

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die größte Milchverarbeitungsgenossenschaft Milkon soll aufgelöst werden, Mila und Senni zur „Südtirolmilch“ verschmelzen.
Mila und Senni wollen fusionieren
Die Verwaltungsräte beider Genossenschaften haben das Fusionsprojekt bereits einstimmig genehmigt. In den kommenden Wochen werden die Mitglieder über ihre Meinung gefragt und in getrennten Vollversammlungen darüber abstimmen.
„Nach 15 Jahren wilder Ehe sind zwei Betriebe so zusammengewachsen, dass es an der Zeit ist, aus zwei Genossenschaften eine zu machen“, sagt Robert Zampieri, Geschäftsführer der Mila und gleichzeitig der Milkon. Die 1997 gegründete Milkon Südtirol ist eine Molkereigenossenschaft zweiten Grades, bestehend aus den drei Basisgenossenschaften Milchhof Bozen (Mila), Milchhof Bruneck (Senni) und der Südtiroler Bergziegenmilch. Bisher haben die Mitglieder der Primärgenossenschaften keine Entscheidungsbefugnis über die Unternehmenspolitik und Geschäftsgebarung der Milkon gehabt. Das soll sich nun durch die Fusion ändern, da die Milkon
aufgelöst wird und zur Genossenschaft namens Südtirolmilch verschmelzen wird. „Für den Konsumenten allerdings ändert sich nicht viel“, sagt Joachim Reinalter, Obmann der Senni in Bruneck.
Einsparungspotential
Mit der Fusion erhoffen sich beide Betriebe ein beachtliches Einsparungspotential. So wird u. a. die Arbeit in den Produktionsabläufen rationalisiert, die Zahl der Verwaltungsund Aufsichtsräte um vier Personen reduziert. Beide Betriebe haben auch im laufenden Jahr eine Reihe von Erneuerungsprozessen einge-
leitet, wie den Bau einer Butterei im Werk in Bozen und in Bruneck den Ankauf von Eiswassertanks aus Finnland.
Nachdem in Zeiten des Sparpaketes auch die öffentlichen Finanzmittel nicht mehr in dem Maße fließen wie früher, hat sich der Verwaltungsrat von einem Neubau des Werkes verabschiedet und für den Ausbau des bisherigen Standortes am Bozner Boden entschieden. Noch im Mai soll die Oberstromleitung in die Erde versenkt werden.
Bei den Vollversammlungen Anfang dieser Woche wurden auch die Bilanzen des Geschäftsjahres 2011 genehmigt. So stieg der durchschnittliche Auszahlungspreis für den
auszeichnung
Vahrn bekommt
Preis von Legambiente
Die Gemeinde Vahrn ist von der italienischen Umweltorganisation Legambiente als beste Gemeinde der „Comuni Rinnovabili 2012“ ausgezeichnet worden. Dabei wurden die beiden Gemeinden Vahrn und Abtei in die Liste jener 23 italienischen Kommunen aufgenommen, die ihren Bedarf an elektrischer und thermischer Energie zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien decken. Von den 23 Vorzeige-Gemeinden liegen 15 in Südtirol. Der Südtiroler Energieverband (SEV) spricht in einer Presseaussendung der Gemeinde Vahrn und der Gemeinde Abtei seine Glückwünsche aus und weist darauf hin, dass beide Gemeinden ein Vorzeigebeispiel für die erfolgreiche dezentrale Produktion und Verteilung Erneuerbarer Energie sind.
Mitgliedsbetrieb pro kg Milch um 3,3 Euro-Cent auf 49 Cent.
105 Millionen ausbezahlt
Insgesamt erhielten die 3.300 Mitglieder beider Genossenschaften 105,2 Mio. Euro ausbezahlt. Die Anlieferungsmenge fiel mit 214,9 Mio. kg um 2,8 Prozent geringer aus als im Vorjahr; der Umsatz hingegen ist erfreulicherweise um 7,4 Prozent ge-
stiegen. Besonders in den Sommermonaten ist eine Knappheit zu verzeichnen. Sollte die Milchproduktion im Sommer weiterhin so anhalten, dann wird es in den Sommermonaten zu einer markanten Milchknappheit kommen, die sich laut Rainalter bereits im laufenden Jahr auswirken wird. Trotz eines erstarkten Betriebes bräuchten die anderen Milchhöfe Südtirols keine Furcht hegen: „Die Gesprächskultur und Zusammenarbeit hat noch nie so gut funktioniert wie in den letzten Jahren.“

Mit
Gewinnen in neue Zukunft
Die Vollversammlung von Raiffeisen OnLine beschließt Jahresergebnis und Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte Raiffeisen OnLine, der kundenstärkste Südtiroler Internet- und Anwendungsdienstleister, rund 8,75 Millionen Euro um. Der Umsatz lag damit auf dem Niveau von 2010. Beim Gewinn vor Steuern ergab sich hingegen eine Steigerung um rund 75 Prozent auf 280.000 Euro. Nach Steuern fiel der Gewinn mit 46.000 Euro geringer aus als im Vorjahr.
Das 1997 entstandene Unternehmen Raiffeisen OnLine wird zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Dies hat die ROL-Vollversammlung beschlossen. Einher mit dieser Entscheidung geht laut ROL-Direktor Peter Nagler eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens, das den Markt in Zukunft offensiver angehen wolle.
Den Vorsitz im siebenköpfigen Verwaltungsrat der GmbH führt Klaus Gufler, Direktor der Raiffeisenkasse Schenna und bisheriger Obmann. In der Gesellschaft hält der Raiffeisenverband die absolute Mehrheit. Weitere Teilhaber sind Südtirols Raiffeisenkassen, die Raiffeisen Landesbank AG und meh -

rere Unternehmen und Verbände. „Durch die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft erhält Raiffeisen OnLine den unternehmerischen Spielraum, den ein Anbieter heute braucht, um langfristig auf dem IT-Markt schlagkräftig zu bleiben,“ erklärte Gufler nach seiner Wahl zum Präsidenten.
Obmann Klaus Gufler und Direktor Peter Nagler
v.l. Joachim Reinalter, Obmann Senni, Alfred Pobitzer, Obmann Milkon und Robert Zampieri Geschäftsführer.
Modernste Technik im Kühlhaus
Ende Februar wurde das neue Hochregallager in der Obstgenossenschaften Mivor in Latsch seiner Bestimmung übergeben. Computer übernehmen die Arbeit.
Es ist das modernste Hochregallager für die Aufbewahrung von Äpfeln im Lande. Stapelfahrer gehören der Vergangenheit an. Denn hier können vollautomatisiert und computergesteuert 1800 Großkisten eingelagert, bei 2 Grad Celsius gekühlt, verarbeitet und für den Abtransport verpackt werden. Damit sind die Modernisierungsarbeiten in der Genossenschaft in Latsch abgeschlossen. In den letzten fünf Jahren hat die Obstgenossenschaft Mivor knapp 34 Mio. Euro investiert. U. a. 18 Mio. Euro für das neue Hochregallager, 4 Mio. Euro für die Sortierung, 3,8 Mio. Euro für den Ankauf neuer Großkisten und zwei Mio. Euro für Fotovoltaikanlagen. 31 Prozent der Gesamtkosten werden über öffentliche Beiträge gedeckt. „All das wäre ohne motivierte und überzeugte Mitglieder und Mitarbeiter nicht möglich gewesen“, sagte Obmann Thomas Oberhofer in seiner Rede beim Festakt.
Energieeffizienz
Infolge neuer Technologien wie der Energierückgewinnung konnte der Energieverbrauch im Kühlhaus um ein Vielfaches reduziert werden. Die Photovoltaikanlagen, die am Dach installiert wurden, liefern 1,7 MWh Strom im Jahr und decken 20 Prozent des Gesamtverbrauches.
Landeshauptmann Luis Durnwalder lobte die Führung der Genossenschaft ob ihrer Weitsicht und Einsatzbereitschaft und erinnerte an den wirtschaftlichen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg. Landesrat Hans Berger meinte in Richtung Konsumenten, dass

Das neue Hochregallager bietet Platz für 1800 Großkisten.
Rekordernten nicht automatisch für den Bauern auch Rekordgewinne bedeuten würden. Bürgermeister Karl Weiss, langjähriger Obmann der Obstgenossenschaft Mivor, meinte, trotz des wirtschaftlichen Erfolges die eigenen Wurzeln nicht zu vergessen, denn „die Bäume werden nicht in den Himmel wachsen.“
Konkurrenzfähig
Ehrengast Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes, gratulierte mit den Wor-

ten: „Die Mivor ist der sichtbare Beweis, dass Genossenschaften hochmoderne Unternehmen sind, um am Markt erfolgreich agieren zu können“. Allein die drei Genossenschaftssparten Obst, Kellerei, Sennerei haben im Jahr 2010 laut Gasser zusammen 100 Mio. Euro investiert. VIP-Obmann Karl Dietl ergänzte: „Die Mitglieder können stolz sein auf ihren Betrieb“.
Musikalisch umrahmt von der Musikkappelle Tarsch nahmen viele Mitglieder an der Führung durch das neue Lager teil.

Hilfe in außergewöhnlicher Lage
Der Kirchturm im Stausee ist in Graun im Vinschgau zum Wahrzeichen geworden. Die Wunden sind verheilt, die Erinnerung ist aber noch wach, auch bei Ferdinand Stecher, von 1957 bis 1996 Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Graun.
Mit dem Bau des Staudamms nach dem Krieg wurde das Dorfleben zerstört. Wiesen und Felder überflutet, die Bevölkerung gezwungen Haus und Hof zu verlassen, um anderswo eine neue Existenz aufzubauen. Von den 120 Familien zogen 70 ab. Nur 50 Familien entschieden am nahen Hang oberhalb des Stausees neue Häuser zu errichten. Dieser Bevölkerungsschwund wirkte sich auch auf die Mitgliederzahl der Raiffeisenkasse aus, die ihren Sitz am Tschoggenhof, dem Wohnsitz von Geschäftsführer Josef Stecher, hatte. Verfügte die Kasse 1950 über 243 Mio. Lire an Einlagen, so waren es vier Jahre später nur mehr 129 Mio. Die Kredite hingegen schnellten von 57 auf 90 Mio. empor. Ursache dafür war eine verstärkte Nachfrage an Krediten der Mitglieder, die ihre Investitionen tätigen mussten. Die Auszahlung der bereits in der Zwischenkriegszeit enteigneten Grundstücke ging nur schleppend voran. „Die Raiffeisenkasse hat die Bevorschussung für die Neubauten, Neuan- und Grundstückskäufe vorgenommen. Kredite vergeben: das war und ist heute noch der eigentliche Sinn und Zweck einer Raiffeisenkasse“, sagt Ferdinand Stecher, während er von seinem
Wohnzimmer aus auf den zugefrorenen Stausee blickt. „Eine außergewöhnliche Situation erfordert außergewöhnliche Entscheidungen“, ergänzt er.
„Kein einziger Kreditausfall“
Trotz mehrfacher Intervention von Seiten der Bankenaufsichtsbehörde blieb Obmann Alois Theiner damals standhaft und verteidigte das Vorgehen der Kasse. „Es gab keinen einzigen Ausfall, alle Kredite konnten zurück gezahlt werden“, sagt Stecher, der nach dem Tod seines Vaters als 20-Jähriger die Führung der Kasse 1957 übernommen hatte. Das einzige Telefon im Dorf befand sich im Postamt. Die erste elektrische Rechenmaschine wurde 1958 erworben. Damit konnte man nicht nur Summieren und Subtrahieren sondern auch Dividieren. „Das waren noch Zeiten“, erinnert sich Stecher.

Internationales Jahr der Genossenschaften 2012

Ferdinand Stecher, Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Graun von 1957 bis 1996, vor dem verschneiten Kirchturm.
Raiffeisen Weiterbildungskurse
Corso di mantenimento della certificazione EFA für Absolventen der Master-Lehrgänge „EFA - European Financial Advisor“
23.04.2012
23.-24.03.2012
Hotel Eberle/Bozen Zum Erfolg führen - 2. Teil für Mitarbeiter, die seit kurzem eine Führungsfunktion inne haben oder sich auf diese vorbereiten wollen
Workshop Steuereinhebungsdienst für Mitarbeiter, die mit dem Steuereinhebungsdienst betraut sind
Hotel Eberle/Bozen
24.04.2012
Bildungshaus Lichtenburg/Nals Kommunikation und Persönlichkeit I für alle interessierten Mitarbeiter
Erfolgreich investieren mit Zertifikaten für Mitarbeiter im Markt- und Innenbereich
Belastete Kundenbeziehungen klären für Führungskräfte im Vertrieb, Markt- und Vertriebsleiter, Berater
Weiterbildung für Führungskräfte 2012 - 2.3 für Geschäftsführer und leitende MitarbeiterInnen von Genossenschaften
Belastete Kundenbeziehungen klären für Führungskräfte im Vertrieb, Markt- und Vertriebsleiter, Berater
Das Kreditgeschäft der Raiffeisenkasse für Verwaltungsräte, Aufsichtsräte
Weiterbildung für Führungskräfte 2012 - Workshop/Zertifikatsübergabe für Geschäftsführer und leitende MitarbeiterInnen von Genossenschaften
26.-27.04.2012
02.-03.05.2012
03.05.2012
03.-04.05.2012
04.05.2012
04.05.2012
05.05.2012
Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn
Hotel Eberle/Bozen
Hotel Eberle/Bozen
Kolpinghaus Bozen
Hotel Eberle/Bozen
Hotel Eberle/Bozen
Kolpinghaus Bozen
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anbau von Erdbeeren in Italien um 4 Prozent gestiegen. Mit einem Plus von 15 Prozent sticht die Region Basilicata hervor, gefolgt von Campanien mit 5 Prozent und Sizilien. 80 Prozent der Anbaufläche befindet sich in Gewächshäusern. Südtirol hat laut einer Aussendung des Fachverbandes keinen wesentlichen Anstieg der Anbaufläche verzeichnet.
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)