

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft


Aus den Obstgenossenschaften Egma Kaltern und Eofrut in Tramin entsteht die neue Obstgenossenschaft Roen, die ab 1. August operativ tätig sein wird.
Egma Kaltern + Eofrut = Roen
Mitte März haben die Mitglieder von Egma Kaltern und Eofrut den Verschmelzungsplan gutgeheißen und die Fusion definitiv besiegelt. Damit entsteht eine der drei größten Obstgenossenschaften innerhalb des VOG.
Mit der Fusion geht auch die fast 60-jährige Geschichte einer der letzten „Dorfgenossenschaften“ zu Ende, denn die Eofrut in Tramin wird in die Egma Kaltern einverleibt. „Mit einer Jahresanlieferung von 30.000 Tonnen Obst kann man heute kaum überleben, sondern muss sich zusammenschließen und neu formieren“, sagt Karl Ungerer, Obmann der Eofrut, die zu den fünf kleinsten der 16 Mitgliedsgenossenschaften des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) zählt. Die neue Obstgenossenschaft Roen kommt insgesamt auf rund 70.000 Tonnen Tafelware. Eine notwendige Größenordnung, um sich im Wettbewerb gut behaupten zu können. „Die Marktkonzentration nimmt zu, deshalb
braucht es auch auf der Anbieterseite eine vermehrte Zentralisierung“, erklärt EgmaObmann Harald Weis. Die neue Obstgenossenschaft Roen hat ein homogenes Einzugsgebiet, das vorwiegend in den Gemeinden Kaltern und Tramin liegt. Die rund 800 Mitglieder bearbeiten 1130 Hektar Obstbaufläche.
Optimieren und Kosten sparen
Die Errichtung zentraler Verarbeitungs- und Verwaltungsstrukturen soll nun eine effiziente, gemeinsame Verarbeitung und Verwaltung schaffen. So sollen die bestehenden zwei Verarbeitungsstandorte auf eine einzige Produktionsstätte am heutigen Hauptsitz der
Egma Kaltern reduziert werden. Diese wird erweitert und technisch aufgerüstet und auch die Arbeitsplätze sollen dort zusammengezogen werden. „Damit wollen wir auf veränderte Marktansprüche besser reagieren“, erklärt Ungerer. Unter anderem sind eine Erweiterung der Verpackungsanlagen auf 16 bis 17 Abpacklinien und eine neue Verlade- und Emballagenhalle mit sieben Verladerampen geplant. Insgesamt sind heuer Investitionen von rund 6 bis 6,5 Mio. Euro vorgesehen. Kosten einsparen will man zudem auch durch die Zusammenführung der Aufträge und durch ein neues Konzept für die Anlieferung nach Sorten, um eine schnelle Zellenfüllung und eine höhere Lagerungsqualität zu erreichen.
Viererfusion
noch nicht reif
Kompatscher im Kinderdorf

Mit Landeshauptmann Arno Kompatscher konnte das Südtiroler Kinderdorf kürzlich einen hohen Gast begrüßen. Auf Einladung von Kinderdorf-Obmann Walter Mitterrutzner und Direktor Heinz Senoner kam Kompatscher zu einem Mittagessen ins Kinderdorf. Bewirtet wurde er in der familiären Atmosphäre einer Jugendwohngemeinschaft, also mitten in der Lebenswelt der Betreuten. „Arno Kompatscher interessierte sich sehr für die hochwertige Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Sorgen und Nöte, die die Führungsspitze des Kinderdorfes zurzeit belasten, allem voran die Kürzung der Tagessätze“, erklärte Mitterrutzner nach dem Treffen. Der Landeshauptmann unterstrich bei dem Kurztreffen, dass ihm Kinder- und Jugendschutz ein wichtiges Anliegen sei. Das Kinderdorf ist eine der über 360 Mitgliedsgenossenschaften des Raiffeisenverbandes.
Die Verarbeitungsstrukturen zu vergrößern, günstiger und spezialisierter zu arbeiten und die Produktionskosten zu reduzieren, waren auch einige der wichtigsten Motive der ursprünglichen Idee, alle vier Obstgenossenschaften im Pool Unterland – Egma Kaltern, Eofrut, Neufrucht und KurmarkUnifrut – zu einer einzigen Genossenschaft zusammenzuführen. Für diese Viererfusion, welche zur größten Obstgenossenschaft Südtirols geführt hätte, war die Zeit aber noch nicht reif. Somit bleibt es vorerst bei der Zweierfusion zur Obstgenossenschaft Roen, die mit 1. August operativ wird und im Herbst ihre neuen Gremien erhalten soll.
Meistens werden bei Fusionen historische Namen für die neue Genossenschaft herangezogen. Roen hingegen ist ein völlig neuer Name, der einprägsam und auf allen Märkten einfach und praktisch erscheint. „Wir wollten einen kurzen und auch neu-

Obmann Harald Weis (Egma Kaltern), Eofrut-Obmann Karl Ungerer
tralen Namen, der auch Raum für weitere Entwicklungen im Unterland offenlässt, sollten sich diese ergeben“, sagt Harald Weis.
Gelungener Tag der offenen Tür
Über 400 interessierte Besucher schauten Mitte März beim Tag der offenen Tür hinter die Kulissen der Obstgenossenschaft Algund.
Am Josefitag öffnete die Obstgenossenschaft Algund für ihre Mitglieder und alle Interessierten die Tore. Bei den Betriebsführungen und bei themenspezifischen Gesprächen rund um die Produktion und Verarbeitung der Äpfel konnten sich die Besucher ein Bild von den Abläufen in der Obstgenossenschaft machen.
Einblick in die Arbeitsabläufe
Von der Anlieferung über die Einlagerung, Sortierung und Verarbeitung bis hin zur Verladung im Magazin wurden sämtliche Arbeitsprozesse veranschaulicht. An diversen Ständen konnten die Besu-
cher neben den Hauptanbausorten der OG Algund auch Leni’s Apfelspezialitäten – vom Apfelsaft bis zu den Apfelschnitten – verkosten, welche von VOG Products in Leifers erfolgreich produziert werden. „Das positive Echo der vielen Besucher, unserer Mitglieder und deren Familien hat alle Erwartungen übertroffen“, freuen sich Obmann Johannes Runggaldier und Geschäftsführer Michael Prantl über den gelungenen Tag im Zeichen des Apfels. Die 1893 gegründete Obstgenossenschaft Algund zählt über 200 Mitglieder, eine Anbaufläche von ca. 450 ha, eine Anlieferungsmenge von jährlich an die 23.000 Tonnen Äpfel sowie 17 Fixangestellte und bis zu 35 Saisonarbeitskräfte.

Mitglieder und Interessierte machten sich ein Bild von den vielen Arbeitsabläufen in der Genossenschaft.
Arno Kompatscher, Walter Mitterrutzner
Verantwortung übernehmen
Unter dem Motto „Mut, Verantwortung zu übernehmen“ lud der Arbeitskreis „Frauen in der Führung von Genossenschaften“ zu einem Erfahrungstausch nach Bozen.

Verbandsobmann Herbert Von Leon eröffnete die Veranstaltung in der Eurac und bekräftigte seine Unterstützung für mehr Frauen in der Führung von Genossenschaften: „In Verwaltungsräten, in denen Frauen vertreten sind, herrscht eine andere Dialektik, Gruppen mit Frauen diskutieren und arbeiten nicht selten auch effizienter“.
Paulina Schwarz, Vize-Obfrau der Raiffeisenkasse Mölten und Verwaltungsrätin im Raiffeisenverband, ist Initiatorin und Vorsitzende des Arbeitskreises „Frauen in der Führung von Genossenschaften“. Sie präsentierte die bisherige Tätigkeit und die Entstehungsgeschichte der Initiative. „Derzeit sind mehr als die Hälfte der Mitglieder und Kunden weiblich, in den Verwaltungsgremien sind Frauen jedoch in der Minderheit. Das soll sich auch durch unsere Arbeit in Zukunft ändern“, erläuterte Schwarz. Impulse dazu lieferten die Referentinnen Illaria Vescovo, Präsidentin des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst von Trient und Rovereto (Mart), Bettina Kastner, Leiterin und Koordinatorin des Funktionärinnen-Beirats im Österreichischen Raiffeisenverband und Maria Wurz, Obfrau der Raiffeisenkasse Welschnofen.
Frauenanteil verstärken
Was 2014 als Erfahrungsaustausch für Frauen in Spitzenfunktionen der Raiffeisen- Genossenschaften begann, wurde am 15. September 2015 zum offiziell gegründeten Arbeitskreis „Frauen in der Führung von Genossenschaften“. Von Anfang an waren auch Männer im Gremium vertreten. Die Ziele des Arbeitskreises liegen auf der Hand: Der Frauenanteil
Im Bild von links: Maria Wurz, Verbandsobmann Herbert Von Leon, Paulina Schwarz, Illaria Vescovo und Bettina Kastner
in den Führungsebenen von Raiffeisen-Genossenschaften soll gesteigert und ein Netzwerk zum Erfahrungsaustausch aufgebaut werden. Derzeit beschränkt der Arbeitskreis seine Tätigkeit auf die Frauenförderung in den Raiffeisenkassen. Nach und nach soll die Aktion auch auf andere Mitgliedsgenossenschaften ausgedehnt werden. Anfänglich holte sich der Arbeitskreis Ideen und Anregungen aus Österreich, sodass das Programm durchaus Parallelen zu jenem des FunktionärinnenBeirates des Österreichischen Raiffeisenverbandes aufweist. Es geht in erster Linie um eine fundierte Information über die Arbeit des Arbeitskreises, die Organisation von Veranstaltungen mit Erfahrungsaustausch und die Erstellung eines Folders als Gesprächsgrundlage mit potentiellen Verwaltungsund Aufsichtsrätinnen. Jetzt im Frühjahr stehen in zahlreichen Raiffeisenkassen die Wahlen für Aufsichts- und Verwaltungsräte an – eine Chance für Frauen, zusätzlich Verantwortung zu übernehmen.
Mitglieder im Arbeitskreis
Dem Südtiroler Arbeitskreis „Frauen in der Führung von Genossenschaften“ gehören folgende Mitglieder an: Paulina Schwarz (Vorsitzende), Iris Giacomozzi und Adelinde Mark (Vizeobfrauen Raiffeisenkasse Salurn), Karlheinz Kuntner (Obmann RK Prad-Taufers), Andreas Mair am Tinkhof (Leiter Hauptabteilung Bankwirtschaft im Raiffeisenverband), Karin Obergasser (Vizeobfrau RK Eisacktal), Erich Ohrwalder (Obmann RK Schlanders), Christine Pupp (Direktorin RK Wipptal), Marion Stampfer (Vizeobfrau RK Latsch) und Maria Wurz.
bankreform
„Ja“ aus der Kammer

Raiffeisen-Landesgruppe: einen wichtigen Schritt näher
Mit 351 Ja- und 180 Gegenstimmen hat die römische Abgeordnetenkammer am 23. März die Reform der italienischen Genossenschaftsbanken verabschiedet. Die Regierung hatte die Abstimmung mit der Vertrauensfrage verknüpft. Im Gesetz enthalten ist auch der Sonderpassus für die Südtiroler Raiffeisenkassen zur Gründung einer autonomen Landesgruppe und damit zur Wahrung ihrer über 125-jährigen Autonomie. Wie berichtet, hat die Regierung Renzi den Passus zur Bildung einer eigenen Raiffeisen-Bankengruppe aus dem Gesetzesdekret am Aschermittwoch überraschend gestrichen. Auch in dem in der Folge umformulierten und am 15. Februar im Amtsblatt der Republik veröffentlichten Gesetzesdekret fehlte der Südtirol-Passus erneut. Somit blieb zur Sicherung der eigenen Bankengruppe für die Raiffeisenkassen nur noch die Möglichkeit, den Passus im Rahmen der Umwandlung des Gesetzesdekrets in ein Gesetz, also über den Parlamentsweg, wieder einzufügen. Nun muss das Gesetzesdekret innerhalb 14. April noch durch den Senat, bevor die eigene autonome Landesgruppe der Raiffeisenkassen gesichert ist.
kaffeegenossenschaften
Vortrag von Dagne Mojo
Das Genossenschaftswesen in Äthiopien und speziell die Kaffeegenossenschaften stehen am 14. April um 18 Uhr im Mittelpunkt eines Benefizvortrages von Dagne Mojo an der Freien Universität Bozen. Der Äthiopier hat bei Professor Christian Fischer von der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik über die Kaffeegenossenschaften seiner Heimat promoviert. Mojo wird seine Forschungsergebnisse vorstellen und über das Genossenschaftswesen in Äthiopien referieren. Der Benefizvortrag ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich.
Bereits am 12. April wird Dagne Mojo bei einer Pressekonferenz um 10 Uhr am Sitz von Ethical Banking in der Romstraße (Filiale der Raiffeisenkasse Bozen) einen Einblick in seine Dissertation geben. Dabei gibt es auch eine Kaffeeverkostung. Beide Veranstaltungen werden vom Raiffeisenverband und von Ethical Banking unterstützt.
Mandatare informieren sich
Im Rahmen der Fortbildungsabende für Mandatare der Raiffeisenkassen informierte der Raiffeisenverband über aktuelle Themen wie etwa die Bankenreform.
Obmann Herbert Von Leon sprach von bewegten Zeiten, welche die Raiffeisenorganisation erlebe, und verwies auf die Bedeutung des Zusammenhaltes im Verbund. Generaldirektor Paul Gasser beleuchtete die wirtschaftliche Entwicklung der Genossenschaftsbanken und betonte mit Blick auf die Geschäftsentwicklung 2015, dass die Raiffeisenkassen trotz großer Herausforderungen solide aufgestellt seien.
Michael Obrist, Leiter der Hauptabteilung Recht, erläuterte die Hintergründe der Reform der italienischen Genossenschaftsbanken, in deren Rahmen eine autonome Landesgruppe für die Raiffeisenkassen gesichert werden soll. Zudem skizzierte er das weitere Procedere zum Kartellverfahren der Wettbewerbsbehörde, in dessen Folge gegen mehrere Raiffeisenkassen, den Raiffeisenverband und die Raiffeisen Landesbank knapp 27 Mio. Euro an Verwaltungsstrafen verhängt wurden.
Einen Überblick über das Einlagensicherungssystem der italienischen Genossenschaftsbanken gab Revisionsdirektor Robert Nicolussi. Alle Banken müssen sich an einem Einlegerschutz beteiligen, die italienischen Genossenschaftsbanken haben mit dem Fondo di Garanzia dei Depositanti (FDG) einen eigenen Fonds, der den Kunden Einlagen bis zu 100.000 Euro garantiert.

Raiffeisen Weiterbildungskurse
Der perfekte Tag 2
Verwaltungs- und Aufsichtsrat aus Sicht der Revision

Im Bild von rechts: Verbandsobmann Herbert Von Leon, Generaldirektor Paul Gasser, Vizedirektor Christian Tanner und Revisionsdirektor Robert Nicolussi
Vizedirektor Christian Tanner verwies auf die erfolgreiche StartUP-Initiative des Raiffeisenverbandes, mit deren Hilfe im Vorjahr zahlreiche neue Genossenschaften gegründet werden konnten, darunter beispielsweise Vergiss mein nicht, Weltladen Latsch, Vinzenzheim Schlanders oder die Europäische Textilakademie.
Weitere Themen der Fortbildungsabende bildeten das große Entwicklungspotential im Bereich der Sozialgenossenschaften und die Entwicklung beim Bausparen.
Hotel Eberle/Bozen BSC in einer Genossenschaftsbank 18.5.2016
Moderierter Erfahrungsaustausch Risk Appetite Framework 25.5.2016
EURAC/Bozen
Bildungshaus Lichtenburg/Nals
Google Analytics – Was passiert auf der Webseite meiner Raiffeisenkasse? 20.5.2016 RIS-Schulungsraum
Impulse für die Beweglichkeit am Arbeitsplatz
Präsentieren mit Power (-Point)
Excel 2010 – Training für die Praxis II
26.5.2016 Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn
30.–31.5.2016 Hotel Eberle/Bozen
25.-26.5.2016
RIS-Schulungsraum rgo und wdl
Arbeitsschutz für Führungskräfte
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck –
Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945454, rvs.unternehmenskommunikation@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
19.5.2016 RVS Raiffeisensaal
Raiffeisen Nachrichten
Mehr Informationen aus dem Raiffeisen Genossenschaftswesen: www.raiffeisen-nachrichten.it
Student Dagne Mojo