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12. 4. 2013    nr.7    s�dtiroler landwirt 12. april 2013   nr.7/56.Jg.    s�dtiroler landwirt

raiffeisen Sonderdruck, Suppl . S.I.A.p. 50%

Raiffeisen Mitteilungen des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Modernste Kellertechnik, Qualitätsbewußtsein im Weinberg bis in den Keller machen es möglich, dass Südtirols Kellereigenossenschaften zu den besten Italiens gehören. Im Bild der Barriquekeller der Kellerei Nals Margreid-Entiklar.

Noch mehr Qualität im Weinkeller Die Weinstatistik des Raiffeisenverbandes für das Geschäftsjahr 2011/2012 zeigt einmal mehr, dass in Südtirol der Trend hin zum Anbau von Weißweinsorten und zu 0,75 l-Flaschen anhält. Erfreulicherweise konnte der durchschnittliche Auszahlungspreis an die Weinbauern und der Umsatz aus dem Weinverkauf erhöht werden. Im Geschäftsjahr 2011/2012 haben die 15 Kellereigenossenschaften Südtirols mit 326.684 dt eine Erntemenge verarbeitet, die zwar unter dem Durchschnitt lag, aber bei etwas mehr als 10% als im Jahr zuvor. Auf der Gesamtfläche von 3.381 ha lag der durchschnittliche Hektarertrag bei 96,6 dt Trauben. Der in den letzten Jahren bemerkbare Trend hin zu Weißweinsorten hält an: Mit einem mengenmäßigen Anteil von 57% haben die Weißweinsorten die Rotweinsorten bereits deutlich überholt. Insgesamt sind um 45.749 dt mehr Weißweintrauben als Rotweintrauben angeliefert worden. Der Vernatsch-Anteil

erreichte im Durchschnitt 21,1%, wobei einzelne Genossenschaften noch einen Anteil von bis zu 48% erreichen. Der Anteil der 15 Genossenschaften an der Weinproduktion Südtirols betrug im Berichtsjahr 63,7%; das sind 216.001 hl. Wird die Weinmenge der nicht Wein verarbeitenden und vermarktenden Genossenschaften dazugezählt, erhöht sich der Anteil an der Weinproduktion Südtirols auf 71,4%. Südtirols Kellereien setzen immer mehr auf Qualität. Das zeigt sich auch in der Abfüllung. Sowohl der lose Verkauf als auch der Verkauf in Literflaschen gingen weiter zurück,

während der Absatz in Originalabfüllungen (0,75-Liter) mengenmäßig weiter zugenommen hat. Der Anteil an Originalflaschen am Gesamtverkauf konnte von 54,5% auf 56,7% angehoben werden.

Sauvignon an der Spitze Der durchschnittliche Auszahlungspreis an die Traubenproduzenten stieg um 0,7% auf 184,77 €/dt (Mitglieder 185,68 €/dt). Die Rangliste der Auszahlungspreise wurde vom Sauvignon angeführt, gefolgt von den Sorten Gewürztraminer und Blauburgunder. Die

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raiffeisen

auszeichnung

E-Werk Prad bekommt Legambiente-Preis Kürzlich wurde das E-Werk in Prad am Stilfserjoch von der Umweltorganisation Legambiente in Rom mit dem 1. Preis ausgezeichnet, da es den Bedarf der Gemeinde an elektrischer und thermischer Energie zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energieträgern deckt. Georg Wunderer, Obmann des E-Werks und Vizepräsident des Südtiroler Energieverbands, hat den Preis entgegengenommen. „Für uns ist das der Beweis, dass die genossenschaftliche Idee die richtige ist, da die Infrastrukturen unmittelbar mit dem Bürger vernetzt werden und sozial verträglich sind“, sagt Wunderer. Damit gehört Prad in Italien zu den 22 „Comuni rinnovabili“, die im Jahr 2012 italienweit erhoben wurden.

s�dtiroler landwirt   nr.7   12. 4. 2013

Sorten Silvaner (+9,47 €/dt), Lagrein (+6,62 €/dt), und Gewürztraminer (+4,48 €/dt) erzielten die höchsten Preiszuwächse. Der Auszahlungspreis der Hauptsorte Vernatsch ist mit 109,34 €/dt weiter unbefriedigend, zumal der Auszahlungspreis gegenüber dem Vorjahr nur sehr geringfügig (um +0,5%) angestiegen ist. Aufgrund der höheren Anlieferungsmenge sind die Erlöse pro Hektar Rebfläche im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Durchschnittlich sind

17.851 €/ha errechnet worden, und zwar 1.460 €/ ha mehr als im Vorjahr, was 8,9 Prozent entspricht. Die höchsten Erlöszuwächse erzielten die Sorten Silvaner und Cabernet. Von allen Sorten wies lediglich die Sorte Goldmuskateller einen Erlösrückgang auf. Die traditionelle Hauptsorte Vernatsch wies den mit Abstand geringsten Erlös einer Einzelsorte aus. Der durchschnittliche Flächenertrag des Sauvignon war nahezu doppelt so hoch wie jener des Vernatsch.

Verkaufsentwicklung nach Gebinde

Ernte

Quelle: Hauptabteilung Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften

Landwirtschaft spürt die Krise kaum Die Handelskammer hat diese Woche die neuesten Wirtschaftsprognosen veröffentlicht. Sie bestätigen einen Trend. Allein die Landwirtschaft scheint weder Stagnation noch Einbußen zu kennen. Preisverleihung in Rom mit den Preisträgern aus Prad.

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Südtirols Wirtschaft wird 2013 stagnieren, wenn nicht sogar sich rückläufig entwickeln. Die Schätzungen laut Georg Lun, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts der Handelskammer, schwanken zwischen 0 bis minus 0,5 Prozent. Nur zwei Drittel der befragten Unternehmen rechnen 2013 mit zufriedenstellenden Erträgen. Dies ist das Fazit der Handelskammer, die das Wirtschaftsbarometer dieser Tage vorgestellt hat. Drei Mal im Jahr geben rund 1200 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen eine Einschätzung über die aktuelle Wirtschaftslage sowie ihre Prognosen für die naheliegende Zukunft ab. Allein der Bereich Landwirtschaft scheint von der allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung nur wenig mit zu bekommen. Im vergangenen Jahr konnten 87 Prozent der Genossenschaften den Produzenten zufriedenstellende Preise auszahlen. „Dies bestätigt, dass der landwirtschaftliche Sektor die Krise bisher am wenigsten gespürt hat“, so Lun. Die Erwartungen für das Jahr 2013 sind noch besser. Trotz der vorgesehenen Zunahme der

Produktionskosten werden fast alle Genossenschaften (97 Prozent) den Erzeugern weiterhin zufriedenstellende Auszahlungen gewährleisten, vor allem aufgrund einer positiven Entwicklung der Verkaufspreise. Speziell die Äpfel dürften durch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Ernte in Westeuropa zu interessanten Marktpreisen abgesetzt werden können. Die Erwartungen der Landwirte bestätigen den Trend.

Quelle: WIFO, Handelskammer Bozen


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12. 4. 2013    nr.7    s�dtiroler landwirt

Spargelsaison in vollem Gange Niedrige Temperaturen und der späte Wintereinbruch haben den Beginn der Spargelzeit zeitlich versetzt. Doch nun ist es soweit. Vergangene Woche fand am Festplatz von Terlan die offizielle Eröffnung statt, zu der neben Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler auch Landeshauptmann Luis Durnwalder, Landesrat Thomas Widmann und Bürgermeister Klaus Runer gekommen waren. Georg Höller, Obmann der Kellerei Terlan und Förderer der Spargelkultur, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen: „Im vergangenen Jahr hatten wir die Vollernte bereits Ende März-Anfang April, heuer zwei Wochen später. An diese Naturzyklen haben wir uns inzwischen gewöhnt“, meinte er. Aufgrund der ungünstigen Witterung, vor allem aber wegen der niedrigen Temperaturen, konnte sich die lichtscheue Frucht in den letzten Wochen nicht richtig entfalten. So konnte am Karsamstag nur 10 Prozent der sonst üblichen Erntemenge an die lokale Gastronomie geliefert werden. Die Spargelernte erreicht dieser Tage im Spargeldreieck zwischen Vilpian, Siebeneich und Terlan endlich ihren Höhepunkt. Der Spargelanbau hat hier Tradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war das Weindorf ein beliebtes Ausflugsziel der Bozner Bürger, die in den Gasthäusern den weißen Spargel genossen. Heute bauen 15 Spargelbauern, die auch

Georg Höller, Obmann der Kellerei Terlan, zusammen mit den Spargelköniginnen der letzten Jahre.

Mitglied der Kellereigenossenschaft sind, auf etwas über 10 Hektar dieses edle Gemüse an. Nach der Ernte wird es an die Kellerei geliefert, dort kontrolliert, gereinigt, sortiert und unter der Qualitätsmarke „Margarete“ vermarktet. Diese Marke wurde nun auch vom Europäischen Patentamt als schützenswert anerkannt. Die heurige Ernte wird ca. 60.000 kg betragen. Die Qualität der Spargel ist gut. Der Preis bewegt sich je nach Qualität zwischen 5,90 Euro für die Risotto-Sortierung bis 12,90 Euro pro kg für die Top-Selektion.

eu-kommission

Nutzen von Genossenschaften Im Rahmen der Studie „Support for Farmers Cooperatives“ wurden kürzlich von der EU-Kommission 78 Berichte veröffentlicht, die die zentrale Rolle landwirtschaftlicher Genossenschaften für Landwirte bestätigen. Die Vereinigungen sichern den Produzenten agrarischer Produkte eine bessere Beteiligung am Mehrwert der Lebensmittelkette und stärken ihre Position am Markt, heißt es darin. Der Dachverband der europäischen Landwirte und Genossenschaften (Copa-Cogeca), forderte daraufhin die EU-Institutionen nachdrücklich auf, diese Erkenntnisse in der endgültigen Einigung auf die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu berücksichtigen.

Neuer Gesundheitsfonds geboren Ende Februar wurde ein neuer Gesundheitsfonds gegründet, der von drei privaten Krankenversicherungsfonds getragen wird. Eine gute finanzielle Deckung im Krankheitsfall wird immer wichtiger. Das zeigt die Kostenexplosion im Gesundheitswesen und die Tatsache, dass die öffentliche Hand immer mehr Leistungen aus dem Angebot streicht. Der Wechselseitige Krankenbeistandsverein (WKV) für die Beschäftigten in der Raiffeisen Geldorganisation zielt darauf ab, die finanziellen Leistungen langfristig zu garantieren und das Leistungsangebot zu erhöhen. Um dies zu erreichen, wurde ein neuer Gesundheitsfonds mit dem Namen „Mutual.doc“ ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder sind neben dem WKV die Genossenschaft EMVA, getragen von den Kaufleuten, und die wechselseitige Hilfsgesellschaft „Mutual help“, die als offene Einrichtung agiert. „Mit dieser Gesellschaft wollen wir Synergien schaffen und die eigene Interessensvertretung stärken“, sagt Christian Tanner, Präsident des WKV. Die neue Gesellschaft vertritt mehr als 30.000 Personen in Südtirol. Die drei Gründerfonds bleiben in ihrer Eigenstän-

digkeit erhalten, nach außen hin will man aber geschlossen auftreten, denn die Herausforderungen an das Gesundheitswesen werden immer größer. Der Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus Christian Tanner (Präs.), Mauro Bazzanella, Alberto Stenico (Vizepräs.), Werner Frick, Mauro Pellegrini und Romano Siviero.

Die EU-Kommission hat den Wert landwirtschaftlicher Genossenschaften erkannt und dokumentiert.

Vorsorge durch sportliche Betätigung ist richtig. Eine gute finanzielle Deckung im Krankheitsfall, wie ihn der WKV anbietet, wird immer wichtiger.

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s�dtiroler landwirt   nr.7   12. 4. 2013

Alles für den Pflanzenschutz 600 Teilnehmer aus 37 Ländern von Kanada bis Neuseeland, 94 Vorträge: Das sind die quantitativen Zahlen zur Konferenz über die Zukunft des Integrierten Pflanzenschutzes in Europa. Organisiert wurde der Kongress von PURE, ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, der Fondazione E. Mach und dem Versuchszentrum Laimburg in Riva del Garda. Mit dabei waren auch Katharina Martini und der ehemalige Leiter des Beratungsringes Walther Waldner, der über die Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft referierte. Ausgangspunkt des Kongresses waren neue gesetzliche Regelungen, die durch die EU-Richtlinie 128/2009 zu einer Reduzierung des Einsatzes von konventionellen Pflanzenschutzmitteln führen sollen und bereits 2014 in Kraft treten. „Eine wesentliche Weiterentwicklung wird die Richtlinie in Südtirol nicht bringen, da wir schon eine Vorreiterrolle innehaben“, sagte Walther Waldner. So gibt es in Südtirol bereits seit 1997, also seit mehr als 15 Jahren eine verpflichten-

Laut EU-Richtlinie müssen auch jene Personen den Erwerb von Pflanzenschutzmitteln nachweisen, die diese im Feld ausbringen.

de Kontrolle der genormten Sprühgeräte und verpflichtende Regeln für die Aufbewahrung der Spritzmittel. Neu ist allerdings die Pflicht den Befähigungsausweis für den Erwerb aller Pflanzenschutzmittel, unabhängig von deren Gefahrenstufe, auch für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln nachzuweisen. Die bisherige Ausbildungszeit wird von drei Stunden auf voraussichtlich 20 Stunden angehoben. Nach fünf Jahren muss eine Weiterbildung nachgewiesen werden. Die Regionen und Autonomen Provinzen werden nun dazu verpflichtet die Kurse auszurichten, die bereits im Herbst starten werden. Zurzeit beraten die zuständigen Gremien auf welche Art und Weise die Kurse durchgeführt werden sollen. Bei Missachtung dieser Vorschrift verliert der Bauer die Lizenz entweder temporär oder in bestimmten Fällen zur Gänze.

Walther Waldner, der ehemalige Leiter des Beratungsringes, hielt über die Auswirkungen auf Südtirols Landwirtschaft einen Vortrag in Riva.

Raiffeisen Weiterbildungskurse kursangebot

termin

ort

Arbeitssicherheit: Jährliche Weiterbildung B+Modul

18.04.2013

Bildungshaus Lichtenburg/Nals

Entspannte Augen am PC – BASISEMINAR

18.04.2013

Bildungshaus Lichtenburg/Nals

Mein Verkausfverhalten, betrachtet durch die "Kundenbrille"

22.04.2013

Ansitz Castel Kandelburg/Mühlbach

Workshop Steuereinhebungsdienst

23.04.2013

Bildungshaus Lichtenburg/Nals

Arbeitsschutz für Vorgesetzte

24.04.2013

RK Eisacktal/Brixen

Erfolgreich investieren mit Zertifikaten für Mitarbeiter im Markt- und Innenbereich

29.-30.04.2013

Hotel Eberle/Bozen

Arbeitsschutz für Vorgesetzte

30.04.2013

RK Algund

Service-Kompetenz ist Kundenbindung für junge Mitarbeiter im Servicebereich

02.-03.05.2013

Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn

Die Vermarktung regionaler Produkte bildet noch ein Potential

vermarktung

Die Chancen der Region nutzen Die zunehmende Bedeutung von Regionalmarken stellt für die Vermarktung von Obst und Gemüse einen Trend mit vielen Chancen dar. Das ist bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Regionale Vermarktung – Fluch und/oder Segen?!“ deutlich geworden, die der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) im Rahmen seiner 40. Fachtagung für Obst- und Gemüsegenossenschaften in Berlin veranstaltet hat. Dem DRV zufolge waren sich die Referenten einig, dass die regionale Vermarktung grundsätzlich großes Potential bietet. So erhöhe beispielsweise die Personalisierung der Erzeuger auf den Produktverpackungen sowie in der Werbung die Transparenz und fördere das Vertrauen der Verbraucher. Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass die Erzeugung regionaler Produkte zu einer unerwünschten Konkurrenz mit anderen Absatzwegen führe.

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

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Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)


RM7 vom 12.04.2013