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14. 9. 2012    nr.16    s�dtiroler landwirt 14. september 2012   nr.16/55.Jg.    s�dtiroler landwirt

Sonderdruck, Suppl . S.I.A.p. 50%

Raiffeisen Mitteilungen des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die Sozialgenossenschaft Tagesmütter blickt auf eine 20-jährige Erfahrung in der Kleinkindbetreuung zurück.

Die Tagesmütter werden zwanzig

Foto: Sozialgenossenschaft Tagesmütter

Vor zwanzig Jahren als Pionierprojekt engagierter Frauen gestartet, hat sich die Tagesmutter bis heute zu einem anerkannten Berufsbild entwickelt. „Wir haben für die Idee der Tagesmutter, das Berufsbild und die soziale Absicherung lange gekämpft“, sagte Eleonora Hemma Hackl, Präsidentin der Sozialgenossenschaft Tagesmütter. Sie konnte bei der 20-Jahr-Feier Ende August im Bozner Pastoralzentrum, zu der zahlreiche Tagesmütter und Vertreter aus Politik, Genossenschaftswesen und Gemeinden gekommen waren, auf eine erfolgreiche Tätigkeit verweisen. Entstanden ist der Beruf der Tagesmutter ausgehend von der Grundidee einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie aus dem steigenden Bedarf nach einer qualifizierten, außerfamiliären Kleinkindbetreuung. Eine Gruppe motivierter Eltern und

Frauen organisierte 1990 das „Projekt Tagesmütter“ und bot erstmals außerfamiliäre Kleinkindbetreuung an – anfangs als Verein und dann in Form der Sozialgenossenschaft Tagesmütter, die seit 2008 Mitglied im Raiffeisenverband ist.

Tagesmütter und Kitas Seit 1996 ist das Berufsbild der Tagesmutter in Südtirol anerkannt und gesetzlich geregelt. „Die Tagesmütter beziehen ein Gehalt von der Sozialgenossenschaft, haben Urlaubsanspruch, sind renten- und haftpflichtversichert und erhalten eine permanente Weiterbildung“, erklärte Hackl.

Neben dem Tagesmutterdienst und der Führung von Kindertagesstätten bietet die Genossenschaft in Zusammenarbeit mit der Landesfachschule für Sozialberufe „Hannah Arendt“ die Ausbildung zur Tagesmutter an. Heute zählt die Sozialgenossenschaft über hundert Tagesmütter, die an die 900 Kleinkinder im Alter bis zu drei Jahren betreuen. Daneben führt die Genossenschaft landesweit 15 Kindertagesstätten, die 16. Kita wird im September 2012 in Tscherms eröffnet. „Das Tagesmutter-Modell hat sich zu einer wesentlichen Säule der Kleinkindbetreuung entwickelt“, sagte Luca Critelli, Direktor des Amtes für Familie und Sozialwesen, der auf die Auswirkungen in diesem Bereich durch das

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Erfolgreiche Betreuung Die Sozialgenossenschaft „Die Kinderfreunde Südtirol“ schloss kürzlich ihre bewährte Sommerbetreuung ab. Für die teilnehmenden 1600 Kinder hatten die 110 Betreuer wieder ein buntes Programm organisiert. Einer der Höhepunkte war das große Kinderrechte-Fest in allen 36 Betreuungseinrichtungen. Als Erinnerung bekam jedes Kind ein T-Shirt mit der Aufschrift „Kinder haben Recht(e)“ mit nach Hause. Aufgrund des wachsenden Bedarfes von Seiten der Familien beauftragen jährlich neue Gemeinden die Sozialgenossenschaft mit der Einrichtung einer Sommerbetreuung. „Ohne solche Dienste wäre es den Eltern nicht möglich, während der Sommerferien den Ansprüchen von Beruf und Familie gerecht zu werden“, sagt Obfrau Eva Zambelli. Nach der Sommerbetreuung startet nun die Nachmittagsbetreuung in landesweit 22 Einrichtungen. Öffnungszeiten und Anmeldeformular finden sich auf www.kinderfreunde.it.

Die „Kinderfreunde Südtirol“ betreuten im Sommer über 1600 Kinder.

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neue Landes- und Familiengesetz aufmerksam machte. Die Frage, wie sich eine qualitative Kleinkindbetreuung heute gestaltet, stand denn auch im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier. „Ein wertschätzender und respektvoller Umgang zwischen Tagesmutter, Eltern und Kindern ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Betreuung“, sagte Tagesmutter Ute Prast. Sie berich-

Geschäftsführerin Judith Vonmetz, Präsidentin Eleonora Hemma Hackl

tete ebenso wie Kitas-Leiterin Evelyn Walder und Pädagogin Angelika Stuefer über Aufgaben und Herausforderungen der Kleinkindbetreuung in einer sich ändernden Gesellschaft.

Qualitative Kleinkindbetreuung Lieselotte Ahnert, Professorin für Angewandte Entwicklungspsychologie an der Universität Wien, beleuchtete in ihrem Hauptreferat den aktuellen Forschungsstand zur qualitativen Kleinkindbetreuung und ging auf die Potentiale der außerfamiliären Kindesbetreuung ein. Eine qualitätsvolle Kleinkindbetreuung muss eine Welt der Geborgenheit, der Anregung und der Strukturiertheit bieten, damit das Kleinkind eine stabile Gefühlswelt entwickeln kann. „Früherfahrungen der Kinder in den ersten drei Lebensjahren beeinflussen deren Lernfähigkeit stark, daher sind diese Jahre für die Entwicklung entscheidend“, sagte Ahnert, die auch davor warnte, die verschiedenen Betreuungsformen Tagesmutter, Kinderkrippe oder Betreuung durch die Eltern gegeneinander auszuspielen.

Zusatzversicherung wird immer wichtiger Die Reform des Sanitätswesens ist in Südtirol Ende letzten Jahres in Kraft getreten. Dabei wird eine Tendenz klar ersichtlich: Die öffentliche Hand will sparen und reduziert ihr Leistungspaket.

„Wir haben diese Entwicklung vorausgesehen und sie auch unseren Mitgliedern im vergangenen Jahr angekündigt“, sagt Christian Tanner, Vorsitzender des Wechselseitigen Krankenbeistandsvereins (WKV), dem die Mitarbeiter der Raiffeisen-Geldorganisation angehören. Ein beträchtlicher Teil der Spesen, die bisher von der öffentlichen Hand getragen wurden, werden seit diesem Jahr auf die Versicherten umgewälzt. Die Sanitätseinheit vergütet nur mehr jene medizinischen Auslagen, die nicht von Versicherungen der wechselseitigen Einrichtungen rückerstattet werden. Dies erfolgt auch nur im Rahmen eines definierten Tarif- und Leistungskatalogs und einer Einkommenshöhe. „Das bedeutet nicht, dass eine private Zusatzversicherung überflüssig wird, denn der WKV beispielsweise hat bereits in den letzten Jahren eine Reihe von Leistungen abgedeckt, die von der öffentlichen Hand nicht rückvergütet wurden“, präzisiert Tanner. Hinzu kommt, dass sich auch in der RGO eine Erhöhung des Durchschnittsalters und des Pensionsalters abzeichnet, was, insgesamt gesehen, zu einer Steigerung der Ausgaben des WKV führen wird. „Wir

Christian Tanner, Vorsitzender des Wechselseitigen Krankenbeistandsvereins (WKV)

werden uns Gedanken darüber machen, wie wir diese Herausforderung für die Zukunft langfristig lösen können“, sagt Tanner. Im Jahr 2011 zählte der WKV 2.325 Mitglieder; mit den Familienangehörigen zusammen waren es 4.664 Personen. Dabei wurden 3.359 Schadensakten mit 7.434 Einzelfällen bearbeitet.

Foto: (o.) Sozialgenossenschaft Tagesmütter

kinderfreunde sdtirol

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14. 9. 2012    nr.16    s�dtiroler landwirt

Erfolgreiche Lange Nacht der Betriebe Über hundert Unternehmen zwischen Auer und Salurn luden Ende August erstmals zur Langen Nacht der Betriebe ein. Auch mehrere Genossenschaften. Interessierte nutzten die Gelegenheit, um die modernen Industrie-, Handwerks-, Produktions- und Verarbeitungsbetriebe des Südtiroler Unterlandes zu besichtigen. Einige hundert Besucher, vorwiegend Einheimische, aber auch Touristen, kamen in die Obstgenossenschaften Eofrut in Tramin und KurmarkUnifrut in Margreid. In der Eofrut führten Obmann Karl Ungerer und Geschäftsführer Walter Thaler die Besuchergruppen durch den Betrieb, in der Kurmark-Unifrut Obmann Georg Jageregger und Geschäftsführer Walter Steinegger. „Das Echo der Besucher war äußerst positiv“, sagt Georg Jageregger. Die Besucher erfuhren alles über die genossenschaftliche Obstproduktion, die Anlieferung, Sortierung, Verpackung und Lagerung. Einen besonderen Eindruck hinterließ die technische Ausstattung – von der Kühlzellentechnik über die Sortiermaschinen bis zu den Abpacklinien. „Die Besucher zeigten sich aber auch an spezifischen Themen wie Marktsituation, Apfelklassifizierung und Auszahlung sehr interessiert“, sagt Walter Thaler, Geschäftsführer der Eofrut,

Eine der Besuchergruppen in der Obstgenossenschaft Eofrut in Tramin mit Obmann Karl Ungerer und Geschäftsführer Walter Thaler

der auch von einer gelungenen Veranstaltung spricht. Mit einem Präsentationsstand im KarlAnrather-Haus, wo sich über 25 Margreider Betriebe ein Stelldichein gaben, beteiligte sich die Kellerei Nals Margreid an der Aktion. Verkaufsleiter Gottfried Pollinger und Obmann Walter Schwarz erläuterten den Besuchern die Erfolgsstrategie der Kellerei und präsen-

tierten Spitzenweine, die von den Besuchern verkostet werden konnten. Die Idee der Langen Nacht der Betriebe ist aus einem ESF-Projekt der Landesabteilung Arbeit gemeinsam mit dem Eurac-Institut für Public Management entstanden. Ziel war es u. a., die Professionalität der Betriebe vor Augen zu führen und auf zukunftsfähige, lokale Arbeitsplätze aufmerksam zu machen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede Einen konstruktiven Erfahrungsaustausch gab es beim ersten Treffen zwischen Fachkräften des Genossenschaftsverbandes Bayern und des Raiffeisenverbandes Südtirol in Bozen. Ende Juli empfing der Raiffeisenverband führende Mitarbeiter der Abteilung „Beratung Ware und Dienstleistung“ des Genossenschaftsverbandes Bayern. Vorrangiges Ziel dieses Erfahrungsaustausches war es, Grundlagen eventueller gemeinsamer Fortbildungsvorhaben

und Formen der Zusammenarbeit auszuloten. Zunächst ging es darum, einen ersten Eindruck über Inhalte, organisatorischen Aufbau, Vor- und Herangehensweisen zu erhalten. „Trotz derselben Tätigkeitsfelder und Geschäftssparten kristallisierten sich bald erste Unterschiede

Gruppenfoto mit den Mitarbeitern der beiden Abteilungen des Genossenschaftsverbandes Bayern und des Raiffeisenverbandes Südtirol in Bozen

heraus“, sagt Karl Heinz Weger, Leiter der Abteilung Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften im Raiffeisenverband. „Wir wollen dennoch voneinander profitieren“, ergänzt Klaus A. Hein, Abteilungsleiter im Genossenschaftsverband Bayern. Dieser kann auf eine deutlich größere Anzahl an Mitgliedern verweisen, als sie der Südtiroler Verband hat. Im Gegensatz dazu, so Weger, arbeitet der Raiffeisenverband unter mehr Wettbewerbsdruck, kann aber durch stetige Innovation und Berücksichtigung der Mitgliederinteressen seinem Auftrag erfolgreich nachkommen. Durch eine Weinverkostung in der Kellerei Tramin wurde das von beiden Seiten sehr positiv bewertete Treffen abgerundet. Dem gemeinsamen Wunsch nach einer fortwährenden projektbezogenen Zusammenarbeit steht nichts im Wege.

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„Der Weltuntergang ist noch weit“

musik sommer pustertal

Musik vom Feinsten

Der Raiffeisen InvestmentClub lud seine Mitglieder in die Kellereigenossenschaft Terlan. Dabei wurde über Megatrends diskutiert. „Megatrends sind Tiefenströmungen des unbequemen, komplexen, paradoxen Wandels“, so brachte es Martin von Malfèr, Finanzexperte der Raiffeisen Landesbank Südtirol, in seinem Vortrag auf den Punkt. Er meinte, die weltweite Bevölkerungszunahme führe zu einer immer stärkeren Urbanisierung, die Voraussetzung für einen besseren Zugang der Be-

Martin von Malfèr, Finanzexperte der Raiffeisen Landesbank Südtirol

völkerung zu Bildungseinrichtungen und zu einer vermehrten Teilnahme der Frauen am wirtschaftlichen Geschehen ist. „Die Urbanisierung führt zu einem Wohlstandszuwachs, dieser wiederum zu einer Abnahme bewaffneter Konflikte und gleichzeitig zu einer Zunahme der Lebenserwartung und einem Anstieg der Wissensgesellschaft.“ Dies alles führt zu steigendem Wohlstand, zeigte sich Malfèr positiv. Zu den größten positiven Megatrends gehört laut Matin von Malfèr auch die neue Ökologie mit ausgefeilter Technik. Sie berge aber auch Gefahren in sich und können negative Entwicklungen einer Gesellschaft verstärken. So stellen uns die globale Erwärmung, Wetterextreme und die prognostizierte Bevölkerungsexplosion vor große Herausforderungen. Nach dem Vortrag konnten die Clubmitglieder einen Trend hautnah erleben: jenen hin zur Qualitätsweinproduktion. Robert Müller, Vorstandsmitglied der Kellerei, führte die Anwesenden durch den kürzlich renovierten Keller und kredenzte die besten Tropfen, darunter den Chardonnay, Sauvignon und Lagrein, die nicht zu Unrecht zu den Topweinen Italiens zählen.

Die Tenores aus Sardinien mit ihrer typischen Vokalmusik werden in Sand in Taufers erwartet.

Von der Mühlbacher bis zur Lienzer Klause präsentiert der Musik Sommer Pustertal Musik aus den Bereichen Jazz, Klassik und Volksmusik. Noch stehen Anton Bruckners 9. Symphonie am 21. September und am 23. September Gustav Mahlers 9. Symphonie im Mahler-Saal in Toblach auf dem Programm. Zum Abschluss singt am 13. Oktober das weltberühmte sardische Vokalensemble Cuncordu e Tenore de Orosei in Sand in Taufers. Mehr dazu unter: www.musiksommer-pustertal.eu

Raiffeisen Weiterbildungskurse kursangebot

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Argumentieren - Konfrontieren - Überzeugen für Teilnehmerinnen aus dem Seminar „Rhetorik für die Frau“ sowie alle Frauen, die ihre rhetorischen Fähigkeiten und Strategien verbessern und vertiefen wollen Ausbildung zum Tutor von Genossenschaften für Führungskräfte und interessierte Mitarbeiter - 2. Teil Ausbildung zum Tutor von Genossenschaften für Führungskräfte und interessierte Mitarbeiter - 3. Teil Qualifizierung für Kreditsachbearbeiter - 1. Teil für auszubildende Kreditsachbearbeiter, interessierte Kundenberater Workshop Zahlungsverkehr für Sachbearbeiter Zahlungsverkehr Workshop Zahlungsverkehr für Sachbearbeiter Zahlungsverkehr Keine Angst vor Reklamation für Mitarbeiter mit Kundenkontakt, Verkaufsleiter, Führungskräfte Aktive Marktbearbeitung für Geschäftsführer und Filialleiter Wettlauf um die Alten für Kundenberater und Servicemitarbeiter

25.-26.9.2012

Hotel Eberle/Bozen

25.9.2012

CAFA Meran

2.10.2012

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Kellereigenossenschaft Tramin Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn Hotel Eberle/Bozen

3.10.2012

Hotel Eberle/Bozen

3.-4.10.2012 4.10.2012

Ansitz Kandlburg/ Mühlbach Hotel Eberle/Bozen

5.10.2012

Hotel Eberle/Bozen

2.-4.10.2012

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

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Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)


RM 16 vom 14.09.2012  

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