen, 14 Uhr

13.–16.02.

St.Galler Fasnacht. Stadt St.Gallen, 14 Uhr

AUSSTELLUNG

Ueli Bächtold – Zwei Jahre Landschafts-Fotografie. Vernissage. Schloss Dottenwil Wittenbach, 17 Uhr

So 15. KONZERT

Il Re Pastore. Serenata in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 14:30 Uhr Loos-Stobede. Mit der Formation Edelweiss Herisau. Garni Loosmühle Weissbad, 15 Uhr Basler Madrigalisten & Georges Starobinski. 12-stimmiges Vokalensemble. Kloster Fischingen, 16 Uhr Organ Spectacular. Mit Paolo Bougeat, Gastorganist aus Aosta, Italien. Kathedrale St.Gallen, 17:30 Uhr Reto Burell. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr

FILM

National Gallery. Ein spannender Einblick in eine altehrwürdige Institution. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Die Rote Zora. Gelungene Verfilmung von Kurt Helds Kinderbuchklassiker. Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr Journal de Rivesaltes 1941–1942. Friedel Bohny-Reiter im Flüchtlingslager Rivesaltes. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr St.Vincent. Regie: Theodore Melfi. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Der Wind bläst, wo er will. The Broken Circle Breakdown. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Stratos (To Mikro Psari). Nachts ist Stratos Fabrikarbeiter, tagsüber Auftragsmörder. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr

BÜHNE

Ödipus Stadt. Schauspiel nach Sophokles, Euripides und Aischylos. Theater St.Gallen, 17 Uhr Fast Forward – Eine ReEvolution. Cicadhoc&accomplices. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr

VORTRAG

Matinée Flashdance. Einführung. Theater St.Gallen, 11 Uhr

AUSSTELLUNG

50 Jahre Kellerbühne. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Von Menschen & fliegenden Bäumen. Kunstcafé. Galerie Sonja Bänziger St.Gallen, 14 Uhr Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr

Mo 16. KONZERT

Roli Frei & The Soulful Desert. Soul, Folk, Pop, Blues und Rock. Weinlokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr Neo & Neo (BS/Winti). Süsse Melancholie. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Get – Der Prozess der Viviane Amsalem. Eine jüdisch-orthodoxe Israelin kämpft für ihre Scheidung. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 14 Uhr und 20 Uhr Wir lieben und wissen nichts. Schauspiel von Moritz Rinke. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Jugendclub Momoll Theater. Wir alle für immer zusammen. FassBühne Schaffhausen, 20 Uhr

LITERATUR

LesemonTaG. Kleider machen Leute. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

DIVERSES

Sprachencafé Italienisch. Generationentreff Negropont Rorschach, 14 Uhr Comic Labor. Brot & Spiele für Zeichnende und ComicInteressierte. Alte Kaserne Winterthur, 19:30 Uhr Im Tigerland – Abenteuer in der sibirischen Taiga. Live Reportage von Reno Sommerhalder. Sammlung Würth Rorschach, 19:30 Uhr St.Galler Fasnacht. Stadt St.Gallen, 19:30 Uhr

Di 17.

KINDER

Eine Nachtmusik für Kleine. Familienkonzert mit Mozart. Tonhalle St.Gallen, 11 Uhr Petterson und Findus. Spannende und witzige Abenteuer. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Fünf Freunde 4. Die Spur führt sie mitten in die Wüste. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Märchen und Orgel. Kinder& Familienkonzert. Kath. Kirche Amriswil, 15 Uhr

DIVERSES

SRF 1 Persönlich. Die RadioTalksendung live. Lokremise St.Gallen, 10 Uhr St.Galler Fasnacht. Stadt St.Gallen, 11 Uhr

NACHTLEBEN

The Captaine & Suaveliscious. Little Ghetto Boys. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Kinomol. Zum Säntis – unterwegs mit Franz Hohler. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Thomas Hirschhorn – Gramsci Monument. Thomas Hirschhorns «Gramsci-Monument» in der Bronx. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Die Böhms – Architektur einer Familie. Der Architekt und Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

Saiten 02/2015

NACHTLEBEN

LITERATUR

Pfund 500, Mack Stax. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr Basskerade. Mit dem H.E.A.R Collective und Tiburk Sound System. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Son Caribe. Salsa-Tanzfest. Spiegelhalle Konstanz, 22 Uhr Marc Romboy @ Zauberwald. Techno. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

Saiten 02/2015

Café Deseado. Unterwegs von 47 1/2 ° N nach 47 1/2 ° S. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Easy Tuners. Jazz. Sound Industrie (Musik - Bar - Lounge) Münchwilen TG, 20 Uhr Flügel zum freien Spiel. GuugeMönschterli auf dem Rathausplatz. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Painting Jazz. Mit der hervorragenden Sängerin Sandy Patton. Krug – Die Quartierbeiz St.Gallen, 20 Uhr Akku Quintett. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Soul Eyes. Eigenkompositionen und groovig-melodische Songs. Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr 18 Years HipHopShows. Swollen Members, Rakaa & DJ. Kugl St.Gallen, 21 Uhr A Tribute To Hank Mobley & Grant Green. Bernd Reiter Trio feat. Eric Alexander & Helmut Kagerer. Jazzhuus (Jazzclub) Lustenau, 21 Uhr 10 Jahre T-Squad. Reflexion Party. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Live: Hush Hush (USA). Support: Gene Siewing (Berlin/Intent Recordings). Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr

La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Ergötzliches. Neunzig Minuten Unterhaltung pur. Theaterhaus Weinfelden, 20:15 Uhr Fast Forward – Eine ReEvolution. Cicadhoc&accomplices. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr


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The Music Of Gordon Matthew Sumner

Für Schweizer und andere Randgruppen

Undercover-Einsatz für die Ohren: Die Jazzband Sting Operation nimmt sich mit Gordon Matthew Sumner alias Sting einen der ganz grossen Rockmusiker vor. Die Musiker um den Zürcher Saxophonisten Felix Straumann sezieren Stücke wie «Message In A Bottle» oder «Moon Over Bourbon Street», aber auch unbekanntere Songs, und interpretieren sie auf ihre eigene überraschende Weise. Special Guest in St.Gallen ist der Trompeter Mats Spillmann, der seit vielen Jahren zu den profiliertesten Jazztrompetern der Schweiz gehört. Freitag 20. Februar, 20 Uhr, Kaffeehaus St. Gallen. gambrinus.ch

Macht Kebap-Essen tolerant? Warum sprechen die Deutschen kein Schweizerdeutsch? Und Berner so langsam? Wo fängt die Sprache an und wo hört die Integration auf? Und sind wir nicht alle ein bisschen schwul? Diesen und weiteren Fragen geht Renato Kaiser in seinem zweiten abendfüllenden Spoken-Word-Programm «Integrational» nach. Ihm zur Seite steht dabei der musikalische Alleskönner Enrico Lenzin, der mit seinem randständigen Dasein als Rheintaler und Perkussionist dem Abend die nötige Prise Exotik verleiht. Freitag 20. Februar, 20:15 Uhr, Hotel Linde Heiden. lindeheiden.ch

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

Zauberlaterne Filmclub. Michel in der Suppenschüssel. Alte Kaserne Winterthur, 14 und 16 Uhr Pica-Pau – Raffi & Co. Kinderprogramm. Kultur i de Aula Goldach, 14:30 Uhr Ungarische Erzählstunde. Erzählt von Eva Csokona. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 15 Uhr

The Theory of Everything. Regie: James Marsh. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Det Sjunde Inseglet. Regie: Ingmar Bergman. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Theater Jam. Für improvisationshungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Alle sieben Wellen. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Wir lieben und wissen nichts. Schauspiel von Moritz Rinke. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Ein neuer Tag – Caco erwacht. Clownstück von Carole Colombi. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Jugendclub Momoll Theater. Wir alle für immer zusammen. FassBühne Schaffhausen, 20 Uhr

DIVERSES

St.Galler Fasnacht. Stadt St.Gallen, 15 Uhr Im Tigerland – Abenteuer in der sibirischen Taiga. Live Reportage von Reno Sommerhalder. Stadtsaal Wil, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG Moore: Lebensraum und Weltkulturerbe. Führung. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 19:30 Uhr

Mi 18. KONZERT

Besinnung zum Aschermittwoch. Beat Grögli, Willibald Guggenmos. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Il Re Pastore. Serenata in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 17:30 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Candy Dulfer & Band. The «Queen of Sax». Kammgarn Schaffhausen, 20 Uhr Laura Vogt & Schööf. Text trifft auf Ton. B-Post Bar St.Gallen, 20 Uhr Sandra Kreisler – Hommage an eine treue Grösse: Kreisler singt Kreisler. Chanson-Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Session-Room. Anstatt «Guitar Hero» zu Hause spielen. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Jazz am Mittwoch. Sarah Buechi Flying Letters. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Not a nail bar, a band! Kraut, Noise, Punkrock. TapTab Schaffhausen, 20:30 Uhr

FILM

Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 14:15 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie.

Kinok St.Gallen, 16:15 Uhr Dogtooth (Kynodontas). Bizarre und schwarzhumorige SurrealSatire aus Griechenland. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Dance on Screen. Gisa Frank und Eve Bhend kommentieren Schweizer Tanzfilme. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 19 Uhr Ein neuer Tag – Caco erwacht. Clownstück von Carole Colombi. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Margrit Bornet. Bornet Identity. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 20 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Theater Klappsitz. Kleiner Idiotenführer. Haberhaus Schaffhausen, 20:30 Uhr

LITERATUR

Am Heute kommt man nicht vorbei. Lesung und Expertengespräch. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Kultur am Feierabend. Präsentation mit Victor Manser. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr

KINDER

Wer ist hier der Räuber? Kasperlitheater. Thurdruck Frauenfeld, 14 Uhr

17.– 20.02.

DIVERSES

30 Jahre Herischrenzer – Jubiläumsbar. Guggen, DJ’s, Barbetrieb. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 17 Uhr Öffentliche Führung. Sitterwerk St.Gallen, 17:30 Uhr

AUSSTELLUNG

After-Work-Führung. Wir essen die Welt. Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz, 18 Uhr Conversion de St Matorel, bateleur. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr Erdbeeren im Winter – Ein Klimamärchen. Vortrag mit Stefanie Lena Hille. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr

Do 19. KONZERT

Egli. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Who the fuck is: MF Doom. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Klavierstunde in der Eisenbeiz. Mit Überraschungsgast. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Molton Festival. Annakin. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Nicole Jo & Peter Finc. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Der Nino aus Wien. Die Speerspitze des österreichischen Pop. Palace St.Gallen, 21 Uhr Red City Radio. Feat. Arms Aloft, Pears. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

DJ Lefthand. The Last Beat. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Homo Faber (drei Frauen). Richard Dindos filmische Lektüre von Max Frischs Roman. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 10 und 14 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 11 Uhr Die Verschwundenen. Ein Theaterstück über eine zerrissene Familie. Theaterhaus Weinfelden, 14:15 Uhr

Gut gegen Nordwind. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Ach du gütiger Bruder! Gesellschaftskomödie von Justine Klava. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Der letzte Raucher. Stück von Mark Kuntz. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Jugendclub Momoll Theater. Wir alle für immer zusammen. FassBühne Schaffhausen, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Richard III – Revolution Baby. Nach Shakespeare. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Die Verschwundenen. Ein Theaterstück über eine zerrissene Familie. Theaterhaus Weinfelden, 20:15 Uhr

LITERATUR

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Icon Poet live. Hazel Brugger, Romeo Meyer, Steff la Cheffe & Surprise. Militärkantine (Kastanienhof) St.Gallen, 20 Uhr

KINDER

Geschichtenzeit. Geschichten erleben mit Marianne Wäspe. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 14:15 und 15 Uhr

DIVERSES

30 Jahre Herischrenzer – Jubiläumsbar. Guggen, DJ’s, Barbetrieb. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 17 Uhr Tango Argentino Kurs. Mit Rafael Herbas. Tanzschule Karrer St.Gallen, 20:15 Uhr

AUSSTELLUNG

KIT. Vernissage. Nextex St.Gallen, 19 Uhr Hans Krüsi – Malerei. Gesprächsrunde. Museum für Lebensgeschichten Speicher, 19:30 Uhr

Fr 20. KONZERT

Erfreute Zeit im neuen Bunde. Kantate BWV 83 von J.S. Bach. Evang. Kirche Trogen, 19 Uhr 7. Tonhallenkonzert. Requiem / Brahms – Zwicker. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Chris Conz Quartett. Feat. Duke Seidmann. Dixie- und Jazz-Club Sargans, 20 Uhr Die Gschicht isch besser. Stahlberger. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Frohsinn Stubete. C’est si B.O.N. Restaurant Frohsinn Weinfelden, 20 Uhr Sandra Kreisler – Hommage an eine treue Grösse: Kreisler singt Kreisler. Chanson-Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Saxtalk / Easy Tuners. Doppelkonzert. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Sting Operation. Musik von Gordon Matthew Sumner (Sting). Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Bacon Fats. Jazz. Esse Musicbar


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71 Winterthur, 20:15 Uhr Molton Festival. Michael von der Heide. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr The Tiger Lillies. Brechtian Punk Cabaret. Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr Azymuth. Samba Doido. Jazzclub Rorschach, 21 Uhr Tanznacht40. Partytunes & Disco für alle ab 40 Jahren. Tanz-Zentrum St.Gallen, 21 Uhr Cigani Disko. Gypsy Punk, Horror Folk, Balkan Ska. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr Ian Fisher Meets One Shot Orchestra. Junior (D/USA). Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr

Theater & Psychoanalyse. Mit Hans Hopf. Spiegelhalle Konstanz, 18 Uhr

NACHTLEBEN

AUSSTELLUNG

Twisted Turns #3: DJ Nail. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Shantel – Viva Diaspora. DJ Session. Kugl St.Gallen, 22 Uhr

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

FILM

Die Böhms – Architektur einer Familie. Der Architekt und Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Reise zur Sonne. Über die Freundschaft zweier junger Männer. Infoladen Rabia Winterthur, 19 Uhr Get – Der Prozess der Viviane Amsalem. Eine jüdisch-orthodoxe Israelin kämpft für ihre Scheidung. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Die Hüter der Tundra. Intimes Portrait mit beeindruckenden Naturaufnahmen. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr Unbroken. Regie: Angelina Jolie. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Mommy. Xavier Dolans neues Werk: «intensivster Film des Jahres». Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Die Verschwundenen. Ein Theaterstück über eine zerrissene Familie. Theaterhaus Weinfelden, 10:15 Uhr Alle sieben Wellen. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Bea von Malchus: Nibelungen. Ein Mordsvergnügen. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Jugendclub Momoll Theater. Wir alle für immer zusammen. FassBühne Schaffhausen, 20 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Integrational. Renato Kaiser und Enrico Lenzin. Hotel Linde Heiden, 20:15 Uhr Theater Klappsitz. Kleiner Idiotenführer. Haberhaus Schaffhausen, 20:30 Uhr

LITERATUR

52. Poetry Slam St.Gallen. Kampf die begehrte Krone des St.Galler Slamchamps. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

VORTRAG

KINDER

Polnische Erzählstunde. Erzählt von Elzbieta Barandun. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr

DIVERSES

30 Jahre Herischrenzer – Jubiläumsbar. Guggen, DJ’s, Barbetrieb. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 17 Uhr Spielrabend. Spielen mit der Ludothek Speicher-Trogen. Rab-Bar Trogen, 20 Uhr Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr

Sa 21. KONZERT

Chante Eta’n: Kevin Locke. Geschichtenerzähler, Flötenspieler und Reifentänzer. Alte Kaserne Winterthur, 16 Uhr Il Re Pastore. Serenata in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Junior (Berlin/USA). Folk und Synthie. Triebwerk Arbon, 20 Uhr Lucky Camels. Keep on swinging! Schloss Dottenwil Wittenbach, 20 Uhr Mosa Nature / Loreley & Me. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Sandra Kreisler – Hommage an eine treue Grösse: Kreisler singt Kreisler. Chanson-Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Vom Stern (CH). Sanfte Klänge aus St.Gallen. Treppenhaus Rorschach, 20 Uhr Molton Festival. Gus MacGregor. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Theatralischer Liederabend über Fabrizio de André. Compagnia Grande Giro. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Fraine, Dachs, Neo&Neo. Sehr entdeckungswürdige Bands aus der Ostschweiz. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr Sandro Pallua Group Konzert. Jazz für Geniesser. Casino Bad Ragaz, 21 Uhr Stahlberger – Die Gschicht isch besser. Mundartpop, der weiterhin die Massstäbe setzt. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Dirty Sound Magnet. Support: Electric Sun. Grabenhalle St.Gallen, 21:30 Uhr Bohren und der Club of Gore. Palace St.Gallen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Heute Tanz. Balearic Dub, Sleazy Disco & Chicago House. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Tango Argentino. Tanzabend. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Bravo Hits Party. Mit dem Knightrider Soundsystem. Kammgarn Schaffhausen, 22 Uhr Electro-Party. Von Deeptown. Flon St.Gallen, 22 Uhr Jungle Café. Neurofunk-Edition Pt. 1: Drum & Bass. TapTab Schaffhausen, 22:30 Uhr Kraftek Villains Tour. Tech-

house. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

Electroboy. Der neue Film von Marcel Gisler («Rosie»). Kinok St.Gallen, 13 Uhr Thomas Hirschhorn – Gramsci Monument. Thomas Hirschhorns «Gramsci-Monument» in der Bronx. Kinok St.Gallen, 15:15 Uhr At Home (Sto spiti). Drama zur Griechenlandpleite: Nadja wird fristlos gekündigt. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Wild – der grosse Trip. Mit Reese Witherspoon. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Cabaret. Broadway-Musical. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Ach du gütiger Bruder! Gesellschaftskomödie von Justine Klava. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Bea von Malchus: Nibelungen. Ein Mordsvergnügen. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Jugendclub Momoll Theater. Wir alle für immer zusammen. FassBühne Schaffhausen, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Thomas Reis. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr The Good, the Bad & the Ugly. Szenische Arbeit zum Thema «Amerika». Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Theater Klappsitz. Kleiner Idiotenführer. Haberhaus Schaffhausen, 20:30 Uhr Die Entdeckung der Currywurst. Erzähltheater mit Jaap Achterberg. Altes Zeughaus Herisau, 20:30 Uhr

KINDER

Buchstart. Reim und Spiel mit Marianne Wäspe. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 09:30 und 10:30 Uhr Arabische Erzählstunde. Erzählt von Selma Mechergui. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 13 Uhr Kinderclub. Wir basteln Schwert und Helm. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Casino Frauenfeld, 14 Uhr Pippas Traumfenster. Eine poetische Fensterreise. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

20.– 22.02.

Fünf Freunde 4. Die Spur führt sie mitten in die Wüste. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr

DIVERSES

30 Jahre Herischrenzer – Jubiläumsbar. Guggen, DJ’s, Barbetrieb. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 17 Uhr

AUSSTELLUNG

Tröcklichrömer & Verkaufsberater. Führung. Appenzeller VolkskundeMuseum Stein, 10:30 Uhr Co Gründler – Beyound Shadows and Minds. Finissage. Galerie Adrian Bleisch Arbon, 14 Uhr Sittenbild. Vernissage. Projektraum 4 1/2 St.Gallen, 18 Uhr

So 22. KONZERT

High Noon Musik 2000+. Matinée mit zeitgenössischer Musik. Spiegelhalle Konstanz, 12 Uhr Loos-Stobede. Mit der Formation Geschwister Fässler. Garni Loosmühle Weissbad, 15 Uhr 7. Tonhallenkonzert. Requiem / Brahms – Zwicker. Tonhalle St.Gallen, 17 Uhr Beat Grögli, Willibald Guggenmos. Kleinaberfein St. Gallen, 17 Uhr Carolina Durandi & Sibylle Baldinger. Klavierduo. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 17 Uhr Kammermusik-Konzert «Trio Artemis». Werke von Haydn, Debussy und Schostakowitsch. Kirchgemeindehaus Amriswil, 17 Uhr Lieder. Judith Waller, Alt & Ursula Oelke, Klavier. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 17 Uhr Petr Adamec & Bohuslav Matousek, Prag. Tschechische Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts. Evang. Kirche Urnäsch, 18:30 Uhr Cathryn. Folk & more. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr

FILM

Die Böhms – Architektur einer Familie. Der Architekt und Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm. Kinok St.Gallen, 11 Uhr National Gallery. Ein spannender Einblick in eine altehrwürdige Institution. Kinok St.Gallen, 12:45 Uhr Annie. Regie: Will Gluck. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Die Rote Zora. Gelungene Verfilmung von Kurt Helds Kinderbuchklassiker. Kinok St.Gallen, 16 Uhr Broken Land. Die Auswirkungen des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko. Kinok St.Gallen, 18:15 Uhr Wild Tales – Jeder dreht mal durch. Regie: Damián Szifron. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Der Wind bläst, wo er will. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Akadimia Platonos. Der griechische Alltag unmittelbar vor der grossen Krise. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 16 Uhr Gut gegen Nordwind. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 17 Uhr Cabaret. Broadway-Musical. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 18 Uhr Das Schumann Projekt. Genie und Wahnsinn. Tak Schaan, 19 Uhr Ödipus Stadt. Schauspiel nach Sophokles, Euripides und Aischylos. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Il Trovatore. Oper von Giuseppe Verdi. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 20 Uhr

LITERATUR

Michèle Minelli. Krimi – Lesung. Obere Mühle Dübendorf, 17 Uhr

VORTRAG

Dietmar Schultke. Zur DDR und dem Mauerfall. Kantonsbibliothek Thurgau Frauenfeld, 19:30 Uhr Kinder Chasperli: Ein Puppentheater. Kinderveranstaltung. Treppenhaus Rorschach, 10 Uhr Rumpelstilzchen oder Fräulein Müller spinnt. Theater Kunstdünger. Theater am Gleis Winterthur, 11 Uhr Der kleine Lord. Familienstück nach Frances Hodgson Burnetts. Theater St.Gallen, 14 Uhr Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Rössli Illnau, 14 Uhr Ronja Räubertochter. Musikalisches Theater für die ganze Familie. Sammlung Würth Rorschach, 14 Uhr Pippas Traumfenster. Eine poetische Fensterreise. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Abenteuer für kleine Helden. Improtheater Konstanz. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Wolfsschwestern. Puppenspiel mit Live-Musik. Fabriggli Buchs, 16 Uhr Zick Zack Puff. Company Mafalda. Chössi-Theater Lichtensteig, 17 Uhr


73

Erzähltheater mit Jaap Achterberg

Dirty: die Sound Magneten

Jaap Achterberg erzählt «Die Entdeckung der Currywurst», eine wunderbare Liebesgeschichte im Hamburg der letzten Kriegstage. In Erinnerung an seine Kindheit macht sich der Erzähler auf die Suche nach der ehemaligen Besitzerin einer Imbissbude. Er findet die betagte Lena Brucker in einem Altersheim und erfährt die Geschichte ihrer «schönsten Jahre» und wie es zur Entdeckung der Currywurst kam. Der Bogen spannt sich weit zurück in die letzten Apriltage des Jahres 1945 und beginnt in einem Kino auf der Reeperbahn… Samstag, 21. Februar, 20:30 Uhr Altes Zeughaus Herisau. kulturisdorf.ch

Wer sich das erste Mal an den Sound von Dirty Sound Magnet, heranwagt, wird sicher ordentlich Geld darauf verwetten, dass die Band aus den USA kommt. Wette verloren: Sie kommt aus dem beschaulichen Fribourg. Klingen tun die Magneten aber so, als seien sie mit dem Staub der Route 66 gross geworden: bluesig, rotzig, in der Tat dreckig, basisch, rockig. Begleitet werden sie von Electric Sun, aus der Gegend und musikalisch schwer einzuordnen. Ihr Sound gleicht einer kosmisch musikalischen Entladung, die ihrerseits Ursprung kreativer Strahlungsenergie sein soll. Afterparty mit Qiu! Samstag, 21. Februar, ab 21 Uhr, Grabenhalle St.Gallen. grabenhalle.ch

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

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KINDER

Jonathan Binet – Sonia Kacem. Familienworkshop. Kunsthalle St.Gallen, 14 Uhr

DIVERSES

Radio SRF 1 – «Persönlich». Das Gespräch leitet Christian Zeugin. Altes Kino Mels, 10 Uhr 30 Jahre Herischrenzer – Jubiläumsbar. Guggen, DJ’s, Barbetrieb. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 17 Uhr

AUSSTELLUNG

Erdbeeren im Winter – Ein Klimamärchen. Führung. Naturmuseum St.Gallen, 10:15 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. NostalgieGespräch mit Richard Butz. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Musikalische Porträts von der ‹Seeseite› des Lebens. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 11 Uhr

Mo 23. KONZERT

Boogie Fox. Swing-Rock’n’Roll mit viel Schwung. Weinlokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr

FILM

Cineclub St.Gallen. Elektro Moskva. Grabenhalle St.Gallen, 18 Uhr

Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Cineclub St.Gallen. Elektro Moskva. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 10 und 14 Uhr Das Schumann Projekt. Genie und Wahnsinn. Tak Schaan, 14 Uhr Carmen. Oper von Georges Bizet. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

LITERATUR

Joachim Rittmeyer – 45 Jahre treu: Brandneues und Neuentbranntes. Kabarettistische Lesung. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

DIVERSES

Sprachencafé Englisch. Generationentreff Negropont Rorschach, 15:30 Uhr

Di 24. NACHTLEBEN

Disasterbar. Phonographic Transmissions from the Wardenclyffe Plant. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

Sibelius zum Dritten

Barrelhouse Jazzband

«Der Schwan von Tuonela» hat weltweit eine für Sibelius wohl einzigartige Popularität erlangt. Grund dafür ist das schmelzende, schwermütige Englischhorn-Solo. Anschliessend duettieren Klarinette und Fagott in Strauss’ DuettConcertino sozusagen um die Wette – ein Werk «ohne grossen Anspruch, es sei denn, leichten Tons unterhalten zu wollen», was Richard Strauss hier perfekt gelungen ist. Zum krönenden Abschluss dann die Dritte von Sibelius: kompakt in der Emotionalität, ohne spätromantischen Überschwang. Mittwoch, 25. Februar, 19:30 Uhr, Stadthaus Winterthur. musikkollegium.ch

In ihrer bewegten 61-jährigen Bandgeschichte hat sich die Barrelhouse Jazzband einen Grundsatz bewahrt, nämlich kompromisslos Jazz zu spielen. Mit ihrem Repertoire bietet die Band hundert Jahre mitreissende Jazzgeschichte: Jazz, Blues, BoogieWoogie, Swing und Créol-Jazz. Die Mitglieder Deutschlands renommiertester Jazz-Band sind schon an Musikfestivals auf der ganzen Welt aufgetreten und sind seit 1968 Ehrenbürger von New Orleans. Diese Band ist eine Institution! Freitag, 27. Februar, 20:15 Uhr, Altes Kino Mels. alteskino.ch

FILM

Die Böhms – Architektur einer Familie. Der Architekt und Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Out of Rosenheim. Herzerwärmende Komödie mit Marianne Sägebrecht. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Serena. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Crulic – Drumul Spre Dincolo. Regie: Anca Damian. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 10 Uhr Theater Jam. Für improvisationshungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Tornardo. Mit Andrea Boll, Stefan Colombo und Nora Vonder Mühll. Theater Schauwerk Schaffhausen, 19 Uhr

LITERATUR

Joachim Rittmeyer – 45 Jahre treu: Brandneues und Neuentbranntes. Kabarettistische Lesung. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Gallus, Missionar Alemanniens. Führung: Ernst Tremp. Kathedrale St.Gallen, 16 Uhr Benno Scheyer. Bewusste und glückliche Beziehung. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 19:30 Uhr Roméo et Juliette. Matinée,

22.– 29.02.

Einführung ins Tanzstück. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Stadtparlaments-Sitzung. Botellón. Enten-Weiher St.Gallen, 16 Uhr Englisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr

Mi 25. KONZERT

Faszination Gitarre. Lothar Theissmann. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Konzert – Cellissimo. Die Klasse von Prof. Jens Peter Maintz, Berlin. Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz, 18 Uhr Sibelius zum Dritten. Musikkollegium Winterthur. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Der! Blues. Abend mit Musik und Geschichten über den Blues. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Jazz Now. Solo Series #6: Marianne Racine. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Veronika Stalder. Ghosts & guests. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr

FILM

National Gallery. Ein spannender Einblick in eine altehr-

würdige Institution. Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr Attenberg. Ein Schlüsselwerk des jungen griechischen Kinos. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Homo Faber (drei Frauen). Richard Dindos filmische Lektüre von Max Frischs Roman. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 10 Uhr Strings. Choreografien von E. Clug, W. Forsythe und C. Spuck. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Long Life. Ein faszinierender Blick in die Altershölle. Sal Schaan, 20 Uhr Lorenz Keiser. Chäs und Brot & Rock’nRoll. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr

LITERATUR

Amerikanische Short Stories am Seerosenteich. Mit Regine Weingart und Arnim Halter. Botanischer Garten St.Gallen, 20 Uhr Joachim Rittmeyer – 45 Jahre treu: Brandneues und Neuentbranntes. Kabarettistische Lesung. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr


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ORGANIST: RICHARD HILLS (GB)

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27. FEBRUAR

19:30 UHR ORGEL OUVERTURE 20:00 UHR «SUNRISE» 28. FEBRUAR

19:30 UHR ORGEL OUVERTURE 2 0 : 0 0 U H R « S A F E T Y L A S T»

Pippas Traumfenster Trickfilm trifft auf Puppenspiel

Premiere: Sa. 21.02.15 / 14:30

1. MÄRZ

15:00 UHR PROGRAMM FÜR KINDER UND FAMILIEN EINTRITTSPREISE FREITAG UND SAMSTAG CHF 20.– / 10.– SONNTAG CHF 10.– / 5.– Spielplan und Reservationen: www.figurentheater-sg.ch


75

Finnin mit äthiopischen Wurzeln

Gesungene Improvisation

Haydn: intim und lyrisch

Acapella-Theater mit den Urstimmen

Mirel Wagner singt von den tiefen Kellern der Seele. Die verlockende Düsternis auf ihrem Album «When The Cellar Children See The Light Of Day» gründet auf einer schwarzen Stimme, einer unglaublich spärlich tröpfelnden Gitarre und all den menschenleeren Zwischenräumen, aus denen man sich so sehr einen Hoffnungsschimmer herbeisehnt. Aber Mirel Wagner schaut mit geradezu schmerzhaft wenig Unschärfe in glühende Abgründe, kühl wie die Katze einem das soeben abgemurkste Rotkehlchen vor die Füsse legt. Freitag, 27. Februar, 21 Uhr, Palace St.Gallen. palace.ch

Der gebürtige Herisauer Christian Johannes Käser alias Pumpernickel singt Lieder, die auf der Bühne im Moment entstehen. Inspiriert durch Vorgaben aus dem Publikum hat er nur seinen Charme und eine Gitarre, um aus dem Jetzt heraus Songs und Geschichten vom Hundertsten ins Tausendste zu spinnen. Musikalische Stegreif-Comedy nennt er diese Disziplin – ein biografisches Abenteuer mit sehr persönlichen Geschichten von einer Ostschweizer Jugend zwischen Heinrichsbad, Säntis, Sonnenberg, Madonna und Maradona. Freitag, 27. Februar, 20:30 Uhr, Altes Zeughaus Herisau. kulturisdorf.ch

Das Collegium Musicum Ostschweiz eröffnet das Konzertjahr mit einer der grossen Messen Joseph Haydn’s; der Theresienmesse. Sie gilt als die intimste und lyrischste der späten Messen Haydns. Ergänzt wird das Programm mit einer Uraufführung der Liedkantate «Mein Herr und mein Gott». Sie wurde von Carl Rütti extra für dieses Konzert neu instrumentiert. Der Kammerchor Oberthurgau Arbon konzertiert erstmals unter neuer Leitung von Roman Walker, als Nachfolger des langjährigen Dirigenten Mario Schwarz. Samstag. 28. Februar, 20 Uhr, Kirche St.Laurenzen St.Gallen und Sonntag, 1. März, 17 Uhr, kath. Kirche Arbon. collegium-musicum.ch

Die Urstimmen zerlegen singend und spielend die menschliche Beziehung bis ins kleinste Atom. In ihrem neuen Programm «Beziehungsweise» lassen sie sich auf Biegen und Brechen, mit Haut und Haar aufeinander ein – jodelnd und jauchzend, trällernd und tönend, sinnlich und sarkastisch. Und bringen so Dissonanzen in die Harmonie von Beziehungen. Für keinen Schlager zu schade und für keine Arie zu schlecht, verschmelzen die Urstimmen Gesang, Szene und Text zu einem charmant bissigen Theaterabend. Samstag, 28. Februar, 20:15 Uhr, Chössi Theater Lichtensteig. choessi.ch

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

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KINDER

Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Stadthof Rorschach, 14 Uhr Museum für Kinder. Männer spielen Frauen: Das japanische No-Theater. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Pippas Traumfenster. Eine poetische Fensterreise. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

DIVERSES

Extremfotografie. Berufsalltag in Wüsten und Gebirge. Grand Hotel Quellenhof Bad Ragaz, 20 Uhr Joulangerie. Ein Abend voller Gesellschaftsspiele. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

St Ellen, hile. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 26. KONZERT

Wanderful. There’s no Piz like Show Piz. Casino Frauenfeld, 20 Uhr Cilia Hunch. Neo-Soul. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Rafael Jerjen Concept. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Froth (US). Omnichord-Garage aus den Staaten. Treppenhaus Rorschach, 21:30 Uhr

NACHTLEBEN

Gare Tango. Der beliebte Tanzabend mit DJ Patrick. Gare de Lion Wil, 19 Uhr Badewanne. Different Styles of Drum’n’Bass & Jungle. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr

Long Life. Ein faszinierender Blick in die Altershölle. Sal Schaan, 20 Uhr Lorenz Keiser. Chäs und Brot & Rock’n’Roll. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr Peach Weber. Comedyabend. Mehrzweckgebäude Wald, 20 Uhr Sketchforce #1 (Kleinkunst, Live!). Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr

FILM

LITERATUR

Homo Faber (drei Frauen). Richard Dindos filmische Lektüre von Max Frischs Roman. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 19 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 19 Uhr Alle sieben Wellen. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19:30 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr

Amerikanische Short Stories am Seerosenteich. Mit Regine Weingart und Arnim Halter. Botanischer Garten St.Gallen, 20 Uhr Bodmanhaus trifft Schweizer Literaturpreisträger. Namen noch geheim. BodmanLiteraturhaus Gottlieben, 20 Uhr Franz Hohler – 50 Jahre treu: spaziert durch sein Gesamtwerk. Kabarettistische Lesung. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Ort der List und der Baukultur. 11. List. Zeughaus Teufen, 17 Uhr

DIVERSES

Was ich Frau Anna Maria Frei-Braun schon immer fragen wollte? Generationentreff Negropont Rorschach, 14:30 Uhr Tatortdinner. Genuss und Spannung, Essen und Show. Rösslisaal Flawil, 19 Uhr

25.– 27.02.

Tango Argentino Kurs. Mit Rafael Herbas. Tanzschule Karrer St.Gallen, 20:15 Uhr

AUSSTELLUNG

KIT. Künstlergespräch. Nextex St.Gallen, 19 Uhr

Fr 27. KONZERT

Popa Chubby. Bluesrock aus den USA. Kammgarn Schaffhausen, 19:45 Uhr Basement Barbeque. Unplugged. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Die Schurken. Mit Goran Kovacevic. 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr Dub Spencer & Trance Hill. Reggae Ragga Dub. Triebwerk Arbon, 20 Uhr Götz Widmann. Der Klassiker ist wieder in Rorschach. Treppenhaus Rorschach, 20 Uhr Wanderful. There’s no Piz like Show Piz. Casino Herisau, 20 Uhr Alessandro D’Episcopo Trio. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Barrelhouse Jazzband. Jazz, Blues, Boogie-Woogie, Swing und Créol-Jazz. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr Panem’s Friday Night Music – Anne Czichowsky Quintett. The truth and the abstract blues. Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr

Pumpernickel. Lieder mit Charme und Gitarre. Altes Zeughaus Herisau, 20:30 Uhr Quintetto dei personaggi. Late Night Music. Lokremise St.Gallen, 21 Uhr Ton für Ton: Mirel Wagner. Finnische Melancholie. Palace St.Gallen, 21 Uhr Ton für Ton: The Pains Of Being Pure At Heart. Support: Delorian Cloud Fire. Grabenhalle St.Gallen, 21:45 Uhr

NACHTLEBEN

All About Minimal. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Alle Ampeln auf Gelb! Northern German Soul, Jangle Pop. TapTab Schaffhausen, 21:30 Uhr Shrubber’s. DJ Tonite Stand, Domenico Ferrero & Surprise Guest. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Liquid Soul @ Outerspace. Progressive. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Where The Elephant Sleeps. Film vortrag von Brigitte Uttar Kornetzky, Live-Musik mit Eigenmann/Rauber/Pfeifer. Ev. Kirchgemeindehaus Lachen St.Gallen, 19:30 Uhr


77 Stummfilmkonzert. «Sunrise», mit Livemusik auf der Wurlitzer. Ev. Kirchgemeindehaus St. Georgen St.Gallen, 19:30 Uhr Serena. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr L’intrepido. Die erträgliche Leichtigkeit des Glücklichseins. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr Wild – der grosse Trip. Mit Reese Witherspoon. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Stratos (To Mikro Psari). Nachts ist Stratos Fabrikarbeiter, tagsüber Auftragsmörder. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

BÜHNE

Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Strings. Choreografien von E. Clug, W. Forsythe und C. Spuck. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Break Up. Dance Artistic Company Deep Emotions. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Gertrud lässt den Alltag sprechen. Was macht eine Gabel aggressiv? FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr Klaus Eckel: Alles bestens, aber... Kabarett. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Reto Zeller: schonZeit. Der Geschichtenerzähler. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Theatergruppe Spielwitz. Im Winter campen. Oberstufenzentrum Mühlizelg Abtwil, 20 Uhr Ursus & Nadeschkin – Sechsminuten. Das neue Bühnenprogramm. Casino Herisau, 20 Uhr Who’s there. Ein Tanzstück mit Text. Sitterwerk St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Amerikanische Short Stories am Seerosenteich. Mit Regine Weingart und Arnim Halter. Botanischer Garten St.Gallen, 20 Uhr Franz Hohler – 50 Jahre treu: spaziert durch sein Gesamtwerk. Kabarettistische Lesung. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Freude ist nur ein Mangel an Information. Nico Semsrott. Fabriggli Buchs, 20 Uhr

DIVERSES

Offene Werkstatt. Tag der Theaterpädagogik. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 17 Uhr Archiv-Abend. Die ArchivKleingruppe wühlt sich durch Papierberge. Infoladen Rabia Winterthur, 19 Uhr Tatortdinner. Genuss und Spannung, Essen und Show. Rösslisaal Flawil, 19 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Transfer. Lesung mit Daniela Egger (Vlbg.) und Manuel Beck (FL). Kunstraum Engländerbau Vaduz, 18 Uhr Von Menschen & fliegenden Bäumen. Finissage. Galerie

Sonja Bänziger St.Gallen, 18 Uhr Modell Mittelholzer. Die Afrikaflüge als Anlass. Vernissage. Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 18:30 Uhr Fragiles – Vernissage. Naturobjekte von Balz. Rab-Bar Trogen, 19 Uhr

Sa 28. KONZERT

Rendez-vous – Klassisches Trio. Werke von Glinka, Zemlinsky, Juon und Brahms. Kult-Bau – Konkordiastrasse 27, St.Gallen, 19:30 Uhr Haydns Theresienmesse. Oratoriumskonzert CMO. Laurenzenkirche St.Gallen, 20 Uhr Playpad Circus, Bit-Tuner, Quasi-Monomischer. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Distelfinken. Die Songs sind auf der Scheibe – Zeit zu feiern! Theaterhaus Weinfelden, 20:15 Uhr Nils Althaus. Wortgewandter Liedermacher und skurriler Kabarettist. Restaurant Frohsinn Weinfelden, 20:15 Uhr William White. Solo Acoustic. Rössli Mogelsberg, 20:15 Uhr Hiphop City Battle. Danach: Afterparty mit DJ Tugg und DJ 2Eazy. Kammgarn Schaffhausen, 21:30 Uhr Busdriver. Palace St.Gallen, 22 Uhr Deepvibes. Feat. Gamper & Dadoni. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Rocksteady Bang-A-Rang. Hot Reggae, Sharp Soul, Ska & Rocksteady. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Let’s Dance. Party für Leute um 40. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr Alternative Generation. Best of 90ies Rock – Crossover, Grunge, etc. Gare de Lion Wil, 22 Uhr Tribute 7. Tech House, Deep House, Techno. TapTab Schaffhausen, 22:30 Uhr Mad Dog vs. Anime. Hardcore. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

Die Böhms – Architektur einer Familie. Der Architekt und Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Homo Faber (drei Frauen). Richard Dindos filmische Lektüre von Max Frischs Roman. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Usfahrt Oerlike. Regie: Paul Riniker. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Stummfilmkonzert. «Safety Last», mit Livemusik auf der Wurlitzer. Ev. Kirchgemeindehaus St.Georgen St.Gallen, 19:30 Uhr The Imitation Game. Regie: Morten Tyldum. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild.

Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Das doppelte Lottchen. Nach Erich Kästner. Stadttheater Schaffhausen, 14 und 17 Uhr Gilbert & Oleg’s Fahrieté. Varieté im Kleintheater, Clownesque und Show. Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr Grande Finale. Variéte Abend mit div. Acts. Varieté Tivoli St.Gallen, 19 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Strings. Choreografien von E. Clug, W. Forsythe und C. Spuck. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Ach du gütiger Bruder! Gesellschaftskomödie von Justine Klava. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Daumenkino mit Volker Gerling. Großes Kino en miniature. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Gertrud lässt den Alltag sprechen. Was macht eine Gabel aggressiv? FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Erwin Grosche. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Klaus Eckel: Alles bestens, aber... Kabarett. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Marjolaine Minot: Mir stinkt das Glück. Eine tragische Komödie. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr No Bull Sheet. Szenische Lesung von Jugendlichen für Jugendliche. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Theater Kanton Zürich. Der Kontrabass. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Ursus & Nadeschkin – Sechsminuten. Das neue Bühnenprogramm. Casino Herisau, 20 Uhr Who’s there. Ein Tanzstück mit Text. Sitterwerk St.Gallen, 20 Uhr Share this Moment 4. Laboratorium für zeitgenössischen Tanz. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Urstimmen. Theater Acapella. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr

LITERATUR

Kilian Ziegler und Samuel Blatter. Intelligente TextHäppchen mit Pianobegleitung. Alte Mühle Gams, 20 Uhr Kamingeschichten. Lieblingsgeschichten von Kulturschaffenden. Alte Kaserne Winterthur, 20:15 Uhr Bibliothek Hauptpost. Eröffnung der neuen Publikumsbibliothek. Hauptpost, Gutenbergstr.2, St.Gallen, 8 bis 17 Uhr

KINDER

Griechische Erzählstunde. Erzählt von Kiriaki Christoforidou. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 10:30 Uhr De Räuber

KUNST

Hotzenplotz. Musical nach der Erzählung von Otfried Preussler. Hotel-Restaurant Sonne Altstätten, 14 Uhr Pippas Traumfenster. Eine poetische Fensterreise. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

DIVERSES

Wintermarkt. Kunterbuntes, Altes, Neues, Selbstkreiertes. Kronengesellschaft Trogen, 11 Uhr Tatortdinner. Genuss und Spannung, Essen und Show. Rösslisaal Flawil, 19 Uhr Ratzliedli singen. Gasthaus Rössli Brülisau, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Moore: Lebensraum und Weltkulturerbe. Exkursion ins Hudelmoos. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 13:30 Uhr Römer, Alamannen, Christen – Das Frühmittelalter am Bodensee. Weben wie die Alamannen. Vorarlberg Museum Bregenz, 14 Uhr

Kunst ALTE FABRIK. Klaus-Gebert-Strasse 5, Rapperswil SG, +41 55 225 74 74, alte-fabrik.ch Unendliche Bibliothek. Eine Ausstellung zur Kunst des Lesens. 24.01.2015 bis 29.03.2015 ALTE KASERNE. Technikumstrasse 8, Winterthur, +41 52 267 57 75, altekaserne.ch Comics, Cartoons & Karikaturen im Bistro: Helen Aerni – Comic Fragmente. Die Solothurner Zeichnerin Helen Aerni zeigt Originalseiten und Illustrationen aus ihrem Webcomic «Fragmente». Der Stil variiert je nach Inhalt der Geschichte zwischen Manga und Comic und einer passenden Technik. 02.02.2015 bis 06.03.2015 Miriam Stöckli – Traumwelt. 03.02.2015 bis 25.02.2015 AMUSE BOUCHE. Bachstrasse 24, Kreuzlingen, Verena Bolliger. Bilderausstellung. Die Künstlerin zeigt einen Querschnitt aus ihrem Schaffen. Bilder in Oel und Mischtechniken sowie Aquarelle. 27.01.2015 bis 20.03.2015 ARCHITEKTUR FORUM OSTSCHWEIZ. Lagerhaus Davidstrasse 40, St.Gallen, Beatrice Dörig: Spektrale. Städtische Ausstellung im Lagerhaus. 27.02.2015 bis 22.03.2015 BASAR BIZARR AM ZEBRAPLATZ. Linsebühlstrasse 76, St.Gallen, basarbizarr.ch Regula Wagner – s-chiave/ s-chiavi. Filmisches Gedankenspiel im Fenster zu schauen. 05.01.2015 bis 20.02.2015

FOTOMUSEUM WINTERTHUR. Grüzenstrasse 44 & 45, Winterthur, +41 52 234 10 60, fotomuseum.ch Peter Piller – Belegkontrolle. 13.12.2014 bis 22.02.2015 Peter Piller – Peripheriewanderung. 13.12.2014 bis 22.02.2015 Viviane Sassen – In and Out of Fashion. 13.12.2014 bis 15.02.2015 FOTOSTIFTUNG SCHWEIZ. Grüzenstrasse 45, Winterthur, +41 52 234 10 30, fotostiftung.ch Rudy Burckhardt – Im Dickicht der Grossstadt. Überwältigt von der schieren Grösse dieser Metropole, dem Kontrast zwischen den monumentalen Wolkenkratzern und dem hektischen Treiben in den Strassenschluchten, begann er, seine Eindrücke fotografisch und filmisch zu verarbeiten. 25.10.2014 bis 15.02.2015 FRAUENBIBLIOTHEK WYBORADA (LAGERHAUS). Davidstrasse 42, St. Gallen, +41 71 222 65 15, wyborada.ch Lichtwerke – Die Fotografin Mia Hesse, geb. Bernoulli. Erstmalig wird die aus Basel stammende Fotografin Maria «Mia» Bernoulli Hesse (1868–1963) in einer kleinen Sonderausstellung der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada in der Schweiz präsentiert. 05.02.2015 bis 25.03.2015 GALERIE ADRIAN BLEISCH. Schmiedgasse 4, Arbon, +41 71 446 38 90, galeriebleisch.ch Co Gründler – Beyound Shadows and Minds. Im Zentrum der Präsentation Beyond Shadows and Minds stehen neue, experimentelle Arbeiten in verschiedenen Medien: Zeichnung, Gemälde, Skulptur, Objekt, Installation und Fotografie. 17.01.2015 bis 21.02.2015 GALERIE FEURSTEIN. Johannitergasse 6, Feldkirch, +43 5522 210 34, galeriefeurstein.at Der Farbenwahnsinn. Feuz – Deyle – Vary – Bodde – Hübsch. 05.02.2015 bis 14.03.2015 GALERIE SCHÖNENBERGER. Florastrasse 7, Kirchberg SG, +41 71 931 91 66, galerie-schoenenberger.ch Neues aus den Ateliers II. Stefan Gort, Michael Grässli, Roland Iselin, Ute Klein, Marcella Lassen, Lotte Müggler, Olga Titus, Christa Ziegler. 26.10.2014 bis 09.02.2015 GALERIE SONJA BÄNZIGER. Magnihalden 17, St.Gallen, galerie-sonjabaenziger.ch Von Menschen & fliegenden Bäumen. Claudia Keel – Malerei, und Nick Röllin – Skulpturen. 06.02.2015 bis 27.02.2015


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Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

GEWERBEMUSEUM WINTERTHUR. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, gewerbemuseum.ch Magie des Einfachen – Die Bambuslöffel von Alvaro Abreu. Erstmals in der Schweiz zeigt eine Ausstellung über Tausend geschnitzte Bambuslöffel des Brasilianers Alvaro Abreu und kombiniert diese mit grossformatigen Fotografien des renommierten deutschen Fotografen Hans Hansen. 16.11.2014 bis 29.03.2015 HÄUSLER CONTEMPORY. LUSTENAU, Keith Sonnier «the Collection». Sonniers künstlerische Experimente mit damals kunstfremden Materialien wie Neon, Glas oder Kunststoff waren wegweisend für die Bildung eines neuen Skulpturenbegriffs. 10.10.2014 bis 31.08.2015 KUNST IM FOYER. Hauptstrasse 20, Bronschhofen, stadtwil.ch Sonia Kopp Roth. Für sie gehören Figuration und Abstraktion klar zusammen, ein Wechselspiel zwischen Fassbarem und Aufgelöstem, vor allem die Farbstimmungen sind ihr wichtig. 14.01.2015 bis 22.03.2015 KUNSTHALLE WIL. Grabenstrasse 33, Wil SG, +41 71 911 77 71, kunsthallewil.ch Philippe Winninger – Modern Ruins. 08.02.2015 bis 15.03.2015 KUNSTHALLE ST.GALLEN. Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 222 10 14, k9000.ch Jonathan Binet – Sonia Kacem. Jonathan Binet dekonstruiert in seinen Werken Elemente der Malerei und Architektur. Sonia Kacem bedient sich einer Art performativer Malerei für die Komposition von Raumbildern. 24.01.2015 bis 29.03.2015 KUNSTHALLE ZIEGELHÜTTE. Ziegeleistrasse 14, Appenzell, +41 71 788 18 60, kunsthalleziegelhuette.ch Haviva Jacobson – Umschwung. 01.02.2015 bis 26.04.2015 Plastic Surgery. 23.12.2014 bis 26.04.2015 KUNSTHAUS EGNACH. Buch, Egnach, +41 79 335 08 12, Ludy Bauer and kuk featured

by Erwin Feurer. Repräsentative Ausstellung von Werken der beiden Ostschweizer Künstler Ludy Bauer (Herisau) und kuk (Degersheim). Ludy Bauer und kuk zeigen auch Gemeinschaftswerke. Besonderer Ausstellungsaspekt: Künstler als Hofnarren der Gesellschaft. 20.11.2012 bis 31.12.2015 KUNSTHAUS KUB. Karl-Tizian-Platz, Bregenz, +43 5574 485 94 0, kunsthaus-bregenz.at Rosemarie Trockel. Märzôschnee ûnd Wiebôrweh sand am Môargô niana më. 24.01.2015 bis 06.04.2015 Sammlungsschaufenster. Neu-erwerbungen von Ai Weiwei bis Zobernig. 22.02.2014 bis 08.02.2015 Trix und Robert Haussmann – Reflexion und Transparenz. Zum Auftakt des Jahresprogramms der KUB Arena ist das Zürcher Architekten-, Designer- und Theoretiker-Duo Trix und Robert Haussmann zu einer Ausstellung eingeladen. 24.01.2015 bis 06.04.2015 KUNSTMUSEUM APPENZELL. Unterrainstrasse 5, Appenzell, +41 71 788 18 00, kunstmuseumappenzell.ch Hans Arp – Skizzenbücher. Zwanzig Skizzenbücher des Mitbegründers von Dada, Hans Arp. Diese Skizzenbücher stammen aus den Jahren 1950 bis 1966; sie gehören mithin zum Spätwerk eines Künstlers, der kaum für Skizzen bekannt ist, zumindest nicht für Skizzen im herkömmlichen Sinne. 19.10.2014 bis 08.03.2015 KUNSTMUSEUM RAVENSBURG. Burgstrasse 9, Ravensburg, Lothar Fischer. Lothar Fischer (1933–2004) zählt zu den wichtigsten deutschen Bildhauern der Nachkriegszeit. 14.02.2015 bis 21.06.2015 KUNSTMUSEUM ST.GALLEN. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 71, kunstmuseumsg.ch Alicja Kwade – Warten auf Gegenwart. Kulturhistorische, philosophische sowie naturwissenschaftliche Referenzen finden sich in der künstlerischen Arbeit von Alicja Kwade wieder. 22.11.2014 bis 15.02.2015 Beni Bischof – Place Fist Here Bro! Manor-Kunstpreis St.Gallen 2015. 14.02.2015 bis 21.06.2015 KUNSTMUSEUM THURGAU. Kartause Ittingen, Warth, +41 58 345 10 60, kunstmuseum.tg.ch Der Himmel brennt am Horizont. Kunst in der Ostschweiz im Banne des 2. Weltkriegs. 17.01.2015 bis 30.08.2015 Gartenträume – Traumgärten. Facetten eines Motivs. Die ehemaligen Klostergärten Ittingens werden zum Ausgangspunkt einer spielerischen Recherche über historische und zeitgenössische Gärten in der Kunst. 31.08.2014 bis 08.03.2015

Tadashi Kawamata. Scheiterturm / Log Tower. Der japanische Künstler Tadashi Kawamata entwickelte im Auftrag des Kunstmuseums Thurgau ein Kunstprojekt für den Aussenraum der Kartause Ittingen. 24.03.2013 bis 02.02.2015 KUNSTMUSEUM WINTERTHUR. Museumstrasse 52, Winterthur, +41 52 267 51 62, kmw.ch Die Sammlung. Von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart. 01.01.2015 bis 31.12.2015 Karl Jakob Wegmann – Aufbruch zu neuen Spielen. Reine, leuchtende Farben, eine kühne Gestaltung des Bildraums und ein nonchalanter Umgang mit Gegenständlichkeit prägen ein Spätwerk, das an Frische kaum zu überbieten ist. 31.01.2015 bis 06.04.2015 Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Erstmals zeigt diese Ausstellung das Werden des Künstlers, denn sie widmet sich seinem Frühwerk, das hier beinahe vollständig versammelt ist. 24.01.2015 bis 26.04.2015 KUNSTRAUM ENGLÄNDERBAU. Städtle 37, Vaduz, +41 423 233 31 11, kunstraum.li Transfer. Eine Gruppenausstellung mit Künstlerinnen und Künstler des Vereins KunstVorarlberg. 20.01.2015 bis 22.03.2015 KUNSTZONE LOKREMISE. Grünbergstrasse 7, St.Gallen, +41 71 277 82 00, lokremise.ch Isabelle Lartault & Michel Verjux – Correspondances. 07.02.2015 bis 26.07.2015 Michel Verjux – Anschaulichkeit. Sechs Projektionen auf die Fassade der Lokremise und des Wasserturms – ab Abenddämmerung bis 24 Uhr. 24.10.2014 bis 26.04.2015 KURSAAL HEIDEN. Seeallee 3, Heiden, +41 71 898 33 33, kursaalheiden.ch Miniaturen. Bilder der Heidener Künstlerin Tilly Neuweiler. Die Ausstellung enthält Miniaturen im Format 8x11cm in unterschiedlichen Techniken: Aquarelle, Zeichnungen, Collagen. 01.11.2014 bis 28.02.2015 MAGAZIN 4. Bergmannstrasse 6, Bregenz, +43 5574 410 15 11, magazin4.at «Six memos for the next…Vol. 9 – in aller Offenheit». Das zweijährige Projekt «six memos for the next ...» steht kurz vor seinem Abschluss. Die letzte Ausstellung widmet sich dem deutschen Künstler David Semper. 06.12.2014 bis 22.02.2015 MUSEUM FÜR LEBENSGESCHICHTEN. im Hof Speicher, Speicher,

KUNST

071 343 80 80, museumfuerlebensgeschichten. ch Hans Krüsi – Malerei. Die Ausstellung «Malerei» ist die dritte Werkauswahl aus der Hans-Krüsi-Sammlung des Kantons Appenzell Ausserrhoden, die das Museum für Lebensgeschichten zeigt. 07.11.2014 bis 26.04.2015

+41 71 222 14 91, postpost.ch Collection permanente. Le musée éduque de manière ludique; c’est un lieu d’initiation sans obligation. Les dispositifs de conservation s’améliorent et le musée devient un véritable laboratoire où les techniques de travail ne cessent d’évoluer. 08.09.2014 bis 07.09.2015

MUSEUM IM LAGERHAUS. Davidstrasse 44, St.Gallen, +41 71 223 58 57, museumimlagerhaus.ch Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. 02.12.2014 bis 08.03.2015

PROJEKTRAUM 4 1/2. Lämmlisbrunnenstrasse 4, St. Gallen, viereinhalb.ch Sittenbild. Vier eigenständige Positionen der gegenständlichen Malerei treffen sich hier und zeigen facettenreich Aspekte aus dem Umfeld der Künstler. 21.02.2015 bis 08.03.2015

MUSEUM OSKAR REINHART AM STADTGARTEN. Stadthausstrasse 6, Winterthur, +41 52 267 51 72, museumoskarreinhart.ch Oranje! Meisterwerke holländischer Malerei. Eine Auswahl der schönsten Holländer aus dem Gemäldeschatz der Stiftung Jakob Briner, des Kunstmuseums St. Gallen und aus Schweizer Privatbesitz werden für diese Überblicksschau zusammengetragen. 29.11.2014 bis 05.04.2015 NATURMUSEUM. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 70, naturmuseumsg.ch Erdbeeren im Winter – Ein Klimamärchen. Die globale Erwärmung und der damit verbundene Klimawandel sind Themen, welche die Öffentlichkeit stark bewegen. Die Ausstellung bezweckt die Sensibilisierung breiter Bevölkerungskreise für die Klima- und Umweltthematik. 01.11.2014 bis 01.03.2015 Kunstwerk Alpen – Fotografien von Bernhard Edmaier. Eine Bilderreise in die Entstehungsgeschichte des mächtigen Gebirgszuges im Herzen Europas. 06.02.2015 bis 10.05.2015 NEXTEX. Blumenbergplatz 3, St.Gallen, +41 71 220 83 50, nextex.ch HF Bildende Kunst. 16.01.2015 bis 01.02.2015 KIT. Gruppenausstellung mit Christian Hörler, Jeannice Keller, Claire Zumstein. 19.02.2015 bis 02.04.2015 OXYD KUNSTRÄUME. Wieshofstrasse 108, Winterthur, +41 52 316 29 20, oxydart.ch Unzeitgemässe Betrachtungen – Vom Nutzen und Nachtheil der Kunsthistorie für die Kunst. Unter einem von Nietzsche entliehenen (und leicht variierten) Titel zeigen wir Kunstschaffende, die sich intensiv, lustvoll und mit den unterschiedlichsten Absichten mit Kunstgeschichte auseinandersetzen und diese Auseinandersetzungen visualisieren. 18.01.2015 bis 01.03.2015 POINT JAUNE MUSEUM. Linsebühlstrasse 77, St.Gallen,

RESTAURANT SCHWARZER ENGEL. Engelgasse 22, St. Gallen, +41 71 223 35 75, schwarzerengel.ch Mitgenommen. Die Fotografin und WOZ-Journalistin Ursula Häne hat Flüchtlinge und Menschen ohne legalen Status in der Schweiz gebeten, ihr einen Gegenstand zu zeigen, den sie aus ihrer Heimat mitgebracht haben. 10.01.2015 bis 09.03.2015 SAMMLUNG OSKAR REINHART AM RÖMERHOLZ. Haldenstrasse 95, Winterthur, +41 52 269 27 40, roemerholz.ch Victor Chocquet: Freund und Sammler der Impressionisten Renoir, Cézanne, Monet, Manet. Die Kollektion Chocquets steht am Anfang einer sich bald darauf international verbreitenden Sammelkultur. 21.02.2015 bis 07.06.2015 SAMMLUNG WÜRTH. Churerstrasse 10, Rorschach, +41 71 225 10 70, wuerth-haus-rorschach.ch Waldeslust. Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen der Sammlung Würth. 25.01.2015 bis 31.12.2015 SCHLOSS DOTTENWIL. Dottenwil, Wittenbach, +41 71 298 26 62, dottenwil.ch Ueli Bächtold – Zwei Jahre Landschafts-Fotografie. Der strahlende Himmel, die goldenen Sterne, die Berge, das tosende Meer und die schimmernde Ferne, der stille See, der leuchtende Tempelwald, sie alle sind Spiegel der göttlichen Ästhetik und Güte. 14.02.2015 bis 19.04.2015 SILBERSCHMUCKATELIER O’LA LA. Oberdorfstrasse 32, Herisau, +41 71 351 35 70, Scherenschnitte – Ueli Hofer. 07.01.2015 bis 28.03.2015 VORARLBERG MUSEUM. Kornmarktplatz 1, Bregenz, vorarlbergmuseum.at Nikolaus Walter – Begegnungen. Der Vorarlberger Fotograf Nikolaus Walter, geboren 1945, schuf seit Ende der 1960er Jahre ein völlig eigenständiges künstlerisches Werk – Resultat


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Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

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Ausstellung «Has im Glas»

KIT im Nextex: Gruppenausstellung

Spulwurm, Strauchnatter, Riesenmorchel und andere mehr liegen in den Gläsern. Über 1000 Tier- und Pflanzenobjekte schwimmen in Konservierungsflüssigkeit und scheinen zwischen Leben und Tod zu schweben. Vor vielen Jahrzehnten zur Konservierung in Flüssigkeit eingelegt, sind die Pflanzen und Tiere nahezu unverändert anzuschauen. Die Ausstellung im Naturmuseum Thurgau ermöglicht einen faszinierenden Blick auf einen eigentümlichen Sammlungsteil, der Ängste und Ekel ebenso wie Ehrfurcht und Bewunderung hervorruft. Naturmuseum Thurgau Bis 28. Juni 2015. www.naturmuseum.tg.ch

KIT ist eine Gruppenausstellung von Christian Hörler, Jeannice Keller und Claire Zumstein. Dabei bringen die drei Kunstschaffenden fünf Eigenschaften als Drehpunkt mit: Materialität, Linie, Komposition, Raum und Geste. Das Zusammenspiel dieser fünf Bereiche wird in einer prozessartigen Aufbausituation auf die Probe gestellt. Zeitlichkeit und Architektur spielen dabei eine wichtige Rolle. So changieren die Drei zwischen verschiedenen Materialien, Techniken und ihren Assoziationen – das ist KIT. 19. Februar bis 2. April Nextex St.Gallen. visarteost.ch

vieler Begegnungen mit Menschen, Dingen und Landschaften. 17.01.2015 bis 03.05.2015 WERKGALERIE PAUL HÜBERLI. Stofelrain 2, Teufen AR, +41 71 333 29 08, paul-hueberli.ch Expressionistische Malerei. Ständige Werkschau, Stofelrain 2 (Voranmeldung 071 333 29 08). 19.11.2014 bis 31.12.2015 XAOX-ART. Langgasse 16, St. Gallen, xaoxart.ch.vu XaoX-Art: By Bobby Moor. Ein Delirium im Wachzustand, geäussert mit allen Sinnen. Gebündelt das Leben, in Schüben, in Schlaufen, in Pirouetten, in Albträumen und auf langen Strecken in tiefsten Abgründen. 01.01.2015 bis 31.12.2015 ZEUGHAUS TEUFEN. Zeughausplatz 1, Teufen AR, +41 71 335 80 30, zeughausteufen.ch Überlagerte Schwingungen: Jürg und Thea Altherr. Skulpturen und Fotografien. 30.11.2014 bis 12.04.2015

Weitere Ausstellungen APPENZELLER VOLKSKUNDEMUSEUM. Postfach 76, Stein AR, +41 71 368 50 56, avm-stein.ch Tröcklichrömer & Verkaufsberater. Die Ausstellung gibt einen kulturhistorischen Einblick in die Welt des Tür-zuTür-Verkaufs vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. Das ambulante Gewerbe war lange Zeit der vierte Pfeiler der ländlichen Wirtschaft. 12.04.2014 bis 28.02.2015 EISENWERK. Industriestrasse 23, Frauenfeld, +41 52 728 89 82, eisenwerk.ch José Scarabello – Das Gitarrenparadies. Der Eisenbeizhimmel hängt voller Gitarren. 05.02.2015 bis 02.04.2015 GEWERBEMUSEUM WINTERTHUR. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, gewerbemuseum.ch Fashion Talks. Mode ist immer und überall. Sie ist die Freiheit, mit der wir spielen und das Diktat, dem wir uns unterwerfen

oder gegen das wir uns auflehnen. Mode ist Abgrenzung und Zugehörigkeit. 12.07.2014 bis 08.03.2015 HISTORISCHES UND VÖLKERKUNDEMUSEUM. Museumstrasse 50, St.Gallen, +41 71 242 06 42, hmsg.ch 50 Jahre Kellerbühne. Die Kellerbühne am Müllertor zählte 1965 zu den ersten Adressen für Alternativkultur in St.Gallen. Politkabarett und experimentelles Theater, die Pantomimenkunst oder der Jazz fanden hier eine Heimat. 22.11.2014 bis 19.04.2015 Fliessende Welt. Verborgene Schönheit. Schätze aus Japan. 29.03.2014 bis 01.03.2015 INATURA. Jahngasse 9, Dornbirn, +43 5572 232 35 inatura.at Überwintern – 31 grossartige Strategie. 19.11.2014 bis 19.04.2015 KULTURRAUM AM KLOSTERPLATZ. Klosterhof 1, St.Gallen, kultur.sg.ch Modell Mittelholzer. Die Afrikaflüge als Anlass, Ausstellung zum Flug- und Medienpionier Walter Mittelholzer. 27.02.2015 bis 03.05.2015 JÜDISCHES MUSEUM. Schweizerstrasse 5, Hohenems,

+43 5576 739 89 0, jm-hohenems.at Dauerausstellung und Jüdisches Viertel. Entdecken Sie unbekannte Seiten des jüdischen Alltags und der jüdischen Geschichte im Jüdischen Museum und im Jüdischen Viertel von Hohenems, mit seinem einzigartigen Ensemble von der Synagoge bis zur unlängst sanierten jüdischen Schule. 01.01.2015 bis 31.12.2015 Jukebox. Jewkbox! Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl. Mit Emil Berliners Erfindung des Grammophons und der Schallplatte hat das Zeitalter der Massenunterhaltung ihr erstes Medium gefunden. Die erste globale, weltumspannende Kultur war geboren. 21.10.2014 bis 08.03.2015 LIECHTENSTEINISCHES LANDESMUSEUM. Städtle 43, Vaduz, +41 423 239 68 20, landesmuseum.li Wir essen die Welt. Der Mensch muss essen, will er leben. Und er entscheidet täglich aufs Neue, was auf den Teller kommt. Woher stammen die Lebensmittel? Wie wurden sie produziert? 09.01.2015 bis 22.02.2015 NATURMUSEUM THURGAU. Freie Strasse 26, Frauenfeld, +41 52 724 22 19, naturmuseum.tg.ch Moore: Lebensraum und Weltkulturerbe. Die vom Naturmuseum St. Gallen gestaltete Ausstellung stellt den Lebensraum Moor vor: Was ist ein Moor und wie entsteht es? 23.11.2014 bis 22.03.2015 ORTSMUSEUM FLAWIL. St.Gallerstrasse 81, Flawil, 071 371 14 09 Urs Schärli, ortsmuseumflawil.ch Fenster zur Kantonsarchäologie – Leben und Sterben in der Bronzezeit. Die Kantonsarchäologie St.Gallen ist mit bronzezeitlichen Funden aus Tübach und Goldach im Ortsmuseum Flawil zu Gast. 04.01.2015 bis 01.03.2015 SITTERWERK. Sittertalstrasse 34, St.Gallen, +41 71 278 87 09, sitterwerk.ch Mit / Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im Zentrum der Ausstellung steht die 93-bändige Holzbibliothek, die der Benediktinermönch Candid Hüber zwischen 1790 und 1804 für Johann Sebastian Clais, einen Uhrmacher, Bergwerksdirektor, Salinenoberkommissar, anfertigte. 25.01.2015 bis 22.03.2015 STIFTSBIBLIOTHEK. Klosterhof 6 d, St.Gallen, +41 71 227 34 16, stiftsbibliothek.ch Wenn Bücher Recht haben – Justitia und ihre Helfer in Handschriften der Stiftsbibliothek. Die Stiftsbibliothek St.Gallen führt anhand ihrer einzigartigen Handschriftensammlung durch die faszinierende Entwicklung des abendländischen Rechts von der Antike bis zum Ende des

WEITERE AUSSTELLUNGEN

Mittelalters. 30.11.2014 bis 08.11.2015 TEXTILMUSEUM. Vadianstrasse 2, St. Gallen, +41 71 222 17 44, textilmuseum.ch S’isch – s’isch nöd – Das St.Galler Kinderfest. Die Ausstellung widmet sich anhand der Textilien der Geschichte und Gegenwart des St.Galler Kinderfestes, das erstmals im Jahr 1824 begangen wurde und bis heute, so auch 2015, alle drei Jahre stattfindet. 11.02.2015 bis 09.08.2015 Vision: Herbst-Winter 2015/2016. 15.10.2014 bis 01.05.2015 VORARLBERG MUSEUM. Kornmarktplatz 1, Bregenz, vorarlbergmuseum.at Römer, Alamannen, Christen – Das Frühmittelalter am Bodensee. Die Zeit zwischen dem 3. und dem 8. Jahrhundert brachte für die Menschen am Bodensee zahlreiche Umwälzungen mit sich. 05.12.2014 bis 19.04.2015 VORARLBERGER LANDESMUSEUM. Kornmarkt 1, Bregenz, +43 5574 460 50, vlm.at Römer oder so. «Römer oder so» folgt den Spuren der Wissenschaft und wirft einen neuen Blick auf die Funde, die in den vergangenen 150 Jahren in einem der größten Gräberfelder der Region gemacht worden sind. Dabei stellt sich heraus: Viele Fragen bleiben offen. 21.06.2013 bis 31.12.2015

Lokale 3Eidgenossen. Landsgemeindeplatz, Appenzell, 071 787 38 48, 3eidgenossen.ch Alte Kaserne. Technikumstrasse 8, Winterthur, 052 267 57 75, altekaserne.ch Alte Mühle. Gams, 071 771 16 80, gams.ch/altemuehle Altes Kino. Sarganserstrasse 66, Mels, 081 723 73 30, alteskino.ch Altes Stadthaus. Marktgasse 53, Winterthur Appenzeller VolkskundeMuseum. Postfach 76, Stein AR, 071 368 50 56, avm-stein.ch Architektur Forum Ostschweiz. Davidstrasse 40, St.Gallen, 071 371 24 11, a-f-o.ch Asselkeller. Hauptstrasse 53, Schönengrund, assel.ch B-Post Bar. Demutstrasse 2, St.Gallen Baracca Bar. Teufenerstrasse 2, St.Gallen, 071 222 64 94, baracca.ch Bären. Unterdorf 5, Häggenschwil, 071 243 20 83, kulturimbaeren.ch Bistro Panem. Hafenstrasse 62, Romanshorn, 071 466 78 06, panem.ch Bluesclub. Rotfarb Bogenkeller, Bühler, bluesclubbuehler.ch Bodman-Literaturhaus. Am Dorfplatz 1, Gottlieben, 071 669 34 80, bodmanhaus.ch


Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

83 Botanischer Garten. Stephanshornstrasse 4, St.Gallen, 071 288 15 30, botanischergarten.stadt.sg.ch Casino. Bahnhofplatz, Frauenfeld, 052 721 40 41, casino-frauenfeld.ch Casino Bad Ragaz. Hans-AlbrechtStrasse, Bad Ragaz, 081 303 39 39, casinoragaz.ch Chössi-Theater. Bahnhalle, Lichtensteig, 071 988 13 17, choessi.ch Comedia. Katharinengasse 20, St.Gallen, 071 245 80 08, comedia-sg.ch Dixie- und Jazz-Club. Sargans, 081 723 12 22, jazz-sargans.ch Eighty-Four Club. Archstrasse 8, Winterthur, 052 203 87 87, eighty-four.ch Einstein. Berneggstrasse 2, St.Gallen, 071 227 55 55, einstein.ch Eisenwerk. Industriestrasse 23, Frauenfeld, 052 728 89 82, eisenwerk.ch Eishalle Lerchenfeld. Zürcherstrasse 152, St.Gallen, 071 277 41 17 Esse Musicbar. Rudolfstrasse 4, Winterthur, 052 202 57 46, esse-musicbar.ch Fabriggli. Schulhausstrasse 12, Buchs SG, 081 756 66 04, fabriggli.ch FassBühne. Webergasse 13, Schaffhausen, 052 620 05 86 Ferienmesse St.Gallen. Splügenstrasse 12, St.Gallen, kindermusicals.ch FigurenTheater. Lämmlisbrunnenstrasse 34, St.Gallen, 071 222 60 60, figurentheater-sg.ch Flair Cocktail Lounge. Klaus Gebert Strasse 4, Rapperswil SG, 055 220 68 00, flaircracks.com Flon. Davidstrasse 42, St.Gallen, 071 224 55 05, flon-sg.ch Forum im Ried. Schulstrasse 78, Landquart, 081 322 81 70 Frauenbibliothek Wyborada (Lagerhaus). Davidstrasse 42, St.Gallen, 071 222 65 15, wyborada.ch Freihof AG Brauerei & Hofstube. Flawilerstrasse 46, Gossau SG, 071 385 26 26, freihofag.ch Galerie Adrian Bleisch. Schmiedgasse 4, Arbon, 071 446 38 90, galeriebleisch.ch Galerie Sonja Bänziger. Magnihalden 17, St.Gallen, galerie-sonjabaenziger.ch Galerie.Z. Landstrasse 11, Hard, +43 650 648 20 20, galeriepunktz.at Gare de Lion. Silostrasse 10, Wil SG, garedelion.ch Garni Loosmühle. Dorf 32, Weissbad, 071 799 11 13, loosmuehle.ch Gaswerk. Untere Schöntalstrasse 19, Winterthur, 052 203 34 34, gaswerk.ch Generationentreff Negropont. Reitbahnstrasse 2, Rorschach, 071 844 05 23, facebook.com/ GenerationentreffNegropont Giesserei Musikzentrum. IdaSträuli-Str. 73, Winterthur, musikzentrumgiesserei.ch Grabenhalle. Unterer Graben 17, St.Gallen, 071 222 82 11, grabenhalle.ch Grand Hotel Quellenhof., Bad Ragaz, 081 303 20 04, resortragaz.ch

Gymnasium Friedberg. Friedbergstrasse 16, Gossau SG, 071 388 53 53, friedberg.ch Haberhaus. Neustadt 51, Schaffhausen, 052 620 05 86, schauwerk.ch Haus zur gewesenen Zeit. Bahnhofstrasse 16, Diessenhofen, 052-654 10 90, gewesenezeiten.ch Historisches und Völkerkundemuseum. Museumstrasse 50, St.Gallen, 071 242 06 42, hmsg.ch Hof Weissbad. Im Park, Weissbad, 071 798 80 80, hofweissbad.ch Hofkeller St.Gallen. Klosterhof, St.Gallen, 071 229 38 97, stadt.sg.ch/home/freizeittourismus/kultur-unterhaltung/ veranstaltungsorte/hofkeller.html Hotel Metropol. Bahnhofstrasse 26, Widnau, 071 726 30 30, metropol-widnau.ch Hotel-Restaurant Sonne. Kugelgasse 2, Altstätten SG, 071 755 16 23, sonne-altstaetten.ch Infoladen Rabia. Bachtelstr. 70, Winterthur Jazzclub. Churerstrasse 28, Rorschach, 071 855 03 88, jazzclub-rorschach.ch Jazzhuus (Jazzclub). Rheinstrasse 21, Lustenau, jazzclub.at Kaff. Grabenstrasse 57, Frauenfeld, kaff.ch Kaffeehaus. Linsebühlstrasse 77, St.Gallen, 071 534 34 24, kaffeehaus.sg Kammgarn. Baumgartenstrasse 19, Schaffhausen, 052 624 01 40, kammgarn.ch Kantonsbibliothek Thurgau. Promenadenstr. 12, Frauenfeld Kellerbühne. St. Georgen-Strasse 3, St.Gallen, 071 223 39 59, kellerbuehne.ch Kino Loge. Oberer Graben 6, Winterthur, 052 208 12 41, filmfoyer.ch Kino Rosental. Schulhausstrasse 9, Heiden, 071 891 36 36, kino-heiden.ch Kino Theater Madlen. Auerstrasse 18, Heerbrugg, 071 722 25 32, kinomadlen.ch Kinok. Lokremise, Grünbergstrasse 7, St.Gallen, 071 245 80 89, kinok.ch Kirchgemeindehaus. Romanshornerstrasse 3, Amriswil Kleinaberfein. Auf dem Damm 17, St.Gallen, 071 227 33 38, gambrinus.ch Kloster Fischingen. , Fischingen, 071 978 72 12, klosterfischingen.ch Kraftfeld. Lagerplatz 18, Winterthur, 052 202 02 04, kraftfeld.ch Kreuz Kultur und Gastlichkeit. St. Gallerstrasse 30, Jona, 055 225 5 3 Kronengesellschaft Trogen. Lindenbüel 7, Trogen, 071 344 49 39, kronengesellschaft.ch Krug – Die Quartierbeiz. Metzgergasse 28, St.Gallen Kugl. Güterbahnhofstrasse 4, St.Gallen, 076 420 38 45, kugl.ch Kul-tour auf Vögelinsegg. Hohrüti 1, Speicher, 071 340 09 01, kul-tour.ch Kula. Joseph-Belli-Weg 5, Konstanz, +49 7531 529 54, kulturladen.de

Kult-Bau – Konkordiastrasse 27. Konkordiastrasse 27, St.Gallen, 071 244 57 84, kultbau.org Kultur i de Aula. Schülerweg 2, Goldach, 071 841 49 91, kulturideaula.ch Kulturcinema. Farbgasse, Arbon, 071 440 07 64, kulturcinema.ch Kunsthalle. Grabenstrasse 33, Wil SG, 071 911 77 71, kunsthallewil.ch Kunsthalle St. Gallen. Davidstrasse 40, St.Gallen, 071 222 10 14, k9000.ch Kunsthalle Ziegelhütte. Ziegeleistrasse 14, Appenzell, 071 788 18 60, kunsthalleziegelhuette.ch Kunstmuseum Appenzell. Unterrainstrasse 5, Appenzell, 071 788 18 00, kunstmuseumappenzell.ch Kunstraum Engländerbau. Städtle 37, Vaduz, 0423 233 31 11, kunstraum.li Kursaal Heiden. Seeallee 3, Heiden, 071 898 33 33, kursaalheiden.ch La Buena Onda. Lämmlisbrunnenstrasse 51, St.Gallen, labuenaonda.ch Laurenzenkirche. Marktgasse 25, St.Gallen, 071 222 67 92 Liechtensteinisches Landesmuseum. Städtle 43, Vaduz, 0423 239 68 20, landesmuseum.li Lokremise. Grünbergstrasse 7, St.Gallen, 071 277 82 00, lokremise.ch Mehrzweckhalle Eichhalde. Eichhaldenstrasse 23, Wila Mehrzweckhalle Thalheim. Thurtalstrasse 125, Thalheim Militärkantine (Kastanienhof). Kreuzbleicheweg 2, St.Gallen, 071 279 10 00, militaerkantine.ch Museum Appenzell. Hauptgasse 4, Appenzell, 071 788 96 31, museum.ai.ch Museum für Lebensgeschichten. im Hof Speicher, Speicher, 071 343 80 80, museumfuerlebensgeschichten.ch Museum im Lagerhaus. Davidstrasse 44, St.Gallen, 071 223 58 57, museumimlagerhaus.ch Naturmuseum. Museumstrasse 32, St.Gallen, 071 242 06 70, naturmuseumsg.ch Naturmuseum Thurgau. Freie Strasse 26, Frauenfeld, 052 724 22 19, naturmuseum.tg.ch Nextex. Blumenbergplatz 3, St.Gallen, 071 220 83 50, nextex.ch Obere Mühle. Oberdorfstrasse 15, Dübendorf, 044 820 17 46, oberemuehle.ch Oberstufenzentrum Mühlizelg. Mühlizelg, Abtwil SG, 0718455753, spielwitz.ch Olma Messen. Splügenstrasse 12, St.Gallen, 071 242 01 01, olmamessen.ch Oya. Schwertgasse 27, St.Gallen, 071 244 23 43, oya-bar.ch Palace. Blumenbergplatz, St.Gallen, 071 222 06 96, palace.sg Parfin de siècle. Mühlensteg 3, St.Gallen, 071 245 21 10, parfindesiecle.ch Pentorama. Arbonerstrasse, Amriswil, 071 414 12 32, pentorama.ch Phönix-Theater. Feldbachareal, Steckborn, 052 761 33 77, phoenix-theater.ch Point Jaune Museum. Linsebühlstrasse 77, St.Gallen, 071 222 14 91, postpost.ch

LOKALE

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Tanz-Zentrum. Haggenstr. 44, St.Gallen, 079 600 70 08, tanz-zentrum.ch Tanzschule Karrer. Zwinglistrasse 7, St.Gallen TapTab. Baumgartenstrasse, Schaffhausen, 079 601 99 40, taptab.ch Theater. Museumstrasse 24, St.Gallen, 071 242 05 05, theatersg.ch Theater 111. Grossackerstrasse 3, St.Gallen, 071 244 19 83, th111sg.ch Theater am Gleis. Untere Vogelsangstrasse 3, Winterthur, 052 212 79 54, theater-am-gleis.ch Theater an der Grenze. Hauptstrasse 55, Kreuzlingen, 071 688 35 59, theaterandergrenze.ch Theater Winterthur. Theaterstrasse 6, Winterthur, 052 267 50 20, theater.winterthur.ch Theaterhaus. Bahnhofplatz, Weinfelden, 071 622 20 40, theaterhausthurgau.ch Thurdruck. Grabenstrasse 12, Frauenfeld, 052 722 16 34, thurdruck.ch Tonhalle. Tonhallestrasse 29, Wil SG, 071 913 89 20, tonhallewil.ch Treppenhaus. Kirchstrasse 3, Rorschach, treppenhaus.ch Triebwerk. Bildstockstrasse 5, Arbon, 079 401 92 78, triebwerk-arbon.ch Unterseehalle. Bahnhofplatz, Berlingen Varieté Tivoli. Tivoliweg 5, St.Gallen, 071 244 85 87, varietetivoli.wordpress.com Vorarlberg Museum. Kornmarktplatz 1, Bregenz, vorarlbergmuseum.at Weinbau Genossenschaft Berneck. Rathausplatz 7 a, Berneck, 071 744 24 13, wein-berneck.ch Weinlokal 1733. Goliathgasse 29, St.Gallen Werkstatt Inselgasse. Inselgasse, Konstanz, (+49 753 19 00 150), theaterkonstanz.de Zeughaus. Hauptstrasse 65, Teufen AR Zukunftsfabrik. Murgtalstrasse 20, Münchwilen TG, 071 966 35 26, zukunftsfabrik.ch Zwicky-Fabrik. Wigartenstrasse 13, Fällanden, 044 825 15 92, zwicky-fabrik.ch


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Saiten 02/2015

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Kellers Geschichten

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Stefan Keller, 1958, Historiker aus dem Thurgau, lebt in Zürich.

ABGESANG

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Der Appenzeller Witz, den ich gerne erzähle, geht so: «Eine sterbende Frau sagte ihrem Manne: ‹Jokeb, säg au no näbes Süesses!› – ‹Hung! › sagte er.» In der Regel haben die Leute keine Freude an diesem Witz, doch er stammt aus der Sammlung des Ausserrhoders Alfred Tobler (1845–1923), dessen Standardwerk Der Appenzeller Witz von 1902 viele Auflagen erlebte und bis heute in Antiquariaten zu günstiBild: Archiv Stefan Keller gem Preis erhältlich ist. Tobler war Witz-Ethnologe, es hat ihn nicht interessiert, ob ein Witz lustig ist oder geschmacklos, er hat ihn bloss aufgeschrieben und nach Möglichkeit dazu notiert, wann er zum ersten Mal aktenkundig wurde; sein Buch heisst denn auch im Untertitel: «Eine Studie aus dem Volksleben». Liest man Alfred Toblers Sammlung von einigen hundert Witzen, dann schlägt einem sehr viel Bösartigkeit entgegen, Herabsetzung, Häme, unerhörter Gefühlsgeiz: Auf eine Art, dass ich immer wieder laut lachen muss, wird hier die psychische Verelendung als Massenphänomen dokumentiert. Der Appenzeller Witz, das weiss man dank einer Studie von Peter Faessler von 1983, wurde importiert. Weil Reiseschriftsteller in England und Deutschland einander seit dem späten 18. Jahrhundert ständig abschrieben, wie witzig diese Appenzeller seien, mussten die Appenzeller immer noch witziger werden, um die touristischen und ihre eigenen Ansprüche zu befriedigen. Aber wie ist es mit dem anderen Klischee, jenem der Kleinwüchsigkeit? Alle paar Jahre heisst es in einer Meldung zur Rekrutenprüfung, dass die Appenzeller Männer weiterhin die Kleinsten seien (im Durchschnitt sind sie dabei grösser als ich). Diese Kolumne ist Katharina und Seppetoni Bischofberger gewidmet, zwei von sieben kleinwüchsigen Menschen, die vor etwa hundert Jahren in der Gemeinde Oberegg AI lebten. Als einmal ein Tourist Seppetoni Bischofberger einen Franken anbot, wenn er ihm den Hut vom Kopf nehmen könne, ohne zu springen, bot dieser ihm zwei Franken an, wenn er ihn am Füdle bloose könne, ohne sich zu bücken.

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Gross und klein


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Bureau Elmiger

Über die Seelage

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5. 1. Unterwegs nach Gottlieben. Die Sonne scheint über Feuerthalen, kleine Dampfschwaden steigen auf von der Oberfläche des Flusses. Dann schattiges Gebiet, Langwiesen, nächster Halt auf Verlangen: Schlatt. Wie heisst, wie heisst der Fluss, der hier so fliesst? Es ist der Rhein. Alles ist still im St. Katharinental. Schlecht geschlafen letzte Nacht, erschrocken aufgewacht, die Wohnung schien sich stetig vergrössert zu haben, seit J. im Dezember weggefahren war. Kein Mensch im Zug. Gewächshäuser vor Schlattingen. Bäume als Apfelbäume erkannt. 6. 1. Nach Konstanz gegangen, per pedes, nur um die «Jungle World» zu kaufen. Unterwegs mehrere kleine Gruppen von Männern nah am Wasser. Der Boden ist gefroren, manchmal mit einer dünnen, fast unsichtbaren Schicht Eis überzogen. Dann die Überquerung der Grenze: einfach. In Konstanz kaum ein Mensch auf der Strasse, alle sitzen irgendwo und feiern die Ankunft der drei Könige. Im Zug zurück weigert sich der Hund der Grenzwächter, an meinem Abteil vorbeizugehen, ich stelle mir vor, was sich unter meiner riesigen Jacke komfortabel in die Schweiz schmuggeln liesse. Fleisch. Lange Ketten von Würsten. Am Tag meiner Ankunft sind fünf Flamingos am Bodensee gelandet. Es handle sich um «Irrgäste», lese ich in der Zeitung, allerdings nur aus Bayern angeflogen. 7. 1. Es ist still hier, nur die Glocken der Kirche zählen begeistert jede Viertelstunde mit, Tag und Nacht. Als nebenan die Schulkinder eintreffen, bin ich längst wach. Ich trinke einen Kaffee und schlage endlich den Essay von Maurice Blanchot über das Schreiben und den Tod auf, verstehe einiges nicht, notiere mir anderes: dass das, was im Licht erscheint, nichts anderes ist als das, was in der Nacht schlief. Nachmittags in die Stadt gefahren, am Fenster gesessen und bei Kaffee über das Saiten-Heftthema gesprochen. Abends die Nachricht gehört von den Toten in Paris, spät noch einmal aufgestanden und überlegt, das Blanchot-Zitat zu streichen. 9. 1. Im Coop ein Tube Leim gekauft, Leim, Datteln und Joghurt. Statt endlich dem längst fälligen Text für die «Neue Rundschau» über das Schreiben und die Weltveränderungen entschlossener entgegenzutreten, schreibe ich Briefe, beginne die fünfzigseitige Fallstudie über eine Patientin, die im Jahr 1921 Zeit im Sanatorium Bellevue in Kreuzlingen

verbrachte, zu lesen. Aby Warburg war auch dort, fällt mir ein. Kurz vor Mitternacht ein Telefongespräch verärgert abgebrochen, weil S. die Mohammed-Karikaturen verteidigt mit falschen Argumenten. 10. 1. «Die meisten werden bald wieder Pia, Urs und Gerda heissen», schreibt Güzin Kar im Tagesanzeiger. Arbeit am Text, in dem ich die Schreibende als Ofenbauerin auftreten lasse. Es wird immer kälter, man mag gar nicht von dem Ofen weg, schrieb Goethe in den Schweizer Briefen. Wenn die Autorin den Ofen baut, wer zündet dann das Feuer an? In Konstanz eine Feuerwurst gegessen, dann über den Rhein gegangen. 12. 1. Von der Tödistrasse in Berg ist der Alpstein in aller Deutlichkeit zu sehen. Tante R. kocht Spaghetti Carbonara, sie zeigt mir alte Filmaufnahmen aus den 1970er-Jahren, erklärt den Hausausbau mit Wintergarten, die Namen der Enkelkinder. Der Chefredaktor des «Nebelspalters», der gestern in der Sternstunde Philosophie aufgetreten sei, sagt Tante D., sei R.’s Sohn wie aus dem Gesicht geschnitten. In Leipzig treffen sich Tausende auf dem Waldplatz, um gegen die Legida zu demonstrieren, die Universität hat ihre Lehrveranstaltungen offiziell in den «offenen Raum der Stadt» verlegt. 13. 1. Die Kirchenglocke überhört bis um 12.45 Uhr, die Ofenbauerin reist mittlerweile zusammen mit Nabokov in einem Schnellzugschlafwagen durch den Text. Nachmittags an der Hüppenfabrik vorbeispaziert, viele Sportwagen sind unterwegs. 14. 1. Die ganze Nacht gestürmt, irgendwann muss etwas vom Dach auf die Strasse gefallen sein. Vor der Restauration Ochsen liegt ein umgekippter Container auf dem Weg. Hier hat Udo Jürgens zuletzt Eier, Speck und Weissbrot gegessen, sagt der Wirt zur «Thurgauer Zeitung».

ABGESANG

Dorothee Elmiger, 1985, stammt aus Appenzell und lebt in Zürich. Vor kurzem erschien ihr neuer Roman Schlafgänger. Sie arbeitet mit einem Stipendium der Thurgauer Kulturstiftung im Bodman-Haus Gottlieben.


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Pfahlbauer. Nachrichten aus dem Sumpf.

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Verwunschen verträumt

Den Träumen in den zwölf sogenannten Rauhnächten, also in den auch heilige oder Mittwinter-Nächte genannten Nächten zwischen Heiligabend und Dreikönigstag, den Träumen in jenen Nächten sollte man grösstmögliche Aufmerksamkeit schenken. Zwecks Verinnerlichung, kann man sagen. Ob das auch für Nachmittagsträume in der Gallenstadt gilt, weiss ich nicht, aber jedenfalls war ich mit den Wipers eingenickt und an einen verwunschenen Ort weggedämmert, ein aus der Zeit gefallenes Fischerdorf in einer Meeresbucht unter einem Vulkanhügel, das dem mir sehr liebgewonnenen kalifornischen Küstenort Morro Bay ähnelte. Im Traum lag ich also auf einem graukarierten Bett im Pleasant-Motel und erfand schöne Bandnamen wie: Free Wi-Fi Pets. Oder: The Vengo Subitos. Oder: Furzen Gegen Reden. Später tanzten Buchstaben an der Wand immer wieder die selbe Kombination: c-h-e-a-p-o-p-s-y-c-h. Cheapo-Psych. Vermutlich nur die neueste Vintage-Musikrichtung, oder auch der jüngste Schrei in der Seelendoktorszene. Mit einem Kormoran, den ich nicht sonderlich

mochte, plauderte ich an der Mole ein wenig über den aufkommenden Nebel und das Geheul der Seelöwen, bis mich der Hunger packte: Vermutlich würde ich in Kitty’s Kitchen wieder die banale Fish-and-Chips-Variante mampfen. Am Horizont verschwand der Vulkanhügel, jedenfalls die Hälfte, wie eine Fata Morgana tauchte geisterhaft ein Schiff auf… Plötzlich schreckten mich, das neue Jahr kam an diesem Sofanachmittag langsam hereingetröpfelt, gezielte Schneeballwürfe an mein Küchenfenster aus meinen Träumen. Eine Nachbarin rief mich «Charlie» und erzählte mir von schrecklichen Ereignissen, und dann war ich, noch ziemlich schlaftrunken, sprachlos verdattert und bald einmal gottenfroh, um es wieder einmal so zu sagen, gottenfroh, dass ich immer nur mit Charles (junior) unterschrieben hatte und nicht mit Charlie. Was weiterhin gelten soll, wenn es denn weiter geht, im Guten wie im Schlechten. Charles Pfahlbauer jr.

ABGESANG


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Boulevard

Saiten 02/2015

Saiten 02/2015

Der Januar war die Zeit der Welterklärer. Nach dem Attentat auf «Charlie Hebdo» wussten sofort alle, was bös (Religion) und gut (Toleranz) oder bös (zuviel Toleranz) und gut (Repression) oder gut (Freiheit) und bös (Freiheit) sei. Da loben wir uns die Dennoch-Weiter-Frager. Zu ihnen gehört eine Vortragsreihe mit dem schönen Titel «Die Welt am Donnerstag», zwar in Tsüri, aber mit erfreulicher Ostschweizer Präsenz: Chefdenker der Reihe ist der Journalist DANIEL RYSER, der im Januar zum Auftakt über Hooligans und Salafisten gesprochen hat. Weiter dabei die WoZ-Journalisten ANDREAS FAGETTI (Mafia, 26.3.) und KASPAR SURBER (Migration, 12.2.) oder Tagblatt-Journalist MARCEL ELSENER (Englands Arbeiterklasse, 12.3.). Frauen sind beim Erklären in der Minderzahl, aber auch dabei, u.a. REBECCA ANGELINI (Prostitution, 5.2.) oder TOVE SOILAND (Neue Landnahme, 2.4.). Ort: die Alternative Schule Zürich.

Landnahme war ein Stichwort auch in der «Zeit» vom 15. Januar. Der deutsche Germanist Philipp Theisohn hat dort die «Rückeroberung» der Schweiz als literarische Topographie in neuen Romanen gelobt – vorweg MICHAEL FEHR mit Simeliberg und Saiten-Kolumnistin DOROTHEE ELMIGER mit Einladung an die Waghalsigen. Elmiger habe der «archäologischen» neuen Schweizer Literatur das Stichwort zu ihrer Legitimation gegeben: «Wir müssen jetzt auch von den unbekannten Wegen im Gebiet sprechen sowie von den altbekannten, in Vergessenheit geratenen.»

Anderweitig besetztes Terrain beanspruchen: Das war auch Niklaus Meienbergs Leistung als Geschichtsschreiber. An ihn erinnert die in St.Gallen 2013 gestartete Ausstellung «Warum Meienberg?» jetzt zum Abschluss einer erfolgreichen Tour in Chur. Und wieder wird debattiert – unter anderem stossen am 12. Februar der streitbare Ex-Schriftsteller und Churer Bistumssprecher GIUSEPPE GRACIA und Nationalrat ANDREA HÄMMERLE aufeinander. Eröffnung in der Stadtgalerie im Rathaus Chur war am 31. Januar, die Ausstellung dauert bis 1. März.

Auf einem nicht ganz so streitbaren Terrain versucht GALLUS HUFENUS zu reüssieren. Der Leiter des St.Galler Kaffeehauses im Linsebühl nimmt an der Barista-Schweizermeisterschaft vom 6. Februar in den Olmahallen statt. Währenddessen wagt sich der Zeichner MICHAEL FREI, appenzellisch und thurgauerisch verwurzelt und in Japan künstlerisch gestählt, in den Haifischteich der Gamer: Plug & Play, als Film vielfach ausgezeichnet, ist inzwischen zum Game weiterentwickelt und feiert am 2. Februar seine Online-Premiere auf plugplay.ch. Am Festival IGF San Francisco hat es Frei bereits in den Final für das innovativste Spiel geschafft.

Ein gewaltiges kulturpolitisches Terrain schliesslich steckt ALAIN BERSET mit seiner Kulturbotschaft für die nächsten vier Jahre ab. Sie will den Bund zu namhafter zusätzlicher Kulturförderung verpflichten, u.a. auf dem Gebiet des Films oder der Jugendmusik. Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Bundesrat Berset kommt am 31. März nach St.Gallen und referiert und diskutiert (an einem Podium u.a. mit Regierungsrat MARTIN KLÖTI UND Theaterfrau BARBARA WEBER) über die Kultur der Zukunft. Saiten freut sich, den Abend mitorganisieren zu können.

Der St.Galler Pianist und Musikenthusiast URS C. EIGENMANN hat Anfang Jahr die Idee eines Mitteilungsblatts der Kulturszene lanciert, aus Enttäuschung darüber, dass das «St.Galler Tagblatt» den Kulturteil «empfindlich gestrichen» habe. Eigenmanns Aufruf: «Wer hätte Interesse, an einer regelmässig erscheinenden Kultur-Zeitschrift (Arbeitstitel «Stadt Kultur», was ja gestrichen worden ist, bewusst in alter Schrift in Erinnerung an gute Zeiten der wunderbaren Zeitschriftenkonkurrenz)?» Inhalt sollten «knappe, informative Vorschauen aller Veranstaltungen» sein. In einem Nachtrag fügte Eigenmann an: «Die Monatszeitschrift Saiten soll in diesem Sinne nicht konkurrenziert werden. Sie stellt für mich eine eigenständige, auf gewisse Themen fokussierte Monatszeitschrift dar. Sie deckt in dem Sinne das Gesamtinteresse bei weitem nicht ab. Eine Zusammenarbeit wäre natürlich interessant und sicher sinnvoll. Sie hat sich auch sehr mutig hervorgetan und stark gemacht.»

Bilder: verfaultegeschichten.ch, woz.ch, tagblatt.ch, files.newsnetz.ch, uni-leipzig.de, kulturteil.ch, residentadvisor.net, blick.ch, parlament.ch, stadt.sg.ch, barshorts.com, wikimedia.org

ABGESANG


Ich versuchte, ihn zu finden am Kreuz der Christen, aber er war nicht dort. Ich ging zu den Tempeln der Hindus und zu den alten Pagoden, aber ich konnte nirgendwo eine Spur von ihm finden. Ich suchte ihn in den Bergen und Tälern, aber weder in der HÜhe noch in der Tiefe sah ich mich imstande, ihn zu finden. Ich ging zur Kaaba in Mekka, aber dort war er auch nicht. Ich befragte die Gelehrten und Philosophen, aber er war jenseits ihres Verstehens. Ich prßfte mein Herz, und dort verweilte er, als ich ihn sah. Er ist nirgends sonst zu finden.

Dschalad ed-din Rumi

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N°242 · Das 11. Gebot · Du sollst nicht generalisieren.  

Februar 2015 · Ein Saiten-Heft über den Islam: politisch, queer, lyrisch, früher und heute, in Tanger und in St.Gallen. Ausserdem: die neu...

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