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GRUNDWASSER Im Garten von Henniez

ZÜRICHSEE Erfolgreiche Sanierung der Teerablagerung Thalwil

ERDGASFLUG Weltweit erster Passagierflug mit Erdgas-Kraftstoff nach Qatar

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Magazin des Vereins technischer Angestellter der Gas- und Wasserversorgungen

Nr. 4/2009 Dezember 2009 März 2010 51. Jahrgang


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Heute ist der 20. November 2009. Die Schweinegrippe verunsichert noch immer die Menschen und die Medien schlachten das «Grippeschwein». Niemand weiss wieder einmal, was in Sachen Gesundheit wohl das Beste ist. Eigentlich sollte dieses Editorial schon seit dem 6. November bei Reto, unserem Grafiker, sein und so bin ich mir einmal mehr bewusst, dass meine Verspätungen einiges an Nerven kosten. So ist es halt. Fast immer und jedes Mal nehme ich mir die guten Vorsätze mich zu bessern und alles genau auf den Termin abzuliefern. Aber eben, es ist halt in meinem Leben auch so, dass dann dies und jenes kommt, und die guten Vorsätze schwinden einfach dahin… Jedoch darf nicht vergessen werden, dass ich ausschliesslich in meiner Freizeit als nebenamtlicher (hauptamtlicher) Redaktor tätig bin. Dieses Heft ist die 14. Ausgabe, die ich als VTA-Redaktor herausgebe. Das Endes des Jahres, zugleich oft die Zeit der Besinnlichkeit, ist deshalb auch die Zeit für mich in der ich frage, wo stehe ich als Redaktor oder wo steht eigentlich unser «vta-aktuell»? Treffe ich den Geschmack unserer Leser? Diese kritische Frage stelle ich mir bei jeder Ausgabe erneut. Sind die Berichte, die ich zusammenstelle, eigentlich das, was Sie lesen möchten? Gerne würde ich darüber mehr von Ihnen erfahren. Schreiben Sie mir: redaktion@vta-aktuell.ch. Ich wünsche Ihnen allen ein besinnliches Weihnachtsfest, Frieden, Gesundheit und die nötige Zeit, die Festtage zu geniessen und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu erleben.

AGENDA Veranstaltungs- und Terminkalender ................................................... 5 VTA - EHRENMITGLIEDER-TREFFEN vom 24. September 2009......................... 7 EAWAG Solare Wasserdesinfektion auf dem Prüfstand ......................................11 NEUES VOM WASSER Rostocker Chemiker gibt Sonderband mit neuen Ergebnissen über das Lebenselexier heraus.............................................13 BUCHTIPPS Wasser bewegt und fliesst - Microwelt als Abenteuer .............15 HELMHOLTZ Neuer Sensor misst Arsengehalt im Trinkwasser ...........................17 GRUNDWASSER Im Garten von Henniez ........................................................19 GOTTHARD-BASISTUNNEL NEAT lässt Quellwasser versiegen und gefährdet Wasserversorgung ..............................................................................23 KURZ NOTIERT Wiesbaden nach Erdwärmebohrung überflutet .........................24 EAWAG Membrantechnologie als Schlüsseltechnologie in der Wasseraufbereitung 25 SBV HERBSTTAGUNG 2009 Sondermülldeponie Kölliken und Gewässerschutz ....28 KURZ NOTIERT DVGW-Studienpreise verliehen................................................33 VKR Investition in die Zukunft .........................................................................34 CO2 -SPEICHERUNG Wasserversorgung im Raum Flensburg in Gefahr? ...............37 PUBLIREPORTAGE Wild-Hauseinführungen für Gas und Wasser: Sicherheit, auf die man bauen kann ........................................................41 HTW CHUR - ENERGIEMASTER 2010 Herausforderungen in Energieunternehmungen meistern..........................................................42 ZÜRICHSEE Erfolgreiche Sanierung der Teerablagerung Thalwil .........................43 DVGW-STUDIENPREIS 2009 «Gestrandetes Erdgas» erschliessen und nutzen..51 GASTURBINEN MIT WASSERDAMPF Forschungspreis der EU geht an TU-Professor Christian Oliver Paschereit .................................................52 WARME OSTSCHWEIZER STUBEN Versorgungssicherheit garantiert dank Erdgas aus Westeuropa .................................................................53 5. GREENFIELD-SYMPOSIUM «Es gibt keine bessere Alternative» ...................54 ERDGASFAHREN EMPA - «near Zero Emission Vehicle Project».........................57 ERDGASFLUG Weltweit erster Passagierflug mit Erdgas-Kraftstoff nach Qatar ....58 WWF UND PRO NATURA Rekurs gegen Bau des Gaskraftwerks in Chavalon ......61 GASPRODUKTION Erste Förderplattform der E.ON verlässt die Werft ...............62 ERDGASFAHREN Erstmaliger Kosten- und Umweltvergleich vergleichbarer Autotypen ......................................................................63 KURZ NOTIERT Periodische Sicherheitskontrolle Gas.......................................64 KURZ NOTIERT Aufwändige Suche nach Gas und Öl unter Genfersee ................65 UND ZUM SCHLUSS NOCH DIES... ...............................................................66

Ich bedanke ich mich bei allen von ganzem Herzen, die mir als Redaktor zur Seite stehen. Liebe Firmen, Gönner, Autoren und Inserenten, ohne die es kein «vta-aktuell» geben würde. Lieber Reto, liebe Vereins- und Vorstandsmitglieder: HERZLICHEN DANK!

Viel Spass beim Lesen wünscht euch Euer Redaktor Roger Püntener

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Was das nächste Jahr bringen wird, kann niemand sagen… Aber ich hoffe, dass ich auch mit dieser und den nächsten Ausgaben unseren Lesern doch manches Interessante vorlegen werde.

vta-aktuell

Meinen Liebsten, meiner Familie möchte ich hier einfach noch vor allen sagen, ich liebe euch.

Impressum He Herausgeber era VTA Verein technischer Angestellter der Gas- und Wasserversorgungen Reda Re Redaktion Roger Püntener, Sägestrasse 12, Postfach, 8952 Schlieren, Telefon 079 683 79 04, Fax 043 888 17 84, redaktion@vta-aktuell.ch Telefo Gestaltung/Satz rrvk, Seestrasse 89, 8820 Wädenswil, Telefon 044 680 40 08, Fax 043 888 17 84, satz@vta-aktuell.ch Druck SwissPrinters, NZZ-Fretz AG, Schlieren Titelbild Sondermülldeponie Kölliken Foto: Roger Püntener © 2009, VTA Verein technischer Angestellter der Gas- und Wasserversorgungen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte, Fotos etc. wird keine Haftung übernommen. Das «vta-aktuell 1/2010» erscheint am 31. März 2010 Redaktions- und Inserateannahmeschluss: 17. Februar 2010

Aktuelles zum VTA und Archivwebseite:

www.vta.ch

intern

Erneut nähert sich ein Jahr seinem Ende zu. Auch dieses Jahr war für mich nicht ganz ohne. Nun bin ich aber sicher, dass ich beruflich auf dem richtigen Weg bin.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser

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editorial

Inhalt


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AGENDA

VTA – Generalversammlung 22. und 23. April 2010 Die Generalversammlung 2010 findet am 22. und 23. April in Olten statt.

www.vta.ch

SBV - Weiterbildungskurse 2010 6. bis 15. April 2010 in Sursee (mit integrierter Ausstellung)

www.brunnenmeister.ch

intern

Veranstaltungs- und Terminkalender

SBV - 61. Generalversammlung 2010 18. und 19. Juni 2010 in Sarnen Gasfachtagung 2010 18. März 2010

www.vigw.ch

35. Jahresversammlung 2010 27. Mai 2010 SVG Weiterbildungskurse - Praxisseminar duktile Gussrohre 3. und 4. März 2010 in Sursee

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Basel Einführungskurse

Verlängerungsprüfungen

Ecublens VD Einführungskurse Verlängerungsprüfungen

15. – 19. Februar 2010 01. – 05. März 2010 08. – 12. März 2010 12. – 16. April 2010 08. – 09. Februar 2010 11. – 12. Februar 2010 29. – 30. März 2010 08. – 09. April 2010 19. – 20. April 2010 22. – 23. April 2010 11. – 15. Januar 2010 18. – 22. Januar 2010 05. – 06. Januar 2010 07. – 08. Januar 2010

Swissbau 2010 Die Swissbau ist seit Jahren der grösste und wichtigste Treffpunkt der Bauwirtschaft in der Schweiz. 12. bis 16. Januar 2010 in Basel

www.swissbau.ch

Aqua Pro 2010 Die Messe der Wasser-Fachleute 20. bis 22. Januar 2010 im Centre Espace Gruyère in Bulle

www.aqua-pro.ch

KURZ NOTIERT

vta-aktuell

Am 1. Januar 2010 wird der bisherige Produkt Manager Versorgung Nikolaos Goutziomitros (Foto), neu auch die Verkaufsleitung Versorgung der Pestalozzi + Co AG übernehmen. Er ist seit fast 8 Jahren in diesem Bereich tätig und besitzt ein grosses Fachwissen. Der bisherige Verkaufsleiter Andreas Kern wird die Firma nach über 11-jähriger Tätigkeit per Ende Dezember 2009 verlassen. Herr Kern wird eine neue Herausforderung als Verkaufsleiter in der Schwimmbadtechnik antreten.

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Persönlich Neuer Verkaufsleiter Versorgung bei Pestalozzi + Co AG

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Der Vorstand des VTA w端nscht allen Mitgliedern, Partnern und Inserenten ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr!


intern

VTA - EHRENMITGLIEDER-TREFFEN vom 24. September 2009

Was mich und meine Frau Marlies sehr freute, es kamen auch vier Be-

gleiterinnen mit nach Liechtenstein. Marlies hatte sich anerboten, mit ihnen ein ganz separates Programm zu gestalten. Nach dem Treffen in Vaduz gestalteten die fünf Frauen ihren Tag selbst. Sie besuchten mit dem öffentlichen Bus das Malbun und genossen dort bei wunderschönem Wetter gemütlich ein Mittagessen. Die Herren besuchten zuerst die Sonderausstellung «200 Jahre Grundbuch in Liechtenstein» im Landesmuseum in Vaduz. Unter der fachkundigen Führung von Frau Leibfried erfuhren wir vieles über die Einführung des Grundbuches und die Vermessung in Liechtenstein. Wie in vielen anderen Bereichen hatte die Einführung vor allem einen finanziellen Hintergrund: Die Obrigkeit wollte möglichst viel - nach ihrer Meinung ihr zurecht zustehende - Steuern einziehen. Der Vortrag, die vorgestellten Vermes-

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Ehrenmitglieder haben zusammen mit dem Vizepräsidenten und Kassier des VTA, Rolf Züger, einen interessanten und gemütlichen Tag im Ländle verbracht.

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I

n diesem Jahr fand das bereits zur Tradition gewordene Ehrenmitgliedertreffen im Fürstentum Liechtenstein, in Vaduz, statt. Von den 12 Ehrenmitgliedern haben sich Paul Schneiter ferienhalber und Roger Viotti krankheitshalber entschuldigt. Die neun anwesenden

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VTA - EHRENMITGLIEDER-TREFFEN vom 24. September 2009

Den Tag liessen wir zusammen mit den Partnerinnen im Wintergarten bei uns zu Hause ausklingen. Der von Marlies gebackene Linzerkuchen schmeckte vorzüglich und auch das Liechtensteiner Bier mundete allen. Gegen Abend hiess es dann Abschied nehmen. Ich möchte mich herzlich bei allen Teilnehmern für ihr Kommen bedanken und hoffe, dass allen der Trip nach Liechtenstein gefallen hat. Ich möchte mich aber auch beim Vorstand des VTA bedanken, dass sich Rolf Züger die Zeit genommen hat, mit uns dieses Treffen zu feiern. Einen herzlichen Dank möchte ich im Namen aller Teilnehmenden für die finanziellen Zustüpfe der Liechtensteinischen Gasversorgung und der VTA-Kassa aussprechen. Es ist nicht selbstverständlich, zeugt aber davon, dass man das Schaffen von uns noch nicht vergessen hat und zu schätzen weiss.

Text und Fotos: Günther Matt

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Am Nachmittag überraschte uns Silvan Kieber, mein Nachfolger bei der Liechtensteinischen Gasversorgung, und ein Mitarbeiter, Herbert Wohlwend, mit einer Vorführung von Gasbränden auf dem neu erstellten Havarieplatz des Landes. Hier wurden uns Gasbrände in den Druckbereichen von 100 mbar bis

5 bar bei verschieden Leitungsbeschädigungen vorgeführt. Auch hier gab es viel aus früheren Zeiten zu erzählen und zu berichten. Ich möchte Silvan und Herbert herzlich für diese Vorführungen danken.

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sungs-Urpläne und die Entwicklung der Vermessungsinstrumente liessen uns aus dem Staunen nicht mehr loskommen. Man kann nur erahnen, wie mühsam es gewesen sein musste, die ersten Vermessungen durchzuführen und viel mehr ist erstaunlich, dass die damals erstellten Unterlagen noch grosse Übereinstimmung mit den heutigen Vermessungsunterlagen haben. Nach dem Museumsbesuch liessen wir uns im Garten des Restaurant «Torkel» in Vaduz mit einem wunderschönen Mittagessen verwöhnen. Die Weine, die man uns kredenzte, wachsen direkt an der Mauer des Torkels im wunderschönen fürstlichen Rebberg. Beim Mittagessen hatten wir Gelegenheit über vieles zu reden und zu diskutieren.

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EAWAGSolare Wasserdesinfektion auf dem Prüfstand

Richtig und konsequent anwenden Eine bekannte Schwäche der Umsetzung der SODIS Methode

[1] Mäusezahl et al. (2009). Solar Drinking Water Disinfection (SODIS) to Reduce Childhood Diarrhoea in Rural Bolivia: A ClusterRandomized, Controlled Trial. PLoS Med 6(8) [2] Conroy et al. (2001). Solar disinfection of drinking water protects against cholera in children under 6 years of age. Arch Dis Child. Oct; 85(4):293-5. Kontakt: Regula Meierhofer, Leiterin SODIS Referenzzentrum, regula.meierhofer@eawag.ch •

Weitere Informationen unter http:// www.eawag.ch/medien/bulletin/20090819/solare_wasserdesinfektion.pdf

Die Studie aus Bolivien ist publiziert in der neuesten Ausgabe von Plos Medicine http://www.plosmedicine.org

Quelle: Eawag: Das WasserforschungsInstitut des ETH-Bereichs

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Weitere Forschung nötig Wir unterstützen es, dass Studien durchgeführt werden, welche die Wirkung von SODIS und anderen Methoden auf die Reduktion von Durchfallerkrankungen untersuchen. Wir würden es jedoch schätzen, wenn die Empfehlungen solcher Studien berücksichtigen, dass Menschen, die momentan SODIS anwenden (oder möglicherweise anwenden werden), meist keine andere Quelle für sauberes Trinkwasser haben. Im Gegensatz zu den Empfehlungen von Daniel

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Bis 90% weniger Cholerafälle Als SODIS Forscher und Botschafter der Anwendung der Methode, müssen wir dieser Schlussfolgerung widersprechen. Die Verbreitung von SODIS jetzt zu stoppen wäre falsch. Mehr als 3 Millionen Menschen in rund 30 Ländern weltweit verwenden SODIS zur Behandlung ihres Trinkwassers und reduzieren damit ihr Risiko für Durchfallerkrankungen. Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass bei korrekter und konsistenter SODIS Anwendung ein positiver Effekt auf die Gesundheit erreicht wird. Eine in Kenia durchgeführte Studie [2] dokumentierte, dass unter den SODIS Anwendern während einer Epidemie im Projektgebiet 88% weniger Cholerafälle auftraten.

ist, dass die Methode oft nicht konsequent angewandt wird oder dass nur ein Teil des konsumierten Wassers behandelt wird. Mit SODIS gewonnene Gesundheitsverbesserungen können auch durch schlechte hygienische und sanitäre Bedingungen wieder zunichte gemacht werden. Nichtsdestoweniger sind wir der Meinung, dass Leute nicht davon abgehalten werden sollten weiterhin SODIS zu verwenden oder die Anwendung neu aufzunehmen, solange keine andere Quelle für sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht.

Foto: EAWAG

D

ie Interventionsgruppe bestand sowohl aus SODIS Anwendern wie auch aus Nicht-Anwendern, wobei nur 30% der Familien in der Interventionsgruppe als SODIS Anwender klassifiziert wurden - und sogar nur 14% der Familien mit SODIS behandeltes Wasser tatsächlich konsumierten. Die Schlussfolgerung der Studie war, dass es mehr Forschung braucht, insbesondere einen direkten Vergleich zwischen SODIS und alternativen Methoden zur Trinkwasserbehandlung, bevor SODIS weiter verbreitet werden kann.

Mäusezahl und Koautoren schlagen wir vor, dass die zukünftige Ausbildung von SODIS Anwendern darauf ausgerichtet sein sollte, die regelmässige Anwendung der Methode zu verankern und jeglichen Konsum von unbehandeltem und kontaminiertem Wasser zu eliminieren. (Sodis erfolgreich verbreiten, siehe vta-aktuell Nr. 2/2009, Seite 20-22)

wasser

Mit ihren negativen Aussagen über die Solare Trinkwasserdesinfektion SODIS - eine Methode, die mit Hilfe von Sonnenlicht und PET-Flaschen verkeimtes Trinkwasser desinfiziert - hat eine kürzlich veröffentlichte Studie [1] des Tropeninstituts Basel eine beträchtliche Medien-Resonanz ausgelöst (Siehe auch VTA-Aktuell Nr. 3/2009, Seite 39). Die Forscher berichteten, dass Durchfallerkrankungen in einer Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht signifikant reduziert wurden.

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NEUESRostocker VOM WASSER Chemiker gibt Sonderband mit neuen

Ergebnissen über das Lebenselexier heraus

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ostocker Chemiker haben für die traditionsreiche Zeitschrift für Physikalische Chemie einen Sonderband über die ungewöhnlichen Eigenschaften des Wassers herausgegeben. In dreizehn Arbeiten, darunter zwei der Rostocker selbst, berichten Wasserforscher aus aller Welt über die jüngsten Erkenntnisse zum kühlen Nass. «Ich habe mich sehr darüber gefreut, diesen Sonderband über das Wasser gemeinsam mit meinem Kollegen Dietmar Paschek vom renommierten Rensselaer Polytechnic Institute in Troy in den USA gestalten zu dürfen», erklärte Pro-

Wasser und seine ungewöhnlichen Eigenschaften beschäftigen die moderne Wissenschaft seit mehr als einem Jahrhundert. Wasser unterscheidet sich in mehr als 60 Eigenschaften von normalen Flüssigkeiten. Diese Anomalien sind wichtig für unser Leben. Beispielsweise führt das Dichtemaximum von Wasser bei 4 Grad Celsius und die vergleichsweise geringe Dichte von Eis dazu, dass Wasser nicht vom Boden her, sondern an der Oberfläche gefriert. In einer normalen Flüs-

sigkeit besässen Flora und Fauna bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt keine Überlebenschance. «Auf den Sonderband sind wir sehr stolz, denn die Zeitschrift für Physikalische Chemie hat eine grosse Tradition», erklärt Ludwig. Sie wurde 1887 von den Physikochemikern und späteren Nobelpreisträgern Wilhelm Ostwald und Jacobus Henricus van‘t Hoff gegründet. Während der Zeit der deutschen Teilung erschienen getrennte Ausgaben in Ost und West. Ehrenherausgeber der «wiedervereinigten» Zeitschrift ist Gerhard Ertl, der für seine bahnbrechenden Arbeiten über chemische Prozesse auf Festkörperoberflächen vor zwei Jahren den Nobelpreis für Chemie erhielt. Ludwig gehört seit kurzem zu den Mitherausgebern der traditionsreichen Zeitschrift, die nach bewegten Zeiten wieder neuen Schwung nehmen soll.

wasser

Prof. Ralf Ludwig

fessor Ludwig aus dem Institut für Chemie an der Universität Rostock. In dreizehn Artikeln geben Forscher aus aller Welt einen Überblick über aufregende Arbeiten zum Thema Wasser in Chemie, Biologie und Physik. Im Zentrum stehen dabei Struktur und Dynamik in Wasser und Eis. Die Eigenschaften an Grenzflächen spielen ebenso eine Rolle wie die in Poren und Kanälen. Auch die Bedeutung des Wassers für biologische Systeme wird diskutiert. Besondere Beachtung findet dabei die Verbindung zwischen Experiment, Theorie und Simulation.

Prof. Dr. Ralf Ludwig T: +49 381 498-6517 Ralf.ludwig@uni-rostock.de Quelle: Universität Rostock

vta-aktuell

spinas | gemperle

150 000 Menschen sterben jeden Monat an den Folgen von verseuchtem Wasser. Helvetas klärt die betroffene Bevölkerung über die Zusammenhänge von Wasser und Gesundheit auf und baut sichere Brunnen. So verhelfen wir jährlich 200 000 Menschen langfristig zu sauberem Trinkwasser. PC 80-3130-4

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DIESE KLEINEN UNGEHEUER FORDERN JEDEN MONAT MEHR OPFER ALS DIE ATOMBOMBE VON HIROSHIMA.

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Dieses Buch will den Geheimnissen des flüssigen Wassers auf die Spur kommen: Was geschieht, wenn Wasser durch eine Verengung fliesst? Wie kommt es, dass sich bei einem Brückenpfeiler im strömenden Wasser Wirbel bilden? Und wie entwickeln sich Wasserwirbel? Wie entstehen bei einem Fliessgewässer Mäanderschleifen? Auf welche Weise formt das Wasser den Untergrund zu Sandrippeln? Was hat es mit Wellen auf sich - mit jenen an der Oberfläche, aber auch mit Tiefwasser-Wellen? Wie bewegen sich die Wellen und warum wird der

Andreas Wilkens / Herbert Dreiseitl / Jennifer Greene / Michael Jacobi / Christian Liess / Wolfram Schwenk Wasser bewegt 2009. 205 Seiten, ca. 200 Farbfotos, 30 Grafiken, gebunden CHF 49.00 - ISBN 978-3-258-07521-1

wasser

Dieses Buch will für die Schönheit der Landschaft sensibilisieren und zeigen, wie kostbar natürliche oder naturnahe Fliessgewässer sind. Für viele Tiere und Pflanzen ist es überlebenswichtig, dass ihr Lebensraum – das Fliessgewässer – erhalten bleibt. Aber auch für uns Menschen ist die Vielfalt von «Fliessenden Wassern» von unschätzbarem Wert. Der Fotograf Jan Ryser und der Autor Raymond Beutler machen in diesem Bildband auf die Schönheit der Landschaft aufmerksam und zeigen die Einzigartigkeit und Seltenheit von natürlichen Fliessgewässern auf. 163 überzeugende Fotografien dokumentieren die Vielfalt und Schönheit von Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas. Der Bildband enthält aber auch informative Texte, die über die Eigenschaften von Wasser sowie über dessen ökologischen Wert als Lebensraum für Flora und Fauna berichten. Ausserdem stellen die Autoren die verschiedenen Formen des Wassers vor, das beispielsweise als Quelle, Bach oder Wasserfall zu Tage tritt. Sie verstehen es, mit grossformatigen Bildern und umfassenden, gut verständli-

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Wasser ist in unserem täglichen Leben stets präsent: beim Waschen, wenn wir unseren Durst löschen oder durch den Regen spazieren. Mit «Wasser bewegt» laden die Mitarbeiter des Instituts für Strömungswissenschaften unter der Federführung von Andreas Wilkens gemeinsam mit Christian Liess und Michael Jacobi zu einem Blick hinter die Kulissen der Wasserphänomene im Alltag ein.

Alltägliche Beobachtungen mit Wasser werden auf verständliche Weise erklärt. Zahlreiche Experimente die mit einfachen Hilfsmitteln durchführbar sind, veranschaulichen ihre zugrunde liegenden Gesetzmässigkeiten. Sie machen das feuchte Element spürbar und seine Phänomene nachvollziehbar und veranschaulichen die zugrunde liegenden Gesetzmässigkeiten - Wasser wird spürbar und seine Phänomene verstehbar. Lehrern, Schülern und allen naturwissenschaftlich interessierten Laien eröffnet «Wasser bewegt» eine neue Sichtweise auf das kostbare Gut. Mit informativen Texten und erstaunlichen Experimenten regt und leitet dieses Buch dazu an, Prozesse rund um das Entstehen, Verwandeln und Vergehen von Wasser selbst zu beobachten und zu erleben!

Fliessende Wasser Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas

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«Wasser bewegt» macht mit vielen Bildern und Experimenten Lust darauf, die faszinierende Welt des Wassers zu entdecken und zu verstehen. Forschen in der Badewanne – Phänomene und Experimente mit Wasser

darauf schwimmende Gegenstand kaum mitgenommen? Was passiert mit dem Wassertropfen, der auf eine Wasseroberfläche oder auf eine trockene Oberfläche fällt? Wirbel, Strömungen, Wasseroberflächen, Wellen – «Wasser bewegt» knüpft an besonders charakteristische Erscheinungsformen des Naturelements an und gibt Anstösse, die verschiedenen Entwicklungsvorgänge von Wasser aktiv nachzuvollziehen. Auch diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, selbst Versuche durchzuführen, bekommen durch die ausführlichen Beschreibungen und die zahlreichen Bilder aus Natur, Alltag und Laboratorien Anregungen, die faszinierende Welt des Wassers zu entdecken und zu verstehen.

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BUCHTIPPS Wasser bewegt und fliesst. Mikrowelt als Abenteuer

chen Texten die Dynamik und die Erscheinungsformen des Medium Wasser in seiner ganzen Vielfalt zu dokumentieren. Ein Werk also, dass für Laien gut zugänglich ist, gleichzeitig aber auch Kennern als Nachschlagewerk dient. Ein rundum gelungenes und umfassendes Werk, das gleichzeitig als fachliche Informationsquelle und als kostbare, beeindruckende Bildreise überzeugt! Fliessende Gewässer gehören zu den vielfältigsten und biologisch interessantesten Landschaftselementen und üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Vom kleinen Bergquell über den freundlichen, den Wandernden begleitenden Bergbach zum tosenden Fluss, der sich seinen Weg durch die Schlucht sucht, bis zum ruhigen Flachlandfluss – dies sind die gängigen Bilder von Fliessgewässern. Dieses Buch zeigt jedoch, dass die Natur sehr viele Variationen zum Thema bietet. Welche Quelltypen gibt es? Wie funktionieren Gletscher? Welche Wechselwirkungen von Fliessgewässern und Landschaft gibt es? Wie passen sich die Tiere der Flussdynamik an? Welche unsichtbaren Wege nehmen Fliessgewässer in Karstgebieten? Diesen und vielen anderen Fragen gehen die Autoren nach. Gut lesbare, informative Texte und Farbfotografien zeigen, wie vielseitig und faszinierend schön die natürlichen Fliessgewässer sind. Jan Ryser / Raymond Beutler Fliessende Wasser Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas 2008. 224 Seiten 163 farb. Abbildungen, gebunden CHF 58.00 ISBN 978-3-258-07379-8

Fortbewegungsapparate, Überlebensformen und Teilungsstadien, machen das grossformatige Buch zu einer Augenweide. Das Sahnehäubchen bildet die beiliegende DVD mit zahlreichen Videoclips des mikroskopischen Gewusels in Gewässerproben aller Art.

Abenteuer Mikrowelt Exkursionen in die geheimnisvolle Welt der Kleinstlebewesen Welche Ähnlichkeiten haben Mikroorganismen - Bakterien, Einzeller, Algen und andere - mit dem Menschen? Welche fantastischen Strategien haben sie entwickelt, um extreme Dürre, Hitze oder Kälte schadlos zu überstehen? Was sind soziale Amöben? Wie verteidigen sich Wimpertierchen gegen ihre Fressfeinde? Welche Erfolgsstrategien der Evolution zeigen sich in der Mikrowelt? Wie lässt sich die Mikrowelt erkunden? Der ehemalige Biologielehrer Pedro Galliker nimmt seine Leser mit auf eine atemberaubende Entdeckungsreise in die Welt von Glaskrebsen, Wimperntierchen, Wasserflöhen und Co. Die Expedition in die Unterwasserwelt der Kleinstlebewesen, die Tümpel, Teiche und Taufbecken bevölkern, zieht durch ihre packende Schreibe selbst jene Leser in ihren Bann, die moderner Biologie bislang nicht viel abgewinnen konnten. Die leichtfüssige und bildhafte Sprache des Autors macht die inhaltliche Tiefe der Texte leicht verdaulich. Ästhetisch bestechende farbige Abbildungen der beschriebenen Kleinstlebewesen, ihrer Fress- und

Fazit: Ein informativer, spannender und aufwändig gestalteter Bildband, der Neugier für die Biologie vor der Haustür weckt und Lust auf eigene Mikroskopie-Versuche macht. Schon mit einer einfachen Binokularlupe lässt sich entdecken und beobachten, was in unseren Tümpeln oder im Garten lebt. Pedro Galliker Abenteuer Mikrowelt Exkursionen in die geheimnisvolle Welt der Kleinstlebewesen 2007. 175 Seiten, 239 farbige Abb., mit DVD, gebunden, CHF 58.00 ISBN 978-3-258-07234-0 Alle drei Bücher sind erschienen im: Haupt Verlag AG Falkenplatz 14 3012 Bern Tel: +41 (0)31 309 09 00 Fax: +41 (0)31 309 09 90 info@haupt.ch


HELMHOLTZ Neuer Sensor misst Arsengehalt im Trinkwasser

Unterstützung erhalten die Forscher dabei von SMILE.medibiz, einem Kooperationsprojekt der Universität Leipzig, der Handelshochschule Leipzig und des HelmholtzZentrums für Umweltforschung (UFZ), das durch den Europäischen Sozialfond (ESF), das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA) und das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) gefördert wird. SMILE.medibiz unterstützt speziell Gründer aus den Branchen Biotech, Medizintechnik und Dienstleistungen für den Gesundheitsmarkt.

Einfache, schnelle und preiswerte Tests sind daher nötig, um den Arsengehalt im Brunnenwasser bestimmen zu können. An der Universität Lausanne wurde ein Grundprinzip entwickelt, das Arsen anzeigen kann: Gentechnisch veränderte Bakterien reagieren beim Kontakt mit Arsen und leuchten. Die Lichtabgabe ist messbar. Forscher des UFZ haben dieses Prinzip Autor: Tilo Arnhold weiterentwickelt und als ARSOlux® Quelle und weitere Informationen unter: zum Patent angemeldet. «Das Alwww.ufz.de leinstellungsmerkmal gegenüber bisherigen am Markt käuflichen Lösungen ist die besonders einfache Handhabung», betont Robert Hellmich vom UFZ. Mit einem Ausgründungsprojekt soll das im Patent beschriebene Verfahren nun in eine praktische Nutzung überführt werden. Dazu hat die HelmholtzGemeinschaft Ende Oktober Mittel aus dem Förderprogramm Biosensor ARSOlux® Foto: André Künzelmann/UFZ Helmholtz-Enterprise

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Symptome verursacht, die dann aber bald verschiedene Arten von Krebs hervorbringen können, ist das Gefährdungspotenzial enorm», erklärt der Mikrobiologe Prof. Hauke Harms vom UFZ.

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ur Bekämpfung von gefährlichen Durchfallerkrankungen unterstützten internationale Hilfsorganisationen in den 70er Jahren zum Beispiel in Bangladesh das Bohren von Grundwasserbrunnen. Rund fünf Millionen Handpumpen wurden installiert, damit sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht, weitere fünf bis sechs Millionen für die Landwirtschaft. Seitdem ist die Säuglingssterblichkeit stark zurückgegangen. Mitte der Neunziger Jahre traten jedoch erste Anzeichen von Arsenvergiftungen auf. Ursache dafür sind arsenhaltige Gesteine und Sedimente, aus denen das Wasser gewonnen wird. Schätzungen zufolge wird der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegte Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser von rund 30 Millionen Menschen um das Fünffache überschritten. Ähnlich verhält es sich in Vietnam. Global gesehen gilt Arsen heute als der problematischste Schadstoff im Trinkwasser. Vor allem in armen Ländern reichen die Analysemöglichkeiten oft nicht aus, um die Brunnen zu testen. «Eine flächendeckende Analyse im Trinkwasser der betroffenen Regionen ist derzeit nicht möglich und so besteht vielerorts Unsicherheit über dessen Qualität. Da Arsen in den vorhandenen Konzentrationen chronisch toxisch ist und erst nach etwa einem Jahrzehnt erkennbare

bereitgestellt, um den Wissens- und Technologietransfer in Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen. Der Helmholtz-Enterprise-Fonds (HEF) stellt Mittel zur Verfügung, um in der Ausgründungsphase zusätzliches Personal zu finanzieren und so das Gründungsvorhaben konzentriert voranzutreiben. Das Ausgründungsprojekt ARSOlux® geht zum 01.01.2010 an den Start.

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Leipzig. Durch einen neuen Sensor könnte künftig der Arsengehalt von Trinkwasser einfacher und kostengünstiger gemessen werden. Bei dem patentierten Verfahren werden spezielle Bakterien verwendet, die bei Kontakt mit Arsen zum Leuchten angeregt werden. Wie stark sie leuchten wird optisch gemessen. Auf diese Weise kann der Arsengehalt bestimmt werden. Das neue Verfahren ist besonders für Länder wie Bangladesh oder Vietnam interessant, in denen natürliche Arsenvorkommen eine Gefahr für die Wasserversorgung aus Brunnen darstellen. Die Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) schätzen, dass die Kosten pro Wasserprobe mit dem neuen Verfahren ARSOlux® fast halbiert werden könnten gegenüber Konkurrenzprodukten, mit denen zudem die Konzentrationen nicht genau bestimmt werden konnten.

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Im Garten von Henniez

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n der waadtländischen Broye, mitten in einer idyllischen Hügellandschaft, die sich zwischen den Gemeinden Henniez, Seigneux und Cerniaz erstreckt, liefert die Natur dem Mineralwasserproduzenten Henniez das Kapital für sein Geschäft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern im Inland nutzt der schweizerische Marktführer nicht etwa entlegene Bergquellen abseits von menschlichen Aktivitäten, sondern Grundwasser aus einem kleinen Seitental der landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Broyeebene. Das Quelleinzugsgebiet umfasst eine Fläche von rund 250 Hektaren und entspricht damit etwa der Grösse von 10 stattlichen Bauernhöfen. Davon stehen etwa 100 Hektaren des auch als «Garten von Hen-

niez» bekannten Geländes unter besonderem Schutz. Im feuchten Unterholz, das an diesem Spätnachmittag von der Sonne erhellt wird, federt der mit Humus gepolsterte Waldboden unsere Schritte ab. In der Nähe der sogenannten Alcalina-Quelle plätschert der Bach Trémeule. Wir befinden uns im Gebiet der ungefähr 10 Kilometer langen Geländefurche «Sillon d‘Henniez», in der gleich mehrere Mineralwasserquellen der Getränkefirma entspringen, die 2007 von Nestlé übernommen worden ist. Den Überschuss der Natur abschöpfen Der Graben sei während des letzten Eiszeitalters entstanden und durch das wiederholte Vordringen und Zu-

rückweichen des Rhonegletschers dann nach und nach mit Ablagerungen aufgefüllt worden, erklärt Cédric Egger, der Hydrogeologe des Unternehmens vor Ort. Aufgrund der enormen Tiefe dieser Mulde und des relativ langen Aufenthalts im Untergrund wird das Wasser mit Mineralien angereichert. Henniez verfügt über mehrere Quellen, wobei die Fassungen Pra-Tsérère, Puits des Neuchâtelois und Alcalina am ergiebigsten sind. «Wir pumpen hier nicht, sondern schöpfen nur den Überschuss der Natur ab», begeistert sich Cédric Egger. Jede Minute sprudeln 700 Liter Wasser mit einer konstanten Temperatur von 9 Grad Celsius aus dem Untergrund. Die mittlere Aufenthaltszeit des blauen Goldes, das aus eiszeitlichen Grundwasserformationen stammt und während der Passage im Untergrund verschiedene Spurenelemente aufnimmt, wird auf 7 Jahre geschätzt. Die Mineralwasserquelle in Henniez wurde bereits zur Römerzeit entdeckt und danach während Jahrhunderten für

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Jede Mineralwasserfirma lebt vom Naturkapital ihrer fortwährend sprudelnden Quellen. Der «Tresor» zur Bewahrung dieses Vermögens sind die Grundwasserschutzzonen. Der im Jahr 2007 vom Nestlé-Konzern übernommene Hersteller Henniez hat im Waadtland Millionen von Franken in den Schutz und die Pflege seines Quelleinzugsgebiets investiert.

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GRUNDWASSER

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Das Quelleizugsgebit von Henniez (VD) wurde noch bis in die 1980er-Jahre landwirtschaftlich intensiv genutzt. Inzwischen schirmen ein neu angepflanzter Mischwald und ein Park die Gegend vor unerwünschten Fremdstoffen ab.

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GRUNDWASSER

Im Garten von Henniez

ermittelte man im Henniez-Mineralwasser Nitratwerte von bis zu 22 Milligramm pro Liter. Diese Konzentration liegt nur wenig unter dem Anforderungswert der inzwischen gültigen Gewässerschutzverordnung von 25 Milligramm je Liter. Steigende Stickstoffgehalte und das wachsende Bewusstsein über den Zusammenhang zwischen landwirtschaftlichen Aktivitäten und der Qualität des Grundwassers veranlassten den Mineralwasserhersteller schliesslich, die Schutzzonen und das weitere Einzugsgebiet der Quellen von Henniez besser zu schützen. Deshalb kaufte das Unternehmen die Parzellen auf und drängte im betroffenen Gebiet auf die Einstellung der Viehzucht sowie auf eine generelle Anpassung der Bewirtschaftung.

Aus den Quellen von Henniez sprudeln jede Minute 700 Liter Mineralwasser.

Thermalzwecke genutzt. 1905 ging schliesslich die erste Abfüllanlage in Betrieb. Gut gepflegte Grundwasserschutzzonen Ausgangs des Waldes gelangen wir über weite, mit Bäumen bestockte Naturwiesen zu einer Anhöhe. Von hier aus sind auf der Nordseite der Creux-du-Van und der Chasseron zu sehen, während der Blick im Süden über die Freiburger und Waadtländer Voralpen schweift. Obwohl man sich in einem Naturpark mit einem sehr hohen Schutzgrad wähnt, wurden Teile des Quelleinzugsgebiets noch vor 30 Jahren intensiv von der Landwirtschaft genutzt. Damals betrieben die lokalen Bauern hier noch Viehwirtschaft und Ackerbau, wodurch unerwünschte Fremdstoffe in die Quellen gelangten. Zu Beginn der 1970er-Jahre

Vom Bauern zum Landschaftsgärtner Auf unserem Rundgang treffen wir den ehemaligen Bauern René Bühler in rotem T-Shirt und blauer Schürze - beide mit Henniez-Logo. Er kennt die Gegend und deren Geschichte wie seine Westentasche, bewirtschaftete doch schon sein Grossvater auf dem Gelände einen mittelgrossen Hof. Vor mehr als 25 Jahren verkaufte René Bühler seine Wiesen und Felder an das Mineralwasserunternehmen und liess sich von Henniez gleichzeitig als Landschaftsgärtner für die Pflege des Quelleinzugsgebiets anstellen. Ab 1983 nahm er selber an der Pflanzung von rund 70´000 Bäumen teil. Wie ein natürlicher Schutzschild schirmt inzwischen ein Mischwald mit mehr als 70 verschiedenen Baumarten das Zuströmgebiet der Quellen ab - darunter finden sich Eschen, Ahorn, Kastanien, Birken, Kirschbäume, Kiefern und Fichten. Unter Waldböden ist die Qualität des Grundwassers in der Regel

hervorragend. Hauptgründe dafür sind das Fehlen wassergefährdender Nutzungen - wie Industrie- und Gewerbezonen, Abwasser- und Verkehrsanlagen oder Bodenumbruch -, der Verzicht auf Dünger und Pestizide sowie der vor allem in Laubwäldern gut durchwurzelte Boden mit seinen zahlreichen Mikroorganismen, die für eine effiziente Filterwirkung sorgen. Zum Schutz der Quellen werden in Henniez aber auch die offenen Wiesen nur noch extensiv gepflegt. «Wir verzichten auf jeglichen Einsatz von Dünger oder Pflanzenbehandlungsmitteln», sagt René Bühler. «Die Wiesen schneiden wir erst spät und lassen sonst die Natur walten. Seit der Aufforstung und dem Ende des landwirtschaftlichen Anbaus sind Pflanzenwelt und Fauna vielfältiger geworden.» Dank der veränderten Bewirtschaftung gelang es auch, den Nitratgehalt deutlich auf heute noch 12 bis 13 Milligramm pro Liter Wasser zu senken. Der Schutz hat Vorrang Gegenwärtig befinden sich über 95 Prozent des Quelleinzugsgebiets im Besitz der Mineralwasserfirma. Damit verfügt sie praktisch über die alleinigen Rechte zur profitablen Nutzung der örtlichen Grundwasservorkommen. Um die Terrains zu erwerben, hat man ganze Bauernbetriebe verlegt. Auch der Landwirt Sylvain Bersier, der im Quelleinzugsgebiet von Henniez noch eine 5 Hektaren grosse Parzelle besass, war unlängst damit einverstanden, diese gegen ein weiter entferntes Grundstück abzutauschen. «Ich werde mich jedoch weiterhin um meine früheren Felder kümmern und diese nur noch extensiv bewirtschaften», erläutert er. «Um Auswaschungen zu vermeiden, setze ich keine Pestizide ein und arbeite ausschliesslich mit Gründüngung.» Die Firma Henniez plant


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Im Garten von Henniez

zurzeit keine weiteren Zukäufe von Agrarland, dafür stärkt sie den Grundwasserschutz durch privatrechtliche Abkommen mit den lokalen Landwirten. Gegenwärtig werden vier Fünftel der insgesamt 100 Hektaren umfassenden Schutzzonen überhaupt nicht genutzt, sondern im Naturzustand belassen. Die restlichen 20 Hektaren unterliegen Vereinbarungen mit Bauern wie Sylvain Bersier, die für Mindererträge eine finanzielle Abgeltung erhalten.

Investitionen für eine nachhaltige Nutzung

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Das Naturprodukt wird gleich vor Ort in Flaschen abgefüllt.

auch künftig nicht sparen, sondern eng mit den Standortgemeinden und lokalen Bauern zusammenarbeiten. Mit ähnlichen Initiativen war der Nahrungsmittelkonzern Nestlé auch in den Vogesen erfolgreich, um die Quellen seiner Mineralwässer Vittel und Contrexville besser zu schützen. «Sauberes Wasser ist unser Kapital», sagt Michel Beneventi. «Deshalb setzen wir alles daran, diese Ressource von unschätzbarem Wert zu erhalten - mitsamt der schönen Umgebung von Henniez, in der sich unser Wasser ständig erneuert.» Text: Cornélia Mühlberger de Preux

Die Gesamtkosten für Landkäufe, Aufforstungen und den regelmässigen Unterhalt des Quelleinzugsgebiets beliefen sich in den vergangenen 20 Jahren auf rund 15 Millionen Franken. Umgerechnet auf ein Jahr entspricht diese Investition ungefähr einem halben Prozent des Gruppenumsatzes von Henniez. Der neue Generaldirektor Michel Beneventi will beim Grundwasserschutz

Quelle: Dieser Artikel wurde im Heft «Umwelt 01/09 «Natürliche Ressourcen in der Schweiz»» des Bundesamts für Umwelt BAFU erstveröffentlicht Fotos: Die Bilder wurden uns von Nestlé Waters (Suisse) SA zur Verfügung gestellt

80 Millionen Franken... 80 Millionen Franken an Aufbereitungskosten sparen die öffentlichen Wasserwerke in der Schweiz jährlich ein, weil das Rohwasser aus Quellen und Pumpbrunnen so sauber ist, dass sie etwa 400 Millionen Kubikmeter Trinkwasser ohne jegliche Behandlung in ihre Leitungsnetze einspeisen können.

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Mit einem Anteil von gut 80 Prozent ist das Grundwasser in der Schweiz die wichtigste Ressource der öffentlichen Trinkwasserversorgung. «Im Einzugsgebiet einer typischen Fassung im Mittelland produziert die Natur pro Hektare Jahr für Jahr 4 Millionen Liter sauberes Grundwasser», rechnet Benjamin Meylan von der Sektion Grundwasserschutz beim BAFU vor. «Damit erzielt eine öffentliche Wasserversorgung einen Endverkaufswert von 7´000 Franken pro Hektare.» Diese Wertschöpfung liegt deutlich über den Roherträgen von rund 4´000 Franken, welche die Bauern auf gleicher Fläche mit herkömmlichen Ackerbaukulturen erwirtschaften können. Bei Schweizer Mineralwasser, das im Laden mindestens 500-mal so viel kostet wie normales Hahnenwasser, erhöht sich der Verkaufswert pro Hektare sogar auf über 3 Millionen Franken. Vorsorgliche Massnahmen zum Schutz der unterirdischen Gewässer vor Verunreinigungen zahlen sich angesichts solcher Zahlen rasch aus. Dies gilt insbesondere in den Grundwasserschutzzonen, das heisst auf der letzten - und deshalb besonders empfindlichen - Wegstrecke des Wassers unmittelbar vor seiner Gewinnung in der Fassung. «Weil diese Schutzzonen im intensiv genutzten Mittelland nur einige Promille der gesamten Nutzfläche beanspruchen, muss die Trinkwasserproduktion hier eindeutig Vorrang haben», verlangt Benjamin Meylan. Allerdings sind die seit Jahren vorgeschriebenen Schutzzonen noch längst nicht überall ordnungsgemäss ausgeschieden und bewirtschaftet. Vor allem bei kleineren Fassungen in ländlichen Regionen, wo das Trinkwasser vielerorts nicht kontinuierlich kontrolliert wird, gefährdet dieses Versäumnis unnötigerweise die lokale Trinkwasserqualität. Im schlechtesten Fall besteht sogar die Gefahr, dass Krankheitskeime, Pestizide, flüchtige Kohlenwasserstoffe und weitere unerwünschte Substanzen ins Trinkwasser gelangen.

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Enormes Volksvermögen im Untergrund

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GOTTHARD-BASISTUNNEL NEAT lässt Quellwasser versiegen

und gefährdet Wasserversorgung

Der Bau des Neat-Basistunnels im Kanton Uri bringt Probleme mit sich: Zurzeit läuft literweise Wasser in den Stollen. Dieses Wasser fehlt nun bei der Trinkwasserversorgung der Gemeinde Silenen.

zwei der fünf Wassergenossenschaften in Silenen – die Kirchbach- und die Schüpfenbach-Genossenschaft – komplett auf dem Trockenen. Nun werde Trinkwasser aus dem Nachbarort Amsteg nach Silenen gepumpt – auf Kosten der Wassergenossenschaften.

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Die zwei betroffenen Wassergenossenschaften wollen gemäss dem «Urner Wochenblatt» die für die Bohrungen zuständige AlpTransit Gotthard (ATG) AG auf Schadenersatz verklagen. Silenen prüft Milionenprojekt

Blick in einen Neat-Stollen. (Bild EQ)

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ie Bohrmaschinen des Gotthardbasistunnels haben das Wasserversorgungssystem der Gemeinde Silenen teilweise lahmgelegt. Aus dem Bergmassiv dringen zurzeit 260 Liter Wasser pro Sekunde in den Tunnel, und dieses Wasser fehlt nun bei der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Die Tunnelbaustelle befindet sich direkt unter mehreren Wasserfassungen. «Wir haben zwar mit Beeinträchtigungen gerechnet», sagt der Silener Gemeindepräsident Wendelin Loretz, «aber ein solches Ausmass haben wir nicht erwartet.»

baus auf die Quellen abschliessend beurteilen. Im Silener Gemeinderat spricht man von der ATG als einem fairen Verhandlungspartner. Auch ATGMediensprecher Ambros Zgraggen bestätigt, dass das Problem von beiden Seiten ohne Konflikt und ohne Polemik erörtert werde. Trinkwasser aus Amsteg Schon im August sei das Wasser aller Quellen massiv zurückgegangen. Doch seit September lägen

In Silenen prüft der Gemeinderat jetzt ein Millionenprojekt mit Ursprung im Maderanertal. Der Bau des Neat-Basistunnels hat das Wasserversorgungssystem der Gemeinde Silenen teilweise lahmgelegt. «Mit grösster Wahrscheinlichkeit wird dieser Zustand für immer anhalten», glaubt Gemeindepräsident Wendelin Loretz. Eine Dauerlösung könne der aktuelle Wasserbezug in Amsteg aber nicht sein. «Deshalb wird die Möglichkeit ernsthaft geprüft, Wasser aus dem Gebiet Griessern im Maderanertal nach Silenen zu leiten», so Loretz. «Wir sind daran, unter anderem die mögliche Wassermenge oder Linienführungen für die Einspeisungen ins Trinkwasserversorgungsnetz Silenen zu studieren», erklärt Loretz. «Diese Lösung würde uns aber sicher mehrere Millionen kosten.»

Der Silener Gemeindepräsident Wendelin Loretz. (Bild Neue UZ)

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Quelle: www.zisch.ch

Gleichzeitig verhandeln ATG und die Gemeinde Silenen über eine dauerhafte Lösung für die Wasserversorgung. Ein abschliessender Entscheid ist jedoch erst nach dem definitiven Ausbau der beiden Tunnelröhren zu erwarten. Dann könne man die Auswirkung des Tunnel-

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«Kein Konflikt»

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KURZ NOTIERT Wiesbaden nach Erdwärmebohrung überflutet Wiesbaden, 7. November 2009 Eine missglückte Erdwärmebohrung hat in der Innenstadt von Wiesbaden eine Überflutung ausgelöst. Ein Bohrtrupp war in der Nacht vom 5.-6. November in rund 130 Meter Tiefe überraschend auf eine Wasserblase gestossen. Daraufhin schoss eine sieben Meter hohe Fontäne aus der Erde. Zeitweise traten bis zu 6´000 Liter Wasser pro Minute aus. Feuerwehrleute versuchten, das Bohrloch zu verschliessen. Bei einer Erdwärmebohrung hatten Bauarbeiter am Donnerstag versehentlich in 130 Meter Tiefe eine unter Druck stehende Wasserblase getroffen. Die Folge war eine gewaltige Überschwemmung. Zeitweilig schossen Wasserfontänen viele Meter in die Höhe.

In der Nacht zum Freitag war es Fachleuten gelungen, das Hauptbohrloch mit Beton zu verfüllen. Am Freitag begannen sie dann mit einem zweiten Versuch, dieses Loch noch einmal aufzubohren und in grösserer Tiefe wieder zu verstopfen.

So könnten auch Nebenkanäle des Wasserlaufs verschlossen werden, aus denen noch immer Wasser sprudelte.

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EAWAGMembrantechnologie als Schlüsseltechnologie

in der Wasseraufbereitung

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n der Schweiz weist über ein Drittel des Rohwassers eine so gute Qualität auf, dass es ohne jegliche Aufbereitung als Trinkwasser verteilt werden kann. Wo das gefasste Wasser den strengen Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung nicht genügt, muss es hingegen aufbereitet werden. Das trifft insbesondere auf die rund 40 Schweizer Seewasserwerke zu. Denn anders als beim Grundwasser, das beim Versickern gereinigt wird, durchläuft das gefasste Seewasser

keinen natürlichen Reinigungsprozess. Heute existiert eine Vielzahl von Aufbereitungsverfahren, etwa die Sandfiltration, die Aktivkohlefiltration oder die Ozonung. Selbst Viren werden eliminiert An der vom SVGW und der Eawag in Dübendorf durchgeführten internationalen Tagung wiesen die Experten darauf hin, dass sich in den letzten zehn Jahren mit der Membrantechnologie ein neues Verfahren

etabliert hat. Dabei steht vor allem die Ultrafiltration im Vordergrund: Bei diesem Verfahren wird das Rohwasser durch eine Membran gepresst. Deren Poren weisen eine Grössenordnung von 0,01 Mikrometer (μm) auf, wobei 1 μm einem Tausendstel Millimeter entspricht. Zum Vergleich: Der Durchmesser eines menschlichen Haares liegt im Mittel bei etwa 70 μm. Mit der Ultrafiltration werden kleinste Partikel wie Trübstoffe, Keime, Parasiten oder Viren wirkungsvoll aus dem Wasser gesiebt. Das heisst: Diese Technologie reinigt das Wasser nicht nur mechanisch sondern entkeimt es gleichzeitig. Der Einsatz chemischer Hilfsmittel wie Chlor oder Ozon kann reduziert werden oder ganz entfallen.

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Die Membrantechnologie spielt in der Trinkwasseraufbereitung eine immer wichtigere Rolle. Experten aus dem In- und Ausland diskutierten am 16. November 2009 in Dübendorf an einer vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) und dem Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag gemeinsam durchgeführten Tagung über den Stand dieser Technologie.

Neue Risiken mit der Klimaänderung

Die Ultrafiltrationsanlage im bernischen Frutigen umfasst 40 Zylinder, welche die Membranen enthalten. Die Membranoberfläche pro Zylinder beträgt rund 50 Quadratmeter. (Bildquelle AWA, Kt. Bern)

Die Klimaänderung wird sich auch auf die Wasserversorgung in der Schweiz auswirken, beispielsweise durch extremere Schwankungen

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In den Voralpen, im Jura sowie in den Gebirgskantonen Graubünden und Wallis fassen viele Wasserversorger das Rohwasser aus Karstquellen. Im Karst versickert das Wasser jedoch sehr rasch und wird - insbesondere nach Starkniederschlägen - bei der Bodenpassage nur mangelhaft gefiltert. Die Wasserversorgungen sind deshalb mit einer stark schwankenden Qualität des Rohwassers konfrontiert. Die Ultrafiltration ist wie geschaffen für den Einsatz in Karstgebieten. Denn im Gegensatz zu anderen Aufbereitungsmethoden bleibt dieses Verfahren bei jedem Wetter voll funktionsfähig und verbessert damit die sichere Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser signifikant.

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Vorteile im Karstgebiet

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EAWAG

Membrantechnologie als Schlüsseltechnologie in der Wasseraufbereitung

Prof. Dr. Markus Boller

der Klimaänderung mit genügend einwandfreiem Trinkwasser beliefert werden können. Die Membrantechnologie wird also eine Schlüsselrolle einnehmen.

Adresse für Rückfragen: Kontakt SVGW: Urs Kamm Vize-Direktor, Leiter Abteilung Wasser Tel. 044 288 33 33 Kontakt Eawag: Dr. Wouter Pronk Abteilung Verfahrenstechnik Tel. 044 823 53 81 Herausgeber: Eawag Das Wasserforschungs-Institut

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des ETH-Bereichs

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der Wasserstände. Die Wasserwerke haben sich daher in den letzten Jahren besser untereinander vernetzt, damit eine sichere Versorgung auch während längeren Trockenperioden gewährleistet bleibt. Doch das Klima hat auch Einfluss auf die Wassergüte: Kommt es häufiger zu Hochwasserereignissen, bricht vermehrt Flusswasser in flussnahe Grundwasserfassungen durch. Intensivere Niederschläge führen bei Karstquellen zu extrem hohen Schüttungen. Ausserdem erhöht die zunehmende Temperatur des Rohwassers die Verkeimungsgefahr. Forschung und Wasserwerke haben auch diese Zeichen der Zeit erkannt und auf die Risiken reagiert. In gemeinsamen Projekten wird der Einsatz der Membrantechnolgie optimiert, zum Beispiel in Bezug auf die Betriebssicherheit oder den Energieeinsatz. So garantiert das Verfahren - insbesondere kombiniert mit klassischen Aufbereitungsschritten -, dass das Rohwasser effizient, sicher und kostengünstig aufbereitet wird, damit Bevölkerung, Gewerbe und Industrie auch vor dem Hintergrund

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Ultrafiltrationsanlagen in der Schweiz 2000–2009 (Bildquelle: Membratec)

Die Tagung von SVGW und Eawag war gleichzeitig auch eine Verabschiedung von Prof. Dr. Markus Boller, der in den Ruhestand tritt. Ursprünglich Kulturingenieur hat sich Markus Boller zum Abwasseringenieur weitergebildet und seit 1973 fast ununterbrochen an der Eawag geforscht und ab 1990 auch an der ETH Zürich unterrichtet. Mit seinen Arbeiten zur Flockungsfiltration wurde er europaweit DER Experte auf diesem Gebiet. In jüngerer Zeit konzentriert sich seine Forschung auf die Niederschlagsabwässer in Siedlungen und die Trinkwasserversorgung. Sehr früh hat er die Chancen der Membrantechnologie erkannt, sowohl in der Trinkwasserver- als auch in der Abwasserentsorgung. Immer standen für ihn aber auch Massnahmen an der Quelle im Vordergrund, um Schadstoffeinträge in die Gewässer zu vermeiden. Erfolgreich hat er dazu die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Herstellern, Verbänden und Behörden gesucht und Brücken geschlagen. Markus Boller und seine Forschungsgruppen haben zweifellos viel zum Erfolg und Ansehen der Schweizer Siedlungswasserwirtschaft beigetragen.

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SBV-HERBSTTAGUNG 2009 Sondermülldeponie Kölliken und Gewässerschutz Am 15. Oktober 2009 fand bei der Sondermülldeponie SMDK in Kölliken die Herbsttagung des Schweizerischen Brunnenmeisterverbands statt. Nach den Weiterbildungskursen vom April war auch diese Tagung dem Gewässerschutz gewidmet.

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intergrund: In den siebziger Jahren wollten die Initianten mit der Einrichtung und dem Betrieb der Sondermülldeponie Kolliken (SMDK) der damals üblichen unkontrollierten und illegalen Entledigung giftiger Abfälle Einhalt gebieten. Dabei wurde das Gefahrenpotenzial für das Grundwasser der Region unterschätzt und die Deponie musste 1985 geschlossen werden. Seit 2003 bis zum Jahr 2013 ist nun die Gesamtsanierung, d.h. der vollständige Rückbau der Deponie im Gange. Es müssen mehrere Hunderttausend Tonnen Giftmüll und verseuchte Erde ausgebaggert werden. Mitarbeiter und Berater der SMDK befassen sich seit 1985 mit der Überwachung der Deponie, dem Sammeln der Daten, mit der Analyse und der Interpretation der Messwerte. Sie haben umfangrei-

che Sicherungssysteme realisiert und Schutzmassnahmen geplant und in die Praxis umgesetzt. Den interessierten Zuhörern wurde in einigen Referaten am Vormittag die Geschichte und die Sanierungsmassnahmen der Sondermüllde-

Interessierte Zuhörerschaft

ponie Kölliken genau erklärt und beschrieben. Der Nachmittag konnte zur «freien» Besichtigung (Rundgang mit Posten) der SMDK genutzt werden. Der grosse Andrang der Teilnehmer zeigte, dass die Sondermülldeponie noch immer ein wichtiges Thema ist, das viele beschäftigt. Wahnsinn ist, dass niemand so recht weiss, was bei dieser Sanierung noch alles Unvorhergesehenes


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SBV-HERBSTTAGUNG 2009 Sondermülldeponie Kölliken und Gewässerschutz

Apéro

Die SBV Herbsttagung war wieder einmal mehr eine gelungene

Text: Roger Püntener

Sozusagen pünktlich auf die Herbsttagung des SBV hat das SMDK auch ihr neustes Infobulletin (Nr. 41) herausgegeben. Um Ihnen weitere Einblicke in die Thematik der Herbsttagung zu geben, hier daraus ein Bericht: Erfolg der Massnahmen zur Verbesserung der Grundwasserqualität im Umfeld der SMDK Die Ende 2003 in Betrieb genommene Abschirmung Süd der SMDK erfüllt ihre Aufgabe als akute Massnahme zum Schutz des Grundwassers voll und ganz. Die Qualität des Grundwassers hat sich seither

signifikant verbessert. Geschützt durch diese Sicherungsmassnahme findet seit 2008 die Gesamtsanierung statt, welche nicht nur Symptome, sondern die Ursachen angeht. Rückblick Nach der Schliessung der SMDK Sondermülldeponie Kölliken im Jahr 1985 wurde im Untergrund des Umfelds der Deponie ein umfassendes Kontrollsystem mit rund 270 Messstellen aufgebaut, welche regelmässig beprobt werden. Die Bohrungen der SMDK reichen zum Teil bis in 70 Meter Tiefe, doch sind für das nutzbare Grundwasser und für das Trinkwasser nur die oberen Schichten von praktischer Bedeutung. Aus den Messungen resultierte schon bald, dass sich in Tiefen von 5-20 Metern eine Schadstofffront langsam in Richtung einer Wasser führenden Schotterrinne, der so genannten Kölliker Rinne, ausbreitete. Das Wasser in dieser Rinne fliesst mit rund 4 Metern pro Tag

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Allein die seit der Schliessung aufgewendeten Kosten für Betrieb und Unterhalt, Untersuchungen, Planungen und Bauten betrugen bis Ende 2002 ca. 140 Mio. Franken. Für den zukünftigen Betrieb und den Unterhalt der Anlagen sowie für die weitere Überwachung der Deponie werden jährlich Kosten zwischen 3-5 Mio. Franken aufzuwenden sein. Die Kostenschätzung für die Gesamtsanierung beträgt weitere 445 Mio. Franken. Die gesamten Kosten für Untersuchungen, Betrieb und Unterhalt, Bau von Interventions- und Sicherungsmassnahmen (Drainage Nord, Abschirmung Süd, SWALBA, Brunnenreihe Kölliker Rinne) sowie für den Rückbau der Deponie werden somit bis zum Jahr 2015 (30 Jahre nach der Schliessung der Deponie) rund 650 Mio. Franken betragen.

Veranstaltung, die die Teilnehmer begeistert hat. Gleichzeitig zeigte sie die Sünden auf, die aus Unwissenheit in der Vergangenheit begangen wurden, und die nun durch andere Generationen behoben und getragen werden müssen. Dies sollte man sich bei vielen Entscheiden von heute etwas mehr bewusst machen.

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zum Vorschein kommt und ein weiterer Wahnsinn sind die Kosten, die bis jetzt und bis zur Endsanierung zusammenlaufen werden.

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SBV HERBSTTAGUNG 2009 Sondermülldeponie Kölliken und Gewässerschutz

brunnen eingebaut, mit denen eine allfällige Verschmutzung innert Tagesfrist abgepumpt und in der SWALBA, der betriebseigenen Kläranlage der SMDK, behandelt werden könnte. Zum Glück mussten diese Interventionsbrunnen bisher noch nie in Betrieb genommen werden.

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zwar sehr langsam, doch mündet die Rinne in ein mit zahlreichen Trinkwasserfassungen versehenes grosses Grundwassergebiet des Kantons Aargau. Dieser Grundwasserstrom reicht bis zum Rhein, und rund 200‘000 Einwohner beziehen

daraus ihr Trinkwasser. Sicherungsmassnahmen Als erste Sicherungsmassnahme wurden 1992 quer zur Schotterrinne vorsorglich 11 Interventions-

Als deponienahe Sicherungsmassnahme wurde in den Jahren 2001 bis 2003 unmittelbar am südlichen Deponierand eine Drainagewand gebaut. Sie besteht aus 129 Drainagebrunnen von bis zu 18 Metern Tiefe. Die Brunnen wurden dazu mit einem zentralen Filterrohr aus Chromnickelstahl versehen und mit Sickerkies hinterfüllt.

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SBV HERBSTTAGUNG 2009 Sondermülldeponie Kölliken und Gewässerschutz

Blick in die Halle der ersten Sanierungsetappe

Der Bau dieser Massnahme hat rund 30 Millionen Franken gekostet. Sie war und ist als wesentlicher technischer Bestandteil eine Voraussetzung für die nun laufende Gesamtsanierung.

Sofort nach der Inbetriebnahme der Drainagebrunnen und des Werkstollens zeigten sich erste positive Auswirkungen auf die Verschmutzung im Umfeld. Da die Drainage eine Absenkung des Grundwasserspiegels bewirkt, wurde auch Wasser, welches bereits stromabwärts geflossen war, in die Drainagebrunnen zurückgezogen. Das aus dem Umfeld nachströmende saubere Wasser erzielte eine zusätzliche Reinigungswirkung. Monat für Monat hat man eine weitere Verbesserung der Grundwasserqualität feststellen können. Die Auswirkung der Drainagebrunnen reicht bis ins Gebiet der bereits erwähnten Interventionsbrunnen. Aktuelle Schadstoffwerte Heute können die früher im Abstrom der Deponie vorhandenen Schadstoffe entweder analytisch nicht mehr nachgewiesen werden oder ihre Konzentrationen liegen so tief, dass sie für die stromabwärts liegenden Trinkwasserfassungen keine Gefahr mehr darstellen. Anhand von Färbeversuchen wurde der Nachweis erbracht, dass die

Werte der im Gebiet der Ghürststrasse verbliebenen Restkontamination bis zum Erreichen der stromabwärts liegenden Trinkwasserfassungen durch Verdünnung unterhalb der Nachweisgrenze liegen werden. Monitoring und Kontrollen Das Grund- und das Trinkwasser werden sowohl durch die SMDK als auch durch externe Laboratorien (Amt für Verbraucherschutz des Kantons Aargau und ein unabhängiges, zertifiziertes Labor) regelmässig beprobt und kontrolliert. Die Resultate der Trinkwasseranalyse werden auf der Website www.smdk.ch publiziert. Neben der Wasserqualität wird auch die Luft in der Umgebung der Deponie an der Hofstrasse und östlich der Deponie permanent analysiert und protokolliert.

Quelle: www.smdk.ch

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Das auf diese Weise gesammelte Grundwasser weist, je nach Lage des Drainagebrunnens, sehr unterschiedliche Qualitäten auf. In der Kläranlage wird das stark verschmutzte Wasser zusammen mit dem Sickerwasser aus dem Deponiekörper in Tauchtropfkörpern durch verschiedene Bakterienarten biologisch gereinigt. Schwach kontaminiertes Wasser wird in einer speziellen Aktivkohleanlage gereinigt und anschliessend in den Kölliker Mülibach abgeleitet. Pro Tag werden aus der Abschirmung Süd rund 100m3 Wasser so gesammelt und behandelt.

Positive Auswirkung

Text und Fotos: Roger Püntener, SMDK

vta-aktuell

Unterhalb der Filterbrunnen wurde ein begehbarer Werkstollen gebaut. Darin wird das in den Drainagebrunnen gesammelte Wasser in Leitungen gefasst und der Kläranlage der SMDK zugeführt.

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Wir erneuern jedes Rohrsystem. Auf Wunsch erhalten Sie unsere Referenzliste.

GRABENLOSE ROHRTECHNIK BERSTLINING

BAUUNTERNEHMUNG


DVGW-Studienpreise verliehen

wasser

KURZ NOTIERT

DVGW-Präsident Dr. Bernhard Hörsgen überreichte den diesjährigen Studienpreisträgern Gas und Wasser, Amjad Moussa, Uwe Kunkel, Dominik Höhner und Holger Lutze (v. l.), im Rahmen des Jubiläumskongresses ihre Urkunden. Quelle: engelke picture

Dominik Höhner zog in seiner Arbeit einen technisch-wirtschaftlichen Vergleich des Seetransports von komprimiertem Erdgas (CNG)

Studienpreis Wasser Holger Lutze hat sich in seiner Arbeit mit den Möglichkeiten der Optimierung der Eliminierung von Geruchs- und Geschmacksstoffen aus dem Rohwasser durch den Einsatz neuer innovativer Verfahren befasst. Die Ergebnisse sind für die Aufbereitung von Oberflächenwasser von besonderem Interesse. Für Wasseraufbereitungsanlagen, in denen eine Ozonung für die Oxidation von Geruchs- und Geschmacksstoffen genutzt wird, werden dadurch Möglichkeiten zur Optimierung aufgezeigt. Zudem

Uwe Kunkel untersuchte das Verhalten von verschiedenen für die Wasserwirtschaft relevanten Arzneimittelrückständen in Fliessgewässern. Er befasste sich mit der Wechselwirkung zwischen Oberflächenwasser und den Sedimenten in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern des Fliessgewässers. Die Ergebnisse sind für die Wasserwirtschaft von besonderer Relevanz, da der natürliche Abbau der Arzneimittel im Vordergrund stand. Die DVGW-Studienpreise Gas und Wasser werden jährlich zur Förderung des Nachwuchses im Energieund Wasserfach für herausragende Diplom-, Master- oder BachelorArbeiten verliehen. Teilnahmeberechtigt sind Absolventen von Berufsakademien, Fachhochschulen, Universitäten und Technischen Hochschulen. Quelle: DVGW

gas

Die Master-Arbeit von Amjad Moussa befasst sich mit der Untersuchung der Wirtschaftlichkeit einer Sammelleitung zur Einspeisung von Biogas in das Gasnetz. Er definiert mögliche Szenarien für den Anschluss von Biogasanlagen und die Aufstellung eines Berechnungsschemas für die Wirtschaftlichkeit aller Prozessabschnitte. Die entwickelten Lösungen helfen den Betreibern der einzelnen Prozessabschnitte, ihre Wirtschaftlichkeit zu bestimmen und auch im Zusammenhang mit der gesamten Prozesskette einzuordnen.

können die Ergebnisse für die Auslegung von Neuanlagen genutzt werden.

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Studienpreis Gas

zum konventionellen Seetransport von Erdgas in flüssiger Form. Der CNG-Schiffs-transport als zukünftige Option zu Gaspipeline und LNG wird energetisch und wirtschaftlich bewertet. Die Arbeit bildet eine solide Grundlage für Life-CycleAnalysen der Gasversorgung, d.h., Energie-, Emissions- und Kostenbetrachtung der gesamten Gasversorgungsketten. (Siehe Seite 51 in dieser Ausgabe)

vta-aktuell

I

m Rahmen seines Jubiläumskongresses «150 Jahre DVGW» am 22./23. September 2009 in Leipzig hat der DVGW seine Studienpreise Gas und Wasser an Nachwuchswissenschaftler verliehen.

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VKR

Investition in die Zukunft

Kunststoff als Leitungssystem für die Gas- und Wasserversorgung sowie für die Entwässerung und Kanalisation ist mittlerweile aus dem Tiefbau nicht mehr wegzudenken. Neben ihrem geringen Gewicht überzeugen Kunststoff-Rohrleitungssysteme vor allem durch ihre Korrosionsbeständigkeit, Langlebigkeit und Wartungsfreiheit. Rohrleitungssysteme aus modernen Hochleistungskunststoffen eignen sich für praktisch alle Anwendungen im Tiefbau. Rohrleitungssysteme aus Kunststoff verhindern zuverlässig das Versickern unseres wertvollen Trinkwassers und führen unser Abwasser einer umweltgerechten Entsorgung zu.

N

eben vielfältigen Anwendungen im Bereich der Sanitär-Installationen – zum Beispiel im Bau von Heizungs-, Versorgungs- und Klimatisierungsanlagen – eignet sich Kunststoff hervorragend für den Einsatz im Tiefbau. Einmal verlegt – nie mehr gewartet Kunststoff verzeichnet keine Korrosion, ist UV-beständig und 100% dicht. Seine praktisch unbegrenzte

Lebensdauer und Unempfindlichkeit gegen Umwelteinflüsse sprechen für den Einsatz als Versorgungsund Entsorgungsleitungen. Selbst nach Jahrzehnten ist kein schleichender Wasser- oder Gasaustritt zu befürchten, bei dem – praktisch unbemerkt – etwa wertvolles Trinkwasser verschwendet oder der Boden durch Abwasser verschmutzt wird. Insofern ist die Investition in Kunststoff-Rohrleitungssysteme eine nachhaltige und umweltfreundliche. Beste hydraulische Eigenschaften sowie das einfache und Zeit sparende Verlegen von Kunststoff-Rohrleitungssystemen tun ein Übriges, um den Werkstoff zum immer beliebteren Trägermedium der Versorgungs- und Entsorgungsdienste zu machen. Ideal für unwegsames Gelände Durch ihr geringes Gewicht und damit die Möglichkeit zum Transport von Hand, eignen sich Kunststoff-Rohrleitungssysteme speziell auch für Verlegearbeiten in unwegsamem Gelände. Alternativ zur klassischen Schweissverbindung können Wasser-, Gas- und Kanalrohrsysteme zum Teil auch geklebt sowie mittels Steckmuffen verbunden werden. Damit kann das Verlegen unabhängig von vorhandenen Energiequellen bzw. auch bei widrigen Wetterbedingungen weitergeführt werden. Dies reduziert die Arbeitszeiten und sorgt für einen möglichst zügigen Baufortschritt. Natürlich entspricht die Verbindungsqualität der herkömm-

lichen Schweissung, stellt also in jeder Hinsicht eine Alternative ohne Kompromisse bei Sicherheit und Langlebigkeit dar. Lösungen mit System Hochwertige Kunststoff-Rohrleitungssysteme bieten ein vielseitiges, abgestimmtes Zubehörprogramm. Somit kann die erforderliche Leitungsführung mit entsprechenden Fittings ausgestattet werden. Etwaiges «Tüfteln» und «Basteln» an der Baustelle direkt entfällt, die funktionalen Systeme gewährleisten durchgängige Qualität. Gängige Systemanbieter bieten neben dem Standard-Lieferprogramm auch Spezialanforderungen auf Kundenwunsch. Die beste «Verpackung» für Trinkwasser, Gas und Abwasser Kunststoff-Rohrleitungssysteme sind geschmacks- und geruchsneutral, was insbesondere für Trinkwasserversorgungen von hoher Bedeutung ist. Die hohe Qualität unseres Trinkwassers wird daher durch die Leitungsführung in keiner Weise beeinträchtigt. So bleibt unser hoher Lebensstandard, der zu einem guten Teil auf regelmässiger Versorgung mit sauberem Trinkwasser bzw. umweltgerechter Entsorgung basiert, über Generationen erhalten. Es sei auch angemerkt, dass Kunststoff-Rohrleitungssysteme auch problemlos rezyklierbar sind. Zudem sind sie erwiesenermassen ökonomisch und ökologisch vorteilhafter als andere Rohrleitungsmaterialien. Nachträglich noch einen «Herzlichen Dank» Die Mitglieder des Verbandes Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile (VKR) blicken auf eine erfolgreiche «Pro Aqua» an der


VKR

Investition in die Zukunft

VA 78 VA 79 VA 80

Mi/Do 17.02./18.02.2010 Do/Fr 18.02./19.02.2010 Mo/Di 22.03./23.03.2010 (Reservekurs)

PK (Planerkurse) 1 Tag Individualkurse für Ingenieure und Planer Im Zentrum dieser Weiterbildung steht die Möglichkeit gängige Schweissverfahren «life» in der Praxis zu erleben.

Kursdaten 2010:

PK 07

03 04 05 06

EA (Erstausbildung) 5 Tage EA EA EA EA EA EA

95 96 97 98 99 100

Mo. 01.02. – Fr. 05.02.2010 Mo. 08.02. – Fr. 12.02.2010 Mo. 22.02. – Fr. 26.02.2010 Mo. 01.03. – Fr. 05.03.2010 Mo. 08.03. – Fr. 12.03.2010 Mo. 15.03. – Fr. 19.03.2010 (Reservekurs)

Für weitere Informationen: Verband Kunststoff-Rohre und –Rohrleitungsteile Schachenallee 29 c 5000 Aarau Telefon 062 834 00 60 Telefax 062 834 00 61

VA (Verlängerungsausbildung) 2 Tage VA 77

www.vkr.ch

Di/Mi 16.02./17.02.2010

Hier gleich noch die Daten dieser Fachkurse im Jahr 2010 Die von Praktikern für Praktiker organisierten Fachkurse «Schweissen und Verlegen von druckbeanspruchten, erdverlegten Rohrleitungen aus PE und PVC» werden von

Freitag, 05.02.2010 Freitag, 12.02.2010 Freitag, 26.02.2010 Freitag, 05.03.2010 (Reservekurs) Freitag, 12.03.2010 (Reservekurs)

gas

Die Sicherheit und Qualität von Rohrsystemen wird durch die hohen Anforderungen der SVGWZulassung, zertifizierten Qualitätssicherungs-Systemen der Hersteller sowie die laufende Fremdüberwachung durch unabhängige Prüflabors sichergestellt. Damit die Kette bis zur Verarbeitung auf die Baustelle geschlossen wird, organisiert der VKR die beliebten Rohrschweisserkurse in Aarau und Cugy.

PK PK PK PK

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Mit kleinen und grossen Innovationen und Sortimentsergänzungen wurden Kunststoff-Rohre und -Formstücke weiter auf die Bedürfnisse des Marktes optimiert. Die Vorteile von modernen Hochleistungskunststoffen sind bestechend: geringes Gewicht, keine Korrosion, langlebig und wartungsfrei. Dank der grossen Vorteile werden heute Kunststoffe in vielen Bereichen der Gas- und Wasserversorgung sowie in der Entwässerung als Standardwerkstoff eingesetzt.

Monteuren und Installateuren aus dem Gas-, Wasser- und Abwasserfach hochgeschätzt und schliessen mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab.

Symbolbild: Verlegung einer 1200er HDPE Leitung

vta-aktuell

Suisse Public in Bern zurück und danken allen Besuchern für ihr Interesse.

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Symbolbild: PE Granulat

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Ein gutes Werk braucht gute Planung! Ingenieurleistungen für die Wasserund Gasversorgung.

K. Lienhard AG Ingenieurbüro 5033 Buchs-Aarau Bolimattstrasse 5 Tel. 062 832 82 82 info@lienhard-ag.ch 9000 St. Gallen Sömmerlistrasse 1 Tel. 071 277 66 66 www.lienhard-ag.ch


Schleswig-Holstein gilt als besonders geeignet, um das aus Kohlekraftwerken abgeschiedene Klimagas CO2 unterirdisch zu deponieren: Ein Landesgeologe hält mehrjährige Risikobewertung für das Grund- und Trinkwasser für erforderlich. Ein Berliner Energieexperte: «Für Deutschland kommt die Technologie nicht in Betracht». Die «Wasserzeitung» informierte die Bevölkerung.

Nach Darstellung von Dr. Nommensen vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) kommen aus der Sicht von Geologen deutschlandweit vorrangig zwei in Schleswig-Holstein gelegene Regionen in Betracht, um grosse Mengen an CO2 aus Kohle-

Der Organisator der Informationstagung, der Geschäftsführer des Wasserverbandes Nord Ernst Kern, sieht hinsichtlich der möglichen Gefahren das Europarecht auf seiner Seite: «Bereits die EU-WasserRahmenrichtlinie verbietet alles, was zu einer Verschlechterung der

Regionale (hydro)geologische Aspekte zur CO2-Speicherung in Schleswig-Holstein

Landesamt für Landwirtschaft Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein

gas

__________________________________________________________________________________________________________

1 - Mittelholstein-Scholle 2 - Hamburger Loch tektonisch sehr mobil, durch Salzstöcke Zergliederung in Schwellen und tiefe Tröge

3

1 4

2

tektonisch relativ stabil, flächenhaft durchhaltende Schichtabfolgen

Dr. Broder Nommensen

Grafik 1: Zwei tektonisch relativ stabile Regionen in Schleswig-Holstein (Quelle: Geologischer Landesdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, LLUR, Schleswig-Holstein)

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3 - Westschleswig-Scholle 4 - Ostholstein-Scholle

vta-aktuell

«

Es ist nach heutigem Kenntnisstand nicht auszuschliessen, dass unterirdische CO2-Einlagerungen aus Kohlekraftwerken die Wasserversorgung im Flensburger Raum beeinträchtigen könnten.» Mit diesen Worten referiert Ernst Kern, der Geschäftsführer des Wasserverbandes Nord, ein für ihn alarmierendes Ergebnis einer Informationstagung, zu der sich 100 Vertreter norddeutscher Wasserwerke am 15. Oktober 2009 in der Akademie Sankelmark zusammengefunden hatten. Der Geologe Dr. Broder Nommensen vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Schleswig-Holsteins hatte auf der Veranstaltung den aktuellen Kenntnisstand seiner Behörde vorgetragen und betont: «Zur Bewertung der Risiken für die regi-

onale Trinkwasserversorgung sind umfangreiche Forschungen sowie ein konsequent auf die Ergebnisse abgestimmtes Speichermanagement erforderlich.» Die Wasserverbände informieren heute und morgen mehrere zehntausend Kundinnen und Kunden in der kostenlos verteilten «Wasserzeitung» über mögliche Trinkwasserrisiken.

kraftwerken in tiefen salzwasserführenden Erdschichten dauerhaft zu speichern. Der nordwestliche Landesteil von Schafflund bis in das Seegebiet westlich der Inseln Sylt, Amrum und Föhr ist dabei die flächenmässig bedeutendere Region. Ebenfalls geeignet erscheint Geologen die Ostküste zwischen der Holsteinischen Schweiz und der Insel Fehmarn. Der Energiekonzern RWE hat für diese beiden Regionen bereits Anträge auf Erkundungen gestellt.

wasser

CO2-SPEICHERUNG Wasserversorgung im Raum Flensburg in Gefahr?

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CO2-SPEICHERUNG Wasserversorgung im Raum Flensburg in Gefahr?

Regionale (hydro)geologische Aspekte zur CO2-Speicherung in Schleswig-Holstein

Landesamt für Landwirtschaft Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein

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Hydrogeologischer Schnitt – mitteltiefer Untergrund

0

200

400

600

hydraulisch dicht ? Salzwasseraufstieg ? Dr. Broder Nommensen

Grafik 2: Geologische Besonderheit Tarper Trog / Sieverstedter Störung südlich von Flensburg (Quelle: Geologischer Landesdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, LLUR, Schleswig-Holstein)

Qualität des Grundwassers führen könnte. Unser Wasser ist mehrere hundert Jahre alt und frei von Spuren jeder menschlichen Tätigkeit. Wir können es nicht zulassen, dass dieser Schatz in irgendeiner Weise berührt wird.» Prof. Rolf Kreibich, Physiker und Direktor des unabhängigen und gemeinnützigen IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin, der als Referent ebenfalls an dieser Tagung teilnahm: «Ich kann nur davor warnen, grosse Mengen CO2 für mehrere tausend Jahre unterirdisch einschliessen zu wollen. Ich kenne keinen seriösen Wissenschaftler, der sich anmasst, über solche langen Zeiträume Standortsicherheit zu prognostizieren. Die katastrophale Fehleinschätzungen und das Kontrollversagen beim Atommülllager ‚Asse‘ mit allen unübersehbaren Gefahren und Folgen sollten eine letzte Warnung sein, solche Vorhaben ohne ausgereifte wissenschaftliche Erkenntnisse anzugehen.»

Die Geologen vom Geologischen Landesdienst Schleswig-Holsteins halten die Gesteinsschichten im Nordwesten (inklusive des Seegebietes westlich der Nordfriesischen Inseln) und im Osten (inklusive Fehmarn) ihres Bundeslandes unterhalb 1´000 m Tiefe für «tektonisch stabil» genug, um ernsthaft zu prüfen, ob sie abgeschiedenes CO2 aufnehmen können. Broder Nommensen: «Es bedarf Forschungsanstrengungen von rund sechs Jahren bis wir wissen, ob unsere Region für die CO2-Verpressung geeignet ist.» Das mögliche Speichergestein, der in etwa 2´000 Meter Tiefe anstehende Buntsandstein, zeichnet sich u.a. dadurch aus, das seine Poren mit hochkonzentriertem Salzwasser gefüllt sind («saliner Aquifer»). Das Salzwasser in diesen tiefen Erdschichten («salines Formationswasser») hat einen Salzgehalt von ca. 300 Gramm pro Liter - im Vergleich dazu hat Nordseewasser einen Salzgehalt von 35 Gramm pro

Liter. In Trinkwasser darf sich nur 1 Gramm Salz pro Liter befinden. Nach Angaben von Dr. Nommensen gibt es südlich von Flensburg eine geologische Besonderheit, die für die Grundwasserqualität dort problematisch sein könnte: «Durch die unterirdische Druckausbreitung der CO2-Blase wird das extrem salzhaltige Formationswasser seitlich verdrängt. Von Flensburg aus nach Süden verläuft aber eine tektonische Bewegungszone, die sogenannte ‚Sieverstedter Störung‘ mit dem westlich angrenzenden ‚Tarper Trog‘. Vermutlich sind die alten Bewegungsbahnen durch Jahrmillionen andauernde Mineralisationsprozesse verschlossen, es ist nach jetzigem Wissensstand aber nicht sicher auszuschliessen, dass verdrängtes salziges Formationswasser dort aufsteigt, mit Grundwasser in Berührung kommt und so die Wasserversorgung der Wasserwerke im Flensburger Raum beeinträchtigen könnte.» Das Fazit von Prof. Dr. Rolf Kreibich vom Berliner IZT: «Für Deutschland kommt die CO2-Abscheidung aus Kohlkraftwerken und die unterirdische Verpressung, die sogenannte Carbon-Capture-and-StorageTechnologie wegen ihrer miserablen Energie-, Wirtschafts- und Umweltbilanzen nicht in Betracht. Die Gefahren für die Trinkwasserversorgung und die Gesundheitsgefährdungen der Menschen im Bundesland Schleswig-Holstein sind unkalkulierbar. Weiter besteht die Gefahr, dass der Klimaschutzeffekt selbst bei nur geringer Diffusion des CO2 an die Oberfläche nur um Jahre verschoben würde.» Kreibich ist überzeugt: «Die alten, zentralistischen und gefährlichen Energietechniken mit ihren fossilen und nuklearen Grosskraftwerken würden durch die CCS-Technologie auf Dauer zementiert, obwohl sie nur noch für eine Übergangszeit zur


CO2-SPEICHERUNG Wasserversorgung im Raum Flensburg in Gefahr?

• • CCS-Anlagen verbrauchen bis zu 40% mehr Primärenergie (Kohle) als Kondensationskraftwerke ohne CCS • CCS-Technologien scheiden bisher nur 65-80% CO2 dauerhaft ab (Pilotanlagen) • Nur das sichere und dauerhafte Zusammenspiel aller Verfahrensschritte - Abscheidung, Transport und Lagerung - sowie eine lückenlose Kontrolle der eingespeicherten CO2-Mengen würde den Einsatz der Technologie rechtfertigen • Weltweit gibt es bisher kein einziges Beispiel für den grosstechnischen Einsatz der CCSTechnologie • Grosstechnische Anlagen werfen u. U. ganz andere Herausforderungen auf: Sie emittieren pro Jahr ca. 3-10 Millionen Tonnen CO2; die Pilotanlage Schwarze Pumpe in der Lausitz von Vattenfall verbringt gerade einmal 60.000 Tonnen CO2. Das ist also ein Verhältnis von 50:1 bis 150:1 Für den Prozessschritt CO2Abscheidung sieht Kreibich folgende Probleme: • Sehr hohe Kosten der Anlageinvestitionen und zusätzlicher

Der Transport von CO2 ist ebenfalls mit grossen Unsicherheiten behaftet: • Grundsätzlich lässt sich CO2 zwar gut in Pipelines oder Tankschiffen transportieren, aber der Strassenverkehr wirft erhebliche Probleme auf (Tanklastwagen; Schnittstellen) • Hohe Transportkosten und hoher Ressourcenverbrauch; die Verbringung grosser Mengeneinheiten im Strassen- und Wasserverkehr ist gefährlich; für den Pipeline-Bau und die Tankschiffe (Kraftwerke liegen nur selten in der Nähe von potentiellen Lagerstätten) sind hohe Kosten aufzuwenden • Hohe Anforderungen sind an die Reinheit des CO2 zu stellen (Korrosionsschäden) • Verbringt man nur das CO2 von einem Drittel aller fossil befeuerten Kraftwerke bedeutet das - auf Speicherdruck verdichtet - einen weltweiten Transport von

• Erforderlich ist eine dauerhaft sichere CO2-Speicherung. Grosstechnisch ist das mit völlig unbekannten Wirkungen, Dichtigkeiten, Überprüfungen, Überwachungen, möglichen Havarien, Umweltwirkungen und Gesundheitsgefahren verbunden • Weltweit gibt es nur vier (kleine) Referenzprojekte mit maximal 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr -Norwegen (Sleipner und Snoveit), Algerien (In-Salah); Kanada (Weyburn). Es soll aber eine Einlagerung von mindestens 1,5 Milliarden Tonnen pro Jahr erfolgen, was 1.500 mal so viel ist • CO2 ist nicht Erdgas, denn CO2 ist chemisch aktiver und aggressiver • Die sichere und dauerhafte Dichtigkeit der Erdspeicher ist Voraussetzung für Klimaschutz, Sicherheit und Gesundheitsschutz; ausserdem müssen zahlreiche bergbaurechtliche und umweltrechtliche Probleme überwunden werden.

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Offene Probleme bei der «Geologischen Speicherung»:

gas

Prof. Dr. Rolf Kreibich führte auf der Veranstaltung am 15. Oktober in der Akademie Sankelmark zahlreiche weitere grundlegende Einwände gegen die CO2-Abscheidung und unterirdische Verpressung, die sogenannte Carbon-Capture-andStorage-Technologie (CCS) an, so u. a.:

rund 3 Milliarden m3 CO2. Zum Vergleich beträgt die weltweite jährliche Rohölförderung rund 5 Milliarden m3.

Zum Monitoring und zu notwendigen nachsorgenden Massnahmen: • Bisher gibt es keine geeigneten Methoden für die umfassende Überwachung der CO2-Speicherung: Beobachtungen sind in grosser Tiefe bis 3´000 m und bis zur Oberfläche erforderlich • Es gibt bisher keine genauen Kenntnisse über mögliche Diffusionsprozesse bei weitreichenden Diffusionsbereichen; hierzu gibt es auch keine Langzeit-

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Prof. Kreibich zur CCS-Technologie

Einsatz von grossen Mengen an Primärenergie, Verbrauchsmaterial sowie Personal: (für ein 1´000 Megawatt-(MW)-Kraftwerk ca. 1,2 Mrd. Euro zusätzlich) Die erreichbaren Wirkungsgrade, die tatsächlichen Abscheidungsraten, die erforderliche Reinheit des Abgasstroms (wegen Korrosion beim Transport und Einlagerung) sind bisher weitgehend ungeklärt Die Zuverlässigkeit der Grosstechnik und ihre Rückwirkung auf die Sicherheit der Kraftwerke und die Stromproduktion sind ungeklärt Es bedarf hoher Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungskosten Der Einsatzzeitpunkt ist völlig unsicher und dürfte grosstechnisch frühestens in 15 bis 20 Jahren möglich sein.

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Versorgungssicherheit nötig sind: Die Zukunft gehört der Energieeffizienz und den erneuerbaren Energien.»

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CO2-SPEICHERUNG Wasserversorgung im Raum Flensburg in Gefahr?

Erkenntnisse • Notwendig ist eine Überwachung der Verdrängungsgase und des Verdrängungswassers sowie der Druckveränderungen in der Erdkruste über weite Verbreitungsbereiche; die Gefahren für die Trinkwasserversorgung sind eklatant • Erforderlich sind Entwicklungen und Kostenabschätzungen für nachsorgende Massnahmen und Notfallpläne. Der Energie- und Materialaufwand ist erheblich, so dass die Gesamtkosten schwer abschätzbar sind. Das Fazit von Professor Kreibich lautet: 1. Für Deutschland kommt die CCSTechnologie wegen der schlechten Energie-, Wirtschafts- und Umweltbilanzen nicht in Betracht; ausserdem dürfte der Zeitraum bis zur grosstechnischen Einsatzreife viel zu gross sein. 2. Es handelt sich um eine äusserst riskante Technologie mit der Aussicht, dass der Klimaschutzeffekt, selbst bei nur geringer Diffusion des CO2 an die Oberfläche, nur um Jahre verschoben würde. Die Gefahren für die Trinkwasserversorgung und die Gesundheitsgefährdungen der Menschen in der Region sind aus heutiger Sicht unkalkulierbar. 3. Die problematischen Sicherheits- bzw. Gefährdungsbilanzen und die enormen Entwicklungs-, Investitions- und Betriebskosten sprechen eine eindeutige Sprache: Die Technologieförderung von CCS ist gegenüber einem konsequenten Ausbau neuer Energiesysteme mit Energieeffizienztechnologien, erneuerbaren Energien, Energiespeichertechnologien sowie neuen Energie-

Systemlösungen (z. B. durch «virtuelle Kraftwerke», Nahversorgungssysteme für Strom und Wärme, Niedrig- und Plus-Energiehäuser etc.) nicht verantwortbar. Auch würden die Mittel für eine regenerative Energiewende in eine unkalkulierbare Risikotechnologie abgezogen sowie die alten fossilen und nuklearen gefährlichen zentralistischen Energietechniken (fossile und nukleare Grosskraftwerke) zementiert, die ohnehin nicht mehr lange gebraucht werden.

Kontakte / Materialversand: Prof. Dr. Rolf Kreibich IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin Tel.: 0049 30-803088-0 Fax: 0049 30-803088-88 E-Mail: r.kreibich@izt.de Ernst Kern Wasserverband Nord, Oeversee Tel. 0049 4638-8955-11 Fax: 0049 4638-8955-56 E-Mail: info@wv-nord.de Günter Gertz Wasserverband Norderdithmarschen;

4. Der Mehrverbrauch an fossilen Energieträgern (Kohle) von bis zu 40% ist unverantwortlich, weil diese Ressourcen als Feststoffe für Chemie, Pharmazie etc. langfristig gebraucht werden und dieser Mehrverbrauch im Widerspruch zu einer nachhaltigen und generationengerechten Entwicklung steht. 5. Es ist damit zu rechnen, dass die Bürger in Deutschland nur eine äusserst geringe Akzeptanz für die CCS-Technologie aufbringen werden. Schon jetzt formieren sich zu Recht massive Bürgerproteste und Ablehnungskampagnen aller wichtigen Umwelt-, Erneuerbarer-Energien- und Verbraucherverbände. Aus alle diesen Gründen bleibt nur noch die weitere Entwicklung der CCS-Technologie für Einssatzgebiete in Asien, Afrika und evtl. in Südamerika. Aber auch hierfür und für die weiteren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sollten die grossen Energieversorger RWE, Vattenfall, E.on und EnBW keine öffentlichen Mittel erhalten. Wenn sie die CCS-Technik für so aussichtsreich erachten, dann sollten sie ihre überreichlich vorhandenen Eigenmittel dafür einsetzen.

Heide Tel.: 0049 481-901-0 E-Mail: info@wv-norderdithmarschen.de Quelle: IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung


PUBLIREPORTAGE Wild-Hauseinführungen für Gas und Wasser: Sicherheit, auf die man bauen kann

Gebrauchsanweisungen für Hauseinführungen zum Downloaden Wie leicht sich die Wild-Hauseinführungen dank des standardmässigen Zubehör-Sets (Pos. 1-4) und

wasser gas

Dieses standardmässige ZubehörSet hat sich seit seiner Einführung vor zwei Jahren sehr bewährt. Denn auch das Vergiessen liess sich damit stark vereinfachen, besonders mit dem speziell für diese Produkte entwickelten Vergussmörtel GMD-F. Er verbindet sich homogen mit dem Mauerwerk. Sämtliche Verdrehund Zugkräfte werden sicher auf das Mauerwerk übertragen. Die Verbindung ist vollkommen gasund wasserdicht. Alle Hauseinführungen von Wild entsprechen den neuesten Leitsätzen G2 des SVGW.

Selbstverständlich stehen auf der reichhaltigen und übersichtlich strukturierten Homepage auch weitere Produktinformationen, Gebrauchsanleitungen sowie technische Zeichnungen zur Verfügung. In der Rubrik Produkte befinden sich die kompletten E-Kataloge mit produktbezogenen Downloads, die eine echte Hilfe bei der Projektumsetzung darstellen.

Wild Armaturen AG Industrie Buech 31 8645 Rapperswil-Jona Tel: 055 224 04 04 Fax: 055 224 04 44 wild@wildarmaturen.ch www.wildarmaturen.ch

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Bei allen Wild-Hauseinführungen der Typenreihe KETH (Gas) und HEW (Wasser) gehören eine verstellbare Abdeckplatte in gelb für Gas oder blau für Wasser, eine Schaumstoffrondelle sowie zwei Abstandhalter zum Lieferumfang. Die unterschiedliche Färbung dient der sofortigen Medienerkennung. Sie stellt zudem einen optisch sauberen Abschluss im Gebäude dar.

mit Hilfe eines optionalen Trichters samt Schaumstoffeinlage (Pos. 5-6) vergiessen lassen, veranschaulichen die Gebrauchsanleitungen im E-Katalog auf der Homepage der Wild Armaturen AG. Sie stehen bei jeder im Login-Bereich des Online-Shops aufgeführten Produktbeschreibung zum Downloaden bereit. Die Gebrauchsanweisung beschreibt auch, wie man den Vergussmörtel GMD-F optimal anrührt.

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ie Wild Armaturen AG bietet ein breites Sortiment an äusserst sicheren, langlebigen Hauseinführungen für Gas und Wasser an, die jeder Projektsituation gerecht werden. Die Palette umfasst Produkte mit Flansch, Aussengewinde, mit oder ohne Bogen sowie mit flexiblem, nachträglich auswechselbarem Edelstahl-Wellrohr. Ebenfalls erhältlich ist eine Hauseinführung vom Typ P mit einem genormten Anschluss für sämtliche Presssysteme. Der definierte Anschluss bietet grösstmögliche Flexibilität und ist besonders leicht in der Handhabung.

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HTW CHUR ENERGIEMASTER 2010 Herausforderungen in Energieunternehmungen meistern Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur bietet eine neue Weiterbildung in Energiewirtschaft an. Den berufsbegleitenden «Master of Advanced Studies FHO in Energiewirtschaft» entwickelte die HTW Chur zusammen mit Vertretern der Energiebranche. Er wendet sich an Personen, die Führungsaufgaben in Unternehmungen des Energiebereichs inne haben oder übernehmen wollen.

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ie Liberalisierung des schweizerischen Strommarktes und die Globalisierung stellen Energieunternehmungen vor neue Herausforderungen. Um diese meistern zu können, braucht es Wissen sowohl über Energie als auch über Unternehmertum. Die HTW Chur vermittelt dieses in einem neuen Weiterbildungsangebot, dem Master of Advanced Studies FHO in Energiewirtschaft. Um die Praxisnähe zu gewährleisten, konzipierte die Hochschule die Ausbildung in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Energiewirtschaft. Das berufsbegleitende Weiterbildungsstudium wendet sich an praktizierende und angehende Führungskräfte im Energiesektor. Es vermittelt also Führungsqualifikationen für alle Berufsleute, die mit der Energieerzeugung, -beschaffung und dem -vertrieb zu tun haben. Die Weiterbildung startet im Frühjahr 2010 in Chur und Zürich.

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Master of Advanced Studies (MAS) in Energiewirtschaft Von der Energiewirtschaft für die Energiewirtschaft Zweistufiges Teilzeit-Weiterbildungsstudium: 1. Stufe: General Management (6 Module) 2. Stufe: Energiewirtschaft (3 Module), Energietechnik (2 Module), Energierecht (1 Modul)

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Weitere Infos und Anmeldung: – www.energiemaster.ch – energiemaster@htwchur.ch – Telefon +41 (0)81 286 24 32


ZÜRICHSEE Erfolgreiche Sanierung der Teerablagerung Thalwil

Seit vielen Jahren lagen Abfälle vom früheren Gaswerk Thalwil auf dem Grund des Zürichsees. Diese Altlast ist nun entfernt. Mehr als fünf Jahre dauerten die Untersuchungen, der Entscheidungsprozess, das Submissions- und Bewilligungsverfahren sowie die Sanierung. Ausschlaggebend für die Durchführung der Sanierung war eine Gefährdungsabschätzung: Die Teerablagerungen waren eine Altlast mit grossem Risiko für das Ökosystem Zürichsee und seine Nutzer.

die Strassenbeleuchtung sowie in Haushalten zum Kochen und Heizen verwendet. Zunächst wurde das Gaswerk von der Gaswerk Thalwil AG betrieben. Diese ging 1915 in Konkurs. Um die Gasversorgung sicherzustellen, übernahm die Gemeinde der Not gehorchend den Gaswerkbetrieb. Während insgesamt 32 Jahren wurden aus rund 73´500 Tonnen Steinkohle etwa 25 Mio. Kubikmeter Stadtgas erzeugt. Fast jede grössere Stadt hatte damals ein Gaswerk. Das Gaswerk Thalwil ist also kein Einzelfall. Die bedeutende Ausnahme in Thalwil ist aber, dass eine grössere Menge Teer aus unbekannten Gründen über eine Meteorwasserleitung in den Zürichsee gelangte. Dort verteilte es sich im Laufe der Zeit am Seegrund auf einer Fläche, etwa so gross wie ein Fussballfeld.

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Bei der Sanierung im Trinkwasserreservoir Zürichsee war besondere Sorgfalt nötig.

Eckdaten der Sanierung

Von 1898 bis 1930 wurde bei der heutigen Kläranlage und der Autogarage an der Seestrasse in Thalwil ein Gaswerk betrieben. Es erzeugte aus Steinkohle Stadtgas. Dabei wurde die Kohle unter Luftabschluss auf über 1000 Grad erhitzt. Bei diesem Verkokungsprozess entstand nebst dem Gas auch Teer. Der Teer, eine zähflüssige, braunschwarze bis schwarze, stechend riechende Masse, wurde unter anderem als Bindemittel zur Herstellung von Strassenbelägen oder Dachpappen sowie zur Holzkonservierung verwendet. Das entstandene Stadtgas wurde ins Leitungsnetz eingespeist und für

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Wie die Altlast entstanden ist

Wie umweltrelevant war der Teerteppich? Bereits 1984 gingen bei den zuständigen kantonalen Amtsstellen Meldungen über die Teerverschmutzung am Seegrund ein. Basierend auf den damaligen Kenntnissen, den gesetzlichen Grundlagen und den technischen Möglichkeiten wurde eine Sanierung geprüft. Damals befürchtete man aber, die Entfernung der Teerablagerungen könnte eine sehr

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it der Federführung für die Altlastensanierung wurde die Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe des AWEL beauftragt. Die Arbeiten wurden international ausgeschrieben. In einem strengen Auswahlverfahren setzte sich die Sanierungsmethode der ARGE Marti Buchen, Moosseedorf, als bestes Angebot durch. Im September 2007 bewilligte der Regierungsrat den erforderlichen Kredit von 8,6 Mio. Franken. Die Sanierungsarbeiten wurden im Herbst 2008 begonnen und wie geplant vor Beginn der Badesaison im Mai 2009 erfolgreich abgeschlossen. Aber wie war es am Thalwiler Seeufer überhaupt zu einer solchen Altlast gekommen?

Gereinigte Seefläche: 6´830 m2 Wassertiefe: bis 30 m Abgesaugte Menge: 2´767 m3 Entsorgte Menge an Teer: 5,1 Tonnen • Geborgene Fässer: 15 Stück • Einsatzzeiten: 99 Tage • Einleitung vorbehandeltes Wasser in die Kläranlage: 25´440 m3

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Seit Jahren bedeckte ein Teerteppich vor dem Strandbad Thalwil den Seegrund. 2008 begannen die Sanierungsarbeiten Quelle: AWEL, W. Frei

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ZÜRICHSEE Erfolgreiche Sanierung der Teerablagerung Thalwil

system Zürichsee ausgehen, und ob eine Sanierung nötig, mit erhältnismässigem Aufwand technisch möglich und ökologisch sinnvoll wäre. Die Expertise zeigte, dass die Teerablagerungen eine Altlast mit

gas

grosse Gewässerverschmutzung verursachen und dem See mehr schaden als nutzen. 1994 wurde deshalb entschieden, von einer Sanierung abzusehen. Im Jahr 2001 folgten erneut Meldungen aus der Bevölkerung, dass der Seegrund stark verschmutzt sei. Der Bereich des Teerteppichs wurde diesmal sofort zur Sperrzone erklärt und mit Bojen markiert. Im Auftrag des AWEL wurden weitere Untersuchungen durch geführt. Durch das Gewässerschutzlabor des AWEL erfolgten im Jahr 2002 umfassende chemische Beprobungen des Sediments und Abklärungen zum Gefährdungs- und Freisetzungspotenzial.

wasser

Gut zu sehen ist hier, wie grossflächig die Verschmutzung des Seegrundes war und wie tief sie reichte. Quelle: Dr. Von Moos AG, Zürich

grossem Risiko für das Ökosystem Zürichsee und seine Nutzer waren. Die Sanierung wurde als dringlich erachtet. Schliesslich ist der Zürichsee ein Trinkwasserreservoir von regionaler Bedeutung. Die Wasserversorgung Zürich bezieht mehr als 70 Prozent des Rohwassers aus dem See und versorgt damit mehr als eine Million Menschen mit Trinkwasser. Grundsätzlich können sich Schadstoffe auch in der Nahrungskette anreichern und so über Kleinlebewesen und Fische zum Menschen gelangen. Die Umweltgesetzgebung verlangt deshalb im Sinne der Vorsorge, dass eine Gefahr beseitigt wird, bevor ein Schaden eintritt. Der Zürichsee ist ein öffentliches Gewässer, das im Gebiet vor Thalwil dem Kanton Zürich gehört. Daher übernahm der Kanton, vertreten durch das AWEL, in Absprache mit der Gemeindebehörde, die Federführung und Vorfinanzierung für die Planung und Ausführung der Sanierungsmassnahmen.

Im Schutze eines Stahlkastens wurden die verschmutzten Sedimente durch Taucher Abschnitt für Abschnitt und unter sorgfältiger Überwachung abgesaugt. Quelle: ARGE Marti Buchen

vta-aktuell

Die Untersuchungsresultate wurden der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG) zur Beurteilung zugestellt. Es ging um die Fragen, in welchem Ausmass vom Teerteppich schädliche oder lästige Einwirkungen ins Öko-

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… und soll er saniert werden?

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ZÜRICHSEE Erfolgreiche Sanierung der Teerablagerung Thalwil

AWEL in verschiedenen Rollen

1. Absaugen der verschmutzten Sedimente im Schutze eines Stahlkastens; 2. Förderung der Sedimente an Land in eine eigens für diese Sanierung erstellte Schlammentwässerungsanlage; 3. Abtrennen der Bestandteile grösser als 2 mm, homogenisieren des Sediment-Wassergemisches, Flockung und Entwässerung der Suspension in Membrankammerfilterpressen; 4. Entsorgung des vorbehandelten Abwassers und der festen Rückstände (Filterkuchen). Mit Regierungsratsbeschluss vom 5. September 2007 wurde für die Untersuchungen und Sanierung ein Kredit von 8,6 Mio. Franken gesprochen und der Auftrag der ARGE Marti Buchen erteilt. Das AWEL wurde ermächtigt, den Werkvertrag abzuschliessen und die Sanierung durchführen zu lassen.

Die Öffentlichkeit wurde schon früh mit Medieninformationen über den Stand der Projektierung und Ausführung auf dem Laufenden gehalten. Im Rahmen des koordinierten Baubewilligungsverfahrens wurden alle betroffenen kantonalen und kommunalen Fachstellen, die Anwohner und die Gemeindebehörde ausführlich über die geplanten Arbeiten orientiert. Dank dieser offenen Kommunikation verlief das Bewilligungsverfahren ohne Einsprachen. Im Juni 2008 erteilte die örtliche Baubehörde die Baubewilligung für die Sanierung.

gas

In der Schweiz wurde bisher noch keine vergleichbare Altlastensanierung durchgeführt. Da erhebliche Risiken zu erwarten waren, wurden im Rahmen der Ausschreibung strenge Umweltkriterien formuliert. In einem zweistufigen Verfahren sollten erfahrene Unternehmen für die Planung und Durchführung der Sanierungsarbeiten gefunden werden. 2005 erfolgte zunächst die Einladung zu einem internationalen Ideenwettbewerb. Basierend auf einheitlichen Eignungskriterien (Auswirkungen auf die Umwelt, Flexibilität des Verfahrens, Kompetenz der Unternehmerteams, Erfahrungen und Referenzen) wurden vom Bewertungsgremium fünf Unternehmervorschläge präqualifiziert. Nachdem im August 2005 im See ergänzende Untersuchungen zur genauen Abgrenzung des Teerteppichs durchgeführt worden waren, wurden der genaue Sanierungsbereich und das Sanierungsziel festgelegt. Es wurde vorgegeben, mindestens 95 Prozent des Schadstoffpotenzials zu entfernen. Die Offerten der präqualifizierten Unternehmerteams wurden vom gleichen Bewertungsgremium wie beim

Ideenwettbewerb beurteilt. Der von der ARGE Marti Buchen eingereichte Sanierungsvorschlag erfüllte die Anforderungen am besten. Er beinhaltete vier Schritte:

Sanierung Die Installationsarbeiten begannen nach Abschluss der Badesaison im September 2008. Auf der Liegewiese des Strandbads Bürger 1 wurde die Entwässerungsanlage aufgebaut. In Oberrieden wurden die Elemente der Sanierungsplattform eingewassert, zusammengebaut und mit allen notwendigen Geräten ausgerüstet. Dann wurde sie zum Sanierungsstandort verschoben und verankert. Der Arbeitsbereich war stets durch zwei Ölsperren gesichert. Eine innere Ölsperre umfasste die Sanierungsplatt-

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Aufgleisen der Sanierung

Information der Öffentlichkeit

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Eine innere Ölsperre umfasste die Sanierungsplattform und eine äussere den ganzen Sanierungsperimeter. Quelle: ARGE Marti Buchen

wasser

Das AWEL zeichnete sowohl als Bauherr als auch für die Projektleitung und als fachliche Aufsichtsbehörde verantwortlich. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, wurden die Aufgaben und Verantwortlichkeiten sorgfältig abgegrenzt. Die Entscheidungs- und Weisungsbefugnisse waren klar geregelt. Als Bindeglied zwischen Projektleitung und Unternehmung fungierte während der Sanierungsausführung ein externer Oberbauleiter.

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ZÜRICHSEE Erfolgreiche Sanierung der Teerablagerung Thalwil

Nach Absiebung der Grobstoffe wurden unter Zugabe von Chemikalien feste und flüssige Stoffe voneinander getrennt und in Membrankammerfilterpressen entwässert. Die Filterkuchen wurden in Bremen in einer Hochtemperaturverbrennungsanlage entsorgt. Quelle: AWEL, W. Frei

form und eine äussere den ganzen Sanierungsperimeter. Über dem 15,6 Meter langen und 5,6 Meter breiten Sanierungskasten waren die Installationen für die Taucher montiert. Mit Lampe und Kamera auf dem Helm tauchten diese in den Sanierungskasten hinunter, um die verunreinigten Sedimente mit einem grossen Rohr abzusaugen. Obwohl die Absaugpumpe bis zu rund 70 Kubikmeter pro Stunde förderte, konnte mit der grossen Saugkraft die Aufwirbelung und Freisetzung von Schadstoffen vermieden werden. Die Arbeiten unter Wasser wurden mit einer Videoübertragung von der Plattform aus überwacht. Umfangreiche Messungen stellten sicher, dass unzulässige Schlammaufwirbelungen und Schadstoffausbreitungen sofort erkannt und die Arbeiten umgehend eingestellt worden wären. Probleme machte die Bergung von Autopneus, Velorahmen, Kinderwagen, Flaschen und anderen im Sediment eingebetteten Fremdstoffen. Diese lagen vor allem in Ufernähe auf dem Seegrund. Dadurch kam es zu Verzögerungen und Schäden an der Pumpe.

angehoben und zusammen mit der Plattform verschoben. So wurde die Altlast Abschnitt für Abschnitt entfernt. Man arbeitete sich vom Seeufer aus in immer grössere Tiefen vor. Der Sanierungskasten wurde 119 Mal versetzt. Der abgesaugte Schlamm wurde von der Plattform aus über eine Druckleitung in die Entwässerungsanlage an Land gepumpt. Hier wurden mittels Siebmaschine gröbere Fremdstoffe und Teerklumpen vom Schlamm abgetrennt. Unter Zugabe von Chemikalien wurden dann feste und flüssige Stoffe voneinander getrennt (Fällung). Die Feststoffe wurden

in Membrankammerfilterpressen entwässert. Durchschnittlich fielen rund 13 Kubikmeter Filterkuchen pro Tag an. Dieser wurde in geschlossenen Mulden per Lastwagen und Schiff nach Bremen in eine Hochtemperaturverbrennungsanlage gebracht. Das in einer Aktivkohleanlage vorbehandelte Abwasser wurde der Kläranlage zugeführt. Der letzte Tauchgang erfolgte am 2. April 2009. Bis Ende April waren die Anlagen entfernt, und im Mai 2009 wurde die beanspruchte Fläche im Strandbad wieder instand gestellt und die Sperrzone im See aufgehoben.

… Abschnitt um Abschnitt Nachdem die Verschmutzung innerhalb des Sanierungskastens abgesaugt war, wurde dieser leicht

Mit Lampe und Kamera ausgerüstete Taucher saugten mit einem grossen Rohr manuell die verunreinigten Sedimente ab Quelle: AWEL, W. Frei


ZÜRICHSEE Erfolgreiche Sanierung der Teerablagerung Thalwil

am Projekt Beteiligten konnte die Sanierung erfolgreich durchgeführt und das angestrebte Sanierungsziel termingerecht und im Budgetrahmen erreicht werden.

Verteilung der Kosten

Erfolgreiches Vorgehen

Erstveröffentlichung in

wasser

• 42,5 % Gemeinde Thalwil (Gaswerkbetreiberin von 1915 bis 1930) • 40,5 % Kanton Zürich (Besitzer des Zürichsees und Träger der Ausfallkosten) • 17,0 % vom Bund (Beteiligung an den Ausfallkosten) Werner Frei Projektleiter Altlastensanierung Teerteppich im Zürichsee vor Thalwil Sektion Altlasten Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe AWEL Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft Weinbergstrasse 34 8090 Zürich Telefon 043 259 32 53 werner.frei@bd.zh.ch www.altlasten.zh.ch

UMWELTPRAXIS Nr. 58 / Oktober 2009

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten dankte das AWEL der Gemeinde Thalwil für die gute Zusammenarbeit und schenkte ihr einen Baum. Zur Erinnerung an die erfolgreiche Sanierung wurde dieser im Strandbad Bürger 1 gepflanzt. Die Projektleitung dankt allen beteiligten Fachstellen und der ARGE Marti Buchen für die konstruktive und gute Zusammenarbeit. Dank der vorbildlichen Teamarbeit aller

www.umweltschutz.zh.ch Mit der freundlichen Genehmigung des Autors Werner Frei und der Redaktion der «Zürcher UmweltPraxis» (ZUP) Baudirektion Kanton Zürich, Koordinationsstelle für Umweltschutz, 8090 Zürich

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Wegen des hohen Gefährdungspotenzials wurden mögliche Auswirkungen der Sanierung auf die Umwelt umfassend überwacht. Diese Massnahmen bestanden aus der Eigenkontrolle der Unternehmung u.a. mit Onlinemessung der Trübung im Sanierungskas ten und einer unabhängigen, übergeordneten Überwachung durch das AWEL. Das Überwachungsprogramm des AWEL umfasste die stichprobenartige Prüfung des vorbehandelten Abwassers zwischen der Entwässerungsanlage und der Kläranlage, die regelmässige Analyse des Seewassers in der Nähe der Plattform und im See ausserhalb der Ölsperre sowie die Prüfung der Rohwasserqualität der Seewasserfassungen Thalwil, Hirsacker Horgen, Küsnacht Erlenbach, Moos und Lengg auf spezifische Stoffe, die von der Altlast hätten stammen können. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten waren der Unternehmung Grenz-, Alarmund Interventionswerte für ausgewählte Leitsubstanzen vorgegeben worden. Neben diesen Leitsubstanzen wurden weitere Parameter untersucht, um sicherzustellen, dass auch keine anderen Schadstoffe aus der Altlast in den Wasserkreislauf gelangten. Im Falle von Wertüberschreitungen wären

rechtzeitig Massnahmen ergriffen worden, um Schäden abzuwenden. Die Überwachungen zeigten, dass keine Beeinträchtigung des Seewassers durch die Sanierungsarbeiten stattgefunden hatte. Sämtliche Analysenergebnisse bestätigen zudem die einwandfreie Qualität des vorbehandelten Abwassers. Auch über den Ablauf der Kläranlage gelangten keine von der Sanierung stammenden Schadstoffe in den See. Die Kontrolle des gereinigten Seegrundes erfolgte durch Taucher der kantonalen Seepolizei. Mit mehreren Tauchgängen wurde der Sanierungserfolg überprüft. Die Seepolizei bestätigte, dass nach Abschluss der Arbeiten innerhalb des Sanierungsperimeters keine Rückstände vom ehemaligen Gaswerk sichtbar waren. Das Sanierungsziel wurde somit erreicht.

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Überwachung der Sanierungsarbeiten

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Rechtzeitig zur Badesaison 2009 konnte das Strandbad wieder freigegeben werden. Messungen bestätigten, dass keine Schadstoffe bei der Sanierung der Altlast in den Wasserkreislauf gelangt sind. Quelle: AWEL, W. Frei

Die Untersuchungs- und Sanierungskosten blieben im Bereich des bewilligten Kredits. Sie werden wie folgt auf Gemeinde, Kanton und Bund verteilt:

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DVGW«Gestrandetes STUDIENPREIS 2009 Erdgas» erschliessen und nutzen

Heute deckt Erdgas knapp ein Viertel des weltweiten Energiebedarfs, die Tendenz für die nächsten Jahre ist steigend. Besonders im Zuge der Klimaproblematik gewinnt Erdgas als relativ «sauberer» Energieträger immer mehr an Bedeutung. Wachsender Verbrauch des Gases, das überwiegend aus Methan besteht, wird noch durch neue Erdgasfunde insbesondere in Russland und in der Nordsee kompensiert. Die Vorräte reichen derzeit voraussichtlich für weitere 60 Jahre. Pipeline vs. Schiff Hohe Kosten verursacht der Transport des Gases, wobei bisher zwei Verfahren etabliert sind: per Pipeline als wirtschaftlichste Variante für kurze und mittlere

CNG: eine Alternative in der Zukunft Das zentrale Ergebnis: Das noch junge und bisher kaum genutzte CNG-Verfahren ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten keine Alternative zum Seetransport von LNG aus den bisher genutzten Fördergebieten. Es könnte jedoch ermöglichen, bestimmte Transportprojekte kostengünstiger zu realisieren: dort, wo Erdgasreserven vorkommen, die heute als noch nicht wirtschaftlich erschliessbar gelten («gestrandetes Erdgas»).

Ein neues Berechnungsmodell für den Transport Aus dem Vergleich der Verfahren anhand typischer Projektdaten und Fallbeispiele entwickelt Dominik Höhner ein neues Berechnungsmodell für die Transportkosten von Erdgas. Das Werkzeug basiert auf dem Computerprogramm Excel. Es beinhaltet alle relevanten technischen und wirtschaftlichen Grössen der drei Transportvarianten Pipeline, LNG sowie CNG und ermöglicht eine zuverlässige Kostenabschätzung in Abhängigkeit bestimmter Vorgabewerte. Das Tool ermittelt die Investitions- und Betriebskosten entlang der verschiedenen Transportketten und hilft somit, eine Entscheidung für die kostengünstigste Variante zu treffen. Dominik Höhner hat seine prämierte Diplomarbeit am Lehrstuhl für Energieanlagen und Energieprozesstechnik bei Prof. Dr.-Ing. Viktor Scherer geschrieben. Der DVGWStudienpreis Gas wird jährlich zur Förderung des Nachwuchses im Energie- und Wasserfach für herausragende Diplom-, Master- oder Bachelorarbeiten verliehen.

Weitere Informationen: Dominik Höhner Lehrstuhl für Energieanlagen und Energieprozesstechnik, Fakultät für Maschinenbau der RUB Tel. 0049 234 322 35 03 E-Mail: dominik.hoehner@leat.ruhr-unibochum.de Quelle: Dr. Josef König Pressestelle Ruhr-Universität Bochum

gas

Erdgas noch für 60 Jahre

Transportwege sowie der Schiffstransport von flüssigem Erdgas (LNG - Liquefied Natural Gas) als die räumlich und wirtschaftlich flexiblere Variante. So kann LNG nahezu überall hin transportiert werden, Höhner zudem können Lieferanten und Abnehmer im Gegensatz zum Pipelinegas unterschiedliche, schwankende Preisniveaus nutzen. Im weltweiten Handel erreichen dennoch drei Viertel des Erdgasvolumens nach wie vor durch Pipelines die Verbraucherländer, ein Viertel über den Seeweg mit LNG. Die Bedeutung des Seetransports per Schiff nimmt jedoch insgesamt zu. In seiner Diplomarbeit vergleicht Höhner den Transport über Offshore-Pipelines (im Meer) mit den Verfahren für LNG und CNG insbesondere mit Blick auf ihre Wirtschaftlichkeit.

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udem entwickelt Höhner ein neues, Excelbasiertes Werkzeug für die Industrie, das es erlaubt, die Kosten und den Energieaufwand verschiedener Seetransportalternativen - via Ing. Dominik Offshore-Pipeline oder Schiff - für konkrete Projekte zuverlässig abzuschätzen. Für seine Arbeit erhielt der RUBMaschinenbauer vor kurzem den mit 2´500 Euro dotierten «Studienpreis Gas» 2009 der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW).

«Damit könnte das CNGVerfahren spätestens dann interessant werden, wenn uns die Erdgasreserven ausgehen», so Höhner. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist der geringere Energieverbrauch bei der Komprimierung des Gases, während die Verflüssigung des LNG am Exportterminal «sehr energieintensiv» ist.

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RUB-Ingenieur entwickelt Berechnungsmodell für Erdgastransport. Ein neues Verfahren für den Seetransport von Erdgas und dessen Wirtschaftlichkeit prüft der Bochumer Maschinenbauer Dominik Höhner in seiner Diplomarbeit: hochkomprimiertes Erdgas (CNG - Compressed Natural Gas). Auf ein Prozent seines Volumens verdichtet und in Spezialcontainern auf Schiffen transportiert, könnte sich diese Methode besonders eignen, um so genannte gestrandete Erdgasreserven zu erschliessen. Das sind Erdgasvorkommen, die sich unter derzeitigen technischen Bedingungen nicht wirtschaftlich nutzen lassen.

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GASTURBINEN MIT WASSERDAMPF Forschungspreis der EU geht an TU-Professor Christian Oliver Paschereit Grant beworben. Es ist zu erwarten, dass etwa 200 Anträge zur Förderung ausgewählt werden. Das Projekt

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ür die Forschungen an einer innovativen Verbrennungstechnologie, mit der man die Effizienz von Gasturbinen um bis zu 15 Prozent erhöhen und somit den Ressourcenverbrauch drastisch reduzieren kann, wurde Christian Oliver Paschereit, Professor am Fachgebiet Strömungsmechanik der TU Berlin, mit dem renommierten «ERC Advanced Grant 2009» des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC) ausgezeichnet. Der ERC fördert ausschliesslich innovative und wegweisende Vorhaben der Grundlagenforschung, die gute Chancen haben, in Zukunft die Wissenschaft über die Grenzen der verschiedenen Disziplinen hinaus zu prägen. Den ausgewählten Forscherpersönlichkeiten wird ein besonders hoher Freiraum zur Verwirklichung ihrer Visionen zugestanden. Dem international besetzten Gutachtergremium gilt allein die Exzellenz als Auswahlkriterium. Mit dem «ERC Advanced Grant» treten die Spitzenforscher und Spitzenforscherinnen Europas erstmals direkt in den Wettbewerb um Fördermittel im Bereich der Grundlagenforschung an. Insgesamt hatten sich 1´584 Forscherinnen und Forscher aus mehr als 30 Ländern um den ERC

In dem mit über 3,1 Millionen Euro geförderten Projekt GREENEST (Gas turbine combustion with Reduced Emissions Employing extreme Steam injection) kann Prof. Dr.-Ing. Oliver Paschereit seine Forschung im Bereich der Gasturbinenprozesse und Verbrennung fortführen. Obwohl Gasturbinen in der Energieproduktion eine entscheidende Rolle spielen, können mit konventioneller Gasturbinentechnologie nur noch schrittweise Steigerungen im Wirkungsgrad erreicht werden. Die derzeitige Technik ist ausserdem nicht in der Lage, wasserstoffreiche Brennstoffe aus biologischen Ressourcen oder der Kohlevergasung zu nutzen. Mit den Mitteln des ERC Advanced Grants soll nun am Fachgebiet Strömungsmechanik eine innovative Verbrennungstechnologie untersucht und entwickelt werden, die auf der Eindüsung grosser Mengen von Wasserdampf basiert. Damit kann die Effizienz der Gasturbine um bis zu 15 Prozent erhöht und somit der Ressourcenverbrauch drastisch reduziert werden. Weiterhin erlaubt die neue Technologie die emissionsarme Verbrennung wasserstoffreicher Brennstoffe, wie sie bei der Biomasse- oder Kohlevergasung entstehen. Das ist mit der heutigen Technologie nicht möglich. Damit eröffnet sich ein weites Feld, in Zukunft sowohl die Kohle als auch nachwachsende Rohstoffe schadstoffarm zur Energieerzeugung zu nutzen.

gebiets für Experimentelle Strömungsmechanik der TU Berlin. Nach seinem Studium an der Technischen Universität Berlin und der Ecole Centrale de Lyon forschte er an der University of Arizona und der TU Berlin auf dem Gebiet der Strömungskontrolle. Nach seiner Promotion war er in leitenden Funktionen in der Gasturbinenindustrie in der Schweiz tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der turbulenten Strömungen, der Fahrzeug- und Bauwerksaerodynamik, der Gasturbinenforschung und schadstoffarmen Verbrennungsverfahren. Der Europäische Forschungsrat Der Europäische Forschungsrat ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Förderung von Grundlagenforschung. Er ist Bestandteil des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union 2007-2013; das ein Gesamtfördervolumen von ca. 7,5 Mrd. Euro hat. Jedes Jahr werden zwei Förderlinien ausgeschrieben: der «ERC Starting Grant» für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und der «ERC Advanced Grant» für bereits etablierte Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler. Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Oliver Paschereit Technische Universität Berlin Fachgebiet Experimentelle Strömungsmechanik Tel.: 0049 314-79777 E-Mail: oliver.paschereit@tu-berlin.de www.fd.tu-berlin.de

Zur Person Quelle: Technische Universität Berlin

Oliver Paschereit ist 46 Jahre alt und seit 2003 Leiter des Fach-


WARME OSTSCHWEIZER STUBEN Versorgungssicherheit garantiert

dank Erdgas aus Westeuropa

Winterthur, 5. November 2009. Für eine sichere Energieversorgung braucht es neben einer funktionierenden Infrastruktur vor allem zuverlässige Partner. An einer Informationsveranstaltung in Winterthur wurde aufgezeigt, dass das Erdgas in der Ostschweiz wie in der restlichen Schweiz zu über 70 Prozent in westeuropäischen Ländern gefördert wird. Langfristige Lieferverträge garantieren die zuverlässige Erdgas-Versorgung.

der Einführung von Erdgas in der Schweiz 1974 klappt die Versorgung zuverlässig und ohne Unterbruch», betonte Plüss. Und: «Dank geografisch breit abgestützter Beschaffung ist unsere Versorgung gut abgesichert.» Erdgas ökologisch sinnvoll

Wie von Christian Plüss, CEO der regionalen Gasverteilgesellschaft Erdgas Ostschweiz AG (EGO), an der Veranstaltung weiter ausgeführt wurde, ist auch in der bevölkerungsreichsten Region der Schweiz die Versorgung gesichert. Die Mehrheit des Erdgas-Bedarfs wird mit den Verträgen von Swissgas gesichert, der Rest über direkte Vereinbarungen der EGO ebenfalls mit Partnern in Westeuropa. Viele Verträge sind sehr flexibel nutzbar. Zudem verfügen die Erdgas-Lieferanten über grosse Untertagspeicher. Beim Ausfall einer ihrer Bezugsquellen können sie entsprechende Ausgleichsmengen in die Schweiz liefern. «Seit

gas

Zuverlässig seit Jahrzehnten

Quelle: Daniel Bächtold, Mediensprecher Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG)

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m Januar 2009 mussten viele Menschen in Osteuropa tagelang frieren, weil dort ErdgasLieferungen vorübergehend eingestellt wurden. Dasselbe Schicksal droht ihnen auch in diesem Winter, zumal der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wieder am Aufflammen ist. Haben wir in der Schweiz Ähnliches zu befürchten? «Nein», sagt Ruedi Rohrbach, CEO von Swissgas, der Einkaufsgesellschaft der Schweizer ErdgasWirtschaft, an einer Informationsveranstaltung in Winterthur. «Auch bei einem längeren Lieferstopp von Russland werden wir in der Schweiz keinen Engpass haben». Dies mit gutem Grund: Das in der Schweiz genutzte Erdgas stammt nämlich zu über 70 Prozent aus Westeuropa.

Dispatching Swissgas 2009

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Erdgas-Transportnetz Europa

Der Winterthurer Stadtrat Matthias Gfeller betonte an der Veranstaltung, dass Erdgas vor allem auch aus ökologischer Sicht überzeuge: «Wenn es uns gelingt, das enorme Potenzial von einheimischem Biogas logistisch optimal und regional gut verteilt auszuschöpfen, können wir viel für das Klima tun - und das ohne jeglichen Komfortverlust». Zudem wies er darauf hin, dass Erdgas sowohl als Treibstoff als auch als Heizenergie klimamässig besser abschneidet als die meisten Erdölprodukte. Biogas lasse sich gut aufbereiten und ins ErdgasNetz einspeisen. Der für Stadtwerk Winterthur zuständige Gfeller betonte, dass die Erdgas-Infrastruktur sowohl in der Region wie auch landesweit auf Top-Niveau ist und laufend modernisiert und ausgebaut werde. Überdies wünscht sich Gfeller, dass Biogas künftig vermehrt auch in Wärme-Kraft-Koppelungen zum Einsatz kommen könnte.

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5. GREENFIELD-SYMPOSIUM «Es gibt keine bessere Alternative» Saubere Städte und Gemeinden dank Erdgas und Biogas Ob im Polizeiauto oder im Kehrichtfahrzeug: Erdgas und Biogas sind als Treibstoffe jetzt und heute verfügbar. Moderator Filippo Leutenegger sorgte am 5. Greenfield-Symposium für spannende Diskussionen.

Thema «Saubere Städte und Gemeinden dank Erdgas und Biogas». Ist der Öl-Peak erreicht? Oder steht er kurz bevor? Wurde er gar schon überschritten? Fest steht, dass das Erdölzeitalter in die zweite Halbzeit geht. Der Zeitpunkt ist auch aus klimapolitischer Sicht günstig, um über Alternativen für Benzin und Diesel nachzudenken. Prominente Persönlichkeiten, allen voran die Nationalrätinnen Dr. Kathrin Amacker und Dr. Kathy Riklin, sind überzeugt, dass Erdgas und Biogas dank der vorbildlichen Ökobilanz insbesondere in dicht besiedeltem Gebiet Sinn machen.

«In Madrid verkehren über 1´300 Erdgas-Nutzfahrzeuge», sagte Matthias Maedge von der NGVA Europe.

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pektakulär, auf der Plattform eines brandneuen Iveco Stralis Kehrichtfahrzeuges, fuhr der wohl bekannteste Schweizer Moderator an diesem Dienstag kurz vor zehn Uhr in die Voltahalle in Basel und wünschte den rund 160 Teilnehmern des 5. GreenfieldSymposiums einen guten Morgen. Nationalrat Filippo Leutenegger führte in seiner gewohnt humorvollen und kompetenten Art durch die Vorträge und Diskussionen zum

investieren, davon 125 Millionen in erneuerbare Energien. Davon soll die Biogasproduktion massgeblich profitieren. Neue Geschäftsmodelle sollen den IWB helfen, sich vom reinen Versorger zum Energiedienstleister zu entwickeln. Thiels Botschaft wird offenbar auch auf dem Land vernommen. Liestal beschaffte 2009 eine Wischmaschine, die Erdgas und Biogas als Treibstoff verwendet. Die Stadtpolizei der Baselbieter Kantonshauptstadt präsentiert zudem ihr brandneues Einsatzfahrzeug, ein VW Passat Variant TSI Eco Fuel, anlässlich des Greenfield-Symposiums mit Stolz. Sein sparsamer 150 PS-Erdgasmotor, entwickelt unter der Regie von EMPA-Motorenentwickler Christian Bach, erlaubt ihm eine Reichweite von 480 Kilometern bis zum nächsten Tankstopp.

Im Zentrum des 5. GreenfieldSymposiums standen Nutzfahrzeuge, die sich insbesondere für den Einsatz in Städten und Gemeinden eignen. Den Industriellen Werken Basel (IWB) ist saubere Luft in und um Basel ein grosses Anliegen. Die Luftbelastung durch Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Feinstaub sei zwar sinkend, aber nach wie vor zu hoch, wie Dr. David Thiel, Vorsitzender der IWB-Geschäftsleitung, betonte.

Es sei zwar gelungen, den CO2-Ausstoss zu stabilisieren, sagte Bach. «Wenn wir ihn aber um 30 Prozent reduzieren wollen, muss der Verkehr seinen Teil dazu beitragen», macht er klar. Die Empa arbeitet an Motoren, die den Energiewert von Erdgas optimal nutzen. Denn mit Erdgas betriebene Benzinmotoren seien zuwenig effizient. Der VW Passat mit dem 1,4 Liter Erdgasmotor stösst im Mittel 119 Gramm CO2 pro Kilometer aus.

Als regionaler Energieversorger kommen die IWB nicht ums Thema Verkehr herum. Denn über ein Drittel des Energieverbrauchs geht auf dessen Konto. «Die Mobilität wird sich im 21. Jahrhundert grundlegend verändern», sagte Thiel. Elektrizität und Erdgas schliessen sich dabei nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen sich sinnvoll.

Dieser Wert liegt auf dem Niveau der schadstoffärmsten Kleinwagen. «CO2-arme Technologien werden in Zukunft Vorteile haben», sagte Bach. Seine These scheint sich in der Praxis zu bestätigen. Nicht das Billigste, sondern jenes Unternehmen, das am wenigsten bodennahe und klimaschädliche Schadstoffe verursacht, kommt bei vielen Städten und Gemeinden zunehmend in die vordersten Ränge.

Rund 600 Millionen Franken wollen die IWB in den nächsten Jahren


5. GREENFIELD-SYMPOSIUM «Es gibt keine bessere Alternative»

ist zudem die Dauerhaftigkeit der Fahrzeuge entscheidend.

«Wir sind noch weit von der angestrebten Schadstoffreduktion entfernt», ergänzte Christian Bach. Das Problem bestehe darin, dass der motorisierte Verkehr prak-

«Das Problem liegt im Kopf», bestätigte Heinrich Frei Maedges These. Von zwei gleichwertigen Lösungen wählt Frei deshalb die umweltfreundlichere. «Ich bin froh darüber, dass die Konkurrenz immer noch schläft», meinte der rührige Unternehmer schmunzelnd. Seine sechs neuen Iveco Stralis erfüllen bereits Euro 6-Norm. «Und dies ohne Partikelfilter», betonte er. Martin Lochbrunner, Geschäftsleiter der Mobility Solutions AG, managt die 22‘000 Fahrzeuge der Post und setzt auf Vielseitigkeit. Gezielt überlegen sich seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wo welcher Treibstoff am meisten Sinn macht. Beim Paket-Zustelldienst fiel die Wahl des Treibstoffs auf Erdgas und Biogas. Unterdessen sind 140 Fiat Ducato mit diesem sauberen Treibstoff im Einsatz. Für Lochbrunner

Heinrich Frei stösst sich vor allem an der Regulierungsdichte. «Ich will keine Förderbeiträge», betonte er. Er appellierte an die Politik, die den Gesetzeswirrwarr zu durchforsten. «Die Politik muss sich nicht um die Technik kümmern. Das versteht sie so oder so nicht.» Als Kantonsrat weiss Heinrich Frei, wovon er spricht. Der Staat müsse lediglich günstige Rahmenbedingungen setzen. Dabei gelte es aufzupassen, den Leuten nicht den Spass zu verderben. Im Laufe des Symposiums wurde klar: Je grösser die Stückzahl, umso besser die Wirtschaftlichkeit. «Die Gemeinden und Städte haben einiges in der Hand», sagte Nati-

gas

Dass die alternativen Treibstoffe vor allem in Städten Sinn machen, zeigte Maedge anhand von Beispielen aus ganz Europa. Erst kürzlich habe Athen 400 Erdgasbusse bestellt. «Madrid ist die ErdgasHauptstadt Europas», erklärte er. In der spanischen Metropole verkehren unterdessen über 1´300 Erdgas-Nutzfahrzeuge, darunter 445 Kehrichtwagen. Damit spart Madrid jährlich rund zwei Millionen Tonnen CO2 ein.

tisch vollständig vom Öl abhängig ist. Dass früher oder später ein Engpass auftreten werde, sei in Expertenkreisen unbestritten. «Madrid war gezwungen zu handeln», antwortete Maedge auf die entsprechende Frage des Moderators. Ohne Umstellung auf Erdgas hätte Spanien die europäischen Luftreinhalterichtlinien nicht erfüllt.

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Nicht von Ungefähr bekommt daher die Frei Logistik AG in Kloten lukrative Aufträge, wie Firmeninhaber Heinrich Frei betonte. Der Unternehmer und Zürcher Kantonsrat betreibt mittlerweile zehn Kehrichtfahrzeuge auf Basis des Iveco Stralis mit Erdgas und Biogas. «Es gibt keine bessere Alternative als Erdgas und Biogas», sagte Matthias Maedge von der Natural Gas Vehicle Association Europe (NGVA). «Treibstoff, Technik und Infrastruktur stehen jetzt und heute zur Verfügung.»

Mit finanziellen Anreizen einen politischen Konsens zu finden, sei dagegen schwierig. «Ist die CO2Abgabe eine vernünftige Lösung?», fragte Filippo Leutenegger seine Kollegin. «Wir können den Verkehr nicht einfach ausblenden», entgegnete Kathrin Amacker. Er sei immerhin für 40 Prozent der Klimagase verantwortlich. Die CO2Abgabe ziele deshalb in die richtige Richtung. «Wenn es nicht weh tut, passiert nichts», ist sie überzeugt. Damit war Martin Seifert vom SVGW gar nicht einverstanden. «Schaffen Sie Anreize», forderte er.

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Im Dialog liegt die Würze: Matthias Maedge von der NGVA Europe und Moderator Filippo Leutenegger

Die Erdgas-Version des Fiat Ducato sei auch in dieser Hinsicht mit der Diesel-Variante absolut vergleichbar. Die Forderung der Unternehmer und Fahrzeugimporteure nach einer Tonne mehr Nutzlast, um das Mehrgewicht der Erdgasfahrzeuge zu kompensieren, stösst bei Nationalrätin Kathrin Amacker auf offene Ohren. «Damit lassen sich die Leute zum Umsteigen bewegen», ist die CVP-Politikerin überzeugt.

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5. GREENFIELD-SYMPOSIUM ÂŤEs gibt keine bessere AlternativeÂť

Volles Haus: Das 5. Greenfield-Symposium vom 3. November 2009 in Basel verbuchte einen neuen Teilnehmerrekord

onalrätin Kathy Riklin. Der Entscheid, auf Erdgasfahrzeuge umzusteigen, liege allein bei ihnen. Bei den Treibstoffen muss sich etwas ändern, ist auch Sascha Grunder, Leiter Umwelt und Mobilität beim TCS, ßberzeugt. Es reicht nicht, wenn wir nur das CO2 anschauen, kommentierte Bach die Diskussion um die Abgasnormen. Den Unterschied zwischen Dieselund Erdgas-Abgasen festzustellen, bedinge einen vertieften Blick. Die offizielle GrÜsse reicht nicht,

betonte Bach. Es gelte, die Zusammensetzung der Abgase in Bezug auf die Kohlenwasserstoffe und die Stickoxide zu untersuchen. Dabei werde der Vorteil von Erdgas und Biogas deutlich. Rund zehn Prozent des Treibstoffverbrauchs kÜnne die Schweiz in Form von Biogas selbst herstellen, erklärte Bach. Die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz ist dessen umweltfreundlichste und effizienteste Anwendung, doppelte Ben van Hove nach. Den General Manager

7IRÂŹFREUENÂŹUNSÂŹAUFÂŹ)HRENÂŹ"ESUCH (ALLEÂŹ ÂŹ3TANDÂŹ#

von Greenfield Europe freut die Entwicklung des Fahrzeugangebots. VW Passat und Opel Zafira bei den Personenwagen, Iveco, Fiat, Mercedes und VW bei den Nutzfahrzeugen sorgen beim Kaufentscheid unterdessen fßr die Qual der Wahl. Die Ausstellung (fast) aller heute käuflichen Erdgas-Nutzfahrzeuge ist fester Bestandteil des Greenfield-Symposiums. Text: Ulrich Frei, Rßnenberg BL Fotos: Heinz Dßrrenberger, Birsfelden BL

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ERDGASFAHREN Empa - «near Zero Emission Vehicle Project» Mit Erdgasfahrzeugen an der Emissions-Nullgrenze Gas geben

Die Abgasreinigung von Erdgasmotoren basiert heute auf den gleichen Konzepten wie für Benzinmotoren. In einigen wichtigen Punkten wie Methan- und Wassergehalt oder Kaltstartemissionen unterscheiden sich die Abgase von Erdgasmotoren jedoch prinzipiell von denjenigen von Benzinmotoren. Deshalb können einzelne Herausforderungen mit anderen Ansätzen besser und vor allem kostengünstiger gelöst werden als durch Verwenden an Benzinfahrzeuge angepasster Katalysatoren. Dies wiederum macht Erdgasfahrzeuge als zukünftige Antriebe, insbesondere unter der

Beim nun vorgestellten «near Zero Emission Vehicle» (nZEV) wird untersucht, wie die Schadstoffemissionen bei Erdgasfahrzeugen bis zur Nullgrenze vermindert werden können bei gleichzeitiger Reduktion der Edelmetallbeschichtung im Katalysator. Kernstück des Projektes ist der von der Empa entwickelte, auf einem Keramikschaum basierende und turbulent durchströmte Katalysatorträger. Nach verschiedenen Strömungs- und Modellstudien im Labor wird er nun erstmals in ein Gesamtfahrzeug integriert und im Feldeinsatz erprobt.

träger wurden an der Auto Basel vom 17. bis 20. September 2009 am Erdgasstand vorgestellt und anschliessend während eines Jahres im Rahmen des Novatlantis-Projektes «Erlebnisraum Mobilität in der 2000-Watt-Gesellschaft – Pilotregion Basel» im Praxistest eingesetzt. Der Test wird unterstützt von den Verwaltungen der Kantone BaselStadt und Basel-Landschaft sowie von der Handelskammer beider Basel. Interessierte Firmen können das Fahrzeug bis zu zwei Wochen lang Probe fahren.

Im Projekt soll demonstriert werden, dass Katalysatoren für Erdgasfahrzeuge bei gleicher Leistung (Konversionsverhalten) mit geringerem Edelmetallgehalt auskommen, wenn sie nicht von Benzinmotoren übernommen, sondern auf die spezifische Anforderung von Erdgasmotoren ausgelegt werden. Weiter soll gezeigt werden, dass Erdgasfahrzeuge, die mit einem solchen Katalysator ausgerüstet sind, insbesondere bei Kaltstart und niedrigen Umgebungstemperaturen im Vergleich zu Benzinfahrzeugen sehr viel niedrigere Emissionen ausstossen.

Quelle: empa.ch

Das nZEV-Projektfahrzeug sowie der darin eingesetzte Katalysator-

Das nZEV-Projektfahrzeug wird während eines Jahres im Rahmen des Novatlantis-Projektes «Erlebnisraum Mobilität in der 2000-Watt-Gesellschaft – Pilotregion Basel» im Praxistest eingesetzt. (Bild: Novatlantis)

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Prämisse niedrigster Schadstoffund CO2-Emissionen, für Autohersteller sehr attraktiv.

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ktuelle Herausforderungen bei Katalysatoren für Erdgas- und Benzinfahrzeuge sind die Reduktion der teueren Edelmetallbeschichtung, die Erhöhung der Haltbarkeit und die Verminderung der Light-off-Temperatur (Anspring-Temperatur) bzw. die Reduktion der Kaltstartemissionen. Verschiedene Untersuchungen und Fahrzeugbewertungen haben gezeigt, dass Erdgasfahrzeuge das Potential für niedrigste Schadstoff- und Treibhausgasemissionen aufweisen. Zudem stehen in der Schweiz beträchtliche Ressourcen für die Produktion von Biogas als Treibstoff zur Verfügung, z.B. Grüngutabfälle, Klärgas, Gülle oder Holz. Beste Voraussetzungen also, dass sich der Trend hin zu Erdgasfahrzeugen auch in der Schweiz positiv weiterentwickelt.

Kernstück des Projektes «near Zero Emission Vehicle» (nZEV) ist der von der Empa entwickelte, auf einem Keramikschaum basierende und turbulent durchströmte Katalysatorträger. (Bild: Empa)

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Die Empa und «Novatlantis – Nachhaltigkeit im ETH-Bereich» stellten anlässlich der Auto Basel 09 das Erdgaskatalysatoren-Forschungsprojekt «near Zero Emission Vehicle» (nZEV) vor. Darin wird untersucht, wie die Schadstoffemissionen bei Erdgasfahrzeugen bis zur Nullgrenze vermindert werden können. Es soll ausserdem demonstriert werden, dass Katalysatoren für Erdgasfahrzeuge bei gleicher Leistung mit geringerem Edelmetallgehalt auskommen, wenn sie nicht von Benzinmotoren übernommen, sondern auf die spezifische Anforderung von Erdgasmotoren ausgelegt werden.

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ERDGASFLUG

Weltweit erster Passagierflug mit Erdgas-Kraftstoff nach Qatar

Qatar Airways hat den weltweit ersten Passagierflug eines mit Kraftstoff aus Erdgas betankten Verkehrsflugzeugs absolviert. Der historische Flug von London-Gatwick nach Doha dauerte mehr als sechs Stunden und wurde von einem Airbus A340-600 mit Trent-556-Triebwerken von Rolls-Royce zurückgelegt. Bei dem Flug kam eine Kraftstoffmischung aus 50 Prozent synthetischem GTL-Kerosin und 50 Prozent herkömmlichem Kerosin auf Mineralölbasis zum Einsatz. Qatar wird nach Inbetriebnahme einer GTL-Grossanlage im Jahr 2012 der weltweit führende Hersteller von GTL-Kerosin sein.

kung von Verkehrsflugzeugen. An dem Projekt beteiligt war ein Konsortium aus Airbus, Qatar Airways, Qatar Petroleum, Qatar Science & Technology Park, Rolls-Royce, Shell und WOQOD. Ein Grossteil der Projektarbeit wird im Qatar Science & Technology Park in Doha geleistet.

Akbar Al Baker, Chief Executive Officer von Qatar Airways, (r.)

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ls vollwertige Alternative zu herkömmlichem Kerosin auf Mineralölbasis wird GTL-Kerosin das Angebot an leistungsstarken Flugkraftstoffen vergrössern. Bei der Verbrennung des neuen Kraftstoffs werden zudem weniger Schwefeldioxid und Feinstaub freigesetzt als bei reinem Kerosin auf Mineralölbasis, wodurch er auf stark frequentierten Flughäfen zur Verbesserung der Luftqualität beitragen kann. Die Mischung von herkömmlichem Kerosin und GTL-Kerosin wird als «GTL Jet Fuel» bezeichnet. Der Flug von London nach Doha war der letzte Schritt in einem bislang über zweijährigen wissenschaftlichen Projekt zur Erforschung von GTL Jet Fuel als Kraftstoff zur Betan-

sich an Bord des historischen Flugs QR076. Wissenschaftler in Qatar werden die auf dem Flug gesammelten Daten auswerten, um die positiven Auswirkungen von GTL Jet Fuel noch besser bewerten zu können. Akbar Al Baker, Chief Executive Officer von Qatar Airways, der ebenfalls an Bord war, sagte: «Qatar Airways ist stolz darauf, in diesem Konsortium mitzuarbeiten und die erste Fluggesellschaft der Welt zu sein, die diese neue Kraftstofftechnologie auf einem Linienflug einsetzt.

«Qatars Position als GTL-Hauptstadt der Welt wurde durch den heutigen Flug weiter gefestigt. Mit Hilfe der GTL-Technologie können wir flüssige Kraftstoffe und andere Produkte aus Erdgas herstellen. Die Verkehrsluftfahrt bietet sich als ein sehr vielversprechender Markt für die neuen Produkte an, mit denen wir den Nutzen unserer natürlichen Ressourcen noch besser ausschöpfen können», sagte Qatars stellvertretender Premierminister und Energieminister Abdulla bin Hamad Al-Attiyah.

Damit zeigt Qatar Airways erneut, dass wir es mit der Entlastung der Umwelt ernst meinen. Wir erwarten uns von diesem neuen Kraftstoff Vorteile, die sich vor allem durch eine verbesserte Luftqualität auf den Flughäfen auswirken sollten. Dieser Flug ist ein wichtiger Schritt, den Fluggesellschaften diesen alternativen Kraftstoff verfügbar zu machen. Qatar Airways freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Konsortium, um dieses wegweisende Projekt im Sinne einer saubereren Umwelt weiterzuentwickeln und zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.»

Eine Delegation aus Mitgliedern des Konsortiums und Vertreter der internationalen Presse befanden

Die Herstellung von GTL-Kerosin in grosstechnischem Massstab wird in einer GTL-Grossanlage erfolgen,


nen. Wir werden die Verfügbarkeit ausreichender Kapazitäten in Qatar sicherstellen. WOQOD wird in Zusammenarbeit mit Pearl GTL in Ras Laffan und mit Qatar Airways zum Gelingen dieser Initiative beitragen und Lager- und Betankungskapazitäten am Doha International Airport bereitstellen.»

Umwandlung von Erdgas in flüssige Kraftstoffe für das Verkehrswesen sowie Schmierstoffe und chemische Rohstoffe. Dank unserer Partnerschaft mit Qatar Petroleum befinden wir uns auf einem guten Weg, GTL-Kraftstoffe jetzt in grossem Massstab auf den Markt zu bringen.»

Der Genehmigung vorangegangen waren zwei Jahre eigener Forschungsarbeit der ASTM Specification Group, einem Gremium zur Konsensfindung, dem Hersteller und Verbraucher von Flugkraftstoffen sowie Flugzeugbauer angehören.

Dr. Eulian Roberts, Leiter des Qatar Science & Technology Park (QSTP): «Das Engagement von Qatar Airways und den anderen Unternehmen im Konsortium, dieser neuen Kraftstofftechnologie zum Durchbruch in der Luftfahrt zu verhelfen, ist ein sehr gutes Beispiel für die hohe Qualität der Forschungsarbeit, die im QSTP geleistet wird. Durch die Erforschung alternativer und umweltschonender Kraftstoffe wie z. B. GTL-Kraftstoff wird der Qatar Science & Technology Park zu einer führenden internationalen Drehscheibe für die Anwendung neuer Plattformtechnologien. Dieses Projekt ist beispielhaft für ein effektives Forschungs- und Entwicklungsprogramm verschiedener Partner, das bereits gute Ergebnisse produziert.»

Mohamed Al-Sobai, Vice Chairman und Managing Director von WOQOD, sagte: «WOQOD ist durch ihre Tochtergesellschaft QJet im Konsortium vertreten und sehr erfreut, diese Initiative für die Verwendung von GTL Jet Fuel durch Qatar Airways unterstützen zu kön-

Malcolm Brinded, Leiter der Sparte Exploration und Produktion bei Shell, fügte hinzu: «Der heutige Flug ist wegweisend für eine Alternative zu den Flugkraftstoffen auf Mineralölbasis. Shell arbeitet schon seit über 30 Jahren an der Entwicklung dieser Technologie zur

Airbus-Sprecher Rainer Ohler sagte: «In der Zeit zwischen dem ersten Test, als ein A380 als erstes ziviles Verkehrsflugzeug mit GTL Jet Fuel flog, und dem historischen ersten Passagierflug mit GTLKraftstoff am heutigen Tag hat sich gezeigt, dass eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs in der Luftfahrt machbar ist. Der heutige Flug ist eine wichtige Etappe auf dem Weg in eine Welt, in der Kraftstoffe aus Rohstoffen wie Holzabfällen und anderer Biomasse in der Luftfahrt in grossem Massstab eingesetzt werden können. Airbus geht davon aus, dass im Jahr 2030 bis zu 30 Prozent des Kerosins aus alternativen Quellen stammen werden.» Der erste Flug eines Verkehrsflugzeugs mit GTL Jet Fuel überhaupt fand in einer früheren Phase der Forschungsarbeit im Februar 2008 statt, als ein Airbus A380 vom britischen Filton nach Toulouse in Frankreich flog. Quelle: www.aerobrief.com AeroBrief ist eine einzigartige Informationsquelle für die Professionals in der Luftfahrt und im Luftverkehr

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die zurzeit gemeinsam von Qatar Petroleum und Shell unter dem Projektnamen «Pearl» gebaut wird. Ab 2012 soll die Anlage etwa eine Million Tonnen GTL-Kerosin pro Jahr produzieren. Wenn man diese Menge mit der gleichen Menge herkömmlichem Kerosin zu GTL Jet Fuel mischt, reicht der entstandene Kraftstoff aus, um ein typisches Verkehrsflugzeug eine halbe Milliarde Kilometer fliegen zu lassen. In konkretere Zahlen umgerechnet heisst das, dass 250 Passagiere etwa 4´000 mal um die Welt fliegen können. ASTM International (ursprünglich American Society for Testing and Materials) hat im letzten Monat GTL Jet Fuel mit einem GTL-Kerosin-Anteil von bis zu 50 Prozent ohne Einschränkungen für den Einsatz in der Verkehrsluftfahrt zugelassen.

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Weltweit erster Passagierflug mit Erdgas-Kraftstoff nach Qatar

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WWFRekurs UNDgegen PROBauNATURA des Gaskraftwerks in Chavalon Pro Natura und der WWF machen Rekurs gegen die Baubewilligung für das Gaskraftwerk in Chavalon. Die Walliser Gemeinde Vouvry hat nicht nur den Verfahrensablauf missachtet, sondern auch einen Entscheid getroffen, der dem Klima und den Interessen der Bevölkerung schadet.

Umweltschutzorganisationen. WWF und Pro Natura sind mit ihrer Kritik an Gaskraftwerken nicht allein, das zeigt die jüngste Erklärung der ständerätlichen Energiekommission: Auch diese ist der Meinung, dass es bis mindestens 2025 keine neuen Grosskraftwerke brauche. Was wirklich nötig ist, sind Massnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und ein Ausbau der erneuerbaren Energien. Dadurch werden mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als durch das Gaskraftwerk in Chavalon, und gleichzeitig wird damit auch die Energieunabhängigkeit der Schweiz grösser.

Die Kühltürme des 1999 stillgelegten ÖlKraftwerks in Chavalon

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Mit der Inbetriebnahme dieses Kraftwerks würden jährlich rund 750‘000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre ausgestossen. Das entspricht den CO2-Emissionen von 170‘000 Offroadern mit durchschnittlicher Jahreskilometerleistung. Dabei hat sich die Schweiz gesetzlich verpflichtet, ihre Treibhausgas-Emissionen erheblich zu verringern. Das Kraftwerk in Chavalon würde zudem grosse Mengen an Ammoniak und Stickoxiden ausstossen – und das in einer Gegend, die bereits stark industriell geprägt ist, unter anderem durch eine Raffinerie und ein Chemiewerk. Auch Chablair, die Bürgervereinigung des Chablais, ist bestürzt, dass die Gesundheit der Bevölkerung einfach ignoriert wird und unterstützt deshalb den Rekurs der

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ie Gemeinde Vouvry hat am 14. September 2009 die Genehmigung zum Bau eines Gaskombikraftwerks in Chavalon erteilt. Pro Natura und der WWF haben jetzt gegen diese Baubewilligung rekurriert. Sie ist aus verschiedenen Gründen gesetzeswidrig. Der für den Bau vorgesehene Standort ist ungeeignet, weil die grosse Abwärmemenge des Kraftwerkes fernab von Städten und Industrie nicht genutzt werden kann. Das Vorhaben muss zudem mit den Beschlüssen vereinbar sein, die den Bau einer Erdgasleitung und einer neuen Hochspannungsleitung zulassen. Darüber hinaus wird nicht dargelegt, wie die vorgeschriebene Kompensation der CO2-Emissionen erfolgen soll.

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Quelle: WWF Schweiz

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GASPRODUKTION Erste Förderplattform der E.ON verlässt die Werft Erdgas aus dem Babbage-Projekt aufzunehmen. Sie zeigt auch die Zielstrebigkeit, mit der wir unser Upstream-Geschäft entwickeln», sagte Dr. Bernhard Reutersberg, Vorsitzender des Vorstands der E.ON Ruhrgas AG. «In der Nordsee haben wir uns in den letzten Jahren auf Projekte konzentriert, bei denen wir Betriebsführer sind. Darüber hinaus haben wir unser Engagement von Grossbritannien und Norwegen bis nach Russland und Nordafrika ausgedehnt. Wir sehen die Suche und Produktion

Unterwasserpipelines auf den britischen Markt.

von Erdgas als Wachstumsfeld.» Meilenstein bei der Entwicklung einer eigenen Gasproduktion

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ie erste von E.ON betriebene Gasförderplattform hat im September die Werft verlassen und wird jetzt auf dem Erdgasfeld Babbage installiert. Das Feld liegt rund 80 Kilometer vor der englischen Küste im südlichen Teil der Nordsee. Der Produktionsbeginn ist für April 2010 vorgesehen. «Die Fertigstellung dieser Plattform ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg, die Produktion von

Das Babbage-Gasfeld liegt rund 80 Kilometer vor der südostenglischen Küste in der britischen Nordsee

E.ON Ruhrgas Exploration & Production beschäftigt heute rund 200 Mitarbeiter und fördert rund 1,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas sowie sechs Millionen Barrel Öl und Kondensate (2008). Die Produktion wird in den nächsten Jahren mit der Erschliessung weiterer Gasfelder deutlich wachsen. Reutersberg: «Mittelfristig verfolgen wir das Ziel, mehr als 10 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus eigener Produktion im Portfolio zu haben.»

Die Babbage-Plattform wurde in zehn Monaten gebaut. Während dieser Zeit beschäftigte das Projekt rund 500 Personen. In den ersten zwei Jahren werden rund 15 Menschen auf der Plattform arbeiten, danach wird sie ferngesteuert von der Küste betrieben. Die Gesamtinvestitionen zur Entwicklung des Babbage-Feldes belaufen sich auf rund 300 Millionen Euro (rund 265 Millionen britische Pfund).

Quelle: E.ON Ruhrgas

E.ON Ruhrgas ist Betriebsführer des Babbage-Feldes und hält einen Anteil von 47 Prozent. Weitere Partner sind Dana Petroleum (E&P) Limited (40% Anteil) sowie Centrica Resources Limited (13% Anteil). Das Babbage-Gasfeld enthält geschätzte Reserven von mehr als fünf Milliarden Kubikmetern Erdgas. Die Gasvorkommen liegen rund 3200 Meter unter dem Meeresboden. Die Babbage-Plattform wird in einer Meerestiefe von 42 Metern installiert. In zwei Phasen werden bis 2011 fünf Produktionsbohrungen abgeteuft, so dass eine Tagesförderung von rund zwei Millionen Kubikmetern Erdgas erreicht wird. Damit lassen sich mehr als 1´000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang versorgen. Das Erdgas fliesst über


ERDGASFAHREN Erstmaliger Kosten- und Umweltvergleich

vergleichbarer Autotypen

Erdgas betriebene Fahrzeuge schneiden gegenüber vergleichbaren Benzin- oder Dieselautos sowohl bezüglich Kosten als auch Umweltfreundlichkeit besser ab; teilweise bis 80Prozent. Dies ergab eine Untersuchung vergleichbarer Fahrzeugmodelle mit Benzin-, Diesel- und Gasantrieb. Insgesamt sind 12 Modelle von drei verschiedenen Marken verglichen worden. Die Untersuchung wurde im Auftrag von Erdgas durch die Firma Sinum AG durchgeführt.

DIRECT (Benzin) und dem Opel Zafira 1.9 CDTI (Diesel): beim Benzin angetriebenen Fahrzeug ist die Umweltbelastung um 80 Prozent höher, beim Dieselfahrzeug um 20 Prozent. Die untersuchten Kosten fallen beim Benziner um 13 Prozent und beim Diesel um 9 Prozent höher aus.

Erdgas mit Umwelt- und Preisvorteilen gegenüber Benzin und Diesel

Ein Beispiel anhand des Erdgasautos Opel Zafira ecoFlex Turbo CNG verglichen mit dem Opel Zafira 2.2

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Die Untersuchung ergab teilweise markante Vorteile bei den Erdgasmodellen bezüglich Umweltbelastung und Treibstoffkosten. Erhebliche Vorteile der Erdgasautos im Umweltbereich ergaben sich vor allem gegenüber den Benzinmodellen. Diese schneiden je nach Modell um 40 bis 80 Prozent besser ab. Bei einigen Erdgasmodellen stellten sich Vorteile in Bezug auf die MFZSteuer heraus. „Der Vergleich der verschiedenen Fahrzeuge bestätigt einmal mehr, dass Erdgasfahrzeuge gegenüber den Benzin- oder Dieselmodellen mehrheitlich bessere Resultate erzielen. Einzig bei den Anschaffungskosten konnten keine Vorteile für Erdgasfahrzeuge eruiert werden.

Sämtliche Faktenblätter sind unter www.erdgasostschweiz.ch abrufbar. Quelle: www.erdgasostschweiz.ch

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Erdgasfahrzeuge schneiden überdurchschnittlich gut ab

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um ersten Mal sind die meistverkauften Erdgasfahrzeuge mit möglichst gleichwertigen vergleichbaren Modellen mit Benzin- und Dieselantrieb verglichen worden. Die Fahrzeuge sind auf ihre Umweltbelastung als auch auf Anschaffungs-, Treibstoff- und Versicherungskosten sowie auf die Motorfahrzeug-Steuer (MFZ-Steuer) verglichen worden. Untersucht wurden insgesamt zwölf Erdgasautos mit vergleichbaren Benzin- und Dieselfahrzeugen der Marken Fiat, Opel und Volkswagen. Damit soll potentiellen Autokäufern mit entsprechenden Faktenblättern pro Modell auf einfache und übersichtliche Weise die Ökoeffizenz der verschiedenen Automodelle aufgezeigt werden. Die Untersuchung wurde im Auftrag von Erdgas durch Sinum AG durchgeführt. Das St. Galler Beratungsunternehmen ist Spezialist im Bereich Nachhaltigkeit und Ökoeffizienz.

Erdgas kann im mobilen Bereich zur Reduktion von Russ-, Stickoxid-, CO2- und KohlenwasserstoffBelastungen beitragen. Erdgasbetriebene Fahrzeuge geben weniger Schadstoffe an die Luft ab als Benzin- und Dieselfahrzeuge. Der Anteil (minimal 10%) an Biogas aus Vergärungs- und Kläranlagen ist bei der Nutzung sogar CO2-neutral. Die Schweiz verfügt derzeit über ein Netz von 117 Erdgastankstellen.

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KURZ NOTIERT Periodische Sicherheitskontrolle Gas nen auch von privaten Unternehmen durchgeführt werden.

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ie Führung des Apparateregisters bleibt beim Versorgungsunternehmen. Privatpersonen, die solche Arbeiten ausführen möchten, haben die Anforderungen der GW104 des SVGW zu erfüllen. GW 104 d - Ausgabe Juli 2009 REGELWERK

Im Kanton Zürich haben die Erdgasversorgungsunternehmen gemäss Weisung der Kantonalen Feuerpolizei die Aufgabe, Gasgeräte und Gasinstallationen periodisch zu kontrollieren. In einzelnen Versorgungsgebieten waren die Kosten dafür im Erdgaspreis enthalten und die Kontrolle wurde deshalb nur von Werksangestellten durchgeführt. In Zukunft werden solche Kontrollen separat verrechnet und kön-

Reglement - Zur Erteilung der Kontrollberechtigung an Personen, die periodische Sicherheitskontrollen an Gasapparaten und –installationen (Haustechnikanlagen für Erdgas) ausführen Die Aus- und Weiterbildung von Personen, die periodische Kontrollarbeiten ausführen, helfen mit, Haustechnikanlagen für Erdgas betriebssicher zu erhalten. Dieses Reglement richtet sich an Fachleute in der Haustechnikbranche. Es definiert die Anforderun-

s a G s r ü f e i g r e n E

gen an Personen, die periodische Sicherheitskontrollen an Gasapparaten und Gasinstallationen (Haustechnikanlagen für Erdgas) durchführen. Das Reglement dient der Personen-Zertifizierungsstelle des SVGW als Grundlage für die Erteilung der Kontrollberechtigung. Das Zertifikat bescheinigt, dass der Inhaber über die angemessene Fachkundigkeit verfügt, um periodische Sicherheitskontrollen an Gasapparaten und -installationen (Haustechnikanlagen für Erdgas) durchführen zu können. Für die Gasversorgungsunternehmen führt der SVGW ein Register mit Personen, die fachkundig und damit berechtigt sind, solche periodischen Kontrollen an Gasapparaten und -installationen durchzuführen. Weiteres unter www.svgw.ch > Service > Verschiedenes > Register Gas-Wasser > Personen für periodische Sicherheitskontrollen Quelle: SVGW

Wir konzipieren und liefern Systemlösungen für Gasversorger und Industrie. Seit 130 Jahren. Mit Energie und höchster Fachkompetenz. Wohlgroth AG, 8603 Schwerzenbach, T 044 806 60 10, www.wohlgroth.ch


KURZ NOTIERT Aufwändige Suche nach Gas und Öl unter Genfersee

Findet man bald auf dem Genfersee solch eine Plattform? Erdgas-Förderplattform im Meer / Foto: Shell Energy Deutschland

Nach Ansicht der Geologen gibt es in diesen Zonen mit Bestimmtheit Erdgas. Offen ist wieviel und ob sich dessen Förderung rentiert. Die Geologen schliessen auch ErdölVorkommen nicht aus. Die Chancen ausreichende Vorkommen zu finden, beziffern die Veranwortlichen mit 15 Prozent. Werden namhafte Vorkommen gefunden, muss zwischen den Kan-

Der Firma gehört den Erdgasvertriebsgesellschaften Gaznat AG (66%) und Holdigaz (34%), die sich ihrerseits teilweise im Besitz der öffentlichen Hand befinden.

Quelle: news.ch

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tonen Waadt und Wallis und mit Frankreich je nach Lage des Feldes ein Verteilschlüssel ausgehandelt werden. Die Promotoren verfolgen mit dem Bohrloch auch Geothermie-Pläne. Verlaufen die Bohrungen planmässig, sollen die für die Exploration nötigen Nutzbauten bis im dritten Quartal 2011 wieder zurückgebaut sein. Wie der Stadtpräsident von Vevey Pierre-Alain Karlen erklärte, hat Petrosvibri die nötigen Garantie für die Umweltverträglichkeit abgegeben.

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hilippe Petitpierre, Vize-Präsident von Petrosvibri, bezeichnete das Vorhaben, das vor kurzem von den Behörden bewilligt wurde, als „aussergewöhnlich“. Nach mehr als 15 Jahren Vorbereitung wurde das Bohrgesuch in den letzten neun Monaten von der Standortgemeinde Noville und den zuständigen Waadtländer Kantonsstellen geprüft. Im Juli erteilten sie grünes Licht. Die ersten Tiefbauarbeiten sollen in Kürze aufgenommen werden, damit der Bohrturm ab November

betriebsbereit ist, wie Petitpierre vor den Medien in Vevey erklärte. Die Bohrungen sollen 18 bis 24 Monate andauern. Petrosvibri steht für die Exploration ein Budget von 22,5 Mio CHF zur Verfügung. Das Bohrloch soll bis in 3´000 Meter Tiefe führen. Insgesamt wird das Bohrloch 4´000 Meter lang sein, da es vom Festland unter den Seegrund und von dort weiter in die Tiefe führt.

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Lausanne - Die Firma Petrosvibri will unter dem Genfersee mit der Suche nach Erdgas und Erdöl beginnen. Die Verantwortlichen vermuten drei Kilometer unter dem Lac Leman grössere Gasvorkommen. Erstmals wollen sie mit Probebohrungen in so grosse Tiefen vordringen.

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UND ZUM SCHLUSS NOCH DIES... Bei Gazprom halbiert sich der Gewinn Moskau - Die Gewinne des russischen Energieriesen Gazprom haben sich in der ersten Jahreshälfte wegen deutlich gestiegener Einkaufskosten halbiert

D Gazprom-Chef Alexej Miller hatte wenig Erfreuliches zu vermelden. Foto: gazprom.com

er weltgrösste Gaskonzern verdiente zwischen Januar und Juni 305,8 Mrd. Rubel (10,7 Mrd. Franken) und damit 49,8 Prozent weniger als Vorjahreszeitraum, wie Gazprom am Montag in Moskau mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um 6,6 Prozent auf 1´639 Billionen Rubel.

Gazprom hätten insbesondere höhere Beschaffungskosten für Gas zu schaffen gemacht, erklärte das Unternehmen. So seien die Bezugskosten für Gas aus Zentralasien um 105 Prozent gestiegen. Der Weiterverkauf von Gas nach Europa und in andere Länder sei im ersten Halbjahr dennoch um 6 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal hatte ein Streit des staatlich kontrollierten Gasexporteurs mit der Ukraine zu einem dreiwöchigen Lieferstopp geführt.

Erdgas-Speicherkugeln der IWB endgültig stillgelegt

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ie über 30 Jahre als Erdgaslager genutzten Speicherkugeln der IWB in Basel Kleinhüningen und in Pratteln wurden jetzt endgültig stillgelegt. Als eine der letzten Massnahmen wurden zwischen dem 23. und 26. November noch vorhandene Restmengen Erdgas aus den Kugeln entfernt. Je nach Wetterlage war möglich, dass Anlieger in diesen Tagen Erdgasgeruch wahrnahmen. Weitere Beeinträchtigungen sind dabei ausgeschlossen worden. Die Arbeiten wurden vom technischen Fachpersonal der IWB in Abstimmung mit dem Eidgenössischen Rohrleitungsinspektorat durchgeführt.

cher deutlich sicherer als in den Kugelspeichern.

Anfang dieses Jahres nahmen die IWB einen neuen Erdgas-Röhrenspeicher zwischen Allschwil und Schönenbuch in Betrieb. Im neuen Röhrenspeicher können die IWB im Vergleich zu den bisher genutzten Erdgaskugeln die doppelte Menge Erdgas lagern, um vor allem die Bedarfsschwankungen zwischen Nacht- und Tagesbedarf auszugleichen. Zudem ist die Lagerung im unterirdisch verlegten Röhrenspei-

Das noch vorhandene Erdgas wurde mithilfe von Stickstoff durch eine Entlüftungsöffnung am höchsten Punkt der Kugeln in 22 Meter Höhe entfernt. Stickstoff, als unbedenkliches Gas, das zu 78 Prozent in der Umgebungsluft enthalten ist, wird am unteren Ende der Kugeln eingeblasen bis der ganze Behälter mit Stickstoff gefüllt und somit frei von

Nach der Inbetriebnahme des Röhrenspeichers haben die IWB praktisch die gesamte Menge Erdgas (99.8 Prozent) des in den Kugeln gelagerten Erdgases in das eigene Erdgasnetz eingespeist. Die verbliebenen Restmengen konnte aus technischen Gründen nicht mehr eingespeist oder anderweitig genutzt werden.

Erdgas-Speicherkugel in Kleinhüningen

Erdgas ist. Nach einer anschliessenden Belüftung mit Umgebungsluft legeten die IWB-Techniker die Behälter endgültig still. Quelle: IWB


Spitzende und Dichtgummi werden mit Gleitmittel eingestrichen

Das Rohr wird bis zum Anschlag in die Armaturenmuffe gesteckt – damit ist die Muffenverbindung dicht.

Die BLS-Riegel werden eingesetzt – die Muffenverbindung ist schubgesichert.

Kompetenz und Zuverlässigkeit aus einer Hand

Die Schutzmanschette wird über die Muffe gestülpt – die Muffenverbindung ist erstellt.

Technischer Grosshandel CH - 8126 Zumikon • Postfach Telefon 044 306 47 47 • Fax 044 306 47 57 tmh@tmh.ch • www.tmh.ch


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