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Jahresbericht 2006


Raiffeisenverband S端dtirol

Jahresbericht 2006 Der Raiffeisenverband beehrt sich, Ihnen den Jahresbericht 2006 zu 端berreichen.


Über die Demut vor den Grenzen des Wissens oder Wer soll sich worüber äußern? (Walter Höllhuber, österr. Historiker und Philosoph)

Immer mehr Menschen fühlen sich veranlasst, die Grenzen ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten zu überschreiten und zu Themen Stellung zu nehmen, von denen sie glauben, Kenntnis zu haben, unbeschadet dessen aber recht munter und nachdrücklich Feststellungen treffen. Bevor nun aber jemand Aussagen zu einem Gebiet macht, das er selbst nicht genau genug kennt oder in dem er nicht selbst hinreichend Fachmann ist, sollte er sich folgende Fragen stellen: „Kennst du die Grenzen Deines Wissens oder hast Du vielleicht eine ungefähre Vorstellung davon, was sich noch alles an wenig Bekanntem jenseits befindet und welche Dimensionen Du vielleicht noch nicht kennst? Bist Du gewillt und auch imstande, für Deine Aussage einzustehen, die Konsequenzen, die sich aus Deiner Behauptung ergeben, zu überblicken? Bist Du überhaupt imstande und auch gewillt, die Folgen, die aus Entscheidungen oder aus unterlassenen Handlungen im Sinne Deiner Aussage entstehen, in allen Einzelheiten zu tragen?




Anmerkungen zu den abgebildeten Kirchen und Klöstern n Südtirol bietet eine hohe Dichte an Kunstschätzen und Kleinodien, die in Kirchen und Klöstern dargestellt sind. So manche Kirchenbauten reichen in die Zeit der Romanik zurück. Typisch für die romanische Baukunst sind Rundbögen, dicke, festungsartige Mauern mit kleinen Fenstern sowie Würfelkapitelle auf den Säulen. Die Blütezeit der Sakralkunst erlebte Tirol aber an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, in der Gotik und später im Barock. Die gotische Kathedrale bildete mit ihren schlanken Pfeilern, dem Kreuzrippengewölbe und den großen Fenstern das Zentrum des städtischen Lebens. Bei der Gestaltung der barocken Bauwerke spielte die Plastik eine außerordentliche Rolle. Florale und geometrische Ornamente, Skulpturen und üppiger Stuck durchdrangen die Architektur und bestimmten den Charakter des Innenraumes und der Außenfassade.




n Das Benediktinerkloster Marienberg im Obervinschgau haben die Edlen von Tarasp im Engadin um das Jahr 1200 erbaut. Beeindruckend sind u.a. das unver채ndert erhaltene Rundbogenportal, die Krypta mit romanisch-byzanthinischen Fresken und die dreischiffige, barocke Stiftskirche.


Inhaltsverzeichnis I

Vorwort und Lagebericht..................................................................................... 15

II

Aufbau der Südtiroler Raiffeisenorganisation............................................... 23

1. Mitglieder des Raiffeisenverbandes.................................................................... 24

2. Einzelmitglieder in den verschiedenen Genossenschaftsgruppen...................... 27

III

Aus der Verbandsarbeit....................................................................................... 31

1. Allgemeines......................................................................................................... 31

2. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.......................................................................... 33

3. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit......................................................................... 35

4. Interessensvertretung.......................................................................................... 36

5. Mitgliedschaften und Beteiligungen..................................................................... 39

III.I Der statutarische Mitgliederauftrag.................................................................. 45

(Beratung, Betreuung und Serviceleistungen)

1. Allgemeines......................................................................................................... 45

2. Arbeitsberatung und Lohnverwaltung.................................................................. 46

3. Steuerberatung.................................................................................................... 50

4. Rechtsberatung................................................................................................... 54

5. Leistungen für die Raiffeisen Geldorganisation................................................... 56

6. Informationstechnologie und Datenverarbeitung................................................. 61

7. Bildungsveranstaltungen..................................................................................... 64

8. Verschiedene andere Leistungsverrichtungen.................................................... 69

III.II Der gesetzliche Auftrag (Genossenschaftsüberwachung)......................... 71



1. Allgemeines......................................................................................................... 71

2. Ordentliche und außerordentliche Revisionen.................................................... 72

3. Buchprüfungen und Bilanzabschlussprüfungen.................................................. 74


IV

Ausblick auf das laufende Jahr 2007............................................................... 77

V

Die Jahresrechnung ............................................................................................ 79

1.1 Bilanz zum 31.12.2006........................................................................................ 80

1.2 Besondere Hinweise zur Bilanz . ........................................................................ 83

1.3 Ergänzender Bericht zur Bilanz........................................................................... 83

1.4 Bericht des Aufsichtsrates................................................................................... 90

2. Daten der konsolidierten Bilanz . ........................................................................ 93

3. Bilanzen der kontrollierten Gesellschaften.......................................................... 93

VI

Die Raiffeisen-Genossenschaften in Zahlen und Bildern im Jahr 2006. .... 99

1. Raiffeisenkassen................................................................................................ 102

2. Obstgenossenschaften....................................................................................... 109

3. Kellereigenossenschaften.................................................................................. 113

4. Molkereigenossenschaften und Viehwirtschaftsgenossenschaften................... 117

5. Konsumgenossenschaften und

landwirtschaftliche Bezugsgenossenschaften.................................................... 123

6. Energiegenossenschaften.................................................................................. 125

7. Wassergenossenschaften (Trinkwasser und Beregnung).................................. 129

8. Wohnbaugenossenschaften............................................................................... 130

9. Kindergartengenossenschaften und Kulturheime............................................... 131

10. Sozialgenossenschaften..................................................................................... 132

11. Sonstige Genossenschaften............................................................................... 133

12. Genossenschaftsverbände/Konsortien............................................................... 135

13. Körperschaften ohne Revisionspflicht................................................................ 136




SĂźdtirol in Zahlen

Schweiz

Ă–sterreich

Italien




n Bevölkerung Einwohner Ende 2006.............................. 487.673 Anteil an der Bevölkerung Italiens:................ 0,8%

n Sprachgruppen Deutsch....................................................... 69,4% Italienisch.................................................... 26,3% Ladinisch....................................................... 4,3%

n Beschäftigung Erwerbstätige Bevölkerung im Jahresdurchschnitt 235.000, davon ca. 177.000 unselbstständig Beschäftigte und ca. 60.000 selbstständig Beschäftigte. Von den unselbstständig Beschäftigten sind 155.000 Südtirolerinnen und Südtiroler, 9.500 nicht in Südtirol ansässige EU-Bürger und 12.500 NichtEU-Bürger.

n Unselbständig Beschäftigte nach Sektoren: Öffentlicher Sektor.........................50.000 (28,2%) Industrie.........................................30.000 (16,9%) Handel...........................................24.000 (13,6%) Hotels/Restaurants........................18.000 (10,2%) Bauwesen......................................17.500 (9,9%) Landwirtschaft.................................7.000 (4,0%) Andere Dienstleistungen...............30.500 (17,2%) Arbeitslosenrate: 2,7% Erwerbsquote: ca. 70%

n Fläche Landesfläche......................................... 7.400 km2 Anteil an der Gesamtfläche Italiens............. 2,45% Landwirtschaftlich genutzt........................... 36,1% Wald............................................................ 39,5% Ungenutzt...................................................... 2,0% Unproduktiv................................................. 22,4% Quellen: Landesinstitut für Statistik ASTAT Amt für Arbeitsmarktbeobachtung Handelskammer Bozen

n Wirtschaftsdaten Bruttoinlandsprodukt......................18,1 Mrd. Euro Wirtschaftswachstum .................................. 2,1% Inflationsrate.................................................. 2,2%




Organe des Verbandes (Triennium 2003 - 2006)

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Verwaltungsrat

Heiner Nicolussi-Leck, Pfalzen Obmann Florian Murr, Sarntal Obmannstellvertreter Herbert von Leon, Meran Obmannstellvertreter Alois Karl Alber, Kastelbell-Tschars Karl Dietl, Schlanders Georg Egger, Hafling Konrad Mathà, Andrian Michael Karl Mayrhofer, Algund Erich Ohrwalder, Schlanders Alfons Pezzei, Corvara Heinrich Renzler, Rasen/Antholz Alois Schenk, Burgstall Erich Überbacher, Natz/Schabs Franz Varesco, Montan Gottfried Vigl, Naturns

Vollzugsausschuss

Heiner Nicolussi-Leck Florian Murr Herbert von Leon Erich Ohrwalder Erich Überbacher

Aufsichtsrat

Karl Florian, Kaltern Vorsitzender Michael Grüner, Schnals eff. Aufsichtsrat Wilfried Leitgeb, Bozen eff. Aufsichtsrat Heinrich Eisendle, Wiesen/Pfitsch Ersatzrat Georg Mayr, Bozen Ersatzrat


Verbandsleitung

Generaldirektion Verbandsdirektor Vizedirektoren

Konrad Palla Robert Nicolussi Paul Gasser

Hauptabteilung Genossenschaftsüberwachung Revision, Buch- und Bilanzabschlussprüfungen

Robert Nicolussi

Hauptabteilung für Bankwirtschaft • Banktechnische und bankwirtschaftliche Beratung und Betreuung • Unternehmensberatung, Werbung und Marketing, Internal Auditing und • verschiedene andere Dienste für die Raiffeisenkassen

Paul Gasser

Hauptabteilung Fachberatung • Allgemeines Recht • Steuerrecht • Arbeitsrecht und Lohnverwaltung

Alois Zelger Herbert Oberkalmsteiner Christian Tanner

Hauptabteilung Raiffeisen-Informations-System (RIS)

Helmut Stroblmair

Abteilung Schulung und Bildungswesen

Georg Terleth

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Die Raiffeisen-Ehrennadel Die Raiffeisen-Ehrennadel wird vom Verwaltungsrat des Raiffeisenverbandes Südtirol im Sinne des Art. 2 Buchstabe a) Punkt 16 des Statuts verliehen. Demnach obliegt ihm „[...] die Stiftung sowie Verleihung von Ehrenzeichen an Personen, die sich um die Errichtung oder Führung von Genossenschaften oder aber um die Förderung oder Entwicklung des Genossenschaftswesens besondere Verdienste erworben haben.”

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Wir gratulieren unserem Geehrten F체r seine genossenschaftlichen Verdienste erhielt im Jahr 2006 Friedrich Mittermair, Welsberg, die Ehrennadel in Bronze. Verbandsobmann Heiner Nicolussi-Leck 체berreicht Friedrich Mittermair die RaiffeisenEhrennadel in Bronze und die Urkunde. Mittermair war 17 Jahre in den Gremien der Raiffeisenkasse Welsberg t채tig, davon acht Jahre als deren Obmann.

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n Das Augustiner Chorherrenstift Neustift wurde 1142 vom Brixner Bischof Hartmann gegr체ndet. Von Anfang an war ein vielbesuchtes Hospiz und eine Rastst채tte f체r Pilger auf der Reise ins Heilige Land und nach Rom. Bedeutend sind die lichtvolle Basilika, die umfangreiche Stiftsbibliothek, der gotische Kreuzgang mit seinen Fresken und den gotischen Tafelbildern.


I Vorwort und Lagebericht Verehrte Vertreter der Mitgliedsgenossenschaften! n Das Kalenderjahr 2006, mit dem das Geschäftsjahr des Raiffeisenverbandes zusammenfällt und über das in der Folge berichtet wird, hat weltweit mit Aufsehen erregenden Ereignissen wiederum reichlich aufgewartet. In den Lageberichten der Unternehmen wird der Schwerpunkt in der Regel auf die ökonomischen Sachverhalte gerichtet, wobei die Ökonomie nur einen Teil des Wohlergehens der Menschen auf dieser Welt ausmachen kann. Fragen der Kultur, gepaart mit konfessionellen Anschauungen, der Gesundheit, des geistigen Wohlstandes und nicht zuletzt der Zufriedenheit sowie der positiven Lebenseinstellung sind Wesenselemente, die die Wohlfahrt der Menschen nicht minder als das materielle Wohl bestimmen. Die weltpolitische Lage war im Berichtsjahr wenig verheißungsvoll für eine friedliche Entwicklung und Verständigung der Völker und Kriegsschauplätze wie im nahen und fernen Osten haben die Zukunftssorgen nicht gemildert. Dennoch besteht weltweit und insbesondere in bevölkerungsreichen Staaten, wie etwa Indien oder China, eine Art Aufbruchstimmung, wie man sie vor Jahren nicht kannte. Dies ist im Lichte der Globalisierung mit Auswirkungen verbunden, die wohl niemand so richtig einzuschätzen vermag, die aber auch unsere Lebensund näheren Wirtschaftsräume bereits nachhaltig erfasst haben. Europa ist ein kaufkraftstarker Kontinent, wenn auch mit unterschiedlicher Ausprägung innerhalb

n Dr. Heiner Nicolussi-Leck Obmann des Raiffeisenverbandes

der Gemeinschaft, die mittlerweile auf 27 Staaten angewachsen ist. Diese Kaufkraft und ein Eurokurs, der in letzter Zeit historische Rekordmarken erreicht hat, sind ein Magnet für Anbieter aus Ländern, in denen viel billiger produziert werden kann, weil die Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital sehr viel günstiger zu Buche schlagen. Aber auch das geistige Kapital ist bei weitem und schon längst keine Domäne der westlichen Welt mehr, die somit auch nicht mehr in der Lage ist, Standards vorzugeben. Die Informatik und die Kommunikationstechnologie bedienen mit ihren Wissensdatenbanken die ganze Welt und schaffen Zugang für jedermann. Das bildet noch nie da gewesene Chancen, welche zu nutzen Menschen in aller Welt in die Lage versetzt wurden.

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Weltweit ist in diesem Jahr von einem noch nie da gewesenen Wachstumstrend die Rede, sodass mit Auswirkungen auf die Verschiebung von Schwerpunkten der Produktion und des Konsums weiterhin zu rechnen sein wird. Auch in Europa war im Jahr 2006 nach jahrelanger Stagnation eine weit verbreitete wirtschaftliche Belebung feststellbar, nachdem die Länder der EU25 zusammen ein Wirtschaftswachstum von 2,8% erzielt haben. Nach fünf mageren Jahren kam dabei insbesondere Deutschlands Wirtschaft wieder in Fahrt und erzielte mit einem Wachstum von 2,3% das beste Ergebnis seit dem Jahr 2000. Der Vertrauensindex der Verbraucher – möglicherweise auch infolge der positiven Auswirkungen auf Emotionen, die von der Austragung der Fußball-WM ausgingen – war dabei neben der Belebung des Exportes Schubkraft der Binnennachfrage. Der Höhenflug des Euro lässt natürlich auch Sorge in der Absatzwirtschaft aufkommen, d.h. die Verteuerung der Exporte aus dem Euroraum könnte bremsend auf die weitere positive Wirtschaftsentwicklung wirken. Italiens Wirtschaftsleistung zeigte im Jahr 2006 mit einem Plus von 1,9% ebenso klar nach oben, wobei kein Zweifel darüber besteht, dass die Weichen für den Aufschwung, der sich in diesem Jahr fortzusetzen scheint, bereits vorher gestellt worden sind. Die neue Regierung hatte zunächst die Finanzmisere der öffentlichen Haushalte zum Kernthema gemacht, was sich dann aber

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in Wirklichkeit herausstellte, waren grobe Fehleinschätzungen in diesem Sachbereich. Schlussendlich lagen die Steuereinnahmen nämlich an die 15 Milliarden Euro über den Plandaten, sodass die Neuverschuldung wesentlich geringer ausfiel als dies vorhergesagt worden ist. Allerdings wurde bei derselben zum vierten Mal nacheinander die Marke von 3% der Stabilitätsparameter überschritten. Ein Problem bleibt die Gesamtverschuldung des öffentlichen Sektors, die mit 107% des Bruttoinlandsproduktes so hoch ist wie kaum in einem anderen Land der EU. Maßnahmen, mit welchen man diesem Verschuldungsgrad zu Leibe rückt, werden in der politischen Diskussion kaum angesprochen, obwohl Experten meinen, dass dieser Sachverhalt, sofern er nicht einer Lösung zugeführt wird, selbst auf die Stabilität des Euro Auswirkungen haben könnte. Die Arbeitslosenrate hatte sich weiter reduziert und konnte erstmals unter die 7%Marke gebracht werden. Auf der Preisfront war man ebenso erfolgreich indem die tendenzielle Inflation von 1,9% unterhalb jener Marke liegt, welche die Maastrichter Stabilitätskriterien vorsehen. Das Land Südtirol kann im Jahr 2006 ein weiteres Mal mit einer durchwegs zufriedenstellenden Bilanz aufwarten. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftliche Aufstellung dieses Landes auch Schwachstellen in sich birgt. Die 56.264 im Handelsregister eingetragenen Unternehmen sind gerade mal um


44 mehr als ein Jahr zuvor. Dazu zählen auch die 16.815 landwirtschaftlichen Betriebe, die somit rund 30% aller Unternehmen ausmachen. Fortgesetzt hatte sich im abgelaufenen Jahr die hohe Zahl der Insolvenzfälle, von denen 99 angemeldet bzw. vom Gericht als solche erklärt worden sind, darunter auch einer, der den größten der Nachkriegsgeschichte darstellt. Der Verschuldungsgrad der Unternehmen und auch der privaten Haushalte liegt weit über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt und bereitet Sorge, so, weil festzustellen ist, dass in einigen Branchen die Wachstumspotentiale klare Grenzen aufzeigen. Südtirols Betriebe sind bis auf wenige Ausnahmen von kleiner oder kleinster Dimension, und dies ist für eine wirkliche technische und experimentelle Innovation hemmend. Es ist aber auch richtig, darauf zu verweisen, dass es eine stattliche Anzahl von Unternehmen in unserem Lande gibt, die hervorragende Güter erzeugen und die national und international exzellenten Ruf genießen. Die Beschäftigungslage ist nunmehr seit Jahrzehnten ein besonderes Merkmal dieses Landes, in welchem es nur mehr eine physiologisch bedingte Arbeitslosigkeit gibt. Problematisch scheint hier vielmehr eine Situation geworden zu sein, in der für 100 Arbeitsplätze weniger als 90 Südtirolerinnen und Südtiroler zur Verfügung stehen. Die provinzfremden und mehr noch EU-fremden 20.000 bis 30.000 Arbeitskräfte, die bis zu 15% aller Lohnabhängigen

darstellen, können ein Problem bedeuten, das in seinen Auswirkungen noch viel zu wenig hinterfragt worden ist. Die knapp 50.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst machen darüber hinaus die bedenkliche Prozentmarke von knapp 30 bezogen auf alle lohnabhängigen Menschen dieses Landes aus. Im Übrigen trifft für die einzelnen Sektoren unter Berücksichtigung der wirtschaftlich relevanten Fakten zu, dass der Dienstleistungssektor überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat, im Tourismus ein Nächtigungsrekord von 26,15 Mio. gemeldet wurde und die Umsätze um 4,6% gestiegen sind, das Baugewerbe stagnierende Preise verzeichnete und Industrie und Handwerk von guter Auftragslage und entsprechend guten Umsätzen berichten konnten. Auch das Stimmungsbarometer der Konsumenten ist nach wie vor gut, was hauptsächlich auf die stabile Beschäftigungslage bzw. auf die geringe Gefahr, den Arbeitsplatz zu verlieren, zurückzuführen ist. In diesem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld spielen die Raiffeisen-Genossenschaften mit ihren 110.000 Mitgliedern eine nicht zu übersehende Rolle. Dies umso mehr, als der Raiffeisen Geldorganisation im wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Umfeld vielfach eine Schlüsselfunktion zufällt, indem die Raiffeisenkassen zwischen 40 und 50 Prozent aller finanzwirtschaftlichen Aktivitäten in Händen halten. Die klein strukturierte Landwirtschaft ist weitgehend auf das gute

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Funktionieren ihrer Genossenschaften angewiesen und auch viele andere Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft verwirklichen ihre Interessen in genossenschaftlichen Zusammenschlüssen oder finden darin die Lösung ihrer Probleme. Die Darstellung der Raiffeisen-Genossenschaften ist demzufolge äußerst komplex und die Genossenschaften sind wie kaum anderswo mit der Wirtschaft und der Gesellschaft dieses Landes verwurzelt. Die Zahl der Mitglieder des Raiffeisenverbandes betrug zum Jahresende unverändert 363, wenngleich drei Genossenschaften durch Fusionen in bereits bestehenden Genossenschaften aufgegangen sind. Was auffällt, ist, dass die Zahl der Einzelmitglieder um knapp 3.500 die Gesamtzahl von 110.000 erstmals überschritten hat. Während der Raiffeisenverband mit der oben geschilderten sozioökonomischen Lage direkt nur am Rande tangiert, sind die Mitgliedsgenossenschaften mit derselben sehr wohl konfrontiert oder sie sind sogar mitbestimmende Faktoren derselben. Dies gilt vor allem für die Raiffeisenkassen, aber auch für die anderen Genossenschaften, die in der Versorgungs- oder Absatzwirtschaft oder aber im Sozialen tätig sind. Der Verband selbst ist bei seiner Wirtschaftsleistung an einen begrenzten Markt gebunden, weil er satzungsgemäß vorwiegend nur für seine Mitgliedsgenossenschaften Leistungen zu erbringen hat. Die verrechneten Leistungen an Nichtmitglieder liegen unter 10% des Gesamtumsatzes,

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womit die mehrheitliche Mitgliederförderung laut Art. 2513 BGB erfüllt ist, und Leistungen für Dritte werden grundsätzlich nur erbracht, um Synergien zu entwickeln, wodurch die Leistungen für die Mitglieder zu günstigeren Bedingungen verrichtet werden können. Im Übrigen sind die Leistungen für Dritte im Wesentlichen auf Genossenschaften außerhalb unseres Landes oder deren beteiligten Gesellschaften gerichtet. In diesem Lichte hat der Raiffeisenverband wiederum das Möglichste getan, um die genossenschaftlichen Einrichtungen in ihrer Leistungskraft, Stabilität und Kontinuität zu fördern und zu unterstützen. Wir sehen in denselben aber auch Einrichtungen der Selbsthilfe und der Selbstverwaltung, was voraussetzt, dass sie als Unternehmen aus ökonomischer Sicht selbst tragfähig sind. Das soll der sozialen Dimension und der genossenschaftlichen Gegenseitigkeit nicht widerstreben, sondern diese begünstigen oder überhaupt langfristig sicherstellen. Die Anforderungen, welche an den Raiffeisenverband gestellt werden, sind wegen des komplexen und vielgestaltigen Universums der Genossenschaften erheblich, sie erfordern eine weit gestreute Sicht der Dinge und viel an fachlicher Kompetenz. Über die Leistungen wird im Detail unter dem nachstehenden Titel „Aus der Verbandsarbeit“ berichtet. Die Leistungspalette des Verbandes beinhaltet auch die verantwortungsvolle Aufgabe der Aufsicht über die angeschlossenen Genossenschaften, die von den ordentlichen


und außerordentlichen Revisionen über die Buchprüfung bis hin zur Bilanzabschlussprüfung reicht. Das Mandat dazu ist ihm von der Region als zuständige öffentliche Verwaltung übertragen worden. Als gesetzlich anerkanntes Revisionsorgan wird der Raiffeisenverband damit als Institution in ein besonderes Licht gerückt, was dazu herausfordert, einen Weg zu beschreiten, bei dem er sich als glaubwürdige Institution behauptet, was nur auf der Grundlage einer nachhaltig verlässlichen Führung bei fachlich kompetenten Leistungen erfolgen kann. Es ist mein Eindruck, dass dies dem Raiffeisenverband seit Jahrzehnten gelungen ist und dass ihm dies auch im Berichtsjahr gelang. Die organisatorischen Voraussetzungen und personellen Besetzungen

bieten Garantie dafür, dass der Verband den Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, auch weiterhin entspricht und dass er den Aufgaben, die ihm überantwortet worden sind, gerecht wird. Die Rechtsunsicherheit in Italien, in der wir uns befinden, bringt die Berater allerdings nicht selten in eine schwierige Lage, in der jedoch immer nach objektiven und sachlich fundierten Kriterien nach bestem Wissen und Gewissen vorgegangen wird. Der Verwaltungsrat wurde im Berichtsjahr für ein weiteres Triennium neu bestellt und ich kann vermerken, dass in der Zusammenarbeit desselben ein gutes und konstruktives Klima herrscht. Gleichermaßen ist im Führungsmanagement ein sehr positives und einvernehmliches Zusammenwirken feststellbar.

n Die neuen Verwaltungs- und Aufsichtsräte des Raiffeisenverbandes mit Luisa Gnecchi, Landeshauptmannstellvertreterin und zuständige Landesrätin für das Genossenschaftswesen.

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Der Verwaltungsrat hat in 13 Sitzungen und der Vollzugsausschuss in weiteren neun die notwendigen Beschlüsse gefasst, um ein reibungsloses Funktionieren der Verbandsarbeit zu ermöglichen und in einer Klausurtagung wurden Schwerpunktthemen erarbeitet, deren Umsetzung die Erfüllung der Aufgaben des Verbandes auch in Zukunft sicherstellen werden. Die Beratungs- und Prüfungsleistungen nehmen auf die unternehmerischen Entscheidungen der Genossenschaftsorgane grundsätzlich keinen Einfluss, die Verantwortung liegt - nicht zuletzt auch im Sinne der genossenschaftlichen Selbstverantwortung - ausschließlich bei diesen selbst. Ebenso hat der Verband keine Zuständigkeit, in unternehmerische Entscheidungen seiner Mitglieder präventiv einzugreifen oder deren Wirksamkeit von seiner Zustimmung abhängig zu machen. Die Beratungs-, Betreuungs- und Prüfungsmaßnahmen laufen maßgeblich auf die korrekte Einhaltung aller rechtlichen und satzungsmäßigen Vorgaben hinaus. Den bewährten Weg der politischen und organisationspolitischen Unabhängigkeit werden wir auch in Zukunft gehen, wobei es uns ein Anliegen ist, stets die guten Verbindungen und die gute Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen wie auch mit anderen Verbänden und Einrichtungen wirtschaftlicher Art innerhalb und außerhalb unseres Landes zu suchen und zu pflegen. Die Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Verbänden in Österreich und

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Deutschland, darunter insbesondere mit dem Raiffeisenverband Tirol und dem Genossenschaftsverband Bayern wie auch mit dem Schwesterverband in Trient ist uns wichtig; weil wir dadurch immer wieder wertvolle Erkenntnisse gewinnen, die für das Raiffeisen-Genossenschaftswesen unseres Landes nutzbringend eingesetzt werden können. Auf nationaler Ebene sind wir offen für die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und wir engagieren uns mit Kapital und Leistungen, wie dies u. a. im Versicherungsbereich oder bei der Informatik der Fall ist. Die Erbringung von Informatikleistungen außerhalb unserer Organisation ist nicht nur wegen der Erzielung von Kostendeckungsbeiträgen wichtig, sondern wir schaffen uns gerade dadurch bessere Möglichkeiten für allfällige Optionen und Allianzen auf diesem äußerst wichtigen und sehr komplexen Gebiet. Im laufenden Geschäftsjahr haben sich im Verband keine Ereignisse eingestellt, die besonders erwähnt werden müssten. Jedenfalls kann versichert werden, dass alle Leistungen, die uns das Statut auferlegt oder die uns von der öffentlichen Verwaltung im Bereich der Genossenschaftsüberwachung übertragen worden sind, mit Konsequenz, Verlässlichkeit und fachlicher Kompetenz vorangebracht werden. Im Besonderen wäre es wünschenswert, wenn die mittlerweile erarbeiteten Änderungen des regionalen Genossenschaftsgesetzes Nr. 7/1954 alsbald verabschiedet werden


könnten, u.a. deshalb, weil dadurch in einigen Punkten mehr Rechtssicherheit und größerer Praxisbezug hergestellt werden können. Das Raiffeisen-Genossenschaftswesen ist mit den wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten unseres Landes eng verflochten. Im Berichtsjahr fanden sie abermals fruchtbaren Boden für ihre Entwicklung und die Bestätigung ihrer Leistungskraft. Diese Tatsache verändern einige schwierige Fälle ebenso wenig wie der Umstand, dass die landwirtschaftlichen Genossenschaften im Berichtsjahr bei den Preisen der abgesetzten Produkte sich in etwa mit jenen des Vorjahres zufriedengeben mussten. Auch die Raiffeisenkassen haben im Kreditgeschäft verstärkt auf die Bonität der Kunden gesetzt und die Expansion dabei gedrosselt. Das Raiffeisen-Genossenschaftswesen ist und bleibt jedenfalls für Südtirol ein Garant für Wohlstand und Einkommenssicherung und seine Wirtschaftsleistung und soziale Vernetzung bieten unverändert Perspektiven für die Zukunft. Der Raiffeisenverband weiß um den Wert dieser Organisation und unternimmt alle Anstrengungen, um dieselbe zu vertreten, zu fördern, zu unterstützen und auch darüber zu wachen, dass Stabilität und ausgewogene Entwicklung gewährleistet werden. Wir sind uns aber auch dessen bewusst, dass alle unsere Mitgliedsgenossenschaften

im Grunde kleine und verwundbare Einrichtungen darstellen, die auf sich allein gestellt kaum Überlebenschancen hätten. Die Zusammenarbeit im Verbund ist daher eine unausweichliche Notwendigkeit und diese weiter zu festigen und zu intensivieren werden wir uns weiterhin anstrengen. An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, den Dank an alle jene privaten und öffentlichen Einrichtungen sowie Behörden zu richten, mit denen der Verband im Berichtsjahr in Verbindung stand, so insbesondere an die Behörden des Landes, der Region und der Bankenaufsicht. Ebenso ergeht mein Dank an alle Mitgliedsgenossenschaften sowie an die Partner, mit denen der Verband geschäftliche oder institutionelle Verbindungen pflegt und die durchwegs von guter und einvernehmlicher Zusammenarbeit gekennzeichnet waren. Es ist mir ein besonderes Anliegen, dem Verbandsdirektor, den Vizedirektoren und den weiteren Führungskräften sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz für den Verband und die angeschlossenen Genossenschaften Dank und Anerkennung auszusprechen. Ihr Fleiß, ihr Wissen und ihr Einsatz haben eine erfolgreiche Verbandsarbeit ermöglicht. Dr. Heiner Nicolussi-Leck VERBANDSOBMANN

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n Der Dom zu Brixen wurde um 980 erbaut und in der Folge romanisch adaptiert. Nach dem Großbrand wurde er 1745 im Stil des Barock neu errichtet. Im Inneren des Doms befinden sich bedeutende Werke des Tiroler Künstlers Paul Troger. Bis 1964 war er über 900 Jahre lang Bischofssitz.


II Aufbau der Südtiroler

Raiffeisenorganisation

339 Genossenschaften mit 110.000 Einzelmitgliedern und 24 Körperschaften ohne Revisionspflicht unter einem Dach

Raiffeisenverband Südtirol Genossenschaften/Körperschaften 2. Grades Bank-/Kreditwirtschaft

1 Raiffeisen Landesbank Südtirol AG

Obstwirtschaft

3 • Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) • Verband der Vinschgauer Obstproduzenten (VI.P) • VOG PRODUCTS Leifers

Milchwirtschaft

2 • Sennereiverband Südtirol • MILKON Südtirol

Weinwirtschaft

Sonstige

2

7

• Verband der Kellereigenossenschaften Südtirols • Südtiroler Weinbauern verband

• Verband der Südt. Wohn baugenossenschaften • Südt. Viehvermarktungs konsortium (KOVIEH) • Landw. Einkaufsgen. LEG • OG-Dienstleistungskons. • BIOG Dienstleistungs konsortium • VOG Service • Raiffeisen Energie Verband

Genossenschaften/Körperschaften der Primärstufe 51 Raiffeisenkassen addierte Bilanzsumme 8.725 Mio. €

34

15

17

207

Obst- und Saatbaugenossenschaften Gesamterträge (Durchschnitt 3 Jahre) 538 Mio. €

Molkereigenossenschaften Gesamterträge (Durchschnitt 3 Jahre) 320 Mio. €

Kellereigenossenschaften Gesamterträge (Durchschnitt 3 Jahre) 99 Mio. €

• Konsum- u. Bezugs genossenschaften • Wassergenossenschaften • Energiegenossenschaften • Wohnbaugenossenschaften • Kindergarten- u. Kultur heimgenossenschaften • Soziale Genossenschaften • Sonstige Genossenschaften

24 Körperschaften ohne Revisionspflicht

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1. Mitglieder des Raiffeisenverbandes Am 31. Dezember 2006 waren im Genossenschaftsregister der Autonomen Provinz Bozen 946 Genossenschaften eingetragen. Im Jahr 2006 sind 60 Genossenschaften gegründet worden, 42 wurden aufgelöst. Somit hat sich die Gesamtzahl der Genossenschaften in unserem Land um 18 Einheiten erhöht. Bezogen auf die Bevölkerungsanzahl und im Vergleich zu anderen Gebieten ist die Zahl der Genossenschaften in Südtirol äußerst hoch und deren Betätigungsfelder sind sehr unterschiedlich. Ob die Vielzahl und Vielgestaltigkeit dieser Genossenschaften auf Dauer Bestand haben kann, dürfte fraglich sein. Nachdem es in Italien und somit auch in Südtirol keinen Verbandszwang gibt, sind von den hierzulande bestehenden Genossenschaften nur 85%, das sind 793, Mitglied eines gesetzlich anerkannten Verbandes. Das italienische Genossenschaftswesen ist historisch aus politisch-weltanschaulichen Gründen gespalten bzw. in mehreren rechtlich anerkannten Verbänden organisiert. In Südtirol kommen historische und sprachliche Elemente besonderer Art hinzu, wie auch die primäre gesetzgeberische Zuständigkeit der Region im Bereich der Genossenschaftsförderung und -überwachung. Das kleine Land Südtirol spiegelt die nationale Situation wider, indem früher drei und seit 2006 vier rechtlich anerkannte Genossenschaftsverbände tätig sind. Einer davon ist der

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Raiffeisenverband Südtirol, welchem zu Jahresende 2006 339 Genossenschaften und weitere 24 Körperschaften ohne Revisionspflicht angeschlossen waren. Die dem Raiffeisenverband angeschlossenen Genossenschaften werden als RaiffeisenGenossenschaften bezeichnet und sind im Wesentlichen der deutschen und der ladinischen Sprachgruppe zuzuschreiben. Die 339 Raiffeisen-Genossenschaften machen knapp 36 Prozent aller in Südtirol bestehenden Genossenschaften aus bzw. knapp 43 Prozent all jener, die Mitglied eines Verbandes sind. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung, die Anzahl der Einzelmitglieder und die Anzahl der Beschäftigten nehmen die Raiffeisen-Genossenschaften das größte Gewicht im Südtiroler Genossenschaftswesen ein. Die Mitgliederanzahl des Raiffeisenverbandes ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. 16 Genossenschaften und drei Körperschaften ohne Revisionspflicht kamen als Mitglieder neu hinzu: sieben Energiegenossenschaften und sieben Wohnbaugenossenschaften, drei Körperschaften ohne Revisionspflicht, eine Sozialgenossenschaft und eine Sport- und Freizeitgenossenschaft. 19 Mitglieder sind ausgeschieden, davon drei wegen Verschmelzung durch Inkorporation. Was die Fusionen angeht, ist die Thematik nicht abgeschlossen und die damit verbundene Problematik stellt sich bei den verschiedenen Genossenschaftssparten


Die Mitglieder des Raiffeisenverbandes nach 13 homogenen Gruppen geordnet (Stand 31.12.2006) Mitglieder

Anzahl Aufnahmen Austritte Anzahl 31.12.05 31.12.06

Geschäftsanteile 2006 €

Einzelmit% glieder zum 31.12.06

%

1 Raiffeisenkassen

52

-

1

51

127.500,00

31,60

48.516

44,05

2 Obst- und Saatbaugenossenschaften

36

-

2

34

75.000,00

18,59

7.775

7,06

3 Kellereigenossenschaften

17

-

-

17

38.500,00

9,54

3.738

3,39

4 Molkereigenossenschaften

15

-

-

15

19.500,00

4,83

6.384

5,80

5 Konsum- u. Bezugsgenossenschaften

12

-

-

12

6.000,00

1,49

7.613

6,91

6 Wassergenossenschaften

17

-

-

17

8.500,00

2,11

4.578

4,16

7 Energiegenossenschaften

50

7

1

56

28.000,00

6,94

10.046

9,12

8 Wohnbaugenossenschaften

30

7

7

30

15.000,00

3,72

616

0,56

9 Kindergarten- u. Kulturheimgenossenschaften

20

-

1

19

9.500,00

2,35

1.356

1,23

10 Soziale Genossenschaften

6

1

-

7

3.500,00

0,87

905

0,82

11 Sonstige Genossenschaften

73

1

5

69

38.500,00

9,54

18.352

16,66

12 Genossenschaftsverbände

13

-

1

12

18.000,00

4,46

146

0,13

13 Körperschaften ohne Revisionspflicht

22

3

1

24

16.000,00

3,97

-

-

363

19

19

363

403.500,00

100%

110.025

100%

Zusammen

sehr unterschiedlich dar. Die gemachten Erfahrungen werden durchwegs als positiv bezeichnet, wenn auch die Erwartungen, welche die Mitglieder in eine verbesserte Wirtschaftsleistung setzten, nur zum Teil erfüllt werden konnten. Die Frage, wie sich diese Genossenschaften auf dem nationalen und internationalen Markt aufstellen sollen, wurde versucht anlässlich der Jahrestagung des Internationalen Instituts für Genossenschaftsforschung in Grainau zu beantworten, was aber höchstens in Ansätzen gelungen sein dürfte. Die alleinige Verschmelzung von einzelnen Genossenschaften dürfte kaum eine bessere Marktbeherrschung bewir-

ken; hierzu bedarf es eines Zusammenschlusses auf breiter Basis oder aber der Auslagerung des Verkaufs an eine gemeinsame Einrichtung. Dies zu tun haben die Obstgenossenschaften des Vinschgaus beschlossen und man kann zuversichtlich sein, dass das die Preisgestaltung im Sinne der Obstproduzenten verbessert. Auch bei den Kellereigenossenschaften treten vereinzelt Probleme wegen der zu geringen Mengen auf, d. h. dass das Kosten-Mengen-Verhältnis unausgewogen ist. Aber auch dieser Sachverhalt ist mit einzelnen Fusionen nicht mit Sicherheit zu verbessern.

25


Bei den Raiffeisenkassen besteht nach wie vor kein sichtbarer Handlungsbedarf, an deren Größenstruktur etwas zu verändern. Sie arbeiten eng im Verbund zusammen bzw. haben viele ihrer Aufgaben, und dabei insbesondere solche, die nicht zu deren Kernaufgaben zählen, zur Verrichtung an ihre Hilfsstrukturen ausgelagert. Im weitesten Sinne des Wortes arbeiten sie somit in einem einheitlichen System, welches es ermöglicht, auf fachlich hohem Niveau und bei wettbewerbsfähigen Kosten voranzukommen. Hierbei ist die Subsidiarität

in die Tat umgesetzt, die es grundsätzlich in sich hat, kleinere Strukturen und deren Vorteile zu erhalten. Fest steht allerdings, dass das Ausmaß der Reglementierung gerade die kleinen Raiffeisenkassen immer mehr im Würgegriff hat und mit Kosten stark belastet. Vor diesem Hintergrund wird mitunter die Verschmelzung als Ausweg angedacht. Die Verschmelzungen im Berichtsjahr betrafen vier Obstgenossenschaften, aus denen zwei hervorgingen sowie zwei weitere Genossenschaften.

Neue Mitgliedschaftspositionen 1. Agrargenossenschaft Gufidaun 2. Arche im KVW 3. Bioenergiegenossenschaft St. Valentin 4. BIOKRAFT Rasen-Antholz 5. ERKABE GMBH 6. Fernheizwerk Gossensaß Genossenschaft 7. Genossenschaft Bioenergie Reschen 8. RK Leasing GmbH 9. Soziale Genossenschaft Zentrum Tau 10. Termo Antermeia Soc. Coop. 11. Verdinner Freizeit&Sport-Genossenschaft 12. Wärme- und Energiegenossenschaft Ahrntal 13. Wohnbaugenossenschaft Anger 14. Wohnbaugenossenschaft Braiwies 15. Wohnbaugenossenschaft Fortuna 2006 16. Wohnbaugenossenschaft Hannesroan 17. Wohnbaugenossenschaft Rose am Anger 18. Wohnbaugenossenschaft St. Georgen 2006 19. Wohnbaugenossenschaft St. Michael 2006

26


Löschung von Mitgliedschaftspositionen wegen Fusion 1. Burggräfler Obstgenossenschaft Algund B.O.G.A.L. 2. Obstgenossenschaft Meran landwirtschaftliche Gesellschaft . VI.P Service Gen. landw. Ges.

Löschung von Mitgliedschaftspositionen wegen Auflösung 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16.

ASP Servizi Genossenschaft Bodenverbesserungskonsortium Frangart-Girlan Elektrizitätsgenossenschaft Weißenbach-Muls ERKABE GMBH Genossenschaft VENUSTA landwirtschaftliche Gesellschaft Kindergartengenossenschaft Kaltenbrunn Gen.m.b.H. Kleingenossenschaft Ergo m.b.H. Raiffeisenkasse Riffian-Kuens Vinschgauer Kunsteis Gen.m.b.H. Wohnbaugenossenschaft Bruneck Wohnbaugenossenschaft Meran Wohnbaugenossenschaft Schenna Wohnbaugenossenschaft St. Pauls-Dorf Gen.m.b.H. Wohnbaugenossenschaft Sunnenseit Wohnbaugenossenschaft Widumangerle Gen.m.b.H. Wohnbaugenossenschaft Wiesenegg Gen.m.b.H.

Siehe Berichte im Teil VI „Die Raiffeisen-Genossenschaften in Zahlen und Bildern“.

2. Einzelmitglieder in den verschiedenen Genossenschaftsgruppen In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl der Einzelmitglieder aller Verbandsgenossenschaften von 103.464 um 6,45% auf 110.025 angewachsen. Diese Zahlen

beziehen sich jeweils auf den Stand per Jahresende und können daher von anderen Informationen dieser Art im vorliegenden Bericht abweichen, so z.B. wenn

27


die Mitgliederzahl auf den Bilanzstichtag bezogen ist. Auf die deutsch- und ladinischsprachigen Volksgruppen bezogen wäre nahezu jeder dritte Einwohner Mitglied einer Raiffeisen-Genossenschaft. Dieser Quotient muss allerdings um Doppeloder Mehrfachmitgliedschaften korrigiert werden, die mitunter vorkommen. In der gleichen Zeit ist die Zahl der Mitgliedsgenossenschaften von 320 um 5,9% auf 339 angewachsen. Die Attraktivität der Genossenschaften für deren Mitglieder ist durch obige Zahlen durchaus belegt. Im Berichtsjahr ist die Anzahl der Einzelmitglieder um 3.466 Einheiten angestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von

28

3,25 Prozent. Den zahlenmäßig größten Zuwachs an Einzelmitgliedern verzeichneten mit 1.611 Einheiten die Energiegenossenschaften, bei denen die Gesamtzahl der Mitglieder um ganze 19,10% auf 10.046 angewachsen ist. Gemessen an der Mitgliederzahl sind die Energiegenossenschaften nach den Raiffeisenkassen die zweitstärkste Sparte. Bei letzteren nahm die Mitgliederzahl um 952 Einheiten zu und zu Jahresende waren es 48.516. Eine seit Jahren schwindende Mitgliederzahl weisen die Molkereigenossenschaften auf. Im letzten Jahr waren es 87 Mitglieder, die die Gesamtzahl auf 6.384 verringerte.


Mitgliederentwicklung bei den angeschlossenen Genossenschaften im Fünf-Jahres-Zeitraum

Raiffeisenkassen

2001

2002

2003

2004

2005

2006 +-Anzahl 2005/06

+-% 2005/06

+-% 2001/06

41.238

42.708

44.425

46.066

47.564

48.516

952

2,00%

17,65%

Obst- u. Saatbaugenossenschaften

8.162

8.119

8.027

7.961

7.820

7.775

- 45

- 0,58%

- 4,74%

Milchhöfe u. Sennereigenossenschaften

7.337

6.927

6.673

6.571

6.471

3.738

9

0,24%

- 2,91%

Kellereigenossenschaften

3.850

3.775

3.761

3.740

3.729

6.384

- 87

- 1,34%

- 12,99%

Konsum- u. Bezugsgenossenschaften

5.973

6.176

6.099

6.483

6.829

7.613

784

11,48%

27,46%

Wassergenossenschaften

4.374

4.427

4.450

4.396

4.477

4.578

101

2,26%

4,66%

Energiegenossenschaften

6.138

6.723

7.453

7.797

8.435

10.046

1.611

19,10%

63,67%

398

421

542

665

1.136

616

69

12,61%

54,77%

1.416

1.427

1.482

1.349

1.374

1.356

- 18

- 1,31%

- 4,24%

730

752

792

861

883

905

22

2,49%

23,97%

23.662

24.261

18.549

18.525

18.270

18.352

82

0,45%

- 22,44%

186

174

172

165

160

146

- 14

- 8,75%

- 21,51%

103.464 105.890 102.425 104.579 107.148 110.025

3.466

3,25%

6,34%

Wohnbaugenossenschaften Kindergarten- u. Kulturheimgenossenschaften Soziale Genossenschaften Sonstige Genossenschaften Genossenschaftsverbände Zusammen

29


Organigramm des Raiffeisenverbandes Statutarische Organe

Gesellschaftsorgane

Schlichtungskollegium

Vollversammlung

Buch- und Bilanzprüfung Koordinierungsausschuss der RGO

Verwaltungsrat

Aufsichtsrat

Vollzugsausschuss

Stabsstellen

Exekutive

Sekretariat

Generaldirektion

Finanz- und Rechnungswesen Controlling Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Genossenschaftsüberwachung

Beratung, Betreuung, Dienstleistungen

Hauptabteilung Genossenschaftsüberwachung

Hauptabteilung für Bankwirtschaft

Sonstige Dienste

Ordentliche und außerordentliche Revision

Buch- und Bilanzabschlussprüfung

30

Hauptabteilung Fachberatung • Allgem. Recht • Steuerrecht • Personal und Arbeitsrecht

Hauptabteilung RaiffeisenInformations-System RIS

Abteilung Schulung und Bildungswesen


III Aus der Verbandsarbeit 1. Allgemeines n IIm Berichtsjahr 2006 konnte die Verbandsarbeit in der bewährten Form fortgesetzt werden. Wir setzen auf Kontinuität bei unseren Leistungen, was dem Genossenschaftswesen auf Dauer Sicherheit geben soll. Die interne Organisation blieb in ihrer Grundstruktur unverändert, wenngleich es zu mehreren Verschiebungen unter den Mitarbeiter(inne)n in den einzelnen Leistungsfeldern gekommen ist. Die großen Aufgabengebiete des Verbandes sind zwei, nämlich die Genossenschaftsüberwachung als behördlicher Auftrag und die Leistungsverrichtung als statutarischer Mitgliederauftrag. Die Verbandsarbeit orientiert sich demzufolge an

n Konrad Palla Direktor des Raiffeisenverbandes

Sekretariat

Normative aufsichtsrechtliche Beratung

Unternehmensberatung

Sekretariat

Allgemeine Rechtsberatung

Rechtsberatung Banken

Sekretariat/ Verwaltung

Allgemeine Steuerberatung

Steuererklärungen und andere Dienste

Buchhaltungsdienste

Sekretariat/ Verwaltung

Arbeitsrechtliche Beratung

Wartung Lohnprogramme

Lohn- und Gehaltsabrechnungen

Informatik

Betriebstechnik

Verwaltung Logistik

Qualitätskontrolle Sicherheit

Lösungsphilosophie

Systemintegration

SoftwareEntwicklung

Unternehmensserver

Anwenderbetreuung

Systemplattform

Marketing Raiffeisenkassen

Internal Auditing

Spezialkredite und sonstige Dienste

Koordination anderer IT-Einheiten

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einschlägigen Gesetzesbestimmungen und an den Vorgaben des Statutes. Das Organigramm teilt die großen Aufgabengebiete und gliedert die Berichtsstellen auf der Grundlage klar definierter Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche. Neben den Leistungen, die tagtäglich in den Hauptabteilungen, Abteilungen und Dienststellen verrichtet werden, werden einzelne Sachverhalte und Initiativen - soweit dies vorgesehen ist - mit Beschlüssen des Verwaltungsrates oder des Vollzugsausschusses unterlegt und zu diesem Zwecke traten die genannten Organe insgesamt zu 22 Sitzungen zusammen. Regelmäßige Sitzungen auf Führungsebene dienen der Information von oben nach unten wie jener innerhalb des Führungsmanagements und bieten Gelegenheit für Konsensfindung bei der Lösung von Problemen besonderer Art oder bei bereichsübergreifenden Sachverhalten. In Bezug auf das regionale Genossenschaftsgesetz, auf dessen Grundlage der Verband als Kontrollorgan für die angeschlossenen Genossenschaften fungiert, wurden im Berichtsjahr mehrere Gespräche und Stellungnahmen für eine umfassende Erneuerung desselben geführt bzw. abgegeben. Es geht dabei insbesondere um die Übernahme von Bestimmungen aus dem Staatsgesetz Nr. 220/2002, dem neuen Gesellschaftsrecht (Legislativdekret Nr. 6/2003) und von neuen Bestimmungen der EU-Richtlinie über die Bilanzabschlussprüfung. Ein besonderes Anliegen war und

32

ist es uns dabei, auch Inhalte des österreichischen Genossenschaftsgesetzes zu übernehmen, um damit eine größere internationale Übereinstimmung in dieser genossenschaftlichen Rechtsmaterie zu erreichen. Mit der fachlichen Assistenz wurde Universitätsprofessor Emanuele Cusa beauftragt, welcher die Hauptarbeit am Entwurf für eine Novellierung des regionalen Genossenschaftsgesetzes geleistet hat. Der Entwurf wurde anfangs dieses Jahres den zuständigen Stellen der Region übergeben. Es bleibt zu hoffen, dass dieser neue Rechtsrahmen baldmöglichst verabschiedet werden kann. Alle Tätigkeiten des Verbandes zielten darauf ab, das Raiffeisen-Genossenschaftswesen unseres Landes in Bezug auf Sicherheit, Leistungsfähigkeit, Stabilität und Kontinuität zu begünstigen. Die Wirtschaftsdemokratie, welche ein Wesenselement der genossenschaftlichen Unternehmensform darstellt, lässt allerdings viel Spielraum für kontroverse Meinungen und Vorgehensweisen, die sich dem Einfluss des Verbandes entziehen und für die er auch die Verantwortung nicht übernehmen kann. Sein Bestreben ist es jedoch, dafür Sorge zu tragen, dass die Raiffeisenorganisation als gesamte mit der Dynamik der Entwicklungen Schritt hält bzw. dass Entwicklungen rechtzeitig erkannt und aktiv gestaltet werden.


2. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Für die Erfüllung seiner Aufgaben und die Erreichung seiner Ziele beschäftigte der Verband im Berichtsjahr - bei entsprechender Umrechnung der Teilzeit- und saisonalen Beschäftigung in Vollzeitarbeit - durchschnittlich 213,3 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das waren um 1,1% weniger als im Jahr zuvor. 23 Personen arbeiteten Ende des Jahres mit Teilzeitverträgen und die Gesamtzahl der Mitarbeiter(innen), die unter Vertrag standen, war zu Jahresende 230. Insgesamt sind elf Personen eingetreten und 12

schieden aus. Die verringerte durchschnittliche Beschäftigtenzahl von 2,4 Personen ist hauptsächlich auf den Übergang von Personal zurückzuführen, welches vom RIS in die R.U.N. AG wechselte. Sieht man von den zur R.U.N. AG übergewechselten Personen ab, so liegt die Fluktuationsrate bei 4%, was als sehr gering zu bezeichnen ist. Mit 15 Ferialjobs hat der Verband Student(inn)en die Möglichkeit für Berufspraktika geschaffen bzw. den Kontakt mit der Arbeitswelt ermöglicht.

n Ende des Jahres 2006 waren im Raiffeisenverband 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Im Bild eine Informationsveranstaltung zur Bilanz und zur unternehmerischen Ausrichtung des Verbandes.

33


Veränderungen des Personalstandes Tätigkeitsbereich

Ø Beschäftigte Anzahl 2005

Direktion und Verwaltung Hilfs- und sonstige Dienste

15,26

0,82

in % 5,68%

7,30

7,77

0,47

6,44%

HA Genossenschaftsüberwachung

24,93

25,80

0,87

3,49%

Fachberatung Personal und Arbeitsrecht

12,00

11,46

- 0,54

- 4,50%

Fachberatung Steuerrecht

13,40

14,12

0,72

5,37%

Fachberatung Allgemeines Recht

4,84

4,83

- 0,01

- 0,21%

Abteilung Schulung und Bildungswesen

4,15

3,80

- 0,35

- 8,43%

HA für Bankwirtschaft

32,27

31,90

- 0,37

- 1,15%

Raiffeisen-Informations-System (RIS)

102,35

98,37

- 3,98

- 3,89%

Gesamt

215,68

213,31

- 2,37

- 1,10%

Das Wohlbefinden der Mitarbeiter(innen) an ihrem Arbeitsplatz und die Sicherheit desselben sind uns ein Anliegen, genauso wie eine freundliche und gesunde Arbeitsumgebung. Wir legen Wert auf Sachverständigkeit, auf Einsatz und auf Verlässlichkeit in der Arbeitsverrichtung sowie auf die Arbeitsproduktivität. Die ständige Aus- und Weiterbildung halten wir für unverzichtbar und der Verband wendet erhebliche Kosten dafür auf. Neu eingetretene Mitarbeiter(innen) werden in Einführungsseminaren mit der Verbandsarbeit und mit jener der Raiffeisenorganisation vertraut gemacht. Der Einsatz von arbeitsplatzunterstützenden Technologien modernster Art gehört zu unserem Selbstverständnis, so auch um die Arbeitsabläufe zu beschleunigen und zu rationalisieren.

34

14,44

Ø Beschäftigte Abweichung Anzahl 2006

Der Raiffeisenverband Südtirol ist weitgehend als Dienstleistungsunternehmen zu bezeichnen und in einem solchen sind die menschlichen Ressourcen und Arbeitsverrichtungen von ganz wesentlicher Bedeutung. Der Erfolg des Verbandes ist demnach in hohem Maße von der geistigen und physischen Leistung seiner Mitarbeiterschaft abhängig und wenn die Ziele im Berichtsjahr erreicht worden sind, so ist dies maßgeblich ihr Verdienst.


. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit In einer immer differenzierteren Medienlandschaft wird die Kommunikation nach innen und nach außen schwieriger, ihre Bedeutung bleibt aber unverändert groß. Der Raiffeisenverband arbeitet weitestgehend für seine Mitgliedsgenossenschaften und so ist dessen Bedarf an einer öffentlichen Kommunikation begrenzt, ganz abgesehen von der Prüfungsarbeit, die ihn zum vertraulichen Umgang mit vielen Informationen verpfl ichtet. Die Arbeit unserer Pressestelle ist aus diesem Grunde hauptsächlich auf eine Berichterstattung ausgerichtet, die Ereignisse und Leistungen der Mitgliedsgenossenschaften zum Gegenstand hat, und darüber zu berichten gab es im Jahr 2006 wiederum eine ganze Menge. Die Dienststelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hält Kontakte zu anderen Medien und die Medienresonanz dürfte das Fremdbild der Raiffeisen-Genossenschaften in unserem Land durchwegs positiv gestaltet haben. Als eigene Medien wurden die „Mitteilungen“ des Raiffeisenverbandes und „Das Raiffeisen Magazin“ erneut in der bewährten Form herausgebracht. Die „Mitteilungen“ erschienen vierzehntäglich im „Südtiroler Landwirt“ in einer Aufl age von jeweils rund 18.000 Exemplaren und werden als Sonderdruck verschiedenen Organisationen und Institutionen des Inund Auslandes zugesandt. Das Raiffeisen Magazin, das zu Beginn des Berichtsjahres 2006 ins Leben gerufen worden

n „Das Raiffeisen Magazin“ erfreut sich bei den Leserinnen und Lesern immer größerer Beliebtheit. Die Zahl der Auflage ist im Laufe des Jahres von 38.000 auf 43.000 Exemplare pro Ausgabe gestiegen.

ist, erfreut sich als Zeitschrift für Kunden und Mitglieder der Südtiroler Raiffeisenkassen zunehmender Beliebtheit und die durchschnittliche Aufl agenzahl von 38.000 Stück im Jahr 2006 ist mittlerweile auf .000 angestiegen. Damit zählt es zu den aufl agenstärksten Zeitschriften unseres Landes. Unsere Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betreut die Genossenschaften auch vielfach bei Veranstaltungen

5


verschiedenster Art und kümmert sich um Ehrungen, Verleihungen von Preisen, Festschriften, Broschüren, das Schreiben von Reden u. a. m. Sie unterstützt des Weiteren häufig Mitgliedsgenossenschaften in ihren Anliegen der Kommunikation und bei Workshops. Der Raiffeisen Wintersporttag ist der internen Kommunikation

ganz besonders dienlich und wird daher ebenso von dieser Stelle organisiert. In ihre Verantwortung fällt schließlich die Betreuung der Raiffeisen Homepage im Internet, wobei in monatlichen Redaktionssitzungen Aktualität und Inhalt einer Prüfung unterzogen werden.

4. Interessensvertretung

Die Interessensvertretung, die auch den Schutz der Mitgliedsgenossenschaften mit einschließt, wird auf vielfältige Weise wahrgenommen. Der Verband pflegt Beziehungen zu Behörden und öffentlichen Stellen, die für das Genossenschaftswesen direkt oder indirekt Bedeutung haben oder zuständig sind, er pflegt Beziehungen zu den genossenschaftlichen Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene sowie zu Institutionen öffentlicher Art, der Wirtschaft, des Sozialen und der Wissenschaft. Die Internationalisierung oder Globalisierung macht vor dem Genossenschaftswesen nicht Halt und ein Prozess der Harmonisierung geht ständig weiter. Dabei entstehen mitunter erhebliche Problem-

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felder, weil das Verständnis gegenüber den Genossenschaften, auch wegen deren Heterogenität, in Inhalt, Dimension und Ausprägung sehr oft nur einen äußerst kleinen gemeinsamen Nenner hat. Insofern ist die Abstimmung über die Grenzen hinweg bei gemeinsamen Anliegen bedeutsam, so vor allem gegenüber der EU, die immer mehr zum gemeinschaftlichen Bezugspunkt wird. Vor diesem Hintergrund sind uns die Kontakte mit den Schwesterorganisationen im Ausland besonders wichtig. Unsere Einbindung in das Internationale Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum (IGA) ist unverändert vom Geist der Kooperation über die Grenzen hinweg begleitet. Die zur Tradition


n Das Internationale Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum (IGA) stellte seine Jahrestagung an der Akademie Bayerischer Genossenschaften in Grainau bei Garmisch unter das Generalthema „Internationalisierung der Märkte – Angriff oder Rückzug der Genossenschaften?“ Am Rednerpult der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern Stephan Götzl, daneben: Moderatorin Regina Wenninger, Erwin Hameseder (Generaldir. Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien), Prof. Peter Welzel (Universität Augsburg).

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gewordene Herbsttagung fand 2006 im genossenschaftlichen Bildungshaus in Grainau (Bayern) statt und das dabei behandelte Thema „Internationalisierung der Märkte – Angriff oder Rückzug der Genossenschaften“ erfuhr eine sehr positive Resonanz. International ist der Raiffeisenverband ebenso Mitglied der Internationalen Raiffeisen-Union (IRU) und der Forschungsgesellschaft für Genossenschaftswesen der Universität Münster. Auf nationaler Ebene werden die Interessen im Bereich der Politik und Gesetzgebung vor allem durch die Mitgliedschaft und Vertretung in den Führungsgremien des genossenschaftlichen Dachverbandes Confcooperative und des Fachverbandes Federcasse, beide mit Sitz in Rom, vertreten. Eine besondere Art der Interessensvertretung für die Raiffeisenkassen ermöglicht die Provinziale ABI-Kommission. In dem sechsköpfigen Gremium sind die Raiffeisenkassen mit zwei Personen vertreten, der Vorsitz ist zurzeit dem Verbandsdirektor übertragen und das Büro ist im Raiffeisenhaus untergebracht. Die Kommission beobachtet die gesetzgeberischen Aktivitäten auf Landesebene und deren eventuelle Auswirkungen auf die Banken. Intensiv hat sich dieses Gremium im Berichtsjahr mit dem Thema „Banklehrling“ befasst, welcher historisch erstmals in den Kollektivverträgen vorgesehen worden ist und für den es galt, das Landeslehrlingsgesetz entsprechend anzupassen. Dabei

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kamen unterschiedliche Bestimmungen und Auffassungen nationaler und provinzialer Art richtig auf den Prüfstand. Zum Zwecke der Interessensvertretung, der Förderung und der Sicherung der Interessen der Raiffeisenorganisation unseres Landes oder einzelner Sparten davon hat der Raiffeisenverband satzungsgemäß institutionelle Mitgliedschaften inne. Des Weiteren hält er zu diesem Zwecke Beteiligungen laut einschlägigen Gesetzen oder solche, die für die Raiffeisenorganisation von strategisch-wirtschaftlicher Bedeutung sind. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Mitgliedschaften und Beteiligungen graphisch dargestellt. Dazu in der Folge einige Informationen, die neben der Zenfor AG und der Credit Solution AG Gesellschaften mit strategisch-wirtschaftlicher Bedeutung betreffen.


5. Mitgliedschaften und Beteiligungen

Raiffeisenverband Südtirol Institutionelle Mitgliedschaften

Strategisch-wirtschaftliche Beteiligungen

Dachverband der Genossenschaften Italiens Confederazione Cooperative Italiane C.C.I. (Rom)

Raiffeisen Landesbank Südtirol AG (Bozen)

Versicherungsholding FINASSIMOCO AG (Segrate-MI)

Zentralverband der Raiffeisenkassen Italiens Federcasse (Rom)

Mutualitätsfonds ZENFOR AG (lt. Ges. 59/92 Bozen)

Versicherungsgesellschaft ASSIMOCO AG (Segrate-MI)

Internationales Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum IGA (Innsbruck)

Interregionale Druckereiund Vertriebsgesellschaft der Raiffeisenkassen CISCRA AG (Rovigo)

Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H. RVD (Bozen)

Internationale Raiffeisen-Union IRU (Bonn)

Beteiligungsgesellschaft der Raiffeisenkassen Italiens ICCREA Holding AG (Rom)

Brennercom AG (Bozen)

FfG Forschungsgesellschaft für Genossenschaftswesen Münster e.V. (Universität Münster)

Società di sviluppo e formazione SEF CONSULTING AG (Rom)

R.U.N. AG (Bozen)

Europäische Akademie Bozen (Bozen)

Credit Solution AG (Bozen)

PensPlan Centrum AG (Bozen)

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Zenfor AG (Mutualitätsfonds) Die Beteiligung bei der Zenfor AG hält der Raiffeisenverband als gesetzlich anerkannter Revisionsverband im Sinne des Gesetzes Nr. 59/1992 bzw. des R.G. Nr. 15/1993. Das Gesetz verpflichtet zu einer Mindestbeteiligung von 80%; die Beteiligung des Verbandes beträgt 99,5%. Die Verwaltung der Gesellschaft ist dem Raiffeisenverband übertragen worden. Die Mittel, welche laut oben genanntem Gesetz im Berichtsjahr von Seiten der Mitgliedsgenossenschaften in den Fonds flossen, betrugen insgesamt 3.447.996,45 €. Davon stammten 86,8% von den Raiffeisenkassen und 13,2% von anderen Genossenschaften. Die Raiffeisenkassen dotieren diesen Fonds nunmehr wesentlich stärker als in vorausgegangenen Jahren, nachdem sie mit Gesetz Nr. 311/2004 verpflichtet worden sind, wie alle anderen Genossenschaften 3% ihrer Gewinne in den Fonds einzuzahlen. Im Laufe des Jahres wurden unter Berücksichtigung der entsprechenden gesetzlichen und statutarischen Bestimmungen 222 Beiträge für insgesamt 2.863.133,93 € an Genossenschaften gewährt und in Summe, mit bereits in Vorjahren beschlossenen Beiträgen, 1.317.012,47 € tatsächlich ausbezahlt. Darlehen wurden keine gewährt; als solche bestanden zu Jahresende insgesamt 21.447,93 € und auch Beteiligungen hat die

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Gesellschaft bislang nicht erworben. Das Fondsvermögen betrug zu Jahresende 3.424.000,00 € und dasselbe war mit 3.289.994,00 € verpflichtet. Die Gesellschaft schloss mit einem Verlust von 63.860,00 €.

Credit Solution AG Die Credit Solution AG, welche als Finanzierungsgesellschaft gegründet wurde und die Forderungen verschiedener Art übernehmen kann, hat im Berichtsjahr das Gesellschaftskapital auf 600.000,00 € reduziert. Im Zuge dieser Kapitalreduzierung hat der Verband beschlossen, eine Beteiligung von 10% einzugehen bzw. zu erwerben.

Assimoco-Gesellschaften (Versicherung) Die genossenschaftliche Mission, für Sicherheit und Wohlfahrt der Mitglieder und Kunden zu sorgen, was im Berichtsjahr durch die Errichtung von offenen Pensionsfonds besonders zum Ausdruck kam, und auch die Sicherung von Kundenbindungen, Geldflüssen und Provisionseinnahmen in der Raiffeisen Geldorganisation sind Hauptmotive, die das Engagement des Verbandes im Bereich des Versicherungswesens im Berichtsjahr weiterhin begründeten. Der Raiffeisen Offene Pen-


Aktionärsstruktur

R+V Versicherung

49,90%

Raiffeisenverband Südtirol

24,87% C.C.I.

FINASSIMOCO

17,63%

Andere

7,60% R+V Versicherung

51,17%

35,45%

ASSIMOCO

”Raiffeisen Südtirol”

10,78% Andere

2,60%

R+V Versicherung

51,87%

28,93%

ASSIMOCO VITA

Raiffeisenkassen Südtirols

15,30%

Iccrea Holding

3,90%

sionsfonds hat die Assimoco-Lebensversicherung AG zum geschäftlichen Partner bestimmt und diese Gesellschaft hat selbst einen offenen Pensionsfonds für italienweite Geschäfte mit der Bezeichnung „Fondo Aperto Melograno“ aufgelegt. Gemeinsam mit dem nationalen Dachverband Confederazione Cooperative Italiane Rom (C.C.I.) und dem deutschen Genossenschaftsversicherer R+V (Wiesbaden) ist der Raiffeisenverband in der Versicherungsgruppe Assimoco kapitalmäßig stark engagiert und in der Führung der

operativen Gesellschaften federführend eingebunden. Die Gesellschaften Assimoco-Sachversicherung und Assimoco-Lebensversicherung haben im Berichtsjahr ihren Erfolgskurs fortgesetzt. Die Sachversicherungsgesellschaft hat sich ein weiteres Mal sehr stark auf die Verbesserung der Qualität des Prämienportefeuilles konzentriert und die Schadensreserven erheblich aufgestockt, sodass ein Gewinn von nur knapp 600.000,00 € ausgewiesen worden ist.

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Die Lebensversicherungsgesellschaft hat das Rekordergebnis des Vorjahres im Prämienaufkommen noch einmal übertroffen und auf 375 Mio. € gesteigert. Der Gewinn nach Steuern beträgt 5,4 Mio. €. Zur Finanzierung des Wachstums dieser Gesellschaft wurde am 8. Februar des Berichtsjahres das Gesellschaftskapital von 38,7 auf 50 Mio. € aufzustocken beschlossen, was wegen der Beteiligungskette (Assimoco AG = 51% bei AssimocoLebensversicherung und Finassimoco AG =51% bei Assimoco-Sachversicherung), ebenso eine Kapitalerhöhung bei diesen Gesellschaften bewirkte. Der Raiffeisenverband hatte dabei die Optionsrechte ausgenützt und auch die Vorkaufsrechte auf jene Aktien geltend gemacht, für welche auf Optionsrechte verzichtet worden ist.

Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H. (RVD) In der Umsetzung der Versicherungsgeschäfte in unserem Land hat die Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H., an welcher der Raiffeisenverband mit 99,95% beteiligt ist, wiederum eine erfolgreiche Entwicklung aufzuweisen. Die gesamten Prämieneinnahmen sind um 13,7% auf 86,7 Mio. € angestiegen und davon machen die Prämieneinnahmen aus der Lebensversicherung 53,08 Mio. bei einem Zuwachs von knapp 20,5% aus. Die bearbeiteten Schadensfälle in der

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Sachversicherung einschließlich Kfz-Haftpflicht haben um 9,2% zugenommen, indem 7.594 Schadensmeldungen bearbeitet worden sind. Für die gemeldeten Schäden wurden ganze 14,30 Mio. € ausbezahlt und das waren um 6,1% mehr als im Jahr zuvor. Die Gesellschaft hat darüber hinaus 4.024 Schadensfälle für den Wechselseitigen Krankenbeistandsverein der RGO und für die Mitgliederkrankenversicherung reguliert. An ihre Subagenturen, nämlich an die Raiffeisenkassen, hat die Gesellschaft 6,76 Mio. € an Provisionen ausbezahlt und damit um 13,7% mehr als im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern beträgt 272.752,76 €. Im Oktober des Berichtsjahres wurde mit Verordnung der Aufsichtsbehörde ISVAP ein Reglement erlassen, welches den Vertrieb von Versicherungsprodukten in vielerlei Hinsicht neu regelt. Der RVD wurde davon schwer betroffen und musste seine Organisationsstruktur einschneidend verändern. Dies vor allem deshalb, weil die Raiffeisenkassen nicht mehr als Subagenturen fungieren können wie das bislang der Fall war. Die Gesellschaft wird als Versicherungsagentur, insbesondere für das nicht standardisierte Geschäft, weiterbestehen und darüber hinaus verschiedene Leistungen der Beratung und Koordination im Auftrag sowohl der Raiffeisenkassen als auch der vertretenden Versicherungsgesellschaften zu erbringen.


R.U.N. AG (Raising Unified Network) An dieser Gesellschaft, die den Betrieb der Informatiknetzwerke und die Verrichtung von Leistungen, die im engeren Sinne damit verbunden sind, hält der Raiffeisenverband 50% des Kapitals. Die Gesellschaft hat ein weiteres Mal nachvollziehbare Kostensenkungen für die Netzwerkbenutzer, die überwiegend die RaiffeisenGenossenschaften sind, bewirkt. Sie hatte ihren Umsatz im Berichtsjahr um 39% auf 9,4 Mio. € erhöht und einen Gewinn nach Steuern von 623.954,00 € ausgewiesen.

PensPlan Centrum AG Der Verband hat im Berichtsjahr eine kleine Beteiligung an dieser Gesellschaft erworben, und zwar 18.167 Aktien für eine Wert von 106.640,29 €, der geringfügig über dem Nominalwert liegt. Die Beteiligung hat eine strategische Bedeutung und ist insbesondere im Zusammenhang mit der Errichtung des Raiffeisen Offenen Pensionsfonds eingegangen worden.

Brennercom AG Wegen der strategischen Bedeutung, welche die Informatik und die Telekommunikation für den Erfolg unserer Genossenschaften haben, hat der Verband vor einigen Jahren an der Brennercom AG eine Beteiligung von 7,5% erworben. Der historische Wert der Beteiligung von 2.136.240,00 € blieb im Berichtsjahr unverändert. Dieser Wert liegt knapp 40% über dem anteiligen Nettovermögen. Der Wert der Gesellschaft dürfte jedoch wesentlich über ihrem Nettovermögen liegen, wenn man den positiven Trend der Entwicklung in den letzten beiden Jahren berücksichtigt und dabei vor allem den Nettogewinn von 1.849.868,00 € im Geschäftsjahr 2006.

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n Der Berg, auf dem das Kloster Säben steht, war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Die Heilig-Kreuz-Kirche war für 400 Jahre Bischofssitz und geistlich-religiöses Zentrum des „Bistums Sabiona“. Seit 1687 beherbergt es ein Benediktinerkloster, das von Klausurschwestern bewohnt wird.


III.I Der statutarische Mitgliederauftrag (Beratung, Betreuung und Serviceleistungen)

1. Allgemeines n Neben dem gesetzlichen Auftrag der Genossenschaftsüberwachung ist der Raiffeisenverband laut statutarischem Auftrag dazu angehalten, Leistungen verschiedenster Art für die Mitgliedsgenossenschaften zu erbringen, die ganz allgemein mit Beratung, Betreuung und Serviceleistungen umschrieben werden können. Die Beratungsleistungen sind sehr stark auf das allgemeine Recht, das Arbeitsrecht, das Steuerrecht, das Bankenrecht und das Genossenschaftsrecht ausgerichtet und erlangen teilweise den Charakter einer kontinuierlichen Betreuung in diesen fachspezifischen Themenbereichen. Darüber hinaus erstrecken sich die Beratungsleistungen von der Gründung bis zur Auflösung von Genossenschaften auf unzählige Sachverhalte und Spezialgebiete der genossenschaftlichen Unternehmensführung, die von der Bankwirtschaft über die landwirtschaftlichen Genossenschaften bis hin zu den Sozialgenossenschaften reichen. Die großen Bereiche der Serviceleistungen betreffen die Informatik, die Lohnbuchhaltung, die Finanzbuchhaltung, die Verwaltung des Rotationsfonds, die Schulung und Ausbildung u. a. m. Die Nachfrage nach diesen Leistungen bzw. deren Inanspruchnahme von Seiten der Mitglieder war auch im Berichtsjahr außerordentlich groß. Um das Preis-Leistungs-Verhältnis zu begünstigen, hat der Verband, wenn auch in begrenztem Maße, Leistungen an Dritte verkauft, wobei man darauf bedacht war, dass auch solche

Abnehmer dem Genossenschaftswesen angehören oder diesem nahe stehen. Die Leistungen, welche der Verband im Sinne des Mitgliederauftrages für die angeschlossenen Genossenschaften erbringt, sind in der Hauptsache auf deren Verwaltung ausgerichtet und decken den komplexen Bereich der formellen und bürokratischen Obliegenheiten ab. Den Genossenschaften soll es dadurch ermöglicht werden, sich freier und stärker auf ihre Kernaufgabe konzentrieren zu können, nämlich ihre statutarischen Ziele zu erreichen.

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2. Arbeitsberatung und Lohnverwaltung Leitung: Rag. Christian Tanner Genossenschaften stellen den Menschen gerne in den Mittelpunkt, und zwar den Menschen als Mitglied und auch jenen, der für sie arbeitet und damit in vielen Fällen seine Existenzgrundlage dem genossenschaftlichen Unternehmen anvertraut. Seine besondere Ausdrucksform erhält dieser Sachverhalt dann, wenn das Mitglied selbst im Arbeitsverhältnis zu seiner Genossenschaft steht, wie dies bei Arbeitergenossenschaften der Fall ist. In diesem Bewusstsein ist der Raiffeisenverband um ausgewogene Verhältnisse zwischen den Anforderungen der Genossenschaften bzw. deren Mitglieder und den Anliegen der Mitarbeiterschaft bemüht. Im Berichtsjahr ist die arbeitsrechtliche Materie in ihrer Vielgestaltigkeit nicht einfacher geworden, ganz im Gegenteil hat die neue Regierung wiederum eine Flut von Änderungen erlassen, die in ihrer Anwendung nicht selten schwierig waren, so auch wegen mitunter widersprüchlicher Interpretationen, die sich von Seiten der zuständigen Behörden häufen. Einen zentralen Sachverhalt stellte die Problematik rund um die Pensionsreform dar, die man als solche nicht wirklich anging, wohl aber mit einzelnen Maßnahmen scheinbar zu lösen begonnen hatte. So griff man auf die seit Jahrzehnten rechtlich und vertraglich geregelten betrieblichen

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Abfertigungsrückstellungen zurück, die ab 1. Jänner 2007 grundsätzlich in Pensionsfonds fließen sollen. War es bisher zirka ein Drittel der Entlohnung, die als Lohnnebenkosten in die Pensionskassen floss, so sind es nunmehr an die 40%. Der Beratungsaufwand zur Thematik Pensionen und Renten war erheblich und mitunter reichte er über die rein technische Beratung hinaus sehr stark in individuelle Entscheidungen von Menschen hinein. In diesem Zusammenhang ist der Raiffeisen Offene Pensionsfonds zu nennen, der die arbeitsrechtliche Beratung, einschließlich vieler Informationstagungen und Informationsmaterialien, mehrfach erforderte. Mit diesem Fonds wurde für etwa 2.220 Angestellte der Raiffeisen Geldorganisation auch die Möglichkeit geschaffen, ihre bisherigen Einzahlungen in einen nationalen Rentenzusatzfonds nach Südtirol zu übertragen. Die entsprechende Vereinbarung dafür wurde mit den Gewerkschaften am 19. Februar 2007 getroffen. Der Zwang zu Rationalisierung und Kostendämmung lässt auch bei Genossenschaften vermehrt die Diskussion einer kollektiven Personalreduzierung aufkommen und in drei Fällen wurde eine solche im Berichtsjahr vorgenommen. Auch die Raiffeisenkassen arbeiten an einem Projekt, das auf eine Personalreduzierung in den nächsten Jahren hinausläuft. Vor diesem Hintergrund hatte die Abteilung für Personal und Arbeitsrecht im Raiffeisenverband die Mitgliedsgenossenschaften


zu vertreten, zu beraten und zu betreuen und auch ausführende Arbeiten für sie zu erbringen. Die Leistungen können im Wesentlichen wie folgt zusammengefasst werden: • Interessensvertretung der Genossenschaften auf betrieblicher, provinzialer und staatlicher Ebene • Beratung und Betreuung der Genossenschaften • Leistungsverrichtung, insbesondere in der Personalverwaltung der Genossenschaften • Personalverwaltung im Raiffeisenverband Die Interessensvertretung wird durch das Mitwirken in verschiedenen Kommissionen und Arbeitsgruppen auf provinzialer und nationaler Ebene gewährleistet, so in der Nationalen Verhandlungsdelegation für die Angestellten der RGO, in der italienischen Vereinigung der Personalleiter, in der Nationalen Arbeitsgruppe für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, in der Beschäftigungskommission für Nicht-EUBürger u. a. m. Für die Raiffeisenkassen wurden im Berichtsjahr auf staatlicher Ebene drei Abkommen getroffen, zwei gewerkschaftliche Abkommen wurden auf Landesebene vereinbart und 14 Abkommen auf Betriebsebene unterzeichnet. Vielfältig sind die Interessensvertretungen bei den Fürsorgeämtern und Unfallin-

stituten. Die Rechtsmaterie, welche für diese Ämter zutrifft, ist immer wieder von erheblicher Unsicherheit gekennzeichnet und in der Interpretation und Anwendung derselben werden mitunter unterschiedliche Standpunkte vertreten, die nur gerichtlich geklärt werden können. In vielen Fällen ist es aber möglich, behördliche Beanstandungen, ungerechtfertigte Beitragsvorschreibungen oder Feststellungen infolge von Inspektionen des Fürsorge- oder Unfallinstitutes, im Verwaltungswege zu klären und zu bereinigen. Im Berichtsjahr war dies wiederum in mehr als hundert und damit in den allermeisten Fällen möglich. In dem Streitfall über die Rückforderung von nicht verrechneten Fiskalisierungsbeiträgen seitens landwirtschaftlicher Genossenschaften, bei denen es einschließlich der Zinsen um rund zwei Dutzend Mio. Euro geht, kam man im Berichtsjahr weder einer politischen noch einer rechtlichen Lösung näher und es werden Entscheidungen im Laufe des Jahres 2007 erwartet. Aus rechtlicher Sicht und im Lichte verschiedener erstrichterlicher Urteile scheint der Standpunkt der Genossenschaften zu überzeugen. Eine weitere Angelegenheit der Interessensvertretung auf gesetzgeberischem Gebiet war mit dem Banklehrling verbunden. Nachdem in den nationalen Kollektivverträgen historisch erstmals der Banklehrling vorgesehen worden war, galt es, das entsprechende Landesgesetz anzupassen,

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nachdem dasselbe in einigen Punkten von nationalen Bestimmungen abwich und somit die Anwendung der nationalen kollektivvertraglichen Bestimmungen erschwerte. In mehreren Aussprachen und Verhandlungen zwischen nationalen und provinzialen Vertretungen sowohl der Arbeitgeber- als auch der Arbeitnehmerseite, wie auch mit den politischen Instanzen, war es möglich, die Bildungsordnung zu vereinbaren und das Berufsbild des Banklehrlings zu erstellen. Ein Abkommen mit den Gewerkschaften vom 15. Dezember 2006 und die endgültige Vereinbarung vom 1. März 2007 machten den Weg für den Erlass der notwendigen Verordnung durch den zuständigen Landesrat frei und damit auch jenen für den Banklehrling. Die Verordnung wurde am 5. März 2007 mit der Nummer 623 erlassen. Die Beratungs- und Betreuungsleistungen der Mitglieder in den komplexen Bereichen des Arbeits- und Sozialrechtes und der Personalverwaltung war im Berichtsjahr abermals erheblich. Dies erfolgte durch Rundschreiben, über Telefon, E-Mail und Datenbanken, insbesondere aber in unzähligen Beratungsgesprächen im Hause und vor Ort sowie bei mehreren Tagungen auf Bezirks- und Landesebene. Neben spezifischen arbeits- und sozialrechtlichen Sachverhalten umfasste die Beratung auch die Personal- und Organisationsentwicklung in den Genossenschaften, Personalentscheidungen, Gehaltsemp-

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fehlungen, Lohnkonzepte und Arbeitsverträge, die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, die Teilzeit, die Leiharbeit, das Jobsharing u.v.a.m. Die Arbeitsstreitfälle waren mit knapp 200 wesentlich weniger als im Jahr zuvor und betrafen großteils disziplinarische Maßnahmen, vier Fälle sind bei Gericht anhängig. Die Leistungsverrichtung für die Genossenschaften besteht vor allem in der Lohn- und Gehaltsverrechnung. Mit derselben wird eine vollständige Dienstleistung geboten, die zusätzlich die Berechnung der Sozialund Steuerabgaben sowie eine Vielzahl anderer vertraglich und gesetzlich geregelter Rückbehalte zum Gegenstand hat. Darüber hinaus ermöglichen relationale Datenbanken Auswertungen jedweder Art, welche für das Rechnungswesen, die Personalentwicklung und viele andere Erfordernisse der Personaladministration genutzt werden können. Die angewendete Software „Giotto“ hat sich in allen Komponenten als sehr funktional erwiesen und die elektronische Übermittlung der Lohndaten von Seiten der betreuten Genossenschaften hat zusätzliche Sicherheit und Arbeitsersparnis gebracht. Monatlich werden durchschnittlich mehr als 7.500 Lohnabrechnungen unter Anwendung von 26 verschiedenen Kollektivverträgen vorgenommen und das waren um 1,4% mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden damit zum ersten Mal 90.000 Abrechnungen im Jahr überschritten und zur-


zeit lassen nahezu alle angeschlossenen Mitgliedsgenossenschaften, die lohnabhängige oder freie Mitarbeiter beschäftigen, ihre arbeitsrechtlichen Auflagen durch den Raiffeisenverband erfüllen. Es sind dies an die 280 Genossenschaften. Mit 43,5% aller Auswertungen nehmen die Obst-, Kellereiund Molkereigenossenschaften den ersten Platz ein; die Raiffeisen Geldorganisation folgt mit 36,1%. Die Lohnverwaltung kann zu sehr günstigen Tarifen erledigt werden, was durch den hohen Automationsgrad ermöglicht wird. Im Vergleich zu anderen Anbietern beschäftigt der Raiffeisenverband weitaus weniger Personen im Verhältnis zur gleichen Anzahl von Lohnabrechnungen. Dies hat zur Folge, dass zunehmend von Dritten um diese Leistungsverrichtung

angesucht wird. In Einzelfällen, wie etwa für Raiffeisenkassen im Veneto, führen wir diesen Dienst aus. Die Personalabteilung wickelt auch mehrere Sonderdienste ab, wie die Geschäftsführung des Wechselseitigen Krankenbeistandsvereins der Mitarbeiter(innen) der RGO (WKV), dem an die 2.200 Mitglieder angehören und die Verwaltung der ca. 1.600 Mitglieder des Krankenbeistandsvereins „Cesare Pozzo“ für die Arbeiter und Angestellten der Obstmagazine. Diesem Verein beizutreten wurde im Berichtsjahr auch für die Mitarbeiter(innen) der Energiegenossenschaften ermöglicht. Schließlich wird auch die Betreuung von ca. 1.550 im Laborfonds eingeschriebenen Mitgliedern wahrgenommen.

n Ende Februar haben die Arbeitgebervertreter der Raiffeisen Geldorganisation mit den Gewerkschaften eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Raiffeisen-Mitarbeitern die Mitgliedschaft in den Raiffeisen Offenen Pensionsfonds ermöglicht.

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Dem Leiter der Abteilung für Personal und Arbeitsrecht ist auch die Personalleitung im Raiffeisenverband übertragen. Er ist somit Ansprechpartner für die Anliegen der Mitarbeiterschaft und dabei speziell für den Betriebsrat. Ebenso obliegt es ihm, bei Einstellungen koordinierend und beratend mitzuwirken sowie bei der Personalplanung und Personalkostenanalyse in erster Person verantwortlich mitzuarbeiten. Die arbeitsrechtliche Materie ist und bleibt sowohl rechtlich als auch politisch ein brisantes Thema. Die Lohn- und Lohnnebenkosten stehen in einer zunehmend globaleren Wirtschaft in Mittelpunkt vieler Interessen und die gerechte oder angemessene Verteilung von Gehalts- und

Lohneinkommen ist aus sozial- und wirtschaftspolitischer Sicht von größter Bedeutung. Das Thema der Altersvorsorge in all seinen Facetten erlangt darüber hinaus zunehmende Wichtigkeit und schließlich ist die gesamte Beschäftigungspolitik in Südtirol auch im Lichte der großen Zahl von Gast- und Fremdarbeitern zu hinterfragen. Die neue Regierung hatte sich vorgenommen, die Reform des Arbeitsrechtes von Marco Biagi aus dem Jahr 2003, welcher dafür sein Leben lassen musste, abzuschaffen. Dazu wird es nicht kommen, wohl aber ist es die Absicht, so manche Änderungen und Anpassungen herbeizuführen, sodass auch diesbezüglich mit zusätzlichem Beratungsaufwand zu rechnen sein wird.

3. Steuerberatung Leitung: Rag. Herbert Oberkalmsteiner Für die genossenschaftlichen Unternehmen gelten Steuerbestimmungen, die eine spezifische Kenntnis der Materie erfordern und der Verband erachtet die korrekte Beachtung der steuerlichen Vorgaben als wesentlich für die Sicherheit

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seiner Mitglieder. Diese greifen in diesem Sachbereich auch nahezu ausschließlich auf die Fachkompetenz des Verbandes zurück. Die neue Regierung hat die finanzielle Dramatik der öffentlichen Haushalte zu einem ihrer Kernthemen gemacht. Mit Notverordnungen wurden zunächst in rascher Folge Maßnahmen ergriffen, die die Mehrwertsteuer und die Registersteuer


sowie die Hypothekar –und Katastersteuer betrafen. Während in anderen Staaten derartige Gesetze nach deren Erlass nach Monaten oder auch Jahren in Kraft treten, erfolgt dies in Italien mit unmittelbar wirksamen Notverordnungen, was den Bürger nicht selten völlig überfordert oder eine korrekte zeitgerechte Anwendung äußerst erschwert. Natürlich liefen die Maßnahmen auf ein höheres Steueraufkommen hinaus und was sich verteuerte sind Übertragungen von betrieblich genutzten Gebäuden, die Mietverträge, welche der Mehrwertsteuer unterworfen sind und nunmehr auch die Registersteuer von einem Prozent zu tragen haben, die verbauten Grundstücke, die nicht mehr abschreibbar sind u.a.m. Auch die abgeschaffte steuerliche Abzugsfähigkeit von Abschreibungen und Betriebskosten der betrieblich genutzten Pkws belasten die Kosten der Unternehmen genau so wie die Einschränkungen bei steuerlichen Verlustvorträgen und bei anderen Aufwandsposten. Auch die Formalisierung und Reglementierung hat ihren weiteren Lauf genommen, so was die Wiedereinführung der Kundenund Lieferantenlisten, die elektronische Übermittlung der Tageseinnahmen im Detailhandel, die Einzahlung der Steuern in elektronischer Form und nicht zuletzt die Meldung der Strom-, Wärme- und Wasserlieferverträge an die zentrale Steuerkartei von Seiten der Energie- und Trinkwassergenossenschaften. Im Haushaltsgesetz 2007 waren es dann an die 60 Maßnahmen,

die eine Vielzahl von Steuern betreffen und demzufolge den Beratungsaufwand unserer Steuerabteilung wie kaum zuvor fordern. Die Fachleute der Steuerabteilung haben dabei das Möglichste getan, nicht nur, um eine korrekte Einhaltung der steuerlichen Obliegenheiten von Seiten der Mitgliedsgenossenschaften sicherzustellen, sondern auch um die technischen und operativen Voraussetzungen zu schaffen, mit denen den Anforderungen genüge getan werden kann. Die Raiffeisenkassen waren dabei auch noch bei ihren Anpassungen in Bezug auf den Steuereinhebungsdienst zu unterstützen. Der Beratungs- und Informationsdienst war auf eine harte Probe gestellt, wie dies durch unzählige Beratungsgespräche und durch mehr als 100 Rundbriefe und Rundschreiben belegt ist. Enorm zugenommen haben dabei die Anfragen über Lotus Notes und Internet, deren Bearbeitung mitunter einen großen Teil der Ressourcen der Steuerabteilung bindet. Die Hauptlast für unsere Berater liegt in der Erstellung von Steuererklärungen. Neu war dabei im Berichtsjahr, dass mehrere Dutzend Mitgliedsgenossenschaften wegen Nichtbeachtung des Grundsatzes der mehrheitlichen Mitgliedergeschäfte eine „außerordentliche Bilanz“ zu erstellen hatten und Steuern auf 67% der Gewinne abführen mussten. Alle Arten der Steuererklärungen, von der Einkommenssteuer (UNICO) über die Wert-

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schöpfungssteuer (IRAP), jene der Steuersubstitute (Mod. 770), der Mehrwertsteuer bis hin zur Gemeindeimmobiliensteuer (ICI) werden von der Steuerabteilung des Verbandes für einen Großteil der Mitgliedsgenossenschaften erstellt und in telematischer Form über Intranet an die Finanzämter weitergeleitet. Zu erwähnen sind des Weiteren die Hilfestellung bei der Ausfüllung von Fragebögen betreffend die Sektorenstudien der Finanzverwaltung und der Absichtserklärungen für den MwSt.freien Einkauf. Die errechneten Steuern (Gesellschaftssteuer IRES, Wertschöpfungssteuer IRAP und Immobiliensteuer ICI), welche die Genossenschaften im Berichtsjahr zu entrichten hatten, beliefen sich auf knapp 30 Mio. €, und dies waren um 2,2 Mio. € mehr als im Jahr zuvor. Der Raiffeisenverband erfüllt die Funktion eines Steuerintermediärs und hat also solcher im Jahr 2006 ganze 3.184 verschiedene Meldungen und Erklärungen an die Steuerbehörden weitergeleitet. Die Verlässlichkeit in der Beachtung der steuerlichen Obliegenheiten von Seiten der Genossenschaften ist den Finanzämtern bekannt. Dennoch bleiben Kontrollen derselben nicht aus. Im Berichtsjahr wurde nur eine Genossenschaft einer Globalkontrolle unterzogen. Mehrere Teilkontrollen betrafen hingegen den Bereich der innergemeinschaftlichen Lieferung. Die Anzahl von Mitteilungen über Steuernachzahlungen ist gegenüber dem Vorjahr

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ein weiteres Mal gestiegen. In den meisten Fällen bestanden die Forderungen zu Unrecht, sodass Anträge auf Annullierung gestellt werden konnten, in einigen wenigen Fällen wurden Rekurse an die Steuerkommission eingereicht. Unzulänglichkeiten der EDV bei den Einnahmeagenturen waren in vielen Fällen Ursache für ungerechtfertigte Forderungen von Nachzahlungen. Rekurse wurden des Weiteren gegen Katastereinstufungen eingebracht und damit gelang es u.a., für eine landwirtschaftliche Genossenschaft die Einstufung in die Kategorie D/10 zu erwirken, womit man einen wesentlichen Schritt in Bezug auf die Befreiung der Immobiliensteuer vorankam. Im Übrigen ist die Angelegenheit der ICI-Befreiung für die betrieblich genutzten Gebäude landwirtschaftlicher Genossenschaften ein ungeklärtes Problem, welches zu lösen die Politik und die Steuergerichtsbarkeit engagiert sind. Der Steuerbeistandsdienst (Mod. 730) wurde im abgelaufenen Jahr von rund hundert Genossenschaften in Anspruch genommen. Der hohe Automationsgrad, der dabei angewendet wird, hat Zeit und Kosten gegenüber früher stark reduziert. An knapp 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Genossenschaften konnten dadurch Steuerguthaben von knapp einer Mio. € bereits im Juli 2006 ausbezahlt werden oder die geschuldeten Steuern von rund 100.000 € wurden über deren Arbeitgeber verrechnet. Umfassende Dienste bietet die Steuerab-


teilung bei den Meldungen an das Handelsregister und an das Genossenschaftsregisteramt, die nunmehr ausschließlich telematisch mit digitaler Unterschrift erfolgen. Dies betrifft die Hinterlegung der Bilanzdokumentation, die An- und Abmeldung von Mandatsträgern, die Meldung von Statutenänderungen u.a.m. An die 500 Meldungen dieser Art wurden im Berichtsjahr für die Mitgliedsgenossenschaften vorgenommen. Darüber hinaus werden Bestätigungen oder Auszüge von verschiedenen Ämtern besorgt. Ein weiterer Dienst dieser Abteilung besteht in der Führung von Buchhaltungen für kleine Mitgliedsgenossenschaften. Die Anzahl der Genossenschaften, die sich dieser Leistungen bedienen, ist im Berichtsjahr auf 1 angestiegen. Damit werden knapp 0% aller Mitglieder mit diesen Diensten betreut. Es handelt sich dabei vor allem um Energiegenossenschaften, Wohnbau- und Kulturheimgenossenschaften und um Sozialgenossenschaften, die insgesamt eine Bilanzsumme von 120 Mio. € und Erträge von 60 Mio. € aufweisen. Vermehrt nehmen diese Genossenschaften auch Zusatzleistungen in Anspruch, wie die Erstellung der Bilanzberichte, der Intrastat-Erklärungen und die MwSt.-Buchhaltung. Die Fachleute der Steuerabteilung arbeiten schließlich aktiv mit anderen Abteilungen zusammen, so werden Fachartikel für das „Raiffeisen Magazin“ und die „Raiffeisen Mitteilungen“ verfasst, wird die Internetseite im Raiffeisenportal in Sachen Steuerter-

n Für einen Großteil der Mitgliedsgenossenschaften erstellte die Steuerabteilung des Verbandes im Berichtsjahr die Steuererklärungen. Dies ist nur eine der vielen Aufgabenbereiche, welche die Abteilung für die Mitgliedsgenossenschaften erfüllt.

mine gewartet oder sie sind als Referenten bei Weiterbildungsveranstaltungen engagiert. Die neuen Bilanzierungsregeln nach IAS, die bei den Raiffeisenkassen im Berichtsjahr zum ersten Mal angewendet werden mussten, haben auch die steuerlichen Sachverhalte stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Rechtsunsicherheit war dabei in vielen Punkten hoch und hat bei den Bilanzberatungen Entscheidungen abverlangt, die die Verantwortung der Berater stark forderte. Die Steuermaterie ist und bleibt eine äußerst aktuelle Thematik und man wird auch in Zukunft mit einer entsprechenden Dynamik derselben rechnen müssen. Dieselbe zu verfolgen und bei den Mitgliedsgenossenschaften mit zunehmend automatisierten Prozessen anzuwenden wird ein zentrales Anliegen des Raiffeisenverbandes bleiben.

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4. Rechtsberatung Leitung: Dr. Alois Zelger Die allgemeine Rechtsberatung des Verbandes wird von den Mitgliedsgenossenschaften in unzähligen Fällen in Anspruch genommen und auch andere Fachabteilungen des Verbandes und die Verbandsleitung greifen darauf zurück. Das Betätigungsfeld der Rechtsabteilung ist äußerst weitläufig, die Raiffeisenkassen werden besonders intensiv betreut. Die Rechtsberatung ist sowohl in den Bereichen des allgemeinen Rechts als auch in der Spezialgesetzgebung von unverändert großer Rechtsunsicherheit gekennzeichnet, was die Beratungsarbeit mitunter schwer belastet, so auch weil die Folgen der Beratung große Wirkung erzeugen können. Im Übrigen nimmt der Bürger nicht wahr, dass jede Woche mehrere Gesetze erlassen werden, die entweder von Brüssel, von Rom, von der Region oder vom Land ausgehen und dass dazu noch unzählige Verordnungen der Verwaltungsbehörden kommen. In der Flut von Bestimmungen ist es für die Juristen des Verbandes wichtig, jene herauszufiltern, die für die Mitgliedsgenossenschaften von Bedeutung sind und dafür zu sorgen, dass sie denselben zur Kenntnis gebracht werden, um damit einen angemessenen Beitrag für die Sicherheit der genossenschaftlichen Unternehmen zu leisten. In Bezug auf das neue Gesellschaftsrecht

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wurde am 30. Dezember 2005 das lang erwartete Ministerialdekret erlassen, das die Ausnahmeregelungen für die „vorwiegende Mitgliederförderung“ definiert. Diese kamen vor allem den Elektrogenossenschaften zugute. Viele weitere Fragen des neuen Gesellschaftsrechtes wurden im Berichtsjahr vertieft und die Ergebnisse fanden vielfach Niederschlag in der Ausgestaltung und Interpretation der Genossenschaftsstatuten. Einen Schwerpunkt stellte die Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer dar, die nicht nur steuerliche Auswirkungen erzeugte, sondern auch solche rechtlicher Art, u.a. in Bezug auf die Auszahlung von Guthaben der Erblasser bei den Banken. Zu diesem Thema sind nahezu täglich telefonisch oder telematisch Fragen beantwortet worden. Im Juli des Berichtsjahres ist die Reform des Insolvenzrechtes in Kraft getreten, eine Materie, die insbesondere für die Raiffeisenkassen in ihrer Funktion als führende Finanzierungsträger in unserem Lande mit Aufmerksamkeit verfolgt werden musste. Reformiert wurden in diesem Zusammenhang auch der Konkursabwendungsausgleich und die Zwangsvollstreckung. Letztere brachte eine Beschleunigung der Verfahren mit sich. Zu all dieser Thematik hatte die Rechtsabteilung Informationen und Interpretationen geliefert und soweit notwendig auch


Dokumente und Vorlagen zur Verfügung gestellt. Im Übrigen informiert die Rechtsabteilung die Raiffeisenkassen kontinuierlich über Zwangsvollstreckungsverfahren, sodass diese gegebenenfalls rechtzeitig in die Lage versetzt werden, Maßnahmen zur Realisierung ihrer Guthaben in die Wege zu leiten, bei denen die Rechtsabteilung wiederum Beistand leistet. Die Erhebungen der Finanzverwaltung bei den Kassen sind auf telematische Prozeduren umgestellt worden und es gibt nunmehr gegenüber der Finanzverwaltung kein wie immer geartetes Bankgeheimnis mehr. Der Aufwand für Information und Informatik war und ist in diesem Zusammenhang erheblich; eine Honorierung dafür gibt es nicht. Die Vorschriften zur Abwehr der Geldwäsche wurden im Berichtsjahr ebenso teilweise geändert und sie haben zusammen mit den Ende 2005 erlassenen Bestimmungen zum Schutze der Spartätigkeit und zur Regelung der Finanzmärkte den Beratungs- und Betreuungsaufwand unserer Rechtsabteilung stark in Anspruch genommen. Schließlich waren es noch neue Bestimmungen über den Verbraucherschutz und die Liberalisierung in Bezug auf die Konditionen eines Bankvertrages, die die Rechtsabeilung zu vertiefen und umzusetzen hatte. Eine kontinuierliche Aufgabe der Rechtsabteilung besteht in der Hilfestellung im

Zusammenhang mit der Vergabe von Schatzamtsdiensten und in der Beratung und Unterstützung im Bereich des Vertragswesens. Dabei werden für die Genossenschaften Entwürfe für abzuschließende Verträge erarbeitet oder aber Interpretationen und Übersetzungen zu bestehenden Verträgen geliefert. Den Verlustträgern von Inhabersparbüchern und Inhabersparbriefen wird bei der Abwicklung der dabei notwendigen Gerichtsverfahren Hilfestellung geleistet, um so möglichst schnell die gerichtliche Kraftlosigkeitserklärung zu erreichen. Immer stärker wird schließlich die Nachfrage nach Rechtsinformationen in den Bereichen der Abfallthematik sowie in solchen, die die Umwelt betreffen. Die Fachleute der Rechtsabteilung sind schließlich in der Umsetzung unserer Bildungsprogramme immer wieder als Vortragende engagiert.

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5. Leistungen für die Raiffeisen Geldorganisation Leitung: Vizedirektor Dr. Paul Gasser Für die fachspezifischen Belange der Raiffeisen Geldorganisation ist die Hauptabteilung für Bankwirtschaft im Raiffeisenverband zuständig. Diese hat im Berichtsjahr den Raiffeisenkassen wiederum ein ganzheitliches und hochwertiges Beratungs- und Dienstleistungsangebot zur Verfügung gestellt. Die zahlreichen Gesetze und Bestimmungen, welche die Banktätigkeit regeln und die immer wieder Änderungen unterworfen sind, wurden von den Fachleuten der Abteilung aufmerksam verfolgt und interpretiert und die Raiffeisenkassen wurden darüber unterrichtet, mit dem Ziel einer einheitlichen und korrekten Anwendung derselben. Dabei wurde auf den engen Kontakt und den Erfahrungsaustausch mit anderen regionalen und staatlichen Verbänden und Organisationen sowie auf die intensive Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen des Raiffeisenverbandes großer Wert gelegt. Aufgabenschwerpunkte der Hauptabteilung für Bankwirtschaft bildeten im Berichtsjahr die Vorschriften zur Bilanzerstellung, die Ausarbeitung von Entwürfen für den Bilanzanhang, den Lagebericht und den Bericht des Aufsichtsrates sowie die Bilanzberatung vor Ort. Inhaltlich setzte sich die Abteilung intensiv mit den neuen

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Bestimmungen zum Schutz der Spartätigkeit und zur Regelung der Finanzmärkte, den Internationalen RechnungslegungsStandards (IAS) und der Weiterentwicklung des „Raiffeisen Offener Pensionsfonds“ auseinander. Die Tätigkeit umfasste auch die Wartung verschiedener Datenbanken (Beteiligungen, Transparenz Immobilienportal u. a. m.) und eine Reihe verwaltungstechnischer und koordinierender Arbeiten. Die zahlreichen Hilfestellungen in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Ämtern und Behörden wurden im Berichtsjahr in bewährter Form fortgesetzt; darunter fällt auch die Meldungsabwicklung der Stempelsteuer an die Agentur der Einnahmen. In die Tätigkeit der Hauptabteilung für Bankwirtschaft fallen zudem die Leitung von Arbeitsgruppen für fachspezifische Projekte der Raiffeisen Geldorganisation und die Koordination von verschiedenen Gremien, die der Interessensförderung, dem Zusammenwirken im Verbund und dem Informationsaustausch dienen. Der Koordinierungsausschuss, der als statutarisch vorgesehenes Gremium der Raiffeisen Geldorganisation fungiert, wurde im Berichtsjahr neu bestellt. In acht Sitzungen kamen vielfach von der Hauptabteilung für Bankwirtschaft vorangetriebene Projekte zur Diskussion und es wurden fachspezifische oder auch strategische


Themen diskutiert. Besonders bewährt haben sich die im vergangenen Jahr eingeführten zweimonatlichen Landestagungen der Geschäftsführer der Raiffeisenkassen, bei denen Informationen zu besonders aktuellen Themen und Projekten vermittelt und gemeinsam diskutiert wurden. Zwei weitere Gremien wurden im Berichtsjahr neu bestellt, und zwar der „Fachausschuss Marketing und Vertrieb“, der sich mit strategischen Fragen zu Markt und Vertrieb in der Raiffeisen Geldorganisation auseinandersetzt und der „Werbeausschuss“, der Zuständigkeiten der zentralen Sponsoring- und Spendentätigkeit wahrnimmt. Die Interne Revision (Internal Audit), welche von der Hauptabteilung für Bankwirtschaft für die Raiffeisenkassen vorgenommen wird, wurde im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Diese Leistungsverrichtung wird in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Bankenaufsichtsbehörde erbracht, und zwar mittlerweile für 47 Raiffeisenkassen und für eine organisationseigene Leasinggesellschaft. Durchschnittlich waren es 15 Arbeitstage, die dafür pro Raiffeisenkasse aufgewendet worden sind. In diesem Zusammenhang wurde im Berichtsjahr die Datenbank „Ablaufkontrollen“ aktualisiert, die seit nunmehr zehn Jahren ein nützliches Hilfsinstrument für die Formalisierung und Durchführung der Ablaufkontrollen darstellt.

Unternehmensberatung für die Raiffeisenkassen Die fachliche Unterstützung und Begleitung der Raiffeisenkassen in der ganzheitlichen Unternehmensentwicklung war Anliegen der Unternehmensberatung für die Raiffeisenkassen. Das Leistungsangebot betraf die Bereiche Strategieentwicklung, Controlling, Organisation, Vertrieb und Risikomanagement. Ein besonderer Schwerpunkt der Unternehmensberatung lag 2006 im Bereich der Personalkapazitäts- und -bedarfsplanung. Im Rahmen des Projektes „Potentiale 2010“ in Zusammenarbeit mit dem Management Zentrum St. Gallen wurden mittels einer durchgeführten Studie den Raiffeisenkassen Optimierungsansätze und Handlungsempfehlungen für die zukünftige Personalkapazitätsplanung aufgezeigt und im Bereich Personalentwicklung sind neue Akzente gesetzt worden. Im Controlling konnten die Raiffeisenkassen weiterhin auf bewährte Beratungsleistungen wie operative Jahresplanungen, die Budgetbetreuung, regelmäßige Soll-IstVergleiche sowie Bilanz- und Geschäftsfeldanalysen zurückgreifen. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen und statistisches Datenmaterial wurden den Raiffeisenkassen zur Verfügung gestellt. Das 2004 initiierte Projekt „zeb/control“ für eine integrierte Gesamtbanksteuerung ging im Berichtsjahr in seine abschließende Phase. Auch das Projekt Risikomanagement wurde weiterentwickelt, und

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zwar mit besonderer Berücksichtigung des Kundenratings. Die Organisationsberatung setzte Schwerpunkte in der Optimierung der Organisationsstrukturen und der Betriebsabläufe. Das Marketing für die Raiffeisenkassen umfasste im Berichtsjahr wieder eine Vielzahl von Aktivitäten, bei denen bewährte Initiativen fortgesetzt und neue Schwerpunkte aufgenommen worden sind. Der „Fachausschuss Marketing und Vertrieb“ lieferte dabei wertvolle Impulse und Anregungen. Das Gremium tagte sechsmal. Im Zusammenspiel von landesweiten und lokalen Marketingmaßnahmen wurden im Kinder- und Jugendmarkt wiederum Akzente gesetzt. Es wurden Themen wie Vorsorge, Zahlungsverkehr und Wohnen aufgegriffen und kommuniziert und das ganze Jahr über rundeten Musik- und Sportevents mit Eintrittsvergünstigungen das Jugendprogramm ab. Einen Fixpunkt im Jugendmarketing stellte wiederum der Internationale Raiffeisen Jugendwettbewerb dar. Dies war der 36. Mal- und Kreativitätswettbewerb zum Thema „Entdecke die Welt! Menschen, Länder und Kulturen“. 10.000 Grund- und Mittelschüler haben sich daran beteiligt. Dem Thema Vorsorge, das speziell im Zusammenhang mit der Reform der betrieblichen Abfertigung ausgesprochen aktuell geworden ist, wurden verschiedene Initiativen und Aktivitäten gewidmet. Es wurden Informations- und Sensibilisie-

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rungskampagnen durchgeführt, Berater geschult und die Raiffeisenkassen in ihren Vertriebsaktivitäten unterstützt. Ein eigenes Projekt befasste sich mit dem Thema „Mitglied in der Raiffeisenkasse“. Es zielte darauf ab, das markanteste Identifikations- und Differenzierungsmerkmal einer Genossenschaftsbank, nämlich die Mitgliedschaft, neu zu beleben bzw. attraktiver zu gestalten. Das Immobilienportal www.Wohnen-inSuedtirol.it erfreut sich eines unerwarteten Zuspruchs und wurde deshalb im Berichtsjahr grafisch überarbeitet und technisch neu gestaltet. Die gemeinsame Werbe- und Sponsortätigkeit, die der Raiffeisenverband für die Raiffeisen Geldorganisation durchführt, hatte sowohl im Produkt- als auch im Imagebereich die klare Positionierung der Marke Raiffeisen und die unverwechselbare Kommunikation mit Kunden, Mitgliedern und einer breiten Öffentlichkeit zum Ziel. Erfreulich in diesem Zusammenhang war das positive Ergebnis einer Medienresonanzstudie, mit welcher die mediale Präsenz und das mediale Image von Raiffeisen in ausgewählten Medien einer detaillierten Analyse und Bewertung unterzogen worden war. Mit Sponsorvereinbarungen wurde eine Vielzahl von Organisationen und Veranstaltungen unterstützt sowie soziale Belange gefördert.


n In den Gärten von Schloss Trauttmansdorff bei Meran wurden Mitte Juni die Preisträger des 36. Internationalen Raiffeisen Jugendwettbewerbes gekürt. Nach 1998 war Südtirol erneut Gastgeber der Schlussveranstaltung, bei der sich die Südtiroler einen 2. Platz und zwei 3. Plätze holten.

n Alljährlich zu Weihnachten appellieren die Vinzenzgemeinschaften an die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung und organisieren Kollekten. Heuer schlossen sich die Raiffeisenkassen Südtirols unter dem Motto „Zeit füreinander“ dieser Aktion an. Am Ende konnten über 44.000 Euro an Spendengeldern an die Vinzenzgemeinschaft übergeben werden. Im Bild: Josef Plankensteiner (Ehrenpräsident), Ulrich Graf Toggenburg (Präsident der Vinzenzgemeinschaft), Peter Bonatti (Bezirksobmann), Brigitte Vigl (Präsidentin Vinzibus), Laura Wieland (Vizevorsitzende Antonius-Konferenz), Heiner Nicolussi-Leck (Obmann), Konrad Palla (Dir. Raiffeisenverband), Paul Gasser (Vizedirektor).

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Mit dem Raiffeisen-Hilfsfonds konnte im vergangenen Jahr in vielen Fällen Menschen, die in Not geraten waren, geholfen werden und die weihnachtliche Spendenaktion der Südtiroler Raiffeisenkassen war 2006 der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft zugedacht. Erwähnenswert sind schließlich die von den Raiffeisenkassen gestifteten Bergbauernpreise, welche Bergbauernfamilien, die in extremer Lage ihre Höfe bewirtschaften, zugute kommen. Die Hauptabteilung für Bankwirtschaft verwaltet nach wie vor einen erheblichen Teil der Wohnbaudarlehen im Namen und für Rechnung des Landes. Das gesamte aushaftende Kapital belief sich zu Jahresende auf rund 194 Mio. €. Bei den Spezialkrediten und bei der Verwaltung des Rotationsfonds zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft und der Landwirtschaft wurden Beratungen und Abwicklungshilfen geboten. Wie in den vergangenen Jahren hat der Raiffeisenverband in Zusammenarbeit mit dem Raiffeisen Versicherungsdienst die institutionellen Polizzen der Raiffeisenkassen, darunter vor allem Gruppenpolizzen, betreut und die Verrechnung der Prämien veranlasst. Die wichtigsten Gruppenpolizzen, die im Berichtsjahr ein Prämienvolumen von rund 6 Mio. € erreichten, waren folgende: • die Unfallversicherung für Kontoinhaber,

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• die Gruppen-Ablebensersicherung für Raiffeisen-Kunden, • die Krankenversicherung für die Mitarbeiter der RGO, • die allgemeine Haft- und Vermögenshaftpflichtversicherung, • die Einbruch-, Diebstahl-, Raub- und Wertträgerversicherung, • die Haftpflichtversicherung der Konten „Studentenservice“, • die Bancomat- und Kreditkartenversicherung, • die Elektronikversicherung für die EDVAnlagen aller RIS – Anwender, • die Vertrauensschadenversicherung für die Raiffeisenkassen, • die Gruppen/Krankenversicherung für die Mitglieder der Raiffeisenkassen • die Strafrechtsschutzversicherung für die Führungskräfte der RGO, • die Strafrechtsschutzversicherung für Verwaltungs- und Aufsichtsräte der RGO, • die Ablebensversicherung für die Führungskräfte der RGO.


6. Informationstechnologie und Datenverarbeitung (Raiffeisen-Informations-System RIS) Leitung: Helmut Stroblmair Der umfangreichste Service, den der Raiffeisenverband für die Mitgliedsgenossenschaften bereitstellt, ist die Informations- und Datenverarbeitung. Dafür stehen Technologien zur Verfügung, die seit Jahrzehnten aufgebaut und den teilweise revolutionierenden Veränderungen immer wieder angepasst worden sind. Vor allem liegt der Wert dieser Einrichtung aber in der Fachkompetenz der Mitarbeiter(innen) und im guten Zusammenspiel zwischen Leistungserbringer und den Anwendern. Im Raiffeisen Informationssystem (RIS) ist demzufolge ein Unternehmenswert begründet, der für die gesamte Raiffeisenorganisation von hohem Nutzen ist. Die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit, und gewissermaßen selbst die Existenzfähigkeit der Raiffeisenorganisation, ist in vielen Bereichen durch das Raiffeisen Informationssystem begründet. Die weitaus größten Leistungsbezieher stellen die Raiffeisenkassen und die Raiffeisen Landesbank dar, aber auch Obstgenossenschaften, Erzeugergemeinschaften, Kellereigenossenschaften und andere Mitgliedsbetriebe bedienen sich der komplexen Anwendungen des RIS und es laufen ebenso die umfangreichen Lohnabrechnungen über die hausinterne elektronische Datenverarbeitung. Im Segment der Bankanwendungen hat die

Informationstechnologie (IT) einen ganz besonderen strategischen Stellewert und in diesem Lichte ist uns die Zusammenarbeit mit „ibi research“ der Universität Regensburg besonders wichtig. Damit schlagen wir die Brücke zwischen Wissenschaft und praktischer Anwendung. Die Industrialisierung der Bankprozesse ist uns ein konstantes Anliegen, und dabei liegen die Schwerpunkte auf einer serviceorientierten Architektur, mit dem Ziel, bei neuen Geschäftsprozessen möglichst schnell zur IT-Unterstützung oder -Anwendung zu gelangen. Dies ist in der IT aber vielfach auch das wirkliche Problem, weil man davon ausgehen muss, dass die Rechtzeitigkeit der strategischen Weichenstellung dem Bedarf der Anwendungen fünf Jahre vorauszugehen hat. Die IT wird heute gerne als „Möglichmacher“ bezeichnet und gilt bei Entwicklungssprüngen vielfach als Voraussetzung. Harmonische IT-Plattformen sind dabei eine unverzichtbare Notwendigkeit, damit die Integration von neuen Anwendungen erleichtert oder überhaupt möglich gemacht werden kann. Durch die Eigenständigkeit der Raiffeisenorganisation in der Informationstechnologie, wie sie durch das RIS gewährleistet ist, ist es möglich, die Eigenständigkeit des genossenschaftlichen Verbundes unter dem Giebelzeichen maßgeblich zu unterstützen und diese spielt in den Zielsetzungen unserer Organisation eine zentrale Rolle. Dabei sind wir uns im Klaren, dass

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die zu verarbeitenden Mengen unserer Anwender klein sind, doch sind optimale Größen für ein IT-Unternehmen ebenso wenig definierbar wie für andere Unternehmen auch. Der Verband lässt aber nichts unversucht, um Synergien zu schaffen, um zu rationalisieren und um Allianzen für gemeinsame Entwicklungen einzugehen. Diese Bemühungen entsprechen der Strategie einer steten Kostendämmung, die nachweisbar erzielt wird. Behindernd wirkt allerdings unverändert der Umstand, dass sich der Ballast der Bürokratie gerade in der Informatik stark niederschlägt. Normen verschiedenster Art werden zunehmend erlassen, in der Meinung, dass es die elektronischen Systeme ermöglichen, sie in der Praxis umzusetzen. Der Aufwand, der sich mitunter aber dabei ergibt, lässt vermuten, dass die Normenschreiber von diesem oft nur wenig Ahnung haben. Das RIS kann als einer der wenigen ITAnbieter betrachtet werden, der seinen Anwendern einen 360-Grad-Service bietet, auch wenn einzelne Leistungssegmente in enger Zusammenarbeit mit Drittlieferanten wie etwa die R.U.N. AG im Systemservice oder ROL Genossenschaft im Internet geliefert werden. In allen Fällen ist ein großes Nahverhältnis zu den Anwendern gewährleistet und die Erreichbarkeit der verantwortlichen Fachleute zeichnet das System aus. Die Leistungen des RIS, welche für die Raiffeisen Geldorganisation erbracht wer-

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den, werden in den wesentlichen Punkten und insbesondere bei neuen Projekten mit dem IT-Komitee abgestimmt bzw. fungiert dieses Gremium im Auftrag der Raiffeisen Geldorganisation als Auftraggeber gegenüber dem Raiffeisen Informationssystem. Im Berichtsjahr hat dieses Gremium wiederum in vielen Sitzungen dazu beigetragen, die Leistungen mit den Erfordernissen und Erwartungen der Anwender in Einklang zu bringen. Das RIS informiert seine Anwender mittels Rundschreiben oder Fachtagungen kontinuierlich über die Dynamik der Arbeiten, über technologische Neuerungen und über die Nutzung anstehender Projekte. Die Anwenderbetreuung widmet sich darüber hinaus der Unterstützung und Beratung vor Ort. In der Raiffeisen Geldorganisation hat das RIS seinen Versorgungsumfang im Berichtsjahr dadurch ausgeweitet, dass eine weitere Raiffeisenkasse zur „RIS-Vollanwenderin“ geworden ist. Damit werden nun 92% aller Raiffeisenkassen sowie die Raiffeisen Landesbank zur Gänze vom RIS bedient. Im Berichtsjahr wurde ein neuer Großrechner in Betrieb genommen, der mit einem Drei-Weg-Prozessor arbeitet, über einen Hauptspeicher von 16 GB verfügt und eine Leistung von 1.373 Mio. Instruktionen pro Sekunde erbringt. Seine Verbindungen bauen auf 56 Glasfaserkanälen auf. Stark optimierte und abgestimmte Komponenten sorgen für höchste Verfügbarkeit bei


den unterschiedlichsten Rechnerprozessen und damit für Kostendämmung. Eine homogene Serviceplattform (N/3) sorgt für den Betrieb der RIS-Anwendungen und wird industriellen Anforderungen auf technologischem, normativem und wirtschaftlichem Gebiet gerecht, indem gleichzeitig die Sicherheit der Daten, des Betriebes und der Performance höchste Priorität haben. Die Betriebssicherheit und Systemverfügbarkeit werden durch ein Katastrophenschutzsystem sichergestellt, sodass damit auch ein erheblicher Teil der Anforderungen an das „Business Continuity“ der RIS-Anwender gewährleistet ist. Dafür steht ein Ausweichrechenzentrum mit der notwendigen Infrastruktur in Mailand zur Verfügung, um im Falle einer Katastrophe alle wichtigen Prozesse des Hauptrechners und der Unternehmensserver auslagern zu können und um den Service über umgeschaltete Leitungsnetze abzuwickeln. Besonders hoch angesetzt sind schließlich unsere Abwehreinrichtungen gegen telematische Angriffe von außen und auch von innen, sodass diese im Berichtsjahr in allen Fällen wiederum relativ problemlos abgewehrt werden konnten. Das Serviceangebot für die Raiffeisenkassen wurde im Berichtsjahr wieder in vielen Bereichen angepasst oder erweitert, so auch infolge vieler neuer Anforderungen, die die Banken infolge der Veränderungen auf dem Markt oder der Verwaltung stellten. Als besonders aufwändig gestalteten

n Der Großrechner im Raiffeisenhaus in Bozen ist das Herzstück der Datenverarbeitung. Er verfügt über einen Hauptspeicher von 16 GB und 3.800 GB Plattenspeicher. Er ist der stärkste Großrechner in der Region. Im Bild die zuständigen Techniker Maurizio Piubelli und Lorenz Obexer.

sich dabei die Anpassungen, um den Anforderungen der neuen Bilanzierungsvorschriften IAS gerecht zu werden, aber auch in den Bereichen Wertpapiere, Kredite, POS und Bancomat, des Vertragswesens, des Online Bankings, der Banksteuerung, des Kreditrisikomanagements, der Meldungen an Aufsichts- und Finanzbehörden, waren zum Teil tiefgreifende Änderungen der Anwendungssoftware vonnöten. Desgleichen wurden die Leistungen des RIS von anderen Genossenschaften vermehrt in Anspruch genommen. Eine Obstgenossenschaft kam als RIS-An-

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wenderin neu hinzu und es wurden neue Applikationen für Verwaltung und Steuerung der Verarbeitung geschaffen. Auch bei solchen Genossenschaften setzen wir auf eine modulare Architektur und Komponententechnik, um den Anforderungen an Flexibilität sowohl in der Gestaltung der Software als auch ihrer Nutzung gerecht zu werden. Mit dem erreichten Stand an Leistung, Sicherheit, Stabilität, technologischer Ausrüstung und fachlichem Können unserer Mitarbeiter(innen) ist die Ausgangslage des

RIS für die Zukunft unverändert gut. Die Kosten zeigen seit Jahren nachweislich eine Dynamik auf, die hinter der Ausweitung der verarbeiteten Mengen verbleibt und in dieser Optik werden wir weiterhin alle Potentiale auszuschöpfen, die das Verhältnis von Kosten und Nutzen noch weiter verbessern. Potentiale für die Steigerung der zu verarbeitenden Datenmengen innerhalb der Organisation bestehen immer noch, aber auch außerhalb derselben wird man Geschäfte weiter ausbauen, falls dies der Kostendämmung und der weiteren Festigung unserer IT-Einrichtung dient.

7. Bildungsveranstaltungen Leitung: Georg Terleth Die Planung, Organisation und Umsetzung der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mitgliedsgenossenschaften wie auch der nicht hauptamtlichen Funktionäre zählen zu den institutionellen Aufgaben des Verbandes und somit nimmt diese Tätigkeit einen festen Platz in unserem Hause ein. Mit dem Bildungsangebot und den Bildungskonzepten bemühen wir uns

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um eine zukunftsorientierte Personalentwicklung, die insbesondere eine Antwort auf die Qualifikationsanforderungen sein soll. Der Wechsel in der Leitung der Abteilung Schulung und Bildungswesen veranlasste uns zu einer Reflexion über die Bildungsarbeit und dabei haben wir diese einer selbst- und fremdkritischen Überprüfung unterzogen, mit dem Ergebnis, dass viel an Bewährtem gebührende Berücksichtigung fand. Bei den Kursen, Seminaren und Lehrgängen evaluieren wir im Übrigen systematisch Inhalte und Methoden der


n Seit März hat die Abteilung Bildungswesen im Raiffeisenverband durch Beschluss der Landesregierung ein Qualitätszertifikat, welches es ihr u.a. ermöglicht, auf Finanzierungen des Europäischen Sozialfonds zurück zu greifen.

Wissensvermittlung, was der Qualitätssicherung dienlich sein soll. Im November des Berichtsjahres wurde die Abteilung Schulung und Bildungswesen einer externen Prüfung unterzogen, die sodann durch Beschluss der Landesregierung vom 12. März 2007 zur Qualitätszertifi zierung führte. Dies berechtigt uns, für bestimmte Bildungsinitiativen Beiträge aus dem Europäischen Sozialfonds in Anspruch zu nehmen. Die Inanspruchnahme unseres Bildungsangebotes von Seiten der Mitgliedsge-

nossenschaften zeigt, dass ihnen die Weiterbildung ein Anliegen ist und dass sie von dem Nutzen überzeugt sind, den die Teilnehmer(innen) aus den Lehrgängen, Kursen, Seminaren und Tagungen für ihre Genossenschaften ziehen. Die Schwerpunkte unserer Bildungsarbeit setzen wir aufgrund der Ermittlungsergebnisse des Bildungsbedarfes. Dafür werden insbesondere Zielgruppen und Seminarthemen erhoben und entsprechend ausgewertet. Der Großteil unseres Bildungsangebotes wird von der Raiffeisen Geldorganisation in Anspruch genommen. So wurde im Berichtsjahr das Thema Kreditrisikomanagement in fünf Schulungen abgehandelt. In zwei Grundausbildungskursen von je zehn Tagen wurden praxisnahe Kenntnisse der wichtigsten Bankgeschäfte vermittelt. In mehreren Seminaren wurde über fachspezifi sche Themenkreise referiert, wie etwa über IAS/IFRS, die Sicherheit am Arbeitsplatz, das Controlling u. a. m. In Lehrgängen, die sich teilweise über größere Zeiträume erstrecken und die in Modulen aufgebaut sind, wurden Kundenberater und angehende Führungskräfte ausgebildet. In der Aus- und Weiterbildung arbeiten wir teilweise auch in grenzüberschreitender Form. Zu nennen ist dabei ein Lehrgang für Führungskräfte der Raiffeisen Geldorganisation in Nord- und Südtirol zum Thema „Entwicklung der Führungskraft“, eine Tagung in Kitzbühel, die unter dem

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n Das Aus- und Weiterbildungsangebot der Abteilung Bildungswesen umfasste im Jahr 2006 insgesamt 159 Veranstaltungen, erstreckte sich auf 235 Tage und zählte insgesamt knapp 2.800 Teilnehmer.

Thema „Führen in der genossenschaftlichen Praxis“ stand und schließlich wurde in Zusammenarbeit mit der Akademie deutscher Genossenschaften, der Raiffeisenakademie in Wien und dem Schweizer Verband der Raiffeisenkassen in Lindau eine Cross-Border-Konferenz veranstaltet, die sich mit dem Thema „Strategische Herausforderungen für Genossenschaftsbanken im Markt“ befasste. Hausintern wurde schließlich zwei Dutzend neuen Mitarbeiter(inne)n in einem zweitägigen Intensivseminar Wissenswertes über

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die Verbandsarbeit und unser Verbundsystem näher gebracht. Die hausinterne Weiterbildung war im Übrigen auch dem Zeit- und Zielmanagement sowie den Umgangsformen gewidmet. Was die Referent(inn)en und Trainer(innen) anging, konnten wir wieder vorwiegend auf Personen aus der eigenen Organisation zurückgreifen, so insbesondere, was die fachliche Ausbildung der Mitarbeiterschaft in der Raiffeisen Geldorganisation betraf. Sonst waren es anerkannte Fachleute verschiedener Institutionen oder auch von


n An der 1. Cross Border Conference, die von der Akademie Deutscher Genossenschaften, der Raiffeisen Gruppe Schweiz, der Raiffeisenakademie Wien und dem Raiffeisenverband Südtirol in Lindau am Bodensee organisiert wurde, nahm auch eine Delegation von Führungskräften aus Südtirol teil. Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Frage, welche Strategien Genossenschaftsbanken entwickeln müssen, um im globalen Markt bestehen zu können.

Universitäten oder Fachhochschulen des In- und Auslandes. Neben den obgenannten Schwerpunkten unserer Bildungsarbeit können wir auf die Abhaltung von insgesamt 159 Veranstaltungen im Berichtsjahr verweisen. Diese erstreckten sich auf 235 Tage, an denen knapp 2.800 Teilnehmer(innen) gezählt worden sind. 37 der besagten Veranstaltungen wurden innerhalb einzelner Raiffeisenkassen organisiert und nur deren drei betrafen Genossenschaften, die nicht Raiffeisenkassen sind.

Während in Vergangenheit das Weiterbildungsangebot auf vier inhaltliche Schwerpunkte gerichtet war, nämlich den normativen Bereich, den Bankfachbereich, den Persönlichkeits- und Führungsbereich sowie einen Zielgruppen- und themenübergreifenden Bereich, wird künftig speziell auch die Ausbildung der Banklehrlinge zu berücksichtigen sein. Neue kollektivvertragliche und gesetzliche Bestimmungen verpflichten dazu.

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Entwicklung der Schulungsteilnehmer 1996 bis 2006 4.000 3.445

3.500 3.000

2.839 2.529

2.500

3.298

2.289

2.375

2.285

2.797

2.540

2.300 2.077

2.000 1.500 1.000 500 0

96

97

98

99

00

01

Schulungsangebote

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02

03

04

05

Schulungstage

06

Teilnehmer

04

05

06

04

05

06

04

05

06

Qualifizierung im normativen Bereich

28

41

40

31

48

26

866

731

897

Qualifizierung im Bankfachbereich

81

98

59

141

158

118

Qualifizierung im Persönlichkeits- und Führungsbereich

37

31

28

99,5

57

61

425

247

358

Zielgruppen- und themenübergreifende Qualifizierungsangebote

56

49

32

89,5

68

30

582

604

503

Gesamt

202

219

159

361

331

235

1.572 1.716 1.039

3.445 3.298 2.797


8. Verschiedene andere Leistungsverrichtungen Unternehmensberatung für Warengenossenschaften Diese Abteilung erbringt ein beachtliches Pensum an Beratungsleistungen für die Mitgliedsgenossenschaften, die von Gründungen über die Aufbau- und Ablauforganisation bis hin zu Verschmelzungen und Auflösungen von Genossenschaften gehen. Schwerpunkt im Berichtsjahr bildeten Beratungen bei Gründungen von Energiegenossenschaften, aber auch Beratungen für verschiedene Verschmelzungen standen an. Des Weiteren wurden Kostenrechnungen, Business- und Finanzierungspläne erstellt, Kostenanalysen durchgeführt und Kosteneinsparungspotentiale ermittelt. Beratungen der Obsterzeugerorganisationen, die Ausarbeitung von Ernterichtlinien und Abrechnungsmodalitäten für Obstgenossenschaften sowie eine Fülle anderer Beratungsleistungen für letztere haben diese Abteilung in Anspruch genommen. Auf die Fachkompetenz dieser Abteilung wird auch von den Revisoren vielfach zurückgegriffen. Die Abteilung erstellt auch die gefragten Jahresstatistiken für die genossenschaftlich organisierte Obst- und Weinwirtschaft. Das darin enthaltene Zahlenmaterial gilt als die wohl verlässlichste und aufschlussreichste Fundgrube für Daten dieser Wirtschaftszweige in unserem Land. Zwei Personen arbeiten nahezu ausschließlich in der Verwaltung der Milchquoten aller Südtiroler Milchproduzenten und beraten

die Milcherzeugergemeinschaften in diesen Belangen. Demzufolge verfügt der Raiffeisenverband über ein vollständiges und verlässliches Bild über diese Sachlage. Die den Milchproduzenten für das Milchwirtschaftsjahr 2006/2007 zugeteilten „Quoten“ sind mit insgesamt 392,7 Mio. kg gegenüber dem Vorjahr kaum angestiegen (0,11%). In diesem Jahr wurden Quotenkürzungen in Höhe von 10,3 Mio. kg und eben so viele Quotenzuteilungen vorgenommen. Die Anzahl der Milchquoteninhaber ist um 88 (1,39%) zurückgegangen und betrug im Milchwirt­schaftsjahr 2006/07 insgesamt 6.252. Im selben Milchwirtschaftsjahr hatten 2.426 Erzeuger ihr Milchkontingent um insgesamt 35,1 Mio. kg überschritten. Das waren 7,1 Mio. kg und 396 Erzeuger weniger als im Vorjahr.

Technisches Büro Die Leistungen des Technischen Büros werden vorwiegend von den Raiffeisenkassen in Anspruch genommen. Sie betreffen hauptsächlich die Erstellung von Schätzberichten und Expertisen verschiedenster Art, die insbesondere für die Kreditbesicherung erforderlich sind. Vereinzelt werden auch bautechnische Beratungen geleistet. Das Technische Büro ist darüber hinaus mit der Verwaltung des Raiffeisenhauses betraut und kümmert sich dabei um das gute Funktionieren aller technischen Anlagen und der Sicherheitseinrichtungen.

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Ökonomats- und Kurierdienst Über das Ökonomat werden die Mitgliedsgenossenschaften, und dabei insbesondere die Raiffeisenkassen, mit verschiedenen Gebrauchs- und Verbrauchsgütern und mit Materialien wie Drucksorten aller Art, Werbeartikeln, Pflichtbüchern u.a.m. versorgt. Die Einführung eines neuen Verwaltungssystems, mit welchem die gesamte Materialwirtschaft im Verband reorganisiert worden ist, hat sich bewährt. Die Versorgung der Mitgliedsgenossenschaften mit Hardware und anderen Produkten der Informatik über die selbe Stelle wird nunmehr elektronisch verwaltet. Ins-

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gesamt belief sich der Verkaufsumsatz in der Warenwirtschaft im Jahr 2006 auf 4,35 Mio €. Vier Kuriere des Verbandes erreichen täglich die Raiffeisenkassen, um sie mit den verschiedenen Materialien des Ökonomats, vor allem aber mit Auswertungen der Informatik, zu beliefern. Drei Strecken des Kurierdienstes werden von Dritten bedient, eine davon vom Verband in Eigenregie. Das Ökonomat erledigt des Weiteren verschiedene Botengänge zu Ämtern und Behörden, sowohl für den Verband selbst als auch für die angeschlossenen Mitgliedsgenossenschaften.


III.II Der gesetzliche Auftrag (Genossenschaftsüberwachung)

1. Allgemeines Leitung: Vizedirektor, Wirtschafts- und Steuerberater Dr. Robert Nicolussi n Der gesetzliche Auftrag der Genossenschaftsüberwachung, wie er dem Verband mit Dekret des Präsidenten des Regionalausschusses vom 31. Dezember 1954 übertragen worden ist, verpflichtet zur Verrichtung einer öffentlichen Aufgabe und dem Verband fällt damit ein behördlicher Auftrag zu. Damit unterscheidet er sich von anderen Interessensverbänden und seine Leistungen sind demzufolge hohen Erwartungen und Anforderungen ausgesetzt. Die Vorgaben, nach denen sich der Verband bei seiner Überwachungsarbeit zu richten hat, bilden die einschlägigen Gesetze der Region und die von den Berufsorganisationen erlassenen Revisionsgrundsätze für die Bilanzprüfung. Die Prüfungstätigkeiten des Verbandes haben unterschiedliche Rechtsquellen und damit auch unterschiedliche Inhalte. So stellt die zweijährliche Genossenschaftsrevision nach wie vor eine Beratungs- und Betreuungsrevision dar, bei der der Revisor angehalten ist, das genossenschaftliche Funktionieren als Ganzes zu beurteilen und falls Unzulänglichkeiten festgestellt werden, dafür zu sorgen, dass diese - soweit möglich - bereits im Zuge der Revision ausgeräumt werden. Das bedeutet, dass damit Beratungen und Leistungsverrich-

tungen spezifischer Art mit der Revisionsarbeit verbunden sind. Bei den trimestralen Buchprüfungen und den Bilanzabschlussprüfungen gilt es, die spezifische Materie der Rechnungsführung und der Bilanzierung vor Augen zu haben und ein Urteil über die Anwendung derselben abzugeben. Insbesondere bei der zweijährlichen Genossenschaftsrevision handelt es sich um Prüfungen im Nachhinein, die für den Prüfungsverband nicht unproblematisch sein können. Der Prüfer kann dabei allfällige Fehlentwicklungen nur noch feststellen und gegebenenfalls mithelfen, sie zu bereinigen. Mit Sicherheit geht von der Revision aber immer auch eine vorbeugende Wirkung aus, die einen nachhaltigen Einfluss auf das korrekte Funktionieren des genossenschaftlichen Systems ausübt. Präventivkontrollen, wonach etwa bestimmte Entscheidungen der Genossenschaftsorgane nur mit Zustimmung des Verbandes umgesetzt werden können, gibt es nicht. Im Unterschied zum Ausland ist hierzulande die Gründung einer Genossenschaft auch an kein Gutachten eines Prüfungsverbandes gebunden. Die Mitgliedschaft beim Raiffeisenverband verpflichtet die Genossenschaft, sich der zweijährlichen Revision und in der Regel der Bilanzabschlussprüfung zu unterziehen. Die Freiwilligkeit der Mitgliedschaft hat wegen der Prüfungstätigkeit in der Praxis nie zu Problemen geführt, im Gegenteil wird die Prüfung von den Genossen-

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schaften durchaus positiv angenommen oder gelegentlich gar beantragt. Was die Neutralität oder Unabhängigkeit der Genossenschaftsprüfung „durch den eigenen Verband“ angeht, hat der Rat der Europäischen Union im Frühjahr des Berichtsjahres eine Richtlinie erlassen, die das bisherige Prüfungssystem der Genossenschaften durch die eigenen Verbände anerkennt. Darin heißt es nämlich, dass ein „objektiver, sachverständiger und informierter Dritter nicht zu dem Schluss gelangen kann“, dass die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers gefährdet ist, wenn die geprüfte Genossenschaft Mitglied einer Prüfungsorganisation (Revisionsverband) im Sinne nationaler Regelungen ist, dieselbe keine Gewinnerzielungsabsichten verfolgt und wenn die Grundsätze der Unabhängigkeit auf den Abschlussprüfer sowie auf jene Personen angewendet werden, die gegebenenfalls in der Lage

sind, auf die Abschlussprüfung Einfluss zu nehmen. Diese EU-rechtliche Regelung betrifft grundsätzlich nur die Prüfungen von Jahresabschlüssen und in Verbindung mit diesen die vom Raiffeisenverband durchgeführten Buchprüfungen. Die zweijährlichen Pflichtrevisionen sind als Beratungs- und Betreuungsrevisionen in ihrer Neutralität und Unabhängigkeit anders zu sehen, doch gelten auch hierfür grundsätzlich obige Kriterien. Dieser Sachverhalt bildete jedenfalls bei der Erarbeitung eines Entwurfes für die Novellierung des derzeit geltenden regionalen Revisionsgesetzes (Nr. 7/1954 und nachff. Änderungen) einen besonderen Schwerpunkt und falls dasselbe im Sinne des Entwurfes geändert werden sollte, werden die Revisionsverbände durch statutarische Maßnahmen verpflichtet, die Unabhängigkeit des Prüfungsdienstes noch klarer zu markieren.

2. Ordentliche und außerordentliche Revisionen Mit der Durchführung der zweijährlichen Pflichtrevisionen waren zu Jahresende 21 Personen beauftragt; 11 Revisoren prüften vorwiegend Raiffeisenkassen und weitere zehn sind anderen Genossenschaftsspar-

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ten zugeteilt. Im Sinne der zweijährlichen Revision waren laut Revisionsplan im Berichtsjahr 162 Revisionen durchzuführen. Tatsächlich durchgeführt worden sind 152, d.h. dass für zehn Genossenschaften der


zweijährliche Prüfungszyklus geringfügig verlängert werden musste. Unter Berücksichtigung der geplanten Prüfungstage wurde der Zielerreichungsgrad mit 93,5% errechnet. Vermerkt werden kann, dass das Revisionssoll bei den Raiffeisenkassen hundertprozentig erfüllt worden ist. Die durchschnittliche Revisionsdauer, bezogen auf alle geprüften Genossenschaften, ist von 8,3 auf 8,1 Tage geringfügig reduziert worden; bezogen auf die Raiffeisenkassen ist die durchschnittliche Revisionsdauer hingegen von 15,2 auf 22,5 Arbeitstage angestiegen, was jedoch ausschließlich darauf zurückzuführen ist, dass im Berichtsjahr größere Kassen der Revision unterzogen worden sind.

Den Genossenschaften konnte laut Prüfungsergebnissen durchwegs eine ordnungsgemäße Führung und Verwaltung bescheinigt werden. Das bedeutet aber nicht, dass in den Revisionsberichten im einen oder anderen Fall nicht auch auf Schwachstellen und Unzulänglichkeiten verwiesen werden musste, die es auszuräumen galt. Im Berichtsjahr wurde es aber in keinem Fall für notwendig erachtet, Meldung beim zuständigen Landesamt zu erstatten, damit eine außerordentliche Maßnahme verfügt wird. Für die Anordnung von außerordentlichen Revisionen ergab sich im Berichtsjahr kein Anlass.

Durchgeführte Revisionen im Jahr 2006 Genossenschaftssparten

Anzahl durchgeverrechnete führte Revisionen Revisionstage

ø Revisionsdauer

ø Revisionsdauer

in Tagen 2006

in Tagen 2005

Raiffeisenkassen

23

518,60

22,55

15,15

Obst- und Saatbaugenossenschaften

13

143,50

11,04

12,50

Kellereigenossenschaften

13

140,75

10,83

13,25

Milchhöfe/Sennereigenossenschaften Sonstige Genossenschaften

6

43,50

7,25

14,78

91

345,60

3,80

4,32

6

35,00

5,83

8,40

152

1.226,95

8,07

8,27

Verbände und Konsortien ZUSAMMEN

Der Revisionsplan 2007 ist erneut auf die hundertprozentige Erfüllung des Revisionssolls ausgerichtet und der Raiffeisenverband wird mit der bisherigen Rigorosität den Prüfungsdienst erfüllen, was der Stabilität, Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Systems dienen soll.

Die fachlichen Anforderungen, welche an die Prüfer gestellt werden, und deren Verantwortung nehmen unvermindert zu, was uns veranlasst, die Aus- und Weiterbildung derselben besonders im Auge zu behalten.

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3. Buchprüfungen und Bilanzabschlussprüfungen Im Berichtsjahr sind die Bilanzen der 51 Raiffeisenkassen und jene von 44 weiteren Genossenschaften geprüft worden, wie dies laut Regionalgesetz Nr. 15/1993 und Nr. 1/2000 vorgesehen ist. Der Bilanzabschlussprüfung gehen in der Regel die trimestralen Buchprüfungen im Sinne des neuen Gesellschaftsrechtes voraus (Art. 2409-bis ff. BGB), mit welchen der Raiffeisenverband laut Regionalgesetz Nr. 5 Art. 5 vom 21.12.2004 ebenso beauftragt ist. Die Prüfungsarbeiten erfolgen weitgehend nach den von den Berufsorganisationen erlassenen Revisionsgrundsätzen und sie erfolgen unter der fachkundigen Leitung und Koordinierung von Rechnungsprüfern, die im nationalen Verzeichnis derselben eingetragen sind („revisori contabili“). Die Genossenschaftsprüfung hat sich somit sehr stark auf die Bilanzabschlussprüfungen verlagert und bei den Raiffeisenkassen stellt dabei die Kreditprüfung bzw. das damit verbundene Risiko einen Schwerpunkt dar. Bei Genossenschaften, die der Bilanzabschlussprüfung unterzogen werden, verkürzt sich in der Regel die Dauer der ordentlichen Revision, weil jene Prüfungen, welche bei der Bilanzabschlussprüfung vorgenommen werden, nicht mehr erfolgen. Die Rigorosität und auch die Kompetenz, mit welcher der Verband bei den Bilanzabschlussprüfungen vorgeht, stellen zweifelsfrei einen wertvollen Beitrag für die Qualität der Bilanzen und damit auch für die Sicherheit der genossenschaftlichen

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Unternehmen dar. Dies kommt nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck, dass die Bankenaufsichtsbehörde zu den Bilanzen kaum noch Beanstandungen erhebt. Wie aus den unten stehenden Tabellen hervorgeht, betragen die addierten Summen aller zertifizierten Bilanzen knapp 10 Mrd. Euro und die addierten Umsätze, Aufwendungen und Erträge machen 2 Mrd. € aus. Die besagte Bilanzsumme von 10 Mrd. € gilt es sowohl in der Aktiva als auch in der Passiva zu prüfen, sodass schlussendlich Beträge, die an die 22 Mrd. € herankommen, auf deren Richtigkeit und ordnungsgemäße Erfassung im Zuge der Bilanzabschlussprüfungen zu untersuchen sind.


Kennzahlen der 44 zertifizierten Bilanzen der Genossenschaften - addierte Bilanzsummen

Euro

1.023.596.086

- addierte bilanzierte Rücklagen

Euro 380.442.646

- addierter Nettoumsatz

Euro

1.222.584.206

- durchschnittliche Beschäftigtenzahl

68

Kennzahlen der 51 zertifizierten Bilanzen der Raiffeisenkassen - addierte Bilanzsummen

Euro

8.724.320.516

- addierte Aufwendungen

Euro 379.864.950

- addierter Rechnungsüberschuss

Euro

- addierte Erträge

Euro 449.812.175

69.947.226

n Die gesamte Prüfungsmaterie und insbesondere die Bilanzabschlussprüpfungen, bei denen die neuen Bilanzprüfungsregeln nach internationalen Standards (IAS) erstmals zu berücksichtigen waren, erfordern eine spezifische Ausbildung der Prüfer. Im Bild ein fünftägiges Ausbildungsseminar, das in Zusammenarbeit mit Price Waterhouse veranstaltet wurde.

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n Die Stadtpfarrkirche von Bozen ist heute die Bischofskirche der DiĂśzese Bozen-Brixen. Ein einzigartiges Meisterwerk gotischer Steinmetzkunst ist der 1517 fertig gestellte Glockenturm. Die Wasserspeier und kunstvoll ziselierten Balustraden sind GlanzstĂźcke hochgotischer Baukunst.


IV Ausblick auf das laufende Jahr 2007

n Im Jahr 2007 wird die Verrichtung der institutionellen Aufgaben des Verbandes wie bisher mit Einsatz und Verlässlichkeit fortgesetzt werden. Dabei gilt es vor allem, den gesetzlichen Auftrag der Genossenschaftsüberwachung einschließlich der trimestralen Buchprüfungen und der Bilanzabschlussprüfungen mit fachlichem Wissen, Objektivität und Gewissenhaftigkeit unter Wahrung deontologischer Grundsätze zu erfüllen. Nicht unproblematisch ist diesbezüglich eine genügende Anzahl jener Mitarbeiter im Prüfungsdienst, die über die Eintragung im nationalen Verzeichnis der Rechnungsprüfer verfügen. Im Jahr 2007 kommen nämlich an die 90 Genossenschaften hinzu, bei denen der Verband die trimestralen Buchprüfungen lt. Regionalgesetz Nr. 5/2004 durchzuführen haben wird. Es werden dies nahezu alle Genossenschaften sein, bei denen die Bestimmungen für Aktiengesellschaften angewendet werden und bei denen die Aufsichtsräte nicht über die vorgeschriebene Qualifikation verfügen. In diesem Zusammenhang spielen des Weiteren auch die Konsolidierungspflicht und statutarische Regelungen eine Rolle. Dieser Dienst zieht schließlich eine erhebliche Verantwortung nach sich, die in erster Linie auf den Prüfern selbst lastet, aber ebenso den Verband als Prüfungsinstitution in ein noch markanteres Licht rückt. Als äußerst wichtig scheint in diesem Zusammenhang die Anpassung der re-

gionalen Genossenschaftsgesetze an nationale und internationale Normen. An der Erarbeitung eines Entwurfes dafür hat der Verband im Berichtsjahr mit großem Einsatz mitgearbeitet. Eine große Herausforderung werden neue Regulierungsvorschriften für die Raiffeisenkassen darstellen, wie die Einführung neuer Vorschriften über die Eigenkapitalsunterlegung und die Formalisierung im Kreditgeschäft, bekannt unter „Basel 2“, der Vorschriften über Märkte für Finanzinstrumente („MiFID“) und jener für die Verhaltensregeln in der Beachtung von Gesetzen und Richtlinien („Compliance“). All diese Bereiche können wohl nur noch mit umfassender Unterstützung des Verbandes bis hin zur Übernahme von dafür notwendigen Leistungen bewältigt werden. Selbstverständlich wird der Verband vor dem Hintergrund solcher Anforderungen auch seine Organisationsstruktur immer wieder hinterfragen und anpassen, indem er auch zu definieren hat, wo nicht überschreitbare Grenzen bestehen, um Selbstständigkeit und Selbstverantwortung der Mitgliedsgenossenschaften zu erhalten. Der Verband wird bestrebt sein, mit allen Stellen und Behörden, die mit unserem Genossenschaftswesen in Verbindung stehen, die Zusammenarbeit zu suchen und die Beziehungen zu pflegen, um dadurch den Prozess der Förderung unseres Ge-

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nossenschaftswesens zu begünstigen. Unser Interesse ist auf die Fortsetzung der Pflege und Intensivierung der Kontakte mit den genossenschaftlichen Einrichtungen im benachbarten In- und Ausland gerichtet, um Know-how zu transferieren und Harmonisierungsprozesse in Bezug auf das genossenschaftliche Verständnis, die genossenschaftliche Kultur, Arbeitsweisen und Rechtsrahmen vor dem Hintergrund der europäischen Integration zu initiieren oder zu beeinflussen. In seiner Arbeitsverrichtung wird sich der Verband weiterhin um Rationalisierung und Verbesserung der kritischen Massen bemühen, was u.U. auch die Erweiterung unserer Leistungsverrichtungen über den Rahmen der Mitgliedsgenossenschaften hinaus und die Zusammenarbeit mit anderen Partnern zur Folge haben kann. Die Erfolge unseres Engagements im Versicherungsgeschäft ermutigen, dasselbe unvermindert beizubehalten und auch neue Akzente zu setzen. Vor allen Dingen wird sich der Verband dafür verwenden, das Raiffeisen-Genossenschaftswesen unseres Landes als eine einheitliche Organisation in seiner Vielgestaltigkeit und Leistungskraft weiter zu stärken und voranzubringen. Die privatrechtlichen und privatwirtschaftlichen Aspekte sollen dabei genauso gewahrt werden wie die organisatorische Unabhängigkeit der einzelnen Genossenschaften, die freiwillig im Verbund zusammenarbeiten. Raiffeisen Südtirol soll frei bleiben von politischem

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Einfluss und seinen autonomen Weg ohne Unterordnung in nationalen Einrichtungen weitergehen. Unser Einsatz gilt unverändert der Stärkung des Vertrauens in die genossenschaftlichen Unternehmen sowie deren wirtschaftlichen Leistungskraft, die den Grundsätzen der Selbsthilfe und Subsidiarität auf privatwirtschaftlicher Basis verpflichtet ist.


V Die Jahresrechnung 1. Bilanz, Bilanzanhang und Bericht des Aufsichtsrates 1.1 Bilanz zum 31.12.2006 1.2 Besondere Hinweise zur Bilanz 1.3 Ergänzender Bericht zur Bilanz 1.4 Bericht des Aufsichtsrates

n Es wird vorausgeschickt, dass der Verwaltungsrat in seiner Sitzung vom 8. Mai 2007 beschlossen hat, nachstehenden Bilanzentwurf der Vollversammlung zur Genehmigung vorzulegen. Er wurde in der Folge, zusammen mit dem ergänzenden Bericht zur Bilanz, dem Aufsichtsrat zur Überprüfung übergeben, was in der Sitzung vom 4. Juni 2007 erfolgt ist.

Gemäß Art. 2432 des ZGB lag dieser Bilanzentwurf samt ergänzendem Bericht und dem Bericht des Aufsichtsrates, zusammen mit den vollständigen Bilanzen der kontrollierten Gesellschaften und der konsolidierten Bilanz, am Sitz des Verbandes zur Einsichtnahme durch die Mitglieder auf.

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1.1 Bilanz zum 31.12.2006 AKTIVA A)

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

Forderungen aus einzuzahlenden Geschäftsanteilen

a Forderungen noch einzuzahlende Geschäftsanteile

b Forderungen Geschäftsanteile auf unbest. Zeit gestundet

0 1.449

1.449

22.094 0

22.094

1.449

22.094

B)

Anlagevermögen

Immaterielles Anlagevermögen

I

3a EDV-Programme 4 Firmenwerte, Nutzungsrechte u.a.

II

1.655.391 19.524

1 Immobilien

26.033

2 Maschinen und maschinelle Anlagen

797.503

857.134

6.401.392 306.043

1a Beteiligung an Gesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung

1b Beteiligung an anderen Gesellschaften

2 Akonto Steuern auf Abfertigungsansprüche

3 Wertpapiere

1.652.000

1.652.000

21.119.513

22.771.513

20.456.489

22.108.489

0

0

71.099

71.099

795.096

795.096 4.846.173 4.846.173 31.642.916

C)

Umlaufvermögen

Warenbestand

51.404

93.803

4 Warenbestand-Umsatzgüter

533.586

544.957

278.082

263.659

1 Warenbestand-Verbrauchsgüter 5 Anzahlungen an Lieferanten

II

5.661.685

Finanzanlagen

I

1.513.860

5.297.944 4.498.508

4 Einrichtungen und sonstige Anlagegüter 305.945 III

1.487.827

Materielles Anlagevermögen

1.674.915

863.072

34.201.306

902.419

Kundenforderungen

1 sonstige Kundenforderungen

2 Forderungen an verbundene Gesellschaften

7.064.468

107.167

6.907.563

5 Sonstige Forderungen 3.718.874 3.718.874

5.099.205

5.099.205

IV

6.961.475 102.993

6.800.396

Bankguthaben

1 Bankguthaben

3 Barmittel

11.147.694 5.391

11.153.085

5.821.569 6.965

5.828.534

22.799.499

18.737.721

80

D)

Aktive Posten der Jahresabgrenzung

TOTALE AKTIVA

712.340

247.731

247.731

55.156.204

712.340

53.208.852


PASSIVA

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

A)

Eigenkapital

I

Geschäftsanteile 403.500 409.500

III

Aufwertungsrücklage

IV

Gesetzliche Rücklagen

6.993.705

6.573.259

VI

Statutarische Rücklagen

29.311.494

28.372.499

IX

Jahresergebnis

1.072.933

1.727.824 39.509.456

1.072.933

1.401.484 37.829.675

39.509.456

37.829.675

C)

Personalabfertigungsrückstellung

5.320.194

5.320.194

5.403.393

5.403.393

D)

Verbindlichkeiten

6 Lieferantenverbindlichkeiten 3.412.601

2.670.701

10 Verbindlichkeiten an kontrollierte Unternehmen

12 Verbindlichkeiten an Steuerämter

13 Verbindlichkeiten Sozialversicherungsinstitut

14 Sonstige Verbindlichkeiten u. Verrechnungskonten 3.127.531

9.448.063 4.790.237

9.970.063

9.448.063

9.970.063

12.000

1.080

2.075.993

1.845.351

819.938

662.694

E)

Passive Posten der Jahresabgrenzung

878.491

TOTALE PASSIVA

878.491

5.721

5.721

55.156.204

53.208.852

81


ERFOLGSRECHNUNG

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

A) 1a Erträge aus Dienstleistungen u. Warenverkäufen 35.889.531 33.358.857 1b Erträge aus Dienstleist. u. Warenver. für verbundene Unternehmen 173.543 207.326 1c Mitgliedsbeiträge 3.600.091 39.663.165 3.598.053 37.164.236 2 Bestandsveränderung Umsatzgüter - 11.571 - 11.571 - 105.129 - 105.129 5a sonstige betriebliche Erträge 254.097 184.634 5b Beiträge 2.779.045 3.033.142 2.472.504 2.657.138 Erträge aus der Betriebstätigkeit 42.684.736 39.716.245 B) 6 Zukäufe Handelswaren und Bedarfsgüter 4.408.656 4.408.656 2.882.539 2.882.539 7a Aufwendungen für Dienstleistungen 12.360.686 12.090.715 7b Aufwendungen für Dienstleist. aus verbundenen Unternehmen 4.650 12.365.336 5.231 12.095.946 8 Aufwendungen für Nutzung Güter Dritter 928.652 928.652 50.927 50.927 9 Personalaufwendungen: 9a Gehälter 12.500.496 12.042.172 9b Sozialabgaben 2.707.959 2.760.558 9c Abfertigungsrückstellungen 737.357 913.074 9e Sonstige Personalkosten 804.251 16.750.063 715.464 16.431.268 10a Abschreibung immaterielle Güter 1.475.454 1.771.728 10b Abschreibung materielle Güter 969.652 2.445.106 883.009 2.654.737 11 Bestandsveränderung Bedarfsgüter 42.199 42.199 - 23.473 - 23.473 12 Rückstellungen für Risiken und Verpflichtungen 0 0 166.667 166.667 14a Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen 768.143 774.946 14l nicht abziehbare Mwst. 2.117.706 2.885.849 2.046.331 2.821.277 Aufwendungen für Betriebstätigkeit 39.825.861 37.079.888 ERGEBNIS DER BETRIEBSTÄTIGKEIT (A-B) 2.858.875 2.636.357 C) 15 Erträge aus Beteiligungen an anderen Gesellschaften 106.567 59.147 16 Zinserträge 303.833 246.085 17 Zinsaufwendungen - 8.838 401.562 - 7.068 298.164 Finanzerfolg (15+16-17) 401.562 298.164 E) 20 Außerordentliche Erträge 46.318 223.784 21 Außerordentliche Aufwendungen - 260.884 - 214.566 - 472.604 - 248.820 Außerordentliches Ergebnis (20-21) - 214.566 - 248.820 BETRIEBSERGEBNIS VOR STEUERN (A-B+C+E) 3.045.871 2.685.701 22 Steuern auf das Betriebsergebnis - 1.318.047 - 1.284.217 26 JAHRESERGEBNIS (A-B+/-C+/-E-22) 1.727.824 1.401.484

82


1.2 Besondere Hinweise zur Bilanz a) Erfüllung von Zweck und Gegenstand

b) Beachtung des Grundsatzes der Prävalenz

Für das Geschäftsjahr 2006 erklärt der Verwaltungsrat sowohl im Sinne des Art. 2 des Gesetzes Nr. 59 vom 30.01.1992 als auch im Sinne des Art. 2545 ZGB, dass der Verband seine Tätigkeit in Anlehnung an den Genossenschaftsgegenstand, wie er im Art. 2 der Statuten geregelt ist, ausgeübt hat und ebenso den Genossenschaftszweck laut ebendiesen Artikel durch die Mitgliederförderung erfüllt hat.

Der Verwaltungsrat erklärt, dass der Verband im Sinne des Art. 2513 des ZGB die Geschäfte vorwiegend mit den Mitgliedern abgewickelt hat, indem 90,96% des Gesamtumsatzes an Mitglieder fakturiert worden ist.

1.3 Ergänzender Bericht zur Bilanz 1. Bewertungskriterien Das immaterielle Anlagevermögen bezieht sich auf zugekaufte EDV-Programme, die zu Anschaffungskosten abzüglich der jährlichen Wertberichtigungen aktiviert worden sind. Die Immobilien beziehen sich auf das Raiffeisenhaus, welches zu Anschaffungskosten, zuzüglich der gesetzlich vorgesehenen Aufwertung und abzüglich der jährlichen Wertberichtigungen, aktiviert worden ist. Ebenso sind sämtliche bewegliche Anlagegüter zu Anschaffungskosten,

abzüglich der jährlichen Wertberichtigung, aktiviert worden. Alle Beteiligungen beziehen sich ausschließlich auf Gesellschaften, die nicht an der Börse notiert sind. Sie sind allesamt zu ursprünglichen Anschaffungspreisen in der Bilanz ausgewiesen und liegen nicht über den anteiligen Werten der Gesellschaften. Die Wertpapiere sind zu Anschaffungskosten zuzüglich den anteilsmäßig angereiften Ausgabedifferenzen aktiviert worden. Die Bestände an Umsatz- und Verbrauchsgütern sind zu den durchschnittlichen Einstandspreisen bewertet worden.

83


Die übrigen Aktivposten sind Nominalwerte und entsprechen genau den effektiven Forderungen zum Bilanzstichtag. Die Übereinstimmung der Banksalden ist, unter

Berücksichtigung der offenen Posten, gegeben. Die Kundenforderungen sind zur Gänze als einbringlich zu betrachten.

2. Veränderungen des Anlagevermögens Im letzten Geschäftsjahr hat sich das immaterielle und das materielle Anlagevermögen folgendermaßen verändert: Immaterielle Anlagegüter Anfangswert (Restbuchwert) 31.12.2005

Zugänge 2006

Abgänge 2006

Abschreibung 2006

Endwert (Restbuchwert) 31.12.2006

1.487.827

1.636.509

0

1.468.945

1.655.391

26.032

0

0

6.508

19.524

1.513.859

1.636.509

0

1.475.453

1.674.915

Anfangswert (Restbuchwert) 31.12.2005

Zugänge 2006

Abgänge 2006

Abschreibung 2006

Endwert (Restbuchwert) 31.12.2006

4.312.708

800.000

0

200.564

4.912.144

Immobilien Grundstücke (20%)

185.800

200.000

0

0

385.800

Maschinen und Anlagen

857.574

631.281

119.683

571.669

797.503

Einrichtungen und sonstige Anlagegüter

306.043

112.146

22.877

89.367

305.945

5.662.125

1.743.427

142.560

861.600

6.401.392

EDV Programme Firmenwerte, Nutzungsrechte Summe

Materielle Anlagegüter

Immobilien

Summe

Die in der Bilanz ausgewiesenen immateriellen und materiellen Anlagegüter wurden unter Berücksichtigung der restlichen Nutzungsdauer anteilig abgeschrieben, wobei natürlicherweise vom unbegrenzten Fortbestand des Unternehmens ausgegangen wird. Die Abschreibesätze, wie sie auf die Anschaffungswerte der oben ausgewiesenen homogenen Gruppen der Anlagegüter angewendet wurden, sind folgende:

84


Immobilien

Gebäude

Maschinen und Anlagen

gewöhnliche Büromaschinen

12%

Maschinen, Apparate und verschiedene Ausstattungsgegenstände (einschließlich Kühlgeräte und Klimaanlagen)

15%

Elektromechanische und elektronische Büromaschinen (einschließlich EDV-Anlagen und elektronische Telefonanlagen)

ø 33,33%

Einrichtungen und sonstige Anlagen

3%

Alarmanlagen

30%

Büromöbel

12%

Einrichtungen

15%

interne Transportmittel

20%

Personenkraftwagen

25%

geringwertige Anlagegüter

100%

3. Wertpapiere Alle Wertpapiere sind als Finanzanlage zu verstehen und scheinen in der Bilanz zu untenstehenden Werten auf, die gleichzeitig die Nominalwerte darstellen. Die ausgewiesenen Werte liegen in keinem Fall über den tatsächlichen Werten. Bestand 31.12.2005 Bestand 31.12.2006 CCT.1.1.97-07 OBL RLB 03-AP06 BNLCF.14,4% 92-08 Insgesamt

702.000

Veränderungen

702.000

0

4.000.000

0

- 4.000.000

144.173

93.096

- 51.077

4.846.173

795.096

- 4.051.077

4. Beteiligungen Die Beteiligungen haben sich von 22.108.489,00 Euro um 663.024,00 Euro auf 22.771.513,00 Euro erhöht, so wie dies aus nachstehender Übersicht hervorgeht. Neu dazugekommen ist die Beteiligung bei der Credit Solution AG. a) Gesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung Bestand 31.12.2005 Bestand 31.12.2006 - Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H. - ZENFOR AG Insgesamt

1.549.225

Veränderungen

1.549.225

0

102.775

102.775

0

1.652.000

1.652.000

0

85


b) andere Gesellschaften Bestand 31.12.2005 Bestand 31.12.2006 - Raiffeisen Landesbank Südtirol AG Bozen

Veränderungen

104.000

104.000

0

15.771.020

16.484.971

713.951

- ICCREA AG Rom

51.646

51.646

0

- CISCRA AG Rom

- FINASSIMOCO AG Segrate (Mailand)

104.173

104.173

0

- ECRA Ges.m.b.H. Rom

1.033

1.033

0

- Sviluppo & Formazione Soc. a r.l. Rom

3.610

3.610

0

500.000

500.000

0

- Brennercom AG

2.136.240

2.136.240

0

- Assimoco S.p.A.

1.485.366

1.567.200

81.834

299.401

60.000

- 239.401

0

106.640

106.640

20.456.489

21.119.513

663.024

Bestand 31.12.2005 Bestand 31.12.2006

Veränderungen

- Raising Unified Network AG

- Credit Solution AG - Pensplan AG Insgesamt

5. Eigenkapital Das Eigenkapital hat sich wie folgt verändert: Eigenkapital Geschäftsanteile

409.500

403.500

- 6.000

Aufwertungsrücklagen

155.430

155.430

0

Aufwertungsrücklage Ges. 413/91

917.503

917.503

0

Gesetzliche Rücklagen

6.573.259

6.993.705

420.446

Statutarische Rücklagen

28.372.499

29.311.494

938.995

1.401.484

1.727.824

326.340

37.829.675

39.509.456

1.679.781

Jahresergebnis Eigenkapital

Die Geschäftsanteile haben sich von 409.500,00 Euro um 6.000,00 Euro auf 403.500,00 Euro verringert. Im Bezugsjahr sind 19 Mitglieder neu dazugekommen. Davon haben 19 jeweils eine Quote von 500,00 Euro gezeichnet. Ebenso sind 19 Genossenschaften ausgetreten. An 16 Genossenschaften wurde jeweils eine Quote und an drei Genossenschaften deren fünf zurückgezahlt. Die gesetzliche und die statutarische Rücklage wurde durch den Überschuss aus dem Vorjahr im Betrag von 420.446,00 Euro und 938.995,00 Euro aufgestockt.

86


Aufwertung Ges.Nr. 576/75

Aufwertung Ges. 72/83

Aufwertung Ges. 413/91

Gesamtaufwertung

Immobilien

0

143.633

917.503

1.061.136

Anlagen und Maschinen

0

11.797

0

11.797

Summe

0

155.430

917.503

1.072.933

Aufgrund des Art. 105, Abs. 7 der V.P.R. vom 22.12.1986 Nr. 917 wird ausdrücklich erklärt, dass die gesetzliche und die statutarische Reserve sowie auch andere in der Bilanz geführte Rücklagen aufgrund der geltenden Bestimmungen und des Statutes weder während des Bestehens der Genossenschaft noch bei Auflösung derselben in irgendeiner Form ausgeschüttet werden dürfen. Dabei wird festgehalten, dass die gesetzlichen und statutarischen Rücklagen auch jene Zuweisungen enthalten, die im Sinne des Art. 12 des Gesetzes Nr. 904 vom 16.12.1977 vorgenommen wurden.

6. Personalabfertigungsrückstellung Die Personalabfertigungsrückstellung im Betrag von 5.320.194,00 Euro entspricht den Ansprüchen aller Mitarbeiter(innen) zum Bilanzstichtag. Im Berichtsjahr sind der Rückstellung 710.974,00 Euro zugewiesen worden und 779.484,00 Euro für Vorschusszahlungen und definitive Auszahlungen verwendet worden. Darüber hinaus sind 14.689,00 Euro an Ersatzsteuern abgebucht worden.

7. Forderungen und Verbindlichkeiten Sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten sind kurzfristig. Die sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen: Geleistete Kautionen Mehrwertsteuerguthaben Steuerguthaben IRPEG und ILOR

31.12.2005

31.12.2006

Veränderungen

13.990

10.155

- 3.835

0

0

0

1.980.462

1.830.254

- 150.208

Forderungen an ausländische Steuerämter

8.773

9.993

1.220

Zweifelhafte Forderungen Fondsverwaltung

13.122

15.226

2.104

Wechselbestand landw. Rotationsfonds

1.347.083

421.420

- 925.663

Sonstige Forderungen

1.735.776

1.431.827

- 303.949

Summe

5.099.206

3.718.875

- 1.380.331

87


Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: 31.12.2005 Verbindlichkeiten Spezialkredite

31.12.2006

Veränderungen

683.867

576.854

- 107.013

- Wohnbaufonds

1.520.964

1.350.913

- 170.051

- Landwirtschaftlicher Rotationsfonds

1.346.432

443.659

- 902.773

Sonstige Verbindlichkeiten und Verrechnungskonten

1.238.973

756.105

- 482.868

Summe

4.790.236

3.127.531

- 1.662.705

8. Rechnungsabgrenzungen Der Betrag der aktiven Rechnungsabgrenzungen gliedert sich wie folgt: Aktive Rechnungsabgrenzungen

31.12.2006

- angereifte und noch nicht fällige Wertpapierzinsen

23.936

- zu erhaltende Gutschriften

139.161

- im Voraus bezahlte Beträge für Mieten u. Wartung von EDV-Maschinen u. Programmen

502.762

Summe

665.859

Die passiven Rechnungsabgrenzungen betreffen nachstehende Aufwendungen: Passive Rechnungsabgrenzungen

31.12.2006

- angereifte und nicht fällige Aufwendungen

272.513

- noch auszuzahlende Gehälter 2006

181.682

- noch auszuzahlende Ergebnisprämie 2006

424.296

Summe

878.491

9. Erträge Die Erträge aus Dienstleistungen und Warenverkäufen gliedern sich wie folgt: 31.12.2005

31.12.2006

Veränderungen

- Verkauf Handelswaren

2.657.970

4.349.901

1.691.931

- EDV-Dienstleistungen

22.371.713

22.844.389

472.676

1.360.279

1.449.950

89.671

38.055

0

- 38.055

- andere Dienstleistungen

7.138.166

7.388.833

250.667

- Mitgliedsbeiträge

3.598.053

3.600.091

2.038

37.164.236

39.633.164

2.468.928

- Werbetätigkeit für Dritte - Aktivierung von Umsatzgütern

Summe

10. Dividenden Die Dividenden von 106.567,00 Euro beziehen sich auf Beteiligungen bei der ICCREA

88


AG, der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG, der R.U.N. AG, der Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H. und der Credit Solution AG.

11. Zinsaufwendungen Die Zinsaufwendungen gliedern sich wie folgt: 31.12.2005

31.12.2006

Veränderungen

772

202

- 570

- sonstige Zinsaufwendungen

6.296

8.636

2.340

Summe

7.068

8.838

1.770

31.12.2006

Veränderungen

- Zinsen an Banken

12. Außerordentliche Posten Die außerordentlichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen: 31.12.2005 - Mehrerträge aus Verkauf von Anlagegütern - periodenfremde Erträge - sonstige außerordentliche Erträge Summe

15.754

11.050

- 4.704

202.645

31.565

- 171.080

5.385

3.703

- 1.682

223.784

46.318

- 177.466

Die außerordentlichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen: - periodenfremde Aufwendungen - Mindererlöse Verkauf von Anlagegütern - sonstige außerordentliche Aufwendungen Summe

31.12.2005

31.12.2006

Veränderungen

398.658

216.587

- 182.071

5.454

26.813

21.359

68.492

17.483

- 51.009

472.604

260.883

- 211.721

13. Mitarbeiter Der Raiffeisenverband beschäftigte im Jahr 2006 durchschnittlich 213 Mitarbeiter.

14. Vergütungen an Organe Die Vergütung an die Verwaltungsratsmitglieder betrug 157.204,00 Euro und an die Aufsichtsräte 20.520,00 Euro. Der Verwaltungsrat schlägt vor, 30% vom ausgewiesenen Überschuss, das sind 518.347,00 Euro, der gesetzlichen Rücklage, 3% im Sinne des Art. 11 des Gesetzes Nr. 59/92 dem Mutualitätsfonds, das sind 51.835,00 Euro, und den restlichen Betrag von 1.157.642,00 Euro der statutarischen Rücklage zuzuweisen.

89


1.4 Bericht des Aufsichtsrates Sehr geehrte Vertreter der Mitgliedsgenossenschaften! Der Verwaltungsrat hat die Bilanz zum 31. Dezember 2006 mit der entsprechenden Erfolgsrechnung und mit dem ergänzenden Bericht erstellt, wie sie Ihnen, zusammen mit dem Lagebericht, zur Überprüfung vorgelegt wird.

Die Vermögenssituation setzt sich laut Bilanz zum 31. Dezember 2006 wie folgt zusammen: Aktiva

55.156.204

Passiva

15.646.748

Eigenkapital

37.781.632

Geschäftsergebnis Summe

1.727.824 55.156.204

55.156.204

Aus der Erfolgsrechnung gehen folgende Daten hervor: Gesamtleistung 42.684.736 Aufwendungen für die Gesamtleistung 39.825.861 Differenz

2.858.875

Finanzerfolg 401.562 Außerordentliches Ergebnis Steuern auf das Ergebnis Jahresergebnis

- 214.566 - 1.318.047 1.727.824

Die Bilanz und der Lagebericht des Verwaltungsrates sind dem Aufsichtsrat im Sinne des Artikels 2429 Z.G.B. übergeben worden. Der Lagebericht des Verwaltungsrates entspricht in Form und Inhalt den gesetzlichen Bestimmungen und gibt über den Geschäftsverlauf und die voraussichtliche Entwicklung ausreichend Aufschluss. Im Anhang finden sich die notwendigen Erklärungen zu den einzelnen Posten der Aktiva und Passiva sowie zu den angewandten Bewertungskriterien. Außerdem werden die einzelnen Posten der Erfolgsrechnung erläutert. Alle Berichte tragen den Bestimmungen der Artikel 2423-bis, 2424, 2425 und 2427 des Z.G.B. sowie jenen des Statutes der Genossenschaft Rechnung. Der Aufsichtsrat kann, nach Prüfung des Berichtes des Buchprüfers und nach Durchführung der gesetzlichen Überprüfungen, folgende Feststellungen machen: • Die Bilanz zum 31. Dezember 2006 und die entsprechende Erfolgsrechnung für das Geschäftsjahr 2006, wie sie vom Verwaltungsrat verfasst wurden, stimmen mit den Ergebnissen der nach den gesetzlichen Bestimmungen geführten Buchführung überein.

90


• Das Anlagevermögen und die diesbezüglichen Änderungen sind im Bilanzbericht festgehalten. • Die Aktivierung der immateriellen Anlagegüter in Höhe von 1.636.509,00 Euro wurde vom Aufsichtsrat überprüft und gutgeheißen. • Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten zuzüglich aller direkt zurechenbaren Nebenkosten. • Die Anlagegüter wurden abgeschrieben und wertberichtigt, wobei der effektiven Abnutzung und der Restnutzungsdauer derselben Rechnung getragen wurde. • Die Bewertung der Wertpapiere, die im Anlagevermögen aktiviert sind, erfolgte zu den Anschaffungskosten, berichtigt um die anteilsmäßig angereiften Differenzen zwischen Ankaufs- und Rückzahlungskurs. • Die Beteiligungen scheinen im Finanzanlagevermögen auf und sind zu Anschaffungskosten bewertet. • Die Bewertung der Warenbestände wurde zu den durchschnittlichen Einstandspreisen vorgenommen. Dabei wurden die Bewertungskriterien des Vorjahres beibehalten. • Die Buchungssalden der Banken und der Kassa stimmen, nach den notwendigen Überleitungen, mit den entsprechenden Werten auf den Kontoauszügen der Kreditinstitute bzw. dem tatsächlichen Kassastand zum 31.12.2006 überein. • Die Rückstellung für den Personalabfertigungsfonds entspricht den Ansprüchen aller Mitarbeiter zum Bilanzstichtag und wurde laut zivilrechtlichen und kollektivvertraglichen Bestimmungen erstellt. • Die aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungen wurden nach dem Prinzip der wirtschaftlichen Zurechnung ermittelt. Laut den Bestimmungen des Z.G.B. und der Genossen­schaftssatzungen hat der Aufsichtsrat auch im abgelaufenen Jahr seine Kontrollfunktion ausgeführt. Der Aufsichtsrat hat dabei die Einhaltung der Prinzipien der korrekten Verwaltung überwacht. Dies erfolgte durch Teilnahme an den Sitzungen des Verwaltungsrates sowie durch Treffen mit den Verantwortlichen der verschiedenen Betriebsfunktionen. Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr an der Vollversammlung (1), an allen Sitzungen des Verwaltungsrates (13) und des Vollzugsausschusses (9) teilgenommen sowie (6) eigene Sitzungen abgehalten. Durch die Teilnahme an allen Sitzungen der Verwaltungsorgane kann der Aufsichtsrat bestätigen, dass der Verwaltungsrat und der Vollzugsausschuss im Rahmen der statutarischen Befugnisse mit der gebotenen Sorgfalt ihre Aufgabe erfüllt haben. Zudem hat der Aufsichtsrat vom Verwaltungsrat die vorgeschriebenen Informationen über den Verlauf der Gebarung, der voraussichtlichen Entwicklung sowie über die wichtigsten Geschäfte hinsichtlich Umfang und Art der Genossenschaft und der von ihr kontrollierten Unternehmen erhalten. In diesem Zusammenhang wird versichert, dass diese

91


Geschäftsvorfälle gesetzeskonform und den Satzungen entsprechend abgewickelt worden sind, dass keine Anzeichen von offenkundiger Unvorsichtigkeit festzustellen waren, dass diese nicht im Widerspruch zu den gefassten Beschlüssen der Vollversammlung stehen oder maßgeblich das Genossenschaftsvermögen beeinträchtigen könnten. Zusätzlich hat sich der Aufsichtsrat mit der Organisationsstruktur der Genossenschaft beschäftigt und dabei die derzeitige Angemessenheit der Organisation, der Buchhaltung und Verwaltung an die Erfordernisse der Genossenschaft und weiters an die Anforderungen von Transparenz und Sicherheit feststellen können. Wir bestätigen im Sinne des Artikels 2528 Abs. 5, Z.G.B. dass die Mitgliederpolitik des Verwaltungsrates im Geschäftsjahr 2006 darauf ausgerichtet war, alle Anträge um Mitgliedschaft anzunehmen, sofern die im Statut und/oder die vorgeschriebenen Voraussetzungen für die Aufnahme erfüllt waren. Schließlich erklärt sich der Aufsichtsrat mit den Ausführungen des Verwaltungsrates einverstanden, welche die angewandten Kriterien in Bezug auf die genossenschaftliche Aufgabenerfüllung im Sinne des Art. 2545 des Z.G.B. laut Art. 2 des Gesetzes Nr. 59/1992 betreffen. Des weiteren wird bestätigt, dass die Genossenschaft die vorwiegende Mitgliederförderung nach den Kriterien gemäß Art. 2513 Z.G.B. im geprüften Geschäftsjahr eingehalten hat, indem sie die Mitglieder in beratungs- und dienstleistungsmäßiger Hinsicht unterstützte und somit unmittelbar zur wirtschaftlichen und sozialen Förderung dieser beigetragen hat. Der Aufsichtsrat informiert darüber, dass der Raiffeisenverband Südtirol der Bilanzabschlussprüfung und der Buchprüfung unterliegt und beides von externen Strukturen durchgeführt wird. Der Aufsichtsrat erklärt außerdem, dass keine Anzeige von Gesellschaftern im Sinne des Artikels 2408 Z.G.B. eingebracht wurde und kein Schriftsatz betreffend die Anwendung besonderer Maßnahmen bei der Gesellschaft eingelangt ist. Mit diesen Feststellungen und unter Berücksichtigung der Ergebnisse im Bericht des Buchprüfers glaubt der Aufsichtsrat, Sie in die Lage versetzt zu haben, sich über die vom Verwaltungsrat verfasste und Ihnen zur Genehmigung vorgelegte Bilanz zum 31.12.2006 sowie über die Erfolgsrechnung 2006 und den Anhang ein Urteil bilden zu können. Dies alles vorausgeschickt, kann der Aufsichtsrat der Vollversammlung empfehlen, den vorgelegten Jahresabschluß mit dem diesbezüglichen Lagebericht, zu genehmigen, sowie der Verwendung des Überschusses, wie vom Verwaltungsrat vorgeschlagen, zuzustimmen. Abschließend möchte der Aufsichtsrat die Gelegenheit wahrnehmen, den Mitgliedsgenossenschaften für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Raiffeisenverband zu danken. Ein besonderer Dank gilt dem Obmann, dem Vollzugsausschuss und dem Verwaltungsrat des Verbandes, die mit großem Einsatz und mit Umsicht im Berichtsjahr für das Genossenschaftswesen tätig waren. Ein besonderer Dank gilt auch dem Verbandsdirektor, den Vizedirektoren, den Abtei-

92


lungsleitern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich im abgelaufenen Jahr neuerlich mit viel Einsatz und Tatkraft für die Raiffeisenorganisation unseres Landes eingesetzt haben.

2. Daten der konsolidierten Bilanz Die konsolidierte Bilanz, welche die kontrollierten Gesellschaften Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H. und Zenfor AG mit einschließt, weist zusammenfassend folgende Daten auf: Konsolidierte Bilanzsumme

63,23 Millionen Euro

Konsolidierte Gesamtleistung

51,44 Millionen Euro

Konsolidierter Überschuss

1,94 Millionen Euro

3. Bilanzen der kontrollierten Gesellschaften Der Raiffeisenverband Südtirol kontrolliert kapitalmäßig die beiden nachstehend angeführten Gesellschaften, deren Bilanzen demzufolge unten angeführt werden.

1. Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H. Sitz in Bozen, Raiffeisenstraße 2, Steuernummer 01406850212, eingetragen im Handelsregister bei der Handelskammer Bozen unter der Nummer 16306, Gesellschaftskapital 1.550.000,00 Euro voll eingezahlt. Beteiligung des Raiffeisenverbandes Südtirol Gen.m.b.H.: 99,95%.

2. ZENFOR AG „Mutualitätsfonds” Sitz in Bozen, Raiffeisenstraße 2, Steuernummer 00545140212, eingetragen im Handelsregister bei der Handelskammer Bozen unter der Nummer BZ 008-9574, Gesellschaftskapital 103.290,00 Euro voll eingezahlt. Beteiligung des Raiffeisenverbandes Südtirol Gen.m.b.H.: 99,50%.

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Raiffeisen Versicherungsdienst Ges.m.b.H. Bilanz zum 31.12.2006 AKTIVA B) I 4 II 2 3 4 III 1 3

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

Anlagevermögen Immaterielle Anlagewerte Konzessionen, Lizenzen, Warenzeichen und ähnliche Rechte und Werte 4.316 9.116 Summe 4.316 9.116 Sachanlagen Technische Anlagen und Maschinen 12.036 3.698 Betriebs- und Geschäftsausstattung 100.586 62.064 Sonstige Anlagen 35.500 49.700 Summe 148.122 115.462 Finanzanlagen Beteiligungen 1.542.339 1.485.122 Sonstige Wertpapiere des Anlagevermögens 742.936 834.821 Summe 2.285.275 2.319.943 Summe Anlagevermögen (B) 2.437.713 2.444.521

C) Umlaufvermögen II Forderungen 1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 100.264 97.005 4 Forderungen gegen herrschende Unternehmen (Restlaufzeit über einem Jahr) 12.000 4bis Steuerforderungen 324.318 326.580 5 Sonstige Forderungen 368.762 477.035 Summe 805.344 900.620 III Wertpapiere und Beteiligungen 5 sonstige Wertpapiere 1.506.500 Summe 1.506.500

1.006.500 1.006.500

IV 1 3

Liquide Mittel Guthaben bei Kreditinstituten u. Postscheckguthaben 1.138.213 Kassenbestand 972 Summe 1.139.185 Summe Umlaufvermögen (C) 3.451.029

1.469.049 948 1.469.997 3.377.117

D)

Rechnungsabgrenzungsposten SUMME AKTIVA

24.192 5.912.934

22.628 5.844.266

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

PASSIVA

A) Eigenkapital I Gesellschaftskapital 1.550.000 1.550.000 IV Gesetzliche Rücklage 77.443 60.471 VII Sonstige Rücklagen 1 Freiwillige Rücklagen 1.168.567 923.587 IX Jahresergebnis 272.753 339.456 Summe Eigenkapital (A) 3.068.763 2.873.514 B) Rückstellungen 3 Sonstige Rückstellungen 14.290 16.041 Summe Rückstellungen (B) 14.290 16.041 C) Abfertigungen für Arbeitnehmer 350.541 348.776 D) Verbindlichkeiten 6 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 73.956 65.952 10 Verbindlichkeiten gegenüber herrschenden Unternehmen 10.567 14.300 11 Verbindlichkeiten aus Steuern 466.227 457.972 12 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 93.702 86.770 13 Sonstige Verbindlichkeiten 1.834.888 1.980.941 Summe Verbindlichkeiten (D) 2.479.340 2.605.935 SUMME PASSIVA 5.912.934 5.844.266

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ERFOLGSRECHNUNG

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

A) Gesamtleistung 1 Erlöse aus Lieferungen und Leistungen 8.618.271 7.677.631 5 Sonstige betriebliche Erträge 318.156 323.983 Gesamtleistung (A) 8.936.427 8.001.614 B) Herstellungskosten 6 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 38.126 39.114 7 Aufwendung für bezogene Leistungen 6.560.970 5.765.330 8 Aufwendungen für Nutzung von Gütern Dritter 153.220 99.172 9 Personalaufwand 9a Löhne und Gehälter 1.221.023 1.118.729 9b Soziale Abgaben und Aufwendungen 334.820 319.130 9c Aufwendungen für Abfertigungen 45.205 42.764 9d Aufwendungen für Ruhegeld und ähnliche 67.829 66.105 Verpflichtungen 9e Sonstige Aufwendungen 23.084 24.546 10 Abschreibungen und Abwertungen 10a Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte 5.192 7.002 10b Abschreibungen auf Sachanlagen 35.642 33.342 14 Sonstige betriebliche Aufwendungen 20.647 2.809 Summe Aufwendungen für Gesamtleistung (B) 8.505.758 7.518.043 Betriebserfolg (A - B) 430.669 483.571 C) Erträge und Aufwendungen im Finanzierungsbereich 16 Sonstige Erträge im Finanzierungsbereich 16b aus Wertpapieren des Finanzanlagevermögens, die keine Anteile darstellen 36.542 52.327 16c aus Wertpapieren des Umlaufvermögens, die keine Anteile darstellen 33.575 11.055 16d sonstige Erträge 34.438 23.562 17 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.358 - 480 Finanzerfolg (C) 103.197 86.464 D) Wertberichtigungen auf Finanzanlagen 18 Aufwertungen und Zuschreibungen 18b von Finanzanlagen, die keine Anteile darstellen 53.234 67.230 19 Abwertungen und Abschreibungen: 19b von Finanzanlagen, die keine Anteile darstellen - 23.293 - 1.754 Wertberichtigungen auf Finanzanlagen (D) 29.941 65.476 E) Außerordentliche Erträge und Aufwendungen 20 Erträge 6.339 14.562 21 Aufwendungen - 1.000 0 Außerordentliches Ergebnis (E) 5.339 14.562 Ergebnis vor Steuern (A - B + C - D + E) 569.146 650.073 22 Steuern auf das Betriebseinkommen - 296.393 - 310.617 26 JAHRESERGEBNIS 272.753 339.456

95


ZENFOR AG „Mutualitätsfonds” Bilanz zum 31.12.2006 AKTIVA

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

B) Anlagevermögen II materielles Anlagevermögen: 3 Einrichtungen und Maschinen 2.131 2.688 III Finanzanlagen: b) Andere 774 1.500.774 Summe Anlagevermögen (B) 2.905 1.503.462 C) Umlaufvermögen II Forderungen: 2 Andere Forderungen 2a mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 36.286 55.269 2b mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 34.480 151.733 IV Zahlungsmittel 3.853.221 158.296 Summe Umlaufvermögen (C) 3.923.987 365.298 D) Rechnungsabgrenzungsposten 2.025 8.777 SUMME AKTIVA 3.928.917 1.877.537 Ordnungskonten - Andere Verpflichtungen 3.289.994 1.746.970

PASSIVA

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

A) I IV VII IX

Eigenkapital Geschäftsanteile 103.290 103.290 Gesetzliche Rücklage 28.391 28.391 Sonstige Rücklagen: b) Rücklagen Mutualitätsfonds Art. 12/4 Gesetz 59/92 327.129 409.440 Ergebnis des Geschäftsjahres - 63.860 - 82.311 Summe Eigenkapital (A) 394.950 458.810

B) 3a 3b

Rückstellungen Verpflichtung Mutualitätsfonds Art. 11 Gesetz 59/92 3.424.000 1.321.816 Rückstellungen für zweifelhafte Forderungen 0 0 Summe Rückstellungen (B) 3.424.000 1.321.816

D) Verbindlichkeiten 6 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 98.324 92.867 13 Andere Verbindlichkeiten 11.643 4.044 Summe Verbindlichkeiten (D) 109.967 96.911 SUMME PASSIVA 3.928.917 1.877.537 Ordnungskonten - Andere Verpflichtungen 3.289.994 1.746.970

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ERFOLGSRECHNUNG

31.12.2006 Euro

31.12.2005 Euro

B) Aufwendungen für Gesamtleistung 7 Aufwendungen für Dienstleistungen 116.384 116.377 8 Aufwendungen für Nutzung Güter Dritter 4.612 4.517 10 Wertberichtigungen und Abwertungen 10a Wertberichtigung immaterieller Anlagewerte 556 556 14 Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.808 2.249 Summe Aufwendungen für Gesamtleistungen (B) - 123.360 - 123.699 Betriebsergebnis (A-B) - 123.360 - 123.699 C) Kapitalerträge und Kapitalaufwendungen 16 Andere Kapitalerträge 16a Erträge aus Beteiligungen 39 16 16b Zinsen Wertpap. d. Anlagever.die keine Beteil. darstellen 9.171 36.261 16d Sonstige Zinserträge 50.290 7.261 17 Aufwandszinsen und sonstige Kapitalaufwendungen 0 0 Finanzerfolg (C) 59.500 43.538 E) Außerordentliche Erträge und Aufwendungen 20 Außerordentliche Erträge: 20b Sonstige 0 0 21 Außerordentliche Aufwendungen: 21b Sonstige 0 2.150 Außerordentliches Ergebnis (E) 0 - 2.150 Betriebsergebnis vor Steuern (B+/-C+/-E) - 63.860 - 82.311 22 Steuern auf das Betriebsergebnis 0 0 26 JAHRESERGEBNIS - 63.860 - 82.311

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n Das romanische Stift Innichen wurde im Jahre 769 vom Bajuwarenherzog Tassilo III. als Benediktinerkloster errichtet und 1140 in ein Kollegiatsstift umgewandelt. Es ist ein beeindruckendes Zeugnis romanischer Baukultur.


VI Die Raiffeisen-Genossenschaften

in Zahlen und Bildern im Jahr 2006

schaften unverändert Leistung und Kontinuität bewiesen und sie konnten ihre Bedeutung in der Wirtschaft und Gesellschaft ein weiteres Mal unter Beweis Dieses mit zwei Pferdeköpfen stellen. Das unverwechselstilisierte Giebelkreuz ist das bare Marktprofil, die lokale Markenzeichen der RaiffeisenVerwurzelung und die über Genossenschaften Südtirols. Es Jahrzehnte auf der Grundwurde in dieser Form vom Raiffeisenverband hinterlegt und ist lage von Leistung und international geschützt. Die MitVertrauen konsolidierten Von den 946 Genossengliedsgenossenschaften des Raifschaften, die in Südtirol feisenverbandes sind berechtigt, Beziehungen zu Kunden und Mitgliedern sind nach am 31. Dezember 2006 im dasselbe zu führen. wie vor Garanten für den Landes-GenossenschaftsErfolg unserer genossenschaftlichen Unregister eingetragen waren, gehörten zum ternehmen. selben Zeitpunkt 338, das sind 35,7%, Der Grad der Zufriedenheit bei den Mitgliedem Raiffeisenverband als Mitglieder an. dern und deren positive Einstellung zu ihren In der wirtschaftlichen Bedeutung und Genossenschaften ist durchwegs gut und in der öffentlichen Wahrnehmung chadie Ergiebigkeit der Wirtschaftsleistungen rakterisieren dieselben maßgeblich das ist trotz gewisser Einbrüche im Vergleich Genossenschaftswesen in Südtirol. immer noch zufriedenstellend. So genießt Ganz vorne in der Bedeutung steht die das Raiffeisen-Genossenschaftswesen in Raiffeisen Geldorganisation mit 51 RaiffSüdtirol nach wie vor breiten Zuspruch, eisenkassen, 195 Bankstellen und der was u. a. auch von den Gründungen neuer Raiffeisen Landesbank. Die Raiffeisen Genossenschaften und vom ständigen Geldorganisation ist sowohl im EinlagenZulauf neuer Mitglieder abgelesen werden als auch im Kreditgeschäft des Südtiroler kann, die bei den Raiffeisen-GenossenBankensystems marktführend. Es folgen schaften erstmals die Gesamtzahl von in der Bedeutung die landwirtschaftlichen 110.000 überschritten haben. Genossenschaften des Obst-, Milch- und Die Raiffeisenkassen haben ihre MarktWeinsektors. Darüber hinaus sind weitere stellung behauptet und sind nach wie vor Bereiche des wirtschaftlichen, sozialen und die Nummer eins im heimischen Bankkulturellen Lebens von Raiffeisengenosgewerbe. Die Entwicklungsdynamik der senschaften stark durchdrungen. maßgeblichen Eckdaten hat sich gegenIm Jahr 2006 haben diese Genossenn Als Raiffeisen-Genossenschaften Südtirols sind jene Genossenschaften zu verstehen, die dem Raiffeisenverband Südtirol als Mitglieder angehören und somit ermächtigt sind, das geschützte Markenzeichen, das „Giebelzeichen”, zu führen.

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über früheren Jahren leicht verlangsamt und es fällt auf, dass nach 17 Jahren starker Divergenz in der Entwicklung der Ausleihungen und der Einlagen diese beiden Bilanzposten eine Annäherung in der Entwicklungsdynamik erfahren haben, aber immer noch sind die Kredite um 5,5% und die direkten Kundeneinlagen um nur 4,6% gestiegen. Die Liquidität ist damit angespannt geblieben, weil die Ausleihungen nur zu 94,7% durch verfügbare Einlagen bedient werden können. In ihrer Bedeutung folgen auf die Raiffeisenkassen die landwirtschaftlichen Genossenschaften des Obst-, Milch- und Weinsektors, deren Ergebnisse im Berichtsjahr folgendermaßen zusammengefasst werden können: Bei den Obstgenossenschaften lagen die Anlieferungsmengen der Mitglieder um 6% unter der Rekordanlieferung des Vorjahres. Die Preislage auf den Märkten gestaltete sich im Großen und Ganzen zufriedenstellend, sodass trotz verminderter Menge gleich viel Verkaufserlöse wie im Vorjahr erzielt werden konnten. Eine auffällige Erhöhung ergab sich in der Verhältniszahl Gesamtaufwendungen zu Gesamterlösen von 39,7% auf 41,1%, das hatte zur Folge, dass die Gesamtauszahlung an die Mitglieder um 6,2% auf knapp 260 Mio. € zurückfiel. Die Durchschnittsauszahlung je kg angeliefertes Obst lag allerdings nur unwesentlich unter jener des Vorjahres.

100

Bei den Molkereigenossenschaften ist die angelieferte Milchmenge erstmals um weniger als 1% auf knapp 390 Mio. kg gestiegen. Der Preisdruck setzte sich in der ersten Jahreshälfte fort; in der zweiten Jahreshälfte haben sich die Preise dann zufriedenstellend entwickelt, sodass die Preise des Vorjahres, welche an die Milchproduzenten durchschnittlich gezahlt worden sind, gehalten werden konnten. Den Kellereigenossenschaften wurden aus der Lese 2005 um ganze 20% weniger als im Vorjahr an Trauben zur Verarbeitung abgeliefert. Der Weinmarkt gestaltete sich angespannt, mit der Folge, dass Preiserhöhungen nicht durchzusetzen waren. Allerdings konnten größere Mengen auch aus alten Beständen abgesetzt werden, woraus sich Wertaufholungen ergaben, die sich auf die Auszahlungspreise günstig auswirkten. Tatsächlich lagen dieselben durchschnittlich dann um 14% über jenen des Vorjahres. Bei allen anderen Genossenschaftssparten konnten insgesamt gute Leistungen erbracht bzw. gute Ergebnisse erzielt werden. Die Werte, welche Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter(innen) im Jahr 2006 aus den Raiffeisengenossenschaften Südtirols geschöpft haben, sind gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 1.037 Mio. € angestiegen. Bei nachstehender Darstellung wurde gewissermaßen von einer subjektiven Identität zwischen Mitgliedern und genossenschaftlichen Unternehmen ausgegangen.


Wertschöpfung der Raiffeisenorganisation im Vergleich 2005-2006 (in Mio. Euro) 2005

2006

+/-%

Gütereinkommen der Mitglieder

535

506

- 5,42

Arbeitseinkommen und –nebenleistungen

230

269

+ 16,96

Zinseinkommen der Mitglieder und Kunden

130

147

+ 13,08

Direkte Steuern

32

30

- 6,25

Gewinne

60

85

+ 41,67

Summe

987

1.037

+ 5,07

Die Mitgliederzahl des Raiffeisenverbandes blieb im Berichtsjahr unverändert. Zu berücksichtigen ist diesbezüglich allerdings, dass sechs Genossenschaften fusioniert haben. Die Einzelmitglieder dieser Genossenschaften haben um 3.466 Einheiten zugenommen und sind auf ganze 110.025 angewachsen. Mit 1.611 Einheiten weisen die Energiegenossenschaften den größten Mitgliederzuwachs auf, aber auch bei den Raiffeisenkassen fällt ein Zuwachs von knapp 1.000 Mitgliedern ins Auge. Die Raiffeisenorganisation beschäftigt an

die 7.000 Personen und im Berichtsjahr wurden weit mehr als 100 Mio. € in Sachanlagen investiert. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen veranlassen verstärkt zu rigoroserem Kostenmanagement, was zusammen mit der zunehmenden Automation vieler Abläufe in den Betrieben und deren Verwaltungen eine Erweiterung der Beschäftigtenzahl immer unwahrscheinlicher macht. Im Folgenden werden nun die wichtigsten Sparten in Zahlen und Bildern etwas detaillierter dargestellt.

101


1. Raiffeisenkassen Das Jahr 2006 war ein weiteres Mal von einer starken Kreditnachfrage geprägt und so galt es, im Bewusstsein der volkswirtschaftlichen Verantwortung, die die Raiffeisenkassen als größter Finanzierungsträger unseres Landes tragen, vermehrt auf Selektion im Kreditgeschäft zu achten. Die Forderungen an Kunden aller Raiffeisenkassen sind seit dem fernen Jahr 1989 ununterbrochen stärker gewachsen als die Einlagen. So auch im Jahr 2006, in welchem die Kredite (ohne Raiffeisen Landesbank) um 5,5% auf 6,6 Mrd. € angewachsen sind, während die direkten Kundeneinlagen, die neben den traditio-

Entwicklung der Kundenausleihungen der Südtiroler Raiffeisenkassen in Mio. Euro

7.000

6.608

nellen Spar- und Kontokorrenteinlagen, die Sparbriefe, die Pensionsgeschäfte, die Bankobligationen und die Mittel aus dem Landesrotationsfonds umfassen, die Gesamtsumme von 6,6 Mrd. € erreicht haben und damit um 4,6% angestiegen sind. Diese Entwicklung hat den Verschuldungsgrad gegenüber den Banken weiter erhöht und die Liquidität des Systems nicht entlastet. Unter Berücksichtigung der Pensionsgeschäfte als bereits gebundene Einlagen konnten zu Jahresende die ausgereichten Kredite nur zu 94,7% durch verfügbare Kundeneinlagen gedeckt werden. Die Refinanzierungen erfolgen

Entwicklung der Kundeneinlagen der Südtiroler Raiffeisenkassen in Mio. Euro

7.000

6.630 6.340

6.266

5.000

6.057

5.964

6.000

5.483

5.302

4.886

5.000

4.000

4.000

3.000

3.000

2.000

2.000

1.000

1.000 02

102

5.728

6.000

03

04

05

06

02

03

04

05

06


Entwicklung der Investitionsverhältnisse I, II und III von 2002 bis 2006 122

101

101,09

92,16 85,15

103,16

95,72 87,88

104,63

104,72

105,62

98,47

98,83

99,67

89,92

90,83

91,59

04

05

81 02

03

06

Investitionsverhältnis I = Forderungen/verfügbare Kundeneinlagen Investitionsverhältnis II = Forderungen/verfügbare Kundeneinlagen und freies Eigenkapital Investitionsverhältnis III = Forderungen/gesamte Kundeneinlagen

vorwiegend über die Raiffeisen Landesbank, die auch 2006 mit einem Rating von A- durch „Standard&Poor’s“ guten Zugang zu internationalen Refinanzierungsquellen hatte. Ein eher bescheidener Zuwachs ist bei den indirekten Einlagen festzustellen, die sich um 3,3% auf 1,6 Mrd. € erhöht haben. Die Eigenkapitalausstattung der Raiffeisenkassen hat sich weiter gefestigt, indem dieselbe um 4,7% auf 1.344,4 Mio. € angewachsen ist. Der durchschnittliche Solvabilitätskoeffizient aller Raiffeisenkassen (haftendes Eigenkapital in Prozent

der Risikoaktiva) hat sich damit ebenso erhöht, indem er von 18,23% auf 18,47% angewachsen ist, was ein Vielfaches der aufsichtsrechtlich geforderten Mindesthöhe von 8% bedeutet. Die addierte Bilanzsumme aller Raiffeisenkassen stieg schließlich um knapp 5% auf 8.724,3 Mio € an, was unter Berücksichtigung der Inflationsrate auf einen eindeutigen Substanzgewinn verweist. Die Rahmenbedingungen für die Überschusserwirtschaftung waren im Berichtsjahr besser als im Jahr zuvor, was vor allen Dingen auf eine Anhebung des Zinsniveaus zurückzuführen ist. Diese Anhebung war insbesondere eine Folge der Leitzinserhöhungen der EZB von insgesamt 2,25 auf 3,50 Prozent. Damit hat sich die wichtigste Ertragskomponente, nämlich der Zinsüberschuss, um ganze 11,5% auf 223,6 Mio. € erhöht. Bei den Betriebskosten blieb der Zuwachs mit knapp 3% sichtlich unter dem Zuwachs der Bilanzsumme, was auf eine Verbesserung der Produktivität schließen lässt und schließlich die Kennzahl „Cost income ratio“ auf 66,1% verminderte. Die Wertberichtigungen auf Forderungen wurden bereits im Vorjahr sehr stark durchgeführt und betragen im Berichtsjahr immerhin noch 17,7 Mio. €. Daraus ergab sich schließlich ein addierter Überschuss nach Steuern von knapp 70 Mio. €, der um ganze 77,3% größer ist als jener im Jahr zuvor. Dieser Gewinn entspricht 0,8% der addierten Bilanzsumme.

103


Die 51 Raiffeisenkassen sind mit 192 Geschäftsstellen in 107 der 116 Gemeinden Südtirols vertreten. Jene neun Gemeinden, in denen keine Raiffeisenkasse eine Geschäftsstelle führt, können aber dennoch im Sinne der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen von Raiffeisenkassen bedient werden. Die Raiffeisenkassen verfügen über knapp die Hälfte aller Bankschalter in diesem Land. Zusätzlich werden zwei Bankschalter in der Provinz Trient, und zwar in Vigo und in Pera im Fassatal und einer in Arabba in der Provinz Belluno geführt. Das gesamte Schalternetz wurde im Berichtsjahr um zwei Einheiten in Lana und Riffian erweitert.

(RGO) wiederum stark engagiert und ganze 9,1 Mio. € dafür aufgewendet. Die Raiffeisenkassen sind als genossenschaftliche Geldinstitute in erster Linie ihren Mitgliedern verpflichtet. Dieser Auftrag findet insbesondere in der zentralen Mission der Kassen, nämlich in der Sicherstellung des Kreditzuganges, seinen Niederschlag. Aber auch in allen anderen Bankgeschäften gilt es, die Priorität für die Mitglieder zu beachten und das Beziehungsgeflecht zu ihnen zu pflegen. Dies wird wahrgenommen und der Zulauf von neuen Mitgliedern ist immer noch bemerkenswert. So hat sich ihre Gesamtzahl im Jahr 2006 um 2% auf 48.516 erhöht.

Für die Förderung und Unterstützung von Initiativen kulturellen, sportlichen und sozialen oder gemeinnützigen Charakters hat sich die Raiffeisen Geldorganisation

Die Raiffeisenkassen beschäftigten Ende 2006 insgesamt 1.728 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein Jahr zuvor waren es 1.716 und damit um nur 12 weniger.

Engagement der RGO nach Bereichen

Sport 2,448 Mio. Euro 26,90%

Ökologie 0,024 Mio. Euro - 0,30%

104

Kultur 1,998 Mio. Euro 21,90%

Soziales 2,069 Mio. Euro 22,70%

versch. Bereiche 2,566 Mio. Euro - 28,20%


Neubau und Umgestaltung der Raiffeisenkassen 2006

Die Raiffeisenkassen Bruneck, Meran, Schenna und Tauferer-Ahrntal haben ihren neuen Sitz bezogen, die Raiffeisenkasse Val Badia konnte die neue Filiale in St. Martin in Thurn in Betrieb nehmen.

n Bei der offiziellen ErÜffnungsfeier reihte sich unter die Festgäste auch Landeshauptmann Luis Durnwalder, der selbst Mitglied der Raiffeisenkasse Bruneck ist.

n Neuer Hauptsitz der Raiffeisenkasse Bruneck

n Neue Filiale der Raiffeisenkasse Val Badia in St. Martin in Thurn

n Neuer Sitz der Raiffeisenkasse Tauferer-Ahrntal in Sand in Taufers

n Neuer Sitz der Raiffeisenkasse Schenna

105


Verzeichnis der angeschlossenen Raiffeisenkassen 1. Cassa Raiffeisen Val Badia 2. Raiffeisenkasse Algund 3. Raiffeisenkasse Andrian 4. Raiffeisenkasse Bozen 5. Raiffeisenkasse Branzoll-Auer 6. Raiffeisenkasse Bruneck 7. Raiffeisenkasse Deutschnofen-Aldein 8. Raiffeisenkasse Eisacktal 9. Raiffeisenkasse Freienfeld 10. Raiffeisenkasse Hochpustertal 11. Raiffeisenkasse Karneid-Steinegg 12. Raiffeisenkasse Kastelruth 13. Raiffeisenkasse Laas 14. Raiffeisenkasse Lana 15. Raiffeisenkasse Latsch 16. Raiffeisenkasse Leifers 17. Raiffeisenkasse Marling 18. Raiffeisenkasse Meran 19. Raiffeisenkasse Mölten 20. Raiffeisenkasse Nals 21. Raiffeisenkasse Naturns 22. Raiffeisenkasse Niederdorf 23. Raiffeisenkasse Obervinschgau 24. Raiffeisenkasse Partschins 25. Raiffeisenkasse Passeier 26. Raiffeisenkasse Prad am Stilfserjoch 27. Raiffeisenkasse Ritten 28. Raiffeisenkasse Salurn 29. Raiffeisenkasse Sarntal 30. Raiffeisenkasse Schenna 31. Raiffeisenkasse Schlanders

106

32. Raiffeisenkasse Schnals 33. Raiffeisenkasse St. Martin in Passeier 34. Raiffeisenkasse Tauferer-Ahrntal 35. Raiffeisenkasse Taufers i.M. 36. Raiffeisenkasse Terlan 37. Raiffeisenkasse Tiers 38. Raiffeisenkasse Tirol 39. Raiffeisenkasse Tisens 40. Raiffeisenkasse Toblach 41. Raiffeisenkasse Tschars 42. Raiffeisenkasse Überetsch 43. Raiffeisenkasse Ulten St. Pankraz-Laurein 44. Raiffeisenkasse Untereisacktal 45. Raiffeisenkasse Villnöss 46. Raiffeisenkasse Vintl 47. Raiffeisenkasse Völs 48. Raiffeisenkasse Welsberg-Gsies-Taisten 49. Raiffeisenkasse Welschnofen 50. Raiffeisenkasse Wipptal 51. Raiffeisenkasse Wolkenstein in Gröden Raiffeisen Landesbank Südtirol AG


Kennzahlen und Eckdaten der 51 Raiffeisenkassen im Raiffeisenverband Südtirol 2005 2006

Anzahl der Raiffeisenkassen 52 51 Anzahl der Mitglieder 47.564 48.516 Anzahl der Mitarbeiter/innen 1.716 1.728 Anzahl der Schalter 193 195 Gemeinden mit Raiffeisenschalter 107 107 Forderungen an Kunden 6.265,85 Mio.€ 6.607,87 Mio.€ *) Forderungen/verfügbare KE 104,72 % 105,62 % Forderungen/verfügbare KE u. fr.Eigenkapital 90,83 % 91,59 % Forderungen/gesamte KE 98,83 % 99,67 % verfügbare Kundeneinlagen 5.983,17 Mio.€ 6.256,46 Mio.€ *) gebundene Kundeneinlagen 356,88 Mio.€ 373,18 Mio.€ Kundeneinlagen gesamt 6.340,05 Mio.€ 6.629,64 Mio.€ *) Verwaltete Mittel 7.886,81 Mio.€ 8.226,88 Mio.€ davon Wertpapiere Dritter 691,24 Mio.€ 697,30 Mio.€ davon Investmentfonds 467,29 Mio.€ 492,20 Mio.€ davon Vermögensverwaltung 145,69 Mio.€ 160,11 Mio.€ Bilanzsumme insgesamt 8.312,62 Mio.€ 8.724,32 Mio.€ Anlagevermögen (wertberichtigt) 173,98 Mio.€ 202,68 Mio.€ Eigenkapital und Rechnungsüberschuss 1.284,33 Mio.€ 1.344,41 Mio.€ Solvabilitätskoeffizient 18,23 % 18,47 % Gesamterlöse 390,70 Mio.€ 449,81 Mio.€ Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen 111,21 Mio.€ 147,34 Mio.€ Durchschnittsverzinsung Einlagen 1,67 % 1,90 % Zinserträge und ähnliche Erträge 311,80 Mio.€ 370,93 Mio.€ Durchschnittsverzinsung Forderungen an Kunden 4,41 % 4,94 % Zinsschere (Diff. Zinsen Einlagen/Forderungen) 2,74 % 3,04 % Betriebskosten 160,67 Mio.€ 165,46 Mio.€ davon Abschreibungen 14,11 Mio.€ 14,53 Mio.€ davon Personalaufwand 98,93 Mio.€ 103,05 Mio.€ Personalaufwand je Mitarbeiter 57,65 Tsd.€ 59,63 Tsd.€ Cost income ratio 67,75 % 66,13 %

+/– Veränderung gegenüber dem Vorjahr

-1,9 % 2,0 % 0,7 % 1,0 % 0,0 % 5,46 % 0,90 %Pkte. 0,76 %Pkte. 0,84 %Pkte. 4,57 % 4,57 % 4,57 % 4,31 % 0,88 % 5,33 % 9,90 % 4,95 % 16,50 % 4,68 % 0,24 %Pkte. 15,13 % 32,49 % 0,23 %Pkte. 18,96 % 0,53 %Pkte. 0,30 %Pkte. 2,98 % 2,94 % 4,16 % 3,44 % -1,62 %Pkte.

*) bereinigt um die Auswirkungen der nach IAS/IFRS notwendigen Erfassung der verbrieften Forderungen/Aktiva/Passiva. Alle oben ausgewiesenen, aus der Bilanz ableitbaren Werte wurden nach Rechnungslegungsstandards IAS/IFRS ermittelt.

107


Sammelbilanz der 51 Raiffeisenkassen Südtirols zum 31.12.2006 Aktiva

2005 (TSD Euro)

2006 (TSD Euro)

Veränderung (TSD Euro)

Veränderung in %

Kassabestand und liquide Mittel 51.850 56.046 4.196 Zu Handelszwecken gehaltene aktive Finanzinstrumente 193.907 177.870 - 16.037 Zum fair value bewertete aktive Finanzinstrumente 56.966 56.143 - 822 Zur Veräußerung verfügbare aktive Finanzinstrumente 1.046.367 1.015.365 - 31.002 Bis zur Fälligkeit gehaltene aktive Finanzinstrumente 56.164 53.955 - 2.209 Forderungen an Banken 349.996 397.233 47.237 Forderungen an Kunden 6.265.845 6.640.973 375.128 Beteiligungen 1.139 1.419 280 Sachanlagen 173.597 202.371 28.774 Immaterielle Vermögenswerte 379 303 - 76 Steuerforderungen 52.359 42.020 - 10.339 Langfristige Aktiva und Gruppen von Aktiva auf dem Weg der Veräußerung 165 377 212 Sonstige Vermögenswerte 63.883 80.246 16.362 Summe der Aktiva 8.312.616 8.724.321 411.705

8,09 - 8,27 - 1,44 - 2,96 - 3,93 13,50 5,99 24,57 16,58 - 20,01 - 19,75 128,72 25,61 4,95

Passiva Verbindlichkeiten gegenüber Banken 245.588 245.260 - 327 - 0,13 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 3.738.129 3.876.360 138.231 3,70 Im Umlauf befindliche Wertpapiere 2.081.195 2.218.707 137.512 6,61 Zu Handelszwecken gehaltene passive Finanzinstrumente 3.149 8.842 5.693 180,75 Zum fair value bewertete passive Finanzinstrumente 679.467 733.663 54.196 7,98 Derivate für Deckungsgeschäfte 9 0 - 9 - 100,00 Steuerverbindlichkeiten 46.565 40.823 - 5.742 - 12,33 Sonstige Verbindlichkeiten 175.795 207.093 31.298 17,80 Personalabfertigungsfonds 37.421 39.398 1.977 5,28 Rückstellungen für Risiken und Verpflichtungen 20.968 9.763 - 11.205 - 53,44 Bewertungsrücklagen 30.600 27.749 - 2.852 - 9,32 Rückzahlbare Aktien 2.795 2.819 24 0,86 Rücklagen 1.207.358 1.239.697 32.338 2,68 Emissionsaufpreis 999 1.095 96 9,59 Kapital 3.121 3.105 - 16 - 0,52 Gewinn des Geschäftsjahres 39.455 69.947 30.492 77,28 Summe der Passiva 8.312.616 8.724.321 411.705 4,95 Gewinn- und Verlustrechnung Zinserträge und ähnliche Erträge 311.797 370.934 59.137 18,97 Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen -111.205 - 147.336 - 36.131 32,49 Zinsüberschuss 200.592 223.598 23.007 11,47 Provisionserträge 42.722 45.536 2.815 6,59 Provisionsaufwendungen -6.868 - 6.928 - 60 0,88 Provisionsüberschuss 35.854 38.608 2.754 7,68 Dividenden und ähnliche Erträge 1.588 1.763 175 11,00 Nettoergebnis aus der Handelstätigkeit 886 - 5.792 - 6.679 - 753,51 Gewinn (Verlust) aus dem Verkauf oder Rückkauf von Finanzinstrumenten 290 2.421 2.131 734,33 Nettoergebnis der zum fair value bewerteten aktiven und passiven Finanzinstrumenten 2.268 4.247 1.978 87,20 Bruttoertragsspanne 241.479 264.845 23.366 9,68 Nettoergebnis aus Wertminderungen/Wiederaufwertungen von Finanzinstrumenten -37.540 - 17.662 19.877 - 52,95 Nettoergebnis der Finanzgebarung 203.939 247.183 43.244 21,20 Verwaltungsaufwendungen - 169.989 - 179.922 - 9.933 5,84 Nettorückstellungen für Risiken und Verpflichtungen - 7.487 - 409 7.078 - 94,54 Nettoergebnis aus Wertberichtigungen/Wiederaufwertungen auf Sachanlagen - 13.727 - 14.276 - 549 4,00 Nettoergebnis aus Wertberichtigungen/Wiederaufwertungen auf immaterielle Vermögenswerte - 383 - 250 134 - 34,85 Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge 30.917 29.392 - 1.525 - 4,93 Betriebskosten - 160.668 -165.464 - 4.796 2,98 Gewinn (Verlust) aus Beteiligungen - 33 - 42 - 9 27,78 Gewinn (Verlust) aus dem Verkauf von Anlagegütern 264 1.352 1.088 411,51 Gewinn (Verlust) vor Steuern aus der laufenden Geschäftstätigkeit 43.503 83.030 39.527 90,86 Steuern auf das Betriebsergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit - 4.048 - 13.083 - 9.035 223,20 Gewinn (Verlust) nach Steuern aus der laufenden Geschäftstätigkeit 39.455 69.947 30.492 77,28 Rechnungsüberschuss 39.455 69.947 30.492 77,28

108


2. Obstgenossenschaften

Die Anzahl der dem Raiffeisenverband am Ende des Jahres 2006 angeschlossenen Genossenschaften, die sich mit der Obstwirtschaft befassen, betrug 33 und damit um zwei Einheiten weniger als im Jahr zuvor. Zurückzuführen ist diese verminderte Zahl auf zwei Fusionen. Die Obstgenossenschaft Meran wurde in die Obstgenossenschaft CAFA inkorporiert, die Burggräfler Obstgenossenschaft Algund B.O.G.A.L. wurde mit der Obstgenossenschaft Algund verschmolzen. Zum Zeitpunkt der Ernte waren es 36 Genossenschaften, die dem Verband angehörten, und davon sind 29 für die Erfassung der Obststatistik in den folgenden Übersichten und Kommentaren berücksichtigt worden, weil nur diese die Lagerung, Bearbeitung und Vermarktung von Äpfeln in eigenen Anlagen betreiben. Die Gesamtzahl der Einzelmitglieder dieser Genossenschaften hat sich um 45 Einheiten auf 7.273 verringert, und diese Mitglieder betreiben auf 16.371 Hektar Obstbau und in geringem Ausmaß auch Gemüseanbau. Die Obstanlieferungsmenge von den Mitgliedern an die 29 Genossenschaften aus der Ernte 2005 betrug 836.737 Tonnen, dies waren 6,0% weniger im Vergleich zur Rekordernte des Vorjahres. Die Menge an Tafelobst hat insgesamt um nur 4,3% abgenommen, was insgesamt auf eine gute Qualität schließen lässt. Der Anteil an Fallobst betrug mit 7,1% der Gesamtanlieferungsmenge und der Anteil aus

n Die 29 Obstgenossenschaften Südtirols haben im Jahr 2005 837.000 Tonnen Obst eingelagert, verarbeitet und vermarktet. Das sind knapp 12 Prozent der gesamten Apfelproduktion in der EU.

biologischer Produktion machte 2,4% und damit um 9,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr aus. Mit 43,8% des angelieferten Tafelobstes führt die Sorte Golden Delicious nach wie vor in der Menge, gefolgt von den Sorten Gala mit 14,2%, Stark Delicious mit 11,8%, Braeburn mit 7,2% und Granny Smith mit 6,4%. Stark rückläufig waren die Sorten Jonathan, Summerred und Idared. Genannte Obstmengen, die der genossenschaftlichen Vermarktung zugeführt worden sind, machten wie im vergangenen Jahr rund 91% der gesamten Apfelpro-

109


duktion in Südtirol aus. An der gesamten Apfelproduktion der EU waren die 29 Genossenschaften mit 11,9% beteiligt und damit um knapp einen Prozent weniger als im Jahr zuvor. Das Fassungsvermögen der genossenschaftlichen Lagerhäuser wurde im Berichtsjahr um 7.530 Tonnen auf insgesamt 787.940 Tonnen erweitert. Damit konnte das angelieferte Tafelobst zur Gänze gelagert werden. Die Qualität war im Berichtsjahr trotz nicht optimaler Witterungsverhältnisse sehr zufriedenstellend. So lag die Ausbeute an „erster Qualität“ mit 80,2% um 2,3%-Punkte über dem Vorjahreswert. Das Preisniveau auf den Absatzmärkten lag insgesamt nur geringfügig, und zwar um 0,8%, über dem des Vorjahres. Die Gesamtaufwendungen sind zwar nur um 3,2% auf 210,6 Mio. € angestiegen, mengenbezogen hat die Belastung jedoch um 8,3% zugenommen. Das Verhältnis der Kosten zu den Gesamterlösen („cost income ratio“) stieg demzufolge von 39,7% im Vorjahr auf 41,1%. Der durchschnittliche Auszahlungspreis für Tafelobst lag mit 32,69 €-Cent/kg um 1,7%, unter dem Vorjahreswert. Der durchschnittliche Auszahlungspreis je Kilogramm für das gesamte angelieferte Obst wurde mit 30,80 €-Cent/kg errechnet, und dies waren 0,9% weniger als im Vorjahr. In Summe wurden an die Mitglieder, einschließlich des Agrios-Beitrages, 266,83 Mio. € ausbezahlt, um 6,1% weniger als

110

n Der Fruchthof Überetsch wurde grundlegend umgebaut und modernisiert. Er stellt die zur Zeit technisch modernste Obstgenossenschaft Südtirols dar.

im Vorjahr. Außerordentlich erfolgreich verlief die Vermarktung für das Bioobst und demzufolge konnte den Mitgliedern ein durchschnittlicher Auszahlungspreis von 67,29 Cent pro kg, das sind um 21,3% mehr als im Vorjahr, ausbezahlt werden. Der höchste durchschnittliche Auszahlungspreis wurde, gleich wie im vergangenen Jahr, für die Sorte Cripps Pink (Pink Lady) erzielt. Es folgten die Sorten Williams, Golden Delicious aus Hügellagen, Stark Delicious, Fuji, Winesap und Gloster. Auffallend war das sehr uneinheitliche Preisverhalten der neueren Sorten. Die durchschnittliche Ernte pro Hektar wurde mit 51,5 Tonnen errechnet. Der Hektarertrag wurde mit 15.845,00 € ermittelt, das sind rund 1.000,00 € weniger als im Vorjahr. Die Obstgenossenschaften haben im Berichtsjahr 61,7 Millionen € in immaterielle


Anlagen und in Sachanlagen investiert. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wurde mit 2.076 ermittelt. Bei einem Großteil handelt es sich um Saisonbeschäftigte, wobei die Anzahl derselben etwas zugenommen hat. 719 Personen standen in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Die Anzahl der Fixarbeiter und Verwaltungsangestellten hat gegenüber dem Vorjahr um 1,5% bzw. um 3,9% zugenommen. Die Südtiroler Obstwirtschaft hat in der landwirtschaftlichen Erwerbswirtschaft eine hohe Bedeutung und der Marktauftritt der Südtiroler Obstgenossenschaften hat in der EU einen beachtenswerten Stand. Die Sorge, diesen Wirtschaftszweig auf dem bekannt hohen Niveau halten zu können, ist jedoch berechtigt, weil die Konkurrenz sowohl durch die Osterweiterung der EU als auch als Folge der Globalisierung immer deutlicher spürbar wird. Die Grund-, Produktions- und Arbeitskosten nach unserem Verständnis werden vor diesem Hintergrund in Hinkunft einen harten Stand haben.

8. EOFRUT, Tramin 9. ESO, Branzoll 10. frubona, Bozen 11. FRUCHTHOF ÜBERETSCH, Frangart/Eppan 12. Gargazon-Tisens, Gargazon 13. GEOS, Schlanders 14. GRUFRUT, Steinmannwald/Leifers 15. JUVAL, Kastelbell-Tschars 16. KAISER, Leifers 17. Kurmark-Unifrut, Margreid 18. Lana 19. LANAFRUCHT-OGOL, Lana 20. MEG, Martell 21. MELIX, Vahrn 22. MIVO, Latsch 23. NEUFRUCHT, Neumarkt 24. NOG, Naturns 25. OG EGMA, Kaltern 26. ORTLER, Latsch 27. OSIRIS, Burgstall 28. OVEG, Eyrs/Laas 29. POG, Partschins 30. POMUS, Lana 31. SACRA, Eppan 32. Terlan 33. Zwölfmalgreien, Bozen

Mitglieder 1. Algund 2. ALPE, Laas 3. BIO SÜDTIROL, Terlan 4. BVG, Terlan 5. CAFA, Meran 6. COFRUM, Marling 7. DELEG, Laurein

Saatbau Pustertaler Saatbaugenossenschaft, Bruneck Verbände/Konsortien VOG, Bozen VI.P, Latsch VOG PRODUCTS, Leifers

111


Kennzahlen und Eckdaten der Obstgenossenschaften im Raiffeisenverband Südtirol Beschreibung 2004/05

+/– % Veränderung 2005/06 gegenüber Vorjahr

+/– % Veränderung gegenüber Vorjahr

1) Anlieferung und Auszahlung Mitgliederanlieferung Kernobst 889.861,6 t + 12,2% 836.737,5 t - 6,0% Mitgliederanlieferung sonstiges Obst und Gemüse 6.085,5 t 0,0% 5.558,5 t - 8,7% Zukauf Kernobst von Dritten 50.054,4 t - 17,7% 54.733,7 t + 9,3% Anteil OG an Gesamtproduktion Kernobst in Südtirol 91,3 % + 0,6% Pkte 91,2 % - 0,1% Pkte Duchschnittsanlieferung Kernobst je Mitglied 119,3 t + 13,1% 115,0 t - 3,6% Duchschnittsproduktion Kernobst je ha 53,9 t + 12,6% 51,7 t - 4,1% Gesamtauszahlung an die Mitglieder ohne MwSt. 276,6 Mill. - 14,1% 259,4 Mill. - 6,2% Durchschnittsauszahlung je Mitglied 37,3 Tsd. - 12,9% 35,7 Tsd. - 4,3% Durchschnittsauszahlung je kg Kernobst 0,3109 € - 99,2% 0,3075 € - 1,1% Durchschnittsauszahlung je ha Obstanbaufläche 16,87 Tsd. - 13,2% 15,89 Tsd. - 5,8% 2) Daten zur Bilanz Bilanzsumme aller Obstgenossenschaften € 572,8 Mill. - 1,7% 572,3 Mill. - 0,1% Wertberichtigtes Investitionsgüter € 381,4 Mill. + 5,8% 394,0 Mill. + 3,3% Kundenforderungen € 87,2 Mill. - 0,6% 86,4 Mill. - 0,9% Geldmittel und Finanzanlagen (ohne Beteiligungen) € 41,1 Mill. - 52,6% 28,6 Mill. - 30,4% Vorräte € 25,3 Mill. + 172,0% 21,5 Mill. - 15,0% Eigenkapital € 265,5 Mill. + 5,0% 272,1 Mill. + 2,5% Rechnungsüberschuss € 2,5 Mill. + 150,0% 1,4 Mill. - 44,0% Bank- und sonstige Finanzierungen € 115,4 Mill. + 11,2% 108,0 Mill. - 6,4% Verbindlichkeiten an Mitglieder und Lieferanten € 158,3 Mill. - 15,9% 157,3 Mill. - 0,6% Zusatzinformationen Zugang Sachanlagen (Reinvestitionen) € 75,3 Mill. + 28,1% 61,7 Mill. - 18,1% Verhältnis Kundenforderungen/Umsatz 17,8 % + 2,0% Pkte 17,6 % - 0,2% Pkte Verhältnis Eigenkapital/Investitionsgüter 0,70 - 2,8% 0,70 0,0% 3) Daten zur Erfolgsrechnung Gesamterträge € 514,7 Mill. - 11,3% 512,1 Mill. - 0,5% Bruttoerlöse aus Obstverkäufen € 479,2 Mill. - 12,1% 480,5 Mill. + 0,3% Öffentliche Beiträge € 8,3 Mill. - 16,2% 9,2 Mill. + 10,8% Gesamtaufwendungen € 204,1 Mill. - 2,5% 210,6 Mill. + 3,2% Wertberichtigung Investitionsgüter € 32,4 Mill. - 1,5% 30,0 Mill. - 7,4% Personalaufwand € 50,4 Mill. + 4,1% 52,5 Mill. + 4,2% Zusatzinformationen Durchschnittserlös je kg Kernobsteingang 0,5154 € - 99,2% 0,5195 € + 0,8% Gesamtaufwendungen je kg im Schnitt 0,2312 € - 15,0% 0,2506 € + 8,4% Anteil Gesamtaufwendungen an den Gesamterlösen 39,7 % + 3,6% Pkte 41,1 % + 1,5% Pkte Wertberichtigung Investitionsgüter je kg Obsteingang 0,3620 € - 14,4% 0,3580 € - 1,1% Personalaufwand je Mitarbeiter 24,7 Tsd. + 3,2% 25,3 Tsd. + 2,4% 4) Andere Daten Anzahl der Verbandsgenossenschaften 30 - 9,1% 29 - 3,3% Anzahl der Genossenschaften mit eigener Verarbeitung 30 - 9,1% 29 - 3,3% Anzahl der Mitglieder am Bilanzstichtag 7.410 - 1,4% 7.273 - 1,8% Durchschnittliche Mitgliederanzahl je Genossenschaft 247 + 8,3% 251 + 1,6% Gesamte Obstanbaufläche der Mitglieder 16.403,4 ha - 1,0% 16.370,9 ha - 0,2% Durchschnittliche Obstanbaufläche je Mitglied 2,21 ha + 0,4% 2,25 ha + 1,7% Lagerkapazität 780.410 t + 4,9% 787.940 t + 1,0% Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter 2.037 + 0,9% 2.076 + 1,9% Obstverkauf im Inland 62,7 % - 7,5% Pkte 62,0 % - 0,7% Pkte Anteil Obstverkauf in Soderverpackung 52,9 % + 0,1% Pkte 56,1 % + 3,2% Pkte TW = Tafelware, €-C. = Eurocent

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3. Kellereigenossenschaften

Die Anzahl der dem Raiffeisenverband angeschlossenen Kellereigenossenschaften beträgt 17 und blieb damit unverändert. Es sind dies alle Kellereigenossenschaften Südtirols. Zwei Kellereigenossenschaften, und zwar jene von Salurn und die Weinproduzentengenossenschaft Brixen/Neustift und Umgebung, betreiben keine eigene Verarbeitung des Lesegutes und sind daher in der nachstehenden Übersicht bzw. in dem nachstehenden Kommentar nur teilweise berücksichtigt. Die Gesamtzahl der Einzelmitglieder der Kellereigenossenschaften betrug zum Bilanzstichtag (Ende Juni, Juli oder August) 3.733 und damit um 15 mehr als im Vorjahr. Die gesamten Weingüter dieser Mitglieder erstrecken sich auf 3.199 Hektar; aus weiteren 114 Hektar wurde das Lesegut von Nichtmitgliedern angeliefert. Die Ablieferungsmenge aus der Lese 2005 war mit 307.502 Doppelzentnern um ganze 20,0% kleiner als im Vorjahr und damit die geringste seit 1995. Dabei fällt auf, dass die Rotweinsorten einen Mengenrückgang von 24,2% und die Weißweinsorten einen solchen von nur 14,7% aufweisen. Der Anteil der roten Trauben an der Gesamtanlieferung hatte ein weiteres Mal abgenommen, und zwar um 2,9%. Um die selbe Prozentzahl hat der Anteil der Weißweinsorten an der Gesamtlieferung zugenommen und erhöhte sich somit auf 46,3%. 97,1% genannter Anlieferungs-

n Die 17 Kellereigenossenschaften Südtirols, die alle Mitglieder des Raiffeisenverbandes sind, konnten im Erntejahr 2005 eine gute aber um 20 Prozent geringere Ernte einfahren. Im Bild die Weinernte im traditionellen Anbaugebiet am Kalterer See.

menge stammte von Mitgliedern, der Rest wurde von Dritten zugekauft. Den höchsten Mengenrückgang verzeichneten die Sorten Riesling mit 30,2%, Cabernet mit 29,5% und Vernatsch mit 27,4%. Die genossenschaftlichen Kellereibetriebe verfügen über eine Lagerkapazität von 580.243 hl; im Berichtsjahr hat sich diese um 1.532 hl verringert. 55,0% davon bestehen aus Stahltanks, 37,4% aus Betonfässern und nur 7,6% sind Holzfässer. Diese Lagerkapazität kann die eigene Weinproduktion von zwei Jahren aufnehmen. Die Qualität des Lesegutes 2005 war gut, nur spät reifende Sorten sind teilweise

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qualitätsmäßig durch länger anhaltende Regenfälle beeinträchtigt worden. Die 15 verarbeitenden Kellereigenossenschaften haben aus den angelieferten Trauben 213.300 hl Wein erzeugt, was um ganze 21,3% weniger als im Vorjahr war. Würde man anteilig auch die Weinproduktion der nicht selbst verarbeitenden Kellereigenossenschaften von Salurn und Brixen/Neustift hinzunehmen, käme man auf 235.000 hl. So würde die genossenschaftliche Weinerzeugung 71,2% der gesamten Südtiroler Weinproduktion ausmachen. Obwohl der Weinmarkt weiter angespannt blieb, konnte der Weinverkauf um 7,8% auf 287.900 hl gesteigert werden. Dieser Zuwachs ist vor allem auf die Verkaufssteigerung im Inland (8,7%) zurückzuführen, der Exportanteil sank auf 20,8%. Eine kräftige Belebung hat der Verkauf in 0,75lt-Flaschen erfahren, der um 1,9 Mio. Stück (+ 13,9%) auf 15,5 Mio. Flaschen angehoben werden konnte und somit 40,4% des Gesamtverkaufes erreicht hat. Der lose Verkauf stieg um 15,8% und erreichte einen Verkaufsanteil von 23,5%. Leicht rückläufig (- 2,4%) war hingegen der Verkauf in den restlichen Abfüllungen. Die erhöhte Nachfrage konnte trotz hohem Anfangsbestand mit der kleinen Ernte nicht befriedigt werden, wodurch die Genossenschaften gezwungen waren, dies durch Zukäufe auszugleichen. Gegenüber dem Vorjahr haben diese um 22,2% zugenommen. Die Verkaufspreise konnten durchschnittlich nur um 1,4% angehoben werden, die Kos-

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ten pro Liter Kostenträger stiegen hingegen um 13,4%. Dessen ungeachtet konnten die durchschnittlichen Auszahlungspreise an Mitglieder und Lieferanten um 13,9% auf 1,54 € je Kilogramm Trauben gesteigert werden. Dies ist auf Wertaufholungen alter Weinbestände, die höher bewerteten Weinvorräte am Jahresende und auf größere Handelsgewinne zurückzuführen. Den Mitgliedern und Lieferanten ist eine Summe von 47,3 Mio. € ausgezahlt worden, was um 8,9% weniger als im Vorjahr war. Die durchschnittlichen Preise für die Rotweinsorten sind um 15,3%, jene für die Weißweinsorten um 11,3% gestiegen. Die Preisrangliste wurde von der Sorte Gewürztraminer mit 2,58 € pro kg angeführt, gefolgt von den Sorten Cabernet (2,52 €), Sauvignon (2,50 €) und Blauburgunder (2,34 €). Am schlechtesten schnitt die Sorte Vernatsch mit 0,97 € je kg ab. Der Hektarertrag wurde für die Ernte 2005 mit 14.283,00 € ermittelt und lag damit um 10,6% unter jenem des Vorjahres. Die Kellereigenossenschaften haben im Berichtsjahr 8,12 Mio. € in abschreibbares Anlagevermögen investiert; das Eigenkapital liegt um 55% über dem Restbuchwert des Anlagevermögens. Die Beschäftigtenzahl ist mit 317 Personen gegenüber dem Vorjahr um 2,2% angewachsen. Der gute Ruf der Südtiroler Weine erfreut sich im In- und Ausland einer zunehmenden Festigung. Die vielfältigen Prämierungen, die die Südtiroler Quali-


n Die Eisacktaler Kellereigenossenschaft ist bekannt für ihre ausgeprägten Weißweine. Sie produziert davon mehr als 90 Prozent, die zu 96 Prozent als hochwertige DOC-Weine ihren Absatz finden. Um den modernen Produktions- und Präsentationsanforderungen zu entsprechen, wurde die Kellereigenossenschaft grundlegend umgebaut.

tätsweine im Berichtsjahr erhielten, sind eine Anerkennung und Bestätigung der seit Jahren dauernden Bemühungen, die Qualität und den Ruf der Südtiroler Weine zu verbessern und zu konsolidieren.

0. Kellerei St. Michael Eppan, Eppan 1 11. Kellerei St. Pauls, St. Pauls/Eppan 12. Kellerei Terlan 13. Kellerei Tramin 14. Kellereigenossenschaft Girlan, Girlan/Eppan 15. Meraner Weinkellerei

Mitglieder 1. Andrianer Kellerei 2. Burggräfler Kellerei, Marling 3. Eisacktaler Kellerei, Klausen 4. Erste & Neue Kellerei, Kaltern 5. Kellerei Bozen 6. Kellerei Kaltern 7. Kellerei Kurtatsch 8. Kellerei Nals-Margreid/Entiklar, Nals 9. Kellerei Schreckbichl, Girlan/Eppan

ohne eigene Verarbeitung 16. Kellerei Salurn 17. Weinproduzentengenossenschaft Brixen/Neustift u. Umgebung, Vahrn Verbände Verband der Kellereigenossenschaften Südtirols, Bozen Südtiroler Weinbauernverband, Eppan

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Kennzahlen und Eckdaten der Kellereigenossenschaften im Raiffeisenverband Südtirol Beschreibung 2004/05

+/– % Veränderung 2005/06 gegenüber Vorjahr

+/– % Veränderung gegenüber Vorjahr

1) Anlieferung und Auszahlung Gesamtproduktion und Anlieferung 384.595,0 dt + 16,2% 307.502,4 dt - 20,0% Mitgliederanlieferung Trauben 373.112,0 dt + 16,1% 298.662,2 dt - 20,0% Zukauf Trauben von Dritten 11.482,6 dt + 18,3% 8.840,2 dt - 23,0% Zukauf sonstige Handelswaren € 7,5 Mill. - 19,4% 9,0 Mill. + 20,0% Anteil an Gesamtproduktion Trauben in Südtirol 72,9 % + 3,7% Pkte 71,2 % - 1,7% Pkte Durchschnittsanlieferung Trauben je Mitglied 100,4 dt + 17,2% 80,0 dt - 20,3% Durchschnittsproduktion Trauben je ha 118,2 dt + 16,7% 94,5 dt - 20,0% Erzeugte Weinmenge 271.178 hl + 15,4% 213.300 hl - 21,3% Durchschnittliche Ausbeute (Trauben:Wein) 76,3 % - 0,4% Pkte 75,9 % - 0,4% Pkte Gesamtauszahlung an die Mitglieder ohne MwSt. € 50,4 Mill. + 3,9% 46,1 Mill. - 8,5% Durchschnittsauszahlung je Mitglied 13,6 Tsd. + 5,4% 12,3 Tsd. - 9,6% Durchschnittsauszahlung je kg Trauben 1,35 € - 10,6% 1,54 € + 14,1% Durchschnittsauszahlung je ha Weinanbaufläche € 15,98 Tsd. + 5,0% 14,28 Tsd. - 10,6% 2) Daten zur Bilanz Bilanzsumme aller Kellereigenossenschaften € 101,8 Mill. + 4,0% 118,2 Mill. + 16,1% Wertberichtigte Investitionsgüter € 30,1 Mill. + 4,5% 32,3 Mill. + 7,3% Kundenforderungen € 31,0 Mill. + 6,2% 33,3 Mill. + 7,4% Geldmittel und Finanzanlagen (ohne Beteiligungen) € 8,6 Mill. - 43,0% 8,1 Mill. - 5,8% Vorräte € 30,0 Mill. + 17,2% 26,5 Mill. - 11,7% Eigenkapital € 49,1 Mill. + 2,1% 50,5 Mill. + 2,9% Rechnungsüberschuss € 1,0 Mill. - 28,0% 1,2 Mill. + 20,0% Bank- und sonstige Finanzierungen € 10,0 Mill. + 16,3% 10,9 Mill. + 9,0% Verbindlichkeiten an Mitglieder und Lieferanten € 33,6 Mill. + 2,4% 31,6 Mill. - 6,0% Zusatzinformationen Zugang Sachanlagen € 7,0 Mill. - 6,7% 8,1 Mill. + 15,7% Verhältnis Kundenforderungen/Umsatz 33,2 % + 2,2% Pkte 32,5 % - 0,7% Pkte Verhältnis Eigenkapital/Investitionsgüter 163,3 % - 3,6% Pkte 156,2 % - 7,1% Pkte VorräteWein in hl 184.668 hl + 21,5% 153.523 hl - 16,9% Bewertung Vorräte Wein je Liter 1,45 € - 0,7% 1,51 € + 4,1% 3) Daten zur Erfolgsrechnung Gesamterträge € 99,2 Mill. + 2,8% 100,2 Mill. + 1,0% Bruttoerlöse aus Weinverkäufen € 92,4 Mill. - 0,3% 101,3 Mill. + 9,6% Öffentliche Beiträge € 0,7 Mill. + 16,7% 0,7 Mill. 0,0% Gesamtaufwendungen € 43,4 Mill. + 5,1% 47,0 Mill. + 8,3% Wertberichtigung Investitionsgüter € 4,7 Mill. - 11,3% 4,5 Mill. - 4,3% Personalaufwand € 11,8 Mill. + 3,5% 12,8 Mill. + 8,5% Zusatzinformationen Durchschnittserlös je Liter Wein 3,46 € + 2,4% 3,51 € + 1,4% Gesamtaufwendungen je lt/KT im Schnitt 1,47 € + 2,8% 1,67 € + 13,6% Anteil Gesamtaufwendungen an den Gesamterlösen 43,8 % + 1,0% Pkte 46,9 % + 3,2% Pkte Wertberichtigung Investitionsgüter je kg Traubeneingang 0,12 € - 33,3% 0,15 € + 25,0% Personalaufwand je Mitarbeiter € 37,94 Tsd. + 3,6% 40,41 Tsd. + 6,5% 4) Andere Daten Anzahl der Verbandsgenossenschaften 17 0,0% 17 0,0% Anzahl der Verbandsgenossenschaften mit eigener Verarbeitung 15 0,0% 15 0,0% Anzahl der Mitglieder am Bilanzstichtag 3.718 - 0,9% 3.733 + 0,4% Durchschnittliche Mitgliederanzahl je Genossenschaft 219 - 0,9% 220 + 0,5% Gesamte Weinanbaufläche der Mitglieder 3.138 ha - 0,5% 3.199 ha + 1,9% Durchschnittliche Weinanbaufläche je Mitglied 0,84 ha 0,0% 0,86 ha + 2,4% Lagerkapazität 581.775 hl + 0,1% 580.243 hl - 0,3% Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter 310 0,0% 317 + 2,3% Gesamte verkaufte Weinmenge 267.028 hl - 2,8% 287.897 hl + 7,8% Weinverkauf im Inland 209.703 hl - 2,5% 228.009 hl + 8,7% Weinverkauf in 0,75-lt -Flaschen 38,2 % + 3,0% Pkte 40,4 % + 2,2% Pkte Weinverkauf in sonstiger Abfüllung 39,9 % - 3,2% Pkte 36,2 % - 3,7% Pkte KT = Durchschnitt der verarbeiteten und verkauften Weinmengen in hl, dt = Dezitonne (100 kg)

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4. Molkereigenossenschaften und Viehwirtschaftsgenossenschaften Molkereigenossenschaften Mit Ausnahme der „Verkäufe ab Hof“, die unbedeutende Mengen ausmachen, ist die Verarbeitung und Vermarktung der in Südtirol erzeugten Milch zu hundert Prozent in genossenschaftlichen Händen. In Südtirol gibt es 14 Genossenschaften und ein Konsortium des Milchsektors, von denen elf in der Verarbeitung und Vermarktung tätig sind. Die Anzahl dieser Genossenschaftssparte ist damit gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Die Daten dieser elf verarbeitenden Genossenschaften werden in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst ausgewiesen. Im Jahr 2006 wurden 388.843 Tonnen Milch der genossenschaftlichen Verwertung und Vermarktung zugeführt, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von nur 0,7% gleichkommt. Von besagter Menge übernahm das Konsortium MILKON 240.006 Tonnen, das sind 61,7% der Gesamtanlieferung. MILKON ist mit einem Verkaufserlös von 168,3 Mio. € mittlerweile zum größten Lebensmittelproduzenten der Region geworden. Die Südtiroler Milchwirtschaft ist von erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung und nimmt einen hohen Stellenwert in der Ernährungswirtschaft ein, der auch weit über die Grenzen unseres Landes hinausreicht. Immerhin werden in Südtirol an die 3% der italienischen Gesamtproduktion an Milch erzeugt, während die Bevölke-

n Die Südtiroler Milchwirtschaft ist von großer volks- und ernährungswirtschaftlicher Bedeutung. So werden im Milchhof Brixen jährlich 9 Mio. Tonnen Mozzarella hergestellt und auf dem italienischen Markt verkauft.

rung nur rund 0,8% und die Oberfläche 2,45% von Italien ausmachen. Demzufolge werden auch etwa zwei Drittel der in Südtirol erzeugten Milch oder der daraus gewonnenen Produkte außer Landes auf den Markt gebracht. Alle Molkereigenossenschaften Südtirols sind Mitglied des Raiffeisenverbandes. Zurückgegangen ist ein weiteres Mal die Anzahl der Einzelmitglieder dieser Genossenschaften um 87 Einheiten, das sind 1,3%. Demzufolge waren es zu Jahresende noch 6.384 Mitglieder. Die den Milchproduzenten zugeteilten „Quoten“ sind mit insgesamt 392,7 Milli-

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n Die Milchprodukte, insbesondere die verschiedenen Käsespezialitäten der Molkereigenossenschaften und Milchhöfe Südtirols, brauchen keinen Vergleich zu scheuen. Bei der 12. Internationalen Käseolympiade, die jährlich in Galtür stattfindet, konnten die Südtiroler Teilnehmer eine Reihe von Auszeichnungen mit nach Hause nehmen.

onen kg gegenüber dem Vorjahr so gut wie unverändert geblieben. Im Milchwirtschaftsjahr 2006/7 hatten 2.426 Erzeuger ihr Milchkontingent um insgesamt 35,1 Mio. kg überschritten. Das waren um 396 Erzeuger weniger als im Jahr zuvor. Der Raiffeisenverband hatte die Milchquotenverwaltung wiederum durchgeführt, und so verfügt er über ein verlässliches Bild dieses Sachverhaltes. Durch die niedrigere Mitgliederzahl stieg die durchschnittliche Ablieferungsmenge pro Mitglied geringfügig um 2,1% auf 60,9 Tonnen. Die zu Produkten verarbeite-

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te Milchmenge stieg um knapp 6% auf 290.000 Tonnen, die engros verkaufte Milch belief sich auf 120.450 Tonnen. Damit wurde im Landesdurchschnitt die angelieferte Milch erstmals zu mehr als 70% verarbeitet, was der höheren Wertschöpfung durchaus dienlich war. Die Preise auf dem Markt standen im ersten Jahresdrittel ein in weiteres Mal unter starkem Druck und haben sich in der Folge wieder etwas erholt. Dadurch war es möglich, die Gesamterträge um 5,7% auf 333,6 Mio. € zu steigern; die alleinigen Bruttoerlöse aus Milch und Milchprodukten


konnten allerdings um 3,2% angehoben werden. Noch etwas niedriger fiel die Steigerung der Durchschnittserlöse je kg Milcheingang aus, die mit einem Plus von 2,8% errechnet worden sind. Unter Berücksichtigung der Dynamik von Kosten und Erträgen konnte den Mitgliedern je kg angelieferter Milch schließlich ein Preis ausgezahlt werden, der mit 0,3773 € um 1,2% über jenem des Vorjahres lag. Die gesamte an die Mitglieder ausbezahlte Summe war mit 146,7 Mio. € um 1,9% höher als im Jahr zuvor. Wird dies auf die geringere Mitgliederzahl berechnet, so ergibt sich eine durchschnittliche Auszahlung von 23.000,00 € je Mitglied, und das sind 3,3% mehr als im Vorjahr. Erstmals erhoben wurde die Anzahl der von den Mitgliedern gehaltenen Milchkühe, die mit 68.334 ermittelt worden ist, d.h. das durchschnittlich je Mitglied 10,7 Kühe gehalten werden und dass die Auszahlung für die angelieferte Milch je Milchkuh 2.147,00 € ausmachte. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter(innen) ist um 2,9% auf 812 angestiegen; die durchschnittlichen Personalkosten sanken um 0,3% auf 34.800,00 € je Person. Die Südtiroler Milchwirtschaft stand ein weiteres Mal unter erheblichem Druck der Konkurrenz und es ist wohl damit zu rechnen, dass dieser auch in den nächsten Jahren anhalten wird. Die Marktposition der Südtiroler Molkereigenossenschaften scheint allerdings an Bedeutung zu ge-

winnen, was zusammen mit der weithin anerkannten Qualität, insbesondere der Frischprodukte, hoffen lässt, dass sie sich auch in Zukunft gut behaupten können.

Mitglieder 1. Genossenschaft Milchhof Sterzing 2. Jochalmkäserei Latzfons, Latzfons/Klausen 3. Käserei Sexten 4. Milchhof Brixen, Vahrn 5. Milchhof Meran 6. Milkon Südtirol, Bozen 7. Psairer Bergkäserei Bio, St. Martin i. P. 8. Sennerei Burgeis, Burgeis/Mals 9. Sennerei Drei Zinnen - Schaukäserei, Toblach 10. Sennereigenossenschaft Algund 11. Sennereigenossenschaft Gherdeina – Lat, Runggaditsch/Kastelruth ohne Verarbeitungstätigkeit 12. Mila, Bozen 13. Milchhof Bruneck 14. Molkereigenossenschaft Tirol 15. Sennereigenossenschaft Prad Verband Sennereiverband Südtirol, Bozen

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Kennzahlen und Eckdaten der Molkereigenossenschaften im Raiffeisenverband Südtirol Beschreibung 2005

+/– % Veränderung 2006 gegenüber Vorjahr

+/– % Veränderung gegenüber Vorjahr

1) Anlieferung und Auszahlung Mitgliederanlieferung Milch 386.324 t + 3,4% 388.843 t + 0,7% Zukauf Milch von Dritten 22.455 t - 29,7% 21.395 t - 4,7% Anteil MG an Gesamtproduktion Milch in Südtirol 96,6 % 0,0% Pkte 96,8 % + 0,2% Pkte Durchschnittsanlieferung Milch je Mitglied 59,7 t + 4,2% 60,9 t + 2,1% Durchschnittsproduktion Milch je Milchkuh 5.571 kg + 3,9% 5.690 kg + 2,1% Zu Produkten verarbeitete Milchmenge 273.569 t - 5,6% 289.786 t + 5,9% engros verkaufte Milchmenge 135.210 t + 16,6% 120.452 t - 10,9% Anteil in Prozenten zum gesamten Milcheingang: Engrosverkauf 33,1 % + 4,5% Pkte 29,4 % - 3,7% Pkte zu Frischmilch verarbeitet 5,5 % - 0,1% Pkte 5,5 % - 0,0% Pkte zu H-Milch verarbeitet 6,4 % + 0,6% Pkte 6,6 % + 0,2% Pkte zu Joghurt verarbeitet 19,5 % - 0,1% Pkte 22,2 % + 2,7% Pkte zu anderen Produkten verarbeitet 35,5 % - 4,8% Pkte 36,5 % + 0,9% Pkte Gesamtauszahlung an die Mitglieder ohne MwSt. € 144,0 Mill. + 0,5% 146,7 Mill. + 1,9% Durchschnittsauszahlung je Mitglied € 22,3 Tsd. + 1,3% 23,0 Tsd. + 3,3% Durchschnittsauszahlung je kg Milch 0,3728 € - 2,8% 0,3773 € + 1,2% Durchschnittsauszahlung je Milchkuh 2.077 € + 1,1% 2.147 € + 3,4% 2) Daten zur Bilanz Bilanzsumme aller Molkereigenossenschaften € 216,6 Mill. + 6,3% 215,7 Mill. - 0,4% Wertberichtigte Investitionsgüter € 91,9 Mill. + 5,2% 98,8 Mill. + 7,6% Kundenforderungen € 67,3 Mill. + 3,5% 69,5 Mill. + 3,3% Geldmittel und Finanzanlagen (ohne Beteiligungen) € 15,6 Mill. - 1,1% 7,7 Mill. - 50,3% Vorräte € 16,0 Mill. + 13,0% 16,3 Mill. + 1,5% Eigenkapital (ohne Gewinn) € 91,5 Mill. + 2,1% 94,0 Mill. + 2,7% Rechnungsüberschuss (ohne Mutualitätsabgabe) € 1,9 Mill. + 40,4% 1,0 Mill. - 45,7% Bank- und sonstige Finanzierungen € 94,5 Mill. + 3,3% 96,8 Mill. + 2,4% Verbindlichkeiten an Mitglieder und Lieferanten € 90,5 Mill. - 1,8% 91,7 Mill. + 1,2% Zusatzinformationen Zugang Sachanlagen (Reinvestitionen) € 11,9 Mill. + 50,3% 14,7 Mill. + 23,4% Verhältnis Kundenforderungen/Umsatz 23,1 % + 0,5% Pkte 23,1 % + 0,0% Pkte Verhältnis Eigenkapital/Investitionsgüter 99,6 % - 3,1% Pkte 95,1 % - 4,5% Pkte 3) Daten zur Erfolgsrechnung Gesamterträge € 315,6 Mill. + 2,4% 333,6 Mill. + 5,7% Bruttoerlöse aus Milch- und Milchprodukten € 291,3 Mill. + 1,3% 300,6 Mill. + 3,2% Öffentliche Beiträge € 0,2 Mill. + 5,8% 0,2 Mill. - 4,9% Gesamtaufwendungen € 171,4 Mill. + 6,4% 185,9 Mill. + 8,5% Wertberichtigung Investitionsgüter € 10,7 Mill. + 7,9% 11,4 Mill. + 6,3% Personalaufwand € 27,5 Mill. + 10,3% 28,3 Mill. + 2,6% Zusatzinformationen Durchschnittserlös je kg Milcheingang 0,7127 € + 0,5% 0,7327 € + 2,8% Gesamtaufwendungen je kg Milcheingang 0,4192 € + 5,6% 0,4530 € + 8,1% Anteil Gesamtaufwendungen an den Gesamterlösen 54,3 % + 2,1% Pkte 55,7 % + 1,4% Pkte Wertberichtigung Investitionsgüter je kg Milcheingang 0,0262 € + 7,1% 0,0278 € + 5,9% Personalaufwand je Mitarbeiter 34,9 Tsd. + 2,3% 34,8 Tsd. - 0,3% 4) Andere Daten Anzahl der Verbandsgenossenschaften 15 0,0% 15 0,0% Anzahl der Genossenschaften mit eigener Verarbeitung 11 + 10,0% 11 0,0% Anzahl der Mitglieder am Bilanzstichtag 6.471 - 0,8% 6.384 - 1,3% Durchsch. Mitgliederanzahl je verarbeitende Genossenschaft 588 - 9,8% 580 - 1,3% Gesamtanzahl Milchkühe der Mitglieder 69.343 - 0,6% 68.334 - 1,5% Durchschnittliche Anzahl der Milchkühe je Mitglied 10,7 + 0,2% 10,7 - 0,0% Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter 789 + 7,8% 812 + 2,9%

120


Viehwirtschaftsgenossenschaften Die Südtiroler Viehwirtschaft weist eine beachtenswerte Vielfalt auf und umfasst neben der Rinderhaltung auch Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen und Kleintiere. Nachstehende Tierzuchtverbände, die Genossenschaften der Primärstufe sind, erfüllen in diesem Wirtschaftszweig sehr wichtige Aufgaben, so in der Zuchtauslese, in der Herdebuchführung, in der Leistungsprüfung, bei Ausstellungen, Zuchtviehversteigerungen oder bei der Vermarktung ganz allgemein. Es handelt sich um den: 1. Südtiroler Braunviehzuchtverband, Bozen 2. Südtiroler Rinderzuchtverband, Bozen 3. Südtiroler Fleckviehzuchtverband, St. Lorenzen 4. Südtiroler Haflinger Pferdezuchtverband, Bozen 5. Verband der Südtiroler Kleintierzüchter, Bozen Das Ziel, alle diese Verbände unter einem Dach zusammenzuführen, ist mittlerweile verwirklicht worden. Im „Haus der Tierzucht“ am südlichen Stadtrand von Bozen haben sie und auch der Verband der Sennereigenossenschaften nunmehr ihren neuen Sitz. Das Nebeneinander der Verbände in einem einzigen Gebäude wird es auch ermöglichen, bestimmte Leistungen, vor allem im Bereich der Verwaltung, gemeinsam zu verrichten. Die Milch- und Viehwirtschaft stellt zwei-

n Am südlichen Stadtrand von Bozen wurde im Betriebsjahr das „Haus der Tierzucht“ bezogen. Es ist der Sitz von zehn Verbänden, Genossenschaften und Vereinen, die die Zucht und Pflege von Tieren bezwecken.

fellos den wichtigsten Erwerbszweig der bergbäuerlichen Familien dar und sie ist nahezu hundertprozentig genossenschaftlich organisiert. Ein besonderes Augenmerk wird der Rindergesundheit gewidmet, und der Gesundheitsgrad der Tiere kann als sehr gut bezeichnet werden. Das Wirtschaftsjahr 2006 wird durchwegs als zufriedenstellend bezeichnet, so auch was die Preise für Rinder angeht. Dennoch ist eine Tendenz abnehmender Viehbestände feststellbar, so auch bei den Milchkühen, die um 1,5% auf 68.334 zurückgingen. Bei den Herdebuchkühe ist hingegen eine Abnahme von 0,5% auf 60.235 feststellbar. Die Anzahl der Züchter und auch jene der Vermarkter hat hingegen um 0,5% bzw. 2,7% zugenommen.

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Kennzahlen und Eckdaten der Viehzuchtverbände im Raiffeisenverband Südtirol Beschreibung 2005

+/– % Veränderung 2006 gegenüber Vorjahr

Anzahl der Verbandsgenossenschaften 3 3 Anzahl der Züchter (A-Mitglieder) 7.010 - 0,6 7.046 Anzahl der Vermarkter (B-Mitglieder) 2.188 + 1,6 2.246 Anzahl der Mitarbeiter 46,0 - 2,2 48,0 Bilanzsumme Euro Anlagevermögen (Sachanlagen) € Eigenkapital € Personalaufwand € Personalaufwand je Mitarbeiter €

Mill. Mill. Mill. Mill. Tsd.

10,37 2,24 7,40 1,57 34,1

Anzahl Herdebuchkühe 60.560 Neupunktierungen 14.546 Erstbesamungen 88.547 Zuchtviehversteigerungen 36 verkaufte Stück an Zuchtvieh 5.724 Umsatz Versteigerungen Zuchtvieh € Mill. 7,09 Abschreibequote Tsd. 146,0 Gewinn Tsd. - 60,8

122

+ 33,3 + 9,3 + 43,0 + 4,7 + 7,1

+/– % Veränderung gegenüber Vorjahr

+ 0,5 + 2,7 + 4,3

11,17 3,08 7,91 1,62 33,73

+ 7,6 + 37,6 + 7,0 + 3,1 - 1,2

- 1,7 60.235 + 2,1 13.958 - 8,5 108.476 - 2,7 36 - 3,3 6.671 + 2,3 8,24 - 82,2 162 + 1.888,7 504

- 0,5 - 4,0 + 22,5 + 16,5 + 16,2 + 11,2 + 929,8


5. Konsumgenossenschaften und landwirtschaftliche Bezugsgenossenschaften Konsumgenossenschaften

Bezugsgenossenschaften

Bei den sechs Konsumgenossenschaften, die Mitglieder des Raiffeisenverbandes sind, ist auch im Berichtsjahr wieder eine beachtliche Steigerung der Mitgliederzahl festzustellen, und zwar von 2.285 auf 3.013, was knapp 32% gleichkommt.

Den vier Bezugsgenossenschaften, die Mitglied des Raiffeisenverbandes sind, gehörten Ende 2006 970 Mitglieder an, und das waren um 0,4% weniger als im Vorjahr. Diese Genossenschaften versorgen ihre Mitglieder hauptsächlich mit landwirtschaftlichen Produktionsgütern oder Bedarfsartikeln und der entsprechende Umsatz ist im Berichtsjahr um 10,4% auf 4,09 Mio. € angestiegen. Als atypische Bezugsgenossenschaft fungiert in diesem Bereich die landwirtschaftliche Einkaufsgenossenschaft LEG, deren Mitglieder vorwiegend Obstgenossenschaften sind, für welche sie den gemeinschaftlichen Einkauf von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, von Materialien für Stützgerüste erledigt sowie andere landwirtschaftliche Bedarfsartikel besorgt.

Auch der Umsatz ist gestiegen, und zwar um 5,3% auf insgesamt 12,74 Mio. €. Daran lässt sich erkennen, dass auch diese Genossenschaften ihrem Auftrag gerecht werden und eine wichtige Funktion für ihre Mitglieder wie auch für die Versorgung der örtlichen Gemeinschaften erfüllen.

Mitglieder 1. Konsumgenossenschaft Kastelruth 2. Konsumgenossenschaft Laas 3. Konsumgenossenschaft Tramin 4. Konsumverein Kurtatsch 5. Konsumverein Salurn 6. Konsumgenossenschaft Völs1 Atypische Konsumgenossenschaften 7. Genossenschaft für KVW Aktionen Pustertal – GEKA, Bruneck* 8. Landesmensa- und Konsumgenossenschaft Bozen 1

Trägt die Bezeichnung „Landwirtschaftliche Bezugsgenossenschaft Völs“

* Genossenschaft mit nicht vorwiegender Mitgliederförderung

Mitglieder 1. Landwirtschaftliche Bezugsgenos senschaft Leifers-Branzoll 2. Bezugsgenossenschaft Kurtatsch 3. Landwirtschaftliche Bezugsgenos senschaft Salurn 4. Überetscher Einkaufsgenossenschaft, Eppan Atypische Bezugsgenossenschaft 5. Landwirtschaftliche Einkaufsgenossenschaft (LEG), Meran

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Kennzahlen und Eckdaten der Konsumgenossenschaften im Raiffeisenverband Südtirol Beschreibung 2005

+/– % Veränderung 2006 Diff. gegenüber Vorjahr

Anzahl Genossenschaften Anzahl der Mitglieder Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter Konsolidierte Bilanzsumme in Tsd € Anlageverm. z. Anschaffungswert in Tsd € Anlagevermögen z. Restbuchwert in Tsd € Endbestände Umsatzgüter in Tsd € EB: in % zum Umsatz Eigenkap.(+ 97% d.akt.Übersch.) in Tsd € Abschreibegrad in % Umsatz in Tsd € Umsatz je Mitarbeiter in Tds € Personalaufwand in Tsd € Gesamtkosten in Tsd € Personalaufw. pro Mitarbeiter in Tsd € Umschlagshäufigkeit Bruttospanne in % Rückvergütungen an Mitglieder in Tsd €

+/- 0,0 % 6 0,0 +/- 0,0 % 20,4 % 3.013 728 31,9 % 2,3 % 9,4 -0,1 -1,1 % 4,3 % 4.464,9 43,9 1,0 % -0,7 % 3.850,6 -37,5 -1,0 % -10,4 % 1.520,0 -140,2 -8,5 % 14,5 % 1.374,0 26,9 2,0 % 5,7 % Pkte. 10,8 -0,3 -3,1 % Pkte. -1,6 % 1.993,9 212,9 12,0 % 8,0 % Pkte. 60,5 3,2 5,6 % Pkte. 8,2 % 12.737,7 636,2 5,3 % 3,1% 279,2 2,1 0,8 % 11,5 % 1.742,7 32,9 1,9 % 10,8 % 2.627,6 23,9 0,9 % 8,5 % 30,9 0,9 3,1 % 3,0 % 7,5 -0,1 -0,8 % 12,5 Pkte. 25,5 -1,8 -6,7 % Pkte. 14,6 % 39,9 -7,5 -15,8 %

6 2.285 9,5 4.421,0 3.888,2 1.660,2 1.347,1 11,1 1.780,9 57,3 12.101,6 277,1 1.709,8 2.603,7 29,9 7,5 27,3 47,3

+/– % Veränderung gegenüber Vorjahr

Kennzahlen und Eckdaten der Bezugsgenossenschaften im Raiffeisenverband Südtirol

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Beschreibung 2005

+/– % Veränderung 2006 Diff. gegenüber Vorjahr

Anzahl Genossenschaften 4 Anzahl der Mitglieder 974 Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter 1,3 Konsolidierte Bilanzsumme in Tsd € 2.457,6 Anlageverm. z. Anschaffungswert in Tsd € 972,5 Anlagevermögen z. Restbuchwert in Tsd € 696,3 Endbestände Umsatzgüter in Tsd € 1.304,7 EB: in % zum Umsatz 35,2 Eigenkap.(+ 97% d.akt.Übersch.) in Tsd € 709,6 Abschreibegrad in % 28,4 Umsatz in Tsd € 3.707,0 Umsatz je Mitarbeiter in Tds € 699,8 Personalaufwand in Tsd € 193,6 Gesamtkosten (inkl. Personal) in Tds € 422,0 Personalaufw. pro Mitarbeiter in Tsd € 38,0 Umschlagshäufigkeit 2,7 Bruttospanne in % 13,9 Umsatz je Mitglied in Tsd € 3,8

-/+ % 4 - 2,5 % 970 -/+ % 1,3 33,0 % 3.296,6 73,9 % 1.440,9 106,7 % 1.128,7 14,0 % 1.647,8 - 7,1 % Pkte. 40,3 3,1 % 761,5 - 39,8 % Pkte. 21,7 22,0 % 4.091,3 20,0 % 739,3 4,1 % 224,3 - 1,7 % 478,8 4,0 % 43,1 6,3 % 2,4 - 20,3 % Pkte. 14,3 26,9 % 4,2

0,0 - 4 0,0 839,0 468,4 432,4 343,1 5,1 51,9 - 6,7 384,3 39,5 30,7 56,8 5,1 - 0,3 0,4 0,4

+/– % Veränderung gegenüber Vorjahr

-/+ % - 0,4 % -/+ % 34,1 % 48,2 % 62,1 % 26,3 % 14,4 % Pkte. 7,3 % - 23,7 % Pkte. 10,4 % 5,7 % 15,8 % 13,5 % 13,5 % - 10,2 % 2,8 % 11,0 %


6. Energiegenossenschaften

Im Berichtsjahr ist die Anzahl der dem Verband angeschlossenen Genossenschaften dieser Sparte um sechs Einheiten auf 56 angewachsen und damit stellen diese nunmehr eine sehr wichtige Komponente innerhalb der Raiffeisen-Genossenschaften unseres Landes dar. Die Bedeutung, die der Raiffeisenverband diesen Genossenschaften beimisst, kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass er die Initiative zur Errichtung eines eigenen Fachverbandes für diese Sparte von Genossenschaften aktiv unterstützte und für denselben den Namen „Raiffeisen“ in der Firmenbezeichnung zugelassen hat. Der „Raiffeisen Energie Verband“ hat seinen Sitz im Raiffeisenhaus und hat sich wichtige Ziele gesetzt und Aufgaben vorgenommen, die die Förderung und Entwicklung des genossenschaftlichen Energiesektors zum Gegenstand haben. Die Energiegenossenschaften erzeugen entweder Elektroenergie oder Wärmeenergie und mehrere Genossenschaften, die in letzter Zeit gegründet wurden, haben sowohl die Erzeugung von Elektro- als auch von Wärmeenergie als Zweck im Statut festgeschrieben. Von den 56 Genossenschaften dieser Sparte haben 32 nur die Erzeugung und/ oder Verteilung von Elektroenergie statutarisch festgelegt und deren 25 sind mittlerweile in diesem Wirtschaftszweig aktiv tätig. Von denselben sind einige Eckzahlen in der nachstehenden Übersicht angeführt.

n Zu Jahresende haben die Energiegenossenschaften und andere Energieunternehmen den Raiffeisen Energie Verband (REV) gegründet. Der Verband will Interessensvertreter der heimischen Energieerzeuger und -verteiler sein und eine Plattform bieten, um Synergieeffekte zu nutzen, die lokale Eigenständigkeit im Energiebereich auf der Basis erneuerbarer Energiequellen auszubauen und die Wertschöpfung im Land zu begünstigen. Im Bild: Konrad Palla, Direktor des Raiffeisenverbandes, Georg Wunderer, Präsident des Raiffeisen Energie Verbandes, Rudi Rienzner, Geschäftsführer bei der Pressekonferenz.

Die maximale Nennleistung dieser Genossenschaften ist mit 36.324 kW ermittelt worden, während die mittlere Nennleistung rund die Hälfte beträgt. Im Berichtsjahr wurde die letztere Nennleistung um ganze 16,6% erhöht. Die Anzahl der Mitglieder dieser Genossenschaften ist um 6% auf knapp 5.500 angewachsen und die An-

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20% liegt; von inländischen Sägewerken werden knapp über 50% zugekauft und der Rest wird importiert. Immerhin wurde erhoben, dass die Bezieher von Fernwärme 20% weniger auslegen müssen als jene, die auf den traditionellen Brennstoff Heizöl zurückgreifen. Dies und Überlegungen im Sinne des Umweltschutzes dürften die Hauptgründe dafür sein, dass immer wieder neue Fernheizwerke, meist auf genossenschaftlicher Grundlage, errichtet werden.

Mitglieder n Das Elektrizitätswerk Stilfs feierte sein 85-jähriges Gründungsjubiläum. Gleichzeitig wurde das neue Büro- und Verwaltungsgebäude in Gomagoi eröffnet und das Blockheizkraftwerk in Trafoi der Dorfgemeinschaft vorgestellt.

zahl der Stromabnehmer hat um 6,6% zugenommen und die Zahl von 10.000 überschritten. Stark fällt die Steigerung der Stromproduktion von 16,6% auf und die Summe der Stromverkäufe ist auf knapp 16 Mio. € um 32,5% angestiegen. Von den Genossenschaften, die Wärmeenergie erzeugen, arbeiten einige mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen, bei anderen wiederum stellt sich die Wirtschaftlichkeit etwas problematisch dar. Eine hohe Wärmebelegung im Versorgungsnetz, was in der Regel nur bei hoher Siedlungsdichte möglich ist, begünstigt die Rentabilität. Auf fällt, dass die Biomassebesorgung von heimischen Waldbesitzern immer noch unter

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1. Agrarenergie Terenten 2. Agrargenossenschaft Gufidaun, Gufidaun/Klausen 3. Ahrntaler E-Werk, Luttach/Ahrntal 4. Aldeiner landwirtschaftliche Erzeugergenossenschaft 5. Bioenergie Bruneck, St. Georgen/ Bruneck 6. Bioenergiegenossenschaft St. Valentin, St. Valentin a.d.H./ Graun im Vinschgau 7. Biogas Genossenschaft Prad 8. BIOKRAFT Rasen-Antholz 9. E.U.M. - Energie- und Umweltbetriebe Moos in Passeier 10. Elektrizitätsgenossenschaft Aschbach, Algund 11. Elektrizitätsgenossenschaft Asten, Sarntal 12. Elektrizitätsgenossenschaft Pflersch, Gossensass/Brenner


3. Elektrizitätsgenossenschaft 1 Vierschach-Winnebach, Vierschach/ Innichen 14. Elektrizitätsgenossenschaft Villnöß 15. Elektrizitätsgenossenschaft Winkel, Sand in Taufers 16. Elektrizitätswerk Kalmtal, St. Martin i. P. 17. Elektrizitätswerk Stilfs 18. Elektrizitätswerk Wengen 19. Elektrogenossenschaft Gomion, St. Leonhard i. P. 20. Elektrogenossenschaft Jaufental, Ratschings 21. Elektrogenossenschaft Pens, Sarntal 22. Elektrogenossenschaft St. Helena St. Pankraz-Ulten, St. Pankraz 23. Elektro-Genossenschaft Walten, St. Leonhard i.P. 24. Elektrowerk Gsies, St. Martin 25. Elektrowerkgenossenschaft Welsberg 26. Energie-Werk-Prad 27. Energie Genossenschaft Vintl 28. Energiegenossenschaft Albeins, Brixen* 29. Energiegenossenschaft Mauls 30. Energiegenossenschaft Oberland Rojenbach, Reschen/Graun 31. Energiegenossenschaft Rasen Antholz* 32. Energiegenossenschaft Sulden 33. Energieversorgung Vals, Mühlbach 34. E-Werk Lüsen 35. Fernheizkraftwerk Toblach-Innichen, Toblach

36. Fernheizwerk Gossensaß, Brenner 37. Fernheizwerk Vöran 38. Fernheizwerk Welsberg Niederdorf, Welsberg 39. Förderungsgenossenschaft Ulten 40. Genossenschaft Bioenergie Reschen 41. Genossenschaft BIOWATT - Taufers, Sand in Taufers/Taufers 42. Genossenschaft Heizwerk Feldthurns 43. Heizwerk Sarnthein, Sarnthein/ Sarntal 44. Kleingenossenschaft E-Werk St.Jakob Pfitsch* 45. Konsortium E-Werk Rabenstein, Moos i. P. 46. Laaser - Eyrser Energiegenossenschaft, Laas 47. Landwirtschaftliche Genossenschaft Schluderns* 48. Ökovolt, Brixen 49. Pfelderer Genossenschaft, Moos i. P. 50. Schluderns-Glurns Energie Genossenschaft, Schluderns 51. SEA Sorvisc-Energia-Ambient, St. Martin i.Th. 52. Termo Antermeia, St. Martin i. Th. 53. Vinschgauer Elektrizitäts-Konsortium, Schlanders 54. Wärme- und Energiegenossenschaft Ahrntal, St. Johann/Ahrntal 55. Wärmewerk Antholz, Rasen-Antholz 56. Welschnofner Energiegewinnungs genossenschaft

* Genossenschaft mit nicht vorwiegender Mitgliederförderung

127


Kennzahlen und Eckdaten der Energiegenossenschaften im Raiffeisenverband Südtirol Beschreibung Art der Werte Einheit

2005 +/– % Veränderung Werte gegenüber Vorjahr

Anzahl der Verbandsgenossenschaften 23 Anzahl der Mitglieder 5.168 Anzahl der Stromabnehmer 9.416 ø-Anschlusswert pro Stromabnehmer in kW 7,8 Anzahl Personal 40,0

0 25 + 1,9% 5.479 + 2,1% 10.040 + 11,9% 7,9 + 2,6% 41,0

Maximale Nennleistung kW 32.786 Nennleistung laut Konzession kW 20.002 Mittlere Nennleistung kW 15.679 Mittlere Nennleistung in % von max. Nennl. 47,8% Stromerzeugung kWh Mill. 137,8 Stromzukäufe kWh Mill. 23,0 Stromerzeugung in % der eingespeisten Energie 85,7% Stromzukäufe in % der eingespeisten Energie 14,3% Eigenverbrauch kWh in % von eingesp.Energie 1,1% Stromverluste auf eingespeiste Energie in % 5,0%

+ 0,8% 36.324 + 4,0% 24.007 - 6,9% 18.285 - 3,9% Pkte 50,3% - 9,1% 162,1 + 55,5% 38,4 - 5,4% Pkte 80,8% + 5,4% Pkte 19,2% - 0,2% 0,9% + 0,5% Pkte 3,3%

+ 10,8% + 20,0% + 16,6% + 2,5% Pkte + 17,6% + 66,8% - 4,8% Pkte + 4,8% Pkte - 0,2% Pkte - 1,7% Pkte

Summe Stromverkauf in Euro Mill. Stromverkauf in kWh Mill. Verkäufe an „Netzverwalter-Alleineinkäufer“ kWh Mill. Verkäufe an „Netzverwalter-Alleineinkäufer“ in %

+ 11,6% - 3,6% - 10,0% - 3,8% Pkte

+ 32,5% + 27,2% + 39,2% + 5,1% Pkte

Stromzukauf in Euro Anschlusswert der Stromabnehmer Stromzukauf in Stromverkauf in

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Tsd. kW €-Cent/kWh €-Cent/kWh

12,05 151,0 80,8 53,5% 2.007,1 73.269 8,71 7,98

15,97 192,14 112,5 58,6%

+ 15,4% 3.630,1 + 14,3% 79.306 - 25,8% 9,44 + 15,8% 8,31

2006 +/– % Veränderung gegenüber Vorjahr

+ 8,7% + 6,0% + 6,6% + 1,5% + 2,5%

+ 80,9% + 8,2% + 8,4% + 4,1%


7. Wassergenossenschaften (Trinkwasser und Beregnung) Insgesamt 17 dieser Genossenschaften sind dem Raiffeisenverband angeschlossen, wobei die Zahl gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben ist. Die Anzahl der Einzelmitglieder hat geringfügig von 4.477 auf 4.578 um 101 Einheiten zugenommen. Diese Genossenschaften versorgen ihre Mitglieder mit Trinkwasser oder sie bezwecken die Trockenberegnung oder ganz allgemein die Bewässerung von landwirtschaftlichen Wirtschaftsflächen.

Mitglieder 1. Beregnungsgenossenschaft Latzfons/Feldthurns, Klausen* 2. Beregnungsgenossenschaft Schabs, Natz-Schabs 3. Elektrizitäts- und Trinkwasser Genossenschaft Stefansdorf, St. Lorenzen* 4. Gaidnerbach-Erhaltungsgenossen schaft Andrian 5. Trinkwassergenossenschaft Afers, Brixen 6. Trinkwassergenossenschaft Girlan-Schreckbichl, Girlan 7. Trinkwassergenossenschaft Kastelruth 8. Trinkwassergenossenschaft Lajen/ Dorf 9. Trinkwassergenossenschaft Missian-Unterrain, Missian/Eppan 10. Trinkwassergenossenschaft NEPTUNIA Seis/Kastelruth

11. Trinkwassergenossenschaft Prissian, Tisens 12. Trinkwassergenossenschaft St. Konstantin Völs 13. Trinkwassergenossenschaft St. Pauls/Berg, St. Pauls/Eppan 14. Trinkwassergenossenschaft St.Michael - Eppan 15. Trinkwassergenossenschaft Terlan 16. Trinkwassergenossenschaft Turmbach-Maderneid Eppan, St. Michael/Eppan 17. Trinkwassergenossenschaft Völs am Schlern

* Genossenschaft mit nicht vorwiegender Mitgliederförderung

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8. Wohnbaugenossenschaften Die Zahl der Wohnbaugenossenschaften, welche dem Verband als Mitglieder angehören, ist mit sieben Eintritten und sieben Austritten unverändert geblieben. Zu Jahresende waren 30 Wohnbaugenossenschaften dem Raiffeisenverband angeschlossen, welche insgesamt 660 Einzelmitglieder zählen, 12% mehr als im Jahr zuvor. Das Interesse an der Errichtung von Wohnungen oder Eigenheimen über den genossenschaftlichen Zusammenschluss nimmt zu, und dies wohl auch deshalb, weil bei den enormen Wohnungspreisen in unserem Lande die Wohnbaugenossenschaften mitunter die einzige Möglichkeit darstellen, zu einem Eigenheim zu kommen.

Mitglieder 1. Raif Società Cooperativa, Branzoll 2. Siedlungswerk St. Albuin, Brixen 3. Wohnbaugenossenschaft Alping, St. Georgen/Bruneck 4. Wohnbaugenossenschaft Althing, Bozen 5. Wohnbaugenossenschaft Anger, Bozen 6. Wohnbaugenossenschaft Braiwies, Bozen 7. Wohnbaugenossenschaft Coa, Bozen 8. Wohnbaugenossenschaft Die Eiche, Bozen

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9. Wohnbaugenossenschaft Fortuna 2006, Bozen 10. Wohnbaugenossenschaft Frangart 2007, Bozen 11. Wohnbaugenossenschaft Freinademetz, Bozen 12. Wohnbaugenossenschaft Girlan 2008, Bozen 13. Wohnbaugenossenschaft Hannesroan, Bozen 14. Wohnbaugenossenschaft Heide, Auer 15. Wohnbaugenossenschaft Leben 2001, Eppan 16. Wohnbaugenossenschaft Leifers, Bozen 17. Wohnbaugenossenschaft Micheal 2004, Bozen 18. Wohnbaugenossenschaft Panorama 2004, Bozen 19. Wohnbaugenossenschaft Passer Fritz, Meran 20. Wohnbaugenossenschaft Rose am Anger, Bozen 21. Wohnbaugenossenschaft Rotes Haus, Bozen 22. Wohnbaugenossenschaft Sarnthein, Sarnthein/Sarntal 23. Wohnbaugenossenschaft Sigmundskron, Bozen 24. Wohnbaugenossenschaft Sonnenpark, Bozen 25. Wohnbaugenossenschaft Sperling, Meran 26. Wohnbaugenossenschaft St. Georgen 2006, Bozen


7. Wohnbaugenossenschaft St. Michael 2 2006, Bozen 28. Wohnbaugenossenschaft Sternmoos, Bozen 29. Wohnbaugenossenschaft Sternwaldile, Bozen

30. Wohnbaugenossenschaft Talisman, Auer Verband der Südtiroler Wohnbaugenossenschaften

9. Kindergartengenossenschaften und Kulturheime Die Anzahl dieser Mitgliedsgenossenschaften des Raiffeisenverbandes hat, gleich wie in den beiden Jahren davor, im Berichtsjahr um eine Einheit abgenom-

men. Sieben dieser 19 Genossenschaften führen einen Kindergarten, während die anderen Kultur- oder Bildungshäuser besitzen oder verwalten.

n Inmitten von Obstanlagen und Weinreben befindet sich der Kindergarten von Siebeneich, der genossenschaftlich geführt wird. Seit dem Umbau des Gebäudes vor drei Jahren erfreut er sich steigender Beliebtheit.

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Mitglieder 1. Bildungshaus Schloß Goldrain, Goldrain/Latsch 2. Dorfgemeinschaft Karneid* 3. Gemeinschaft Maria Heim/Neustift, Bozen 4. Genossenschaft Deutscher Kinder garten u. Kulturheim Leifers* 5. Genossenschaft Haus Unterland und Kindergarten, Neumarkt* 6. Genossenschaft Oswald von Wolkenstein, Seis/Kastelruth* 7. Genossenschaft Sankt Quirinus, Bozen 8. Genossenschaft Waltherhaus, Bozen 9. Heinrich v. Stuck, Bruneck*

0. Kindergarten und Vereinshausge1 nossenschaft Michael Gamper Prissian, Tisens 11. Kindergartengenossenschaft Johann Gamper, Andrian* 12. Kindergartengenossenschaft Siebeneich, Siebeneich/Terlan* 13. Kindergartengenossenschaft St. Gertraud, Bozen 14. Kindergartengenossenschaft Vilpian 15. Kulturhausgenossenschaft Branzoll* 16. Kulturhausgenossenschaft Mals* 17. Kulturheimgenossenschaft Burgeis, Burgeis/Mals* 18. Kuratorium Schloß Prösels, Völs* 19. Vereinshaus Völlan, Völlan/Lana

* Genossenschaft mit nicht vorwiegender Mitgliederförderung

10. Sozialgenossenschaften Sieben Genossenschaften dieser Art sind dem Raiffeisenverband angeschlossen. Denselben gehören 905 Mitglieder an, das waren 22 mehr als im Jahr zuvor. Sie verfolgen Ziele, die auf ganz besondere Art und Weise die genossenschaftlichen Grundsätze der Gegenseitigkeit und der Solidarität zum Inhalt haben und die, unter erschwerten

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Umständen, der genossenschaftlichen Selbsthilfe Ausdruck verleihen.

Mitglieder 1. Altenheim Eden - Soziale Genossenschaft, Meran


2. EOS Sozialgenossenschaft, Dietenheim/Bruneck 3. HANDICAR – Service für Menschen mit Behinderung Sozialgenossenschaft, Bozen 4. Soziale Genossenschaft Villa Carolina Pro Senectute, Meran

5. Soziale Genossenschaft Zentrum Tau, Kaltern 6. Sozialgenossenschaft Lebenshilfe, Bozen 7. Zum Heiligen Vinzenz Sozialgenos senschaft, Bozen

11. Sonstige Genossenschaften In diese Kategorie der Mitgliedsgenossenschaften, der insgesamt 18.352 Mitglieder angehören (82 mehr als im Vorjahr), fallen all jene, die keiner der oben genannten Kategorien zugeordnet werden können. Ihre Tätigkeiten haben ganz allgemein die soziale, bildungsmäßige, schulische, kulturelle, sportliche oder touristische Förderung der Mitglieder oder auch anderes zum Gegenstand. Im Berichtsjahr hat sich die Gesamtzahl der Genossenschaften dieser Art um vier Einheiten verändert – fünf haben sich aufgelöst, eine kam als Mitglied dazu. Es kann gesagt werden, dass auch diese Genossenschaften wichtige Aufgaben erfüllen und ihre Ziele im Berichtsjahr im Wesentlichen erreicht haben.

Mitglieder 1. Agrarcenter Gsies, Pichl/Gsies 2. Agrargenossenschaft St. Georgen, Bruneck 3. Agricom Val Badia, Wengen* 4. AMATIA, Mals 5. Baumschulgenossenschaft GRIBA, Terlan 6. Belvita Alpenwellness, Bozen 7. Bergwiesenheu, Bozen 8. BIO KISTL-SÜDTIROL, Lana 9. Dorflift Deutschnofen 10. Freunde der Bozner Messe, Bozen 11. Garantiegenossenschaft für die Handwerker der Provinz Bozen, Bozen 12. Gemeinschaftsstall Tranrüs, Corvara*

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3. Genossenschaft Alpenrose, 1 St. Martin i. Th. 14. Genossenschaft der Südtiroler Feuerwehren, Vilpian* 15. Genossenschaft der Südtiroler Werkstätten, Bozen 16. Genossenschaft für Regionalent wicklung und Weiterbildung Sarntal, Sarnthein/Sarntal* 17. Genossenschaft für Regionalent wicklung und Weiterbildung Wipptal, Sterzing* 18. Genossenschaft für Sport und Freizeitgestaltung, Leifers 19. Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung, Prad am Stilfser Joch* 20. Genossenschaft Südtiroler Säge werker, Bozen 21. Genossenschaft Tiefgarage Weber Tyrol, Eppan 22. Genossenschaft Tschauferhof, Mölten* 23. Genossenschaft zum Aufbau der neuen Gewerbegebiete in Eppan 24. HOGAST Italien, Einkaufsgenossen schaft für das Hotel- und Gastgewerbe, Bozen 25. Indexport Genossenschaft für Internationalisierung, Bozen 26. Jugendhaus Dr. Josef Noldin - AFRA, Salurn* 27. Kleingenossenschaft Schlernhof, Kastelruth 28. Konsortium Südtiroler Baumschuler, Auer

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9. Kuratorium Schloß Kastelbell, 2 Kastelbell-Tschars* 30. LANA MARKETING 31. Landesverband der Handwerker Bildung und Service, Bozen 32. Landwirtschaftliche Genossenschaft Tarsch, Latsch* 33. Landwirtschaftliche Gesellschaft Bezirksgenossenschaft Bruneck 34. LTS, Bozen* 35. Maschinenring Weinbau-Keller Südtirol, Naturns 36. Parkcenter San Ciascian, St. Kassian/Abtei 37. Raiffeisen OnLine, Bozen* 38. Sarner Naturgenossenschaft, Sarntal 39. SBB-Weiterbildungsgenossenschaft, Bozen 40. Sozialwerk KVW, Bozen 41. Sportring Bozen 42. SÜDCAB, Bruneck 43. Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Bozen 44. Südtiroler Bildungszentrum, Bozen* 45. Südtiroler Braunviehzuchtverband, Bozen 46. Südtiroler Fleckviehzuchtverband, St. Lorenzen 47. Südtiroler Haflinger Pferdezucht verband, Bozen 48. Südtiroler Heu- und Wasserbäder Verband, Saltaus/St. Martin i.P. 49. Südtiroler Hoteliers und Gastwirte Service, Bozen*


0. Südtiroler Kinderdorf Genossenschaft 5 Onlus, Brixen* 51. Südtiroler Rinderzuchtverband, Bozen 52. Tangram, Meran* 53. Taxi Genossenschaft Meran 54. Taxidienst-Genossenschaft Bozen 55. Tischlerei Passeier, St. Martin i. P.* 56. Tourismusverband Crontour, Bruneck 57. Tourismusverband Seiser Alm, Seis/Kastelruth 58. Tourismusverein Gsieser Tal-Welsberg Taisten, Gsies 59. Tourismusvereinigung Ultental/Proveis, St. Walburg/Ulten 60. Verband der Privatvermieter Südtirols, Bozen 61. Verband der Südtiroler Kleintierzüchter, Bozen

2. Verdinner Freizeit&Sport-Genossen6 schaft, Klausen 63. Vereinigung der Südtiroler Tierzucht verbände, Bozen 64. Viehverwertungs-Genossenschaft Passeier, St. Martin i.P. 65. Viehverwertungsgenossenschaft Sarntal, Sarnthein/Sarntal* 66. Viehverwertungsgenossenschaft Schlerngebiet, Kastelruth* 67. Vinschger Bauernladen, Kastelbell-Tschars 68. Volkshochschule Urania Meran 69. Welt Laden Twigga, Bruneck

* Genossenschaft mit nicht vorwiegender Mitgliederförderung

12. Genossenschaftsverbände/Konsortien Verschiedene Genossenschaftssparten haben unter sich Genossenschaften zweiten Grades errichtet, die unterschiedlich als Verband, als Konsortium oder auch nur als Genossenschaft bezeichnet werden. Es handelt sich durchwegs um Hilfseinrichtungen ihrer Mitglieder und deren Aufgaben sind auf spezifische Bedürfnisse der sie tragenden Genossenschaften ausgerich-

tet. Sie erfüllen in der Regel Aufgaben, die auf den Markt gerichtet sind, so u. a. durch Qualitätsprüfung, Werbemaßnahmen u. a. m. Es sind dies nachstehende Körperschaften, die teils schon in vorhergehenden Berichten über die einzelnen Genossenschaftssparten angeführt sind.

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Mitglieder 1. Dienstleistungskonsortium Burggrafenamt, Meran 2. Landwirtschaftliche Einkaufsgenos senschaft, Plaus 3. OG-Dienstleistungskonsortium, Bozen 4. Sennereiverband Südtirol, Bozen 5. Südtiroler Viehvermarktungskonsor tium KOVIEH, Bozen

6. Südtiroler Weinbauernverband, Eppan 7. Verband der Kellereigenossenschaften Südtirols, Bozen 8. Verband der Südtiroler Wohnbau genossenschaften, Bozen 9. VI.P, Latsch 10. VOG - Service, Terlan 11. VOG - Verband der Südtirole Obstgenossenschaften, Terlan 12. VOG PRODUCTS, Leifers

13. Körperschaften ohne Revisionspflicht Insgesamt 24 Körperschaften dieser Art – zwei wurden im Berichtsjahr aufgenommen - sind Mitglieder des Raiffeisenverbandes, die jedoch nicht der Revisionspflicht unterliegen, weil sie nicht die Rechtsform einer Genossenschaft aufweisen. Sie verfolgen in der Regel ähnliche Zwecke wie Genossenschaften, sind nicht gewinnorientiert bzw. haben den Charakter von Non-Profit-Organisationen. Im Sinne des Art. 3 des Verbandsstatutes kann es sich bei diesen Mitgliedskörperschaften auch um Kapitalgesellschaften handeln, an denen Genossenschaften direkt oder indirekt größere Beteiligungen halten, weil sie für die Genossenschaften Hilfscharakter oder strategische Bedeutung

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haben. In solchen Fällen kann auch einer angemessenen Gewinnerwirtschaftung Bedeutung beigemessen werden.

Mitglieder 1. AlpenBank AG, Innsbruck 2. Arbeitsgruppe für integrierten Obstbau in Südtirol, Terlan 3. Arche im KVW, Bozen 4. Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol, Vilpian 5. Bodenverbesserungskonsortium Natz und Umgebung, Natz-Schabs 6. ERKABE GmbH, Bruneck


7. Kellerei Algund, Meran 8. Konsortium Mooslege, Terlan 9. Konsortium Südtiroler Erdbeeren, Bozen 10. Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols, Vilpian 11. Landesverband der Handwerker Südtirol Haus des Handwerks, Bozen 12. Meliorierungskonsortium Kortsch, Schlanders 13. Raiffeisen Landesbank Südtirol AG, Bozen 14. RK Leasing GmbH, Bozen 15. Sortenerneuerungskonsortium Südtirol, Terlan

6. Südtiroler Apfelkonsortium, Bozen 1 17. Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau, Lana 18. Südtiroler Biomasseverband, Toblach 19. Südtiroler Qualitätskontrolle, Terlan 20. Südtiroler Volksgruppen-Institut, Bozen 21. Trinkwasserinteressentschaft Perdonig-Gaid, Eppan 22. Verband der Altersheime Südtirol, Bozen 23. Verband der Volkshochschulen Südtirols, Bozen 24. Wechselseitiger Krankenbeistands verein der RGO, Bozen

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Impressum

Bozen, Juni 2007

Herausgeber Redaktion Koordination Design & Druck

Raiffeisenverband Südtirol Direktion Dienststelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Saphir KG - info@saphir.bz.it

Fotos Umschlag Innenteil

• Hermann M. Gasser • südtirolfoto.com (S. 5, 14, 76, 98) • Tourismusverein Brixen (S. 22) • Archiv Raiffeisenverband Südtirol

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