20.11.2015
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s�dtiroler landwirt
20. novemner 2015 nr.21/58.Jg. s�dtiroler landwirt
raiffeisen SONDERDRUCK, SUPPL . S.I.A.P. 50%
Raiffeisen Mitteilungen des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft
Bei der IGA-Tagung in Innsbruck wurde diskutiert, wie Genossenschaften ihren Förderauftrag heutzutage bestmöglich erfüllen können.
Die Welt etwas einfacher machen
Foto: G. Berger
Unter dem Motto „Erzielt der genossenschaftliche Förderauftrag noch Wertschöpfung“ stand die heurige IGATagung in Innsbruck mit interessanten Referaten und Diskussionen über das Kernelement der Genossenschaften. „Die Förderung der Mitglieder ist seit jeher der gesetzliche Auftrag der Genossenschaften, dadurch unterscheiden wir uns von anderen Unternehmen“, sagte Vorstandsvorsitzender Arnulf Perkounigg zum Auftakt der IGA-Tagung im Hotel Hilton. Und: Muss es immer eine direkte Mitgliederförderung sein oder kann dies auch indirekt über eine Regionenförderung geschehen? Einig waren sich die Referenten, dass jede Genossenschaft für sich definieren muss, wie sie den Förderauftrag zeitgemäß am besten gestaltet. Für Franz Reischl, Geschäftsführer der BÄKO Einkaufsgenossenschaft der Bäcker und Konditoren Österreichs in Linz, liegt der genossenschaftliche Förderauftrag vor allem
darin, „die Welt für unsere Mitglieder etwas einfacher zu machen und auf deren Probleme einzugehen – vom einfachen Bäcker bis zur großen Industriebäckerei“. Es gehe darum, Mitglieder in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und sie vor Nachteilen zu bewahren. Reischl referierte darüber, wie sich gemeinsame Ziele erreichen lassen, die allein keiner erreichen könnte.
Das Umfeld fördern Alois Zach, Geschäftsleiter der Raiffeisen Regionalbank Mödling, der darüber sprach, ob Wertschöpfung und Lebensqualität Ansatzpunkte für eine moderne Umsetzung des
Förderauftrages sein können, betonte, dass die direkte Mitgliederförderung heute oft an ihre natürlichen Grenzen stoße. Genossenschaftsbanken müssten vielmehr das Umfeld fördern, in dem die Mitglieder leben und arbeiten. Beispiele seien etwa die Nahversorgung oder die Jugendförderung. Zudem: Genossenschaftsbanken müssten wieder lernen ihre Mitglieder zu begeistern. Nur zufriedene Mitglieder und Kunden seien nicht genug. Direktor Josef Wielander (VI.P Vinschgau) zeigte die Auswirkungen des genossenschaftlichen Auftrages der VI.P auf den Vinschgau auf und verwies u. a. auf die starke Vernetzung in der Region mit Tourismus, Handwerk und Industrie. „Tatsache ist, dass das ganze Tal
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heute von der Obstwirtschaft profitiert“, sagte Wielander. Gerade schwierigere Zeiten wie heute machten die Bedeutung des genossenschaftlichen Förderauftrages wieder deutlich spürbar. Wielander verwies aber auch auf die schwierige Kommunikation speziell beim Thema Pflanzenschutzmittel.
Förderauftrag besser vermitteln „Es geht darum, den einzelnen Menschen zu stärken, ihm ein gelungenes Leben zu ermöglichen und ihm ein sicheres Umfeld zu bieten“, brachte Justus Reichl, Leiter der Stabstelle für Genossenschaft im Österreichischen Raiffeisenverband, den genossenschaftlichen Förderauftrag auf den Punkt. Allerdings müsse der Förderauftrag und insgesamt die Tätigkeit der Genossenschaft an sich besser kommuniziert werden, meinte Reichl, der zum Thema „Eine Konstante im Wandel – Überlegungen zu einem Förderauftrag 2.0“ sprach. Nadja Fabrizio von der Universität Luzern, welche die historische Entwicklung des Förderauftrages skizzierte und den Förderauftrag
Referenten Alois Zach, Josef Wielander, Nadja Fabrizio, Justus Reichl und Franz Reischl mit Diskussionsleiterin Regina Wenninger
bei Raiffeisen Schweiz, Migros und Landi unter die Lupe nahm, betonte u. a., dass in der Bevölkerung vor allem sozial-gesellschaftliche Ansätze des Förderauftrages wahrgenommen würden, Genossenschaften ansons-
ten aber kaum von anderen Unternehmen unterschieden würden. Daher biete der Förderauftrag Genossenschaften die Chance, sich in der Bevölkerung von anderen Unternehmen abzuheben.
„Müssen die Menschen wieder erreichen“ Justus Reichl, Leiter der „Stabstelle für Genossenschaft – Strategien und Perspektiven“ im Österreichischen Raiffeisenverband (ÖRV), spricht darüber, wie man den genossenschaftlichen Förderauftrag heute vermitteln kann.
Beides sind Organisationen mit Tradition und Stärken. Aber beide tun sich auch schwer, ihre Vorzüge, das, was sie für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft bringen, auch in die Sprache unserer Zeit zu bringen. Ein Ziel für uns Genossenschafter ist es deshalb, unsere Vorzüge so in eine Sprache zu bringen, dass sie die Menschen von heute verstehen.
Wie gelingt es, den Förderauftrag in der heutigen Sprache zu vermitteln?
Es gibt ja den gelebten Förderauftrag in den Genossenschaften in unterschiedlichster Ausprägung. Wo wir aber Nachholbedarf haben, ist die Kommunikation. Wir müssen viel verständlicher darüber sprechen, was genossenschaftlicher Förderauftrag konkret für die Menschen und die Region bedeutet. Das heißt, die Genossenschaftsarbeit ist gut, aber wird nicht gut genug „verkauft“?
Justus Reichl war 17 Jahre Benediktiner im Stift Göttweig und ist seit dem Vorjahr beim ÖRV.
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Ja, wir müssen die Menschen wieder erreichen und mit ihnen über unsere Grundthemen ins Gespräch kommen. Denn der Schatz, den wir sozusagen in unseren Rucksäcken mittragen, ist groß. Es geht darum, ihn heute auf den Marktplätzen unserer Zeit, in der Sprache unserer Zeit und auch in der Vielfalt des Angebotes unserer Zeit anzubieten, dass die Menschen ganz bewusst sagen: Ja, das ist doch eigentlich das, was ich möchte: Regionale
Wertschöpfung, regionale Mitbestimmung, eine Gemeinschaft vor Ort für den Ort, da mache ich gerne mit. Wir brauchen uns also nicht zu verstecken. Man spricht heute von einem genossenschaftlichen Förderauftrag 2.0, was meint man damit?
In der Vergangenheit, wo der Wohlstand immer größer geworden ist, hat man den Förderauftrag vielfach so gelebt, dass man Dinge im Ort mit ermöglicht hat – da ein Bankerl spendiert, dort einen Kirchturm renoviert. Dinge, die schön waren, aber die der einzelne Mensch nicht wirklich so gespürt hat. Jetzt leben wir in Zeiten, wo Not wieder spürbarer wird und wo es darum geht, dass Menschen ihre Zukunft und ihr Schicksal wieder in die Hand nehmen müssen. Hier müssen wir mit dem Förderauftrag 2.0 vermehrt Dinge bewegen, die den einzelnen Menschen persönlich betreffen, ihn fördern in seiner weiteren Lebensperspektive. interview: thomas hanni
Fotos links: G. Berger
Herr Reichl, sie sind nach 17 Jahren Benediktiner in die Raiffeisen-Genossenschaftswelt eingestiegen. Ihre Eindrücke?
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Konsumgenossenschaften: Potentiale stärken Wie sich Konsumgenossenschaften dem steigenden Wettbewerb stellen können, stand kürzlich im Mittelpunkt eines Workshops von Raiffeisenverband, Confcooperative und Bund der Genossenschaften. Der Workshop war Teil eines 2013 unter Federführung des Raiffeisenverbandes gestarteten und vom Amt für die Entwicklung des Genossenschaftswesens unterstützten Projektes zur Förderung der Konsumgenossenschaften, deren Bedeutung für die Nahversorgung Amtsdirektorin Manuela Paulmichl besonders hervorhob. Aufgrund des sich ändernden Kaufverhaltens und des rückläufigen Konsums befinden sich die Konsumgenossenschaften jedoch in einer starken Umbruchphase. Das Projekt ziele daher neben der Förderung auch auf eine engere Vernetzung, eine starke Mitgliederbindung und die verstärkte Sensibilisierung für die Nahversorgung, erklärte Karl Heinz Weger, Leiter der Hauptabteilung Waren und Dienstleistungsgenossenschaften.
Marktstudien vorgestellt Grundlage des Projektes bilden eine MarktPotenzialanalyse, eine Bedarfsanalyse von bestehenden Konsumgenossenschaften und eine Studie über lokale Produkte und Produzenten. Beim Workshop stellten Projektleiter
Im Raiffeisenverband wurden die Potentiale für Konsumgenossenschaften ausgelotet.
Klaus Moosmair (Abteilung Unternehmensberatung WDL) und Lukas Unterhofer (Südtiroler Bauernbund) die Kernergebnisse der Studien vor. Unternehmensberater Wolfgang Gröll, der durch den Workshop führte, ging auf die Potentiale ein, welche Konsumgenossenschaften aus Regionalität, Mitgliederakquise und Mitgliederbindung schöpfen können. Neben dem
Kostenmanagement müsse vor allem das Ertragsmanagement gestärkt werden, meinte Gröll. Daniel Wierer stellte als Zonenvertreter für Südtirol das Konsortium SAIT der Trentiner Konsumgenossenschaften vor, das zahlreiche Lebensmittelgeschäfte auch in Südtirol beliefert. Das Projekt zur Förderung der Konsumgenossenschaften wird im Dezember bei einer Pressekonferenz präsentiert.
„Marktauftritt und Profil schärfen“ Konsumgenossenschaften verfügen über großes Potential, müssen aber ihr Profil am Markt schärfen, die Servicebereitschaft steigern und den Vorteil der Nähe besser ausspielen, meint Unternehmensberater Wolfgang Gröll. Wolfgang Gröll berät Genossenschaften und Dorfladen-Bürgergesellschaften bei der Gründung und Führung von Lebensmittel-Einzelgeschäften zur Sicherung der Nahversorgung im ländlichen Raum und begleitet sie im Rahmen eines Dorfladen-Netzwerkes. Mit welchen Schwierigkeiten haben Konsumgenossenschaften zu kämpfen? Wolfgang Gröll: Es fehlt an Schärfe im Marktauftritt, das Angebot vermischt sich mit den Diskountern und Supermärkten. Früher operierten Diskounter im Billigsegment und die Supermärkte im Markenbereich. Heute haben wir Diskounter, die alle drei Preisschienen fahren – Billig-, Marken- und Luxussegment. Wenn sich Nahversorger auf diesen
Wandel nicht einstellen, verlieren sie ihre Profilschärfe. Was müssen Konsumgenossenschaften tun, um konkurrenzfähig zu bleiben?
Sie müssen stärker auf das Alleinstellungsmerkmal Regionalität setzen und mehr Trennschärfe zu den Diskountern herstellen, enger mit kleinsten Produzenten vor Ort zusammenarbeiten und die Nähe vor Ort zu den Mitgliedern und Kunden über die Mitarbeiter durch eine hohe Serviceleistungsbereitschaft besser vermitteln. Schafft man dies, gewinnt immer Nähe vor Größe, sprich: Dann setzt der Kunde auf seinen Nahversorger. Sehen sie noch Potential für neue Lebensmit-
tel-Geschäfte in Form der Genossenschaft?
Sehr stark! Weil die Sensibilität der Bürger steigt, sie übernehmen vermehrt Verantwortung für die eigene Region. Die Gruppe der Älteren wächst immer stärker. Damit fällt der Arbeitsort, wenn sie in Rente gehen, als Einkaufsort weg und der Wohnort rückt als Einkaufsstätte in den Vordergrund. interview: thomas hanni
Wolfgang Gröll: Nähe gewinnt vor Größe.
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„Vigna Ganger“ präsentiert Masterclass und kellerei terlan
„SensEvent“
Die Terlaner Weine der Masterclass-Verkostung
Um die Langlebigkeit und Tiefe der Weine ging es kürzlich bei einer Masterclass-Verkostung mit dem Titel „Seltenheit: Sauvignon & Chardonnay“ der Kellerei Terlan im Hotel Therme Meran. Direktor Klaus Gasser und Kellermeister Rudi Kofler führten Weinjournalisten und Weinbegeisterte durch verschiedene Jahrgänge, die zurückreichten bis 1961. Zur Verkostung gelangten Schätze aus dem Terlaner Weinkeller – vom Terlaner Sauvignon 1961 über den Quarz Terlaner Sauvignon bis hin zu diversen Raritätenweinen der Sorten Chardonnay und Sauvignon. Feinste Kulinarik, erlesene Weine und ein einzigartiges Ambiente erwartete hingegen die Besucher der „SensEvent Party“ im Porphyrkeller. Hier gab es ein Champagner-Aperitif von Legras & Haas, ein Menü von Spitzenkoch Christian Pircher und ein Dessertbüffet des Zwei-SterneKochs Giancarlo Perbellini. Und dazu Weine der Kellereien Terlan und Andrian.
Impressum:
Die Kellerei Girlan hat Anfang November ihren neuen Pinot Riserva 2012 „Vigna Ganger“ und damit Südtirols ersten „Flagship-Rotwein“ präsentiert. Seit Jahren verfolgt die Kellerei ein klares Ziel: Einen bedeutenden Pinot Noir hervorzubringen, der qualitativ an der Weltspitze liegt und einen engen Bezug zum Territorium hat. „Die Wahl fiel auf die Monopollage ‚Ganger‘, Heimat des Pinot Noir Riserva ,Vigna Ganger‘“, erklärte Gerhard Kofler, Kellermeister der Kellerei Girlan, bei der Präsentation. Die Monopollage in Mazzon mit einzigartigem Mikroklima und tiefgründigen Ton- und Kalkböden liegt auf einer Meereshöhe von 360 bis 380 Metern in südwestlicher Ausrichtung. Die Nettofläche liegt bei 1,6 Hektar, wobei es sich um historische PinotNoir-Anlagen handelt, die nach dem Guyot-System kultiviert werden und eine Dichte von 6400 Reben pro Hektar aufweisen.
Limitierte Auflage Der geringe Hektarertrag von nur 28 hl/ha, der lange Reifungsprozess im Barriquefass und anschließend noch 18 Monate in der Flasche haben einen überzeugenden Wein hervorgebracht, waren sich die Teilnehmer an der Präsentation einig, die mit
einer Blindverkostung des neuen Pinot Noir Riserva 2012 „Vigna Ganger“ und Blauburgundern des Jahrganges 2012 aus aller Welt im Felsenkeller der Laimburg endete. Der erste Jahrgang des „Vigna Ganger“ ist ab Dezember in limitierter Auflage von nur 2186 Flaschen zum empfohlenen Verkaufspreis von rund 120 Euro im Fachhandel erhältlich.
„Pitzon“: Riesling des Jahres Im Rahmen der 11. Rieslingtage in Naturns wurde der „Pitzon“ der Kellerei NalsMargreid zum Sieger des Nationalen Rieslingswettbewerbs gekührt. Dass das Interesse am Riesling italienweit steigt, zeigt sich an der diesjährigen Rekordteilnehmerzahl von 55 Rieslingweinen, rund die Hälfte davon aus Südtirol. 23 Sommeliers, Önologen und Weinexperten aus Südtirol, Italien und Deutschland verkosteten die Weine auf Qualität und Typizität. Als Sieger ging die Kellerei Nals-Margreid hervor. Es folgen der Pacherhof aus Brixen auf dem zweiten und der Vorjahressieger Ettore Germano aus dem Piemont auf dem dritten Platz. „Trotz des etwas schwierigeren Jahrgangs 2014 konnten gleich mehrere Betriebe ihre guten Platzierungen aus den Vorjahren bestätigen“, freut sich
Organisatorin und Präsidentin der Rieslingtage Monika Unterthurner. Die „Top-Ten“ des Nationalen Rieslingwettbewerbs: 1. Kellerei Nals-Margreid, 2. Pacherhof (Brixen), 3. Ettore Germano (Piemont), 4. Istituto Agrario San Michele (Trentino), 5. Weingut Unterort Juval (Kastelbell), 6. Maso Poli (Trentino), 7. Cantina LaVis (Trentino), 8. Kellerei St. Michael Eppan, 9. Weingut Alois Lageder (Margreid), 10. Cantina Roeno (Veneto). Die 12. Auflage der Rieslingtage Naturns findet vom 8.10. – 13.11.2016 statt. Mehr zu den Rieslingtagen gibt es unter www.rieslingtage.it
Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck –
Raiffeisen Nachrichten
Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84
Mehr Informationen aus dem Raiffeisen Genossenschaftswesen: www.raiffeisen-nachrichten.it
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945454, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
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Obmann Helmut Meraner, Kellermeister Gerhard Kofler und Geschäftsführer Oscar Lorandi präsentieren den neuen Pinot Noir.