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4. 6. 2010    nr.11    s�dtiroler landwirt 4. juni 2010    nr.11/53.Jg.     s�dtiroler landwirt

raiffeisen Sonderdruck, Suppl . S.I.A.P. 50%

Raiffeisen Mitteilungen des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Weißweine sind im Kommen. Bei der Ernte 2008 wurden um 20 % weniger an Rotweintrauben den Raiffeisen-Kellereigenossenschaften geliefert.

Geringe Ernte, aber gute Qualität 70 Prozent der Weinernte Südtirols wird in 15 Kellereigenossenschaften, die Mitglieder des Raiffeisenverbandes sind, verarbeitet und vermarktet. Nun liegt die Raiffeisen-Weinstatistik des Geschäftsjahres 2008/2009 vor. Erstmals wurden mehr weiße als rote Trauben geerntet. Im Geschäftsjahr 2008/2009 waren noch 16 Kellereigenossenschaften Südtirols Mitglieder des Raiffeisenverbandes. Durch die Fusion der Kellereigenossenschaft Andrian mit jener von Terlan, sank die Zahl auf 15. Die aus der Lese 2008 von den Kellereigenossenschaften erzeugte Weinmenge betrug 211.136 Hektoliter; im Vorjahr waren es insgesamt 239.181 hl. Unter Einbeziehung von Most und Konzentrat sind rund 215.932 hl Wein erzeugt worden, das sind 65 Prozent der gesamten Weinproduktion Südtirols, die laut Handelskammer 332.405 hl betrug. Wenn man die Traubenübernahme seitens der Kellereigenossenschaften Salurn und Brixen-Neustift

berücksichtigt, dann ergab die Erntemenge 2008 rund 240.476 hl, was 72,3 Prozent der Ernte in Südtirol entspricht.

Niedrige Erntemenge Seit 1996 war dies die zweitniedrigste Anlieferungsmenge, sie war um 39.378 dt., also 11,1 Prozent geringer als im Vorjahr. Der Grund dieser niedrigen Erntemenge lag unter anderem in Ausfällen, welche auf Hagelschlag zurückzuführen sind, die vor allem im Etschtal und im Raum Bozen größere Schäden verursacht haben. Besonders betroffen waren die Weinbaulagen Montiggl oberhalb von Terlan, Sie-

beneich, Glaning, Moritzing und Gries. Hier verursachten starke Hagelschläge am 24. Juni einen Ertragsausfall von 80 bis 100 Prozent. Dazu kommt noch der Umstand, dass die Weinfläche gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent abgenommen hat, wobei die Rotweinsorten einen Flächenverlust von 5,7 Prozent und die Weißweinsorten einen Flächenzuwachs von 3,5 Prozent zu verzeichnen hatten.

Weißweine auf Überholspur Von der Anlieferung entfielen 150.217 dt auf die Rotweine, das waren um 40.346 dt (-21,2 Prozent) weniger als im Jahr zuvor. An weißen

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Weintrauben haben die Kellereigenossenschaften 165.634 dt übernommen, das waren 967 dt mehr als von der Ernte 2007. Diese Daten sind nicht überraschend. Bereits seit Jahren steigt in Südtirol der Anteil an Weißweinlagen an. Der Rotweinanteil hat von 53,6 Prozent im Vorjahr auf 47,6 Prozent abgenommen. Somit wurde erstmals mehr Weißwein übernommen als Rotwein. Die Anbaufläche des Vernatsch ist um 10,8 Prozent zurückgegangen, die Anlieferungsmen-

Entwicklung der Erntemenge von 1989 bis 2008

vollversammlung

Raiffeisenverband

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ge ist auf 84.970 dt gesunken, dies entspricht einem deutlich Rückgang von 24 Prozent. Der Anteil des Vernatsch an der Gesamtanlieferung beträgt somit 26,9 Prozent, im Vorjahr waren es 31,5 Prozent. Die Sorte Blauburgunder und die unter „andere Rotweinsorten“ zusammengefassten roten Weinsorten hatten als einzige Rotweinsorten ein Anlieferungswachstum zu verzeichnen. Die Weinbauern im Magdalena-Gebiet können sich freuen. Die höchsten Preiszuwächse

Entwicklung der Erntemenge der Weißweinsorten von 1995 bis 2008

Jugend für Klimaschutz 40. Raiffeisen-Jugendwettbewerb kürt seine Sieger

Am Donnerstag, den 10. Juni um 15 Uhr findet im Kurhaus Meran die diesjährige Vollversammlung des Raiffeisenverbandes statt.

(v.l.n.r.): Die Gewinner des 40. Raiffeisen-Jugendwettbewerbes mit Andreas Mair am Tinkhof (Leiter Hauptabteilung Bankwirtschaft), Paul Gasser (Generaldirektor Raiffeisenverband), Landesrat Michl Laimer.

Auf der Tagesordnung steht die Vorlage der Bilanz zum 31.12.2009 und der Bilanzberichte sowie Beschlussfassung darüber, die Vorlage der konsolidierten Bilanz zum 31.12.2009 • Beschlussfassung über die Unterzeichnung von Versicherungspolizzen zugunsten von Verwaltungs- und Aufsichtsräten • a) Bericht des Verbandsobmannes b) Bericht des Generaldirektors • Allfälliges Im Anschluss an die Versammlung sind alle Teilnehmer zum Festakt eingeladen, der anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Verbandes begangen wird.

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haben St. Magdalener mit 17,25 Euro/dt, Sauvignon mit 11,19 Euro/dt und Riesling mit 10,81 Euro/dt erzielt. Die Sorte Riesling hat seit der Ernte 2000 mit 105,28 Euro/dt bzw. 92,1 Prozent den mit Abstand höchsten Preiszuwachs verzeichnen können. Es folgen im selben Zeitraum Blauburgunder mit 79,10 Euro/dt und Silvaner mit 69,87 Euro/dt. Die Hauptsorte Vernatsch hat im selben Zeitraum einen durchschnittlichen Zuwachs von nur 1,45 Euro/dt erzielen können.

Über 10.300 Grund- und Mittelschüler hatten Malarbeiten, Projekte und Filme zum Thema Klima eingereicht. Letzte Woche wurden in Bozen die Gewinner des 40. Internationalen Raiffeisen Jugendwettbewerbes gekürt. „Mit dem Jugendwettbewerb greifen die Raiffeisenkassen immer wieder aktuelle Themen auf“, sagte Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes. „Mach dir ein Bild vom Klima!“ lautete das Motto der 40. Auflage des Wettbewerbs, der in Südtirol unter dem Ehrenschutz von Landesrat Michl Laimer stand. Die Grund- und Mittelschüler setzten sich mit Klimawandel, Klimaschutz und alternativen Energieträgern auseinander. Für die Landessieger

gab es bei der Schlussveranstaltung auf der Terrasse des Landesamtes für Umwelt und Energie in Bozen als Hauptpreise Reisen ins Legoland Deutschland, klimaneutrale Abenteuerwochenenden, Sachpreise und Geldpreise. Jede Arbeit des Jugendwettbewerbes wurde von Raiffeisen mit 50 Cent honoriert. Bei der Schlussveranstaltung erhielt die „Mukoviszidose-Hilfe Südtirol“ einen Scheck in Höhe von 5000 Euro. „Die Behandlung von Mukoviszidose-Patienten ist sehr kostenintensiv“, sagte Präsidentin Wilma Andergassen. Der Onlus-Verein ist seit über 20 Jahren Beratungs- und Betreuungsstelle für Betroffene. Die Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose ist bis heute nicht heilbar.


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Der neue weiße Stern Pressefahrt zum Milchverarbeitungsbetrieb Stella Bianca nach Lodi

Die lombardische Kleinstadt Lodi liegt eine halbe Stunde außerhalb von Mailand. Hier, im benachbarten Dorf Ossago Lodigiano, kann sich das Unternehmen Stella Bianca seit Jahren erfolgreich als Stracchino-Produzent behaupten. Seit kurzem gehört das Unternehmen der Milkon. Ein historischer Schritt. Denn es ist das erste Mal, dass eine Genossenschaft ein anderes Unternehmen außerhalb Südtirols erwirbt. „Wir haben in den letzten Jahren bei unseren Mitgliedern Überzeugungsarbeit leisten müssen“, sagt Obmann Alfons Alber, während die Pressevertreter durch das Werk geleitet werden. Mit dieser Investition verfolgt Milkon das Ziel, die hohe Menge an Versandmilch abzubauen, deren Wertschöpfungsgrad gering ist. Derzeit veredelt der Betrieb in Lodi jährlich an die 20 Mio. Liter. „Schrittweise wird bis zum kommenden Jahr die gesamte Milch aus Südtirol angeliefert werden“, sagt Robert Zampieri, Geschäftsführer der Milkon. 1978 von einer Unternehmerfamilie gegründet, beschäftigt Stella Bianca heute 75 Mitarbeiter/innen. Täglich werden 1,5 Tonnen Liter mittels Auftrag

Hoher Besuch im Werk Stella Bianca bei Lodi: Alfons Alber (Präsident), Joachim Reinalter (Viezpräs.) Bruno Marchesi und Robert Zampieri (Geschäftsführer), Landesrat Hans Berger.

verarbeitet. Der Stracchino gehört zu den delikaten Frischkäsen Italiens. Er hat eine Haltbarkeit von drei Wochen. „Es war der erste Käse, der gewonnen wurde, nachdem die müden Kühe von den Sommerweiden in den Alpen wieder in die Ställe gebracht wurden“, sagt Geschäftsführer Bruno Marchesi, der das Unternehmen als Geschäftsführer leitet. Es erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 19 Mio. Euro und erzielte einen Gewinn vor Steuern von 3,3 Mio. Euro. Die Belegschaft muss nicht um ihre Arbeitsplätze bangen. Im Gegenteil: die Marke bleibt erhal-

Ehrennadel in Naturns Die Raiffeisenkasse ehrt Artur Spechtenhauser.

Einen besonderen Höhepunkt der Vollversammlung der Raiffeisenkasse Naturns bildete die Verleihung der Raiffeisen-Ehrennadel in Bronze an Artur Spechtenhauser. Dieser war von 1986 bis 1989 Verwaltungsrat, von 1989 bis 1998 Präsident des Aufsichtsrates und seit 1998 dessen Mitglied. In seiner Laudatio hob Herbert

Präsident Gottfried Vigl, Artur Spechtenhauser und Herbert von Leon, Obmannstellvertreter des Raiffeisenverbandes

von Leon, Obmannstellvertreter des Raiffeisenverbandes, die menschlichen Qualitäten Spechtenhausers und dessen gewissenhafte und akkurate Aufsichtspflicht hervor. Weiter geehrt wurde Walter Mayr für 50 Jahre Mitgliedschaft und acht Mitglieder für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Raiffeisenkasse. „Ihr seid tragende Säulen der Dorfgemeinschaft und habt die gute Entwicklung in Naturns mitgestaltet“, sagte Obmann Gottfried Vigl. Gemeinsam mit Direktor Michael Platzer konnte dieser den Mitgliedern im Bürger- und Rathaus von Naturns eine durchwegs positive Bilanz präsentieren. „Die klare Werte-Politik von Raiffeisen bleibt ein Garant für Stabilität und Sicherheit auch in Zeiten von Finanzkrisen“, sagte Vigl. Im Geschäftsjahr 2009 konnte das Kundengeschäftsvolumen der Raiffeisenkasse auf 250 Mio. Euro gesteigert werden. Das Eigenvermögen erhöhte sich auf 34 Mio. Euro.

ten und das Werk wird erweitert. Die Arbeiten dazu laufen bereits. Auch Landesrat Hans Berger gewann einen positiven Einblick über das Unternehmen. Er lobte die Weitsicht der MilkonFührung. „Wenn nämlich im Jahr 2013 die Milchquoten aufgrund der EU-Reform in der Landwirtschaft wegfallen, dann muss ein Unternehmen gut aufgestellt sein, um den veränderten Marktbedingungen begegnen zu können“, sagte er. Indes spielt Zampieri bereits mit dem Gedanken ein zweites Unternehmen in der Po-Ebene für die Milkon zu erwerben. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

milkon

Obmänner der Milkon bestätigt Der bisherige und langjährige Obmann Alfons Alber wurde vom neuen Verwaltungsrat der Milkon einstimmig für eine weitere Amtsperiode in seinem Amt wiederbestätigt. Auch Obmann-Stellvertreter Joachim Reinalter wurde für die nächste Amtszeit wiedergewählt. Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Richard Moser wurde zum neuen Aufsichtsratspräsidenten ernannt und löst den bisherigen Präsidenten Wilfried Leitgeb ab. Das Aufsichtsratsmitglied Patrick Moling hat sich der Wahl nicht mehr gestellt und scheidet somit als Aufsichtsratsmitglied aus. Er wird durch Dr.Josef Auer ersetzt.

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Prad ist umweltfreundlichste Gemeinde Europas Vinschgauer Gemeinde ist Siegerin des europaweiten Wettbewerbes. Die Gemeinde Prad am Stilfserjoch ist kürzlich in Frankreich als „Europäischer Champion“ im Bereich der Nutzung erneuerbarer Energien ausgezeichnet worden. Die „Europäische Champions Liga für Erneuerbare Energie“ ist ein Netzwerk von nationalen Energien-Ligen. Europäische Städte und Gemeinden sollen hier in einen europaweiten Wettbewerb treten, bei dem die Nutzung Erneuerbarer Energien bewertet wird. Prad war von der italienischen Umweltorganisation Legaambiente in der Klasse der Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern nominiert worden. Den Preis nahm der Obmann der Genossenschaft E-Werk-Prad und des Raiffeisen Energie Verbands, Georg Wunderer, entgegen, der von Rudi Rienzner,

Direktor des Raiffeisen Energie Verbands, begleitet wurde.

Vorbildhafte Wirkung Schon 2009 hatte Legaambiente die Südtiroler Gemeinden Toblach und Prad am Stilfserjoch als Vorbildgemeinden mit besonders nachhaltigen Energiekonzepten ausgezeichnet. Dabei wiesen die Experten von Legaambiente vor allem auf die umweltfreundliche Nutzung von Wasserkraft, Sonnenenergie, Biomasse, Fernwärme und Biogas in diesen Kommunen hin. Unter dem Motto „Energie von daheim“ bemüht sich etwa das E-Werk-Prad seit Jahren, die Gemeinde so weit wie möglichst mit eigen-

Glückliche Preisträger: (v.r.)Georg Wunderer, Obmann des E-Werk-Prad und des Raiffeisen Energieverbands (REV), Andreas Wallnöfer, Vizedirektor E-Werk, Rudi Rienzner, REV-Geschäftsführer

ständig erzeugter Energie zu versorgen. So wird elektrischer Strom vorwiegend in vier Wasserkraftwerken, mit vier Kraftwärmekoppelungsmodulen und mit einer Windkraftanlage produziert. Damit verfolgt das E-Werk in Prad Ziele, die auch der Raiffeisen Energie Verband (REV) vertritt.

Giorgio Napolitano übernimmt Schirmherrschaft in Toblach Gustav-Mahler-Musikwochen präsentieren ihr heuriges Programm Zum 30jährigen Bestehen des Toblacher Mahler-Festivals hat Staatspräsident Giorgio Napolitano das Patronat übernommen. Mit gleich vier Jubiläen können dieses Jahr die GustavMahler-Musikwochen aufwarten: dem 150. Geburtstag von Gustav Mahler, 100 Jahre 10. Sinfonie, 30 Jahre Gustav-Mahler-Musikwochen in Toblach und 20. Jahre Mahler-Protokoll.

Dem künstlerischen Leiter Josef Lanz ist es auch dieses Jahr wieder gelungen, ein hochwertiges Angebot an Orchesterkonzerten, Kammermusik, Liederabenden und Blasmusik zu erstellen. Am Samstag, den 10. Juli 2010 findet um 18.00 das Eröffnungskonzert mit dem Bundesjugendorchester statt, das bereits zum 4. Male Gast beim Toblacher Festival ist. Unter der Lei-

tung von Gabriel Feltz werden u. a. Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 1 („Der Titan“) und das Adagio aus der Zehnten zu hören sein. Den krönenden Abschluss der diesjährigen GustavMahler-Musikwochen am 6. August bildet das Konzert mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Ingo Metzmacher mit der Aufführung von Mahlers 7. Sinfonie. Die Gustav-Mahler-Musikwochen werden wie in den Jahren zuvor neben Toblach in den umliegenden Orten des Hochpustertales ausgetragen. So auf der Burg Heinfels und in der Pfarrkirche von Sillian, in der Kirche St. Magdalena im Moos bei Niederdorf, in der Stiftskirche Innichen und auf Schloss Welsperg.

Vertreter der Raiffeisen-Sponsoren gemeinsam mit der Spitze des Gustav-Mahler-Komitees und dem künstlerischen Leiter Josef Lanz (zw. von re.)

Mehr dazu unter: www.gustav-mahler.it

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

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Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it)


Nr._11_-_04.06.2010