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Der Widerspenstigen Zähmung Hedda Gabler Reigen Der Tag des Opritschniks Pünktchen und Anton !! Treibsand

ok t 12

von William Shakespeare

von Henrik Ibsen

Regie Martin Kušej

von Arthur Schnitzler

nach Vladimir Sorokin

Regie Tina Lanik

Residenztheater Seite 14

Residenztheater Seite 15

Regie Patrick Steinwidder

Regie Kornél Mundruczó

Marstall Seite 44

Kellergewölbe des Cuvilliéstheaters Seite 35

nov 12

von Erich Kästner

Regie Thomas Birkmeir

Residenztheater Seite 16

(Arbeitstitel)

von Gian Maria Cervo, Marius von Mayenburg, Albert Ostermaier, Rafael Spregelburd Regie Marius von Mayenburg Marstall Seite 48

Die Anarchistin Der Revisor Die Verwandlung Lola Montez Sterben. Menschen – Puppen – Tod Der Untergang des Hauses Usher Kabale und Liebe !

DEZ 12

von David Mamet

Regie Martin Kušej

Residenztheater Seite 19

nach Nikolai Gogol

Regie Herbert fritsch

Residenztheater Seite 23

von Franz Kafka

Regie Gísli Örn Garðarsson

Cuvilliéstheater Seite 38

Jan 13

Regie Tom Kühnel + Jürgen Kuttner

Cuvilliéstheater Seite 39

Gastspiel-Reihe Marstall Seite 49

feb 13

nach Edgar Allan Poe

Projekt von und mit Suse Wächter

Marstall Seite 53

von Friedrich Schiller

Regie Amélie Niermeyer

Residenztheater Seite 24


mär 13

Die Ballade vom traurigen Café

Ein musikalischer Abend aus dem amerikanischen Süden

nach Carson McCullers Residenztheater Seite 25

Zum 250. Geburtstag von Jean Paul Inszenierung von Friederike Heller Veranstaltungsreihe kuratiert von ALBERT OSTERMAIER

Zement In Agonie

mai 13

von Heiner Müller

Regie Dimiter Gotscheff

von Miroslav Krleža

!

Regie Martin Kušej

jun 13

von Georg Büchner

Residenztheater Seite 30

Residenztheater Seite 31

RÄUBER. SCHULDENgenital Leonce und Lena Stiller von EWALD PALMETSHOFER

Marstall Seite 56

Regie ALEXANDER RIEMENSCHNEIDER

Regie Calixto Bieito

Marstall Seite 59

Residenztheater Seite 34

von Max Frisch In Zusammenarbeit mit der Handspring Puppet Company Regie Tina Lanik + Merv yn Millar Cuvilliéstheater Seite 41

Die schönen Tage von Aranjuez

von Peter Handke

Regie Daniela Löffner

Marstall Seite 60

Kooperationen Repertoire JUNGES RESI

Seite 64

Seite 81

Seite 86

! erstaufführung

!! uraufführung

Regie Walter Meierjohann

Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei …

in der Bearbeitung von Edward Albee


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stefan

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Der Widerspenstigen Zähmung

2 Okt 12

residenz theater

von WILLIAM SHAKESPEARE Regie TINA LANIK Bühne + Kostüme STEFAN HAGENEIER Musik RAINER JÖRISSEN

Bei der Verheiratung der jungen, schönen Bianca geht es um Geld und gute Beziehungen – ihr Vater ist wohlhabend und wünscht sich einen gut situierten Schwiegersohn für seine Tochter. Die konkurrierenden Freier müssen vor dem gestrengen Vater ihre Vermögensverhältnisse offenbaren, nicht ihr Herz. Und Bianca selbst wird behandelt wie ein weißes Blatt, auf das ein Ehekontrakt geschrieben werden mag. Diesem Albtraum einer jungen Frau entzieht sich Biancas ältere Schwester Katharina, indem sie mögliche Bewerber durch Eigenschaften verschreckt, die den Männern unangenehmer nicht sein könnten: Intelligenz, Selbstbewusstsein und ein loses Mundwerk. Also stellt der geschäftstüchtige Vater, der ungern auf der Hälfte seines Töchterkapitals sitzen bleiben möchte, eine Bedingung. Katharina, die Widerspenstige, muss unter die Haube gebracht sein, bevor er seine Einwilligung zur Hochzeit Biancas geben wird. Für Katharina muss ein Bräutigam her. Er findet sich im zugereisten Petruchio, der die Frau nicht kennt, aber vom Vermögen des Vaters gehört hat. Das Verfahren scheint eindeutig: „Woo her, wed her, and bed her, and rid the house of her“ – wirb um sie, heirate sie, wirf sie aufs Bett und schmeiß sie aus dem Haus. Und Petruchio nimmt den Kampf auf – mit Schmeicheleien, die Katharina nicht gewohnt ist, mit einem Humor, der sie herausfordert, mit gewalttätigen Spielen, die sie an Grenzen führen, und einem Widerstand gegen den Rest der Welt, der diese Liebe zu etwas Absolutem, Wirklichkeitsverändernden macht, zu dem man sich bekennen kann. Mit Unterwürfigkeit hat das wenig zu tun.

„As long as we’re together/The rest can go to hell/I absolutely love you/But we’re absolute beginners/With eyes completely open/But nervous all the same. Wenn ich ‚Der Widerspenstigen Zähmung‘ lese, geht mir immer David Bowies Lied durch den Kopf, das so viel von der Radikalität, der Voraussetzungslosigkeit, dem Absolutismus des Gefühls erzählt: we’re absolute beginners, jedes Mal.“ Tina L anik

tina l anik

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Die Wahlmünchnerin Tina Lanik ist am Residenztheater schon lange keine Unbekannte mehr.

Ihre erste Inszenierung an diesem Haus liegt mittlerweile zehn Jahre zurück („Tropfen auf heiße Steine“ von Rainer Werner Fassbinder)

und trug ihr damals den Titel „Nachwuchsregisseurin des Jahres“ und den Förderpreis zum Eysoldt-Ring ein. Ihre letzte Shakespeare-

Inszenierung an diesem Haus war „Romeo und Julia“ (2008), nun nimmt die studierte Politikwissenschaftlerin sich erneut einen Shakespeare

vor, diesmal aus dem (vermeintlich) leichteren Genre.


Hedda Gabler

26 Okt 12

residenz theater

von Henrik ibsen Regie MARTIN KUŠEJ Bühne ANNETTE MURSCHETZ Kostüme HEIDE KASTLER

Hedda Tesman ist eine junge Frau, die in der Welt wie in einem aufgeschlagenen Buch zu blättern scheint, und eine Seite ist schöner als die andere. Sie ist frisch verheiratet mit einem Mann, der munter die akademische Karriereleiter emporklettert und sie anbetet, hat soeben eine ausgedehnte Hochzeitsreise hinter sich, bezieht ein Haus, das sie sich gewünscht hat, träumt von Empfängen, Dienern, Reitpferden – und schwanger ist sie auch noch. Ein Traum. Ein Traum? Ein Albtraum! Schon der Titel des Stücks weist darauf hin, dass Hedda eher vom Schlage ihres Vaters, des Generals Gabler ist, als zu ihrem Ehemann gehört. Während ihr Mann mit Hingabe seine Studien mittelalterlicher Heim- und Hausarbeit verfolgt und sich seine Hausschuhe von der anhänglichen Tante hinterhertragen lässt, würde Hedda am liebsten auf alles schießen, was nicht schnell genug aus der Schusslinie springt. Auf Brack zum Beispiel, Richter und Hausfreund, der sich als erotische Ablenkung anbietet. Oder auf Lövborg, den ehemaligen Freund und genialischen Kulturforscher, den zu lieben sie einst ausschlug und den sie, als er nun plötzlich wieder vor ihr steht, doch nicht freigeben mag. Schon gar nicht an Thea Elvsted, die Frau mit den grausam schönen Haaren und dieser lächerlichen Angst im Gesicht, die Lövborg bei der Arbeit an seinem neuen Buch geholfen hat und nun ausgerechnet bei Hedda Hilfe sucht, weil sie fürchtet, Lövborg stürze erneut ab in Alkohol und Wahn. Und Hedda schießt. An Hedda Gabler beißen sich nicht nur die Figuren des Stücks die Zähne aus. Man hat in ihr die femme fatale oder das Opferlamm, die depressive Schwangere oder frigide Waffennärrin, die Ästhetin wider den kleinbürgerlich engen Geist oder die dekadente Schlampe nachweisen wollen – doch jeder Kategorie entzieht sich Hedda Gabler mit müdem, sphinxhaften Lächeln. Taumelnd zwischen Überdruss und Hunger, Sehnsucht und Feigheit, scheint sie wie ein schwarzes Loch – lauernd im Warten, opak im Denken, fremd, unfassbar und wahr.

„Ibsen war nie ein Dichter der Befreiung, sondern einer der Destruktion – und Hedda ist deren gnadenloseste und aufregendste Protagonistin. Ohne mit der Wimper zu zucken, verbrennt sie die Schatzkarte mit dem Plan zur Rettung der Welt. So erleben wir die letzten 36 Stunden vor dem Ende der Zukunft. Sie tut sich vor uns auf als Höhle, als schwarzes, rußiges Loch, und ist ähnlich dem Abgrund, den wir schon vor tausenden Jahren in die Zivilisation zu verlassen vermeinten ...“

Martin Kušej

Martin Kušej Der Regisseur Martin Kušej (*1961) beschäftigt sich nicht zum ersten Mal

mit einem abgründigen „Weibsteufel“ – bereits Salome, Elektra und Lady Macbeth säumen seinen Weg. Adorno schrieb,

Ibsen sei wie der große Nikolas aus dem „Struwwelpeter“, „der die Kinderbilder der Moderne in sein großes Tintenfass

tunkt, sie anschwärzt mit ihrer Vorgeschichte, als zappelnde Marionetten wiederum herauszerrt und dergestalt Gerichts-

tag hält über sich selbst“. Ähnliches ließe sich auch über den Regisseur Kušej sagen.

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Pünktchen und Anton

24 nov 12

residenz

von Erich kästner Regie THOMAS BIRKMEIR Bühne CHRISTOPH SCHUBIGER Kostüm IRMGARD KERSTING

Sie treten unter denkbar unterschiedlichen Voraussetzungen an – Pünktchen, die Tochter des Fabrikanten Pogge und seiner luxuriösen Frau, lebt umsorgt von zwei Bedienten in einem Haus, in dem der Weg vom Esszimmer zum Kinderzimmer so weit ist, dass man bereits wieder Hunger hat, wenn man angekommen ist. Hunger kennt auch Anton, der allerdings selber kochen muss, weil seine krebskranke Mutter nicht mehr für ihn sorgen kann. Die beiden Kinder treffen sich nachts auf der Straße – beim Betteln. Anton verkauft Schnürsenkel, um sich und seine Mutter über Wasser zu halten, Pünktchen hilft ihrem Kindermädchen Frau Andacht, Mitleid und Spendenbereitschaft zu erregen, weil deren zwielichtiger Verlobter immer mehr Geld von ihr fordert. Als der von Frau Andacht auch noch einen Plan der Villa von Pogges fordert, braucht es die ganze Aufmerksamkeit und Solidarität der Kinder - und die Schlagkraft der Köchin Berta -, um einen Einbruch zu verhindern. Am Ende sitzt der Einbrecher hinter Gittern und die Eltern gründen eine die soziale Kluft überbrückende Wohngemeinschaft. Denn die arme, kranke Mutter hat, was die reichen Eltern nicht zu haben scheinen – Zeit. Erich Kästners Bücher sind von hellem Witz, lebensfrischen Figuren und der praktischen Vorstellung geprägt, dass sich die Verhältnisse vielleicht doch umkehren ließen.

„Als Kind half mir ‚Pünktchen und Anton‘ Mut und Kraft zu schöpfen gegen eine Welt der Erwachsenen mit ihren seltsamen Regeln und oft mutwillig scheinenden Gesetzen. Kästner erinnert an unseren 6. Sinn, den Gerechtigkeits-Sinn, der oft auf dem Weg zum Erwachsen-Werden verloren geht.“ Thomas Birkmeir

Thomas birkmeir

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Thomas Birkmeir ist 1964 in München geboren, hat das Theatermachen aber hauptsächlich in Wien

gelernt. Am dortigen Max Reinhardt Seminar studierte er Regie, war anschließend Assistent und Schauspieler am Burgtheater und ist seit

Mitte der 1990er Jahre vorwiegend am dortigen Theater der Jugend tätig, das er seit der Spielzeit 2002/03 leitet. Daneben arbeitet Birkmeir als

Autor und Regisseur u.a. am Volkstheater in Wien, am Schauspiel Hannover und am Staatsschauspiel Dresden.

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residenz theater

deutschsprachige erstaufführung

Die Anarchistin

5 dez 12

von david mamet Regie MARTIN KUŠEJ Bühne STEFAN HEYNE

Ist es möglich, sein Leben zu ändern? In „Die Anarchistin“ kommt es zum erbitterten Entscheidungskampf zweier Frauen, die einen bedeutenden Teil ihres Lebens hinter sich haben. Cathy wurde für den Tod eines Polizisten verantwortlich gemacht, ihre Tat büßte die ehemalige Terroristin mit 35 Jahren Haft. Ann soll entscheiden, ob Cathy in die Freiheit entlassen werden darf. Es ist Anns letzter Fall, bevor sie ihre berufliche Karriere beendet. Cathy, die zum christlichen Glauben übergetreten ist, behauptet, sie sei im Gefängnis ein anderer Mensch geworden - eine gläubige, alte Frau, die ihren sterbenden Vater in den Tod begleiten und fortan gemeinnützige Arbeit leisten will. Ann, als Repräsentantin des Staats, hinterfragt Cathys Glauben, stellt ihr argumentative Fallen und prüft akribisch jeden ihrer Sätze, den sie in den Jahren gesprochen oder aufgezeichnet hat. Ist ihre „Liebe zu Gott“ dem Fanatismus der jungen Anarchistin gleichzusetzen? Manipuliert die „Geläuterte“ in ihrer christlichen Selbstlosigkeit die Behörden bei der Entscheidung? Es kommt zum Zusammenprall zweier Lebensideen inmitten eines rhetorischen Minenfelds. Ein Finale zwischen zwei Gegnerinnen, die das Leben aneinander gekettet hat, aus dem die eine als zweifelhafte Siegerin hervorgeht. Der Widerspruch zwischen Rebellion und Unterdrückung in einem demokratischen Staat bleibt indes ungelöst. David Mamet gehört neben Neil LaBute und Tony Kushner zu den wichtigsten Dramatikern der USA. Er ist bekannt für seine scharfen, vielschichtigen Dialoge und seinen unvoreingenommenen Blick auf Paradoxa in der westlichen Gesellschaft. Mit seinem Stück „Oleanna“ erlangte er 1992 einen Welterfolg. Die Uraufführung seines neuen Stücks „The Anarchist“ erfolgt in eigener Regie im Dezember 2012 am Broadway, wenige Tage vor der deutschsprachigen Erstaufführung am Residenztheater.

„Der terroristische Akt, der strafende Staat, der vergebende Mensch – drei von vielen möglichen Kombinationen aus einem seziermesserscharfen Dialog, in den sich Staats-Anwältin und StaatsGefangene verstricken auf der Suche nach Wahrheit. Beide berufen sich auf denselben barmherzigen Gott; doch wo ist der zu finden im System einer gnadenlosen ‚Gemeinschaft der Gläubigen‘, die ‚Gottesstaat‘ zu nennen wir angehalten sind?“

Martin Kušej

Martin Kušej Das Duell, der Clash der Kontrahenten ist aus Martin Kušejs Theater-

schaffen nicht wegzudenken. In seinen letzten Arbeiten stiegen Schmuggler und Gebirgsjäger („Der Weibsteufel“),

Journalisten und SoapStars („Das Interview“), Modeschöpferinnen und Models („Die bitteren Tränen der Petra von

Kant“) sowie gut situierte Großstadtpaare („Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes“) gegeneinander in den Ring.

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Der Revisor

22 dez 12

residenz theater

nach NIKOLAI GOGOL in einer Fassung von Sabrina Zwach Regie + Bühne HERBERT FRITSCH Kostüme VICTORIA BEHR

Eine vom Rest der Welt vergessene Stadt, in der die Uhren still stehen, der Schmutz die Straßen füllt, die Bewohner allesamt in einem Sumpf aus Korruption, Veruntreuung, Schieberei und Amoral versinken und doch nicht untergehen. Es hat sich alles so schön eingeschaukelt. In den Krankenhäusern steht der Dreck in den Fluren, und die Kranken sterben wie die Fliegen. Willkürliche Gerichtsurteile fällt der dauerbesoffene Stenograph, während der Richter auf die Jagd geht. In den Schulen unterrichten Wahnsinnige, die Kirchen stehen verwaist, in den Kneipen und Spielhöllen verschleudern die Honoratioren der Stadt die Gelder des Staates. So könnte es ewig weitergehen, bis die Stadt pleite ist und Gottes Zorn die Sintflut über diesen Landstrich lenkt. Oder der Staat den Verbleib seiner Subventionen kontrollieren lässt. Ein Revisor wird angekündigt - und prompt wird Chlestakow, ein Allerweltsbetrüger auf der Durchreise, der seit zwei Wochen im Gasthof die Zeche prellt und jeden Moment seinen Rauswurf erwartet, für ebenjenen Revisor gehalten. Aufregung auf beiden Seiten! Doch schnell erweist sich der vermeintliche Kontrolleur als Gleichgesinnter und die Furcht vor dem Zusammenbruch des Systems aus Lüge, Betrug und Habgier als total unbegründet ... Im hochbrisanten Konfliktfeld zwischen „Gemeinwohl“ und „Eigeninteresse“ angesiedelt, ist Gogols berühmte Verwechslungskomödie von 1836 zum einen ein boshafter Kommentar zu klammen Staaten, schamlosen Bundespräsidenten und unverdrossenen Finanzspekulationen unserer Tage. Darüber hinaus dekliniert „Der Revisor“ alle Todsünden begeistert durch, legt Fährten zu zeitlosen Fragen identitätssuchender Subjekte und erweist ganz nebenbei dem genetischen Zusammenhang von Literatur und Lüge geistreiche Referenz.

„Ich weiß, wo dein Haus wohnt: Geheimnis!“ Herbert Fritsch

herbert fritsch Herbert Fritsch (*1951) kehrt mit seiner Inszenierung des „Revisors“

in die Stadt zurück, in der er einst als Schauspieler ausgebildet wurde. Er hat an vielen großen Häusern gespielt,

doch kein Theater hat er so geprägt - und kein Theater ihn - wie die Berliner Volksbühne und der Intendant und Regisseur

Frank Castorf. Fritschs intermediales Kunstprojekt „hamlet_X“ von 2000 hatte noch eine gut sortierte Fangemeinde,

seine Theaterregiearbeiten seit 2007 sorgen mittlerweile landesweit für Hysterie.

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Kabale und Liebe

feb 13

residenz theater

von friedrich schiller Regie AMÉLIE NIERMEYER

„Wischt sich die Augen, mit schrecklicher Stimme, alle Glieder zitternd. Wendet sich bebend weg, seine Hand fassend. Lacht fürchterlich. Fällt mit Entsetzen in den Sofa. Steht auf, heftig bewegt. Warm und voll. Mit Größe. Unter merkbarem Herzklopfen. Mit einer Beängstigung, dass ihr die Worte versagen. Schaut ihm groß ins Gesicht. Hitzig. Schmerzhaft von ihm weggehend.“ Derart dramatischer Regieanweisungen bediente sich der damals 24-jährige Gefühlsstürmer und Gesellschaftsdränger Friedrich Schiller, um in seinem 1784 uraufgeführten Stück die Explosivität auszudrücken, die entsteht, wenn der Absolutheitsanspruch einer jungen Liebe auf lebenspraktische Rationalität und Relativierungen trifft. Luise Millerin, gerade einmal 16 Jahre, ist Tochter des bürgerlichen Musikus Miller. Und sie ist unsterblich verliebt. In Ferdinand, Sohn des Präsidenten von Walter, eines einflussreichen Adligen am Fürstenhof. Auch Ferdinand ist in Luise verliebt, die gegenseitige Attraktion wäre eine gute Ausgangsbasis. Nicht aber, wenn Standesschranken, elterliche Verbote, höfische Machtspiele und Intrigen dem Liebesglück im Weg stehen. Luise und Ferdinand werden zum Opfer von mangelndem Vertrauen, falschen patriarchalen Fürsorglichkeiten, höfischen Ränken und einem christlichen Glauben, der Trost und Verschmelzung im Jenseits verspricht. Friedrich Schiller verarbeitete eigene Erfahrungen – seinen Ärger über skrupellose Regenten und eine unglückliche Liebe – zu einem bürgerlichen Trauerspiel, einem emotional intensiven Sozialdrama, in dem er Konflikte kunstvoll zuzuspitzen versteht.

„Kabale ist die größte und irrsinnigste Liebesgeschichte, die ich kenne. Noch radikaler und berührender als Romeo und Julia – einfach unerbittlich.“ Amélie Niermeyer

Amélie niermeyer

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Amélie Niermeyer (* 1965) ist dem Residenztheater schon seit 1988 verbunden. Sie begann hier als junge Regisseurin und kehrte

1993 – nach kurzer Zeit als Oberspielleiterin am Theater Dortmund – für drei Jahre als Hausregisseurin hierher zurück. Danach wurde sie Oberspielleiterin am Schauspiel Frank-

furt, gastierte am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater Berlin, in Los Angeles und Jakarta und kehrte als freie Regisseurin immer wieder an das Residenztheater zurück. 2002

wurde sie Intendantin am Theater Freiburg und 2006 Generalintendantin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit 2011 ist sie Professorin und Leiterin der Abteilung Regie/Schauspiel am

Mozarteum in Salzburg und arbeitet als freie Regisseurin im Schauspiel und Musiktheater.


Die Ballade vom traurigen Café von Carson McCullerS in der Bearbeitung von Edward Albee Regie Walter Meierjohann

mär 13

residenz theater

Ein musikalischer Abend aus dem amerikanischen Süden

Die Ballade vom traurigen Café spielt in einer Kleinstadt in den Südstaaten der USA. Hier lebt Miss Amelia Evans, eine sehr große, muskulöse, androgyne und wortkarge Frau, die einen kleinen Laden (den einzigen in der Stadt) unterhält, bei dem die Männer nach der Arbeit ihren Whiskey auf der Straße trinken können. Nur der Alkohol bietet Ausflucht aus einer trostlosen Realität. „The town is lonesome – sad – like a place that is far off and estranged from all other places in the world. If you walk along the main street on an August afternoon, there is nothing whatever to do. There is heat … and silence“. In diesem Stillstand kommt eines Tages ein kleiner buckliger Mann in die Stadt und erklärt, dass er der Cousin von Amelia sei. Zum Erstaunen aller nimmt Miss Amelia ihn bei sich auf. Eine Liebesgeschichte zwischen diesem sehr ungleichen Paar beginnt, und Miss Amelia Evans verwandelt sich. Aus der tristen Straßenkneipe wird ein belebtes Café, ein pulsierendes Herz für die ganze Stadt. Es ist der Beginn einer wunderbaren Zeit, die Menschen kommen zusammen, singen, blühen auf, bis eines Tages Marvin Macey zurückkehrt. Der ehemalige Kleinstadtcasanova hat die vergangenen Jahre im Gefängnis verbracht. Was Cousin Lymon nicht weiß – Marvin Macey ist Amelias rechtmäßiger Ehemann. Er ist zurückgekommen, um sich zu rächen ... Carson McCullers’ Erzählung von 1951, die den Gesang bereits im Titel trägt, ist ein hochmusikalisches Stück Prosa, das von Walter Meierjohann mit Liedern und Balladen von Bob Dylan bis Nick Cave in Szene gesetzt wird.

„Carson McCullers’ Ballade ist voller Poesie und Atmosphäre, wunderbar weit … und voll von verrückten Figuren.“ Walter Meierjohann

walter meierjohann Nach dem Regiestudium an der Ernst-BuschSchule in Berlin begann Walter Meierjohann als

Hausregisseur am Theaterhaus Jena. Es folgten Arbeiten am Volkstheater Rostock, Theater Lübeck, Staatstheater Mainz, Staatsschauspiel Dresden, am Maxim

Gorki Theater und den Sophiensaelen. Von 2004 bis 2005 war er Künstlerischer Leiter von Neubau und anschließend Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden. Seit

Oktober 2007 ist er als International Associate Director am Young Vic Theatre in London tätig, wo er unter anderem 2009 „Kafka’s Monkey“ inszenierte, eine Produk-

tion, die seither weltweit Erfolge feiert. 2010 hat Walter Meierjohann sein erstes Drehbuch „Dear Anna“ geschrieben und in Paris verfilmt.

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Zement

mai 13

residenz theater

von heiner müller Regie DIMITER GOTSCHEFF

Der Schlosser und Bolschewik Tschumalow kehrt aus dem Krieg zurück und traut seinen Augen nicht: Das Zementwerk verrottet, die Arbeiter verscherbeln fürs eigene Überleben, was nicht niet- und nagelfest ist, die Frauen haben ihre Kinder in die Heime gebracht, wollen in der Politik mitmischen und von ehelichen Pflichten nichts mehr wissen. Und Tschumalows Ehefrau Dascha scheint die schlimmste von allen und mit der halben Männerwelt das Bett geteilt zu haben. Hat er dafür gekämpft? Heiner Müllers „Zement“, entstanden auf der Grundlage des gleichnamigen sowjetischen Romans von Fjodor Gladkow aus dem Jahr 1925, zeigt eine neue Zeit, die sich aus der Umarmung der alten noch nicht befreit hat. Es ist die Zeit nach der proletarischen Revolution, noch sind die Kriegstrümmer nicht weggeräumt und die Wunden der Schlacht nicht verheilt. Die Männer des Krieges und ihre Frauen, die zu Hause überlebten, sind einander fremd, aus Brüdern sind Bürgerliche oder Bolschewisten geworden, Revolutionäre stehen ehemaligen Folterern gegenüber, deren bürgerliche Bildung sie jetzt dringend benötigen. Ein Land soll neu aufgebaut werden, nach den Träumen der jungen Sieger – ein Land, das allen gehört, in dem die Arbeit befreit ist, Frauen den Männern gleichgestellt, Bildung und Brot für alle, alle individuellen Wünsche dem kollektiven Wohl untergeordnet sind. Die gesellschaftliche Umwälzung reißt wie eine Flut die Menschen mit sich, die sie doch in Gang gesetzt haben – und niemand wird unverändert das Ufer erreichen. Heiner Müller hat nach der Uraufführung 1973 betont, „Zement“ handle von Revolution, nicht von Milieu – und von notwendigen Verhärtungen der Menschen im revolutionären Prozess. Was er damals noch nicht wusste: Auch in „Zement“ wird gezeigt, was sich leitmotivisch durch Müllers gesamtes Werk zieht – wie der Weg, auf dem die kommunistische Idee Wirklichkeit werden soll, von Beginn an mit dem Verrat an dieser Idee verschränkt ist. „Zement“ blickt auf den Riss zwischen Utopie und Praxis, dorthin, wo der kreatürliche Mensch seine Wunden leckt.

„Das einzige, was ein Kunstwerk kann, ist Sehnsucht wecken nach einem anderen Zustand der Welt. Und diese Sehnsucht ist revolutionär.“ Heiner Müller

Dimiter gotscheff

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Dimiter Gotscheff (*1943) kam 1962 aus Bulgarien nach Ostberlin, studierte dort Veterinärmedizin und Theaterwissenschaft

und erkannte schnell, dass die größte Inspiration von den Brecht-Schülern ausging. Er wurde Regieassistent bei Fritz Marquardt, Schüler und Mitarbeiter von Benno

Besson und begann in Bulgarien und in der DDR zu inszenieren, oft und immer wieder Heiner Müller. Berühmt wurde seine „Philoktet“-Inszenierung 1983 in Sofia

und mindestens ebenso berühmt Heiner Müllers „Brief an den Regisseur der bulgarischen Erstaufführung von Philoktet“. Seit 1985 arbeitet Gotscheff vorwiegend in

Deutschland – und mit „Zement“ zum ersten Mal in München.


In Agonie

residenz theater

Die Glembays – Galizien – In Agonie Eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen

von MIROSLAV KRLEŽA Regie MARTIN KUŠEJ

mai 13

„Niemand hat die Begabung oder die Kraft, diesen Leichnam chirurgisch zu öffnen, der unsere Wirklichkeit genannt wird, und einen Schnitt durch die Tiefe der Dinge zu machen, damit wir sehen, wer wir sind, was wir sind, wo wir stehen, wohin wir gehen. Niemand tut das. Und niemand denkt darüber nach, dass schon morgen, und wie! unter uns die Messer zu sprechen beginnen. Wie sie es schon getan haben.“ Er ist einer der wichtigsten Autoren der jugoslawischen Literatur des vergangenen Jahrhunderts, der hierzulande weitgehend unbekannte Kroate Miroslav Krleža. Hervorgegangen aus dem alten Österreich-Ungarn, dessen Niedergang er beschrieb, wurde er zu einem Schriftsteller europäischen Formats, der sich in der ungarischen, polnischen, russischen Literatur ebenso zuhause fühlte wie in der deutschen, französischen und englischen. Drei seiner Dramen werden in dieser Koproduktion mit den Wiener Festwochen zu einem großen Bilderbogen zusammengespannt. Zagreb, am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Hier, am äußersten Rand des habsburgischen Reichs, rechnet in „Die Glembays“ ein großbürgerlicher Sohn mit seinem mächtigen Vater, mit seiner gesamten bigotten Klasse ab. Der Vater stirbt in diesem Familien-Duell und das taumelnde Europa stürzt in eine Katastrophe von bis dahin ungeahntem Ausmaß. „Galizien“, genauso weit in der Ferne gelegen und im Dreck des Krieges versinkend. Eine dekadente Offizierskaste feiert immer noch ihre hohlen Standes- und Herrschafts-Rituale und verbeißt sich blutgierig in längst verlorene Schlachtfelder. Auch die finale Kapitulation bringt keine Erlösung, sondern nur die völlige Auslöschung der Welt, wie man sie bis dahin kannte. Auf das Kriegstheater folgt das Kammerspiel „In Agonie“, in dem ein abgedankter Offizier keinen Platz in den neuen Verhältnissen findet.

„In ‚Agonie‘ versuchen einige Individuen, allesamt Mitglieder untergegangener aristokratischer und militärischer Klassen, Halt und Sinn in einer neuen, modernen Welt zu finden. Aber ihr Scheitern ist exemplarisch, denn vom Taumel und der Zerstörung am Beginn des 20. Jahrhunderts haben wir uns bis heute nicht nachhaltig erholt. So bleibt das am tiefsten Grund der Seelen unser Zustand: IN AGONIE verharrend!“ Martin Kušej

Martin Kušej Martin Kušej ist Angehöriger der slowenischen Minderheit im österreichischen Bundesland Kärnten. Der Kampf dieser Minderheit um

die lebenspraktische Verwirklichung der in der österreichischen Verfassung verbrieften Anerkennung, die seit Jahrzehnten im publikumswirksamen Streit um zweisprachige

Ortsschilder ausgetragen wird, gehört zu seinen prägenden Erfahrungen. Mit den Dramen Miroslav Krležas, Ivan Cankars und anderer Autoren dieses literarischen Raumes beschäftigt Kušej sich

schon lange, auch als Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. „In Agonie“ bietet die Möglichkeit, ein entscheidendes Kapitel europäischer Geschichte aus dem Blickwinkel

einer Metropole zu erzählen, die zwischenzeitlich an den Rand Europas gerückt war und heute wieder von wachsender Bedeutung ist.

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abrantes ostrowski

miguel

shenja lacher


sibylle

canonica


Leonce und Lena

jun 13

residenz theater

von GEORG BÜCHNER Regie CALIXTO Bieito Bühne Rebecca Ringst Kostüme Ingo Krügler

Sie lieben aus Langeweile und langweilen sich an der Liebe. Ihre Arbeit ist der Müßiggang, ihre Mentalität die Melancholie, ihr Hobby zu lamentieren und „an Idealen zu laborieren“. Unter den jungen Leuten am Hof herrscht Arbeitsjungfräulichkeit und Faulheitsausdauer, Prinz Leonce von Popo lässt sich beschreiben als „Buch ohne Buchstaben, mit nichts als Gedankenstrichen“. Eine bevorstehende Heirat bringt Bewegung ins Spiel. Der Prinz soll die Prinzessin aus dem benachbarten Königreich Pipi heiraten – ohne sie zu kennen. Er macht Schluss mit dem Laissez-Faire und wählt die Flucht. Gleiches tut die ihm bestimmte Gattin. Als Prinzessin von Pipi und Prinz von Popo fliehen sie einander. Als Lena und Leonce treffen sie aufeinander, zufällig, schicksalhaft – und verlieben sich natürlich. Sie erkennen einander nicht, aber sie erkennen sich ineinander. Zwei Resignierte, Müde finden zusammen und darin ihr Glück. Nach Verwechslung und maskierter Vermählung als „zwei weltberühmte Automaten“ laufen sie letztlich nicht nur einander in die Arme, sondern auch jenem Schicksal, dem sie doch eigentlich entkommen wollten. „Leonce und Lena“ wurde 1895 im „Intimen Theater“ in München uraufgeführt, sechs Jahrzehnte, nachdem Georg Büchner es für einen Wettbewerb der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung geschrieben und den Einsendeschluss verpasst hatte. Büchners Lustspiel ist eine wortverspielte Abhandlung über Möchtegern-Philosophenkönige, eine Polit-Parodie über Kleinstaaterei wie Kleingeisterei und eine Satire über Trägheit und Wohlstand, Eskapismus und Hedonismus. So wird am Ende der faule Diener zum Staatsminister, er befiehlt das allgemeine Chaos und als Leitmotiv den individuellen Genuss. Lustvoller kann ein Lustspiel kaum sein.

“Pequeños y ociosos seres Consumidos por la incertidumbre Enamorados de la banalidad Calixto bieito Nos protege del dolor y la culpa Me pierdo en sus ojos, sus estrellas El cuento de algunas de nuestras vidas Cuento de aburrimiento, desamor y desilusión La vida es más fuerte que los cuentos Nos sacude, nos empuja, nos devuelve la ilusión.” CALIXTO Bieito

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In München inszenierte Calixto Bieito erstmals 2001: „Macbeth“ an den Münchner Kammerspielen. 2010 folgte „Fide-

lio“ an der Staatsoper, 2012 „Der Kirschgarten“ am Residenztheater. Der 1963 in Katalonien geborene Regisseur gilt seit Mitte der neunziger Jahre als einer der

wichtigsten Regisseure Spaniens. Er war Direktor des Teatre Romea in Barcelona (1999-2011) und arbeitet inzwischen weltweit, seine Inszenierungen werden u.a. zu den

Festivals von Edinburgh und Salzburg eingeladen. Ursprünglich vor allem Schauspiel-Regisseur, inszeniert Calixto Bieito seit 1996 auch Opern. In beiden Genres ist er

bekannt für drastische und aufsehenerregende Regiekonzepte.


Der Tag des Opritschniks

okt 12

in den kellergewölben des

cuvilliÉs theaters

nach dem Roman von Vladimir Sorokin Regie Kornél Mundruczó Bühne + Kostüme Márton Ágh Ein Imperium der Gewalt im Jahr 2027 – Russland hat sich mittels einer Mauer vom Rest der Welt abgeschottet, der große Gossudar herrscht zarengleich über sein Reich, mit Hilfe seiner Leibgarde und Henker, der Opritschniki. Ein Schlägertrupp, der allmächtig und bestialisch durch Städte zieht, mordet, raubt und vergewaltigt. Kritiker werden aus dem Verkehr gezogen, antinationalistische Einflüsse unterbunden. Aus der Sicht des in die Jahre gekommenen Andrej Komjaga erlebt man in drastisch überzeichneten Szenen einen ihrer Tage, der mit der Hinrichtung eines Oligarchen anfängt und in einer dekadenten Orgie endet. Der in seiner Heimat ebenso umstrittene wie bedeutende Autor Sorokin ist einer der schärfsten Kritiker der gegenwärtigen russischen Elite. In seinen Romanen und Theaterstücken beschreibt er futuristische Welten, die stets als Kommentar auf die Gegenwart zu lesen sind und deren Motive oftmals weit in die Vergangenheit reichen. Sorokins archaisierende Zukunftsvision sorgte bei ihrem Erscheinen 2006 bei Freund und Feind gleichermaßen für Begeisterung. Die „Kritik durch Affirmation“, die diesem halluzinativen Brutalo-Märchen zugrunde liegt, hatte eine beunruhigend zweischneidige Wirkung. Regisseur Kornél Mundruczó übertrug bereits einmal einen Roman Sorokins aufs Theater: Mit seiner beklemmenden Inszenierung von „LJOD. Das Eis“ gelang ihm bei den Wiener Festwochen sein internationaler Durchbruch. In „Der Tag des Opritschniks“ wird das Publikum in die „Neuveste“ geführt, ein verzweigtes Kellerlabyrinth unter dem Cuvilliéstheater. Die teils mittelalterlichen Gänge, Räume und Gemäuer werden nur selten öffentlich zugänglich gemacht.

„Ich inszeniere lieber Prosa als Theaterstücke, denn mich interessieren mehr die Themen als die fertigen dramaturgischen Angebote. Bei Sorokin finde ich starke Themen und Motive. Das ist mir wichtig, denn Theater soll berühren. Ich ziele nicht auf das Gehirn, sondern auf das Herz.“ Kornél Mundruczó

KornÉl Mundruczó Kornél Mundruczó, geboren 1975 in Budapest, gehört zu den neuen, polarisierenden

Stimmen Ungarns. Er ist Schauspieler, Film- und Theaterregisseur. Bei den Filmfestspielen von Cannes wurden „Johanna“, „Delta“ und zuletzt

„A Frankenstein-terv” im offiziellen Wettbewerbsprogramm sowie in der Reihe „Un Certain Regard“ gezeigt. Als Theaterregisseur arbei-

tete er am Thalia Theater Hamburg, Schauspiel Hannover, Theater Oberhausen und präsentiert die mit seiner ungarischen Company Proton

Cinema erarbeiteten Produktionen bei den großen internationalen Theaterfestivals.

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schumacher

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Die Verwandlung

6 dez 12

cuvilliÉs theater

von Franz Kafka in einer Fassung von Gísli Örn Garðarsson + David Farr Regie Gísli Örn Garðarsson Bühne BÖRKUR JÒNSSON Musik Nick Cave + Warren Ellis

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ Vor genau hundert Jahren leitete Franz Kafka mit diesem berühmten ersten Satz eine Erzählung ein, die seither selbst zu den unruhigen Träumen der Weltliteratur zählt. Die Familie Samsa hat sich verschuldet, ihre bürgerliche Existenz ist gefährdet. Ohne die Arbeit des Sohnes als Handelsreisender wäre die Stellung nicht zu halten. Gregor hat sich im Kampf gegen den sozialen Abstieg und um die persönliche Anerkennung durch seinen Vater vorgenommen, die Schuld der Familie abzutragen. Doch durch die völlig unvorhergesehene Verwandlung in ein Insekt wird aus der Stütze des Hauses ein Wesen von monströser Nutzlosigkeit. Alle Eigenschaften, die ihn bisher auszeichneten, Mobilität, Anpassung und Arbeitseifer, sind in einem einzigen Augenblick verloren gegangen. Aus der „Kreatur des Chefs, ohne Verstand und Rückgrat“, die der Angestellte war, wird etwas Kreatürliches, ein Wesen ohne vernehmbare Sprache, ohne Verantwortung. Die Verwandlung ist somit auch eine Rückverwandlung in den Tod, erst den sozialen, schließlich auch den physischen. Sie hat aber gleichzeitig, so plötzlich und unerwartet sie den Protagonisten überfällt, etwas von einer Verweigerung: „Ich habe ja Appetit, aber nicht auf diese Dinge.“ Der isländische Regisseur Gísli Örn Garðarsson hat vor einigen Jahren am Lyric Hammersmith in London eine sehr artistische, kluge, Kafkas Geschichte getreu folgende Inszenierung mit eigens dafür von Nick Cave und Warren Ellis komponierter Musik geschaffen, die mittlerweile mit großem Erfolg von Reykjavik bis New York und von Seoul bis Bogotá gezeigt wurde. Mit dem Ensemble des Residenztheaters erarbeitet er nun eine deutsche Version.

„Alle Familien haben ein Geheimnis, etwas Unschönes, Unangenehmes, das sie versuchen wegzudrängen. Seien es Krankheiten, Alkohol oder Untreue. Kafkas ‚Verwandlung‘ handelt davon, wie schnell wir Abstand nehmen und auf Distanz gehen zu Dingen und Menschen, die uns eigentlich nahestehen, sobald sie unbequem und unbehaglich werden.“ Gísli Örn Garðarsson

Gísli Örn Garðarsson

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Der isländische Regisseur Gísli Örn Garðarsson (*1973) war 15 Jahre

Leistungsturner in der isländischen Nationalmannschaft. Dann entschied er sich für eine Schauspielausbildung und gründete 2001 mit

Kommilitonen in einer heruntergekommenen Fabrikhalle die Gruppe Vesturport. Der Durchbruch kam 2002 mit deren Inszenierung von

„Romeo und Julia“, in der ein Trampolin Julias Schlafzimmer darstellte und Garðarsson als Romeo die Bühne an einem Bungee-Seil schwingend

betrat. Seither sind Vesturport-Produktionen (u.a. „Faust“ und „Woyzeck“) überall auf der Welt zu sehen.


Lola Montez Regie TOM KÜHNEL + JÜRGEN KUTTNER Bühne JO SCHRAMM

25 jan 13

cuvilliÉs theater

Eine musikalische annäherung

Dass mächtige Männer gern über ihr Herz respektive ihre Triebe stolpern, ist ein altes Lied. Das stets aufs Neue begierig gesungen wird, denn in jenen Momenten, da sich unsere Präsidenten, Könige und Manager in ihren manchmal schmutzigen und profanen, stets jedoch irdischen Geheimnissen und Verfehlungen entlarven, werden sie von uns geliebt, ausgelacht, verachtet und bestraft – weil sie Menschen sind wie wir. Als solch ein Mensch wie wir, mehr (schlechter) Poet als Politiker, geradezu exhibitionistisch in seiner Entäußerung privater Gefühle und Geheimnisse, ohne Rücksicht auf Staatsraison und Öffentlichkeit, ist ein bayerischer König in die Geschichte eingegangen. Kaum eine verirrte Leidenschaft hat in ihrer Mischung aus Poesie und Banalität, aus großer Politik und Lokalposse, aus Männlichkeitspose und weiblicher Emanzipation solch eine Dimension erreicht wie die Affäre zwischen Ludwig I. und Lola Montez. Eine irische Hochstaplerin gibt sich als spanische Tänzerin aus, verführt mit Oberweite und Oberstübchen den 60-jährigen König, der kurz darauf schreibt: „Ich kann mich dem Vesuv vergleichen, der für erloschen galt, bis er plötzlich wieder ausbrach“. Er verhilft ihr zu Auftritten am Hof- und Nationaltheater, zahlt ihr Gehälter, die seine Minister erblassen lassen, schenkt ihr ein Palais, verleiht ihr die bayerische Staatsbürgerschaft und ein Adelsprädikat. Inmitten der europaweiten revolutionären Umgestaltungen Mitte des 19. Jahrhunderts treten wegen der ehrgeizigen Killermuse in Bayern drei Regierungen zurück, bis sich dem liebeskranken König sämtliche politische Lager entgegenstellen und er am 20. März 1848 endlich abdankt. Die Zugereisten Kühnel und Kuttner überprüfen unbefangnen Blicks den Mythos mit Musik, die Geschichte mit Gedichten, München, die Revolution und den Sex auch.

„Wer immer hofft, stirbt singend. Das einzig relevante Genre unserer Zeit ist die Operette. Darum: LOLA MONTEZ!“ Jürgen Kut tner

Tom kühnel Der Regisseur Tom Kühnel (*1971) arbeitet gern symbiotisch: Lange Zeit hat er mit Robert Schuster die Theaterszene aufgemischt, einen Preis nach dem andren abge-

räumt und drei Jahre das Frankfurter TAT geleitet; immer wieder war und ist die Puppenbauerin und -spielerin Suse Wächter dabei – und in den letzten Jahren auffällig oft auch Jürgen Kuttner.

Jürgen Kut tner Jürgen Kuttner (*1958) ist ein Berliner Kulturwissenschaftler, Elchexperte, Wegbereiter moderner Tonkultur, Videoschnipselhermeneutiker und mehr, der

mittlerweile nahezu weltweit für seine unfassbare Eloquenz, Belesenheit, Weltgewandtheit und Liebe zum Detail bekannt ist. Mit der Marstall-Produktion „Der Geldkomplex“ hat sich Kuttner bereits in

der letzten Spielzeit in die Herzen des Münchner Publikums katapultiert.

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elisabeth s c h wa r z

Aurel

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Stiller

8 jun 13

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Eine koproduktion mit dem young vic london

von Max Frisch in Zusammenarbeit mit der Handspring Puppet Company Regie Tina Lanik + Merv yn Millar Bühne + Kostüme Stefan Hageneier „Ich bin nicht Stiller!“ Bei der Einreise in die Schweiz wird der amerikanische Staatsbürger James L. White festgenommen. Man hält ihn für den Bildhauer Anatol Ludwig Stiller, einen Mann mit dunkler Vergangenheit, der seit Jahren als verschollen gilt. Stillers Frau Julika reist an, die in White ebenso ihren Gatten erkennen will wie dessen Freunde und Familie. Doch der Gefangene weigert sich, den Verdacht zu bestätigen. Einzig der Wärter Knobel glaubt ihm und hört sich seine absonderlichen Geschichten aus Amerika an. Derweil verliebt sich der Mann mit umstrittener Identität in Julika und beginnt mit Aufzeichnungen aus seinem Leben. Fakten und Behauptungen ergeben ein Geflecht an möglichen Leben und markieren die Flucht vor dem Monument seiner selbst. Max Frischs Romanerstling aus dem Jahr 1954 setzte der Krise des Individuums im 20. Jahrhundert ein grandioses Denkmal. Die Handspring Puppet Company forscht seit Jahrzehnten nach unerschlossenen Gebieten für das Puppenspiel. So untersucht die Truppe Grenzgänge zum Schauspiel und nimmt sich für ihre Projekte ungewohnte Stoffe vor. Gemeinsam mit dem Ensemble des Residenztheaters und der Regisseurin Tina Lanik wird ein Abend erarbeitet, in dem die Schauspieler auch als Puppenspieler in Aktion treten.

„Frischs Fragen drehen sich um Identität und zweite Chancen. Selbst wenn der Gefangene früher Stiller gewesen wäre – er ist es heute nicht mehr. Er hat sich neu erfunden und sein Charakter unterscheidet sich von dem des Vermissten. Das Projekt beinhaltet Themen der Identität, der Verantwortlichkeit, des Muts und der Zärtlichkeit. Die Puppen erlauben uns, Stillers Charakter in einem Meer an Möglichkeiten zu erforschen.“

Merv yn Mill ar, Handspring Puppet Company

Handspring Puppet Company Gegründet 1981 in Kapstadt, setzte die Handspring Puppet Company Maßstäbe mit Produktionen, die u. a. in Zusam-

menarbeit mit William Kentridge entstanden sind („Ubu and the Truth Commission“, „Woyzeck on the Highveld“). 2009 kreierte sie für das National Theatre London die Erfolgsproduktion

„War Horse“ – mit einer Puppe als lebensgroßes Pferd. Es folgte das Kammerspiel „Or You Could Kiss Me“, eine Auseinandersetzung mit dem Alter. Aufgrund dieser Arbeiten gründe-

te die Truppe 2011 ihre Niederlassung in London, von der aus europäische Zusammenarbeiten entwickelt werden.

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peilstein

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Robert

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Thomas

gräĂ&#x;le


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19 Okt 12

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von Arthur Schnitzler Regie Patrick Steinwidder Konzept Bühne + Kostüme BOB BAILEY Bühne ANNELIESE NEUDECKER Kostüme LILI WANNER

Die Prostituierte und der Soldat und das Hausmädchen und der junge Herr und die junge Frau und der Ehemann und das süße Mädel und der Dichter und die Schauspielerin und der Graf und wiederum die Prostituierte und … Durch alle gesellschaftlichen Schichten und hierarchischen Positionen und individuellen Verkleidungen hindurch, das zeigt Arthur Schnitzler, findet doch das immer selbe Spiel statt. Ein Tanzschritt aus Reizen und Zurückweichen, Schmeichelei und Fleischeslust, Versprechen und Lüge, Überwältigung und Unterwerfung. Wenn sich jedes Mal aufs Neue Paare begegnen, sind sie längst schon gefangen in einem Sog, der unaufhaltsam die immer selbe Richtung nimmt. Der Sturm aus Leidenschaft wird zum Orkan, dessen Auge stets Gewalt ist. Was Schnitzler im Wien des Fin de siècle ansiedelt, legt die intime Keimzelle einer Gesellschaft offen, die noch immer die unsere ist. Sex wird vorgeführt als gesellschaftliche Institution, die im Akt der körperlichen Verschmelzung die Machtunterschiede hervorkehrt und verstärkt. In Patrick Steinwidders Version sind Mann und Frau zwei Positionen in einem liebestollen Nahkampf, der sich ständig wiederholt. Die Veröffentlichung des Werks 1903 löste breite Empörung aus. Nach der Uraufführung 1920 in Berlin kam es zu Protesten und zum „Reigen-Prozess“; der Wiener Aufführung 1921 folgten Tumulte im Saal, antisemitisch aufgeladene Hetzkampagnen und Prügeleien im Parlament, bis die Vorstellungen nur noch unter Polizeischutz stattfinden konnten. Schnitzler selbst zog schließlich einen Schlussstrich, indem er sein Stück mit einem Aufführungsverbot belegte, das bis zum Jahr 1982 in Kraft blieb. Die Frage bleibt offen, ob sich die gesellschaftliche Abwehr auf die moralische Freizügigkeit oder den sozialen Zündstoff von Schnitzlers Stück bezog.

„Es gibt keinen Sex zwischen Menschen, nur Macht.“ patrick steinwidder

patrick steinwidder

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Patrick Steinwidder, geboren 1978 in Judenburg

(Österreich), studierte Kulturwissenschaft in Klagenfurt und Bologna. Er war Theaterpädagoge

und Dramaturgieassistent am Stadttheater Klagenfurt und zeigte dort auch erste Regie-

arbeiten (u.a. „Die Zofen“ von Jean Genet). Sein Masterstudium in Theaterregie absolvierte

er an der Royal Academy of Dramatic Art in London.


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Treibsand

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Albert Ostermaier, Rafael Spregelburd

Regie Marius von Mayenburg Bühne + Kostüme Nina Wetzel Musik Malte Beckenbach Video Sebastien Dupouey

Im Oktober 2002 erschütterte eine Serie von Morden die USA. Ein Heckenschütze tötete aus einem Auto heraus scheinbar wahllos Passanten. Mindestens zehn Menschen fanden den Tod, ehe der Attentäter gestoppt werden konnte. Die Spekulationen über seine Motive reichten von Ehestreitigkeiten bis hin zu einer Verstrickung in islamistische Terrornetzwerke. Im November 2009 wurde der als „Beltway Sniper“ bekannt gewordene Täter hingerichtet. Vier Dramatiker, der Italiener Gian Maria Cervo, die Deutschen Marius von Mayenburg und Albert Ostermaier und der Argentinier Rafael Spregelburd nehmen diesen Fall zum Anlass für eine Beschäftigung mit der Identitätskrise der westlichen Demokratien. Wie definieren wir uns im Verhältnis zu anderen Kulturen und Religionen, woher kommt der diffuse Selbsthass unserer Gesellschaft, wie lassen sich Medien bei der Stilisierung von Amokläufern zu modernen Helden instrumentalisieren, wie viel Sicherheit brauchen wir, und wie viel Freiheit sind wir bereit, dafür zu opfern? Das gemeinsame Werk der Autoren strebt keinen Ausgleich der verschiedenen Schreibstile an, sondern versucht, aus der Verschiedenartigkeit der Herangehensweise eine Vielfalt an Perspektiven auf das komplexe Thema zu gewinnen.

„Und das Merkwürdige ist, dass es uns nie überrascht. Als wüsste jeder auf Anhieb zehn gute Gründe, warum man uns attackieren sollte. Als gäbe es eine dumpfe Ahnung, dass wir nicht schuldlos sind. Als hätte jeder von uns schon mal dran gedacht, selbst eine Waffe zu nehmen und einfach reinzuballern in die Menschen, die nur so tun, als wär‘n sie ahnungslos. Wir wären überraschter, wenn uns keiner angreift.“ Marius von Mayenburg

marius von mayenburg

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Marius von Mayenburg, geboren 1972 in Mün-

chen, arbeitet als Autor, Regisseur, Übersetzer und Dramaturg an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Zu

seinen Stücken zählen u.a. „Feuergesicht“, „Der Stein“ und „Der Häßliche“. Für Thomas Ostermeier übersetzte er

u.a. „Hamlet“, „Othello“ und „Maß für Maß“. Zuletzt inszenierte er an der Schaubühne die Uraufführungen seiner

Stücke „Perplex“ und „Märtyrer“.

Uraufführung

von Gian Maria Cervo, Marius von Mayenburg,

Eine Koproduktion mit dem Teatro di Roma (Teatro Argentina), Romaeuropa Festival und dem Festival „Quartieri dell’Arte“ in Viterbo

(Arbeitstitel)


Angefragt ist die niederländische Gruppe Hotel Modern, die in „The Great War“ die Grabenschlachten des Ersten Weltkriegs und in „KAMP“ die grausame Vernichtungsmaschinerie Auschwitz nachstellt, als stummen Schmerzensschrei. Die französische Regisseurin und Choreographin Gisèle Vienne zeigt mit „JERK“ ein verstörendes Solo über den Serientäter Dean Corll, der in den 1970ern in den USA mehr als 20 Jungen zu Tode folterte. Und in „Death is certain“ inszeniert Eva Meyer-Keller grausame Folter- und Mordmethoden, die Menschen einander im Laufe der Jahrhunderte angetan haben: Sie erhängt, rädert, vergast und skalpiert – Kirschen. Und sorgt damit für Verfremdung und Mitleid, Lachen und Erschaudern gleichermaßen. Mit chinesischen Handpuppen inszeniert die französische Gruppe L'Ateuchus in „No rose“ einen Showdown zwischen dem Sensenmann und einer rüstigen alten Dame namens Rose, und der Berliner Puppenspieler Lutz Großmann fragt tritratrallala-raffiniert: „Kasper tot – Schluss mit lustig?“. Suse Wächter schließlich, die eine neue Inszenierung im Marstall erarbeiten wird, zeigt ihre Erfolgsproduktion „Helden des 20. Jahrhunderts“ endlich auch in München. Zusammen mit Tom Kühnel, Jürgen Kuttner und Stefan Schwarz hat sie ein musikalisches „Hysterienspiel mit Puppen“ entwickelt, das trashig und aberwitzig das vergangene Jahrhundert Revue passieren und seine Helden nochmal auferstehen und sterben lässt.

„Während der höchst simplen und zugleich absolut komplexen Abläufe der Darstellung sind wir uns zwar bewusst, dass all diese Tode immer definitiv nur in unseren Köpfen stattfinden, neigen aber gleichzeitig dazu, diese Tatsache beständig aus den Augen zu verlieren. Wir sind auf jeder Ebene Mitautoren. Da ist Blut an unseren Händen – oder zumindest in unseren Köpfen.“

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gastspiel-reihe

Tragödien leben nicht selten von Mord, Tod und Leichen. Dabei grenzt die glaubhafte Darstellung des Sterbens und Tötens im Theater eigentlich an ein Wunder, endet doch die Live- und Lügen-Kunst stets im Wiederauferstehen und Sich-Verbeugen noch der grausamst Erdolchten. Die „Undarstellbarkeit des Todes“ bekommt eine neue Dimension, wenn Darsteller mit Puppen, Figuren und Objekten spielen, mit totem Material also, das animiert, beseelt und überhaupt nur in der Phantasie zum Leben erweckt wird. In Kooperation mit dem FigurenTheaterForum am Münchner Stadtmuseum lädt das Residenztheater Produktionen ein, die sich mit dem Töten und Sterben auseinandersetzen, im mal spielerischen, mal grausamen Miteinander von Mensch und Ding, Puppe und Schauspieler.

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in Kooperation mit dem FigurenTheaterForum München

Sterben. Menschen – Puppen – Tod

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Tim Etchells über „Death is certain“

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radisch

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wolffp l o t t e gg

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W ER IR TR S D EF IE EN FE N

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Sitzpläne und Preise Die Spielzeit beginnt am 21. September 2012.

Der Vorverkauf beginnt am 1. September 2012. Generell beginnt der Kartenverkauf für eine Aufführung einen Monat im Voraus. Fällt der Vorverkaufstermin auf einen Sonn- oder Feiertag, beginnt der Verkauf bereits am Werktag davor. Karten sind an den Tageskassen, am Telefon oder online erhältlich unter www.residenztheater.de

RESIDENZ THEATER


Kartenbestellung und Auskunft telefonisch Tel 089 2185 1940 Fax 089 2185 2185 Tel 089 2185 2028 KARTENSTANDANSAGE Kartenbestellung online www.residenztheater.de tickets@residenztheater.de Öffnungszeiten der Vorverkaufsstellen Residenztheater Max-Joseph-Platz 1 MO BIS SA 10.00 – 19.00 Uhr Zentraler Kundenschalter Marstallplatz 5 MO BIS SA 10.00 – 19.00 Uhr Prinzregententheater Prinzregentenplatz 12 MO BIS FR 10.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr SA 10.00 – 13.00 Uhr Weitere Vorverkaufsstellen Zentraler Vorverkauf Marienplatz UG und Stachus, 2. UG MO BIS FR 9.00 – 20.00 Uhr SA 9.00 – 18.00 Uhr Süddeutsche Zeitung Tickets Ticketboxen: Ludwig Beck und Servicezentrum in der Fürstenfelder Str. 7 BEI DEN PRIVATEN VORVERKAUFSSTELLEN KÖNNEN KEINE ERMÄSSIGTEN TICKETS ERWORBEN WERDEN UND ES FÄLLT EINE VORVERKAUFSGEBÜHR AN.


Abendkassen Diese öffnen eine Stunde vor Beginn einer Vorstellung an der jeweiligen Spielstätte. Sammelbestellungen für Schüler schulbestellung@residenztheater.de Tel 089 2185 2116 Fax 089 2185 2105 Schüler- und Studentenermäßigung Schüler und Studenten erhalten ermäßigte Karten für 8,– Euro im Rahmen eines Kontingents im Vorverkauf und an der Abendkasse. BITTE BEACHTEN SIE: IM ONLINE-VORVERKAUF GIBT ES KEINE ERMÄSSIGUNGEN FÜR SCHÜLER UND STUDENTEN.

Besucher mit Handicap Personen mit Handicap sowie ihre Begleitpersonen erhalten im Residenztheater unter bestimmten Voraussetzungen ermäßigte Karten; außerdem bieten wir entsprechende Plätze (s. Saalplan) und Vorrichtungen wie beispielsweise Hörhilfen an. WEITERE INFORMATIONEN FINDEN SIE UNTER WWW.RESIDENZTHEATER.DE

Geschenk-Gutscheine Gutscheine zu einem beliebigen Betrag sind an der Kasse erhältlich oder können schriftlich oder telefonisch bestellt werden.


Kreditkarten und Kartenabholung Es werden die gängigen Kreditkarten akzeptiert, ec-Karten nur am Schalter. Bei der Abholung von Theaterkarten, die mit Kreditkarte bereits bezahlt wurden, bitten wir um Vorlage der Kreditkarte und eines Ausweises. Das Abonnement in der Spielzeit 2012/2013 Das Residenztheater bietet drei verschiedene Abonnements an: Spielzeit-Abonnement Schüler-/Studenten-Abonnement Nachmittags-Abonnement Abonnement – Service Detaillierte Informationen sowie die vollständigen Abonnement-Bedingungen finden Sie auf www.residenztheater.de. Abonnement-Beratung und Verkauf am zentralen Kundenschalter und über das Abonnementbüro. Abonnementbüro Postfach 101404, 80088 München MO BIS FR 10.00 – 18.00 Uhr Tel 089 2185 1930 Fax 089 2110 4830 FREIMELDUNGEN 089 2185 1940 abonnement@residenztheater.de


Zentraler Kundenschalter Marstallplatz 5 MO BIS SA 10.00 – 19.00 Uhr AGB Die ausführlichen Geschäftsbedingungen sind an der Tageskasse im Residenztheater einsehbar sowie im Internet unter www.residenztheater.de Theater braucht Freunde Verein der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels e.V. Postfach 100155, 80075 München Tel 089 2185 2123, Fax 089 2185 2105 geschaeftsstelle@ freunde-des-residenztheaters.de www.freunde-des-residenztheaters.de Junges Resi Tel 089 2185 2038 jungesresi@residenztheater.de Informationen zum Programm unter www.residenztheater.de/junges_resi Kartenbestellungen für Schülergruppen Tel 089 2185 2116, Fax 089 2185 2105 schulbestellung@residenztheater.de


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Impressum Herausgeber RESIDENZTHEATER Staatsintendant Martin Kušej Max-Joseph-Platz 1 80539 München www.residenztheater.de Redaktion Dramaturgie & Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung Herburg Weiland, München Druck Weber Offset, München Fotos Das weite Land, Erpressung, Die bitteren Tränen der Petra von Kant: Hans Jörg Michel Kasimir & Karoline, Der Kirschgarten: Matthias Horn Kinderkriegen. Ein Musikstück: Thomas Dashuber Der Weibsteufel: Georg Soulek/ Burgtheater Fotos Ensemble Julian Baumann Künstlerbeitrag Daniel Richter

DAS SPIELZEITHEFT SPIEGELT DEN STAND VOM 24.05.2012 WIDER, ÄNDERUNGEN BLEIBEN VORBEHALTEN. AKTUELLE INFORMATIONEN FINDEN SIE JEDERZEIT UNTER WWW.RESIDENZTHEATER.DE


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286 284 282 280 278 276 274 272 270 268 266 264 262 260 258 256

379 381 383 385 387 389 391 393 395 397 399 401 403 405 407

15

14 38

6 28

224 222 220 218 216 214 212 210 208 206 204 202 200 198 196

319 321 323 325 327 329 331 333 335 337 339 341 343 345 347

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7

70

16 40

8 30

162 160 158 156 154 152 150 148 146 144 142 140 138 136 134 132

289 291 293 295 297 299 301 303 305 307 309 311 313 315 317

5

18 42

10 32

194 192 190 188 186 184 182 180 178 176 174 172 170 168 166 164

225 227 229 231 233 235 237 239 241 243 245 247 249 251 253 255

11

12 34

102 100 98

257 259 261 263 265 267 269 271 273 275 277 279 281 283 285 287

3

14 36

20

45

195 197 199 201 203 205 207 209 211 213 215 217 219 221 223

1

16 38

24

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48

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40

112 110 108 106 104 102 100

38 98

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26

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2

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28 30

152 150 148 146 144 142 140 138 136 134 132 130 128 126 124 184 182 180 178 176 174 172 170 168 166 164 162 160 158 156 154

185 187 189 191 193 195 197 199 201 203 205 207 209 211 213 215

216 214 212 210 208 206 204 202 200 198 196 194 192 190 188 186

4

32

1

RANG 1

1

3 31

3

5 33

61 89

7 35

63 91

9 37

65 93

11 39

67 95

13 41

69 97

43 71

99

15

17 45

73

47 75

101 103

PREIS- PREISGRUPPEN KATEGORIEN

19

21 49

23 51

25 53

27 55

29 57

30 59

28 58

26 56

24 54

22 52

20 50

18 48

16 46

14 44

74

12 42

72

10 40

70

104 102 100 98

8 38

68

6 36

66 96

4 34

64 94

2

2

32 62

92

60 90

4

T LE HE K A BZ A R T E R W TE TA .1 N G 5 ZU € 10

63

79

5 29

9 27

AL

61

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51

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7 25

165 167 169 171 173 175 177 179 181 183 185 187 189 191 193

9

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3

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5 23

133 135 137 139 141 143 145 147 149 151 153 155 157 159 161 163

BALKON LINKS 57

47

21

RECHTS

D E F G M 1 36,- 40,- 44,- 48,- — 2 32,- 36,- 40,- 44,- 44,3 28,- 30,- 34,- 38,- 36,4 24,- 26,- 28,- 32,- 30,5 18,- 20,- 24,- 26,- 24,6 14,- 16,- 18,- 20,- 18,7 10,- 12,- 14,- 16,- 14,-

58 60 62 64 66 68 70 72 74 76 78 80 82 84 86 88

2

116 118 120 122

3


CUVILLIÉS THEATER

3

5 4 2 1

5 4 3 2 1

7

3. RANG

3

6

5 4 2 1

5 4 5 4 3 2 5 4 1 3 2 5 4 1 3 2 1 3 2 1

5

4

6

7

2. RANG

3

4 3 5 1 2

3

1

3 5 1 2

4 3 5 1 2 4 3

4 3 5 1

8 7

2

6

4 3

5 4

1

2

3 2

7

3

PARTERRE LOGEN

1

D

46

C B A

2

RECHTS

64

4

48

32

36

20

54

12

4 1 5 2

3

11 10

8 7

39

9

57

29

55 41

27 13

11

9

7

3

D

45

C B

17 3

5 2

PARTERRE LOGEN

1 31

19 5

7

47 33

21

4

3

1

1

49 35

23

25

3

1. RANG

3 2

3

51 37

6

17

5

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2

5

1

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19

7

5

1

3 4

5 4

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4

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2

45

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3 4 5 1 2

7

5 59

47

37

25 11

43

49

2. RANG

6

61

3

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1 5 2

75

63

1 2

6

3 4

9

89

4 5 3

6

4

77

65 51

41

13

91 79

67

27

59

15

93 81

53

43

44 28

14

69

29

60

95 83

55

15

42 26

71

44

14

97 85

57

28

58

24

73

42

40

87

58

26

56

10

56

12

38

86

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40 24

10 54

98 100 99 84

70

38

22 8

68

142

36

96

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52

8

53

94

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66

20

34

6

92

4 3 5 1 2

5

3

130 132 134 136 138 140 141 139 137 135 133 131 129

50

6

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1

1

R2 156 158 160 162 161 159 157 155 R1 12 142 144 146 148 150 152 154 153 151 149 147 145 143

78

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18

18

5

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4 5 4 1 2 5 3 1 2 2

12

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32 16

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4 5 1 2 3

102 104 106 108 110 112 114 113 111 109 107 105 103 101

76

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116 118 120 122 124 126 127 125 123 121 119 117 115

74

16

30

11

6

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2

3

9

5

5 4 3 2 1

4 5 4 1 5 3 2 1 2 2

4 10 128

5 1 2

1. RANG

3

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7

1

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4 5 5 4 5 6 7 5 4 4 5 4 5 1 2 3 4 1 2 3 1 2 3 1 2 3 1 2 3 1 2 2 1

3. RANG

7

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4

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2

1

9 10 11 7 6 5 5 6 7 8 5 6 7 4 5 5 4 5 4 1 4 3 2 1 1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4 5 2 3 4 4 1 2 2 1 MITTEL 1 3 1 5 5 1 3 1 2 2 LOGE 2 2 3

4

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1

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3

4

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4 5 2 3 4 5 3 1 4 5 4 5 3 1 2 2 1 6 1 2 3 1 2 3

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5 4 7 6 5 5 4 5 4 5 4 1 4 3 2 1 5 4 1 3 2 1 3 2 2 1 3 2 2 1 3

3

4

3

4 5 3 1 2

4 5

1

A

PARKETT

LINKS

MAR STALL

PREIS- KATEGORIEN

P R S T U V 9,- 15,- 18,- 21,- 24,30,ALLE EINTRITTSPREISE GELTEN FÜR DEN FREIEN VERKAUF


Mitarbeiter THEATERLEITUNG Martin Kušej STAATSINTENDANT Holger von Berg GESCHÄFTSFÜHRENDER DIREKTOR ENSEMBLE Miguel Abrantes Ostrowski, Götz Argus, Jens Atzorn, Bibiana Beglau, Sebastian Blomberg, Guntram Brattia, Sibylle Canonica, Michele Cuciuffo, René Dumont, Gunther Eckes, Cornelia Froboess, Thomas Gräßle, Norman Hacker, Britta Hammelstein, Markus Hering, Sophie von Kessel, Alfred Kleinheinz, Arthur Klemt, Juliane Köhler, Stefan Konarske, Shenja Lacher, Jörg Lichtenstein, Aurel Manthei, Eva Mattes, Barbara Melzl, Birgit Minichmayr, Tobias Moretti, Oliver Nägele, Robert Niemann, Friederike Ott, Franz Pätzold, Gerhard Peilstein, Katharina Pichler, Tom Radisch, Sierk Radzei, Katrin Röver, Wolfram Rupperti, Genija Rykova, Hanna Scheibe, Katharina Schmidt, Götz Schulte, Arnulf Schumacher, Elisabeth Schwarz, Marie Seiser, Michaela Steiger, Jürgen Stössinger, Lukas Turtur, Andrea Wenzl, Ulrike Willenbacher, Werner Wölbern, Paul Wolff-Plottegg, Manfred Zapatka, August Zirner, Johannes Zirner GÄSTE Ulrike Arnold, Thelma Buabeng, Carolin Conrad, Evgenia Dodina, Maren Eggert, Maì-Thy Hoang, Jürgen Kuttner, Tatjana Lindl, Peter Lutz, Ulrich Matthes, Elisa Plüss, Dascha Poisel, Jörg Ratjen, Leopold von Verschuer, Suse Wächter INTENDANZ Martin Kušej STAATSINTENDANT Christiane Klose PERSÖNLICHE REFERENTIN DES INTENDANTEN

DRAMATURGIE UND JUNGES RESI Sebastian Huber CHEFDRAMATURG UND STELLVERTRETENDER INTENDANT

Andreas Karlaganis, Angela Obst, Laura Olivi DRAMATURGEN Stefan Bläske, Veronika Maurer DRAMATURGIEASSISTENTEN

Anja Sczilinski THEATERPÄDAGOGIN Rebecca Molinari ASSISTENTIN THEATERPÄDAGOGIK KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO Andrea Hauer KÜNSTLERISCHE BETRIEBSDIREKTORIN Elisabeth Schwagerle DISPONENTIN UND MITARBEITERIN KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO

REGIE Radu Afrim, Calixto Bieito, Thomas Birkmeir, Frank Castorf, Pippo Delbono, Herbert Fritsch, Gísli Örn Garðarsson, Dimiter Gotscheff, Friederike Heller, Tom Kühnel, Martin Kušej, Jürgen Kuttner, Tina Lanik, Anne Lenk, Daniela Löffner, Marius von Mayenburg, Walter Meierjohann, Mervyn Millar, Wilfried Minks, Kornél Mundruczó, Amélie Niermeyer, Alexander Riemenschneider, Nora Schlocker, Anja Sczilinski, Patrick Steinwidder, Michael Thalheimer, Suse Wächter, Barbara Weber BÜHNE UND KOSTÜME Márton Ágh, Olaf Altmann, Janina Audick, Bob Bailey, Victoria Behr, Tabea Braun, Kirsten Dephoff, Andreas Donhauser, Jana Findeklee, Herbert Fritsch, Werner Fritz, Nina Gundlach, Heidi Hackl, Stefan Hageneier, Stefan Heyne, Börkur Jònsson, Claudia Kalinski, Heide Kastler, Irmgard Kersting, Sabine Kohlstedt, Ingo Krügler, Silja Landsberg, Renate Martin, Hartmut Meyer, Wilfried Minks, Annette Murschetz, Anneliese Neudecker, Judith Oswald, Rebecca Ringst, Jessica Rockstroh, Caroline Rössle-Harper, Jo Schramm, Christoph Schubiger, Peter N. Schultze, Kati Seibert, Rimma Starodubzeva, Helmut Stürmer, Joki Tewes, Sabine Thoss, Lili Wanner, Nina Wetzel, Martin Zehetgruber LICHT Felix Dreyer, Uwe Grünewald, Gerrit Jurda, Tobias Löffler, Markus Schadel, Wolfgang Schünemann VIDEO Sebastien Dupouey, Meike Ebert, Philipp Haupt MUSIK Rudolf Gregor Knabl LEITER DER BÜHNENMUSIK Alexander Balanescu, Arvild Baud, Malte Beckenbach, Cornelius Borgolte, Nick Cave, Warren Ellis, Rainer Jörissen, Daniel Murena, Helmut Neugebauer, Pollyester, Peter Thiessen, Sebastian Vogel, Bert Wrede KOMPONISTEN ASSISTENZ REGIE Robert Gerloff, Martina Gredler, Christoph Hetzenecker, Katrin Plötner

Regina Maier, Heike Müller MITARBEITERINNEN Andreas Sattler MITARBEITER KÜNSTLERISCHES

ASSISTENZ BÜHNE Anneliese Neudecker LEITENDE

BETRIEBSBÜRO UND LEITER STATISTERIE

BÜHNENBILDASSISTENTIN

KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO

PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Ingo Sawilla

Bärbel Kober, Maximilian Lindner, Katja Rotrekl BÜHNENBILDASSISTENTEN


INSPIZIENZ Susanne K. Backes, Emilia Holzer, Ronda Schmal, Johanna Scriba, Wolfgang Strauß SOUFFLAGE Anna Dormbach, Anka Ehrlich, Thomas Rathmann, Simone Rehberg

Markus Schadel MEISTER FÜR VERANSTALTUNGSTECHNIK

Florian Burkart, Dominik Fischer, Jakob Heise, Kilian Kleinehellefort, Andreas Pietzsch, Florian Reim, Sebastian Stiewe VERANSTALTUNGSTECHNIKER BELEUCHTUNG UND VIDEO Tobias Löffler LEITER DES

TECHNISCHE DIREKTION Thomas Bautenbacher TECHNISCHER DIREKTOR Klaus Hammer TECHNISCHER

BELEUCHTUNGSWESENS UND LICHTGESTALTER

LEITER RESIDENZTHEATER

Martin Feichtner BELEUCHTUNGSINSPEKTOR Uwe Grünewald, Fabian Meenen, Monika Pangerl BELEUCHTUNGSMEISTER Meike Ebert, Stefan Muhle, Susanne Wiedner VIDEOTECHNIK Georgij Belaga, Johannes Frank, Oliver Gnaiger, Thomas Keller, Zvonimir Petrovic STELLWERK Alexander Bauer, Goran Budimir, Justinian Deichl, Michael Frieböse, Thomas Friedl, Susanne Koch, Thomas Kungl, Johann Leitl, Christian Lohr, Pero Matic, Josef Weinert BELEUCHTER

Natascha Nouak TECHNISCHE LEITERIN CUVILLIÉSTHEATER

Michael Brousek WERKSTÄTTENLEITUNG Mlosch Ilja LEITENDER KONSTRUKTEUR Wiebke Borges KONSTRUKTION Britta Sperling-Conrad SEKRETARIAT TECHNISCHE DIREKTION

Angelika Schwarz TECHNISCHES BÜRO David Herzog AUSZUBILDENDER FACHKRAFT FÜR VERANSTALTUNGSTECHNIK

BÜHNENBETRIEB RESIDENZTHEATER UND MARSTALL Friedrich Firmbach BÜHNENINSPEKTOR Dieter Schmitz TECHNISCHER INSPEKTOR Guido Ernst, Klaus Kreitmayr, Karl-Heinz Weber, Fred Wulf THEATERMEISTER Claus Baier, Clemens Blanck, Alfons Chmielewski, Robert Fitz, Paul Frammelsberger, Felix Friedrich, Thomas Gasiorek, Michael Glank, Donat Göller, Johann Grzona, Franz-David Hartmann, René Herrmann, Siegfried Hieber, Herbert Huber, Gottfried Kerscher, Franz Kotter, Christian Lang, Tobias Leitenstern, Klaus Lichnofsky, Andreas Lorenz, Andreas Nauerz, Thomas Randlshofer, Johannes Romberger, Andreas Ruhland, Armin Schäl, Marko Schlegelmilch, Andreas Schmid, Franz Six, Josef Stoiber, Josef Suppmair, Peter Thomaß, Christian Wimberger, Rainer Zierer BÜHNENHANDWERKER

Tobias Baur, Frank Faltenbacher, Josef Lamprecht, Elmar Linsenmann, Roland Neubert, Michael Nietsch, Christian Unger, Constantin Weidenbach, Andreas Zimmermann, Galeristen Karl-Heinz Daiberl LEITUNG HYDRAULIK Atun Banovic, Thilo Gronau, Thomas Nimmerfall, Rainer Schmidhofer, Igor Sovic, Georg Sprenger BÜHNENMASCHINISTEN

Harald Pfaehler LEITUNG TRANSPORT Frank Dyrbusch, Peter Fetscher, Bernhard Friesl, Wolfram Heins, Hans-Dieter Kadjurek, Markus Kadjurek, Tuncay Meznar, Felix Ranczuch, Heinz Wenzl TRANSPORT Maria Boffa-Mottola, Adriana Elia, Carmela Elia, Erika Wernthaler BÜHNENREINIGUNG

VERANSTALTUNGSTECHNIK CUVILLIÉSTHEATER Alexander Al Akkam, Ralph Walter,

Gerrit Jurda LICHTGESTALTER UND BELEUCHTUNGSINSPEKTOR

TONTECHNIK Michael Gottfried LEITUNG Nikolaus Knabl, Matthias Reisinger TONMEISTER

Jan Faßbender, Thomas Hüttl, Alexander Zahel TONTECHNIKER REQUISITE UND RÜSTKAMMER Dirk Meisterjahn LEITUNG Heiko Baumgarten STELLV. ABTEILUNGSLEITUNG UND LEITUNG DER REQUISITE DER SPIELSTÄTTE RESIDENZTHEATER

Hans Rittinger DRITTER ANSPRECHPARTNER REQUISITE UND LEITUNG DER REQUISITE DER SPIELSTÄTTEN CUVILLIÉSTHEATER UND MARSTALL

Armin Aumeier, Emmerich Eiler, Barbara Hecht, Peter Jannach, Maximilian Keller, Eberhard Kublik, Frank Kutzora, Gerhard Lange, Jens Mellar, Elisabeth Müller, Bianca Pagano-Fitz, Stefan Reti, Susanne Roidl, Robert Stoiber, Anna Wiesler REQUISITEURE MALSAAL Joachim Paggen LEITUNG Anthony Blades, Wolfgang Dallmann, Heribert Graf, Natalie Schaffler, Petra Schwarzmeier THEATERMALER Reinhard Kauntz FARBENREIBER THEATERPLASTIK Andrei Prundurel, Christina Sommer THEATERPLASTIKER

SCHREINEREI Stefan Baumgartner LEITUNG Markus Arras, Harald Beckenlehner, Josef Gaigl, Hans-Georg Mathis, Jakob Moser, Georg Plank, Robert Popfinger, Alexander Ruml, Ulrich Schlüter-Höß, Stefan Vilgertshofer SCHREINER

Christian Klesz AUSZUBILDENDER


SCHLOSSEREI Ferdinand Kout LEITUNG Josef Fried, Michael Frost, Andreas Herrmann, Jonathan Pfeiffer, Konrad Sanktjohanser SCHLOSSER

Nicole Purcell, Leonhard Putzgruber, Kathrin Zoege von Manteuffel

TAPEZIERWERKSTÄTTE UND DEKORATIONSNÄHEREI Peter Sowada LEITUNG Andrea Holzbauer, Patricia Lustnauer, Jonas Mellar, Martin Meyer RAUMAUSSTATTER

INSPEKTOR UND BETRIEBSINGENIEUR

KOSTÜMDIREKTION Elisabeth Rauner KOSTÜMDIREKTORIN Enke Burghardt ASSISTENTIN DER

MASKENBILDNER

GEBÄUDE- UND ANLAGENTECHNIK Harald Stubenrauch TECHNISCHER Harald Froschmaier, Michael Kalabus, Olaf Lira, Stefan Wenzel HAUSTECHNIKER HAUSVERWALTUNG Christian Erthel LEITUNG Gerhard Bortlik, Uwe Glaß, Franz Hartmann, Fritz Huber, Thomas Magerl HAUSMEISTER

KOSTÜMDIREKTORIN

Johanna Hlawica, Nina Hofmann, Katja Kirn, Lili Wanner KOSTÜMASSISTENTINNEN

Renate Fichtner, Ursula Schwandt HERRENFUNDUS

Irene Metz DAMENFUNDUS Helene Filous, Iris Günther KOSTÜMBÜRO UND STOFFLAGER

HERRENSCHNEIDEREI Carsten Zeitler ERSTER GEWANDMEISTER Aaron Schilling, Lisa Lemme ZWEITE GEWANDMEISTER

Ute Funk, Pano Gounaris, Jerzy Gyba, Johann Hölzl, Philip Hoermann von und zu Guttenberg, Ingrid Katterloher, Michael Scholz HERRENKOSTÜMSCHNEIDER

Frederik Britzlmair, Alice Dobersalske, Natalie Kürschner, Maria Mayer AUSZUBILDENDE

DAMENSCHNEIDEREI Gabriele Behne ERSTE GEWANDMEISTERIN Petra Noack ZWEITE GEWANDMEISTERIN Karolin Ernst, Helena Haas, Olga Halaburda, Valentyna Hilz, Anna Geisenhof DAMENKOSTÜMSCHNEIDERINNEN Anna-Maria Lösel, Almut Schilling, Laura Zeh AUSZUBILDENDE WÄSCHEREI Theresia Hüttinger LEITUNG WÄSCHEREI Bianca Stöckl WÄSCHERIN ANKLEIDEDIENST Cornelia Faltenbacher LEITUNG DAMENUND HERRENGARDEROBE

Sabine Berger, Cornelia Eisgruber, Michaela Fritz, Marina Getmann, Ursula Graichen, Dieter Jung, Jana Ponyova, Johannes Schrödl, Franz Schuller, Ute Stritzel, Ngozi Unamba-Oparah, Jörg Upmann, Rita Werdich ANKLEIDER

GESCHÄFTSFÜHRENDE DIREKTION Holger von Berg GESCHÄFTSFÜHRENDER DIREKTOR Pauline Malec ASSISTENTIN Sandra Wolf VERTRAGSMANAGEMENT Annette Biedermann STELLVERTRETUNG DES GESCHÄFTSFÜHRENDEN DIREKTORS

Rebecca Rieger CONTROLLING Andreas Köhler HAUSHALTSREFERENT Markus Keller TECHNISCHER EINKAUF Barbara Gabriel, Carmen Neumann, Christian Stummer HAUSHALTSSACHBEARBEITER Laurie von Stein PERSONALREFERENTIN Robert Oertel, Anja Soll, Isolde Steiner-Scaramuzza, Karin Thomaß PERSONALSACHBEARBEITER

Thomas Gätjens EDV-SYSTEMADMINISTRATION Martin Böck, Marco Daschner EDV Dorothée Streubel KARTENVERTRIEB UND SCHULBESTELLUNGEN

Gabriele Niedermaier REGISTRATUR Gabriele Kleinke BOTIN Nina Marie Hansen, Natalie Kus AUSZUBILDENDE PERSONALRAT Roland Bauer VORSITZENDER Helene Filous 1. STELLV. VORSITZENDE Roland Neubert 2. STELLV. VORSITZENDER Elmar Linsenmann, Jens Mellar, Monika Pangerl, Susanne Roidl, Ulrich Schlüter-Höß, Isolde Steiner-Scaramuzza JUGEND- UND AUSZUBILDENDENVERTRETUNG N.N. SCHWERBEHINDERTENVERTUNG Christian Unger Guido Ernst STELLVERTRETER GLEICHSTELLUNGSBEAUFTRAGTER Heiko Baumgarten

MASKE Andreas Mouth CHEFMASKENBILDNER Verena Münzer STELLVERTRETENDE

ZENTRALER DIENST Anette Haller, Zenon Palka, Dominik de Stefano EDV Katrin Lausberg LEITUNG KARTENVERTRIEB Martina Hasch LEITUNG ABONNEMENT Anna Fuchs, Roswitha Rösch

CHEFMASKENBILDNERIN

ABONNEMENTBÜRO

Christian Augustin, Gisela Dlugos, Inga Faßbender, Anna Katharina Kerth, Christiane Kochendörfer, Babett Wagner,

Margarete Magg, Fatima Skakri, Sieglinde Zahn TAGESKASSE STAND 7. MAI 2012 FÜR DIE SPIELZEIT 2012/2013


zirne r

johannes


n채gele

oliver

wolfram rupperti


Der Untergang des Hauses Usher feb 13

mar stall

Ein EDGAR-ALLAN-POE -Projekt von und mit SUSE WÄCHTER

Ein kaum merklicher Riss durchzieht die Fassade des Hauses von Roderick Usher. Aus dem nahe gelegenen Weiher steigen seltsame Dunstschleier auf, die nach Verwesung schmecken. Ushers geliebte Schwester scheint ernsthaft krank. Der Hausherr selbst zeigt psychische Symptome, die auf eine ernsthafte Depression mit psychotischen Schüben schließen lassen. Zwischen furchterregenden Malereien, düsteren poetischen Versuchen und improvisierten Grabgesängen des nervlich völlig zerrütteten Usher steht der herbeigerufene Freund und ahnt: Hier wird es Tote geben. Schon stirbt die Schwester. Und damit geht das Grauen erst los. Poes berühmte Erzählung vereint literarische Motive, die das gesamte Werk des Autors durchziehen: Tod und Scheintod. Das Lebendigbegrabenwerden. Die schöne Leiche einer Frau. Geschwisterliebe, die am Inzest vorbeischrammt. Wahnsinn in allen denkbaren Facetten. Das unausweichliche dunkle Schicksal, dessen Kainsmal längst auf der Stirn des zum Tode Geweihten brennt – so schmerzhaft, dass das furchtsam Erwartete schließlich, wenn es geschieht, fast dankbar angenommen wird. Und immer wieder – die Angst. Edgar Allan Poe hat uns in all seinen Gedichten und Geschichten mit unfassbar brillanter Dramaturgie, Effektsicherheit und Unerschrockenheit in die verwinkelten Abgründe unserer Seele geführt, er hat all unsre Albträume notiert, gewissenhaft alle Ängste gesammelt und eine Landkarte des grundlos Bösen gezeichnet, der wir bis in alle Ewigkeit halb schaudernd, halb lustvoll folgen und keinen Ausweg suchen. Kein Wunder, dass die Puppenspielerin Suse Wächter sich für Poe, den „Kirchenvater der modernen Literatur“ (Arno Schmidt), interessiert. In ihren Arbeiten sucht sie immer wieder nach der Mechanik der Körper und der Anatomie der Seelen, hebt spielerisch die Unterschiede zwischen Mensch und Puppe auf, belebt Stofflichkeit, zelebriert Zauber, Wahn und Traum. Das Unfassbare, Unheimliche, Visionierte bannt sie in Bilder, ohne den Rest an Unerklärbarkeit zu verschweigen. Sie heilt unsere Leiden nicht, aber sie lindert den Schmerz.

„Der Tod einer schönen Frau ist ohne Zweifel das poetischste Thema der Welt.“ Edgar All an Poe

Suse wächter Suse Wächter (*1969) ist nicht nur eine der besten Puppenspielerinnen und -bauerinnen der Welt,

sondern überhaupt mit allen Wassern gewaschen. Sie hat an der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin studiert und arbeitet regelmäßig

mit Tom Kühnel, Jürgen Kuttner und gern auch in Eigenregie. Zwischen größenwahnsinnigen Geschichtsparcours („Helden des 20. Jahr-

hunderts“), antiken Mythen („Agrippina – Kaiserin aus Köln“) und Opernstoffen („Ring der Nibelungen“) vermisst Wächter Seelen und

Körper, Menschen und Puppen, lässt alle aufeinander los und erschafft Abende voller Anarchie, Erkenntnis und immer Magie.

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hammelstein

britta


hering

markus

barbara

melzl


Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei und andere Blumen-, Frucht- und Dornenstücke dargebracht zum 250. Geburtstage von Jean Paul. Ein Festakt Inszenierung von FRIEDERIKE HELLER Veranstaltungsreihe kuratiert von ALBERT OSTERMAIER

„Das Ziel dieser Dichtung ist die Entschuldigung ihrer Kühnheit.“ Und kühn ist es wirklich, was Jean Paul, 1763 in Wunsiedel geboren und 1825 in Bayreuth gestorben, der große bayerische Provinz- und Weltdichter, für die deutsche Literatur, vor allem den Roman geschaffen hat. Von den Klassikern geschmäht und den Romantikern nicht zuzuordnen, verbindet er die helle Vernunft der einen mit dem Blick für das Abgründige, Undurchschaubare, Ausdenfugengeratene der Moderne. So können keine gemessenen Novellen und nacherzählbaren Geschichten mehr entstehen. Jean Pauls Texte sind sprunghaft, überbordend, in ihnen überlagern sich immer mehrere erzählerische Ordnungen, es wimmelt nur so von Anfängen, Einschüben, losen Enden, das Fragment ist sein Prinzip. Er erzählt so wie das Leben, in das wir auch stets Ordnungen hineinimprovisieren, die bald wieder verworfen und durch neue ersetzt werden müssen. Jean Pauls Mittel, um nicht verbinden zu müssen, was sich nicht verbinden lässt, ist in der deutschen Literatur selten, es ist der Humor: „Solchen Lesern, denen dieser Scherz nicht ernsthaft genug ist, will ich irgendwo dartun, dass er es zu sehr ist, und dass nur eine beklommene Brust so lachen, dass nur ein zu fieberhaftes Auge, um welches die Feuerwerke des Lebens wie fliegende Spiel-Funken schweifen, die dem schwarzen Star vorflattern, solche Fieberbilder sehen und zeichnen könne.“ Der 250. Geburtstag dieses großen bayerischen Dichters soll angemessen begangen werden: mit einer literarischen Collage, die der Kühnheit und dem Witz, dem politischen Scharfsinn des „Jubelseniors“ folgt – in einer Inszenierung von Friederike Heller. Sowie mit einer Reihe von Veranstaltungen mit heutigen Literaten, Lesern, Slammern, Musikern, kuratiert von Albert Ostermaier.

Friederike heller

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Friederike Heller (* 1974) widmet sich regelmäßig der Adaption von komplexen Romanstoffen,

etwa Turgenjews „Väter und Söhne“ (Schauspiel Stuttgart), Thomas Manns „Zauberberg“ (Schauspiel Frankfurt), „Doktor Faustus“ (Aka-

demietheater Wien), Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ (Staatsschauspiel Dresden) und zuletzt Voltaires „Candide“ am Residenztheater.

2004 wurde sie für ihre Inszenierung von Peter Handkes „Untertagblues“ am Burgtheater Wien von „Theater heute“ zur Nachwuchsregisseurin

des Jahres gewählt. In den letzten Jahren arbeitet sie als Dramaturgin und Regisseurin für die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin.


mär/apr 13

mar stall

„Jean Paul war immer unser Mann im Mond, ein Monolith, einer, der nach allen Sternen griff und selbst wie ein Stern verglühte. Er ist ein Dichter mit tausend Monden, eine eigene Sprachgalaxie, ein schwarzes Loch. Er war schon immer näher an Kubricks ‚2001. Odyssee im Weltraum’ als an Goethes Klassik.“ albert ostermaier

albert ostermaier Torwart der deutschen Autorennationalmannschaft, Lyriker, Romancier und Theaterautor

sowie künstlerischer Leiter verschiedener Literatur-Festivals – der Münchner Albert Ostermaier (* 1967) ist bewandert, er war Hausautor

am Nationaltheater in Mannheim, am Bayerischen Staatsschauspiel und am Wiener Burgtheater, kuratierte 2000 das Poesiefestival „Lyrik

am Lech“, 2006 bis 2008 das Internationale Brechtfestival in Augsburg „abc*AugsburgBrechtConnected“, und erhielt den Kleist-Preis,

den Bertolt-Brecht-Preis sowie den „Welt“Literaturpreis.

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norman

h acke r

ulrike

wille nbache r


RÄUBER. SCHULDENgenital

mai 13

mar

von EWALD PALMETSHOFER Regie ALEXANDER RIEMENSCHNEIDER Bühne Rimma Starodubzeva

„Gesetzt den Fall, da kämen einer und eine und noch einige andere, die beschlössen, dass ihre Körper nicht länger zerfielen wie die vielen anderen, sondern weiterbestünden und damit bis in alle Ewigkeit. Würde daraus nicht folgen, dass man den Nebenmensch gar nicht brauchte, weil ohne ihn zwar die Zeit ein Ende fände, nicht aber der Körper, weil man aufhörte zu zerfallen, ohne Nebenmensch, weil man ewig lebte, ohne Zeit und ohne den anderen, die anderen, diese Nebenmenschheit. Ganz ohne … Und da würde es nicht stören, wenn dieses OHNE nicht durch einen Zufall beiläufig, unversehens und zur allgemeinen Überraschung passierte, sondern vielmehr mit einer Absicht und Planung und zielgerichteten Durchführung verbunden wäre. Man müsse einfach diese anderen mit ihren penetranten Totenglocken zum Schweigen bringen, man müsste OHNE sie sein. Man müsste sie davon abhalten, die Zeit mit herein zu bringen, und damit diese ungewisse Zukunft, die einem die Ewigkeit verstellt. Man müsste sie zum Verschwinden bringen, müsste sie dem Licht entziehen, in den Keller mit ihnen! Dann würde man ewig leben und unsterblich sein. Endlich. Man hat sie ins Finstere geschickt, hinab ins Dunkel, hinab, hinab und eingekellert, diese anderen und in diesem Fall hier: diese jungen Anderen, UNS, die wir mit unserer Zeit dahergelaufen kommen, uns vor die Zukunft stellen, so dass man sie nicht sehen kann, und auf unser Erbe pochen. Frechheit!“ (Ewald Palmetshofer)

deutsche erstaufführung

stall

Der österreichische Autor Ewald Palmetshofer war Nachwuchsdramatiker des Jahres 2008 in der Kritikerumfrage des Jahrbuchs „Theater heute“ und wurde bereits zweimal für den renommierten Mülheimer Dramatikerpreis nominiert. Wie schon „hamlet ist tot. keine schwerkraft“ und „faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete“ bewegt sich auch sein aktuelles Stück auf den Fundamenten eines Klassikers. Darüber hinaus aber formuliert der Autor ein radikales Statement zum ewig anhaltenden Generationenkonflikt. Die Kinder Franz und Karl treffen auf die unsterblichen Alten und fordern von den Räubern der Zeit Rechenschaft …

„Ewald Palmetshofer entwickelt mit großem Bewusstsein über Form, Klang und Witz einen eigenen Ton. Mit jeder Zeile, mit jedem Wort hört er in die Sprache hinein, um etwas zu beschreiben, das außerhalb der Sprache ist. Das erzeugt ein Grundgeräusch, das auf die Bühne zu bringen mich sehr interessiert.“ Alex ander riemenschneider

alex ander riemenschneider Alexander Riemenschneider, geboren 1981

in Bonn, studierte Regie an der Theaterakademie Hamburg. Er arbeitete u. a. am Deutschen Schauspielhaus in

Hamburg, am Schauspiel Bonn und am Deutschen Theater Berlin. Ab der Spielzeit 2012/13 ist er Hausregisseur am Thea-

ter Bremen. Am Residenztheater inszeniert er im Juli 2012 im Rahmen des Marstallplan „Fragebogen“ nach Max Frisch.

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Die schönen Tage von Aranjuez

jun 13

mar stall

von PETER HANDKE Regie DANIELA LÖFFNER Bühne CLAUDIA KALINSKI Kostüme SABINE THOSS „Und wieder ein Sommer. Und wieder ein schöner Sommertag. Und wieder eine Frau und ein Mann an einem Tisch im Freien, unter dem Himmel. Ein Garten. Eine Terrasse. Unsichtbare, nur hörbare Bäume, mehr Ahnung als Gegenwart, in einem sachten Sommerwind, welcher, von Zeit zu Zeit, die Szenerie rhythmisiert. Der Tisch ist ein Gartentisch, ziemlich groß, und Mann und Frau sitzen sich da im Abstand gegenüber.“ Es ist ein Gespräch, „kein Drama“, wie es einmal im Stück heißt. Die Frau spricht von der Liebe, von erotischen Erfahrungen, erzählt ihre Geschichten vom Beisammensein. Sie erzählt auch von der Freiheit, von der Befreiung der Liebe, von der Befreiung durch die Liebe, von den Beschädigungen der Liebe durch die Freiheit. In diesen Erzählungen der „Königin einer Gegengeschichte“ entsteht so auch eine Chronik der Gefühle aus den letzten Jahrzehnten. Entsprechend bleibt auch der Raum des Erzählens, die vom Mann in immer neuen Sprachbildern beschworene Natur, der erotische Gegenraum, das Idyll, nicht auf Dauer verschont von den Kräften der Zerstörung, der Gewalt, des Todes - sie bleiben allenfalls Gegen-Bilder. Peter Handke hat den Titel seines jüngsten und sicher sommerfrischesten Textes dem ersten Satz von „Don Karlos“ entnommen: „Die schönen Tage von Aranjuez sind nun zu Ende“. Bei Schiller also war das Schöne schon zu Ende, und auch bei Handke steckt es voller Nostalgie und Bewusstsein für den nahenden Herbst, den Kreislauf der Natur.

„Die Figuren in Handkes Text erinnern mich an das Ehepaar auf der Titanic, das, sich umarmend, auf dem Bett liegt und auf die Wellen des Untergangs wartet.“ Daniel a Löffner

Daniel a Löffner

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Daniela Löffner (*1980) war Regieassistentin in Freiburg und Düsseldorf, bevor sie schnell und

erfolgreich begann, in Düsseldorf, Frankfurt und Köln eigene Arbeiten zu zeigen. Sie ist bekannt für leichthändige, spielerische Inszenie-

rungen vor allem neuer Dramatik, die den Ernst und die Komplexität der Stoffe nicht verraten. Mittlerweile hat sie sich als Hausregisseurin dem

Staatstheater Braunschweig verbunden, was sie nicht davon abhält, u.a. am Deutschen Theater in Berlin, am Schauspielhaus

Zürich und jetzt auch am Residenztheater ihre künstlerischen Spuren zu hinterlassen.


pichler

katharina

guntram b r at t i a


arthur Sierk

Radzei

klemt


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Kontak te &

Kooperationen Im Rahmen von internationalen Kooperationen mit renommierten Künstlern und Truppen arbeitet das Residenztheater an einem erweiterten Begriff des Schauspielertheaters. Tänzerische und musikalische Elemente, Puppenspiel, bildende Kunst und Projektionen sind neben der Literatur und dem gesprochenen Wort schon immer integrale Bestandteile des Theaters gewesen. Für unser Bemühen, jenen künstlichen Verengungen des Theaterbegriffs entgegenzuwirken, die sich aus einer bestimmten Tradition des späten neunzehnten Jahrhunderts ergeben haben, stehen in dieser Spielzeit unter anderem die Zusammenarbeit mit der Handspring Puppet Company aus Kapstadt/London, der Puppenspielerin Suse Wächter oder Projekte wie die Annäherung an den Operettenstoff „Lola Montez“ durch Tom Kühnel und Jürgen Kuttner. Die Wiedergewinnung darstellerischer Möglichkeiten für das Schauspielertheater und die Anbahnung neuer künstlerischer Kontakte mit internationalen Künstlern benötigen häufig längere Vorbereitungszeiten. Mehrere künftige Zusammenarbeiten kündigen sich daher bereits an: der französische Choreograph Boris Charmatz, das belgische Performancekollektiv Peeping Tom sowie Regisseur Mario Martone vom Teatro Stabile di Torino planen, in den nächsten Spielzeiten gemeinsame Produktionen mit dem Ensemble des Residenztheaters zu erarbeiten. Gastspiele und Workshops mit den Schauspielern unseres Hauses in dieser Saison sind als Orte konzipiert, an denen gemeinsame Arbeitsweisen ausprobiert und entwickelt werden können. Mit „Immer noch Sturm“ von Peter Handke präsentieren wir darüber hinaus eine wichtige jüngere Arbeit des Regisseurs Dimiter Gotscheff, der in dieser Spielzeit mit unserem Ensemble „Zement“ von Heiner Müller inszenieren wird.

32 rue Vandenbranden

jAN 13

mar stall

von Peeping Tom Das preisgekrönte belgische Theaterkollektiv Peeping Tom lässt in seinen atmosphärisch dichten, traumgleichen Arbeiten die Grenzen zwischen Realität und Projektion kompromisslos verschwimmen. Ihr 2010 entstandenes Stück „32 rue Vandenbranden“ zeigt eine kleine, isolierte Gemeinschaft in einer kargen Schneelandschaft. In diesem melancholischen und bildgewaltigen Mikrokosmos dreht sich alles um die inneren Kräfte, die das Individuum antreiben. Es geht um das Bedürfnis nach menschlicher Nähe, um das Gefangensein in der eigenen Isolation und um Angst. Die Arbeiten von Peeping Tom lassen sich nicht kategorisieren, sie sprengen die Genres der darstellenden Kunst, sind poetisch, eindringlich und melancholisch. In Zusammenarbeit mit JOINT ADVENTURES – Walter Heun

La serata a Colono von Elsa Morante Regie Mario Martone Bühne Sergio Tramonti Musik Nicola Piovani

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Elsa Morante gilt als eine der größten Schriftstellerinnen der italienischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihr Stück „Der Abend auf Kolonos“ wurde vor fünfundvierzig Jahren veröffentlicht. Nun hat der Regisseur und Direktor des Teatro Stabile di Torino Mario Martone die Uraufführungsrechte erhalten. Die Hauptrolle wird von dem in Italien bekannten Schauspieler Carlo Cecchi gespielt, der schon mehrfach mit Martone zusammengearbeitet hat – neben Theaterproduktionen auch im Film, u.a. in „Tod eines neapolitanischen Mathematikers“, wofür ihm 1992 bei der Filmbiennale in Venedig der Große Preis der Jury verliehen wurde. In „Der Abend auf Kolonos“ wird Sophokles’ Tragödie „Ödipus auf Kolonos“, d.h. der Abschluss der langen und qualvollen Flucht eines blutschänderischen Herrschers, wie ein Leidensweg wiedererlebt, verlegt in ein Krankenhaus der 1960er Jahre, mit einem Patientenchor und voller Zitate aus politischen Reden, aztekischen Gesängen, aus der Bibel, den Veden und Werken von Allen Ginsberg und Hölderlin. Eine Produktion der Fondazione Teatro Stabile di Torino

mär 13

mar stall


Immer noch Sturm von PETER HANDKE Regie DIMITER GOTSCHEFF Bühne KATRIN BRACK

residenz theater

„Immer noch Sturm“ ist ein Traumspiel der Vergangenheit, eine persönliche Auseinandersetzung Peter Handkes mit seinen Wurzeln, eine Reise durch die Geschichte seiner Familie und seiner slowenischen Vorfahren. Erlebtes, Erinnertes und Erfundenes vermischt sich in einem Fotoalbum, in dem die eigene Familie ebenso wiederaufersteht wie die Partisanen im Kärntner Widerstand. In der Koproduktion des Thalia Theater Hamburg und der Salzburger Festspiele 2011 spielen unter anderem Bibiana Beglau und Jens Harzer.

enfant von Boris Charmatz

mär 13

mai/jun 13

residenz theater

Boris Charmatz, seit 2009 Leiter des Musée de la Danse in Rennes, arbeitet an der Schnittstelle von Schauspiel, Tanz, Bildender Kunst und Philosophie. In „enfant“, das 2011 beim Festival d’Avignon uraufgeführt wurde, beschäftigt sich Charmatz mit der Frage, wie physische Reibung und Ereignisse auch ohne den Einsatz von Muskelkraft erzeugt werden können. Inspiriert von Christoph Marthalers „Schutz vor der Zukunft“ lässt er professionelle Tänzer die inaktiven Körper einer Gruppe Kinder bewegen, manipulieren und führen. Trotz scheinbar inaktiver Bewegung entsteht eine beeindruckende, lebendige Durchlässigkeit der Körper. In Zusammenarbeit mit JOINT ADVENTURES – Walter Heun

Persona

von Ingmar Bergman Regie Amélie Niermeyer

Anfang November hat Amélie Niermeyers Inszenierung von Ingmar Bergmans Drehbuch in Tel Aviv Premiere. Dort spielt die russisch-israelische Schauspielerin Evgenia Dodina die Rolle der Krankenschwester Alma, die in München von Juliane Köhler dargestellt wird. Die Rolle der verstummten Schauspielerin Elisabet Vogler wird in Israel von Juliane Köhler gespielt. Die Frage der Sprache als Mittel der Verständigung wird so einerseits ganz konkret erfahrbar, andererseits in einen größeren historisch-politischen Kontext gestellt.

nov 12

habima theater Tel aviv

Eine Koproduktion mit dem Habima Theater Tel Aviv

Drumming Live

von Anne Teresa De Keersmaeker

Einen „Wirbelsturm der Lebensenergie“ zeige ihr Stück, so Anna Teresa De Keersmaeker. Mit „Drumming Live“ kehrt die weltberühmte flämische Choreografin zu ihren Anfängen, dem Erfolgsstück „Fase“ von 1982 und damit zur Musik Steve Reichs zurück. Anders als „Fase“, das aus Konzentration und Strenge seine Kraft zog, ist „Drumming Live“ viel heiterer und gelöster, bei aller Komplexität und Virtuosität fast lässig – ein unaufhörlicher Strom wunderschöner Bewegungen, denen man, wie in Trance, endlos zusehen möchte. Die Compagnie Rosas aus Belgien wird musikalisch live begleitet vom Ensemble Ictus. Im Rahmen von Dance 2012, dem internationalen Festival der Landeshauptstadt München für zeitgenössischen Tanz

nov 12

residenz theater

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jens

at zorn

eckes

gunther


cornelia

froboess


scheibe

hanna


daniel

richter

DANIEL RICHTER, einer der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart, hat für dieses Heft eine Auswahl seiner Werke zur Verfügung gestellt, zu der auch zwei aktuelle Arbeiten gehören, die hier erstmals veröffentlicht werden. 1962 in Lütjenburg geboren, studierte Richter an der Hochschule der Bildenden Künste in Hamburg bei Prof. Werner Büttner und assistierte Albert Oehlen. 2004 übernahm er die Professur für Malerei an der Universität der Künste Berlin, die er vorzeitig niederlegte. Für die Salzburger Festspiele 2010 entwarf er das Bühnenbild für Alban Bergs „Lulu“. Seine Werke sind weltweit in Einzelausstellungen zu sehen, 2007 widmete ihm die Hamburger Kunsthalle eine spektakuläre Retrospektive. Seit 2006 hat er die Professur für Erweiterten malerischen Raum der Akademie der bildenden Künste in Wien inne. Er lebt und arbeitet in Berlin, Hamburg und Wien. TEIL 1

S 4

„Kein Gespenst geht um“, 2002 Öl auf Leinwand 292 × 236 cm

S 99

S 6

„Oriente“, 2005 Öl auf Leinwand 219,5 × 300,5 cm

S 100

S 7

„Weil ihr alle ausseht wie alte beschissene Malerei, müssen Wir alle sterben“, 2005 Öl auf Leinwand 220,2 × 170,5 × 4,2 cm

S 8

„Tarifa“, 2001 Öl auf Leinwand 350 × 280 cm

TEIL 2

„The Movement“, 2007 - 2008 Öl auf Leinwand 220 × 170 × 4,4 cm „Pink Flag“, 2003 Öl auf Leinwand 332,1 × 268,3 cm Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin Photo: Jochen Littkemann, Berlin

S 9

„Ohne Titel“, 2012 Öl auf Leinwand 270 × 300 cm

S 94

„Ohne Titel“, 2012 Öl auf Leinwand 270 × 300 cm

S 96

„Dog Planet“, 2002 Öl auf Leinwand 280 × 351 × 4,6 cm

Courtesy of : Galerie Thaddaeus Ropac, Paris - Salzburg

S 98

„Scharnier, von gestern zu morgen“, 2005 Öl auf Leinwand 220,2 × 170,2 cm

Photo: Jochen Littkemann, Berlin

JULIAN

BAUMANN

Die Schauspielerinnen und Schauspieler des Ensembles wurden von JULIAN BAUMANN fotografiert. Der junge Münchner Fotograf hat noch während seines Studiums erste Reportagen in dem Magazin Neon veröffentlicht, heute arbeitet er unter anderem für BRAND EINS, SZ MAGAZIN und ZEIT MAGAZIN. Für seine Arbeit wurde er mit einem LEAD Award, ADC Award und einer Nominierung zum Designpreis Deutschland ausgezeichnet. Er lebt in München. 69


Rep

toi 2012 2013

residenz theater


per-

i re


Das weite land von Arthur Schnitzler R: Martin Kušej Tobias more t ti, Augus t Zirner

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von Ödön von Horváth R: Frank Castorf Bibiana Begl au, Göt z Argus, Shenja L acher, J ürgen S tössinger

Kasimir & Karoline


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die bitteren tränen der petra von kant von Rainer Werner Fassbinder R: Martin Kuťej bibiana begl au

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der weibsteufel von Karl Schönherr R: Martin Kušej birgit minichmayr, werner wölbern

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kinderkiegen. ein musikstück von Kathrin Röggla R: Tina Lanik Friederike Ot t, J uliane Köhler, Gunther Eckes, Hanna Scheibe, Arnulf Schumacher, Miguel Abr antes Os trowski, Ulrike Arnold

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spielzeit 2012 / 2013

M marstall

Candide oder der Optimismus R

nach voltaire

REGIE Friederike Heller BÜHNE + KOSTÜME Sabine Kohlstedt MUSIK Peter Thiessen + Sebastian Vogel VIDEO Philipp Haupt MIT Sebastian Blomberg, Michele Cuciuffo, Jörg Ratjen, Hanna Scheibe, Elisabeth Schwarz Musiker Alex Paulick, Peter Thiessen, Sebastian Vogel, Ulrich Wangenheim

REGIE Radu Afrim BÜHNE + KOSTÜME Helmut Stürmer MIT Barbara Melzl, Oliver Nägele, Franz Pätzold, Tom Radisch, Katharina Schmidt, Götz Schulte, Michaela Steiger, Lukas Turtur, Andrea Wenzl

REGIE Martin Kušej

BÜHNE Jessica Rockstroh

KOSTÜME Werner Fritz

MIT Sebastian Blomberg, Birgit Minichmayr

R Von Arthur Schnitzler

REGIE Martin Kušej BÜHNE Martin Zehetgruber KOSTÜME Heide Kastler MUSIK Helmut Neugebauer MIT Gunther Eckes, Thomas Gräßle, Britta Hammelstein, Markus Hering, Juliane Köhler, Shenja Lacher, Eva Mattes, Barbara Melzl, Tobias Moretti, Gerhard Peilstein, Katharina Pichler, August Zirner

Der Geldkomplex REGIE Jürgen Kuttner BÜHNE Kati Seibert Peter Lutz, Katharina Pichler, Suse Wächter

KOSTÜME Nina Gundlach

M nach Franziska Gräfin zu Reventlow

MIT Carolin Conrad, Arthur Klemt, Jürgen Kuttner,

Der Kirschgarten

R Von Anton Tschechow

REGIE Calixto Bieito BÜHNE Rebecca Ringst KOSTÜME Ingo Krügler MIT Guntram Brattia, Thomas Gräßle, Sophie von Kessel, Friederike Ott, Franz Pätzold, Gerhard Peilstein, Katrin Röver, Marie Seiser, Jürgen Stössinger, Lukas Turtur, Ulrike Willenbacher, Manfred Zapatka

Der Weibsteufel Die bitteren Tränen der Petra von Kant R

Von Karl Schönherr

REGIE Martin Kušej

BÜHNE Martin Zehetgruber

KOSTÜME Heide Kastler

MUSIK Bert Wrede

MIT Birgit Minichmayr, Tobias Moretti, Werner Wölbern

R Residenztheater

Das Interview Das weite Land

M

Von Theo van Gogh

C cuvilliÉstheater

Das Ende des Regens

C Von Andrew Bovell

m

Von Rainer Werner fassbinder

REGIE Martin Kušej BÜHNE Annette Murschetz KOSTÜME Heidi Hackl MIT Bibiana Beglau, Sophie von Kessel, Elisa Plüss, Elisabeth Schwarz, Michaela Steiger, Andrea Wenzl

Du hast gewackelt. Requiem für ein liebes Kind c

von Franz Xaver Kroetz

REGIE Anne Lenk BÜHNE Judith Oswald KOSTÜME Silja Landsberg MIT Shenja Lacher, Franz Pätzold, Gerhard Peilstein, Katharina Schmidt, Lukas Turtur, Ulrike Willenbacher, Manfred Zapatka

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REGIE Michael Thalheimer BÜHNE Olaf Altmann KOSTÜME Michaela Barth MUSIK Bert Wrede MIT Götz Argus, Sibylle Canonica, Michele Cuciuffo, René Dumont, Norman Hacker, Britta Hammelstein, Markus Hering, Alfred Kleinheinz, Oliver Nägele, Robert Niemann, Sierk Radzei, Wolfram Rupperti, Götz Schulte, Andrea Wenzl

REGIE Pippo Delbono BÜHNE Anneliese Neudecker KOSTÜME Lili Wanner MUSIK Alexander Balanescu MIT Guntram Brattia, Gunther Eckes, Arthur Klemt, Robert Niemann, Dascha Poisel, Wolfram Rupperti, Marie Seiser, Jürgen Stössinger

REGIE Nora Schlocker BÜHNE Jessica Rockstroh KOSTÜME Caroline Rössle-Harper MIT Britta Hammelstein, Stefan Konarske, Friederike Ott, Katrin Röver, Werner Wölbern, Paul Wolff-Plottegg

In 80 Tagen um die Welt

R Von Jules Verne

in einer Fassung von Soeren Voima REGIE Tina Lanik Bühne, Kostüme, Masken Stefan Hageneier MIT Jens Atzorn, Michele Cuciuffo, Thomas Gräßle, Alfred Kleinheinz, Barbara Melzl, Katrin Röver, Paul Wolff-Plottegg, Johannes Zirner

Kasimir und Karoline

R Von Ödön von Horváth

REGIE Frank Castorf BÜHNE Hartmut Meyer KOSTÜME Jana Findeklee + Joki Tewes MIT Götz Argus, Bibiana Beglau, Mai-Thy Hoang, Shenja Lacher, Tatjana Lindl, Birgit Minichmayr, Jürgen Stössinger

Kinderkriegen. Ein Musikstück

c von Kathrin Röggla

REGIE Tina Lanik BÜHNE + KOSTÜME Stefan Hageneier MUSIK Pollyester MIT Miguel Abrantes Ostrowski, Ulrike Arnold, Gunther Eckes, Juliane Köhler, Friederike Ott, Hanna Scheibe, Arnulf Schumacher, Leopold von Verschuer MUSIKER Polly Ester/Manuela Rzytki, Manu da Coll/Thomas Wühr

Nebenan – The Vibrator Play

c Von sarah ruhl

REGIE Barbara Weber BÜHNE Janina Audick KOSTÜME Tabea Braun MUSIK Arvild Baud MIT Miguel Abrantes Ostrowski, Thelma Buabeng, Carolin Conrad, Norman Hacker, Jörg Lichtenstein, Katharina Pichler, Hanna Scheibe

Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes Persona Zur Mittagsstunde

C cuvilliÉstheater

Gyges und sein Ring

R Von friedrich hebbel

R Residenztheater

Erpressung

R von Pippo Delbono

M marstall

Ein Sommernachtstraum

R von William Shakespeare

c

Von Roland schimmelpfennig

REGIE Martin Kušej BÜHNE Annette Murschetz KOSTÜME Werner Fritz

MUSIK Bert Wrede

MIT Maren Eggert, Norman Hacker, Sophie von Kessel, Ulrich Matthes

C

Von Ingmar Bergman

REGIE Amélie Niermeyer

MIT Evgenia Dodina, Juliane Köhler, Götz Schulte

R

Von Neil LaBute

REGIE + BÜHNE Wilfried Minks KOSTÜME Renate Martin + Andreas Donhauser MIT Norman Hacker, Friederike Ott, Sierk Radzei, Katrin Röver, Arnulf Schumacher, Michaela Steiger, Andrea Wenzl


erpressung von Pippo Delbono R: Pippo Delbono Marie Seiser, J Ăźrgen S tĂśssinger, Gunther Eckes, Guntr am Br at tia , Robert Niemann, Dascha P oisel , Arthur Klemt, Wolfr am Rupperti

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der kirschgarten von Anton Tschechow R: Calixto Bieito Thomas Gr äßle

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Junges

Resi

Das JUNGE RESI möchte mit einem vielseitigen Angebot junge Menschen und das gesamte Publikum fürs Theater begeistern und einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung leisten. Neben Erich Kästners Inszenierung „Pünktchen und Anton“ auf der großen Bühne (siehe Seite 16) bietet das JUNGE RESI weitere zahlreiche Angebote. ZUSCHAUEN UND ZUHÖREN können Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei Inszenierungen und szenischen Lesungen sowohl von Schauspielern des Resi-Ensembles als auch Jugendlichen der intergroup, MITMACHEN kann man beim TheaterLabor, Workshop, TheaterWerkstatt, TheaterBar u.v.a., und natürlich gibt es auch zahlreiche Angebote für SchülerInnen, Auszubildende und LehrerInnen in SCHULE UND AUSBILDUNG. Weitere Informationen zu den Angeboten im Jahresvorschauheft des JUNGEN RESI oder auf der Homepage. www.residenztheater.de/junges_resi Telefon 089 21 85 20 38 E-Mail jungesresi@residenztheater.de

zuschauen und zuhören

Ente, Tod und Tulpe

mai/jun 13 marStall

von WOLF ERLBRUCH Anlauf nehmen, ins Wasser springen – Kopf unter Wasser, Schwänzchen in die Höh‘. Zuerst kraulen, dann Rückenschwimmen, dabei in die Wolken schauen und als Kür: Gründeln! Dabei seltsame Sachen entdecken und daraus verrückte Erfindungen bauen. Das sind die wunderbarsten Dinge für die Ente. Aber heute ist irgendwas anders… Ente hat ein eigenartiges Gefühl, als würde sie jemand verfolgen – und schließlich entdeckt sie auch jemanden. „Wer bist du und was schleichst du hinter mir her?“ „Schön, dass du mich endlich bemerkst. Ich bin der Tod.“ Der Tod ist ein leichtfüßiger Begleiter, schon in ihrer Nähe, so lange sie lebt – nur für den Fall, dass Ente etwas zustößt. Man weiß ja nie. Der Tod und die Ente werden Freunde und erzählen eine Geschichte von der Wärme des Lebens. Wolf Erlbruchs Geschichte gibt auf unvermeidbare Kinderfragen wundervoll lebensbejahende Antworten. Für Kinder ab 5 Jahren

DNA von DENNIS KELLY Regie ANJA SCZILINSKI Bühne + Kostüme PETER N. SCHULTZE

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feb 13 marStall

Eine Mutprobe. Adam muss Blätter essen, Wodka klauen, Zigaretten auf seiner Haut ausdrücken lassen und über einen metertiefen Abgrund klettern – er macht alles mit, er will dazu gehören. Der Druck der Gruppe wird größer, sie entwickelt Spaß an den Demütigungen, erst wirft einer einen Stein, dann noch einer und noch einer, die Situation gerät außer Kontrolle. Adam wird getroffen und fällt in den tiefen Schacht. Unwahrscheinlich, dass er den Aufprall überlebt hat. Alle sind wie gelähmt, unfähig zu reagieren. Statt Hilfe zu holen, versuchen die Jugendlichen den Unfall zu vertuschen und entwerfen einen perfiden Plan. Sie erfinden einen imaginären Täter und hinterlassen falsche Fußabdrücke und DNA-Spuren. Alle ziehen mit, ein bedrückendes Geheimnis hält sie zusammen. Als die Polizei plötzlich einen Mann findet, auf den die Beschreibung genau passt, und auch Adam wieder auftaucht, liegen die Nerven der Jugendlichen blank ... Ein Stück über die „Zerbrechlichkeit der Realität“, Dynamiken und Hierarchien innerhalb einer Gruppe und über Schuld, Angst und Gewissen – inszeniert mit Jugendlichen der intergroup des JUNGEN RESI. Für Jugendliche ab 14 Jahren


zuschauen und zuhören

Lesen und Lauschen

Bücher machen besonders viel Spaß, wenn man sie vorgelesen bekommt. Otfried Preußler feiert 2013 seinen 90. Geburtstag, Schauspieler aus dem Ensemble lesen seine Geschichten für Kinder und Erwachsene, unter anderem „Der kleine Wassermann“, „Das kleine Gespenst“ und „Hörbe mit dem großen Hut“. Für Kinder ab 5 Jahren

Hört nur, hört!

WeihnachtsLesungen für Kinder und Familien! An den Adventswochenenden wird bei heißem Kinderpunsch und Plätzchen der Kälte getrotzt. In vorweihnachtlicher Stimmung lesen Schauspieler u.a. „Hilfe, die Herdmanns kommen“ von Barbara Robinson, „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens und „Pumuckl und die Schatulle“ sowie „Pumuckl und die Christbaumkugeln“. Für Kinder ab 5 bzw. 6 Jahren

mitmachen

TheaterLabor

Wie durch spontanes Agieren die eigene Schlagfertigkeit genutzt wird, eine Rolle auf der Bühne authentisch wirkt, die Stimme effektiv eingesetzt wird, wie ein Spielplan entsteht, wie Räume Geschichten beeinflussen und Maske Menschen verändert, wie der Rhythmus die Bewegungen beeinflusst oder Musik und Geräusche Handlungen untermalen – all dies wird in den TheaterLabors erforscht und auf der Bühne ausprobiert. Und dabei wird in Anbindung an den aktuellen Spielplan die eigene Präsenz, Körpersprache, Kreativität und Ausdruckskraft gestärkt. Ein TheaterLabor findet einmal pro Woche statt, beinhaltet 8-10 Einheiten á 2-3 Stunden und wird von Theaterprofis angeleitet. In der Spielzeit 2012/2013 gibt es insgesamt acht verschiedene TheaterLabors: Bühne + Maske, Dramaturgie, Improvisation, Musik + Gesang, Puppenspiel, Sprechen, Szenisches Arbeiten und Tanz + Theater.

Intergroup

intergroup ist ein Angebot für theaterbegeisterte Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren. Von der Konzeptionsprobe bis zur Premiere erarbeiten die SpielerInnen eine Inszenierung und stehen gemeinsam mit Profis auf der Bühne. Anmeldungen zum Casting für alle Interessierten bis 20. September 2012 beim JUNGEN RESI.

TheaterBar

Wir tauschen Plätze! Sie kommen auf die Bühne und wir schauen zu. Jung und Alt können in der TheaterBar mit eigenen Texten, kleinen Szenen, Songs, Artistik-, Tanz-, Gesangs- und Clownseinlagen oder Freestyle den Abend mitgestalten. Alles ist erlaubt, lediglich ein zeitliches Limit wird gesetzt. Anmeldung erwünscht, Spontanbeiträge möglich. Eintritt frei!

TheaterWerkstatt

Die TheaterWerkstatt dauert etwa vier Stunden und ist für alle ZuschauerInnen, die sich selbst einmal spielend ausprobieren möchten, das Handwerk des Schauspielers oder Konflikte und Handlungsmotivationen einzelner Figuren näher kennen lernen wollen. Angebote gibt es mehrmals in der Spielzeit zu ausgewählten Inszenierungen. Auch als Fortbildungsmöglichkeit geeignet! Zu „Der Widerspenstigen Zähmung“, „Die Verwandlung“, „DNA“, „Kabale und Liebe“, „Leonce und Lena“ und „Stiller“

NachmittagsBetreuung

Während die Eltern eine Sonntagsnachmittagsvorstellung besuchen, erleben die Kinder eine theatrale Überraschung mit Musik, Bewegung und Geschichten. Nur nach Voranmeldung! Für kinder ab 6 Jahren

schule und ausbildung

In Kooperation mit dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus findet eine Fortbildung für Pädagogen im März 2013 zu „Ein Stück deutsche Klassik – ‚Kabale und Liebe‘ von Friedrich Schiller“ statt. Auch schulinterne Lehrerfortbildungen (SCHILF) sind mit verschiedenen Schwerpunkten möglich, etwa zu Präsenztraining, kreativen Arbeitsmethoden im Unterricht, Rolle als Lehrer/in, Teambildung, u.a. Ebenso gibt es Workshops, Projekte, TUSCH-Kooperationen und Publikumsgespräche.

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Spielzeitheft 2012 / 2013