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Sonderdruck aus „Der Landwirt“ Nr. 12 vom 24. Juni 2005 Suppl. S.I.A.P. 50%

Raiffeisenverband Südtirol

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48. Jahrgang

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Bozen, 24. Juni 2005

Genossenschaften sind wichtiger Wirtschaftsfaktor

Vollversammlung des Raiffeisenverbandes – Solide Bilanz Der Raiffeisenverband stellt mit seinen 359 Mitgliedsgenossenschaften ein sehr heterogenes Mosaik dar, welches das breitgefächerte soziale, kulturelle und gesellschaftliche Umfeld Südtirols wiederspiegelt. Ein Netzwerk, das in Zukunft immer wichtiger werden wird.

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er Raiffeisenverband steht auf einen solidem Fundament“, sagte Obmann Heiner Nicolussi-Leck den Delegierten bei der Vollversammlung im Raiffeisenhaus in Bozen. Dies lässt sich durch Zahlen belegen: Die Anzahl der Mitgliedskörperschaften hat sich im vergangenen Jahr auf 359 erhöht. Die Gesamtzahl der Einzelmitglieder ist auf 104.579 angestiegen. Starke Zuwächse konnten die Mitglieder bei den Wohnbau- (+ 88%) und Energiegenossenschaften (+47%), den Raiffeisenkassen (+15%) und Wassergenossenschaften (+14%,) verzeichnen. Bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften hingegen ist eine rückläufige Mitgliederentwicklung eingetreten.

Keine Zukunft ohne Genossenschaften Südtirol würde ohne Genossenschaftswesen nicht auskommen, sagte Landeshauptmann Luis Durnwalder in seinen Grußworten. „Alle haben wir damit direkt und indirekt zu tun. Deshalb haben wir großes Interesse daran, dass es in unserem Land ein gedeihliches Genossenschaftswesen gibt“. Gleichzeitig warnte er vor übertriebenen Wirtschaftsprognosen: „In

Verbandsdirektor Konrad Palla: „Besorgniserregende Verschuldung wächst“

Landeshauptmann Luis Durnwalder: „Keine Zukunft für Südtirol ohne die Arbeit der Genossenschaften“

Zukunft wird die Investitionsnachfrage sinken. Wir müssen uns rechtzeitig darauf vorbereiten.” Verbandsdirektor Konrad Palla warnte vor der Verschuldung der Betriebe und Haushalte, die „gegenüber den Banken noch einmal zugelegt und wahrlich besorgniserregende Ausmaße erreicht hat. Die Pro-KopfVerschuldung gegenüber dem Bankensystem liegt in Südtirol mit etwa 30.000 Euro mindestens um ein Drittel höher als dies italienweit der Fall ist“, sagte Palla in seiner Rede.

zahlungspreise für angelieferte Tafelware um 18 Prozent auf ganze 45 Euro-Cent pro Kilogramm anheben. Insgesamt wurden den Mitgliedern 322 Mill. Euro (+ 3,3 Prozent) ausbezahlt, obwohl die abgelieferte Obstmenge um 9 Prozent weniger als im Vorjahr war. Der Preisanstieg im Weinsektor betrug im Berichtsjahr durchschnittlich 7,5 Prozent je Liter. Das hat dazu geführt, dass die durchschnittlichen Auszahlungspreise je Kilogramm angelieferter Trauben

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um 4,9 Prozent auf 1,51 Euro angehoben werden konnten. Dadurch war es möglich, den Mitgliedern durchschnittlich mit 12.900 Euro um 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr auszuzahlen.

Milchpreise konstant Arnulf Perkounig, Direktor des Raiffeisenverbandes Tirol, gratulierte der Nachbarorganisation zu dem guten Bilanzergebnis und bedankte sich für den gemeinsam eingeschlagenen Weg auf europäischer Ebene, um Fragen wie Basel II einer für die Genossenschaften positiven Lösung zuzuführen. Die Milchbetriebe in Tirol würden etwas neidvoll über den Brenner blicken, da der Auszahlungspreis in Nordtirol heuer bei 32,5 Prozent liege, d.h. um 9 Euro-Cent weniger als in Südtirol. Verbandsobmann Heiner Nicolussi-Leck bedankte sich bei den Mitgliedsgenossenschaften für das entgegengebrachte Vertrauen und betonte die Bedeutung der Mitglieder als Kern des genossenschaftlichen Netzwerkes. Carlo Dellasega, Direktor des Trentiner Raiffeisenverbandes, meinte in seinem Statement, dass es in absehbarer Zukunft zu ei-ner stärkeren Zusammenarbeit im Obst-, Wein- und Milchsektor kommen könnte, die Südtirol und dem Trentino gleichermaßen zugute kommen würde.F

Gute Bilanz 2004 Die Jahresbilanz des Raiffeisenverbandes fällt für das Geschäftsjahr 2004 trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen positiv aus. Die Ausleihungen sind bei den Raiffeisenkassen mit 8,8 Prozent ein weiteres Mal stärker gestiegen als die Einlagen (+5,7 Prozent); jedoch der geringste Zuwachs seit 1988. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnten die Obstgenossenschaften an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen und die durchschnittlichen Aus-

Die versammelten Delegierten der Raiffeisen-Genossenschaften und die Ehrengäste im Raiffeisenhaus in Bozen. Südtiroler Landwirt

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RAIFFEISEN

Nr. 12 - 24. Juni 2005

Raiffeisen-Ehrennadel in Gold verliehen

Verleihung bei der Raiffeisen Vollversammlung – Seltene Auszeichnung Im Rahmen der Vollversammlung wurde auch Toni Kiem, Erbhofbauer vom Leiterhof in Gratsch bei Algund, wegen seiner Verdienste für das Südtiroler Genossenschaftswesen mit der höchsten Auszeichnung geehrt, über die der Verband verfügt: der Raiffeisen-Ehrennadel in Gold. 1968 wurde er in den Verwaltungsrat der Raiffeisenkasse Algund berufen. Damit begann seine genossenschaftliche Laufbahn. Ab 1990 wurde er für zehn Jahre zum Obmannstellvertreter bestellt und für weitere fünf Jahre übernahm er dann das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden. So hatte er 37 Jahre lang an der Entwicklung dieser Kasse aktiv mitgewirkt. Die genossenschaftlichen Verdienste in seiner Heimatgemeinde beschränkten sich nicht nur auf die Raiffeisenkasse: seit mehr als 30 Jahren stand er

RaiffeisenEhrennadel in Gold: Vizeobmann Matthias Josef Gamper, Obmann Heiner Nicolussi-Leck, der Geehrte Toni Kiem.

dem Bodenmeliorierungskonsortium Algund-Gratsch vor, zunächst als Obmannstellvertreter über ein Vierteljahrhundert und dann sieben Jahre lang als Obmann. 1985 übernahm er schließlich die Obmannschaft der Entwicklungsgenossenschaft Gratsch, in welcher Funktion er bis heute immer wieder bestätigt worden ist. Sein genos-

senschaftlicher Einsatz war schließlich über die Grenzen seiner Heimatgemeinde hinaus gefragt und so bestellte man den anerkannten Obst- und Weinbauer des Leiterhofes in Gratsch 1975 zum Obmann des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau. In diesem Amt wurde er 20 Jahre lang immer wieder bestätigt. Von

dieser Stelle sind maßgebliche Impulse für den Südtiroler Obst- und Weinbau ausgegangen. 1985 wurde er neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates, 1988 wurde er auch in den Verwaltungsrat der Raiffeisen Landesbank gewählt, den er für zwei Amtsperioden angehörte. „Mit der Überreichung der Raiffeisen-Ehrennadel in Gold ehren wir heute somit eine Persönlichkeit, die große Anerkennung und Wertschätzung weit über ihren Heimatort hinaus genießt und die sich ein halbes Leben lang beispielgebend für die genossenschaftliche Arbeit eingesetzt hat. Anton Kiem schuldet somit die gesamte Raiffeisen-Organisation unseres Landes Dank und Anerkennung, was mit der Verleihung dieser Ehrennadel als äußeres Zeichen zum Ausdruck gebracht werden soll“, sagte Verbandsdirektor Konrad Palla in seiner Laudatio. F

Wohlbefinden und Sicherheit am Arbeitsplatz Mitarbeitertagung im Raiffeisenverband – Gutes Betriebsklima Die interne Organisation des Raiffeisenverbandes gliedert sich in zwei Bereiche: in die Genossenschaftsüberwachung als behördlichen Auftrag und in die Leistungsverrichtungen als statutarischen Mitgliederauftrag. Aufgabenbereiche mit Zukunft.

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m vergangenen Jahr arbeiteten im Raiffeisenverband durchschnittlich 222 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; das waren um 0,7% mehr als im Jahr zuvor. 26 Personen arbeiteten Ende des Jahres mit Teilzeitverträgen. Die Gesamtzahl der MitarbeiterInnen, die unter Vertrag standen, war mit 232 Einheiten zu Jahresende um drei geringer als zu Jahresbeginn. Die Fluktuationsrate lag mit 7,3% wesentlich unter jener des Vorjahres (10,2%), d.h. dass weniger Abgänge als im Vorjahr zu verzeichnen waren. Mit 14 Ferialjobs hat der Verband Stu-

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Südtiroler Landwirt

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Pavillon des Raiffeisenhauses verfolgen die Ausführungen von Obmann Heiner Nicolussi-Leck und Verbandsdirektor Konrad Palla.

denten die Chance für Berufspraktika gewährt und den Kontakt mit der Arbeitswelt ermöglicht. „Das Wohlbefinden der MitarbeiterInnen an ihrem Arbeitsplatz und die Sicherheit desselben sind uns ein Anliegen“, sagte Konrad Palla, Direktor des Raiffeisenverbandes, auf der traditionellerweise im im Pavillon des Raiffeisenhauses stattfindenden Mitarbeitertagung. „Wir legen Wert auf fachliche Kompetenz, auf Verlässlichkeit in der

Arbeitsverrichtung sowie auf die Arbeitsproduktivität“, ergänzte er. „Eine Arbeitsplatzreduzierung wird es nicht geben“, sagte Verbandsdirektor Palla. Verbandsobmann Heiner Nicolussi-Leck unterstrich das hohe Ansehen und die Kompetenz der Mitarbeiter des Verbandes bei den Mitgliedsgenossenschaften. Betriebsratsvorsitzender Mauro Bazzanella nutzte die Gelegenheit und bedankte sich seinerseits bei den Mitarbeitern für das dem

Betriebsrat entgegengebrachte Vertrauen. In einer Zeit, in der man von Flexibilisierung am Arbeitsplatz spricht, sei es besonders wichtig, die richtigen Weichenstellungen für die Zukunft gemeinsam zu setzen und die Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen zu erhöhen, betonte er. Die Mitarbeitertagung fand bei einem Abendessen am Kalterer See seinen gemütlichen Ausklang. F


RAIFFEISEN

Nr. 12 - 24. Juni 2005

Raiffeisenverband Tirol weiterhin erfolgreich Verbandstag in Innsbruck – Raiffeisenverband zieht positive Bilanz

Die Tiroler Wirtschaft erholt sich. Das Wirtschaftswachstum liegt um 20 Prozent über dem Österreich-Durchschnitt. Eine positive Entwicklung für die 200 RaiffeisenGenossenschaften, die beim Verbandstag die Bilanz des Vorjahres präsentierten.

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ie Raiffeisen-Genossenschaften in Tirol haben sich im vergangenen Jahr als stabiler Faktor in der Tiroler Wirtschaft erwiesen“, sagte Verbandsdirektor Arnulf Perkounigg in seiner Rede vor den Delegierten. Besonders auffallend war die nach wie vor positive Entwicklung bei den Raiffeisenbanken. Die 82 Raiffeisenbanken konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Steigerungsrate der Gesamteinlagen von 3,7 Prozent verzeichnen, damit liegen sie um mehr als ein Drittel über den Österreichweiten Steigerungen im Raiffeisensektor. Auch bei den Ausleihungen (+ 5,7%) liegt Tirol Österreichweit an der Spitze. Die durchschnittliche Bilanzsumme hat sich um moderate 4,8 Prozent erhöht. Auch bei den Lagerhausgenossenschaften und Warenführenden Raffeisenkassen konnte eine Umsatzsteigerung von vier Prozent erzielt werden. Bescheiden ist das daraus erzielte Ergebnis der gewöhnlichen

Das Präsidium des Raiffeisenverbandes Tirol: ObmannStellvertreter Josef Gstraunthaler, Obmann Peter Hechenberger, Geschäftsführer Arnul Perkounigg.

Geschäftstätigkeit, das bei den Lagerhäusern nur bei knapp 0,7 Prozent des Umsatzes lag.

Milchpreis gehalten Im Bereich der Milchwirtschaft konnte die Tirol Milch ihr Ergebnis vom Vorjahr leicht ausbauen. Nach dem Zusammengehen mit der Osttiroler Molkereigenossenschaft im Dezember 2003 ist die Tirol Milch als einzige übrig geblieben. Dieser ist es gelungen, den Umsatz zu steigern und dem Milchbauern einen Milchpreis auszubezahlen, der mit durch-

Italien steckt in der Rezession Das reale und saisonsbereinigte italienische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im ersten Quartal 2005 gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr um 0,5 Prozent zurück. Dies bestätigte das italienische Statistikamt (ISTAT) in der vergangenen Woche. Damit steht die italienische wirtschaftliche Entwicklung im Kontrast zur Situation in den anderen führenden Industrienationen, die immer noch ein wirtschaftliches Wachstum verzeichnen. Im letzten Quartal des Vorjahres war in Italien bereits ein Rückgang des BIP um 0,4 Prozent festzustel-

len. Dies sei laut ISTAT auf den Rückgang der Exporte bei zugleich schwacher Binnennachfrage zurück zu führen. Die Exporte von Gütern und Dienstleistungen gingen in den ersten vier Monaten des Jahres um 4,1 Prozent zurück. Der private Konsum nahm nur um 0,2 Prozent zu. Die internationale Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert der italienischen Wirtschaft im gesamten Jahresverlauf 2005 ein reales Negativwachstum von 0,6 Prozent. Damit steckt Italien in der Rezession. F

schnittlich 32,5 Eurocent im österreichischen Spitzenfeld und um rund vier Prozent über dem durchschnittlichen Auszahlungspreis des Nachbarlandes Bayern liegt.

Weitblick notwendig „Unsere Genossenschaften stehen für Begriffe wie Stabilität, Zuverlässigkeit und Kompetenz und strahlen damit jene Vertrautheit aus, die zur Identitätserhaltung in einem immer größer werdenden Europa notwendig ist“, sagte Obmann Peter Hechenberger in seinem Tätigkeitsbericht. Der Nordtiroler Landeshauptmann Herwig van Staa meinte

Vizedirektor Robert Nicolussi beim Verbandstag in Innsbruck

in seiner Rede, dass die Genossenschaften genügend Weitblick haben müssen, um zu erkennen, wo die Reise hingeht und ihre Entscheidungsabläufe der Zeit anpassen sollten. Robert Nicolussi, Vizedirektor des Raiffeisenverbandes Südtirol, überbrachte die Grüße des eigenen Verbandes und unterstrich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Raiffeisenverbände über die Grenzen hinweg. Am Ende der Verbandstages in den Raiffeisensälen in Innsbruck wurde Hans Partl, langjähriger Geschäftsführer der Tirol Milch, mit dem Ehrenzeichen des Raiffeisenverbandes Tirol ausgezeichnet. F

ICI: Erfolg für Gemeinde Kaltern Der ICI-Streit zwischen Genossenschaften und Gemeinden geht in die nächste Runde. In der vergangenen Woche erging ein Urteil der Steuerkommission zweiten Grades in Bozen. Die Steuerkommission entschied im schwelenden ICIStreit für die Gemeinde Kaltern und gegen die Kellereigenossenschaft Kaltern. In seiner Urteilsbegründung differenziert der Richter zwischen den Bauern als Besitzer der

Betriebsgebäude und der Genossenschaft, welche die Tätigkeiten verrichtet. Laut Richterbeschluss sind Betriebsgebäude nur dann ICI-befreit sind, wenn sie einer landwirtschaftlichen Tätigkeit dienen und daraus ein landwirtschaftliches Einkommen erwächst. Der Gemeindenverband Südtirols hofft nun, auf weitere positive Bescheide. Insgesamt stehen noch 30 Urteile in zweiter Instanz aus.

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RAIFFEISEN

Nr. 12 - 24. Juni 2005

Genossenschaften: Modernes Geschäftsmodell Kein historisches Relikt – Stärken und Vorteile erkennen

Als Antwort auf die Herausforderungen des 19. Jahrhunderts entstand seinerzeit ein neues Geschäftsmodell, die Genossenschaften. Damals konnte so der Zugang zu Krediten in kollektiver Selbsthilfe sichergestellt werden, der großen Bevölkerungsgruppen fehlte. Bauern konnten durch Genossenschaften ihre wirtschaftliche Existenz sichern. Auch auf dem Wohnungsmarkt und in der gewerblichen Wirtschaft erlangten Genossenschaften große Bedeutung.

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eute werden genossenschaftliche Kooperationen wegen ihrer langen Tradition in der Öffentlichkeit häufig als Relikt der Vergangenheit und als Organisationsform für wirtschaftliche Nischen eingeschätzt. Doch Genossenschaften sind eine sehr moderne Organisationsform, die allerdings in ihrer Gesamtheit, als umfassendes Geschäftsmodell, verstanden werden muss. Gerade vor den aktuellen wirtschaftlichen,

gesellschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen können sie überlegene Antworten bieten, natürlich nicht für jedes Unternehmen. Genossenschaften bieten sich an, wenn aus Kostengründen „wirtschaftliche Größe“ auf die Beine zu stellen ist, wenn unterschiedliche Stärken und Kompetenzen zusammengebracht werden sollen, wenn neue Märkte zu organisieren sind und wenn Vertrauensgüter (z.B. Bankdienstleistungen, Gesundheits- und Pflegedienstleistungen) immer wich-

Prof. Theresia Theurl, Direktorin des Instituts für Genossenschaftsforschung an der Universität Münster, wird in den kommenden Ausgabe ihr Genossenschaftsmodell präsentieren.

tiger für die Menschen werden. Sie ermöglichen neue Lösungen dort, wo strukturelle Verände-

rungen stattfinden. Dies war im 19. Jahrhundert als Genossenschaften „erfunden“ wurden, nicht anders. Der Inhalt genossenschaftlicher Kooperationen ist die Bereitschaft in privater Eigeninitiative durch unternehmerische Tätigkeit und in Zusammenarbeit eine nachhaltige wirtschaftliche Basis aufzubauen und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Es geht heute in einem harten Wettbewerb für jedes einzelne Unternehmen darum, wettbewerbsfähig zu bleiben. Für Genossenschaften bedeutet dies, dass sie sich ihrer Vorzüge bewusst sein und diese auch selbstbewusst umsetzen müssen. Diese Vorzüge können kurz zusammengefasst werden als Kontinuität, Konzept, Konsistenz, Kooperation, Kompetenz und Kultur. Prof. Theresia Theurl

RK Bruneck: Ausstellung von Karl Grasser

Raiffeisen sponsert Bank The Future Cup 2005

In der Schalterhalle der Raiffeisenkasse Bruneck ist zur Zeit eine Ausstellung mit Holzschnitten von Karl Grasser zu sehen. Der aus Kortsch im Vinschgau stammende Künstler studierte nach dem Zweiten Weltkrieg an der Akademie der Bildenden Künste bei Leo Santifaller, um 1956 nach Kortsch zurückzukehren und dort sein Atelier zu eröffnen. Der heute 80-Jährige nahm die Eröffnung zum Anlass, einige Anekdoten aus seinem künstlerischen Leben zu erzählen und die Arbeitsschritte bei der Erstellung eines Holzschnitts zu demonstrieren (siehe Bild). Gleichzeitig mit der Ausstellungseröffnung wurde in Bruneck das Buch "Karl Grasser – Unterwegs mit Josef Gasteiger" präsentiert. Der bekannte Brunecker Kunstförderer Josef Gasteiger führte die interessier-

Mitte Juni startet der 5. “Bank The Future Cup” im Beach Volleyball. “Die Ziele für den heurigen Cup sind noch höher gestellt als letztes Jahr“, sagte Paolo Florio, Koordinator des Volleyball-Cups, bei der Pressekonferenz im Raiffeisenhaus. Das Turnier Sportveranstaltung für die Jugend: Paul Gasser soll einen wichtige- (Vize-Direktor Raiffeisenverband), Paolo Florio (Organisationskomitee), Konrad Palla (Direktor). ren Stellenwert als bisher bekommen, auf nationaler Ebene ausstrahnatürlich von den Akteuren ab, len und gleichzeitig seinen aber ganz wesentlich auch von sozialen und gesellschaftlichen den Sponsoren”, sagte Konrad Wert als beliebter sommerlicher Palla, Direktor des RaiffeisenUnterhaltungsfixpunkt beibeverbandes. “Es gehört zur Missihalten. Auch heuer steht hinter on von Raiffeisen, gesellschaftsdem Beach Volley-Cup wieder relevante und gemeinnützige Raiffeisen als Hauptsponsor. Aktionen zu unterstützen”, so “Der Erfolg einer Aktion hängt Palla. F

ten Zuhörer in die Werke des Künstlers ein und las aus seinem neuen Buch, das mit der finanziellen Unterstützung der Raiffeisenkassen Bruneck und Schlanders gedruckt wurde. F

Raiffeisenverband Südtirol-Mitteilungen-Impressum

Redaktion und Gestaltung: Dienststelle für Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Raiffeisenverband, Tel. 0471 945453, Fax 0471 970228, E-Mail: rvs-presse@raiffeisen.it Verantwortlicher Leiter: Dr. Stefan Nicolini; Redaktion: Mag. Thomas Hanni; Fotos: Raiffeisenkasse Bruneck, Universität Münster, Archiv Internetadresse: www.raiffeisen.it/mitteilungen

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