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RM19 vom 25.10.2013

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Raiffeisen Mitteilungen

des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die Postpolizei warnt vor Trickbetrügern im Internet, die in letzter Zeit immer häufiger auch private Computer anzapfen. Auf der RIS-Fachtagung im Raiffeisenhaus wurde u. a. auch darüber diskutiert.

Computer vor Hackern schützen

Aktuelle Projekte und Vorhaben des Raiffeisen Informationssystems (RIS) standen im Mittelpunkt der jährlichen Fachtagung für Geschäftsführer und EDV-Koordinatoren, die Anfang Oktober im Raiffeisenhaus stattfand.

„Trotz der raschen Entwicklung in der Informationstechnologie darf der Blick auf die langfristige strategische Ausrichtung nicht verloren gehen“, sagte Alberta Egger, Leiterin der Hauptabteilung RIS. Immer wichtiger würden IT-Governance, IT-Risikomanagement, eine auf SOA ausgerichtete Software-Architektur und die Multikanalität. Letzterer trägt auch die neue Softwarearchitektur für die Bankenanwendung M3 Rechnung, die ab Ende 2014 schrittweise die seit 20 Jahren verwendete Bankensoftware M2 ersetzen wird. Dabei handelt es sich um eine Webanwendung mit einheitlicher grafischer Benutzeroberfläche, erklärte Projektleiter Peter Franceschini.

Dokumenten-Management

Paolo Gatelli, Research Manager im Forschungsinstitut CeTIF und Dozent an der Universität Cattolica, informierte über die Vorteile der grafometrischen Unterschrift, die wesentlich zu einem papierlosen DokumentenManagement beiträgt. Beispielsweise können Bankkunden damit am Schalter Bankbelege digital auf einem Unterschriftstablet signieren; die Belege stehen dann jederzeit über das Dokumenten-Management bereit und sind gesetzeskonform archiviert. Manuel Spada, Abteilung IT-Lösungen Banken, informierte über das neue Dokumenten-Managementsystem ELO (Elektronischer Leitz-Ordner), wel-

ches künftig das Belegearchiv und das Raiffeisen Dokument Management System (RDMS) ersetzen wird. 17 Mio. elektronische Dokumente – von Kontoauszügen, Buchungsbelegen bis Transparenzmitteilungen – wurden bereits in das neue System übernommen. Informiert wurde auch über Neuerungen bei den Anwenderprogrammen für Darlehen und für Konditionenverwaltung.

Zusammenarbeit mit Postpolizei

Beamte der Postpolizei Bozen informierten über die steigende Internetkriminalität im Finanzbereich, über Phising-Methoden und Präventionsmöglichkeiten. Eine neue natio-

sozialgenossenschaften

Keine Erhöhung der Mehrwertsteuer

Ursprünglich wollte die italienische Regierung den Sozialgenossenschaften eine höhere Mehrtwertsteuer aufbrummen. Bei bestimmten Leistungen sollte der Steuersatz von 4 auf 10 Prozent angehoben werden. Doch gelang es der Regierung Letta bei dem Stabilitätsgesetz, das vergangene Woche vom Parlament verabschiedet wurde, die fehlenden 130 Mio. Euro anderswo aufzutreiben, was die Alleanz der Sozialgenossenschaften Italiens positiv begrüßte.

raiffeisenkasse bruneck

Neue Bronzebüste enthüllt

So sieht der Künstler Franz Kehrer den Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Aus Anlass des 125. Todestages von Friedrich Wilhelm Raiffeisen hatte die Raiffeisenkasse Bruneck den Gadertaler Künstler Franz Kehrer damit beauftragt, eine Bronzebüste zu entwerfen. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste, der Führungsspitze der Kasse und des Aufsichtsrats-Vorsitzenden und gleichzeitigen RVS-Obmann Heiner Nicolussi-Leck, wurde diese kürzlich feierlich enthüllt. Sie ist Teil der ständigen Ausstellung zur Geschichte der Raiffeisenkasse im Erdgeschoss des Turms.

nale Plattform für die Datenerfassung zur Bekämpfung von internet-basierten Betrugsfällen soll den Informationsaustausch zwischen Postpolizei und Banken verbessern; Raiffeisen gehört zu den Pilotanwendern. Auf diese Weise könne im Betrugsfall rasch gehandelt, betroffene Konten blockiert und die Täter ausgeforscht werden. Die Postpolizei

sei erster Ansprechpartner für die Banken im Bereich der Internetkriminalität, betonten die Beamten.

Robert Hartner, Leiter IT-Sicherheit, verwies auf die hohe Sicherheit des Raiffeisen Online Banking. Angriffsziele von Hackern seien in erster Linie die häufig unzureichend geschützten PCs der Nutzer.

Sturm und Schnee im Vinschgau

Sturmböen gepaart mit einem frühen Kälteeinbruch – dieses außergewöhnliche Wetterphänomen hat im Vinschgau Schäden verursacht, deren Ausmaß nun quantifiziert wurde.

In den Abendstunden des 10. Oktober zog ein Sturm über den Vinschgau hinweg. Besonders stark wurde der Schuttkegel bei Kortsch und Allitz am Vinschger Sonnenberg in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Sturm setzte starker Schneefall ein. Er hinterließ umgeknickte Obstbäume, zerstörte Hagelnetze und Betonsäulen. Am meisten betroffen sind Mitglieder zweier Obstgenossenschaften: Die Obstgenossenschaft Geos beklagt auf ca. 25 ha einen Ausfall von etwa 60.000 Bäumen mit 2400 Tonnen Äpfeln, die Obstgenossenschaft Alpe beziffert den Schaden mit ca. 16.000 Bäumen auf fünf Hektar mit ca. 400 Tonnen Äpfeln.

„In Anbetracht der Tatsache, dass wir bei einer Anlieferungsmenge von 1000 Hektar liegen, sind 25 Hektar schon zu verkraften“, sagt Karlheinz Wörnhart, Geschäftsführer der Geos. Dennoch – gibt er zu bedenken – gäbe es im Einzelnen sehr wohl Härtefälle, denn der Ertragsausfall muss auf drei Jahre berechnet werden, bis die Neuanlagen Früchte bringen. „Nicht alle Mitgliedsbauern sind versichert“, bestätigt Reinhard Ladurner, Geschäftsführer der Obstgenossenschaft Alpe, wobei im

Einzugsgebiet der Alpe auch keine Hagelnetze verwendet werden. Sollte es zu existenzbedrohenden Schäden gekommen sein, wolle man versuchen, Hilfen der öffentlichen Hand zu erhalten.

und Schneemassen

Kortsch knapp vor der Ernte umgeknickt.

Alberta Egger, Leiterin der Hauptabteilung RIS, rechts Raffaello De Siati und Salvatore Tarantino von der Postpolizei Bozen
Sturm
haben ganze Obstanlagen bei

Gutscheine für Biokäse und Biobutter

Vergangene Woche hat Ethical banking in Bozen ein neuartiges Projekt vorgestellt: das Projekt „Hofkäserei Englhorn“. Der Schleiser Bauer Alexander Agethle verkauft Käsegutscheine. Eine neue Form des Wirtschaftens.

Seit über einem Jahrzehnt verarbeitet Alexander Agethle zusammen mit seiner Familie in seiner kleinen Hofkäserei in Schleis die Milch zu qualitativ hochwertigem biologischen Rohmilchkäse. Mit dem Erwerb der am Hof angrenzenden alten Dorfsennerei von Schleis hat der findige Bauer diese Idee geboren und damit neue Verkaufswege betreten. Beim sogenannten „Crowdfunding“ beteiligen sich viele Menschen als Geldgeber an einem Projekt. So kaufen in diesem Fall Interessierte Käsegutscheine am Hof in Schleis, die für die kommenden 10 Jahre ihre Gültigkeit behalten. Der Käufer, der einen Vertrag unterschreibt, bekommt auch in zehn Jahren – unabhängig von Teuerung und Geldentwertung – dieselbe Menge biologischen Rohmilchkäse. Anstelle von Käse können Unterstützer auch die anderen am Hof erzeugten Produkte wie Butter oder Getreide erwerben.

Dafür hat Agehtle das „Englhorn“ erfunden, das er als ersten Schritt in Richtung eigenständige Währung erachtet. Für 500 € gibt es 110 Gutscheine zu je einem Englhorn. „Es ist für beide ein Gewinn“, meint Agethle. „Wir bekommen Geld, das wir sofort investieren können, und der Kunde auch in zehn Jahren

Martha Kob hat soeben den Vertrag unterschrieben und Englhörner gekauft. Im Bild mit Alexander Agehtle samt Frau Sonja Sagmeister und rechts Helmut Bachmayer (Ethical Banking)

trotz der Inflation dieselbe Menge Käse.“ Agehtle, der auf verschiedene gut funktionierende Vorbilder im deutschsprachigen Ausland zurückgreift, dämpfte bei der Präsentation in Bozen aber auch allzu hohe Erwartungen seitens der Kunden. „Wir sind Milchbauern und werden bei unserer Pro-

duktpalette bleiben“, so Agethle. Der Förderverein Ethical Banking der Raiffeisenkassen mit Helmut Bachmayer an der Spitze unterstützt das Projekt und bringt den für die Sanierung der Hofkäserei verbleibenden Fehlbetrag auf. Mehr dazu unter: www.ethicalbanking.it

„Amt nicht auf die leichte Schulter nehmen“

Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Haftung von Verwaltern und Aufsichtsräten in Gesellschaften werden immer umfangreicher. Die permanente Weiterbildung im Bereich der Rechtsnormen ist unabdingbar, meint Marco Cian, Professor für Handelsrecht an der Universität Padua.

Herr Professor Cian, der Raiffeisenverband und die Notarkammer Bozen haben kürzlich einen Lehrgang zur „Höheren Ausbildung im Gesellschaftsrecht“ veranstaltet. Was waren die wichtigsten Ziele?

Marco Cian: Die moderne Wirtschaft basiert heute vor allem auf die Unternehmensformen der Gesellschaft, wobei in unserem Gebiet die G.m.b.H und die Genossenschaft am weitesten verbreitet sind. Die Kenntnis der Grundregeln dieser Unternehmensformen ist also wesentlich. Die rechtliche Materie ist komplex und unterliegt ständigen Neuerungen. Darin liegt auch die Rechtfertigung für

eine höhere Ausbildung, nämlich betroffenen Akteuren wie Verwaltern, Freiberuflern, Unternehmern oder Bankenvertretern eine angemessene Vertiefung der wichtigsten Aspekte im Gesellschaftsrecht und aktualisierte Informationen zu bieten.

Das Gesellschaftsrecht regelt die Sorgfaltspflicht und Haftung der Verwalter streng und genau. Lässt sich diese Regelung eins zu eins auch auf die zumeist „ehrenamtlichen“ Verwalter der Genossenschaft übertragen?

Ganz allgemein gesprochen darf heute niemand mehr glauben, sein Amt als Verwal-

tungsrat auf die leichte Schulter nehmen zu können. Dies gerade in der derzeitigen Krise, in der viele Unternehmen vom Konkurs bedroht sind und die Verantwortung und Haftung von Verwaltern immer stärker eingefordert wird. Auch sollte niemand glauben, vor möglichen Klagen geschützt zu sein, nur weil ihm keine besonderen Vollmachten übertragen wurden oder weil er sein Amt als Verwaltungsrat ehrenamtlich ausübt. Zwar richtet sich die aktuelle Rechtsprechung auf die jeweilige Rolle des einzelnen Verwaltungsrates, jedoch lastet auf alle Verwaltungsräte eine generelle Kontrollpflicht, die Unternehmensentwicklung zu verfolgen und zu bewerten.

Dieser Aspekt sollte nicht unterschätzt werden und gilt für Kapitalgesellschaften wie für Genossenschaften gleichermaßen.

Wie weit sollten die Kenntnisse der Verwaltungsräte von Genossenschaften im normativen Bereich heute notwendigerweise reichen?

Die gesetzlichen Vorgaben sehen u. a. vor, dass Verwalter ihre Pflichten mit einer ihrem Auftrag angemessenen Sorgfalt zu erfüllen haben. Das bedeutet nicht, dass jeder Verwaltungsrat Experte im Gesellschafts- oder Handelsrecht sein muss. Es bedeutet aber, dass er bedacht agieren, bei der Führung der Gesellschaft stets die Konsequenzen mit berücksichtigen und sich vornherein der rechtlichen Folgen seiner Handlungen voll bewusst sein sollte. Kenntnisse der Grundlagen im Gesellschafts- und Unternehmensrechts sind daher unabdingbar.

Was sind heute die zentralen Aufgaben des Aufsichtsrates in einer Gesellschaft, unabhängig ob AG, GmbH oder Genossenschaft?

Marco Cian, Professor für Handelsrecht an der Universität Padua, war Referent eines Lehrganges, der vom Raiffeisenverband und der Notarkammer Bozen unter Schirmherrschaft der Universität Padua veranstaltet wurde.

Das Kontrollorgan, also der Aufsichtsrat, hat die wichtige Aufgabe, die Arbeit des Verwaltungsrates zu überwachen. Innerhalb jeder Gesellschaft ist seine Funktion von wesentlicher Bedeutung, sowohl was den Schutz der Minderheitsgesellschafter, Dritter und auch des Marktes im Allgemeinen betrifft. Aufsichtsräte dürfen jedoch nicht in die strategischen Entscheidungen der Verwaltungsräte eingreifen oder die Unternehmenstätigkeit beeinflussen. Sie kontrollieren die Rechtmäßigkeit und damit die Einhaltung der Pflichten für eine korrekte und umsichtige Verwaltung der Gesellschaft durch die Verwalter.

Raiffeisen Weiterbildungskurse

Arbeitsschutz für Vorgesetzte von Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften 05.11.2013

Workshop Leiter Kreditabteilung – Kreditprüfung

Workshop für Banklehrlinge

Ausbildung Sicherheitsbeauftragte B–Module (á 4 Stunden jeweils vormittags und nachmittags)

Ausbildung Mitarbeiter im Servicebereich - Block II

Spielsucht für Geschäftsführer, Leiter Marktbereich, Leiter Kreditbereich, Geschäftsstellenleiter, Kundenberater

Steuerseminar – Basis

Wohnbaufinanzierung in der Praxis

Geldwäsche für Verwaltungs- und Aufsichtsräte

07.11.2013

08.11.2013

12.-14.11.2013 19.-21.11.2013

12.-14.11.2013

12.11.2013 14.30-17.00 Uhr

13.-14.11.2013

19.11.2013

20.11.2013 09.00-12.00 Uhr

Was sind die Abgrenzungsmerkmale zwischen Kontrollorgan/Aufsichtsrat und Geschäftsführung/Verwaltungsrat?

Der Aufsichtsrat überwacht, der Verwaltungsrat verwaltet. Die strategischen Entscheidungen und die Art der Umsetzung obliegen ausschließlich dem Verwaltungsrat. Eine Vermischung der Befugnisse von Aufsichts- und Verwaltungsorganen führt unweigerlich zu einem Kollaps des Unternehmens. INTERVIEW: THOMAS HANNI

Raiffeisensaal/RVS

Hotel Eberle/Bozen

Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn

Bildungshaus Lichtenburg/Nals

Hotel Eberle/Bozen

Kolpinghaus BozenJosefsaal

Ansitz Castel Kandelburg/Mühlbach

Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn

Raiffeisenverband Südtirol/Pavillon Lehrgang für Führungskräfte von Genossenschaften 2013 - 4. Betriebswirtschaft: Moul Senior

20.-21.11.2013

raiffeisen pensionsfonds

Gute Entwicklung

Die Entwicklung an den Aktienund Anleihenmärkten spiegelt sich auch in den Ergebnissen der einzelnen Linien des Raiffeisen Pensionsfonds im dritten Trimester wieder: Die Linie Safe konnte einen Wertzuwachs von +0,84% erzielen, die Linie Activity +3,01%, die Linie Dynamic 7,19%. Das verwaltete Vermögen des Raiffeisen Pensionsfonds beträgt ca. 290 Mio. Euro.

21.11.- 06.12.2013

Hotel Eberle/Bozen

Hotel Eberle/Bozen Basiskurs für neue Verwaltungs- und Aufsichtsratsmitglieder von Raiffeisenkassen

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)

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