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6. 6. 2014    nr.11    s�dtiroler landwirt 6. juni 2014   nr.11/57.Jg.    s�dtiroler landwirt

SONDERDRUCK, SUPPL . S.I.A.P. 50%

Raiffeisen Mitteilungen des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Seit dem Jahr 2000 ist die Anlieferung von Äpfeln bei den Obstgenossenschaften Südtirols um 13,5 Prozent gestiegen.

Geringere Obsternte im Jahr 2012 – dafür höhere Erlöse Die Obststatistik des Raiffeisenverbandes für das Geschäftsjahr 2012/13 zeigt, dass dieses für die Obstgenos­ senschaften zufriedenstellend war. Die Erntemenge sank um knapp 20 Prozent, der durchschnittliche Hektar­ erlös ist allerdings um 18,4 Prozent gestiegen. Zum Zeitpunkt der Ernte 2012 gehörten dem Raiffeisenverband alle 26 in Südtirol tätigen Obst- und Gemüsebaugenossenschaften an, von denen 21 für die Erfassung der Obststatistik berücksichtigt worden sind. Durch die Inkorporation der Obstgenossenschaft SACRA in die Obstgenossenschaft Fruchthof Überetsch sank die Zahl um eine Einheit. Alle Südtiroler Obstgenossenschaften zusammen haben 92,1 Prozent der gesamten Kernobstproduktion Südtirols gelagert, verarbeitet und vermarktet.

Der Anteil der Apfelproduktion Südtirols der Ernte 2012 von jener der 28 EU-Länder ist von 11,0 % auf 8,8 % zurückgegangen, jener der angeschlossenen Obstgenossenschaften ist auf 8,1 % gefallen. Im Erntejahr 2012 sind den Obstgenossenschaften 869.919 t Äpfel angeliefert worden, dies sind um 19,8 % weniger als die Ernte des Vorjahres. Die Tafelobstanlieferung fiel um 14,3 % niedriger aus als im Vorjahr und erreichte 797.641 t. Die Anlieferungsmenge des nach traditioneller Anbauweise erzeugten

Obstes ist um 19,7 % und jene des biologisch erzeugten Obstes um 23,1 % gesunken. Südtirol hatte im Jahr 2012 einen Anteil von 44,8 % an der italienischen Apfelproduktion. Seit dem Jahr 2000 ist die Anlieferung von Äpfeln bei den Obstgenossenschaften Südtirols um 13,5 % gestiegen. Im selben Zeitraum ist die Produktion in den 27 EU-Ländern um 8,9 % gesunken. Auf Landesebene konnte ein durchschnittlicher Flächenertrag von 5,29 Wg/ha (Vorjahr 6,55 Wg/ha) erzielt werden. Der höchste Be-

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Landwirtschaft

Bauernsterben in Österreich Seit 1995, dem Jahr des EU-Beitritts Österreichs, habe sich laut Statistik Austria die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe um rund 71.600 bzw. 30 Prozent reduziert. Seit 2003 gaben demnach durchschnittlich rund 2300 Landwirte pro Jahr ihren Hof auf bzw. verkauften oder verpachteten ihre Betriebe. Der Trend in der eher klein strukturierten heimischen Landwirtschaft zu immer größeren Betrieben hält ebenso an: Wurde 1995 von einem Betrieb im Durchschnitt eine Gesamtfläche von 31,8 Hektar bewirt­ schaftet, so waren es 2013 bereits 43,5 Hektar. Dies besagt die jüngst veröffentlichte „Agrarstrukturerhebung 2013“.

s�dtiroler landwirt   nr.11   6. 6. 2014

zirksertrag ist im Unterland mit 5,90 Wg/ha, der niedrigste im Bezirk Meran mit 4,78 Wg/ha erzielt worden. Auf Landesebene hat die Ernte 2012 einen durchschnittlichen Hektarertrag von 5,29 Waggon erbracht. Der durchschnittliche Hektarertrag war damit um 19,3 % niedriger als im Vorjahr (6,55 Wg/ha). Im konventionellen Obstbau erzielten die Apfelsorten Morgenduft (6,14 Wg/ha), Braeburn (6,07 Wg/ha) und Golden Delicious (5,96 Wg/ha) die höchsten Erträge. Landesweit konnte ein durchschnittlicher Hektarerlös von 27.701 € erzielt werden. Der höchste Bezirkswert ist wiederum im Vinschgau erreicht worden (31.053 €), dicht gefolgt vom Unterland (30.458 €). Wird das Gesamtergebnis (konventionell und biologisch) betrachtet, so hat die Sorte Cripps Pink zum neunten Mal in Folge den höchsten Hektarerlös erzielt.

Auszahlungspreise der Ernte 2012 RANG

SORTE

EURO-CENT/KG

1

Diverse Birnen

78,29

2

Cripps Pink (Pink Lady)

77,91

3

Winesap

68,32

4

Fuji

63,50

5

Jazz

63,29

6

Stark Delicious

58,54

7

Pinova

57,27

8

Kanzi

56,27

9

Granny Smith

56,10

10

Gala und Golden Delicious Hügel

54,47

Gesamtauszahlung aller Obstsorten

51,85

Cassa Raiffeisen Val Badia feiert 125 Jahre 1889 gründeten 20 Bauern in Rina/Welschellen die erste Raiffeisenkasse im heuti­ gen Südtirol. 125 Jahre später feierte die Cassa Raiffeisen Val Badia in Corvara ihr Jubiläum. Die Cassa Raiffeisen Val Badia feierte Ende April ihr rundes Jubiläum. Dazu organisierte sie neben der Vollversammlung eine Jubiläumsfeier, an der 1000 Mitglieder mit Familienangehörigen teilnahmen. Den Ansporn zur Gründung der ersten Raiffeisenkasse im heutigen Südtirol gab Ortspfarrer Josef Dasser. Er machte das Pfarrhaus zum Sitz der neuen Kasse, in dem sonntags von zehn bis zwölf Uhr die Kassastunden abgehalten wurden und die

Mitglieder ihr Geld einlegen konnten. Ein Jahr später wurden bereits die Raiffeisenkassen in Antermoia/Untermoj, 1891 jene in Mareo/Enneberg, La Val/ Wengen und Badia/Abtei gegründet. 1893 entstand die Cassa Raiffeisen Ladinia für Corvara und Calfosch/ Kolfuschg. 1972 erfolgte die Fusion. Corvara wurde zum Hauptsitz der neuen Cassa Raiffeisen Val Badia und Alfons Pezzei zum Obmann gewählt. Dieser, heute noch Obmann, bedankte sich in seiner Rede bei Mitgliedern und Kunden und bei der gesamten Bevölkerung vom Gadertal und von Fodom für das Raiffeisen entgegengebrachte Vertrauen.

Hubert Obwegs, Heiner Nicolussi-Leck (Obmann Raiffeisenverband), Obmann Alfons Pezzei

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Das abgelaufene Jahr ist für die Raiffeisenkasse im Gadertal zufriedenstellend verlaufen. „Der erwirtschaftete Gewinn war zwar mit 2,9 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr, aber trotzdem angemessen für die notwendige Kapitalausstattung“, sagte Geschäftsführer Hubert Obwegs. Heiner Nicolussi-Leck, Obmann des Raiffeisenverbandes, zeigte sich in seiner Rede überzeugt, dass der Erfolg von Raiffeisen in einer sinnvollen Verbindung der traditionellen genossenschaftlichen Grundwerte mit einem innovativen, unternehmerischen Denken und Handeln liege. Am Ende segnete Pfarrer Andreas Perathoner die neu gestalteten Räumlichkeiten am Hauptsitz.

Foto links: www.agrarfoto.at, Foto unten: Freddy Planinschek

Zufriedenstellende Bilanz In Österreich arbeiten immer weniger Bauern.


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Mehr Geld für die Milchbauern Auf der Vollversammlung der Bergmilch in Kardaun wurden die neuesten Bilanz­ zahlen des vergangenen Geschäftsjahres präsentiert. Und erneut wurde an eine gemeinsame Milchpolitik appelliert. „Ein durchaus zufriedenstellendes Jahr für die Bergmilch“, meinte Obmann Joachim Reinalter. Aufgrund der 2013 erfolgten Gebietsverschiebung ist die Zahl der Mitglieder der Bergmilch auf 2764 Mitglieder gesunken. Trotzdem bleibt sie die größte Genossenschaft und unter den 15 größten Unternehmen Südtirols. Die angelieferte Milchmenge betrug mit einem geringen Minus von 0,2 % ­215 Mio. kg Kuhmilch und 0,57 Mio. kg Ziegenmilch. „Erfreulicherweise konnte der Auszahlungspreis um 1,6 Cent/kg auf 50,50 Cent/kg gesteigert werden“, bestätigte Geschäftsführer Robert Zampieri. Ebenso stieg der Umsatz um 3% auf 204,5 Mio. Euro.

Veredelungsgrad gesteigert Im Jahr 2013 konnte die Joghurtproduktion um acht Prozent erhöht werden. Der Konsumschwund von 5 % an Frischmilchprodukten in Italien machte sich auch in Südtirol bemerkbar. Hier ging der Verkauf um 1,3 % zurück. Eine gute Entwicklung konnte die Bergmilch aber bei allen anderen Produktgruppen erzielen vor allem Mascarpone und Käse. Der Veredelungsgrad konnte allerdings erneut gesteigert werden, in sieben Jahren um 26 %.

In Kardaun trafen sich die Delegierten der Bergmilch Südtirol zu ihrer zweiten Vollversammlung nach der Fusion der Genossenschaften Senni und Mila.

Robert Zampieri sparte in seinen Ausführungen nicht mit Kritik gegenüber der vorhergehenden Landesregierung und dem Bauernbund, die dem Milchhof Sterzing grünes Licht für die Aufnahme Nordtiroler Bauern gegeben hätten. Zampieri beklagte diese Entscheidung als Fehlentwicklung und Schaden für die Südtiroler Milchwirtschaft. „Es fehlt eine gemeinsame Strategie aller Südtiroler Milchhöfe.“ Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder verteidigte die Entscheidung und meinte, man solle die neue Zusammenarbeit auch aufgrund der überschaubaren Milchmengen nicht überbewerten.

Südtiroler Vernatsch Cup 2014 Zum 11. Mal wurde Mitte Mai im vigilius mountain resort am Vigiljoch oberhalb Lana der Südtiroler Vernatsch Cup ausgetragen. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wählte eine internationale Jury bestehend aus Fachjournalisten aus Italien, Österreich und Deutschland aus 87 Vernatsch-Weinen die „Vernatsch des Jahres“. Gewonnen haben in der Kategorie Kalterersee: „Südtirol Kalterersee Auslese classico superiore“ 2013, KG Schreckbichl; „Südtirol Kalterersee Auslese classico superiore Pfarrhof“ 2013, KG Kaltern; in der Kategorie Meraner und Vinschgauer Vernatsch: „Südtirol Meraner Partanes“ 2013, Weingut Partanes; in der Kategorie Südtiroler Vernatsch und Südtiroler Grauvernatsch: „Südtiroler Vernatsch Campaner“ 2013, KG Kaltern, „Südtiroler Grauvernatsch“ 2013, Klosterkellerei Muri-Gries, in der Kategorie St. Magdalener: „Südtirol St. Magdalener classico Ansitz

schulprojekt

Schulwett­ bewerb der Europa­region 22 Schulklassen aus dem Trentino, aus Südtirol und Tirol haben sich am Schulwettbewerb zum Genossenschaftswesen „Educacoop“ beteiligt. Mitte Mai wurden in der EURAC Bozen die Gewinner ermittelt. Ziel war es, junge Menschen zur Auseinandersetzung mit genossenschaftlichen Werten und Themen anzuregen. Sieger waren die Klasse 4A der WFO Bruneck, die Klasse 3AK der Tourismusschule Villa Blanka Innsbruck und die beiden Klassen 4A und 4B des Istituto P. Artigianelli aus Trient. Der Wettbewerb wurde vom Büro der Europaregion in Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsverbänden und den Schulverwaltungen der Europaregion organisiert.

Die drei Siegerklassen aus der Europaregion Tirol vor der EURAC in Bozen.

Waldgries“ 2013, Christian Plattner, Ansitz Waldgries; „Südtirol St. Magdalener classico mit Schutzzeichen“ 2013, KeG Bozen; „Südtirol St. Magdalener classico Pfannenstielhof“ 2013, Johannes Pfeifer, Pfannenstielhof; in der Kategorie „Der andere Vernatsch“: „Südtirol St. Magdalener classico Ansitz Waldgries“ 2012, Christian Plattner, Ansitz Waldgries. Eine eigene Verkostungskommission aus privaten Weingenießern wählte aus den Siegerweinen ihren Favoriten. Nach eingehender Verkostung schließlich wurde der „Südtirol Kalterersee Auslese classico superiore“ 2013, KG Schreckbichl zum Publikumsliebling des Vernatsch Cup 2014 erkoren. Zur abschließenden Vernatsch-Gala 2014 servierte Küchenchef Mauro Buffo Köstlichkeiten aus der Hotelküche.

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s�dtiroler landwirt   nr.11   6. 6. 2014

„Sparer werden schleichend enteignet“ Auf dem 14. Raiffeisen-Anlegersymposion lobte der renommierte Finanzexperte Max Otte die Arbeit der Raiff­ eisenkassen. Und er sprach von der schleichenden Enteignung durch die Niedrigzinspolitik. „Politik kontra Wirtschaft. Ist unser Wohlstand haltbar?“ Unter diesem Motto stand das 14. Anlegersymposion des RaiffeisenInvestmentClubs in Bozen. Wirtschafts- und Finanzexperte Max Otte zeichnete ein Bild der aktuellen Marktentwicklung. Dabei warnte er vor dem schleichenden Umbau unserer Gesellschaftsordnung zu einer Finanztechnokratie – einer Planwirtschaft, bei der Kapitalverwalter wie Investmentbanken und Hedgefonds die Herrschaft zu Lasten der produktiven Unternehmer und des Mittelstandes übernehmen. Die Raiffeisenkassen und Sparkassen bildeten ein wichtiges Gegengewicht. „Wäre das Finanzsystem der Welt vor allem genossenschaftlich organisiert, gäbe es keine Finanzkrisen, und der Mittelstand hätte auch genug Kredite.“ Die Sparer würden aufgrund der herrschenden Finanzrepression schleichend enteignet. Die Kaufkraft schmilze unmerklich, aber nachhaltig, meinte der renommierte Wirtschafts- und Finanzexperte.

Max Otte, renommierter deutscher Wirtschaftsund Finanzexperte

Christoph Prantner, Redakteur des Wiener „Standard“

Christoph Prantner, Redakteur des Wiener „Standard“, sprach darüber, wie die europäische Außenpolitik unser Leben beeinflusst. Der gebürtige Vinschger forderte eine stärkere gemeinsame EU-Außen- und Sicherheits-

politik. Denn neben den nationalen Interessen der Mitgliedsstaaten gehe es zunehmend um jene der gesamten EU. „Europas Außenpolitik steht erst ganz am Anfang“, meinte Prantner.

Sozial und kreativ Ob Jung, ob Alt, Frau oder Mann, Einheimisch oder Migrant – Menschen mit kreativen Ideen werden in der offenen Werkstätte in der Bozner Quireiner Straße ohne hohen finanziellen Aufwand in unterschiedlichen Handfertigkeiten angewiesen. Filzen, Nähen, Stricken, Arbeiten mit Glas, Holz oder Metall werden in der Werkstatt in Kursen angeboten. Auf diese Weise entstehen in Einzelbetreuung oder Gruppenarbeit besondere Einzelstücke. „Unsere Arbeit ist zum Nutzen der Allgemeinheit“, betont Geschäftsführerin Monika Brugger. Im vergangenen Jahr haben 600 Menschen den Weg in die offene Werkstätte gefunden, und dort gearbeitet. Auch heuer rechnen die 26 Mitglieder der Sozialgenossenschaft mit

einer Steigerung der Teilnehmerzahlen. Obmann Reinhold Pitschl betonte Rolle und Bedeutung der Einrichtung. Dennoch, obwohl Manu vom Amt für Familie, Amt für Freizeit, von der Stadtgemeinde Bozen und von der Raiffeisenkasse Bozen als Sponsor unterstützt wird, steht die Finanzierung auf keinen soliden Beinen. Deshalb haben die Verwaltungsräte auf der letzten Vollversammlung – im Beisein von Landesrätin Martha Stocker – den Entschluss gefasst, alles daran zu setzen, neue Finanzierungsquellen zu erschließen. So werden neue Projekte mit Institutionen und Behörden angepeilt, aber auch private Unternehmen wie z. B. im Bereich Personalentwicklung angesprochen. Anfang Mai wurde der erste Koffermarkt organisiert. Mitte Mai lud

Die Werkstatt der Sozialgenossenschaft Manu in Bozen steht Jung und Alt zur Verfügung.

die Genossenschaft am Familientag zum Tag der offenen Tür. In den Sommermonaten stehen erneut die Kinderferien auf dem Programm. Mehr dazu unter: www.manu.bz.it.

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

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Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)

Foto unten: Vinzenz Hilber • Foto oben: Sabine Weissenegger

Die Sozialgenossenschaft Manu in Bozen betreibt eine Werkstatt der besonderen Art, in der man seiner Kreati­ vität freien Lauf lassen kann.


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