Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Im voll besetzten Pavillon des Raiffeisenhauses in Bozen zog der Raiffeisenverband Mitte Juni Bilanz über das Geschäftsjahr 2017.
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Im voll besetzten Pavillon des Raiffeisenhauses in Bozen zog der Raiffeisenverband Mitte Juni Bilanz über das Geschäftsjahr 2017.
Die Jahresvollversammlung des Raiffeisenverbandes Mitte Juni in Bozen stand nicht nur im Zeichen des Jubiläums „200 Jahre F. W. Raiffeisen“, sondern auch im Zeichen der Veränderung und Neuausrichtung.
„Das Geschäftsjahr 2017 war für den Raiffeisenverband ein bewegtes Jahr“, sagte Verbandsobmann Herbert Von Leon vor Vertretern der 357 Mitgliedsgenossenschaften und aus Politik und Wirtschaft. Generaldirektor Paul Gasser bezeichnete das Geschäftsjahr als „kein gewöhnliches Jahr“. Der Raiffeisenverband hat 2017 eine Standortbestimmung vorgenommen und eine neue Strategie für die nächsten drei Jahre beschlossen. Im Mittelpunkt stehen die Neuausrichtung und die künftige Rolle des Raiffeisenverbandes innerhalb der Raiffeisenorganisation. Gemeinsam mit den Mitarbeitern und Vertretern der Mitgliedsgenossenschaften wurde an einem attraktiven Zukunftsbild für den Verband
gearbeitet. Die konkrete Ausgestaltung steht für die kommenden Monate an. „Wir möchten den Raiffeisenverband markt- und dienstleistungsorientierter positionieren“, betonte Obmann Von Leon. Generaldirektor Paul Gasser ergänzte: „Wir wollen unsere Mitgliedsgenossenschaften in den verschiedenen Sparten gezielter mit individuellen und spezifischen Lösungen bedienen.“
Neben der Neuausrichtung des Raiffeisenverbandes verwies Generaldirektor Paul Gasser auf einige zentrale Weichenstellungen im Geschäftsjahr 2017. Unter anderem wurde
mit den Vorbereitungsarbeiten für die Zusammenführung der beiden Tochtergesellschaften RUN AG und Raiffeisen OnLine GmbH und der Abteilung IT der Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften begonnen. Damit werden die vom Raiffeisenverband erbrachten vielfältigen IT-Dienstleistungen neu ausgerichtet. Zudem wurde das Datacenter des Raiffeisenverbandes aus sicherheitstechnischen und ökonomischen Gründen von Bozen nach Rom übergeleitet, wobei die gesamten IT-Anwendungen weiterhin vom Raiffeisenverband aus gesteuert werden. Weiters hat der Raiffeisenverband einen bedeutenden Schritt zur Digitalisierung seiner Dienstleistungen gesetzt: Seit Juli können die
neuwahlen
Bei der Jahresvollversammlung wurden die Gremien für das Triennium 2018–2021 gewählt. Herbert Von Leon wurde als Obmann bestätigt. Ebenso bestätigt wurden der 1. Obmannstellvertreter Erich Ohrwalder und der 2. Obmannstellvertreter Robert Zampieri. Als Mitglieder des Vollzugsausschusses wurden Paulina Schwarz und Andreas Sapelza wiedergewählt. Verwaltungsräte sind des Weiteren Kaspar Platzer, Georg Egger, Georg Kössler, Thomas Oberhofer, Alois Karl Alber, Hanspeter Fuchs, Nikolaus Kerschbaumer, Karl Hofer, Eva Pramstrahler, Harald Werth, Georg Mutschlechner und Barbara Pizzinini. Nicht mehr der Wahl gestellt hatten sich die bisherigen Verwaltungsräte Hans Telser, Gottfried Vigl, Peter Winkler und Reinhard Niederkofler. Den neuen Aufsichtsrat bilden Josef Auer als Vorsitzender sowie Andreas Josef Jud und Florian Kiem als effektive Aufsichtsräte. Ersatzaufsichtsräte sind Josef Alber und Georg Mayr. Nicht mehr der Wahl gestellt hatte sich der seit 2009 amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Michael Grüner.
Das neue Schlichtungskollegium bilden Carl Baron Eyrl, Konrad Palla und Elisabeth Ladinser. Nicht mehr der Wahl gestellt hatten sich Manfred Leiner und Sepp Mayr.

Mitgliedsgenossenschaften alle Rundschreiben und Wissensdatenbanken über das neue Web-Portal „RVS-Wissen“ abrufen, und die Informationen sind auch über Smartphone und Tablet zugänglich.
Auch für die Mitgliedsgenossenschaften war das Geschäftsjahr 2017 ein herausforderndes Jahr. „Trotzdem zeigten sie wiederum Stabilität, Kontinuität und Leistungsfähigkeit“, sagte Verbandsobmann Herbert Von Leon. Die Raiffeisenkassen samt Raiffeisen-Landesbank Südtirol AG konnten gute Zuwächse bei den direkten Kundeneinlagen (12.041 Mio. Euro, + 3,92 %) und Kundenausleihungen (10.018 Mio. Euro, + 2,92 %) verzeichnen und einen Rechnungsüberschuss von 105 Mio. Euro erwirtschaften. Der Marktanteil der Raiffeisenkassen in Südtirol liegt bei den Krediten bei 51 Prozent und bei den Einlagen bei 52 Prozent.
Auch die landwirtschaftlichen Genossenschaften konnten gute Ergebnisse erzielen. Die Obstgenossenschaften stellten aus der Ernte 2016 (Geschäftsjahr 2016/17) mit 990.000 Tonnen Obst und Gemüse knapp 93 Prozent der Südtiroler Kernobsternte. An die Mitglieder zahlten sie 397 Mio. Euro aus, pro Kilogramm im Schnitt 40 Cent (+ 7 %). Die Kellereigenossenschaften verarbeiteten aus der Ernte 2016 33.000 Tonnen Trauben und erzeugten rund 221.000 Hektoliter Wein. Damit stellten sie knapp 65 Prozent der Südtiroler Weinproduktion. An die Produzenten zahlten sie im Geschäftsjahr 2016/17 mit rund 80 Mio. Euro um 9,7 Prozent mehr aus als im Jahr zuvor. Die Molkereigenossenschaften verzeichneten im Geschäftsjahr 2017 mit insgesamt rund 415 Mio. Kilogramm Milch eine höhere Milchanlieferungsmenge und konnten an die Mitglieder einen durchschnittlichen Kilopreis von 50,4 Cent ohne Mehrwertsteuer bzw. in Summe 208 Mio.
Euro ohne Mehrwertsteuer ausbezahlen. Insgesamt konnten die Obst-, Kellerei- und Molkereigenossenschaften über 685 Mio. Euro ohne Mehrwertsteuer an ihre Mitglieder ausbezahlen.
Auch die übrigen Mitgliedersparten wie die Energie-, Viehwirtschafts-, Einkaufs- und Konsum-, Wasser-, Sozial-, Wohnbau- und Parkplatz-, Kindergarten- und Kulturheimgenossenschaften sowie die sonstigen Genossenschaften konnten ihrem Auftrag gut nachkommen.
Jeder vierte Südtiroler ist Mitglied
Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 zählte der Raiffeisenverband 357 Mitglieder (330 Genossenschaften, 27 Körperschaften). Damit befinden sich rund ein Drittel aller Südtiroler Genossenschaften unter dem Dach des Raiffeisenverbandes. Die Raiffeisen-Genossenschaften sichern knapp 8000 Arbeitsplätze, zählen über 152.643 Einzelmitglieder, womit mehr als jeder vierte Südtiroler Mitglied einer Raiffeisen-Genossenschaft ist. Insgesamt weisen die Raiffeisen-Genossenschaften ein Eigenkapital von 3,2 Mrd. Euro, eine Bilanzsumme von 20 Mrd. Euro und eine erweiterte Wertschöpfung von 1,3 Mrd. Euro auf.
Den Abschluss der Vollversammlung, in deren Rahmen auch die Gremien neu gewählt wurden (siehe Meldung auf dieser Seite), bildete eine Fragerunde mit Confcooperative-Präsident Maurizio Gardini, Federcasse-Präsident Augusto dell’Erba, EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann, der neuen Präsidentin des Genossenschaftsverbandes Trient, Marina Mattarei, dem Obmann des Raiffeisenverbandes Tirol, Wolfgang Moosbrugger, und dem Obmann des Raiffeisenverbandes Steiermark, Franz Titschenbacher. Der Jahresbericht des Raiffeisenverbandes ist unter www.raiffeisenverband.it abrufbar.
Die vier Genossenschaftsverbände und die Vertreter der Gewerkschaften haben unlängst im Raiffeisenhaus in Bozen das neue gewerkschaftliche Abkommen für Tagesmütter unterzeichnet.
Wer in Südtirol als Tagesmutter arbeitet, konnte bisher zahlreiche Leistungen, die für andere Berufsbilder selbstverständlich sind, nicht beanspruchen.
So gab es für sie weder bezahlte Freistunden noch Urlaub im eigentlichen Sinne, und entsprechende Leistungen wie die Abfertigung, wurden pauschal abgefunden. Das wird sich nun ändern, denn seit 28. Mai ist eine neue kollektivvertragliche Vereinbarung in Kraft. Die Vertreter der vier großen Genossenschaftsverbände Raiffeisenverband Südtirol, Confcooperative Alto Adige-Südtirol, Legacoopbund, A.G.C.I Alto Adige-Südtirol haben zusammen mit den Vertretern der Südtiroler Gewerkschaften ASGB, AGB-CGIL, SGB-CISL Fisacat, ÖDV-Fp und dem SGK-UIL ein neues kollektivvertragliches Abkommen für Tagesmütter erarbeitet und es vor Kurzem in Bozen unterzeichnet.
Berufsbild wird aufgewertet
Die einheitlich geregelten und bindenden Vertragsbedingungen für Tagesmütter sind

Vertreter der Genossenschaftsverbände und der Gewerkschaften bei der Unterzeichnung des Abkommens im Raiffeisenhaus
bereits gültig und bringen dieser Berufsgruppe eine deutlich bessere soziale Absicherung. Christian Tanner, Vizedirektor im Raiffeisenverband Bozen, betonte: „Mit dem Abkommen wird das Berufsbild Tagesmutter aufgewertet und eine Angleichung an andere Berufskate-
gorien erzielt.“ Eine Tagesmutter betreut Kinder im Vorschulalter in der eigenen Wohnung, muss ein entsprechendes Berufsdiplom besitzen und die vorgesehenen Weiterbildungskurse und Supervisionen besuchen. In Südtirol arbeiten derzeit rund 250 Tagesmütter.
Ende Mai fand in Bozen die Vollversammlung des Wechselseitigen Krankenbeistandsvereines (WKV) statt. Das abgelaufene Geschäftsjahr war erfolgreich, das Interesse an privater Gesundheitsvorsorge ist weiter gestiegen.
Dem Wechselseitigen Krankenbeistandsverein (WKV) liegt die Gesundheit seiner Mitglieder am Herzen. Seit 20 Jahren übernimmt der WKV für seine Mitglieder, Mitarbeiter der Raiffeisen-Geldorganisation (RGO), die

Tanner, Vorsitzender des Wechselseitigen Krankenbeistandsvereines (WKV)
Sanitätskosten, ergänzt Leistungen des öffentlichen Gesundheitssystems und organisiert fachliche Fortbildungen im Rahmen der Vollversammlung. Dieses Jahr präsentierte Barbara Plagg, Forschungsassistentin an der Freien Universität Bozen, das Neueste zum Thema „Das Gedächtnis im Alter – Vorbeugen und Erkennen von Gedächtnisstörungen“. Sie gilt als ausgewiesene Expertin in diesem Bereich.
Bei der Vollversammlung wurde der neue Web-Auftritt (www.wkv-raiffeisen.it) präsentiert. Damit reagiert der WKV auf die gestiegenen Anforderungen und die zahlreichen Neuerungen in organisatorischer Hinsicht. Das neue Portal informiert umfassend und bietet den Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Schadensfälle online abzuwickeln. „Eine we-
sentliche Erleichterung für Mitglieder und Mitarbeiter“, findet der Vorsitzende Christian Tanner.
Er zeigte sich auch über die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 erfreut: „Immer mehr zeigt es sich, dass die vertraglichen Abmachungen und Konventionen mit privaten Gesundheitsanbietern für unsere Mitglieder und deren Familien einen wesentlichen Mehrwert bringen“, so Tanner. Auch die Politik und die öffentliche Verwaltung zeigen großes Interesse an dieser Art der privaten Gesundheitsvorsorge.
Im Geschäftsjahr 2017 betreute der WKV insgesamt 2358 Mitglieder, bearbeitete 3651 Schadensakten und erstattete an die Mitglieder für die eingereichten Schäden insgesamt über 1,7 Mio. Euro zurück.
im gedenken

Georg Wunderer, Visionär im Energiebereich
Am 1. Juni 2018 ist Georg Wunderer im Alter von 69 Jahren verstorben. Georg Wunderer galt als Pionier und Visionär im Energiebereich und hat sich vor allem um das Energiewesen im Vinschgau einen Namen gemacht. 1980 übernahm er die Leitung des EWerkes Prad und leitete es bis zuletzt. Zudem war er einer der entscheidenden Impulsgeber für die Gründung des Vinschgauer Energie Konsortiums (VEK) im Jahr 1999. Georg Wunderer war viele Jahre Präsident des Raiffeisen-Energieverbandes bzw. des später daraus hervorgegangenen Südtiroler Energieverbandes (SEV DATA), dessen Vizepräsident er zuletzt war. Zudem war er auch Verwaltungsrat der Biogas-Genossenschaft Prad und des Vinschgauer Energie Konsortiums (VEK). Sein Rat und seine Expertise waren weit über seinen Heimatort Prad hinaus geschätzt. Für seinen Einsatz im Energie- und Genossenschaftswesen wurde er 2015 mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet. Georg Wunderer hinterlässt eine große Lücke in der Südtiroler Energiewelt.
Nach einem positiven Gemüsebaujahr 2017 mit mehr als 3000 Tonnen Blumenkohl ist im Vinschgau die neue Gemüsesaison gestartet. Dabei wird heuer mit einer deutlich höheren Menge gerechnet.

Von Mitte Juni bis Anfang Oktober werden die italienischen Großmärkte und der Lebensmitteleinzelhandel mit Vinschger Blumenkohl beliefert.
Der blütenweiße Kohlkopf mit dem dezenten Aroma macht etwa 95 Prozent der Gemüseproduktion im Vinschgau aus. Seinen blumigen Namen verdankt der Blumenkohl übrigens einer botanischen Besonderheit, denn der Kohlkopf ist der noch nicht geschossene Blütenstand der Pflanze.
Laut den vorliegenden Pflanzenbestellungen wird für die neue Gemüsebausaison beim Blumenkohl wiederum eine Steigerung der Erntemenge auf etwa 3600 Tonnen erwartet.
„Ausgeglichene Produktionsmengen sind eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Zusammenarbeit mit unseren Kunden, dadurch können Lieferengpässe vermieden werden. Zudem bilden die Kontinuität in der Qualität und in der Verfügbarkeit wichtige Faktoren für den Auf- und Ausbau stabiler Kundenbeziehungen“, erklärt Reinhard Ladurner. Er ist Geschäftsführer der ALPE – Alpine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in Laas und Geschäftsfeldleiter Gemüse in der Erzeugerorganisation VI.P.
Auf der anderen Seite hätten steigende Mengen mitunter aber auch eine temporäre Überproduktion zur Folge, welche sich auf die Preise negativ auswirken könne. Ein überproportionaler Mengendruck könne durch das Einlagern von Blumenkohl ent -
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck
Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13. 4. 1984, Nr. 13/84
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni
(Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945454, rvs.unternehmenskommunikation@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
schärft werden. „Allerdings setzt die Einlagerung eine konsequente Mengen- und Qualitätsstrategie voraus, welche von den Produzenten nicht immer positiv angenommen wird“, sagt Ladurner.
Trotz einer immer stärkeren Konkurrenz, speziell aus Deutschland, aber auch aus Polen, England, Frankreich, ja sogar aus Skandinavien, sei man bemüht, die Position als Marktführer in Italien weiter zu halten und zu festigen. Die tägliche Herausforderung für die nächsten drei Monate werde es sein, die gesamte Ernte zu guten Preisen am Markt zu platzieren. Im Zeitraum von Mitte Juni bis Anfang Oktober würden täglich einerseits die Kunden auf allen wichtigen italienischen Großmärkten, andererseits auch der moderne Lebensmitteleinzelhandel in Italien mit frischem und qualitativ hochwertigem Produkt beliefert.
„Voraussetzung für den Erfolg am Markt ist eine konsequente Qualitätsstrategie, und nachdem das Qualitätsniveau und die Produktionsmengen bei unseren Mitbewerbern steigen, müssen auch wir uns entsprechend ausrichten“, sagt ALPE-Geschäftsführer Reinhard Ladurner.