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2. 9. 2011    nr.15    s�dtiroler landwirt 2. september 2011    nr.15/54.Jg.     s�dtiroler landwirt

raiffeisen Sonderdruck, Suppl . S.I.A.p. 50%

Raiffeisen Mitteilungen des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Ein Forschungsprojekt schafft Mehrwert für die Landwirtschaft: Joachim Reinalter, Konrad Bergmeister, Michael Oberhuber, Massimo Tagliavini.

Herkunft und Qualität verbinden OriginAlp – so heißt das länderübergreifende Forschungsprojekt, das Anfang Juli vorgestellt wurde. Pionierarbeit soll es leisten. „Dieses Projekt ist ein Meilenstein für unsere Arbeit, von der wir uns wertvolle Erkenntnisse erhoffen“, sagte Michael Oberhuber, Direktor des Versuchszentrums Laimburg, bei der Pressekonferenz im Haus der Tierzucht in Bozen, an dem auch Uni-Präsident Konrad Bergmeister, Dekan Massimo Tagliavini und Joachim Reinalter, Präsident des Sennereiverbandes, teilnahmen. Das mit 920.000 Euro ausgestattete DreiJahres-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, den Nachweis über Qualität und gleichzeitig Herkunft landwirtschaftlicher Produkte zu erbringen. Während in der Laimburg die Qualität wie u. a. der Fettsäure- oder Zuckergehalt bestimmt wird, wollen die Wissenschaftler

an der Freien Universität Bozen die Herkunft der Lebensmittel durch die anerkannte Standardmethode der Stabil-Isotopenanalyse bestimmen. Gleichzeitig testet die Universität Innsbruck ein neues Verfahren, das Herkunftsund Qualitätsprüfung vereint: die NahinfrarotSpektroskopie.

Ein Mobiltelefon genügt Auf diese Weise ist es wissenschaftlich erstmals möglich, nicht nur die Qualität, sondern auch die Herkunft der landwirtschaftlichen Lebensmittel zu bestimmen. So kann für Südtirols Produkte – nach dem Vorbild Nordtirols, wo es bereits ein geschütz-

tes Gütesiegel gibt – ein neues eigenes Gütesiegel für Qualität entwickelt und die Produkte auch gezielt vermarktet werden. Oberhuber kann sich durchaus vorstellen, dass in Zukunft allein mit Hilfe eines Mobiltelefons alle Qualitätsmerkmale, beispielsweise eines Apfels, der noch am Baum hängt, in kürzester Zeit bestimmt werden können. So können die Produkte aus Südtirol mit jenen aus anderen Ländern klar unterschieden werden. OriginAlp ist das Produkt einer länderübergreifenden Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck, dem Agrarmarketing Tirol, dem Versuchszentrum Laimburg und dem Südtiroler Sennereiverband, der die Labordaten zur Verfügung stellt.

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raiffeisen

Jubilar

Herbert Oberkalmsteiner ist ein Sechziger

Herbert Oberkalmsteiner, Leiter der Hauptabteilung Steuerrecht im Raiffeisenverband

Herbert Oberkalmsteiner, Leiter der Hauptabteilung Steuerrecht im Raiffeisenverband, konnte kürzlich seinen 60. Geburtstag feiern. Bei einer kleinen Feier im Kreise der Hauptabteilungsleiter gratulierten Obmann Heiner Nicolussi-Leck und Generaldirektor Paul Gasser dem Jubilar und wünschten ihm Glück, Gesundheit und weiterhin viel Freude an der Arbeit. Herbert Oberkalmsteiner, eingetragener Wirtschaftsberater und Rechnungsprüfer, trat 1975 im Raiffeisenverband ein, übernahm kurze Zeit später die Leitung der Steuerabteilung, die heute mit 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Mitgliedsgenossenschaften in allen steuerlichen Belangen berät, betreut und unterstützt. Mit einigen Etappen und kleinen Anekdoten aus dem Leben des Jubilars, dargeboten von Generaldirektor Paul Gasser, klang die Feier aus.

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Durch Innovation Vorteile schaffen Auf der letzten Sitzung des Koordinierungsausschusses der landwirtschaftlichen Genossenschaften stand das Thema Innovation auf der Tagesordnung. In einem global wachsenden Markt, der durch verstärkten Wettbewerb beherrscht wird, werden auch landwirtschaftliche Betriebe mit der Frage konfrontiert, wie sie diesen Herausforderungen begegnen. Die Experten sind sich einig: durch Kooperation und Innovation. „So hat sich die Handelskammer zum Ziel gesetzt, die Innovationskultur in Südtirols Unternehmen zu stärken, Kooperationen und Vernetzungen untereinander zu fördern und Innovation zu schützen“, meinte Irmgard Lantschner, Verantwortliche des Innovationsservice der Handelskammer Bozen, in ihrer Präsentation. Christian Höller vom TIS Innovation Park erklärte in seinem Referat, dass das TIS Unternehmen bei der Suche nach Experten, Forschungseinrichtungen und Technologien unterstützt. Eine weitere wichtige Aufgabe bestehe in der Vernetzung von Unternehmen unterschiedlicher Sektoren. So sind in den letzten Jahren bereits 20 branchenübergreifende Kooperationen entstanden.

Der Koordinierungsausschuss der landwirtschaftlichen Genossenschaften und Verbände wurde ins Leben gerufen, um die Kommunikation zu verbessern und aktuelle Themen gemeinsam anzugehen.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass auch im landwirtschaftlichen Sektor durch eine stärkere Kooperation und Innovationskultur jener Wettbewerbsvorteil geschaffen werden könne, der der Landwirtschaft und Südtirol insgesamt zugute kommt.

Die Kunden der Zukunft Tagung der Obmänner und Geschäftsführer/innen der Raiffeisenkassen Südtirols

Prof. Dr. Hans Gert Penzel (ehem. Generaldirektor EZB), Alberta Egger (Leiterin Haubtabt. RIS), Heiner Nicolussi-Leck (Obmann Raiffeisenverband)

Wie können die lokalen Raiffeisenkassen als lokal verankerte Genossenschaftsbanken ihre Kunden auch in Zukunft gut bedienen? Welchen technischen Errungenschaften müssen sie Rechnung tragen? Welche neuen Bedürfnisse entstehen beim Kunden? Diesen und ähnlichen Fragen ging Prof. Dr. Hans Gert Penzel, Geschäftsführer des Beratungs- und Forschungsinstitutes ibi research in Regensburg, auf der letzten Raiffeisentagung in Bozen nach. Von 2004 bis 2010 war er in der Europäischen Zentralbank als Generaldirektor verantwortlich für die

Informationssysteme. Penzel skizzierte die schnell wachsenden und sich rasch verändernden Internetplattformen. Zugleich warnte er vor neuen Finanzierungskanälen im Internet, wo die Gefahr bestehe, dass die traditionelle Bank ausgehebelt werde. Der Kunde kommt weniger in die Bank, dafür kommt die Bank zum Kunden. „Deshalb müssen wir neue Kommunikationswege erschließen, denn Multikanalität ist gefragt“, meinte Alberta Egger, Leiterin der Hauptabteilung RIS im Raiffeisenverband, in ihrem Statement.


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2. 9. 2011    nr.15    s�dtiroler landwirt

Fruchthof und SACRA kooperieren Bei getrennten außerordentlichen Vollversammlungen haben sich die Mitglieder für eine Kooperation entschieden.

Ende Juli wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Mitglieder der beiden Obstgenossenschaften SACRA in Eppan und Fruchthof Überetsch in Frangart haben sich mit großer Mehrheit in getrennten Vollversammlungen für eine Kooperation ausgesprochen. Bereits im letzten Jahr haben beide Genossenschaften im Verkauf im Rahmen des neuen VOG-Vermarktungskonzeptes enger zusammengearbeitet. In den kommenden drei Jahren werden die Obsternten mit rund 63.000 Tonnen gemeinsam verarbeitet. Diese

Entscheidung fußt auf dem Ergebnis einer Wirtschaftlichkeitsstudie, die im Auftrag der beiden Vorstände vom ROI-Team Consultant durchgeführt wurde. Die Studie zeigte, dass die wirtschaftliche Arbeitsweise im Verarbeitungsbereich durch eine gemeinsame Nutzung nachhaltig optimiert und über eine Kooperation schnell umgesetzt werden kann. So sieht das Kooperationsmodell die optimale Nutzung der vorhandenen Strukturen und technischen Einrichtungen für die Verarbeitung am Fruchthof vor. „Die Arbeitsabwicklung kann

auf diese Weise einfacher gestaltet und die Produktion effizienter organisiert werden. Dadurch können zum Vorteil der Mitglieder deutlich Kosten eingespart werden“, schreiben die beiden Obmänner in ihrer Presseaussendung. Die Anlieferung und Lagerung bleibt hingegen in den Händen der jeweiligen Genossenschaften. Der Verkauf der Ware erfolgt so wie bereits im letzten Jahr im Rahmen des neuen Vermarktungskonzeptes der VOG-Erzeugerorganisation im Pool BozenWest.

Die Kooperation sieht eine gemeinsame Verarbeitung des Obstes im Fruchthof Überetsch vor.

Georg Kössler, Obmann Fruchthof Überetsch

Alois Oberrauch, Obmann Sacra

raiffeisen sommergesprche

Italien braucht echte Strukturreformen Befinden wir uns angesichts der globalen Finanz- und Schuldenkrise in einem sicheren „Hafen“? Um diese Frage drehten sich Mitte August die traditionellen Sommergespräche der Raiffeisenkasse Bruneck. Der Weg aus der hohen Staatsverschuldung in der EU führe nur über eine strikte Haushaltskonsolidierung, die jetzt besonders von Italien erwartet wird, meinte der langjährige „Wirtschaftsweise“ Prof. Wolfgang Wiegard. „Italien bräuchte aber mehr Tremonti und weniger Berlusconi.“ Wenn Italien einen ausgeglichenen Haushalt wolle, dann gehe das nur über echte Strukturreformen. In dieselbe Kerbe schlug auch Landeshauptmann Luis Durnwalder. Er betonte, dass ohne Opfer kein Weg aus der Schuldenkrise führe. Südtirol habe zwar keine Schuldenprobleme, gehöre aber zu Italien und müsse folglich die gleiche bittere Medizin schlucken. Was Italien neben

strukturellen Reformen brauche, seien aber eine neue Regierung, mehr Wahrheit und mehr Opposition, meinte Durnwalder. In Bezug auf Europa kritisierte Prof. Wiegard das Fehlen einer einheitlichen Finanz- und Fiskalpolitik sowie wirksamer Sanktionen bei Verstößen gegen die Stabilitätskriterien. Zur Diskussion um die Ausgabe von Eurobonds meinte Wiegard, dass solche vermutlich innerhalb der nächsten zwei Jahre wohl ausgegeben würden. Im Rahmen der Sommergespräche, an denen 230 Interessierte teilnahmen, wurde auch eine Standortanalyse des Südtiroler Pustertales im Vergleich mit Osttirol vorgestellt.

Historiker Stefan Lechner, Anton Kosta (Direktor Raiffeisenkasse Bruneck), Olga Reisner (Bezirkshauptfrau Osttirols), Prof. Wolfgang Wiegard, Landeshauptmann Luis Durnwalder

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raiffeisen

s�dtiroler landwirt    nr.15    2. 9. 2011

Wirtschaftskraft Raiffeisen Neben den Obstgenossenschaften stehen die Kellereien in der Raiffeisenstatistik nicht schlecht da. In den letzten Jahren haben die Genossenschaften sich in Südtirols Weinmarkt gut behaupten können, wie die Sozialbilanz verdeutlicht. Die Kellereigenossenschaften produzierten im Jahr 2009 rund 245 Tsd. Hektoliter Wein. Dies entspricht einem Anteil an der Gesamtproduktion von 75,2 Prozent. Die Weinproduktion ging zwar seit 1985 kontinuierlich zurück, die Anbaufläche aber ist im gleichen Zeitraum um knapp 400 Hektar gestiegen. Die vielen Auszeichnungen der Südtiroler Weine

in den letzten Jahren belegen die Entwicklung von der Quantität hin zur Qualität. Südtirols Weinproduzenten können heuer besonders stolz sein. Noch nie waren es so viele: 27 Weine haben die höchste Auszeichnung bekommen, die der Gambero Rosso, der wohl renommierteste Weinführer der Welt, zu vergeben hat.

Kellereigenossenschaften

Entwicklung der Weinproduktion und der Marktanteile

alpenkonvention

Fotowettbewerb gestartet Das ständige Sekretariat der Alpenkonvention sucht die schönsten Eindrücke aus den Alpen für seinen neuen Fotokalender 2012. Motiv sind die Alpen als vielfältiger, natürlicher oder kultureller Lebensraum mit großem Wert für Mensch und Tier. Als Motive stehen die 12 Themen der Alpenkonvention zur Auswahl: Bevölkerung und Kultur, Raumplanung, Luftreinhaltung, Bodenschutz, Wasserhaushalt, Naturschutz und Landschaftspflege, Berglandwirtschaft, Bergwald, Tourismus und Freizeit, Verkehr, Energie, Abfallwirtschaft. Unter den 13 besten Bildern werden Sachpreise verlost. Dieser Fotowettbewerb wird von der Alpenkonvention mit Sitz in Innsbruck und einer Außenstelle in Bozen zum zweiten Mal organisiert. Einsendeschluss ist der 15. September. Mehr dazu unter: www.alpconv.org.

*Die Produktion Raiffeisen 2009 umfasst auch jene Weinmenge, die aus den Anlieferungen an die Kellereien Salurn und Brixen-Neustift hergestellt wurde. Um die Vergleichbarkeit im Zeitverlauf zu gewährleisten, wurden Most und Konzentrat aus der Produktion Raiffeisen 2009 herausgerechnet. Quellen: Raiffeisen-Weinstatistiken, Abteilung Landwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen

Raiffeisen Weiterbildungskurse kursangebot

termin

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Anlageberatung für Kundenberater in Ausbildung - 1. Teil

13.–15.09.

Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn

WS Steuerung des Marktergebnisses für Marktleitung, Centerleitung, Geschäftsfeld-Verantwortliche

14.09.

Hotel Eberle/Bozen

Aktuelle monetäre Entwicklungen für Geschäftsführer, Führungskräfte und leitende Angestellte

15.09.

Hotel Eberle/Bozen

Vertiefung Aktuelle monetäre Entwicklungen für Geschäftsführer, Führungskräfte und leitende Angestellte

16.09.

Hotel Eberle/Bozen

20.09.

Bildungshaus Lichtenburg/Nals

Workshop für Banklehrlinge Argumentieren-Konfrontieren-Überzeugen

21.–22.09.

Hotel Eberle/Bozen

Anlageberatung für Kundenberater in Ausbildung - 2. Teil

20.–21.09.

Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn

Wissensmanagement für Geschäftsführer, für Direktoren, Vizedirektoren

23.09.

Hotel Eberle/Bozen

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

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Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)


Nr._15_-_02.09.2011