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Sonderdruck aus „Der Landwirt“ Nr. 22 vom 5. Dezember 2008 Suppl. S.I.A.P. 50%

Raiffeisenverband Südtirol M

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51. Jahrgang

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Bozen, 5. Dezember 2008

N Nr. 22

Trentino und Südtirol gemeinsam

Vollversammlung der VOG – Vermarktungsprojekt präsentiert – Positive Bilanz Der Obstwirtschaft in Südtirol geht es gut. Die Geschäftsentwicklung des Verbandes der Obstgenossenschaften Südtirols (VOG) ist der Beweis dafür. Im vergangenen Geschäftsjahr konnten Rekordpreise erzielt werden. Nun strebt man nach neuen Absatzmärkten – gemeinsam mit dem Trentino.

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as wäre eine realisierbare Marktentlastung für unsere traditionellen Absatzgebiete“, meinte Gerhard Dichgans, Geschäftsführer der VOG, bei der Präsentation des Projektes „Absatzmarkt Osteuropa“ im Rahmen der Vollversammlung des VOG im „Haus des Apfels“ in Terlan. Bei dem neuen Projekt planen die Erzeugerorganisationen Südtirols, der Verband der Vinschgauer Produzenten (Vi.P), der Verband der Obstgenossenschaften Südtirols (VOG) und die Konkurrenzbetriebe im Trentino, Melinda und La Trentina, einen gemeinsamen Marktauftritt in Russland. „Das, was vor drei Jahren bei der Obstbautagung noch eine Vision war, wird jetzt Wirklichkeit“, meinte Landesrat Hans Berger bei der anschließenden Pressekonferenz. Das Projekt, das auf drei Jahre beschränkt ist und im Detail von den Geschäftsführern und Experten noch ausgearbeitet werden muss, sieht ein bestimmtes Kontingent an Tafelware vor, welche

die vier Erzeugerorganisationen zu proportionellen Anteilen im russischen Markt absetzen. Dazu soll eine zentrale Verkaufsstelle in Terlan errichtet werden. Während die drei Erzeugerorganisationen grünes Licht gegeben haben, wollten die Mitglieder der VOG noch auf die detaillierte Ausarbeitung des Planes warten, um Ende März sich endgültig für oder gegen das gemeinsame Projekt zu entscheiden. Die traditionellen Absatzmärkte sind davon nicht betroffen.

Rekordpreise Der scheidende Obmann Matthias Josef Gamper konnte den Mitgliedern zudem eine Bilanz vorlegen, die einige Rekordzahlen beinhaltet. „Durch die niedrige Kernobsternte in den osteuropäischen EUStaaten entwickelte sich in der abgelaufenen Saison Absatz und Erlös in äußerst zufriedenstellender Weise“, sagte Gamper den Anwesenden. Gleichzeitig warnte er vor allzu großer Euphorie: „Für die künftige Saison ist mit sehr viel mehr Preisdruck und Konkurrenzkampf zu rechnen.“ In Südtirol wurde 2007 eine Rekordernte von 97.990 Wg. verzeichnet, die wesentlich auf den Witterungsverkauf im Vinschgau zurückzuführen ist. Mit einem Anteil von 26 Prozent stellte im Jahr 2008 die Sorte Golden Delicious die meistgepflanzte Apfel-

Zufriedene Obstbauern bei der Vollversammlung des Verbandes der Obstgenossenschaften (VOG) im „Haus des Apfels“ in Terlan. Gerhard Dichgans, Geschäftsführer der VOG (l.): „Neue Absatzmärkte sind gefragt.“

sorte. Es folgten Gala (23 Prozent) und Granny Smith (18 Prozent). Der Anteil der Prima-Ware lag bei 64 Prozent, jener, der Industrieware bei 16 Prozent. Der Bruttoerlös der Mitgliedsgenossenschaften des VOG lag im angelaufenen Jahr bei 457,4 Mio. Euro (Vorjahr: 400 Mio. Euro). 30 Prozent der Ware wurde von der VOG zentral in Terlan vermarktet. Gamper verwies in seinen Ausführungen auch auf die Südtiroler Qualitätskontrolle, die 2001 als autonome Zertifizierungsstelle ins Leben gerufen wurde und nun die Ak-

kreditierung von Seiten des zuständigen Ministeriums erhalten hat.

Billiger Strom Der Verband hat auch für das Kalenderjahr einen gemeinsam koordinierten Stromeinkauf durchgeführt, an dem sich die Mitgliedsgenossenschaften erstmals beteiligten. Kürzlich wurde der neue Vertrag mit den Etschwerken unterzeichnet, worin der Strompreis für das kommende Jahr um 21 Prozent reduziert werden konnte.  

Zentral abgewickelter Verkauf der Tafelware durch den VOG

VOG: Apfelernte 2008 in Tonnen

Golden Delicious Royal Gala Braeburn Red Delicious Granny Fuji Pink Lady Gesamt

176.000 117.000 67.000 66.000 51.000 50.000 25.000 593.000

+7% +10% -4% +7% +7% +21% +1% +7%

(Quelle: VOG, Marketing)

Südtiroler Landwirt

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Ra i f f e i s e n

Nr. 22 - 5. Dezember 2008

Georg Kössler ist neuer Obmann des VOG Neuwahlen bei der Vollversammlung – Neue Akzente – Konsens wichtig Nach 18 Jahren hat Matthias Josef Gamper sein Amt als Obmann des Verbandes der Obstgenossenschaften zur Verfügung gestellt. Bei der Vollversammlung in Terlan wurde Georg Kössler, Obmann des Fruchthofes Überetsch, in geheimer Wahl zu seinem Nachfolger ernannt.

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uf Georg Kössler entfielen 34 Delegiertenstimmen, auf seinen Gegenkandidaten Herbert von Leon, Vize-Obmann der Obstgenossenschaft Cafa Meran und davor langjähriger Obmann der Obstgenossenschaft Meran, entfielen 21 Stimmen. „Ich möchte ein Obmann für alle sein und auch jene überzeugen, die bisher von mir nicht überzeugt waren“, sagte Kössler kurz nach seiner Wahl.

Georg Kössler (geb. 1955) entstammt einer Obstbauernfamilie aus St. Jakob/Leifers, wo er nach dem frühen Tod seines Vaters den elterlichen Hof übernahm. Heute lebt der Autohändler mit seiner Familie in St. Pauls und ist seit 14 Jahren Verwaltungsrat im Fruchthof Überetsch. Vor einem Jahr übernahm er dort die Nachfolge des Langzeitobmanns Christoph Schmid, der diese Funktion 30 Jahre lang ausgeübt hatte. „Mir ist klar, dass es nicht leicht ist, das Erbe eines Gamper so einfach zu übernehmen. Ich bin aber überzeugt, dass der Verband ein starker sein muss. Gleichzeitig müssen die Mitgliedsgenossenschaften eingebunden werden. Ein Weg ohne Konsens führt sicher in eine Sackgasse“, sagte Kössler. Er sprach sich auch für die Zusammenarbeit mit den Erzeugerorganisationen

Matthias Josef Gamper gratuliert seinem Nachfolger Georg Kössler, Obmann des Fruchthofes Überetsch, zur Wahl.

des Trentino und Südtirols aus. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass die Fusionswelle noch nicht abgeschlossen sei. „In den kommenden Jahren wird es zu weiteren Fusionen bei den Obst-

genossenschaften kommen, was einen natürlichen Prozess darstellt“, sagte er. Zu seinem Stellvertreter wurde Harald Weis, Obmann der EGMA in Kaltern, gewählt. 

„Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt“

Mehr Geld für Garantiegenossenschaften

Matthias Josef Gamper hat im Jahre 1990 das Amt als Obmann der Burggräfler Obstgenossenschaft BOGAL, übernommen. In den letzen knapp zwei Jahrzehnten haben sich die Rahmenbedingungen in der Obstwirtschaft radikal verändert.

Auch über die Garantiegenossenschaften, die durch ihre Bürgschaften kleinen und mittleren Betrieben einen leichteren Zugang zum Kreditmarkt eröffnen, will die Landesregierung angeschlagenen Betrieben über die Krise helfen. „Nachdem aufgrund der Wirtschaftskrise das Risiko von Kreditausfällen und damit der Finanzbedarf der Garantiegenossenschaften wächst, werden wir deren Risikofonds aufstocken“, meinte Landeshauptmann Luis Durnwalder in einer Presseaussendung. So kann die Garantiegenossenschaft für die Industrie mit einem Plus von 600.000 Euro aus den Landeskassen rechnen, jene für Kaufleute und Dienstleister mit einem Plus von 500.000 Euro. Dieselbe zusätzliche Summe geht auch an die Garantiegenossenschaft für Handwerker. „Wir wollen allerdings auch erreichen, dass es eine engere Zusammenarbeit zwischen den Garantiegenossenschaften gibt, um Verwaltungsausgaben zu sparen“, so der Landeshauptmann.

Herr Gamper, Sie wurden erst vor einem Jahr in Ihrem Amt als Obmann der VOG bestätigt. Weshalb setzen Sie jetzt diesen Schritt? Matthias Josef Gamper: Ich habe mir diesen Schritt gut überlegt. Ich wollte eigentlich zehn Jahre dieses Amt bekleiden; jetzt sind es 18 Jahre geworden. Das denke ich ist genug. Ich hinterlasse ein gut bestelltes Haus und effiziente Mitarbeiter. Die neue Strategie des Verbandes ist allerdings auf längere Jahre ausgerichtet und da bin ich der Meinung, dies sollte ein neuer Obmann tun. Was haben sich in den letzten 18 Jahren verändert? Sehr viel. Am Anfang waren es 34 Obstgenossenschaften, derzeit sind wir 19; und es wird noch zu weiteren Fusionen kommen. Ansonsten hat sich der Markt völlig verändert. Die Konzentration der

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Nachfrage erforderte auch eine bessere Konzentration des Angebotes. Der VOG hat sich entwickelt und seine Dienstleistungspalette erweitert; derzeit arbeiten 35 Mitarbeiter in Terlan, zu Beginn waren es zwölf. Matthias Josef Gamper, Alt-

Was war schwierig in den Jahren? Die Einführung der einzelnen Qualitätsmaßnahmen wie Eurep-Gap war schwierig, weil die Bauern den bürokratischen Aufwand gesehen haben. Die Einführung der Pink Lady als erste ClubObmann des Verbandes der sorte war ebenso Bedeutet der Hang Obstgenossenschaften Süd- schwierig. Heute tirols (VOG), der größten spricht niemand zur Zentralisierung Erzeugerorganisation nicht einen Verlust der mehr davon. JedenAutonomie der einzelfalls geht eine Ära nen Genossenschaften? zu Ende, eine neue beginnt. Es gibt da einige Aspekte, die Was raten Sie Ihrem Nachfolger? berücksichtigt werden müssen. Der neue Obmann kennt RolDie EU verlangt im Jahre 2012, dass der Obstverkauf in einer le und Aufgabe des neuen Amtes Region mehr als die Hälfte zent- sehr gut. Wichtig erscheint mir ral vermarktet wird. Derzeit sind aber zu betonen, dass mein Naches 30 Prozent, in Zukunft wird es folger die Mitgliedsgenossenschafwohl die doppelte Menge sein. ten anhört, ihre Probleme und Die Autonomie der Genossen- Anliegen Ernst nimmt und dass schaft wird sicherlich in Mitlei- man anschließend eine gemeindenschaft gezogen, andererseits same Entscheidung trifft. Er muss geht kein Weg davor vorbei, die die neue Verbandsstrategie, die Obmänner und Geschäftsführer für die kommenden Jahre nun in den Entscheidungsfindungs- erarbeitet wird, vertreten und prozess einzubinden, damit sie erfolgreich umsetzen helfen. Interview: Stefan Nicolini sich nicht ausgegrenzt fühlen.


Rai f f eisen ei s en

Nr. 22 - 5. Dezember 2008

Finanzkrise – Wie geht es nun weiter?

Podiumsdiskussion des Raiffeisenverbandes in Bozen – Information und Aufklärung Diese Frage stand bei einer Diskussionsveranstaltung in Bozen, zu der Raiffeisenverband geladen hatte, im Mittelpunkt. Wirtschaftsexperten, Journalisten und Unternehmer erörterten aus ihrer Sicht die derzeitige Finanzwirtschaft. Südtirol könnte mit einem blauen Auge davonkommen.

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ie Krise der internationalen Finanzmärkte ist noch nicht überwunden – allen Unterstützungszahlungen der Industriestaaten zum Trotz. Gleichzeitig kündigt sich bereits eine weltweite Rezession an. Kleinsparer, Wirtschaftstreibende und Anleger sorgen sich um ihre Zukunft. Und das zu Recht, denn die Finanzwirtschaftskrise, die durch die geplatzte Immobilienkrise in den USA ausgelöst wurde, hat einen Dominoeffekt erzeugt und längst die Realwirtschaft erreicht.

Mit einer Stimme Konrad Palla, Direktor des Raiffeisenverbandes, erinnerte in seinen Einführungsworten an die Ursachen der Krise. Doch wie bei einem Herzinfarkt so gäbe es auch in der Finanzwelt eine Reihe von Ursachen, die zu dieser weltweit sich anbahnenden Rezession führen konnte. Neu und historisch einzigartig in dem Zusammenhang ist, so Palla, die konzertierte Aktion

Am Podiun saßen Oswald Lechner (Dir. WIFO), Peter Reichegger (Bauunternehmer), Michael Jungblut (Wirtschaftsjournalist), Zenone Giacomuzzi (Dir. RLB), Moderator Eberhard Daum

der europäischen Union, die gewillt sind, das Problem gemeinsam anzupacken und zu lösen.

Politische Sprengkraft Dass es in der Geschichte – von der Tulpenkrise 1720 bis zum Schwarzen Freitag 1929 – eine Reihe von Wirtschaftskrisen gegeben hat, daran erinnerte Michael Jungblut, ehemaliger Leiter der Hauptredaktion Wirtschaft im ZDF, in seinem Referat. Ein Grund dafür, weshalb die internatonale Staatengemeinschaft gemeinsame Anstrengungen unternimmt, der Krise Herr zu werden, liege laut Jungblut in der Furcht begründet, durch die drohende wirtschaftliche Instabilität wie in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts auch eine unabsehbare politische Sprengkraft zu entwickeln. „Das könnte die Demokratie in ihren Grundfesten erschüttern“, sagte Jungblut, „und

Arbeitsgemeinschaft Alpenländer sucht Sound der Alpen Unter dem Vorsitz des Kantons Graubünden hat die Arge Alp, der auch Südtirol angehört, nun den Wettbewerb "Arge Alp Sound 2009" ausgeschrieben. Er soll junge Menschen dazu anspornen, sich kreativ mit ihrem Lebensraum und dem Thema Alpen auseinanderzusetzen. Am Wettbewerb beteiligen können sich Solokünstler bis zum vollendeten 30. Lebensjahr sowie Bands, in denen das Durchschnittsalter aller Bandmitglieder nicht höher als 30 ist. Voraussetzung für die Teilnahme ist der feste Wohnsitz in einem der Mitgliedsländer der

Arge Alp, wobei diese Voraussetzung bei Bands von mindestens der Hälfte der Mitglieder erfüllt werden muss. Ab sofort können junge Musiker aus den Mitgliedsländern der Arge Alp ihre Beiträge einreichen. Zu gewinnen ist ein Preisgeld von bis zu 15.000 Euro. Die ARGE ALP – Arbeitsgemeinschaft Alpenländer – wurde 1972 in Mösern in Tirol gegründet, um gemeinsam interessierende Probleme in gutnachbarlicher Weise lösen zu können. Alle Informationen: www.argealpsound.org

das wolle niemand.“ Gleichzeitig lobte Jungbluth die die Genossenschaftsbanken wie die Raiffeisenkassen, die sich an dem Spiel der Gewinnmaximierung nicht beteiligt haben. Inzwischen beträgt die Blase an Kreditausleihungen die unvorstellbare Summe von 67 Billionen Euro.

Geringes Wachstum Oswald Lechner, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstitutes der Handelskammer in Bozen, erinnerte daran, dass der Kaufkraftverlust und die Verlangsamung des Wachstums sich bereits vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise angekündigt hatte und deshalb die Finanzkrise nicht an allem Schuld sei. Bedenklich sei die Eigenkapitalsquote in Südtirols Unternehmen; sie liegt im Durchschnitt bei nur 25 Prozent. Dennoch stehe Südtirols Wirtschaft aufgrund ihrer

Wenn die Börsenkurse fallen,

Kleinstrukturiertheit und der differenzierten Angebote im internationalen Vergleich relativ gut da. Auch im kommenden Jahr wird die Südtiroler Wirtschaft wachsen, trotz der schwierigen internationalen Verhältnisse, erörterte Lechner. Bei der anschließenden Diskussionsrunde meinte Peter Reichegger, der zur Zeit größte Bauunternehmer Südtirols, dass es zu einer Flurbereinigung komme, da in den letzten Jahren zu viele Baufirmen aus dem Boden geschossen sind, für die es immer schwieriger wird, die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen. Zenone Giacomuzzi, Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank AG, versuchte die Anwesenden zu beruhigen. „Es gelte jetzt kühlen Kopf zu bewahren“, meinte er. Raiffeisen stehe trotz allem gut da und könne mit Zuversicht in die Zukunft blicken.  

regt sich Kummer fast bei allen, aber manche blühen auf: Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Da muss eingeschritten werden: Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat.

Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben, treten selbst den Absturz los, den sie brauchen - echt famos!

Dazu braucht der Staat Kredite, und das bringt erneut Profite, hat man doch in jedem Land die Regierung in der Hand.

Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten: Wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert.

Für die Zechen dieser Frechen hat der Kleine Mann zu blechen und – das ist das Feine ja – nicht nur in Amerika!

Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen, und die Hypothek aufs Haus heißt, Bewohner müssen raus.

Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen – ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur.

Trifft‘s hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken – auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut! Soll man das System gefährden?

Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen, ist der Ausweg längst bedacht: Dann wird wieder Krieg gemacht. Richard G. Kerschhofer

Südtiroler Landwirt

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Ra i f f e i s e n

Nr. 22 - 5. Dezember 2008

Jeder Mensch braucht eine Chance

Weihnachts-Spendenaktion für Menschen mit Behinderung von Raiffeisen Unter dem Motto „Zukunft schenken“ starten die Südtiroler Raiffeisenkassen eine WeihnachtsSpendenaktion zugunsten des Arbeitskreises Eltern Behinderter (AEB). Der Erlös fließt zur Gänze in das AEB-Projekt „Arbeitsintegration“.

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ie Integration von Menschen mit Behinderung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Moderne Integrationsgesetze haben in vielen Bereichen zur Normalität geführt, so dass behinderte Menschen als vollwertige Mitglieder in der Gesellschaft akzeptiert werden und immer mehr am normalen öffentlichen Leben teilnehmen können. „Nachholbedarf gibt es aber noch in der Arbeitsintegration, die nur sehr schleppend voran geht“, sagt AEBPräsident Hansjörg Elsler.

Arbeitsverträge Andreas Psaier, ein 24-jähriger Brixner mit Down-Syndrom, arbeitet in einer festen Anstellung als Bürogehilfe und Bote. „Ich kann im elterlichen Betrieb mitarbeiten und die Arbeit bedeutet mir viel, weil ich so in Kontakt mit anderen bin“, sagt Psaier. Weit über 600 Südtiroler mit Behinderung suchen hingegen einen festen Arbeitsplatz. Nach wie vor ist es aber immer noch schwierig,

Menschen mit Behinderung reguläre Arbeitsverträge mit geregeltem Einkommen und Rentenversicherung zu vermitteln. Vielfach erhalten sie nur sogenannte Anvertrauensverträge mit Taschengeld, aber ohne Absicherung.

Integrationsprojekt Mit dem Projekt „Arbeitsintegration“ fördert der AEB den Einstieg behinderter Menschen in die Berufswelt. Dabei will er vor allem bei den heimischen Kleinbetrieben Sensibilisierungsarbeit leisten. Kürzlich hat der AEB in Zusammenarbeit mit dem Sprengel der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern in sechs Gemeinden bei den kleinen Privatbetrieben die Möglichkeiten erhoben, Menschen mit Behinderung in einem festen Arbeitsverhältnis einzustellen. „Die Betriebe waren sehr aufgeschlossen für unser Anliegen“, sagt Projektleiterin und langjährige AEB-Vorsitzende Gertrud Calenzani. Zahlreiche Betriebe zeigten sich bereit, mit dem Arbeitsamt über eine konkrete Anstellung zu sprechen. „Das Potential für integrierte Arbeitsplätze ist vorhanden, man muss aber auf die Betriebe zugehen“, sagt Calenzani. Im nächsten Jahr möchte der AEB das Projekt zur Arbeitsintegration in Zusammenarbeit mit den Sprengeln der Bezirksgemeinschaften auch in anderen Gemeinden umsetzen.

Start am 1. Dezember

Andreas Psaier (24) mit Down-Syndrom

Im Rahmen ihrer diesjährigen Weihnachts-Spendenaktion unterstützen die Raiffeisenkassen das AEB-Projekt zur Arbeitsintegration. „Die AEB-Initiative ist eine moderne Form der Hilfe zur Selbsthilfe. Der AEB fördert die Suche nach festen Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung in direkter Zusammenarbeit mit den Betrieben vor Ort. Eine feste Anstellung bedeutet auch für Menschen mit Behinderung mehr Eigenständigkeit und mehr sozi-

Raiffeisenverband-Obmann Heiner Nicolussi-Leck, Projektmitarbeiterin Ida Psaier, Projektleiterin Getrud Calenzani, AEB-Präsident Hansjörg Elsler

ale Einbindung“, sagt Heiner Nicolussi-Leck, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol. Die Weihnachts-Spendenaktion startet am 1. Dezember und kann landesweit in den Filialen der

Raiffeisenkassen unterstützt werden. Das Spendenkonto lautet: „Zukunft schenken“, Raiffeisen Landesbank Südtirol, IBAN: IT 50 H 03493 11600 000300042005.

Wachstu m der Ei n lagen i n Bayer n Den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken sind im Oktober 3,1 Milliarden Euro an Kundengeldern zugeflossen. Das gab Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, bekannt. Die Kundeneinlagen der bayerischen Genossenschaftsbanken sind demnach

außerordentlich stark in dem Monat angestiegen, in dem die internationale Finanzkrise Deutschland mit großer Wucht getroffen hat. Götzl: „Die Kunden suchen ganz bewusst nach krisenfesten Instituten. Für sie ist Sicherheit ein ganz wichtiger Aspekt bei ihrer Anlageentscheidung.“

Bedeutung der Genossenschaften in Russland steigt In Russland haben landwirtschaftliche Genossenschaften als Betriebsform starken Zulauf. Mit der wachsenden Akzeptanz der Kooperativen ist auch die Zahl der Neugründungen stark gestiegen. Mittlerweile soll es laut einem Bericht der in Moskau erscheinenden Zeitung Landleben bereits 5 500 landwirtschaftliche Genossenschaften geben, nach erst 900 im Jahr 2006. Die Hälfte der aktuell existierenden Zusammenschlüsse sollen Bezugs- und Absatzgenossenschaften sein.

Wie Landwirtschaftsminister Alexej G o r d e j e w anlässlich einer Sitzung des wissenschaftlichen Beirats seines Hauses zum Thema Genossenschaften erklärte, ist eine wachsende Zahl der registrierten Betriebe auch dabei zu wirtschaften und existiere real, also nicht nur auf dem Papier. Laut einer Prognose des wissenschaftlichen Beirats wird das Agrargenossenschaftssystem künftig die dominierende Wirtschaftsform für die Mehrzahl der Menschen auf dem Lande sein.

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Redaktion und Gestaltung: Dienststelle für Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Raiffeisenverband, Tel. 0471 945453, Fax 0471 970228, E-Mail: rvs-presse@raiffeisen.it Verantwortlicher Leiter: Dr. Stefan Nicolini; Redaktion: Mag. Thomas Hanni; Fotos: Archiv Internetadresse: www.raiffeisen.it/raiffeisenverband

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Nr._22_-_05.12.2008  

Golden Delicious 176.000 +7% Royal Gala 117.000 +10% Braeburn 67.000 -4% Red Delicious 66.000 +7% Granny 51.000 +7% Fuji 50.000 +21% Pink La...

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