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raiffeisen

23. 5. 2014    nr.10    s�dtiroler landwirt 23. mai 2014   nr.10/57.Jg.    s�dtiroler landwirt

SONDERDRUCK, SUPPL . S.I.A.P. 50%

Raiffeisen Mitteilungen des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Aktionäre und Kunden der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG können sich über die Bilanz 2013 freuen. Positive Zahlen allenthalben.

Von Kreditklemme keine Spur! Die Raiffeisen Landesbank hat auf der Jahresvollversammlung im Raiffeisenhaus in Bozen eine überaus erfreuliche Bilanz vorgelegt. Unkenrufen zum Trotz. Die Kennzahlen bestätigen den eingeschlagenen Kurs.

„Das Jahresergebnis 2013 ist außerordentlich gut. Die Kredite an Südtiroler Unternehmen, welche den Höchststand seit unserer Gründung erreicht haben, und die im Eigenportfolio gehaltenen Staatspapiere haben gute Erträge erwirtschaftet. Wir sind sehr zufrieden“, fasste Präsident Michael Grüner in seinen Ausführungen auf der Jahresvollversammlung zusammen.

Wirksame Zusammenarbeit Obwohl das wirtschaftliche Umfeld „denkbar schwierig“ war, hat die Raiffeisen Landesbank ihre Ziele erreicht.

Die enge Zusammenarbeit mit den 47 Südtiroler Raiffeisenkassen hat es erneut ermöglicht, zukunftsträchtige Kredite für Investitionen der Südtiroler Betriebe bereitzustellen. Mit der Entwicklung des Kreditvolumens von 400 Mio. Euro im Jahr 2003 auf 1,3 Mrd. Euro im Jahr 2013 weist die Raiffeisen Landesbank seit über zehn Jahren eine kontinuierliche Steigerung der Ausleihungen vor und zeigt die Solidität des Unternehmens auf. „Während italienweit und auch lokal von einer Kreditklemme gesprochen wird, haben wir im Jahr 2013 das höchste Kreditvolumen seit Bestehen erreicht“, unterstrich Generaldirektor Zenone Giacomuzzi nicht ohne Stolz.

Kundeneinlagen gewachsen „Raiffeisen bietet Sicherheit und die Garantie, dass die Gelder im Land bleiben. Auch bei den Einlagen sehen wir, dass unsere Kunden uns vertrauen“, sagt Giacomuzzi. Vertrauen ist ein wesentlicher Wert, den die Raiffeisenkassen und die Raiffeisen Landesbank trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise bei ihren Kunden und Mitgliedern in einem erhöhten Maß genießen. Die Einlagen von Kunden erreichten den Wert von 795 Mio. Euro (+33,57 Prozent), wobei die Gesamteinlagen um 12,83 Prozent auf insgesamt 1.256 Mio. Euro anstiegen. Die indirekten Einlagen be-

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kellereigenossenschaften

Georg Höller ist neuer Obmann Anfang Mai hat der Verband der Kellereigenossenschaften seinen Verwaltungsrat neu bestellt. Nach 30 Jahren löste Georg Höller, Obmann der Kellerei Terlan, Langzeit-Obmann Anton Zublasing bei der Wahl ab. Ihm zur Seite steht als Vizeobmann Andras Kofler, Obmann der Kellerei Kurtatsch. In den Verwaltungsrat wurden Maximilian Niedermayr (Kellerei Schreckbichl), Leopold Kager (Kellerei St. Pauls) und Helmuth Hafner (Kellerei Kaltern) gewählt.

s�dtiroler landwirt   nr.10   23. 5. 2014

liefen sich auf 2.001 Mio. Euro (+6,56 Prozent). Der Zinsüberschuss konnte um 10,99 Prozent gesteigert werden, der Provisionsüberschuss liegt mit 9,57 Mio. Euro um 11,89 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Kursgewinne der Staatsanleihen im Eigenportfolio leisteten einen entscheidenden Beitrag zu den Betriebserträgen. Das Spitzenergebnis vom Vorjahr konnte wiederholt werden.

Ausleihungen

Statistik der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG 2004–2013 (in Euro und %)

1.500.000.000 +4,05%

+6,56%

1.250.000.000

+6,76% +16,88%

Solide Rentabilität Der Gewinn vor Steuern mit 25,6 Mio. Euro (-2,67 Prozent) wurde auf dem hohen Niveau von 2012 gehalten. Trotz einer außerordentlich belastenden einmaligen Sonderbesteuerung der Banken konnte ein Reingewinn von 15,3 Millionen Euro (-10,9 Prozent), der zweitbeste Gewinn in der Unternehmensgeschichte, geschrieben werden. An die Aktionäre wurden Dividenden von 10 Prozent des Gesellschaftskapitals ausgeschüttet. Was das laufende Geschäftsjahr anbetrifft, so rechnet die Landesbank mit einem weltweit anhaltenden Wirtschaftswachstum, das auch in Europa und in Südtirol sich etwas positiver auswirken wird, als letzthin prognostiziert. Mehr dazu unter www. raiffeisenlandesbank.it

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Das Kreditvolumen der Raiffeisen Landesbank ist in den vergangenen zehn Jahren von 400 Mio. Euro auf 1,3 Mrd. Euro kontinuierlich gestiegen.

„Viel Liebe zu den Tieren!“ Auf der Vollversammlung des Sennereiverbandes wurde der beste Milchlieferant Südtirols 2013 ausgezeichnet. Es ist dies die Familie Hainz vom Ehrenreicherhof in Pfalzen.

Georg Höller ist neuer Obmann des Verbandes der Kellereigenossenschaften.

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„Viel Fleiß, Hygiene, die Liebe zu den Tieren, etwas Glück, aber auch der gute Service der Sennerei“, so fasst Christina Hainz die Gründe zusammen, die zur Auszeichnung geführt haben. Zusammen mit ihrem Mann David, der vor seiner Pensionierung über 20 Jahre im Milchhof Bruneck gearbeitet hat und Sohn Fabian, der gleichzeitig auch Heizwart im Fernheizwerk ist, bewirtschaftet sie den Ehrenreicherhof. Im Stall stehen 12 Melkkühe, zum Großteil Pinzgauer. Das Jungvieh wird in einem Partnerbetrieb aufgezogen. Entgegen dem Trend hat die Familie Hainz im Jahr 2000 bewusst die Entscheidung getroffen, sich auf die Milchproduktion zu verlegen. Durch die Flurbereinigung war ein Neubau der Hofstelle am eigenen Grundstück außerhalb des Dorfes möglich. Seit 2001 stellt der Ehrenreicherhof durchschnittlich 75.000 Liter im Jahr an die Bergmilch Südtirol. Das Füttern übernimmt Vater David, für das Melken ist Mutter Christina zuständig, die bei kranken Kühen auf Homöopatie setzt. „Eine pünktliche Abholung der Milch ist für die Qualität ebenso wichtig“, ist sie überzeugt. Der Hof verfügt über 2,5 ha Eigengrund und 4,5 ha sind gepachtet.

Die Familie Hainz vom Ehrenreicherhof in Pfalzen liefert die beste Milch Südtirols.


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23. 5. 2014    nr.10    s�dtiroler landwirt

„Neue Genossenschaftsformen!“ Der Landeshauptmannstellvertreter und Landtagsabgeordnete Christian Tommasini ist in der neuen Landesregierung unter anderem auch für das Genossenschaftswesen zuständig. Raiffeisenverband: Herr Tommasini, das Genossenschaftswesen hat in unseren Breiten eine mehr als hundertjährige Tradition. Welche Rolle werden Genossenschaften in der nächsten Zukunft spielen? Christian Tommasini: Über die Jahre haben sich Genossenschaften in bestimmten Bereichen als die ideale Methode zur Sicherung der Interessen unserer Bevölkerung erwiesen. Ich denke dabei an die Landwirtschaft und die Raiffeisenkassen. Die größten Entwicklungsmöglichkeiten sehe ich heute im gesamten Dienstleistungssektor, besonders in den Bereichen Energieproduktion und Energieversorgung, Social Housing, Sozial- und Gemeinschaftsgenossenschaften. Wie gedenken Sie die in Südtirol tätigen Genossenschaften in einer Zeit zu unterstützen, in der die öffentlichen Ausgaben und Beiträge schrumpfen?

Ich möchte hervorheben, dass die im vergangenen Oktober genehmigten Kriterien den Schwerpunkt stärker auf die Qualität der Initiativen verlegen. Insbesondere setzen wir auf die Förderung von Projekten, die von Genossenschaften mit ausreichenden Eigenmitteln, einem Businessplan und einer fähigen Führung eingereicht werden. Das Assessorat hat außerdem einige Projekte ins Leben gerufen, in deren Rahmen zusammen mit den Interessenverbänden einige aktuelle Themen behandelt werden. Wir möchten zum Beispiel die Eingriffsmöglichkeiten im Falle einer Unternehmenskrise verbessern, die Ausbildung, das Führungspersonal von Start-ups und Sozialgenossenschaften fördern sowie an Schulen und Universitäten verstärkt über das Genossenschaftswesen informieren – vor allem über innovative Konsumgenossenschaft, die in Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern verschiedene Dienste im Einzugsgebiet anbieten.

» Wir möchten die soziale Innovation fördern, die qualifizierte Arbeitsplätze schafft. « • Entwicklung von Führungsqualitäten und entsprechenden Instrumenten für Management und Verwaltung von Start-ups und Sozialgenossenschaften sowie vergünstigter Zugriff auf Darlehen. • Schaffung von Genossenschaften und Genossenschaftsnetzwerken. • Entwicklung neuer Genossenschaftsformen, die dem zunehmenden Bedarf an Diensten für Personen und Gemeinschaften entgegenkommen. Das Land Südtirol wendet lediglich 0,6 % des BIP für Forschung und Innovation auf, das Trentino hingegen 1,8 %. Planen Sie diesbezüglich Maßnahmen, und falls ja, welche?

Natürlich steht das Genossenschaftswesen für bestimmte Werte und eine Art des Unternehmertums, welche die Person und die Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt. Wir möchten daher vor allem die soziale Innovation und die Schaffung neuer Genossenschaftsformen fördern, die ihrerseits qualifizierte Arbeitsplätze und Unternehmensnetzwerke schaffen. Wir bieten verstärkt in diesem Bereich Anreize und möchten entsprechende neue Förderungsmethoden ausarbeiten.

Welche Aspekte des Genossenschaftswesens möchten Sie während dieser Legislaturperiode besonders stark fördern?

Im Wesentlichen will sich das Assessorat in enger Zusammenarbeit mit den Genossenschaften auf folgende Schlüsselthemen konzentrieren: • Information über das Genossenschaftswesen als Form der selbständigen Erwerbstätigkeit, besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Schulen und Universitäten;

genossenschaften

Bessere Abstimmung „Wir werden den Austausch intensivieren“, sagte Christian Tommasini, neuer Landesrat für Genossenschaftswesen, nach dem ersten Treffen mit Vertretern der Genossenschaftsverbände Südtirols, an dem auch die Führungsspitze des Raiffeisenverbandes Anfang Mai teilgenommen hat. Manuela Paulmichl, Direktorin des zuständigen Landesamtes, nutzte den Austausch, um u. a. über die Neuerungen der Förderkriterien zu informieren. Eines der Ziele sei eine bessere Abstimmung zwischen Politik und Genossenschaften.

eu-ausschuss

Grenzüberschreitende Kooperationen Bei einem Gespräch am runden Tisch bezeichneten Führungskräfte der europäischen Warengenossenschaften grenzüberschreitende Kooperationen von Genossenschaften als Erfolgsmodell. Die Sicherung des Einflusses der Mitglieder und das professionelle Management als wichtige genossenschaftliche Grundprinzipen, seien dafür eine wichtige Voraussetzung. Darüber waren sich auf dem Forum, das der EUAusschuss der ländlichen Genossenschaften (COGECA) kürzlich in Berlin organisiert hat, alle einig.

Christian Tommasini vom Partito Democratico ist der neue Landesrat für Genossenschaftswesen.

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s�dtiroler landwirt   nr.10   23. 5. 2014

Neue Studie vorgestellt Die „Perspektiven des Genossenschaftssektors in Südtirol“ ist der Titel einer neuen Studie, die von der Europäischen Akademie EURAC erstellt wurde.

Vollversammlung Der Raiffeisenverband lädt alle Mitglieder zur ordentlichen Vollversammlung am Freitag, den 13. Juni 2014 im Pavillon des Raiffeisenverbandes in Bozen. Außerordentliche Vollversammlung Beginn 9 Uhr Tagesordnung • 1. Beschlussfassung über die Änderung des Artikels 2 des Statuts Ordentliche Vollversammlung Tagesordnung A) Interner Teil: Beginn 9.30 Uhr • 1. a) Vorlage der Bilanz zum 31.12.2013 und der Bilanzberichte sowie Beschlussfassung darüber • b) Vorlage der konsolidierten Bilanz zum 31.12.2013 B) Öffentlicher Teil: Beginn 10 Uhr • 2. Begrüßung der Ehrengäste • 3. a) Bericht des Verbandsobmannes • b) Bericht des Generaldirektors • 4. Grußworte • 5. Allfälliges

Die Führungsspitze des Raiffeisenverbandes der Landesbank zusammen mit den Leitern der Studie von der Europäischen Akademie nach der Präsentation im Raiffeisenhaus.

Die wissenschaftliche Studie, die vom EURACInstitut für Regionalentwicklung und Standortmanagement erhoben wurde, analysiert genossenschaftliche Unternehmen und ihre Interaktionen im Rahmen des genossenschaftlichen Verbundes. Besonderes Augenmerk legt die Studie dabei auf die Rolle der Genossenschaften und ihrer Verbundnetzwerke für die regionale wirtschaftliche Entwicklung. „Mit der neuen Studie hat die Raiffeisen-Organisation in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Genossenschaftswesen in Südtirol einen neuen Weg beschritten“, erklärt Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes. Konkret erhebt die Studie am Beispiel des Raiffeisensektors in Südtirol den Beitrag, den das Genossenschaftswesen zu einer nachhaltigen regionalen Entwicklung leistet. Die Studie

wählt dabei einen interdisziplinären Ansatz und vereint rechtswissenschaftliche, ökonomische und empirisch-soziologische Aspekte. Neue Erkenntnisse bringt die wissenschaftliche Studie speziell zu den Themen Mitgliederförderung, Mitgliederinteresse und „Netzwerkstrukturen im Verbund“ sowie zur Thematik der Regionalentwicklung und zu neuen unternehmerischen Möglichkeiten im Genossenschaftsbereich. „Die Ergebnisse der Studie untermauern die wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz der Genossenschaften und im Besonderen der Raiffeisen-Genossenschaften. Ich würde mich freuen, wenn diese Erkenntnisse dazu beitragen können, dass bei Institutionen und generell in der Öffentlichkeit die Genossenschaften entsprechende Beachtung fänden und wenn die Studie als Ansporn für weitere Vertiefungen dienen kann“, sagt Gasser.

Raiffeisen Weiterbildungskurse kursangebot

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Professionelle Rhetorik und Körpersprache: Die Macht des Wortes gezielt einsetzen

03.–04.06.2014

Hotel Eberle/Bozen

Qualifizierung Risikocontrolling für Mitarbeiter Risikocontrolling

04.06.2014

Hotel Eberle/Bozen

Verwaltungs- und Aufsichtsrat aus Sicht der Revision

05.06.2014 14.00–18.00 Uhr

Hotel Eberle/Bozen

Gen. Führung: Wie Werte Wirklichkeit werden

10.–11.06.2014

Kloster Neustift

BASEL III: Informationstagung zu den Neuerungen im Meldewesen

10.06.2014 14.30–17.00 Uhr

Pavillon im Raiffeisenhaus, Bozen

Organisationsentwicklung kompakt für Obmänner, Aufsichtsratsvorsitzende

12.06.2014 14.00–18.00 Uhr

Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn

Die glorreichen 7 – Diese Produkte sollte jeder Kunde haben

12.06.2014

Hotel Eberle/Bozen

Vertrieb Quo Vadis? Genossenschaftliche Stärken im neuen Gewand

13.06.2014

Hotel Eberle/Bozen

BWL Crashkurs für Verwaltungs- und Aufsichtsräte

13.06.2014

Ansitz Kandelburg

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

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Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)


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