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Nr._15_-_26.08.2005_03

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Sonderdruck aus „Der Landwirt“ Nr.15 vom 26. August 2005 Suppl. S I A P.50%

Raiffeisenverband

48. Jahrgang

„Überregionale Synergien besser nutzen“

Sommergesprächmit Landesrat Hans Berger – Ausblick auf 2006

Hans Berger ist seit 1998

Landesrat für Landwirtschaft

sowie für land-, forst- und

hauswirtschaftliche Berufser-

tüchtigung und Vermögensver-

waltung. Imfolgenden

Gespräch skizziert er seine

Vorstellungen von nachhaltiger

Landwirtschaft in Südtirol.

Sehr geehrter Herr Landes-

rat, wo verbringen Sie Ihren

Urlaub?

Hans Berger: Ichhoffe, dass iches schaffe, ein paar Tage mit meinen beiden neunjährigen

Töchtern ans Meer fahren zu können.

In Österreichgab es den Versuch, ein arbeitsfreies Wochenende für Politiker einmal monatlicheinzuführen. Wären

Sie dafür?

Diesen Versuchhat es auchin

Südtirol gegeben, dochleider ist es ein frommer Wunsch geblieben. Allerdings denke ich, dass ein solches arbeitsfreies Wochenende wünschenswert und durchaus auchmachbar wäre, wenn sich alle, die Veranstalter wie wir Politiker, ohne

Ausnahme daranhalten würden.

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Situation in Südtirol?

Zeichnet sichinder Landwirtschaft aufgrund des immer steigenden Konkurrenzdruckes eine Krise ab?

Klar ist, dass wir nicht alles über einen Kamm scheren können. Schließlichkann man Südtirol nicht mit der Lombardei oder einem deutschen Bundesland vergleichen, da völlig andere Gegebenheiten herrschen. Gegebenheiten, die wir durchaus zu unserem Vorteil nutzen können. Mit viel Fantasie,Flexibilität und dem Willen zu Innovation können unsere Bauern sichneue, stabile Standbeine und dadurchein notwendiges

LR Hans Berger wünscht sichein arbeitsfreies Wochenende im Monat

Zusatzeinkommen schaffen. In erster Linie geht die Diversifizierung natürlichin Richtung der Nutzung von Marktnischen, von Synergien durchden Fremdenverkehr verbunden mit all seinen Möglichkeiten. Ichkann

mit großer Genugtuung feststellen, dass die jungen Bäuerinnen und Bauern teilweisediesen

Weg bereits mit Selbstverständlichkeit gehen. Deshalb können

wir nicht von Krise sprechen.

Wir dürfen nur nicht glauben,

dass wir aufdem Markt bestehen können, wenn wir alle das

Gleiche und vor allem das Gleiche wie alle anderen anbieten.

Welche Chancen räumen Sie den Genossenschaften ein? Sind

Sie innovativ genug?

Auchhier wärees falsch, ein

Pauschalurteil zu fällen. Die

Innovationskraft einer Genos-

senschaft hängt ganz maßgeb-

lich vom Management ab. Ent-

sprechend gibt es Genossen-

schaften, die vorausblickend

agieren und Schritte setzen,

bevor sie vom Markt diktiert

werden. Leider gibt es auch sol-

che, die hinterher hinken und

die sind die Sorgenkinder der

Zukunft

Zu diversen Anlässen lassen

Sie in ihren öffentlichen Reden

Versuchsballons steigen. So haben Sie den Lagrein als Leit-

wein vorgeschlagen und die

Zusammenarbeit mit dem Tren-

tino in der Obstvermarktung.

Mankann davon ausgehen,

dass ich solche Ideen nur dann

lanciere, wenn ich selbst davon

auch überzeugt bin. Klarerweise dienen sie auchdazu, das

Gesprächin Gang zu bringen,

Diskussionen anzuregen. Was die Obstvermarktung betrifft,

sind wir mit der Erlangung der geschützten geographischen

Angabefür den Südtiroler Apfel

einen ganzen Schritt weiter gekommen. Sie bietet uns neue

Vermarktungschancen. Gleichzeitig stellt sichnatürlich auch die Frage, wie lange wir uns in

Südtirol noch zwei Vermarktungsorganisationen leisten können, wobei man auchdazu

sagen muss, dass man bereits

Schritte aufeinander zu

gemacht hat Und vielleicht sollteman sich auchdie Frage stellen, ob man sich– vor allem auf großen neuen Märkten –ein

Nebeneinander von Südtiroler und Trentiner Vermarkternleisten möchteoder nicht doch

lieber Synergien nutzt Wer weiß in Kanada schon, wo Südtirol und wodas Trentino liegt?

Inden vergangenen Wochen

gab es im Werbeausschuss der

Weinwirtschaft einige Unstimmigkeiten über die Vergabekriterien der Fördermittel durchdie

Landesregierung. Wogeht die

Südtiroler Weinwirtschaft hin?

Im Moment werden leider sehr viele, sehr unterschiedliche

Wege beschritten...

Gibt es ein gemeinsames Konzept?

Nein, es ist mit allen zu entwickeln, darauflege ich Wert

Die Weinwirtschaft muss sich eine Linie vorgeben, die die nächsten fünf bis sieben Jahre umfasst Dann kann sie von der

Politik unterstützt werden. Die

Kontroversen bringen nichts

Alle Betroffenen müssen an einem Strang ziehen.

Was sagen Sie zu den Meinungen vom britischen Premierminister Blair, der die EU-

Ratspräsidentschaft führt und sicheine Reduzierung der Landwirtschaftgelder vorstellen kann?

Ichkann diese Überlegungen

Blairs absolut nicht nachvollziehen. Wenn ich von Leben, von

Ernährung rede, muss ich wissen, dass die Basis in der Landwirtschaft liegt Blair redet von Kürzungen des Agrarbudgets, aber gemeint ist damit die Einschränkung der Geldmittel für die ländliche Entwicklung, die bereits heutenur acht Prozent ausmacht Gerade diese Kürzungen würden uns maßgeblich treffen und deshalbbedrückt michdiese Ausrichtung sehr. Haben Sie mit der neuen EUKommissarin für Landwirtschaft Marianne Fischer Boel schon sprechen können?

Ichhabe sie in Berlin kurz kennen gelernt und im September wirddas erstepersönliche Gesprächgemeinsammit dem Landeshauptmann in Brüssel stattfinden. Klar ist, dass der

Kontakt mit EU-Kommissar

Franz Fischler enger und direk-

ter war. Aber es war selbstver-

ständlichein Glücksfall, dass ausgerechnet ein Tiroler Land-

wirtschaftskommissar war Aber

auch aufdie neue Situation stellen wir uns ein.

Welche Schwerpunkte setzen

Sie in der Förderung der Landwirtschaft in Südtirol?

Ein Hauptaugenmerkgalt und gilt immer nochder

Zukunftssicherung, indem wir die Junglandwirteentsprechend

unterstützen. Dazu gehören die Starthilfen bei Hofübernahmen oder auchdie Investitionen in eine gediegene Ausbildung. Klar ist auch, dass wir weiter darauf

hin arbeiten müssen, die Kostennachteile bei der Produktion im

Berggebiet auszugleichen, etwa indem wir über den Ländlichen

Entwicklungsplanentsprechende Ausgleichszahlungen vorsehen. Und zumdritten geht es umdie Unterstützung von Initiativen, mit denen sichdie Bauern ein Zusatzeinkommen schaffen können. Auch Initiativen, mit denen dem heimischen Produkt ein größerer Stellenwert gerade in unserem Lande eingeräumt wird, müssen das Ziel der Politik sein. Denn meines Erachtens ruht die Existenz des bäuerlichen Betriebes in Zukunft auf drei Säulen:aufdem Erlös aus der Produktion qualitativ hochwertiger Lebensmittel,aufden

Direktzahlungen für Leistungen, die der Bauer für die Gesell-

schaft erbringt und schließlich aufdem Zu- und Nebenerwerb Interview:Stefan Nicolini

Neue Verkaufsstelle der Senni in Bruneckeröffnet

Einweihung Geschäft und Bar – Neueröffnung

Der Milchhof Senni in Bruneckfeierte vor dem Feiertag

MariaHimmelfahrt die offiziel-

le Wiedereröffnung der neuen

Räumlichkeiten. Neu errichtet

wurde die Verkaufsstelle.

Im Beisein zahlreicher

Ehrengäste aus Wirtschaft

und Politik wurde der gelungene Umbau und die

Einrichtung einer neuen Ver-

kaufstelle mit Bar am Sitz des

Milchhofes Senni (Milkon) offiziell gefeiert Nach zweimonati-

ger Umbauphaseeröffnetedie

Milkon Südtirol am Werk Bruneck(Senni) das Detailgeschäft und eine neue Bar (Sennibar).

Der Senni- und gleichzeitig

Sennereiverbands-Obmann Joa-

chim Reinalter erinnertein sei-

ner Eröffnungsrede daran, dass

im Jahre1975 am Standort

Brunecknur 20 000 Liter Milch

pro Tag angeliefert wurden.

Heute sind es 250 000 Liter

Dies sei Grund genug, in ein

neues Geschäftslokal zu inve-

stieren.

Auch Milkon-Obmann Alfons

Alber unterstrichdie Notwendigkeit aufdie eigenen Stärken

und die eigenen

Produkte auf-

merksam zu machen, was über

die neue Bar und das Geschäft sehr gut gelinge. Landeshaupt-

mann Luis Durnwalder dankte

Senni Bruneck:Die politischen Spitzenvertreter und die Führungsriege der Sennereigenossenschaft durchschneiden das traditionelle Band.

den Landwirten für ihr

Bemühen, naturnahe Produkte herzustellen und die Landschaft zu pflegen. Landesrat Hans Berger rief die Kunden aufeinhei-

mische Produkte zu kaufen und

somit das Überleben der Landwirte zu garantieren.

Bereits seit einigen Woche erfreuen sich Gäste und Einheimische anden neueingerichte-

ten Räumlichkeiten der Senni.

Neben den Köstlichkeiten aus eigener Produktion gibt es Brot,

Mehlspeisen,Wurstwaren,Produkte vom Roten Hahn und

Vieles anderemehr Die „Senni-

bar “ bietet alles was ein anspruchsvoller Konsument sucht: von Kaffee-Spezialitäten bis hin zu Milchmixgetränken, Eis,Käseteller und kleinen Hungerstillern zwischendurchfindet man alles an. Zum Verweilen lädt die stilvoll eingerichtete Bar oder auchdie Sonnenterasse ein.

Mit den langen Öffnungszeiten will die Geschäftsführung den neuen Kundenanforderungen entgegenkommen:Montag bis Freitag von 6 00 Uhr bis 20 00 Uhr und Samstag von 6 00 bis 18.00 Uhr

Baron Lothar von Sternbach:Förderer der Genossenschaften

Baron Lothar von Sternbach ist am 7 Juli, vier Monate vor seinem 100 Geburtstag, gestorben. Sternbach wurde am 7

Dezember 1905in Innsbruck geboren. Sein Vater Paul war

Abgeordneter und Regierungsmitglied zum Tiroler Landtag. Nachdem Ersten Weltkrieg zog er mit seiner Familie nach Bruneck, umhier sein in Zürich begonnenes Studiumder Agronomie in Dietenheim zu beenden.

1933 übernahm er den elter-

lichen Stock-Hof in Uttenheim. 1935heirateteer Lucy Schnet-

zer Aus dieser Ehe entstammen

neun Kinder Lothar von Sternbach widmete sich Zeit seines

Lebens der Landwirtschaft So half er beim Aufbau des Puste-

rer Bauernbund-Bezirkmit Er war Gründungsmitglied der

Raiffeisenkasse Uttenheim, die am18. Juli 1954 aus der Taufe gehoben wurde. Von der Gründung bis ins Jahr 1970 war er

Aufsichtsratspräsident Von 1970 bis 1973 deren Obmann, dies auchnachdem Zusammenschluss mit der Raiffeisenkasse Ahrntal. Sternbach,Träger des Verdienstkreuzes des Landes Tirol, war ein treibendes Glied bei der Gründung neuer

Genossenschaften. So war er im Jahre1946 Gründungsmitglied der Pustertaler Saatbaugenos-

Baron Lothar Sternbach war bis ins hohe Alter aktiv.

senschaft und erster Aufsichts-

ratsobmann. Weiters unterstützteer tatkräftig den Aufbau des

Verbandes der Pinzgauer Rinderzuchtgenossenschaften Südtirols, denen er 1950 als Grün-

dungsmitglied und bis 1964 als

Geschäftsführer zur Seite stand.

Gleichzeitig war er Mitglied des

Aufsichtsrates im Rinderzucht-

verband und am Ende auch

Ehrenmitglied. Pionierarbeit

leisteteer in der Zucht und bei

Sanierungsprogrammen zur Bekämpfung der Rindertuberkulo-

se. 1974 verlieh ihm der Raiffeisenverband die Raiffeisen-

Ehrennadel in Silber

Biagi-Reform:Arbeit auf Abruf–„job on call“

Absolut neue Arbeitsleistung – Zielgruppen erweitert (Teil 2)

Mit der Biagi-Reform wurde eine Reihe von neuen Arbeitsver-

trägen eingeführt bzw. bereits bestehende abgeändert. So wurde nun auchdie Arbeit auf Abrufgesetzlichgeregelt.

Bei dieser absolut neuen Formdes Arbeitsvertrages stellt ein Arbeitnehmer einem Unternehmen seine Arbeitsleistung befristet oder unbefristet zur

Verfügung, wobei die Arbeitsleistung mit Unterbrechungen erfolgen kann.

Die Fälle, in denen Arbeit auf Abrufmöglichist, werden in den Kollektivverträgen geregelt War ursprünglichdie Ver-

tragsformnur versuchsweise für arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren oder Mitarbei-

ter, welche ihre Arbeit verloren und mehr als 45 Jahrehatten, zugelassen worden, wurde nach und nachdie Zielgruppe erweitert Demnachist es auchmöglich, diese Arbeitsformin all jenen Fällen von nicht kontinuierlichen Tätigkeiten zur

Anwendung zu bringen, die gesetzlich vorgesehen sind (z B Wachpersonal,Kellner,

Küchenpersonal,Mitarbeiter zuständig für den Transport von Waren oder Personen,Mitarbeiter an Telefonzentralen, Verkaufspersonalin Geschäften usw.). Aber auchfür

Wochenenden (ab Freitag13

Uhr,bis Montag, 6 Uhr), für die Weihnachtszeit (vom 1. Dezember bis 10 Jänner), die Osterzeit (vom Palmsonntag bis einschließlich zum Ostermontag) und für die Sommerzeit (vom 1. Juni bis 30 September)kann Arbeit auf Abruf praktiziert werden.

In Bereitschaft

Die wirtschaftliche und normative Behandlung sowie die

Sozialversicherung der betroffenen Arbeitnehmer, sofern sie sich verpflichten, in Zeiten der

Nichttätigkeit „zur Verfügung“ zu stehen, entsprechen im Verhältnis zur effektiv gearbeiteten

Zeit dem betriebsüblichen Stan-

dard, während die zugewartete

Zeit ohne Auswirkungen auf

andere vertragliche Einrichtungen entschädigt wird und keine weitere Ansprüche gibt

Das Entgelt für die „Warte-

zeit“ solltegrundsätzlichinden

Kollektivverträgen definiert werden.

Bis das aber der Fall ist, darf

die Entschädigung nicht weni-

ger als 20 Prozent der kollektiv-

vertraglichen Entlohnung (ta-

bellarischer Grundgehalt, ggf.

Kontingenzzulage und der

Anteil der Zusatzgehälter)

betragen, wobei sichder zuste-

hende Betragprozentuell andie

effektive Wartezeit anpasst

Klare Bestimmungen

Hat sichder Mitarbeiter dazu

verpflichtet,auf Abruf bereit zu stehen, somuss er im Fall sei-

ner Verhinderung dem Arbeit-

geber unmittelbar Bescheid

geben.

Solltedies nicht geschehen, verliert der Mitarbeiter den

Anspruch auf15 Tage des Ent-

geltes für die Wartezeit, sofern

dies im individuellen Arbeits-

vertragnicht anderweitig gere-

gelt wurde.

Flexibilisierung in der Arbeitswelt:Ab sofort können Arbeitgeber Arbeitnehmer auf Zeit und auf Abrufeinstellen.

Das Zurückgreifen auf Arbeitnehmer auf Abruf als Ersatz für streikende Mitarbeiter oder in

Betrieben, welche die Risikoanalyseim Sinne der Bestimmungen über die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht durchgeführt haben, ist nicht möglich. Sollte

Wilhelm Hofer im Ruhestand

Mitte Juni ist er als Direktor

des Amtes für die Entwicklung

des Genossenschaftswesens in den wohlverdienten Ruhestand

getreten. Hofer wurde im fernen Jahre1975mit der Leitung

des Amtes betraut, das im Zuge der Umsetzung der Durch-

führungsbestimmungen des

Autonomiestatuts und aufgrund

der Gesetzesbestimmungen Nr

7 aus dem Jahre1954 sowohl in

Bozen als auchin Trient aufge-

baut worden war.„Die Zeit ist

sehr rasch vergangen“, sagt

Hofer heute. Hofer wurde auch die Rolle des Sekretärs der pro-

vinzialen

Genossenschaftskommission übertragen. Diese Kom-

mission wurde im vergangenen

Jahr mit Beschluss der Landes-

regierung aufgelöst. Sie setzte

sich aus je einem Vertreter der

drei anerkannten genossen-

schaftlichen Revisionsverbände

(Unione,Bund der Genossen-

schaften Südtirols,Raiffeisen-

verband),aus Vertreternder

Genossenschaften,aus einem

Präsidenten und einem Vizeprä-

sidenten zusammen, die von der

Landesregierung bestimmt wur-

den. Rechtsanwalt Josef Prüns-

ter bekleidetedas Amt des Prä-

sidenten von 1954 bis 1977 Sein

Nachfolger wurde der Neu-

markter Notar Peter von Lut-

terotti(1977–1994). Ihm folgte

Sepp Kiem,Rechtsanwalt aus

Algund, gleichzeitig Obmann

der lokalen Raiffeisenkasse. Mit

der Auflösung der Kommission wurde u a.die Aufsicht jener

Genossenschaften, die keinem

Verband angeschlossen sind, dem Amtsdirektor Maurizio Ber-

gamini Riccobon übertragen.

Hofer hält sich vornehm

zurück,aber er bedauert die

in den letzten sechs Monaten ein Personalabbau stattgefunden haben, sodarf Arbeit auf Abrufnur unter gewissen Auflagen erfolgen.

Christian Tanner, Leiter der Personalabteilung im Raiffeisenverband

Wilhelm Hofer,Leiter des Amtes für die Entwicklung des Genossenschaftswesens (1975–2005)

Boom an Wohnbaugenossenschaften,Neugründungen beim

Bau von Tiefgaragen,Arbeitsgenossenschaften und schließlich die Welle der Genossenschaftsgründungen im Energiesektor hat Hofer miterlebt.„Ich würde es nocheinmalmachen“, sagt Wilhelm Hofer im Rückblick.

Auflösung der Kommission. „In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat es im Genossenschaftswesen eine große Entwicklungsdynamik gegeben“, erinnert sich Hofer. Den Anfang der 80er Jahreeinsetzenden

Von der „Genossenschaftlichen Konsistenz“

Mitgliedschaft mehr als ein Club – Langfristige Beziehungen (Teil 3)

Konsistenz bedeutet Übereinstimmung. Damit kommt zum Aus-

druck, dass die Mitglieder von Genossenschaften auchihre

Eigentümer und gleichzeitig ihre Kunden oder Lieferanten oder

manchmal sogar ihre Mitarbeiter sind. Das gilt es zu berücksichti-

gen, meint Prof. TheresiaTheurl.

Die Mitglieder einer

Genossenschaft sind es, die zusammen die

Entscheidungen über

strategische Weichenstellungen treffen, davon betroffen werden

und dafür Verantwortung zu

übernehmen haben. Das heißt, dass Verantwortung für wirt-

schaftliche Entscheidungen

nicht an Dritte abgeschoben werden kann, nicht anden

Staat, die Steuerzahler oder

eine diffuse Gesellschaft

Die Überlagerung von Kapi-

tal-,Leistungs- und Entschei-

dungsstrukturen ermöglicht

übereinstimmende

Interessen.

Je ähnlicher die Mitglieder in

M

ihren Vorstellungen sind, umso

stärker wirddies der Fall sein.

Wirtschaftlicherfolgrei

Genossenschaften sind von

teil für ihre Mitglieder

deren wirtschaftlicher Erfolg

ist wiederum von Vorteil für

die Genossenschaft Die

genossenschaftliche Mit-

gliedschaft ist mehr als

die Mitgliedschaft in

einem

Club und sie kann

vor den heutigen Rahmen-

bedingungen als Wettb

werbsvorteil von Unternehmen

gesehen werden. Mitgliedsc

bedeutet zwar Bindung u

Gebundensein und schränkt

gerfristigen Beziehungen können Informationen über den

Geschäftspartner gewonnen

werden. Das ist immer dann wichtig, wenn es nicht um stan-

dardisierte Produktegeht, sondern umdie Vertrauenswürdig-

keit und umdie Kompetenz des

Flexibilität und Mobilität des

Einzelnen ein. Dochnur in län-

Das Genossenschaftliche Geschäftsmodell: die „sechs K“

Leistungserbringers Doch auch für die Anbieter sind die Informationen über ihre Kunden äußerst wichtig. Nur sokönnen die passenden Leistungen entwickelt oder kombiniert werden. Bankdienstleistungen sind gutes Beispiel dafür iele Unternehmen versuhen heutedurch Kundenclubs nd diverse Rabattprogramme Kunden zu binden. Dochdies hat nichts mit genossenschaftlicher Mitgliedschaft zu tun. Genossenschaftliche Mitglieder sind zusätzlich Eigentümer ihres Unternehmens Dadurchkann die nternehmer- und die Kunsicht kombiniert werden. Prof. TheresiaTheurl, Direktorin des Instituts für Genossenschaftsforschung an der Universität Münster

itgliederförderung – Ein unausgeschöpftes Marketinginstrument

Eine Definition zu treffen, was nun Mitgliederförderung in einer Genossenschaft ausmacht, ist nicht einfach.

Einige Theoretiker sprechen

von einer leeren Formel,anderefinden den Begriff unbrauchbar Dennoch bleibt der Förderauftragein einzigartiges, unverwechselbares Marketinginstrument im Rah-

men eines Marke-

tinggesamtkonzep-

tes Dieser Meinung

sind Robert Purtschert,Direktor des

Verbandsmanagement Instituts der

Universität Freiburg

(Schweiz), und

Claudio Beccarelli, wissenschaftlicher

Mitarbeiter

Inihrem Aufsatz, der in der letzten Ausgabeder

erläutern sie den anhand prak-

tischer Beispiele aus der Schwei-

zer Genossenschaftswelt den

Wert des Kundennutzens, den

Wert des genossenschaftlichen

Mitgliedernutzens und das langfristige Mitgliederförderungspo-

tential.

Im selben Band beschreiben

u a Prof. Dr Günther Ringle

Zeitschrift für das gesamte

Genossenschaftswesen (Band 55,Heft 2/2005) erschienen ist,

(Hamburg) die

„Selektive Mitglie-

deraufnahme in

Genossenschaften

aus heutiger Sicht“ , Prof. Theresia

Theurl(Münster)

die „Genossen-

schaftliche Mitglied-

schaft und Member

Value als Konzepte für die Zukunft“

und Prof. Dr Volker

H. Peemöller im

Gesprächmit Dr Christopher

Pleister die „Mitgliedschaft und

Mitgliederförderung in Genos-

senschaftsbanken“.

Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen

Die zfgG ist das Organfür

Kooperationsforschung und

-praxis der Genossenschaftsins-

titute andreizehn Universitä-

ten im deutschsprachigen

Raum. Sie ist seit über 50 Jah-

ren die einzige genossen-

schaftswissenschaftliche Zeit-

schrift im deutschen Sprach-

raum. Die zfgGbehandelt

Fragen des Genossenschaftswe-

sens aus wirtschaftswissenschaftlicher, juristischer und soziologischer Sicht

Der Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Diskussion. Besonderes Augenmerk legen die Herausgeber auf aktuelle Fragestellungen, die auchfür den Praktiker von hoher Bedeutung sind. www zfgg.de

RAIFFEISEN-WEITERBILDUNGSKURSE

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Redaktion und Gestaltung: Dienststelle für Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Raiffeisenverband,Tel. 0471945453,Fax 0471970228,E-Mail: rvs-presse@raiffeisen.it Verantwortlicher Leiter: Dr. Stefan Nicolini; Redaktion: Mag. Thomas Hanni; Fotos: MEV-Verlag,Milchhof Senni,Raiffeisenkasse Tauferer-Ahrntal,Archiv Internetadresse: www raiffeisen.it/mitteilungen

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