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Ostschweizer Kulturmagazin Nr. 238, Oktober 2014

Saiten

hallo darknet? (sent)


Ein Heft f端r angehende Hacker: 端ber Netze im Netz, k端nstlerische Strategien und politische Subversion. Ausserdem: Pestalozzidorf, B端cherherbst, Fatima Al Qadiri.


Digitale Wirklichkeit und Mythos: Unwissen und Gerüchte spinnen sich um das Darknet, jenen Teil des Internets, der nicht mit Google & Co. auffindbar ist. Ein virtuelles Territorium, in dem Drogen ebenso zum Angebot gehören wie Kredikartendaten oder Tipps zur Manipulation des hauseigenen Stromzählers zwecks Gratiskonsum. Ein scheinbar unendlicher Raum verschlüsselter digitaler Daten und Nährboden wilder Spekulationen. So simpel der Zugang mit dem passenden Browser, so schwer fassbar ist das Netzwerk. Vermeintliche Oppositionen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Legalität und Illegalität bröckeln. Gewiss ist nur: Das Darknet gibt es nicht, Es ist viele und verlangt nach einer Metareflexion, wie auch Giovanni Carmine, der Direktor der Kunsthalle St.Gallen, überzeugt ist. Er erforscht das Phänomen deshalb gemeinsam mit der !Mediengruppe Bitnik ab Oktober in einer Ausstellung. Viele scheinen von den aktuellen Entwicklungen überfordert. Saiten zählt sich auch dazu – und stellt drum einen Haufen Fragen: zum Kollektiven in der Anonymität, zu künstlerischen Interventionen und zu Verschlüsselungs-Algorithmen. Dieses Heft lässt Medienwissenschaftler, Informatiker und Kuratoren zu Wort kommen – dazu gibts ein Glossar des St.Galler Hackerspace Ruum42. Ja, das Thema ist (noch) von Männern dominiert. Und es lässt beinah vergessen, dass erst vor wenigen Jahren ein ganz anderes Überwachungskapitel aufgeschlagen wurde: Kameras im öffentlichen Raum. Saiten schlägt sich daher für eine Nacht auf die Seite der Kontrolleure und beobachtet St.Gallens dunkle Plätze.

Ein weiteres Netzwerk, ein äusserst menschliches allerdings, entstand in den letzten siebzig Jahren auf den Hügeln ob Trogen: Im Kinderdorf Pestalozzi wuchs aus einer Vision des Philosophen Walter Robert Corti eine interkulturelle Gemeinschaft heran. Kinder aus aller Welt kamen in die Ostschweiz, oft verschwanden sie wieder aus derselben. Unsere Reportage und die Erinnerungen eines Ehemaligen zeigen auf, was das Kinderdorf war, ist und sein könnte. Schliesslich: Saiten kontrolliert auch die Literaturszene. Und entdeckt dabei zwischen Thurgau und Appenzellerland neue Stimmen: Bettina Wohlfender, Laura Vogt und Christian Rechsteiner. Ein Heft also auf der Achterbahn zwischen virtuellen Strategien und analoger Bücherlust – wie sie der jubilierende Waldgut-Verleger Beat Brechbühl ideal verkörpert, dem wir ein Porträt widmen. Katharina Flieger

EDITORIAL


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Reaktionen Positionen

9 10 11 13

Blickwinkel

von Sebastian Stadler

Redeplatz

mit Andreas Stäuble

Einspruch

von Hans Fässler

Stadtpunkt

von Dani Fels

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Drei Fragezeichen

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Darknet

Saiten 10/2014

Saiten Ostschweizer Kulturmagazin 238. Ausgabe, Oktober 2014, 21. Jahrgang, erscheint monatlich HERAUSGEBER Verein Saiten, Verlag, Schmiedgasse 15 Postfach 556, 9004 St.Gallen Tel. 071 222 30 66 REDAKTION Corinne Riedener, Peter Surber, Katharina Flieger, redaktion@saiten.ch VERLAG/ANZEIGEN Peter Olibet, verlag@saiten.ch SEKRETARIAT Gabriela Baumann, sekretariat@saiten.ch KALENDER Michael Felix Grieder kalender@saiten.ch GESTALTUNG Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio, David Prowse, grafik@saiten.ch VEREINSVORSTAND Lorenz Bühler, Zora Debrunner, Heidi Eisenhut, Christine Enz, Christoph Schäpper, Hanspeter Spörri (Präsident), Rubel Vetsch VERTRIEB 8 days a week, Rubel Vetsch DRUCK Niedermann Druck AG, St.Gallen AUFLAGE 5600 Ex. ANZEIGENTARIFE siehe Mediadaten 2014 SAITEN BESTELLEN Standardbeitrag Fr. 70.–, Unterstützungsbeitrag Fr. 100.–, Gönnerbeitrag Fr. 280.– Tel. 071 222 30 66, sekretariat@saiten.ch INTERNET www.saiten.ch AN DIESER AUSGABE HABEN MITGEARBEITET Bruno Aeberli, Ladina Bischof, Wendelin Brühwiler, Richard Butz, Melina Cajochen, Tine Edel, Dorothee Elmiger, Hans Fässler, Dani Fels, Georg Gatsas, Amor Ben Hamida, Tobias Hänni, Ralph Hug, Leyla Kanyare, Stefan Keller, Geri Krebs, Dominik Landwehr, Ruum 42, Marko Sauer, Sebastian Stadler, Rainer Stöckli, Samuel Tanner, Sascha Tittmann, Daniela Vetsch, Laura Vogt

KORREKTUR

Esther Hungerbühler, Florian Vetsch

© 2014: Verein Saiten, St.Gallen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung. Die Urheberrechte der Beiträge und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.

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Was zur Hölle ist Darknet?

Ein kleines ABC des Hacking. von Dominik Landwehr

INHALTSVERZEICHNIS


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Es geht um den Zugang

Ein Interview zur Ausstellung in der Kunsthalle St.Gallen mit Domagoj Smoljo (!Mediengruppe Bitnik) und Giovanni Carmine. von Katharina Flieger

26 «Gelöscht ist nicht weg»

Threema-Entwickler Manuel Kasper im Gespräch. von Corinne Riedener

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Sascha Tittmann zeichnet den Oktober-Comic.

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Bücherherbst

28 Darktown

Eine Nachtrundgang in St.Gallen. von Peter Surber

60 Theater

30 Glossar

Der Neuanfang im Figurentheater St.Gallen: Fragen an Stephan Zbinden.

Saiten 10/2014

Aus dem Hackerspace des Ruum42

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Neue Stimmen: Laura Vogt, Bettina Wohlfender, Christian Rechsteiner. Neue Sachbücher über Ernst Frick und St.Galler Architektur. Eine Hommage an Beat Brechbühl und seinen unermüdlichen Waldgut Verlag. Und eine Erinnerung an Christian Mägerle.

Die Bilder zum Titelthema fotografierte Bruno Aeberli.

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Perspektiven

62 Kino

Musik

Fatima Al Qadiri und James Ferraro im Palace. von Georg Gatsas Carl Lutz – Der vergessene Held: Der Dokumentarfilm. von Geri Krebs

Appenzell Innerrhoden Toggenburg Winterthur Rheintal Stimmrecht

63 Aussstellung

Agassiz und Renty in Teufen statt in St.Gallen. von Peter Surber

63 Weiss auf schwarz

von Leyla Kanyare

von Darknerds

Flaschenpost

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34 Brasilien

Kalender Abgesang

von Tobias Hänni

Report

87 Kellers Geschichten 89 Bureau Elmiger 91 Boulevard

36 Das Kinderdorf Pestalozzi Auf der Suche nach der Idee. von Katharina Flieger

42 Ankunft in Trogen Erinnerungen. von Amor Ben Hamida

NR. 238, OKTOBER 2014


Die beste, zumindest nützlichste 2. Umschlagseite seit es Saiten gibt. Zum Herausreissen wunderbar. Niko Tini (...) Das neue «Saiten»-Heft ist heute rausgekommen – mit ein Grund, warum mein Blog in letzter Zeit wieder etwas zu kurz kam. schreibtanna.wordpress.com Wie nützlich die Saiten diesmal tatsächlich waren, zeigen auch die folgenden Bilder von Leserinnen und Rauchern:

...während Luisa ihr Saiten-Selfie so kommentierte: «Ein wahrer Trinker kifft nicht (drum alle Filter noch zu haben)»

Debatten fanden einmal mehr vor allem auf saiten.ch statt. Intensive Reaktionen gab es unter anderem auf den Bericht zu den jüngsten Irrungen und Wirrungen zur Quartierplanung hinter dem Bahnhof. Unter dem Titel «Klubhaus-Wettbewerb: Schnee von gestern» deckte René Hornung am 16. September auf, dass der eingeladene Wettbewerb für eine Planung hinter dem Bahnhof nach der öffentlichen Kritik vorerst «geplatzt» ist, nachdem zwei angefragte Jurymitglieder ihre Teilnahme abgesagt und zwei der eingeladenen Architekturbüros ausgestiegen waren. Die Kommentare im Auszug: Die Abbruchbewilligung für das Klubhaus darf erst erteilt werden, wenn ein bewilligtes Bauprojekt vorliegt – Abbruch auf Vorrat geht wirklich nicht! Besonders hier nicht. Bevor wir Identität zerstören sollten wir etwas Neues zum Entstehen bringen. Doris Königer Richtig! Lanciert jemand eine Petition? Oder ist das sinnlos angesichts des stadträtlichen Verständnisses von demokratischer Partizipation? IG Klubhaus Das Klubhaus darf erst verschwinden, wenn etwas wirklich Gutes/Besseres kommt. Oder vielleicht wird der letzte existierende Gesellschaftssaal sogar integriert in eine gesamte Überbauung mit viel öffentlichem Raum (neuer Platz?) hinter dem Bahnhof?! Dafür kann man die Parkplätze der SBB liebend gern vergessen! Es gibt keinen Grund, das Klubhaus schon auf Reserve abzubrechen – ohne vorher ein bewilligtes (gutes) Projekt auf dem Tisch zu haben. Sollte eine Lösung ohne den Treffpunkt besser funktionieren, kann man es immer noch dann tun. Bis dahin gilt: Planungsstopp. Und in einem partizipativem Verfahren alle Involvierten an einen Tisch setzen! Jetzt brauchts Druck aus dem Parlament. Und Leute, die den Raum hinter dem Bahnhof endlich bevölkern. Eine öffentliche Siesta? Urban Gardening? Gallus Hufenus

In eigener Sache Neu aufgestellt

Das Saiten-Kollektiv sucht neue Leute. Gabriela Baumann wechselt, wie bereits im letzten Heft angekündigt, vom Verlags-Sekretariat in die Militärkantine – wir suchen Ersatz für ein 40-ProzentPensum. Verlagsleiter Peter Olibet verlässt Saiten – gesucht wird ein Mensch mit betriebswirtschaflichem und technischem Flair, zuständig für die InserateAkquisation und das Marketing. Und schliesslich ist die 50-Prozent-Stelle für unsere Online-Redaktion ebenfalls per 1. Dezember oder nach Vereinbarung neu zu besetzen. Saiten.ch findet steigende Beachtung und will auch künftig aufmüpfig und intelligent seine Stimme in der St.Galler Kultur- und Politlandschaft erheben. Dafür suchen wir – Dich. M an die Meme an die Meme an die Meme ehr auf saiten.ch/offene-stellen/

Gut aufgestellt

«Wir suchen 1000 neue Mitglieder, damit sich guter Journalismus nicht in Rauch auflöst.» Der Werbe-Slogan, zum Jubiläum 20 Jahre Saiten ausgeheckt, hat hundertprozentig ins Schwarze getroffen: Zwar sind es noch nicht ganz 1000, aber immerhin rund 200 neue, und Saiten hat damit die magische Grenze von 2000 Mitgliedern erreicht. Unnötig zu sagen, dass für unser Magazin eine breite Abstützung finanziell und ideell entscheidend ist. Und Ansporn bedeutet für die nächsten zwanzig Jahre. Willkommen sind uns natürlich auch die Leserinnen und Leser der an diversen Kulturorten gratis aufliegenden Hefte – als Mitglied unterstützen Sie uns darüber hinaus handfest und erhalten im Gegenzug das Heft monatlich in den eigenen Briefkasten geliefert. Weitere Infos: saiten.ch/mitglied-werden/

Sie ärgern sich? Sie freuen sich? Kommentieren Sie unser Magazin und unsere Texte auf saiten.ch oder schreiben Sie uns einen Leserbrief an redaktion@saiten.ch.

REAKTIONEN

Saiten 10/2014

Saiten Nr. 237, September 2014

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Saiten 10/2014

Sebastian Stadler Beute Nr. 3

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BLICKWINKEL


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Luzern ist Gast an der Olma – der Ex-St.Galler Andreas Stäuble über die Kultur-Fördersituation in der Zentralschweiz Das Olma-Gastprogramm aus Luzern umfasst Film und Spoken Word. Warum gerade die beiden Sparten? Andreas Stäuble: Die Idee war, mit Luzern und St.Gallen zwei Brennpunkte der Spoken Poetry zusammenzubringen. Zudem gibt es in Luzern einen wichtigen Verlag, «Der gesunde Menschenversand» von Matthias Burki. Die Filmsparte hat dank vielen Einzelkämpfern ebenfalls Gewicht, sie wird im neuen Kulturleitbild des Kantons denn auch besonders herausgestrichen. Neben Einzelkämpfern scheint der Film auch institutionell gut verankert zu sein, u.a. mit dem Verein «Film Zentralschweiz» und der Hochschule. Der Verein wurde 2009 gegründet, Auslöser war ein Interview der städtischen Kulturamtsleiterin, in dem sie mit Blick auf die Filmförderung sagte: «Man kann ja auch nach Zürich ziehen, wenn man Filme machen will.» Das hat mich und andere gefuxt. Und dank ihrer sicherlich auch provokativ gemeinten Äusserung hat man sich zusammengerottet. Mittlerweile zählt der Verein rund siebzig Filmschaffende und Filminteressierte. Die Hochschule ist enorm wichtig. Es gibt eine wachsende Zahl von Absolventen, die zum Teil versuchen, in der Zentralschweiz zu bleiben – was man sich aber erkauft mit einem Leben am Existenzminimum. Unsere Zielsetzung ist es, das Loch in Sachen Filmförderung in der Mitte der Schweiz zu stopfen.

Ein ähnliches Loch ist die Ostschweiz – wie kann man es denn stopfen? Das sind politische Entscheidungen. Dass filmisches Wissen und Können nicht abwandert, wäre auch im Sinn der Kantone. Es gibt zwar die IFFG, eine Kommission für Luzern, Nidwalden, Obwalden, Uri, Schwyz und Zug, die Filmeingaben beurteilt. Wir setzen uns aber darüber hinaus dafür ein, dass die sechs Kantone eine Filmstiftung aufbauen. Und wir behaupten: Mit zwei Millionen Franken jährlich könnte man zehn Millionen retour holen in die Kantone. Dank Bundesgeldern? Einerseits ja. So machen es auch die Bauern, alle machen es so, aber in der Zentralschweiz hat man diesen Sachverhalt noch nicht richtig realisiert. Andrerseits geht es darum, dass vor Ort eine Industrie entstehen kann, dass die Leute hier bleiben, hier arbeiten und hier auch wieder Geld ausgeben. Rundherum gibt es solche Initiativen, in der Romandie, in Zürich, Bern, Basel, überall wird regional gefördert. Trotz Ihrer Klage, dass zuwenig Geld vorhanden sei: Das Luzerner Kino-Gastspiel an der Olma ist sehr reichhaltig. Was soll man nicht verpassen? Was ich als ein poetisches Highlight empfehlen würde: «Halbdichtheiten», ein kurzer Film von Ralf Kühne. Oder den humorvollen Diplomfilm «Eigenbrand» des Ex-St.Gallers Jan Buchholz. Der erste Programmblock widerspiegelt auch die Leistung der Hochschule, die ihr Angebot über die Jahre stark ausgebaut hat. Das ist ein Herz, das pulsiert und ausstrahlt in die ganze Schweizer Filmszene.

POSITIONEN

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Redeplatz «Filmisches Wissen und Können darf nicht abwandern»


11 A propos pulsierend: Aus Distanz gesehen ist Luzern nicht Slam- oder Filmstadt, sondern in erster Linie Touristenstadt und in zweiter Linie Klassikmetropole. Sind das zwei Welten, zwei Städte quasi? Es käme mir nie in den Sinn, Kulturbereiche gegeneinander auszuspielen. Sie bereichern sich gegenseitig extrem. Natürlich: Luzern ist eine unglaubliche Kulisse. Die Inder haben sie schon vor Jahren fürs Kino entdeckt. Für uns, die wir hier arbeiten und produzieren, ist das zu wenig. Wir wollen nicht für Bollywood oder für den «Tatort» herhalten, sondern Geschichten aus dieser Gegend selber erzählen. Gerade der «Tatort» ist aber auch ein positives Beispiel. Zodiac, die grösste Produktionsfirma der Region, hat schon zwei Folgen produzieren können. Das vernetzt Kräfte und führt auch zu einer Öffnung.

Saiten 10/2014

Im Saitenheft mit dem Titelthema «Luzern retour», Januar 2012, stand unter anderem: In der Innenstadt von Luzern gebe es keine einzige Metzgerei mehr. Nur noch Touristenläden. Das stimmt nicht ganz, es gibt noch zwei Metzgereien, aber zum Beispiel keinen Blumenladen mehr, was ich sehr bedaure. Und es gibt eine grosse Diskussion über die Touristenströme, die die Stadt mit Cars verstopfen. In der Subkultur herrsche ein Gefühl von Ohnmacht, viele würden abwandern, stand damals ebenfalls im Heft. Wie würden Sie das Kulturklima heute auf den Punkt bringen? Es wird immer besser. Die Jungen rücken nach. Der Südpol ist ein Beispiel dafür: ein guter Ort. Aber es gibt schon auch Stimmen, die dort die «Subkultur» vermissen. Nach meiner Meinung ist das ein veralteter Begriff. Basiskultur finde ich treffender – man kann nicht einfach von oben fördern, Kultur muss immer wieder neu entstehen, muss Forderungen stellen, Platz beanspruchen, Räume besetzen. Das passiert zum Teil auch im halb-legalen Bereich, wie mit der «Aktion Freiraum», die in leerstehenden Häusern Parties veranstaltet. Kritische Stimmen sagen dann: bloss Konsum … – aber das ist es nicht. Da wird produziert, daraus wachsen neue Trends und Vernetzungen mit anderen Städten. Da legt eine neue Generation die Basis für die Leitkulturen von morgen. Berlin.

Welches ist die bessere Stadt? Luzern oder St.Gallen?

Andreas Stäuble, aufgewachsen in St.Gallen, ist seit siebzehn Jahren in Luzern tätig, u.a. mit der Film­Produktionsfirma Filmonauten und als Mitinitiant von Film Zentralschweiz. Er koordiniert das kultu­ relle Programm des Olma­Gastkantons Luzern. Luzern in St.Gallen: Freitag, 3. bis Sonntag, 5. Oktober, Lokremise Infos: kinok.ch; lokremise­sg.ch, menschenversand.ch Interview: Peter Surber Bild: Tine Edel

POSITIONEN

Einspruch: Hans Fässler Kleine Zumutungen an die Kleinen von der SVP Nein, Ihr lieben Kleinen von der SVP, in Eure Empörungsfalle trampe ich nicht! Ich habe vor allem gelacht, als an unserer Schule über den 20-Minuten-Artikel diskutiert wurde, in dem Euer famoser Aufruf zur Denunziation vorgestellt wurde. Eure Website «Freie Schulen» finde ich grafisch peinlich, konzeptionell armselig, und die «alternativen» [sic] Inhalte fehlen bis jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, immer noch. Bis Ihr es schafft, so zu provozieren wie die Grossen in Eurer Partei (Asylrecht abschaffen, Völkerrecht kündigen), müsst Ihr schon noch etwas früher aufstehen. Also deutlich vor dem Buurezmorge. Muss es tatsächlich wieder ein Linker sein, der Euch die guten Tipps gibt? Also dann: Todesstrafe für Scheinasylanten, Austritt aus der UNO, Einreichung einer Baubewilligung für eine Mauer um die Schweiz, Wiedereinführung der geflammten Schweizerfahne, Schaffung einer Meldestelle für Kinder, die von ihren Eltern indoktriniert werden («Tatort Kinderzimmer»). Worauf wartet Ihr noch? Seien wir realistisch: Die überwiegende Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer in der Schweiz ist entweder unpolitisch (also auf der Seite der Herrschenden) oder bürgerlich (also auch auf der Seite der Herrschenden). Die linken Lehrerinnen und Lehrer sind – Gott seis geklagt – in der Minderheit. Wenns Euch aber doch scheinen mag, dass in den Schweizer Schulstuben der Geist links steht, so ist das vielleicht ein Wahrnehmungsproblem. Gehört es doch zu den Aufgaben der Unterrichtenden, den Dingen auf den Grund zu gehen und eine differenzierte Sicht zu vermitteln. Und das wirkt bei Euch dann schnell einmal links, gell! Und zum Schluss noch dies: Nach rund 25 Jahren am «Tatort Schule» glaube ich zu wissen, dass die durchschnittliche bürgerliche Lehrkraft den Lernenden weitaus hemmungsloser ihre Weltsicht vermittelt als die durchschnittliche linke. Weil diese in ihrer politischen DNA genug Fälle von Repression bürgerlicher Schulbehörden gegenüber Linken gespeichert hat. Hans Fässler ist Lehrer an der Kantonsschule Trogen, Historiker und Kabarettist. «Einspruch» ist die Saiten­Rubrik für Gastkommentare.


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Saiten 10/2014

Stadtpunkt Der Investor*

Haben Sie es gehört? Mein Stadtalarm ist kürzlich losgegangen, die Warnleuchte ist noch immer an. Folgendes war geschehen: Ich hatte im Monopolblatt einen Satz gelesen, auf den meine Synapsen mit Überreizung reagieren. Da stand: «Die Stadt will ihre Liegenschaften am anderen Ende der Häuserzeile an einen Investor abgeben.» Die Rede war von der Lagerstrasse und was dort die kommenden Jahre auf uns zukommt. Zwar war das Herzstück des Artikels die zu früh gemachte Meldung, die Stadt habe den Abbruch des Klubhauses bewilligt. Das Dementi folgte einen Tag später, denn es laufe noch die Einsprachefrist und bewilligt sei keineswegs schon. Die eigentliche Falschmeldung war aber der oben zitierte Satz. Falsch deshalb, weil er in wenigen Worten die irritierende Fahrlässigkeit der St.Galler Stadtentwicklung auf den Punkt bringt. Man will hingehen und städtische Liegenschaften an bedeutender Lage an «einen Investor» abgeben, womöglich ohne jede Bedingung. Die ökonomische Stadt soll über die kulturelle und soziale Stadt triumphieren und fast das gesamte Gebiet nördlich des Bahnhofs mit ihrer unappetitlichen Markierung überziehen. Dass sich die Stadt mit dieser geplanten Veräusserung wieder ein Stück weit mehr aus der Diskussion um Fragen von Ethik, Gerechtigkeit und Umverteilung des Öffentlichen zurückzieht, verheisst nichts Gutes. Man überlässt städtisches Land Investoren, die am städtischen Leben kein Interesse haben, und die rasch wieder weg sind, wenn ihre Investition nicht mehr gewinnbringend sein sollte. Die gegenwärtige, ökonomisch funktionalisierte Stadtgestaltung und der schleichende Stadtumbau mit Ansätzen von Gentrifizierung erhöhen die soziale und räumliche Ausgrenzung, statt sie zu mildern. Die Stadt ist immer mehr nur noch eingerichtet für den gesunden, geschäftsfähigen, schweizerischen, männlichen Erwachsenen. Was ich mir als Gegenkonzept zum «Investor» vorstellen könnte, wären Eingriffe der Stadt durch Subvention. Oder Eingriffe der Bevölkerung durch Subversion. Ich habe mich noch nicht entschieden, was ich bevorzuge. Dani Fels,1961, ist Dozent an der FHS St.Gallen und Fotograf. Er schreibt monatlich die Stadt­ kolumne in Saiten. * Als Musik zum Text sei hier «Der Investor» von den Goldenen Zitronen empfohlen.

POSITIONEN

Fragezeichen I Urban Art, grenzenlos «Individualize your MINI!» Welch verlockendes Angebot, das da im Rahmen des Urban Art Festivals Mitte September in Winterthur gemacht wurde. Den MINI individualisieren, Werke von GraffitiKünstlern und -Künstlerinnen auf den Fassaden der ehemaligen Sulzerhallen bewundern und sich dabei – für einmal auch in Winterthur – urban fühlen. Initiiert wurde der Anlass von der Galerie «knoerle & baettig contemporary fine art», ermöglicht dank des AusnahmeBudgets der 750-Jahr-Feierlichkeiten und den Sponsoren Hutter Dynamics (BMW-Group-Vertreter) und der Immobilienbesitzerin Implenia. «Mit der Immobilienbesitzerin Implenia als Partnerfirma bewegen sich die Organisatorinnen Anita Bättig und Merly Knörle, welche in der Halle 1005 eine Galerie für zeitgenössische Kunst betreiben, auf sicherem Terrain», hiess es in einem Artikel der NZZ von Lucia A. Cavegn, die das Festival mitkonzipierte. Auf sicherem Terrain: Die von David Kümin mitkuratierten Künstler und Künstlerinnen durften also ihre Kunstwerke auf vordefinierten Wandflächen platzieren. Mit faszinierendem Ergebnis, wie man zugeben muss. Die perfekte PR-Strategie für ein urbanes Winti, das doch so gerne eine echte Grossstadt wäre. «Urban Art (...) ist eine Kunstform, die das Stadtbild prägt, verschönert und belebt. Die Ausdrucksformen sind dabei so vielfältig wie die dafür verwendeten Utensilien. Kreative und spielerische Grenzen gibt es keine. Überzeugen Sie sich selbst davon!». Dies war auf dem Veranstaltungshinweis von Winterthur Tourismus nachzulesen. Schier grenzenlos war auch die Kreativität der Reden von Stadtpräsident Mike Künzle (CVP) und Ex-Nationalrat Markus Hutter (FDP, Chef von Hutter Dynamics), die zu eigentlichen Predigten gerieten: Synergien müssten genutzt werden, wurde den anwesenden Kulturinteressierten eingebläut, die Kultur mit der Wirtschaft zusammenspannen, ein Hoch auf Winterthurs traditionsreiches Mäzenatentum! Mit dem Unterschied, dass der Mäzen von heute seine BMW-Chäreli vor den Kunstwerken posieren lässt. Zur selben Zeit präsentierte Künzles Nachfolgerin im Polizeidepartement, Barbara Günthard-Maier, die


Ab 23. Oktober im CafĂŠ Schnell, Rorschach, Regie Kristin Ludin, Musik Corretto

ANNAKIN

(ZH)

Vorband

vom stern (SG)

Grabenhalle St.Gallen

Vorverkauf Buchhandlung Comedia St.Gallen

Freitag 24. Oktober 20.30 Uhr


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Ergebnisse des «konstruktiven DialogProzesses», den der Stadtrat im Nachgang zur Tanzdemo StandortFUCKtor vor einem Jahr aufgenommen hatte. Als problematisch wurde da unter anderem die Sistierung wichtiger Infrastrukturvorhaben wie der Halle 53 auf dem Sulzerareal beklagt. Doch jetzt, wo der Bericht zum Thema «Freiräume in Winterthur» mitsamt Handlungsempfehlungen an den Stadtrat vorliegt, wird alles gut. Eine davon lautet: «Der öffentliche Raum ist für Jugendliche ein wichtiger Aufenthalts- und Sozialisierungsort. Kulturschaffende sind insbesondere auch auf flexibel nutzbare Räume angewiesen. Entsprechende Freiräume für diese Anspruchsgruppen sind zu sichern.» Nun wissen alle wieder, was sie zu tun haben: der Stadtrat und die Kunstschaffenden, die Patrons und die «Chaoten». Vor allem wurde wieder einmal klar, wie worüber gesprochen werden soll und wo man kreativ sein darf, damit Winterthurs Image als Kulturstadt gefördert statt gefordert wird. Katharina Flieger

Fragezeichen II Geselliges Pflaster Mal reden? Was löst Kommunikation im öffentlichen Raum aus? Und wie läuft sie ab? Fragen zu streuen sei Kern dieser Veranstaltung, sagte Projektleiter Dani Fels an der Ostschweizer Sozialraumtagung vom 10. September und freute sich, dass an diesem Tag «irritierend viele Leute diskutierend unterwegs sind». Saiten nimmt den Ball auf und verlängert die Stadtraum-Fragerei, in drei Stationen. Am Bärenplatz: Hier wird fotografiert, zwanzig Fotos mit je eigenem Fokus; auf das Ungewöhnliche, das Alte, das Neue, Störende oder Attraktive. So kommt es, dass zwar viele denselben Baum ablichten, aber mit unterschiedlichen Assoziationen. Weitergefragt: • Ob die Kids den Baum mögen würden, wenn er eine Schaukel hätte? • Was stört mehr: gehorsame Wunderkinder oder herumstrolchende Knirpse? • Darf man sich mehr Unruhe und Unsicherheit im öffentlichen Raum wünschen? Im Schmittengässlein: Aus der schmalen Häuserschlucht riecht es verbrannt.

Achtung, Videoüberwachung steht am Eingang. Drei Schritte weiter eine Wolldecke, Kartons, Bierflaschen. Bei dieser Station geht es um das subjektive Sicherheitsempfinden in dunklen Ecken. Aufräumen? Nein, weiterfragen: • Ist ein properer Hauseingang vertrauenserweckend? • Wirkt sich das Schild «Videoüberwachung» eher positiv oder negativ auf das Sicherheitsempfinden aus? • Was beklemmt: die Dunkelheit einer engen Gasse oder das Flutlicht eines Bewegungsmelders? Auf dem Gallusplatz: Weltkulturerbe durch Kameralinsen. Der grosse Platz bringt Weite in die Stadt, wirkt aber leer. Hier geht es um die Frage, was eine bewusste Gestaltung mit einem solchen Platz macht. Junge Frauen mögen den Platz, heisst es, weil er überschaubar ist. Die Stadt mag ihn, weil alles rundherum ihr gehört. Frag-würdig bleibt: • Ist es für Motorisierte befreiend, ihren eigenen Weg finden zu dürfen ohne Fahrspur-Markierung? • Ist die Pflästerung für Personen mit Skateboards, Rollschuhen oder High-Heels diskriminierend? • Gibt es Personen, die sich nicht begegnen dürfen in der Begegnungszone? Oder solche, die es dringend sollten? Noch Fragen? Der vollständige Fragekatalog ist auf saiten.ch zu finden. Corinne Riedener

Fragezeichen III Dunkelkammern

Man erkennt: drei Löcher, prachtvolle Rundbogenkonstruktion. Es sind die Wasserkammern West des Reservoirs Speicherstrasse. Ein Herzstück der städtischen Wasserversorgung, 1900 gebaut und jetzt in Reparatur, recht so, Wasser ist kostbar, aber der Clou daran: Hundert Jahre lang hat man diese Prachts-

POSITIONEN

hallen nie gesehen, bloss die unscheinbare Fassade des Reservoirs zur Strasse hin; was sich dahinter an Grossartigkeit verbirgt, war versteckt vom Hang. Das bringt einen geradezu ins Grübeln. Und ins Fragen: Was zum Vorschein käme, wenn man andernorts mal die Humusschichten und Steinhaufen wegräumen und schauen würde, was darunter und dahinter verlocht ist. Nur so. Zum Beispiel… … in den Schubladen der hochlöblichen Direktion des Kunstmuseums St.Gallen. Dort könnte sich ein Plan verbergen, wie nach der schändlichen kantonalen Subventionskürzung für die Lokremise die Kunstzone clever, kostengünstig und publikumsfreundlich bespielt werden soll. Man hört auf der Gasse: Das wäre doch eine Chance, man könnte doch mal andere reinlassen in die Lok. Vielleicht steht das ja schon auf einem klugen Papier in einer Schublade. Direkt daneben liegt vielleicht auch schon der Plan für die Neuausrichtung des Museums, wenn das Naturmuseum im Osten der Stadt einmal gebaut ist und drinnen im Kunklerbau für die Kunst also viel Platz frei wird. Man würde gerne mithören und mitreden: Was sind die zündenden Visionen? Aber eben: Dunkelschublade, gut versteckt alles. Oder zum Beispiel… ... im Hinterkopf des hochlöblichen Architekten Giovanni Cerfeda. Der Besitzer der prachtvoll geflickten Leonhardskirche hatte sie vor Jahren als Kultur-Tempel versprochen. Die Lage: fantastisch eingemittet zwischen Lagerhäusern und Lokremise und Militärkantine. Die Kulturpläne aber: schubladisiert. Eingelocht. Zugebuddelt. Eine Schande. Man hört auf der Gasse: Besetzen! Oder schliesslich auch... ...im Vorzimmer der hochlöblichen städtischen Baudirektorin, wo sich in Sachen Überbauung Bahnhof Nord einiges zusammenbraut. Im Hinterzimmer der kantonalen Baudirektion, wo der Güterbahnhof verplant wird. Oder in den Herzkammern des städtischen Schulvorstands, der in Sachen Finanzierung der katholischen Sekundarschule Flade taktieren und paktieren muss. Wo man hinschaut: Dunkelkammern. Reservoirs der Geheimhaltung. Informations-Zisternen. Peter Surber


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DARK


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Redaktion: Hallo darknet, wo bist du? Darknet: Wer von uns? Redaktion: ??? NET


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Es war Ende der 90er-Jahre, als sie zum ersten Mal auftauchte: eine Gruppe von orange gekleideten jungen Männern. Sie hatten alle den Kopf kahlgeschoren und nannten sich Agenten. Ihre Gruppe sei kein Projekt, sondern eine Firma namens «etoy». Und wie es sich für eine Firma gehört, verkauften sie Aktien zu wechselnden Kursen. Ich sah sie zum ersten Mal an einer Internet-Tagung. Die Jungs behaupteten, sie seien daran, ins Internet auszuwandern, und beklagten sich darüber, dass sie niemand in der Schweiz unterstützen wolle. Denn mit dem Verkauf der Aktien klappte es trotz Dotcom-Boom noch nicht recht. Dafür schafften sie es in die Samstagabendshow Benissimo: Überraschend und offenbar unangemeldet tauchten sie dort auf und fragten den Quizmaster Beni Thurnheer nach dem Weg ins Internet. Der Boulevard schäumte vor Wut über diesen Angriff auf das Allerheiligste der Unterhaltung. Dabei waren die etoy-Agenten damals eigentlich keine Unbekannten mehr: Schon 1996 hatte sie an der renommierten Ars Electronica in Linz eine Goldene Nica für ihre Aktion Digital Hijack erhalten: Mit einem Trick – in den Anfangszeiten des Internets war so etwas leicht machbar – war es ihnen damals gelungen, Suchanfragen auf ihre eigene Website zu leiten. Dort erklärten sie dann dem überraschten Benutzer, er sei soeben entführt worden. Eine Installation von etoy war 1998 das erste Projekt, das wir beim Migros-Kulturprozent förderten. Wir waren damit die erste Schweizer Institution, die sich mit diesen merkwürdigen Künstlern, die keiner so recht einordnen konnte, beschäftigten. Ihre Installation etoy tank 10 zeigten wir im Park im Grünen in Rüschlikon. Der Tank war ein symbolischer Ausdruck für die Abwanderung ins Internet und ein hypothetischer Wohn- und Lebensraum der Zukunft. Den 25 Meter langen Container aus San Diego nach Rüschlikon zu bringen war ein kleines Kunststück, aber das ist eine andere Geschichte.

Hack

Die Künstlergruppe etoy nutzte in jenen Jahren die Methoden des Hacking und bewegte sich durchaus nur im Rahmen des Legalen. Ein Hack ist nämlich eigentlich nur eine gewitzte Lösung für ein Computerproblem. Der Begriff taucht bereits in den 50ern beim Modelleisenbahnclub am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein erstes Mal auf. In der Pionierzeit der Computergeschichte, also in den 60er- und 70er-Jahren wurde der Begriff aber auch für kleine nützliche Computerprogramme auf Grossrechensystemen benutzt, etwa zur Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Mit der Zeit wurde aus dem Hacken eine eigene Praxis. Berühmt wurde in jener Zeit etwa John Draper. Ihm gelang es, mit einer kleinen Signalpfeife, die der CornflakesPackung namens «Cap’n Crunch» beilag, das Telefonsystem so

zu manipulieren, dass er kostenlos Ferngespräche führen konnte. «Phreaking» nennt sich dieser Kunstgriff im Technikjargon. John T. Draper ging als «Cap’n Crunch» in die Hackergeschichte ein. Für seinen Lausbubenstreich wanderte er ins Gefängnis, wo er Programme für seine Freunde Bill Gates, Steve Jobs und Steve Wozniak schrieb. Zurück zur Kunst: Hacken steht auch für das kreative Aufbrechen einer Technologie und den damit verbundenen Systemen. Ein Hacker will mehr als nur vorgegebene Regeln befolgen, er will die Systeme selbst verändern. Das macht die Figur des Hackers und seine Tätigkeit schillernd und mehrdeutig. Der Begriff des Hackens wurde schon früh auf verschiedene Gebiete übertragen. Es gibt zum Beispiel Aktivisten, die sich darauf spezialisiert haben, Möbel von Ikea anders zusammenzubauen. So wird etwa aus dem berühmten Lehnstuhl des schwedischen Möbelhauses ein Schlitten. Damit sind wir bei den sogenannten HardwareHacks gelandet. Daran sind auch die Musiker interessiert, die mit Klängen experimentieren. Die Technik wird hier teilweise auch Circuit-Bending genannt. Die Künstlerin Iris Rennert arbeitet mit dieser Methode: Sie öffnet das Gehäuse eines Spielzeugmusikinstruments, erzeugt experimentell Kurzschlüsse und hört sich fasziniert die neuen Töne an. Klar, das geht nur mit batteriebetriebenen Geräten. Hat sie einmal einen interessanten Klang gefunden, versucht sie ihn mit einem zusätzlichen Schalter zu fixieren. Ein derart verändertes Gerät kann am Schluss recht abenteuerlich aussehen. Und eigentlich macht sie nichts anderes als das, was der amerikanische Musiker und Künstler John Cage um 1940 mit seinem präparierten Klavier gemacht hat: Cage hat einfach Gegenstände ins Klavier gesteckt und geschaut, wie sich der Klang dabei verändert.

DIY

Manchmal produzieren Künstlerinnen und Künstler ihre Instrumente auch gleich selber. Dann sind wir im Bereich des Do-it-yourself, abgekürzt DIY, gelandet – eine Methode, die eng mit dem Hacking verwandt ist. DIY-Künstler suchen das Unvollkommene, Fehlerhafte. Dazu gehören Klänge, die sich mit selber gebastelten Tongeneratoren erzeugen lassen. Der Solothurner Künstler Flo Kaufmann etwa experimentiert seit Jahren mit solchen Geräten, die Schweizerische Gesellschaft für mechatronische Kunst (SGMK) hat sich sogar ganz diesen Praktiken verschrieben und organisiert unter anderem auch Workshops dazu. Seit einigen Jahren wagen sich die Hacker auch ins Gebiet der Biologie. Da kriegt dann mancher Beobachter ein mulmiges Gefühl, und man sieht schon Frankensteins Monster oder Gentech-Chimären aus den Künstlerateliers entweichen. So wild ist es nicht: Die Leute von «Hackteria»

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Was zur Hölle ist Darknet? Die nächste Ausstellung in der Kunsthalle St.Gallen befasst sich mit dem Darknet, und kein Mensch weiss, was das ist. Ein dunkler Ort in den Tiefen des Cyberspace, wo nur Hacker Zugang haben? Und wie kommt es eigentlich, dass die Kunst sich mit diesen Themen befasst? Ein kleines ABC des Hacking. von Dominik Landwehr


19 um den Schaffhauser Marc Dusseiller etwa wollen mit einfachen Methoden die Welt der Biologie für die Kunst nutzbar machen. Dafür haben sie mit einem kleinen Trick, eben einem Hack, eine billige Webcam in ein richtiges Mikroskop verwandelt.

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Zu den interessantesten Begegnungen im Feld von Hacking und Kunst gehört für mich die Mediengruppe Bitnik, die sich eigentlich «!Mediengruppe Bitnik» schreibt und damit zeigt, dass man auch auf der Ebene der Sprache Hacks machen kann. In ihrem Projekt Opera Calling haben sie Mobiltelefone zu Wanzen umfunktioniert und diese im Zürcher Opernhaus versteckt. Ihr System konnte damit ganze Opern mithören und an zufällig ausgewählte Telefonabonnenten in der Stadt Zürich übertragen. Opernhausdirektor Pereira war zunächst perplex und drohte mit rechtlichen Schritten, später merkte allerdings auch er, dass die jungen Künstler niemandem schaden wollten. Ursprünglich gibt es nämlich in der Hackerbewegung auch eine Hacker-Ethik, der auch die Mediengruppe Bitnik verpflichtet ist. Keinen Schaden zu stiften ist einer der Grundsätze, der Einsatz für freien Zugang zum Netz und zum Weltwissen ein anderer, ebenso wie der Grundgedanke des Teilens.

Russland und anderswo, und immer mehr Staaten bemächtigen sich der Hackermethoden, um ihre Bürger auszuspionieren. Diese Entwicklung zeigt nichts anderes als das Janusgesicht der Technologie. Und damit sind wir nun endlich beim Darknet: Es gibt in den Tiefen des Cyberspace Bereiche, die nicht mit den herkömmlichen Werkzeugen wie etwa einem Internetbrowser oder einem Mailprotokoll zugänglich sind. Und hier findet sich Illegales und Legales zuhauf. Die Grenzen werden schnell unklar und verwischen. Genau deshalb interessiert sich auch die Kunst dafür. Und genau deshalb freue ich mich auch auf die Ausstellung in der Kunsthalle St.Gallen. Dominik Landwehr, 1958, ist Kultur­ und Medien­ wissenschaftler. Er leitet die Abteilung Pop & Neue Medien in der Direktion Kultur und Soziales des Migros­Genossenschafts­Bundes und ist Heraus­ geber der Reihe «Edition Digital Culture». An der Vernissage der Ausstellung The Darknet in der Kunst­ halle St.Gallen am 17. Oktober wird Band 2 prä­ sentiert, der sich mit dem Thema Hacking befasst. Darknet: Stichworte siehe Glossar S. 30

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Diese Regeln stammen aus den Frühzeiten von Computer und Internet. Daran halten sich heute weder die National Security Agency (NSA) noch Computerkriminelle aus

Es geht um den Zugang Vor der Ausstellung zum Darknet: Ein Gespräch mit Kurator Giovanni Carmine und Domagoj Smoljo von Bitnik über das Darknet und Strategien im unsichtbaren Raum kollektiver Anonymität. von Katharina Flieger Warum müssen wir uns mit dem Darknet befassen? Giovanni Carmine: Eine Metareflexion über das Darknet fehlte bis heute, sie ist gerade im Entstehen begriffen. Als Kunstinstitutionen müssen wir uns jetzt und auf physischer Ebene mit dem Internet auseinandersetzen. Dazu gehört auch, sich mit Phänomenen aus dem Untergrund zu befassen: Mit dem Onionland, der Meme-Kultur, mit Imageboards oder auch Anonymisierung. In fünfzig Jahren wird es interessieren, wie die betroffenen Menschen zu Beginn mit dem Wandel umgegangen sind. Wir befinden uns in einem Pioniermoment, müssen uns auf allen – auch auf künstlerischen – Ebenen mit dieser Entwicklung auseinandersetzen. Sonst verlieren wir komplett das Verständnis dafür, was eigentlich geschieht.

Und: Was geschieht? GC: Wir dachten, dass wir im Darknet viele Antworten zu den prägenden Phänomenen des Internets finden würden. Bis wir merkten, wie schwierig es ist, unter der Oberfläche zu tauchen: Diese Bewegung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem ist zwar ein sehr spannendes Gefühl, entzieht sich aber jeglichen Ordnungsversuchen. In diesem Sinne kann Unsichtbarkeit einerseits ein problematisches Hindernis, aber gleichzeitig auch eine nützliche Strategie sein. Es gibt beispielsweise im Darknet viel Sichtbares, das wir nicht sehen wollen: weil es uns fremd ist, zu krass oder zu problembehaftet, zu links oder zu rechts, was auch immer. Zugleich ist die grundsätzliche Unsichtbarkeit, die das Onionland bietet, auch eine Antwort auf das Problem des gläsernen Menschen: Alles was wir heute

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Dient der Ausstellungstitel «Darknet» als Metapher oder bezieht Ihr Euch auf das konkrete Netzwerk, das digitale Territorium? Domagoj Smoljo: Wir verstehen das thematisch nicht so eingeschränkt, wie es zurzeit im Netz verhandelt wird. Einerseits geht es uns in Bezug auf das Internet darum zu sagen, dass es mehr gibt als das, was von Google auffindbar ist. Das Internet ist vergleichbar mit dem berühmten Bild des Eisbergs: Das uns bekannte Surface-Web ist nur eine relativ kleine Spitze, unter der noch viel mehr schlummert. GC: Metapher und Realität des Darknets lassen sich nicht komplett auseinandernehmen. Im Laufe unserer Recherchen entwickelten wir ein urbanes Bild des Themas als gesellschaftliches Phänomen rund um die Frage: Was bedeutet es, Zugang zu haben? DS: In Zürich gibt es zum Beispiel eine Kultur versteckter Restaurants, die für kurze Zeit auftauchen und rasch wieder verschwinden – eine Art temporäre Präsenz im Stadtraum. Um aber Zugang zu diesen Orten zu bekommen, muss man vernetzt sein, man muss wissen, wann und wo etwas stattfindet. Da spielen – ähnlich wie im Netz – Codes eine wichtige Rolle. In diesen Netzwerken wird eine starke subkulturelle Identität zelebriert. Das ist zwar recht spezifisch, aber durchaus vergleichbar mit den Funktionsweisen des Darknet. Dabei stellen sich im Darknet spannende Fragen: Wie vertraut man einander, obwohl man nicht weiss, wer das Gegenüber ist? Und welche Rolle spielt dabei die Verschlüsselung? Wer mit Tor im Darknet surft, hat durch die Verschlüsselung mit langsamen Ladevorgängen und toten Links zu kämpfen. Dies läuft dem Trend der immer schnelleren Allverfügbarkeit entgegen. Wie interpretiert ihr das? DS: Das Onionland hat eine viel höhere Beweglichkeit der Inhalte: Ständig tauchen Webseiten auf und verschwinden wieder. Alles ist viel temporärer als im Surfaceweb. Daher auch die toten Links. Im Temporären liegt aber auch eine Qualität: Anders als im Surfaceweb ist kein leistungsstarker Server mit stabilem Internetanschluss nötig, um im Netz sichtbar zu werden. Im Onionland kann auch ein Handy oder ein Minicomputer als Webseite dienen. Tor wird aber natürlich nicht nur zum Surfen im Onionland genutzt, sondern vor allem auch verwendet, um anonym im Internet zu surfen. Wenn das Internet wegen Zensur oder staatlicher Überwachung nicht oder nur unter grossen persönlichen Risiken zugänglich ist, bietet Tor einen nicht rückverfolgbaren Zugang zum Internet, der es erlaubt gefahrlos Zensur und Überwachung zu umgehen. Die Langsamkeit, die sich aus dem technischen Verfahren hinter Tor ergibt, ist dabei wohl ein Preis, den Aktivistinnen, Verfolgte und Überwachte gerne bezahlen.

Was interessiert Euch am Tor-System ? DS: Die kollektiven Prozesse: Man muss Teil des Netzwerkes werden, damit es überhaupt existieren kann. Das ist ein Kontrast zu der angesprochenen allgegenwärtigen Servicelogik des Surfaceweb, in der stets alles vorhanden sein und funktionieren muss. Tor und das Onionland haben viel vom Charme des ganz jungen Internets beibehalten: Man wird selber aktiv, kann mitgestalten, es ist experimentell, roh und immer für eine Überraschung gut. Entstehen mit dieser kollektiven Identität neue Dynamiken? GC: Nicht unbedingt, die gab es schon immer, wie etwa die Hausbesetzerszene vor dreissig Jahren. Heute aber ist es dank des Netzes möglich, sich auf globaler statt lokaler Ebene sehr schnell zu organisieren. Die digitalen Möglichkeiten und technischen Werkzeuge beschleunigen und potenzieren das Ganze. Ihr interpretiert die Enthüllungen von Edward Snowden als eine Zäsur, mit der sich Sichtweisen und Machtverhältnisse verschoben haben. Was ist gemeint? DS: Das Medium unserer künstlerischen Arbeit ist das Netz. Uns war stets bewusst, welches Überwachungspotential da drin steckt. Deshalb haben wir immer darauf geachtet, alles selber zu machen, einen eigenen Server zu betreiben und Alternativen zu Google zu benutzen. Nach den Enthüllungen von Snowden jedoch wurden unsere schlimmsten Vorstellungen von dem, was an Überwachung möglich ist, Realität bzw. gar übertroffen. GC: Ihr hattet zumindest eine Vorstellung davon! 95 Prozent der Weltbevölkerung hatten davon keinen Schimmer. DS: Offline und Online verzahnen sich immer mehr, was bedeutet, dass auch die Überwachung in immer stärkerem Masse alle unsere Lebensbereiche durchdringt. Mit den Enthüllungen von Edward Snowden wird plötzlich sehr deutlich, dass Überwachung alle etwas angeht. Denn es liegt in der Natur dieser Art von Überwachung, dass sie zwar in der Gegenwart geschieht, doch in Zukunft als immenser Datasatz zur Verfügung steht und jederzeit gegen einen verwendet werden kann. Was ist die Konsequenz – sollte ich nun meinen gesamten Datenverkehr verschlüsseln? DS: Sich zu verstecken, ist keine Lösung. Das wäre, als wenn in den 80ern jemand, der eine Fiche hatte, nicht mehr ausser Haus gegangen wäre. Nein, das muss auf einer gesellschaftlichen Ebene gelöst werden. Dazu braucht es einen Diskurs: Vielleicht können wir mit unserer Ausstellung da einen Beitrag leisten. Als Einzelperson ist das nicht lösbar. Auch in dieser Hinsicht ist das Darknet interessant, da es aus der simplen Logik heraus entwickelt wurde, dass man als Individuum kommunizieren können muss, ohne dass einem zugeschaut bzw. zugehört werden kann. Wir werden als Gesellschaft für die Einführung und Durchsetzung grundsätzlicher Rechte im Internet kämpfen müssen. Ähnlich wie wir um die Einführung des Briefgeheimnisses gerungen haben.

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im Surfaceweb tun, ist sichtbar und wird getrackt. Als Reaktion darauf wollen wir gewisse Dinge nicht mehr zeigen und verstecken uns – diese Ambivalenz ist ein interessanter Zustand. Wir versuchen, ihn als zeitgenössisches Phänomen, das über die digitale Welt hinausgeht, zu begreifen.


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21 Ist der verschlüsselte virtuelle Raum auch ein Kunstraum? DS: Auch im Darknet gibt es natürlich Kulturproduktionen. Ich denke dabei an die Meme-Kultur oder Anonymous. Die Elemente dieser Kulturen sind temporär, sie spielen damit, nicht archivierbar zu sein. Deshalb zeigen wir in der Ausstellung etwas zur Geschichte von Anonymus. Robert Sakrowski untersucht die kollektive Identität Anonymus, welche aus der Webplatform 4chan herausgewachsen ist. 4chan ist ein Imageboard, welches kein Gedächtnis, kein Archiv hat. Jeder Post löscht sich nach einer gewissen Zeit wieder, nichts ist google-indexierbar und somit nicht archivierbar. Das Tolle an dieser Plattform, auf der alle per default als Anonymous posten, ist, dass sich keine Reputation aufbauen lässt. Es spielt keine Rolle, was jemand in der Community oder anderswo bereits geleistet hat, sondern nur ob dein Post/deine Idee in dem Moment gut und interessant ist. In einer Art Schwarmlogik wird mit Identität gespielt. Robert Sakrowski untersucht die Performativität von Aktionen der letzten vier, fünf Jahre: Dinge wie kollaborative Hacks im Netz oder die aktive Einmischung in den syrischen Konflikt, wo Aktivisten und Aktivistinnen Internetleitungen zur Verfügung gestellt wurden. Was man aber auch nicht vergessen sollte: Das Darknet ist auch Big Business. Das verstecken wir nicht, die Arbeit von Simon Denny beispielsweise setzt sich mit der Figur von Kim Dotcom, dem Betreiber von Megaupload auseinander. Uns war wichtig, dass der mit der Digitalisierung einhergehende Gigantismus und solch kontroverse Figuren auch vorkommen. In den Arbeiten von Bitnik scheint es oft auch um eine Umkehr des Blickes zu gehen – spielte dieser künstlerische Ansatz auch für diese Ausstellung eine Rolle? DS: Ja, es gibt ein paar solche Positionen, wie etwa die von Heath Bunting. In seinem bereits seit zehn Jahren dauernden Projekt «Staus Project» fragt er, wodurch persönliche Identität definiert wird. Diese Frage stellt er aus einer abstrakten Datenbank-Perspektive heraus. Wie erhältst du einen Bankaccount? Dafür musst du gewisse Sachen mitbringen – du musst zum Beispiel dein Geschlecht und deine Adresse angeben können. Bunting hat die letzten Jahren eine riesige Datenbank dazu aufgebaut und kann dadurch für Grossbritanien relativ einfach neue Identitäten kreieren – Identitäten, welche Postadressen, Telefonnummern, aber auch Sozialversicherungsnummern besitzen. In einem Workshop im Rahmen der Ausstellung wird Bunting versuchen, eine Schweizer Identität zu kreieren.

Will Bitnik für einmal den virtuellen Raum gegen den Ausstellungraum eintauschen? DS: Immer beides: Der Ausstellungsraum ist genauso interessant für uns wie der virtuelle Raum, weil er durch die Distanz einen Moment der Reflexion ermöglicht, der in unseren Liveperformances normalerweise nicht stattfinden kann. Wir gingen auf die Kunsthalle St.Gallen zu, weil wir in ihr eine der wenigen Partnerinstitutionen in der Schweiz sehen, mit der man Inhalte gemeinsam füllen, neue Formen ausprobieren und sich forschend in Neuland vorwagen kann. Wird dem Publikum der Ausstellung das Darknet erklärt? GC: Nein. Wir wollten keine didaktische Ausstellung machen, sondern eine Stimmung schaffen, die gewisse Themen wie Identität, Anonymität, Netzwerk, Verbindung On-Offline, Darknet, Internet, Subkultur und die damit einhergehende Bildproduktion dort sichtbar machen und Interesse wecken soll. Auch wir wissen noch nicht genau, was es wird. Wir sehen die Ausstellung auch als Plattform, um unsere Recherche zu vertiefen. Wir hoffen, dass wir die Fragen weiterentwickeln und Diskussionen anregen können. Es ist zu früh, ein präzises Statement zu machen, auch wir sind von der aktuellen Entwicklung überfordert. DS: Es soll eine Art Kick Off werden, um sich dem Thema künstlerisch anzunähern. GC: Der Live-Charakter ist wichtig, vermutlich wird die Ausstellung am Ende anders aussehen als zu Beginn. Ich hoffe, dass sich eine Dynamik ergibt und neue Leute hinzustossen. Das entspricht der Logik des aktuellen Geschehens im Darknet. Was gibt es darüber hinaus zu sehen? GC: Mit den Begleitveranstaltungen wollen wir das Netz auch als Plattform nützen, indem wir beispielsweise einen Vortrag im Darknet streamen. Damit bezwecken wir eine Wechselwirkung zwischen dem Innen- und dem Aussenraum und bestärken den osmotischen Charakter, die Ambivalenz des Themas. Wir wollen beim Publikum die Frage auslösen: Wo bin ich – in der Kunsthalle oder im Darknet? Oder ist die Kunsthalle ein Knoten des Darknet? Uns als öffentlicher Institution ist es wichtig, das öffentliche Bewusstsein für das Darknet und das, was ausserhalb von Google stattfindet, zu stärken. A propos Zugang: Uns ist sehr bewusst, dass wir es hier mit einem westlichen, männlichen Phänomen zu tun haben. Wir bemühen uns, dies aufzufangen; wissen aber noch nicht wie.

Gibt es Gemeinsamkeiten unter den ausgewählten Netzkünstlern in Bezug auf ihre Haltung, ihr Motiv, ihre Methoden? DS: Allen Künstlern gemein ist ein pointierter Umgang und ein grosses Wissen in der Auseinandersetzung mit Themen wie Netzwerk, Internet, Darknet, Identität und Kontrollgesellschaft. GC: Uns war es wichtig, eine Ausstellung zu machen, die auch visuell überzeugt; der Input kam von Bitnik.

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The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Kunsthalle St.Gallen, 22. Oktober bis 4. Januar 2015


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«Gelöscht ist nicht weg» Der Threema-Gründer und gebürtige Ostschweizer Manuel Kasper über Kryptografie, das virtuelle Briefgeheimnis und Medienkompetenz. von Corinne Riedener

Ron Rivest, Miterfinder des verbreiteten RSAKryptosystems, gilt als Koryphäe und geht auf die siebzig zu. Gibt es keine jungen Cracks? Schwer zu beurteilen. RSA wurde wie viele Algorithmen, die heute eingesetzt werden, bereits in den 80ern patentiert und ist immer noch aktuell. Wenn man nicht gerade ein Genie ist, braucht man wohl schon ein bestimmtes Alter, oder zumindest die Erfahrung, um so etwas hervorzubringen – was natürlich nicht heisst, dass Junge keine neuen Algorithmen kreieren. Nach deiner Informatiklehre hast du gleich noch ein Studium angehängt. War Kryptografie ein grosses Thema damals, Anfang der Nullerjahre? Es hatte sicher noch nicht denselben Stellenwert wie heute, aber wir hatten schon verwandte Module, diskrete Mathematik zum Beispiel, die nützlich waren, um die Kenntnisse zu vertiefen. 2011, als du die ersten Pläne für Threema geschmiedet hast, setzte sich Daniel Ellsberg für WikiLeaks ein, Julian Assange sass in London, Edward Snowden noch für die NSA in Japan. Was bewog dich dazu, einen Krypto-Messenger zu entwickeln? Ich war unzufrieden mit dem Status quo: SMS waren kostenpflichtig und das Handynetz ohnehin nicht sehr gut geschützt. Die Alternative, der WhatsApp-Messenger, war wiederum extrem offen. Praktisch jeder konnte mitlesen. Adressbuchdaten, Chatprotokolle oder Benutzerprofile waren nicht nur für die Mobilfunkanbieter einsehbar, son-

Threema «Was man nicht hat, kann man nicht herausgeben», sagt Manuel Kasper auf die Frage nach den Daten der Threema­ Benutzer. Seit Februar, als der Instant­ Messenger WhatsApp an Facebook verkauft wurde, haben sich über drei Mil­ lionen User die Threema­App auf ihre Mobiltelefone geladen. Unterdessen hat der 30­jährige Informatiker mit zwei weiteren Software­Entwicklern eine GmbH gegründet und eine Android­App auf den Markt gebracht.

dern für alle mit dem nötigen Equipment – obwohl viele Verschlüsselungs-Algorithmen ja bereits seit Jahren existierten. Für mich ging es vor allem darum, diese mit einem möglichst simplen Messenger zu verschmelzen. Bedienungsfreundlichkeit, das war die Grundidee. Als Apple wenig später die verschlüsselten iMessages auf den Markt brachte, habe ich meine Pläne allerdings wieder auf Eis gelegt. Ein Jahr später habe ich sie wieder hervorgeholt und eher zum Spass begonnen, eine iOS-Applikation zu entwickeln. Nachdem sie den Test in meinem Kollegenkreis bestanden hatte, habe ich sie Ende 2012 kostenlos in den App-Store gestellt und staunte nicht schlecht, als sie innerhalb von wenigen Stunden bereits einige tausend Downloads verzeichnete. Nach 10'000 wurde der Preis auf zwei Franken festgelegt. Und dann kam Snowden. Die erste grosse Welle – innert Tagen hat sich die Nutzerzahl verzehnfacht. Im vergangenen Februar, als WhatsApp an Facebook verkauft wurde, kam der zweite grosse Schub, drei Millionen fast über Nacht. War Sicherheit nie Thema in der IT-Szene, bevor die Snowden-Files veröffentlicht wurden? Schon, aber es war eher eine individuelle Angelegenheit. Ich würde nicht behaupten, dass Informatiker grundsätzlich security-affin sind, wobei es natürlich immer solche mit paranoiden Zügen gab. Andererseits war es vielen erstaunlich egal, obwohl sich die Branche einig war, dass mitgelesen wird. Sichere Verbindungen wie SSL und HTTPS gibt es seit Jahren. Heute schaut man genauer darauf, wie man etwas verschlüsselt. Ein Web-Server mit SSL zum Beispiel: Früher hat man ihn einfach so aufgesetzt und konfiguriert, dass es funktioniert; heute achtet man darauf, nur sichere Algorithmen zu verwenden. Es gibt Webseiten, die andere diesbezüglich testen und «Walls of Shame» führen.

Derzeit arbeiten sie an einer Version für das Windows­Phone. Die Threema­ Server stehen in Zürich. Alle Nach­ richten der User werden sofort nach der Zustellung von den Servern gelöscht. Die Daten sind so verschlüsselt, dass nur der Server weiss, wer mit wem Kontakt hat, sagt Kasper, aber die Inhal­ te bleiben auch für die Maschine ein Geheimnis. Threema setzt wie Telegram, myEnigma und andere Krypto­Messen­ ger auf asymmetrische Kryptografie.

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Die App generiert dabei zweierlei Schlüssel bei der Installation; einen öf­ fentlichen zum Ver­ und einen priva­ ten zum Entschlüsseln. Die Nachricht ist also nutzlos, wenn sie abgefangen wird, da sie nur mit dem Gerät des Emp­ fängers entschlüsselt werden kann. Für die Übertragung wird die verschlüs­ selte Nachricht trotzdem nochmals zusätzlich verschlüsselt, sagt Kasper. Damit kein Aussenstehender weiss, von wem sie kommt und wohin sie geht.

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Was bist du, Kryptograf? Mathematiker? Nerd? Manuel Kasper: Ich bin Informatiker, aber Kryptografie hat mich schon immer fasziniert. Allerdings verstehe ich die aktuellen Verfahren auch nicht bis ins letzte Detail, da die heutige Kryptografie ja hohe Mathematik ist. Leute, die fähig sind, solche Algorithmen zu entwickeln, sind deshalb meistens beides, Mathematiker und Kryptografen.


27 Wie sensibilisiert man denn die Gesellschaft, wenn es die Herausforderung einer ganzen Generation ist, die Verschlüsselung an sich zu entschlüsseln – ohne Studium? Leider kann man Netzwerke, Datentransfers und Kryptografie nicht in zwei Sätzen erklären. Bei der Entwicklung geht es deshalb vor allem darum, die Algorithmen so zu verpacken, dass sie ihren Dienst möglichst unbemerkt tun, damit sich die Nutzer nicht mit lästigen Add-Ons und Plug-Ins plagen müssen. Je komplizierter eine Anwendung ist, desto weniger wird sie genutzt.

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Die technische Hemmschwelle ist demnach ziemlich hoch, trotz der Enthüllungen in den vergangenen Jahren. Was muss passieren, dass die User verstehen, dass die Überwachung auch für sie zum Problem werden könnte? Keine Ahnung... Es gab zwar viele, die ihre Nachrichten danach eine Zeit lang verschlüsselt haben, aber kaum war die Empörung halbwegs verebbt, wurde vielfach wieder auf den Schutz verzichtet – weil es ohne eben rascher geht. Immerhin ist das Sicherheitsbewusstsein in der IT-Branche gewachsen, aber im Detail damit auseinandergesetzt haben sich wohl nur die wenigsten. Dabei gäbe es eigentlich genügend Algorithmen, wenn sie richtig eingesetzt würden. Was ist mit Ron Rivests RC4-Algorithmus, von dem Jacob Appelbaum, Bruce Schneier und andere Experten glauben, dass ihn die NSA in Echtzeit entschlüsselt? Dieser bald dreissigjährige Algorithmus war stets beliebt, da er äusserst effizient, platzsparend und einfach zu implementieren ist. Eigentlich wusste man spätestens, nachdem WEP, die erste Wireless-LAN-Verschlüsselung, deswegen geknackt wurde, dass RC4 nicht mehr zu empfehlen ist. Eine kurze Renaissance erlebte er 2011, als eine Sicherheitslücke im SSL-Protokoll gefunden wurde, die praktisch alle Verschlüsselungsalgorithmen ausser dem RC4 betraf – weil er eben grundsätzlich anders funktioniert. Jedenfalls haben danach einige kurzfristig wieder auf RC4 umgestellt, was sie wiederum angreifbar machte. Aber sowas kommt oft vor und hat selten mit dem Algorithmus, sondern mehr mit seiner Verwendung zu tun.

Um zu verifizieren, ob der öffentliche Schlüssel auch wirklich dem Empfänger gehört, arbeitet Threema mit einem Ampelsystem: Für grünes Licht muss man eine Person persönlich treffen und ihren Schlüssel einscannen – die sicherste Variante. Wurden Kontakte durch den freiwilligen Abgleich mit dem Telefonbuch gefunden, steht die Ampel auf orange, gänzlich unbekannte Kontakte bleiben rot. Threema arbei­ tet für den kryptografischen Teil mit einer

Könnte man auch zurück, zu längst veralteten Techniken? Natürlich, auch das kommt vor. Über all den aktuellen Verfahren schwebt ja ohnehin das Damoklesschwert des Quantencomputers. Wenn man dort irgendwann genügend Quanten-Bits verbauen kann, lassen sich die meisten der derzeit verwendeten Verschlüsselungen innert Kürze knacken, selbst wenn es mit der heutigen Technologie Millionen von Jahren dauern würde. Es geht das Gerücht, dass die NSA mit – oder zumindest an – Quantencomputern arbeitet. In diesem Zusammenhang hört man oft von der sogenannten post-quantum cryptography: Es gibt tatsächlich auch quantencomputersichere Algorithmen. In der Praxis sind sie allerdings kaum verbreitet, weil sie zu viele Ressourcen benötigen. Interessiert dich die «theoretische» Kryptografie? Dafür fehlt mir einerseits der mathematische Background, andererseits ist mir das Ganze noch zu unpraktisch, da ich es ja anwenden will. Abgesehen davon relativiert sich die Sicherheit eines Verschlüsselungsverfahrens, solange die Applikation auf einem Betriebssystem oder einer Hardware läuft, die wir nicht kontrollieren ... Du sprichst von Backdoors? So ist es. Wir wissen nicht, was sich in der Hardware und im Betriebssystem alles versteckt. Eine Applikation an sich mag vielleicht sicher sein, ob gewisse Inhalte nicht doch gespeichert oder zum Beispiel unbemerkt Screenshots gemacht werden können, ist unbekannt. Eine Software kann deshalb nie sicherer sein als die Plattform, auf der sie läuft. Und falls wirklich ein Hintertürchen eingebaut ist, kann man sowieso alles mitlesen – bevor etwas verschlüsselt wird. Ähnlich wie die Trojaner, die im revidierten Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) vorgesehen sind, nur dass die Malware später eingeschleust wird. Wie stehst du dazu? Mir ist klar, dass schwere Verbrechen gewisse Massnahmen erfordern, aber ich bin gegen die geplante Verschärfung. Aus idealistischen Gründen, anders als zum Beispiel

Open Source Library (NaCl), der Quell­ code der App selber ist aber nicht öffentlich. «Das hat vor allem wirtschaft­ liche Gründe», sagt Kasper, «da wir angewiesen sind auf die Einkünfte aus den App­Verkäufen, um die Weiter­ entwicklung zu finanzieren, die Server zu betreiben, Support zu leisten etc.» Kritische Stimmen fordern deshalb un­ abhängige Audits, die Threema­Ent­ wickler zweifeln jedoch am Sinn solcher Expertisen. «Konsequenterweise

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müsste man dann auch jedes noch so kleine Update einzeln testen lassen. Das ist aber teuer, verzögert die Ent­ wicklung und schadet deshalb letztlich den Nutzern», sagt Kasper. «Abgese­ hen davon kann man auch Open Source­ Programmen erst vertrauen, wenn man den Quellcode persönlich über­ prüft hat.»


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Manche User plädieren dafür, gleich alles öffentlich zu machen. Das hat etwas von Fatalismus, von Schwarz-weiss-Denken. Es geht ja nicht darum, dass man nichts mehr preisgibt, sondern dass man sich bewusst ist, über welchen Kanal man es tut. Müssten wir ein Schulfach haben, um medienkompetenter zu werden? Nützlich wäre es sicher, wobei es weniger auf das Technische ankommt, sondern eben auf den Umgang. Was kann ich bedenkenlos veröffentlichen? Was bespreche ich besser persönlich? Schliesslich wissen wir: Gelöscht ist nicht weg. In der britischen Serie Utopia wird das Orwellsche Szenario ziemlich konkret weiter gesponnen: Gesichtserkennung, Suchanfragen, IP-Adressen, Krankenakten und Verbrechen – die Schattenmacht manipuliert, wo sie kann. Darf man sich davor fürchten?

Eine der grössten Ängste ist es, dass man irgendwann fähig ist, ein umfassendes Bild zu kreieren aus den Daten mehrerer Kanäle. Mit Big Data versucht man das ja bereits, aber es ist kaum abzuschätzen, wie weit diese Entwicklung wirklich ist. Was man machen kann, wird aber bekanntlich gemacht, deshalb ist es wichtig, sich für die Privatsphäre einzusetzen. Krypto-Messenger sind auf dem Vormarsch. Was, wenn euch in einigen Jahren für die ThreemaApp x Milliarden geboten werden? Bis jetzt hatten wir noch keine konkreten Angebote, aber es haben nun mal alle ihren Preis. Etwas anderes zu behaupten wäre wohl realitätsfern. Zudem fragt sich, wozu man so etwas kaufen will. Um es vom Markt zu werfen? Um es zu kontrollieren? Oder um die Idee des virtuellen Briefgeheimisses zu schützen? Auch das Briefgeheimnis hat Grenzen. So wie es Techniken gibt, reale Briefe unbemerkt zu lesen, gibt es auch im Netz Methoden, von denen man nie wirklich sicher ist, ob sie angewendet werden oder nicht.

Darktown Alle überwachen das Netz – Saiten überwacht die Stadt. Das erweist sich allerdings als völlig unnötig. von Peter Surber 15 Uhr. Mittwochnachmittag, das Strassencafé ist voll besetzt. Kontrollblick von oben zeigt: Touristen zumeist, ältere Semester mit Fotoapparaten. Ein behelmter Velofahrer saust vorbei. Ein Durchschnittsnachmittag, und der Überwachungsjob bis jetzt: todlangweilig. Da, schon wieder ein Velo, diesmal ein bekanntes Gesicht, hallo, wir winken uns zu vom Erker hinab zur Gasse, von der Gasse hinauf zum Erker. Vor dem «Bäumli» stehen die Lieferwagen der Handwerker, die das Erdgeschoss zum Ladengeschäft umbauen. Elektro, Natursteine, Metallbau. Sie versperren den Passanten und Velos den Durchgang, unerlaubterweise. Ein Kind schreit. Es ist eine unangenehme Rolle: Gassenüberwachung von oben herab, aus dem Pelikanerker in der Schmiedgasse, dem Redaktionsbüro von Saiten. Im Septemberheft hatte Martin Amstutz in seinem Text über Whistleblower Edward Snowden das Stichwort gegeben und Parallelen vom elektronischen Datenüberwachungsirrsinn zur alten Stadtrepublik St.Gallen gezogen: «So ein Erker ist nicht nur repräsentativ, er dient auch dazu, die Konkurrenz auszuspähen und das Wohlverhalten der Untergebenen zu überwachen.» Konkurrenz hat Saiten zwar keine, und statt «Untergebenen» sind es heutzutage bloss Untendurchgehende; Bürger, Passantinnen, Gehetzte, Schlendernde, Ziellose. Ihnen gemeinsam scheint, und der Eindruck erhärtet sich nach mehrstündiger stichprobenartiger Gassenüberwachung: alle völlig harmlos.

«Öffentliche Plätze und Strassen können mit Videokameras überwacht werden.» (Art. 3 des Polizeireglements der Stadt St.Gallen) Plakatieren ohne Bewilligung wird zum Offizialdelikt, für Demonstrationen gilt ein Vermummungsverbot, und: «Die Polizei kann vorübergehend Personen von öffentlichem Raum wegweisen oder fernhalten» (Art. 4). Präzis vor zehn Jahren, im Herbst 2004, ist im Stadtparlament dieses Polizeireglement debattiert und verabschiedet worden. Im Mai 2005 sagte die Bevölkerung nach heftigem Abstimmungskampf Ja zum Reglement, 15’437 Ja zu 8’037 Nein. Der Widerstand dagegen war grundsätzlich: Er stellte das Recht der Stadt in Frage, ihre Bewohner polizeilich zu überwachen. Die Debatte beschränkte sich nicht auf St.Gallen: Bern war 1998 schweizweit vorangegangen, St.Gallen folgte, später Luzern und die meisten anderen, auch kleinere Städte. Zitat Saiten von damals: «Ruhe, Ordnung, Schöngeist. Die Entwicklung der zunehmenden Privatisierung des St.Galler Stadtraums gipfelt im neuen Polizeireglement. Was stört, wird weggewiesen.» Ein Jahrzehnt danach: Kein Thema mehr? Wo bleibt die Diskussion? Sie verläuft statt politisch: soziologisch. 16 Uhr. Auf dem Grüningerplatz, nicht weitab vom Erker, ist die Zeichnerin Lika Nüssli an der Arbeit. Sie pinselt mit weisser Farbe Fragen auf das Kopfsteinpflaster. Es ist eine von mehreren Stationen der diesjährigen Sozialraumta-

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die Provider, die sich eher aus wirtschaftlichen Gründen wehren. Die erweiterte Vorratsdatenspeicherung wäre für sie ja mit grossen Mehrkosten verbunden.


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gung der St.Galler Fachhochschule. Zufall, dass sie gerade an dem Tag stattfindet, wo wir die Stadt überwachen. Stadtraum ist hier Kommunikationsraum: «Sitzen Sie gerne auf der Strasse? Putzen Sie gerne? Wie oft laden Sie Strassenkehrer zum Kaffee ein? Liegen Sie gerne auf der Strasse? Mögen Sie Penner? Bettler? Mögen Sie Ausländer?» Aber auch geradewegs: «Was haben Sie hier zu suchen?» Die Vorbeigehenden bleiben stehen, drehen die Köpfe der Schrift nach, gehen weiter. Auf die Strasse legt sich keiner. Dafür geht es am Blumenmarkt zur Sache. Einer Frau platzt die Einkaufstasche, Früchte rollen übers Trottoir, ein paar Jugendliche sind sogleich zur Stelle und bücken sich. Später taucht eine pittoreske Frauengestalt in weinroter Burka auf. Die beiden Szenen sind ihrerseits gestellt, sie werden mehrfach durchgespielt als weitere Station der Sozialraumtagung. Auffällig, bilanziert später Projektleiter Dani Fels: Die Hilfsbereitschaft ist gross, wenn ein Missgeschick passiert. Auf die Burkaträgerin, immerhin eine Rarität im Strassenbild, reagiert hingegen kaum jemand. 19 Uhr. Weniger Passanten jetzt hier in der Schmiedgasse, dafür kehrt ab und zu einer ins «Bäumli» ein. Einmal ein junges Paar, er mit Kinderwagen, sie mit Kind im Bauch. Eine aufgekratzte Fünfergruppe. Zwei Küssende, ausgerechnet unter dem Erker, glauben sich unbeobachtet, aber da täuschen sie sich. Eine Gruppe auf Stadtführung lässt sich den Erker erklären, ich schnappe ein paar Wörter auf, eins heisst: «Kontrolle». Die Kameras, die nach Annahme des Polizeireglements installiert wurden am Marktplatz, am Bahnhofplatz, im Kantipark und anderen neuralgischen Stellen: Nützen sie etwas? Die Stadtpolizei St.Gallen, in deren Einsatzzentrale die Bildschirme stehen, ist nicht informiert, weil deren Auswertung nicht ihre Sache ist. Sie verweist an die Staatsanwaltschaft. Mediensprecherin Nathalie Häusler gibt Auskunft: In wie vielen Fällen seit Installierung der Kameras in der Stadt St.Gallen wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Videobilder konsultiert? Über die Anzahl der Editionsverfügungen betreffend Videobilder in der Stadt erheben wir keine genaue Statistik. Es handelt sich aber um etwa 20 bis 30 Fälle pro Jahr. In wie vielen Fällen führten die Bilder zur Feststellung eines Delikts und zur Überführung der Täterschaft? Welche Delikte betrifft dies hauptsächlich? Auch darüber führen wir keine Statistik. Allgemein kann gesagt werden, dass die Auswertung von Bildern in einem grösseren Teil der Fälle zur Ermittlung der Täterschaft bzw. zur Dokumentation des Sachverhaltes beigetragen hat. Sofern Personen nicht direkt erkennbar waren, waren jeweils immerhin Rückschlüsse zum Tatablauf möglich. In den allermeisten Fällen geht es um Raub oder Entreissdiebstahl oder um Schlägereien. Wie viele Fälle betreffen die AFG-Arena und wie viele die Innenstadt? In der AFG-Arena werden die Kameras vor und nach den Spielen benötigt, um den Fanmarsch zu beobachten. Nachdem es in den letzten Jahren kaum mehr zu Ausschreitungen ausserhalb der Arena kam, wurden die Bilder

nur in ganz wenigen Ausnahmefällen noch nachträglich gesichert; dabei ging es um die Identifikation von Gewalttätern. Im Bereich des Stadions werden die Kameras von der AFG Betriebs AG bedient und ausgewertet; diese Bilder werden drei bis vier mal jährlich verwendet, um den Ablauf von Auseinandersetzungen zu dokumentieren und die Verdächtigen zu identifizieren. Die Edition von Videobildern für Überwachungskameras, welche von der Stadt betrieben werden, betrifft deshalb praktisch ausschliesslich die Innenstadt. Das heisst: Es gibt vielleicht zehn, vielleicht fünfzehn Fälle im Jahr, wo die Kameras ein Ergebnis produziert haben. Die kleine Zahl liesse den Schluss zu: friedliche Stadt, Kameras überflüssig. «Historisch betrachtet ist der Ausschluss aus dem öffentlichen Raum ein mittelalterliches Instrument.» Das sagt der Staatsrechtler Daniel Moeckli in einem Gespräch mit der «Wochenzeitung», Anlass: Vor rund zwanzig Jahren kamen die ersten Wegweisungsgesetze auf. Moeckli weiter: «Der öffentliche Raum ist der Raum von Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Demokratie. Hier müssen wir akzeptieren, dass wir mit verschiedenen Verhaltensweisen konfrontiert werden. Zu erwarten, dass mir der Staat Leute aus dem Weg räumt, die mir nicht passen, ist intolerant und läuft der Idee eines freiheitlichen Rechtsstaats zuwider.» 23 Uhr. Auf dem Weg zurück von einer Theatervorstellung in der Lokremise Richtung Innenstadt. Die Betonwüste rund um die Fachhochschule: tot. In der Altstadt: fast alle Beizen zu, ein paar verstreute Gassengänger; auf dem Marktplatz und in der Brühlgasse herrscht hingegen Betrieb. Alles friedlich, keiner stört, nichts wegzuweisen. In den nächsten paar Stunden regt sich unter dem Erker kaum noch etwas. 3 Uhr. Ich mache mich auf Richtung St.Georgen, die Mülenenschlucht hoch, kein Ton ausser dem Rauschen der Steinach, dann der Panoramaweg den Weieren entlang, Blick auf die schlafende Stadt, es ist ein fast feierliches Gefühl, bis von hinten rasch näherkommende Schritte zu hören sind. Kurzer Schreck, aber die Stimme, die zu den Schritten gehört, grüsst munter: «Guete Morge». 4 Uhr. Zurück über Linsebühl (kein Mensch) und Lämmlisbrunn (kein Mensch) auf den Marktplatz. Hier sammeln sich die letzten Nachtschwärmer, zwei streiten sich laut und besoffen, sonst aber gäbe es auch hier nichts zu filmen, und auch dieser Streit endet, jedenfalls für den Moment, in Minne. Im Erker über der Schmiedgasse lese ich in der Saitennummer Im potzblitzen Mai 2005, Sondernummer Schmutz, Schund, Polizeireglement: «Man muss sich im Klaren sein: Es geht hier um öffentliche Dinge, es geht um eine Beschränkung der Öffentlichkeit, und nur mit Öffentlichkeit kann man dem entgegentreten. In dieser Frage ist es wohl das Entscheidende, dass man das Bewusstsein stärkt, was wirklich urbane Qualitäten sind. Die heute dominante Vorstellung ist ja, ein lebendiger Raum sei furchtbar gefährlich. Da gilt es zu zeigen, dass urbanes Leben eigentlich sehr harmlos ist.» Voilà, stimmt, jedenfalls in dieser Mittwochnacht. Um halb sechs fahren die ersten Busse über den Marktplatz.

NET


30 Tor/Onionland (hiess früher mal TOR für «The Onion Router», wird heute aber nur noch Tor genannt) Ein Netzwerk, in dem Verbin­ dungen verschlüsselt über verschiedene Zwischenstatio­ nen, wie Zwiebelschalen, geführt werden. Dadurch weiss keiner der Teilnehmer – und schon gar nicht Dritte –, wer mit wem und was kom­ muniziert. Im Tor­Netz verbor­ gene Dienste bilden das Onionland. Hidden Wiki Ein Wiki, also eine Sammlung frei editierbarer Seiten, die nur im Onionland aufrufbar ist. Durch das Tor­Netzwerk sind alle Teilnehmer anonym und das Wiki zensur­resistent.

Anonymous Name von verschiedenen Gruppen oder Einzelpersonen, die ihre Ansicht von Gerech­ tigkeit im Netz vertreten. Dreh­ und Angelpunkt vieler Aktionen ist das Imageboard 4chan.org, die Wiege vieler Netztrends nach dem japani­ schen Vorbild von 2channel.

Meme Eine Aktivität (wie z.B. Plan­ king, Harlem Shake), ein Bild, Video, Motto, dass – oft als Mimikry – sehr schnell über Social Media verbreitet wird. (Gesprochen: «Miim», angelehnt an das englische «Gene»).

Kim Dotcom und Megaupload Megaupload war ein Share­ hoster von Kim Schmitz alias Kim Dotcom. Ein Sharehoster erlaubt es, Daten hochzula­ den, die mittels einer entspre­ chenden Internet­Adresse von anderen Nutzern wieder her­ untergeladen werden können.

Darknet Oberbegriff für ein Peer­to­ Peer­Netz, in dem nur Verbin­ dungen zu bekannten bzw. vertrauenswürdigen Personen aufgebaut werden. Die Teil­ nehmer sind deshalb für Dritte nicht einsehbar (dark).

OTR Messaging «Off­the­Record» (OTR) steht seit langem für nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Nachrichten. Heute ein Proto­ koll zur Verschlüsselung von Chats auch über unsichere Leitungen.

DDoS Attack «Distributed Denial of Service Attacks» sind Angriffsme­ thoden, mit der ein Webdienst (klassischerweise ein Web­ server) mutwillig durch Mas­ senanfragen von möglichst vielen Computern in die Knie gezwungen wird. SYN­Flood ist eine solche Methode. Sie versucht, den angegriffe­ nen Server lahmzulegen, in dem eine Vielzahl von Verbin­ dungsanfragen gestartet, in halboffenem Zustand aber abgebrochen werden. Quantencomputer Ein Rechner, dessen Funktio­ nen auf den Gesetzen der Quantenmechanik und nicht auf Basis der klassischen Physik und Informatik beruhen. Die Theorie legt nahe, dass damit die Berechnung extrem langer Zahlen deutlich effi­ zienter gelöst werden könnte. Dies hätte enorme Auswir­ kungen auf die heute gängigen Verschlüsselungsmethoden.

Deep Web/Surface Web Teile des WWW, die von gängi­ gen Suchmaschinen nicht indexiert werden und deshalb – ohne Kenntnis oder Hidden Wiki – kaum aufzufinden sind. Im Gegensatz zum Surface Web, dem «normalen» Teil des World Wide Web.

Symmetrische und asymmetrische Verschlüsselung Beim symmetrischen Verfahren müssen beide Seiten einen geheimen Key (Schlüssel) ken­ nen, um Daten zu codieren und wieder zu decodieren. Bei der asymmetrischen Metho­ de, auch Public­Key Verschlüs­ selung genannt, dient ein öffentlicher Schlüssel zur Ver­ schlüsselung von Daten, die vom Empfänger nur mit seinem privaten Schlüssel wieder entschlüsselt werden können. Open Source Programme und Verfahren mit offenem Quellcode (Source). Damit können diese Program­ me auch von Aussenstehen­ den auf Fehler oder versteckte Hintertüren (Backdoors) untersucht werden. PGP, S/MIME PGP steht für «Pretty Good Privacy». Dieses asymmetri­ sche Kryptografie­Verfahren erlaubt es, z.B. E­Mails Ende­ zu­Ende zu verschlüsseln, ohne vorher den Schlüssel über einen gesicherten Kanal übertragen zu müssen. Die Identitätsprüfung erfolgt über das «Web of Trust». S/MIME verfolgt einen ähnli­ chen Ansatz, erfordert aber zur Verifikation den ID das Ver­ trauen in eine zentrale Zer­ tifizierungsstelle.

Dieses Glossar hat Ruum42 für Saiten erstellt. So nennt sich der St.Galler Hackerspace in Anlehnung an Douglas Adams’ Per Anhalter durch die Galaxis. Der Verein bietet Raum für den Austausch zwi­ schen Hackern, sowie für Personen mit Interesse an Wissenschaft, Technologie, digitaler Kunst und vielen anderen Bereichen.

Ein herzlicher Dank an dieser Stelle auch an Manuel Märklin, unseren saITen­Nerd, für seine spontane Mithilfe.

DARK

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GLOSSAR


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Appenzell Innerrhoden Vom Gontner-Sein Auch ich, klein, Innerrhoder Dialekt sprechend, römischkatholisch, im Dorf den Leuten immer und verständlich Grüezi sagend und auch sonst, zumindest von aussen besehen, gut ein- und angepasst, werde in meinem Heimatkanton Opfer von Vorurteilen. Aha, denken Sie jetzt reflexartig, klar, sie ist eine Frau, das Frauenstimmrecht, das sehr spät aufgezwungene… Aber darauf muss ich nicht weiter eingehen, das ist der zweitbekannteste Fakt über Appenzell Innerrhoden weltweit. Also nein, mein Geschlecht ist es nicht, warum mir zart negative Vibes entgegenschlagen. Es liegt vielmehr am Ort, an dem meine Eltern in ihren jungen Jahren ein nettes Einfamilienhaus bauen liessen. Es liegt daran, dass ich aus Gonten komme. Gontner und Gontnerinnen, heisst es, sind verbissen, wollen nicht teilen, lassen sich partout nicht dreinreden, haben immer Recht, sind dagegen (gegen alles, gegen jeden), sind unsozial und fremdenfeindlich. Ein sich in Gonten sehr engagierender Zugezogener meinte, das liege an der Vergangenheit. Dass Gontner immer den Kopf hätten hinhalten müssen, immer schuld gewesen seien. Wie Anna Koch aus Gonten, die letzte Person, die in Innerrhoden Opfer einer Hinrichtung geworden ist und so als das aus Gonten kommende Schuldhafte an sich in die Annalen eingegangen sei. Und dass aus diesem dauernden Schuldsein, Opfersein, halt eine gewisse Trotzhaltung entstanden sei. So viel zur Theorie dieses Gontner Neuzugangs. Doch einmal davon abgesehen, wie man sich seine eigene Geschichte zusammenbüschelt, klar ist: Gontner wollen nicht Appenzeller, also Höfler, wie die Dorf-Appenzeller historisch heissen, sein. Und Appenzeller keine Gontner. Dann halt. Ich frage mich nur, ob es nicht zeitlich oder geografisch weniger nahe Gruppen gäbe, gegen die man sich dezidiert abgrenzen könnte? Das würde allenfalls das Zusammenleben erleichtern, denn im letzten Jahrhundert sind wir doch ziemlich nah zusammengerutscht. Ist mein Urgrossvater noch in anderthalb Stunden zu Fuss von Gonten nach Appenzell gegangen und brauchte mein Grossvater dafür mit dem Velo 15 Minuten, fährt mein Vater heute auf vier Rädern und bei Wind und Wetter in sieben Minuten von Gonten ins Dorf. Wie wäre es also zum Abgrenzen mit Stasi-Angehörigen zu DDR-Zeiten? Oder mit Isis-Kämpfern? Der Haken am Ganzen könnte sein, dass so die Reibungsnähe nicht mehr stimmt und damit das Gespür fürs Gontner- und Höflersein verloren geht. Und wenn es doch ein wenig stimmt, wenn darin sogar ein gröberes Körnchen Wahrheit steckt, was man über Gontner und Gontnerinnen so sagt, kann ich trotzdem gelassen bleiben und ohne Risiko auf Ausgrenzung diese Sätze hier schreiben. Gontner, wäre es so, würden dann Saiten ja eh nicht lesen. Melina Cajochen, 1982, arbeitet im Bücherladen Appenzell.

Toggenburg Pilzwetter En Piiiilz! schreit es durch den Wald. Überall sind sie grad. In allen Farben leuchten sie einem entgegen. Wunderschön giftig anzuschauen. Meine Mutter hatte mich einst gelehrt: Nimm keine Pilze mit weissen Lamellen und sicher nicht unterhalb von 1000 Höhenmetern. Ich halte mich noch immer daran und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Auch nehme ich nur Pilze mit, die ich wirklich kenne. Wenn ich aber mit Begleitung durch den Wald streife, habe ich immer einen Pilzführer dabei, um falls nötig schwarz auf weiss und in allen Farben belegen zu können, dass Pilz nicht gleich Pilz ist … falls man ihn denn essen will. Spaziergangwanderer, die einem mit Designerschuhen und knallbunten Hosen bekleidet in breitem Züridütsch ein Grüezi zurufen und nach Eierschwämmli fragen, sind nicht uninteressant, aber können einem schon etwas die gelassene Toggenburger Ruhe nehmen. Vor ein paar Tagen haben es mir solche Ausflügler aus Zürich, die spontan auch noch ihren herbstlichen Beitrag im «Toggi» leisten wollten, gnadenlos gezeigt. «Sie losed si…ich ha sie nume wele druf ufmerksam mache…dass es im Fall viel giftigi Pilz do hät!» Ich: «Ja aber…». Er: «Nanei sie…wüssed si…!?» Nach zehn Minuten hatte mich der nette Herr aus Züri-Örlike mit der roten Hose und den schicken gelb-schwarzen Schuhen aufgeklärt. Die Pilze müssten nach Gattung gekocht werden – mit gehackten Zwibeli, Chnobli und Butter angedünstet, die Pilzli gewaschen, nicht gebürstet, kurz angedämpft, Sonderbetonung auf fiin ghackte Peterli dazu, aber frisch …Wein- und Serviervorschlag waren inklusive. Eigentlich hatte ich nur mit meiner Begleitung durch den Wald ziehen und Pilze sammeln wollen. In Ruhe. Die Gegend zwischen Krummenau und Bächli Hemberg ist toll, die Pilze sind dieses Jahr nur so aus dem Boden geschossen, haben mich beinahe angesprungen. Viele habe ich stehengelassen. Wertlose, ungiftige, essbare, wohlschmeckende Speisepilze, aber auch die giftigen: Schön sind sie wirklich alle. Die Natur zeigt uns ihre unendliche Vielfältigkeit und wir dürfen uns darüber freuen. Zumindest solange, bis mir noch einmal der Rotehosentyp begegnet: «Sie!…wüssed si – es isch nid nume i de Natur eso – au bi de Mensche – es wär besser, wenn sich nid alli vermische würed – wenn sie wüssed was ich meine? Wie bi de Pilz: D'Rasse klar trenne!» Gooopfridschtutznomol…rassistisches Ideengut an einem Samstagnachmittag im Toggenburg beim Pilzle? Weiter unten im Wald weisse Tiere: Es sind freie Toggenburger Geissen, die die Nadeln von den Fichtenästen abfressen. Ein traumhaftes Bild. Vor meinem Fuss auf dem Moos hüpft ein kleiner Frosch vorbei. Die Vorstellung, dass eines Tages genau hier massenhaft Rotehosentypen frei umherhüpfen – undenkbar! Doch sind sie schon da, vielfältig und landschaftsinteressiert, schick in die Landschaft eingepasst, rote Hose und es tüpflets Oberteil, wie giftige Pilze. Denk nicht so viel, sage ich zu mir selber, gehe weiter und freue mich über die herbstliche Sonne, die ihre Strahlen durch die Wolken auf die Churfirsten wirft. Daniela Vetsch Böhi, 1968, ist Textildesignerin, umweltpolitisch aktiv und Mutter von zwei Kindern in Wattwil.

PERSPEKTIVEN


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Winterthur Lammfrommer 48er

Immer wieder bekommt es «Die Geschichte» mit der Meinung zu tun, von ihr gingen – heimlich oder offen – Zeichen an die Gegenwart aus. Dabei ist klar: Solche Ansichten wachsen eher auf dem Mist von Erwartungen als in den staubtrockenen Archiven. Es ist daher eine gewisse Fantasieleistung nötig, um in den Memoiren eines nachmaligen Stadtratsweibels mehr zu sehen als die privaten Aufzeichnungen eines jungen Mannes, der im Juni 1848 in die Barrikadenkämpfe in Paris geraten ist; stilistisch unergiebig und für heutige Begriffe etwas weinerlich. Der Reihe nach: Das Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur erschien in diesem Jahr zum 348. Mal. Diese historisch-archivalischen Mitteilungen zur Stadt- und Lokalgeschichte zeigten in den letzten Jahren eine Tendenz zu «Zeitfragen»: Industrievergangenheit, Stadtentwicklung, Quartiergeschichte. Die diesjährige Veröffentlichung aus einem Privatnachlass tanzt etwas aus der Reihe. Es handelt sich um die Memoiren von Jakob Heinrich Meyer, einem Buchbinder, der auf seinen Reisen als Geselle nach Stationen in Süddeutschland, Sachsen und Österreich 1841 in Paris hängenblieb. Dort lebte er sieben Jahre unter teils prekären Bedingungen. Während des Aufstands im Juni 1848, der auf die liberale Revolution im Februar folgte, wurde er in der Wohnung eines Freundes verhaftet und drei Monate gefangen gehalten. Im Gefängnis La Roquette schrieb er 34-jährig seine Memoiren. 46 weitere Jahre sollte er noch leben, den grössten Teil davon als Beamter in seiner Heimatstadt. Meyer legt seine persönliche Perspektive auf die Pariser 48er-Ereignisse dar: die schwierigen Arbeitsverhältnisse, die politischen Clubs, sein Verhalten während der Barrikadenkämpfe, die Verhaftungen, seine gesundheitlichen Probleme, den Gefängnisalltag. Er gibt sich weltanschaulich lammfromm und schreibt auf seine Unschuldserweisung hin,

er lobt den Gefängnisdirektor und macht zugleich Witze über den Gefängnisalltag. Weil Meyer jeden Moment mit einem Prozess rechnen musste und davon ausgehen konnte, dass die Behörden zumindest die Korrespondenz mitlasen, haben die Dokumente Rechtfertigungscharakter. Neben dem schieren Material käme es in dieser Perspektive auf die Umstände seines Schreibens an, auf Machtgefälle, auf die diffizile Drucklage von moralischen Selbstansprüchen und strategischer Selbstbehauptung (Meyer musste zeitweise um seinen Kopf fürchten). Die Kommentare des Herausgebers tragen diesen Aspekten vereinzelt Rechnung. Die Einzelheiten geraten jedoch nicht in Gefahr, argumentativ allzu sehr belastet zu werden. Es bleibt bei der Faszination für einen, der – zumindest halbwegs – dabei war. So mag jenseits von familiengeschichtlichen Interessen – der Herausgeber ist mit einer Urenkelin Meyers verheiratet – ein Bogen zur lokalen Gegenwart kaum ohne Weiteres gelingen: etwa zur Pilotgerichtsverhandlung zu den «Standortfucktor»-Nachprotesten von letztem Herbst. Sie hat am 20. August mit einer Busse von hundert Franken geendet und mit dem Eindruck von unterentwickeltem Interesse an Machtaspekten des Sprechens zwischen Rechtspflege und politischer Artikulation. Wendelin Brühwiler, 1982, Historiker, arbeitet an der Universität Zürich. Er ist Mitglied der Forschergruppe «Medien und Mimesis». Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur, Bd. 348 (2014): Memoiren des Winterthurer Stadtratsweibels Jakob Heinrich Meyer 1814–1894, übersetzt und kommentiert von Dieter Siegenthaler, Fr. 25.–

PERSPEKTIVEN

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Barricades rue Saint­Maur, 25 Juni 1848. Bild: Wikicommons


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Rheintal Falsche Partei

Als Reto Friedauer Mitte August bekanntgab, dass er die Sozialhilfe in der Gemeinde St. Margrethen kürzen will, musste ich an den Abend des 25. April 2012 denken. Friedauer begrüsste damals im Saal der Turnhalle Rheinau die Delegierten der SVP St.Gallen. Es standen andere Leute im Mittelpunkt an jenem Abend, der Gemeindepräsident stellte nur kurz sein Dorf vor, aber weil der Platz für meine Berichterstattung gross war und der Redaktionsschluss nah, erschien auch ein Foto des Gastredners. In die Bildlegende schrieb ich: «Fremdes Terrain: Der FDP-Gemeindepräsident Reto Friedauer.» Das war ein Fehler, Friedauer ist parteilos. Wahrscheinlich war es eine Art Freud’scher Verschreiber, da Friedauer der Wirtschaft etwa so nahe steht wie der Bauchredner Klibi seiner Caroline. Als ich Friedauer am nächsten Tag wieder sah, entschuldigte ich mich. Zwei Jahre später ist Reto Friedauer nicht mehr Teil eines SVP-Fests, sondern einer Art politischen Bad-TasteParty. In seinem Mitteilungsblatt «Direkt» kündigte der Gemeinderat St. Margrethen an, die Sozialhilfe ab dem 1. Oktober um 7,5 Prozent zu kürzen. Grund: die «unterdurchschnittliche Steuerkraft» der Gemeinde. In einem Interview mit dem «Rheintaler» sagte Reto Friedauer: «Wenn Kürzungen im Kanton Bern oder in der Bodenseeregion möglich sind, sind sie auch in einer Grenzregion zumutbar, wo viele Einwohner regelmässig zu 25 Prozent tieferen Preisen in Vorarlberg einkaufen.» Ich glaube, Friedauer meinte seine Aussage ernst. Einkaufstourismus, mit freundlicher Unterstützung der Gemeinde St. Margrethen. Einsparen will die Gemeinde mit der Kürzung beim Grundbedarf der Sozialhilfe rund 50’000 Franken. Das sind ungefähr 0,3 Prozent der budgetierten Ausgaben für das laufende Jahr. Irgendwo muss man halt anfangen. In der Begründung stand auch noch, die Reduktion sei «ein Signal an den wachsenden Anteil von Klienten, die sich in der Sozialhilfe arrangiert haben». Es spricht nichts dagegen, Betrüger zu stoppen – aber der Satz klammert aus, dass der Grossteil der Bezüger wohl nicht freiwillig am Rand der Gesellschaft lebt. Zudem zeigt der Satz, was die Reduktion vor allem ist: Signalpolitik. Eine Schachtel Beruhigungspillen für den Stammtisch. Der SVP-Präsident im Dorf lobte Friedauer umgehend in einem Leserbrief. Ich bin mir jetzt sicher, dass ich für Reto Friedauer an jenem Abend im April 2012 die falsche Partei ausgesucht habe. Samuel Tanner, 1991, ist im Rheintal aufgewachsen und Inlandreporter bei der Basler Zeitung.

Stimmrecht Nachwuchs

In Somalia wird der Nachwuchs sehr geschätzt. Deswegen sind die somalischen Familien auch sehr gross. Somalische Eltern haben im Durchschnitt oft sieben Kinder oder sogar mehr. Aber woher kommt das eigentlich? Nicht von ungefähr, denn in der somalischen Kultur sorgt der Nachwuchs für die Eltern im fortgeschrittenen Alter. Daraus folgt, dass mehr Kinder auch mehr Wohlstand bedeuten. Somalia ist kein Wohlfahrtsstaat und es gibt deshalb auch keine AHV oder andere Unterstützungsmethoden vom Staat. Jeder ist auf sich alleine gestellt. Damit man im Alter nicht alleine da steht, baut man in Somalia auf den Nachwuchs. Aber auch wohlhabende Familien sind gross, weil der Nachwuchs auch in die Fussstapfen der Eltern treten soll. Der Familienbesitz, wie zum Beispiel Unternehmungen oder Schätze, bleibt in der Familie und wird dem Nachwuchs übergeben. Diese Mentalität ist bei den Somaliern tief verankert. Und nicht nur in Somalia, auch in anderen afrikanischen oder arabischen Kulturen kann man das sehr gut beobachten. Somalier in europäischen Staaten oder in den USA haben immer noch grosse Familien, obwohl dies nicht mehr lebensnotwendig wäre. Natürlich geht es dabei nicht nur ums Überleben, sondern auch um die Nähe und Liebe zu den Kindern. Somalier schätzen Kinder sehr und wollen den Traum einer grossen Familie immer verwirklichen. Es gibt sehr selten somalische Eltern ohne jeglichen Nachwuchs. Die grossen Familien bilden ein Problem in den europäischen Staaten, weil Kinder sehr teuer sind und die Eltern sich das oftmals nicht leisten können. Dazu kommt noch die Bildung und Erziehung der Kinder. Deswegen vernetzen wir vom Somalischen Integrationsverein die Eltern mit Erziehungsberatern und Beratern in allen möglichen Bereichen, damit sie sich schnell und effizient zurechtfinden. Kinder können ohne richtige Erziehung sehr schnell auf die schiefe Bahn gelangen. Aus diesem Grund ist die Beratung in diesem Bereich eines unserer wichtigsten Anliegen, damit die Familien reibungslos und ohne Schwierigkeiten leben können. Leyla Kanyare, 1971, kam 1991 aus Somalia in die Schweiz, ist Mutter, Dolmetscherin, Gründerin und Präsidentin des Somalischen Integrations­ vereins der Ostschweiz (SIVO). Sie lebt in St.Gallen und schreibt monatlich in Saiten.

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Flaschenpost aus Brasilien

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Schneebälle am Strand der Frommen Schnee fällt in Brasilien eigentlich nur ganz im Süden. Doch wer der sonnenverwöhnten Küste entlangreist, trifft auch weiter im Norden, in pittoresken Fischerdörfern und lebhaften Küstenstädten, immer wieder auf Schneebälle. Bola de Neve, Schneeball, so heisst eine der zahlreichen evangelikalen Freikirchen Brasiliens, die in den letzten Jahren vielerorts ihre Filialen eröffnet hat. Oft auch an Orten, die man kaum mit einem frommen Leben in Verbindung bringen würde. In hippen Surfspots wie Itacaré oder Pipa etwa; hier sieht man nicht nur junge Surfer mit einem Brett unter dem Arm Richtung Meer, sondern auch solche mit einer dicken Bibel Richtung Gottesdienst spazieren. 2000 vom Surfer Rinaldo Pereira gegründet, zielt die Schneeballkirche auf junge Brasilianerinnen und Brasilianer. An den Gottesdiensten werden Surf- und Skateboardfilme gezeigt, es wird zu – kirchenkonformem – JesusReggae, Rock und Hip-Hop getanzt und gesungen. Bola de Neve organisiert auch Skateboardcamps und Joggingabende. Doch so locker sich die Schneeball-Kirche gibt, so konservativ sind ihre Verhaltensregeln: Alkohol ist Tabu, Zigaretten auch, ebenso Kleider, die zu viel nackte Haut zeigen, Sex ist erst nach der Hochzeit erlaubt. Man könnte meinen, eine solch konservative Glaubensgemeinschaft sei zum Scheitern verurteilt, in einem Land, das für Caipirinha, freizügige Strandkultur und laszive Paartänze bekannt ist. Doch Bola de Neve hat heute etwa 150 Filialen, unzählige Zellen (Bibelgruppen) und geschätzte 60’000 Mitglieder.

Marketing auf allen Kanälen

Und sie ist bei weitem nicht die einzige Freikirche in Brasilien, die in den letzten Jahren rasant gewachsen ist. Die Adventistenkirche des siebten Tages, die Erste Kirche der Baptisten, die Universelle Kirche des Königsreichs Gottes – selbst in den verschlafensten Nestern dieses riesigen Landes gibt es mindestens eine Freikirche, meistens noch mehr. Oft sind die Gotteshäuser nicht mehr als ein karger, schmaler Raum; mit billigen Plastikstühlen und einer scheppernden Musikanlage ausgestattet. In grösseren Orten sind sie in modernen, teils pompösen Bauten mit verspiegelten Fassaden untergebracht, aber allen ist gemein: Sie sind gut besucht. Kein Wunder, ist doch der Anteil an Brasilianern, die sich zu einer Form des Evangelikalismus bekennen, gemäss der letzten Volkszählung 2010 in zehn Jahren um 7 Prozent gewachsen – auf 42 Millionen oder knapp einen Viertel der Gesamtbevölkerung. Die katholische Kirche hat im selben Zeitraum rund 10 Prozent ihrer brasilianischen Schäfchen verloren. Mit rund 120 Millionen Angehörigen ist sie zwar noch immer die dominierende Religion, doch die Pfingstgemeinden, Neo-Pfingstgemeinden, Baptisten und Methodisten setzen den Papst im grössten katholischen Land der Welt ernsthaft unter Druck. Das liegt nicht zuletzt an der gigantischen Marketingmaschinerie, mit der sich die Freikirchen unentwegt ins Bewusstsein der brasilianischen Bevölkerung – und in jenes unbescholtener Touristen – drängen. Viele Glaubensgemeinschaften haben ihren eigenen Fernsehkanal, und wer

durch die Sender zappt, dem flimmert immer wieder ein Gospelchor oder ein Pastor entgegen. Es gibt hunderte von religiösen Musiklabels und Radiostationen, Buchverlagen und Bücherläden, welche die frommen Botschaften verbreiten. Und wenn der ehemalige Reggae-Sänger Pierre Onassis seine Gospels singt und salbungsvolle Reden hält, dann kommen auch in einer kleinen Stadt wie Itacaré Tausende von Gläubigen zusammen und singen seine Lieder mit. Die Universelle Kirche des Königreichs Gottes, mit geschätzten acht Millionen Mitgliedern und 5000 Tempeln, ist eine der mächtigsten Pfingstbewegungen des Landes, besitzt mit Rede Record die zweitgrösste Fernsehstation Brasiliens, dazu Tageszeitungen und Radiostationen in allen 27 Bundesstaaten. Ihr geistiges Oberhaupt, der Milliardär und Bischof Edir Macedo, wurde schon einige Male wegen Betrugs, Steuerhinterziehung, Geldwäscherei und Scharlatanerie angeklagt, mangels Beweisen aber nie verurteilt. In Sao Paulo liess Macedo für seine Kirche einen gigantischen neuen Hauptsitz errichten: eine Replik des einstigen Salomonischen Tempels in Jerusalem, 300 Millionen Dollar teuer, 55 Meter hoch, mit Platz für 10’000 Menschen und einem goldenen Altar.

Neue Prüderie – bis in die Politik hinein

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Ex-Präsident Lula da Silva sowie zahlreiche wichtige Politiker des Bundesstaates Sao Paulo wohnten Anfang August der Eröffnungsfeier der mittlerweile grössten religiösen Stätte des Landes bei. Was auch zeigt: Die Freikirchen üben einen immer stärkeren Einfluss auf die nationale Politik aus – derzeit gerade auf die Präsidentschaftswahlen, die am 5. Oktober beginnen. Zu spüren kriegte das beispielsweise Marina Silva, aussichtsreiche Kandidatin der Sozialistischen Partei PSB, als sie ihr vorläufiges Regierungsprogramm bekannt gab. Weil es vorsah, Homophobie unter Strafe zu stellen und gleichgeschlechtliche Ehen zu unterstützen, drohte ihr Silas Malafaia, prominenter TV- und Twitter-Pastor, öffentlich mit dem Entzug seiner Stimme. Nur einen Tag später präsentierte Silva, selbst Mitglied einer Freikirche, eine zweite Version ihres «Manifestos» – dieses Mal ohne Zugeständnisse an Brasiliens Schwulen- und Lesben-Community. Wachsen die Freikirchen weiter wie in den letzten Jahrzehnten, wird sich nach der Politik wohl auch bald die brasilianische Kultur dem Diktat der Frömmigkeit beugen müssen. Dann werden der String-Tanga von der Copacabana und der Cachaça aus dem Caipirinha verschwinden, und am Karneval in Rio werden statt frecher Kostüme lange Röcke und Rollkragenpullis getragen, währendessen Freikirchen-Pop statt Samba läuft…Man kann nur hoffen, dass die Schneebälle schmelzen, bevor sie zur Lawine werden. Tobias Hänni, 1984, hat Internationale Beziehungen studiert, ist Journalist und seit Januar auf Weltreise.

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Idee und Wirklichkeit im Dorf

Text: Katharina Flieger REPORT


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Vor 70 Jahren erschien der Appell zur Gr端ndung des Kinderdorfs Pestalozzi. Ein Besuch mit der Witwe des Gr端nders, Anuti Corti, in Trogen. Fragen zur Zukunft der Kinderdorf-Idee. Und Erinnerungen des tunesischen Autors Amor Ben Hamida. REPORT


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Ein Denk-Mal der Kriegszeit

Doch dann kam der Zweite Weltkrieg, und Europas Waisenkinder verlangten nach einer Adaption dieses Vorhabens. Mit Anuti Corti, der heute 96-jährigen Witwe des Gründers, besuche ich das Kinderdorf. Erinnerungen an die Entstehungszeit werden lebendig. «Walter wollte etwas Nachhaltiges tun. Er wollte durch die Erziehung der Kinder zu Toleranz und Frieden die Völker zusammenführen.» Seine Idee löste ein ungeahntes Echo aus. Zahlreiche Leserbriefe erreichten die Redaktion, Persönlichkeiten wie der Architekt Hans Fischli, die

Pädagogin Elisabeth Rotten oder die Rotkreuz-Ärztin Marie Meierhofer und viele andere Persönlichkeiten aus dem Studien- und Freundeskreis von Walter Robert Corti unterstützten das Vorhaben. Nach Kriegsende waren die Hilfsgelder für die Soforthilfe bestimmt; da Cortis Vision jedoch ein langfristiges Projekt umfasste, beschloss die Gruppe, eine gross angelegte Sammlung bei der Schweizer Bevölkerung durchzuführen, um die nötigen finanziellen Mittel zu erlangen.

Mit dem Kinderdorf besitzt die Schweiz ein Denkmal zum Anfassen, das bis heute wirkt und wo versucht wird, den Frieden zu leben. Anuti Corti

Eine heutzutage unvorstellbare Solidaritätswelle schwappte über die vom Krieg verschonte Schweiz. Dass die Kinderdorfidee dann in Trogen realisiert wurde, war im Wesentlichen der Verdienst des damaligen Trogener Pfarrers Josef Böni. Er vermochte die Mitglieder seiner Gemeinde für das Kinderdorf zu begeistern und lockte mit einem günstigen Landangebot. Anuti Corti betont die Bedeutung: «Mit dem Kinderdorf besitzt die Schweiz ein Denk-Mal, einen Zeugen der Kriegszeit. Ein lebendiges Denkmal zum Anfassen, das bis heute wirkt und wo versucht wird, den Frieden weiterzugeben und zu leben – in der Praxis, nicht nur in der Theorie.» Diese Praxis bestand nach der Gründung aus dem Zusammenleben der Kinder unterschiedlichster Herkunft. Aus den Kriegsländern Europas kommend bezogen sie die Nationenhäuser, welche Namen aus der jeweiligen Landessprache trugen, oft aus Märchen oder Liedern. Erst kamen die Kinder aus Frankreich, dann Polen, Österreich, Finnland, Italien, Griechenland, Ungarn und Deutschland. Ab den 60er-Jahren folgten Kinder von ausserhalb Europas, aus Tibet, Korea, später aus Tunesien, Libanon, Äthiopien sowie auch aus anderen Krisengebieten.

Frieden säen

Als pädagogischer Grundsatz wurde der «Wohnstubengedanke» des Pädagogen und Namensgeber Johann Heinrich Pestalozzi übernommen. Unter der Leitung von Arthur Bill und seiner Frau Berta wurden Lehrpersonen aus den Heimatländern der Kinder als Hauseltern geholt. Morgens fand der Unterricht in der Muttersprache statt, nachmittags lernten die Kinder in Fächern, in denen die Sprache nicht vordergründig war, gemeinsam Deutsch. In den Nationenhäusern wurden die eigene Sprache, Religion und Kultur gepflegt. Jedes Nationenhaus hatte seine Einrichtung nach dem Herkunftsland. Das Ziel sei gewesen, erzählt Anuti Corti im Gespräch, die Kinder nicht zu entwurzeln. Als Erwachsene sollten die Pestalozzi-Kinder in ihre Heimatländer zurückkehren und den Gedanken des friedlichen Zusammenlebens weitergeben. Doch es kam anders.

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In der Mitte der Turnhalle steht eine Kiste voller Bälle, unterschiedlich gross und bunt. Rechts und links davon drängen sich rund neunzig Teenager an die Wände, Knaben und Mädchen aus Struga, Mazedonien, und aus Märstetten, Thurgau, Schweiz. Beim sogenannten «Dorfball» fehlen Regeln, einziges Ziel: So viele Bälle als möglich in die Kisten zu befördern. Den regnerischen Sommertag verbringen die Schulklassen aus Märstetten und Struga und ihre Betreuerinnen und Betreuer mit Kursen zu Themen wie «Teamwork» oder «Fairplay» im Kinderdorf Pestalozzi – dem Kinderdorf in Trogen, das eigentlich keines mehr ist. Doch was ist es dann? Unumstritten zumindest ist die geografische Lage: 950 m.ü.M, am Fusse des Gäbris, über ein Areal von acht Hektaren verteilt, liegt das Kinderdorf mit rund zwanzig Gebäuden. Die Grundsteinlegung fand am 28. April 1946 statt, doch die Geschichte beginnt zwei Jahre früher mit einer Vision. Als der Zweite Weltkrieg Europa in Gewalt und Elend versinken liess, erschien im August 1944 in der Kulturzeitschrift «Du» ein Artikel des damaligen «Du»-Redaktors und Philosophen Walter Robert Corti mit dem Aufruf: «Bauen wir eine Welt, in welcher die Kinder leben können.» Was nach einer Utopie klang, wurde – in reduzierter Form – Wirklichkeit. Walter Robert Corti setzte sich bereits als junger Mensch mit Fragen des menschlichen Zusammenlebens auseinander. Schlüsselmoment für dieses Denken war, wie er im Buch «Der Weg zum Kinderdorf Pestalozzi» schreibt, der Fund eines Briefes: Als Junge fand er 1921 auf einer Bergwanderung im Gebiet der Dreisprachenspitze in einem Waffenrock aus dem Ersten Weltkrieg einen Brief mit den Worten besorgter Eltern über das lange Schweigen des – gefallenen – Sohnes. Fortan verfolgte ihn der Gedanke einer möglichen friedlichen Eintracht zwischen den Menschen: «Könnte es denn aber nicht sein, dass sich die Familien der Menschen unter Palmen und Nordlichtern, in den Häuserschächten von Chicago und Tokio, auf den Matten im Gebirge und am Rand der Steppe, in Dörfern und Städten, wo immer sie leben, friedlich von den Gütern der Erde ernährten?» Männerbünde würden trotz ausserordentlicher Leistungen im Bereich von Wissenschaft und Technik immer wieder Krieg stiften. Cortis Vision: Er wollte gemeinsam mit Menschen unterschiedlichster Herkunftsländer und Disziplinen eine Akademie zur Erforschung der Ursachen für Kriege und Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens aufbauen.


Es gab menschliche Tragödien, weil Kinder entwurzelt wurden. Ich persönlich jedoch habe dem Kinder­ dorf sehr viel zu verdanken.

39 das gehört dazu. Der Grundgedanke muss sich weiter entwickeln und reifen – das ist auch im Sinne meines Mannes. Er nannte dies damals den Försterblick: In diesem Wort ist alles drin, woran ihm lag. Es braucht seine Zeit, bis ein starker Wald gewachsen ist.»

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Amor Ben Hamida

Nach den ersten Generationen, die das Kinderdorf verliessen, kehrten immer weniger von ihnen in die Heimatländer zurück. Obwohl sich die Pädagogen bemühten, eine Entwurzelung zu verhindern: Die Verbindung zur Heimat ging zum Teil verloren. So erlebte es auch Amor Ben Hamida, der 1970 zusammen mit sechs weiteren Kindern als Halbwaise aus einem tunesischen Kinderdorf nach Trogen kam. Der ehemalige Verkaufsleiter von UBS und Swiss Re widmet sich heute dem Schreiben. Im Zusammenhang mit seinen Hilfsprojekten in Tunesien mischt er sich aktiv in die Flüchtlingsdebatte ein. Auf mein Mail meldet er sich innerhalb weniger Minuten zurück, Tage darauf treffen wir uns in einem Café im Bahnhof Zürich, wo der umtriebige Herr seine Geschichte erzählt. «Diese Erfahrung ging an niemandem spurlos vorüber. Manchen gelang es, neue Wurzeln zu schlagen, anderen nicht. Aber eine kleine Macke kriegte jeder von uns mit.» Seine Ankunft in der Fremde beschreibt er als luftleeren Raum. Die Kinder hätten auch gelitten. «Nach der anfänglichen Neugierde kam die Sehnsucht – teilweise derart stark, dass manche Kinder völlig blockiert waren und in die Heimat zurückkehren mussten. Es gab menschliche Tragödien, weil Kinder entwurzelt wurden. Ich persönlich jedoch habe dem Kinderdorf sehr viel zu verdanken.»

Nostalgie und interkulturelle Workshops

Noch heute liefern die Pöstler gelegentlich Päckchen mit Kinderkleidern im Kinderdorf ab, obwohl dafür längst kein Bedarf mehr besteht. Aktuell leben keine Kinder mehr dauerhaft auf dem Hügel ob Trogen. Anstelle der Kinder sind es nun die freigewordenen Häuser, die verwaist sind – und sanierungsbedürftig. Erneut befindet sich die Stiftung an einem Wendepunkt. Die betreutenWohngruppen für Kinder und Jugendliche mit sozialen und schulischen Schwierigkeiten wurden Ende Juni 2014 endgültig geschlossen, unter anderem, weil die Sozialämter heute vermehrt versuchen, Jugendliche in der Nähe der Wohnorte unterzubringen. 23 Stellen gingen dadurch verloren, wobei die Wohngruppen vom Kanton finanziert waren und mit den Spendengeldern nichts zu tun hatten. In Zukunft soll stärker auf die im Jahr 2002 lancierten Schulprojekte gesetzt werden. Schon heute besuchen hier jährlich über 2000 Jugendliche aus der Schweiz und Südosteuropa interkulturelle Workshops, so wie Ivona und Sara, beide 15, aus Struga oder Marc und André, auch sie 15, aus Märstetten. Nach zwei gemeinsamen Tagen stellt André im Gespräch fest: «Von den mazedonischen Kindern unterscheidet uns nur die Sprache. Sie sind wie wir.»

Der Gedanke muss sich weiterentwickeln

Die politische Situation hat sich in Migrationsfragen gegenüber der Zeit von 1950 bis 1970 stark gewandelt. Die internationalen Konfliktherde änderten ebenso wie gesellschaftliche Konzepte. Ein eigentlicher Paradigmenwechsel fand im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit statt und schlug sich im Kinderdorf nieder: Statt Kinder auf die Trogener Hügel zu holen, sollte «vor Ort» versucht werden, mit Bildung die Situation der Kinder und das friedliche Zusammenleben zu fördern. Seit 1982 arbeitet die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi mit Partnerorganisationen in Ostafrika (Tansania und Äthiopien), Südostasien (Laos, Thailand und Myanmar/Burma), Südosteuropa (Moldawien, Mazedonien und Serbien) und Zentralamerika (Honduras, Guatemala und El Salvador) zusammen. Doch auch dies rief Kritiker auf den Plan: Mit dieser Strategie werde die Idee von Walter Robert Corti verraten. Während man sich in der Ferne engagierte, wurden in den leerstehenden ehemaligen Nationenhäusern betreute Wohngruppen eröffnet. Im Rückblick bezeichnet Anuti Corti die Phase der anstehenden Neuorientierung in den 80er-Jahren als Irrweg. «Mit den wechselnden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ging der Fokus auf das Wesentliche verloren. Doch

Wir sind doch ein bisschen die grösste Familie der Welt. Eintrag einer Ehemaligen im Gästebuch

Die jungen Besucher und Besucherinnen auf Kurzurlaub können sich wohl kaum mehr vorstellen, wie hier vor langer Zeit Kinder unterschiedlichster Nationalitäten herumgewuselt sind. Alle zwei Jahre trifft sich der Verein der Ehemaligen im Kinderdorf, für Amor Ben Hamida eine nostalgische Angelegenheit. Ein Kommentar im Gästebuch der Website des Vereins lässt die Bedeutung dieses Anlasses erahnen: «Ich konnte leider dieses Jahr nicht dabei sein, ich denke an Euch alle und war/bin im Herzen bei Euch. Wir sind doch ein bisschen die grösste Familie der Welt. Ich freue mich auf das nächste Treffen. Liebe Grüsse, D.» Für manche sei hier der wichtigste Ort im Leben, erzählt Ben Hamida. «Einige haben die ursprüngliche Heimat verloren und später in der Schweiz keine neue gewonnen – deren Transitpunkt liegt in Trogen. Aber das war einmalig und ist nun passé!» Sie hätten das Glück gehabt, das Pestalozzidorf so erlebt zu haben, doch heute könne das in dieser Art nicht mehr funktionieren. Ben Hamida versucht nun, das

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positive Gedankengut zum friedlichen Zusammenleben in seiner Heimat Tunesien zu verbreiten. «Es gibt weit über 3500 Ehemalige aus dem Pestalozzidorf, wir sollten das in unseren Ländern und unseren Kulturen weitertragen.»

«Diskriminierung gibt es auch in der Schweiz»

Heute ist Trogen kein Transitpunkt, wohl aber noch Begegnungsort: In Austausch- oder Projektwochen beschäftigen sich Schweizer Schulklassen und Jugendliche aus Ost- und Südosteuropa mit Themen wie Anti-Rassismus, Kinderrechten und Zivilcourage. Weiter gibt es Radioprojekte und eine interkulturelle Ausbildung namens «emPower», in der junge Erwachsene aus den Partnerorganisationen in Südostasien, Ostafrika, Südosteuropa und Zentralamerika während neun Monaten Module in den Themenbereichen Rassismus, Gender, interkulturelle Pädagogik oder Demokratie besuchen. Dr. Elisabeth Stern, die diesen Lehrgang mitaufgebaut hat, erklärt bei einem gemeinsamen Treffen mit Anuti Corti in Winterthur die damit verbundenen Herausforderungen. Die Teilnehmenden dieses Studiengangs seien oft junge Leute, die einer Minderheit angehörten, erklärt die freiberufliche Kultur-Anthropologin. Aus Burma kämen nicht etwa Burmesen, sondern Angehörige der Volksgruppe der Kachin, aus Guatemala Angehörige der Mayas. «Diese jungen Menschen müssen ein starkes Rückgrat haben und einiges aushalten können.» Stern war früher Leiterin der Fachstelle Interkulturelle Weiterbildung und Programme Schweiz, heute leitet sie auf Mandatsbasis Kurse zum Thema Gender und Kultur. Oft seien die jungen Studierenden nach ihrer Rückkehr Ressentiments ausgesetzt. Skeptische Eltern würden befürchten, dass ihre Kinder nun ‚europäisch’, also eine Art Verräter seien. «Sie müssen lernen zu beurteilen, was sich in ihrem Umfeld umsetzen lässt und wo geduldiges Warten angesagt ist.»

Ausgrenzung, Mobbing und Diskriminierung: Das sind auch für Schweizer Jugendliche aktuelle Themen. Monika Bont

In Geduld müssen sich teilweise auch die Mitarbeitenden in Trogen üben. Nicht immer gelingt es den Jugendlichen oder auch den Lehrpersonen, sich in die veränderten Rollen zu finden. Im Besucherzentrum empfängt mich Monika Bont, die seit Anfang Jahr für die Schulprojekte verantwortlich ist. Mit ruhiger Stimme erzählt sie von ihrer Arbeit im Kinderdorf Pestalozzi. «Ich schätze die Tätigkeit mit den Kindern an den Themen Anti-Diskriminierung, Kinderrechte und Zivilcourage, an denen wir im interkulturellen Austausch mit Klassen aus der Schweiz und Gruppen aus Südosteuropa und

GUS-Staaten intensiv arbeiten. Die Idee des Kinderdorfes, eine friedlichere Welt zu schaffen und sich dafür zu engagieren, ist auch privat meine Lebensphilosophie.» Sie arbeitete in einem sudanesischen Flüchtlingslager, in einer Schule in Tansania und später mit Migrantinnen und Migranten in der Schweiz. Ob sie denn überzeugt sei, dass die Kinder und Jugendlichen bereits nach ein, zwei Wochen etwas mitnehmen würden? «Auf jeden Fall, sonst könnte ich diese Arbeit nicht machen. Natürlich gibt es in jeder Gruppe unterschiedlich Motivierte. Wenn wir jedoch einen bestimmten Anteil dieser Klassen erreichen und für unsere Themen sensibilisieren können und sie möglicherweise in gewissen Situationen entsprechend anders reagieren, dann hat sich unsere Arbeit gelohnt. Dann wurde die Idee vom Kinderdorf Pestalozzi weitergetragen.» Dabei hat sie nicht nur gesellschaftliche Strukturen im Blick, wie sie etwa in Mazedonien herrschen, wo teilweise getrennte Schulklassen zwischen albanisch und mazedonisch sprechenden Mazedonierkindern vorkommen, um Konflikte zwischen den Ethnien zu vermeiden. «Ausgrenzung, Mobbing und Diskriminierung sind auch in der Schweiz äusserst aktuelle Themen!» betont Monika Bont. «Dabei gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land: In den Städten sind Klassen oft stark multikulturell geprägt, während der Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in ländlichen Regionen eher kleiner ist. Da ist die Fremdenangst stärker spürbar.»

In sechs Stufen zur toleranten Haltung

Die Angst vor dem Fremden verliert nur, wer es täglich erlebt. Der Austausch mit anderen Nationalitäten im Kinderdorf soll eine positive Erfahrung sein. Damals wie heute steht die Erziehung zum Frieden im Mittelpunkt – verändert hat sich bloss die Form. Statt wie früher im Alltagsleben lediglich erprobt, wird das friedliche Zusammenleben heute bewusst geschult. Das Modell der «Intercultural Development Inventory» (Hammer, M. & Bennett, M., 1998), kurz IDI genannt, erfasst die grundlegende Einstellung von Menschen gegenüber kulturellen Unterschieden. In sechs Stufen wird der Prozess in Richtung toleranter Haltung beschrieben: Nach dem ersten Verleugnen, dass es eine andere als die eigene Kultur gebe, folge die Einsicht «Sie sind anders, wir sind viel besser». Oder aber Gemeinsamkeiten würden betont, à la «Gott hat uns alle gleich erschaffen». Werden entscheidende Unterschiede übergangen, wird man dem Gegenüber nicht gerecht. Nötig sei es, an den Punkt zu gelangen, wo man sich gegenseitig akzeptiert: «Wir sind verschieden, gemeinsam können wir etwas Neues kreieren.» Der Psychologe Alexander Thomas leitete ein Forschungsprojekt zum Thema «Langzeitwirkungen der Teilnahme an internationalen Jugendaustauschprogrammen auf die Persönlichkeitsentwicklung der TeilnehmerInnen» und stellte fest, dass Kinder selbst nach einer Woche, in der sie sich in

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41 einer anderen Kultur aufhalten, in den Folgejahren offener bleiben gegenüber der Andersartigkeit von Mitmenschen. Auch nach kurzer Zeit bleibt etwas von dieser Erfahrung hängen; in drei Wochen können intensivere persönliche Prozesse in Bezug auf gegenseitiges Verständnis, Toleranz und Akzeptanz in Gang gesetzt werden.

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«Warum keine syrischen Kinder?»

Im Schäfli, Trogens Dorfbeiz und einer Art gesellschaftlicher Drehscheibe, wirten die Künzles. Man habe sich dran gewöhnt, meint der Wirt mit dem grauen Rossschwanz, mittlerweile gehöre das Peschti, wie es hier genannt wird, zur Identität von Trogen. Bis in die 80er sei der Kontakt intensiver und die Durchmischung stärker gewesen. «Einige der Kinder gingen hier in Trogen in die Kantonsschule, manche der Hausväter waren in der freiwilligen Feuerwehr.» Heute sei das anders. Der Durchschnittsbewohner von Trogen wisse nicht, was die Leute vom Kinderdorf trieben. «Nun sind sie ja vor allem in andern Ländern vor Ort tätig, das ist auch vernünftiger. Vermutlich ist es effizienter, in den Ländern selbst was tun.» Ab und zu kämen die jungen Studierenden zu Künzle ins Schäfli, man habe auch schon gemeinsam musiziert, die Leute aus Burma mit den Einheimischen. Allgemein sei das Verhältnis heute diffuser, viele der Häuser stünden leer. «Warum nehmen sie keine syrischen Kinder auf?», wirft Künzles Äpfel rüstende Frau vom Nebentisch ein. «Viele hier im Dorf verstehen das nicht. Akute Situationen verlangen auch mal akute Lösungen.» Die Welt ist ein Dorf, heisst es oft. Doch was kann ein Dorf wie das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen leisten? Walter Robert Corti forderte bereits vor siebzig Jahren, den engen Schweizer Blick für die Welt zu öffnen. «Es genügt nicht mehr, sein Kind allein für die Verhältnisse seines Dorfes, seiner Nation zu erziehen. Heute ist jeder, ob er will oder nicht, ein Weltbürger. Darum müssen wir uns über die Verhältnisse der ganzen Welt klar werden.» Seiner Zeit voraus sprach Corti vom «Försterblick» und meinte Nachhaltigkeit, forderte die heute vielerorts zelebrierte Interdisziplinarität und besass ein Ge-

Heute ist jeder, ob er will oder nicht, ein Weltbürger. Darum müssen wir uns über die Verhältnisse der ganzen Welt klar werden.

geschürt werden, motiviert das Exotische in der Ferne die Spendenfreude von Herrn und Frau Schweizer. Im Falle der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist es einfacher, Unterstützung für Bildungsprojekte im Zusammenhang mit sauberem Wasser in afrikanischen Schulen zu gewinnen als für Projekte, die gegen die Diskriminierung behinderter Menschen in Moldawien ankämpfen – Afrika zieht immer. Man muss sich fragen: Was hat überlebt vom Geist der Entstehungszeit? Was ist heute wichtig, was möglich? Fragen, die auch den Ehemaligen Amor Ben Hamida beschäftigen. Sein im Dezember erscheinendes Buch Schnee in der Sahara (Vorabdruck auf S.42) ist denn auch eine Art Hommage an Walter Robert Corti. «Sein Gedanke, Kindern zu helfen und durch Bildung zum Frieden beizutragen, lebt in vielen ehemaligen Kindern weiter. Was uns ermöglicht wurde, trage ich mit meiner Aktion ‹swissvision› wieder zurück nach Tunesien. Indem ich in meiner Heimat Bildungsprojekte unterstütze, schliesst sich der Kreis wieder.» In PR-Filmen und beim Spendensammeln auf der Strasse lassen sich solch komplexe Diskussionen schlecht vermitteln. Unzählige Texte wurden im Lauf der letzten siebzig Jahren über das Kinderdorf geschrieben, über die Vision, das Potential und die dazugehörigen Fallstricke. Was bis heute nicht geändert hat, ist die Schwierigkeit, das friedliche Zusammenleben der Kulturen gänzlich zu erfassen. Walter Robert Cortis Ausspruch von 1955 hat deshalb seine Gültigkeit nicht verloren. «Es ist oft versucht worden, die Idee, den Gedanken des Kinderdorfes auf eine knappe, schmale Formel zu bringen – ohne rechten Erfolg. Alles wirklich Lebendige lässt sich nur schwer formulieren.» Die Dinge brauchen ihre Zeit; so auch die Entscheidung, wie es weiter gehen soll. Anuti Corti bekräftigt: «Es gibt hunderte Kinderdörfer, aber diesem Trogener Kinderdorf liegt eine Idee zu Grunde, – und wer es von dieser trennt, wird es zerstören. Die Idee ist nicht heute und nicht morgen zu erfüllen. Erfolg benötigt Zeit. Den Gedanken der Toleranz weiterzugeben, beinhaltet auch Risiken. Ich bin froh, dass die ursprüngliche Idee heute in anderer, der Zeit angepasster Form weitergeführt wird. Das Kinderdorf wird sich wandeln müssen, das schrieb mein Mann schon früh.» Der durch die jüngst aufgegebenen Wohngruppen leer gewordene Raum will wieder gefüllt werden. Diesmal will man sich im Kinderdorf sorgfältig überlegen, wie und womit dies geschehen soll.

Walter Robert Corti

spür für Fragen, die unter dem Begriff der Globalisierung als Phänomen zusammengefasst werden. Und trotzdem: Toleranz allein garantiert keinen Frieden. Struktureller Rassismus lässt sich auch mit einem «wir sind alle gleich» nicht bekämpfen. Die (Schweizer) Entwicklungszusammenarbeit unterliegt in den meisten Fällen einem eurozentristischen Weltbild. Während mit dem «Fremden» und «Anderen» hierzulande Ängste

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Bilder: Anuti Corti (S. 31), Jugendliche aus Struga und Märstetten (S. 33/34) (ProPro Winterthur). Die ersten Jahre im Kinderdorf (S. 30, 32, 35) (Pestalozzi­Archiv) Kinderdorf Pestalozzi, Trogen. Ausstellung über die Geschichte des Kinderdorfs im Besucherzentrum. pestalozzi.ch


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Ankunft im «Village d’Enfants Pestalozzi»

Es muss Februar des Jahres 1970 gewesen sein, als mein Dorfdirektor mich vom Fussballspiel zu sich rief. Fussball nannten wir es, weil wir es mit den Füssen spielten, nicht wegen des Balls, denn diesen haben wir aus einer alten Socke und Papier und Stoffresten gebastelt. Er war kleiner als ein Handball, als Tor stellten wir zwei Steine hin, der beste Torwart war jener, der es schaffte, unbemerkt den Abstand der Steine zu reduzieren. Aber zurück zu meinem Dorfdirektor. Er rief mich in sein Haus und erklärte mir, ich könnte, wenn ich wollte und meine Mutter zustimmte, in die Schweiz, vorausgesetzt, ich bestünde im Auswahlverfahren. Ich glaube, ich sagte ja und ging wieder Fussball spielen. Was für ein Glück, dass das menschliche Gedächtnis seine Grenzen hat: Ich könnte es nicht ertragen, wenn ich noch heute fühlen würde, wie es meinen kleinen Brüdern damals erging, als ich sie alleine liess. Einer hatte Zahnweh, das weiss ich noch heute, der Kleinere war krank, ass wenig und nahm stark ab. Wir haben über diesen Abschied niemals mehr gesprochen, vielleicht weil wir nicht nachempfinden wollten, wie es für sie und mich war. Vielleicht müssen wir diese Phase, diesen Moment unseres Lebens mal als erwachsene Männer und mehrfache Väter ansprechen, auch wenn vielleicht dabei ein gewisser Schmerz und eine gewisse Trauer über unser gemeinsames Schicksal heraufbeschworen werden. Einige Tage später bekam meine Mutter einen Brief, denn das Telefon war damals so eine Sache... Sie sollte entscheiden. Meine arme Mutter wusste damals absolut nichts über die Schweiz, einige Bekannte erzählten ihr von Neutralität, guten Ausbildungsmöglichkeiten und dass die Schweiz auf der anderen Seite des Mittelmeers lag, sie hätte doch diese Leute im Fernsehen meines Grossvaters gesehen, die auf Brettern den weissen Hang eines Berges rutschten, ja, das sei die Schweiz. Einige Wochen später liess ich meine zwei jüngeren Brüder zurück und nahm den Bus nach Tunis. Mir machte es schon Sorgen, die Verantwortung für meine Brüder abzugeben; wie würden sie zurecht kommen? Würde sich der Kleinere durchsetzen? Würde er genug essen? Und was ist, wenn einer von ihnen krank würde? Ich war damals zwölf, und meine Brüder zehn und acht Jahre alt! Ich bekam einen kleinen Koffer, an dessen Inhalt ich mich nicht mehr erinnere, vermutlich Kleider, ein Stück Seife, ein Tuch, viel mehr war es nicht, und wurde in einen Bus gesetzt mit der Instruktion an den Fahrer, er solle mich in Tunis an einem gewissen Ort abladen, ich würde erwartet. In Tunis wurde ich an einen Sammelort gebracht, ein kleines Kinderdorf, wo ich die anderen Kandidatinnen und Kandidaten kennen gelernt habe. Ich glaube nicht, dass irgend jemand von uns damals genau wusste, um was es ging. Wir waren Waise oder Halbwaise, wir genossen lediglich die angenehme Atmosphäre, vor allem meine Kameraden aus dem Süden. Wir stellten uns vor, erzählten über unsere Herkunft, unsere Vergangenheit, und einige Pädagogen schrieben mit, machten gelegentlich einfache Tests mit uns, nichts Besonderes. Auf die Frage, was wir werden wollten, kam meistens dieselbe Antwort: «Arzt» oder «Lehrer». Ich wollte Lehrer werden. Das wollte ich, seit ich etwa sieben Jahre alt war. Ich bildete eines Tages hinter unserem Haus, im Schatten eines grossen Eukalyptusbaumes, meine Klasse nach: 48 Steine habe ich mühsam und sorgfältig gesammelt und in Achterreihen so neben- und hintereinander gestellt, dass ich mit meinem langen Stock jeden der Schüler beim Schwätzen oder Spicken sehen konnte. Ich lehrte die Steine…Was kannten wir schon für andere Berufe? Maurer wollte niemand werden, und Ansehen hatten nur Lehrer und Ärzte. Einige von uns wurden ein paar Tage später wieder nach Hause geschickt. Ich weiss nicht mehr, ob sie enttäuscht waren oder froh, in ihre gewohnte Umgebung und ihren Freundeskreis zurückzukehren. Wir «glücklichen» sieben Auserwählten, drei Mädchen und vier Jungen, durften einige Nächte länger in Tunis bleiben, bis es so weit war. Meine Mutter reiste aus dem Süden an, um mich doch noch vor der Abreise zu sehen. Weiss Gott, was damals in ihr vorging: dachte sie, sie würde mich verlieren, oder wusste sie, dass sie mich in eine Welt entliess, die mir mehr bieten könnte als meine Heimat? Wenn sich heute einer meiner Söhne, besonders der Kleinere, fürs Wochenende oder eine Skilagerwoche verabschiedet, habe ich einen

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Leseprobe aus der autobiografischen Erzählung Schnee in der Sahara von Amor Ben Hamida.


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43 kleinen Vorgeschmack davon, was unsere Mütter damals im Flughafen Tunis-Carthage fühlten, als sie uns sieben kleinen Knirpse durch die Zollschranken gehen sahen. Wir fassten unseren ganzen Mut, um nicht mit ihnen zu weinen. Wir gingen einer neuen, interessanten, fast sagenhaften Welt entgegen, und sie blieben zurück, mit ihren Gedanken und Befürchtungen und Hoffnungen und Tränen und Sorgen. Jahre später erzählte mir meine Mutter, dass sie zuhause anfangs belächelt wurde: Ich ginge nicht in die Schweiz, nicht «Suisse», sondern nach «Sousse», einer Stadt im Norden Tunesiens, dort gäbe es auch Kinderdörfer. Wie sollte auch ein Waisenkind so unverhofft eine solche Chance kriegen, wo Minister es nicht schafften, ihre Kinder in die Schweiz zu schicken. Die Aufregung war um so grösser, als sie von Tunis zurückkam und sich die Tatsache als unwiderlegbar erwies: Niemand steigt in ein Flugzeug, um nach Sousse zu gehen! Das anfängliche Belächeln und Bemitleiden wich einem Neid. Es vergingen Monate, bis es alle glaubten, spätestens, als meine Mutter meine ersten Briefe und Postkarten zeigte. Der 18. April 1970 war ein Samstag. Um die Mittagszeit landeten wir in Zürich-Flughafen, und uns wurde sofort klar, dass wir hier in einer anderen, fremden, unfreundlich kalten, aber reichen, schönen Welt ankamen, wo alle Autos neu zu sein schienen, alle Menschen waren schön, wohl genährt, gut gekleidet, makellos und sauber. Die Gerüche waren anders, die Töne waren anders, die Farbe des Tages war anders, als wir es soeben hinter uns liessen. Es war ruhig. Wir waren es auch, denn jetzt hatten wir festgestellt, dass es sich weder um Traum noch Halluzination handelte. Wir waren ausserhalb unserer Heimat und unserer gewohnten Welt. Die Fahrt nach Trogen verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle: Gelegentlich baten wir unseren Betreuer um Erklärung von etwas, das wir sahen und nicht kannten. Gelegentlich unterdrückte der Eine oder die Andere eine Träne, denn Sehnsucht und Heimweh fangen schon beim Abschied an. Jetzt, da kein Weg mehr zurückzuführen schien, jetzt schnürte es mir die Gurgel zu. Ich konnte kaum atmen, trotz der Gruppe, die mir nicht fremd war, schien es mir, als wäre ich auf einer einsamen Insel, mitten im Ozean, und ich kann nicht schwimmen. Ich dachte daran, was meine Familie wohl tut, ich konnte ihnen nicht sagen, dass es mir gut ging, und dass ich sie jetzt schon vermisste. Zum Glück war unsere Betreuung darauf vorbereitet und hatte diesbezüglich Erfahrungen, wir wurden mit Ablenkungsmanövern wieder zum Reden und gelegentlich zum Lachen gebracht. In Trogen angekommen, hielt der Bus mitten im Kinderdorf an. Alle Dorfbewohner wussten von unserer Ankunft und waren da, uns willkommen zu heissen. Eines der Kinder hielt eine Fahne. Sie enthielt einen Käfer in der Mitte und viele internationale Flaggen. Darunter erkannte ich auch unser Emblem. «Kinderdorf Pestalozzi» verstand ich damals nicht, aber «Village d’ Enfants Pestalozzi», das konnte ich lesen! Ich sah zum ersten Mal in meinem Leben Häuser ohne Flachdächer, Wiesen und Hügel, die ich unter den Schneemassen vermutete, fremde Bäume wie Tannen! Die Sehnsucht wich einem Staunen und einer kindlichen Neugier. Die anderen Kinder beobachteten uns nicht so befremdet, wie wir sie anschauten: Wir sahen zum ersten Mal echte Blonde mit tiefblauen Augen, die uns an Märchenprinzessinnen erinnerten, denn in vielen arabischen Märchen haben die Prinzessinnen goldenes Haar; wir sahen Kinder mit Schlitzaugen und komischen Sprachen. Und natürlich lernten wir als erstes nur Schimpfwörter auf Deutsch. So fragte mich ein kleiner Dorfbewohner ganz freundlich, nach ein paar Tagen Aufenthalt: «Spielst du?» Ich fauchte ihn an und bedrohte ihn, antwortete dann: «Du spinnst!» Er sagte nur lachend: «Nein, nein, spielen, Fussball, spielst du auch?» Ich lächelte ihn an, nachdem ich mein Missverständnis eingesehen hatte, und wir spielten Fussball, dieses Mal mit einem echten Lederball, auf Rasen und mit einem richtigen Tor! In dieser Gesellschaft wuchs ich auf. Ich knüpfte Freundschaften, die für die meisten Menschen auf dieser Welt nicht denkbar sind. Freundschaften zu Kindern aus allen Kontinenten. Ich verbrachte fünf Jahre mit Kindern, die Namen hatten wie Hirut Eskelalem, Günther Adomeit, Morris Calvert, Arto Pekkanen, Jacques Irace, Jannis Papadopoulos, Mani Ramaswami, Nicola Ceveri, Yun-Su Kim, Ferenc Petrik, Sonam Gyaltag, Phan Dien Tri. Gott segne Dr. Walter Robert Corti, der 1944 aufrief: «Lasst uns ein Dorf für Kinder bauen!» Was ein Mann mit einem einzigen zur Verfügung stehenden Leben bewirken kann! Tausende von Menschen verdanken ihm durch seine Initiative ein ausserordentliches Leben. Ein Interview mit Amor Ben Hamida zu Entwicklungszusammenarbeit und Migrationsfragen gibts im Oktober auf saiten.ch zu lesen. Schnee in der Sahara erscheint im Dezember 2014. Copyright © 2014 by Amor Ben Hamida und Ben Hamida International GmbH

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Ayn Rands Theorie zum Objektivismus, «Die Natur der Dinge» von Lukrez und Wilhelm Buschs humoristische Gedichte bilden die Textgrundlage zur nebenstehenden Bildergeschichte. Die Bilder stammen von Sascha Tittmann (1974), Co-Initiant und Präsident des Vereins Sequenz, welcher von 2002 bis 2012 mit einer Publikationsreihe und Trickfilmanlässen eine Plattform für regionales Comic- und Trickfilmschaffen bot.


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Neue Stimmen: Laura Vogt, Bettina Wohlfender, Christian Rechsteiner. Neue Sachbücher über Ernst Frick und St.Galler Architektur. Eine Hommage an Beat Brechbühl und seinen unermüdlichen Waldgut Verlag. Und eine Erinnerung an Christian Mägerle. Auf zehn Seiten: Der Bücherherbst 2014.

BÜCHERHERBST


Eine Autorin ist, noch ohne Buch, aber mit Texten, zu entdecken. Laura Vogt, Jahrgang 1989, ist in Speicher aufgewachsen und studiert seit 2012 am Schweizerischen Literaturinstitut Biel. Sie ist im März am Wortlaut-Festival in St.Gallen aufgefallen und «kennt ein Leben ohne die Lust an den unzähligen Formen des Schreibens nicht», wie sie selber sagt. Sie veröffentlichte bisher Texte in Zeitschriften wie «Entwürfe», «Der Maulkorb» oder «Das Narr», schrieb einen Kinderbuchtext in Zusammenarbeit mit der organisation «zwangsheirat.ch», gewann 2012 den Schreibwettbewerb des Thuner Literaturfestivals Literaare und wird diesen Herbst mit einem Werkbeitrag der Ausserrhodischen Kulturstiftung ausgezeichnet. Laura Vogt arbeitet an einem Roman mit dem Titel «Gang». Der Text sei noch nicht fertig und ein Verlag noch nicht gefunden, sagt sie. Für diesen Saiten-Bücherherbst hat die Autorin drei Texte zur Verfügung gestellt unter dem Sammeltitel «Tummelfeld, das Schreiben!» Bild: Yasmeen Thalmann

Erstens: Man atmet und schreibt.

Das Atmen zeigt das Denken. Man denkt, wie man atmet. Anders atmen bedeutet anders reden bedeutet anders schreiben. Transportiert also der Atem die Sprache? Sprache nicht als Transport. Sprache, damit etwas da ist. Das Schreiben als radikale Übersetzung. Sprache als Körper, als Ort. Der Körper, ein Speicher. Die Sprache, ein Speicher. Die Sprache, ein Körper. Die Sprache, der ortlose Ort. Die Sprache, das Ungewisse. Bedeutet Schreiben Distanznahme? Bedeutet Distanznahme Weitsicht, Erkenntnis? Bedeutet Erkenntnis, die Grenzen zu sprengen? Schreiben, eine Grenzerweiterung. («Ich will meine eigenen Grenzen schreibend erweitern.») Die Gier, ein Grenzgänger. Schreiben, eine Gier? Die Gier, ein beschneidendes Skalpell? Der Arzt und sein Skalpell. Der Schriftsteller und seine Feder. Ersetzt die Feder das Skalpell? Die Feder: zerschneidend? Die Schriftstellerin, eine Beschneidende? Ist das weisse Papier für die Schreibende, was für die Ärztin der Körper ist? Sprache als Haut. Sprache als Filter. Die Haut, ein Filter. Die Sprache, eine Haut? Bringt das Schreiben Heilung? Schreiben bedeutet, zu entdecken. Bedeutet Schreiben auch, zu verdecken? Die Schreibende erstellt Schriften. Schreiben bedeutet Materialität. Materialität bedeutet Handwerk. Ein Handwerker erstellt Tische, Stühle, Kommoden, Ställe, Häuser. Schreiben bedeutet, Sitzgelegenheiten zu schaffen. (so sass Adorno auf Walter Benjamins Schriften) Sitzen bedeutet, langsamer zu atmen. Sprechen als Form des Ausatmens? (fragt der Moderator) Und du wirst feststellen, das Einatmen ist viel leichter. (antwortet der Autor) Der Atem, unsichtbar die Luft bewegend. Atmung, sichtbar im Körper, hebt und senkt. Die Sprache, unsichtbar in der Luft schwebend. Die Sprache wandert durch den Körper. Schrift als Sichtbarmachung. Ist das Sichtbare die Wahrheit? Kann man Wahrheit schlucken? Kann man die Wahrheit destillieren? Bedeutet Schreiben, zu destillieren? Schreiben bedeutet, Wege zu bahnen. (Wandert das Sprechen auf diesen Wegen?) Schreiben bedeutet, sich-immer-neu-einlassen.

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Tummelfeld, das Schreiben! von Laura Vogt

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51 Schreiben als Anlass zu einer Krise. (Weil ich will, dass mir damit etwas passiert) Erzählen heisst Leben gewinnen. Beinhaltet Leben Wahrheit? Kann man Leben destillieren? Einzelne Teile frei zitiert aus: Michel Foucault: Das giftige Herz der Dinge, Zürich: 2012. Jörg Steiner: Erzählen heisst Leben gewinnen, Reflexe auf SRF Kultur, 22. Januar 2013. Jörg Steiner: eine Hommage aus Lesungen und Selbstzeugnissen, SRF Kultur, 3. Mai 2013.

Zweitens: Man spaziert und schreibt.

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Gewächs. Die knorrigen Stämme der Olivenbäume: Beine einer alten Dame unterm Morgenmantel. Der rötliche Himmel zwinkert ihnen zu, sie raufen sich die Haare, schütteln die silbernen Blätter, zankende Vögel lösen sich vom Geäst, glänzende Früchte in den Schnäbeln. Geruch. Der Anblick der gärenden Früchte am Boden, braungraue Zeugen vergangener Potenz. Süsslicher Duft steigt auf, wenn ich auf die Feigen trete, Fleisch quillt durch die Haut: Gierige Maden räkeln sich im Paradies. Getropf. Die Wolken reissen erneut auf wie knisternde Bonbontüten, Tropfen klatschen auf den Teer, ergeben sich honigsüss. Getier. Schwarze Punkte in ewiger Bewegung, Büschel von verdorrtem Gras und halbierte Falter auf ihren Körpern, hin zu den Schlupflöchern, zu den begatteten Jungköniginnen, hin zu den sterbenden Männchen im Flügelgewand. Gewässer. Das Gebirge: kahle Zackenzähne vor gähnenden Wolken. Darunter das raue Wogen der Wellen, das dunkelklare Meer, gesprenkelt mit tausend Diamanten, ein einziges Hin und Her, ein Rauschen und Raunen, laut und dumpf.

Drittens: Man badet und schreibt.

Er sass oft auf dem Teppich mit dem Bügeleisenbrandloch, zugespitzter Abdruck, dunkel, er sass vor dem Telefon, wartete, bis es läutete, Hände auf dem Hörer, zog sie zurück, streckte seine Beine aus, schaute aus dem Fenster. Wenn er sass war er klein, war dann kindergross, sein Oberkörper reichte bis zum unteren Drittel der Fensterscheibe, das Telefon läutete, er räusperte sich, nahm es in seine eine Hand, sprach und fuhr mit den Fingern der anderen Hand über das Bügeleisenbrandloch. Er war der Mann, der mit einem Messer warf, der seine Wurfkünste jedoch selten demonstrierte. Er war der Mann, der die Luft zerschnitt mit seinem Blick. Eine Weile hatte er bei einem Zirkus gearbeitet, hatte dies und das gemacht, keine Hauptnummern sondern Laufburschenarbeit, Kaffee kochen, Platzanweisen, Messer schleifen, Pferde kämmen. Bubengeld verdienen nannte er es, war zwei, drei Saisons mitgereist; er hätte es romantisch gefunden, sagte er später, die Schritte in den Sägespänen, das Aufeinander und dauernde Miteinander, die ohrenbetäubende schräge Zirkusmusik. Er brüllte nie am Telefon. Er surrte, gurrte, schmatzte, sprach mit einer Frau, die er an einem Kurs kennen gelernt hatte, nein, mit der Schulhausputzfrau, mit der Tante, nein, mit einer alten Zirkus-Bekannten; das Telefon läutete in allen Ecken, zu jeder Tageszeit, vor allem am Morgen früh und sobald ich nach dem Mittagessen die Gabel neben den Teller gelegt hatte, manchmal, gleich nachdem er von der Schule nach Hause gekommen war am Nachmittag, nie, wenn er nicht da war. Dann war es still in der Wohnung. Ich nehme ab, nimm ab! Hier ist, wir sind: Theresa. Spricht. Er selbst wählte bloss ab und zu eine Nummer, drückte die Zifferblätter mit Bedacht; Mutter telefonierte selten, und wenn, dann kurz und bündig. Eine Erledigung, abgehakt, dann kochen, dann putzen, dann Schüler, schriller Flötenton ersetzte das Telefon, Musik erziehe zum Guten, sagte Vater. Wo die Sprache aufhört setzt die Musik ein. Hopp, üben, los. Klarviolette Wände in einem Dampfbad, ich schwitze, übergiesse mich mit lauwarmem Wasser, lasse mich in einem hüfthohen Wasserbecken treiben, in meinen Erinnerungsfetzen, strecke mich aus auf einer Liege, man seift mich ein, massiert, knetet, streicht, spült mich ab. Jetzt einfach in mich dringen, denke ich, jetzt bin ich so geöffnet. Für einen Vater und den Zirkus oder die Welt. Der Vater des Vaters war gegen den Zirkus gewesen, nicht gescheit, sagte er, mein Vater wollte mit einem Messer werfen aber seine Mutter hielt ihm die Hände fest. Ab in die Schule, sagte sie, jetzt ist es Zeit. Nach der Schule kaufte mein Vater mit seinem Bubengeld Sammelbildchen und Eiscreme, sein Grossvater war ein grosszügiger Mann, und mein Vater tropfte nie. Einmal liess er beim Autofahren eine Praline fallen, wollte sie aufheben und fuhr einem anderen Auto hinten auf.

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Der Roman Das WeinbergerArchiv von Christian Rechsteiner. von Corinne Riedener Kurz vor Redaktionsschluss flattert noch ein Rezensionsexemplar herein, ein Gut zum Druck genauer gesagt: Das Weinberger-Archiv, der autobiografische Roman von Christian Rechsteiner, 1976, aus Kreuzlingen. Sein erster. Ansonsten ist wenig bekannt. Weinberger, da war doch was... Eine Faust, ein verzerrtes Bücherregal, ein fahlblaues Büchlein in ReclamGrösse, Reklame aus Romanshorn, mit einem Zettel darin: «Anbei das erste Kapitel, blablabla, Gruss, Muskat Media.» Sechzig Seiten waren es in etwa, mit einem kurzen Satz auf der letzten: «weinbergers körper ist umgeben von einer schicht haut, die an bestimmten orten löcher aufweist. aus diesen löchern schaut und scheisst weinberger, beispielsweise.» Das war Anfang Juni, dann verschwand das Kapitel halbvergessen mit dem Vermerk «nett... Oktober-Heft?» irgendwo in einem Bücherstapel, der Satz blieb noch eine Weile. Und er kommt wieder mit dem Druck-Pdf von Muskat Mitte September. 336 Seiten. Zu viel eigentlich, zu viel jedenfalls, um noch grossartig darüber zu schreiben für dieses Heft. Aber in guten Berufen siegt die Neugier und nicht die Vernunft, deshalb hier die flüchtige Bekanntschaft mit Weinberger und seinen Löchern, den ersten dreieinhalb Kapiteln (von insgesamt zehn).

Grenzerfahrung in Kleinbuchstaben

Sie ist anstrengend, die erste Stunde mit W., eine Grenzerfahrung inmitten aphoristischer Endlosmonologe. W. ist ein Dekonstrukteur, ein Faustroll ohne Heldentaten. Rechsteiner schreibt im Paratakt, ohne Punkt und erkennbares Zeitgefühl, aber mit viel Gefühl für unsere Zeit – Spannungsfeld statt Spannungsbogen scheint seine Devise zu sein, Umsicht statt Aufsicht. Und er schreibt konsequent: «weinbergers handhabung der ortografie ist sein verständnis von freiheit, selbst auf kosten der verständlichkeit», hält Rechsteiner am Ende des ersten Kapitels fest und schliesst damit immerhin den Bogen zum Anfang, zum achtpunktigen «tractatulus poeticus», einem Verweis auf H. C. Artmann und die Kleinschreibkultur der Wiener Gruppe um den 2000 verstorbenen Schriftsteller und Lyriker. Deutlicher könnte eine Hommage an die Sprache als Mittel und Material zum Aufbruch wohl nicht sein. Sympathisch zwar, aber auch aufreibend. Es gibt Momente, da würde man den Autor am liebsten mit derselben meditativen Wiederholung schlagen wie er manchmal schreibt – wären da nicht auch erlösende Satzperlen, diese etwa: «weinberger liess sich absichtlich den bart stehen, auch wenn er wusste, dass er ihm nicht stand. vielleicht muss man sich nur genügend gehen lassen, um beachtet zu

werden.» Und die trockenen Listen, mit denen er sich und die Welt erträglich zu machen versucht. «er fühlte sich unverstanden und genoss es. er war hin- und hergerissen zwischen den freuden der einsamkeit und dem selbstmitleid, ein elender aussenseiter zu sein», schreibt Rechsteiner über Weinbergers Verfassung. Diese Art von Ambivalenz ist – neben Rechsteiners Faible für Alliteration – etwas vom Auffälligsten an der flüchtigen Begegnung mit Weinberger, sowohl auf sprachlicher wie auch auf inhaltlicher Ebene. Ansonsten ist es müssig, nach gut hundertfünfzig Seiten etwas über die Handlung des Romans zu sagen. Vermutlich ergibt sich irgendwann eine Dramaturgie, eine Message. Vermutlich geht es um Liebe, sie zu erleben und zu überleben, um das Fortgehen, um sich selber näher zu kommen, aber das ist reine Mutmassung. Jedenfalls ist es stellenweise auch eine Migrationsund Gesellschaftsgeschichte, aber wichtig ist Weinberger.

Es tost im Stillen

W., Mitte 30, ist ein Seefahrer im Menschenmeer, «ein Nachfahre von Kolumbus, Bering, da Gama» – und von gefühlten hundert Jenischen, Dänischen, Tschechischen, von Dorfgerüchten, Verdingkindern und Trunksüchtigen. Gross geworden ist Weinberger am Bodensee. Er mag ästhetische Zergliederung, Frühling und Brüste. Seine Mutter starb, als er dreizehn war. Mit sechzehn hat er den mysteriösen schwarzen Koffer seines leiblichen Vaters gefunden, den er zu Lebzeiten nicht kennengelernt hat – das Überbleibsel einer lauwarmen Prager Nacht, wie Weinberger selbst. Er onaniert. In den 90ern zu Pornoheften, später auch angesichts der Literatur. Sein Herz bricht ihm Hannah Bouvier, die ihn schweigend verlässt für sich selbst. Trost findet er bei seinen Mitbewohnern, Walt Molasky, dem heilfastenden Kiffer Erwin Breuer und dessen Hund Horst, der zweitweise versucht, durch die Namensänderung zu «Hirsch» oder «Bogumil» seiner hündlichen Identität zu entfliehen – bis er endlich Frau Schneider kennenlernt, die Dänische Nachbars-Dogge. Die wohl spannendste Figur im Weinbergschen Universum ist aber Scheckel. Dieser Künstler ist Klartext, eine Art Idealmisanthrop. Weinberger hat viel gemeinsam mit ihm, ist aber weniger impulsiv. Was Scheckel stets lauthals in die Welt schreit, tost bei Weinberger im Stillen, im Kopf und in den Fusszeilen. W. ist obsessiv denkend und wahrnehmend. Vielleicht hat er deshalb ständig den Drang, die innere und äussere Welt in Einzelteile zu zerlegen, die Verwirrnis zu kartographieren, während er auf Offenbarung wartet. Ob sie im schwarzen Koffer steckt? Christian Rechsteiner: Das Weinberger-Archiv, Muskat Media, Romanshorn 2014, Fr. 23.50

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Löcher, beispielsweise

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In der langsamen Zeit

Der Roman Das Observatorium von Bettina Wohlfender. von Peter Surber Ihr Job ist Überwachung: «Wir sitzen mit Mützen und hochgeschlagenen Kragen im Garten. Von Weitem hören wir das Dorf. Wir notieren jegliche Veränderung des Erdbodens. Seismografen messen die Erschütterungen. In regelmässigen Abständen nehmen wir Proben, um die Zusammensetzung der austretenden Dämpfe zu bestimmen. Wir faxen Koordinaten und Messresultate. Die Sendebestätigungen legen wir in eine Schachtel im Flur. Das sind unsere Aufgaben.» So umschreibt die Ich-Erzählerin auf den ersten Seiten des Buchs ihre Tätigkeit. Und relativiert auch gleich: unklar, ob sich in der Welt ausserhalb des Observatoriums auch nur irgendjemand für die Ergebnisse interessiert. «Auffälligkeiten melden wir, obwohl wir wissen: Die Pläne für eine Evakuierung der umliegenden Siedlungen halten der Wirklichkeit nicht stand. Behauptungen, Beruhigungen. Die Sicherheitsbeamten sprechen von Schiffen, die in den Häfen warteten, um die Bevölkerung im Falle eines Ausbruchs aus der Gefahrenzone zu bringen. Wir denken nicht daran.»

Sätze, in die man fallen kann

Zwei Frauen, die Ich-Erzählerin und ihre Kollegin namens Birke, an einem vorerst vage unheimlichen Ort: Das Arrangement im Erstling Das Observatorium der im Thurgau aufgewachsenen, in La Chaux-de-Fonds lebenden Au-

53 torin Bettina Wohlfender erinnert an den Erstling der Appenzellerin Dorothee Elmiger, Einladung an die Waghalsigen, wo sich ebenfalls zwei aus aller Zeit gefallene junge Frauen in einer allerdings apokalyptisch bedrohlichen Irgend-Landschaft zurechtzufinden versuchen. Elmigers Roman ist politisch schärfer und sprachlich experimenteller als Wohlfenders Text – aber auch dieser hat seine eigenen, starke Sogwirkung entwickelnden Qualitäten. Mit der Zeit schält sich heraus: Die Kontrolltätigkeit beschäftigt die beiden mehr nebenbei. Im Vordergrund stehen wechselnde Versuche, sich der Welt und der eigenen Identität zu versichern. Bei Birke war es zuerst die Fotografie, jetzt ist es die Malerei, mit der sie etwa Bilder malt «von Orten, die sie nie gesehen hat». Die Ich-Erzählerin leistet vergleichbare Forschungsarbeit mit Wörtern. Die «wahren» Aufgaben der beiden sind vertrackt: Sich gewöhnen an das Nebeneinander. Den Vulkan auswendig lernen. Das Erinnern vergessen. Die Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Gewicht verlieren. Sätze wissen, in die man fallen kann. Sich näher trauen. Die Angst annehmen. Wenig passiert. Kontrollgänge. Tiere, die Birke entdeckt, der Kopf eines Rehbocks, ein Fuchs, der präparierte Bussard. Einmal die Spur eines Menschen, die beiden folgen ihm, es stellt sich heraus: Es ist der Gräber. Er gräbt Gänge zum Vulkan, warum, sagt er nicht, und erzählt von früheren Ausbrüchen, von der Zerstörung, von den Prozessionen mit der Heiligenfigur, von der sich das Dorf Schutz erhofft.

Nähe suchen mit John Berger

Mit dem Observatorium – reales Vorbild war das Osservatorio Vesuviano – hat Bettina Wohlfender eine starke Metapher gefunden, die vieles offenlässt. Und in deren Umkreis sich mit der Zeit Birkes Familie immer stärker abzeichnet, namentlich die schillernde Figur ihres Grossvaters. Ein «Wanderfotograf», «Le Marin», der Seemann genannt, immer unterwegs, Ideal- und Traumbild für die Enkelin, die zur Welt gekommen war, als er ein letztes Mal ging und nicht wiederkam, die nach ihm benannt ist und als Kind geglaubt hat, dass es ihm in seinen jungen Jahren gelungen sei, einen Geist zu fotografieren. Wissen wollen. Warten. Wachen. «Wir sind in der langsamen Zeit», sagt Birke einmal. Eine Versuchsanordnung wie das Observatorium am Vulkanrand: Das ist auch dieses Buch. Es hat sich eine gewissermassen aus der Zeit fallende Aufgabe gestellt: Nähe spürbar, fassbar, sagbar zu machen. Das Buchmotto stammt aus John Bergers Schritte zu einer kleinen Theorie der Sichtbarkeit: «Nahe zu kommen bedeutet, die Regeln, das Ansehen, das Abwägen der Vernunft, die Hierarchien und das eigene Selbst zu vergessen. Es schliesst das Risiko ein, aus jedem Zusammenhang zu fallen, bis zum Wahnsinn.» So weit geht die 32-jährige Autorin nicht, aber sie riskiert ein kreisendes, litaneiartiges, auf alle «Action» verzichtendes Schreiben. Das am Ende auch offen lässt, ob der Vulkan nächstens ausbricht oder nicht. Bettina Wohlfender: Das Observatorium, Müry Salzmann Verlag Salzburg 2014, Fr. 28.90 Bild: Michèle Amacker

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«Mich interessiert nicht, wie alt ich bin. Mich interessiert, was ich mache.» Das sagt der Schriftsteller und Verleger Beat Brechbühl aus Anlass seines fünfundsiebzigsten Geburtstags und kündigt ohne Anzeichen von Müdigkeit neue Bücher an. Ein Porträt. von Richard Butz

Angefangen hat der Berner als Schriftsetzer, damals noch ein Mangelberuf, auf Anraten des Berufsberaters. Für Brechbühl «ein Volltreffer». In der Folge arbeitet er als Setzer in Genf, Berlin und Zürich. Von 1961 bis 1963 gibt er die in Egnach erscheinende Zeitschrift für junge Leute «clou» heraus. Fünf Jahre lang wirkt er als Herstellungsleiter im Zürcher Diogenes Verlag, für weitere sieben Jahre leitet er den Zytglogge Verlag in Bern. Die Entdeckung als Dichter verdankt er Diogenes-Verleger Daniel Keel, laut Brechbühl mit diesem für ihn typischen Kommentar: «Ihre Gedichte gefallen mir sehr gut, ich habe nur leider nichts verstanden...». 1962 beginnt mit dem Lyrikband Spiele um Pan sein schriftstellerisches Schaffen. Brechbühls Werkliste umfasst bis heute rund 45 Lyrikbände, Romane (etwa Kneuss oder Nora und der Kümmerer), Kinderbücher (unvergessen für die ältere Generation die zwei SchnüffBücher), Erzählungen, die Fussreise mit Adolf Dietrich (1999) und Übersetzungen (Maurice Chappaz, Gustav Flaubert). 1980 gründet der bis heute mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnete Brechbühl im über 400 Jahre alten Bauernhaus «Waldgut» in Wald ZH seinen eigenen Verlag. Sieben Jahre später zieht der Waldgut Verlag, inzwischen um das Bleisatz- und Buchdruck-Atelier Bodoni erweitert, ins Frauenfelder Kulturzentrum Eisenwerk um.

Fast schon obsessiv

Was Brechbühl bis heute als Verleger geleistet hat, grenzt ans Unglaubliche und ist zudem eine Geschichte der Selbstausbeutung. Der aktuelle Gesamtkatalog listet über 200 lieferbare Werke auf, verteilt in verschiedene Reihen und unterschiedlich gestaltet. «Schöne Literatur», ursprünglich «Der Bärenreiter», präsentiert hochliterarische zeitgenössische Prosa und klassische Weltliteratur. Die Umschläge schmücken eigens für jeden Band angefertigte Linolschnitte des Grafikkünstlers Svato Zapletal. In der Broschur-Reihe «Gedächtnis der Völker» erscheint, häufig mit einem Bildteil ergänzt, Literatur mit ethnologischem Hintergrund, Geschichten, Sagen, Märchen, Mythen, Essays und Berichte. «Lektur» (und «sappho&hafis») heisst die Reihe, in der Essays, Reden, gestandene und experimentelle Lyrik, Prosa und Gespräche in preiswerter, schneller Kleinauflage erscheinen. Diese Publikationen sind broschiert, dabei werden neueste und älteste Herstellungstechniken kombiniert: Umschlag im Buchdruck des Ateliers Bodoni, Inhalt im Digital- oder Offsetdruck. Im Herbst sind in den «Lektur»-Reihen vier weitere Publikationen vorgesehen. Bereits erschienen ist in der Abteilung «Anthologie» zum 750-Jahr-Jubiläum der Stadt Winterthur der Band 750 – Wörter, Zeichen, Jahre, der Texte von Autorinnen und Autoren aus Winterthur und Region vorstellt. «Sappho&hafis» widmet sich der Poesie und der Kultur vom Balkan bis Persien. Zu erwarten ist hier das Tagebuch von Giorgos Seferis Drei Tage bei den Höhlenklöstern von Kappadokien, übersetzt aus dem Griechischen von den beiden St.Gallern Evtichios Vamvas und Clemens Müller, illustriert mit Fotos des Autors und von Urs Walter. Unter dem Titel «Zwielicht» bringt der Verlag, herausgegeben von Monika Oertner und Judith Supper, fesselnde Romane in drei literarischen Genres und drei Umschlagsfarben heraus: blutrot für Krimis, giftgrün für dunkle Fantastik und stahlblau für ScienceFiction. Diese Publikationen sind edel gebunden, gestaltet

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Dazwischen das unbändige Leben

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55 in der «Twilight Factory» des Konstanzer Mediendesigners Jörn Bach. Zusätzlich gibt es jeweils 77 nummerierte Exemplare, versehen mit einem in Blei gesetzten und von allen Beteiligten signierten Zertifikat. Junge Literatur findet neu Platz in der Reihe «waldgut zoom». Den Auftakt macht Regula Wengers erster Roman Leo war mein erster. Populäre Sach- und Fachbücher zu verschiedensten Themen erscheinen in der Reihe «Waldgut, logo». Kunst, Prosa und Lyrik verbinden sich in «Kunst & Text», Poesie und Prosa ausserhalb der Reihen sind in den Sparten «Lyrik und Aphorismen» und «Erzählen» zu finden. Sogenannte Hausautoren betreut Beat Brechbühl mit Werkausgaben. Zu ihnen gehört auch der in Basel lebende Wolfhaldner Werner Lutz, von dem mit Die Ebenen meiner Tage ein neuer Gedichtband in Vorbereitung ist. Mit bisher zwei Titeln, beide auch in gedruckter Form, wagt sich der Verlag ans eBook heran, und mit den Bildergeschichten Luftsack Luftseck von Peter Abegg legt er sein erstes Kinderbuch vor.

Saiten 10/2014

Dichtung und traditionelles Handwerk

Der Schriftschneider und Buchdrucker Giambattista Bodoni (1740–1813) aus Parma ist der Namensgeber der Reihe «Bodoni Drucke», in der anspruchsvolle Lyrik oder Kurzprosa in bibliophiler Heftbroschur verlegt werden. Diese Drucke sind von Hand in Blei gesetzt oder entstehen in Zusammenarbeit mit Paul Wirth vom Typorama in Bischofszell, der die Texte im Zeilenguss auf einer seiner vielen Blei-Setzmaschinen giesst. Gedruckt und gebunden wird von Hand. Ab und zu sind diese Publikationen mit typografischen Zeichen oder mit Holz- oder Linolschnitten illustriert. Inzwischen ist der Verlag in der Lage, diese Heft-Broschuren komplett selber im Hause herzustellen. Bisher liegen 87 Bodoni-Drucke vor, deren Preise trotz der Handarbeit und der edlen Materialien nicht exklusiv sind. Fünf neue Drucke sind für den Herbst versprochen, darunter mit Nummer 89 von einem unbekannten Autor aus der Han-Zeit Neunzehn Gedichte aus alter Zeit – Gushi shijiu shou, übersetzt vom St.Galler Japanologen, Sinologen und Bibliothekar Raffael Keller. Den Begriff «bibliophil» mag Beat Brechbühl eigentlich nicht. Er sei ihm zu formalistisch, meint er in einem Interview mit der Zeitschrift «Das Gedicht», und argumentiert: «Die meisten bibliophilen Sammler interessiert der Inhalt eines Buches nicht.» Gegen den Begriff «edel», angewandt auf das Schmuckstück des Verlages, die seit 1988 im Atelier Bodoni entstehenden «Bodoni Blätter» mit Texten aus Waldgut-Büchern und «Bodoni Poesie Blätter» mit ausgewählten Texten aus verschiedensten Sprachen und Kulturen, würde er sich wohl nicht wehren. Sie sind in Blei-Handsatz und Handpressendruck auf interessante Papiere gearbeitet und zum Teil illustriert durch Linol- und Holzschnitt. Die ersten 150 Blätter, im Original im Format bis 50 x 70 cm, werden jetzt in einem A4-Buch zusammengefasst. Die Kantonsbibliothek Vadiana besitzt neu sämtliche Blätter und präsentiert sie im Oktober in einer Ausstellung.

Zum Geburtstag: Eigene Lyrik

Als Idealist will sich Brechbühl selber nicht sehen, er will einfach Bücher setzen, drucken, Linol schneiden. Aber an Feuerwehrübungen und Durchhalteaktionen ist er sich längst gewohnt. Und auch daran, dass die Waldgut-Crew klein ist und er vieles, vor allem im Umgang mit den Auto-

ren, selber machen muss. Er betrachtet sich als einen, der «auf der Suche nach Noch-Lesenden» ist, und hofft, dass «die derzeitige Abwärtswelle demnächst, wenn auch kleiner als früher, wieder aufwärts schwingt». Ein Leben ohne eigenes Schreiben ist für den Verleger undenkbar: «Ich will nicht über Lyrik schreiben und wie sie auszusehen hätte, ich will Lyrik schreiben oder lesen, hören, sehen.» Darum erscheint es als folgerichtig, dass er sich nach dem in diesem Jahr im Zürcher Wolfbach Verlag erschienenen Lyrikband Böime, Böime! Permafrost & Halleluia und einem schmalen Haiku-Bändchen aus dem Vorjahr ein Lyrik-Geschenk im eigenen Verlag macht. Es ist der Bodoni Druck Nr. 92. Er wird vom Dichter zum Buch gestaltet, gesetzt und gedruckt, enthält ein Nachwort von Franz Wurm und trägt den Titel: Farben, Farben! Schwarz mit Ohren, Weiss und alles; dazwischen das unbändige Leben. Stellvertretend für die rund zwanzig neuen Gedichte hier Die Farben, geschrieben zum Jahresübergang 2005/2006: Die Farben sind meine Kleider, meine Raumtemperatur. Als Menschen kommen sie daher und als Töne gehn sie vorbei. Immer wieder fliessen sie in meinem Blut, sie rennen durchs Hirn und flüstern mir Wörter von denen ich lebe und die ich mitbringe wenn ich zu dir zum Wein oder zu euch in den Garten komm.

Neues von Beat Brechbühl: Farben, Farben! Schwarz mit Ohren, Weiss und alles, dazwischen das unbändige Leben. Gedichte. Bodoni Druck Nr. 92, Waldgut Verlag, Frauenfeld 2014. Böime, Böime! Permafrost & Halleluia. Gedichte. Wolfbach Verlag, Zürich 2014. Weit hinaus, uns brennt Haut & Wort. 25 Haiku Tanka Stufen in die Endlichkeit. Alla chiara fonte editore, Lugano 2013. Lesung: Waldgut­Abend im Keller der Rose, St.Gallen: Freitag 10. Oktober, 19 Uhr. Ausstellungen: Bodoni Blätter. 8.–18. Oktober, Kantonsbibliothek Vadiana, St.Gallen. kb.sg.ch waldgut.ch Bild: Marianne Rieter

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Bei sich die Wörter

16. Oktober, an Mägerles Geburtstag seiner zu gedenken nah am Quartier, wo er aufgewachsen ist. Und bester Grund auch schon für den Plan, kommendes Jahr pünktlich an seinen Todestag zu erinnern.

Eigensinniger Leser

Jahrzehnte lang hat man Christian Mägerle mit, neben und unter seiner Leselampe erleben können. Sie hatte ihren Standort in Mägerles Wohnung «öber em Bäumli», in der Bücherstube, deren Fenster über die Schmiedgasse weg Richtung Klosterplatz schauen. Wann immer Mägerle Gäste zur Lesung in die Kellerbühne geladen und dort zum Gespräch willkommen geheissen hat, stand die Lampe auf der Bühne beim Gastgeber-Tischchen und tat mit drei milden Scheinwerfern Dienst. Dutzende Male. Hundert Geladene. Früher dreivierfünf Zeitgenossen am selben Abend. Voraussetzung, sie hatten Belletristisches geschrieben und waren willens, darüber Auskunft zu geben.

Was des Wortes ist

Nach dem Übergang von der Alten zur Neuen Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur (GdSL) wechselte Mägerles Lampe in den Ruhestand. Beiden, dem Eigentümer und der verchromten Stange mit Tellerfuss und den drei Spots, mutete man ein längerhin geruhsames Dasein zu. Unterdessen weilt noch eins von beiden in der Bücherstube «öber em Bäumli». Kündigungstermin: Ende September. Vor drei Jahren, November 2011, haben Freunde (Butz, Hochuli, Ledergerber, Stöckli, Überschlag) und hat die Stadt St.Gallen Christian Mägerle gewürdigt: unsererseits – aus Anlass seines 65. Geburtstages – mit dem Druck Was des Wortes ist und mit einer brahmsverzierten Feierstunde; von Seiten der Stadt mit Verleihung eines Ehrenpreises – zu verstehen sowohl als Danksumme für kulturelle Verdienste wie auch als Ermunterungsgeld für fernere Literaturschöpfung und -vermittlung. Mägerle schien da noch unermüdbar. Vor rund vier Monaten, Sonntagnachmittag, den 25. Mai, zwischen 16 und 19 Uhr, ist Christian Mägerle aus dem Stadtbild verschwunden. Achtundsechzigjährig. Und Tage darauf – keiner seiner Freunde hat davon gewusst – ist er vollends zum Verschwinden gebracht worden. Man hat die Nachricht von seinem Tod erst am 25. Juni lesen können. Eine Täuschung – Mägerle war nicht in Wien gewesen. Eine Enttäuschung. Jedoch gute Ursache dafür, am

vor sich ein Buch, bei sich die Wörter, in Sinn und Gedächtnis die Vorlieben für den und für jene, welche/r Wörter zu brauchen wussten, und aussen vor die Welt. Wie anders wärs zu machen gewesen, dass einer Jahrzehnte lang ständig mit Vorfahren (Vorschreibern), mit verabschiedeten Schriftstellerinnen, aber auch mit zeitgenössischen Lyrikern befasst gewesen und umgegangen ist? – Auf ein anderes Blatt zu schreiben wäre, wie eigensinnig Mägerle Partei genommen hat, ohne freilich anders dichtenden Literaten die Bedeutung abzugraben. Ich sehe als Glücksfall an, dass die Sankt Galler Verlagsgenossenschaft (VGS) und die GdSL sich mehr als ein Mal für Christian Mägerle und seine Poesie gerührt haben. Im Bücherzimmer «öber em Bäumli» haben sich von seinen Privatdrucken und Veröffentlichungen teils ein paar wenige, teils recht viele zurückgelegte Exemplare finden lassen. Wir bringen sie, wie das oben erwähnte Nobelheft, an die Gedenkfeierstunde vom 16. Oktober (Gallustag). Auch damit glauben wir, suggerieren zu dürfen, da sei einer unvergessen – insbesondere seine heutzutage vielleicht selten gewordene Dreifaltigkeit, bestehend aus Dichten, Deuten und Dienen. Gedenkanlässe für Christian Mägerle: 16. Oktober 2014, 19 Uhr, Evangelisches Kirchgemeindehaus Lachen St.Gallen 26. Mai 2015, 20 Uhr, Kultbau St.Gallen Bild: Manuela Graf

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Eine Erinnerung an Christian Mägerle. von Rainer Stöckli

Dem Worte geben, was des Wortes ist: So lautete vor drei Jahren der Ganztitel der mustergültig gestalteten 2011er-Broschur. Sie enthält ein paar «Zuschreibungen» und einen Schölly-Aufsatz, hat in erster Linie aber einen GedichteLängsschnitt vorlegen, überhaupt Mägerles Schreiben und Wirken verzeichnen wollen. Auf der Einladungskarte zur Vernissage sowie auf der rückwärtigen Decke des Umschlags ist der Geehrte mit halbem, oberem Gesicht konterfeit: wach-skeptischer Blick durch Brillengläser über die Oberkante einer Lektüre hinweg in die Kamera. (Frappant ähnlich hatte sich der nobelpreisnominierte Jannis Ritsos porträtieren lassen: Titelfoto auf Heft 3/1994 der Zeitschrift «Akzente».) So haben manche von uns Christian Mägerle erlebt. So hat er in der zweiten Hälfte seines Lebensganges die Wirklichkeit rezipiert:


Porträt der gebauten Stadt

57 die Überbauung Webersbleiche. Lohnen sie wirklich einen genaueren Blick? An solchen Beispielen scheiden sich die Geister – und die Beschreibungen im Führer sind so nüchtern, dass sie kaum Aufschluss darüber geben. Am Rosenberg und in Rotmonten ist für Kenner der Stadt kaum Überraschendes zu finden – ausser der Feststellung, dass interessante Wohnbauten eher auf dem Gebiet von Bernegghang, Riethüsli und St. Georgen entstehen. Eine Erklärung hierfür liefert der fundierte Essay von Peter Röllin, der dem Buch vorangestellt ist. Die Zonenpläne von Rosenberg und Freudenberg unterscheiden sich fundamental: Der Sonnenhang kann nicht so dicht verbaut werden, was Experimente kaum mehr möglich macht.

Lob für die 60er- und 70er-Jahre

Saiten 10/2014

St.Galler Architektur im Handbuch. von Marko Sauer Nach Zürich, Bern, Winterthur und dem Kanton Graubünden erscheint in der Edition Hochparterre ein Buch über die Architektur der letzten 20 Jahre in St.Gallen. Herausgeber sind Werner Huber, Redaktor bei Hochparterre, und René Hornung vom Pressebüro St.Gallen. Dessen Kenntnisse erlauben einen intimen Blick auf eine Stadt, die in ihrer Geschichte immer wieder unterschiedliche Schübe erlebt hat, was sich auch in ihren Gebäuden manifestierte. Die Fotos hat der St.Galler Fotograf Jean-Claude Jossen geschossen – betont alltäglich und unspektakulär. Bild oben: Pfarreisaal St.Georgen, Binotto + Gähler, 2006.

Schmuckstücke und Trouvaillen

Die Bildsprache passt gut zur ebenfalls zurückhaltenden Architektur. Aber auch zum ewigen Komplex, fernab der Schweiz zu liegen: Einmal mehr wird St.Gallen in der Einleitung als die Stadt «hinter Winterthur» bezeichnet – dabei muss sie sich gewiss nicht verstecken. Insbesondere die öffentliche Hand hat mit bedeutenden Wettbewerben Gebäude erstellt, die weit über die Region hinaus strahlen. Das Ziel dieses Buches ist es, die «Schmuckstücke vorzustellen» unter den Neubauten der letzten zwanzig Jahre. 59 sind es insgesamt. Darüber hinaus wirft der Führer einen Blick zurück auf bedeutende Bauten der letzten hundert Jahre. Auch dort sind es die eher unbekannten Trouvaillen – die Perlen aus dem Jugendstil sind gemäss den Herausgebern bereits zur Genüge dokumentiert. Als Führer für Spaziergänge versteht sich das Buch. Dafür wurde die Stadt in fünf Gebiete gegliedert: Zentrum, Ost, West und die beiden Hänge. So kann man die einzelnen Gebiete «von Haus zu Haus» erwandern, die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sind ebenfalls angegeben. Dank einer passenden App sind die Informationen auch für digitale Geräte erhältlich. Was gibt es bei den Stadtspaziergängen zu entdecken? Im Zentrum sind es sicher das Haus an der Schwertgasse, das eine ewige Baulücke füllt, oder die Diözesane Musikschule hinter dem Gallusplatz. Daneben finden sich aber auch Gebäude, die man kaum in diesem Führer vermutet hätte: das Bürogebäude an der Davidstrasse oder

Der Kultur- und Kunstwissenschaftler Röllin, intimer Kenner der Geschichte und Gegenwart der Stadt, beleuchtet die Planungen der 1990er-Jahre, die als Basis für die Entwicklung der Stadt dienen, nennt aber auch Landschaft und Steuerflucht in die umliegenden Gemeinden als treibende Kräfte – und windet den Siedlungen der 1960er- und 1970erJahre und ihren Protagonisten ein Kränzchen. Namen wie Ernest Brantschen, Otto Glaus, Heinrich Graf sind Fachleuten aus der Region ein Begriff; hier bekommen sie ihre fällige Würdigung in breiteren Kreisen. Und noch etwas macht den Essay von Röllin lesenswert: Er greift auch die schwierige politische Diskussion der Gegenwart auf. Die Bevölkerung kann der Entwicklung der Stadt nicht folgen. «St.Gallen zeigt trotz früherer beispielhafter Teststudien politische Umsetzungsschwierigkeiten in der Erreichung städtebaulicher Qualität.» Ein wertvoller Aufsatz, der hilft, die bauliche Entwicklung zu verstehen. Der Blick in den Westen nach Lachen und Winkeln zeigt die wohl dynamischste Region der Stadt. Daraus ragen klar heraus: das Bundesverwaltungsgericht und gleich vier umgebaute Schulhäuser. Hier tut sich etwas. Doch weshalb erscheint ostwärts die Siedlung Birnbäumen ebenfalls in diesem Führer? Die Beschreibung ist wiederum nüchtern, distanziert. Und das bei einer Siedlung, die vom Journalisten Gerhard Mack treffend als «stadtplanerisches Unglück mit Seeblick» bezeichnet wurde. Dies ist man sich von Hochparterre nicht gewöhnt, das sonst mit grossem Vergnügen den Finger auf wunde Punkte legt. «Wir haben einige Beispiele in das Buch aufgenommen, die aufgrund ihrer Entstehung oder ihrer schieren Grösse wegen von Bedeutung sind – selbst wenn das Resultat nicht immer überzeugt», erklärt René Hornung die Auswahl. Da muss man sich wohl ein eigenes Bild machen. Der «Führer zur zeitgenössischen Architektur» bietet eine kluge und interessante Auswahl von Gebäuden in der Stadt – das Urteil über deren Qualität bleibt glücklicherweise noch immer dem Betrachter überlassen. Hornung, Huber, Jossen: St.Gallen baut. Ein Führer zur zeitgenössischen Architektur. Edition Hochparterre Zürich 2014, Fr. 35.– iApp mit rund 500 Fotos und Plänen: Fr. 7.– Buchvernissage: Donnerstag, 2. Oktober, 18.30 Uhr, Militärkantine St.Gallen

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Der vergessene Anarchist

Saiten 10/2014

Das wechselvolles Leben des Ernst Frick. von Ralph Hug Die Lebensgeschichte von Ernst Frick reicht zurück ins 19. Jahrhundert, als zehnköpfige Familien, Arbeitslosigkeit und politische Verfolgung von Proletariern und Oppositionellen an der Tagesordnung waren. Frick, 1881 in Knonau ZH geboren, ging in Uzwil zur Schule. Die Familie zog aber bald nach Zürich, wo er eine Lehre als Giesser antrat. Wesentlich interessanter als der Beruf war für ihn der Kontakt mit der umtriebigen Zürcher Anarchistenszene um den Arbeiterarzt Fritz Brupbacher. Der wohl berühmteste zeitweilige Gast im Brupbacher-Kreis war der deutsche Schriftsteller Erich Mühsam, der später in einem KZ umkam.

Anarchie im Staat und in der Liebe

Frick war von den radikalen anarchosyndikalistischen Ideen fasziniert und machte bald aktiv mit. 1905 übernahm er einige Monate die Redaktion des einschlägigen Organs «Der Weckruf». In der Unterzeile trug es den echt anarchistischen Vermerk «Erscheint wenn er kann». Die Szene stand unter polizeilicher Dauerbeobachtung, und Falschnamen, Deckadressen und Aussageverweigerung bei Polizeieinvernahmen gehörten zum «survival kit» der Umstürzler. Man finanzierte sich übrigens mit Saccharin-Schmuggel: Der Zuckerersatzstoff war in der Schweiz frei erhältlich, aber in den Nachbarländern nur in Apotheken. Der illegale Handel eröffnete interessante finanzielle Perspektiven. Es war auch die Zeit, als sich oberhalb von Ascona der Monte Verità als Treibhaus alternativer Lebensformen und revolutionärer Ideen etablierte. Entscheidend für Ernst Frick war die Begegnung mit dem österreichischen Psychologen Otto Gross, der das Mutterrecht proklamierte und dessen Frau Frieda seine künftige Lebensgefährtin werden sollte. Frick betätigte sich in Versammlungen gerne als Redner und paukte dem Publikum ein, dass man von ei-

59 ner echten Revolution nicht reden könne, solange das Geld nicht abgeschafft sei. Bald sah man Gross und seinen Anhänger Frick zusammen in München und Ascona. Bis Frick zu seiner Berufung als Maler fand, dauerte es noch einige Jahre, die von Liebschaften, Politaffären und Polizeinachstellungen geprägt waren. Die aktionistische Truppe «Die Tat», der Frick angehörte, hielt die Polizei auf Trab. Unter anderem überfiel sie die Polizeikaserne Zürich, wo man einen russischen Gesinnungsfreund herausholen wollte. Weiter legte sie Eisenbahnzüge mit Holzscheiten lahm und griff Streikbrechergruppen an. 1912 wurde Frick in einem aufsehenerregenden Prozess zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er kam ins Gefängnis nach Regensdorf. Danach zog er endgültig nach Ascona um, wo sich ein illustrer Kreis bildete, dem der Kreuzlinger Psychiater Robert Binswanger und der Schriftsteller Friedrich Glauser angehörten. Frick wandelte sich fortan mehr und mehr zum Maler und liess seine anarchistische Vergangenheit hinter sich. Dies obwohl er der Ansicht war, dass es «keinen vernünftigen Grund» gebe, Maler zu werden.

Südsehnsucht, Ursprachenforschung

Im Porträt von Richard Butz im zweiten Teil des Bandes wird Ernst Frick als aussergewöhnlicher Mensch lebendig, der auf seine Zeitgenossen einen nachhaltigen Eindruck machte. Selbst als Künstler und Aquarellist war er eine Ausnahmeerscheinung. Obwohl er regelmässig ausstellte und mit Galerien verkehrte, lebte er in skeptischer Distanz zur glamourösen Kunstwelt, mit der er wenig anzufangen wusste. Auch hatte er nie die Idee gehabt, eine Akademie zu besuchen. Lieber lernte er von befreundeten Kunstschaffenden. Dennoch war er ein Teil der «Maler von Ascona», die den Ruf des Tessins als bevorzugtes Refugium für Künstler begründeten und damit zum Mythos der «Südsehnsucht» beitrugen. Wohler war es Frick und seiner Familie im abgelegenen Walserdorf Bosco Gurin, wo er viel Zeit in Kontemplation und Versenkung verbrachte. Erfüllung fand er zudem in der Erforschung der keltischen Kultur und der Ursprachen. Auf diese war er durch die aufmerksame Beobachtung der unmittelbaren Umwelt auf seinen Streifzügen bei Ascona gestossen. Als Hobby-Archäologe legte er umfangreiche Dokumentationen und Karteien an, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1956 in Ascona weiterführte. Wiederentdeckt wurde er 1978 durch Harald Szeemanns berühmte Monte Verità-Ausstellung. Fricks eigenwillige, vielschichtige Existenz wird nun durch das Buch von Esther Bertschinger-Joos und Richard Butz umfassend in Erinnerung gerufen. Es bringt nicht nur einen vergessenen Künstler und Gesellschaftskritiker zur Geltung, sondern zeichnet auch ein Sittenbild des Schweizer Polituntergrunds vor und während des Ersten Weltkriegs, das man in den offiziellen Geschichtsbüchern nie finden wird. Esther Bertschinger­Joos, Richard Butz: Ernst Frick. Zürich-Ascona-Monte Verità. Anarchist, Künstler, Forscher. Limmat­Verlag Zürich 2014, Fr. 44.90 Bild: Frieda Gross und Ernst Frick 1920

BÜCHERHERBST


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«Die Puppe kann viel frecher sein als der Mensch»

und Deutschland sind in dieser Hinsicht weiter. Dies liegt sicherlich auch daran, dass sich die drei führenden Schulen der Puppenspielkunst in Berlin, Stuttgart und Charleville befinden.

«Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …»: Unter diesem Motto startet das Figurentheater St.Gallen in die 59. Spielzeit. Mit Frauke Jacobi und Stephan Zbinden steht ein neues Zweierteam an der Spitze. Was erwartet uns da, Stephan Zbinden? Die Kunstform des Figurentheaters ist weit mehr als von Puppen animiertes Kindertheater. Insbesondere wollen wir andere Kunstformen stärker einbeziehen, und das Programm für Jugendliche und Erwachsene wird ausgebaut.

Das neue Leitungsteam mit Alexandra Akeret (Assistenz), Frauke Jacobi (künstlerische Leitung) und Stephan Zbinden (kaufmännische und technische Leitung). Foto: Tine Edel

Figurentheater für Erwachsene: Was ist daran anders als bei Kinderstücken? Und warum ist das eine Sparte, die in der Schweiz immer noch ein Mauerblümchendasein fristet? Kinderstücke unterscheiden sich qualitativ nicht von Erwachsenenstücken. Der Unterschied ist die Thematik. Beim Figurentheater denken die meisten Leute: Das ist doch nur was für Kinder oder Kasperlitheater. Doch das moderne Figurentheater kann viel mehr: Es kann Szenen überhöhen und zuspitzen. Dabei ersetzen starke Bilder oft viele Worte. Im Figurentheater sind rasante Wechsel der Ebenen möglich. Die Puppe selbst kann viel direkter und frecher sein als der Mensch. Und ein Wechselspiel zwischen Figur und Mensch lässt ganz neue Sichtweisen entstehen. Puppen können als stark gezeichnete Charaktere auftreten. Sie können fliegen, sterben besser und können sich unendlich verdoppeln. In der Schweiz beginnt man erst zaghaft mit der Ausdruckform «Puppe» zu experimentieren. Frankreich

Wer ist die geheimnisvolle Gertrud Müller, die im Programm auftaucht? Gertrud Müller ist das neu auserkorene «Theater-Maskottchen». Sie wird in einer eigenen Vorstellungsreihe das Abendprogramm mitprägen. Starten wird Gertrud mit der Eröffnungsshow am 24. Oktober. Dabei wird sie es sicherlich nicht unterlassen, sich über ihre «Verschleppung» aus dem mondänen Zürich ins beschauliche St.Gallen zu beklagen. Es bleibt zu hoffen, dass ihr Gast, der Musiker Marius Tschirky, ihr die Reize der neuen (Wahl-)Heimat Ostschweiz schmackhaft machen kann. Kinder kommen sicher weiterhin auch auf ihre Rechnung? Das Familienprogramm umfasst nebst bekannten Klassikern gleich fünf neue Eigenproduktionen. Nebst kleinen und grossen Feiglingen in Mutig sein! ist speziell Pippas Traumfenster zu erwähnen, das in Zusammenarbeit mit der Animationsfilm-Hochschule in Luzern entsteht. Erstmals werden Figurentheaterelemente mit Trickfilm auf der Bühne verwoben. Ebenso hervorheben möchte ich die Reihe des «Geschichtenerzählens». Im Winter (Zimetstärn…) und Frühling (Ene meene miste…) werden dort verschiedene Erzählungen mit einfachen Mitteln liebevoll in Szene gesetzt. Abgerundet wird das Programm durch fünf Gastspiele, welche Einblick in das Schaffen der nationalen und internationalen Puppenspielszene ermöglichen. Das Familienprogramm startet am 22. Oktober mit der Premiere von Erich Kästners Klassiker Emil und die Detektive. Nebst bekannten Gesichtern erscheinen auch neue Namen im Ensemble des Figurentheaters. Ja, unter anderem probt der redegewandte ex-Toxic-Radiomann Lukas Bollhalder seit Sommer intensiv an seinem Debut als Figuren- und Schauspieler (Emil und die Detektive). Und im Bereich Figurenbau ergänzen mit Johannes Eisele und Mechtild Niehaber zwei international anerkannte Puppenbauer das Team. Zu den Anliegen der neuen Theaterleitung gehört zudem die Nachwuchsförderung. Nebst der Luzerner Hochschule wirken auch Akteure der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und der SAMTS Schauspielschule Adliswil/Zürich am kommenden Programm prägend mit.

THEATER

Mehr zum Spielplan und der neuen Crew unter figurentheater­sg.ch.

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Ein Gespräch zum Neuanfang am Figurentheater St.Gallen


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Gleitmittel fürs Geldausgeben Hauntology spukt im Palace – mit Fatima Al Qadiri und James Ferraro. von Georg Gatsas Retro, Retro, Retro, alles schon mal dagewesen... Das konstatiert, mit Blick auf die Nullerjahre, auch Simon Reynolds 2011 im Buch Retromania – Pop Culture's Addiction To Its Own Past. Wenn nun alles Retro ist, wie klingt denn die Musik der Zehnerjahre? Diese Frage stellt sich der britische Kulturtheoretiker Mark Fisher immer wieder in Musikzeitschriften wie «The Wire» oder auf seinem eigenen Blog «K-Punk». Denn was man im Popdiskurs oft vergisst: Die manische Flucht in die musikalischen Archive kann auch eine Technik sein, die Geschichtlichkeit der Gegenwart sichtbar zu machen.

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Spukende Klanggeister

Nicht im blossen Kopieren vergangener Sounds, nicht im Wühlen in der Plattenkiste, sondern in der Klanglandschaft der verinnerlichten Vergangenheit lässt sich derzeit eine Gruppe von Musikern und Labels rund um das Phänomen der «Hauntology» ausmachen. Zwei der wichtigsten Protagonisten spielen Anfang Oktober im Palace: Fatima Al Qadiri und James Ferraro. In Ghosts of My Life, seinem kürzlich erschienenen Essayband, verweist Mark Fisher auf die kulturellen Symptome einer seiner Ansicht nach kranken Gesellschaft im digitalen Zeitalter. Er greift dabei eine Bezeichnung des Philosophen Jacques Derrida auf: Hauntology. Ein Begriff, der seit ein paar Jahren durch Blogs und Feuilletons spukt, zusammengesetzt aus «to haunt» (spuken) und Ontologie, der Lehre vom Sein. Derrida meinte damit, dass Europa von den Geistern seiner Vergangenheit, dem Kommunismus, auch in Zukunft heimgesucht werde; die sozialen Probleme würden im Kapitalismus eher mehr als weniger. Fisher hingegen bezieht Hauntology auf die Musik: Das Spukhafte zeigt sich im Träger der Aufnahme selbst. Mittels elektronischer Medien aller Art werden klangliche Räume ausgearbeitet, in denen sich das Gespenstische hörbar macht. Mark Fisher verweist dabei auf Burial, den wohl bekanntesten Vertreter der Hauntology-Bewegung. Neben geisterhaften Dancefloor-Zitaten ist in Burials Sound das Knistern einer Vinylschallplatte zu hören. Dieses Knistern macht deutlich, dass wir uns in der Vergangenheit befinden, die Zeit zerfällt und die Zukunft nicht mehr möglich ist. In seinen zutiefst melancholischen Tracks verarbeitet er die Gespenster einer Zukunft, die nie eingetreten ist.

Helen Feng aufgenommen. Shanzhai heisst sie, das ist zugleich Programm der ganzen Platte: Der Begriff bezeichnet die Fälschung, das Imitieren und Kopieren westlicher und japanischer Markenartikel. Asiatisch ist ein simulierter, ausgefeilter Roadtrip durch ein virtuelles China. Es spielt mit den westlichen Vorstellungen fernöstlicher Motive, Klänge und Sprachen. Die zwischen New York und London pendelnde Al Qadiri hat China nie besucht. Die Sounds für ihr Konzeptalbum sammelte sie jahrelang aus Film und Internet: Weiblich gesprochenes NonsenseMandarin und Melodiefetzen klassisch-chinesischer Musik unterlagert sie geschickt mit synthetischen Klängen, falschen Steeldrums- und Panflötensounds, wie man sie aus Videospielen, B-Movies oder der Beschallung von chinesischen Restaurants kennt. Dazwischen dröhnen Subbässe und Gongs. Auch James Ferraro agiert nicht anders. Auf Far Side Virtual (vom britischen Wire zum Album des Jahres 2011 gekürt) sammelte er Soundlogos, Handyklingeltöne, Werbejingles: digitale Artefakte, entmenschlichte, nicht unvertraute Muzak, wie man sie in der Shopping Mall, im Fahrstuhl oder am Flughafen hört. Oder wie er selbst in einem Spex-Interview seine Sounds beschrieb: «Deep House als akustisches Gleitmittel fürs Geldausgeben». Das bisher letzte Werk des Workaholics heisst: NYC, HELL 3:00 AM. Darauf geht es weiter mit verfremdeten Polizeisirenen, verrauschten TV-Sprachfetzen über die Anschläge auf das World Trade Center oder mit einer computerisierten Frauenstimme, die den Glaubenspruch des Kapitalismus aufzählt – 18 mal das Wort «Money». Fatima Al Qadiri / James Ferraro: Freitag, 3. Oktober, 22 Uhr, Palace St.Gallen

Klingende Konsumwut

Burials Labelkollegin, die kuwaitische Musikerin und Künstlerin Fatima Al Qadiri, formte ihr Debütalbum Asiatisch nach diesem Modell: Sie bedient sich aus allen möglichen Quellen mit Bildern und Motiven, mit Stimmen und Sprachen, mit Sounds und Songs, kümmert sich aber nicht um den Begriff der Herkunft. Und man merkt: Heimat ist dort, wo es gut klingt. Zu Beginn des Albums covert Al Qadiri den von Prince geschriebenen, aber erst durch Sinéad O’Connor weltberühmt gewordenen Song Nothing Compares 2 U. Die 33-jährige Produzentin hat ihre Version mit der chinesischen Sängerin

MUSIK

Fatima Al Qadiri. Bild: Georg Gatsas


62 Von der Schwierigkeit mit der Zivilcourage Im Oktober kommt Carl Lutz – Der vergessene Held ins Kino. Schon vor dem Start des Dokfilms regen sich die Ewiggestrigen. von Geri Krebs Das klingt vertraut, Paul Grüninger erging es ähnlich, und frappant sind auch die Parallelen in der Reaktion jenes Teils der in der Schweiz veröffentlichten Meinung, die immer schon wussten, dass die offizielle Schweiz in jenen finsteren Jahren alles richtig gemacht hatte. Bei Grüninger war es damals, 1997 der Wirrkopf Shraga Elam, der, als Richard Dindo seinen (auf Stefan Kellers Grüninger-Buch basierenden) Dokumentarfilm herausbrachte, mit zweifelhaften Dokumenten hausierte. Diese sollten belegen, Grüninger sei in Wirklichkeit ein Nazi gewesen und der Nazi-Ideologie auch noch Jahre nach seiner Amtsenthebung und Verurteilung treu geblieben. Obwohl die Anwürfe von seriösen Historikern längst widerlegt und auf dem Misthaufen der Geschichte entsorgt wurden, hinderte dies die «Weltwoche» unlängst nicht daran, sie in einer hanebüchenen Titelstory aufzuwärmen. Das war im Januar dieses Jahres aus Anlass der Premiere von Alain Gsponers GrüningerSpielfilm.

Carl Lutz vor dem Schweizer Konsulat in Budapest und in der zerstörten britischen Botschaft.

Für seine Generation sei die Geschichte der Schweiz im Zweiten Weltkrieg mit Nazigold und abgewiesenen Juden verknüpft gewesen, sagt Daniel von Aarburg in seinem grossen Dokumentarfilm über jenen Mann, der während des zweiten Weltkriegs über 60’000 Juden in Budapest vor den Nazis rettete. Der 1965 geborene Regisseur – unter anderem bekannt durch die Dokufiktion Hugo Koblet – Pédaleur du charme (2010) – erklärt bei jener Gelegenheit auch, bis 2011 habe ihm der Name Carl Lutz nichts gesagt. Von jenem Zeitpunkt an aber packte den Regisseur die Lebensgeschichte des 1895 in Walzenhausen geborenen Schweizer Spitzendiplomaten, der in seiner Eigenschaft als Schweizer Vizekonsul in Ungarn von 1942– 1945 unter Einsatz seines Lebens die grösste Rettungsaktion für unmittelbar von Deportation bedrohte Juden in der Geschichte durchgeführt hatte.

Lutz wie Grüninger

Als passionierter Hobbyfotograf hatte Lutz Zehntausende von Bildern hinterlassen, die von Aarburg im Archiv der ETH Zürich und im Nachlass von Lutz' Stieftochter Agnes Hirschi sichten konnte. Die heute 76-Jährige ist es denn auch, die durch den an Originalschauplätzen gedrehten Film über einen Mann führt, der für seine Zivilcourage nur den Undank des Vaterlandes erntete. Lutz wurde nach seiner Rückkehr in die Schweiz wegen Kompetenzüberschreitung (er hatte ein eigenes Schutzbriefsystem erfunden) gerügt und marginalisiert – ein Schlag, von dem er sich bis zu seinem Tod 1975 nie mehr erholte.

KINO

Filmstart: 22. Oktober, Kinok St.Gallen kinok.ch

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«Hätte ich den Mut gehabt?»

Der Ablauf wiederholte sich jetzt, auch wenn Carl Lutz – Der vergessene Held noch nicht im Kino angelaufen ist. Doch als am vergangenen 28. August die auf 52 Minuten verstümmelte TV-Kurzversion auf SRF 1 ihre Premiere feierte, erschien gleichentags in der «Basler Zeitung» eine Abhandlung über Lutz mit dem Titel «Ein Held, aber kein Märtyrer». Darin will Inlandredaktor Daniel W. Szpilman nachweisen, Lutz sei nach 1945 keineswegs marginalisiert, sondern durchaus mit Anerkennung bedacht worden. Doch Selbstverliebtheit und Selbstmitleid hätten ihn glauben lassen, man hätte ihn bei seiner Rückkehr in die Schweiz wie einen Superstar empfangen müssen. War dieser Angriff seitens der Blocher-nahen BaZ noch eher mild, fuhr tags darauf die linkskatholische Fribourger Tageszeitung «La Liberté» gröberes Geschütz auf. «La face obscure du héros suisse Carl Lutz» war ein ganzseitiges Interview betitelt. Darin präsentiert der Historiker Luk van Dongen ein Dokument von 1958, worin Lutz sich abfällig über Schwarze äussert und den südafrikanischen Staatschef lobt. Vergegenwärtigt man sich, dass Lutz von 1913 bis 1934 in den USA gelebt hatte, und führt man sich vor Augen, wie rassistisch die weisse US-Elite, in der Lutz sich bewegte, damals war und wie stark dieses Denken dort noch bis weit in die 1960er fortlebte, relativiert sich der Skandalwert von Lutz’ Äusserungen beträchtlich– sollten sie tatsächlich zutreffen. Und selbst wenn Grüninger und Lutz ihre dunklen Seiten gehabt haben sollten, wesentlich wäre doch auch dann, was die jüdische Psychologin Agnes Heller – eine der Zeitzeuginnen im Film – fragt: «Hätte ich den Mut gehabt, damals Juden zu retten?» Um die Antwort gleich selber zu geben: «Ich hätte ihn wohl nicht gehabt.»


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Rettung für Renty?

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Es ist eine beinah unendliche Geschichte: 2011 lehnt der St.Galler Stadtrat einen Werkbeitrag für die Ausstellung des Historikers Hans Fässler über den Gletscherforscher und Rassisten Louis Agassiz ab – u.a. weil man sich nicht in die Angelegenheiten einer anderen Gemeinde (Grindelwald) einmischen wolle und die Ausstellung nicht in St.Gallen stattfinde. Drei Jahre später kommt die inzwischen auch auf der Grimsel und auf dem Eggishorn gezeigte Schau doch noch in die Ostschweiz – aber nicht nach St.Gallen, sondern nach Teufen. Und der St.Galler Stadtrat muss noch einmal Red und Antwort stehen: In einer einfachen Anfrage will Stadtparlamentarierin Beatrice Truniger Blaser wissen, warum «trotz intensiver Bemühungen» kein St.Galler Museum für die Ausstellung zu finden war. Und ob mit dem Ausweichen nach Teufen nicht der Eindruck entstehe, «einer kulturell konservativen und ängstlichen Stadt St.Gallen stehe ein liberales und offenes Ausserrhoden gegenüber». In der Tat wären sowohl das Historische Museum als auch das Naturmuseum geeignet. Dies umso mehr, als Hans Fässler inzwischen herausgefunden hat, dass Agassiz im Juli 1830 in St.Gallen vor der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft referiert «und im Hecht diniert» hat. Auch in der Zwischenkriegszeit hätten Kanton und Stadt in Sachen Antisemitismus und Rassenhygiene eine unrühmliche Rolle gespielt – kein Grund also, sagt Fässler, sich damit herauszureden, dass das Agassiz-Thema nichts mit unserer Region zu tun habe. Zudem setze sich neustens sogar Bundesrat Burkhalter für eine Bergtaufe ein: für eine Dunant-Spitze im Monte-Rosa-Massiv. In Teufen zeigt Kurator Ueli Vogt jetzt (ab 26. Oktober) die Schau, ergänzt um Kunst von Sasha Huber und Dokumente aus der Kantonsbibliothek, unter der Leitfrage, wie die Landschaft zu ihren Namen komme. Denn die Namengebung war seit jeher eine Stossrichtung Fässlers: Unter dem Motto «Démonter Agassiz» kämpfte er vergeblich dafür, das Agassizhorn im Wallis in Rentyhorn umzutaufen – auf den Namen jenes Sklaven, der Agassiz für die Beweisführung über die angebliche Minderwertigkeit der Schwarzen als Beispiel diente. In die Agassiz-Kampagne kommt jetzt ebenfalls neuer Schwung: Eine neue Petition schlägt vor, einen bisher namenlosen Berg (Pt. 3745) nahe des Agassizhorns Rentyhorn zu taufen. Dafür setzt sich ein illustres Komitee ein, mit Walliser Bergführern, Alt-Bundesgerichtspräsident Giusep Nay, Nationalrätin Hilde Fässler, der Alpenhistorikerin Ingrid Runggaldier, dem aus dem Wallis stammenden Trogner Kantirektor Michael Zurwerra oder den bergtüchtigen Autoren Franz Hohler und Emil Zopfi. Es wäre, so die Petitionäre, «ein Zeichen gegen Rassismus und für Menschlichkeit». Und die Hierarchie bliebe gewahrt – «vom Agassizhorn (3947 m.ü.M.) könnten Alpinistinnen und Alpinisten auf das Rentyhorn (3745 m.ü.M.) hinunterschauen, wie es der Schweizer Naturforscher leider mit dem kongolesischen Sklaven gemacht hat.» (Su.) Wie die Landschaft zu ihren Namen kommt, Zeughaus Teufen, 26. Oktober bis 9. November. Sonntag, 9. November: Streitgespräch zwischen Hans Fässler und Gottlieb F. Höpli Infos: louverture.ch/AGASSIZ.html

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Monatstipps der Magazine aus Aarau, Basel, Bern, Luzern, Olten, Vaduz und Winterthur

Industriekultur

Film-Quickies

Fest der Worte

Vor 300 Jahren wurde der «Frieden von Baden» besiegelt. Der Kunstraum Baden untersucht mit «Warzone Peace» das Spannungsfeld zwischen Krieg und Frieden in der Gegenwart. Vertreten sind die Schweizer Kunstschaffenden Andreas Hagenbach, Daniela Keiser und Eric Hattan sowie die Russin Anna Jermolaewa – von ihr ist am 21. Oktober der Film «Methods of Social Resistance on Russian Examples» zu Aktionen des sozialen Widerstands 2012 in Russland zu sehen. Warzone Peace Bis Sonntag, 2. November, Kunstraum Baden kunstraum.baden.ch

Badischer Bahnhof, Rheinschifffahrt, Chemie, Buchdruck und Papierherstellung – all das verbindet man spontan mit Basel. Eine Wanderausstellung im Museum Kleines Klingental geht der Geschichte dieser Bauten, Handelswege und ihrer Industrie nach; ein Wanderführer lädt zu Touren in die industrielle Region ein. Industriekultur in der Region Basel Mittwoch, 15. Oktober bis Sonntag, 25. Januar 2015, Museum Kleines Klingental, Basel industriekultur.ch

Bereits zum zwölften Mal wird im Oktober in Bern der pinke Teppich ausgerollt – fürs Kurzfilmfestival Shnit. Zwischenmenschliche Beziehungen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe. Um fleischliche Gelüste dreht sich die Reihe «Peeping Shnit», die filmisch erogene Zonen erforscht und die sexuelle Fantasie feiert. Aber Shnit findet nicht nur in Bern statt, sondern zeitgleich in acht weiteren Städten von Moskau bis Kyoto. Shnit – International Shortfilmfestival Mittwoch, 8. bis Sonntag, 12. Oktober, verschiedene Orte in Bern bern.shnit.org

Vom 15. bis 19. Oktober findet in Luzern das erste internationale Spoken Word Festival der Schweiz statt. Mit dabei sind bekannte Köpfe der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene wie etwa Hazel Brugger, Manuel Stahlberger oder Gabriel Vetter. Highlight des Festivals: Die New Yorkerin Patti Smith wird am Samstag eine musikalische Lesung halten. Woerdz Mittwoch, 15. bis Sonntag, 19. Oktober, Südpol Kleintheater, Luzern Pwoerdz.ch

The Rumours

Auswandern

Koala und Selbstmord

Wie klingt es, wenn Musikerinnen und Musiker rohe Instrumentals als Carte Blanche kriegen? Was passiert, wenn eine Auswahl der Kreativsten der Schweiz sich zusammentun und die Song-Perlen polieren? Benjamin Noti (Noti Wümié), Manillio, Thomas Rechberger (Lovebugs), CBN, Greis, Anna Rossinelli, Steff La Cheffe, Georg Dillier, Debrah Scarlett, Tilla Künzli, Hendrix Ackle und Bubi Rufener antworten auf diese Fragen. The Rumours Freitag, 31. Oktober, 21 Uhr, Schützi Olten schuetzi.ch

Das Museum Mura beleuchtet in seiner neuen Sonderausstellung jene Zeit, in der Liechtensteiner im fernen Amerika ein neues Zuhause suchten. Anhand der Sammlung von Julius Bühler gewährt die Ausstellung Einblick in ein Stück liechtensteinische Geschichte ausserhalb der Landesgrenzen. Die US-Auswanderung im Spiegel der Sammlung Julius Bühler bis September 2015, Museum Mura, Schaanwald museummura.li

In «Koala» von Lukas Bärfuss geht es um zwei Brüder, um Historisches, vor allem aber um einen Suizid, mit dem sich der Erzähler befassen muss. Keine leichte Kost, die der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller und Dramaturg seinen Gästen auftischt. In der Coalmine gibt es dafür Wein, Tee oder notfalls beides zur Beruhigung – voraussichtlich aber keine knuddligen Koalabären. Lukas Bärfuss liest Montag, 20. Oktober, 20 Uhr, Coalmine Winterthur coalmine.ch

KULTURSPLITTER

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Kampfzone Frieden?

Mit Saiten zusammen bilden diese unabhängigen Kulturmagazine die Werbeplattform «Kulturpool» und erreichen gemeinsam eine Auflage von über 200’000 Exemplaren. kulturpool.biz


Kalender Oktober 2014

65 Wird unterstützt von Schützengarten Bier

MONATS­ PROGRAMME 2 4 14 44 56 68 70 72 76 80 86

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Theater St.Gallen. Kurzfilmtage Winterthur. Naturmuseum St.Gallen. Comedy Duo Messer & Gabel Ostschweiz. Theater Sinnflut Rorschach. Lokremise St.Gallen. Kultur is Dorf Herisau. Jüdisches Museum Hohenems. Kinok St.Gallen. Kunstmuseum Winterthur. Grabenhalle St.Gallen. Kellerbühne St.Gallen. ArtDesign Feldkirch. Diogenes Theater Altstätten. Gare de Lion Wil. Palace St.Gallen. Salzhaus Winterthur. Schloss Wartegg Rorschacherberg. Fachhochschule St.Gallen. Figurentheater St.Gallen. Kunstmuseum St.Gallen. Kunsthalle St.Gallen. Museum im Lagerhaus. Zeughaus Teufen

Selbstentwürfe und Ethik Ringvorlesung mit Dagmar Fenner Das Zentrum für Ethik und Nachhaltigkeit der FHS St.Gallen, ZEN-FHS, lädt zur öffentlichen Ringvorlesung «Was ist der Mensch?» Im dritten Teil der Veranstaltungsreihe zum Thema «Menschliche Selbstentwürfe und die ethische Frage nach dem Guten» spricht die Philosophin Dagmar Fenner von der Universität Basel. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Angewandte Ethik. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich. Donnerstag, 2. Oktober, 18 Uhr, Kantonsratssaal St.Gallen fhsg.ch/ringvorlesung

Inna de Yard Irie Night in St.Gallen Town Earl «Chinna» Smith zählt zu den renomiertesten Gitarrenspielern Jamaikas. Berühmt wurde er unter anderem mit den Akustikproduktionen aus seinem Garten. Der St.Galler Filmemacher Markus Egloff erzählt von diesem Leben «Inna de Yard», von den Reggae-Veteranen, die sich dort treffen und ihr Wissen weitergeben. Nach seinem Film wird Earl Smith mit seiner Tochter Jhamiela und Sabrina Pallini live auf der Bühne stehen. Abgerundet wird das Ganze von Hills’N’Valley Sound und Kephas Selecta & Don Pedro. Donnerstag, 2. Oktober, 20.30 Uhr, Grabenhalle St.Gallen grabenhalle.ch

Mi 01. KONZERT

LITERATUR

Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Dunkelheit in den Bergen. Ein mörderisches Schauspiel von Silvio Huonder. Tak Schaan, 20:09 Uhr

NACHTLEBEN

Strictly Vinyl Jazz. Mit Vinylist Sir Dancealot. Stickerei St.Gallen, 20:30 Uhr

Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Das Baltikum in Geschichte und Gegenwart. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Chinas neue Superstädte: Eine kulturelle Reise. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr

Earl «Chinna» Smith. Der wohl renommierteste Gitarrenspieler Jamaikas. Grabenhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Schaulust – Musik und Circuskunst: Tingvall Trio. Jazz (Schweden, Kuba, Deutschland). Millenium Park Lustenau, 20 Uhr Kimm Trio. Velotournee. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr We Invented Paris. Europäisches Künstlerkollektiv. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Burnt Ones & Déjà Bu? Konzert und Cocktailabend. Treppenhaus Rorschach, 22 Uhr

FILM

KINDER

NACHTLEBEN

Ringvorlesung: Was ist der Mensch? Mit Dagmar Fenner. Kantonsratssaal St.Gallen, 18 Uhr

Generations. International Jazzfestival. Frauenfeld, 19 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Musica Mundo. Printsesn: Klezmer, Musette, Tango und Chansons. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Generations. Klaus König Trio. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr

Das grosse Museum. Humorvollintimer Einblick ins Kunsthistorische Museum Wien. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Der Besuch der alten Dame. Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr 3 in 1 Tanzperformance. Von Patricia Rotondaro und Kjersti Sandstø. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Veri. Typisch Verien. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

Geschichten vom Seerücken. Heidi Niederhäuser liest und erzählt aus ihrer Jugend. Kurhaus Oberwaid St.Gallen, 17 Uhr

VORTRAG

Offenes Atelier für Kinder. Malnachmittag. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr

AUSSTELLUNG

Faszination Archäologie. Tatort Archäologie – Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr Sts Rakirs et Rastrons, portecôtelettes. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 02. KONZERT

Konzertante Appenzeller Musik. Mit der Jungformation Sondewend. Kleiner Ratsaal Appenzell, 18:30 Uhr Generations. International Jazzfestival. Frauenfeld, 19 Uhr

01.–02.10.

DJ Fliegerová. The Eclectic Soundsystem of Flying K. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Roots Rock Caravan. Offbeat zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr

FILM

Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Class Enemy. Schlagabtausch im Klassenzimmer. Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Helge und das Udo. Sonst macht’s ja keiner. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr

LITERATUR

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr

VORTRAG

DIVERSES

Kunsthandwerk. Herstellung von Schmuck aus Menschenhaar von Mina Inauen. Museum Appenzell, 14 Uhr Bibliotheksführung. Blick hinter die Kulissen. Kantonsbibliothek Thurgau Frauenfeld, 17:30 Uhr Powerpoint Karaoke. Next Level 7. Kugl St.Gallen, 19:30 Uhr


AUSSTELLUNG

Was frag ich nach der Welt. Finissage mit Artist Talk. Nextex St.Gallen, 19 Uhr

Fr 03. KONZERT

Generations. International Jazzfestival. Frauenfeld, 19 Uhr 1. Meisterzykluskonzert. Hélène Grimaud. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Alexander Lonquich. Gegenüberstellung von Debussy und Schubert. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr Gabby Young & Other Animals. Folk, Jazz, Circusswing. Millenium Park Lustenau, 20 Uhr Geschichten aus dem Wiener Wald. Ein Konzert der Junge Musiker Stiftung. Vaduzer-Saal, 20 Uhr Grupo Sonoro. Mit Carlos Hernandez. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Kimm Trio. Velotournee. Godis’ Schreinereiwerkstatt – Musik statt Werk Eglisau, 20 Uhr Schaulust – Musik und Circuskunst: Gabby Young & Other Animals. Folk, Hazz, CircusSwing (England). Millenium Park Lustenau, 20 Uhr Sina. Mini-tour im Trio. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Soneros de Verdad. Son Cubano. Kartause Ittingen Warth, 20 Uhr Stella Matutina – Papa Haydn. Werke von Haydn und Mozart. Ambach Kulturbühne Götzis, 20 Uhr Five On Fire Strings Attached. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Pigeons On The Gate. Support: Chris & Kelly Trio – SingerSongwriter. Kultur Punkt Flawil, 20:15 Uhr Burst & Bloom Concerts. Screamo-Punk aus Italien, Deutschland und CH. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr Götz Widmann – Bärndütsch. Der Godfather des Liedermaching. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 20:30 Uhr Shawn Jones. Traditioneller, jazziger, funkiger Blues. Bluesclub Bühler, 20:30 Uhr The Berlin Jazz & Curry Wurst Weekend. Der Sound der Metropole. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Fatima Al Qadiri. Tanzet die Referenzen. Palace St.Gallen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Dance Free. Alkoholfreier Tanzraum, ohne Strassenschuhe. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Dancing Oil mit König Balthasar. Electronica, Deep House. Tankstell-Bar St.Gallen, 20 Uhr Ü40 Tanznacht. Fröhliche Tanzparty. Gare de Lion Wil, 20 Uhr Hit or Shit – Plattenversteigerung / Shrubbers. Klassiker, Todsünden & (unbekannte) Hits. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr

Fraction No.6 / Foundation Sound. Bass Music / Dubstep / Dubwise. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

FILM

Abschlussfilme der Hochschule Luzern. Die Hochschule Luzern als Talentschmiede. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Effort / Fading / Nebelgrind. Zwei Kurzfilme und ein Spielfilm zum Thema Alter. Kinok St.Gallen, 20 Uhr La belle vie. Regie: Jean Denizot. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Traumfraum / Telefonsex – Erotik im Minutentakt. Luzerner Erotik: Traumfrau oder Telefonsex. Kinok St.Gallen, 22 Uhr

BÜHNE

Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Veri. Typisch Verien. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Open List Poetry Slam. Mit DJ Muhandis Douroucoulis. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr

VORTRAG

Sri Lanka Abend. Mit Jeyakumar Thurairajah & Udaya R. Tennakoon. Solidaritätshaus St.Gallen, 19 Uhr

KINDER

Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman. Trickfilm. Kino Rosental Heiden, 14 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Claudia Desgranges – Update. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 16 Uhr Remy von Allmen – Neue Arbeiten. Vernissage. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr

Sa 04. KONZERT

Generations. International Jazzfestival. Frauenfeld, 19 Uhr Albert Hammond. Singer-Songwriter aus UK. Kammgarn Schaffhausen, 20 Uhr Kimm Trio. Velotournee. Theaterbureau Märstetten, 20 Uhr Pablo Cardozo. Tango Argentino für Gitarre. Kaffeehaus St.Gallen 20 Uhr The Flying Eyes / Lazlo Lee & The Motherless Children. Eine doppelläufige Rockflinte aus Baltimore. Kaff-Kulturlokal Linde Frauenfeld, 20 Uhr Alana Amram & The Rough Gems. Americana und Folk. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr Chali 2na od Jurassic5. HipHop aus den USA mit Support. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr Chelsea Deadbeat Combo. Post-HC aus Bern mit SupportActs. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Ritschi – Öpfelboum u Palme. Kulturtreff Rotfarb Uznach, 20:30 Uhr

The Berlin Jazz & Curry Wurst Weekend. Der Sound der Metropole. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Café Deseado. Das Café zur fröhlichen Pampa. Projektraum am See (Kornhaus) Rorschach, 21 Uhr Adieu Gary Cooper & Thee Irma and Louise. Doppelkonzert. Treppenhaus Rorschach, 21:30 Uhr Peter Broderick w/ Band, Merz. Ein seltener Freigeist. Palace St.Gallen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Diskofox / Stan und Zhenja. Disko, Electronica. Tankstell-Bar St.Gallen, 20 Uhr Kaboom. Enter The Future Bass Zone. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Boris Brechja. High-TechMinimal, Techno. Kugl St.Gallen, 22 Uhr Night of Strix. Minimal, Deep House, Techhouse. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr

FILM

Das grosse Museum. Humorvollintimer Einblick ins Kunsthistorische Museum Wien. Kinok St.Gallen, 15:45 Uhr The Hundred Foot Journey. Regie: Lasse Hallström. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr Fading Gigolo. Regie: John Turturro. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Class Enemy. Schlagabtausch im Klassenzimmer. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

3IN1 Tanzperformance von Kjersti Sandstø und Patricia Rotondaro. Tanzwerkstatt St.Margrethen, 20 Uhr Hereinspaziert…Eine Revue der Überraschungen. Millenium Park Lustenau, 20 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Schaulust – Musik und Circuskunst: Hereinspaziert…Eine Revue der Überraschungen. Millenium Park Lustenau, 20 Uhr Veri. Typisch Verien. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Luzern in St.Gallen. Spoken Word Abend. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Gallus. Die Präsenz des Heiligen in der Kathedrale. Kathedrale St.Gallen, 10:30 Uhr

DIVERSES

Cafetango. Kaffee geniessen & Tango argentino. Kaffeehaus St.Gallen, 16 Uhr

AUSSTELLUNG

Lange Nacht der Museen. Kurzführungen, Kinderprogramm und Musik. Jüdisches Museum Hohenems, 18 Uhr

02.–07.10.

So 05. KONZERT

American Matinée. Mit Alana Amram & the rough gems. Restaurant Schwarzer Engel St.Gallen, 11 Uhr Lobgesang-Symphonie. Von Felix Mendelssohn Bartholdy. Kirche St.Nikolaus Frauenfeld, 17 Uhr Rumpus. Neue Schweizer Volksmusik. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 17 Uhr Finding Vivian Maier. Regie: John Maloof, Charlie Siskel. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Schilter. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr

FILM

Heimat und Identität – Kurzfilmprogramm. Die Kurzfilme erzählen vom Leben in der Innerschweiz. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 13:30 Uhr Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 16:15 Uhr Viaggio in Italia. Roberto Rossellinis Meisterwerk mit Ingrid Bergman. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Carne trémula. Zitterndes, bebendes Fleisch. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Die Entführung aus dem Serail. Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 18 Uhr

VORTRAG

Zauberei und Magie in Südafrika. Gespräch – Musik – DVDAusschnitte, mit Richard Butz. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr

Maria Anwander. Führung. Kunsthalle St.Gallen, 15 Uhr

Mo 06. KONZERT

Kimm Trio. Velotournee. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 17 Uhr Hackbrett Abend. Restaurant Marktplatz Appenzell, 19 Uhr UMA. Avantgarde Pop. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Das grosse Museum. Humorvollintimer Einblick ins Kunsthistorische Museum Wien. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

LITERATUR

Dichtungsring #89. Kerzenschein und Absinth vorhanden. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Design. Vom GestaltungsProzess zum Lebens-Entwurf. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Antirepressions-Treffen. Für alle von staatlicher Repression Betroffenen. Infoladen Rabia Winterthur, 19 Uhr Entwirren – Formen eines Prinzips. Mit Vito Bertin, Architekt, Zürich. Architektur Forum Ostschweiz St.Gallen, 19:30 Uhr

Di 07. KONZERT

JazzJam. Mit der einmaligen Hausband. Varieté Tivoli St.Gallen, 19:30 Uhr

NACHTLEBEN

Disasterbar. DJ Johnny Guitar – Lässt die Nerdbrillen wippen. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Kochen & Essen: Kosovo. Luljeta Morina stellt Rezepte aus ihrer Heimat vor. Alte Kaserne Winterthur, 15 Uhr

Shana – The Wolf’s Music. Regie: Nino Jacusso. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 18 Uhr Der Kreis. Regie: Stefan Haupt. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Gomorra. Momentaufnahmen aus dem Alltag der neapolitanischen Camorra. Kinok St.Gallen, 20:15 Uhr Cinema Italiano. Il rosso e il blu. Filmfoyer, Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

AUSSTELLUNG

BÜHNE

KINDER

Tinkerbell und die Piratenfee. Trickfilm. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

DIVERSES

Dauerausstellung und Jüdisches Viertel. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 10 Uhr Roman Signer. Führung. Kunstmuseum St.Gallen St.Gallen, 11 Uhr Tinissima – Tina Modotti (1896–1942). Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Die ersten Europäer. Habsburger und andere Juden – eine Welt vor 1914. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 11:30 Uhr Courting Aporia. Führung. Alte Fabrik Rapperswil, 14 Uhr

Regula Esposito (ehemals Acapickels). Hellness. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Literatur. Italienisch: 2 Grand Tour e l’Italia. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Theodor W. Adorno: «Kulturindustrie». Wozu Kultur? Palace St.Gallen, 20:15 Uhr

Saiten 10/2014

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Weitsichtige Volksmusik

Gefährlich schön

Hebelwerke sind Tragstrukturen, die auf drei Grundprinzipien basieren: Die Elemente wirken als Hebel aufeinander, tragen sich gegenseitig und sind selbstverbindend. Es gibt also weder eine Hierarchie im Tragen noch zusätzliche Verbindungselemente. Vito Bertin, von 1996 bis 2009 Architekturlehrer in Hongkong, erläutert die Prinzipien und Eigenschaften des Hebelwerks. Eigene Beispiele und Strukturen aus seiner Arbeit an der Universität in Hongkong illustrieren die vielfältigen Möglichkeiten dieser Bauweise. Montag, 6. Oktober, 19.30 Uhr, Architektur Forum Ostschweiz Davidstrasse 40, St.Gallen a-f-o.ch

Michael Giras Schwäne Die Swans sind wahre Urgesteine des Noise-Rock, No-Waves, Goth-Rocks und des frühen Industrial. Die Band lebt den «Keine Schönheit ohne Gefahr»Gegensatz künstlerisch bis zum Exzess aus und erobert sich zwischen Klangarchitektur und Dekonstruktion ihren Platz in der Musikgeschichte, trotz gefühlten tausend Besetzungswechseln seit 1982. Die Schwäne gehören zu jenen Bands, die es zwar nicht zu kommerziellem Erfolg gebracht haben, dafür aber seit langem Kultstatus geniessen und viele andere geprägt haben; unsere Young Gods verdanken ihnen sogar ihren Namen. Mittwoch, 8. Oktober, 20 Uhr, Grabenhalle St.Gallen grabenhalle.ch

Saiten 10/2014

Rumpus im Rorschacherberg Das Genre «Neue Schweizer Volksmusik» wirft einen frischen Blick auf vertraute Weisen. Rumpus ist ein Beispiel dafür: Verwurzelt in der Zentralschweiz, blicken die vier Musiker dennoch weit über den Alpenkamm hinaus. Ihr kubanischer Rumba, friedlich und verschmitzt wie ein Innerschweizer Schnauz, verzwirbelt mit Ländler und jazzigen Improvisationen, ist ungemein tanzbar – wenn da nicht die verzwickten Rhythmen wären, so exotisch und doch vertraut. Sonntag, 5. Oktober, 17 Uhr, Schloss Wartegg, Rorschacherberg wartegg.ch

Vito Bertin im Forum

AUSSTELLUNG

Art Brut – Japan – Schweiz. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr

Mi 08. KONZERT

Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Swans / Pharmakon. Urgesteine des Noise-Rocks. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Ghosts & Guests. Bettina Klöti & Vera Kappeler. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Wiedmann-King-Krischkowsky. Modern Trio Jazz. Stickerei St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Class Enemy. Schlagabtausch im Klassenzimmer. Kinok St.Gallen, 18 Uhr The Wind Rises (Kaze tachinu). Das letzte Werk des grossen Anime-Meisters Hayao Miyazaki. Kinok St.Gallen, 20:15 Uhr

BÜHNE

Regula Esposito (ehemals Acapickels). Hellness. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Der dritte Blick – Kunst und Betrachter. Literarische Kurztexte. Kurhaus Oberwaid St.Gallen, 19:30 Uhr Humberto Ak’abal: Geistertanz. Moderation und Übersetzung: Erich Hackl. Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Das Baltikum in Geschichte und Gegenwart. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Chinas neue Superstädte: Eine kulturelle Reise. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr

AUSSTELLUNG

Sexperten – Flotte Bienen und tolle Hechte. Mittagstreff mit Robert Zingg. Naturmuseum St.Gallen, 12:15 Uhr Elementare Malerei. Tour du Patron. Kunstmuseum St.Gallen St.Gallen, 18:30 Uhr St Gibus, franc-maçon. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 09. KONZERT

Konzertante Appenzeller Musik. Mit der Kapelle Edelstee. Kleiner Ratsaal Appenzell, 18:30 Uhr Theo Kapilidis – Bright Shadows. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Adrian Emanuel Egli 5tett. Jazz aus St.Gallen. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Dÿse, The Sunwashed Avenues. New Wave German Noise Rock. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

BÜHNE

Peach Weber. Mit seinem neuen Programm GäxBomb. Forum im Ried Landquart, 19 Uhr Gunkl. So Sachen – Ein Stapel Anmerkungen. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Regula Esposito (ehemals Acapickels). Hellness. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr SennenAve 2.0. PerformanceKonzert. Tak Schaan, 20:09 Uhr

Badewanne. Dusty Wax Operators – Dusty Smokin’ Grooves. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr DJ Tingel Tangel. Alias Marco Kern alias Marco Eigenmann. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Roots Rock Caravan. Offbeat zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

FILM

DIVERSES

Das grosse Museum. Humorvollintimer Einblick ins Kunsthistorische Museum Wien. Kinok St.Gallen, 17 Uhr L’abri. Fernand Melgars neuer Film («La Forteresse», «Vol spécial») Kinok St.Gallen, 19 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 21 Uhr

07.–11.10.

Öffentliche Vorlesung: Literatur. Deutsch: Robert Walser – Einführung in Leben und Werk. Hauptpost St.Gallen, 18:15 Uhr Vom Wert des Altwerdens. Vortrag Peter Gross. Stiftung Vita Tertia Gerbhof und Weiher Gossau, 19 Uhr Kunsthandwerk. Herstellung von Schmuck aus Menschenhaar von Mina Inauen. Museum Appenzell, 14 Uhr

Fr 10. KONZERT

British Blues Allstars. Blues aus UK. Gare de Lion Wil, 20 Uhr

Me / Neckless / Velvet Two Stripes. Alternative-Rock aus Australien mit Support. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Sunday @ 4. Celtic Music – Live. Perron Nord St.Gallen, 20 Uhr Luka Bloom. Singer-Songwriter aus Irland. Kammgarn Schaffhausen, 20:15 Uhr Tomas Sauter / Daniel Schläppi. Jazz: «contemporary chamber music». Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Jan Lundgren Trio plus Grégoire Maret. Jazzhuus (Jazzclub) Lustenau, 21 Uhr Fenster, Klaus Johann Grobe. The pink caves. Palace St.Gallen, 22 Uhr Larytta. Dynamic-Electro-PopMuzik. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr

NACHTLEBEN

The Code of the Samurai. Movie and Old School HipHop Music. TapTab Schaffhausen, 20 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr

FILM

Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Class Enemy. Schlagabtausch im Klassenzimmer. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr The Hundred Foot Journey. Regie: Lasse Hallström. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

BÜHNE

Regula Esposito (ehemals Acapickels). Hellness. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Humberto Ak’abal und Erich Hackl. Lesung aus dem Gedichtband «Geistertanz». Keller der Rose (Haus zur Rose) St.Gallen, 19 Uhr

DIVERSES

Sprachencafé. Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Deutsch. Restaurant Dufour St.Gallen, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Claudia Desgranges – Update. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 16 Uhr Keith Sonnier «the Collection». Vernissage. Häusler Contempory Lustenau, 19 Uhr

Sa 11. KONZERT

Öbe Schtock ond Stee. Orgeltänze und traditionelle Streichmusik. Kirche St.Maria Neudorf St.Gallen, 19:15 Uhr Flieder. Postrock, Triphop, Instrumental. Tankstell-Bar St.Gallen, 20 Uhr Gazelle Twin. Feat. Evje und Batman. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr


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KINDER

Art Brut – Japan – Schweiz. Familienführung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 14 Uhr Die Biene Maja. Trickfilm. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Malen mit Links. Workshop für Gross und Klein. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 15 Uhr

DIVERSES

Wurfschatten

ArtDesign-Messe in Feldkirch Die ArtDesign und damit die Möglichkeit, aussergewöhnliche Produkte, Arbeiten und Werke zu erstehen und sich mit Designerinnen und Künstlern auszutauschen, gibt es bereits seit sieben Jahren jeweils im Herbst im Reichenfeld-Areal in Feldkirch. Das Publikum kann seinen Shoppinggelüsten frönen und sich an den Sonderausstellungen und Schnittstellen-Projekten von Design und Kunst inspirieren lassen. Beteiligt sind über 100 sorgfältig jurierte Ausstellerinnen und Aussteller. Freitag, 10. bis Sonntag, 12. Oktober, Reichenfeld-Areal Feldkirch. artdesignfeldkirch.at

Simone Lappert in der Hauptpost Die mehrfach ausgezeichnete Autorin liest aus ihrem DebütRoman «Wurfschatten»: Ada ist 25, hat aber nicht mehr lange zu leben, davon ist sie überzeugt. Nicht nur in ihren Träumen stirbt sie jede Nacht aufs Neue, auch tagsüber beherrscht sie diese Todesangst. Das führt dazu, dass sie immer seltener ihre Wohnung verlässt und sich zunehmend isoliert. Ihr Roman ist eine Liebesgeschichte mit einem Ausgang, der nicht nach Schablone gezeichnet ist. Moderation: Joachim Bitter. Dienstag, 14. Oktober, 19.30 Uhr, Raum für Literatur, Hauptpost St.Gallen gdsl.ch

Saiten 10/2014

Schnittstellen

Schottland – Ruf der Freiheit. Live Multivision Fotoreportage. Stadtsaal Wil, 17 Uhr Essen im Frauen-Café. Anschliessend Info und Diskussion. Infoladen Rabia Winterthur, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Fliessende Welt. Verborgene Schönheit. Schätze aus Japan. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Claudia Desgranges – Update. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr Courting Aporia. Alte Fabrik Rapperswil, 14 Uhr Georg Wick. Kulturtreff Rotfarb Uznach, 15 Uhr Contact 3rd. Vernissage. Neuwiesenhof Winterthur, 16 Uhr

Mo 13. KONZERT

Ad Hoc & Perfect Disaster Boy. Homecoming Concert. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM Polar. Folk/Pop von der anderen Seite des Röschtigrabens. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Slivovitz Popova Soundsystem & Djane Amrit. Balkan Beats, Gypsy Grooves & Russendisko. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr BandXost. Nachwuchsfestival. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr Dubioza Kolektiv. Reggae & Ska aus Bosnien-Herzegowina. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr Missue. Electronic. Palace St.Gallen, 22 Uhr

BÜHNE

NACHTLEBEN

Who is Huber? Familienkonzert für Kinder ab fünf Jahren. Spielboden Dornbirn, 15 Uhr

10 Years Aykaïsm. Breaks, Turntablism, Bass Driven Club Music. Napoleonmuseum Salenstein, 22 Uhr Bravo Hits Party. 90s Sound. Kammgarn Schaffhausen, 22 Uhr

FILM

The Wind Rises (Kaze tachinu). Das letzte Werk des grossen Anime-Meisters Hayao Miyazaki. Kinok St.Gallen, 16 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Can a Song Save Your Life. Regie: John Carney. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Buster Keaton’s «Sherlock Jr.». Live vertont von Hermes Baby. Treppenhaus Rorschach, 20:30 Uhr Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

Regula Esposito (ehemals Acapickels). Hellness. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Superego 2. Einmal ich, bitte. Theater 111 St.Gallen, 20 Uhr Nachtzug Schauspiel. Schwester von – Die Geschiche einer Vergessenen. Lokremise St.Gallen, 21 Uhr

KINDER

AUSSTELLUNG

Georg Wick. Kulturtreff Rotfarb Uznach, 15 Uhr

So 12. KONZERT

Barth / Roemer. Groove Chanson. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr

FILM

Das grosse Museum. Humorvollintimer Einblick ins Kunsthistorische Museum Wien. Kinok St.Gallen, 11 Uhr The Wind Rises (Kaze tachinu). Das letzte Werk des grossen Anime-Meisters Hayao Miyazaki. Kinok St.Gallen, 13 Uhr

L’abri. Fernand Melgars neuer Film («La Forteresse», «Vol spécial») Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Matrimonio all'italiano. Sophia Loren und Marcello Mastroianni als Liebespaar. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Yalom’s Cure. Regie: Sabine Gisiger. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Die Moskauer Prozesse. Putin gegen Pussy Riot im neuen Film von Milo Rau. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr In the Cut. Aus einem stumpfen Leben ins Fegefeuer des Verbrechens. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr

BÜHNE

Die Entführung aus dem Serail. Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 18 Uhr

LITERATUR

Wie wenn. Sonntag der Parabeln. Bildungshaus Batschuns Zwischenwasser, 10:15 Uhr 26. Lesebühne Tatwort. Mit der Münchner Slamlegende Jaromir Konecny. Baracca Bar St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Matinée Carmen. Einführung in die Oper von Georges Bizet. Theater St.Gallen, 11 Uhr

11.–15.10.

Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 18 Uhr Class Enemy. Schlagabtausch im Klassenzimmer. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Design. Vom GestaltungsProzess zum Lebens-Entwurf. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Vermessung der Erde – Erfassung der Welt. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr

DIVERSES

Offene Vollversammlung. Für alle die den Infoladen nutzen wollen. Infoladen Rabia Winterthur, 18:30 Uhr

Di 14. KONZERT

Erika Stucky – Spidergirl. Erika Stucky ist die Spinnen-Heldin. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN Disasterbar. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Der Koch. Regie: Ralf Huettner. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Cinema Italiano. Reality – Matteo Garrone. Filmfoyer, Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

Viaggio in Italia. Roberto Rossellinis Meisterwerk mit Ingrid Bergman. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Maria Neuschmid – Die Kur. Kabarett. Bühne Marbach, 20:15 Uhr

LITERATUR

Simone Lappert – Wurfschatten. Die Autorin liest aus ihrem Debüt-Roman. Raum für Literatur St.Gallen, 19:30 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Literatur. Italienisch: 2 Grand Tour e l’Italia. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Eric J. Hobsbawm: «Die Künste 1914 – 45». Wozu Kultur? Palace St.Gallen, 20:15 Uhr

Mi 15. KONZERT

Revolverheld. Support: The Jog Foggers. Kammgarn Schaffhausen, 19:30 Uhr Session-Room. Anstatt «Guitar Hero» zu Hause spielen. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Christoph & Lollo. Das ist Rock’n’Roll. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Minot. Instrumental Math Rock aus den USA. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

Strictly Vinyl Jazz. Mit Richard Véron aka Jazzy. Stickerei St.Gallen, 20:30 Uhr Film Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 15 Uhr L’abri. Fernand Melgars neuer Film («La Forteresse», «Vol spécial») Kinok St.Gallen, 18 Uhr Sleepless in New York. Christian Frei porträtiert New Yorker mit Liebeskummer. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Hanspeter Müller-Drossaart. Himmelhoch. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Maria Neuschmid – Die Kur. Kabarett. Bühne Marbach, 20:15 Uhr

LITERATUR

Gefährtin eines Sommers. Liebesgeschichten einer 14-Jährigen. Kurhaus Oberwaid St.Gallen, 17 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Das Baltikum in Geschichte und Gegenwart. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Chinas neue Superstädte: Eine kulturelle Reise. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr


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Get up and Boogie. Funk, HipHop, Dancehall, R’n’B, Disco. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr

FILM

Saiten 10/2014

Klangerlebnis im Reservoir

«iFach Zucco»

Musik und Videokunst in Balgach Das Wasserwerk der Gemeinden Au, Balgach, Rebstein und Widnau feiert sein 60-Jähriges: Im Reservoir Hümpeler in Balgach bieten internationale Musiker um den Dirigenten Alain Wozniak ein aussergewöhnliches Klangerlebnis. Sie nutzen die Dreidimensionalität des Reservoirs, bewegen sich im Raum und überlagern mit ihren Instrumenten einen Soundtrack aus Tropfen, Flussläufen und Wolkenbrüchen. Die amerikanische Videokünstlerin Felicia Glidden projiziert dazu Wasser- und Himmelvideos an die Betonwände. Samstag, 18. Oktober, 16 Uhr, Reservoir Hümpeler, Balgach abrw.ch

KINDER

Erlebnismorgen für Primarschüler. Ferienspass. Kantonsbibliothek Thurgau Frauenfeld, 08:30 Uhr

DIVERSES

In Trance. Befreiender Dialog aus Klang und Bewegung. Alte Kaserne Winterthur, 19:45 Uhr

AUSSTELLUNG

Handstickstobede. Der Stickerin bei der Arbeit zuschauen. Museum Appenzell, 14 Uhr Roman Signer. Buchvernissage mit Künstlergespräch. Kunstmuseum St.Gallen St.Gallen, 18:30 Uhr Sexperten – Flotte Bienen und tolle Hechte. Vortrag von Christian Willisch über den Steinbock. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr St Panmuphle, huissier. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr Contact 3rd. Führung. Neuwiesenhof Winterthur, 19:30 Uhr

Do 16. KONZERT

Konzertante Appenzeller Musik. Mit dem Quartett Laseyer. Kleiner Ratsaal Appenzell, 18:30 Uhr Sonic Syndicate. Diabolic Tour of Art: Metal aus Schweden. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 20 Uhr

Über Gutes sprechen Claudio Zuccolini wie der Zuccolini, einfach Zucco. Oder besser: iFach Zucco. Mit seiner letzten Show hat er sein Publikum reich und erfolgreich gemacht. Doch nun geht er einen Schritt weiter und zeigt auf, dass Erfolg und viel Geld viele Nachteile hat. Er beschäftigt sich mit überflüssigem Luxus und schwört auf die Bescheidenheit. Er sinniert über E-Bikes, Liebe, Gesundheit und Genuss, erzählt von seinem unermüdlichen Einsatz für die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Ganz nach dem Motto: Tue Gutes und sprich darüber! Samstag, 18. Oktober, 20.15 Uhr, Altes Kino Mels alteskino.ch

Funky Staff. Erdig, jazzig, soulig, groovig. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Simon Spiess Trio. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr David Rhodes. Peter Gabriel’s guitarist of choice. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr MusicConnects – 2. Musikalische Begegnungen. Weltklassesängerinnen und -sänger. Grand Hotels Resort Bad Ragaz, 20:30 Uhr The Green Socks. Irish Folk. Krug – Die Quartierbeiz St.Gallen, 20:30 Uhr Christoph & Lollo. Das ist Rock’n’Roll. Palace St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Badewanne. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Roots Rock Caravan. Offbeat zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr

FILM

Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Sleepless in New York. Christian Frei porträtiert New Yorker mit Liebeskummer. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BewusstseinsErheiterung Benesch & Furrer im Keller zur Rose Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? War ich schon mal da? Und wenn ja, als was? Voller Selbstironie und mit einer übersinnlichen Portion an Witz und Humor beleuchtet das Comedy-Duo Benesch & Furrer die Wege und Irrwege der Selbstfindungs-Euphorie. Frech und intelligent eröffnen Gabriela Benesch und Erich Furrer im Programm «Hilfe, wir sind erleuchtet!» Perspektiven zur Bewältigung des alltäglichen Wahnsinns und geben praktische Tipps zur Bewusstseins-Erheiterung. 16. bis 19. und 21. bis 25. Oktober, 20 Uhr, 26. Oktober 11 Uhr Keller der Rose St.Gallen hilfe-erleuchtet.com

Sleepless in New York. Christian Frei porträtiert New Yorker mit Liebeskummer. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr L’abri. Fernand Melgars neuer Film («La Forteresse», «Vol spécial») Kinok St.Gallen, 19 Uhr Service inbegriffe. Über die währschafte Beiz. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Der Besuch der alten Dame. Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Duo Luna-tic: Obladiblada – Ein Blinddate. 4 Hände, 2 Stimmen, 1 rollendes Klavier. Restaurant Traube Bräägg Bazenheid, 19:30 Uhr Hanspeter Müller-Drossaart. Himmelhoch. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Mittagsimpuls. Von Niklaus Knecht. Kathedrale St.Gallen, 12:15 Uhr

KINDER BÜHNE

Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Timo Wopp: Passion – die Show. Ein Jonglier-Kabarett. Tak Schaan, 20:09 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling. Moderation: Annette Hug. Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Literatur. Deutsch: Robert Walser – Einführung in Leben und Werk. Hauptpost St.Gallen, 18:15 Uhr Schottland – Ruf der Freiheit. Multivision-Fotoreportage von Gereon Roemer. Kreuz Kultur und Gastlichkeit Jona, 19:30 Uhr

KINDER

Gestalten mit Ton. Einen ganzen Tag lang tonen, engobieren, strukturieren. Mach!werk Winterthur, 09 Uhr

Fr 17. KONZERT

MusicConnects – 2. Musikalische Begegnungen. Weltklassesängerinnen und -sänger. Grand Hotels Resort Bad Ragaz, 17 Uhr und 20:30 Uhr 8 Bands x 15 Minuten. Von hier und da. Kammgarn Schaffhausen, 19 Uhr Alana Amram & The Rough Gems. Americana, Folk … Authentisch, klar, gradlinig und rauh. Stickerei St.Gallen, 20 Uhr Bettina Castaño. Mit WorldPercussionist Murat Coşkun. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Ivy Trio. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Excrementory Grindfuckers. Mit Support. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr Prop Dylan. HipHop aus Schweden. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr The Experimental Tropic Blues Band (B) & Total Heels (DK/ USA). Wild & Dirty Garage Rock’n’Roll mit Support. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Tomorrows Tulips. Sie sind eigens die Tulpen von Morgen. Treppenhaus Rorschach, 21:30 Uhr The Beauty of Gemina. Düstere Rockband aus CH. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr

15.–18.10.

Herbstschale. Schalen mit herbstlichem Dekor herstellen. Mach!werk Winterthur, 09 Uhr Familientöpfern. Zusammen werkeln macht am meisten Spass. Mach!werk Winterthur, 13:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Claudia Desgranges – Update. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 16 Uhr The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Vernissage. Kunsthalle St.Gallen, 18 Uhr Fotoaustellung «Mitgenommen». Vernissage mit Lesung von Guy Krneta. Freihandbibliothek St.Gallen, 19 Uhr

Sa 18. KONZERT

Klangerlebnis im Reservoir. Musiker um Alain Wozniak & Videokünstlerin Felicia Glidden. Reservoir Hümpeler Balgach, 10 Uhr MusicConnects – 2. Musikalische Begegnungen. Weltklassesängerinnen und -sänger. Grand Hotels Resort Bad Ragaz, 11 Uhr und 18 Uhr Bauch Beine Po. Liederabend von Dietmar Loeffler. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Musikstadl. Rodenberghalle Schlattingen, 19 Uhr


73 Appenzeller-Balkanstobete. Appenzeller Echo mit Goran Kovacevic. Schloss Dottenwil Wittenbach, 20 Uhr Benefizkonzert Musica Luminosa. Werke von F. Carulli, A. Vivaldi, L.v. Beethoven, uvm. Evang. Kirche Ennetbühl, 20 Uhr Cold Colors (Bordeaux). Raw Analog Electronics. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Nadia e Rodolfo. Musica popular brasiliera. Tankstell-Bar St.Gallen, 20 Uhr Rebecca Bakken singt Tom Waits. Die norwegische Jazzsängerin. Kulturhaus Dornbirn, 20 Uhr 4some Blues. Spezialkonzert. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Blitzmash. Amsterdamer Klezmerband. Rössli Mogelsberg, 20:15 Uhr Der eindimensionale Mensch wird 50. Rebellion jetzt! Palace St.Gallen, 21 Uhr Endlich Saufen. Radio Rasa wird 16: Indie, Rock’n’Roll. TapTab Schaffhausen, 21:30 Uhr Fear of Men. Weicher Frauengesang über zarten E-Gitarrenmelodien. Treppenhaus Rorschach, 22 Uhr Kadebostany. Orchestraler Electro-Pop. Kammgarn Schaffhausen, 22 Uhr

Thomas Kreimeyer: Steh-GreifKabarett. Vom Lustspiel über’s Drama bis zum Kabarett. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr Bonjour Haiti. Stück von Denis Naye und Prisca Pfister. Tak Schaan, 20:09 Uhr iFach Zucco. Kabarett. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr

KINDER

Das Kroko dicke Dil. Puppentheater mit Musik. Spielboden Dornbirn, 15 Uhr

DIVERSES

24 Stunden Comics 2014. In 24 Stunden einen 24-seitigen Comic zeichnen. Alte Kaserne Winterthur, 12 Uhr

AUSSTELLUNG

The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Workshop mit Heath Bunting. Kunsthalle St.Gallen, 14 Uhr Contact 3rd. Führung. Neuwiesenhof Winterthur, 15 Uhr The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Artist-Talk mit H. Bunting, E. & F. Mattes. Kunsthalle St.Gallen, 18 Uhr

So 19.

Saiten 10/2014

NACHTLEBEN

Deepvibes feat. Klangtherapeuten. Support: Brothers f.o. Mothers, Ploonz, Sandro De Marco. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr GdL Bad Taste Party. Das Auge isst mit! Gare de Lion Wil, 22 Uhr

FILM

Class Enemy. Schlagabtausch im Klassenzimmer. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Das grosse Museum. Humorvollintimer Einblick ins Kunsthistorische Museum Wien. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Finding Vivian Maier. Regie: John Maloof, Charlie Siskel. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Der Kreis. Regie: Stefan Haupt. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr The Wind Rises (Kaze tachinu). Das letzte Werk des grossen Anime-Meisters Hayao Miyazaki. Kinok St.Gallen, 21:15 Uhr

BÜHNE

Grimm & Co.: Tischlein deck dich. Erzähltheater frei nach den Bürdern Grimm. Tak Schaan, 16 Uhr Carmen. Oper von Georges Bizet. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Chippendales: Forever Sexy. Die wohl bekannteste männliche Truppe. Festhalle Rüegerholz Frauenfeld, 20 Uhr Hanspeter Müller-Drossaart. Himmelhoch. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Les Violons Barbares. Walzehuser Bühni. Mehrzweckhalle Walzenhausen, 20 Uhr Nur Gutes. Ein KammerspielKrimi. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr

KONZERT

Eva Maria Hux & Daniela Timokhine. Kammermusik. Kloster Fischingen, 16 Uhr Andreas Aeschlimann singt Mani Matter. Mit Überraschungsgästen aus der Chorszene. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 17 Uhr Benefizkonzert Musica Luminosa. Ina Hofmann und Stefan Hug. Schloss Rapperswil Rapperswil, 17 Uhr Bauch Beine Po. Liederabend von Dietmar Loeffler. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Biber Herrmann. Herbst Blues in der Stuhlfabrik. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 18 Uhr Inea. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr Nomadton – Basecamp 2. Sven Bösiger und Patrick Kessler. Palace St.Gallen, 19:30 Uhr

FILM

Sleepless in New York. Christian Frei porträtiert New Yorker mit Liebeskummer. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 15 Uhr Dreaming by Numbers. Die Macht der Zahlen – Lottospielen in Neapel. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Fading Gigolo. Regie: John Turturro. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr

La vie d’Adèle. Regie: Abdellatif Kechiche. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr

BÜHNE

Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Kings and Queens of Blues and Souls. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr

Rigolo Swiss Nouveau Cirque. Wings in my heart. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 18 Uhr Der Besuch der alten Dame. Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

VORTRAG

NACHTLEBEN

Matinée «X=Hase». Einführung in das Tanzstück von Beate Vollack. Lokremise St.Gallen, 11 Uhr

KINDER

Fliessende Welt. Verborgene Schönheit. Schätze aus Japan. Familienführung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Tinkerbell und die Piratenfee. Trickfilm. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

DIVERSES

24 Stunden Comics 2014. In 24 Stunden einen 24-seitigen Comic zeichnen. Alte Kaserne Winterthur, 09 Uhr Herbstbrunch. Kulinarisches. Treppenhaus Rorschach, 10 Uhr

AUSSTELLUNG

Sexperten – Flotte Bienen und tolle Hechte. Führung. Naturmuseum St.Gallen, 10:15 Uhr Jukebox. Jewkbox! Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl. Vernissage. Jüdisches Museum Hohenems, 11 Uhr Tinissima – Tina Modotti (1896–1942). Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Courting Aporia. Alte Fabrik Rapperswil, 14 Uhr Contact 3rd. Künstlergespräch. Neuwiesenhof Winterthur, 18 Uhr

Art Brut – Japan – Schweiz. Vortrag von Monika Jagfeld. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr

Di 21. DJ Goodbye Shellack. Fine Tunes from Rock’n’Roll to Indie. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr On The Way To School. Regie: Pascal Plisson. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Die Moskauer Prozesse. Putin gegen Pussy Riot im neuen Film von Milo Rau. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Schnupfen im Kopf. Gemma Bak geht ihrer psychotischen Krankheit nach. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Finding Vivian Maier. Regie: John Maloof, Charlie Siskel. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Cinema Italiano. L’Intervallo von Leonardo di Costanzo. Filmfoyer, Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

BÜHNE

Grimm & Co.: Tischlein deck dich. Erzähltheater frei nach den Bürdern Grimm. Tak Schaan, 10 Uhr Die Entführung aus dem Serail. Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Martin Kohlstedt. Filmhaftes Schauspiel mit Piano. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

DIVERSES

KONZERT

Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Das grosse Museum. Humorvollintimer Einblick ins Kunsthistorische Museum Wien. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Ödipus Stadt. Schauspiel nach Sophokles, Euripides und Aischylos. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Silvia Tschui. Jakobs Ross. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Heimatschutz – Wie öffentlich ist der Rote Platz? Rundgang durch die Stadtlounge. Roter Platz St. Gallen, 18 Uhr

18.–22.10.

FILM

Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr The Wind Rises (Kaze tachinu). Das letzte Werk des grossen Anime-Meisters Hayao Miyazaki. Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr Von Störschuhmachern und Beckibuetzern. Filmvorführung. Appenzeller VolkskundeMuseum Stein, 19:30 Uhr Carl Lutz – Der vergessene Held. Carl Lutz rettete Zehntausende Juden vor dem sicheren Tod. Kinok St.Gallen, 20 Uhr The Broken Circle Breakdown. Wunderbare, höchst tragische Liebesgeschichte. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

FILM

Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Russlands Aussenpolitik. Eine neo-imperiale Macht in Europa. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Literatur. Italienisch: 2 Grand Tour e l’Italia. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Herbert Marcuse, «Über den affirmativen Charakter der Kultur». Mit Rolf Bossart. Palace St.Gallen, 20:15 Uhr

Mo 20.

Brns (BEL). Rock, Indie, Alternative. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Bullaugenkonzert #43. Prader & Knecht. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Dresdner Sinfoniker. Dede Korkut. Vaduzer-Saal, 20 Uhr Ghosts & Guests. Bettina Klöti & Vera Kappeler. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Let’s stick together. Mit Nathalie Sika Maerten und Band. Stickerei St.Gallen, 20:30 Uhr Will Calhoun Quartett. Jazz. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr To Rococo Rot. Post-Rock. Palace St.Gallen, 21:30 Uhr

Kulturpreis der Stadt Amriswil. Kulturforum Amriswil, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Führung. Kunsthalle St.Gallen, 18 Uhr

Mi 22. KONZERT

Bauch Beine Po. Liederabend von Dietmar Loeffler. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr

Ödipus Stadt. Schauspiel nach Sophokles, Euripides und Aischylos. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Edelmais: Gymi5 – Klassezämekunft. Kabarett. Pentorama Amriswil, 20 Uhr Ménage à trois. Blaubart kauft Gift. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Servietten und anderes. Gedichte von Anita Leuthold, Rehetobel. Kurhaus Oberwaid St.Gallen, 19:30 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Das Werden der modernen Schweiz – 2. Teil: 1919 bis 2000. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Das Baltikum in Geschichte und Gegenwart. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Architektur im Film – die Fortsetzung. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Chinas neue Superstädte: Eine kulturelle Reise. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Erkenne dich selbst. Vortrag von Marcus Schneider. Oberstufenzentrum Reutenen Frauenfeld, 19:30 Uhr

KINDER

Back to the Fifties – Zurück in die Zeit, als die Grosseltern jung waren. Museum für Kinder. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr


74

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Räume öffnen im Palace

Das Traumfresserchen. Kinderstück nach Michael Ende. Theater St.Gallen, 14 Uhr Kasperlitheater. Für Kinder ab ca. 3 Jahren. Thurdruck Frauenfeld, 14 Uhr Zauberlaterne. Filmclub. Alte Kaserne Winterthur, 14 Uhr Emil und die Detektive. Eigenproduktion nach Erich Kästner. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Zauberlaterne. Filmclub. Alte Kaserne Winterthur, 16 Uhr

DIVERSES

Geschichten von Juden in St.Gallen. Stadtwanderung mit Walter Frei und Charlie Wenk. Bahnhof St.Gallen, 18 Uhr

AUSSTELLUNG

Elementare Malerei. Einführung für Lehrpersonen. Kunstmuseum St.Gallen, 17:30 Uhr St Homais d’Aquin, prudhomme. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr Contact 3rd. Führung. Neuwiesenhof Winterthur, 19:30 Uhr Tröcklichrömer & Verkaufsberater. Filmvorführung. Appenzeller VolkskundeMuseum Stein, 19:30 Uhr

Artevent Bischofszell

Signer, Mitsutek, Anpan & DimSum Am 24. Oktober öffnet das Kunstmuseum St.Gallen wieder seine Tore für Nachtschwärmer. Neben Kurzführungen durch die Ausstellung von Roman Signer legen die DJs Anpan & DimSum und Mitsutek ihre Sets auf. Zusätzlich erkunden wir im Stadtraum drei Werke des Künstlers: die Tropfeninstallation (1997) im Union-Gebäude, den Wasserturm (1987) im Grabenpark und die Installation an der Steinach (1998) bei der Mühleggbahn. Freitag, 24. Oktober, ab 20 Uhr, Kunstmuseum St.Gallen kunstmuseumsg.ch

«durch Sicht» Tanz- und Musikperformance, Rauminstallationen (Beatrice Im Obersteg & Markus Lauterburg), Keramik (Christine Hochstrasser), Glasskulpturen (Hans-Jörg Hemmi) und Lyrik (Dorothea Hochstrasser) sind die unterschiedlichen Zugänge, die sich am Artevent begegnen. Als gemeinsames Leitmotiv dient das Thema «durch Sicht». Es setzt sich mit unterschiedlichen Facetten der Körperlichkeit, Transparenz, Sinnlichkeit und Verletzbarkeit auseinander. Danach ist die Ausstellung noch bis am 2. November zu sehen. Vernissage: 24. Oktober, 20 Uhr, Sittermühle Bischofszell sittermuehle.ch

Rock’n’Roll & Cha-Cha-Cha Giorgio Conte im Chössi Theater Wie sein älterer Bruder Paolo vollzog auch Giorgio Conte im reifen Alter einen Wechsel von der Jurisprudenz zur Musik. Ganz unerwartet kam dieser allerdings nicht. Wie Paolo wurde auch Giorgio Conte früh vom Jazz- und Canzoni-Virus infiziert. Zuerst als Schlagzeuger, dann als Gitarrist sammelte er wichtige musikalische Erfahrungen und quasi nebenbei komponierte er Lieder, die Eingang in das Repertoire von Berühmtheiten wie Milva oder Adriano Celentano fanden. Samstag, 25. Oktober, 20.15 Uhr, Chössi Theater, Lichtensteig choessi.ch Saiten 10/2014

To Rococo Rot Rokoko sei ein Ornamentmotiv, das sich durch Asymmetrie und Auflösung fester Vorbilder unterscheide. Diese Beschreibung passt auch zum Sound der drei Berliner. To Rococo Rot bringen haarscharf am Post-Rock vorbeifedernde Musik auf die Bühne, die sich auch immer am Post-Punk orientiert hat. Es ist darum wenig erstaunlich, dass auf dem letzten Album Arto Lindsay mit Stimme und Gitarre zu hören ist und auch auf ihrem neuen Album «Instrument» treiben To Rococo Rot den Sound beschwingt vorwärts und öffnen die Räume. Mittwoch, 22. Oktober, 20 Uhr, Palace St.Gallen palace.sg

Nachtschicht #10

Do 23. KONZERT

Jazz Bar. Jazzy Stuff in Concert. TapTab Schaffhausen, 20 Uhr Pippo Pollina. Lyrische Balladen und poetische Protestlieder. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Deathrope. Sound des harten ungerechten Wilden Westens. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Wayne’s World – Wayne Shorter-Tribute. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Screaming Headless Torsos. Mit neuem Album. Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

Goldoni. Deep Dub Disco. Kraftfeld Winterthur, 20:30 Uhr Roots Rock Caravan. Offbeat zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr

FILM

Sleepless in New York. Christian Frei porträtiert New Yorker mit Liebeskummer. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Cure – The Life of Another. Der neue Film von Andrea Staka («Das Fräulein»). Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Real Rock Film Tour. Die Besten Kletter- und Bergsteigerfilme. Römertor Winterthur, 19:30 Uhr Die Weber. Stummfilm mit Live-Vertonung. Kino Kiwi Schaffhausen, 20 Uhr

BÜHNE

Altweibersommer. Ein wehmütig, heiteres Stück. Café Schnell Rorschach, 20 Uhr Nagelritz. Die Odyssee. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr Wegen grossen Erfolgs. Erfolg macht schön, sexy, reich – und kaputt. Tak Schaan, 20:09 Uhr Kultur- und Theatertage. Compagnia Due. Bühne Marbach, 20:15 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Das Baltikum in Geschichte und Gegenwart. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Literatur. Deutsch: Robert Walser – Einführung in Leben und Werk. Hauptpost St.Gallen, 18:15 Uhr Otto Bruderer – Leben und Werk. Mit Ivo Knill & Wolfgang Rothfahl. Mehrzweckgebäude Waldstatt, 19:30 Uhr

KINDER

Geschichtenzeit. Mit Marianne Wäspe. Freihandbibliothek St.Gallen, 14:15 Uhr

22.–24.10.

DIVERSES

Vadian und die Radikalität der Reformation in St.Gallen. Altstadt- Rundgang zusammen mit Theologe Charlie Wenk. Kirche St.Mangen St.Gallen, 15 Uhr

AUSSTELLUNG

Faszination Mikrokosmos. Mittagstreff mit Martin Oeggerli. Naturmuseum St.Gallen, 12:15 Uhr Sometimes In The Twilight I See Tiny Things. Vernissage. Nextex St.Gallen, 19 Uhr Tinissima – Tina Modotti (1896–1942). Vortrag mit Marina Schütz. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 20 Uhr

Fr 24. KONZERT

Bridge Blast – Metalfestival. Lacrimas Profundere & Deadlock, uvm. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 18 Uhr Annakin. Support: Vom Stern. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Bliss – Die Premiere. A Cappella der Spitzenklasse. Fürstenlandsaal Gossau SG, 20 Uhr David Brühwiler Quintett. Jazz und Latin. Alte Fabrik Rapperswil, 20 Uhr DBC & Feedback Revival. Rock-Doppelkonzert. Gare de Lion Wil, 20 Uhr

Giorgio Conte mit Band. Sänger und Liedermacher aus Italien. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Heinz de Specht. Einfach komisch, mitreissend und ganz schön hintersinnig. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Klavierbar. Wir brauchen ein neues Klavier. Rab-Bar Trogen, 20 Uhr Chili con Cello. Gute Mischung Rock, Klassik & Comedy. Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr Janetts Jazzmusik-Baukasten. Mit dem gleichnamigen ersten Album im Gepäck. Kulturforum Amriswil, 20:15 Uhr Noflores. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Offene Session. Jazz & Blues. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 20:15 Uhr 5/8erl in Ehr’n. How do you do? Yes we does. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Bal Folk Tanzabend. Mit Eyrinn’s Tale. Alte Kaserne Winterthur, 20:30 Uhr Maxïmo Park. Support: His Clancyness. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr Harry Sokal & Johannes Ochsenbauer Trio. Some Of My Best Friends Are…Jazzclub Rorschach, 21 Uhr Stahlberger. Mundart-Pop. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr The Aggrolites. Support: The Beatdown. Kammgarn Schaffhausen, 21:30 Uhr


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Italo-amerikanische Canzoni

Saiten 10/2014

Portofino-Sommeri Die Lido Boys gehören auf das Tanzschiff im Film «Roman Holiday», in eine Strandbar in Portofino oder überall dorthin, wo Liebeserklärungen noch gesungen werden. Wenn sie nicht gerade Boccia spielen oder ein erfrischendes Bad nehmen, versüssen sie sich ihr Heimweh gerne mit ein paar romantischen Canzoni. Drei gestandene Musiker mit viel Erfahrung, auch an ihren Instrumenten, begleiten die schönste Stimme der Stadt mit italo-amerikanischen Liebesliedern. Samstag, 25. Oktober, 20.30 Uhr, Löwenarena Sommeri loewenarena.ch

NACHTLEBEN

DJ Fritz. Tanzmusik. Tankstell-Bar St.Gallen, 20 Uhr Roman Signer. Nachtschicht #10 – Bar und Sound. Kunstmuseum St.Gallen, 20 Uhr Let’s Dance. Tanzen Ü30. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Nachtflohmarkt. Mit DJ Clyde Mono. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr

FILM

Rain Man. Drama von Barry Levinson. Pro Senectute St.Gallen, 14 Uhr L’abri. Fernand Melgars neuer Film («La Forteresse», «Vol spécial»). Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Allein machen sie dich ein – Teil 7 & 8/8 (2010). Die Zürcher Häuserbewegung 1979-94. Infoladen Rabia Winterthur, 19:30 Uhr Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr L’Intrepido. Regie: Gianni Amelio. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Gomorra. Momentaufnahmen aus dem Alltag der neapolitanischen Camorra. Kinok St.Gallen, 21:15 Uhr

BÜHNE

Sunset Boulevard. Musical von Andrew Lloyd Webber. Theater Winterthur, 19:30 Uhr

Klingende Vernissage Songs Of The Plants Die organischen Bilder der gebürtigen Argentinierin Mirtha Monge bilden den bildlichen Klangraum für ein seltenes, musikalisches Erlebnis: eine Begegnung mit traditionellem Liedgut des Amazonasgebietes, vorgetragen vom Schamanen Yerpun Solar, der Sängerin Ruth Untoria und dem Gitarristen Miguel Guldimann. «Songs of the plants» heisst dieses jüngste Projekt des Musikers – auf seiner 10-saitigen Gitarre umspielt er Solars und Untorias schamanische Gesänge, die den Pflanzen gewidmet sind. Sonntag, 26. Oktober, 16 und 17 Uhr, Schloss Wartegg, Rorschacherberg wartegg.ch

Altweibersommer. Ein wehmütig, heiteres Stück. Café Schnell Rorschach, 20 Uhr Damen-Duo: Edle Schnittchen – Herzrasen. Kabarettistischer Tanz & Chanson. 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr Eine heitere Geschichtsstunde. Woher stammt der Appenzellerkäse? Gern Beizli Bühler, 20 Uhr Eröffnung Gertrud. Eigenproduktion für Erwachsene. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr Ménage à trois. Blaubart kauft Gift. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr X=Hase. Tanzstück von Beate Vollack. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Experiment. Führung mit Hildegard Aepli. Kathedrale St.Gallen, 21 Uhr

DIVERSES

Italienisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Mathieu Mercier – Everything But The Kitchen Sink. Kunst über Mittag. Kunstzone Lokremise St.Gallen, 12:30 Uhr Claudia Desgranges – Update. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Profile und Gesichter. Ausstellung Otto Bruderer. Otto-Bruderer-Haus Waldstatt, 14 Uhr Contact 3rd. Finissage. Neuwiesenhof Winterthur, 19 Uhr

Sa 25. KONZERT

Bridge Blast – Metalfestival. Lacrimas Profundere & Deadlock, uvm. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 18 Uhr Nina Dimitri und Silvana Gargiulo. Fulminante musikkabarettistisches Feuerwerk. Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr Orgelherbst. Mit Johann Simon Kreuzpointer und Wilfrid Stillhard. Kirche St.Maria Neudorf St.Gallen, 19:15 Uhr Dani Felber Big-Band Explosion. Dieser Name steht für Qualität. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Bandfinale. Jugendkulturpreis Frauenfeld. Kaff-Kulturlokal Linde Frauenfeld, 20 Uhr Lido Boys. Löwenarena Sommeri, 20 Uhr Werner Aeschbacher. X Solo. Linde Heiden, 20 Uhr The Rapparees. Irish-Folk. Tak Schaan, 20:09 Uhr Chili con Cello. Gute Mischung Rock, Klassik & Comedy. Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr

24.–26.10.

Giorgio Conte. Rock’n’Roll & Cha-Cha-Cha. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Herr Bitter. Support: Batman. Fabriggli Buchs, 20:30 Uhr James Gruntz. Support: Damian Lynn. Eintracht Kirchberg, 21 Uhr Painhead & The Kiss’n’Kills. Und die Lokalmatadore wollen’s wieder wissen. Treppenhaus Rorschach, 21 Uhr Pippo Pollina & Palermo Acoustic Quartet. Alles echt Pollina. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Crispe Dee & CR7Z. HipHop aus der CH und D. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Fillet of Soul. Raw Soul & Funk Music. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Nogohome vs. Beatnik. Deep – Tech – House. Tankstell-Bar St.Gallen, 20 Uhr Tanzfrei. Freies Tanzen. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Tanzabend mit Anstand und Stil. DJs Audino, Nicola Kazimir, Barbir, Louh. TapTab Schaffhausen, 21:30 Uhr Angerfist (NL). Hardcore, Frenchcore. Kugl St.Gallen, 22 Uhr M.F.A.E. Electronic. Gare de Lion Wil, 22 Uhr Rap History 2006. Palace St.Gallen, 22 Uhr

FILM

Carl Lutz – Der vergessene Held. Carl Lutz rettete Zehntausende Juden vor dem sicheren Tod. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Can a Song Save Your Life. Regie: John Carney. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Real Rock Film Tour. Die Besten Kletter- und Bergsteigerfilme. Kletterhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Matrimonio all'italiano. Sophia Loren und Marcello Mastroianni als Liebespaar. Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr Service inbegriffe. Über die währschafte Beiz. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Cure – The Life of Another. Der neue Film von Andrea Staka («Das Fräulein»). Kinok St.Gallen, 21:45 Uhr

BÜHNE

Tanz der Tiere. Cinevox & Sinfonietta. Stadttheater Schaffhausen, 14 und 17 Uhr Carmen. Oper von Georges Bizet. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Altweibersommer. Ein wehmütig, heiteres Stück. Café Schnell Rorschach, 20 Uhr Katja Baumann: Im Bett mit Sisyphos. Mehr als nur Bettgeschichten. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Ménage à trois. Blaubart kauft Gift. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Keller der Rose, St.Gallen, 20 Uhr Die Zöllner. Urkomisches Theaterstück; Cie i tre secondi. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr

Schönmatt. Gespielt von Schön & gut. Asselkeller Schönengrund, 20:15 Uhr

LITERATUR

Hans Büchler. Der Alpstein – Natur und Kultur im Säntisgebiet. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 19:30 Uhr

VORTRAG

Wirtschaft ohne Wachstumszwang. Mit Niko Paech. Alte Kaserne Winterthur, 14 Uhr

KINDER

Buchstart. Reim und Spiel mit Marianne Wäspe. Freihandbibliothek St.Gallen, 09:30 Uhr und 10:30 Uhr Geschichtenkoffer für Gross und Klein. Corinne Jäggi und Tanja Stauffer. Kantonsbibliothek Thurgau Frauenfeld, 10 Uhr Gofekurs 3. Theater spielen, Theater erleben. Chössi-Theater Lichtensteig, 11 Uhr Arabische Erzählstunde. Mit Selma Mechergui. Freihandbibliothek St.Gallen, 13 Uhr Das Traumfresserchen. Kinderstück nach Michael Ende. Theater St.Gallen, 14 Uhr Faszination Archäologie. Kinderclub – Bastelplausch. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Emil und die Detektive. Eigenproduktion nach Erich Kästner. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Das rote Nashorn. Solo von und mit Hansueli Trüb. Theater 111 St.Gallen, 15 Uhr Kasperletheater. Neue Abenteuer. Spielboden Dornbirn, 15 Uhr Die Brunnenhexe. Nach einem Volksmärchen aus Kasachstan. Puppentheater Marottino Arbon, 16 Uhr

DIVERSES

Romania Cantat. Probeweekend. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 10 Uhr Jassturnier. Gejasst wird Schieber. Restaurant Frohsinn Weinfelden, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Profile und Gesichter. Ausstellung Otto Bruderer. OttoBruderer-Haus Waldstatt, 14 Uhr Best of 24 Stunden Comics. Vernissage. Alte Kaserne Winterthur, 17 Uhr Josy Murer – Bilder. Schloss Dottenwil Wittenbach, 17 Uhr Rheintaler Kulturnacht. Künstler aus verschiedenen Genres. Kantonsschule Heerbrugg, 17 Uhr

So 26. KONZERT

Kantonaler Singtag 2014. Lokremise St.Gallen, 13:15 Uhr Songs Of The Plants Schamanische Gesänge. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 16 und 17 Uhr Kammerkonzert. Duo Timokhine-Mueller, Horn und Klavier. Kirchgemeindehaus Amriswil, 17 Uhr Konzerthut - Hutkonzert. Trio Sorelle mit Nadja Abgottspon. Kulturforum Amriswil, 17 Uhr


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Das andere Buch an der Uni

Im Oktober 2014 jährt sich zum 30. Mal der Todestag von Henri Michaux. Dies nimmt das neue Team von Noisma, bestehend aus Daniel Fuchs, Clemens Umbricht und Florian Vetsch, zum Anlass, in die 10. Saison zu starten und das literarische Schaffen dieses ausserordentlichen Künstlers zu feiern. Besonders zum Zug kommt dabei das Surreale und Absurde seines u. a. von Paul Celan übersetzten Werks – und nicht zuletzt seine MeskalinTagebücher, welche die SaitenRedaktorin Corinne Riedener vorstellen wird. Dienstag, 28. Oktober, 20 Uhr, Noisma im Kult-Bau St.Gallen kultbau.org

Thomas Glavinic: «Das grössere Wunder» Jonas nimmt an einer Expedition zum Mount Everest teil. Während des Aufstiegs hängt er seinen Erinnerungen nach: an die wilde Kindheit, das Schicksal seines Bruders, an seine Reisen und schliesslich an die magische Begegnung mit seiner grossen Liebe. Thomas Glavinics neuer Roman ist eine Expedition ins Ungewisse, ein unvergleichliches Buch, packend und verstörend zugleich, von einer leidenschaftlichen Energie und enormen Suggestivkraft. Und ein Buch der Liebe. (Bild: Ingo Pertramer) Donnerstag, 30. Oktober, 19.30 Uhr, Bibliothek der Universität St.Gallen unisg.ch

Saiten 10/2014

Zum 30. Todestag von Henri Michaux

Moldau – Böhmische Rhapsodie. Werke von Smetana, Martinu und Dvorak. Tonhalle St.Gallen, 17 Uhr Musik für Querflöte und Harfe. Pamela Stahel und Jasmine Vollmer. Evangelische Kirche Waldstatt, 17:15 Uhr Kammerchor Cantus. Ukrainische geistliche und weltliche Musik. Kirche Haldenbüel Gossau, 19 Uhr The Wisler Gang. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr Xeno & Oaklander. Minimalelektronisches Duo aus Brooklyn. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Andy Guhl und Femme (Arno Bruil & Fusiller). Ein Fest der Elektrizität für eine unerhört wilde Zukunft. Palace St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Schnupfen im Kopf. Gemma Bak geht ihrer psychotischen Krankheit nach. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Das grosse Museum. Humorvollintimer Einblick ins Kunsthistorische Museum Wien. Kinok St.Gallen, 16 Uhr Sleepless in New York. Christian Frei porträtiert New Yorker mit Liebeskummer. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Yalom’s Cure. Regie: Sabine Gisiger. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr

Bitter Moon. Randbereiche der Sexualität. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Cure – The Life of Another. Der neue Film von Andrea Staka («Das Fräulein»). Kinok St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

BÜHNE

KINDER

Hilfe, wir sind erleuchtet! Comedy-Duo Benesch & Furrer. Matinee, Keller der Rose, St.Gallen, 11 Uhr Tanz der Tiere. Cinevox & Sinfonietta. Stadttheater Schaffhausen, 14 Uhr Ode alla Vita. Schauspiel von Manuela Capece und Davide Doro. Tak Schaan, 16 Uhr X=Hase. Tanzstück von Beate Vollack. Lokremise St.Gallen, 17 Uhr KunstWerke: Performance. Nur mit mir allein zum Glück. Eisenwerk Frauenfeld, 18 Uhr Der Besuch der alten Dame. Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Andrea Schulthess und Katrin Bosshard. Lumpenhut. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr

LITERATUR

Kurt Tucholsky – Rheinsberg. Szenische Lesung mit Diana Dengler und Marcus Schäfer. Bibliothek Herisau, 11 Uhr Peter Eggenberger. Vo Wiertschafte ond Wiertshüüsler. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 15 Uhr

Flugzeuge, Bahnen, Kinderwagen – Das Filmarchiv Dornier/FFA-Altenrhein. Regula Zürcher kommentiert Schätze aus dem Staatsarchiv. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Die Bremer Stadtmusikanten. Schattentheater nach den Gebrüdern Grimm. Treppenhaus Rorschach, 10 Uhr Das rote Nashorn. Solo von und mit Hansueli Trüb. Theater 111 St.Gallen, 11 Uhr Die Brunnenhexe. Nach einem Volksmärchen aus Kasachstan. Puppentheater Marottino Arbon, 11 und 16 Uhr Gofekurs 3. Theater spielen, Theater erleben. Chössi-Theater Lichtensteig, 11 Uhr Emil und die Detektive. Eigenproduktion nach Erich Kästner. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Die Biene Maja. Trickfilm. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

DIVERSES

Romania Cantat. Probeweekend. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 10 Uhr Namibia – Traumhaftes Afrika. Live Multivision Fotoreportage. Stadtsaal Wil, 16 Uhr

AUSSTELLUNG

Faszination Mikrokosmos. Führung. Naturmuseum St.Gallen, 10:15 Uhr

26.–29.10.

Art Brut – Japan – Schweiz. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 11 Uhr Roman Signer. Führung. Kunstmuseum St.Gallen St.Gallen, 11 Uhr Urs Mauretter – Bilder. Vernissage. Bären Häggenschwil, 11 Uhr Barbara Stirnimann – Vernetzung. Finissage. Galerie im Bahnhof St.Gallen, 14 Uhr Courting Aporia. Alte Fabrik Rapperswil, 14 Uhr Neues aus den Ateliers II. Vernissage. Galerie Schönenberger Kirchberg, 14 Uhr Profile und Gesichter. Ausstellung Otto Bruderer. OttoBruderer-Haus Waldstatt, 14 Uhr Schönste Schweizer Bücher 2013. Vernissage. Sitterwerk St.Gallen, 14 Uhr Wie die Landschaft zu ihrem Namen kommt. Vernissage. Zeughaus Teufen, 14 Uhr

Mo 27. KONZERT

Andy Bilinski. Melancholy Folk aus den USA. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Le Havre. Präsentiert vom Cineclub St.Gallen. Grabenhalle St.Gallen, 18 Uhr Cure – The Life of Another. Der neue Film von Andrea Staka («Das Fräulein»). Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr L’abri. Fernand Melgars neuer Film («La Forteresse», «Vol spécial») Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr Le Havre. Präsentiert vom Cineclub St.Gallen. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Ode alla Vita. Schauspiel von Manuela Capece und Davide Doro. Tak Schaan, 10 Uhr Artus – Excalibur. Musical. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Zum Ausgang bitte. Jeder Abschied ist ein Neuanfang, jeder Absturz eine Chance. Tak Schaan, 20:09 Uhr

LITERATUR

Angelika Wessels. Einsatz im Alpstein. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 19:30 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Barockskulptur in Europa. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Kings and Queens of Blues and Souls. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr

Di 28. NACHTLEBEN

Editanstalt. Psycho Tropical Dreams by Furry Machines. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Dreaming by Numbers. Die Macht der Zahlen – Lottospielen in Neapel. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr The Hundred Foot Journey. Regie: Lasse Hallström. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Cinema Italiano. Tutti contro tutti. Filmfoyer, Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Der Besuch der alten Dame. Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

LITERATUR

Christine Fischer und Anita Leuthold. Els / Servietten. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 19:30 Uhr Gong bin ich – zum 30. Todestag von Henri Michaux. Special Guest: Corinne Riedener. Kult-Bau – Konkordiastrasse 27 St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Russlands Aussenpolitik. Eine neoimperiale Macht in Europa. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Literatur. Italienisch: 2 Grand Tour e l’Italia. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr

DIVERSES

Englisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr

Mi 29. KONZERT

Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Ben Becker & Giora Feidman. Hommage an Paul Celan / Lesung & Konzert. Kulturhaus Dornbirn, 20 Uhr


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Zoff@net. Ein Forumtheater zum Thema Cybermobbing. Theater Bilitz Weinfelden, 20:15 Uhr

LITERATUR

Projektion am Originaldrehort Peter Liechti war ein Grenzgänger zwischen Dokumentar-, Kunst und Essayfilm, der zeitlebens der Ostschweiz verbunden blieb. So auch in seinem einzigen Spielfilm «Marthas Garten». Nach langer Suche nach Drehorten in Osteuropa war er schliesslich in St.Gallen und Oberegg gelandet. «Es hat wohl seine Richtigkeit, dort zu suchen, wo man etwas verloren hat…», sagte er. Einige Schlüsselszenen wurden im damaligen Alpenhof gedreht, der Alpenhof erinnert sich an Peter Liechti (1951–2014). Freitag, 31. Oktober, 18.30 Uhr (Nachtessen), 20.30 Uhr (Film) Alpenhof Oberegg alpenhofalpenhof.ch

Getragenes für die Lebenden

Zwischensaft

Brahms in der Orgelfassung Johannes Brahms' «deutsches Requiem» zählt zu den grössten und aufwühlendsten Werken der Oratorienliteratur im 19. Jahrhundert. Nun wird dieses Werk des Romantikers in der Orgelfassung von Norris L. Stephens erstmals in der Schweiz aufgeführt. Sopranistin Kimberly Brockman und Bariton David Maze werden vom Collegium Vocale und Studierenden der Diözesanen Kirchenmusikschule (dkms) begleitet. An der Orgel ist Domorganist Willibald Guggenmos, die musikalische Leitung hat Domkapellmeister Hans Eberhard. Samstag, 1. November, 19.30 Uhr, Kathedrale St.Gallen dommusik-sg.ch

Joachim Rittmeyer in Herisau Der 62-jährige Kabarettist und Meister der Alltagskomik steht seit fast vierzig Jahren auf der Bühne. Zwischensaft ist Rittmeyers 19. Solostück und handelt von einem Treffen des «Interessenkreises für Sondierbohrungen im Alltag». Im Zentrum des skurrilen Mehrpersonen-Soloabends steht Theo Metzler. Unterstützt wird er von seinem Assistenten Hanspeter Brauchle und Jovan Nabo, einem Osteuropäer mit Hang zu sprachlichen Missverständnissen. Und dann ist da noch Paddy, der 20-jährige Experimentierfreak … Samstag, 1. November, 20.30 Uhr, Aula der Sekundarschule Ost, Herisau kulturisdorf.ch

VORTRAG

1944 Westalliierte Landungen in der Normandie und in St.Tropez. mit Divisionär a.D. Kurt Lipp. Stadthaus (Ortsbürgergemeinde) St.Gallen, 18 Uhr Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Männlichkeitsvorstellungen und Männerbilder heute. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Literatur. Deutsch: Robert Walser – Einführung in Leben und Werk. Hauptpost St.Gallen, 18:15 Uhr

KINDER

Spanische Erzählstunden. Mit Lourdes Tito de Cantwell. Freihandbibliothek St.Gallen, 17 Uhr

DIVERSES

Stadtgebet – Quelle der Kraft. Begegnung mit der eigenen Spiritualität. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr

AUSSTELLUNG Ratatouille. Ein Ohrenschmaus. Esse Musicbar Winterthur, 20 Uhr Jazz Now. Christoph Irniger Trio. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Strictly Vinyl Jazz. Kafi D und Urs Baumgartner. Stickerei St.Gallen, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

Joulangerie. Spiel mir das Lied vom Tonträger. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr

FILM

Carl Lutz – Der vergessene Held. Carl Lutz rettete Zehntausende Juden vor dem sicheren Tod. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Cure – The Life of Another. Der neue Film von Andrea Staka («Das Fräulein»). Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Phoenix. Christian Petzolds neuester Film mit Nina Hoss («Barbara»). Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Carmen. Oper von Georges Bizet. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Tanz der Tiere. Cinevox & Sinfonietta. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Altweibersommer. Ein wehmütig, heiteres Stück. Café Schnell Rorschach, 20 Uhr Matthias Peter spielt. Fontamara von Ignazio Silone. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

Die Ereignisse. Schauspiel von David Greig Tak Schaan, 20:09 Uhr

LITERATUR

Kurzgedichte in japanischer Art. Herbstgedichte von Magdalena Obergfell. Kurhaus Oberwaid St.Gallen, 17 Uhr Petra Ivanov. Hafturlaub. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 19:30 Uhr

VORTRAG

Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Architektur im Film – die Fortsetzung. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Gesellschaft. Das Werden der modernen Schweiz – 2. Teil: 1919 bis 2000. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Öffentliche Vorlesung: Kultur / Kunst / Musik. Chinas neue Superstädte: Eine kulturelle Reise. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr

KINDER

Buchstart. Mit Marianne Wäspe. Bibliothek der Kulturen Frauenfeld, 09:30 Uhr Das Traumfresserchen. Kinderstück nach Michael Ende. Theater St.Gallen, 14 Uhr Mathieu Mercier – Everything But The Kitchen Sink. Kinder Kunst Klub. Kunstzone Lokremise St.Gallen, 14 Uhr Emil und die Detektive. Eigenproduktion nach Erich Kästner. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

Märchenstunde in Mundart. Mit Karin Arter und Kathrin Raschle. Freihandbibliothek St.Gallen, 17 Uhr

Roots Rock Caravan. Offbeat zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Schnupfen im Kopf. Gemma Bak geht ihrer psychotischen Krankheit nach. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Cure – The Life of Another. Der neue Film von Andrea Staka («Das Fräulein»). Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Sleepless in New York. Christian Frei porträtiert New Yorker mit Liebeskummer. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

St Cl. Terrasse, musicien des Phynances. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 30. KONZERT

Sometimes In The Twilight I See Tiny Things, Blumen Touch. Geister-Konzert. Palace St.Gallen, 19 Uhr ArLoKi-Trio mit Michael Neff. Jazz. Bierhalle Balgach, 20 Uhr Lucien Dubuis Trio. Ein infernalischer Spass. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Hellmüller Risso Zanoli. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Kal (Serbien). Rock’n’Roma. Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

Gare Tango. Der beliebte Tanzabend mit DJ Patrick. Gare de Lion Wil, 19 Uhr Les Pedaleurs de Charme. Rhythm and Soul Delivery Services. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

29.–31.10.

FILM

BÜHNE

Artus – Excalibur. Musical. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Altweibersommer. Ein wehmütig, heiteres Stück. Café Schnell Rorschach, 20 Uhr Matthias Peter spielt. Fontamara von Ignazio Silone. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Nora & The Gang. Open-StageVeranstaltung. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Schön&gut: Schönmatt. Kabarett. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr Tivoli-Bar. Philosophieren, kapitulieren, brillieren. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr X=Hase. Tanzstück von Beate Vollack. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Die Ereignisse. Schauspiel von David Greig Tak Schaan, 20:09 Uhr

Sometimes In The Twilight I See Tiny Things. Liveübertragung vom Haunted Palace ins Nextex. Nextex St.Gallen, 19 Uhr Claudia Desgranges – Update. Vortrag von Karin Kuhn. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 19:30 Uhr The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Diskussion «Digitale Leibeigenschaften». Kunsthalle St.Gallen, 20 Uhr Tinissima – Tina Modotti (1896–1942). Vortrag mit Marina Widmer. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 20 Uhr

Fr 31. KONZERT

Duo Giocondo. Anrührendste Lieder und schönste Volksmelodien. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Camerata Zürich, Igor Karsko. Reise durch die Klänge des Nordens. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr Free Floating Elements. Ambient Triphop. Tankstell-Bar St.Gallen, 20 Uhr Oldtime Jazz am See. Jazzfestival in 7 Restaurants. Rorschach, 20 Uhr Buchers Organ Book. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Ashbury Road. Blues aus der Schweiz. Bluesclub Bühler, 20:30 Uhr

Saiten 10/2014

Marthas Garten

Das andere Buch an der Uni. Thomas Glavinic – Das grössere Wunder. Bibliothek Universität St.Gallen, 19:30 Uhr Janine Spirig. Asche und Blüten. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 19:30 Uhr Anna Stern. Lesung mit der Rorschacher Autorin. Treppenhaus Rorschach, 20 Uhr Jochen Kelter: Hier nicht wo alles herrscht. Moderation: Stefan Keller. Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr


79 Baby Jail. Tubel Rock. Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr Blueskonzert. Mit dem Richard Koechli Trio. Hof Weissbad, 21 Uhr Jazzbar. Stefanie Aouami & Fredy Schweizer. Rab-Bar Trogen, 21 Uhr Micromusic – low tech music for high tech people. 8-Bit Madness and 15 Years of Micro Music Love. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Rudi Berger and the Three World Band. Anniversary Tour, Jazz. Jazzhuus (Jazzclub) Lustenau, 21 Uhr The Faranas. Afrobeat aus Mali/ Bern. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Dance Free. Alkoholfreier Tanzraum, ohne Strassenschuhe. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Extrawelt. Techno. Kugl St.Gallen, 22 Uhr No Tears... for the Creatures of the Night. Tanzveranstaltungsreihe mit alten Perlen der Achtziger. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

Saiten 10/2014

FILM

Die geliebten Schwestern. Gefeiertes Drama: Friedrich Schiller zwischen zwei Frauen. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Carl Lutz – Der vergessene Held. Carl Lutz rettete Zehntausende Juden vor dem sicheren Tod. Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr Der Kreis. Regie: Stefan Haupt. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Marths Garten. Der Alpenhof erinnert sich an Peter Liechti. Alpenhof Oberegg, 18.30 Cure – The Life of Another. Der neue Film von Andrea Staka («Das Fräulein»). Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Die Entführung aus dem Serail. Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Anna und Willy. Schauspiel mit Gesang und Live-Musik. Theater 111 St.Gallen, 20 Uhr Clown Pic: Komische Knochen. Szenische Lesung. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Ferruccio Cainero. Cosmos. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Giuseppe und der Hubwagen. Visuelles Theater mit Christoph Staerkle. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Klima das Theater. Zähl die Schafe rückwärts. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Matthias Peter spielt. Fontamara von Ignazio Silone. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr TanzPlan Ost – Abendbühne Freitag. Mit fünf Kurzstücken. Phönix-Theater Steckborn, 20 Uhr Tiltanic (SG) vs. Planlos (BE). Theatersport. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr X=Hase. Tanzstück von Beate Vollack. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Humorhäppchen. Ein Humorist, zwei Clownfrauen und zwei Komikerinnen. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr

Mutter: Glück oder Mother’s Little Helper. Theater Topoï:Log. Alte Fabrik Rapperswil, 20:15 Uhr Tanz ist Homeland – Simon Mayer – SunBengSitting. Ein Stück zwischen Brauchtum und zeitgenössischem Tanz. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

LITERATUR

Täxtzit – Literaturabend. Mit der St.Gallerin Ruth Wahel Wili. Kulturhaus an der Bienenstrasse Chur, 18:30 Uhr Richard Schmid. Ruhn, abtreten. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 19:30 Uhr

VORTRAG

Kanada & Alaska. Mit Pferden durch die nordische Wildnis. Kreuz Kultur und Gastlichkeit Jona, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Claudia Desgranges – Update. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 16 Uhr

Kunst ALTE FABRIK. Klaus-Gebert-Strasse 5, Rapperswil SG, +41 55 225 74 74, alte-fabrik.ch Courting Aporia. In Courting Aporia präsentieren die Kurator Stipendiaten Fredi Fischli und Niels Olsen gemeinsam mit der jungen Kuratorin Lola Kramer eine Ausstellung über das zeitgenössische regionale Kunstschaffen. 07.09.2014 bis 26.10.2014 ALTE KASERNE. Technikumstrasse 8, Winterthur, +41 52 267 57 75, altekaserne.ch Best of 24 Stunden Comics. Ausstellung der besten Originalbilder, die am 24-StundenComics 2014 gezeichnet worden sind. 25.10.2014 bis 21.11.2014 Pop-ups – Zimmer frei! 8 künstlerische Installationen in der Winterthurer Altstadt stehen stellvertretend für die Vielfalt an soziokulturellen Angeboten in der Stadt Winterthur. 01.10.2014 bis 31.10.2014 Remy von Allmen – Neue Arbeiten. «Im letzten Jahr beschäftigte ich mich fast ausschliesslich mit Acrylmalerei in Spachteltechnik und erschloss mir dadurch neue Wege.» Remy von Allmen. 03.10.2014 bis 30.10.2014 ALTERSHEIM AM ROTBACH. Am Rotbach, Bühler, +41 71 791 06 06, Ölbilder, Aquarelle und Lithographien von Linda van Gelderen. 26.04.2014 bis 15.10.2014 ALTSTADT. Winterthur, Pop-Ups – Raus auf die Gasse!. Künstlerische Installationen im Stadtraum. 01.10.2014 bis 31.10.2014

ANGELIKA KAUFFMANN MU( SEUM. Brand 34, Schwarzenberg, +43 55 122 64 55, angelika-kauffmann.com Angelika Kauffmann. Blütezeit London. 01.05.2014 bis 26.10.2014 BÄREN HÄGGENSCHWIL. Unterdorf 5, Häggenschwil, +41 71 243 20 83, kulturimbaeren.ch Urs Mauretter – Bilder. Der ostschweizer Künstler fängt mit seinen neuen Werken Augenblicke ein. Mit seinem Schaffen möchte er den Moment mit starken Farben auf der Leinwand festhalten. 26.10.2014 bis 16.11.2014 BERGGASTHAUS KRONBERG. Gonten, +41 71 794 11 30, Christian Vetsch – Albert Enzler – Jürg Jenny. Kunstausstellung. 23.04.2014 bis 01.12.2014 CASINOTHEATER. Stadthausstrasse 119, Winterthur, +41 52 260 58 58, casinotheater.ch Designgut. Seit der ersten Durchführung sind wir beständig, bedächtig und behutsam gewachsen wie die meisten unserer Aussteller, die dem Slow Design verpflichtet sind ganz nach dem Motto «Klasse statt Masse». 31.10.2014 bis 02.11.2014 EISENWERK. Industriestrasse 23, Frauenfeld, +41 52 728 89 82, eisenwerk.ch Xylon Druck. Eine kleine, feine Auswahl von Holzschnitten. Die Ausstellung soll «gluschtig» machen auf die HandpressenMesse, die vom 7. bis 9. November 2014 im Eisenwerk stattfindet. 25.09.2014 bis 07.11.2014 FORUM VEBIKUS )KULTUR( ZENTRUM KAMMGARN*. Baumgartenstrasse 19, Schaffhausen, +41 52 625 24 18, vebikus.ch André Bless/Christoph Rütimann. André Bless interessiert sich für die Poesie alltäglicher Phänomene und für vorgefundene Raumsituationen. Christoph Rütimann zählt zu den herausragenden Kunstschaffen- den seiner Generation in der Schweiz. 27.09.2014 bis 26.10.2014 FOTOMUSEUM WINTER( THUR. Grüzenstrasse 44 & 45, Winterthur, +41 52 234 10 60, fotomuseum.ch Blow-Up – Antonionis Filmklassiker und die Fotografie. Kaum ein anderer Spielfilm hat jemals so differenziert die vielfältigen Bereiche der Fotografie gezeigt und auf so ausführliche und zeitlose Weise zu ergründen versucht. 13.09.2014 bis 30.11.2014 Manifeste! Eine andere Geschichte der Fotografie. Manifeste! ist die erste Ausstellung überhaupt, in der die Beziehungen zwischen der Fotografie und dem Manifest untersucht werden. 13.09.2014 bis 23.11.2014

KUNST

FOTOSTIFTUNG SCHWEIZ. Grüzenstrasse 45, Winterthur, +41 52 234 10 30, fotostiftung.ch 1914/18 – Bilder von der Grenze. Porträts im Freien, Szenen aus der Küche oder im Lazarett, Männer in geselliger Runde und im Kontakt mit der Zivilbevölkerung. 07.06.2014 bis 12.10.2014 1914/18 – Stephan Schenk, Kreuzweg. Eine Installation mit grossformatigen Werken von Stephan Schenk (geb. 1962), in welcher der Künstler die Darstellbarkeit der Weltkriegs-Katastrophe hinterfragt. 07.06.2014 bis 12.10.2014 Rudy Burckhardt – Im Dickicht der Grossstadt. Überwältigt von der schieren Grösse dieser Metropole, dem Kontrast zwischen den monumentalen Wolkenkratzern und dem hektischen Treiben in den Strassenschluchten, begann er, seine Eindrücke fotografisch und filmisch zu verarbeiten. 25.10.2014 bis 15.02.2015 FREIHANDBIBLIOTHEK. Katharinengasse 11, St.Gallen, +41 71 223 60 23, freihandbibliothek.ch Fotoaustellung «Mitgenommen». Mit Bildern von Ursula Häne zum Thema Flüchtlinge. 17.10.2014 bis 10.11.2014 GALERIE CHRISTIAN ROELLIN. Talhofstrasse 11, St.Gallen, +41 71 246 46 00, christianroellin.com Stefan Inauen. 20.09.2014 bis 25.10.2014 GALERIE FEURSTEIN. Johannitergasse 6, Feldkirch, +43 5522 210 34, galeriefeurstein.at Carmen Pfanner – Corps Chitin. 06.09.2014 bis 31.10.2014 GALERIE IM BAHNHOF. Bahnhofplatz 2, St.Gallen, +41 71 228 15 00, klubschule.ch Barbara Stirnimann – Vernetzung. Objekte und Installationen. 22.08.2014 bis 26.10.2014 GALERIE MERA. Webergasse 17, Schaffhausen, +41 52 620 38 37, galerie-mera.ch Hinterglas im Vordergrund: Neue Werke Richard Tisserands. Monumentale Postkartenidyllen, in impressionistischer Manier auf die Rückseite von Glasscheiben gemalt – es ist prächtig anzuschauen, wie Richard Tisserand (*1948 in Eschenz) das Medium Malerei in der Gegen- wart verankert. 29.08.2014 bis 18.10.2014 GALERIE PAUL HAFNER )LAGERHAUS*. Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 223 32 11, paulhafner.ch Out of Time. Gruppenausstellung. 25.10.2014 bis 22.11.2014 GALERIE SCHÖNENBERGER. Florastrasse 7, Kirchberg SG, +41 71 931 91 66, galerie-schoenenberger.ch

Neues aus den Ateliers II. 26.10.2014 bis 16.11.2014 Quello que non è – Vera Marke. 07.09.2014 bis 05.10.2014 GALERIE.Z. Landstrasse 11, Hard, +43 650 648 20 20, galeriepunktz.at Karl-Heinz Ströhle – From Tokyo. Mit im Gepäck hat der gebürtige Bregenzer neue Arbeiten, die unter dem Einfluss der Situation in Japan entstanden sind. Eine Auswahl dieser für ihn typischen Monoprints zeigt die Galerie. 11.09.2014 bis 11.10.2014 HALLE 52. Katharina-Sulzer Platz, Winterthur, Jungkunst 2014. Ausstellung mit jungen Künstlerinnen und Künstlern des zeitgenössischen Kunstgeschehens. 23.10.2014 bis 26.10.2014 HÄUSLER CONTEMPORY. Lustenau, Keith Sonnier «the Collection». Sonniers künstlerische Experimente mit damals kunstfremden Materialien wie Neon, Glas oder Kunststoff waren wegweisend für die Bildung eines neuen Skulpturenbegriffs. 10.10.2014 bis 31.08.2015 KULTURRAUM JUNG RHY. Alte Landstrasse 6a, Altstätten, Ferdinand Gehr – Leben und Werke. Die erste retrospektive Einzelausstellung in seiner Wahlheimat präsentiert Ferdinand Gehrs Schaffen in einer konzentrierten Breite von 40 Werken. 24.08.2014 bis 19.10.2014 KUNST)ZEUG*HAUS. Schönbodenstrasse 1, Rapperswil, +41 55 220 20 80, kunstzeughaus.ch Hugo Sutter, Steven Schoch, Othmar Eder. 31.08.2014 bis 09.11.2014 KUNSTHALLE WIL. Grabenstrasse 33, Wil SG, +41 71 911 77 71, kunsthallewil.ch Michael Kos – Making Sense. Verbindend für die vielfältigen Objekte, Installationen und Bildschlichtungen von Michael Kos ist ein umfassendes Materialverständnis, das der Künstler als essentiellen Ausgangspunkt für seine Werkfindungen sieht. 07.09.2014 bis 19.10.2014 KUNSTHALLE ST.GALLEN. Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 222 10 14, k9000.ch The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Mit Beiträgen von: !Mediengruppe Bitnik, Anonymous, Cory Arcangel, Aram Bartholl, Heath Bunting, Simon Denny, Eva und Franco Mattes, Robert Sakrowski, Valentina Tanni u.a. 18.10.2014 bis 04.01.2015 KUNSTHALLE ZIEGELHÜTTE. Ziegeleistrasse 14, Appenzell, +41 71 788 18 60, kunsthalleziegelhuette.ch


Gertrud fährt (in) St. Gallen ein! Die Eröffnungsshow! Freitag, 24. Oktober, 20:00 m am gr ene o r s y dp ach irk en ch Ab r Erw s sT fü iu

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Start Familienprogramm: Mi, 22. Oktober, 14:30, Emil und die Detektive (Premiere), ab 6 www.figurentheater-sg.ch


81 Claudia Desgranges – Update. Claudia Desgranges (*1953 in Frankfurt am Main) führt die Reihe der Ausstellungen zum Thema Farbmalerei fort, die seit 1998 einen der Schwerpunkte der Ausstellungen der Stiftung Liner bildet. 31.08.2014 bis 14.12.2014

Saiten 10/2014

KUNSTHAUS EGNACH. Buch, Egnach, +41 79 335 08 12, Ludy Bauer and kuk featured by Erwin Feurer. Repräsentative Ausstellung von Werken der beiden Ostschweizer Künstler Ludy Bauer (Herisau) und kuk (Degersheim). Ludy Bauer und kuk zeigen auch Gemeinschaftswerke. Besonderer Ausstellungsaspekt: Künstler als Hofnarren der Gesellschaft? 20.11.2012 bis 31.12.2015 KUNSTHAUS GLARUS. Im Volksgarten, Glarus, +41 55 640 25 35, kunsthausglarus.ch Bastien Aubry / Dimitri Broquard Coupé – Décalé. Augenzwinkernd streifen die beiden welschen Künstler durch die Gefilde der Moderne und Postmoderne, greifen Motive und Referenzen auf und versehen sie mit einem grotesken Twist. 24.08.2014 bis 23.11.2014 Saâdane Afif – Là-Bas. Afif verarbeitet Elemente aus Kunst, Musik und Poesie in interdisziplinären Übertragungen und kollaborativem Dialog zu Installationen und Objekten. 24.08.2014 bis 23.11.2014 KUNSTMUSEUM RAVENSBURG. Burgstrasse 9, Ravensburg, Otto Mueller. Gegenwelten. Bewegt von der Sehnsucht nach Freiheit und Harmonie entwarf er Landschaften und Akte – malerische Gegenräume zur eigenen persönlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit. 13.09.2014 bis 25.01.2015 KUNSTMUSEUM ST.GALLEN. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 71, kunstmuseumsg.ch Elementare Malerei. Wie gehen Kunstschaffende mit dem Nullpunkt der Malerei heute um, nachdem dieses Problem längst gelöst schien und dennoch jede Generation wieder neu fordert? 20.09.2014 bis 25.01.2015 Roman Signer. Ausgangspunkt seines einzigartigen Schaffens bildet ein Skulpturbegriff, der sich vom Objekt löst und Prozesse sichtbar macht. Alltägliche Dinge bilden dabei die Basis seines Werkes. 07.06.2014 bis 26.10.2014 KUNSTMUSEUM THURGAU. Kartause Ittingen, Warth, +41 58 345 10 60, kunstmuseum.tg.ch Gartenträume – Traumgärten. Facetten eines Motivs. Die ehemaligen Klostergärten Ittingens werden zum Ausgangspunkt einer spielerischen Recherche über historische und zeitgenössische Gärten in der Kunst. 31.08.2014 bis 08.03.2015

Konstellation 7. Höhepunkte der Sammlung. Neben wohlbekannten Hauptwerken werden auch noch nie präsentierte Neuerwerbungen gezeigt. Ein besonderer Leckerbissen bildet die Zusammenstellung von mehreren Arbeiten von Ernst Kreidolf, die vor kurzer Zeit als Schenkung in die Sammlung kamen. 25.04.2014 bis 19.10.2014 Tadashi Kawamata. Prekäre Konstruktionen. . Weltweit entstandene Konstruktionen im öffentlichen Raum werden in Form von Filmen, Modellen, Skizzen und Fotografien anschaulich gemacht. Für die Präsentation konzipiert und baut Kawamata eigenhändig eine einzigartige Ausstellungsarchitektur. 13.04.2014 bis 19.10.2014 KUNSTMUSEUM WINTERTHUR. Museumstrasse 52, Winterthur, +41 52 267 51 62, kmw.ch Wie aus dem Gesicht geschnitten. 06.05.2014 bis 26.10.2014 KUNSTVEREIN. Wessenbergstrasse 41, Konstanz, +49 7531 223 51, kunstverein-konstanz.de Matthias Holländer «Retrospektive – Malerei und Fotografie aus 40 Jahren». 40 Jahre künstlerisches Schaffen, von 1974 bis 2014, drängen sich im großen wie kleinen Oberlichtsaal des Kunstvereins und erobern sich auch die Räumlichkeiten des Bildungsturms. 11.10.2014 bis 07.12.2014 KUNSTZONE LOKREMISE. Grünbergstrasse 7, St.Gallen, +41 71 277 82 00, lokremise.ch Mathieu Mercier – Everything But The Kitchen Sink. Die Ausstellung in der Lokremise St.Gallen ist Merciers erste Ausstellung in einem Schweizer Museum und präsentiert dabei vor allem neueste Werke des Künstlers. 23.08.2014 bis 09.11.2014 KURSAAL HEIDEN. Seeallee 3, Heiden, +41 71 898 33 33, kursaalheiden.ch Womens Planet – Gertrud Waldvogel. 01.07.2014 bis 31.10.2014 LINDE HEIDEN. Poststrasse 11, Heiden, +41 71 898 34 00, lindeheiden.com Bruno Hofstetter – Malerei. 13.09.2014 bis 28.11.2014 MAGAZIN 4. Bergmannstrasse 6, Bregenz, +43 5574 410 15 11, magazin4.at Six memos for the next…Vol. 8 – im Moment. Die Inszenierung führt Fotografien, Malereien, Skulpturen, Installationen, ortsspezifische Interventionen sowie Video- und Filmarbeiten zusammen. 06.09.2014 bis 23.11.2014

MUSEUM FÜR LEBENSGE( SCHICHTEN. im Hof Speicher, Speicher, 071 343 80 80, museumfuerlebensgeschichten.ch H.R. Fricker «Nur Sender kann man orten». Von Mail Art bis Facebook. 10.05.2014 bis 26.10.2014 MUSEUM IM LAGERHAUS. Davidstrasse 44, St.Gallen, +41 71 223 58 57, museumimlagerhaus.ch Art Brut – Japan – Schweiz. 2014 feiern die Schweiz und Japan das 150-Jahr-Jubiläum ihrer diplomatischen Beziehungen. Das Museum im Lagerhaus greift diesen Anlass auf, um in der Gegenüberstellung einen Dialog zwischen den Outsider-Welten Japans und der Schweiz zu eröffnen. 22.03.2014 bis 09.11.2014 NEUWIESENHOF. Wartstrasse 15, Winterthur, Contact 3rd. Patrik Alvarez, Micha Aregger, Frederik Bugglin, Pia Maurer, Anita Regli, Manuela Saurer, Reto Scheiber, Andreas Widmer. 12.10.2014 bis 24.10.2014 NEXTEX. Blumenbergplatz 3, St.Gallen, +41 71 220 83 50, nextex.ch Sometimes In The Twilight I See Tiny Things. Michael Bodenmann & Barbara Signer, Barbara Brülisauer. 23.10.2014 bis 04.12.2014 Was frag ich nach der Welt. Weites Feld Malerei – Suche, Kampf, Forschung und Experimente – Zora Berweger, El Frauenfelder und Judith Villiger bewegen sich in diesem Raum. 21.08.2014 bis 02.10.2014 OTTEN KUNSTRAUM. Schwefelbadstrasse 2, Hohenems, +43 5576 904 00, ottenkunstraum.at Acht ohne Gegenstand. Acht KünstlerInnen zeigen in ihren, großteils eigens für die Ausstellung gestalteten Zeichnungen, Malereien, Reliefs, Skulpturen und Installationen vielfältige Zugänge zur Gegenstandslosigkeit auf. 29.04.2014 bis 31.12.2014 OTTO(BRUDERER(HAUS. Mittelstrasse 12, Waldstatt, 043 537 03 00, ottobruderer.ch Profile und Gesichter. 25.05.2014 bis 30.10.2014 POINT JAUNE MUSEUM. Linsebühlstrasse 77, St.Gallen, +41 71 222 14 91, postpost.ch Collection permanente. Le musée éduque de manière ludique; c’est un lieu d’initiation sans obligation. Les dispositifs de conservation s’améliorent et le musée devient un véritable laboratoire où les techniques de travail ne cessent d’évoluer. 08.09.2014 bis 07.09.2015

KUNST

QUADRART DORNBIRN. Sebastianstrasse 9, Dornbirn, +43 5572 909 95 8, quadrart-dornbirn.com Ansichten XX. Eine Arbeit von Edgar Leissing wird selbst die Basis der Ausstellung bilden, um die der Kurator ca. 70, für ihn wichtige und sehr spezielle Werke aus der Sammlung Witzel, gruppiert. 30.08.2014 bis 01.11.2014 REICHENFELD AREAL. Feldkirch, Artdesign Feldkirch. Vorarlberg ist ein bedeutendes Pflaster für Design, Kunst und Mode. Weit über die Landesgrenzen hinaus strahlt die agile Kunst- und Kreativszene. Seit sieben Jahren ist die ArtDesign Feldkirch einer ihrer Höhepunkte. 10.10.2014 bis 12.10.2014 SAMMLUNG WÜRTH. Churerstrasse 10, Rorschach, +41 71 225 10 70, wuerth-haus-rorschach.ch Klassiker der Moderne. Anlässlich der Eröffnung des Forum Würth Rorschach werden Höhepunkte der Sammlung Würth auf rund 600 Quadratmetern spannende Kapitel der Kunstgeschichte illustrieren. 21.04.2013 bis 15.01.2015 SCHAUKASTEN. Poststrasse 10, Herisau, +41 79 648 32 24, schaukastenherisau.ch Roman Signer, Ein Versuch, drei Regenschirme im Schaukasten gleichzeitig zu öffnen. 28.05.2014 bis 31.10.2014 SCHLOSS DOTTENWIL. Dottenwil, Wittenbach, +41 71 298 26 62, dottenwil.ch Josy Murer – Bilder. Der Werkund Zeichnungslehrer aus Engelburg zeigt seine neuesten Werke, in Klein- und Grossformaten. 25.10.2014 bis 07.12.2014 Kaleidoskop. Aquarelle, Illustrationen, Comics, Zeichnungen, Monotypien und Radierungen von Maura Fazzi & Peter Kühner. Bilder die Blicke auf die Aussenwelt gewähren und Einsichten offenlegen. 30.08.2014 bis 19.10.2014 SCHLOSSWIESE. Adolph-Saurer-Quai, Arbon, Arbonale – das Klang-Skulpturen-Festival. Klang-SkulpturenFestival am Bodensee in Arbon. Vom 14. September bis 12. Oktober 2014 präsentieren Künstler aus der Schweiz, Deutschland und Österreich ihre Werke auf der Schlosswiese direkt am Ufer des Bodensees. 14.09.2014 bis 12.10.2014 SITTERWERK. Sittertalstrasse 34, St.Gallen, +41 71 278 87 09, sitterwerk.ch Schönste Schweizer Bücher 2013. 26.10.2014 bis 23.11.2014

SOLIDARITÄTSHAUS. Fidesstrasse 1, St.Gallen, +41 71 244 68 10, solidaritaetshaus.ch Fotoaustellung «Mitgenommen». Bilder der Fotografin Ursula Häne zum Thema Flüchtlinge. 29.08.2014 bis 14.10.2014 WIDMERTHEODORIDIS. Fallackerstrasse 6, Eschlikon TG, 0010.ch Aus gutem Grund. Stefan Gort, Remus Grecu, Gian Michelle Grob, Gian Häne, Sebastian Herzau, Gerhard Hintermann, Ruth Hommelsheim, Elisabeth Nembrini, Lisa Sartorio, Elisabeth Sonneck, Ernst Stark, Clemens Tremmel, Nicolas Vionnet, Werner Widmer, Lydia Wilhelm. 30.08.2014 bis 11.10.2014 XAOX(ART. Langgasse 16, St. Gallen, xaoxart.ch.vu XaoX-Art: By Bobby Moor. Ein Delirium im Wachzustand, geäussert mit allen Sinnen. Gebündelt das Leben, in Schüben, in Schlaufen, in Pirouetten, in Albträumen und auf langen Strecken in tiefsten Abgründen. 01.01.2014 bis 31.12.2014 ZEUGHAUS TEUFEN. Hauptstrasse 65, Teufen AR, Agenda – Aus dem Appenzellerland. 12.10.2014 bis 19.10.2014 Wie die Landschaft zu ihrem Namen kommt. Anhand des Gletscherforschers und Rassisten Louis Agassiz. Wanderausstellung ergänzt mit Werken von Sasha Huber sowie Materialien aus der Kantonsbibliothek AR. 26.10.2014 bis 09.11.2014 ZEUGHAUS TEUFEN. Zeughausplatz 1, Teufen AR, +41 71 335 80 30, zeughausteufen.ch Hans Zeller. Die Hans ZellerBilder, das Werk des bedeutenden Appenzeller Malers, der in Teufen gelebt und gearbeitet hat, werden hier im Rahmen einer Stiftung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 18.11.2013 bis 31.12.2014


Weitere Ausstellungen ALTES ZEUGHAUS. Zürcherstrasse 221, Frauenfeld, August Künzler. Thurgau Tanzania. Die Sonderausstellung zeigt multimedial Leben und Wirken eines schillernden Thurgauers im Spannungsfeld der afrikanischen Dekolonisation. Künzler zog 1929 nach Tanzania und wurde dort als Weizenkönig und Grosswildhändler bekannt. 04.04.2014 bis 26.10.2014

Saiten 10/2014

APPENZELLER VOLKSKUNDE(MUSEUM. Postfach 76, Stein AR, +41 71 368 50 56, avm-stein.ch Tröcklichrömer & Verkaufsberater. Die Ausstellung gibt einen kulturhistorischen Einblick in die Welt des Tür-zu-Tür-Verkaufs vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. Das ambulante Gewerbe war lange Zeit der vierte Pfeiler der ländlichen Wirtschaft. 12.04.2014 bis 28.02.2015 BASAR BIZARR AM ZEBRAPLATZ. Linsebühlstrasse 76, St.Gallen, basarbizarr.ch Schaufenstergast. «Aus der Dunkelkammer ins Licht gezaubert» – kleine Fotoausstellung von Michel Rosset. 06.10.2014 bis 31.10.2014 BRAUCHTUMSMUSEUM. Dorfplatz, Urnäsch, +41 71 364 23 22, museum-urnaesch.ch Bäuerliche Kultur des Appenzellerlandes. 20.02.2014 bis 31.12.2014 Kinderfeste – Im Wandel der Gesellschaft. In vielen Appenzeller Gemeinden fanden Kinderfeste statt. Herisau blickt auf eine lange und intensive Kinderfestgeschichte zurück. Hunderte von Kindern zogen jeweils durchs Dorf, die Mädchen in weissen Kleidern und die Buben als Turner oder Kadetten. 01.04.2014 bis 13.01.2015 GEWERBEMUSEUM WINTERTHUR. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, gewerbemuseum.ch Fashion Talks. Mode ist immer und überall. Sie ist die Freiheit, mit der wir spielen und das Diktat, dem wir uns unterwerfen oder gegen das wir uns auflehnen. Mode ist Abgrenzung und Zugehörigkeit. 12.07.2014 bis 08.03.2015 HISTORISCHES UND VÖLKERKUNDEMUSEUM. Museumstrasse 50, St.Gallen, +41 71 242 06 42, hmsg.ch Bilck ins Schlüsselloch. Eine Erlebnisausstellung zu Schloss und Schlüssel. 31.08.2013 bis 30.11.2014

83 Fliessende Welt. Verborgene Schönheit. Schätze aus Japan. 29.03.2014 bis 01.03.2015 Sangomas – Traditionelle Heiler in Südafrika. Sangomas gelten als Menschen, die mit den Geistern und Ahnen in Verbindung treten können, und als Hüter von uralten Rezepten und Ritualen. Damit sind sie Anlaufstelle für verschiedenste Lebensprobleme. 22.02.2014 bis 19.10.2014 Tinissima – Tina Modotti (1896–1942). Emigrantin, Fotografin, Revolutionärin. Neben über 60 Originalabzügen aus dem Fotoarchiv Cinemazero in Pordenone (Friaul) sind auch Filmdokumente der Künstlerin zu sehen. 30.08.2014 bis 04.01.2015 JÜDISCHES MUSEUM. Schweizerstrasse 5, Hohenems, +43 5576 739 89 0, jm-hohenems.at Dauerausstellung und Jüdisches Viertel. Entdecken Sie unbekannte Seiten des jüdischen Alltags und der jüdischen Geschichte im Jüdischen Museum und im Jüdischen Viertel von Hohenems, mit seinem einzigartigen Ensemble von der Synagoge bis zur unlängst sanierten jüdischen Schule. 01.01.2014 bis 31.12.2014 Jukebox. Jewkbox! Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl. Mit Emil Berliners Erfindung des Grammophons und der Schallplatte hat das Zeitalter der Massenunterhaltung ihr erstes Medium gefunden. Die erste globale, weltumspannende Kultur war geboren. 21.10.2014 bis 08.03.2015 KUNSTRAUM ENGLÄNDERBAU. Städtle 37, Vaduz, +41 423 233 31 11, kunstraum.li Architektur und Kunst im öffentlichen Raum. Wettbewerbe der letzten 50 Jahre in Liechtenstein. Ein Projekt der Liechtensteinischen Ingenieur- und Architektenvereinigung (LIA). 02.09.2014 bis 19.10.2014 MUSEUM LINDENGUT. Römerstrasse 8, Winterthur, +41 52 213 47 77, museum-lindengut.ch Stadtväter – Stadtmütter. Wer ist Winterthur? Wer hat die Stadt erschaffen? «Stadtväter, Stadtmütter» zeichnet ein Porträt der Stadt Winterthur aus der Perspektive von Menschen aus Vergangenheit und Gegenwart. 12.04.2014 bis 26.10.2014 NATURMUSEUM. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 70, naturmuseumsg.ch Faszination Mikrokosmos. Die aktuelle Ausstellung präsentiert handverlesene Werke des weltweit renommierten Wissenschaftsfotografen und gibt einen umfassenden Überblick über seine Entdeckungsreisen. 12.08.2014 bis 04.01.2015

Sexperten – Flotte Bienen und tolle Hechte. Neben der natürlichen Selektion, ist der Erfolg bei der Fortpflanzung eine der wesentlichen Triebkräfte in der Evolution. Dabei sind im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Strategien entstanden. 03.05.2014 bis 19.10.2014 NATURMUSEUM THURGAU. Freie Strasse 26, Frauenfeld, +41 52 724 22 19, naturmuseum.tg.ch Der Apfel. Es genügt, einen Apfel in die Hand zu nehmen. Form und Beschaffenheit seiner Oberfläche, Farbe und Duft wecken augenblicklich Bilder in uns. 09.05.2014 bis 26.10.2014 OTTO(BRUDERER(HAUS. Mittelstrasse 12, Waldstatt, 043 537 03 00, ottobruderer.ch Übergänge. Bilder zu Texten von Otto Bruderer. Der thematische Bogen spannt sich weit: Von zeitund sozialkritischen Bildern, märchenhaften Figuren, zarten Landschaften bis zu Clowns und Engeln. 01.01.2014 bis 31.12.2014

VORARLBERGER LANDESMUSEUM. Kornmarkt 1, Bregenz, +43 5574 460 50, vlm.at Römer oder so. «Römer oder so» folgt den Spuren der Wissenschaft und wirft einen neuen Blick auf die Funde, die in den vergangenen 150 Jahren in einem der größten Gräberfelder der Region gemacht worden sind. Dabei stellt sich heraus: Viele Fragen bleiben offen. 21.06.2013 bis 31.12.2015 ZEUGHAUS TEUFEN. Zeughausplatz 1, Teufen AR, +41 71 335 80 30, zeughausteufen.ch Baumeister Grubenmann. Das Grubenmann-Museum schafft im Bereich der Architektur, des Holz-, Brücken- und Kirchenbaus, der Siedlungsgestaltung, der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte eine Verbindung zwischen dem 18. Jahrhundert und der Gegenwart. 18.11.2013 bis 31.12.2014

STADTMUSEUM. Herrenberg 40, Rapperswil SG, +41 55 210 71 64, stadtmuseum-rapperswil-jona.ch Raus aus dem Depot – Was und wie sammelt das Stadtmuseum. Was sich hinter den Kulissen des Museums verbirgt, ist Thema der Wechselausstellung. Welche Arbeiten sind notwendig, um eine Sammlung zu unterhalten und der Nachwelt zu bewahren? 01.05.2014 bis 12.10.2014 STIFTSBIBLIOTHEK. Klosterhof 6 d, St.Gallen, +41 71 227 34 16, stiftsbibliothek.ch Schafe für die Ewigkeit – Handschriften und ihre Herstellung. Viele mittelalterliche Texte wurden auf Pergament, auf speziell bearbeitete Häute von Schafen, Kälbern und Ziegen geschrieben. 01.12.2013 bis 09.11.2014 TEXTILMUSEUM. Vadianstrasse 2, St.Gallen, +41 71 222 17 44, textilmuseum.ch Kirschblüte & Edelweiss. Der Import des Exotischen. Anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Japan und der Schweiz zeigt das Textilmuseum St. Gallen die Ausstellung, die sich dem Einfluss Ostasiens auf die Schweizer Textilgestaltung widmet. 23.03.2014 bis 30.12.2014 Vision – Sommer 2015. 23.03.2014 bis 30.12.2014

WEITERE AUSSTELLUNGEN


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Diverses Atelierstipendien 2015/2016 Künstlerinnen und Künstler der Kantone AI, AR, TG, SG und dem Fürstentum Liechtenstein können sich für einen Atelieraufenthalt, Nov.2015-Feb.2016 oder März-Juni 2016, in der Cité Internationale des Arts in Paris, bewerben. Arbeitsdoku (nicht grösser als A3) und Bewerbung bis 20. November 2014 an: visarte.ost, Atelier Paris, Blumenbergplatz 3, 9000 St. Gallen. Weitere Infos unter www.visarteost.ch

Flohmarkt Brocante am Lustgarten Lustgarten5 Lustgartenstrasse 5 (hinter der Leonhardskirche) 9000 St. Gallen Freitag (14-19 Uhr) neu: 2. und 4. Samstag im Monat (11-16 Uhr) www.lustgarten5.ch Samstag 8. November 2014 Flohmarkt an der Schubertstrasse 4, 9008 St. Gallen. 10 - 16 Uhr. Haushaltartikel, Porzellan, Biedermeier Stühle, Kupferpfannen etc. Aeusserst günstige Preise! Nebelspalter 1962 und 1966 Zeitdokumente: 26 Nebelspalterhefte von 1962 in einem Band (Jan. bis Juni) und 26 Nebelspalter von 1966 in einem Band (Juli bis Dez.). Je 20 Fr. 071 855 31 90

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Gestalten Eintauchen… in die Welt der Gestaltung. Vielfältiges Kursangebot, professionelle und individuelle Betreuung. varwe – Bildung im Gestalten www.varwe.ch | 071 912 16 76 Aktuell Für Anfänger und Profis, Neugierige und Motivierte Schule für Gestaltung St.Gallen Höhere Fachschule für Künste, Gestaltung Design www.gbssg.ch | 058 228 26 30 Open Art im Dachatelier Kunsthandwerkliche und gestalterische Techniken. Leder punzieren Arashi-Shibori Malerei Keramik Bildhauen. Clown Ausund Weiterbildungen. www.dachatelier.ch

Gesundheit INFO-TAG KomplementärTherapie Am Samstag, 8. November von 10.00-18.00 Uhr können Sie im Centrum St. Mangen, St. Gallen Methoden der KomplementärTherapie ausprobieren. Es sind TherapeutInnen der Methoden Ayurveda, Akupunktur, Atemtherapie, Biodynamik, Feldenkrais & Judo, Fussreflexzonenmassage, Kinesiologie, Rolfing, Tanz-& Bewegungstherapie, Trager und Shiatsu (auch für Tiere) anwesend. Gerne beantworten wir Ihre Fragen und freuen uns auf Ihren Besuch. www.xund.ch

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Kellers Geschichten

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Silberfüchse Nach dem Niedergang der Stickerei stellte sich 1930 die Frage, wovon Frieda und Ernst künftig leben sollten und wie die vorhandenen Fabriksäle möglichst gewinnbringend zu nützen wären. Mit einer Demolierungsprämie der TreuhandGenossenschaft hatten sie die neun Saurer-Schifflistickmaschinen verschrotten lassen und ins Grundbuch eingetragen, dass nie wieder Stickereimaschinen in diesem Gebäude aufgestellt werden dürften. Frieda erhielt jetzt Briefe von Paul, ihrem Schwager, der in Marseille mit Schleifmitteln handelte und daneben eine Hunde- und Geflügelzucht betrieb. Paul empfahl Kaninchen, Castor Rex, für die Pelzindustrie, ein ausgewachsenes Tier koste 500 bis 1000 Franken. Auch die Zucht von Ratten sei momentan sehr im Aufschwung, nur wisse er nicht, ob sich das kühle Wetter in der Schweiz für diese Tiere eigne. In den Zeitungen inserierten Silberfuchsfarmer, sie suchten solvente Teilhaber für ein äusserst rentables Geschäft oder boten Jungtiere zum Start einer eigenen Zucht an, das Paar zu 7000 Franken. Silberfüchse wurden von reichen Damen jener Zeit gerne um den Hals getragen, ein ganzes Fuchsfell mit Kopf und Läufen als Kollier, das der Haut schmeichelte. Um den Pelz Postkarte 1931, Archiv Stefan Keller nicht zu beschädigen, töte man die Füchse durch einen einzigen Stich direkt ins Herz, so hiess es, und zuvor ernähre man sie mit einer ausgeklügelten Diät. Manche Züchter schworen auf Haferflocken, andere fütterten Katzenfleisch. Doch Silberfüchse brauchten ein rauhes Bergklima, damit sich der Pelz voll entwickelte. Frieda las die Briefe Pauls ihrem Mann vor, der schwer trug am Ende der Industrie und den Kopf schüttelte über die Ideen des Bruders. Sie entschieden sich schliesslich für eine Schweinezucht; dazu bauten sie neue Ställe hinter der Fabrik. Die Schweine erlaubten keine Abwesenheiten. Frieda und Ernst gingen getrennt in die Ferien, zuerst Ernst zwei Wochen, dann Frieda zwei Wochen, nach Weggis oder ins Hotel «Acker» in Wildhaus. Fast täglich schickten sie einander Postkarten oder Briefe. Stefan Keller, 1958, Historiker aus dem Thurgau, lebt in Zürich.

ABGESANG


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Bureau Elmiger

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Fotografie Auf einer Fotografie bin ich als Kind im kalifornischen Anaheim zu sehen, neben mir zwei Geschwister, hinter uns Walt Disneys Goofy, seine grossen Hände auf unseren Schultern. Ein anderes Bild, scheinbar verblichen, zeigt die ganze grössere Familie in Kostümen aus der Pionierzeit, der Vater und die Brüder mit Gewehren, die Frauen beschürzt. Fünfzehn Jahre älter stehe ich in Fort Worth, Texas, Rücken an Rücken mit einem Mann, der die Kleider eines Cowboys trägt und mich auffordert, für das Foto einen Colt mit beiden Händen vor der Brust zu halten und in die Luft zu zielen. Vor fünf oder sechs Jahren verfasste die süddeutsche Schriftstellerin K. S. einen Text, der das Ringen mit dem Schlaf behandelte, ein kurzes, anklagendes Stück, das letzterem den Kampf ansagte. Dieser Text, sagte K. S. damals in etwa, müsse laut vorgetragen, ja, deklamiert werden und ein deutliches Ende finden, ein Ende, das, so erklärte sie, darin bestehe, dass der Schlaf selbst auftrete, Auftritt: Schlaf, also, und einen tatsächlichen Kampf mit ihr, der Vorlesenden, ausfechte. Der Schlaf, sagte sie, trage ein weisses Laken mit zwei Löchern für die Augen, und werde ihr, K. S., kaum habe sie die Bühne betreten, sozusagen ins Wort fallen, stumm zwar, indem er ihr die Blätter aus der Hand reisse und sie dann herausfordere. Dieser Ringkampf, sagte sie, müsse ein echter Kampf sein, mit ungewissem Ausgang. In der Bibliothek, in der wir zu jener Zeit oft Bücher ausliehen, führten wir einen solchen Ringkampf probeweise durch, wir trauten uns nicht, uns so richtig umzuschmeissen, und mir verrutschte das Leintuch vor den Augen, so dass ich nichts mehr sah, ich war der Schlaf. Zwei oder drei Jahre später erklärte die Fotografin N. B., ein Bild, das Teil ihrer neuen Arbeit zu Dr. Charcot und den Ereignissen im Hôpital de la Salpêtrière sein werde, zeige einen von einem Laken bedeckten Körper, der auf einem Tisch liege, im Hintergrund, auf der Heizung, ein noch frisches Herz auf einer kleinen Platte. Ich lag sehr lange sehr still unter dem weissen Laken, während die Kamera klickte, nur die Finger meiner rechten Hand und beide Füsse sind auf dem Bild zu sehen und ich erinnere mich an die körperliche Anstrengung, die es bedeutete, dort ganz still und scheinbar entspannt, nämlich tot zu liegen, und dass ich lachte, weil ich ja nichts sah. Erst im Nachhinein betrachtete ich das Bild mit einem seltsamen Gefühl: Was hatten wir da eigentlich dargestellt, was war in jenem Moment passiert? Je älter die Fotografie wird, desto unheimlicher wird die Szene: Wie lange liege ich nun schon unter diesem Laken, während ich in der Zwischenzeit ass und atmete und schlief und schlafe? Das Bild wird älter und ich werde es auch, aber die Tote auf dem

Bild: Ladina Bischof

Tisch bleibt jung. Als Schlaf hatte ich das Leintuch einfach wieder abgelegt. Der französische Bankier und Pazifist Albert Kahn schickte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Stipendiatinnen und Stipendiaten auf Reise durch die ganze Welt, ihr Auftrag war es, eine Fotokamera mitzunehmen und zu fotografieren. Kahn plante eine grosse Dokumentation der Welt, Les Archives de la Planète, die Welt sollte gesehen und kennengelernt, dem so Vertrauten dann friedlich begegnet werden. Gerade erst hatten die Brüder Lumière das erste Verfahren erfunden, das es erlaubte, farbige Bilder zu machen. Steht man jetzt vor den Fotografien, so scheint es, als bringe diese Farbe, die ganz warm schimmert, die längst vergangenen Szenen, die Leute aus früheren Zeiten und was sie so taten und trugen, ganz nah an die Gegenwart heran, sie sehen uns zum Verwechseln ähnlich. Kahn, der im Zuge der Weltwirtschaftskrise all sein Geld verlor, versteckte sich selbst immer vor der Kamera, er ist auf einigen Fotos von hinten zu sehen, auf anderen dreht er sich im entscheidenden Moment zur Seite. Eine Filmsequenz zeigt ihn in seinem eigenen Park als Teil einer Gruppe, die sich der Kamera langsam nähert, Kahn versteckt sich hinter seinem Vordermann, springt schliesslich aus dem Bild.

ABGESANG

Dorothee Elmiger, 1985, stammt aus Appenzell und lebt in Zürich. Im Frühling erschien ihr zweiter Roman Schlafgänger. Sie schreibt monatlich in Saiten.


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Boulevard Zufall? Für BERNARD TAGWERKER ist er seit Jahrzehnten ein Begleiter: Seine Werke entstehen per Zufallsgenerator am Computer und am Plotter. Faszinierend daran sei, dass das Ergebnis immer überraschend sei – auch für ihn selber, sagte Tagwerker beim Künstlergespräch am 12. September in der Rab-Bar in Trogen. Die neue Gesprächs-Reihe hat die Künstlerin KARIN BÜHLER erfunden. Sie moderiert nach dem Auftakt mit Tagwerker als nächstes im November ein Gespräch mit dem !Bitnik-Duo Carmen Weisskopf und Domagoj Smoljo, die – kein Zufall! – auch im Zentrum dieser Saiten-Ausgabe stehen.

Bilder: arno­noger.ch, gonzoverlag­files­wordpress.com, tagblatt.ch, ibk­kuenstlerbegegnung.org

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Mit Zufall hat auch die Cut-Up-Methode der Beatnik-Literaten viel zu tun. Einer ihrer unermüdlichen Promotoren ist der St.Galler Kantilehrer und Saiten-Mitautor FLORIAN VETSCH. Jetzt ist er leibhaftig in einem Buch verewigt: Unter dem Titel Bring out the Rum hat der Luzerner Verlag Der Kollaboratör einen Mailwechsel zwischen (dem 2012 verstorbenen) Autor und Übersetzer Carl Weissner und der Schauspielerin Anna Böger herausgegeben. Und darin ist über Weissner-Freund Vetsch zu lesen: «…Die Lesung im La Fourmi, Luzern, ist am 22. Oktober, mit meinemFreund, dem Ex-Piloten Ploog, und einem Philosophie-Dozenten aus St.Gallen, der aber ganz pfundig ist und eine zwei Zentner schwere Marokkanerin geheiratet hat.» Das Buch ist weniger pfundig, aber lustig.

Neues auch aus der Musikszene: Am 13. September eröffnete an der Spisergasse der in Winterthur beheimate Notenpunkt eine St.Galler Filiale. Geschäftsführerin ist eine alte Bekannte: RUTH STEINESTEL leitete zuvor die Notenabteilung bei Musik Hug. Dass der Notenpunkt gerade jetzt in der Stadt Fuss fasst, ist alles andere als Zufall, sondern eine direkte Reaktion darauf, dass Hug im Februar seinen Laden an der Marktgasse dicht machte. Die Not mit den Noten (und Klassik-CDs) ist damit behoben – das Aufatmen unter den zahlreich anwesenden Musikern und Musikerinnen glaubte man bei der Eröffnung fast körperlich zu spüren.

Brandneu geht ganz in der Nähe – bloss der ebenfalls neue Kreisel Spisertor liegt dazwischen – am 9. Oktober ein Kunstraum an der Lämmlisbrunnenstrasse auf. Betreiber ist der Verein Viereinhalb. Man wolle «mit bescheidenen Mitteln zum kulturellen Leben beitragen», sagt Mitinitiant DANIEL BÜNZLI auf Anfrage – nicht nur als «Pforte für zeitgenössische Kunst, sondern auch für Design, Musik, Illustration, Literatur, Workshops sowie Handwerkskunst». Neun Personen tragen den Verein, neben Bünzli Sabina Schütz, Melanie Diem, Romana Sonderegger, Lukas Schneeberger, Simone Zellweger, Kok Damon Lam und Patricia Stillhart. Zufällig war früher schon einmal eine Galerie im Haus («Nein und Aber»). Interessierte melden sich unter viereinhalb.ch.

Zufall – oder Pech? Ein Intermezzo zur freisinnigen Sparpolitik gab es am Abschiedsapero für die Kulturbeauftragte MADELEINE HERZOG, wo gleich zwei Vertreter der Partei sprachen: Stadtpräsident Thomas Scheitlin und Ortsbürgerpräsident ARNO NOGER. Wie Noger enthüllte, hätte es an der Feier wegen dem Sparprogramm «Fit13plus» gar keinen Apéro geben dürfen. Erst als die Ortsbürgergemeinde die Hälfte der Kosten übernahm, kam dieser zustande. Für einmal verzichtete Scheitlin dafür in seiner Ansprache auf das Wort Standortmarketing. Was Noger prompt irritierte, als er gemäss seinem Manuskript anmerken wollte, Kultur sei mehr als bloss ein Standortvorteil: «Du hast ja das Wort Standort gar nicht verwendet», meinte er mit besorgtem Seitenblick auf Scheitlin. Diesen hatte vermutlich doch nicht der Zufall getrieben – sondern der Respekt vor seiner abtretenden Chefbeamtin, die sich immer gegen die Ökonomisierung der Kultur stark gemacht hat. Das Publikum schwenkte zum Abschied von Herzog Feuerzeuge.

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N°238 · Darknet  

Oktober 2014 · Ein Heft für angehende Hacker: über Netze im Netz, künstlerische Strategien und politische Subversion. Ausserdem: Pestalozzid...

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