

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Das Amt für Genossenschaftswesen und der Koordinierungstisch der vier Genossenschaftsverbände Südtirols wollen ihre Zusammenarbeit weiter stärken.
Koordinierungstisch steckt Themen ab
Vertreter des Koordinierungstisches der Genossenschaftsverbände und des Amtes für die Entwicklung des Genossenschaftswesens haben kürzlich Maßnahmen zur engeren Zusammenarbeit definiert.
Bei einem Treffen haben die Mitglieder des Koordinierungstisches der vier Genossenschaftsverbände Südtirols und die Vertreter des Amtes für die Entwicklung des Genossenschaftswesens Ende Februar in Bozen die Themenliste für das laufende Geschäftsjahr abgesteckt.
Ein zentrales Anliegen ist die weitere Verbesserung der gegenseitigen Zusammenarbeit. „Das Amt soll gestärkt und in die Lage versetzt werden, gut zu arbeiten“, sagte Christian Tanner, Vizedirektor des Raiffeisenverbandes. Er sitzt für den Raiffeisenverband am Koordinierungstisch der Genossenschaftsverbände. Manuela Paulmichl, Direktorin des Amtes für die Entwicklung des Genossenschaftswe-
sens, ist die enge Zusammenarbeit mit den Genossenschaften ebenfalls ein großes Anliegen. „Wir stimmen die Schwerpunktthemen des Amtes eng mit den Genossenschaftsverbänden ab und suchen eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Genossenschaften. Ohne ihre operative Unterstützung könnten wir bestimmte Projekte nicht umsetzen“, so Paulmichl.
Richtlinien für Vergabegesetz
Eines der aktuellsten Themen ist die Ausarbeitung der Anwendungsrichtlinien für das Vergabegesetz. „Hier möchten wir gute Voraussetzungen für alle Genossenschaften
schaffen, die sich an öffentlichen Wettbewerben beteiligen. Daher ist es wichtig, dass wir von Anfang an aktiv an der Gestaltung der Richtlinien mitarbeiten“, unterstreicht Tanner.
2016 soll auch das Landesgesetz 1/93 und das Regionalgesetz Nr. 15 von 1988 zur Förderung des Genossenschaftswesens überarbeitet werden. Dazu sind Arbeitsgruppen mit den Vertretern des Amtes für Genossenschaftswesen geplant. „Das Amt für die Entwicklung des Genossenschaftswesens muss die bestehenden Förderkriterien an die neuen Haushaltsbestimmungen anpassen, sie vereinfachen und für Genossenschaftsmitglieder optimieren“, ergänzt Paulmichl.
Bürgerbeteiligung mit Zukunft
Eine Art der Genossenschaften, die künftig auch in Südtirol an Bedeutung gewinnen wird, sind die Bürgerbeteiligungsgenossenschaften. Hierzu schließen sich Menschen zusammen, die zum Beispiel die Aufwertung eines Stadtviertels in Angriff nehmen möchten. Bürgerbeteiligungsgenossenschaften können die Antwort auf viele aktuelle Probleme sein, wie Landflucht, Aufwertung von urbanen Bereichen oder bei sektorenübergreifenden Themen wie Banken und Tourismus.
Am Ende des Treffens standen auch gewerkschaftliche Themen auf der Tagesordnung. Darunter fallen beispielsweise die derzeit noch fehlenden kollektivvertraglichen Lösungen für alle Sozial- und Weiterbildungsgenossenschaften. Auch sie sollen noch im Laufe des Jahres ausgearbeitet werden.
Der Koordinierungstisch der vier Genossenschaftsverbände wurde vor zwei Jahren

gegründet. Ziel ist ein möglichst einheitliches Auftreten gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit, ohne jedoch die Handlungsautonomie des einzelnen Genossenschaftsverbandes einzuschränken. Dem Koordinierungstisch gehören die Genossenschaftsverbände Raiffeisenverband, Confcooperative Bolzano, Legacoopbund und AGCI an.
Der Koordinierungstisch der vier Genossenschaftsverbände Südtirols wurde vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben.
Über 1000 Genossenschaften
Insgesamt gibt es heute in Südtirol knapp über 1000 eingetragene Genossenschaften, die wiederum in Genossenschaftsverbänden organisiert sind. Der mitgliederstärkste Genossenschaftsverband in Südtirol ist der Raiffeisenverband mit 360 Genossenschaften.
Verfahren der Wettbewerbsbehörde
Raiffeisenkassen nehmen in einem offenen Brief an ihre Mitglieder und Kunden Stellung.
Die italienische Wettbewerbsbehörde hat ein im Jahr 2014 gegen einige Lokalbanken eröffnetes Verfahren kürzlich abgeschlossen. Dabei kommt sie zum Schluss, dass einzelne Raiffeisenkassen zusammen mit dem Raiffeisenverband und der Raiffeisen Landesbank ein Kartell gebildet und gegen die Bestimmungen zum Schutz des Wettbewerbs verstoßen haben. In der Folge hat die Wettbewerbsbehörde insgesamt 26,3 Mio. Euro an Verwaltungsstrafen verhängt. Dazu nehmen die betroffenen Raiffeisenkassen in einem offenen Brief an ihre Mitglieder und Kunden wie folgt Stellung:
„Die Verhängung der Verwaltungsstrafen durch die Wettbewerbsbehörde hat bei vielen von Ihnen Verunsicherung ausgelöst und Fragen aufgeworfen. Dies bedauern wir sehr und legen Wert darauf, Ihnen dazu folgende Informationen zu geben:
• Die Südtiroler Raiffeisenorganisation versteht sich als Verbund selbstständiger Unternehmen, die nach den genossenschaftlichen Grundwerten der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung zum Nutzen aller zusammenarbeiten. Die
Aufgabenverteilung bedingt, dass auf den Raiffeisenverband und die Raiffeisen Landesbank jene Leistungen verlagert werden, die für die einzelne Raiffeisenkasse nicht möglich, nicht sinnvoll oder kostenmäßig nicht tragbar sind. Auf Grundlage dieses Prinzips pflegen wir seit über 125 Jahren eine enge Zusammenarbeit. Der damit verbundene Informationsaustausch dient der Stärkung der einzelnen Raiffeisenkasse und nicht Preisabsprachen gegenüber Kunden.
• Innerhalb des Verbundes sehen wir uns als Partner, nicht als Konkurrenten und treten unter einer gemeinsamen Marke auf. Unsere Mitwettbewerber sind die anderen Banken. Die Behörde sieht die Raiffeisenkassen ausschließlich als in Konkurrenz zueinander stehende Unternehmen und die Zusammenarbeit im Verbund und den dabei gepflegten Informationsaustausch in einigen Punkten als nicht wettbewerbskonform. Die Zinsuntergrenze bei Krediten ist zwar Ausgangspunkt des Verfahrens, ist aber weder gesetzeswidrig noch ausschlaggebend für die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde.
Widersprüchlich ist, dass die von der Wettbewerbsbehörde heute angeprangerte Zusammenarbeit mit der Reform der Genossenschaftsbanken morgen gesetzlich verpflichtend wird. Die verhängten Strafen treffen uns hart, wir können Ihnen aber versichern, dass diese keine negativen Auswirkungen auf die Preisgestaltung mit den Mitgliedern und Kunden haben werden. Der Bilanzüberschuss des Geschäftsjahres 2015 wird sich zwar erheblich reduzieren, aber wir sind nach wie vor solide aufgestellt.
• Den ehrenamtlichen Vereinen und Organisationen möchten wir versichern, dass wir – trotz dieser unerwarteten Aufwände –den genossenschaftlichen Förderauftrag weiterhin uneingeschränkt wahrnehmen werden. Jährlich stellt Raiffeisen für das Gemeinwohl rund 14 Mio. Euro zur Verfügung und wir sind bestrebt, dies auch weiterhin zu tun.
Raiffeisen sieht die getroffene Entscheidung der Behörde als ungerechtfertigt, nimmt diese aber zur Kenntnis. Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen und gegen die Entscheidung Rekurs einlegen.“
Papst Franziskus –ein aufmerksamer Mahner
Der Vatikanexperte und Buchautor Marco Politi war Referent beim 6. Presseempfang des Raiffeisenverbandes Ende Februar im Hotel Laurin in Bozen.
Der Raiffeisenverband hatte zum traditionellen Presseempfang wieder Herausgeber, Chefredakteure und Journalisten der Südtiroler Medien eingeladen. Der Abend war Papst Franziskus und den Reformen der Kirche gewidmet. Entsprechend auch das Thema des Presseempfangs: „Franziskus – Konsens und Widerstand“. Reformen, Veränderungen und Neuausrichtung treffen nicht nur das päpstliche Umfeld, sondern dominieren derzeit Wirtschaft und Medien – und das Genossenschaftswesen.
Großes Reformprogramm
Der Journalist Marco Politi, Hauptreferent des Abends, brachte den Umgang mit Reformen von Papst Franziskus auf den Punkt. „Franziskus revolutioniert nicht nur die Kirche, sondern mischt sich als aufmerksamer Mahner auch politisch ein. Dadurch macht er sich innerhalb und außerhalb des Vatikans nicht nur Freunde. Ob es ihm gelingt, seinem Reformansatz langfristige Wirkung zu verleihen, bleibt offen. Sein Wille, den Wandel in die Wege zu leiten, ist jedenfalls ungebremst“, meinte Politi.
Unter anderem verfolge Franziskus ein großes Reformprogramm. „In erster Linie will Franziskus keine monarchische, kaiserliche Kirche, sondern eine Kirche, die eine Gemeinschaft bildet und das großes Prinzip des Vaticanum II verwirklicht, die Kollegialität“, meinte Politi.
Dementsprechend möchte Franziskus, dass der Papst und die Bischöfe die Kirche leiten. Um das zu realisieren, hat Franziskus einen Kronrat eingesetzt mit neun Kardinälen aus der ganzen Welt und den
verschiedenen Richtungen: Reformer, Konservative und Persönlichkeiten der Mitte. Darunter sind nicht nur Franziskusanhänger.
Zweitens möchte Franziskus der Bischofssynode ein Vorschlagsrecht geben.
Kein Umbruch von oben
Im Anschluss an den Vortrag moderierte Don Mario Gretter, Beauftragter für den interreligiösen Dialog in der Diözese Bozen-Brixen, die Diskussionsrunde. „Der Papst möchte keinen Umbruch von oben erzwingen, sondern fordert alle kirchlichen Vertreter auf, konstruktive Lösungsvorschläge für dringliche Probleme zu erarbeiten und dabei neue Wege zu beschreiten“, ergänzte Gretter.
Der Obmann des Raiffeisenverbandes, Herbert Von Leon, unterstrich: „In wichtigen Fragen scheint diesem Papst Barmherzigkeit wichtiger als katholische Dogmen. Er greift auf unkonventionelle Ansätze zurück und schafft es damit, Dinge auch gegen den Widerstand eines rigiden Systems zu ändern“.
Einen Wandel gibt es auch im Genossenschaftssektor: „Veränderungen stellen eine große Herausforderungen dar und bringen Verunsicherung mit sich. Das erleben wir derzeit nicht nur mit der Reform der Genossenschaftsbanken“, so Generaldirektor Paul Gasser in seinen Abschlussworten. Trotz allem stehen die Raiffeisen-Genossenschaften solide da; dies ist ein Zeichen der Stärke und Kontinuität des genossenschaftlichen Geschäftsmodells.
Der Presseempfang wurde von der Musikerin Katja Lechner musikalisch umrahmt.

jungbergbauern-preis
Junge Familie als Vorbild

Geehrt: Martin Schweigl und Ramona Ennemoser mit Klein-Sophia
Bei der Mitgliederversammlung der Südtiroler Bauernjugend wurde Anfang März im Bozner Waltherhaus der mit 8000 Euro dotierte Raiffeisen-Jungbergbauern-Preis vergeben.
Die diesjährigen Preisträger sind Martin Schweigl und Ramona Ennemoser mit Klein-Sophia vom Baurnguet-Hof in der Höfefraktion Zeppichl in der Gemeinde Moos im Passeier. Die junge Familie bewirtschaftet einen Bergbauernhof auf 1700 Metern Meereshöhe und betreibt u. a. einen hofeigenen Laden sowie „Urlaub auf dem Bauernhof“.
„Der Preis ist sichtbares Zeichen unserer Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit und für den unermüdlichen Einsatz am Bergbauernhof. Einsatz, den sie als junges Paar an ihrem Hof in erster Linie für sich erbringen, aber auch für das gesamte Land“, unterstrich Herbert Von Leon, Obmann des Raiffeisenverbandes bei der Verleihung.
Der Raiffeisen-JungbergbauernPreis wurde auch in diesem Jahr wieder von den Südtiroler Raiffeisenkassen gestiftet.
Generaldirektor Paul Gasser, Verbandsobmann Herbert Von Leon, Vatikanexperte Marco Politi, Don Mario Gretter
Neue Medien und Schreibstile
Der Raiffeisenverband veranstaltet am 13. April im Hotel Eberle in Bozen ein Seminar zum Thema „Neue Medien und Schreibstile: Schwerpunkt Marketing und PR“. Ob Berichte für Medien, für die Mitgliederversammlung, Texte für die Zeitung oder fürs Web: sie müssen interessant, ansprechend und verständlich sein. PRund Marketingtexte sind kurzweilig, leicht zu lesen und bringen die Nachricht auf den Punkt. Beim Seminar können die Teilnehmer nicht nur ihre deutsche Schreibund Sprachkompetenz erweitern, sondern besonders auch das Texten fürs Web, für Medien und fürs Marketing optimieren. Dabei wenden sie Ansätze aus dem Marketing und der PR an, um die Lesbarkeit und Wirksamkeit von Texten zu erhöhen. Das Seminar richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Marketingund PR-Bereich der Mitgliedsgenossenschaften des Raiffeisenverbandes. Nähere Informationen zum Seminar erteilt die Abteilung Bildungswesen.
Preis für eine vorbildliche Arbeit
Zum 16. Mal zeichnete der Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) heuer vorbildliche Jugendarbeit aus. Mit dem Ski Club Gröden gab es erstmals einen ladinischen Sieger.

Ziel des Wettbewerbs „Vorbildliche Jugendarbeit im Sportverein“ ist es, der Nachwuchsförderung zusätzliche Impulse zu geben, indem sie nicht nur die sportliche Arbeit, sondern vor allem vielfältige und zukunftsweisende Projekte auszeichnet.
Mit dem Ski Club Gröden gab es heuer erstmals einen ladinischen Siegerverein, der die Fachjury mit einer ausgezeichneten Nachwuchsförderung und neuen Ansätzen in der Vereinsarbeit überzeugen konnte. Dafür gab es aus den Händen von Raiffeisenverbands-Obmann Herbert Von Leon den Siegerscheck in Höhe von 5000 Euro. „Die Jury war vor allem vom neuen Konzept des SC Gröden begeistert“, verriet VSS-Obmann Günther Andergassen
Raiffeisen Weiterbildungskurse
Die Nachwuchsathleten des Ski Clubs Gröden freuen sich über den RaiffeisenSiegerscheck in Höhe von 5000 Euro.
bei der Preisverleihung im Raiffeisenhaus Bozen. Der Schwerpunkt wurde weg von der Spitzen- und hin zur Breitensportförderung gelegt.
Freestyle und Einrad
Sonderpreise in der Höhe von 2500 Euro gingen an die Freestyler des ASV Vitamin F aus Bruneck und die Jugendlichen des AC Villanders Einrad. Über einen Extrapreis in Höhe von 500 Euro durfte sich die Sektion Sport des Landesverbandes Lebenshilfe Onlus freuen, die für ihre unermüdliche Förderung und Organisation des Amateursports für Menschen mit Behinderung ausgezeichnet wurde.
kursangebot termin ort
raiffeisen-geldorganisation (rgo) Informationen für neue Medien aufbereiten
3.5.2016 RVS Raiffeisensaal Das richtige Produktportfolio für meinen Firmenkunden 5.-6.5.2016 Hotel Eberle/Bozen
Vom Vorhaben zum Ergebnis –Professionalisierung der Managementfähigkeiten
6.5.-22.9.2016 Diverse Personalmanagement 3.0 9.-10.5.2016 Hotel Eberle/Bozen Persönlichkeit stärken –Kompetenzen ausbauen. Kundenberatung zeitgemäß weiterentwickeln 12.5.23.9.2016 Hotel Eberle/Bozen BSC in einer Genossenschaftsbank 18.5.2016 EURAC/Bozen
Google Analytics – Was passiert auf der Webseite meiner Raiffeisenkasse? 20.5.2016 RIS-Schulungsraum Excel 2010 – Training für die Praxis II 25.-26.5.2016 RIS-Schulungsraum rgo und wdl
Krisenschutz – Vor und in schwierigen Situationen
3.-4.5.2016 Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn Arbeitsschutz für Führungskräfte 19.5.2016 RVS Raiffeisensaal
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck –Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945454, rvs.unternehmenskommunikation@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
Raiffeisen Nachrichten
Mehr Informationen aus dem Raiffeisen Genossenschaftswesen: www.raiffeisen-nachrichten.it