

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Neben der bereits bestehenden baut die Wohnbaugenossenschaft Kastelruth eine neue Wohnbausiedlung, die im Herbst 2014 bezugsfertig sein wird.
Wohnbau für den Mittelstand
In der Gemeinde Kastelruth entsteht eine neue Wohnsiedlung. Bei der Ausschreibung zum Zug gekommen ist auch eine Wohnbaugenossenschaft, die Wohnungen für den Mittelstand baut. Eine der ersten in Südtirol.
„Wir leisten Pionierarbeit,“ sagt Daniel Oberprantacher, Obmann der Genossenschaft Kastelruth, die sieben Mitglieder zählt und ein Mehrfamilienhaus mit Klimahausstandard A oberhalb des Dorfkerns baut. Allesamt junge Familien, die wegen ihres Einkommens nicht mehr in die Kategorie des geförderten Wohnbaus fallen, sehr wohl aber von der Mittelstandsförderung der Südtiroler Landesregierung profitieren. „Für uns ist das die einzige Möglichkeit, zu einem Eigenheim zu kommen, da meine Frau und ich arbeiten und keinen Anspruch auf eine Genossenschaftswohnung im herkömmlichen Sinne haben “, sagt Oberprantacher.
In der Erweiterungszone „Wegmacher“ wurden Wohnungen für den geförderten Wohnbau zum Teil bereits realisiert. Bis Herbst 2014 sollen die Mittelstandswohnungen bezugsfertig sein. Dieses Projekt hat Vorbildcharakter: Gemeinde, Projektanten, KVW – alle waren von Anfang an involviert. „Die Kosten sind dadurch realistisch und überschaubar“, sagt Norbert Spitaler, Projektleiter der „Arche“ im KVW. Das Vorprojekt steht, die Wohnungen werden individuell gestaltet. Auf 3000 Kubikmeter Baukubatur werden sieben Wohnungen zwischen 70 und 110 m2 gebaut. Das neue Landesgesetz sieht vor, dass Parteien die Mietwohnung nach zehn Jahren kaufen kön-
nen. Bei diesem System des sog. Mietkaufs wird der bereits einbezahlte Mietzins vom Kaufpreis abgezogen. „Ein attraktives Angebot, das viele interessiert“, sagt Spitaler. Denn damit wird der Mittelstand gefördert. Die Genossenschaft bleibt für die Laufzeit von 10 Jahren Eigentümer der Wohnungen. „Dadurch bekommt der Zusammenhalt in der Genossenschaft einen größeren Stellenwert“, meint Vize-Obfrau Sabrina Zanon.
Genossenschaftliches Modell
Nicht zuletzt durch die schwierigeren Rahmenbedingungen wie sinkende Eigenmittel
kellerei terlan
Vor 120 Jahren gegründet
Am 2. Juli 1893 gründeten engagierte Weinbauern aus Terlan die örtliche Kellereigenossenschaft. 1926 wurde der Neubau am heutigen Standort begonnen. Im Juni 2009 folgte die Eröffnung der erweiterten Kellerei mit dem neuen Porphyrkeller und zusätzlichen Lagerräumen. Hinter dem Erfolg steht ein strenger Qualitätsgedanke, der die Kellerei Terlan in den nächsten Jahren zu einer Weltmarke im Weinbereich machen soll. Dieses Ziel formuliert die Kellereiführung in ihrer Strategie 2020. „Unser Ziel ist es, die exzellente Terlaner Produktion durch konsequente Marketingund Vertriebsarbeit bis 2020 als Weltmarke für Weine im TopSegment zu positionieren“, so Verkaufsleiter Klaus Gasser.

Die Geschäftsführung der Kellerei Terlan: Hansjörg Hafner, Klaus Gasser, Georg Höller, Klaus Andergassen, Rudi Kofler, Wilhelm Tschigg
der Familien hat das genossenschaftliche Modell des Bauens in den letzten Jahren zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Allein im Vorjahr wurden 7 neue Wohnbaugenossenschaften gegründet, die dem Raiffeisenverband beigetreten sind. Seit 2001 steht den Wohnbaugenossenschaften mit der „Arche“ im KVW ein professioneller Begleiter in allen organisatorischen und praktischen Fragen zur Seite. Raiffeisenkassen und - verband betreuen Wohnbaugenossenschaften in allen genossenschaftsrechtlichen, steuer- und bilanzrechtlichen Fragen sowie in der Wohnbaufinanzierung.

Vor der Gemeinde
Projektleiter
Visionen für alpines Wohnen
Wie werden wir in 30 Jahren in Südtirol leben? Wie werden unsere Wohnungen und Arbeitsplätze aussehen? Antworten auf diese und ähnliche Fragen versuchte Dominik Matt, Professor an der Freien Universität Bozen, im Museion zu geben.
„Auch die Südtiroler Gesellschaft ist einem tiefgreifenden Wandel unterworfen“, sagte Prof. Dr.-Ing. Dominik Matt, der auf Einladung der Raiffeisenkassen Südtirols im Museion in Bozen einen viel beachteten Vortrag zum Thema „Lebensraum Morgenstadt –Vision für alpines Wohnen“ hielt. Die Südtiroler Gesellschaft von morgen wird „smart“ sein und sich nicht nur auf die energetische und bauliche Aufwertung der bestehenden physischen Strukturen limitieren, sondern in refunktionalisierten Lebensräumen leben, die sich an die veränderten Bedürfnisse und Lebensphasen der Gesellschaft anpassen.
Dynamisch und flexibel
Das Arbeitsumfeld wird hochdynamisch werden, was eine rasche und flexible Anpassung an die individuellen Bedürfnisse wechselnder ArbeitsplatzNutzer erfordern wird, um ein Maximum an Produktivität, Mobilität und Flexibilität sicherzustellen,
meinte Matt. Das Fraunhofer-Institut erstellt derzeit im Auftrag des Landes eine Strategie zur nachhaltigen Mobilität. Thomas Agostini, Vorstandsmitglied der Südtiroler Maklervereinigung, skizzierte in seinem Vortrag Aufgabe und Bedeutung seiner Berufsgruppe. Für die Bewertung einer Immobilie sei sowohl die Flächenberechnung als auch die Lage und der Zustand des Objekts wichtig.
Immobilienportal neu
Am Ende der Veranstaltung gaben Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes, und Christoph Dolar (ACC digital, Innsbruck) gemeinsam den Startschuss für den Relaunch des Immobilienportals www.wohnen-in-suedtirol. Das Portal wurde dem aktuellen technischen Standard angepasst. Mit über 4.500 Immobilienangeboten und 36.000 registrierten Benutzern ist das Immobilienportal Marktführer in Südtirol.

Dominik Matt, Professor an der Freien Universität Bozen und gleichzeitig Leiter des Fraunhofer-Instituts Italia: „Auch die Südtiroler Gesellschaft wird mobiler und flexibler – so auch Wohnformen.“
Kastelruth:
Norbert Spitaler, Vize-Obfrau Sabrina Zanon, die beiden Projektanten Robert Folie und Matthias Trebo.
„Den Bergbauern Respekt und Anerkennung“
Seit über 30 Jahren wird auf der Landesversammlung des Südtiroler Bauernbundes der Bergbauernpreis vergeben, der von Raiffeisen gestiftet wird.
„Was unsere über 6000 Bergbauern tagtäglich leisten, ist einzigartig und verdient unser aller Respekt und Anerkennung», betonte Leo Tiefenthaler, Obmann des Bauernbundes, in seiner Rede im voll besetzten Waltherhaus. Mit dem Bergbauernpreis 2013 ausgezeichnet wurden dabei drei Familien: Wolfgang und Rita Telser vom Gemassenhof in Tartsch. Neben den beiden Eheleuten helfen auch die Kinder und deren Partner mit, wenn es etwa darum geht, das Heu einzubringen oder den Urlaub auf dem Bauernhof zu betreuen. Josef und Margarete Klotz vom Stuberhof in Pawigl hoch über Lana setzen auf Grauvieh. 106 Erschwernispunkte sprechen für sich. Schließlich wurden auch Silvester und Angelica Ellecosta vom Taibun-Hof in der Gemeinde Enneberg ausgezeichnet. Sie führen den Hof im Weiler Frena im Nebenerwerb. Wolfgang Telser arbeitet als selbstständiger Waldarbeiter. Die drei preisgekrönten Familien erhielten jeweils 8000 Euro symbolisch überreicht aus der Hand von Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes Südtirol. Er unterstrich, dass mit der Vergabe der Bergbauernpreise kein

romantisches oder verklärendes Bild der Berglandwirtschaft vermittelt werde. „Vielmehr sind die Preise eine Anerkennung für eine mustergültige und zukunftsorientierte Führung des Hofes, die offen ist für technische und wirtschaftliche Innovationen, um den Hof auch für die nächste Generation attraktiv zu erhalten“, sagte Gasser in seiner Laudatio. Auch
Landeshauptmann Luis Durnwalder lobte den Einsatz der Bauernfamilien in Südtirol und verteidigte die Landespolitik der letzten Jahrzehnte zur Förderung des ländlichen Raumes. Am Ende erhielt er lang anhaltenden Applaus, da es seine letzte Rede als Landeshauptmann gewesen war und er bei den Landtagswahlen im Herbst nicht mehr antreten wird.
Jungbauernfamilie aus Terenten geehrt
Auch heuer wieder wurde auf der 43. Mitgliederversammlung der Südtiroler Bauernjugend (SBJ) in Bozen der Raiffeisen-Jungbergbauern-Preis vergeben.
Im Mittelpunkt der Versammlung Anfang März standen Manfred und Marion Priller mit Tochter Tamara und Mutter Zita vom Krautgartnerhof in Terenten. Sie erhielten in Anerkennung für ihre Leistungen für die Bewirtschaftung des Bergbauernhofes den Raiffeisen-Jungbergbauern-Preis.
„Sie, geschätzte Familie Priller, sind der beste Beweis dafür, dass sich Familie und Beruf in einer gesunden und anerkennenden Beziehung auch am Bergbauernhof von heute vereinen lassen“, sagte Heiner NicolussiLeck, Obmann des Raiffeisenverbandes in seiner Laudatio und er ergänzte: „Und wenn Sie heute den Jungbergbauernpreis erhalten, dann auch stellvertretend für alle jungen Bergbauernfamilien, deren Tätigkeit auf diese Weise auch in die Öffentlichkeit gerückt
wird.“ Der Hof von Manfred und Marion Priller liegt auf 1.550 Meter Meereshöhe, sieben Kilometer vom Dorf entfernt. Der Hof ist mit 139 Erschwernispunkten in der Höfekartei eingetragen. Den Hof hat Manfred
Priller, zweitjüngstes von elf Kindern, bereits 2001 im Alter von 22 Jahren übernommen. Trotz all der Arbeit nehmen sich Manfred und Marion Priller Zeit, sich in die Dorfgemeinschaft einzubringen.

Gruppenfoto im Waltherhaus nach der Auszeichnung mit Familie Priller und der Landesleitung.
Die heurigen Preisträger-Familien auf der Bühne des Waltherhauses im Rahmen der Vollversammlung des Bauernbundes.
Höhere Steuern – aber abgefedert
Auf einer Fachtagung im Pavillon des Raiffeisenhauses informierten die Steuerexperten des Raiffeisenverbandes die Mitgliedsgenossenschaften über wesentliche Neuerungen im Steuersektor.

Die Steuerexperten am Podium erklärten die Details der Neuerung im Steuerbereich und stellten sich den Fragen aus dem Publikum.
Die Steuerbelastung für Genossenschaften ist erneut gestiegen. Während diese in den 80er Jahren des 20. Jh.s noch wenig Einkommenssteuer IRES bezahlt haben, ist die Steuerbelastung inzwischen angestiegen.
Die letzte Steuererhöhung wurde im Geschäftsjahr 2012 greifbar. Bei landwirtschaftlichen Genossenschaften sind seither 23% (+3%), bei Konsumgenossenschaften 68% (+13%), bei sonstigen Genossenschaften wie z. B. Verbände 43% (+13%) und bei Sozialgenossenschaften erstmals 3% des Gewinns steuerpflichtig. Eine landwirtschaftliche Genossenschaft versteuert beispielsweise bei einem Gewinn von z. B. 100.000 Euro 23.000 Euro; diese werden mit 27,5% IRES besteuert, was am Ende zu einer Steuerbelastung IRES von 6,32% auf den Gewinn führt.
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Diese erhöhte Gewinnbesteuerung wird zum Teil abgefedert durch den Anreiz der Regierung am Unternehmen das Eigenkapital zu erhöhen. „Konkret heißt das, dass Genossenschaften die Verzinsung des Eigenkapitalzugangs von der Steuergrundlage IRES abziehen können“, bestätigt Markus Fischer, Leiter der Steuerabteilung im Raiffeisenverband. Der dabei festgelegte Zinssatz beträgt 3%. „Dadurch wird die höhere Steuerbelastung durch diese flankierenden Maßnahmen abgeschwächt“, so Fischer. Andere Themen, die auf der Tagung thematisiert wurden, waren u. a. die Abzugsfähigkeit der IRAP auf Personalkosten, die Ausbuchung von Kundenforderungen mit geringem Betrag, die Rückerstattung der IRES an die Genossenschaften mit Personal über die Jahre 2007 bis 2011 und die Umsetzung der EUFakturierungsrichtlinie ab 2013.
kinderfreunde
Spaß und Unterhaltung im Sommer
Auch diesen Sommer wird die Sozialgenossenschaft „Die Kinderfreunde Südtirol“ für viel Spiel, Spaß und Unterhaltung sorgen. Ziel ist es, den Familien die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und den Kindern eine sinnvolle, kreative und abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung zu bieten. Auf dem Programm stehen Kinderolympiaden, Kreativwerkstätten, Ausflüge, Picknicks im Grünen und Vieles mehr. Das Anmeldeformular kann von der Homepage (www.kinderfreunde.it) heruntergeladen werden und innerhalb 30. April per Post an den Sitz der Sozialgenossenschaft „Die Kinderfreunde Südtirol“ (AndreasHofer-Str. 50, 39031 Bruneck) gesendet werden.

Sinnvolle Freizeitgestaltung für Kinder in den Sommerferien
Padroneggiare il dialogo con i clienti di madrelingua italiana 27-28.03.2013
Personalentwicklung als Führungsinstrument in der Raiffeisenkasse für Geschäftsführer und Vizedirektoren
08.04.2013
Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84
Presserechtlich verantwortlich:
Foto: Die Kinderfreunde Südtirol
Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)