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The fabulous issue #75 / Dezember2010-Januar 2011

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DAFT PUNK

MOTÖRHEAD

WHITE LIES MANDO DIAO DEADMAU5 THE KNOCKS

„KING OF FUCK“

DER FYYFFAGEWINNER 2010 STEHT FEST!

FRÜCHTCHEN A GO GO! LOUISE DE VILLE & CO. ZELEBRIEREN DAS CABARET DER ALTEN SCHULE

WIR GEBEN GUMMI!

„Rubber“ im Kino und Gleitgel im Geschmackstest

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INHALT

INSIDE THIS MONTH DEZEMBER 2010 / JANUAR 2011

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„Es ist eines der meisterwarteten Projekte dieses Jahres.“

„BOURLESQUE? DA DOCH SCHON WAS, EIN MINI-HYPE.“

MIT WAS DAFT PUNK SO HOHE WELLEN SCHLAGEN.

WAS DIE NEUE PARTYREIHE IM CLUB PLAZA DA ANDERS MACHT.

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„Die nervten sich mächtig über die 24/7-Beschallung aus einer Wohnung in ihrer Mitte.“ WELCHE BAND DAFÜR VERANTWORTLICH IST.

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„Hätte man all den Schaum genommen, der ist unser aller Mädchenunseren Lesern vom Maul hing, es wäre Traum wahr geworden.“ eine bäumige Party im Beach-Club geworden.“ UND WIE DIESER AUSSIEHT, VERKLICKERN IN WESSEN RICHTUNG WIR DIESEN SCHAUM STATTDESSEN SCHLEUDERN...

Plus: 8

SCHÄTZCHEN DES MONATS 20

DEADMAU5 38-50

STYLE 58

DANKO JONES DIGEST 60

HEAVY METAL 52-63

CD-REVIEWS 64-65

MOVIES & DVDS

68 „Der Entwickler hat die Plaupause für eine perfekte Dramaturgie geschaffen..“ OB AUCH DAS NEUE NEUSTE GAME AUS DEM HAUSE INFINITY WARD WAS TAUGT?

70 „Für Jackie Moustache

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GAMES 10-13, 70-72

WIR BEI UNSEREN GIG-PREVIEWS.

„Dieser Film hat ein Rad ab. Und das Rad tötet Menschen.“

UM WELCHEN STREIFEN ES SICH HALNDELT UND OB ER WAS TAUGT, BEURTEILEN WIR AUF SEITE

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„GEGEN DIESE KLEBRIGEN SOUTHERNPOP-SCHNARCHER SIND GÖLÄ UND DIE BELLAMY BROTHERS EINE KITSUNÉ-COMPILATION.“ WESSEN NEUE LP DERMASSEN ÜBEL GERATEN IST, LESEN SIE AB SEITE

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KONZERTE & CLUBS 74-75

ISS WAS 75-78

PROGRAMME 79

AUTOS 80

TOOLS 82

IMPRESSUM

ROCKSTAR JEDEN MONAT IM BRIEFKASTEN?

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Tony der Tiger Next! MTV-EMA-Moderatorin und verzweifelte Hausfrau Eva Longoria lässt sich von ihrem Macker scheiden, da der Basketballspieler Tony Parker nach jüngsten Zählungen gleich mit neun Frauen fremd ging. Wer's im Fernsehen heimlich mit dem mexikanischen Gärtner treibt, braucht sich nicht wundern, wenn das Beispiel Schule macht.

Hello, is it me you're locking for? ESTHER MEYER

PROUDLY PRESENTS:

THE QUEST FOR CHEST

Name der Trägerin: Beth Ditto Alter: 29 Woher kommen die Brüste: Arkansas Konsistenz: Wie Göttin sie schuf Supporting facts: Hätte der Weihnachtsmann „fun bags“, sie würden aussehen wie die von der Ditto Beth. Lagerfelds Muse zwängt ihre Schöppen gerne in enge, grelle Outfits, damit diese optimal zur, äh, Geltung kommen. Süsser die Glo-, ach, lassen wir das.

Zwei Kinder haben sie schon, Eheringe aber noch nicht. Das soll sich jetzt ändern. Nicole Richie und Good Charlottes Joel Madden heiraten Ende Jahr im Garten von Nicoles Klavierklimperdaddy Lionel. Wäre es nicht eine fantastische Idee für eine TV-Show, wenn jetzt zwei verzogene Hollywoodgören in ihr biederes Familienheim ziehen und dort faul rumliegen? Hm.

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ES SIND BEI DER ARBEIT

Die australischen Cut Copy geben Electropop-Suchtis endlich wieder eine Dosis ab. Am 8. Februar erscheint „Zonoscope“. Nach dem vielerorts als ‚Album Of The Year' abgefeierten Vorgänger „In Ghost Colours“ von 2008 sind Erwartungen selbstverständlich hoch. Nichts zum Hören, dafür zum Lesen gibt es dagegen von Tom Waits: Im März soll sein erstes Buch „Hard Ground“ erscheinen. Das Werk soll ein Gedichtband mit Fotos von Michael O'Brien werden.

ES SIND EIN JAHR ÄLTER

Das gefallene Popsternchen Britney Spears feiert am 2. Dezember den letzten Geburtstag in ihren Twens. Ob das ein Grund zum Feiern oder zur Kahlrasur wird? Der AltPrinz Of Darkness Ozzy O. beisst sich ebenfalls weiterhin durch und wird am 3. Dezember 61 Jahre alt. Walt Disney wäre am 5. Dezember 108 Jahre alt geworden. Und auch eine weitere Ikone feiert eine Woche später im Grab: Frank Sinatra wäre am 12. Dezember 94 Jahre alt geworden.

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Gossips FLAVOR OF BOOZE

Rap-Pionier/MTV-Clown Flavor Flav gibt's bald zum Essen und Trinken. So lanciert der Wanduhrenträger demnächst seine eigene WodkaMarke und will zusätzlich in Konkurrenz mit Hühnchenfrittierbude KFC treten. Die Restaurantkette FFC soll nämlich bereits in Planung sein. Hoch die Tassen! Sollte er davon noch alle im Schrank haben.

Taylor mieft

Countryschätzchen Taylor Swift macht brav, was sich für Popblondchen mit Teeniefanclubs nun mal gehört und lanciert ihre eigene Parfümlinie. „Love Story“ nennt sich das Wässerchen. Taylor, I'm really happy for you and I'mma let you finish, aber jetzt ist grad noch ne Meldung von Kanye West reingekommen.

Black Black Snake Snake moan moan

KEIN ANSCHLUSS WÄHREND DIESER NUMMER

ES SIND IM GRAB

Draculas Lieblingsbrüste sind no more: Ingrid Pitt, Darstellerin in verschiedenen Horrorfilmen des englischen Kultstudios Hammer, verstarb am 23. November im Alter von 73.100 Und auch für Eugénie Blanchard musste irgendwann 95 mal Schluss sein. Die Französin war bis zum 4. November mit 114 75 Jahren der älteste Mensch der Welt. Etwas früher war es aus für Jim Clench. Der Bassist vom Bachman25 Turner Overdrive starb am 3. Dezember 61-jährig an 5 Lungen-krebs.

Ex-Basketball-Bösbube Dennis Rodman hätte kürzlich einem US-Radiosender ein Interview geben sollen. Dummerweise trieb er es dabei nebenbei mit einer Frau. Der frisch aus dem Alkoholentzug entlassene Rodman entschuldigte sich damit, zum Zeitpunkt völlig breit gewesen zu sein. Wir hätten da eine Idee für die Gastrolle in „The Hangover 3“.

Greenfield mit System

Ob Kanye Wests Ego mit dem Ob Kanye Ego mit dem Inhalt seinerWests Hose mithalten kann, Inhaltsich seiner mithalten kann, lässt jetztHose im Inter-net lässt sich jetzt im Inter-net überprüfen. Dorthin haben nämlich überprüfen. DorthinNacktfotos haben nämlich selbst geschossene des selbst geschossene Rappers ihren Weg Nacktfotos gefunden. des Rappers ihren Weg Zuvor hatte West diegefunden. Bilder Zuvor hattePlaygirl West diefür Bilder grosszügig 100'000 grosszügig Playgirl für 100'000 Dollar angeboten. Dollar angeboten. Na, würde Playgirl von Na, würdeFischen Playgirlgelesen, von schwulen schwulen Fischen gelesen, wär's ein echter Kassenwär's ein geworden. echter Kassenschlager schlager geworden.

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LAUFEND ROCKSTAR-NEWS

Kein Scheiss! SYSTEM OF A DOWN spielen eine ihrer zehn Exklusiv-Shows am Greenfield Festival 2011. Ebenfalls bereits bestätigt sind LACUNA COIL, SICK OF www.twitter.com/rockstarmag IT ALL, PARKWAY DRIVE, COMEBACK KID, und KVELERTAK. Soeben wurde auch der Earlybird-Vorverkauf mit 3-Tageskarten für 180.- eröffnet. Für was System-Lotto, wenns am Greenfield System zum Vorzugspreis gibt?

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Gossips

Klaxons beim Kuscheln

CUBE RELOADED?

Im Promovideo zu ihrer neuen Single „Twin Flames“ lassen sich die Klaxons von ein paar hübschen Mädels in den Mund spucken und feiern dann eine komplett nackte Orgie, bei der sich alle Beteiligten näher kommen, als ihnen lieb sein sollte. Viel Glück beim Googeln! Anspucken und Gruppensex? Bei Led Zeppelin nannte man das in den Siebzigern „gewöhnlicher Dienstagnachmittag“.

KNOTEN INS TASCHENTUCH! Fünf Dinge, die ich nächsten Monat unbedingt erledigen muss.

Die Promi-Agentur Creative Artists Agency, welche auch George Clooney und Brad Pitt vertritt, kümmert sich fortan um die Interessen eines weiteren Stars: die des Rubiks-Würfels. CAA dreht momentan in Hollywood die Runden, um den Produzenten einen Rubiks-Würfel-Film schmackhaft zu machen. Wir verraten jetzt schon den Schluss: Am Ende wird der halbfertige Würfel wütend in die Ecke geschmissen.

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MUSKELAUFBAU

Clinton mit Kater

Nachdem Mel Gibson nun doch keinen Gastauftritt in „The Hangover 2“ hinlegen darf, haben die Produzenten jemanden gefunden, der den moralischen Wertvorstellungen des Filmteams scheinbar besser entspricht: Ex-Präsident Bill Clinton wird einen Cameo in der Komödienfortsetzung haben. Clinton hat schliesslich Erfahrung damit, sich nach getaner Unzucht an nichts mehr erinnern zu können.

Rosa oder hellblau?

Ohne dabei debil auf der Couch zu hüpfen, verkündete Sängerin Pink in einer Talkshow, dass sie von Ehemann Carey Hart schwanger ist. Es ist das erste Kind für das Paar. Nennt Sie es Pinky? Und wird es dann versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reissen?

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Diesmal mit:

ABELE FRANZÉ

FRONTMANN BEI MEPHISTOSYSTEM 1. Mich mit dem Backtrack-Recorder vertraut machen. Unser bisheriger Backtrack-Mann verlässt uns leider und jemand muss es ja machen. Lieber würde ich Songs schreiben. 2. Native Instruments Komplete 7 installieren. Sind immerhin 90 GB und ich kann nur hoffen, dasS alles glatt geht. 3. Die übliche Leier um diese Jahreszeit: Wem soll ich was bloss schenken? 4. Einen Kumpel von mir tierisch erschrecken, um ihm zu zeigen, dass er zuviel Zeit mit Psycho- und Horrorthriller verbringt und langsam paranoid wird. 5. Einen anständigen Job finden.

Nachdem Sly Stallones Mannskerlfilm „The Expendables“ alle Erwartungen übertraf, wird jetzt an einer Fortsetzung gearbeitet. Sowohl Dwayne „The Rock“ Johnson als auch Jean-Claude Van Damme sind sehr interessiert an einer Rolle im Action-AllStar-Ensemble. Mit JCVD würde das Durchschnittsalter der Expendables endgültig das des Hansi-HinterseerFanclubs überholen.

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Weil das Filmstudio einfach keine Firma gefunden hat, die Lindsay Lohan während den Dreharbeiten zu „Inferno“ versichern will, hat es das Sorgenkind jetzt fallen gelassen. Die Hauptrolle der 60s-PornoIkone Linda Lovelace geht jetzt an die ohnehin viel tollere Malin Akerman („Watchmen“). Lohan ist also zu abgefuckt, um eine Frau zu spielen, die es in den Sechzigern zugedröhnt mit Hunden trieb. Wow.

Jake & Anne in der Zwickmühle

Bei den Dreharbeiten zu ihrem neuen Film „Love & Other Drugs“ taten sich Jake Gyllenhaal und Anne Hathaway dermassen schwer, hüllenlos zu fummeln, dass sich Regisseur Edward Zwick umgehend auch nackig machte, um die Spannung abzubauen. Man nennt das auch die „Roman Polanski im Whirlpool 1977“-Taktik.

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SCHÄTZCHEN DES MONATS SCHAUKAMPF! Diesmal auf dem Sender:

„Kampf der Chöre“

Hubertus Prinz von Hohenlohe

Who the fuck is Hubertus? Der blaublütige Glückspost-Ritter mit drei Staatsbürgerschaften (Österreich, Mexiko, Liechtenstein) hat sich einen Namen als Exot im Skizirkus gemacht – sowie als kosmopolitischer Outlaw, Trash-Künstler, Komponist von Tupperware-Partyhymnen und adliger Paradiesvogel im Jetset-Dschungel. (rgg)

DER KLEINE PRINZ

Als Teenie schleicht Hubertus von Hohelohe zur Hochzeit von Björn Borg. Sean Connery und Audrey Hepburn sind Freunde von Vater Alfonso und Mutter Ira Prinzessin von Fürstenberg. Eher wenig adlig ist deren Affäre mit dem brasilianischen Schürzenjäger Francisco Pignatari. Konsequenzen: Sorgerechts-Streit, Entführungen, Privatdetektive und sonst alles, was wir bei „Tatort“ so vermissen.

SKI, STOCK & ROCK'N'ROLL

Statt das väterliche Luxushotel zu übernehmen, startet Hubertus von Hohenlohe 1981 im Ski-Weltcup – als Gründer, Präsident und einziger Athlet des mexikanischen Verbands. 2004 wagt er als 44-Jähriger das Weltcup-Comeback, in der Kombination von Wengen wird er gar nur Zweitletzter. Seit 1982 startet er mit einer Ausnahme an jeder Alpinen WM, Vancouver 2010 waren seine fünften olympischen Winterspiele. Im Slalom klassierte er sich vor den Vertretern aus Ghana und Albanien!

„THE REAL PRINCE“

In den 80ern nippelt die föhnfrisierte Hoheit an Champagnerflaschen auf den Yachten von Aristoteles Onassis oder Gunther Sachs. Irgendwo trifft er Falco, mit dem er den Song „America“ schreibt. Angeblich. „I Think I Am“, die eigene Single des Aristokraten, schafft den Chatseinstieg in poptechnischen Hochkulturen wie Portugal oder Holland. Weiter hat der Prinz Produzenten-Credits für Yellos Gassenhauer „The Rytm Devine“. Ob er auch für die Rechtschreibung verantwortlich ist?

PIRELLI FÜR DIE ALPHÜTTE

Nachdem er die Hüllen seiner Schmalzpop-Scheiben quasi in Heimarbeit bastelt, wird Hubertus von Hohenlohe als Fotograf entdeckt. Er stellt aus, von Barcelona bis Hamburg, knipst Wolfgang Joop in der Toilette und Lionel Richie im Morgenrock. Für notorische Weihnachtsgeschenk-Vergesser bietet der Pisten-Prinz auf seiner Homepage einen, na ja, einigermassen erotische Skilehrer- und Skilehrerinnen-Kalender im PDF-Format: www.hubertusvonhohenlohe.com

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Einer der zwei Guten – der scheuklappenlose Gustav oder die elitäre Nadelmann – hat (nach Redaktionsschluss) hoffentlich gewonnen. Doch trotz der grausamen Englischaussprachen, den hölzernen Tanzschritten und der furchterregenden Gesamtchor-Intros ist das leidenschaftlich gehasste Format die beste eigene Idee des Jahrzehnts vom hiesigen Copy/Paste-Sender. Eigentlich ist der Kampf der Chöre ja hochgradig rockstarschädigend. Gestandene Rocker stehen aber darüber und analysieren, ohne zu erröten: SF hat das Beste aus dem Mittelmass herausgeholt und in Zuschauerquote und SMSTarife umgemünzt. Nicht 10 oder 20 Möchtegernmusikusse wurden gecastet, sondern 8 ausgewachsene Chöre + 8 Sänger, die auf eine Fanbasis zählen können. 120 Choristen kennen nun einmal ganz schön viele Leute, die wiederum jemanden kennen, und dies im Chorland Nummer 1. Nicht zuletzt deshalb hat wohl Qualität gesiegt. Sukzessive sind die schwächsten des Abends ausgeschieden – die Zuseher haben sich weder von Kinderarbeit und überbordender Happiness, noch von AlibiPunks und Quotenberglern täuschen lassen. Eventuell hätte Sex geholfen, bei der fortgeschrittenen Altersstruktur des Senders wohl aber auch nicht eingeschlagen. Deshalb: Wiedersehen! Es wird wohl eine 2. Auflage geben, wenn sich genügend B-, C- und WC-Sänger finden lassen, wenn nicht doch plötzlich die Kunos, Bünes und Polos dieser Schweiz mitdirigieren. Und es darf erneut gehasst werden – und alle die reklamieren, haben 1. nur einen Sender, 2. einen am Sender, 3. kennen keinen der 128 Teilnehmer oder wurden 4. gezwungen. Eines müsste aber sicher ändern: Eine knallharte Jury muss auf das weisse Sofa und nicht NullaussagenSpielchen zum Schutz vor sich und dem Urteil des Banknachbarn. (mac)

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LIVE

LIVE

demnächst on tour Baby Genius 10.12. Schüür (Luzern) Crystal Fighters 11.12. Plaza (Zürich) MGMT 13.12. Maag Halle (Zürich) Eight Legs 14.12. Hafenkneipe (Zürich)

ALICE COOPER 17.11. Volkshaus (Zürich) Hat er nach all den Jahren noch immer den Längsten? Zumindest macht der Gfürchi-Rocker auch mit 62 noch nicht schlapp.

Soulwax 22.12. Volkshaus (Zürich) The Bishops 21.1. Treibhaus (Luzern) Reverend Beat-Man, Urban Junior & Denner Clan 29.1. Bleifrei (Aarau) Johnossi 29.1. Selig (Chur), 30.1. Koflmehl (Solothurn)

INDICA 11.11. Exil (Zürich) Der letzte Schrei in Finnland: Lichtkapuzen. Und Indica. Verträumter Folk-Pop, gerade rechtzeitig zum AdventsWarm-up.

VOLBEAT 8.11. Eishalle Deutweg (Winterthur) „Wer sind die Grössten? Ihr seid die Grössten!“ Nein, ihr seid die Grössten! Triumphales Saitenrasseln der dänischen Hard-Rockabillies.

LINKIN PARK 1.11. Hallenstadion (Zürich) Auch wenn wir mit dem neuen Album noch nicht so richtig warm werden wollen, zum grossen Gig heizten die Kalifornier zuverlässig ein.

Mehr Konzerttipps auf Seite 66

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BIFFY CLYRO

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31.10. Kaserne (Basel) Voll dabei mit Haut und Haar: Bombastrock mit kleinsten Mitteln vom schottischen Trio.

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LIVE

presents:

ROCKSTARS FROM HELL

When there's no more booze in hell, the Rockstars will walk the earth. grad erfunden, er geht zugegebenermassen noch etwas schwer über die Zunge). Den Weihnachtselfen rutscht dabei das Herz in die Plüschhose, alle anderen bestellen dazu nochmals einen Whiskey und atmen den Staub der Prärie und Hinterhofstrassen. Am 21. Dezember öffnen Sie also das Türchen ins Mascotte. Dahinter wartet keine hart gewordene Schokolade oder das Bildli von einem Leiterwagen, sondern die letzte ultimative Party es Jahres. Shablagoo, Feierschweine, shablagoo!

MOTÖRHEAD

Wer sich bei einer Atombombenexplosion hinter Lemmy Kilmister versteckt, hat immer noch die besten Chancen darauf, die Katastrophe zu überleben. Captain Unzerstörbar und seine Komplizen haben jüngst das neue Album „The Wörld Is Yours“ eingespielt und sind damit auf Tour, wobei Hard-Rock-Hymnen wie „Ace Of Spades“ genauso mit im Gepäck sind wie ausgesoffene Whiskeyflaschen. ROCKSTAR präsentiert das Konzert in Winti, alles weitere erzählt Ihnen Lemmy gleich selber auf den Seiten 58 und 59. (rec) 19.1. Kino Riff Raff (Zürich) Angriff des Killerreifens! Im irrwitzigen, mit Gastauftritten der FrenchElectro-Szene gespickten Kinofilm „Rubber“ bringt ein Pneu mit telekinetischen Fähigkeiten die Köpfe unschuldiger Menschenopfer zum Explodieren. ROCKSTAR präsentiert die exklusive Vorpremiere in Anwesenheit des Hauptdarstellers und verschenkt dazu 100 Tickets. Checken Sie regelmässig unseren Facebook-Account und tragen Sie sich für den Newsletter ein, um dabei zu sein. (rec)

www.twitter.com/rockstarmag

13.12. Eishalle Deutweg (Winterthur)

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Rockstars From Hell feat. The Circle Brothers & FYYFFA Showdown, 21. Dezember Mascotte (Zürich)

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Ziehen Sie sich nur den zweitbesten Strickpulli an, denn an diesem Abend können wir für nichts garantieren. Oder haben Sie sich jemals gefragt, warum im Januar keine ROCKSTAR Ausgabe erscheint? Wir brauchen einen vollen Monat um uns von dieser Weihnachtsfeier zu erholen! Doch abgesehen von all den bürointernen Knutschereien unter dem Mistelzweig (und manchmal werden auch ganze Gummibäume gefressen, 2008 war das) ist natürlich die ganze Welt ins Mascotte eingeladen. Schliesslich spielt die Karaoke From Hell Band zum Höllenritt auf und der „Fuck You, You Fuckin' Fuck“-Award steht zur Abholung durch seinen pfuiteufeligen Gewinner bereit. Ausserdem treten an diesem Abend die überaus formidablen Circle Brothers auf. Das Trio spielt so gar unadventlichen Stoner Rock und Ameriblackana (den Namen haben wir jetzt

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Backstage TLB

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THE LAZY BONES

Sie sind der Busen einer Millionärsehefrau unter den Schweizer Hard Rock Bands: Jedes Jahr werden sie härter und schöner. Seit 20 Jahren inspirieren The Lazy Bones die Libido beider Geschlechter und gewiss haben auch Sie jemanden im Bekanntenkreis, der nach einem der Bandmitglieder getauft wurde. Wie hohe Feiertage und Hugh Heffner nach der Explosion sämtlicher Viagra-Fabriken kommen die Bones jedoch nur einmal. ROCKSTAR glüht für Stolz, dieses Ereignis mitzupräsentieren. Ach, und zwei Bands namens Krokus und Uriah Heep sind auch dabei. (rec)

LIVE

Für so ein Shooting wie in der aktuellen Ausgabe braucht es mehr Leute, als wenn man einen Raddampfer durch den Amazonas ziehen will. Während Sie das Resultat bestaunen, legen wir uns jetzt nochmals kurz schlafen (Shootingbeginn 7:00, Samstagmorgen, hallo!). Model Anika beim Umziehen. Warum wir dabei überhaupt ins Zimmer durften und nicht mit Schuhen beworfen wurden, wissen wir eigentlich auch nicht so genau. Pack ein, Dakota Fanning! Unser Nachwuchsmodel Olivia wird von Hair- und Makeup-Artist Helve aufgehübscht.

Next RockStar Events: Sa. 04. Dezember 2010

MONKEYS ON STAGE

Sorgte für einen schampar glatten Tag: Stylistin Anita.

live: Must Have Been Tokyo, All Ship Shape, Heards And Knives Papiersaal, Zürich, ab 22 Uhr Fr. 10. Dezember 2010

JACK, JIM & JOHNNIE

GASTPROMOGÖRL

At the Decks: Joel LaRocka Valmann Bar, Zürich ab 21 Uhr Sa. 18. Dezember 2010

CHRISTMAS ROCK

Ein Herz, eine Seele, ein Team: Fotograf Gianni und Produktionsleiterin Lina.

live: Krokus, Uriah Heep, The Lazy Bones Eishalle Wetzikon ab 18 Uhr Di. 21. Dezember 2010

ROCKSTAR CHRISTMAS FROM HELL live: Circle Bothers, Karaoke From Hell Band Mascotte, Zürich ab 21 Uhr

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„Und jetzt hör mal auf, den Models ständig Bunnyohren mit deinen Fingern zu machen“. Fotograf Gianni mit ROCKSTARSchreiber Kaspar.

Diesen Monat

Angy Burri

Häuptling aller Schweizer und Sänger der Apaches. Momentan liegt der Bear Man wegen 25 Herzproblemen im Krankenhaus. Doch wie wir ihn kennen, wirft er schon bald wieder Bleichgesichter 5 durch Glasscheiben. Gute Besserung, High Chief!

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Alter Schwede!

Nein, nicht alles aus Schweden muss der Käufer selbst zusammenschrauben. Der Uhrenhersteller Axcent aus Stockholm präsentiert beispielsweise einige äusserst schmucke Kollektionen von schlichtem Design mit VintageEinschlag. Dieses Modell nennt sich „Eclipse White“, gibt's für CHF 179.— bei www.klangundkleid.ch und ist einer Sonnenfinsternis durch die Augen eines nachtblinden Elches nachempfunden. Trotzdem wurden keine Tiere bei der Herstellung getötet oder verletzt. (rec)

BREAKING

NEWS MIT GEWINNSPIELEN UND WÖCHTLICH IN DEINEM E-MAIL-POSTFACH. JETZT ANMELDEN: ANMELDEN: news@rockstar.ch NEWS@ROCKSTAR.CH

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WÄRMEFLASCHE

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Hä? Eine Eristoff Buddel mit Pelzbezug. Wo? Im Denner. Für? CHF 17.45 Wenn sich Models ausziehen, weil sie lieber „Nackt als Pelz“ sind, finden wir das super. Auch famos finden wir es aber, wenn sich stattdessen Wodkaflaschen in Fell hüllen (kein echtes, Ihre Nerzratte darf aufatmen). Die sehen dann gleich viel dekadenter aus. Und im Falle der Eristoff X-Mas Packaging Edition macht es gleich doppelt Sinn, wird der Legende nach das Feuerwasser doch aus Wolfstränen gebrannt. (rec)

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PRACHTSGEHÄNGE

Hä? Mobilées für Erwachsene. Wo? www.etsy.com/shop/saltyandsweet Für? CHF 33.— Dass wir als Baby nachts so gut schlafen konnten, lag nicht nur an Mamas alkoholhaltigem Hustensaft. Auch die Mobilées über unserem Laufgitter sorgten für süsse Träume. Und die kommen jetzt endlich wieder, auch wenn die Mobilées mit schnieken Motiven wie Ninjas, Pin-up-Models oder Zombies für die fortgeschrittene Altersgruppe angepasst wurden. (rec)

HOLY KÖNIG ALLER LANDSTRASSEN!

Hä? Ein Batmobil. Ein motherfucking BATMOBIL!!! Wo? www.firebox.com Für? CHF 192'000.— Unser Redakteur, der auf diese Sensation stiess, liegt jetzt noch im Krankenhaus, da er sich vom Sturz von seinem Bürostuhl den Schädel gestossen hat. Auch seine Erektion ist bis jetzt nicht abgeklungen. Ja, es ist eine original Nachbildung des Ur-Batmobils aus den 1960ern. Ja, es kann fahren. Ja, es hat einen eingebauten DVD-Player. Und ja, es hat rücklings einen Flammenwerfer. Einen. Flammen. Werfer. (rec)

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PLAST-HICKS!

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Hä? Bierdeckel aus Silikon. Wo? www.perpetualkid.com Für? CHF 7.— Jeder Tropfen Bier ist heilig. Schal werden lassen ist Sünde! Und das kommt auch nicht mehr vor mit den knutschbunten Bierdeckeln aus Silikon. Wer also das letzte Bier des Abends nicht vollständig runter kriegt, kann es damit für den nächsten Morgen frisch blubbernd aufbewahren. Die wiederverwendbaren Bottle-Caps gibt's im Sechserpack. (nao)

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RockStar

HERE'S THE SITUATION

MERCHANDISE

von „The Situation“ Sorrentino & Chris Millis

Die Situation ist folgende: MTV hat mit seiner Realityshow „Jersey Shore“ den grössten Erfolg in seiner Fernsehgeschichte gelandet. Die Protagonisten, ein Rudel ItaloAmerikaner mit Vorliebe für frische Wäsche, Solarium und betrunkenem Sex, sind längst Superstars geworden. Einer davon: Mike „The Situation“, kurz Sitch. Sein Ratgeberbuch weist uns ein in die hohen Künste des Fistpumpens und Bauchtrainings, denn der Club ist immer voll mit Grenades und GTL ist kein Zuckerschlecken. Haben Sie nicht verstanden? Dann sollten Sie sich das Buch erst recht kaufen. (rec)

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724 GRÜNDE WARUM

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NEIL DIAMOND DER GRÖSSTE KÜNSTLER

Verlag: Gotham Nummerndings: 978-1592406425 Preis: CHF 10.—

ALLER ZEITEN IST.

541. Crikey mate! Neil Diamond knackt erneut mit

den Knochen und geht 2011 auf Tour. Auf dem Fahrplan: Australien und Neuseeland! Nichts wird dort mehr sein, wie es war.

542.

Mit der Ankunft von Neil Diamond wird Australien der Welt endlich verziehen, dass der Kontinent jahrzehntelang als Sträflingskolonie missbraucht wurde und deshalb sämtliche Dreharbeiten zu „Crocodile Dundee“-Fortsetzungen einstellen.

Hoodie 55.-

543. All die überflüssigen Schafe Neuseelands

finden endlich Verwendung, wenn sie von den Bewohnern als Neil-Diamond-Gedenkbrusthaar um den Oberkörper geschnallt werden.

544. Peter Jackson und das „LotR“-Filmteam werden nach Neuseeland zurückkehren müssen und an den Konzerten eine Neufassung von „Return Of The King“ drehen, die ihrem Titel auch gerecht wird.

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Auf seinem Baby trommeln: 5

Mutter Teresa

546. Das neuseeländische Rugby-Nationalteam kann seine Trials an den Vorverkaufskassen der Konzerttickets austragen, so heftig werden die Keilereien um die begehrten Eintrittskarten sein.

547. Koalabären werden wahrscheinlich aussterben, da Neil Diamonds Knopfaugen so viel putziger sind als die der Koalamännchen und Koalaweibchen sich fortan von nix anderem mehr begatten lassen wollen.

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548. Und ja, Kängurus leerschlucken bei diesen Aussichten zu Recht.

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Ladies 35.-

545. Didgeridoos werden endlich wohlklingen, wenn The Neil sie mit der Fingerspitze berührt wie Jesus einen Kranken.

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BUCH-CLUB

3 Arschlochskala: Britney Spears

Josef Fritzl

549. Steve Irwin wird zwar nicht von den Toten auferstehen, doch sein Tod wird nicht umsonst gewesen sein, denn dieser Rochen hätte auch Neil Diamond treffen können!

550. Wir haben da noch eine Theorie, dass Kylie

Minogue schwanger wird in dem Moment, wenn Neil Diamond australisches Festland betritt. Aber die Theorie ist noch nicht ganz druckreif.

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„Fuck You, You Fuckin Fuck“-Award

FYYFFA 2010

Endlich!

HANG THE DJ! Er kam, sah und klebte: Glanzhaar Antoine wird zum Träger des diesjährigen FYYFFA gewählt. (rec)

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OIN DJ ANT

Hätte man all den Schaum genommen, der unseren Lesern vor Wut vom Maul hing, es wäre eine bäumige Party im Beach Club Hinwil geworden. Passenderweise käme der Soundtrack dazu vom Sonnengott aller Dorfdiscos: DJ Antoine. So wie Spanien 2010 endlich Fussballweltmeister werden konnte, krallte sich auch Schandtoine zum ersten Mal jenen Titel, der ihm in den vergangenen Jahren nur jeweils knapp verwehrt geblieben ist. 2010 strengte sich der Housegraus aber zünftig an, machte sich in Videoblogs auf www.20min.ch zum Horst to end all Horsts, lieferte sich mit seinem ehemaligen MC Whatshisname einen facepalmigen Kleinkrieg und tat Princes „Purple Rain“ das an, was die Zeit mit Gigi Oeris Gesicht gemacht hat. Apropos Basel: Auf Platz 2 des FYYFFA-Rankings schaffte es Alex Frei. Und apropos Fussball: Sepp Blatter deppte sich auf den dritten Rang. Doch der Mann mit dem Gelhelm übernervte sie alle und wurde von uns deshalb zur Award-Übergabe am 21.12. ins Zürcher Mascotte eingeladen. Ob er kommt, wissen wir nicht. Versprechen können wir aber, dass mindestens zwölf starke Männer ihn vom Musik machen abhalten werden. Deshalb sollten Sie so oder so auftauchen. Und noch ein Geheimtipp an alle Tierhasser: Jedes Mal, wenn ein Exemplar von Antoines brandneuem Album „Wow“ verkauft wird, explodiert irgendwo auf dieser Welt einem neugeborenen Kätzchen der Kopf. Während es im Schoss eines kleinen Mädchens sitzt. Das gerade beide Eltern verloren hat und erst durch dieses Kätzchen wieder lieben lernte.

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THE KNOCKS Knocking On Disco's Door Aus: New York, USA Seit: Sommer 2009

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as wäre passiert, wenn keine fiese Visage dagewesen wäre, der Chuck Norris im Kindergarten seinen ersten Roundhouse-Kick verpassen konnte? Die Visage hätte uns keine Legende erzählen können und wir würden heute noch glauben, das Universum sei mit dem Urknall entstanden. Eine Legende ist also nur so gut, wie der, der sie überbringt (in your face, Massenvernichtungswaffen). Im Falle von The Knocks ist das ein ganzer Block voll genervter New Yorker. Die nervten sich mächtig über die 24/7-Beschallung aus einer Wohnung in ihrer Mitte. Das heisst was, denn New Yorkern muss man ja bekannterweise mit dem Flugzeug ins Haus fliegen, bis sie sich nerven. Angepisst, weil sie „How I Met Your Mother“ im Fernsehen nicht mehr verstehen konnten, polterten sie an die Türen, Wände und Fenster der besagten Wohnung. Von dort stammt der Name The Knocks. Bewohnt wurde die Wohnung von Ben „B-Roc“

Ruttner und James „JPatt“ Patterson. Sie feilten damals an Remixes, von denen wir heute nicht genug kriegen. Die Liste der Geremixten liest sich wie das Who-Is-Who der Popmusik: Peter Bjorn & John, Marina & The Diamonds, The Temper Trap, Passion Pit, The Jackson Five, The Killers und sogar die Unmutter des Teeniepops Britney Spears herself ist dabei. RoundhouseKick-Like schlugen die Remixe ein wie, äh, ja, wie Roundhouse-Kicks eben. Kurz darauf produzierten sie den bigappelschen Popstar-inden-Startlöchern Samuel, signten beim Label Heavy Roc Music (auf deren Homepage gibt's die erwähnten Remixes als Gratis-Download) und ihre erste Single „Dancing With The DJ“ avanciert soeben zum Dancefloor-Boomer dieses Winters. Grosse Namen wie Rihanna und Flo Rida wollen unbedingt die Beats der Jungs. Die Poptauglichkeit von The Knocks entspricht dem Hymnen-Niveau von David Guetta und musikalisch werden sie schon mit Daft Punk

verglichen. Grosse Erwartungen an die Newcomer also. Sollte das Duo die jedoch erfüllen, wäre das in etwa so, als würden Chuck Norris und Mark Zuckerberg einen RoundhouseKick-Button für Facebook erfinden. (röhr)

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► www.myspace.com/itstheknocks

Vor dem Hören Mundschutz einsetzen!

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NEON INDIAN

Hype ya ya ya, hype ya ya ya! Aus: Denton, Texas Seit: Sommer 2008

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ei Alan Palomo piepts wohl. Und zwar sehr hübsch. Sein entspannter Electropop dürfte allen willkommen sein, denen das neuste MGMT-Album ein zu grosser Mittelfinger gegen Hitsingles ist. Solche hat Palomo aka Neon Indian nämlich gleich einige im Gepäck, die prima aufs Mixtape für die Freundin, nicht aber ins Tagesprogramm der üblichen Schnarchradios passt. (rec) ► www.myspace.com/neonindian / LP „Psychic Chasms“ jetzt erhältlich

Hoffentlich bald so berühmt wie Häuptling Bunter Hund.

FRISCHE RATING

YOKKO

Ohne Ono gleich viel besser Aus: Bern Seit: Winter 2009

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THE AMPLIFETES Im Bett mit Madonna Aus: Stockholm, Schweden Seit: Winter 2007

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ier Produzenten (u.a. für Madonna, Kelis, Grandmaster Flash) wollten gerne mal auf der anderen Seite der Fensterscheibe vom 100 Aufnahmestudio stehen. Ausgerüstet mit OhrwurmAngelhaken und ganz vielen Piepsinstrumenten, 95 gründeten sie The Amplifetes. Das Electropop-Quartett erhebt nun Hoheitsanrecht auf den Dancefloor und tut das75zumindest mit einigen Songs ganz ordentlich. (rec)

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Disco as fuck und ein Bart, der schon wuchs, 5 als es noch gar nicht in Mode war.

TRANSLATION Unsere Koryphäe für japanische Unterhaltungskultur stellt vor:

► www.myspace.com/weareyokko

Nachzählung unnötig: Unsere Wahl zur „Band to watch 2011“ fällt auf YOKKO.

► www.myspace.com/theamplifetes / LP „The Amplifetes“ jetzt erhältlich.

TIMO WAGNER IS

LOST IN

lorida? Dort bringen doch Amerikaner ihre alten Leute hin, damit sie die nicht ständig im Heim besuchen müssen. YOKKO dagegen haben den Sommer dort damit verbracht, an ihrem Debütalbum zu feilen. Die Unterschrift auf dem Plattendeal mit einem US-Indielabel ist noch feucht und unsere Augen werden es auch sein, wenn YOKKOs melancholischen Rocksongs uns entgegenseufzen. (rec)

FRISCHE RATING

SIEGERTIGER SAGT: „Das sind keine Streifen auf meinem Rücken! Die Kratzspuren deiner endlich mal wieder befriedigten Freundin heilen nur so langsam!“

E FRISCHG RATIN

H-BOUYA „Versuchen Sie mal im Internet Pornografie auszuweichen. Das ist, als würde man mit einem Hummer durch einen Bienenschwarm rasen in der Hoffnung, keines der Tierchen klatscht dabei auf die Windschutzscheibe. Nun, der HBouya-USB-Stick macht dem Benutzer zumindest ein schlechtes Gewissen. Jedes Mal wenn der Buchstabe H („eechi“, was im Japanischen auch als „Porno“/„Hentai“ übersetzt werden kann) blinkt das Plastikbaby anschuldigend auf. Mir hat's geholfen. Endlich kann ich wieder beidhändig surfen.“

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DEADMAU5 THEY BELIEVE THE HYPE

Joel Zimmermann ist ein Name, dessen Harmlosigkeit und Unsexyness seinen Trägern in der Primarschule wohl oft das Essensgeld verlieren und in der Pubertät die Jungfräulichkeit behalten lassen haben. Falls das beim heute berühmtesten Joel Zimmermann der Welt auch der Fall war, so zeigt dieser mittlerweile mit dem Finger auf Frauen und sie schlafen mit ihm; und er zeigt seinen früheren Primarschul-Mobbern den Finger – denn er ist heute Deadmau5, der heisseste Tech-House-Act der Gegenwart. (shy)

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eine elektronische Musik ist 2010 fast schon übertrieben beliebt, Joel Zimmermann war es bis vor wenigen Jahren wahrscheinlich aber nicht wirklich. Zwar hat er auch schon vor seinem Senkrechtstart mit Computern gearbeitet, jedoch mehr in der Informatik-Ecke; in dem Berufszweig, wo man statt der vollen Namen der Arbeitskollegen deren IPs kennt, sich zum Schickmachen ein mit Tribals verziertes Hemd anzieht und ChatAusdrücke wie ‚lol' oder ‚rofl' auch in der gesprochenen Sprache verwendet.

Zimmermann beim Einbauen einer neuen Grafikkarte in seinem Computer neben Staub auch noch eine tote Maus – wie auch immer Mäuse in Computergehäuse gelangen mögen; in Kanada scheint sowas möglich. ‚dead mouse' war als Idee geboren und wurde von Zimmermann für Internetforen-Zwecke als ‚Deadmau5' stilisiert.

Art Mouse Die Verkettung so vieler, recht uncooler Nerdigkeiten brachten Zimmermann schliesslich dazu, sich für seine bald folgenden Bookings ein unverkennbares Utensil Login: deadmau5 zuzulegen: den berühmten Mauskopf. Daft 1996, als Zimmermann 15 war, zimmerte er Punk hatten das mit der Verhelmlichung zwar erstmals so an alten Computer-Chips herum, schon zehn Jahre zuvor erfolgreich praktiziert dass sie fiepige Laute von sich gaben. Später und auch die Lichtspektakel heutiger arbeitete er bei einer Radiostation in seinem Deadmau5-Shows standen schon im Regelbuch kanadischen Heimatort Niagara Falls (in der des französischen House-Duos – aber hey: Es Nähe fällt ganz viel Wasser ganz weit in die hat damals funktioniert und es lässt die Menge Tiefe) als technischer Betreuer und schaffte es auch heute noch kreischen, also warum nicht? irgendwie, die zutättowierten Hände der Sein Name auf Party-Flyern und FestivalMötley Crüe zu schütteln. In einem klaren Moment hat deren Drummer Tommy „Whiskey Plakaten wurde grösser und mauserte sich weiter nach oben, daneben heimste Deadmau5 und Pam Anderson zum Frühstück“ Lee das zahlreiche wichtige Preise wie die vom technische und scheinbar auch musikalische Talent von Zimmermann erkannt und liess ihn marktführenden Dance-Music-Online-Store Beatport und drei International Dance Music an die Regler seiner 1999er Metal-RapPromenadenmischung „Methods Of Mayhem“. Awards ein – unter anderem für seinen Track „Ghosts N Stuff“, zu dem Sie sich nicht nur in Damit hatte Joel Zimmermann Business-Blut House-Clubs, sondern auch in Indie-Discos geleckt. Als er 2006 mit Kumpel und Mit-Geek schon die Füsse wundgetanzt haben. Steve Duda unter dem Pseudonym B.S.O.D. Über 40 mehr oder weniger bekannte Remixes (Blue Screen Of Death; Windows-User wissen und ebensoviele Singles, die in gut zehn davon und zittern davor) erste House-Tracks veröffentlichte und mit deren digitalen Vertrieb Compilations und Quasi-Alben verpackt wurden, schmücken Deadmau5' Releaseseine Miete halbwegs bezahlen konnte, stand Katalog. Beachtlich, ist er doch erst seit gut vier er bereits mit einem bleichen Bein in der Jahren überhaupt im DJ-Geschäft. Pardon, Musik-Branche. Duda konnte allerdings nicht Musik-Geschäft, schliesslich hasst er es, wenn weiter mitmischen, da er mangels Kohle heim nach L.A. musste, und so machte Zimmermann man seine Tätigkeit als DJing bezeichnet. Er sei Künstler, da er seine Tracks selber produziert alleine weiter. und nicht einfach fremde Songs aneinander Für den Karrierestart fehlte aber noch ein abspiele. So divenhaft es sich anhört, aber catchy Solo-Alias. Glücklicherweise fand

Deadmau5 hat schon Recht damit; zumindest, was einen Teil seiner Arbeit betrifft. Aufbereitet sind jedenfalls alle unter seinem Namen releasten Stücke, und zwar mit Musiksoftware, die der Ex-Informatiker selber schreibt und laufend updatet, da er es 1. kann und 2. der Markt nichts anbiete, das seinen Programmen das Wasser reichen könne. Das mag stimmen, doch zeigt es auch die manchmal unangebrachte Arroganz auf, die der Kanadier immer wieder an den Tag legt. Swiss Nightlife, äh, was? Veranstalter bekommen das in Form von absurd hohen Gagen-Forderungen und Ansprüchen, die arabischen Ölscheichen würdig sind, zu spüren. Fragen Sie nur mal die Organisatoren der ersten Swiss Nightlife Awards, die am 4. Dezember über die Bühne gehen. Aber die immense Nachfrage nach Tickets für den Event bestätigen Deadmau5 in jeder Hinsicht – oder glauben Sie etwa, all die Techno-Kids und House-Stachelfrisuren pilgern wegen dieser Alibi-Auszeichnung in die Zürcher Maag Halle? Um das Datum dieser Swiss-Nightlife-Dings herum zeigt Deadmau5 der Welt sein neustes Kunststückchen „4x4=12“. Wie seine bisherigen Alben gehört auch dieses ins eher melodiearme und beatlastige Progressive- und Electro-House, zu dem poppige Gäste wie ein „Ghost N Stuff“ keinen Zutritt haben. Der Masse wird's trotzdem gefallen; denn durch den Hype könnte Joel Zimmermann momentan die leuchtenden Augen seines Mausehelms auch zu einem Old-School-Hip-Hop-Song im Takt blinken lassen und die Menge würde trotzdem toben. Wahrscheinlich. ► Deadmau5 „4x4=12“ (EMI) jetzt erhältlich. Deadmau5 unhooked am 4. Dezember an den Swiss Nightlife Awards in der Maag Halle, Zürich.

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Zwei Franzosen mit dem Kontrabass „Tron: Legacy“, die langerwartete Fortsetzung des computeranimierten Filmklassikers „Tron“ aus dem Jahr 1982, steht in den Startlöchern. Es ist eines der meisterwarteten Projekte dieses Jahres – und das in doppelter Hinsicht: Sowohl der Film als auch der Soundtrack von Daft Punk werfen bereits seit Monaten so hohe Wellen, dass halb Europa eigentlich längst von der Erdkarte verschwunden sein 100 müsste. (dave)

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eit bekannt wurde, dass Daft Punk den Film mit Musik untermalen werden, 75 bricht wieder so etwas wie eine Hysterie um die Gruppe aus. Dabei hat das französische Duo seit Jahren nichts Relevantes mehr in die Waagschale der Musikszene geworfen. Ihr in 25 den ausklingenden 90ern unüberhörbares Debüt „Homework“ verwandelte die French5House-Welle in einen Tsunami und war massgeblich an der noch kurze Zeit zuvor

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eigentlich undenkbaren musikalischen Vermählung von Rock und Electro beteiligt. Doch ihr drittes und bisher letztes, 2005 veröffentlichtes Album „Human After All“ war ein Schnellschuss, die repetitiven Soundcollagen nur eine Idee davon, wie grossartig Daft Punk eigentlich sein können. Die Intelligenz, mit der sie in den Anfangstagen House, Disco, Funk und Rock zusammenführten, schien zu ideenlosem Snobismus verkommen zu sein. Sie selbst sagten vor drei Jahren in einem Interview mit dem Musikexpress, sie würden wahrscheinlich ganz andere Musik machen, wenn sie noch mal 20 Jahre alt wären. Auch deshalb, weil die elektronische Musik nicht mehr so kontrovers sei wie vor der Jahrtausendwende. „Damals haben wir noch wirklich versucht, Dinge nach vorne zu bringen und anders auszudrücken. Heute ist es viel schwieriger, innovativ zu sein und etwas anderes zu machen.“

Vom Schlafzimmer zum Orchester

Die Chance, etwas anderes zu machen, bot sich Daft Punk mit dem Soundtrack zu „Tron: Legacy“. Von der Arbeit der Band war bisher jedoch so gut wie gar nichts nach aussen gesickert. Das Duo gab praktisch keine Interviews und steigerte mit seiner Geheimnistuerei die Spannung auf das Werk zusätzlich. In der Dezember-Ausgabe des britischen Magazins Dazed & Confused sprachen Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo nun erstmals ausführlich über die Arbeit am Soundtrack, ihre Motivation und die Parallelen zwischen der orchestralen Filmmusik und ihrem eigenen Sound. „Das ist das herausforderndste und komplexeste Projekt, an dem wir je beteiligt waren“, sagt Thomas Bangalter im Interview. Früher hätten zuhause im Schlafzimmer an elektronischen Sounds gebastelt, und jetzt würde ihre Musik von einem fast 100-köpfigen Orchester mit einigen der besten Musiker der Welt gespielt. „Wir sind glücklich, dass wir die Möglichkeit hatten, in all den Jahren einige künstlerisch kraftvolle Momente zu erleben. Aber mit diesem Orchester aufzunehmen war eine sehr heftige Erfahrung.“ Als Einflüsse nennt das Duo berühmte Filmkomponsiten Max Steiner („Casablanca“, „Vom Winde verweht“), Bernard Herrmann („Psycho“), Vangelis und Maurice Jarre („Doktor Schiwago“), den Vater von Jean Michel Jarre.

Das SoundtrackSyndrom

Eine Vorab-Version des Soundtracks war bis Redaktionsschluss nicht zu kriegen. Doch im Internet finden sich einige Seiten, auf denen erste (der insgesamt 22) Stücke der Filmmusik zu hören sind, darunter auch die erste Single „Derezzed“, ein rein elektronisches Stück ohne Orchester. Sich aus diesen einzelnen Puzzleteilen ein ganzheitliches Bild zu machen, ist nicht möglich. Entsprechend fällt auch der erste Eindruck zwiespältig aus. Daft Punk sind in eine neue und unbekannte musikalische Welt eingetreten, ohne orientierungslos umher zu irren. Im Gegenteil: Es scheint, als habe das Duo ein richtig gutes Werk geschaffen, das perfekt zum Film passen dürfte. Die Tracks sind nicht nur majestätisch mächtig und – vor allem im gesamtheitlichen Kontext – dynamisch, sondern haben auch Tiefe. Dennoch scheint der Soundtrack unter demselben Syndrom zu leiden wie viele andere Scores: Die Stücke funktionieren einzeln nur bedingt, sie sind einer einheitlichen Atmosphäre verpflichtet und folglich teilweise kaum voneinander zu unterscheiden. Ausserdem brauchen sie meist die symbiotische Beziehung zum Bild, um vollends zur Entfaltung zu kommen und einen Streifen im Kopfkino in Gang zu setzen.

Wer nach den typischen Daft-Punk-Mustern im düsteren Klangteppich sucht, wird nicht oft fündig. Die elektronischen Elemente mit entschleunigten Beats und verspielten Figuren ziehen sich wie ein roter Faden durch die Tracks und versorgen sie mit Spannung, doch es dominieren die orchestralen Arrangements.

Das Streben nach Ganzheitlichkeit

Doch wie passt das Komponieren von Musik für ein klassisches Orchester überhaupt zu einem Elektronik-Duo, das bisher hauptsächlich mit Maschinen und synthetischen Klängen gearbeitet hat? „Unsere Welt hat sich in analog und digital geteilt. Wir streben aber die Ganzheitlichkeit an. Das ist das Bild, das die Platte vermitteln soll“, so das Duo in Dazed & Confused. Guy-Manuel de Homem-Christo meint, die Musik von Daft Punk habe schon immer einen barocken Einschlag gehabt. „Die Seele und das Gefühl klassischer Musik ist so kraftvoll, dass es einfach ist, sie zu mögen. Es ist nur so, dass die Leute denken, man müsse gebildet sein, sie zu hören. Ich dachte das auch lange Zeit, bis ich so viele verschiedene Musikstile gehört hatte, dass ich es eines Tages einfach versucht habe.“ Es gehe nicht darum, sie hören zu lernen. Man müsse nur erkennen, dass sie da ist. Er hoffe, die Arrangements des Soundtracks würden ihre Fans ermutigen, sich der klassischen Musik anzunähern.

Human after all

Bangalter betont auch die Zeitlosigkeit von Orchesterinstrumenten im Vergleich zu elektronischen Tools. „Ein Cello gab es schon vor 400 Jahren, und es wird es auch in 400 Jahren noch geben. Aber Synthesizer, die vor 20 Jahren erfunden wurden, werden in 20 Jahren wahrscheinlich verschwunden sein. Das ist eine sehr niedrige Stufe künstlicher Intelligenz.“ In der Vergangenheit hätten sie damit gearbeitet, Genres wie Disco und Heavy Metal aufeinanderprallen zu lassen. Jetzt würden sie das im Soundtrack mit dieser Idee von ultimativem Retro-Futurismus umsetzen. „Wir wussten von Anfang an, dass wir diese Filmmusik unmöglich mit zwei Synthesizern und einem Drum-Computer machen können“, so Bangalter. Ob und wie sich die Arbeit am Soundtrack das nächste Album von Daft Punk, an dem sie angeblich schon seit zwei Jahren arbeiten, auswirken wird, bleibt abzuwarten. Und auch wenn die beiden Franzosen mit der Filmmusik allein nicht an Relevanz gewonnen haben, den Respekt für ihr Werk haben sie sich verdient. Auf „Tron: Legacy“ zeigt sich das elektronische Duo, das im Film als Roboter zu sehen ist, jedenfalls so, wie es vor fünf Jahren schon sein wollte: Human after all.

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Daft Punk zwischen Musik und Film

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Tron: Legacy – Der Film

75 bereits bei „Tron“, das dank revolutionären Computer-Animationen Kult wurde, spielt auch der Wie Nachfolger „Tron: Legacy“ in einer virtuellen Welt- diesmal allerdings in 3D. Sam Flynn (Garrett Hedlund) begibt sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater Kevin (gespielt von Jeff Bridges, der schon im ersten Teil die Rolle inne hatte), einem weltbekannten Videospiel-Entwickler. Als er ein Signal verfolgt, 25 findet er sich selbst in einer digitalen Welt voller kämpferischer Programme, in der sein Vater seit mehr als 20 Jahren gefangen ist. Zusammen mit Quorra (Olivia Wilde) kämpfen sich Vater und Sohn durch ein Cyber5 Universum, das Kevin Flynn einst entwickelt hatte.

„Tron: Legacy“ ist nicht der erste Schritt, den Daft Punk im Filmgeschäft wagen. 2006 produzierte das Duo den Film „Daft Punk's Electroma“, eine Geschichte über zwei Roboter, die menschlich werden wollen. Davor beteiligten sich die Franzosen auch an der Produktion von „Interstella 555“, einer visuellen Umsetzung ihres Albums „Discovery“. Ausserdem führten sie Regie bei ihren Videos („Fresh“, Robot Rock“, „Technologic“) oder liessen sie von Regisseuren wie Spike Jonze, Michel Gondry oder Roman Coppola umsetzen. Die Bedeutung der visuellen Komponente unterstreichen sie auch in ihren Live-Shows.

► Daft Punks Soundtrack zu „Tron: Legacy“ (Walt Disney Records/EMI) erscheint am 10. Dezember.

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Ein bisschen wie Abwaschen

DISCO DOOM „Trux Reverb“, das neue Album der Züricher Indie-Rock-Gruppe Disco Doom, stösst einen regelrecht vor den Kopf. Es kommt praktisch ohne Songs aus und stellt die Geduld der Hörer auf die Probe. Ein Erklärungsversuch. (dave)

Die Gitarre dröhnt verzerrt aus den Boxen, sie heult auf, dann dröhnt sie wieder, das Schema wiederholt sich. Die Akkordfolge ändert sich kaum. Das geht vier Minuten lang so, heisst „Trux Reverb“ und ist der erste Track der gleichnamigen neuen Platte von Disco Doom. Jedes Stück ist ein scheinbar endloser Loop, minimal arrangiert und eigenwillig wie nur etwas. „Trux Reverb“ ist ein schwieriges Album. Ein schwer verdaulicher Brocken, der einen erstmal ziemlich ratlos zurücklässt. Ein Album, das die Grenze zwischen Songstruktur und Formfreiheit, zwischen Minimalismus und Anspruchslosigkeit, zwischen Musik und Geräusch auflöst. Es klingt wie ein Soundtrack ohne Film. „Wir wollten etwas Individuelles machen, uns vom klassischen Songwriting entfernen und experimentieren“, sagt Gitarrist und Sänger Gabriele De Mario. Sie hätten nicht auf irgendwelche Formeln zurückgreifen wollen, bloss um das Publikum glücklich zu machen. „Musik muss nicht immer einfach und zugänglich sein oder einen direkt anspringen. Man muss als Hörer bereit sein, sich Zeit zu nehmen und manchmal auch einen Schritt auf die Musik zuzugehen.“ Auf sie zuzugehen ist das eine, sich danach nicht von ihr abzuwen-

kaputte und müde Band, die plötzlich in ein zärtliches und zerbrechliches Lied flüchtet. Und dann kommt ‚Port Land', der Abgang, langsam und lang.“ Es ist die Leere nach dem wochenlangen Adrenalinfluss, die Rückkehr in ein entschleunigtes Leben ohne Rhythmus. Anfang Jahr nahmen Disco Doom das Album zusammen mit Jason Albertini (Helvetia) am Schlagzeug in Seattle auf und beendeten damit vorerst ihr Übersee-Abenteuer. „Wir haben teilweise vor mehr als 1'000 Leuten gespielt, darunter in so besonderen Hallen wie dem America is doomed Fillmore“, schwärmt Gabriele. „Wir wurden Für das Zürcher Duo ist es jedoch mehr als nur richtig verwöhnt, denn das ist nicht unsere eine Platte. Es ist eine Art musikalisches Realität. Die ist, in der Schweiz vor einer Tagebuch. Letzten Herbst tourten Disco Doom Handvoll Leuten aufzutreten.“ Doch die – Anita Rufer, Gabriele De Mario und der Hoffnung, dass irgendwann ein weiteres damalige Drummer Dominik Oppliger – als Auslandkapitel folgt, bleibt bestehen. Support von Built To Spill während rund drei Vielleicht wird ihr Auftritt am SXSW im Monaten und fünfzig Konzerte lang quer nächsten Jahr die Einleitung dazu. durch die USA. Nach dem Ende der Tour zogen sie sich für ein paar Wochen nach Boise, Idaho ► „Trux Reverb“ (Defer Records/Irascible) ist am (die Heimatstadt von Built To Spill) zurück. 26. November erschienen. Dort entstand der erste Song, „Trux Reverb“, ► Live am 10. Dez. Living Room (Lugano), das „Herzstück der Platte“, wie Gabriele sagt. 17. Dez. Chrämerhuus (Langenthal), 18. Dez. Der Rest ist ein Abbild der Eindrücke, die die Grabenhalle (St. Gallen), 23. Dez. Salzhaus Gruppe unterwegs gesammelt hat. „Die ersten (Winterthur), 12. Feb. Werkstatt (Chur), 19. Feb. vier Stücke zeigen eine zusammengeschlagene, Queen Kong Club (Neuchâtel) den etwas anderes. Gerade mit einem Track wie dem letzten Stück „Port Land“, das rund eine Viertelstunde dauert (bei einer Gesamtspielzeit von 32 Minuten) und aus einzelnen, in Zehn-Sekunden-Intervallen gespielten Gitarre-Piano-Akkorden besteht, können die meisten wohl nicht viel bis gar nichts anfangen. „Es ist wie beim Abwaschen: Wenn man die ersten drei Minuten überstanden hat, ist es wie ein Mantra“, meint Gabriele.

«2», «PlayStation», «PS3» and « » are trademarks or registered trademarks of Sony Computer Entertainment Inc. « » is a trademark of the same company. «Ô» is a registered trademark of Sony Corporation. The Sly Trilogy ©2010 Sony Computer Entertainment America Inc. Published by Sony Computer Entertainment Europe. Developed by Sucker Punch Production, LLC. «Sly Raccoon» is a trademark or a registered trademark of Sony Computer Entertainment Europe. All rights reserved.

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«2», «PlayStation», «PS3» and « » are trademarks or registered trademarks of Sony Computer Entertainment Inc. « » is a trademark of the same company. «Ô» is a registered trademark of Sony Corporation. The Sly Trilogy ©2010 Sony Computer Entertainment America Inc. Published by Sony Computer Entertainment Europe. Developed by Sucker Punch Production, LLC. «Sly Raccoon» is a trademark or a registered trademark of Sony Computer Entertainment Europe. All rights reserved.

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Mit zusätzlichen Minispielen für PlayStation®Move.

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Eye on:

TWIN SHADOW

Damit Sie sich dann vor dem Club nicht wütend auf die Lippen beissen, weil Sie nicht mehr rechtzeitig ein Ticket gekriegt haben, sagen wir es Ihnen besser schon jetzt: Twin Shadow, am 14. Februar im Plaza (Zürich). Ja, das ist Valentinstag. Und ja, mit wem auch immer Sie dorthin gehen, er oder sie wird Ihnen dafür für immer sein Herz schuldig sein. George Lewis Jr. aka Twin Shadow, Brooklyner by choice und mit Wurzeln in der Dominikanischen Republik, veröffentlichte jüngst sein Debütalbum „Forget“. Twin Shadows leicht unterkühlter Wave-Pop sollte dabei auch keinen Fall vergessen gehen, wenn nach den besten Alben 2010 gefragt wird. David Bowie in seiner Thin-White-Duke-Aufmache hätte sich für Songs wie „Castles In The Snow“ und „Forget“ auf alle Fälle nicht schämen müssen. Drum: Album kaufen, Konzertticket ebenso und die herzförmige Schachtel mit Pralinen erübrigt sich von selbst. (rec)

««‰», «PlayStation», « », «PLAYSTATION» and « » are registered trademarks of Sony Computer Entertainment Inc. « » and « » are registered trademarks of Sony Corporation. «make.believe» is a trademark of the same company. TV Superstars™ ©2010 Sony Computer Entertainment Europe. Published by Sony Computer Entertainment Europe. Developed by Cambridge Studios. «TV Superstars» and «TV Superstars logo» are trademarks or registered trademarks of Sony Computer Entertainment Europe. All rights reserved.

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««‰», «PlayStation», « », «PLAYSTATION» and « » are registered trademarks of Sony Computer Entertainment Inc. « » and « » are registered trademarks of Sony Corporation. «make.believe» is a trademark of the same company. TV Superstars™ ©2010 Sony Computer Entertainment Europe. Published by Sony Computer Entertainment Europe. Developed by Cambridge Studios. «TV Superstars» and «TV Superstars logo» are trademarks or registered trademarks of Sony Computer Entertainment Europe. All rights reserved.

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Der neue PlayStation®Move für PlayStation®3 Mach dich bereit für eine Grossaufnahme von dir in TV Superstars! Denn die PlayStation®Eye’s face captur e Technologie bringt dich als Hauptdarsteller mitten ins Geschehen! Kämpf dich mit dem Move Motion Contro ller in einem heissen Wettstreit gegen deine Freunde an die Spitze der Crème de la Crème und werde der neue Meister des Reality TV. Stolziere über den roten Teppic h und nimm an verrückten Gameshows teil. Es ist Zeit, ins Rampenlicht zu treten!

THE GAME IS JUST THE START... playstation-move.com

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Tanzen macht m端de: Millie Dollar aus England.

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(Foto: Candee Photography)

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Nebst für The Beatles danken wir Liverpool jetzt auch für Anna Fur Laxis.

O H !L A L A ! C H É R I E ! Von jenen, die Auszogen, um sich Auszuziehen

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Dass sich im Bereich der Zürcher Langstrasse Mädchen ausziehen, haben Sie wohl schon gehört. Was Ihnen neu sein dürfte: Sie können ihnen jetzt auch dabei zuschauen, ohne dass Ihnen eine monströse KingKong-Nutte am Ohrläppchen knabbert: Im Plaza Club erlebt das Vaudeville-Cabaret ein glorioses Comeback, eine Hommage an die gediegene Entblätterung. Und das ist erst der Anfang, hoffentlich. (rgg)

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Glamour a go go: Vicky Butterfly aus London.

Hält ihre Heimat Finnland auch im Winter warm: Loulou D'Vil

(Foto: Harri Hinkka)

43 Rue de Berne, 1201 Genf. Hier wohnt die fleischliche Versuchung, seit vor 123 Jahren das Palais Mascotte seine mit Plüsch und Samt verkleideten Pforten öffnete. Unter seiner Decke trafen JazzRebellen auf Feierabend-Casanovas, Freakshows auf Fetisch-Girls. Auf seiner Bühne sangen Jaques Brel, Piaf, Gainsbourg. Auf seinen Fauteuils fläzten sich die angesehenen Richter der Calvinstadt, den Ehering in der Brusttasche und das Freudenmädchen auf dem Schoss. Die Hüllen fielen wie Herbstlaub im November. Manchmal tun sie das heute noch. Also, eigentlich: wieder. Nach einer Pleite, einer zehnjährigen Pause und einer Generalüberholung nahm der Sündenpalast 2008 den Betrieb wieder auf – mit leicht verändertem Konzept: Das Palais Mascotte ist heute der einzige Genfer Nachtclub, wo keine Prostituierten die wohlgeformten Hüften schwingen, sondern Künstlerinnen. Keine schweissnassen Hände winken mit Hunderternoten und grabschen an Brüsten rum. Ficken? Nein danke, auf jeden Fall nicht gleich jetzt und hier. Priorität haben Charakter, Attitüde, Ironie, Humor und kunstvoll geschneiderte Kostüme. „Tanzen heisst, mein extremstes Ich nach aussen zu krempeln – und in jedem Moment selbst zu entscheiden, wie viel davon ich mit dem Publikum teile.“ Quasi vom Trottoir weg wird die Strassenartistin Emma Mylan zur künstlerischen Leiterin des Palais (und zum ersten Maskottchen, logischerweise). Inzwischen vermittelt die Franko-Asiatin mit Beinen bis nach Tokyo als Agentin Tänzerinnen aus der halben Welt. Mädchen wie Melitta Honeycup, geboren in Budapest, schlank, blondiert, eigentlich ein scheues Mädchen. Eigentlich. Wie so viele wandert sie aus, nach Spanien, jobbt als Stripperin. Bis sie

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THEMA es leid ist, den geifernden Fratzen zu demonstrieren, wie „fuckable“ sie ist. Melitta kehrt den Spiess um. Sie studiert eine groteske ErotikAkrobatiknummer ein, „um den Kunden die Absurdität der eigenen Fantasien vor Augen zu führen“. Ausgerechnet sie, deren Eltern ihr den Zirkus verboten, wird zur Artistin. Sie, die Höhenangst hat, hangelt plötzlich an allem rum, was von der Decke baumelt, nur einen Hauch von Chiffon auf der tätowierten Haut. Grosses Kino! Und jetzt, ausgerechnet im Advent, übt das sündige Cabaret-Comeback den Ausfallschritt über den Röstigraben. Schuld daran ist der Zufall. Und Facebook, in dessen Suchfenster Alfonso Siegrist das Wort „Mascotte“ eingab – der Name des Clubs, für den er Electro-Hipster und Doom-MetalLegenden nach Zürich holt. Unter anderem. Auf jeden Fall landete Siegrist an jenem Nachmittag auf der Homepage des Genfer Vaudeville-Dancings, seine Augen wurden gross wie Schallplatten und das Herz hämmerte „You Can Leave Your Hat On“, als er beschloss: Das machen wir auch in Zürich! In Kollaboration mit Emma Mylan, die als Bookerin und Resident-Showgirl amtet, konzipiert er Oh! La La! Chérie!. An drei Montagen im Dezember und ab Januar einmal monatlich steigt im noch fast jungfräulichen Plaza Club die SupremeBurlesque-Bonanza. Burlesque? Da war doch schon was, ein Mini-Hype vor etwa einem Jahr. Redakteurinnen von Fashion-Postillen klebten sich Zwecks Erfahrungsbericht Pailletten auf die Nippel, StripteaseWorkshops lösten Power-Yoga im Trendranking ab und RockabillyKonzerte wurden zu mit Surfgitarren untermalten Strip-Shows. „Das funktioniert wunderbar in einer Location wie dem Mata Hari, wo du den Schweiss riechst und sie dir die Strümpfe förmlich über die Nase ziehen“, sagt Alfonso Siegrist. Doch für den ehemaligen Kinosaal im Plaza wollte er internationale Grandesse, ein Spektakel mit Feuer, Trapez und der verruchten Ausstrahlung von Städten wie Las Vegas, London, Helsinki – oder dem Ort, wo alles begann: Paris. Kleine Geschichtsstunde Es war Frühling…Einige hundert Kilometer nordwestlich von Genf eröffnet, selbstverständlich im 100 Wonnemonat Mai, 1869 das Cabaret Folies Bergère. Um den 95 Zuschauerschwund abzufedern, ergänzen ab den späten 1880ern Liebesdienerinnen das 75 Variétéprogramm „Grand Spectacle“. Eine gute Idee. So gut, dass in der Gegend Lusttempel wie das „Moulin Rouge“ wie Pilze aus dem 25 Kopfsteinpflaster des Montmartre schiessen. Während der goldenen 20ern 5 bezirzt etwa Joséphine Baker die Stadt

der (Rot-)Lichter, lange bevor in den Wohnzimmern erste TV-Geräte flackern. So ein bisschen in knappe Dessous verpackten Spass kann auch in Amerika nicht schaden, wo die Männer während der Prohibition wenig zu lachen (und zu trinken) haben. Nylonbestrumpfte Stripperinnen im Al-Capone-Chic lassen die trockenen Münder geifern und die Love-Guns in Mafioso-Hosen anschwellen. Und mit den ersten Tonfilmen fängt in den Lichtspielhäusern das Gestöhne an. Streifen wie „The Blue Angel“ 1930 mit Marlene Dietrich bedeuten neuen Popularitätsschub für das laszive Entkleiden. Dann, Weltkrieg! In Spinds von USSoldaten macht der Pin-up-Kalender Schule (merci gäll, Adolf!) und auf dem Neuen Kontinent blüht der HollywoodGlamour mit Rita Hayworth und Marilyn Monroe. Im Rock'n'Roll-Rausch der Fifties tanzen die Starlets auf dem Zenit ihrer Popularität, Bettie Page erlangt Weltruhm als Fetisch-Model – bis die Sexbomben entschärft werden von barbusigen Hippie-Müttern mit Gestrüpp unter den Armen und Regenbögen in den Augen. Während der sexuellen Revolution der 60er brennen Strapse und Spitzenhöschen auf dem Scheiterhaufen der Emanzipation. Fast drei Dekaden dauert es, bis in den Kellerclubs von New York und Los Angeles die Subkultur zum Gegenschlag ausholt: New Burlesque schreibt sich die Bewegung auf die Fahne, die in Dita van Teese eine porzellanhäutige Jeanne D'Arc findet. Sie (und ein bisschen ihr Ex-Mann, Christenschreck Marilyn Manson) hat zu verantworten, dass nun auch die europäische Pendlerzeitungsjugend weiss, wie man „Burlesque“ buchstabiert – und auf YouTube eingibt. Rockabilly-Starlets wie Millie Dollar leben den jungen Frauen wieder subtile Erotik und elegante Sexyness vor. Zum Glück. „Das urbane Leben ist heute ein einziger SoftpornoTrip“, sagt Emma Mylan. „Teenager wissen kaum mehr, wie es sich anfühlt, ein Mädchen zu sein, weil sie sich mit dem ersten Brustansatz in Sexsymbole verwandeln.“ Okay, wer das aktuelle Kinoprogramm studiert, wird feststellen, dass die Kommerzialisierung der StripperinnenKönigsdisziplin im Sektor der Familienunterhaltung beängstigende Ausmasse annimmt. Und das ist ja nicht die Idee, oder Emma Mylan? „Oh! La La! Chérie! ist keine Strip-Show, sondern erotische Unterhaltung – für Männer, Pärchen, Frauen…“, und ihr diabolisches Grinsen zaubert Grübchen zwischen die zartrosa Wangen und die feuerrot geschminkten Mundwinkel, „…aber definitiv nicht für Kinder!“

Die Ladies, das Line-up, die Kasse:

O h ! L a L a ! C h é r i e ! 6., 13. und 20. Dezember Plaza Zürich, Badenerstrasse 109 Tür: 19.30 Uhr Show: 20.15 Uhr Eintritt: CHF 25.(Vorverkauf über Starticket.ch, Tischreservationen via reservationen@plaza-zurich.ch, auch Saalmieten für bis 150 Personen möglich)

6. Dezember – Carnival-Queens, Teetassen-Teasing, feurige Furien und poetische Oldschool-Erotik mit:

Vicky Butterfly (UK), Miss Honey Lulu (UK), Louise de Ville (USA), Abagail Evans (UK) Emma Mylan (F/CH), DJ Lance Vegas

13. Dezember – Femmes Fatales, Rock'n'Roll-Sleaze, Ostblock-Orgien, cheeky Pin-up- und Trapezkünste aus Vegas mit:

Millie Dollar (UK), Lada Redstar (D), Anna Fur Laxis (UK), Miss Mo (US), Emma Mylan (F/CH), DJ Lance Vegas

20. Dezember – Classic Glamour, Ballet-Prinzessin, Hollywood-Engel und Hula-Reifen mit: Loulou D'Vil (FIN), Kitty Bang Bang (UK), Miss Banbury Cross (UK), Pippa The Ripper (UK), Emma Mylan (F/CH), DJ Grau

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Joséphine Baker (1906 – 1975)

Nur mit einem Jupe aus Bananen um die Hüften liess die „schwarze Perle“ die Temperaturen auf der Bühne des Folies Bergère steigen. Und mit ihren erotischen Tänzen im Théâtre Champs-Elysées wurde die Amerikanerin in Frankreich zur Cabaret-Heiligen der 20er – als schwarze Showstars in den USA noch kategorisch ignoriert wurden.

Mae West (1893 – 1980)

„Is that a gun in your pocket, or are you just glad to see me?” Kaum ist der Kinofilm publikumstauglich, macht sich Mae West daran, sämtliche sexuellen Leinwand-Tabus zu brechen. Unter anderem. Auch auf der Theaterbühne weiss sie ihre körperlichen Reize in Szene zu setzen. Für ihr Broadway-Stück „Sex“ landete die Femme Fatale 1926 hinter Gittern.

Marlene Dietrich (1901-1992)

Bevor Marlene Dietrich nach Hollywood kam, war Deutschland dort vor allem für Kriegsverbrechen bekannt. Dann zeigte die Schauspielerin der Welt, was ihr Land ausser Bratwurst und Sauerkraut sonst so für Versuchungen bereithält. Ihre Lola aus „The Blue Angel“ setzte Softerotik-Massstäbe.

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Rita Hayworth (1918 – 1987)

„Die Männer verliebten sich in Gilda – und wachten neben mir auf.“ 1946 war 100es, als das beliebteste HollywoodPin-up der Kriegsjahre im gleichnamigen Film zu „Put The 95 Blame On Mame“ lasziv einen schwarzen Handschuh abstreifte. Nur 75 das. Es reichte für einen nationalen Skandal.

Bettie Page (1923 – 2008)

Sex war ihr Geschäft und die Sünde ihre Spezialität. In den 50ern geisselte Bettie Page als erstes Bondage- und Fetisch-Model die Moralvorstellungen mit der Lederpeitsche. Nach der sexuellen Revolution wurde sie als Szene-Ikone wieder entdeckt und gefeiert als Wegbereiterin des New Burlesque.

Marilyn Monroe (1926 – 1962)

Sie trug Grösse 46 und hatte mehr Kurven als der Grosse Preis von Monte Carlo. Marilyn Monroe, Fleisch gewordenes Zeitdokument, sang für den Präsidenten, zog sich aus für Soldaten, posierte für die besten Fotografen – und starb früh genug, um in alle Ewigkeit schön zu bleiben.

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WIR FEIERN XXX-MAS! Last Christmas, I gave you my heart, this year, I'll give you B

ald ist es wieder soweit: Man lädt Verwandte ein, die man nicht dringend sehen möchte, steht bis kurz vor dem Herzkasper in der Küche und feiert einen sandalentragenden Hippie, der an seinen Partys Wasser zu Wein verwandelt und niemandem den Trick dazu verraten hat – Merry boring Christmas! Die ROCKSTAR-Aphrodisiakum-Gourmet-Taskforce kreierte zum Fest der Liebe exklusiv vier Dessertvorschläge, damit bei Ihnen dieses Jahr nicht nur der Weihnachtsbaum spitz wird. (kis) Fotos: Amanda Nikolic

DRIPPIN' MARSHMALLOWS

Mit dem Verzehr der fluffigen Zuckerberge aus Übersee, verhält es sich ein wenig wie mit gutem Sex: nur wenn's richtig feucht wird, macht's auch Spass. Schicken Sie die Verwandtschaft nach Hause, die Kinder ins Bett und dippen Sie, was das Zeug hält. Nebst zuckersüssen Dosenkirschen empfehlen wir Ihnen eine Crème aus Vollrahmjoghurt und unserem Gechmacksfavoriten, dem DUREX Play Cherry Gel. Die so angesetzten Kalorien werden Sie, mit dem richtigen Partner, noch ehe es dämmert wieder los und die nicht verwendeten Reste lassen sich hervorragend vom Körper ihres Komplementärsternchens lecken. Yum!

SOMETHING LIKE A BANANA-NA-NA

Erinnern Sie sich an den Lustmolch von Oberstufenlehrer, der vor Ihren Augen ein Kondom über eine Banane gestülpt hat? Wir glücklicherweise auch nicht. Das phallusähnliche Früchtchen lässt sich jedoch optimal für eine Schlemmerplatte für zwei verwenden. Benutzen Sie dazu Eiscrème Ihrer Wahl, Schokosauce und deziliterweise des neusten Wurfes aus dem Hause DUREX: Massage 2 in 1 Gel mit Ylang-YlangFlavour. Obwohl auch uns das Thema Verhütung ein bisschen am Herzen liegt, empfehlen wir ihnen die Bananen zuvor zu schälen und den Gummi wegzulassen. Wegen einmal wird schon nichts passieren.

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COCK-TAIL

Sollte Ihnen keiner der zuvor genannten, kulinarischen Kniffe zu einer animalischen Liebesnacht verhelfen, bleibt immer noch ein letzter Trumpf im Ärmel: der altbewährte Alkohol. Mischen Sie dafür eine möglichst hochprozentige Spirituose mit dem DUREX Play Piña 100 Gel. Ob Sie zusätzlich Colada Sprühsahne und einen kecken 95 Zuckerrand verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Getreu dem Motto der 75 Swinger unter Ihnen: alles kann, nichts muss. 25

SPITZE BUBEN

Vergessen Sie vor überschäumender Euphorie die Verhütung nicht. Kondome sind ein vielfaches günstiger als die neue Bauernfarm von Playmobil, die Sie dem potenziellen Produkt des (un)heiligen Abends eh nicht abschlagen können, an Weihnachten in ein paar Jahren.

Dass die Herren der Schöpfung grundsätzlich von früh bis spät eine erhöhte Lust auf den kleinen Beischlaf zwischendurch verspüren ist hinlänglich bekannt – dies ist zumindest bei uns so. Da dieser anstrengende Tagesablauf jedoch an den Kräften der Mannsgewehre zehrt, muss während der Gummis und jede Menge Spielzeug Verschnaufpausen ein adäquater finden Sie auf www.durex-shop.ch Snack her. Die traditionelle Füllung wird dabei kurzerhand durch den DUREX Play Sweet Strawberry Gel DUREX und ROCKSTAR wünschen ersetzt. Wenn Sie Ihrem Liebsten Ihnen ein orgastisches Weihnachtsfest! dieses Dessert auftischen, garantieren wir für ein schelmisches Grinsen im Gesicht, nicht nur bei den Keksen.

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Liebesgrüsse aus Urbania

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Als Teenie kriegt er eine Kugel in den Rücken, doch Mark Morrisroe lebt und überlebt, für die hinter und vor der Kamera, getrieben vom schieren Exhibitionismus. Er wollte, dass man ihn ansah. Er wollte, dass man ihn wollte und wurde zum Hauptdarsteller seiner eigenen Real-Life-Soap, derzeit zu sehen im Fotomuseum Winterthur. Es gibt viel Sex, etwas Liebe – und selbstverständlich kein Happy-End. (rgg)

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eine Mutter ist eine Hure und der Vater längst über alle Berge, als Mark Morrisroe zur Welt kommt, an einem eiskalten Januarmorgen 1959. Die Miete für sein erstes Apartment kratzt er auf dem Babystrich von Boston zusammen. Bis ihm ein Freier in den Rücken schiesst. Was das Ende hätte sein können, wird zum Anfang. Morrisroe zieht die junge Punkszene dem Rollstuhl vor, kämpft sich auf die Beine zurück und zieht mit 16 das Fanzine „Dirt“ auf. Künstler, Schwuchteln und Heroin 100 werden seine treusten Freunde. Mark Morrisroe schart eine 95 dynamische Künstlergruppe um sich. Die Geliebten werden zu 75 Models, zu Stars am Firmament im Kosmos der vier Wände, in denen sich das Leben abspielt, die zur Kirche werden, mit 25 Heiligenbildern von Dragqueens aus der Polaroidkamera und einem 5 aus Vintage-Grümpel. Die Altar Grenzen der Sexualität lösen sich

auf, oder nein, sie schmelzen dahin, wie Eiscreme in der Sommerhitze, zu einem süssen, bunten Etwas. Milchige Aufnahmen zeigen Schwänze, Titten, Ärsche, in Detail und Totale. Zeigen die Intimsphäre vom dreckigen Geschirr bis zu Masturbation und Fesselspielen. Zieh dich aus, Schatz, und nachher machen wir Tee! Szenen aus einem Mikro-Universum, das mit der Realität draussen wenig zu tun hat. Aber Realität, was heisst das schon. Nächste Station? New York, logischerweise. Ein bisschen zu spät wohl, 1985 haben Journalisten und Neo-Dandies das East Village eingenommen. Kommt als Kontrast zur Kommunen-Vertrautheit die Aussenwelt ins Spiel, etwa die Manhattan-Skyline, liegt über den Motiven ein geisterhafter Schleier,

etwas Unwirkliches. Und die Menschen wirken wie verängstigte Zootiere, gefangen zwischen Rockstar-Kult und PunkDestruktivität. Mark Morrisroe fängt in den früheren Fotographien die letzten Strahlen der goldenen Siebziger ein, bevor er in die monochrome Depression der frühen 80er abdriftet. In narzisstischen Selbstporträts wird der androgyne Künstler zur Karikatur des Popstars, die sich irgendwann kaum mehr vom Original unterscheidet. „Ich könnte sterben, wenn ich sehe, wie schön wir damals waren – im Vergleich dazu, wie hässlich wir uns als Outsider fühlten“, sagt Mark Morrisroe gegen Ende seiner Karriere. Sprich: gegen Ende seines kurzen Lebens.

von Abzügen aus Kneipen und Kellern, voll gekritzelte SandwichPrints, ikonische Polaroids, Collagen, Super-8-Filme („NymphO-Maniac“ lief im November an den Kurzfilmtagen Winterthur). Fast zehn Jahre lang verstauben die Dokumente, die Licht bringen in den privaten Darkroom des Mark Morrisroe, der seinen Lebenslauf gern mit Halb- und Unwahrheiten vernebelt und so trotz aller Recherchen irgendwie unfassbar bleibt. Seit 2006 ist der Morrisroe-Fundus im Fotomuseums Winterthur deponiert, in einem Umfang, der ein differenziertes Gesamtbild erlaubt von den Nuancen dieses Künstlers, der von Beginn weg nach Berühmtheit lechzt und daraus die Energie schöpft, selbst die Toilette seines Krankenzimmers noch zur Dunkelkammer umzukrempeln. Bis zum Schluss. Bis er sich mit 30 unter die AidsToten der späten 80er einreiht. ► Mark Morrisroe – Fotomuseum Winterthur (Halle und Gallerie) noch bis 13. Februar 2011, www.fotomuseum.ch

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Zwischen 1979 und 1989 häuft der chronische Selbstdarsteller einen gigantischen Fundus an, hunderte

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ZADIG & VOLTAIRE:

LOOKS TO KILL(S) F ranzösisch androgyn. Traumhaft bequem. Finanziell noch vertretbar. Eigentlich könnte man hier aufhören zu schreiben und nur die die Kleider von Zadig & Voltaire abbilden. Würde reichen. Denn das französische Label ist eine einzige Traumfabrik, die ein Must-Have nach dem anderen in die Shops knallt. Schlichte weisse Hemdkleidchen und romantischer Denim-Look oder eher rockig-chice Leder-Pelz-Kreationen mit einem Hauch von Trash – was will man mehr? Jamie Hince und Alison Mosshart von The Kills tragen die Teile übrigens schon lange und wurden neuerdings auch ausgewählt, für Zadig & Voltaire Modell zu stehen. Na, hat sich also doch noch gelohnt, dazu noch etwas mehr zu schreiben. (kätt) ► www.zadig-et-voltaire.com

MANGO: Kuscheln mit Scarlett Nachdem Penelope Cruz endgültig das Mango-WerbeSchiff verlassen hatte und in das ramponierte Charles-VögeleBötchen eingestiegen ist, war klar: Eine Neue muss her. Die Neue, die Rede ist hier von Scarlett Johansson, ist aber gar nicht mehr so neu. Schon seit einem Jahr beschäftigt sich die hübsche Blondine in ihrer Freizeit mit Stillhalten und Gutaussehen. Die Werbekampagne für Mango kann sich sehen lassen, nicht nur wegen der schönen Schauspielerin, sondern auch, weil die HerbstWinter-Kollektion so schön bequem aussieht. (kätt)

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► www.mango.es

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TOOK THE LOOK:

STORMTROOPER Scheiss auf die Comic-Helden-Woche auf Facebook! Wir wollen lieber echte Heroes sein, mit einem fancy Anzug und einer grossen Knarre und einem imposanten Helm auf dem Kopf. Und da Weiss in diesem Winter ziemlich angesagt ist, haben wir uns für den Stormtrooper aus den „Star Wars“-Filmen entschieden. Möge der Style mit Ihnen sein! (kätt)

Designer wie keiner Kopf 10:

Albert Kriemler

Jacke Jacke im „Star Wars“-Look „Jacket Mix” von Adidas, CHF 390.— Shirt T-Shirt “Sorry” von Boom, erhältlich über shop.weareboom.com, CHF 40.—

Uhr Uhr „The Rubber Re-Run“ von Nixon, 139.— Franken

Hose Levi's 519 Slim, CHF 135.—

Schuhe Sneakers „Ato” von Lacoste Legends, Preis auf Anfrage

Dank diesem Mann kennt man die Schweiz. Zumindest in der Fashionwelt. Albert Kriemler ist Chefdesigner des Labels Akris und so zu einem der wichtigsten nationalen Modemänner geworden. 1922 in St. Gallen gegründet von Alice Kriemler-Schoch, dem Grosi von Albert, setzt Akris seit Jahrzehnten auf die Entwicklung eigener Stoffe, unter anderem einen mit Tupfenmuster, der sich durch sämtliche bisher da gewesenen Kollektionen zieht – ob gut sichtbar, oder teilweise im Innenfutter versteckt. Ein anderes Markenzeichen ist die Double-Face-Technik, die bei vielen Entwürfen von Akris angewendet wird. Das bedeutet, sowohl die Aussen- als auch die Innenseite des Stoffes können nach aussen getragen werden. Besonders beliebt ist das St. Galler Unternehmen wegen seiner klaren Linien und der schnörkellosen Formsprache in seinen Designs. Und natürlich wegen den Tupfen. (kätt)

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CASH ADE!

Mit vanilla.ch verstummt das Klimpern im Beutel.

Bargeld

700 v. Chr. – 2010 Nehmen Sie mal Ihre Brieftasche hervor und werfen einen Blick auf die Münzen und Scheine. Nicht mehr lange und die sind so überholt wie VHS-Kasetten und die Tanzschritte der Vengaboys. Denn auch wenn die fliegenden Autos und das Ferienhaus auf dem Mars noch ein paar Jahre auf sich warten lassen, im Zahlungsverkehr hat die Zukunft bereits begonnen. Mit der iPhone-App von vanilla.ch lässt sich nämlich bargeldlos bezahlen und per Geo-Tracking-Dienst werden Sie darüber hinaus zu Spezialangeboten und Rabatten in Ihrer Umgebung gelotst. Es ist ein wenig wie „The Bourne Conspiracy“ meets „Confessions Of A Shopaholic“. Wie vorgehen? Auf www.vanilla.ch krallen Sie sich die kostenlose App fürs iPhone (weitere Smartphones folgen demnächst). Nachdem Sie sich für das Standard- oder Premium-Paket entschieden haben und von den Männern im Anzug Ihre Bonität geprüft wurde, können Sie fortan an der Kasse verschiedener Partnerstores (z.B. Spar, Mobilezone, Scout24 und EUROPA PARK!!!) mit Ihrem Handy per Strichcode bezahlen und dabei auch noch Punkte sammeln, für die Sie sich wiederum Prämien krallen. Wahnsinn? Wahnsinn. Schöne neue Welt. ROCKSTAR, das Bargeld ohnehin nur vom Hörensagen kennt, hat sich schon mal eine Welt vorgestellt, in der Scheine und Münzen durch Smartphones ersetzt werden. Staunen Sie mit. Weitere Infos und die App finden Sie auf www.vanilla.ch.

Styling: Anita Wey Hair & Make-Up: Helve Leal Fotograf: Gianni Pisano Fotoassistent: Lars Badertscher Produktionsleitung: Lina Baumann Requisiten: Johanna von Arx Models @ OPTION Nina Furrer (Zigarre), Natalja Neumeister (Stripperin), Anika Huber (Poker) Olivia Gwerder (Meitli) Male Models: Bâki Çavdar (Croupier), Kaspar Isler (Gangster)

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Um einen weiteren Sieg unseres Schützlings im Hahnenkampf zu feiern, zünden wir uns in Zukunft die Zigarre mit dem Mobile statt eines Hunnis an.

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Nein, unser Göttikind braucht sich sein Goldfischglas nicht mit hart ersparten Batzelis zu kaufen. Und Mobiltelefone sind auch nicht so leicht zu verschlucken wie Zweifränkler.

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Ach, w채ren wir doch bei der PowerpointPr채sentation von Roland Nef nicht eingeschlafen. J채nu. So wird uns eben die Bude ausger채umt, inklusive all den Mobiles, die wir unter der Matratze bunkerten.

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In unserer illegalen Spielhölle (die übrigens streng unter uns bleibt) stapeln sich nicht mehr länger die Geldbündel auf dem grünen Teppich.

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STYLE Fürs Bump and Grind stecken wir nicht mehr länger Zehnernötli ins Unterhösli. Aber die Vibrafunktion stellen wir natürlich vorher ab.

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REVIEWS DEZEMBER/JANUAR

ALBEN, DIE SIE HABEN MÜSSEN - ODER AUCH NICHT.

...SONGS,

zu denen sich die ROCKSTAR-Redaktion momentan kirre hört 1. Wolf Gang „Back To Back“ 2. Hillbilly Moon Explosion „Poupée de cire, poupée de son“ 3. Flying Lotus „Parisian Goldfish“ 4. Dead Kennedys „California Uber Alles“ 5. Neil Diamond „Beautiful Noise“

DEATHROPE

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ashville killed the OutlawCountry-Star. Cash ist tot, Jennings auch, Van Zandt schon lange. Und Willie Nelson? Der führt, fett und mit Hawaii-Blumenkränzen behangen, die Musik zum Galgen, die er damals eigenhändig aus dem Schlamm auf die grossen Konzertbühnen hievte. „Hang 'Em High“ beschwört die Stimme aus einer Kehle, die mit rostigen Sargnägeln gepflastert scheint, dahinter läuten die Kirchenglocken. Das Unheil kriecht langsam heran, wie ein Gewitter am Horizont, und entlädt sich im Faust-in-die-Fresse-Cowboypunk, den Deathrope jeweils von der Bühne brätschen. Teilweise. Denn um die Verstärker aufzudrehen und ein LiveSet auf Band zu prügeln, hätte das Zürcher Trio kaum ein halbes Jahr im Studio herumgewerkelt.

Hang 'Em High (Irascible)

Vom ersten Donnerhall bis zum letzten Knacken des Lagerfeuers – mit der Sorgfalt eines Filmregisseurs sind die 13 Ramble'n'Roll-Epen inszeniert, durch welche Raubmörder und Knastvögel geistern, Getriebene und Gejagte, die Bibel in der Tasche und den Teufel im Genick. Da sind Hühnerhaut-Räubermärchen („Bodmin Jail“, „The Undertaker“), die einem die Nackenhaare aufstellen wie Maisstauden im Wind. Da sind flott galoppierende Trash-Roadsongs („Country Gang“, „Wild Wild East“ oder das instrumentale „Tutti Dollari Per Me“), wie sie im Spucknapf einer verstaubten Highway-Kneipe kleben könnten. Und da sind diese knüppelnden Hillbilly-Hymnen („I Am The Law“, „Don't Look At Your Left“) mit Sand im Gitarrenamp, einem wütenden Hengst am Schlagzeug und einer Wucht, dass sich Balken im Saloon nicht bloss beugen, sondern Holzsplitter spucken. Deathrope bringen zurück, was in den 70ern von Produzenten mit Dollarzeichen in den Augen (und auch ein bisschen von den

eigenen Ikonen) zu christlichem Kinderzimmerpop vergewaltigt wurde – und bleiben vom gebohnerten DixieChicks-Sound genauso weit weg, wie von den Wildwest-Blaumeisen à la The BossHoss. Natürlich spielt das bildgewaltige Western-Pathos mit Metaphern aus Zeiten, die hart waren wie Eichenholz. Aber Nostalgie, nein danke. Der Cowboy ist nicht tot. Er kauft seine Bohnen jetzt einfach in der Migros. (rgg) ► Wer das mag, mag auch: Two Gallants „What The Toll Tells”, Hank III „Damn Right, Rebel Proud“, Andy Dale Petty „All God's Children Have Shoes“

...LIEBLINGSALBEN evervon:

JOEL MADDEN (Good Charlotte)

1. Weezer „The Blue Album“ 2. The Clash „London Calling“ 3. The Smiths „The Queen Is Dead“ 4. Rancid „... And Out Come The Wolves“ 5. Good Charlotte „The Young & The Hopeless“

...SONGS

von The Cure, die auf jeden iPod müssen:

1. „Boys Don't Cry“ 2. „Lovesong“ 3. „Friday I'm In Love“ 4. „The Hanging Garden“ 5. „Just Like Heaven“

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KITSUNÉ MAISON COMPILATION 10 The Fireworks Issue

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Presents

(Kitsuné Music/Universal)

Nachhilfestunde: Die Kituné Maison Compilations sind so was wie die Bravo Hits der coolen Leute. Im Halbjahres-Rhythmus presst das französische Label die next big things auf eine LP und verzückt damit Dickheads all around the world. Stets am Puls der Zeit, manchmal gar etwas zu weit voraus, auf jeden Fall aber immer geschmacksicher irgendwo zwischen Avantgarde-Pop, French House und Indie-Dance. Zum runden Geburtstag der Serie spendiert Kitsuné ein Doppelalbum mit fetten 25 Tracks, darunter Namen so illuster wie Dreiecke hip sind. Yelle electropoppt in „La Musique“ like it's 2004, der Mustang-Remix von Two Door Cinema Clubs „What You Know“ ist die perfekte Heirat von Gitarren und Synthies und wer sich bei Flight Facilities „Crave You feat. Giselle“ nicht ergriffen ans Herz fassen muss, hat keins.

THE INDELICATES

Songs For Swinging Lovers (Snowhite/Universal)

Bei solchen Albumtiteln fällt uns umgehend das Martiniglas aus der Hand, schliesslich heisst Frank Sinatras zweitbeste Scheibe ever genauso. Besser also, das britische Indelicates-Pärchen Simon und Julia wirft hier mit den ganz scharfen Messern, bevor 100 es zur Anklage wegen Gotteslästerung kommt. Und ja: Die zwischen Vaudeville und IndieRock gepflanzten, ganz schön clever getexteten 95 Songs rumpeln, klimpern und ohrwurmen sehr charmant. Überfan Eddie Argos (Art Brut) darf also 75 ruhig weiter begeistert kreischen wie eine 11Jährige an Justin Biebers Bühnenrand. (rec) ► Wer das mag, mag auch: Amanda Palmer „Who Killed Amanda Palmer“, The Decemberists „The Crane 25 Wife“, Cajun Dance Party „The Colourful Life“

Digitalism beweisen mit „Blitz“ dass sie eigentlich nie weg waren und House De Racket bringen in „Château“ den Sommer zurück. Es war nie einfacher musikalisch Stil zu beweisen. Danke Kitsuné. (rez) ► Wer das mag, mag auch: Kitsuné Maison Compilations 1 – 9, King Kong Kicks Vol 1 & 3, Killerpartys.

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Fremde Federn (Universal)

Soviel Element Of Crime auch zu sagen haben, manchmal liessen sie sich auch fremde Worte in den Mund legen. In der 25-jährigen Geschichte der zumindest gegenwärtig poetischsten Band Deutschlands haben Frontmann Sven Regener und seine Gentlemänner so einige Coverversionen eingespielt: „It's All Over Now, Baby Blue“, „My Bonnie Is Over The Ocean“, „I Started A Joke“ oder, ähem, „Last Christmas“ und „Leise rieselt der Schnee“. Manchmal eingedeutscht, stets im typischen EoCGewand von chansonhafter Eleganz. Doch die Magie eines regulären Albums vermag diese Sammlung von Neuinterpretationen kaum einzufangen. (rec) ► Wer das mag, mag auch: Christiane Rösinger „Songs Of L. And Hate“, Erdmöbel „No. 1 Hits“, Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune „Wellen der Angst“

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BÖRNI

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Plan B (Sony Music)

Börni veröffentlicht ein Album namens „Plan B“. Das macht immerhin mehr Sinn, als wenn Plan B ein Album namens „Börni“ veröffentlicht. Trotzdem hat die Ex-Music-Star-Kandidatin hoffentlich einen Plan C zur Hand. Denn trotz Songwriter-Credits von Linda „And I said hey hey hey hey hey hey hey hey, what's going on!“ Perry will sich bei Börnis bravem Poprockradioblubb der P!nk-Effekt nicht einstellen. Solide? Ja. Inspiriert, mitreissend, hitverdächtig? Naja. (rec)

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► Wer das mag, mag auch: Christina Stürmer „Nahaufnahme“, Paramore „Brand New Eyes“, The Pretty Reckless „Light Me Up“

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JOEL ALME

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Waiting For The Bells (Razzia)

Schwedens Kulturministerium hat Joel Alme horrend viel Geld zur Verfügung gestellt für sein zweites Album, woraufhin sich der Kuschel-Popper ein teures Studio, einen teuren Produzenten und ein teures, weil vollständiges Orchester gemietet hat. Diese Investition der schwedischen Regierung wird wohl der Grund sein, warum Mando Diao neuerdings nur noch unplugged spielen können. Für Alme hat sich das Geldausgeben gelohnt, klingen doch seine im Kern und Text eher mauen PopLiedchen dadurch schön pompös und vervollkommen jeden verschneiten Sonntagnachmittag. (shy) ► Wer das mag, mag auch: A Camp „Colonia“, Antony & The Johnsons „I Am A Bird Now“, Ben Folds „Rockin' The Suburbs“

MONSTER MAGNET Mastermind

(Napalm Records/Musikvertrieb)

Man musste sich schon irgendwie Sorgen machen um Dave Wyndorf. Der Kopf von Monster Magnet hatte sich von einem musikalisch gewitzten Koloss, dessen Oberarme man bei Überschwemmungen als Dämme hätte benützen können, in ein aufgedunsenes Etwas verwandelt, das auf der vorletzten Platte aufgedunsenen Rock zelebrierte und auch auf dem letzten Wurf „4-Way Diablo“ nicht so recht überzeugen konnte. Der ehemalige Sturm aus Stoner-, Space- und psychedelischem Rock hatte sich in ein laues Lüftchen verwandelt. „Mastermind“ lässt all die Sünden der vergangenen paar Jahre vergessen. Es ist ein – ja, das muss jetzt sein – Monster von einem Album, das alles beinhaltet, was man auf den letzten Platten vermisste: die psychedelischen Gitarrenschichten, die von dröhnenden Bässen schier endlos in die Höhe gedrückt werden, und diese grossartigen Melodien, die aus Songs Hymnen machen. „Mastermind“ ist dunkel und voller bleierner Schwere und genau deshalb so erdrückend grossartig. Es ist Monster Magnets bestes Album seit „Powertrip“. Das liegt zwölf Jahre zurück. Aber diese Zeit war's wert. (dave) ► Wer das mag, mag auch The Atomic Bitchwax „2“, Nashville Pussy „Let Them Eat Pussy“, Ärtonwall „Marmelade Jacuzzi“

ZU GEWINNEN:

MANDO DIAO

MTV Unplugged Package Senden Sie eine E-Mail mit Betreff

"Mando Diao" an win@rockstar.ch

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JUNES

Don't Leave Me In Autumn (Irascible)

Angesichts der Perspektive auf die nächsten paar Monate, holen die St. Galler mit dem Frühling im Namen schon mal Duftkerzen und Wolldecken aus dem Schrank. Die dritte Platte von Junes ist eine, die im November erscheinen muss, die passt zu nackten Bäumen, Tee mit Zimtstangen und einem sanften Rotwein-Hangover. Oder zu einem malerischen Unterwasser-Videoclip: Die Single „Crawling Over Me“ erhält von unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen massig Airplay. Verstärkt von diversen Gastmusikern widmet sich das Ostschweizer Duo dem offensichtlichsten Thema dieser Tage. Nein, nicht der Finanzplan des FC St. Gallen, sondern natürlich die Liebe und all ihre Abgründe. Das gelingt am eindrücklichsten, wenn Junes das Spektakel in der Reduktion suchen. In samtweichen Kompositionen, fein arrangiert, wie Schneekristalle unter dem

SEMI PRECIOUS WEAPONS You Love You (Universal)

Der Bub hat Beine, für die würden Mädchen töten. Oder zumindest ganz fest Haare ziehen. Justin Tranter heisst er, Frontmann der NYC-Glamrocker Semi Precious Weapons ist er, richtig gute Musik machen kann er, äh, nicht so wirklich. Immerhin hat Tranter es mit seiner Band ins Vorprogramm von Lady Gabas Monstertourzirkus geschafft. Doch während die Queen Of Pop II ihr visuelles Trara auch mit ein paar perfekten Popsongs zu untermauern vermag, bleibt bei SPW mehr Rauch als Schall. Oh well, die Welt ist stets auf der Suche nach ein paar neuen Strumpfhosenmodellen. (rec) ► Wer das mag, mag auch: T.Rex „Electric Warrior“, Jet „Get Born“, Shiny Toy Guns „Season Of Poison“

Mikroskop. Mit einem dezenten 4/4-Takt als Strukturgeber und kräftigen Bassläufen, die sich als Roter Faden durch Piano-Akkorde weben. Manche der Indie-Balladen treiben sie zu einem fragilen Steigerungslauf (wie das von Valeska Steiner mitgesungene „It Doesn't Matter“), andere lässt das einsetzende Cello in tragischer Schönheit sterben. Und bei wieder anderen schnüren Daniel Hauser und Marc Frischknecht das Pop-Korsett etwas allzu eng. Zum brummenden 80ies-Beat von „Take Away My Pain“ oder „Walking On Ropes“ wippt der Fuss zwar artig mit, doch irgendwie fehlt da ein Funken Wut oder Verzweiflung. Anderseits: Schön zu hören, dass es den beiden Melancholikern im Grunde gut zu gehen scheint. (rgg)

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► Wer das mag, mag auch: Saybia „The Second You Sleep“, Sophia „Technology Won't Save Us“, Keane „Under The Iron Sea”

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JOY

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Joy (Venice Recordings)

Dank Bands wie Soulwax, Ghinzu oder dem Helmut-LottiPalastorchester ist Belgien längst kein weisser Fleck mehr in der Poplandschaft. Auch Venus gehörten bis zu ihrer Auflösung 2007 zum Kreis der entdeckenswerten Acts mit einem „B“-Sticker auf der Tourbusrückseite. Frontmann Marc A. Huyghens hat mit Joy nun ein neues Trio am Start, das rechtzeitig zur depressiven Jahreszeit ihr Debütalbum rausgreint: Gitarre, Cello und eine Soft-Rock-Meditation, die so gar nichts mit dem Bandnamen gemein hat. Hypnotische und einschläfernde Momente wechseln sich dabei ab. (rec) ►Wer das mag, mag auch: PJ Harvey „Dry“, American Music Club „Love Songs For Patriots“, A Perfect Circle „Mer de noms“

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REVIEWS MARC HURTADO & ALAN VEGA

KID ROCK Born Free (Warner Music)

Schöne Pistolen hat der Onkel da auf seinem Plattencover. Und spätestens wenn Kid Rock auch noch Mary J. Blige und die unvermeidliche Sheryl Crow zum Kuschelspiritual einlädt, möchte man sich einen der Ballermänner an die Schläfe halten. Mit was für einer Erbarmungslosigkeit der ehemalige Bullgod seine Schlagerkarriere vorantreibt, ist fast schon bewundernswert. Gegen diese klebrigen Southern-Pop-Schnarcher sind die Jam-Sessions der Bellamy Brothers mit Gölä eine Kitsuné-Compilation. (rec)

► Wer das mag, mag auch: Uncle Kracker „No Stranger To Shame“, Dixie Chicks „Wide Open Spaces“, Shania Twain „Come On Over“

(Le Son Du Maquis)

Dass die Männer, die mal Suicide waren, noch immer am Leben sind, erstaunt schon ein bisschen. In den Siebzigern verwandelten Alan Vega und Martin Rev mit ihrem radikalen Minimal-ElectroPunk das entsetzte Konzertpublikum schier in Lynchmobs. Und dennoch: Alan Vega ist mittlerweile 70 Jahre alt, noch immer aktiv und hat mit Produzent/Performance-Künstler Marc Hurtado einen schleppbeatigen Wutanfall aufgenommen, der verständlicherweise aber längst nicht mehr die Energie und Originalität von damals aufzubringen vermag. (rec) ► Wer das mag, mag auch: Sigue Sigue Sputnik „First Generation“, Suicide „Suicide“, DAF „Die Kleinen und die Bösen“

(Le Son du Maquis/Harmonia Mundi)

Mal angenommen, Sonic Youth ist ein Kuchenrezept, dann ist für die Variante Appletop einfach 50% weniger Genie und 30% bessere Laune beizufügen. Ach, und die vörigen 20% mehr Melodie nicht vergessen. Die Band aus Hyeres (das liegt scheinbar irgendwo unten in Frankreich) zwirbelt zwar energiegeladenen Alternative-Rock, bleibt uns jedoch die so richtig zündende Idee schuldig. So kann nicht nur die City, sondern auch der ganz grosse Durchbruch noch warten. Auf dem richtigen Weg dazu sind Appletop zumindest allemal. (rec) ► Wer das mag, mag auch: Nada Surf „The Proximity Effect“, Weezer „Pinkerton“, Jimmy Eat World „Bleed American“

Razzmatazz

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RODRIGO Y GABRIELA (MEX) & rachel sermanni (uk). tür: 19h

di. 07.12. - live at abart:

MARTINA TOPLEY BIRD (UK) & guests. tür: 20h

do. 09.12. - live at abart:

STANFOUR (D)

& carpark north (dk). only swiss show! tür: 19h30

mi. 15.12. - live at dynamo:

CALIBAN (D) & SOILWORK (S) OPEN SEASON (CH)

& the beatdown (can). tür: 19h30

mo. 24.01. - live at hafenkneipe:

(Phonag/Gadget)

2008 war das, da schien ein junger Luzerner plötzlich sämtliche BritRock-Bands der 00er Jahre zu sein. Doch kurz nach dem furiosen Debütalbum „Baby Genius“ kippten auf der Insel erste Acts wie The Rakes und The Fratellis um und das wars dann auch schon wieder mit Fish'n'Chips'n'Schrammelrock. Gut also, streckt Baby Genius auf seinem zweiten Album die Fühler auch in Richtung Folk und Singer/Songwritertism aus. So richtig interessant wird's, wenn es schon fast vorbei ist: der Bonustrack „Everybody Knows“ ist ein zärtliches Stück Lo-Fi-Electro und mit was vom schönsten, was Pop-CH 2010 zu bieten hat. (rec) ► Wer das mag, mag auch: Peter Doherty „Grace/Wastelands“, Badly Drawn Boy „The Hour Of Bewilderbeast“, Paul Smith „Margins“

PIANO CLUB (B) & guests. tür: 19h30

do. 27.01. - live at abart:

HENCHMAN (PLATTENTAUFE / CH) & guests. tür: 20h

mi. 02.02. - live at kofmehl solothurn:

PENNYWISE (USA)

& guests. only swiss show! tür: 19h

fr. 04.02. - live at dynamo:

REEL BIG FISH (USA)

& guests. only swiss show! tür: 19h

mo. 14.02. - live at komplex:

THE WOMBATS (UK)

& guests. only swiss show! tür: 19h

so. 20.02. - live at abart:

FRAN HEALY (TRAVIS / UK) & guests. only swiss show! tür: 19h

di. 22.02. - live at abart:

HERCULES AND LOVE AFFAIR (USA)

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mo. 06.12. - live at x-tra:

do. 16.12. - live at abart:

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manessestr. 170, zürich fr. & sa. 22h - open end tickets: www.abart.ch

& all that remains (usa) & guests. tür: 18h

BABY GENIUS

APPLETOP The City Can Wait

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& guests. only swiss show! tür: 20h

mi. 23.02. - live at abart:

WIRE (UK)

& guests. tür: 20h

do. 03.03. - live at volkshaus:

80KIDZ

KANYE WEST

„Hallo, wir sind die 80kidz. Wir klingen ein bisschen wie ein Videospiel.“ So tönt es, wenn sich die Japaner einem neuen Publikum vorstellen. „Weekend 100 Warriors“ bleibt dabei stets mit einem Fuss in der Disco und liefert 95 den optimalen Soundtrack, falls sich Schulmädchen Dancebattles liefern wollen. So vorbehaltlos begeistern wie der Vorgänger kann die 75 Platte aber nicht. Zu sperrig sind viele der Tracks, prestigeträchtige Kollaborationen wie im letzen Jahr mit autoKratz oder Lovefoxxx von CSS bleiben sogar ganz weg. Und so piepen die 80kidz netten Electropop, 25 der ganz gern Samstagnacht wäre, eigentlich aber Sonntagmorgen ist. (rez) ► Wer das mag, mag auch: You Love Her Coz She's 5 Dead „Superheroes“, Unicorn Kid „Lion Hat“, Capsule „More! More! More!“

(Universal) Was Hannibal die Elefanten waren, sind Kanye West die Featurings von Elton John, Jay-Z und Fergie (und John Legend und Bon Iver und Alicia Keys und Rihanna und so weiter): Mit ungezuckter Wimper marschiert der Rapper/Produzent in sein bisher grössenwahnsinnigstes Projekt. Ein Epos sollte es werden, ein Musikmonster, das seine Tentakel um Prog-Rock, R'n'B und Electro schlingt und lauter brüllt als alle anderen. Und auch wenn man es aufgrund Kanyes gepflegter Arschlochhaftigkeit unter Zähneknirschen sagen muss: Ja, verdammt, es ist tatsächlich derart grossartig geworden. (rec) ► Wer das mag, mag auch: N.E.R.D. „Fly Or Die“, Gorillaz „Demon Days“, Peeping Tom „Peeping Tom“

Weekend Warriors (80kidz Records)

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SCHANDMAUL (D)

& des koenigs halunken (ch). tür: 19h

fr. 11.03. - live at komplex:

WHITE LIES (UK)

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mo. 14.03. - live at komplex:

INTERPOL (USA)

& guests. only swiss show! tür: 19h

fr. 18.03. - live at z7 pratteln:

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KYUSS LIVES! (USA)

garcia, bjork &´oliveri! only´ swiss show! tür: 19h

sa. 19.03. - live at komplex:

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KT TUNSTALL (UK)

& guests. tür: 18h30 vorschau: 23.03. THE BLUE VAN (DK) at abart 08.04. NAS & DAMIAN MARLEY (USA) at komplex 11.04. CHAPEL CLUB (UK) at abart weitere konzerte siehe abart.ch 29.11.2010 13:59:31

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REVIEWS THE MIGHTY STEF TMG And The Baptists (Tonetoaster)

Wie mighty Stefan Murphy wirklich ist, wissen wir erst, wenn er das Schwarze Meer teilt. Busy ist der Ire aber allemal als Labelchef, Songwriter und Dauertourer, unter anderem mit Flogging Molly. Dementsprechend verkatert klingt sein dritter Longplayer, auf dem er mal bellt wie ein wütender Nick Cave und mal countrycroont wie, huch, Townes Van Zandt! Gewickelt wird das ganze in Fetzen von Folk-Rock, Blues-Gitarren und Mitgrölchören. Passt zum Guinness in Dublin ebenso gut wie zum Whiskey in Corpus Christi, Texas. (rec) ► Wer das mag, mag auch: Movie Star Junkies „A Poison Tree“, Nick Cave & The Bad Seeds „Henry's Dream“, Firewater „The Golden Hour”

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POLARKREIS 18 Frei (Universal)

MANDO DIAO

MTV Unplugged – Above And Beyond (Musica de la Santa/Vertigo/Universal) Ganz neu sind UnpluggedKonzerte für Mando Diao nicht. Bereits 2006 spielte die Indie-Rock-Band in den Svenska Grammofonstudion ein akustisches Set ein (liegt der Raritätensammlung „The Malevolence Of …“ als DVD bei) und bezeichneten es damals als „Musik in ihrer pursten Form“. Vor drei Jahren packte dann Sänger/Gitarrist Björn Dixgård auf einer kleinen Solo-Tournee die Songs seiner Band in ein akustisches Gewand. Schliesslich folgte die ganze Band der Einladung von MTV, Anfang September in Berlin ein Unplugged-Konzert einzuspielen. Auf „Above And Beyond“ spielen Mando Diao, begleitet von Streichern, einen Querschnitt aus ihren Studioalben, aber auch BSeiten wie „Chet Baker“ oder „Hail Your Sunny Days“, ein Cover von Paul Simons „Bleecker Street“ und zwei neue bzw. vergessene Songs, „Losing My Mind“ und „No More Tears“. Die fünf Schweden weichen zwar meist nicht allzu sehr von den

Originalen ab. Dennoch gelingt es ihnen, den auf das Grundgerüst reduzierten Liedern durch neue Arrangements (herrlich: „Sheepdog“, „You Can't Steal My Love“ und „Mr. Moon“) immer wieder eine neue Seele einzuhauchen. Dabei vergreifen sie sich kaum in der Auswahl der Lieder und erinnern daran, dass sie für einige der schönsten Melodien in den letzten zehn Jahren verantwortlich waren. Für diesen besonderen Anlass haben Mando Diao auch besondere musikalische Gäste eingeladen: „The Amazing“ Juliette Lewis, den ehemaligen Kinks-Sänger Ray Davies, dessen „Victoria“ sie bereits für sein „See My Friends“-Album zusammen neu interpretiert hatten, die noch weitgehend unbekannte US-Sängerin Lana del Rey, den ersten Mando-Diao-Keyboarder Daniel Haglund sowie den Grafiker und Covergestalter Klaus Voormann, dessen Beitrag in einer Illustration seiner Eindrücke des Abends bestand. (dave) ► Wer das mag, mag auch: Die MTV Unplugged Sessions, insbesodere von Bruce Springsteen, Oasis oder Soul Asylum

Nach ihrem doch durchaus passablen Durchbruchsalbum „The Colour Of Snow“ haben wir die Dresdner Wave-Pop-Band gerne ein Stück weit begleitet. Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sie allein allein zurückzulassen. Denn auf ihrem vierten Longplayer betreten sie endgültig das Schreckensreich von Modern Talking. Die hatten ja immerhin noch ein paar richtig widerlich eingängige Melodien und die nötige Pop-Campness. Polarkreis 18 dagegen bleiben so bleich und traurig wie Maximilian Hecker an einem trüben Herbsttag. Ganz schlechte Kombination. (rec) ► Wer das mag, mag auch: Modern Talking „America“, Tokio Hotel „Humanoid“, Maximilian Hecker „Lady Sleep“

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DEADMAU5 4x4=12

(EMI)

Ach, wessen DJ-Karriere gerade so durchs Dach geht, braucht nicht kopfrechnen zu können. Was den Franzosen ihre Daft Punks und den Italienern ihre Bloody Beetroots sind, nennen die Kanadier deadmau5: ein bleicher Bub mit blassem Namen, bis er seine knallrote Mausmaske aufsetzt. Dann wird Joel Zimmerman zu einem der angesagtesten Clubbeschaller der Gegenwart. Sein Electro- und Progressive-Gewumms mag dabei unter der Discokugel wesentlich besser aufgehoben sein, als in der heimischen Stube. Fürs Einfachsodurchhören sind die Tracks auf „4x4=12“ dann nämlich doch etwas zu ideenarm. (rec) ► Wer das mag, mag auch: Alex Gopher „Motorcycle“, Reset! „My Trunk“, Wolfgang Gartner „Flashback“

VERENA VON HORSTEN Mother Tongue

(Irascible)

Vor Verena von Horstens Proberaum muss es einen Kleiderhaken geben. Über dem ist ein Schild angebracht und darauf steht: „Langeweile“. Dort hängt die Langeweile dann jeweils und muss draussen warten, während drinnen die Zürcherin ein musikalisches Repertoire von Garage-Rock bis klassischen Balladen in die Klaviertasten haut. Das von Admiral James T. produzierte Debütalbum „Mother Tongue“ krawallt Aufstand und seufzt Verzweiflung, mal in der Wut einer PJ Harvey und dann wieder in der Zärtlichkeit von Tori Amos. Hübsch. Böse. Vor allem aber: ausgezeichnet. (rec) ► Wer das mag, mag auch: The Dresden Dolls „Yes Virginia...“, PJ Harvey „White Chalk“, Tori Amos "Boys For Pele"

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THRIVING IVORY Through Yourself & Back Again (EMI)

Grad irgendwo eine Ärzteserie auf Sendung, die ein paar Songs sucht, welche immer kurz vor dem Abspann erklingen? Dann nämlich, wenn sich der Arzt besorgt vom Krankenbett des Patienten mit der seltenen Virenerkrankung abwendet? Oder wenn das heimliche Verhältnis mit der Krankenschwester kurz vor dem Auffliegen ist? Die Kalifornischen Alternative-Rocker Thriving Ivory hätten da gewiss den einen oder anderen Song zwischen Herzschmerz und Aufbruch. Bei Menschen mit gutem Musikgeschmack hinterlässt das aber dann immer ein etwas ekliges Gefühl. (rec) ►Wer das mag, mag auch: Daughtry „Leave This Town“, The Fray „How To Save A Life“, Creed „Full Circle“

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REVIEWS

EPs & Singles

MOLLY HATCHET + SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

FR. 10. DEZEMBER 2010 Dynamo Grosser Saal Zürich

FEAR FACTORY +HIGH ON FIRE, DAATH

SA. 11. DEZEMBER 2010 Komplex 457 Zürich

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MOTÖRHEAD + DORO Einziges CH-Konzert!

MO. 13. DEZEMBER 2010 Eishalle Deutweg Winterthur

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FETTES BROT

BLOODHOUND GANG Altogether Ooky (Universal)

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Seufz. Die Bloodhound Gang arbeitet an einem neuen Album. In Berlin. Wie damals David Bowie. Dessen Berlin-Triologie veränderte einst die Musikgeschichte. Bei der Vorabsingle der BHG entrutscht uns aber nicht mal der Gesichtsausdruck: Mässiger Ohrwurmrock mit einem enorm gelangweilt nöhlenden Jimmy Pop. (rec)

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HOAXX Outta Focus EP (Freakz Me Out)

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„Musiker“ ist eine Bezeichnung, die selten zutrifft auf all die Laptop-Frickler, zu denen die kids out there derzeit abgehen. Die zwei Londoner von Hoaxx haben ihre Hausaufgaben allerdings gemacht und zaubern mit analogen Synthies und Gitarren eine Tanzmaschine mit einer Armada an Hooklines, oder besser noch: eine IndieDance-Symphonie. (rez)

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BEADY EYE Bring The Light (Musikvertrieb)

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da etwa Raymond Fein am Boogieklavier von Liam Gallaghers Band 95 Formerly Known As Oasis? Zugegeben, der „Baby, Come On“-Chorus bleibt 75 stur im Gedächtnis hängen, doch ist es mittlerweile schon fast schon zu dreist, wie sich Liam hier bei den Beatles 25 bedient. Sie sollen doch schliesslich Vorbilder und 5 keine Raubopfer sein. (rec)

+ KRAFTKLUB Einziges CH-Konzert!

MI. 15. DEZEMBER 2010 Volkshaus Zürich

BRING ME THE HORIZON + ARCHITECTS, THE DEVIL WEARS PRADA, TEK ONE

FR. 14. JANUAR 2011 Volkshaus Zürich

NEGATIVE

WHITE LIES Ritual

+ SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

DO. 20. JANUAR 2011 Dynamo Grosser Saal Zürich

(Fiction Records/Universal)

Zwei Jahre nach ihrem Debüt „To Lose My Life“, in dessen Dunkelheit man sich immer wieder neu verlieren konnte, veröffentlichen White Lies den Nachfolger, ein Album „über Liebe, aber auch über Religion“, wie die Band sagt. „Ritual“ ist nicht die befürchtet schwierige zweite Platte geworden. Es ist noch weitschweifender und stellt sich dem Hörer mit breiter Brust in den Weg. Dabei enthält es die hymnischen Refrains, denen man schon auf dem Debüt verfiel. Harry McVeighs Gesang ist direkter und variabler. Das Indie-Rock-Trio aus London verkriecht sich noch tiefer in den Achtzigern und zeigt sich von einer elektronischeren Seite, angefangen beim metallischkalten Stampfen des Openers „Is

Love“ bis zur herrlichen Dreierfolge „Peace & Quiet“, „Streetlights“ und „Holy Ghosts“. Waren es früher Joy Division, die als Referenz für White Lies herhalten mussten, dürften es diesmal Depeche Mode sein. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt Produzent Alan Moulder, der für seine Arbeit mit zahlreichen Achtziger-Grössen, Nine Inch Nails oder den Smashing Pumpkins bekannt ist. (dave) ► Wer das mag, mag auch: Depeche Mode „Black Celebration“, Editors „In This Light And On This Evening“, She Wants Revenge „She Wants Revenge“

+ SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

DI. 25. JANUAR 2011 Dynamo Grosser Saal Zürich

THE SCRIPT + SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

MI. 09. FEBRUAR 2011 Komplex 457 Zürich

A DAY TO REMEMBER + SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

DI. 15. FEBRUAR 2011 Dynamo Grosser Saal Zürich

KATY PERRY + SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

FR. 25. FEBRUAR 2011 Club Hallenstadion Zürich

MAROON 5 + SARA BARREILES Einziges CH-Konzert!

FR. 04. MÄRZ 2011 Volkshaus Zürich

BEATSTEAKS + SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

MO. 07. MÄRZ 2011 Eishalle Deutweg Winterthur

OVERKILL

SCHLUCK DEN DRUCK

+ DESTRUCTION, HEATHEN, AFTER ALL Einziges CH-Konzert!

DI. 08. MÄRZ 2011 Volkshaus Zürich

Im Rausch mit Freunden (Modernsoul GmbH & Co. Kg Soulfood) Menschen die sich selber „Feier“ und „Kompressor“ nennen und bunt bemalt auf der Bühne rumpogen wie ADHS-Kinder auf Koks und dabei von tanzenden Stockfischen singen – ganz schön, ähem, cräzy. „Sinn? War noch nie unser Ding!“ bestätigen die Berliner dann auch gleich selber in ebendiesem Stockfisch-Song. Ach, ohne Scheiss jetzt? Schluck den Druck sind absurder als Deichkind, härter als Frittenbude und farbiger als eine 64er Schachtel Caran d'Ache. Klingen tut das erstmal ziemlich unerträglich, aber sobald der erste Hörsturz überwunden und das Hirn auf der Ersatzbank ist, raven diese Wahnsinnigen den Putz von den Wänden: Anarcho-Electro-Punk, der mit vertrashten Beatbasteleien um sich prügelt. Seine Opfer sind Verstand, Zurechnungsfähigkeit und Niveau. Fundierte Aussagen oder Tiefschürfende Botschaften wollen wir „Im Rausch mit Freunden“ ebenso wenig unterstellen wie echten Anspruch – und genau darum geht's. Schluck den Druck wissen exakt, was sie tun und wollen nur das eine: Unterhaltung. Keine Kapriolen der Kapriolen wegen, nichts Aufgesetztes, sondern ehrliches, hingerotztes Entertainment. Es erübrigt sich zu sagen, dass das auf Platte nicht halb so gut funktioniert wie morgens um zwei in einer Kellerdisco, aber Sex ist schliesslich auch nur halb so interessant, wenn man fremden Leuten im Internet dabei zusieht. Hat das grad Sinn gemacht? Egal. Sinn war noch nie unser Ding. (rez) ► Wer das mag, mag auch: Frittenbude „Nachtigall“, Egotronic „Egotronic“, Bratze „Korrektur nach Unten“

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ZAKK WYLDE & BLACK LABEL SOCIETY + SPECIAL GUEST

MI. 16. MÄRZ 2011 Volkshaus Zürich

FAITHLESS + SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

FR. 18. MÄRZ 2011 Arena Genf

WITHIN TEMPTATION + SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

MO. 21. MÄRZ 2011 Volkshaus Zürich

THE CHARIOT + SPECIAL GUEST

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Einziges CH-Konzert!

MI. 30. MÄRZ 2011 Dynamo Werk 21 Zürich

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IN EXTREMO + SPECIAL GUEST

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Einziges CH-Konzert!

SO. 10. APRIL 2011 Volkshaus Zürich

WHITECHAPEL + THE ACACIA STRAIN, IMPENDING DOOM

SO. 17. APRIL 2011 Dynamo Werk 21 Zürich

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ASKING ALEXANDRIA + SPECIAL GUEST Einziges CH-Konzert!

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MI. 27. APRIL 2011 Dynamo Werk 21 Zürich

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REVIEWS

DANKO JONES' DIGEST

MOTÖRHEAD

The Wörld Is Yours

(Motörhead Music/EMI)

Wer Motörhead kauft, weiss, dass er Motörhead bekommt. Punkt. Daran ändert sich auch auf dem inzwischen 20. Studioalbum des britischen-schwedischen Trios nichts. Innovation bedeutet für Motörhead, neue Songs zu schreiben, nicht sich selbst neu zu erfinden. So bietet „The Wörld Is Yours“ das, was man erwartet: Ehrlichen, geradlinigen Rock 'n' Roll, immer Vollgas und in seiner Direktheit absolut kompromisslos. Tracks wie „I Know How To Die“, „Devils In My Head“ oder „Waiting For The Snake“ zeigen, dass Motörhead wie eine Maschine sind, die auch nach jahrelangem Betrieb absolut zuverlässig läuft und noch keinerlei Verschleisserscheinung zeigt. (dave) ► Wer das mag, mag auch: Black Sabbath „Master Of Reality“, Mötley Crüe „Girls, Girls, Girls“, Dio „Dream Evil“

THE FAILURES

Cheapest Rock

Danko Jones gräbt für ROCKSTAR in der Plattenkiste vergessener 90s-Rockhelden. Diesen Monat:

UNSANE

Total Destruction

Once a year, on Christmas day, I whip out my copy of Unsane's 1994 album, „Total Destruction“ and give it a spin. Here's what happens every year:

I wake up and breath in the fresh Christmas air, drop the needle on the record and enjoy „BODY BOMB“, the lead off track. Something about hearing „BODY BOMB“ and knowing that Santa Claus doesn't exist causes me to stomp on all the presents under the tree before anyone has woken up. I start chopping the Christmas tree up in little chunks pretending it's Santa's dead carcass as „STRAIGHT“ and „BLACK BOOK“ play on.

(Klein und gemein/Irascible)

Zehn Jahre lang hatten sich The Failures zurückgezogen. Nun ist das Solothurner Quartett mit einem neuen Album zurück. Ihr neues Werk „Cheapest Rock“ ist ein eingängiges, sehr songorientiertes Album, das alte Failures-Fans überraschen wird. Vom feurigen Crossover aus Rock, Funk, und Reggae-Einflüssen, mit dem sie sich in den 90ern als eine der innovativsten Gruppen der Schweiz etablierten, ist nicht mehr viel übrig. Stattdessen besinnt sich die Band auf traditionelle Pop-Rock-Nummern. Auch wenn einzelne Stücke zu geschmeidig sind, in Songs wie „Every Loser Stayed In Town“ spürt man das Feuer, das immer noch in den Failures brennt. (dave) ► Wer das mag, mag auch:: Neil Young „On The Beach“, Tom Petty „Full Moon Fever“, Bruce Springsteen „Human Touch“

Wonderland“ engulfing them in the burning frame. Their screams of terror go quaintly alongside „THROW IT AWAY“. I get up from rolling around on their burnt up cadavers and head to the local shopping mall - The Mecca Of Christmas Cheer.

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It's fitting that when I finally reach „The Mall“, „BROKE“ is the track playing in my head. I smash through the glass doors, set off the alarm and run through the empty shopping concourse, taking out any and all consumer products like video games, watches, running shoes and shampoo. Because of the solemn holiday hours, it takes security and the police almost 30 minutes to surround the place. It's more than When everyone finally wakes up, excited to enough time to burn a third of the mall to the open and exchange presents, they scream in ground and listen to „ROAD TRIP“ and horror upon finding all their presents destroyed „WAYNE“ at the same time. By this time I and proceed to gaffer tape me to a chair, stuff a myself am almost a burnt crisp but being ablaze sock in my mouth and douse me in lighter fluid renders me unidentifiable by the surveillance threatening to light me on fire if I don't cameras and I make my escape through the immediately calm down. It takes listening to mall basement with „GET AWAY“ playing in „TRENCH“ and „DISPATCHED“ to pry open my head and arrive just in time for Christmas my left hand, grab a lighter and light myself on dinner and „S.O.S.“ I sit down, stuff myself fire before they get their chance. I run with some great turkey and fruit cake, and sit screaming through the house, out the door and and stew waiting to do it all over again next onwards to the local shopping mall. year, finishing off with „455“. As I run through the vacated streets I still manage to take out a group of happy Christmas Carolers singing „Winter

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Merry Christmas, Fuckers. I hate the holidays.

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REVIEWS

Re-Issues

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JIMI HENDRIX

SUPPORT: KIDS OF 88

West Coast Seattle Boy – The Jimi Hendrix Anthology

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Nachdem Jimi Hendrix' 40. Todesjahr mit der neuen Platte „Valleys Of Neptune“ und neu gemasterten Deluxe-Editionen der ersten (und einzigen zu seinen Lebzeiten veröffentlichten) drei Studioalben eingeläutet wurde, folgt nun auf vier CDs und einer DVD (erscheint

auch in anderen Formaten) die „allumfassende Werkschau“ – so nennt es das Label – „West Coast Seattle Boy“. Die erste CD enthält Stücke, bei denen Hendrix als Sideman von Künstlern wie Little Richard, den Isley Brothers oder Don Convay an der Gitarre zu hören ist, noch bevor er seine Solokarriere gestartet hatte. Die anderen drei CDs versammeln in chronologischer Reihenfolge bisher unveröffentlichtes Material, das aber hauptsächlich aus LiveAufnahmen, alternativen Takes und Original-Mixen besteht. Einiges ist, wie bei solchen Sammlungen üblich, verzichtbar und wäre von Hendrix in dieser Form wohl nie veröffentlicht worden. Anderes ist nice to have, etwa die akustische SoloAufnahme von „Long Hot Summer Night“ oder die bisher unveröffentlichten Songs „Hear My

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(Sony Music)

Freedom“, „Hound Dog Blues“ und „Lonely Avenue“. Doch es finden sich auch zahlreiche Perlen, die nicht nur für Sammler interessant sind. Etwa eine sechsminütige Instrumental-Version von „Are You Experienced?“, das Apartment-Recording von „Suddenly November Morning“ oder sechs Tracks, die Hendrix 1968 mit Paul Caruso in einem New Yorker Hotelzimmer aufgenommen hat, mit dem schönen Dylan-Cover „Tears Of Rage“ als Höhepunkt. Auf der DVD wird in der schönen 90-minütigen Dokumentation „Voodoo Child“ Hendrix' Geschichte durch Briefe und Interviews quasi in seinen eigenen Worten erzählt. Abgerundet wird das Paket mit zahlreichen Liner Notes und Bildern. Alles in allem ein schönes Package, das aber nur Liebhaber unbedingt brauchen. (dave)

SUPPORT: RACHEL SERMANNI NEUES DATUM!

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SPLÄTTERLITHEATER MORE THAN MODE SPECIAL

MI 8. DEZ

MELANIE FIONA

CAN

SA 11. DEZ

THE BOSS HOSS

LOW VOLTAGE WITH ORCHESTRA

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SUPPORT: ANNA F.

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DO 16. DEZ

HOCUS POCUS & BEAT TORRENT FR

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LIVE AT BOUMBEAT PARTY

SA 18. DEZ

GOTAN PROJECT

FR

COMBICHRIST

(City Slang/TBA)

Auf „Hot Rail“ und „Feast Of Wire“ bauten Calexico nach der Jahrtausendwende ihren Americana-Sound mit Streichern und Bläsern zu einem Kunstwerk aus, in dessen vielschichtigen Klanglandschaften man endlos umherstreifen kann, und stiegen damit von einer kleinen zu einer mittelgrossen Band auf. Auf den zusätzlichen CDs, die beiden Platten beigelegt sind, finden sich (nicht immer sehr wertvolle) Remixe, Outtakes aus dem jeweiligen Aufnahmesessions und einige gute B-Seiten erstmals versammelt auf einer bzw. zwei Platten. (dave)

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Hot Rail: Feast Of Wire:

MI 26. JAN

LETZTE INSTANZ

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MI 09. FEB

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MO 21. FEB

DEINE LAKAIEN

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Bona Drag (20th Anniversary Edition)

(City Slang/TBA)

The Notwist erspielten sich mit „Neon Golden“ den Ruf als eine der wichtigsten europäischen Bands des letzten Jahrzehnts. Ihre feinfühlige 100 Vermischung von Indie-Rock und Elektronik setzte neue Massstäbe 95 und resultierte in einer Platte, die einem jedes Mal den Atem raubt. Die Neuausgabe ihres 75 magnum enthält die (bisher einzeln erhältliche) Opus DVD „On/Off The Record“, einen 90-minütigen Dokumentarfilm, der die Band bei den Aufnahmen zeigt und ihre Detailverliebtheit wunderschön festhält, sowie zusätzliche 40 Minuten an Material 25 (Videos etc.). (dave)

(ACOUSTIC)

MI 16. MAR

(EMI)

Nach seinem Debüt „Viva Hate“ veröffentlichte Morrissey eine Handvoll Singles, ehe er sich an die Arbeit zum Nachfolger „Bona Drag“ machte. Inzwischen hatte er sich jedoch von den ehemaligen Smiths-Kollegen Andy Rourke und Mick Joyce sowie vom langjährigen Produzenten und Mitmusiker Stephen Street, die ihm bei den Singles noch unter die alternativ rockenden Arme gegriffen haben, getrennt und fiel in ein kreatives Loch. Also wurde „Bona Drag“ zu einer Compilation jener Singles – und zu einem der bis heute besten Morrissey-Alben. Nun erscheint die Platte klanglich aufpoliert sowie mit sechs Bonus-Tracks und einem überarbeiteten Cover, das ursprünglich so geplant war. (dave)

THE NOTWIST

(SO 20. FEB – AUSVERKAUFT!)

MI 23. FEB

MORRISSEY

Nixon / Is A Woman

(City Slang/TBA)

Mit dem ergreifenden fünften Album „Nixon“ gelang Kurt Wagner und seiner Alt.-CountryBand Lambchop der längst verdiente Durchbruch. Danach lieferte die Band aus Nashville mit dem fragilen „Is A Woman“ ein intimes, herznahes Album ab, das sie als eine der unentbehrlichsten Gruppen ihrer Zeit bestätigte. Das Bonus-Material besteht aus einer schönen Konzertaufnahme aus dem Jahr 2000 auf DVD („Nixon“) und 16 teilweise bisher unveröffentlichten Stücken, die einen echten Mehrwert darstellen („Is A Woman“). Im Slangstore, auf cede.ch und auf amazon.de gibt es zusätzlich eine limitierte LiveBox mit 8 CDs und 2 DVDs. (dave) Nixon: Is A Woman: #

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BOUMBEAT

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SA 18. DEZ 21H HIP HOP FRANCOPHONE VS. ELECTRO LIVE: HOCUS POCUSFR & BEAT TORRENTFR

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BLACK CHRISTMAS

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REVIEWS

DIE DUNKLE SEITE

PURE INC.

FSK ab

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Vier gewinnt

HORROR

BABYSITTER WANTED

Innert zwei Jahren kann eine ganze was man will, wie man es will. Menge passieren. Davon können Pure Musikalische Kompromisse brauchen Inc. ein Liedchen singen. Und das tun Pure Inc. nur noch innerhalb der Band sie auf ihrem brandneuen, schlicht „IV“ einzugehen, denn durch das eigens betitelten Album auch gleich elfmal. Die gegründete Label Brownsville Records Alternative-Rocker aus Reinach nutzen ist man nun endlich unter sich und den neuen Longplayer nämlich auch Freunden. Der an das gleichnamige dazu, sich all den aufgestauten Frust der Meisterwerk von Led Zeppelin vergangenen Monate aus dem Körper zu mahnende Albumtitel mag da schon krachen. Die Zusammenarbeit mit den ziemlich hoch gegriffen sein. Doch bisherigen Labels war eine unschöne zumindest spielt die Band mit einer Achterbahnfahrt mit vielen Versprechen, zuvor noch selten so gehörten Frische von denen die meisten dann doch und Härte auf und das Aushängeschild wieder verpufften. „IV“ will der von Pure Inc., Sänger Gianni Pontillos Befreiungsschlag sein, tun und lassen, Stimme, braucht sich auch weiterhin

KILLERFIX Bridge Of Disorder

(Rage Music Ltd.)

Nicht alles Treibgut von der Britischen Insel landet in der Indieund OMG-Next-Big-Thing-Schublade. Zwischen all den enghosigen Britrockern spült es ab und an auch einige innovative Riffs der härteren Gangart an. Dazu gehören definitiv Killerfix aus London, die im Fahrwasser zwischen modernen Sounds à la Disturbed und den OldSchool-Growls von Celtic Frost daherschippern. Immer dann, wenn man das Gefühl hat, zu wissen was kommt, biegen Killerfix in eine total andere Richtung ab und lassen den Zuhörer staunen, wie vielfältig Metal doch sein kann. (pat) ► Wer das mag, mag auch: Disturbed „Believe“, Five Finger Death Punch „War Is The Answer“, Triptykon „Eparistera Daimones“

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nicht hinter jener Robert Plants zu verstecken. Doch ob Pure Inc.s „IV“ in 40 Jahren genauso wichtig sein wird wie Led Zeppelins „IV“, davon erstatten wir dann in ROCKSTARAusgabe Nummer 330 Bericht. (pat) ► Pure Inc. „IV“ (Brownsville Records) jetzt erhältlich. ► www.pureinc.net

Es mag tragisch sein für diese jungen Frauen, doch psychopathische Serienkiller werden nun mal von Babysittern angezogen wie Fliegen von einem Misthaufen. Bestes Beispiel: John Carpenters „Halloween“. An Michael Myers Messerwetzereien kommt dieser handwerklich solide Horrorthriller nicht annähernd heran. Trotzdem vermag durchaus Spannung aufzukommen, wenn das hilflose Teeniemädchen den zu hütenden Balg vor einem mysteriösen Stalker beschützen will und mal wieder als Letzte checkt, dass das Böse einen kleinen Cowboyhut trägt. (rec)

GHOULISH GADGET: Jedes Datum ein Todestag

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Erst als Zombies sind alle Menschen gleich. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, gleicher Wortschatz. Ob müffelnder Tankwart oder sexy Pin-up: Als Zombie hängt ihnen das Fleisch von den Knochen und das gemeinsame Ziel heisst „Brrrrainssss“. Trotzdem machen sich einige Zombies als Kalendermotiv besser als andere. Und so räkeln sich im alljährlichen „Bad Zombie Pinup Calendar“ zwölf erschreckend attraktive Untote in rowdy Wäsche und naughty Posen. Lecker. Irgendwie. (rec)

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REVIEWS

Legends:

MOTÖRHEA Realität? Überbewertet! Seit 35 Jahren rockandrollt Lemmy Kilmister mit Motörhead und veröffentlicht in diesen Tagen mit „The Wörld Is Yours“ das 20. Album. ROCKSTAR sprach mit dem Gentleman über Religion, die Zeit nach Motörhead und seine Eier. (dave) sind. Und als Lohn kommt man in den Himmel. Hahaha – I don't fuckin' think Du hast einst gesagt, dass Rock'n'Roll so! ein Gefühl in den Eiern sei. Hat sich dieses Gefühl in all den Jahren Religion ist immer mit einer verändert? Lebensphilosophie verbunden. Wie Nein – die Eier haben sich verändert. lautet deine? Es die vielleicht älteste und bestimmt Sind sie immer noch produktiv wie eh beste Philisophie der Welt: Tue nicht und je? anderen, was du nicht willst, dass sie Ich hoffe es! dir antun. Es geht bloss darum, ein guter Mensch zu sein. Lemmy, in einem Monat wirst du 65. Also kann Religion alles sein? Lebst du inzwischen sorgfältiger, Dein neues Album klingt wie eine Unser ganzes Leben wird von besonders wenn du unterwegs bist? Anklage an die Welt und die moderne Nein, warum sollte ich? Ich bin ja irgendwelchen Religionen oder Dogmen bestimmt. Der Kommunismus Gesellschaft. praktisch nur unterwegs. Ich bin ein war auch eine Religion. Es ist nur ein Das kann man so sehen. Wie die Profi, you know. anderer Gott, wenn man es so sehen meisten Leute habe ich keine will. Aber die Leute brauchen das. Sie Antworten, sondern nur einen Haufen Ein Track auf der neuen Platte heisst brauchen jemanden, der ihnen sagt, Fragen. Aber man kann Dinge besser „I Know How To Die“. Denkst du was sie tun sollen, um Ordnung in ihr machen, etwas mehr Mitgefühl zeigen. mittlerweile über den Tod nach? Leben zu bringen. Sie schaffen es nicht Leben und leben lassen. Musik ist Natürlich, wenn du auf die 65 zugehst, selbst, weil sie zu faul, zu dumm oder immer noch mein Ventil, um Ärger denkst du automatisch über den Tod zu verängstigt sind. Ich brauche keinen abzulassen. Ich weiss gar nicht mehr, nach. Gott, der mir sagt, ob ich das richtige wie es ist, es nicht zu haben. tue oder nicht. Ich habe ein reines Wo siehst du denn die Band und dich Gewissen, was mein Leben betrifft. Du bist nun seit 35 Jahren ein Teil selbst in ein paar Jahren? dieser Band. Was treibt dich immer Ich weiss ja nicht, wie viel Zeit mir Es gibt also nichts, woran du dich noch an? noch bleibt. Mit 65 wirst du in der festhältst? It's a good job, you know. Du reist um realen Welt pensioniert. Ich habe Nein. Das einzige, worauf du dich die ganze Welt und siehst Orte, von inzwischen gelernt, dass die Realität verlassen kannst, ist dass das Leben denen andere nur träumen. Du schläfst überbewertet ist. (lacht) Mir macht es irgendwann zu Ende geht. Es spielt mit allen nur erdenklichen Girls und immer noch Spass, und solange das so keine Rolle, wie oft du betest und wie musst sie nicht einmal dazu überreden. bleibt und ich es kann, werde ich viel Zeit du in der Kirche auf deinen Kannst du dir einen besseren Job weiterhin so leben, als wäre ich 25. Knien verbringst. vorstellen? Gibt es denn ein Leben nach – bzw. Dennoch liest du die Bibel. Was Was hat dich damals überhaupt dazu ohne – Motörhead? findest du in ihr? gebracht, ein Instrument in die Hand Nein. Motörhead ist mein Leben, nicht Ich versuche zu verstehen, wie Leute zu nehmen und Musiker zu werden? mein Job. Ich bin Motörhead und denken, die sich an sie halten. Man Der Rock'n'Roll. Buddy Holly, Little Motörhead ist ich. findet in der Bibel, wonach auch Richard, Fats Domino – sie alle übten immer man sucht. Man muss nur eine grosse Anziehung auf mich aus. einige Passagen aus dem Kontext Motörhead „The Wörld Is Yours“ reissen. Deswegen lässt sich auch in Geht's noch genauer? (Motörhead Music/EMI) erscheint am ihrem Namen töten. Man segnet Die Mädchen. Wenn du eine gute Zeit 10. Dezember. Live am 13. Dezember in Panzer im Namen seines Gottes, die haben willst, brauchst du Mädchen. Winterthur (Deutweg). dann gegen Panzer kämpfen, die im Das war eine Gleichung, die ich sofort Namen eines anderen Gottes gesegnet verstand. Und es klappt bis heute. Lemmy, im neuen Song „Rock'n'Roll Music“ singst du davon, dass der Rock'n'Roll eine Religion ist. Ist er das wirklich? Nun, er ist auf jeden Fall besser als das Christentum. Warum also nicht? Gott ist ohnehin in den Ruhestand getreten. (lacht) Das Christentum ist eine ziemlich kriminelle Geschichte. Eine Jungfrau wird schwanger von einem Geist – come on!

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REVIEWS

THE RECÖRDS

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Erst gerade wurden einige Motörhead-Platten neu aufgelegt. Wir werfen einen Blick auf die bisher veröffentlichten Deluxe Editions, bei denen das Studiomaterial jeweils remastered und mit einer Bonus-CD mit Live-Aufnahen, B-Seiten und Ähnlichem versehen wurde. (Alle Platten Sanctuary Records/ Universal) (dave)

Overkill (1979)

Das zweite (oder je nach Zählweise dritte) Motörhead-Album, auf dem das damalige Trio Lemmy, Eddie Clarke und Phil Taylor eine erste prägnante Duftmarke ihres Könnens hinterlässt und dessen Titeltrack heute ein Klassiker ist.

Bomber (1979)

Nur ein halbes Jahr später knallten die Briten diese, nun ja, Bombe von einem Album auf den Markt, deren erschütternde Songs bis heute nichts von ihrer Kraft verloren haben.

Ace Of Spades (1980)

Nicht nur die wahrscheinlich beste, weil in sich geschlossenste Motörhead-Platte, sondern auch eine der wichtigsten HardRock-Platten, die über Genre-Grenzen hinaus zu einem unumgehbaren Wegweiser wurde und mit dem Titelsong die Motörhead-Hymne schlechthin enthält.

Iron Fist (1982)

Eine Platte, die längst nicht so schlecht ist, wie sie von Lemmy in der Vergangenheit gemacht wurde. „Iron Fist“ kann den letzten beiden Alben zwar nicht ganz das Wasser reichen, fällt aber auch nicht ab.

Another Perfect Day (1983)

Ein oft unterschätztes und sehr zugängliches Album, das eine neue Seite der Gruppe zeigte. Eddie Clarke hatte die Band verlassen und wurde durch Brian Robertson ersetzt.

Orgasmatron (1986)

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„Wenn du eine gute Zeit haben willst, brauchst du Mädchen. Das war eine Gleichung, die ich sofort verstand.“ -Lemmy Kilmister

Die erste Platte in der Vierer-Besetzung mit Lemmy, Phil Campbell, Würzel und Pete Gill. Auf „Orgasmatron“ liess das Quartett die Muskeln spielen und lief zu neuer Höchstform auf.

Rock 'n' Roll (1987)

Mit Phil Taylor, der für Pete Gill in die Band zurückgekehrt war, bestätigten Motörhead ihren Stellenwert als eine der kreativsten und ehrlichsten Bands der Szene. Ein Album, das einen geradeaus ins Gesicht trifft.

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No Remorse (1984) 25

Eine Compilation, welche die Höhepunkte der ersten sieben Jahre versammelt. Einige Tracks wurden neu aufgenommen.

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3 ROUNDS IN HOLLY-WOOD

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Pneu vs. Sennentuntschi

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Zwei seelenlose Tötungsmaschinen treffen aufeinander, doch wer hinterlässt eine grausigere Spur der Zerstörung? Wer meuchelt in schöneren Landschaften? Pneu: Blutspritzer sind die einzigen Farbtupfer in dieser tristen US-Prärie. Sennentuntschi: Ein Tatort wie von einer Postkarte für Omi zu Hause!

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Dieser Film hat ein Rad ab. Und das Rad tötet Menschen. Mit telekinetischen Superkräften. Äh, ja, wir haben auch einen Moment gebraucht. (rec)

m Film „No Country For Old Men“ gewann Javier Bardem den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle als denkwürdig frisierter Auftragskiller. Ohne jegliche Gefühlsregung liess Bardem seinen wortkargen Anton Chigurh durchs amerikanische Ödland pilgern, bewaffnet mit einem Bolzenschussgerät und dem Charme eines, naja, Autoreifens. In „Rubber“ ist es nur noch der Autoreifen, der mordend durch die Wüste rollt. Plötzlich erhebt er sich aus dem Sand und macht sich auf die Reise. Wohin er will? Keine Ahnung, ist aber auch egal. Er rollt und rollt und wenn er einem Lebewesen begegnet, ganz egal ob Kaninchen oder Lastwagenfahrer, bringt er es zur blutigen Explosion. Warum er das macht? Keine Ahnung, ist aber auch egal. Wie er das macht? Keine Ahnung, ist aber auch egal. Denn das stellt der Film gleich zu Beginn klar: In vielen Filmen macht vieles keinen Sinn. Und „Rubber“ will es auf die Spitze treiben. Bald schon wird der Killer-Pneu von Polizisten gejagt und mit einer Frau geködert,

Besser als:

Regie: Quentin Dupieux Cast: Stephen Spinella, Roxane Mesquida, ein Pneu Verleiher: Xenix Films Filmstart: 27. Januar 2011

KONDOM DES GRAUENS Schlechter als: DEATH RACE 2000

Wenn Gummis töten: Als Comic von Ralf König hat das knapp noch funktioniert. In der Kinofassung (unter anderem mit Iris Berben und, seufz, Hella von Sinnen) verkommt die Story um ein schwanzbissiges Killerkondom jedoch endgültig zum bescheuerten Kalauertornado ins Nirgendwo. Dementsprechend hatte der Film an den Kassen der Lichtspielhäuser einen peinlichen Durchhänger (was ihm sonst wirklich nie passiert, aber dieser ganze Stress im Büro und so!).

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in die sich der Felgenbeschlag scheinbar verknallt hat. Es ist eine fantastisch bescheuerte Ausgangslage, mit welcher der Französische Regisseur Quentin Dupieux eine krude Mischung aus Horror, Komödie, Roadmovie und Experimentalfilm befeuert. Mit dazwischen gestreuten „Ist doch alles gar nicht echt“-Sequenzen will er amüsieren und irritieren, was ihm nicht immer gelingt. Auch ist eine Schar von etwas arg laienhaft agierenden Schauspielern versammelt und es wird endgültig klar, warum Michael Steiner in „Sennentuntschi“ der Roxane Mesquida keinen Text zumuten wollte. Davon abgesehen: „Rubber“ ist mit was vom originellsten, seltsamsten und haarsträubendsten, das es im Kinojahr 2010 zu sehen gibt. Ach, und falls Sie oller ElectroHipster nur wegen dem Soundtrack von Mr. Oizo ins Kino gehen: So richtig grooven tuts nur am Schluss. Dafür gibt's bis dahin Gastauftritte von Justice-Hälfte Gaspard Augé und Ed-Banger-Boss Pedro Winter.

Wenn Reifen töten: Im Jahr 1975 sah Hollywood schwarz für die Zukunft. In „Death Race 2000“ wird die USA wird von einem faschistischen Regime geknechtet, das Volk mit grausamen Todesrennen durchs ganze Land bei Laune gehalten. Wer dabei Passanten verkarrt, kriegt Bonuspunkte. Mürrischer Kultfilm, lange bevor die Buchstaben „GTA“ in dieser Reihenfolge aneinander gefügt wurden und mit David Carradine und Sylvester Stallone absolut badass besetzt.

Punkt für: Sennentuntschi. Auch wenn es dort nach gehäuteten Ziegen müffelt. Wer kassiert die bemitleidenswertere n Opfer? Pneu: Dieses Häsli. Dieses arme, unschuldige Häsli! Sennentuntschi: Grüselbauer, die sich lieber ein YouPorn statt ein Tuntschi hätten bauen sollen. Punkt für: Pneu. Wer versprüht bei seinen Grausamkeiten mehr Sex-Appeal? Pneu: Gummi- und Latexfetischisten dürften dabei durchdrehen. Sennentuntschi: Das Bauernhemdchen hat das Neglische offiziell abgelöst. Punkt für: Sennentuntschi. Auch wenn sie deutlich weniger Profil zeigt (bwahahaha, äh, sorry). Sieger: Sennentuntschi! Vielleicht sollte es der Pneu mal mit einer Schneekette versuchen.

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Film: © 2010 Legacy Filmworks, Ltd. tbc. Alle Rechte vorbehalten. Artwork © 2010 Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.

Rubber FASTER, AUTOREIFEN! KILL! KILL!

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GET HIM TO THE GREEK (Universal Pictures)

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Damit das gleich klar ist: Wir weigern uns, den deutschen Verleihtitel „Männertrip“ zu bemühen, zumal er austauschbarer nicht sein könnte, angesichts der neusten Masse an Filmen aus dem „Kerle unterwegs bauen Scheisse“-Genre („The Hangover“, „Due Date“, „Hot Tub Time Machine“ etc.). In „Get Him To The Greek“ sind also zwei Kerle unterwegs und bauen Scheisse. Rockstar Aldous Snow (Russel Brand), der uns bereits in der etwas vergessen gegangenen Rom-Com „Forgetting Sarah Marshall“ ans Herz gewachsen ist, soll nach einigen Karriereknicksern im kalifornischen Greek Theatre ein

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Wenn Christopher Nolan mal nicht gerade die besten „Batman“-Filme aller Zeiten dreht, schafft er die besten Thriller des Kinosommers. Hier ist es die vertrackte Story um ein Rudel Traumgauner, die aus den Köpfen der Schlafenden normalerweise Informationen stehlen, in diesem Fall aber eine solche einpflanzen müssen. Und das macht alles viel komplizierter. Natürlich. „Und in wessen Traum sind sie jetzt gerade?“ Auch egal. Clever, bildgewaltig und hoch!spannend! ist es von der ersten bis zur letzten Sekunde. (rec)

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Film: © 2010 Legacy Filmworks, Ltd. tbc. Alle Rechte vorbehalten. Artwork © 2010 Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.

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TOUR OF THE UNIVERSE (EMI)

Na gut: Mars, Venus, Uranus und Xplanglöpp 3 standen nicht auf dem Tourplan Of The Universe. Dafür aber weltliche Bühnen wie Barcelona, wo Depeche Mode im letzten November zwei triumphale Konzerte im Palau St. Jordi spielten. Der DVD-Mitschnitt dieser Gigs umfasst 25 Songs, darunter die unbedingten Überhits wie „Enjoy The Silence“ und Schmankerl vom letzten Album „Across The Universe“. Zur Standard-DVD gibt's noch ein Live-Doppelalbum, die Deluxe-Version wartet mit einer Tourdoku auf. Für Fans eine Rundumwohlfühlpackung. (rec)

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DEPECHE MODE

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triumphales Comeback feiern. Damit das wandelnde RawkanRawl-Klischee Snow auch sicher ankommt, fasst der Plattenfirmenbürogummi Aaron (Jonah Hill) von seinem Boss (P. Diddy!) den Auftrag, den Star von London to the Greek zu bringen. Was folgt, sind viele bunte Drogentrips, Gruppensex, amüsante Gastauftritte und der für Produzent Judd Apatow („The 40-Year-Old-Virgin“) typische Hau-drauf-Humor. Alles in allem vielleicht 20 Minuten zu lang, doch irgendwo musste man ja all die schönen Songs, die extra für den Film geschrieben wurden (u.a. von Carl Barât, Jarvis Cocker) unterkriegen. (rec)

BEATDOWN Brandon ist ein Streetfighter, der es mit jedem aufnimmt. Aber sein Bruder hat sich mit der Mafia eingelassen und diesen Fehler mit dem Leben bezahlt. Jetzt suchen die Bosse nach 40.000 Dollar, die verschwunden sind und Brandon soll sie auftreiben. Er hat nur eine Chance: Er muss um eine hohe Börse kämpfen und dafür setzt er alles auf eine Karte ... Mit RuDy youngBLooD, DAnny TREJo, HEATH HERRing, MiCHAEL BiSping und BoBBy LASHLEy.

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GRAN TURISMO 5

DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS Die Mutter aller Rennsimulationen kehrt zurück und fegt alle anderen Genre-Vertreter vom Platz. Und obwohl wir „Gran Turismo 5“ den Status einer MILF verleihen, so wissen wir, dass sie uns für was Längerfristiges doch etwas zu kompliziert wäre. (shy)

Die Serie gehört zu den absoluten Vorzeigetiteln von Sonys PlayStations – kaum zu glauben also, dass „Gran Turismo 5“ tatsächlich der erste, vollständige Teil auf der PS3 ist. Aber Entwickler Polyphony Digital hat sich halt die Zeit genommen, die es braucht, um eine RennspielSimulation aus dem Computer zu stampfen, die der echten Welt in Sachen Schönheit oft den Rang abfährt und mit gut 70 Strecken sowie sagenhaften über 1'000 Fahrzeugen daherkommt. Unter den Vehikeln sind neu auch Rally-Karren und Go-Karts – Fun-Keilereien wie in „Mario Kart“ dürfen Sie aber nicht erwarten. Im Gegenteil: „Gran Turismo 5“ nimmt's verdammt genau mit der Simulation und ist auf Wunsch komplizierter, als wenn Sie in nem echten Auto sitzen. Glücklicherweise lassen sich unzählige Fahrhilfelchen und Anzeigelchen dazuschalten, sodass Sie erst in der nächst höheren Rennklasse mit dem Verzweifeln beginnen müssen. Falls Sie's trotz durchtrainierten Nächten nicht auf die Reihe kriegen, dürfen Sie auch den Part des Mentors übernehmen und Ihren Fahrer mit Rennwagen, Fahrtipps und wüsten Worten beschenken, damit seine Leistung auf der Strecke überzeugt und Sie als Manager viel Kohle einfahren können. Die verdienen Sie natürlich auch, wenn Sie selber am

Steuer walten und geben den Stutz dann aus für die Erweiterung des Fuhrparks, kecke Heckspoiler und Reparaturen – obwohl die optisch gar nicht nötig wären, da sich die Autos auch nach hollywoodlichen Crashs kaum verformen. Wenn Sie grad von ner Partie „Need For Speed: Hot Pursuit“ kommen und dann „Gran Turismo 5“ spielen, ist das etwa so, wie wenn sie sich nach einer Show der Bloody Beetroots etwas „Café del Mar“ reinziehen. Trotzdem: Dem Spiel zu viel vorzuwerfen, wäre Blasphemie am Rennspiel-Gott Polyphony Digital, der die GamerGemeinde mit „Gran Turismo 5“ reichlich beschenkt hat. Eine schnelle Nummer zwischendurch ist es aber beileibe nicht. ► „Gran Turismo 5“ für PS3 erhältlich.

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Zwar lassen sich die speicherintensivsten Inhalte in einer knapp stündigen Installation auf die PlayStation-3-HD pressen, trotzdem verbringen Sie einen grossen Teil der „Gran Turismo 5“-Zeit mit Ladebalken – auch wenn Sie nur von der Streckenauswahl in die Werkstatt wechseln.

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In der Zeit, die wir mit „Gran Turismo 5” wartend verbracht haben,… …hätten wir auch unsere Mutter ausgiebig besuchen, wieder heimgehen, um zu merken, dass das Spiel noch immer lädt, und dann noch unserem Vater einen Besuch abstatten können – und der lebt in Amerika. Wir wären trotzdem rechtzeitig zum Rennbeginn zurück gewesen.

In der Zeit, die wir mit „Gran Turismo 5” wartend verbracht haben,… …hätten wir auch unsere Rechnungen zahlen, Behördenkram erledigen und unseren Wandschrank ausmisten können. Hätten wir das gemacht, müssten wir jetzt nicht Sozialstunden leisten, weil die Polizei nach einer Redaktionsdurchsuchung die Kleine in Schuluniform von der letzten ROCKSTAR-Party zitternd in ebendiesem Wandschrank gefunden hat.

In der Zeit, die wir mit „Gran Turismo 5” wartend verbracht haben,… …hätten wir nicht nur die gesamte „Back To The Future“-Trilogie schauen, sondern auch komplett nachspielen können inkl. Bau des Fluxkompensators. Und wir hätten knallhart mit unserer jungen Mutter rumgemacht, wenn sie so gut aussieht wie die von Mistfliege McFly. Zur Entschuldigung hätten wir sie in der Gegenwart dann besucht, schliesslich lädt „Gran Turismo 5“ immer noch.

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CALL OF DUTY:

BLACK OPS I fought the war and it was fun Inzwischen hat es die Runde gemacht: „Call Of Duty“ hat an einem Wochenende so viel eingespielt, wie das komplette Bruttoinlandprodukt von Griechenland in einem Jahr und Produzent Activision damit den besten Start eines Medienproduktes ever beschert. In your face, „Avatar“! (rez)

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ie „Call Of Duty“-Serie hat schon immer von einzelnen Momenten gelebt. Sei es die Schlacht von Stalingrad im ersten Teil oder die umstrittene Flughafenszene im letzen. Entwickler Infinity Ward hat die Blaupause für eine perfekte Dramaturgie in einem Videospiel geschaffen und damit in der Vergangenheit Preise abgeräumt, wie die ROCKSTAR-Delegation CateringHäppli an einer Vernissage. Treyarch, Ziehkind von Infinty Ward und verantwortlich für die eher mauen „Call Of Duty“-Teile, hat das leider nicht ganz so gut drauf und ebendiese sind jetzt verantwortlich für „Black Ops“. Schlechte Nachrichten? Keineswegs. Denn Infinity Ward haben ihre elterlichen Pflichten erfüllt und guten Unterricht erteilt in Sachen How-to-make-a-motherfucking-kickassEgo-Shooter. Als Schauplatz dient der kalte Krieg, den der Spieler, abgesehen von ein paar wenigen Intermezzi, fortlaufend mit dem Waffenbruder Alex Mason bestreitet. Durch den Wegfall von mehreren Storyverläufen erzählt sich die Geschichte weitaus

straffer und es lässt sich somit leichter der Handlung folgen. Diese baut sich um die übliche „Call Of Duty“-Kost auf: Schleicheinsätze, Sprengfallen legen, Akten einsammeln und natürlich ganz viel Gesocks wegballern. Etwas enttäuschend hierbei die KI der Gegner. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, da der Mutliplayer-Modus zu anspruchsvolleren Shoot-Outs einlädt. Treyarch hat hier die Waffenauswahl etwas entschlackt: Nicht mehr ganz so fette Wummen, dafür tonnenweise Spielzeug für Experimentierfreudige wie ein wie ballistisches Messer oder explodierende Armbrustbolzen. Fun times! Die Punkte die es fürs Kehlenaufschlitzen gibt, werden in neue Waffen und Ausrüstungen investiert. Damit motiviert „Call Of Duty: Black Ops“ auch noch lange nachdem die Credits über den Bildschirm geflimmert sind. Worauf warten Sie noch? Apokalypse now!

►Für PS3, XBox 360 & PC

„Call Of Duty“ hat „Avatar“ vom Thron des besten Medienstarts aller Zeiten gestossen. Wir sagen Ihnen warum das Spiel nicht nur an der Kasse besser ist.

Know Your Enemy

Klar, moderne Kriegsführung ist nicht jedermanns Sache und Waldvölkchen haben selten ein sehr raffiniertes Rüstungsprogramm, aber Herrgott diese Na'vis kämpfen mit Stöcken und Steinen um anschliessend mit Pflanzen zu kuscheln. MIT PFLANZEN!

Know Your Enemy II Stephen Lang, gegenwärtig eins der fiesesten Kampfschweine Hollywoods, krepiert am Ende von „Avatar“ in seinem Kampfroboter wie Gänseblümchen unter einer Dampfwalze. Bullshit! Stephen Lang stirbt keinen Gänseblümchentod! Er würde auch noch Haken austeilen, wenn ihm der Kopf abgeschlagen wurde. UND ER WÜRDE GEWINNEN!

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Know Your Sitznachbar „Schau doch mal, das sieht aus wie am Chapora-Delta“. Statistiken beweisen, dass pro „Avatar“-Kinovorführung mindestens ein Remember-Trance-Blödarsch im Saal sitzt, der seinen letzten Sommer auf Goa verbracht hat und dabei auf irgendwas hängen geblieben ist. UND DAFÜR BEZAHLEN WIR AUCH NOCH EINTRITT!

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GAMES GET FIT WITH MEL B

SPLATTERHOUSE

Für PS3 (Move only), später für Xbox 360 & Wii Entwickler Lightning Fish Games ist zu Recht äusserst unbekannt, haben die Briten doch bisher lediglich zwei fragwürdig nützliche Fitness-Spiele für die Wii verbrochen. Ihr Ruf wird sich mit dem neusten Wurf nicht bessern, dafür werden sie damit unterhaltsamer: „Get Fit With Mel B“ wurde fürs neue Move-System der PS3 entworfen und soll Ihre Feiertagspfunde von den Hüften verbannen. Abgesehen davon, dass das Virtuelle-Muckibude-im-Wohnzimmer-Konzept so innovativ und neu ist, wie Butter aufs Brot zu schmieren, passiert damit genau das mit PlayStation Move, was wir The B befürchtet haben: Sinn- und spassfreier Casual-Quatsch für stands for Anspruchsleere. Und auch wenn Ex-Spice-Girl Mel B im 'Bwahaha! bauchfreien Trainings-Suit recht heiss anzugeifern ist, so Bad!' wissen wir doch, dass sie sich eigentlich nicht mit Sit-ups und Ernährungsplänen fit hält, sondern mit plastischer Chirurgie. (shy)

Für PS3, Xbox 360 „Splatterhouse“, einst das erste Spiel mit „Parental Advisory“-Kleber. Was für ein Vermächtnis. Gut 17 Jahre ist es her, seit „Splatterhouse 3“ unseren Bildschirm mit Blut tränkte. Die Serie galt damals als die Blutigste aller Zeiten und sie bleibt es auch. Dagegen ist jeder Schlachthof ein Blumenladen. Das Blut wurde auch sehr, sehr gut gemacht. Doch leider nur jenes. „Splatterhouse“ wirkt wie Tomatensaft ohne Wodka und Pfeffer. Mit anspruchslosem Leveldesign und endlosen Knöpfedruckorgien haut man heute nicht mal mehr Zehnjährige vom Hocker. Und die wären vermutlich die einzigen, welche diese Orgie des schlechten BlutGeschmacks wirklich spassig fänden. Leider machen das armut? auch die drei Vorgänger auch nicht wett, die als Bonus zum Game gepackt wurden. (röhr)

ASSASSIN'S CREED: BROTHERHOOD

NEED FOR SPEED: HOT PURSUIT

Für PS3, XBOX 360 und PC Ezio Auditore da Firenze ist ein armer Hund. Kaum ein Jahr ist seit seinem letzen Action-Schleich-Abenteuer vergangen, da schickt ihn Ubi Soft bereits wieder auf die Pirsch. Auf den ersten Blick wirkt „Brotherhood“ daher auch wie ein hingeschludertes Add-On: Statt neuem Zeitalter nur eine Stadt und die Story knüpft nahtlos an den Vorgänger an. Schnell offenbart sich aber die schiere Grösse von Rom. Die Metropole würde mit ihrer Weitläufigkeit und den authentischen Rom Sehenswürdigkeiten wohl auch als virtueller Reiseführer für sehen und Geschichtsstudenten taugen. Und weil so viel Stadt für einen Rom einzelnen Kehlenschlitzer zu viel ist, bekommt Ezio Hilfe von der namensgebenden Brohterhood. Bürger, die Ihr Alter Ego von der sterben! verfeindeten Borgia Familie rettet, stehen diesem fortan zur Seite. Sie führen Aufträge aus, bringen Geld in die Vereinskasse und fechten Rücken an Rücken mit Ihrem Helden. Gekämpft wird dabei blutrünstiger und spassiger denn je. Ezio kann neuerdings nämlich ganze „Attentatsserien“ ausführen und in einem Rutsch bis zu zehn Gegner wegputzen. Schlussendlich poliert „Brotherhood“ aber lediglich die Oberfläche. Neue Ideen fehlen oder wurden nur halbpatzig umgesetzt. Was den Titel zwar nicht zu einem schlechten Spiel macht, den Deal als Vollkostenspiel allerdings ziemlich fragwürdig. (rez)

Für: PS3, Xbox 360, PC, Nintendo Wii Das Öl landet öfters im Meer statt im Tank. Gerast wird nur noch ins Gefängnis. Ja, die Spezies der Bleifüsse gehören immer mehr zur bedrohten Art. Zum Glück lindert der 16. Teil der NfS-Reihe die Bedürfnisse der Adrenalinjunkies. Auf unnötige Gimmicks wie ausgefeilte Story, Car-Customizing und Umweltschutz haben die Macher verzichtet. Sie konzentrieren sich lieber aufs Wesentliche: die Rennen. Ob als Polizist oder Raser, Schweissperlen sind garantiert. Noch spassiger ist das im vier gegen vier Onlinemodus. Erst wenn der letzte Raser gefangen oder der letzte Polizist gecrasht ist, normalisiert sich die Atmung wieder und der Tunnelblick verschwindet. Geschwindigkeit, wie es sich für Junkies gehört. (röhr)

Wir geben GAS! GAS! GAS!

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RUMMSELSNUFF:

Muskeln und „Mandy“ 13.12. Helsinki (Zürich)

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a sehen selbst Manowar in ihren aufgepumptesten Zeiten aus wie Justin Bieber nach einer Himbeerdiät. Wenn Rummelsnuff nicht als Türsteher über den Berliner Club Berghain wacht, grollt er Seemanns- und Arbeiterlieder zu deftigster ElectropunkSoundkulisse. Sein zweites Album „Sender Karlshorst“ ist seit Mai draussen, auch darauf zu finden ist eine Coverversion von, ähem, Barry Manilows „Mandy“. Spektakel garantiert! (rec)

PUEBLO CRIMINAL: A Ska is born!

7.12. Mascotte (Zürich) ye, nos gusta! Zum dreckigen Dutzend reicht es Pueblo Criminal noch nicht ganz, doch immerhin packt die Zürcher Ska-Punk Band gleich neun musikalische Köpfe auf die Bühne. Fürs Debütalbum wurde ein erfahrener Hombre ans Produzenten-deck gepfiffen: Tony López, ansonsten für Ska-P tätig, legte den letzten Schliff bei „Bang Gang“ an. Getauft wir das Schmuckstück im Mascotte. Mucho gusto beim Auscheckos! (rec)

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ROCK GITANO:

...Und ne Buddel voll Rum! 13.1. El Lokal (Zürich)

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zeane sind bloss Transitrouten für Kreuzfahrtschiffe und Thunfische gibt es höchstens noch zwischen lumpigen Brötchen im Subway. Doch im Januar kommt die Nacht, um Streifenpulli, Weltmeer-Melancholie und Matrosenmütze zu entmotten. Das El Lokal lichtet die Anker zum Hafenspektakel an der Sihl, wo sich urbane Süsswasserpiraten reichlich Mut antrinken können, oder auch Wehmut, wie auch immer. Rock Gitano lässt wettergegerbtes Rock'n'Roll-Vinyl rotieren, über ein halbes Jahrhundert alt, aber scharf wie die Zähne von Moby Dick, und die Underground-Heroes von Teppichmode spielen bizarren Lo-Fi-Tavernenpunk. Weniger ins Herz, dafür auf Lebzeiten unter die Haut gehen die Oldschool-Motive, die Tattoo-Künstler Danillo in jener Nacht sticht – live on Stage. Baby, we were born to Rum! (rgg)

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GIANT SAND:

Trister Westen

15.12. 1. Stock (Münchenstein), 16.12. El Lokal (Zürich), 17.12. Flösserplatz (Aarau), 18.12. Grabenhalle (St. Gallen), 19.12. Reitschule (Bern)

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enn Howe Gelb zur Wandergitarre greift, dann klingt der Country plötzlich so, als wäre ein Tornado über ihn hinweg gezogen und hätte die biederen Scheunendächer raus ins Meer gepustet. Was zurück bleibt, sind keine prächtigen Kitschlandschaften, sondern düstere Ruinen von Americana und Roots Rock. „Blurry Blue Mountain“ ist die neuste LP, die Gelb auf seiner grossen Tour im Songsack mit sich trägt. Für Grossstadtcowboys und andere Melancholiker absolut unverpassbar! (rec)

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JACKIE MOUSTACHES „DIE SCHNAUZPRINZESSIN“

Good Charlotte 22. Januar Les Docks (Lausanne) Kejnu 15. Dezember ReVier (Zürich) 05. Februar Mehrspur Club (Zürich)

15. – 19.12. Reitschule (Bern)

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ür Jackie Moustache ist unser aller Mädchentraum wahr geworden: Nein, sie ist nicht Ehefrau von Johnny Depp, sondern Prinzessin. Jegliche Königstöchter und sonstige geWaltDisneyten Tussis mit Puffer-Ärmelchen können jedoch einpacken. Vorhang auf und Bühne frei für „die Schnauzprinzessin“! Bevor Jackie Brutsche 2010 zu Frölein Schnurrbart wurde, drehte die gebürtige Zürcherin Kurzfilme, designte Kostüme, tourte vagabundisch mit einem Strassentheater durchs Land und war Gitarristin und Sängerin der Garage-Rock-Bands The Fox, The Mad Cowgirl Disease und momentan bei The Jackets. Seit April 2010 wuschelt sie nun mit ihrem Rock'n'Roll-TrashTheater „Die Schnauzprinzessin“ über die selbstgebastelte, villakunterbuntige Bühne, die mit samtigem Vorhang und plüschigem Stuhl, behaarten Männerköpfen und sonstigem Schischizeugs ausgeschmückt ist. In ihrer One-Woman-Show schlüpft die 33-jährige Performerin in diverse skurrile Rollen. Mal haut sie

Loco Slickers 04. Dezember Static Club (Altendorf SZ) Stoneman 06. Dezember Z7 (Pratteln) The Bewitched Hands 17. Dezember Rote Fabrik (Zürich) 18. Dezember Les Docks (Lausanne)

im Uriella-liken Engelskleid brüllend wie ein Elch in Brunftzeit auf Drumset und Gitarrensaiten, mal pläuderlt sie als Popsternchen Tiffany Tears durch ihr pinkfarbenes Puscheltelefon mit Gott. Aber deren kurzlebiges Starlett-Dasein wird bald zermalmt, als ihr durch ein Schlamassel des Allmächtigen rasch ein monströser Schnauz wächst.

Doch: Le Freak, c'est chic. Mit ihrer schnurrbärtigen Show parodiert Jackie Brautsche gekonnt mit gepfefferter Ironie und Haarspalterei unsere frischrasierte und geschleckte Mediengesellschaft. Jackies Devise: „Everyone has a moustache somewhere“. Die Unsere: „Haar, äh, Hut ab, Frau Schnauz!“ (eli)

The Young Gods 17. Dezember Rote Fabrik (Zürich) 18. Dezember Les Docks (Lausanne)

SONGBIRD FESTIVAL:

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9. – 17.12. Davos Kaum ein Kaff, auf dessen Dorfplatz diese Tage keine Holzhüttchen zwecks Weihnachtsmarkt errichtet werden. Die alten Muttchen und ihre selbst gebastelten Kerzen in Ehren, doch Davos bietet diese Tage einen weitaus besseren Grund für einen adventlichen Ausflug in die Höhe. Zum dritten Mal findet dieses Jahr das Songbird Festival statt und das gleich acht Tage lang. Im ganzen Wintersportort, ob in der putzigen Kaffeestube oder dem improvisierten Jazzkeller, laden nationale und internationale Künstler zum Entdecken ihrer Musik ein. Unter anderem mit dabei: Berner Rapperin Steff La Cheffe (Foti), Soul-Herzbube Marc Sway und die Züri-City-Rocker Redwood. Alles immer 1 Weekend in Davos schön ab 19:30, damit Sie den ganzen inkl. Übernachtung im Tag über den Schnee stöbern können. Hotel Dischma und LandgastUnd das erst noch zum besten Preis: Zu jeder Übernachtung pro Person in hof Lengmatta, Skipass und einem der 44 Partnerhotels gibt es den Ticket fürs Songbird Festival. Skipass bis zum 19. Dezember für die Jetzt anmelden fürs ROCKSTARoffenen Skigebiete (Jakobshorn und Newsletter und gewinnen. Parsenn) gratis. (gsh/rec) news@rockstar.ch ► www.songbirdfestival.ch

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SOUNDSNORDIC SOUNDSGOOD

Dänemark: SAYBIA

Die fünf Kuschelbuben sind die dänische Version von Coldplay. Schmelzend. Mitwippend. Beinahe Perwoll gewaschen schmusig. Mit drei schmucken Alben („The Second You Sleep“ erreichte 2002 Wir nehmen einfach mal an, es liegt am Grundwasser, dass die Skandinavier seit Jahrzehnten eine vielseitige und in Dänemark und Norwegen auch im Ausland äusserst erfolgreiche Musikszene heranzüchten. Um das auch mal doppelt und dreifach und Platin) im Gepäck werden sie das vierfach zu unterstreichen, findet im Januar in der Alten Börse Zürichs erstes Skandinavische Rock- und Pop-FestivalFestival mit einer Extraportion statt. Die Botschaften von Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden haben stolz ihr „Approved“-Siegel unters Schmärz dö Härz in eine Lineup gestempelt, wobei jedes Land jeweils von einem Act vertreten wird. (eli/rec) voluminöse, rosa Seifenblase verwandeln, bis auch dem Letzten das dänische Carlsberg wieder aus den Augen rausläuft. Somit: Skål!

Alles Gute kommt von oben

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Schweden: TO BE CONFIRMED

So viel können wir schon mal sagen: ABBA werden es ziemlich sicher nicht sein.

Norwegen: SIVERT HØYEM Finnland: SWEATMASTER Sweat baby, sweat! Mit ihrem Beatpunk und R`n`R verwandeln die drei Schwitzmeister Sasu, Matti und Mikko die Konzerthallen finnlandgetreu in grosse Saunakessel und versprühen eine schweissgeballte Ladung AC/DC, etwas MC5, aber auch neuere BluesrockFormationen wie die Jon Spencer Blues Explosion. Wer also lebend gekocht werden will, auf auf zu den Schwätmaasters.

Hört man nur die Stimme des Ex-Sägers von Madrugada, vermutet man einen langhaarigen Wikinger mit strotzenden Brusthaaren, dessen Frühstück aus Zigaretten und in Whisky badenden Cornflakes besteht. Und doch, und doch…zaubert der schlaksige Balladenschmied mit Kurzhaarschnitt und der Stimme eines Tex Perkins oder Nick Cave mit seiner Gitarre zerbrechliche, folkloristische Melancholie, die einem wieder träumen lässt.

Sounds Nordic – Sounds Good feat. Saybia, Sivert Høyem, Sweatmaster am 16. Januar, Alte Börse (Zürich)

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24. bis 26. März 2011, Zürich & Neuchâtel

Die Demotape Clinic von m4music sucht die besten Songs ambitionierter Bands und Artists. Eine Auswahl der spannendsten Tracks wird an der Demotape Clinic von m4music am 25. und 26. März 2011 präsentiert und von Profis aus der Musikbranche kommentiert. Zu gewinnen gibt es die SUISA-Foundation-Awards im Wert von insgesamt CHF 17'000, MusikEquipment, Radio-Airplay, ein Coaching und die Veröffentlichung auf einer CD-Compilation.

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ANMELDESCHLUSS: 30. JANUAR 2011 DETAILS UND ANMELDUNG: WWW.DEMOTAPECLINIC.CH

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„Plötzlich sah ich Indianer auf Pferden und musste mich ernsthaft fragen: Shit, was hab ich bloss getrunken?!.“ –Simon Troelsgaard, Dúné ----------------------------------------

RECHNUNG Catering: Teller mit Reis, Gemüse und Schweinfleisch je CHF 20.— ----------------------------------------

Iss was mit:

DUNÉ

IM HOF DER LUZERNER SCHÜÜR Während ihrer jüngsten Schweizer Live-Daten haben wir die dänische IndielectrockGrossfamilie Dúné im Backstage-Hof der Luzerner Schüür besucht. Damals waren sie noch zu siebt, letzten Monat hat das einzige Mädchen und optische Highlight der Truppe, Cecilie, nach gut zehn Jahren Bandgeschichte ihre Gitarre an den Nagel gehängt. ROCKSTAR langte beim Catering ordentlich zu und wollte wissen, ob es Dúné ebenfalls schmeckt. (shy)

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Essen auf der gesamten Tour war bislang viel besser, als wir es befürchtet hatten. Wenn du unterwegs bist, erwartest du nämlich grundsätzlich ziemliches Scheiss-Essen. Simon: Mittlerweile mögen wir alle Reis sehr gerne, weil wir die letzten fünf, sechs Tage jedes Mal Reis vorgeEcht?! setzt bekommen haben. Mattias: Cecilie ist KathoCecilie: Gestern hatten wir likin, wir anderen sind aber frei und waren im protestantisch, also essen Europa Park. Da haben wir wir kein Schwein. Ah, ich zur Abwechslung wieder hab ein Bisschen ein Schweinefleisch gegessen. Durcheinander mit den Simon: Ausserhalb vom Religionen, äh, Palästinenser, öhm, wer wirft da schon Europa Park gab's ein Amerika-Gebiet, wo sie eine wieder mit Steinen? super Western-Show aufgeführt haben. Plötzlich Wie schneidet die Küche sah ich Indianer auf Pferden der Schüür denn ab im und musste mich ernsthaft Vergleich mit dem Essen fragen: Shit, was hab ich bei den anderen Tourbloss getrunken?! Da haben stopps? zwei Kerle seltsames Zeug Piotrek (Bass): Es war angestellt… wirklich eines der besten Piotrek: …mit Pferden? Essen bisher. Klingt ungezogen. Ole (Keyboard): Aber das Wie schmeckt's? Simon (Gitarre): Es ist Schweinefleisch. Das kommt von einem tollen, dreckigen Tier. Mattias (Gesang): Ein dreckiges Tier, genau. Normalerweise essen wir das nicht.

Mattias: Stimmt, der Typ am Grill hat auch so ausgesehen, als ob er gerne was mit Pferden macht. In einem Vlog auf eurer Website seid ihr in Schweden zu sehen… Mattias: Oh ja, den hab ich gemacht, als wir zwei freie Tage in Schweden verbrachten. Aber zu Beginn sieht man ein paar Szenen im ROCKSTAR-Zelt am Openair Gampel! Genau. Wir fühlen uns geehrt. Aber zurück zu Schweden: Was habt ihr in der Einsamkeit gekocht? Cecilie: Danny hat sich vor allem darum gekümmert. Er ist sozusagen der Koch der Band. Danny: Ich wollte Dinge kochen, die den Kurzferien mit viel Natur und Filme schauen würdig waren: Burger zum Beispiel. Oder Hühnchen, verdammt viel

Dúné „Enter Metropolis“ & „Leaving Metropolis EP“ (Sony Music) erhältlich. ----------------------------------------

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Hühnchen. Leider hat der Ofen nicht sehr gut geheizt, weshalb wir ewig dafür brauchten. Dafür hat jetzt niemand Salmonellen. Oder? Cecilie: Einmal wollte er etwas sehr Scharfes, Afrikanisches kochen. Wir brachten ihn davon ab und es gab erneut Burger. Danny: Vielleicht kann ich das Afrikanische mal fürs ROCKSTAR kochen?

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Vielleicht. Erst wollen wir aber wissen, was in Kindertagen euer Lieblingsessen war. Cecilie: Pfannkuchen mit Konfitüre und Zucker. Mattias: Wow, richtig gesund. Piotrek: Pasta. Alle Arten von Pasta.

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Mattias: Ich habe zwei echt grosse Brüder, weshalb unsere Mutter immer Berge voll Fleisch gekocht hat. Schweres Essen, Hackbraten, mit Kartoffeln und viel Sauce. Cecilie: Oh, ein echt tolles dänisches Dessert ist Rødgrød med fløde. Da sind wir uns sicher, es klingt ja schon so verführerisch. Cecilie: Ist es wirklich. Das ist eine dänische Spezialität, rote Grütze mit Sahne. Mattias: Piotrek ist aus Polen. Erzähl doch mal, was es bei dir daheim so zu essen gab. Piotrek: Schön, dass du das sagst, ich wollte nämlich gerade damit anfangen. Ich denke, polnisches Essen ist dem deutschen viel ähnlicher, als es das dänische ist. Nur war ich damals viel zu jung, als dass ich mich noch an irgendwas erinnern könnte. Ich hab nur Pommes gegessen und Coca Cola und Pepsi getrunken. Pepsi aber in diesen altmodisch designten Flaschen. Die Pommes übrigens ohne Ketchup. Ich hasse Ketchup. Und ich hasse Leute, die Ketchup in mein Essen tun. Sowas tut man einfach nicht. Cecilie: Was gab's bei euch auf dem Land, Ole? Ole: Dasselbe wie bei euch. Simon: Quatsch. Du musstest bestimmt vor dem Essen rausgehen und eine Kuh schlachten. Das ist ziemlich männlich. Mattias: Du hast ihn ja im Schweden-Vlog gesehen, als er Holz gehackt hat. so ist er aufgewachsen: Tiere schlachten, Bäume fällen, so Zeug halt. Zurück zum Dessert: Kommt der Coup Dänemark wirklich aus Dänemark? 100 Cecilie: Äh, was ist das? 95

Vanille-Glacé-Kugeln mit heisser Schoggi-Sauce. 75 Mattias: Oh, nein, das ist absolut nicht typisch dänisch. Aber weisst du, wie wir dem dänischen Brot 25 sagen? Wienerbrød. Piotrek: Haha, du weisst 5 schon, was ‚Wiener' auf Englisch bedeutet, oder? 0

AUS TIMO WAGNERS HAUSBAR:

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RockStar Wagenpark

ABSURDE MOVIEKARREN Teil 1.0

Sie können fliegen, sprechen oder durch die Zeit reisen. Einige sind hässlich, einige sind mehr als hässlich, absurd sind sie häufig: Filmautos. Manchmal reichen ein paar Minuten, um ein Auto unsterblich zu machen, aber oft ist die Karre der wahre Star eines Films. Vergessen Sie den Turbo-boostenden K.I.T.T. oder den Fluxkompensierenden DeLorean, wir stellen Ihnen in unserer Miniserie abgefahrene Moviekarren vor, die von unseren Celluloid-gemarterten Denkorganen schon beinahe ausradiert wurden. (lance)

DIE GÖTTIN Fantômas

Legendär sind die Filme mit Luis de Funés und Jean Marais; als Oberschurke Fantômas fuhr letzterer einen Citroën „Deesse“, der zwei Tragflächen ausfahren und, aufgepasst, fliegen konnte! Zu der Zeit unwahrscheinlich krass, denn seit Flash Gordon ward vermutlich nie mehr fliegendes Blech gesehen. Die „Göttin“ war auch Ausdruck einer Ära, die noch an die Zukunft glaubte und sich erfolgreich die eigene Arglosigkeit vorlog. Als Fluchtauto ist die DS übrigens die perfekte Verkörperung der Eleganz und Ästhetik des frühen Gangstermilieus, als Gangster noch charmant waren und ein Moustache trugen. Baujahr: 1964 Karosserie: Citroën DS Motor: 2.0 Liter Vierzylinder, Sonderausstattung: Hydropneupatische Aufhängung, Tragflächen und Düsentriebwerke, mitlenkende Scheinwerfer

THE KOACH The Munsters 100

Die95sogenannte „Munster Koach“ ist bis heute die LieblingsWichsvorlage vieler Hot-Rod-Enthusiasten. Der „King Of Kustomizers“ George Barris fertigte seinerzeit diese irdische Hülle aus einem betagten75Ford-T-Modell. Der fette Motor bewegte die Kutsche eigentlich nie wirklich, was zum peinlichen Einsatz eines schwarzen Zugseiles führte. Auch passte Fred Gwynne alias Herman Munster mit seinen 1,96m kaum hinters Lenkrad, doch genau dieses Missgeschick ist 25 schliesslich der optische Gipfel dieser Absurdität. Baujahr: 1964 Karosserie: Ford Model T Motor: 289 Ford Cobra 5 Sonderausstattung: Telefon, Minilabor, TV, Sarggriffe, Spinnweben in Scheinwerfern und Frontscheibe 0

INTERCEPTOR Mad Max

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Die Welt kennt keine Verkehrsregeln mehr und Autofahrer beschrotflinten sich gegenseitig für einen Tropfen Sprit. Vor 35 Jahren passte „Mad Max“ optimal in die Katerstimmung nach den Ölkrisen. Während bei heutigen Actionfilmen dutzende Stunt-Wagen zur Verfügung stehen, gab es bei „Mad Max“ jede Mühle nur einmal. Der Interceptor mit dem gewaltigen Weiand-Kompressor war gegen Ende des Films so heruntergeritten, dass er nur noch dichten Qualm hustete. Für die Fahrzeuge der „Main Force Patrol“ mussten sogar aus-gediente Taxis herhalten. Nichts für Michael Knight. Baujahr: 1973 Karosserie: Ford Falcon XB GT Coupé Motor: 5.8 Liter V8 Sonderausstattung: Äusserst clever, zur Sicherung vor Spritdiebstahl gab es eine Bombe an Bord. #

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NUMARK MIXTRACK PRO: Alles DJ oder was? Spätestens seit dem diesjährigen FYYFFA-Gewinner weiss jedes Kind, dass DJing keine Kunst mehr ist. Leider. Wer heute locker ein paar Tracks zusammen mischen möchte, braucht kein sündhaft teures Equipment und muss auch nicht unbedingt mehr jahrelang an seiner Mixtechnik feilen. Jüngster Beweis für diese Entwicklung ist das Numark Mixtrack Pro, dass aus einem DJ Controller mit intgegrierter Soundkarte und der Virtual DJ Software besteht. Für knapp CHF 300.— bekommt man hier ein Paket mit dem man sofort loslegen kann, vorausgesetzt ein halbwegs akuteller PC oder Mac steht in der Stube. Der Mixtrack Controller bietet alles, was man als ein Kalkbrenner-Verschnitt braucht, um die Puppen zum Tanzen zu bringen. Zwei Decks mit leichtgängigen, berührungsempfindlichen Jog Wheels, drei Band EQ's, Pitchfader, Kanal- und Crossfader plus Edit-Controller für die Loop- bzw. Effektsektion: Soweit so gut! Richtig lustig ist aber die Software, die dem DJ nicht nur alle wichtigen Funktionen bereit stellt, sondern ihm auch in jeder Situation hilft. Deshalb dürften sich Einsteiger sowie Rhythmus-Legasteniker vor allem über das AutoBeatmatching und Intelligent-Automixing am meisten freuen! Wer jetzt die Groupies noch nicht schreien hört, dem ist nicht mehr zu helfen. (lev) ►Erhältlich in jedem gutem DJ Shop für CHF 329.—

TAMA SPEED COBRA: Hissssssssss! Die Tama Iron Cobra ist schon lange eine Ikone unter den Fussmaschinen. Mit der Speed Cobra hat Hersteller Tama das Sortiment allerdings für Metal-Drummer erweitert, die es unten rum gerne schnell haben – im Doublebass-Stil versteht sich. Die Schlange präsentiert sich mit stark abgespecktem Design, alles was Gewicht gibt, wurde entfernt, damit nichts einer maximalen Speed-Leistung im Weg steht. Eine echte Alternative zur Axis Machine! (drum)

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GURU DRUMSWORKS: Oldie but goldie Viele atemberaubend gute Sachen schwappen seit jeher aus England zu uns aufs Festland rüber. Die neuste Entdeckung im Instrumentenbereich sind Guru Drumworks Schlagzeuge. Diese feinen Designer-Trommeln aus dem Nordosten Englands werden aus über 100 Jahre altem MahagoniHolz gefertigt und sind im Klang wunderbar warm und punchig. Optisch und funktional sind die Guru Kits im Vintage Stil anzusiedeln, der momentan ein grosses Comeback feiert. Unbedingt auschecken! (drum) ► Weitere Infos unter www.gurudrumworks.co.uk

CLAVIA NORD STAGE: Der Rote Riese Es ist da, es ist gross und es ist mächtig: Das niegelnagelneue Clavia Nord Stage Piano. Nord ist schon lange als bekannter Stage-Piano/ Keyboard-Hersteller etabliert. Nun wurde es Zeit für ein Ausrufezeichen: Das Stage Piano mit 88 Noten und einem massiven Körper ist sein Geld wirklich wert, denn alle Tasten sind beschwert und aufwendig verarbeitet. Schliesslich ist das authentische Grand Piano Spielgefühl bei Leibe keine Normalität unter den kleinen Brüdern. Für alle Tastenhauer, die auf den Bühnen dieser Welt leben. (drum) ► Erhältlich ab CHF 4'200.— bei Musik Produktiv

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Seit es ROCKSTAR gibt, existiert auch der Wunsch nach einem Redaktionshaustier. Wir wissen aber auch, dass so ein Vierbeinerleben WERDEN SIE ROCKSTAR-zwischen vollen Aschenbechern, leeren Flaschen und spontanen MEMBER UND PROFITIEREN Klappmesserkämpfen von nicht allzu langer Dauer SIEMit VON VORTEILEN: wäre. unserem batteriebetriebenen Chihuahua Lacey haben wir nun aber glaubs eine ziemlich gute Lösung gefunden.

Ja wo ist sie denn? DA IST SIE! Lacey macht schlafischlaf an ihrem nn? DA IST Stammplatz: rech Ja wo ist sie de ROCKSTAR ts t in der ill ch neben der SIE! Lacey IM BRIEFKASTEN L'emos. r re se Praktikantin, direk Tiki Bar un t in unserem Herzen.

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IMPRESSUM ROCKSTAR MAGAZINE Grösste Musik- und Popkulturzeitschrift der Schweiz. Chefredaktor: Michael Rechsteiner (rec)

Herausgeberin: All 4 Music & Lifestyle GmbH

Redaktionspraktikantin: Naomi Bowler (nao)

Geschäftsführer: Joel Meier

Druck: Redaktion: Die Wattenscheider Elena Cali (eli) Medienvertriebs GmbH Katinka Oppeck (kätt) D-44867 Bochum Louise de Marais (lou) Ja w o ist sie denn? DA IS David Gadze (dave) T SIE! Lacey Marco Rüegg (rgg) verschnauft na Vetrieb: ch ein paar inte nsive Rainer Etzweiler (rez) All 4 Music & Lifestyle GmbH n Stunden am el ektriscAttack hen ScGmbH Passive Schimun Krausz (shy) hlagzeug. Modul GmbH Valora AG,Muttenz Freie Autoren: Andy Lanzone (lance) Ja wo ist si Jahresabo: e denn? DA Cyril Schicker (cys) IS CHF 99.69.-) T (Ausland SIE! LacEuro Danko Jones ey ist vom abo@rockstar.ch Herumtolle David Branca (drum) n mit Guesha Adilji (gsh) un rer eh emaligen Auflage:se 50'000 Ex. Franz X.A. Zipperer (zip) Sonderreda Kaspar Isler (kis) ktion für Levent Demirel (lev) ab106 Leser: sche000 ulic(MACH he 2010-2) Lukas Rühli (lru) Scheissmusi Mario Corpataux (mac) k (S.A.S.) Redaktionsadresse: ziemlich m Margg Zanella (maz) üde RockStar Magazine Patrik Wydler (pat) geworden.129 Zweierstrasse Sascha Wydler (saw) CH-8003 Zürich Timo Wagner (hiv) Telefon: +41 43 333 09 04 Telefax: +41 43 333 09 06 Konzertfotos: E-Mail: Melanie Wydler redaktion@rockstar.ch Ian Keates

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Fünf Dinge, die ich nächsten Monat unbedingt erledigen muss. Diesmal mit:

Während die dänischen Pomprocker von Carpark North nicht aufhören, in unserem Heft zu blättern, können wir unseren Blick nicht von Sänger Lau Højens „AIRBRUSH TIGER IM MONDSCHEIN“-SHIRT!!! nehmen.

Ja wo ist sie denn? DA IST SIE! Lacey hält Mittagsschlaf auf e unserer Sitzungscouch. Sämtlich en dies Meetings wurden für Nachmittag deshalb abgesagt.

2. Unsere erste Headliner Tour durch das United Kingdom starten. 3. Mit meinem deutschen Boxerhund spazieren gehen.

Louise De Ville Foto: Eve Saint-Ramon

All 4 Music & Lifestyle GmbH Blegistrasse 1 CH-6343 Rotkreuz Telefon:+41 41 799 59 50 Telefax:+41 41 799 59 51 E-Mail: rockstar@all4music.ch Web: www.all4music.ch

Grafik & Layout: Joel Meier Korrektorat: Schimun Krausz André Reithebuch

Anzeigenleitung: Joel Meier Tel. +41 (0)43 333 09 04 Fax. +41 (0)41 799 59 51 rockstar@rockstar.ch

Propaganda & Events: Chantal Thalmann Stefanie Camenisch Verkauf: Rainer Etzweiler Kaspar Isler Distribution: Pit Kägi

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4. Eine Geburtstagsfeier für meine

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MORRISSEY Team Rotkreuz: DEADMAU5 Bandmitglieder Bona Johnny Alexis organisieren. Dragund (20th Martin Schiess 4X4=12 Anniversary Edition) Henna Matter

Teilnahmeberechtigt an Wettbewerben, Preisausschreibungen und Verlosungen sind alle Personen. Teilnahme an allen Verlosungen (auch SMS) per Postkarte an RockStar Magazine, Wettbewerb «Betreff», Zweierstrasse 129, 8003 Zürich möglich. Persönliche oder Kontaktangaben sind nur für den internen Gebrauch bestimmt. RockStar Magazine behält sich vor, die Teilnehmer auch in anderem Zusammenhang per Post, E-Mail oder SMS anzuschreiben. Sachpreise können nicht umgetauscht, zurückgegeben oder in bar ausbezahlt werden. SMS-Newsletter abbestellen per SMS mit dem Text «Stop Pass» an die Zielnummer 543. Der Rechtsweg ist aus-geschlossen. Es wird keine Korrespondenz geführt.

5. Meinen Koffer am Lettländer Flughafen abholen. Den hab ich vor einiger Zeit aus Gute Seele: Faulheit dort stehen gelassen. ROCKSTAR-BACKSTAGE-AREA

Vergünstigungen und wöchentlich Tickets, CDs, DVDs, Kino-Eintritte zu gewinnen.

Nadine Gujer

Promogirls: Alex, Elena, Franziska, Jasmin, Jessica, Kätt, Liane, Luzia, Mikki, Myrielle, Nadja, Naomi, Nicole, Olivia, Stefanie, Stephanie, Tonja, Vic

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Jegliche Verwendung des Inhaltes nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers. Für unaufgefordert eingesandte Dokumente, Druckfehler und irrtümliche Versprechen/Angebote übernimmt der Verlag keine Haftung. Member-Angebote so lange Vorrat. RockStar Magazine ist eine eingetragene Marke der All 4 Music & Lifestyle GmbH (c) 2010

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RCKSTR #75  

In dieser Ausgabe unter anderem ... Deadmau 5, Daft Punk, Twin Shadow, Mark Morrisroe, Motörhead, Gran Tourismo 5, Rubber und vieles mehr.

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