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RM21 vom 23.11.2012

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Raiffeisen Mitteilungen

des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Bislang wird nur die Hälfte von Südtirols Wäldern wirtschaftlich genutzt. Die neue Genossenschaft bietet ihre Dienste an.

Heimisches Holz aufwerten

Ende Oktober wurde in Bozen die neue Genossenschaft „WertHolz“ gegründet. Die neun Gründungsmitglieder sind überzeugt, dass der heimische Wald eine große Ressource darstellt, die es zu nutzen gilt.

Der Wald in Europa wächst um mehr als zwei Prozent im Jahr – allein in Südtirol jährlich um 1,8 Mio. Vorratsfestmeter. Gehackt werden nur 500.000 Kubikmeter Holz, das dann in den knapp 100 Südtiroler Sägewerken zu Brenn-, Schleif- oder Rundholz verarbeitet wird. Nun haben Ende Oktober neun Bauern eine neuartige Genossenschaft gegründet. Sie will brachliegende Waldflächen wirtschaftlich nutzen. „WertHolz ist die genossenschaftlich organisierte Waldbewirtschaftung“, betont Elmar Gruber, Geschäftsführer des Maschinenring Services und einer der Promotoren des neuen Projektes. Denn bislang werden nur 50 Prozent des Waldes auch wirtschaftlich genutzt. Viele Waldbesitzer kümmern sich

nicht mehr um ihren Besitz, da sie anderen Berufen nachgehen.

Ziel der neuen Genossenschaft ist es, dem Produkt Holz neuen Wert zu geben. Alle Südtiroler Waldbesitzer können Mitglied der Genossenschaft werden, im Speziellen jene, die ihren Wald wirtschaftlich nicht nutzen, die Bewirtschaftung und den Verkauf auslagern wollen, keine Ausrüstung für Waldarbeit besitzen, wenig forstwirtschaftliches Wissen und wenige Vermarktungsverbindungen haben. „Besser spät als nie“, sagt Obmann Franz Tauferer, vom Furnerhof in Steinegg, in einer ersten Reaktion. „Wir wollen von Anfang an absolute Transparenz und haben deshalb auch die Genossenschaft als Rechtsform gewählt“,

betont Tauferer, der seit 1995 Gemeinderat von Steinegg und zuständig für die Forstwirtschaft ist.

Service rundum angeboten

Das landwirtschaftliche Produkt Holz soll durch die Genossenschaft eine Vermarktungsplattform erhalten, damit eine Sicherstellung der Bewirtschaftung von Südtirols Wäldern auf Dauer gewährleistet werden kann. Die Genossenschaft erledigt den Mitgliedern eine komplette Dienstleistung: von der Beratung zur Bewirtschaftung des Waldbesitzes, der Schlägerung, der Sortierung, dem Abtransport und Verkauf. Als Mitglied übergibt der Wald -

saatbaugenossenschaft

Kartoffelernte

Im Pustertal wurden auf 150 Hektar Kartoffeln geerntet.

Die Pustertaler Saatbaugenossenschaft mit Sitz in Bruneck hat 115 Mitglieder. Bei der traditionellen Jahresvollversammlung Ende Oktober in Dietenheim wurden die Bilanzzahlen des Geschäftsjahres 2011/2012 präsentiert. 80 Bauern haben auf 150 Hektar Kartoffeln geerntet. Insgesamt wurden 5.712.816 Kilogrammm (–6,86 %) bei einem Durchschnittsertrag von 39.579 kg/ha angeliefert. Der durchschnittliche Auszahlungspreis der Saatkartoffeln betrug 0,3262 Euro je Kilogramm (–6,36 %).

besitzer der Genossenschaft den Auftrag und erhält am Ende eine Abrechnung bzw. die Auszahlung seines Gewinnes. So weiß er seinen Wald in professionellen Händen, hat eine garantierte Holzabnahme und einen konstanten Ertrag.

Die Voraussetzungen für den Beitritt zur Genossenschaft sind klar umrissen: Mitglied kann nur ein Waldbesitzer oder Verwalter von Waldflächen in Südtirol werden. Der Mitgliedsbeitrag ist nach Größe der Waldfläche definiert. Obwohl die Genossenschaft erst ab dem 1. Jänner operativ ist, ist das Interesse an den neuen Dienstleistungen groß. Bislang sind bereits 60 Anfragen eingelangt.

Jugendliche stellen Medienkompetenz unter Beweis

Mitte November haben die Südtiroler Raiffeisenkassen und Raiffeisen OnLine den neuen Raiffeisen Teen Contest gestartet. Als Hauptpreise winken attraktive Reisegutscheine.

„Unter dem Motto ‚Pimp Your Raiffeisen‘ sollen Jugendliche Raiffeisen ‚cool und trendig‘ darstellen“, sagte Klaus Gufler, Präsident von Raiffeisen OnLine bei der Präsentation des Wettbewerbes im Hotel Laurin in Bozen. Als Darstellungsformen kommen ein Song, ein Jingle, ein Gedicht, ein Logo, ein Radiospot oder ein Slogan in Frage. Wer zwischen 14 und 20 Jahre alt ist und eine Schule oder Universität in Südtirol besucht, kann sich zum Wettbewerb anmelden.

Herbert von Leon, Vizeobmann des Raiffeisenverbandes, bezeichnete den neuen Wettbewerb als ein weiteres Projekt, mit dem die Raiffeisenorganisation Jugendlichen neue Perspektiven eröffnet.

Er hob dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Amt für Genossenschaftswesen, dem Schulamt und dem Pädagogischen Institut hervor. Die Inspektorin für den technisch-berufsbildenden Bereich am Deutschen Schulamt lobte den Wettbewerb als sinnvolle Ergänzung bestehender Initiativen wie die Übungsfirmen in den Schulen und die heuer neu ausgearbeiteten Lehrmaterialien zum Genossenschaftswesen für die Südtiroler Berufs- und Oberschulen. Auf die Gewinner des Raiffeisen Teen Contest warten attraktive Reisegutscheine im Wert von bis zu 4000 Euro. Alle weiteren Informationen zum Wettbewerb sind auf der Homepage unter www.teencontest.it und auf Facebook ersichtlich.

Franz Tauferer, Bauer am Furnerhof in Steinegg, ist der neue Obmann der Genossenschaft WertHolz –die einzige dieser Art in Südtirol.
Vizeobmann Herbert von Leon, Direktor Peter Nagler, Obmann von Raiffeisen OnLine, Klaus Gufler, und die Schulamtsvertreterinnen Eva Maria Brunnbauer, Rosella Li Castri und Rosmarie Crazzolara

Nachhaltig und solidarisch

Internationale Experten diskutierten an der EURAC über Genossenschaften und deren Beitrag zur nachhaltigen regionalen Entwicklung – eine Veranstaltung am Ende des Internationalen Jahres der Genossenschaften 2012.

„Prämissen, Möglichkeiten und Ausblicke des Genossenschaftswesens“ – so der Untertitel der wissenschaftlichen Tagung, die das EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement in Zusammenarbeit mit dem Raiffeisenverband Südtirol Anfang November veranstaltet hat.

Langfristigkeit, Zusammenarbeit, Solidarität, Lokalbezug – dies sind die Werte, die das Wesen von Genossenschaften ausmachen.

„In Südtirol hat das Genossenschaftswesen eine große Bedeutung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung und ist gerade für die vielen Kleinbetriebe im Land enorm wichtig. Genossenschaften sichern Elemente der Grundversorgung auf lokaler Ebene, involvieren die Bevölkerung und garantieren gleichzeitig privatwirtschaftliche Effizienz“, erklärte Harald Pechlaner, Leiter des EURACInstituts für Regionalentwicklung und Standortmanagement. Heiner Nicolussi-Leck, der Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol, betonte in seiner Begrüßungsrede die Wichtigkeit der verstärkten wissenschaftlichen Erforschung des Genossenschaftswesens, um die Bedeutung dieser Unternehmensform auch in der breiten Öffentlichkeit mehr zu verankern.

In einer Podiumsdiskussion zum Thema der Tagung bezeichnete Generaldirektor Paul Gasser das Genossenschaftswesen als ein erfolgreiches Modell, um Armut zu überwinden und Wohlstand zu schaffen. „Südtirols Genossenschaftssektor, der wesentlich vom Raiffeisen-Genossenschaftswesen geprägt ist, liegt im internationalen Spitzenfeld“, sagte Gasser.

Einig waren sich die Experten auf der Tagung, dass das Wirtschaftsmodell der Genossenschaften zwischen staatlich kontrollierten

Modellen auf der einen und privaten Unternehmensmodellen auf der anderen Seite eine nachhaltige Entwicklungsstrategie bieten kann, da Genossenschaften immer abhängig von den Interessen ihrer Mitglieder und gezwungen sind, das Gleichgewicht zwischen Einzel- und Organisationsinteresse zu finden. Die Herausforderung liege demnach darin, innerhalb einer Genossenschaft gemeinsame Werte der Kontinuität und Langfristigkeit zu etablieren und zu vermitteln, so die Referenten der Tagung.

Hilfe zur Selbsthilfe für Äthiopien

Im Rahmen der Tagung an der Eurac überreichte Raiffeisen der Caritas der Diözese Bozen-Brixen zwei Spenden zum Bau von Getreidespeichern in Äthiopien.

Seit Jahren engagiert sich die Südtiroler Caritas in Äthiopien für den Bau von Getreidespeichern. Der Verwaltungsrat des Raiffeisenverbandes und der Koordinierungsausschuss

der landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbände stellen 45.000 Euro bereit. Durch diese Spende – durch eine Brezel symbolisiert –sollen der Aufbau eines Kornspeichers in der

Vizeobmann Herbert von Leon, Ludwig Platter (Dir. Rk Laas), Michael Grüner (Präs. RLB), Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler, Heiner Nicolussi-Leck (Obmann Raiffeisenverband)

äthiopischen Region Shala Woreda ermöglicht und somit landwirtschaftliche Produktionsund Vermarktungsgenossenschaften vor Ort gefördert werden. Den Bauern garantiert diese Infrastruktur erstmals ein faires Einkommen, da sie ihre Ernte fachgerecht lagern und mit Gewinn verkaufen können. Dank dem persönlichen Engagement der RaiffeisenFührungskräfte und der Unterstützung der Raiffeisen-Landesbank sowie des RaiffeisenVersicherungsdienstes konnte die Finanzierung eines zweiten Getreidespeichers sichergestellt werden. Mit der Gesamtspende von 90.000 Euro sichert Raiffeisen Südtirol die Zukunft von 10.000 Äthiopiern.

Bei der Podiumsdiskussion stand das Tagungsthema im Mittelpunkt.

Brasilianer in Bozen

Im Rahmen einer Delegationsreise informierten sich Vertreter des brasilianischen Obstsektors im Raiffeisenverband über das heimische Genossenschaftswesen.

Andreas Mair am Tinkhof, Leiter der Hauptabteilung Bankwirtschaft, hieß die Delegation im Raiffeisenhaus in Bozen willkommen. Er betonte, dass es für den Raiffeisenverband eine Ehre sei, brasilianischen Wirtschaftsvertretern das heimische Genossenschaftswesen näherzubringen. Der Delegation gehörten Vertreter von Obstverbänden, Obstproduzenten und Trägern verschiedener Genossenschaftsprojekte aus Minas Gerais an, einem Bundesstaat im Südosten Brasiliens, der mit 600.000 Quadratkilometern doppelt so groß ist wie Italien. Die Brasilianer waren nach Italien gekommen, um verschiedene Genossenschaftsmodelle vor allem im oberitalienischen Raum kennenzulernen. Ziel sei es, die Erkenntnisse daraus in verschiedene Projekte zur Förderung der lokalen

Wirtschaft einzubringen, die vom Staat Minas unterstützt werden. Über Vermittlung der Export Organisation Südtirol (EOS) ist die Delegation an den Raiffeisenverband herangetreten, um sich ein Bild des größten Südtiroler Genossenschaftsverbandes zu machen. Karin Lunger, Mitarbeiterin der Hauptabteilung Bankwirtschaft, erläuterte den Besuchern die Struktur des Raiffeisenverbandes und seine enge wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Vernetzung im Land. Michael Grasser, Marketing-Leiter der Erzeugerorganisation VI.P, beleuchtete den Aufbau des Vinschgauer Obstverbandes und die wichtigsten Säulen in der Beziehungspflege zu den Mitgliedern. Die Besucher aus Brasilien zeigten sich vom Erfolg des RaiffeisenGenossenschaftswesens sichtlich beeindruckt.

Raiffeisen-Weiterbildungskurse

kursangebot

Risikomanagement für neugewählte Verwaltungs- und Aufsichtsräte

Ausbildung Sicherheitsbeauftragte, C-Modul für Leiter und Beauftragte der Dienststelle für die Arbeitssicherheit - 2. Teil

Vertreter der brasilianischen Obstbranche informierten sich im Raiffeisenhaus über das heimische Genossenschaftswesen.

4.12.2012 Hotel Eberle/Bozen

4.12.2012 Bildungshaus Lichtenburg/Nals Banksteuerung für Geschäftsführer

Die Genossenschaft - 3. Teil für neugewählte Verwaltungsräte, Mitglieder von Kontrollorganen von Genossenschaften

Basiskurs für neue Verwaltungs- und Aufsichtsratsmitglieder von Raiffeisenkassen

Allgemeine Rechtsgrundlagen für Kundenberater, -betreuer, Kreditsachbearbeiter - 2. Teil

6.12.2012 Hotel Eberle/Bozen

7.12.2012 Südtiroler Bauernbund/Bozen

7.12.2012 u. 14.12.2012 Hotel Eberle/Bozen

11./12.12.2012 Ansitz Kandlburg/ Mühlbach Jährliche Weiterbildung B+Modul für Führungskräfte des mittleren und unteren Managements, Leiter und Beauftragte der Dienststelle für die Arbeitssicherheit

Steuerseminar - Aufbau Innenbereich für neue Mitarbeiter im Innenbereich

Weiterbildung für Führungskräfte 2012 - 4.3 DE für Geschäftsführer und leitende MitarbeiterInnen von Genossenschaften

13.12.2012 Bildungshaus Lichtenburg/Nals

13.12.2012 Hotel Eberle/Bozen

13./14.12.2012 Kolpinghaus/Bozen

10. bozner kunstauktionen Meisterwerke von Stolz bis Muss

Die Bozner Kunstauktionen feiern heuer ihr 10-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass bietet die Versteigerung am 1. Dezember im Raiffeisenhaus in Bozen ein besonders reichhaltiges Programm an: Tiroler Kunst von Albert Stolz, Hans Piffrader, Peter Fellin und Karl Plattner sowie Südtiroler Ansichten und geschichtliche Dokumente, aber auch historische Textilien der Seidenstraße aus der Sammlung W. Müller/Völs. Der Katalog ist kostenlos in den Raiffeisenkassen erhältlich. Ausstellung und Auktion sind frei zugänglich. Vorbesichtigung: am 29./30. November von 10 bis 19 Uhr; am 1. Dezember von 8 bis 10 Uhr. Auktion: am 1. Dezember um 15 Uhr.

Internet

Mehr unter www.boznerkunstauktionen.com

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13. 4. 1984, Nr. 13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, Tel. 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
Albert Stolz, Überetsch, um 1940

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