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OPEN YEAH! Der grosse RCKSTR Festivalguide!

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146 JUNI 2017 |CHF 5.- EUR 4.50

; rckstr.ch BONAPARTE Von Büsis bis Beischlaf

FRISCHLUFT

Ein Sommer in Freiheit alt-J Japanische Safewords und BDSM INTERVIEWS UND NEUE PLATTEN VON

Fleet Foxes • Miss May I • Royal Blood • Portugal. The Man Beth Ditto • Kraftklub • Rise Against


Mailorder-Editionen & farbiges Vinyl EXKLUSIV auf www.NUCLEARBLAST.de | www.FACEBOOK.com/NUCLEARBLASTEUROPE


REDAKTIONSPRAKTIKANTEN Michelle Kuhn (miku) Loris Gregorio (log) REDAKTION Michael Rechsteiner (rec) Rainer Etzweiler (rez) Schimun Krausz (shy) Zoé Zimmermann (zeter) FREIE AUTOREN Delia Landolt (dela) Kim Schärer (kss) Luisa Bider (bibi) Marco Rüegg (rgg) Manuel Maissen (vlct) Midi Gottet (gott) Mirjam Rodehacke (jam) Nadine Wenzlick (naw) Nadja Hutmacher (hut) Neil Werndli (nein) Raffaela Kolb (raf) Sven Düscher (sdu) Valérie Hug (vug) FOTOGRAFEN Melanie Schweizer Luca Michelli Tatjana Rüegsegger GRAFIK & LAYOUT Patrick Campolongo KORREKTORAT The mighty World Wide Web VERKAUF Rainer Etzweiler Robin Brühlmann Samuel Rudolf von Rohr Zoé Zimmermann PROPAGANDA & EVENTS Jessica Fall Zoé Zimmermann Tamara Roberto (Praktikantin) Sara Hausammann Thierry Klaus

Liebe Leserinnen und Leser, es ist soweit. Ich bin bereit für den Sommer. Das gilt zwar nur für mein Gehirn und definitiv nicht für meinen Körper (wenn man den Frauenzeitschriften dieser Welt Glauben schenken mag und normierte Beach-Body-Ideale verfolgen will), aber das ist mir herzlich egal. Denn ich fresse mich in den kommenden Monaten von einem Street-Food-Festival zum Nächsten. Und wenn das Badkleid noch so spannen mag, I don’t give a damn. Die Foodtrucks dieses Landes, die unsere Redaktion in ausgiebiger Recherche für Sie herausgesucht hat, lassen mir schon beim blossen Gedanken ans Sortiment das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ich werde mit dieser Ausgabe in der Hand von Ort zu Ort hetzen, um möglichst viele Köstlichkeiten zu probieren, bevor Sie mir alles vor der Nase wegfuttern. Wobei, eventuell hab’ ich ja Glück, weil Sie sich jedes Wochenende ohnehin an einem anderen Festival tummeln. Auswahl gibt es ja genug, in diesem Land der unbegrenzten Festival-Anzahl. Den Beweis finden Sie in unserem grossen Festival-Guide, der das Herzstück dieser RCKSTR-Ausgabe ist. Neben den regulären, mehrtägigen Open Airs, gibt es aber auch die Eintagsfliegen im Festival-Programm. Dort werde ich wohl eher durchs Publikum tollen, eine Übernachtung in einem Zelt liegt mir nämlich eher weniger. Bin mehr so der Glamping-Typ, wenn Sie verstehen. Allerdings besprechen wir in diesem Heft auch die schönsten Campingplätze der Schweiz und da hat es doch die eine oder andere Trouvaille darunter. Sogar ein vorinstalliertes Zelt mit Bett lässt sich bei einigen davon mieten, was die ganze Sache für mich persönlich dann doch wieder eine Überlegung wert werden lässt. Mein absolutes Highlight dieser Ausgabe ist aber das Interview mit alt-J. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe Bonaparte innig und dass die Fleet Foxes nach sechsjähriger Pause wieder meine Ohren beglücken, finde ich grossartig. Aber alt-J – das ist Musik die mich ganz tief drin berührt. Viele Geräusche, tausend Gedanken und eigentlich macht nix Sinn, aber wenn man genau hinhört, wird einem klar: In diesen Songs steckt so eine gewisse Ruhe, eine künstlerische Eleganz, die ich sonst meist gar nicht fassen kann. alt-J aber lassen mich an diesem Mindfuck teilhaben, sie nehmen mich an der Hand und führen mich behutsam durch den Acid-Trip. Dass sie die erste Single aus dem neuen Album dann auch noch nach meinem Lieblingsbuch «In Cold Blood» von Truman Capote benannt haben, bestätigt eigentlich nur meine Liebe zu dieser Band. Da kann mein Kollege und Boy-BFF Rainer noch so viel poltern und haten und finden, alt-J würden doch bloss schrecklichen Krach veröffentlichen. I stand by my weirdos, komme was wolle.

In Liebe und ewiger Verbundenheit,

DISTRIBUTION Pit Kägi TEAM ROTKREUZ Martin Schiess Henna Matter TEAM WÄDENSWIL Monika Bestel Walti Bestel Katrin Widmer PROMOGIRLS Anja, Anika, Becci, Dennis, Giulia, Hannah, Julia, Lina, Meret, Michelle, Michelle, Nadja, Oliver, Sabrina und Stéphie

VERLAG Youngcom AG Blegistrasse 1 CH-6343 Rotkreuz GESCHÄFTSFÜHRER Joel Meier

ANZEIGEN Rainer Etzweiler Zoé Zimmermann Samuel Rudolf von Rohr TEL +41 43 333 09 04 FAX +41 43 333 09 06 rockstar@rockstar.ch www.rockstar.ch

REDAKTIONSADRESSE RCKSTR Mag. Sihlhallenstrasse 19 CH-8004 Zürich TEL +41 43 333 09 05 FAX +41 43 333 09 06 redaktion@rockstar.ch

Mediadaten, Infos und AGBs: www.youngcom.ch

DRUCK Die Wattenscheider Medienvertriebs GmbH D-44867 Bochum VERTRIEB Youngcom AG Passive Attack GmbH Modul Kultwerbung

AUFLAGE 50’000 Ex. LESER 115’000 (MACH 2012-2) JAHRESABO CHF 69.abo@rockstar.ch ABOVERWALTUNG Zoé Zimmermann

Teilnahmeberechtigt an Wettbewerben, Preisausschreibungen und Verlosungen sind alle Personen. Teilnahme an allen Verlosungen (auch SMS) per Postkarte an RCKSTR Mag., Wettbewerb «Betreff», Sihlhallenstrasse 19, 8004 Zürich möglich. Kontakt- oder persönliche Angaben sind nur für den internen Gebrauch bestimmt. RCKSTR Mag. behält sich vor, die Teilnehmer auch in anderem Zusammenhang per Post, E-Mail oder SMS anzuschreiben. Sachpreise können nicht umgetauscht, zurückgegeben oder in bar ausbezahlt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es wird keine Korrespondenz geführt. Jegliche Verwendung des Inhaltes nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers. Für unaufgefordert eingesandte Dokumente, Druckfehler und irrtümliche Versprechen/Angebote übernimmt der Verlag keine Haftung. Member-Angebote so lange Vorrat. RCKSTR Mag. ist eine eingetragene Marke der Youngcom AG © 2017

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CHEFREDAKTORIN Katinka Oppeck (kätt)

EDITORIAL

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IMPRESSUM

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6 | JUNI 201 7 #14

RCKSTR Mag.

INHALT

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Kantönligeischt am Festival: So spricht man am Open-Air!

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Bonaparte und das Büsi: Ein Interview!

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Camping-Coolness: Die schönsten Outdoor-Schlafplätze!

Eintagsfliegen: Day-Dances und One-Day-Open-Airs!

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38

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«The Surge»: Was taugt das Game?

H INTRO

H MUSIK

Covergirl: Lilianne A. (Scout Model Agency) Fotografin: Noémi Ottilia Szabo (mimigraphy.com) Hair & Make-up: Carolines Faces Styling: Julia Nusser

16

Von alt-J bis BDSM!

10 Frischfleisch 12 Fleet Foxes 14 Bonaparte 16 alt-J 10 3 Alben des Monats H THEMA 18 Festivals in der Schweiz 58 Album-Reviews 30 One-Day-Festivals und Day Dances H GAMES 34 Festivals im Ausland 62 «The Surge» 54 Food im Freien 63 «Prey» 44 Camping 64 Kurz-Reviews 06 Hit That Shit 08 RCKSTR presents 10 Frischfleisch

SEITE

H STYLE

50 Took the Look of Bear Grylls 50 Trendbarometer 52 Shopping: Neubau Eyewear 52 Worst Dressed

70 «Glow» 66 Kino-Kurzreviews 70 Heimkino

H AUSGEHEN

H REISEN

H KOLUMNEN

H MOVIES

80 From Langstrasse With Love

66 «Baywatch» 68 Outdoorkinos in der Schweiz

56 Prag

H KULTUR

72 Gig-Previews 74 Party-Previews 08 Lifecoach 06 Sexratgeber 82 Midi Gottet in «Das Letzte»

10 Frischfleisch 52 Neubau Eyewear 12 Fleet Foxes 66 «Baywatch» 50 Took the Look: Bear Grylls 70 «Glow» 54 Food im Freien 34 Auslandsspiele: Festivals ausserhalb der Schweiz 80 From Langstrasse With Love 56 Prag

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Kevin (19) klagt in der 20min.ch-Kolumne «Doktor Sex», dass seine sexuell experimentierfreudige Freundin ihn darum gebeten hat, sie während dem Geschlechtsverkehr anzupinkeln. Kevin kann sich mit dem Gedanken aufgrund seiner guten Erziehung aber nicht anfreunden.

GO•GO•GOSSIP LOVE

GURU

Linkin Park möchten uns alle wissen lassen, dass ihre neue schreckliche Popmusik imfall kein Sell-Out-Marketing-Ding ist, sondern total und ultra fest ihren eigenen Geschmack wiederspiegelt. In einem Interview mit «Kerrang!» sagte Chester Bennington: «Wenn du denkst, das sei alles nur ein PR-Ding, dann kannst du mich verfickt nochmal draussen treffen und ich hau dir auf dein fucking Maul.» Okay?

# 146

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JÖRGEN MAITHUNAS ZWEITE MEINUNG FÜR LIEBE, SEX UND PARTNERSCHAFT

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Sie sind Single? Sie benutzen Dating-Apps? Aber Ryan Gosling ist noch immer nicht eines Ihrer vielen Matches? Say no more, Facedate schafft Abhilfe. Die App, die sich noch in der Entwicklung befindet, soll es möglich machen, nur noch potentielle Partnervorschläge anzuzeigen, die auch wirklich aussehen, wie Ihre 50 liebsten Promis.

Täglich wenden sich Ratsuchende an ausgebildete Fachleute in Sachen Liebesdingen und erhalten dabei meist Antworten, in denen sie sich offen und ehrlich den eigenen Emotionen und Bedürfnissen des Partners stellen müssen. Urgh! Wem das zu viel Stress ist, gibt Jörgen Maithuna hier eine zweite Einschätzung. Sein Rat mag nicht der beste sein, aber das haben wir bereits geahnt, als er sich beim Bewerbungsgespräch mit seinem Namen vorgestellt hat.

DOKTOR SEX RÄT:

Redet offen darüber, wahrscheinlich fährt die Freundin auch gar nicht allzu sehr darauf ab und lässt den Wunsch wieder bleiben.

JÖRGEN MAITHUNA RÄT:

Lieber Kevin. Falls deine Freundin tatsächlich darauf beharrt, die Natursektkorken knallen zu lassen, hilft folgendes: Idealerweise nähert ihr euch der Praktik ausserhalb von einem sexuellen Kontext an. So stehen demnächst die Sommerferien vor der Türe – warum nicht also Ferien am Strand machen, wo deine Freundin «aus Versehen» auf eine Qualle tritt und dir gar keine andere Wahl bleibt, als ihr zur schnellen Linderung der Brandwunde über den Fuss zu pinkeln, bevor der Rettungsschwimmer seinen Rettungsschwengel auspackt. Ab diesem Punkt gilt es, die Erfahrung langsam zu steigern. Du bestimmst das Tempo und den PH-Wert. Möglicherweise geht ihr zum Camping und du lullerst am Morgen nach dem Aufstehen noch im Halbschlaf gegen einen Baum, ohne zu bemerken, dass sich deine in Holzrinde gewickelte Liebste dabei am Stamm festklammert? Und selbstverständlich sollte sie sich auch in die Dusche schleichen, wo du es hoffentlich wie jeder andere Kerl jeweils einfach laufen lässt.

SIEGERTIGER SAGT:

«Warum ich an Festivals nicht auf dem Campingplatz übernachte? Wenn ich im Zelt Sex habe, kann man die Band auf der Hauptbühne nicht mehr verstehen.»

Nackedei

-------- des --------

Halle Berry Eigentlich steckt «Justice League» bereits in der Post-Production, doch Regisseur Zack Snyder («300», «Suicide Squad») wollte noch ein paar zusätzliche Szenen drehen. Diesen Posten übernimmt nun aber Joss Whedon, der für Marvel bereits «The Avengers» ins Kino brachte. Der Grund für den Regie-Wechsel: Snyder will sich nach dem Selbstmord seiner 20-jährigen Tochter um die Familie kümmern.

Monats

Ist es eine Szene aus dem neuen «Alien: Covenant»-Streifen? Eine Neuauflage eines weiblichen Han Solo im Karbonit-Gefängnis? Oder doch einfach nur eine leichtbekleidete Fensterputzerin? Alles falsch, die Dame hinterm Streifenglas ist niemand geringeres als Schauspielerin Halle Berry, die mit diesem Instagram-Bild im prüden Amerika gleich mal wieder einen Medienaufstand erzeugt hat. «So nackt zeigt sich eine Mutter», schreibt man dort. Oder auch «Halle versucht mit ihren Reizen Aufmerksamkeit zu generieren». Man könnte aber auch einfach «Schauspielerin macht ein hübsches Foto für ihre Follower» als Headline nehmen und gut ist. (kätt)


Eine Jacke, die in wenigen Handgriffen zum Zweipersonen-Zelt wird? Yes, please! Das Start-up Adiff bietet nun Vorbestellungen für diese Innovation an. Kostenpunkt: 350 US-Dollar. Allerdings werden 10% davon gesammelt, um Flüchtlingen oder Obdachlosen ein solches tragbares Zelt zu schenken. ; alle Infos unter Adiffstore.com

Eine Beuteltasche, in der man alles finden wird? Das verspricht FREITAG mit der neuen R124 BIRD. Aber egal ob das nun stimmt, oder ob sich dieses Täschchen mit dem von Mary Poppins vergleichen lässt – hübsch ist’s allemal! ; CHF 270.–, oder gratis, wenn Sie bei unserer Verlosung unter rckstr.ch/win mitmachen!

Gadgets im juni

KAFI MIT SCHUSS!

RAHMENHANDLUNG

Jack Daniel’s schleicht sich nun auch in unser Morgenritual ein: Der Whiskey-Hersteller aus den Staaten hat Bohnenkaffee mit seinem Gebräu gepaart und daraus eine (übrigens alkoholfreie) Kaffeemischung gebastelt. Kann man aber vorerst bloss in der Destillerie in Lynchberg kaufen.

Ist es der schönste Fernseher der Welt? Auf jeden Fall, sieht The Frame nämlich nicht mal aus wie ein TV. Der neueste Wurf von Samsung, der sich nahtlos in die Bilderrahmen-Sammlung in der heimischen Stube einfügt, hat unser Design-Herz im Sturm erobert! ; AB DEM 19. JUNI AB CHF 2'199.– ERHÄLTLICH

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VOGELFREI

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TRAGBARES ZELT

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presents

17.6 Dynamo (Zürich)

FOUR YEAR STRONG Die fünf Amerikaner bedienen schon seit gut 16 Jahren die Genre PopPunk und Melodic Hardcore ohne neben Szene-Newcomern zu verblassen. Dies ist eine rare Eigenschaft mit der sich, in der durch die von Social Media befeuerte Kurzlebigkeit, wirklich nur noch die Wenigsten rühmen können. Mit ihrem mittlerweile sechsten und nach sich selbst benannten Album, wissen Four Year Strong auch merklich was sie können, haben

den Boden unter den Füssen deshalb aber keineswegs verloren. Umso besser also, dass die Herren im Juni für einen nicht-virtuellen Auftritt einen Abstecher nach Zürich machen und die Anwesenden mit scharfen Riffs und harten Breakdowns begeistern. (jam)

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18.6. Letzigrund (Zürich)

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DEPECHE MODE Plattenverkäufe im neunstelligen Bereich und eine fette Lounge im PopOlymp? Das könnte dazu verleiten, sich auf dem Sitzleder auszuruhen. Wenn jedoch sonnenbebrillte Millionäre, die ihren letzten Hit im vordigitalen Zeitalter hatten, «Where’s the Revolution» klagen und für Konzerte in Gigastadien mit einer Charity-Organisation anbandeln, dann schrillt bei uns der Bono-Alarm. Dave Gahan hat jedoch das Glück (in Form von Martin Gore und Andy Fletcher), dass sein pathetischer Text ein spartanisch-elegantes Soundkostüm umgehängt bekommt. Und statt Vorruhestand touren die Briten durch die Champions-League-Stadien und beweisen dort, dass sie bis heute relevante Musik komponieren, statt bloss Evergreens abzustrampeln. So wie jene Band, die knapp zwei Wochen davor das Zürcher Freiluftrund besetzt. (rgg)

RCKSTR-LIFECOACH DIESMAL:

10 ÄUSSERUNGEN, DIE SIE IM TIERHEIM BESSER FÜR SICH BEHALTEN.

«Keine boxenden Kängurus, keine sprechenden Waschbären aus dem Weltraum und nicht eine einzige Maus namens Feivel mit einer grossen blauen Mütze auf dem Kopf? Was für einen Scheissladen haben Sie hier eigentlich am Laufen?»

«Sehr gut. Damit ist meine Armee vollständig, welche unter General Goldpfötli die südlichen Sandkästen vom Kinderhort Würenlos in ein Feld voll Kacke verwandeln werden! Gnahahahahaharrr!»

❽ ❼ ❻

«Und was frisst dieser Kanarienvogel so? Blumenkohl und die frischen Augäpfel kleiner Kinder wie mein letzter?» «Sie sollen kämpfen um meine Liebe. KÄMPFEN BIS IN DEN TOD!» «Ich kann mich so schwer entscheiden. Wäre es möglich, die Tiere in das Kostüm einer Hooters-Kellnerin zu stecken? Ich habe, äh, zufälligerweise passend geschnittene Exemplare davon im Kofferraum.»

«AHH! Warum bewegen sich diese Biester? EUER TAXIDERMIE-LADEN IST VON DÄMONEN BESESSEN!»

«Die hier ist ganz herzig, aber kann sie bis Mittwoch noch zwei Kilo abnehmen? Ich will mir schliesslich nicht das Brandenburger Tor als Katzentürchen installieren lassen.»

«Möglicherweise kennen Sie mich. Ich bin der erfolgreichste Hahnenkampfveranstalter im ganzen Oberwallis und gerade dabei, das Geschäftsfeld auf andere Spezies auszuweiten.»

«Wenn ich meinem Sohn einen Pelz umbinde, könnte ich ihn dann jeweils hier übers Wochenende in einem der Käfige unterbringen?»

«Einmal Nummer 14 süss-sauer. Und eine Fanta, bitte.»


9.6. Gonzo (Zürich)

lädt. Art-Rock, der schlagartig in die Beine geht. Und natürlich Musik aus der Heimat, die von Heimatmusik nicht weiter entfernt sein könnte. Und nachdem sich John Gailo die Fingerkuppen wund gespielt und wir anständig geheadbangt haben, geht es wie immer nahtlos weiter zur eigentlichen Party. Ab 23 Uhr sorgen die DJs Guerolito und The Wild Child für den Sound der restlichen Nacht – bestehend aus der feinsten Selektion an Rock, Indie, Soul und alles dazwischen. Die Hauptmission an diesem Abend: Ausrasten wie Namensgeber Hunter S. Thompson. Und wer dessen verfilmte Werke kennt, weiss, dass es am 9. Juni keine Entschuldigungen braucht. Alles ist erlaubt. Because «it never got weird enough for me». Bis jetzt. (kätt)

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28.6. Samsung Hall (Zürich

THE 1975 Ihre Europa-Shows Anfang Jahr mussten The 1975 auf den Sommer verschieben – zwei Nominationen für den wichtigsten Musikpreis der Insel ziehen eben neue Möglichkeiten und Verpflichtungen nach sich. Die vier Mancunians holten sich schliesslich den BRIT-Award für die beste Band Grossbritanniens (und wurden beim Kiffen und angeblichen Koksen unterm Tisch gefilmt). Dass sie den Preis verdient haben, bewiesen sie Ende Februar, als sie

WIR VERLOSEN

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TICKETS! n auf Mitmachen und gewinne

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# 146

Third time’s the charm, heisst’s in Übersee. Und weil unsere ersten beiden Thompson-Ausgaben mit The Outta Mind und Saint Tangerine Convention schon fantastisch waren, kann das ja bloss bedeuten, dass die nächste Party endgültiges Ausrastpotential hat. Das hat zum einen damit zu tun, dass es die letzte Thompson vor der Sommerpause ist (im September geht’s dann hurtig weiter mit unseren Kellerkonzertpartys). Massgeblich zur Eskalation beitragen wird aber vor allem die Band, die wir diesmal buchen durften: John Gailo, der Vierer aus Zürich und Umgebung, der mit Masken, Verstärkern und scharfen Gitarrenriffs bewaffnet in unserem Lieblingsschuppen an der Langstrasse antanzen wird. Was man erwarten darf? Aggression, die sich in Feierwut ent-

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THOMPSON – IT NEVER GOT WEIRD ENOUGH FOR ME

für einen wohltätigen Zweck ein Cover von Sades 2000er Samenlöser «By Your Side» veröffentlichten und dem Original trotz (oder gerade wegen) Auto-Tune mehr als gerecht wurden. Im aktuellen Live-Set der Gruppe scheint der Song keinen Platz zu haben, dank Indie-Rock-trifftauf-Boygroup-Heuler-und-Stadion-Hymnen-Stoff der Sorte «The Sound», «Sex» und «Love Me» muss sich jedoch niemand um mangelndes Mitsing-Material sorgen. (shy)


t im internatiand und manchmal auch erst jetz Mal brandneu, mal in neuem Gew Monats Juni. des s Act r finden Sie die frischesten onalen Markt angekommen: Hie

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JUNIOR PROM

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FRISCH FLEISCH

Eigentlich gibt’s Junior Prom aus Brooklyn ja schon ein Weilchen. Wikipedia beziffert das Gründungsjahr mit 2012, die erste EP kam im Februar 2014 raus und das Debütalbum «Young Stunners»; nun ja, das wurde über die letzten 12 Monate laufend veröffentlicht. Statt sich an den üblichen Albenzyklus zu halten, hatte Mark Solomich – der Kopf hinter Junior Prom – die Songs des Albums jeden Monat jeweils bloss als Singles veröffentlicht. Ein schlauer Schachzug? Auf jeden Fall. Die Meute ein ganzes Jahr lang bei der Stange zu halten, um sich so in der Erinnerung der Menschheit festzunisten, schaffen sonst nicht mal grössere Acts. Bevor Sie sich aber dazu entschliessen, dem gutartigen Parasiten Junior Prom Zugang zu Ihrem Hirn- und Hörvermögen zu geben, sollten Sie folgende Fragen mit einem lauten «JA!» beantworten können: Wollen Sie, dass die Musik, die Sie hören, Ihnen ein gutes Gefühl vermittelt? Finden Sie Indie-Pop ist das allerbeste, das der Welt je passieren hätte können? Tanzen Sie gerne? Suchen Sie noch Material für Ihre Sommer-Party-Playlist? Na, worauf warten Sie dann noch? (kätt) FÜR FANS VON: THE WOMBATS, CRUISR, COIN

PALE WAVES

Sie kommen aus Manchester, sehen aus wie typische Goth-Kids und sind Best Buds mit The 1975. Mehr weiss man ehrlich gesagt noch nicht über Pale Waves, aber wenn man die allererste Single «There’s A Honey» gehört hat, reicht das auch für den Anfang. Der Track ist straight up dreamy Pop mit Texten, die in Zeiten von Stealthing, Ghosting und Sexual Consent plötzlich ganz wichtig werden: «I would give you my body, but am I sure that you want me?», singt Heather Baron-Gracie und macht Millenial-Musik vom Feinsten. Dass die Erfolgskurve von Pale Waves aber auch ohne Platte im Rücken bereits steil nach oben zeigt, hat vor allem mit ihren Verbindungen zu den bereits erwähnten The 1975 zu tun. Die Band rund um Frontmann Matty Healy teilt sich mit den jungen Mancunians einen Platz am Roster des eigenen und wahnsinnig hippen Labels Dirty Hit (neben Acts wie The Japanese House oder Wolf Alice), hat die Debütsingle produziert und nimmt Pale Waves auch gleich noch als Support-Act mit auf die Europa-Tour, die am 28. Juni in der Samsung Hall Zürich Halt macht. Spätestens wenn das Debütalbum dann tatsächlich mal erscheint, wird sich zeigen, ob Pale Waves auch ohne Healys stützende Hand laufen können. Wir sind da aber sehr zuversichtlich. (kätt) FÜR FANS VON: FICKLE FRIENDS, THE 1975, LLOVERS ; Live: 28.6. Samsung Hall (Zürich)


THE GUILT

Die

LIEBLINGS RELEASES

des Monats SOMMERSYNTHSOUND

PHOENIX

TI AMO

ATLANTIC / WARNER

Spätestens mit ihrem 2009er Album «Wolfgang Amadeus Phoenix» eroberte die französische Truppe unsere Herzen, das Folgealbum «Bankrupt!» von 2013 konnte aber doch nicht ganz am plötzlichen Erfolg (der übrigens erst zehn Jahre nach Bandgründung Einzug hielt) anknüpfen. Und «Ti Amo»? Klingt wieder genau so, als könnte es jedes Zelt an jedem Festival mit seiner puren Lebenslust in Schutt und Asche feiern. Well done. (kätt) wwwwwwWWwv

CIGARETTES AFTER SEX

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BEDROOM-POP

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FÜR FANS VON: PASSION PIT, MGMT, TWO DOOR CINEMA CLUB ;Live: 9.7. Montreux Jazz Festival (Montreux)

CIGARETTES AFTER SEX

PARTISAN RECORDS

Licht aus. Kerzen an. Ins Bett legen. Zu zweit. Nackt. «Cigarettes After Sex» abspielen. Welt vergessen. Geniessen. Auch falls die Evolution bei Ihnen an der romantischen Ader gespart haben sollte, so werden Sie spätestens nach «Each Time You Fall In Love» mit Pudding in den Knien zu kämpfen haben. Und für alle, um die es bereits bei «Nothing’s Gonna Hurt You Baby», geschehen war – es geht noch besser: «Apocalypse». Erste-Sahne-Ambient-Pop fürs Schlafzimmer, wie er schöner nicht sein könnte. (vug) wwwwwwWWwv FÜR FANS VON: BEACH HOUSE, SLOWDIVE, MAZZY STAR

Sie beschreiben sich selbst als «Roxette with knives» und liegen damit nicht mal so falsch: Emma und Tobias aus der schwedischen Stadt Helsingborg schneiden, piksen und schälen mit ihren musikalischen Messern direkt ins Gemüt, behalten dabei aber immer die kühle Contenance, die auch dem anderen Schweden-Duo anhaftet. Die selbstbetitelte Debütplatte verspricht absolute Eskalation, bleibt aber bei einem Thema: «Manche Songs handeln von dem absolut schrecklichen Zustand der Unterdrückung in der heutigen Zeit und wie wütend das machen kann. Andere handeln vom Tanzen und wütend sein. Oder vom Nichtstun und wütend sein», erklärt Emma im Interview die Lyrics auf dem Album. Tobias schreibt zwar auch ab und an ein Wort in einem Song, kümmert sich aber viel mehr darum, wie das Endprodukt dann klingt: «Ich will, dass die Hörer eine Erfahrung von Gefahr und Ehrlichkeit machen können. Etwas, das ihn oder sie dazu anregt, bei dem mitzumachen, das jetzt grad abgeht. Ich will ihnen damit sagen, dass sie ihren Arsch gefälligst bewegen sollen!» Im September soll es dann auch endlich für eine Live-Show in die Schweiz gehen. Wann und wo, wissen The Guilt zwar noch nicht, aber sie wünschen sich eine Pool Party, an der sie spielen können. Wenn Sie also über so ein Gewässer verfügen und The Guilt bei Ihnen im Garten spielen lassen wollen, melden Sie sich. Wir stellen gern den Kontakt zur Band her. (kätt) FÜR FANS VON: JOHN GAILO, INVSN, LE TIGRE ; Das Debütalbum «The Guilt» ist jetzt erhältlich.

GROOVE-ROCK

PORTUGAL. THE MAN

WOODSTOCK

ATLANTIC

Sie hätten für ihr achtes Album schon genug Songs zusammen gehabt, als John, Sänger von Portugal. The Man, das originale Woodstock-Ticket seines Vaters in einer Werkzeugbox fand. Darauf trafen die Fünf eine harte Entscheidung: Sie verwarfen alles und begannen von vorne. Sie wollten ein Album machen, das die Welt repräsentiert, wie sie heute ist. So erinnert «Woodstock» nur stückweise an ein Hippiefestival, jedoch trägt es mindestens so viel positive Energie in sich. Die Jungs aus Alaska und den USA beweisen damit viel Optimismus und belohnen uns für vier Jahre geduldiges Warten. (dela) wwwwwwWWwv FÜR FANS VON: ALT-J, CAGE THE ELEPHANT, BROKEN BELLS ;Live: 13.9. Les Docks (Lausanne), 14.9. Salzhaus (Winterthur), 15.9. KiFF (Aarau)

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FLEET FOXES Epische Rückkehr

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Warum seit dem letzten Fleet Foxes Album sechs Jahre vergangen sind? Weil Sänger Robin Pecknold die Konzertclubs für eine Weile gegen den Uni-Hörsaal tauschte. Mit «Crack-Up» veröffentlicht die Band nun ihr bisher ausgereiftestes Werk. von Nadine Wenzlick Nein, die Fleet Foxes lagen nicht auf der faulen Haut. Zwar sind seit dem letzten Album der US-Indie-Folk-Band stolze sechs Jahre ins Land gegangen – Ex-Schlagzeuger Joshua Tillman veröffentlichte derweil gleich mehrere Alben unter dem Namen Father John Misty – der Grund dafür ist aber, dass Sänger Robin Pecknold sich eine Weile aus dem Musikbusiness zurückziehen und ein ganz normales Leben führen wollte. Die Auszeit tat ihm offenbar gut, denn heraus kam am Ende «Crack-Up», das epische, dritte Album der Band. Doch der Reihe nach. Eigentlich lief für die Fleet Foxes bisher alles bombig. Schon mit ihrem Debütalbum hatten sie 2008 für Begeisterung gesorgt: Psychedelische Popmusik der 60er und 70er war plötzlich wieder hip, The Byrds, Crosby und The Beach Boys gern zitierte Einflüsse. Als drei Jahre später der Nachfolger «Helplessness Blues» erschien, brachte er der mittlerweile auf sechs Mitglieder aufgestockten Band sogar eine Grammy-Nominierung ein. Die Fleet Foxes waren also auf ihrem bisherigen Höhepunkt angekommen, als Pecknold sich zu einer Vollbremsung entschied. «Ich wollte nicht bloss deshalb ein neues Album machen, weil die Leute es erwarten. Ich hatte Angst, dass es eine schlechte Platte werden könnte», erklärt er. «Also beschloss ich, erst mal zur Uni zu gehen, während ich überlege, wie es weitergehen soll. Ich hatte mich seit meinem 14. Lebensjahr voll auf die Musik konzentriert und nie Zeit gehabt, zu studieren. Ich wollte das mal ausprobieren.» Pecknold zog von Seattle nach New York, schrieb sich an der Columbia University ein und studierte Musiktheorie, Kunstgeschichte und Literatur. «Ich habe es genossen mich in etwas völlig Neues zu stürzen», sagt er. «Das ist der beste Weg, um zu wachsen. Das ganze Umfeld tat mir gut. So ein Campus ist wie eine Blase. Ich habe viel gelesen, viel nachgedacht.» Die Musik kam trotzdem nie zu kurz: Permanent nahm Pecknold neue Songs auf. Er schrieb den Soundtrack für das Off-Broadway-Stück «Wyoming», musizierte aber auch einfach bloss aus Spass. «Diese Freiheit habe ich genossen», fährt er fort. «Dadurch habe ich wieder einen anderen Zugang zur Musik gefunden, jenseits des Popkontexts.» Und schliesslich nahm auch das dritte Fleet-Foxes-Album Form an. Statt Dinge zu erzwingen, wartete Pecknold stets auf die Erleuchtung.

Auf den Moment, in dem er wusste: Dieser Song wird der Opener. Jener Song muss am Ende stehen. Oder auch: Die Platte muss «CrackUp» heissen. Der Titel ist einem autobiographischen Essay des amerikanischen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald entliehen, in dem Pecknold Inspiration fand. Er wurde 1936 veröffentlicht und gilt als Dokument von Fitzgeralds Lebenskrise, die schliesslich zu seinem alkoholbedingten Tod führte. «Es geht darin um Depressionen und Fitzgerald spricht von einem Bruch, der in ihm stattgefunden hat. Einiges davon stand in Einklang damit, wie ich mich damals fühlte», wagt Pecknold einen Erklärungsversuch. Weil er gerade selbst nicht wusste, wie es für ihn weitergehen sollte? «Ja», druckst er herum. «Wobei der Essay zum Teil sehr fatalistisch ist. Das teile ich nicht unbedingt.» Man merkt im Interview schnell, dass Pecknold eher der verkopfte Typ ist. Er macht viele Pausen, denkt bei fast jeder Frage lange nach. «Bestimmte Zeilen haben mich einfach angesprochen», schlussfolgert er. «Zum Beispiel ‚your life is just how you're perceiving it’. Wahrnehmung ist ein grosses Thema auf dem Album. Je älter ich werde, desto mehr stelle ich fest, dass die Art, wie ich die Welt sehe, nicht unbedingt damit übereinstimmt, wie sie wirklich ist oder wie andere Menschen sie wahrnehmen. Und dass es gar keine objektive Sicht auf die Welt gibt.» Vertont haben Fleet Foxes diese bedeutungsschweren Gedanken mit einer Mischung aus Waldschrat-Folk, wunderbarem Harmonie-Gesang, dramatischen Mandolinen, warmen Gitarren und eingängigen Melodien – bloss mit noch mehr Nuancen und tiefer durchdacht. Sounds und Stile, die für die Band einzigartig sind, wollte Pecknold dieses Mal auf die Spitze treiben. Das geht so weit, dass die erste Single «Third of May / Ōdaigahara» als fast neunminütiges Epos inklusive Klavier, Streicherquartett und 12-seitiger Gitarre daherkommt. Der Song ist eine Hommage an Gitarrist Skyler Skjelset, mit dem Pecknold die Band 2006 gegründet hat und der am 3. Mai Geburtstag hat. Die beiden kennen sich bereits seit der High School, doch zuletzt hatte ihre Freundschaft unter dem ständigen Touren gelitten. «Wir mussten einfach eine Weile als Individuen leben, um dann wieder zueinander zu finden», so Pecknold. «Der Song ist eine Art Tagebuch unserer Freundschaft und vereint verschiedene Erinnerungen. Skyler ist wie ein Bruder für mich und ich bin echt dankbar für unsere Freundschaft. Es passiert schliesslich nicht oft, dass man so lange zusammen durchs Leben geht.» Umso schöner, wenn dann noch so wunderbare Musik dabei herauskommt.


INDIE-FOLK

FLEET FOXES

CRACK-UP

NONESUCH / WARNER

Zwar sind seit dem letzten Fleet Foxes Album sechs Jahre ins Land gezogen, doch der Übergang zu ihrem neuen Album ist fliessend: «Crack-Up» beginnt tatsächlich mit der gleichen Note, auf der «Helplessness Blues» endete. Danach folgen elf anspruchsvolle, höchst durchdachte Indie-Folk-Songs mit warmen Gitarren und wunderbarem Harmonie-Gesang. WWWWWWWvVV FÜR FANS VON: MUMFORD & SONS, THE LUMINEERS, CROSBY, STILLS& NASH ; Live: 4.7. Montreux Jazz Festival, 7.11. X-Tra (Zürich)

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| JUNI 2017

Bonaparte 14

lässt seine innere Katze raus

Der Berner Tobias Jundt, alias Bonaparte, ist schon lange nicht mehr der feierwütige Disco-Punk, als der er berühmt wurde. Sein neues Album «The Return of Stravinsky Wellington» schlägt ganz klar ruhigere Töne an. RCKSTR hat nachgefragt, wie es dazu gekommen ist. von Neil Werndli Wenn Sie immer noch meinen, Bonaparte sei die hedonistische Zirkustruppe, angeführt von Partykaiser Tobias Jundt, fehlt Ihnen ein entscheidender Teil der Bandgeschichte: Klar, mit Songs wie «Anti Anti» oder «My Horse Likes You» drehte Jundt gegen Ende der Nullerjahre voll auf und als der Wahlberliner noch mit Stripperinnen und als Tieren verkleideten Tänzern auftrat, konnte man sich bei seinen Shows so richtig schön einen an die Birne tanzen. Seit einigen Jahren entfernt sich Bonaparte allerdings vom Haudrauf-Rave und sein neues Album «The Return of Stravinsky Wellington» (benannt nach Jundts Katze) schliesst diese Entwicklung ab. Im Interview spricht er über sein inneres Büsi und erklärt, warum die Platte trotzdem ein symbolischer Mittelfinger ist. Tobias, wir fragen jetzt einfach mal ganz naiv: Warum so ruhig? Ich wollte bewusst ein in sich gekehrtes Album schreiben. Und obwohl es ein eher sanftes Ding geworden ist, sage ich damit klar «fuck you». Eigentlich ist es ja dasselbe wie damals bei «Too Much» oder «My Horse Likes You»: Ich habe mich zurückgezogen und das gemacht, worauf ich gerade Lust hatte. Ich habe meine innere Katze rausgelassen. Daher auch der Titel. Katzen machen auch nur, was sie wollen. Und wenn ich Hunger hatte, habe ich gegessen und wenn ich Lust auf Beischlaf hatte … nein, lassen wir das. Aber Kinder sind auch so: Sie gehen ganz unvoreingenommen an die Sachen ran und das habe ich auch wieder versucht. Diese kindliche Naivität im musikalischen Sinne zurückzugewinnen stellen wir uns in deiner Position schwierig vor. Du unterrichtest ja immer noch Songwriting. Wenn ich will, kann ich schon theoretisch denken. Aber grundsätzlich arbeite ich intuitiv. Darum finde ich es spannend, meine Instrumente einfach mal komisch zu stimmen. Oder ich spiele gleich Instrumente, die ich gar nicht beherrsche. Oder ich singe in einer Sprache, die ich nicht kenne und so weiter. Dadurch wird man wieder ein bisschen naiver. Aber Musik basiert letzten Endes auch auf Mathematik und natürlich gibt es beim Songwriting Regeln. Die Kunst liegt darin, diese Regeln auszublenden. Wir nehmen an, du hast dich auch persönlich weiterentwickelt. Was hat diese Platte mit dir als Mensch gemacht? Es war unglaublich befreiend: Jetzt wo ich so ein Album gemacht habe, kann ich beim nächsten machen, was auch immer ich will. Ich war in den letzten zehn Jahren ein bisschen gefangen in dieser Tour-Bubble: dass Bonaparte physische, körperbetonte Musik sein muss. Dabei sollte Bonaparte nie etwas Definiertes werden. Daraus bin ich mit dieser Platte ausgebrochen und habe mir die Freiheit zurückerobert. Und die nächsten Songs werden noch einmal völlig anders – ich bin da schon mittendrin – und da mache ich komplett neue Schritte, auf verschiedensten Ebenen.


Foto: Melissa Jundt

BÜSI-ROCK

BONAPARTE

THE RETURN OF STRAVINSKY WELLINGTON

BONAPARTE / BELIEVE

Die Party ist vorbei. Als Reaktion auf das aktuelle Weltklima hat sich Bonaparte zurückgezogen und mit einem Bläser-Trio ein ungewohnt besonnenes Album aufgenommen. Im Opener und Schlüsselsong «White Noize» lehnt er sich im Schaukelstuhl zurück und wartet bis sich die Rechtspopulisten dieser Welt gegenseitig auffressen. Etwas lockerere Highlights sind «Polyamory», das moderne Beziehungsformen auseinandernimmt oder «High Five In Your Face», geschrieben und gesungen von Jundts fünfjähriger Tochter. WWWWWWWwVV

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; Live: 15.7. Gurtenfestival (Bern)

| JUNI 2017

FÜR FANS VON: ELBOW, GET WELL SOON, KATZEN

Es passt aber auch in das aktuelle politische Klima. Alle sprechen von Post-Ironie und dass Künstler eine klare, ernst gemeinte Message haben sollten. «Post-Ironie» - ein treffender Begriff. In der heutigen Welt, in der die ganze Politik ein Rollenspiel ist und niemand mehr weiss, was richtig und falsch ist, soll es die Aufgabe eines Künstlers sein, abzubilden, für was er wirklich einsteht. Ich glaube, es wird mehr introvertierte Platten geben. Denn der Kampfgeist kommt von innen. Diese Masken, die viele Popstars tragen, interessieren mich gerade weniger. Eigentlich vergleichbar mit Rechtspopulisten, die zu einem gewissen Grad auch eine Maske tragen und ihre Unterstützer so hinters Licht führen. Genau – die haben uns das Konzept gestohlen. Jetzt funktioniert Politik offenbar so, also können wir nicht mehr auf die gleiche Art und Weise vorgehen. Ein Artist muss Mensch sein und Gesicht zeigen. Wie muss man sich denn deine Live-Shows mit so einem ruhigen Album vorstellen? Halb Neu und halb Alt. Ich habe drei Bläser und zwei Drums auf der Bühne. Auf dem Album spielen ja Fat Freddy’s Drop die Bläser und um das live zu nutzen, habe ich über Sachen wie «Anti Anti» jetzt auch äthiopische Jazz-Bläser arrangiert. All diese altbewährten Abgeh-Songs reiten nun hintendurch auf einer chilligen horizontalen Welle. Das neue Album hat also wiederum einen Einfluss auf die alten Sachen und das ist extrem spannend. Es wird aber auch Leute geben, die die verschwitzten Shows vermissen. Wer Tanzen will, wird tanzen können. Das zweite Album «My Horse Likes You» war aber eigentlich die Stagnation des ganzen Zirkus. Zu einem gewissen Grad habe ich mich natürlich auch hinter Tänzern und anderen Figuren versteckt. Aber da gab es kein richtiges Entwicklungspotenzial mehr. Und irgendwann muss man sich fragen: Will man das noch? Würde sich meine 2010er-Show heutzutage noch zeitgemäss anfühlen? Wir hätten bestimmt Spass aber nach dem zehnten Mal wäre es halt berechenbar und dadurch langweilig. Genau und ich hoffe natürlich, dass auch die Fans an einem anderen Punkt sind. Und dann wird es bestimmt Leute geben, die erst jetzt dazukommen und die finden die sanfteren Songs wunderschön. Und dann spiele ich plötzlich einen Knaller wie «Quarantine» und die denken «wow, das ist mir jetzt aber zu krass». Es ist ein schwieriger Spagat. Hast du es jemals bereut, dass du damals die Schweiz verlassen hast? Es war schon extrem wichtig, einfach zu sagen, ich bin jetzt Bonaparte und verlasse die Schweiz. Das passiert auch anderen: Da geht ein Bowie in ein neues Land und plötzlich, zack, explodiert sein Stil in einer neue Phase. Warum? Weil er da wieder niemand ist. Das ist unglaublich wertvoll für einen Künstler: Einfach gefühlt ein Nobody im Nirgendwo zu sein.

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alt-J # 146

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MUT ZUR KÜRZE

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Knapp drei Jahre nach «This Is All Yours» veröffentlicht das Art-Rock-Trio alt-J aus Leeds sein drittes Studioalbum «Relaxer». Wir haben mit Keyboarder und Sänger Gus Unger-Hamilton telefoniert, als er gerade mit dem Taxi von der Bandprobe nach Hause tuckerte und dabei erfahren, was die neuen Songtexte mit Safewords bei BDSM-Sexspielen zu tun haben. von Schimun Krausz Gus, ihr wart für euer neues Album «Relaxer» gerade einen ganzen Monat lang auf Promo-Tour durch die USA, Australien und Europa. Langsam wird’s etwas absurd, nicht? Es ist verrückt, alle wollen immer mehr und mehr und mehr. Ich beschwere mich nicht, wir können uns wirklich glücklich schätzen und haben einen grossartigen Job, aber es ist schon erstaunlich, dass mittlerweile jedes Medium da draussen exklusive Inhalte von einem haben möchte und wenn man ihnen nicht noch zusätzlich eine spezielle Performance liefert, sind sie unzufrieden. Dann sind wir gespannt, was du Exklusives für uns vorbereitet hast. Ich werde euch ein Gedicht vorlesen, an dem ich gerade schreibe (lacht). Wir geben uns auch mit Geschichten aus der Produktion der neuen Platte zufrieden, die du sonst noch niemandem erzählt hast. Beim Text von «Deadcrush» haben Joe und ich zusammengespannt und stellten uns bei jeder Strophe eine tote Persönlichkeit vor. Er hat sich für Lee Miller (Fotografin) entschieden und ich mich für Anne Boleyn (zweite Ehefrau von König Henry VIII). Ich bin dann in die National Portrait Gallery in London gegangen und habe mich von den Portraits von Anne Boleyn inspirieren lassen. Den Liedtext so zu entwickeln, war sehr aussergewöhnlich – und richtig cool. Welcher ist euer liebster Song auf dem Album? Der letzte, «Pleader». Wir mögen das Hymnische. Er ist nicht nur so hymnisch, weil wir ihn in der Kathedrale von Ely (in Cambridgeshire) zusammen mit deren Knabenchor aufgenommen haben, auch die Struktur unterstützt diesen Eindruck: Der Song besteht aus drei Strophen und alle beginnen mit der gleichen Zeile; er basiert auf dem Buch «How Green Was My Valley» von Richard Llewellyn. In «Hit Me Like That Snare» und «Last Year» kommen japanische Textzeilen vor – was hat es damit auf sich? Das hat als Witz in der Band angefangen: Wir haben uns vorgestellt, dass das Safeword bei BDSM-Sexspielen sein könnte, auf Japanisch von Eins bis Zehn zu zählen. Es ist ja urkomisch unpraktisch, wenn man sich sowas merken muss, um bei solch einer Aktivität das Stopp-Signal geben zu können. Wie gut ist dein Japanisch? Abgesehen vom Zählen von Eins bis Zehn? «Hallo» und «Danke» (lacht). Damit kommt man zurecht.

Auf «Relaxer» sind gerade mal acht Songs zu hören… Das letzte Album war ein bisschen zu lang und hatte wohl ein paar Momente zu viel, bei denen man abschweifen konnte. Diesmal wollten wir etwas direkter, bestimmter sein. Vielleicht auch ein Zugeständnis ans heutige, Song- und nicht Album-orientierte Musikhören? Vielleicht. Ich verstehe die Leute jedenfalls: Ich schaue, lese oder höre immer lieber etwas, das kürzer ist. Sogar wenn ich eine Band live schaue, bin ich normalerweise nach einer halben Stunde schon ziemlich gelangweilt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man sich in sehr viel kürzerer Zeit mindestens so gut ausdrücken könnte, wenn man wollte. Es wird also nicht so schnell zweistündige Konzerte von alt-J geben. Auf keinen Fall. Wir spielen etwa eine Stunde und 20 Minuten – das ist in unseren Verträgen festgelegt. Am liebsten würde ich nur so vier, fünf Minuten spielen, das wäre mein Traum. Ihr habt eine Menge Fans in Israel, ihr spielt in Indien vor 10'000 Leuten, verkauft den Madison Square Garden aus – das Unternehmen alt-J ist ordentlich gewachsen. Wie hat das euer Schaffen beeinflusst? Ich glaube, gar nicht. Wir sind immer sehr auf dem Boden geblieben. Jedes Mal, wenn wir ein Album machen, suchen wir uns dafür einen Ort, der sehr einfach eingerichtet und billig zu mieten ist. Es soll normal sein. Wir wollen nicht nach L.A. fliegen und dort mit Rick Rubin arbeiten. Du sagst, dass ihr absolut auf dem Boden geblieben seid – und fährst dann mit dem Taxi von der Bandprobe nach Hause? (Lacht laut) Echt jetzt: Normalerweise nehme ich den Bus. Aber wenn ich wie jetzt gerade zwei Stunden lang Telefon-Interviews führe, lasse ich mir vom Label ein Taxi bezahlen – das ist mein Deal. Vielleicht ist mir das Ganze ja doch ein bisschen zu Kopf gestiegen.

; Neues Album «Relaxer» (Infectious/BMG/Musikvertrieb) jetzt erhältlich. ; Live: 23./24./25.6. Southside/Hurricane Festival, 30.6. Montreux Jazz Festival, 1.7. OpenAir St. Gallen, 2.7. Rock Werchter, 23.7. Lollapalooza Paris


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– Gus Unger-Hamilton | Keyboarder & Sänger

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«Am liebsten würde ich Konzerte von nur vier, fünf Minuten Länge spielen.»

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SCHRÄGPOP-SCHATZTRUHE

alt-J

RELAXER

GO FOR GOLF Wer auf altjband.com vorbeisurft, kann in einer Art First-Person-Adventure die visuelle Welt von «Relaxer» erkunden. Das Spiel basiert auf dem 1998er PlayStation-Titel «LSD Dream Emulator» und ist laut Gus vor allem auf Wunsch des Labels entstanden – die Band habe mit Videogames nicht sonderlich viel am Hut. Sänger und Gitarrist Joe Newman spiele allerdings ab und zu «Call Of Duty», Drummer Thom Green zocke «Fifa», er selbst jedoch nichts. Obwohl: «Auf einer Tour haben wir mal eine ziemliche Begeisterung für ‹Tiger Woods PGA Tour› entwickelt – sogar ich. Und ich war aus irgendeinem Grund richtig gut darin.»

INFECTIOUS/BMG/MUSIKVERTRIEB

Die beiden Vorgänger kamen noch mit je 13 Tracks daher, «Relaxer» bietet jedoch bloss acht (zugegeben üppige) Songs – einer davon, «House Of The Rising Sun», ist gar ein Cover (wobei es musikalisch vom 1964er Hit der Animals kaum weiter entfernt sein könnte). Die Reduktion tut dem Album gut; alt-J geben sich auf ihrem Drittling nämlich vielschichtiger, verschachtelter, oft auch abgedrehter als auf dem 2014er «This Is All Yours». Und vor allem abwechslungsreicher, weshalb Sie nach den knapp 40 Minuten gleich nochmals von vorne beginnen wollen, um immer mehr und mehr Details zu entdecken. (shy) WWWWWWWwVV FÜR FANS VON: GLASS ANIMALS, DJANGO DJANGO, WILD BEASTS


Festivals 3

FESTIVAL-GU

Das Line-up Ihres Lieblingsfestivals kennen Sie bereits auswendig, die wichtigsten Bands wurden mit buntem Marker im Timetable umkringelt und das Zelt-Cervelat-Schlafsack-Bier-Bündeli haben Sie ordnungsgemäss geschnürt. Sie denken also, Sie seien total ready for the festival experience 2017? BULLSHIT! Was Ihnen noch fehlt: Eine Ahnung, was sonst noch so an Open Airs in der Schweiz läuft (Spoiler-Alert: Es läuft viel!), die Line-up-Geheimtipps der RCKSTR-Redaktion und ein Festival-Wörterbuch für den jeweiligen Kanton, in dem Sie sich bei Freiluftmusik betrinken wollen.

KANTON AARGAU

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OPENAIR WETTINGEN

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AARGAU-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN: «Die wördi scho no gschere!» (Im Sinn e von: Mit dieser holden Maid würde ich gern e den Geschlechtsverkehr vollziehen.) «Chom, mer nähme no e Schuum!» (Im Sinne von: Komm, lass uns noch ein kühles Bier zischen!) «Fuck, ich han Ombeissi ide Hose!» (Im Sinne von: Ich habe mich wohl unabsichtlich in einen Ameisenhaufen gesetzt.)

WANN: 7. und 8. Juli WO: Wettingen, AG RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Findlay, das Garage-Rock-Wunderkind aus England. Natalie Rose Findlay vereint Einflüsse von Motown, Psych-Rock, Blues und sogar Hip-Hop und erschafft so eine explosive Mischung, die jede OpenAir-Bühne in Schutt und Asche legen wird.

HEITERE OPEN AIR WANN: 11. bis 13. August WO: Zofingen, AG RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Icona Pop, die gemeinsam mit Charlie XCX den Partyhit «I Love It» zur Welt gebracht haben und so spätestens seit 2013 immer für fette Feste mit Ausrastgarantie sorgen.

OPENAIR GRÄNICHEN WANN: 25. und 26. August WO: Gränichen, AG RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Cellar Darling, die neue Band der früheren Eluveitie-Mitglieder Anna Murphy, Ivo Henzi und Merlin Sutter, die am 30. Juni übrigens ihr Debütalbum veröffentlichen. ; Wir verlosen 2x2 Tickets für das Festival in Gränichen. Alle Infos unter rckstr.ch/win.


UIDE-GALORE Dieser Open-Air-Sommer wird garantiert nicht langweilig!

«Nid dass i wett, aber i hätt ne grad drbi.» (Im Sinne von: Ich kann echt nix dafür, dass mein Promillepegel ähnlich schroff ansteigt wie die Wachstumsrate der chinesischen Wirtschaft.) «Morn wott er schön.» (Im Sinne von: Kaum zu glauben, aber morgen können wir in Flipflops auf den Gurten, ohne knietief durch den Schlamm zu waten) «I ha dr grösser Kater als Sigfried und Roy.» (Spricht für sich)

GREENFIELD WANN: 8. bis 10. Juni WO: Interlaken, BE RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Kraftklub, die neue deutsche Punkwelle mit schlauen Texten, auf die man sehnlichst gewartet hatte, nachdem Die Ärzte still und Die Toten Hosen kommerziell geworden sind.

TRUCKER & COUNTRY FESTIVAL WANN: 23. bis 25. Juni WO: Interlaken, BE RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Kiefer Sutherland, der Schauspieler, der neben seinem Dasein als Jack Bauer auch noch Country-Sänger ist. So richtig kitschig, so richtig schnulzig, so richtig amerikanisch!

GURTENFESTIVAL WANN: 12. bis 15. Juli WO: Bern, BE RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Fil Bo Riva, dessen Stimme uns an den grossartigen King Krule erinnert und der mit seiner Gitarrenmusik absolute Open-AirStimmung verbreiten kann – egal ob’s schön ist oder schifft.

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BERN-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN:

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KANTON BERN

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KANTON BASEL BASEL-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN:

HILLCHILL OPENAIR

«Bisch mal ned eso byggiert, Martina!» (Im Sinne von: Martina soll sich gefälligst mal nicht so anstellen!) «Das mitem Gummiboot im Publikum gaht sicher d Schyssgass ab.» (Im Sinne von: Vielleicht sollte man keine Menschenleben mit Schlauchbooten gefährden, wenn kein Wasser in der Nähe ist, um den Fall abzudämpfen.) «Hesch du mir echt no es Babyyrli?» (Im Sinne von: Befindet sich unter deinen Habseligkeiten eventuell ein Zigarettenrollpapier?)

WANN: 30. Juni und 1. Juli WO: Riehen, BS RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Blondage, die vor fast einem Jahr ihren alten Bandnamen Rangleklods abgelegt haben. Die Musikrichtung wurde beibehalten: Elektro-Pop mit Underground-Flair und ganz feinem Urban-Einschlag.

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OPENAIR BASEL

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WANN: 10. bis 12. August WO: Kasernenareal Basel, BS RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Fai Baba, die einzige Schweizer Band auf dem Bühnen-Line-up. Dafür können Fai Baba dieses Psych-Pop-Ding mit verträumten Lyrics so gut wie vier Schweizer Bands zusammen. Mindestens!

KANTON GRAUBÜNDEN OPEN AIR LUMNEZIA WANN: 20. bis 22. Juli WO: Val Lumnezia bei Degen, GR RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Foals, die ja eigentlich gar nicht sooo geheim sind, aber dafür auch sooo gut. Mit Songs wie «My Number» oder «Mountain At My Gates» kann also wirklich nichts schiefgehen.

BÜNDNER-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN: «Hesch scho dia neu Tyte-Stone-Kasse tta glost?» (DER Ice-Breaker schlechthin. Die Mademoiselles werden beim blossen Anblick dieser, auf Kassette gebannten Gloria ihre Pantalones droppen lassen.) «Gianni, hol mol an Siach voll Piar!» (Im Sinne von: Gianin soll genau zwölf Biere beso rgen.) «Wenn dr ander miar wiiterhin ir Sunn a stoht, denn spärz i na aba!» (Im Sinn e von: Ein im Weg stehender Konzertbesuc her muss mit freundlichen Fusstritten zur Ump latzierung überzeugt werden.)


KANTON LUZERN LUZERN-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN:

B-SIDES WANN: 15. bis 17. Juni WO: Kriens, LU RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Zeal & Ardor, der neue Schweizer Überflieger und Lieblingsexport in die internationalen Feuilleton-Spalten. Wer diese explosive Mischung aus Metal und Soul noch nicht live erlebt hat, sollte das schnell ändern.

«Öberall nor no die Pfötze vo Bier, ned so wie früener, wos no rechtigs Eichhof gä hed. » (Im Sinne von: Dieser Gerstensaft gleicht einer Plörre und Eichhof vor Heineken war das einzig wahre Bier!) «Gömmer öppis go schnause?» (Im Sinn e von: Lass uns essen gehen! Aber in herzig!) «Vom vele metgröhle beni ganz heis er. Hed öpper es Tröpsli?» (Im Sinne von: Mein e Kehle ist ein wenig kratzig. Hat jema nd ein Hustenbonbon?)

KANTON NEUENBURG NEUCHÂTEL-OPEN-AIR : SURVIVAL-PHRASEN «On va chier la caque?» (Im Sinne von: Lass uns dieses Happening zelebrieren, wie es schon die alten Götter taten: mit eine r fetten Party !) «Un binche, s’il te plait!» (Im Sinne von: Holde Barmaid, reich mir doch bitte mal den Gerstensaft!) «Prends ton costume de bain au cas où on va à la pistouille!» (Im Sinne von: Falls wir uns ins kühle Nass stürzen wollen, sollt est du noch deinen Badeanzug einpacken, Brigitte)

B-SIDES WANN: 15. bis 18. Juni WO: Neuchâtel, NE RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Crystal Fighters, die laut eigenen Angaben «fast dance music with Basque instruments, synthesizers and our voices» machen und damit goldrichtig liegen. Was Crystal Fighters auch noch machen? Brillante Stimmung an Konzerten.

# 146

WANN: 21. bis 29. Juli WO: Luzern, LU RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Gurr, die Berliner ZweiMeitli-Band, die sich nach dem Gurren von Tauben benannt hat – und das obwohl Bandmitglied Laura eigentlich Angst vor den gefiederten Ratten hat.

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B-SIDES

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Festivals 3

KANTON ST. GALLEN ST. GALLEN-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN:

«Wömmer biz müntschele?» (Im Sinn e von: Wunsch nach dem Austausch von Speichel, bevorzug t mit der Mund-zuMund-Methode) «De ander probiert wider sin Lappe naim et inehebe.» (Im Sinne von: Unser notgeiler Freund versucht gerade einen neuen Kusspartner zu finden.) «De Hairi hetmer volle Hahne vors Zellt kotzt, jetzt hanen an Steul here bonde.» (Im Sinne von: Weil sich der kotzende Kollege nicht zusammenreissen konn te, wurde er nun an einen Stuhl gefesselt.)

OPENAIR ST. GALLEN WANN: 29. Juni bis 2. Juli WO: Sittertobel, SG RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: JAS CRW, deren aktuelles Album «Swervin» der Inbegriff der Coolness ist und die das diesjährige Openair St. Gallen eröffnen werden – früh antanzen ist also heuer Pflicht. Sexy Jazz trifft auf smoothen Soul und dazwischen kommt noch eine Prise Rap, um die Mischung zu würzen. Geschmackstest: YUM!

ROCK ON! MUSIC FESTIVAL

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WANN: Gossau, SG WO: Gossau, SG RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Anna Rossinelli, die fantastische Stimme mit noch fantastischeren Songs. Mal ruhig, mal rauchig, mal poppig und dann wieder folkig. Diese Frau weiss, wie der Musikhase zu hoppeln hat.

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KANTON THURGAU THURGAU-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN: «En ase Palaari hani miner Lebtig no nie gha.» (Im Sinne von: Ich bin erstaunt wie beso ffen ich war, weil es physisch eigentlich gar nicht mög lich war, so einen Vollrausch zu überleben.» «Hör emol uf umegeeggele, i wott die Band etz wüokli go luege!» (Im Sinne von: Wenn Fran ziska jetzt nicht bald mal aufhört zu trödeln, kann sie sich neue Freunde suchen.) «Vozell nöd en ase choge Blooscht.» (Im Sinne von: Patrick, diesen Scheiss glaubt dir kein e Sau!)

OPENAIR FRAUENFELD WANN: 6. bis 8. Juli WO: Frauenfeld, TG RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: The Weeknd, weil so ein Konzert im Freien schon sehr viel besser, gemütlicher und befreiender kommt, als im kalten Februar im Zürcher Hallenstadion – besonders, wenn einem die Gras-Schwaden gemütlich rund ums und ins Köpfchen wabern, die am Openair Frauenfeld fast schon zum guten Ton gehören. ; Wir verlosen 2x2 Tickets für das Festival in Frauenfeld. Alle Infos unter rckstr.ch/win.


KANTON WAADT MONTREUX JAZZ FESTIVAL

WAADT-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN: «Ça te dis de boire une mousse?» (Im Sinne von: Sehnt sich deine Kehle nach kalte m Bier?) «Je me suis piquer le tube la nuit pass ée!» (Im Sinne von: Letzte Nacht ist mir nich t mehr so in Erinnerung, weil ich offensichtlich mit dem Bierzapfhahn rumgemacht habe .) «Pourvue qu’il fasse beau sinon on va s’retrouve dans papette!» (Im Sinne von: Hoffentlich ist uns Petrus hold, sonst können wir uns schon mal fürs Schlammcatchen anm elden.)

ROCK OZ’ARENES

WANN: 30. Juni bis 15. Juli WO: Montreux, VD RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Solange, die kleine Schwester von Beyoncé, die mindestens genauso cool und noch dreimal mehr Avantgarde ist, als das ehemalige Destiny’s Child. Ausgefallene Kostümwechsel, extravagante Tanz-Choreographien und hochaktuelle Songs über unsere Gesellschaft sind einem hier sicher. PALÉO FESTIVAL | JUNI 2017

WANN: 18. bis 23. Juli WO: Nyon, VD RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Bauchamp, der neben den Headlinern wie Jamiroquai oder Red Hot Chili Peppers einer der unbekannteren Acts ist. Weil das Paléo aber vor allem durch die «Lückenfüller» zu dem grossartigen Festival wird, das es ist, sollte man sich den groovy Tropical-House des Schweizer DJs nicht entgehen lassen.

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WANN: 9. bis 12. August WO: Avenches, VD RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Marilyn Manson, der im Herbst ein brandneues Album veröffentlicht und somit beim Auftritt am Rock Oz’Arenes die Chance massiv erhöht, dass die Schweiz die neuen Songs schon vor dem Zürich-Konzert im November zu hören kriegt.

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KANTON WALLIS OPEN AIR GAMPEL WANN: 17. bis 20. August WO: Turtmann, VS RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Lady Leshurr, die neue Nicki Minaj; allerdings spittet die Britin ständig auf einem «Monster Verse»-Level, anstatt wie ihre US-Kollegin meist bloss die Popkeule zu schwingen. Harte Trap-Beats gepaart mit Rhymes, die so scharf sind, dass sie eigentlich ein eigenes Warnlabel gebrauchen könnten.

WALLIS-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN: «Wieso versteit hiä niämert Walliserd itsch und müäss alles en hüärä Schuppu mal wiederho lu?» (Im Sinne von: Ich bin hier in meinem eigenen verfickten Kanton und keine Sau versteht mich. Why God? Why?!) «Wa hesch de dis zältji dargitah?» (Im Sinne von: Wo befindet sich dein Zelt?) «Bravo Müsig!» (Im Sinne von: Geiler Soun

d!)


Festivals 3

KANTON ZÜRICH

ZÜRICH-OPEN-AIRSURVIVAL-PHRASEN: «Hey chasch du mir echt rasch mis Gin-T onic hebe? Ich muen min Man-Bun neu binde.» (Im Sinne von: Man will seinen Drink in sicheren Händ en wissen, während man die Hipster-Fritte richt et. Immerhin hat man sehr viel Geld dafür bezahlt.) «Ich fühls huere.» (Im Sinne von: Dies es Tanzdragee hat soeben seine volle Wirkung entf altet.)

# 146

| JUNI 2017

«Mis Gschleik wartet no im Zelt.» (Im Sinne von: Meine Bekanntschaft von letzter Nach t traut sich nicht mehr aus dem Zelt raus, weil alle meine Freunde wie Affen davor hocken und grölen.)

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ZURICH OPENAIR WANN: 23. bis 26. August WO: Rümlang, ZH RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Fickle Friends, der Fünfer aus Brighton – und eigentlich muss man nach der Herkunftsangabe nichts mehr hinzufügen, gilt Brighton doch als Talentschmiede sondergleichen. Fickle Friends liefern dancy Indie-Pop mit Herzigkeitsfaktor, der sich ausgezeichnet für Konzertgenuss am Festival eignet.

ROCK THE RING

MUSIKFESTWOCHEN WINTERTHUR

WANN: 23. bis 25. Juni WO: Hinwil, ZH RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Danko Jones, die bei weitem keine unbekannte Variable mehr darstellen und die seit 1996 (!!) bei jedem einzelnen Konzert dafür sorgen, dass der Boden bebt und die Decke tropft.

WANN: 9. bis 20. August WO: Winterthur, ZH RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Oddisee, der Rapper und Produzent, der mit seiner Live-Band Good Compny eine einzigartige Show abliefert. Soul, Rap und HipHop treffen auf Texte die von Verlust, Liebe, Leben und Gegensätze handeln.

OPENAIR WIPKINGEN STOLZE OPENAIR WANN: 16. UND 17. JUNI WO: Stolzewiese Zürich, ZH RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Wassily, der Mastermind hinter der St. Galler Band Dachs, der Solo eine Mischung aus Traumtanz und Tanztraum produziert. Elektronisch, sphärisch, emotional: Eine Kombination, die wie für ein Open Air gemacht wurde.

WANN: 23. und 24. Juni WO: Wipkingerpark Zürich, ZH RCKSTR-GEHEIMTIPP AM LINE-UP: Tim Freitag, die Zürcher Band, um die es in den letzten Jahren äusserst still wurde, die aber schon bald mit neuem Material um sich werfen wird, wie die RCKSTR-Redaktion in geheimen Gesprächen eruieren konnte. Man darf also gespannt sein, wie die Setlist an diesem Gig wohl aussehen wird.


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FESTIVAL- UND TAGESTICKETS UNTER C-O-POP.DE FÖRDERER

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Es wird wieder wild in Interlaken, wenn unserer Spasspark mitten in der weltberühmten JungfrauRegion am Greenfieldfestival und Truckerfestival die Türen öffnet. Besondere Attraktion dieses Jahr: Der Hirsch, der erstmals seit fünf Jahren in den RCKSTR-Block zurückkehrt. Ausserdem haben wir neu auch weltberühmte Cocktails im Angebot wie ihn schon MI6-Agenten auf der Jungfrau schüttelten. Und natürlich werden Sie die Jungs und Mädels von der Bonesklinik erneut mit Jungfrauen-Blut verführen wollen. Nicht mehr Jungfrau, dafür umso verführerischer sind unsere Showgirls, die Ihnen heisse Träume ins Hochgebirgszeltlager tanzen. Und sollte das noch immer nicht für einen ausgewachsenen Kater reichen, rufen wir höchst persönlich den Jägermeister.


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HARLEY DAVIDSON 2016 starben viele Promis, die wir eigentlich noch ganz gerne hatten. Um dieses Loch im Herzen zu füllen, wollen wir es mit materialistischen Dingen stopfen, wie beispielsweise einem Motorrad, einem Sprachaufenthalt oder einem hübschen Velo. Damit wir aber nicht so gierig rüberkommen, geben wir Ihnen auch etwas davon ab – vorausgesetzt, sie machen bei unserer RCKSTR-Tombola mit und ziehen das grosse Los! Insgesamt locken:

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Festivals 3

Eintagsfliegen

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| JUNI 2017

Day-Dances und One-Day-Open-Airs im Sommer

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Im Zelt schlafen? Hell no! Gemeinschaftsduschen? Gang weg! Campingnachbarn, die man sich nicht aussuchen kann? Bäh! Wenn Sie jetzt heftig mit dem Kopf nicken, weil diese Faktoren für Sie den Besuch eines Festivals immer wieder zur Zerreissprobe machen, haben wir gute Nachrichten für Sie. Es gibt auch Festivals und Events, die bloss einen Tag lang dauern, aber trotzdem die schönen Seiten eines Open-Airs mit sich bringen: Sonne, Musik und Tagesbetrunkenheit!

24.6. Hardturm-Brache (Zürich)

Wasteland Fest

Zehn Jahre nach dem letzten Fussballmatch kommt in Form des ersten Wasteland Fest endlich wieder Leben auf die Hardturm-Brache. Neben Dead Lord aus Schweden und den legendären The Monsters (Bild) aus Bern, die seit über 30 Jahren ihr Unwesen treiben, stehen fünf weitere hochkarätige Bands aus der Schweiz auf der Bühne. Mit diesem Line-up, das jedes Stoner-Rock-Garage-PunkHerz höherschlagen lässt, und einem lokalen Angebot zwischen Bier und T-Shirt kommen bestimmt alle Besucher auf ihre Kosten. (vlct) LINE-UP: Dead Lord, The Monsters, Gloria Volt, Giant Sleep, Sexy, King Zebra, Joules

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1.7. Pferderennbahn Zürich-Dielsdorf (Dielsdorf)

Terrazzza Horse Park Festival Ein Geburtstag will anständig gefeiert werden. Und auf was stehen Fünfjährige? Richtig, Ponys. Vielleicht findet das Jubiläum des Labels Terrazzza ja genau darum auf der Pferderennbahn statt? Neben elektronischer Musik, die mit galoppierenden Beats von Acts wie Solomun (Bild) oder Butch angeritten kommt, bietet das Booking-Label an diesem Tag auch gleich noch ein Steckenpferdrennen als Highlight an. (kätt)

# 146

| JUNI 2017

LINE-UP: Solomun, Hot Since 82, Butch, André Hommen, Murciano, Marco Capone

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15.6. X-Tra (Zürich)

Loudfest

Schon zum sechsten Mal findet 2017 das Loudfest in Zürich statt. Während diesmal Good Charlotte als Headliner angekündigt wurde, setzen wir unseren Fokus aber lieber auf die Namen, die ein wenig kleiner aufs Plakat gekritzelt wurden. Dort finden sich nämlich Bands, die uns noch viel besser in unsere Emophase von 2006 abtauchen lassen, als die US-Pop-Punker rund um die Madden-Zwillinge. Bands wie Crown The Empire (Bild) oder

Sleeping With Sirens schaffen es doch tatsächlich, dass wir uns die Phantom-Stirnfransen wieder glückselig ins Gesicht schieben. (kätt) LINE-UP: Good Charlotte, Sleeping With Sirens, Crown The Empire, Issues, State Champs


Festivals 3 17.6. Horn Richterswil (Zürich)

Rakete OpenAir presents The Lake

# 146

| JUNI 2017

«Till my blood runs dry, I’ll be riding high» – Nein, das ist nicht das offizielle Motto der verkoksten Zürcher Clubkultur, sondern eine Zeile aus Jimi Jules’ «Pushing On», dem absolut grossartigen Song des Zürcher Plattendrehers und Produzenten (Bild). Dass Jimi aber noch mehr im Plattenkoffer zu bieten hat, wird er im Juni bei The Lake beweisen, wo er sich die Bühne gleich mit 16 anderen Acts des Line-ups teilt. Was neben feinster elektronischer Musik geboten wird? Das wohl schönste Eventgelände der Schweiz, direkt am See mit dem Blick auf die Berge und dem Beat im Herzen. (kätt) LINE-UP: Sven Väth, Jackmaster, Adriatique, Adana Twins, Animal Trainer, Theo Kottis, Jimi Jules, Dario D’Attis, EZIKIEL, Kellerkind, Einzelkind, Reto Ardour, Nici Faerber, Manon Maeder, Rapha Ello, Vanessa Vanita Spolidoro, Merik & G.Stone

32 12.8. Seebecken (Zürich)

Street Parade

In diesem Jahr haben die Verantwortlichen der Street Parade definitiv einen Vogel. Oder Tausende. Damit meinen wir aber vor allem die Visuals der 26. Strassenparade. In einem post-apokalyptischen Setting wurde die Limmatstadt von einer Horde bunter Gefieder eingenommen, um das überwucherte Seebecken wieder mit neuem Leben zu füllen. St att wie in Hitchcocks «The Birds» gibt es aber kein Krähenkreischen zu hören, sondern wie gewohnt alle Facetten der elektronischen Musik – zum Beispiel von der talentierten Nicole Moudaber (Bild). (kätt)

Alle Infos rund um die Street Parade gibt es dann ausführlich in unserer August-Ausgabe.

LINE-UP: Pig Dan, Felix Kröcher, andhim, Matador, Anja Schneider, Jamie Jones, Chris Liebing, Monika Kruse, Dubfire, Nicole Moudaber, Paco Osuna, Animal Trainer, Loco Dice, Luciano, uvm.


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Festivals 3

Festival-WM:

Lasset die Auslandsspiele beginnen!

Neun Teams, sieben Länder, ein Ziel: Das beste Festival Europas auf die Beine zu stellen. Wo die Musik spielt – und vor allem welche – verraten wir Ihnen hier. von Katinka Oppeck

ROSKILDE

# 146

| JUNI 2017

WO: Roskilde, Dänemark WANN: 24. Juni bis 1. Juli HIGHLIGHTS AM LINE-UP: Foo Fighters, Arcade Fire, The Weeknd, A Tribe Called Quest, Solange, Bonobo, Father John Misty, Lorde, uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Neben abschliessbaren Mietkühlschränken, Konferenzen zu neuer Musik und einem Food Court zum Niederknien ist das absolute Highlight des Roskilde Festivals, dass der Reingewinn einem guten Zweck gespendet wird.

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SZIGET FESTIVAL WO: Sziget, Budapest, Ungarn WANN: 9. bis 16. August 2017 HIGHLIGHTS AM LINE-UP: Kasabian, Wiz Khalifa, PJ Harvey, Flume, Rita Ora, Billy Talent, Two Door Cinema Club, The Kills, White Lies, Tycho, uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Musikfestival und darstellende Künste in einem! Neben grossartigen Acts und einem fantastischen und verspielten Gelände bietet das Sziget Festival auch Performances jeglicher Form an. Und ausgefeilte Kunstobjekte gibt’s dann auch noch zu bestaunen!

LOLLAPALOOZA WO: Paris, Frankreich WANN: 22. und 23. Juli HIGHLIGHTS AM LINE-UP: Lana Del Rey, Liam Gallagher, Editors, Glass Animals, LP, Crystal Fighters, The Hives, uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Nach Nordamerika, Deutschland, Brasilien, Chile und Argentinien gesellt sich nun auch Frankreich zur Lolla-Family und hostet in diesem Jahr das erste Lollapalooza in Paris. Neben Afterpartys in berühmten Pariser Nachtclubs wie La Clairière, Le Flow oder Yoyo gibt es am Festivalgelände selbst Kulinarik unter der Leitung von Chefkoch Jean Imbert.


SOUTHSIDE

WO: Balaton (Plattensee), Ungarn WANN: 5. bis 9. Juli HIGHLIGHTS AM LINE-UP: Art Department, G-Eazy, Don Diablo, Kungs, Anja Schneider, Max Cooper, Afrojack, Zedd, Dua Lipa, uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Weil das Festival direkt am Plattensee stattfindet, wirkt ein Besuch am Balaton Sound – The Festival Beach eigentlich wie Spring Break in Miami, einfach mit besserer Musik und schöneren Menschen. Badesachen und Sonnencreme nicht vergessen!

OASIS FESTIVAL WO: Marrakesch, Marokko WANN: 15. bis 17. Spetember HIGHLIGHTS AM LINE-UP: Agents of Time, Haai, Dr. Rubinstein, Henrik Schwarz, Nicolas Jaar, Pantha Du Prince, Richie Hawtin, Giorgia Angiuli, uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Hier wird Marokko in all seinen Facetten zelebriert – vom Henna-Tattoo-Stand bis hin zu feinsten kulinarischen Köstlichkeiten (zum Beispiel Enten-Burger, Detox-Juices oder traditionelle marokkanische Küche).

# 146

BALATON SOUND THE FESTIVAL BEACH

| JUNI 2017

WO: Neuhausen ob Eck, Deutschland WANN: 23. bis 25. Juni HIGHLIGHTS AM LINE-UP: Green Day, Casper, Die Antwoord, Imagine Dragons, Mando Diao, Royal Blood, Wolfmother, Halsey, Bilderbuch, uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Wie bei vielen anderen Festivals gibt es auch hier einen Supermarkt am Gelände – allerdings wirkt für uns Schweizer in Deutschland glücklicherweise alles superbillig. Zudem gibt es auch den Shop Helgaa, über den man die Campingausrüstung direkt vor Ort kaufen kann. Um Ausverkauft-Schilder zu umgehen, bietet es sich an, auf Helgaa-festival. de eine Vorbestellung zu tätigen – dann muss man seinen Kram nur noch am Southside abholen.

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Festivals 3 ELECTRIC CASTLE

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| JUNI 2017

WO: Cluj-Napoca, Rumänien WANN: 12. bis 16. Juli u5, Franz Ferdindeadma : HIGHLIGHTS AM LINE-UP and, alt-J, Moderat, UNKLE, Slaves, Claptone, Mind Against, Mike Skinner, uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Dieses Open Air findet in einem Schloss aus dem 15. Jahrhundert statt – Burgromantik am Abend mit Lampions und Sternenhimmel wird also schon mal garantiert. Neben grossartiger Musik, tragen Artisten, Künstler und Yogis definitiv zu einem einzigartigen Festivalerlebnis bei.

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NEW HORIZONS WO: Nürburgring, Deutschland WANN: 25. und 26. August HIGHLIGHTS AM LINE-UP: Tiësto, Dimitri Vegas & Like Mike, Axwell & Ingrosso, Armin van Buuren, Marshmello, Robin Schulz, Chris Liebing, Dubfire uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Da dieses Festival brandneu ist, können wir noch keine genauen Einschätzungen zu den Highlights machen. Das Konzept der verschiedenen Welten (Areas, die nach unterschiedlichen Genre aufgeteilt werden), klingt aber schon recht fantastisch.

VIP-Treatment für Lau am Horizons? Sziget Festival oder New Können Sie haben! Sie wollen ans Sziget Festival oder New Horizons, aber Ihnen fehlt blöderweise der Stutz? Dann dürfte Sie diese Information brennend interessieren. Bei diesen Festivals agiert Mastercard nämlich als offizieller Sponsor und verlost kurzerhand richtig protzige VIP-Pakete inklusive Sackgeld zum Feiern. Damit Sie diese Moneten aber nicht mühsam in einem tatsächlichen Sack verstauen müssen wie Dagobert Duck, kriegen Sie auch gleich noch eine Prepaid-Kreditkarte von Mastercard geschenkt, mit der sie am jeweiligen Gelände auch das praktische Contactless Payment, also kontaktloses Zahlen benutzen können. Will heissen: Sie können mit ihrer Contactless-Kreditkarte von Mastercard an jeder Bar, jedem Shop und jedem Foodstand bezahlen, ohne umständlich das fremde Münz hervorzukramen. Karte ans Gerät halten, kurz abwarten und schon können Sie weiterfeiern. Um beim Mastercard Wettbewerb mitzumachen, muss man bloss einen Kommentar unter den jeweiligen Facebook-Post setzen und aufs grosse Glück hoffen. Die Facebook-Seite von Mastercard finden Sie unter facebook.com/mastercardCH.


OASIS FESTIVAL WO: Fort Punta Christo (nahe Pula auf der Insel Istrien), Kroatien WANN: 20. bis 23. Juli HIGHLIGHTS AM LINE-UP: Mad Professor, Vin Gordon, Citizen Fish, Culture Shock, Vibronics, Echo Beach Lifefidelity, Black Star Dub Collective, uvm. HIGHLIGHTS AM GELÄNDE: Dieses Festival findet auf einer bildschönen Insel statt. Mit Meer. Und Strand. Und Sonne. Und Palmen. Müssen wir noch mehr sagen?

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w o d e m e «Tak . , y t i c e s i d a r a p t he «… where the grass is green and the girls are pretty» - Ob Axl Rose auch die Festivals meinte, als er die Zeilen «Oh, won’t you please take me home» sang? Vermutlich nicht. Für uns bedeutet Zuhause aber definitiv ein Bier in der Hand, Sonne am Himmel und Musik auf der Freiluftbühne. Was allerdings nicht fehlen darf? Etwas Ruhe und Gelassenheit abseits des bunten Open-Air-Treibens, wie RCKSTR-Model Lilianne hier zeigt. FOTOGRAFIN MODEL HAIR & MAKE-UP STYLING ASSISTANT LOCATION

Noémi Ottilia Szabo (mimigraphy.com) Lilianne A. (Scout Model Agency) Carolines Faces Julia Nusser Marie Nusser ART Container, Zürich (artcontainer.ch)


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»THEMA SCHLUSS MIT 08/15-HOTEL-FERIEN: WIR GEHEN CAMPEN!

Mensch gegen die wilde Natur; Campen erfordert echte Survival-Skills – nun, nicht wirklich, aber ein bisschen Abenteuerfeeling schadet nie. Mit Zelt ausgerüstet schont man auch noch mal richtig den Geldbeutel und kann trotzdem ein wenig rumkommen. von Michelle Kuhn

AM SEE

Camping du Lac de Joux

| JUNI 2017

Nur 150 Meter vom Seeufer des Lac de Joux entfernt, liegt der Campingplatz mit passendem Namen. Ganz in der Nähe befinden sich die Grotten von Vallorbe; ein eindrückliches Höhlensystem, um das sich eine Legende rankt – in den Hauptrollen eine krähenfüssige Elfe und der grossspurige Donat. Oder man macht einen Abstecher ins Museum des berühmtesten Käse des Juras; den Vacherin Mont d’Or. Alternativ können Sie auch die in den Berg gebaute Militäranlage Fort Pre Giroud oder den Naturpark besuchen. Es gibt auf jeden Fall genug Touri-Aktivtäten, um sich abseits vom Lagerfeuer zu beschäftigen.

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Le Chenit, JU

AB CHF 10.- PRO NACHT OHNE UNTERKUNFT www.camping-club-vaudois.ch

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Camping des Horizons Bleus Villeneuve, VD Zuerst das historische Städtchen Villeneuve besuchen, ein bisschen guten Wein aus der Romandie schlürfen, dann am Abend ans Montreux Jazz Festival und am nächsten Tag vielleicht das Schloss Chillon besuchen. Und wieso machen Sie nicht noch einen Abstecher zu den Salzminen von «Sel des Alpes»? In etwa so könnte Ihr Programm aussehen, wenn Sie beim Camping des Horizons Bleus absteigen, das direkt am Genfer See gelegen ist – vorausgesetzt Sie buchen früh genug, denn diese Stelle ist beliebt! AB CHF 9.50 PRO NACHT OHNE UNTERKUNFT www.camping-club-vaudois.ch

Campofelice Le Chenit, JU Direkt am Lago Maggiore gelegen, ist das Campofelice, ausgestattet mit eigenem Restaurant, Kiosk und Lebensmittelladen, beinahe eine kleine Stadt. Am eigenen Bootshafen kann man sich ein schickes Motorboot (oder wenn Sie lieber paddeln auch ein Kajak oder Kanu) mieten. Doch damit nicht genug: Der Campingplatz verfügt über vier Tennisplätze, ein Fussballfeld, Beachvolleyball, Minigolf, Mountainbike-Piste, Bocciabahn und unendliche viele weitere Freizeitaktivtäten. Das Campofelice eignet sich für alle, die aufs Campen stehen, aber doch nicht so richtig auf Luxus verzichten wollen. AB CHF 30.- PRO NACHT www.campofelice.ch


IN DEN BERGEN Naturcamping Le Chenit, JU Beinahe wie campen in freier Wildbahn! Auf dem Areal des Seelisberger Naturcamping, welches neben einem Bergsee liegt, darf man sich den Zeltplatz selbst aussuchen und die ganze Anlage ist autofrei – es gibt also auch keine Wohnwagen. Wer nach einer Steckdose Ausschau hält, wird bitter enttäuscht. Aber keine Panik, durch die hauseigne Akkuladestation ist der Kontakt zur Aussenwelt gesichert. In der Badi am Bergsee kann man sich eine gemütliche Ruderbootsfahrt gönnen oder auch einfach nur plantschen und entspannen. AB CHF 14.- PRO NACHT

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www.seelisberg.com

Camping Giessen Binn, VS

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Auf 1400 Meter über Meer, im obersten Teil des Kanton Wallis, liegt das gemütliche Binntal. Und mitten drin das Camping Giessen. Mit 150 Kilometer gut ausgeschilderten Wander- und Bergwegen wird sich noch jeder Städter ohne Orientierungsvermögen zurechtfinden. Wer beim Wandern auf Nervenkitzel steht; am Fusse des Fiesergletschers in der Nähe vom Binntal führt eine 160 Meter lange Hängebrücke über die 120 Meter tiefe Weisswasserschlucht (Gletscherbach) in die Aletsch Arena. AB CHF 8.- PRO NACHT OHNE UNTERKUNFT www.camping-giessen.ch

Camping Flims Flims, GR Wem wandern zu fade ist und darum ein bisschen mehr Action braucht, sollte einen Abstecher ins Camping Flims machen. Klettergarten und Hochseilpark sowie einen Klettersteig, den wir persönlich nicht für eine Million Stutz betreten würden, lassen Adrenalin-Junkies auf Wolke Sieben schweben. Zu Fuss in nur 15 Minuten ist auch der Caumasee zu erreichen, wo alle Nicht-Lebensmüden lieber in der Sonne brutzeln. Auf dem Areal kann man mit Wohnwagen oder Zelt campieren oder man mietet sich ein schickes POD: Eine kleine, moderne Holzhütte ausgestattet mit Betten, Licht, Strom, Heizung und Holzkohlegrill. AB CHF 11.- PRO NACHT OHNE UNTERKUNFT www.camping-flims.ch


»THEMA

IN DER STADT Camping Vidy Lausanne, VD Vor der Nase der See, ringsum Berge und mit dem ÖV erreicht man das Stadtzentrum von Lausanne innerhalb von zwanzig Minuten. Das Camping Vidy ist somit ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen, Wassersport oder einen Städtetrip – ÖV-Tickets erhält man sogar gratis dazu. Jeweils freitags und samstags werden Konzertabende veranstaltet. Reinhören, vielleicht lohnt es sich. AB CHF 8.50 PRO NACHT OHNE UNTERKUNFT

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www.campinglausannevidy.ch

Fischers Fritz Camping Zürich, ZH

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Fischers Fritz Camping ist der einzige Campingplatz in der Stadt Zürich; in einem Park direkt am See im ruhigen Wollishofen darf man sein Zelt aufstellen oder den Caravan parkieren. Wer es ein bisschen ausgefallener mag und über ein prächtiges Budget verfügt, kann sich auch eine Nacht im schicken Safari-Zelt oder in einem kleinen Cottage leisten. In der gemütlichen Beiz werden allerlei Gerichte serviert, auch mit frischem Fisch direkt aus dem Zürichsee. Sogar Kaviar wird aufgetischt, für den Fall, dass sich einige Goldküstengäste auf den Campingplatz verirren. AB CHF 14.50 PRO NACHT

www.fischers-fritz.ch

Camping Eichholz Wabern, BE Bern hat einiges zu bieten; eine wunderschöne Altstadt, den Bärengraben und einen eigenen Hausberg – den Gurten. Statt in einem teuren Hotel unterzukommen, kann man es sich am Camping Eichholz gemütlich machen. Direkt an der Aare gelegen, kann man sich nach dem anstrengenden Städtetrip oder Wanderausflug mit einem Sprung ins Wasser eine kühlende Erfrischung gestatten. AB CHF 12.- PRO NACHT OHNE UNTERKUNFT www.campingeichholz.ch


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»THEMA Campen leicht gemacht:

IN ACHT GADGETS ZUM SURVIVAL-PROFI

Wochenend-Trip im Freien? Unsere acht Gadgets verwandeln Sie in den ultimativen Camping-Profi, so dass Sie noch jedem bewährten Pfadfinder Konkurrenz machen können. (miku)

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Ob man mit diesem Mini-Gaskocher ein Fünf-Gänge-Menü zaubern kann, bezweifeln wir. Für Dosenravioli reicht es aber zur Genüge und mehr benötigen wir auch nicht auf unserer Tour durch die unberechenbare Wildnis des Zürcher Oberlands. Der Kocher wiegt bloss 85g und lässt sich mit einer Höhe von 5 cm ganz leicht im Gepäck verstauen.

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Wer sich keinen Pfadfinder zu Hause hält und selbst nicht gerade «The next Bear Grylls» ist, sollte dringend auf dieses unkomplizierte Stück zurückgreifen. Statt sich mit Plane und Zeltstangen abzumühen, muss man dieses Zelt bloss ausrollen und kräftig pumpen; schon steht The Cave innert einer Minute. Beim Preis mussten wir allerdings auch zweimal Schlucken. ; Erhältlich bei Galaxus.ch für CHF 549.–

; Erhältlich bei Galaxus.ch für CHF 29.–

Neben dem Zelt gehört der Schlafsack zur Grundausstattung des Campens. Dieser gemütliche Schlafsack wiegt gerade mal 870g und ist für Wanderungen im Frühling und Sommer bestens geeignet; jedenfalls solange die Temperatur nicht unter 8°C fällt, dann könnte das mit der Gemütlichkeit leicht kritisch werden. ; Erhältlich bei SportXX.ch für CHF 54.90

Batteriebetriebene Elektrogeräte sind sowas von gestern; wer heute bei den Campinggenossen noch Eindruck schinden will, setzt auf Solarenergie. Die Laterne versorgt sich mit Sonnenlicht und hält bei Nacht ganze sechs Stunden hin. Die Umweltfreundlichkeit ist da nur noch ein Bonus. ; Erhältlich bei Migros für CHF 24.90

Wir als Nonplusultra-Camping-Profis wissen, wie wichtig es ist, Prioritäten bei der Packliste zu setzten. Wichtigste Regel: Die Grundbedürfnisse müssen befriedigt sein. Ergo: Genug Bier und Futter dürfen nicht fehlen. Für banale Dinge wie Kochtöpfe gibt es deshalb nur wenig Raum; umso idealer, dass man diesen einfach zusammenfalten kann.

Das Wandern – inklusive Schweissausbrüchen, Blasen an den Füssen und extremen Rückenschmerzen – nehmen wir sowieso nur in Kauf, so dass wir später mit Panoramabildern von uns, wie wir in die grenzenlose Ferne blicken – im Hintergrund die atemberaubende Bergkette – auf Social Media angeben können. Damit wir nicht Gefahr laufen, dass der Akku ausfällt, packen wir diese wasser- und staubdichte Powerbank in unseren Rucksack.

; Erhältlich bei Pearl.ch für CHF ca. 59.95

; Erhältlich bei Digitec.ch für CHF 39.–

Für die einen wenig essentiell, für die anderen ein bisschen mehr: Körperhygiene! Gegen eine kurze Erfrischung nach einer sechsstündigen Wanderung ist aber auch der Wasserscheuste nicht abgeneigt. Warmduscher müssen sich aber ein wenig gedulden: Bei direkter Sonneneinstrahlung erreicht der Duschbeutel eine Temperatur von 41°C, braucht dafür aber ungefähr drei Stunden. ; Erhältlich bei Conrad.ch für CHF 20.95

Back to the roots; wenn keine Kaffeemaschine in Sicht ist und wir nichtsdestotrotz unseren unersättlichen Durst nach dem schwarzen Gold stillen müssen, kommt dieses Old School Gerät zum Einsatz. Die Kaffeekanne – im italienischen «Caffettiera» – lässt sich ganz einfach auf einer Gasflamme aufheizen und schon ist unser Koffeinhaushalt gedeckt. ; Erhältlich bei Brack.ch für CHF 29.90


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TOOK THE LOOK

Härter als Chuck Norris: Abenteurer Bear Grylls

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| JUNI 2017

Bear Grylls ist wahrscheinlich der härteste Typ, der je einen Fuss auf diesen Planeten gesetzt hat. Die eigene Pisse trinken, um nicht zu verdursten? Kein Problem. Mitten in der Arktis nackt durch den Fluss waten, damit die Kleidung nicht nass wird? Nicht der Rede wert. In einem toten Kamel Schutz vor Sonne und Hitze suchen? Bear Grylls ist Luke Skywalker in Real Life! von Michelle Kuhn

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Er ist so eine Art irischer Chuck Norris nur mit ein bisschen mehr Skills: Bereits als Teenager wusste Bear Grylls wie Skydiven funktioniert und erreichte den zweiten Dan des Schwarzen Gürtels in Shotokan Karate – Segeln und Bergsteigen konnte er schon als kleiner Hosenscheisser. Als er 20 Jahre alt war diente er für drei Jahre der britischen Spezialeinheit Special Air Service. Irgendwann entschied er dann, sich zum Wohl der Allgemeinheit, den gefährlichsten und extremsten Situationen auszusetzen, um unsere Überlebenschancen auf der Couch zu steigern.

Warum Grylls wohl Bear heisst? Wahrscheinlich weil seine Schwester die Zukunft prophezeien kann; als er knapp eine Woche alt war gab sie ihm den Spitznamen Bear – bürgerlich heisst Grylls nämlich Edward Michael – und man muss wirklich ein Tier sein, wenn man sich mit 23 Jahren seinen Kindheitstraum erfüllt und den Mount Everest bezwingt. Jawohl! Während wir noch versuchten im Ausgang krampfhaft den Schnaps im Körper zu behalten, plante Bear schon den Aufstieg auf den höchsten Berg dieses Planeten.

Dieser Typ bringt uns an den Rand eines Nervenzusammenbruchs: Hatte er doch tatsächlich den Mumm mit einem Team von fünf Leuten in einem elf Meter langen Schlauchboot (!) den Nordatlantik zu überqueren. Die halsbrecherische Expedition startete in Pond Intel (Kanada) und endete in Schottland; das sind gut 4800 Kilometer. Wofür das Ganze? Bear und seine Crew sammelten Spenden für The Prince’s Trust, eine Charity-Unternehmung, die sich für junge Menschen ohne Perspektiven in England einsetzt.

Er durchquerte die tödliche Wüste Nevadas oder wurde auf einer einsamen Insel ausgesetzt; in der Dokumentarfilmreihe «Abenteuer Survival» kämpfte sich Bear Grylls durch die Wildnis zurück in die Zivilisation – so scheint es. Die Realität sah dann doch ein wenig anders aus; während er für die Show einer Schlange den Kopf abbiss, um nicht zu verhungern, hat er sich vorher im Hotel bereits mit Pancakes den Bauch vollgeschlagen und die einsame Insel gehörte in Wirklichkeit zu Hawaii; wo es sich in einem warmen Hotelbett auch besser schläft als mitten in der wilden Natur.

Fährten erschnüffeln, in der Wildnis campen oder ein einfaches Feuer entfachen; alles Fertigkeiten die Bear wahrscheinlich mit geschlossenen Augen und verbundenen Händen durchführen könnte. Es macht also durchaus Sinn, dass er 2009 nach all seinen waghalsigen Abenteuern zum «Chief Scout of the United Kingdom and Overseas Territories» ernannt wurde, also zum obersten Pfadfinder des vereinigten Königreichs – das Amt hält er bis heute.


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| JUNI 2017

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SHOPPING

NEUBAU EYEWEAR Wien hat den Durchblick Eigentlich werden diese Brillen ja in der österreichischen Stadt Linz hergestellt. Warum sich Neubau Eyewear aber dann doch eher Wien zugehörig fühlt, erfahren Sie hier. von Katinka Oppeck

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Die Sonne scheint, im Museumsquartier lockt das Enzi zum Verweilen (ein grosses Kunststoffmöbel zum Sitzen, wie man sie mittlerweile auch an Schweizer Festivals findet) und nur einen Katzensprung weiter, wartet Pop-upShop um Boutique-Lädeli, um seine Waren an die Cool Kids zu verhökern. Wir befinden uns im 7. Bezirk von Wien, manchen (vor allem Touristen, in Wien heisst’s einfach «im Siebten») auch als Neubau-Quartier bekannt. Hier trifft sich die Künstlerszene, man schmiedet nachhaltige Startup-Pläne oder pflanzt Öko-Gurken im Community-Garden, um dem Gin Tonic die nötige Bio-Frische zu geben. Neubau bedeutet Nachhaltigkeit – und so läuft’s auch beim Brillenlabel Neubau Eyewear.

beratung und – schon wieder – Nachhaltigkeit. Neubau Eyewear passt da mit seinen ausgefallenen, aber immer absolut tragbaren Rahmen für Seh- und Sonnenbrillen perfekt in den Mix. Und ein Stück Wien auf der Nase schadet grundsätzlich nie – auch nicht in der Schweiz! ; Neubau Eyewear finden Sie auch in der Schweiz an verschiedenen Standorten. Den Store-Locator gibt’s auf Neubau-Eyewear.com.

Die innovativen Rahmen und formschönen Designs kommen zwar eigentlich aus Linz; einer Industrie-Stadt, die bloss einen Bruchteil des Charmes für sich beanspruchen kann, den das Neubau-Quartier so verinnerlicht hat. Sehr wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum die oberösterreichische Firma sich nach dem beliebten Wiener Bezirk benannt hat. Passend ist allerdings auch, dass sich in Neubau (abgesehen von der angrenzenden Mariahilferstrasse oder dem einen oder anderen Starbucks) keine Corporate Chains oder Shops für die Massen finden. Hier setzt man auf Individualität und Qualität, auf Kunden-

Liebe Katy Perry,

schweren Herzens müssen wir in diesem Monat leider mit dir schimpfen. Was hast du dir eigentlich dabei gedacht? Wir reden vom Video zum Song «Bon Appetit». Was zur Hölle soll das? Der Track ist ja schon Schrott, doch der Clip zeigt kein Fünkchen guten Geschmackes, egal auf welcher Ebene. Von Cultural Appropriation angefangen, bis hin zu Sexismus und dann auch noch Kannibalismus? Das Lyric-Video zu «Chained To The Rhythm» wäre viel passender gewesen, immerhin wird dort ein Hamster mit Miniatur-Essen bekocht. Man hätte auch einfach das nehmen können und wir wären ruhig gewesen. Aber nein, Madame muss es wieder mal übertreiben …

xoxo

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»THEMA

EAT'N'ROLL

Acht Foodtrucks, die uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Der Thai gegenüber? Nope! Der Italiener um die Ecke? Nicht schon wieder! Die alltägliche Diskussion ums Mittagsmenü versetzt uns in eine emotionale Krise. Zum Glück tuckern bereits so viele Foodtrucks durchs Land, die mit ihren einfallsreichen und unkonventionellen Menüs für ausreichend Abwechslung sorgen. von Michelle Kuhn

MEAT & GREET

| JUNI 2017

WANN & WO: Montag: Dienstag: Mittwoch: Donnerstag: Freitag: ANGEBOT:

Marktplatz, Basel, 11.00 – 14.00 Uhr Talstrasse 75, Arlesheim (bei Vogelsanger AG), 11.30 – 13.30 Uhr & Hofackerstrasse 51, Muttenz (bei Carrosserie Stücklin), 11.30 – 13.30 Uhr Aeschengraben 13, Basel (bei Transa Filiale Basel), 11.30 – 13.00 Uhr Barfüsserplatz, Basel, 11.00 – 19.00 Uhr Wettsteinstrasse 1, Riehen (beim Dorfplatz Wochenmarkt), 11.30 – 13.30 Uhr Meat & Greet zaubern Burger mit Stil. Das gute Stück, als Basis immer mit Rucola, Salat, Tomaten und Zwiebeln ausgestattet, kann mit Raclette-Käse oder Bratspeck ergänzt werden – oder wer es deftiger mag, mit beidem. Für Vegetarier gibt’s einen Burger mit Bio-Gemüse Patty.

# 146

Bojan und Manuel, die Gesichter hinter Meat & Greet, haben Ehrgeiz. Bereits zu Beginn wurden die beiden von Sternekoch Daniel Bumann besucht, um mit seinen Tipps und Inputs ihre Burgerkünste zu perfektionieren. Nachdem schon zwei Foodtrucks durch die Region Basel tuckern, ist für dieses Jahr noch ein weiterer in Planung. ; Weitere Infos unter www.meatandgreet.ch

LE SCHNAUZ

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WANN & WO: Dienstag: Mittwoch: Donnerstag: ANGEBOT:

Allmendweg 8, Zuchwil (bei Riverside Business Park) 11.30 – 13.00 Uhr Bielstrasse 44, Solothurn (bei GA Weissenstein GmbH) 11.30 – 13.00 Uhr Ritterquai, Solothurn (bei Regio Energie) 11.30 – 13.00 Uhr Von leicht bis herzhaft; die französischen Crêpes von Le Schnauz gibt es süss und salzig, vegetarisch oder mit Fleisch. Je nach Wetterlage gibt es auch frische Salate oder Suppen.

Le Schnauz ist der erste Foodtruck in der Region Solothurn. Mit ihrer kreativen französischen Küche und dem innovativen Konzept, bei dem auch Vegetarier und reine Pflanzenfresser auf ihre Kosten kommen, haben sie in der Kategorie «On The Move» den dritten Platz beim Wettbewerb um den «Best Of Swiss Gastro Award» abgestaubt. ; Weitere Infos unter www.leschnauz.ch

THE LUNCH BOX WANN & WO: TRUCK ĆEVAPČIĆI Dienstag: Werkstrasse 18, Köniz, 11.30 – 13.30 Uhr Mittwoch: Loryplatz, Bern, 11.30 – 13.30 Uhr Donnerstag: Spitalackerstrasse 50, Bern (bei City Cycles Breitsch), 11.30 – 13.30 Uhr Freitag: Falkenplatz 14, Bern (bei Haupt Verlag AG), 11.30 – 13.30 Uhr ANGEBOT: Mal etwas ganz Anderes; würzige Cevapcici im Lepinja Brot mit Pommes und frischem Balkansalat.

I STREETFOODFESTIVALS IM JUNFestiv al

2. – 4.6. Streetfooddays Grünbergstrasse 7, St. Gallen 2. – 4.6. Streetfood Festival Krichgasse, Olten 2. – 5.6. pur.streetfood Bahnhofstrasse, Chur 9. – 11.6. Streetfood Festival Sonnenstrasse, St. Gallen 9. – 10.6. Streat Lindenstrasse, Luzern

9. – 11.6. Worldfood Auguste Fallet, Yverdon-les-Bains 23. – 25.6. Streetfooddays Seestrasse 11, Kreuzlingen

23. – 25.6. Streetfood Festival Beaulieu, Lausanne 23. – 25.6. Worldfood Festival Metzgplatz, Lenzburg 29.6. – 9.7. Streetfood Festival Hardturmstrasse 269, Zürich

WANN & WO: TRUCK BURRITO BANDITO Montag: Alte Tiefenaustrasse 4, Worblaufen (Chemie AG), 11.30 – 13.30 Uhr Dienstag: Spitalackerstrasse 50, Bern (bei City Cycles Breitsch), 11.30 – 13.30 Uhr Mittwoch: Bonstettenstrasse 2, Bern (bei Apfelgold), 11.30 – 13.30 Uhr Donnerstag: Ey 9, Ittigen (bei Friwash AG), 11.30 – 13.30 Uhr Freitag: Hofweg 5, Bern (Bärner Brocki), 11.30 – 13.30 Uhr ANGEBOT: Tortilla, gefüllt mit Pork, mexikanischem Chili, Ananas, schwarze Bohnen, Tomatenreis, Cheddar, Jalapenos, Tomatensalsa und Guacamole – wir wollen ja nicht parteiisch werden, aber das hört sich so gut an! Nando und Oktay mögen es unkonventionell; im Truck wird Musik gehört, man ist durchs Band per Du und die Stimmung ist gemütlich und unkompliziert. Ernst wird’s dann, wenn es ums Essen geht. Die Qualität der Speisen steht an erster Stelle; alle Gerichte sind frisch, selbstgemacht und die Zulieferer stammen alle aus der Region ; Weitere Infos unter www.thelunchbox.ch


GABRIELE STREETFOOD ALL’ITALIANA WANN & WO: Dienstag: Mittwoch: Donnerstag: Freitag: ANGEBOT:

Wankdorfalle 4, Bern (beim Restaurant Espace Post), 11.15 – 13.30 Uhr Webergutstrasse 12, Zollikofen (bei der Post, Bits&Beiz), 11.15 – 13.30 Uhr Brandstrasse 26. Schlieren, 11.30 – 13.30 Uhr Zone 20 Rue Joseph-Piller, Fribourg, 11.30 – 13.30 Uhr Traditionelle Italienische Küche, die innovativ überarbeitet wurde – Gnocchi am Spiess oder Ravioli im Sandwich gefällig?

Gabriele, der Gründer von Gabriele Streetfood all’italiana und selbst ein Liebhaber des guten Essens, hat die Vision, junge Menschen für die richtige Esskultur zu begeistern und eine Alternative zu ungesundem Fastfood zu bieten. Täglich werden seine Produkte von Hand aus regionalen und frischen Produkten zubereitet. ; Weitere Infos unter www.gabriele-streetfood.ch

LA RIBOLITTA

Er könnte in einem schicken Sternerestaurant die Schönen und Reichen bekochen; doch Fabian Zbinden (der bereits Koch in Miami oder Los Angeles war, wo er in Robert DeNiros It-Lokal Nobu den Kochlöffel schwang) entschied sich für den Gemüseeintopf. Klein aber fein und vor allem verdammt lecker. ; Weitere Infos unter www.laribollita.com

KOBI FOODTRUCK WANN & WO: Mo & Fr: Donnerstag: ANGEBOT:

Rudolf-Diesel-Strasse 12, Winterthur (bei Hasler & Co AG), 11.30 – 13.30 Uhr Allmendstrasse 50, Fehraltorf (bei Mägerle AG), 11.30 – 13.30 Uhr Alles was das BBQ-Herz begehrt: zartes Pulled Pork im Sandwich, knusprige Spare Ribs und saftige Rindfleisch-Burger, mit Zutaten frisch aus der Region.

Kobi; das sind Christoph Kopp und Patrick Binder. Beide verbindet eine tiefe und innige Liebe: Grill, Smoker, BBQ. Zuerst nur ein Hobby, machten Sie ihre Leidenschaft zum Beruf. Denn neben Döner und Pizza wollen sie sich mit einem neuen Angebot auf dem Markt etablieren. Ihr Fleisch wird über Stunden gegart und teils direkt aus dem Smoker serviert, deshalb auch ihr passendes Motto «Slow Food on Hot Wheels». ; Weitere Infos unter www.kobi-foodtruck.ch

ROLLING FOOD WANN & WO: Montag: Dienstag: Mittwoch: ANGEBOT:

Joseph-von-Deschwanden-Platz, Zürich (bei ETH), 11.00 – 15.00 Uhr Althardstrasse 70, Regensorf (bei Gretag Areal), 11.00 – 13.30 Uhr Buckhauserstrasse 28, Zürich Altstetten (bei Farmy), 11.00 – 13.30 Uhr Kumpir; also Backkartoffeln, aber nicht mit Käse oder Sour Cream – das wäre keinem Foodtruck würdig – sondern dafür mit Züri Gschnetzeltes, Bolognese oder Gemüse. Nom!

Was passiert, wenn eine Hirnforscherin und eine Managerin zusammenspannen? Was sich anhört wie der Beginn eines schlechten Witzes, ist die Geburtsstunde von Rolling Food. Mit Rolling Food wollen Sie nicht nur gesundes Essen servieren, sondern die Menschen aktiv dazu motivieren, ihre Essgewohnheiten zu hinterfragen. ; Weitere Infos unter www.rollingfood.ch

RHYSTORANTE FOODTRUCK WANN & WO: Mi & Do: Freitag: ANGEBOT:

Hardstrasse 245, Zürich (beim Exil) Stefano-Franscini-Platz 5, Zürich, ETH Hönggerberg Ox-Beef – also Ochsenfleisch – im handgemachten Ciabatta Brot, frische Kartoffel Chips oder für alle Vegetarier, das Lunch-Menü mit gegrillter Zucchini, Peperoni und Käse im Ciabatta-Brot.

Er bezeichnet sich als einen klassischen Secondo. Gute Küche ist seine Leidenschaft, schliesslich hat er bei Mama die besten Rezepte erlernt. Sie arbeitete bereits in leitender Position in Restaurant, Bars und Cafés. Zusammen sind Dario und Raquel die richtige Treibstoffmischung für ihren Foodtruck. ; Weitere Infos unter www.rhystorante.ch

| JUNI 2017

Wankdorfallee 4, Bern (bei der Post), 11.30 – 13.30 Uhr Bahnhof Bümpliz Süd, 11.30 – 13.30 Uhr Lorrainestrasse 14, Bern (bei Enrico Bizzarro), 11.30 – 13.30 Uhr Waldeggstrasse 51, Liebefeld (bei Swisscom), 11.30 – 13.30 Uhr Bonstettenstrasse 2, Bern (bei Apfelgold), 11.30 – 13.30 Uhr Ein schmackhafter Gemüseeintopf, der direkt aus dem Brot gelöffelt wird.

# 146

WANN & WO: Montag: Dienstag: Mittwoch: Donnerstag: Freitag: ANGEBOT:

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REISEN

PRAG

The Stewardess

DIARYS

URBANE FLORA UND SPIRITUS À DISCRÉTION

MONTREAL

# 146

| JUNI 2017

von Luisa Bider

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Mont Royal heisst der Hausberg, dem Montreal seinen Namen zu verdanken hat. 400 hölzerne Treppenschritte kämpfe ich mich keuchend hoch, während im Sekundentakt durchtrainierte Montrealiens an mir vorbei joggen. Beim Anblick dieser ganzen Fitness verschlägt es mir grad noch mehr den Atem. Während sich oben die Sportler dehnen, packe ich meinen mitgebrachten kanadischen Weisswein und eine Packung Chips aus. Ich kleiner ungesunder Rebell. Auf der Aussichtsplattform steht ein Klavier rum, auf dem Passanten abwechselnd herumklimpern. Besonders in Erinnerung bleibt mir eine junge Frau mit blondem Haar und tätowierten Händen, die eine Mischung aus Rihanna, Evanescence und Yann Tiersen zum Besten gibt und jeweils voller Emotion mitträllert. Ich klatsche ihr immer begeisterter zu (der Weisswein ist GUT!), während sich die kanadische Abendsonne in der Skyline spiegelt.

Wer schlecht über die tschechische Hauptstadt redet, hat sie definitiv nicht richtig erlebt. Wir waren vor Ort und haben uns Kopfschmerzen und Muskelkater geholt, damit auch Sie Prag nie vergessen werden. von Loris Gregorio Die engen Gassen der Altstadt und die Grünflächen, die fast inmitten der Stadt gelegen sind, machen Prag zur perfekten Destination für durchtränkte Nächte und verkaterte Tage – zum Alkohol kommen wir aber später noch. Den Trip in die tschechische Hauptstadt sollten Sie nicht im Voraus bis ins letzte Detail planen. Vielmehr bietet es sich an, das facettenreiche Panorama rund um das Zentrum zu Fuss zu entdecken. Kater-Spaziergang Nummer eins führte uns in den Süden zu der Prager Burg. Auch wenn der kleine Berg nach einer Tageswanderung aussieht; innert einer halben Stunde sollte der Weg – selbst im Elend der vergangenen Nacht – zu bewältigen sein. Das mittelalterliche und heimelige Dörfchen rund um den Bau bildet übrigens das grösste geschlossene Burgareal

Bevor es ganz dunkel wird, beschliesse ich, den Rückweg in die Stadt anzutreten, um die hiesige Spezialität Poutine zu probieren. Poutine sind mit Bratensauce übergossene Pommes, die mit kleinen Kugeln weissem Käse serviert werden. Als Late-Night-Snack oder Katerfrühstück stelle ich mir Poutine herrlich vor – ich bin mir sicher, ein passender Streetfood-Stand an der Langstrasse würde florieren – so als Znacht ist es aber doch eher derb und ich sehne mich nach etwas Gemüse. Gemüse gibt’s aber auch am nächsten Morgen nicht – ich muss schliesslich noch die Bagels probieren, für die Montreal weltberühmt ist. Der Teig wird anders als bei den berühmten NewYork-Bagels nämlich nicht in normalem Wasser, sondern in Honigwasser vorgekocht. Als ich vor dem Bagel-Laden im Künstlerviertel Mile End in einen köstlichen Zimt-Bagel beisse, finde ich mich erneut von jungen Menschen in Sportkleidung umgeben. Mich in der scheinbar fittesten Stadt der Welt nur von Pommes und Bagels ernähren? Wieso nicht.

der Welt. Die grünen Teile der Stadtgrenzen befinden sich rund um das Metronom im Norden und bei der Hungermauer im westlichen Waldteil. Umgehen sollten Sie die grossen und menschenüberlaufenen Touri-Brücken über die Moldau, wo Sie lediglich verdreckte Statuen, billigen Modeschmuck und die üblich-schlechten Karikaturisten vorfinden. Nun kommen wir noch zum spritzigen Teil einer Städtereise. Prag bietet eigentlich al-

les, was unsere Alkohol-Gemüter aufblühen lässt: günstiges Bier (umgerechnet ca. CHF 2.– für einen halben Liter), eine endlose Club-Landschaft und zahlreiche Pub-Crawl-Angebote. Wobei man bei der Auswahl zu Letzterem ein wenig wählerisch sein sollte, da einige Crawls lediglich zum primitiven Besäufnis dienen – was natürlich niemals unsere Absicht war. Zum Start in den Abend setzt man sich in eine der zahlreichen Bars in der Prager Altstadt (meistens mit Club-Betrieb im Untergeschoss) oder besucht das Biermuseum inklusive Degustation. Vorsicht ist beim Genuss von Absinth geboten – einerseits wegen der Menge, andererseits führt Billig-Absinth aus den gewöhnlichen Bars zu bösen Überraschungen. In der mit Karamell-Geruch erfüllten Absintherie beispielsweise bekommt man das Feen-Getränk nach der tschechischen Trinkweise, auch Feuerritual genannt, serviert; dabei wird ein Stück Zucker im Absinthlöffel über dem brennenden Getränk karamellisiert und vermischt. Während Sie die überfüllten Clubs um den Wenzelsplatz am Wochenende meiden sollten, tanzen und trinken Sie sich durch die Tanz-Lokale im nahegelegenen Altstadtviertel. Musikliebhaber treffen sich in dem unscheinbaren Rock Café wieder, wo die wahrscheinlich besten Konzerte in Prag stattfinden.


9.-16. August 2017 BUDAPEST / UNGARN Alt J (UK) Rudimental live (UK) PJ Harvey (UK) Flume (AU) Nervo (AU) Oh Wonder (UK) Bear‘s Den (UK) The Naked and Famous (NZ) Kensington (NL) Two Door Cinema Club (IE) Cristal Fighters (UK) Gusgus (IS) Nemo (CH) Mac Demarco (US) Leningrad (RU)

THE STARS AND HYPES MAGAZINE

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07.03.1


REVIEWS

THROWBACK-POP’N’ROLL

BETH DITTO

FAKE SUGAR

MYRA’S CHILD / SONY

SEX, DRUGS’N’ALTERNATIVE-ROCK

ROYAL BLOOD HOW DID WE GET SO DARK? WARNER MUSIC

# 146

| JUNI 2017

«It’s good to be back...» – so eines der jüngsten Social-Media-Statements der Zweimannband aus Brighton. Zugegeben: Auch wir sind verdammt froh, dass uns Royal Blood nach knapp drei Jahren endlich wieder was Neues um die Ohren knallen. (hut)

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Wer sich noch vor gut eineinhalb Jahren auf neue Musik der beiden Insulaner freute, der wurde zunächst trocken vertröstet. Denn die spontane (und später nur auf YouTube in mieser Qualität aufzufindende) Performance von «Hook, Line & Sinker» am Reading Festival 2015 blieb vorerst nur ein Cliffhanger und hinterliess eine Horde aufgewühlter und irgendwie planloser Fans. Nun aber ist Schluss mit Warten: Royal Blood sind mit «How Did We Get So Dark?» zurück im Business, jedoch nicht ganz so düster, wie der Albumtitel vielleicht vermuten lässt. Während bei den beiden Singles «Lights Out» und «Hook, Line & Sinker» – nun endlich in akzeptabler Tonqualität – kaum zu unterscheiden ist, ob diese nicht noch zur Tracklist des selbstbetitelten Erstlings oder tatsächlich zum neuen Album gehören, wird spätestens beim Opener «How Did We Get So Dark?» klar: Hier kommt etwas Neues. Etwas Pulsierendes. Etwas richtig Gutes. Wo der Erstling noch mit psychedelisch-kitzelnder Aggression punktete, überzeugt «How Did We Get So Dark?» nun mit einer krachenden und vor Sexiness nur so strotzenden Playlist. Kommen Songs wie «She’s Creeping» und «Don’t Tell» verhältnismässig zwar etwas verhalten – ja gar balladenhaft – daher, holen Royal Blood mit «I Only Lie When I Love You» dann alles aus Saiten und Trommeln heraus: lüsterne Vocals, eine dazu passende Bass- und Drumline und eine Melodie, die hängen bleibt – egal ob man will,

oder nicht. Zwischendrin sorgen die Tracks «Where Are You Now?», «Look Like You Know», «Hole In Your Heart» und «Sleep» mit einem leichten Indie-Touch für das goldene Mittelmass zwischen musikalischer Erregtheit und euphorischer Schwelgerei. Klar ist: Wer noch immer ins Debütalbum der beiden Engländer verschossen ist, der wird sich beim ersten Anhören der neuen Scheibe wohl etwas schwertun. Denn «How Did We Get So Dark?» kommt deutlich farbiger daher, als das, was wir bis anhin von ihnen gehört haben. Obwohl auch hier die für Royal Blood typischen, treibenden Drums und der bestechend vielseitige Bass dominieren, wirkt das Gesamtwerk diverser und experimenteller. Die Melodien variieren mehr, Michael Kerrs Stimme oszilliert und es entstehen klare Brüche über die Laufzeit hinweg, was dazu führt, dass die einzelnen Songs nicht ineinander zu verschwimmen beginnen, sondern uns hellhörig und energisch mitwippend zurücklassen und sich in unseren Gehörgängen festkrallen. Darum: Mehrmals durchhören lohnt sich! wwwwwwwWWv FÜR FANS VON: BLOOD RED SHOES, HIGHLY SUSPECT, GONE IS GONE LIVE ; 11.7. Montreux Jazz Festival, 12.7. Gurtenfestival (Bern), 3.11. Halle 622 (Zürich)

LO-FI-DREAM-ROCK

PRÄCHTIGES POP-PUZZLE

BEACH FOSSILS

BLEACHERS

SOMERSAULT

GONE NOW

RCA / SONY

BAYONET RECORDS

Sobald die neue Platte der Band Beach Fossils anläuft, wünscht man sich sofort in einen VW-Van Richtung Süden. Irgendwann sollte diese Reise aber auch ans Ziel kommen. Oder zumindest einen Höhepunkt haben. Leider dümpeln die zwar sehr schönen aber etwas laschen elf DreamRock-Tracks auf «Somersault» ziellos vor sich hin. Nach vier Jahren hätte man schon mehr erwarten dürfen. Lieder wie «This Year» oder «Saint Ivy» laden zum Träumen und Verweilen ein, aber auch nicht zu mehr. (vug)

Die Weihnachtsglocken («I Miss Those Days») wirken zwar etwas deplatziert (auch weil Juni), aber sie stehen symbolisch für die üppige Bescherung, die Jack Antonoff alias Bleachers auf seinem Zweitling «Gone Now» veranstaltet. Krankte sein 2014er Debüt «Strange Desire» noch an Spannungsarmut und The-Cure-Überschuss, funktioniert diesmal auch das Gros abseits der abermals mitreissenden Leadsingle («Don’t Take The Money»); darunter das Panic!-At-The-Disco-ige «Goodmorning», das kitschige «Let’s Get Married» (bereit, Lena Dunham?) und das Soft-Cell-ige «Everybody Lost Somebody». (shy)

wwwwwwVVvv

wwwwwwwwvv

FÜR FANS VON: DIIV, THE DRUMS, WILD NOTHING

FÜR FANS VON: VAMPIRE WEEKEND, PASSION PIT, GROUPLOVE

Mit «Fire» erinnert Beth Ditto auf ihrem Solodebüt «Fake Sugar» daran, dass sie Stimme und Aushängeschild der Indie-Lieblinge Gossip war: Treibende Basslinien, Rock’n’Roll-Gitarren und der unverkennbare Gesang der Amerikanerin sorgen für Déjà-Entendus, genauso «Oo La La» und «Oh My God». «In And Out» und «Savoir Faire» versprühen Retro-Charme, zeigen aber kaum neue Facetten der 36-Jährigen. Anders das hymnische «We Could Run», das balladeske «Love In Real Life» und das zerbrechliche «Clouds», doch sind diese Ausnahmen zu sporadisch und unauffällig gestreut. (shy) wwwwwwVVvv FÜR FANS VON: SKY FERREIRA, LADYHAWKE, BIRDY LIVE ; 1.7. OpenAir St. Gallen, 3.7. Montreux Jazz Festival, 1.10. Volkshaus (Zürich)

POOLPARTY HINTERGRUNDMUSIK

TORA

TAKE A REST

EIGHTY DAYS / GOODTOGO

Die Band preist «Take A Rest» als ihr Debütalbum an und wir fragen uns, was wir vor knapp zwei Jahren dann hier im RCKSTR reviewten, als wir Ihnen Toras vermeintlichen Erstling «High Enough» mit einer 8/10-Wertung anpriesen. Was soll’s, hier sind 15 neue Nummern der Australier, die bei einer solch hohen Song-Anzahl auch einen ebenso hohen Abwechslungsgrad liefern sollten, damit wir nicht dann und wann wegnicken. Die unwiderstehlich hüftbetonte Single «Another Case» lässt hoffen, der psychedelische Rest aber driftet arg schnell in den Hintergrund ab. (shy) wwwwwvVVvv FÜR FANS VON: SAMPHA, JAMES BLAKE, GLASS ANIMALS LIVE ; 17.10. Exil (Zürich), 18.10. Bleu Lézard (Lausanne), 19.10. Neubad (Luzern), 21.10. Parterre (Basel)


EINFLUSSÜBERSCHUSS-POP

HALSEY

HOPELESS FOUNTAIN KINGDOM

ASTRALWERKS/UNIVERSAL

Wie schon das 2015er Debüt «Badlands» ist auch «Hopeless Fountain Kingdom» ein Konzeptalbum. Einerseits will Halsey darauf die Geschichte von «Romeo And Juliet» möglichst facettenreich erzählen, andererseits neue musikalische Gestade ansteuern. Die Folge: Manche Songs («Alone» mit seinem jazzigen Fundament, das Rap-lastige «Lie» mit Quavo von Migos) beissen sich zu sehr mit gewohntem Halsey-Sound («Eyes Closed»), der Piano-Ballade «Sorry» und der Pop-Hymne «Strangers» (mit Lauren Jauregui von Fifth Harmony). Doch: Je mehr Durchgänge Sie der Platte gönnen, desto stimmiger wird sie. (shy) wwwwwwwVvv FÜR FANS VON: LORDE, BASTILLE, RIHANNA LIVE ; 15.6. Support von Justin Bieber im Stade de Suisse (Bern), 24.6. Hurricane Festival, 25.6. Southside Festival, 1.7. Roskilde Festival

INDIE-RAP MIT K

KRAFTKLUB

KEINE NACHT FÜR NIEMAND

VERTIGO / UNIVERSAL

TROPICAL-EDM

AXWELL Λ INGROSSO

MORE THAN YOU KNOW

Axwell Λ Ingrosso ist ein Household-Name, wie man im EDM-Kuchen gern zu sagen pflegt. Und wer bekannt und beliebt ist, gibt sich oft nicht mehr besondere Mühe, wenn es um neue Tracks geht. Davon könnte man zumindest ausgehen, wenn man sich auf die zwei bereits erschienenen Singles «More Than You Know» und «Renegade» beruft – die klingen nämlich verdammt ähnlich und uninspiriert. Ganz anders sieht es beim Rest der Vier-Tracks-EP aus: «How Do You Feel Right Now» ist ein absoluter House-Banger mit Safri-DuoTouch und «Dawn» eine elektronische Pop-Symphonie. So kann das Schweden-Duo dann doch noch ein paar Sterne mehr für die Bewertung abstauben. (kätt) wwwwwvvvvv FÜR FANS VON: DON DIABLO, AFROJACK, ZEDD

DUA LIPA

FÜR FANS VON: DIE ÄRZTE, CASPER, MADSEN LIVE ; 10.6. Greenfield Festival (Interlaken) 22.10. Z7 (Pratteln)

NOSTALGIE-LIEBE

RADIOHEAD

OKNOTOK

XL RECORDINGS / MUSIKVERTRIEB

wwwwwWWWWW FÜR FANS VON: BLUR, PORTISHEAD, BECK

Realität: Ja, die Hits bleiben Hits, wie wir sie kennen; Dua Lipas unverkennbare, dunkle Stimme ummantelt tanzbare Beats und eingängige Melodien. Im Beigemüse lässt sich definitiv kein weiteres «Hotter Than Hell» oder «Be The One» finden, jedoch ein umfangreiches Sortiment an guten Popsongs, die mal mehr, mal weniger ins Ohr gehen, aber definitiv Spass machen und das Potential der 20-jährigen Britin zum Vorschein bringen. (raf) wwwwwwWvvv

05.06

MALEVOLENCE UK NO ZODIAC US 08.06

RICHARD JACOBS UK 15.06

CHELSEA GRIN US MOTIONLESS IN WHITE US

17.06

ALGIERS UK

20.06

THE BLACK DAHLIA MURDER US 23.06

GHOST BATH US 29.06

SEPULTURA BR ABORTED BE

29.06

DEEZ NUTS AUS

24.08

CONVERGE US 08.09

SMITH & SMART D 15.09

PORTUGAL. THE MAN US

15.09

KNÖPPEL CH 19.09

PRISTINE D 29.09

PETE ROCK US 05.10

VAN HOLZEN D 26.10

FÜR FANS VON: RITA ORA, ANNE-MARIE, JESS GLYNNE LIVE ; 3.6. Montreux Jazz Festival

;

Zugegeben, eigentlich handelt es sich bei «OKNOTOK» nicht um ein neues Album. Vielmehr ist es die Remastered-Version des vor 20 Jahren (!!) erschienenen Radiohead-Longplayers «OK COMPUTER». Weil diese Platte aber ein verdammtes Meisterwerk ist, soll uns die Dopplung nicht weiter stören. Vielmehr erfreuen wir uns an der neuen Soundqualität der zwanzig (!!) Tracks und jubeln über die zusätzlich aufs Album gepackten drei unveröffentlichten Trouvaillen «Lift», «I Promise» und «Man Of War», die aus der gleichen Ära stammen und einfach nur fantastisch sind. (kätt)

AARAU

VIRGIN / EMI

DARK POP Die Chemnitzer machen mit «Keine Nacht für Niemand» erneut was sie am besten können: Musik zum Feiern. Das Album wirkt jedoch um einiges erwachsener. Nichtsdes- DUA LIPA totrotz treffen Kraftklub wieder den Nerv der Zeit mit gut VERTIGO / CAPITOL / UNIVERSAL durchdachten Texten und eingängigen Melodien. Dabei sprechen sie Themen wie Liebe, Politik und Depression an Erwartung der Autound schaffen so den Spagat zwischen Ironie und Ernsthafrin: 08/15-Album mit tigkeit. Musikalisch ist die Platte durchaus breiter als die bereits bekannten vorherigen Alben – jedoch ist der Spassfaktor nicht mehr Hits, eingepackt in ganz so gross. Was uns in Zeiten wie diesen eigentlich seichtes, irrelevannicht wundern sollte. (sdu) tes Popbeigemüse. wwwwwWWVvv

KIFF

Den Soundtrack von RCKSTR #146 hören:

rockstar.ch/spotify

KADAVAR D 07.11

NO TURNING BACK NL 10.11

MOOP MAMA D 23.11

BALBINA D TICKETS: WWW.STARTICKET.CH MORE INFOS & SHOWS: WWW.KIFF.CH


ADULT PUNK ROCK

REFUSED-ABKLATSCH

RISE AGAINST

INVSN

WOLVES

THE BEAUTIFUL STORIES

UNIVERSAL MUSIC

DINE ALONE RECORDS / CAROLINE / UNIVERSAL

Der Wegzug aus Chicago und L.A. nach Nashville brachte zwar neuen Wind in die Song-Segel von Rise Against, aber ein Teil des Kantigen, das ihrem Sound bisher das gewisse Etwas verliehen hat, fiel wohl aus den Umzugskartons – die elf Tracks wirken braver. Aber weniger Edge hin oder her: Die sozialkritischen Botschaften, die Rise Against ausmachen, fehlen auch auf ihrer achten Scheibe nicht. Und ein kleiner Trost für alle, die es sich härter gewünscht hätten: Auch «Wolves» legt den Grundstein für den ein oder anderen Circle Pit. (kss)

Sie haben von INVSN vielleicht noch nie etwas gehört, aber vom ersten Ton an wird Ihnen ihr Sound bekannt vorkommen. Warum? Weil INVSN das Nebenprojekt (oder sollte man eher Abklatsch sagen?) von Refused-Sänger Dennis Lyxzén ist. Okay, hie und da wird es auf «The Beautiful Stories» zwar etwas skurriler und die Stimmung noch etwas unbehaglicher als beim Hören von Refused-Songs, im Grunde genommen sind INVSN aber einfach eine weirde, aber trotzdem ziemlich langweilige Kopie der schwedischen Art-Punker, auf die wir verzichten könnten. (kss)

wwwwwwwVvv wwwVVVVVvv

FÜR FANS VON: BILLY TALENT, ANTI-FLAG, BAD RELIGION

FÜR FANS VON: REFUSED, SNAPCASE, AT THE DRIVE-IN

SCHMACHTCORE

LOLA MARSH

WELLENLOSER SURFPOP

CHASTITY BELT

REMEMBER ROSES

| JUNI 2017 # 146

60

RIOT-GRRRL-POP

THE DRUMS

I USED TO SPEND SO MUCH TIME ALONE

UNIVERSAL MUSIC

ABYSMAL THOUGHTS

MINOR RECORDS

HARDLY ART / IRASCIBLE

Keine 30 Sekunden vom Eröffnungstrack «Roses» waren verstrichen und wir tippten bereits eine Unterlassungsklage im Namen von Lana Del Rey. Das klingt schon alles sehr dreist nach der HollywoodPop-Noir-Diva, wo sich doch die geschwingte Vorab-Single «Wishing Girl» noch wie ein ESC-Beitrag mit Platzierung im vorderen Teilnehmerdrittel anhörte. Aber: Dem Duo aus Tel Aviv gelingt es auf ihrem Debüt dann doch auch, eigene Akzente zu setzen zwischen dunklem Folk, melancholischem Pop und zeitgenössischem Chanson. (rec)

Auf dem dritten Album der vier College-Freundinnen erwartet Sie wieder eine Flut von Reverb-geprägten Gitarren-Riffs und die bezaubernde Stimme der Frontfrau Julia. Zwar stammt der Keuschheitsgürtel des Bandnamens noch aus dem Mittelalter, der restliche Kleidungsstil der Mädels aber, wie auch ihre neue Platte, ist in den Neunzigern stecken geblieben. Nach Songs wie «Giant Vagina» und «Pussy Weed Beer» wie auf dem Debutalbum, hätten wir uns jetzt aber doch noch ein bisschen mehr Frechheit und Abwechslung gewünscht. (log)

Surfpop trifft auf Indie-Pop: Das Ergebnis ist das neue Album «Abysmal Thoughts» der Drums. Die Scheibe erinnert tatsächlich an den kalifornischen Strand in Santa Monica. Dies obschon die Jungs vom anderen Ende der USA kommen. Dennoch überzeugt das Album nicht wirklich. In den zwölf Songs gibt es kaum Abwechslung. Es klingt alles relativ ähnlich und kann sich dadurch nicht grossartig von anderen Surf-Bands abheben, geschweige denn von den unzähligen Indie-Bands. Schade, denn The Drums haben mehr auf dem Kasten. (sdu)

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FÜR FANS VON: LANA DEL REY, KAREN ELSON, ALEXANDRA SAVIOR

FÜR FANS VON: WARPAINT, MAC DEMARCO, HAIM

FÜR FANS VON: SUMMER SALT, SUNHAZE, WAVVES

LIVE ; 10.6. Bogen F (Zürich), 20.7. Paleo Festival (Nyon)

LIVE ; 20.9. Le Romandie (Lausanne)

LIVE ; 19.9. Les Docks (Lausanne)

BLUESHARDFOLK-GITARREN MIT BEIGESCHMACK

ELEKTRINDIE

ZOOT WOMAN

HARRY STYLES

ABSENCE

HARRY STYLES

ERSKINE / COLUMBIA / SONY

SNOWHITE.RECORDS

Immer wieder erwischt man sich beim verträumten Versinken in die Songs und taucht jeweils schnell wieder auf, wenn einem klar wird: Das ist Harry Styles. Das ist so sehr Harry Styles, dass sogar die Platte «Harry Styles» heisst. Und so kommt man nicht um eine gesunde Portion Skepsis herum, wenn die One-Direction-Mähne auf seinem soliden Solo-Debüt auf dicke Rockstar-Hose macht. Andererseits: Welcher echte Rockstar macht schon nicht auf dicke Hose? Wenn der 23-Jährige nun noch den Popstar-Mief loswird, könnte das mit der Glaubwürdigkeit tatsächlich klappen. (shy)

Drei Jahre sind vergangen, seit Zoot Woman ihr letztes Album veröffentlicht haben. Und stolze 16 Jahre sind ins Land gezogen, seit die Briten uns mit ihrem Debüt «Living In A Magazine» beglückt haben. Fans dieser ersten Platte dürfen jetzt entzückt in die Hände klatschen, denn das neue Werk «Absence» klingt wieder so wie früher – einfach etwas ernster oder erwachsener; macht auch Sinn, immerhin geht es in den Texten ja um die Abwesenheit verschiedenster Dinge im Leben. «Absence» nimmt aber nichts weg, sondern fügt noch mehr hinzu: Neu entfachte Liebe für die Gebrüder Blake und eine Dosis Kylie Minogue (die auf «Still Feels Like The First Time» zu hören ist). (kätt)

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FÜR FANS VON: MY MORNING JACKET, RYAN ADAMS, THE KINKS

FÜR FANS VON: MIDNIGHT JUGGERNAUTS, CUT COPY, WE HAVE BAND


10 JUN 2017 | ZÜRICH, PAPIERSAAL

AB-SOUL

OLDSCHOOL-METALCORE

13 JUN 2017 | PRATTELN, Z7

COHEED AND CAMBRIA

MISS MAY I

14 JUN 2017 | ZÜRICH, X-TRA

GOOD CHARLOTTE

SHADOWS INSIDE

16 & 18 JUN 2017 | ZÜRICH & PRATTELN

DAMIAN "JR. GONG" MARLEY

SHARPTONE RECORDS

Metalcore ist tot – dachten wir zumindest. Miss May I beliefern uns mit ihrem sechsten Album aber mit genau dem Sound, mit dem wir uns als Teenager die Ohren zugedröhnt haben – Nostalgie pur! (kss) Als Miss May I vor einer Dekade (omg, wir sind so alt!) die Band ins Leben gerufen haben, war harte Musik, die immer wieder mit Clean Vocals gespickt ist, das Geilste überhaupt: Vom Langhaar-Metalhead über den Skater bis hin zum Fransen-im-Gesicht-Emo – jeder hat sich Metalcore reingezogen. Am besten in der Öffentlichkeit. Über schlechte Böxli. Verdammt laut. Kein Wunder also, hat ihr Erstling «Apologies Are For The Weak» 2009 voll eingeschlagen und ihnen zu einer Tour mit den grossen Carnifex und zu einem Slot an der Vans Warped Tour verholfen. Aber was, wenn der Hype um den «Meitli-Metal», wie das Genre liebevoll von Clean-Vocal-Gegnern genannt wurde, vorbei ist? Im Falle von vielen anderen wäre die Antwort hier wohl: «Aufhören» oder «Sich und den eigenen Sound weiterentwickeln». Hört man sich aber das bereits sechste Studioalbum von Miss May I an, ist glücklicherweise keines von beidem eingetreten. Während gewöhnliche Metalcore-Acts nämlich angefangen haben, Synthie-Elemente in ihren Sound einzubauen und heute teilweise komplett auf Growls und Screams verzichten (looking at you, Bring Me The Horizon), tönt es bei Miss May I noch fast wie vor zehn Jahren – und das trotz neuem Label und neuem Management. Schon immer war das Quintett aus Ohio darauf bedacht, das zu machen, was ihnen gefällt – ganz egal, was andere darüber sagen. Auf ihr neustes Werk ist die

Truppe um Levi Benton besonders stolz, wie der Frontmann gegenüber Metal.de erzählt: «Wir waren noch nie so sehr on point, wie diesmal. Das ist unser neues Baby. Alles ist frisch. Wir waren ganze sechs Monate im Studio – ganz ohne Druck. Wir haben uns so viel Zeit genommen, wie wir brauchten. Ohne Scheiss, ich finde, dass ‘Shadows Inside’ unser bestes Album bisher ist. Das sollte jeder hören». Und glauben Sie uns, wenn wir dem zustimmen. Miss May I schaffen es, mit ihrem neusten Album genau den Metalcore abzuliefern, zu dem wir vor zehn Jahren gemosht, gepogt und uns die Haare aus dem Gesicht gestrichen haben. Aber Nostalgie hin oder her – wer sich heute eher ruhigerem Sound widmet und Metalcore schon fast vergessen hat, findet «Shadows Inside» für zwei, drei Songs wohl ganz nett, aber dann wird’s dann doch etwas zu hart und etwas zu viel Geschrei. Alle anderen – also die, die irgendwo in den Nullerjahren hängengeblieben sind – unbedingt anhören, in Erinnerungen schwelgen und darauf hoffen, dass Miss May I mit ihren explosiven Live-Shows bald wieder in der Schweiz zu sehen und zu hören sind.

04 JUL 2017 | ZÜRICH, VOLKSHAUS

DROPKICK MURPHYS

10 JUL 2017 | ZÜRICH, VOLKSHAUS

FLOGGING MOLLY

11 JUL 2017 | ZÜRICH, VOLKSHAUS

RODRIGO Y GABRIELA

20 JUL 2017 | ZÜRICH, DYNAMO

SNUFF

24 JUL 2017 | ZÜRICH, KAUFLEUTEN

VALERIE JUNE

29 JUL 2017 | ZÜRICH, DYNAMO

WILL AND THE PEOPLE 06 AUG 2017 | ZÜRICH, MASCOTTE

THE AFGHAN WHIGS

19 AUG 2017 | PRATTELN, Z7 OPEN AIR

SIDO

22 AUG 2017 | ZÜRICH, KAUFLEUTEN

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RUSS

FÜR FANS VON: 00’S METALCORE, AS I LAY DYING, KILLSWITCH ENGAGE

JOHNOSSI & KENSINGTON

07 SEP 2017 | AUGST, AUGUSTA RAURICA 08 SEP 2017 | ZÜRICH, PLAZA

SCHLAFMÜTZENTECHNO

DREAMY INDIE-POP

LONDON GRAMMAR

CROOKED COLORS

TRUTH IS A BEAUTIFUL THING

VERA

RADICALIS

VIRGIN

«Vera» ist das Debütalbum des australischen Trios Crooked Colours. Die Jungs haben sich wacker geschlagen, denn die zehn Songs klingen angenehm. Jedoch gibt es auch einiges zu bemängeln. Die Tracks sind nicht gerade aussergewöhnlich und wer wirklich tanzbare elektronische Mucke will, muss lange suchen. Als Begleitung für spätabendliche Tätigkeiten eignet sich der Sound durch die gemütlichen Melodien wahrscheinlich gut. Aktives Zuhören fällt jedoch eher schwer, wenn das gewisse Etwas fehlt. (sdu)

Nach dem Erfolg ihres Erstlings «If You Wait» haben wir vier Jahre lang immer wieder nach neuer, bittersüssen Musik des Trios aus Nottingham Ausschau gehalten – und endlich wurden unsere Wünsche erhört. Abgesehen von den ersten zwei Tracks («Rooting For You», «Big Picture»), die sich als die langweiligsten des ganzen Albums herausstellen, gibt uns «Truth Is A Beautiful Thing» genau das, was wir an London Grammar so lieben: viele gefühlvolle Melodien und die wunderschön tiefe Stimme von Sängerin Hannah Reid. (bibi)

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FÜR FANS VON: FLORENCE AND THE MACHINE, DAUGHTER, BANKS LIVE ; 12.6. Montreux Jazz Festival (Montreux), 26.8. Zürich Open Air (Zürich)

FÜR FANS VON: POINT POINT, SOYSAUCE, GHOST LOFT

17 JUN 2017 | ZÜRICH, DYNAMO

FOUR YEAR STRONG

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YOKKO

18 SEP 2017 | ZÜRICH, DYNAMO

THE DISTRICTS

24 SEP 2017 | ZÜRICH, DYNAMO

DISPATCH

29 SEP 2017 | ZÜRICH, STALL 6

THE BEAUTIFUL GIRLS 03 OCT 2017 | ZÜRICH, PAPIERSAAL

THE CORONAS

07 OCT 2017 | ZÜRICH, KOMPLEX 457

BUSH

18 OCT 2017 | ZÜRICH, SAMSUNG HALL

SIGUR ROS

22 OCT 2017 | PRATTELN, Z7

KRAFTKLUB

03 NOV 2017 | ZÜRICH, HALLE 622

ROYAL BLOOD

MORE SHOWS: MAINLANDMUSIC.COM TICKETS: STARTICKET.CH


THE SURGE

SCI-FI-SOULS

THE SURGE

DECK 13

# 146

| JUNI 2017

Nach «Lords Of The Fallen» legt Entwickler Deck 13 mit «The Surge» einen weiteren «Dark Souls»-Klon im Science-Fiction-Gewand nach. Doch wie viel «Dark Souls» steckt in «The Surge» und braucht es noch mehr Spiele in diesem Genre? (vlct)

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Gute Neuigkeiten für unseren Helden Warren, der bei seinem ersten Arbeitstag im Konzern Creo ein Exoskelett bekommt und damit seinem Rollstuhl entfliehen kann. Schon bei der Montage des neuen Helfers geht aber einiges schief und Warren darf, wie Wall-E, alleine den Planeten aufräumen. So viel zur Story, die Sie im Laufe des Spiels ganz «Dark Souls»-like aus kleinen Schnipseln selber zusammenbasteln müssen. So gut das Sci-Fi-Setting aber auch ist, die Story bleibt leider oberflächlich und belanglos. Allgemein kommt im Spiel, abgesehen von den fantastischen Lichteffekten wenig Atmosphäre auf, was nicht nur am flachen Plot liegt, sondern auch mit dem sich wiederholenden und detailarmen Design zu tun hat – aber bei einer schlanken Installationsgrösse von unter 6 GB sei dies verziehen. Die Stärken von «The Surge» liegen eindeutig in der Spielmechanik, was schon beim Anvisieren der Gegner anfängt: Der Spieler hat die Möglichkeit zwischen gepanzerten und ungepanzerten Körperstellen zu wechseln, wobei man bei gepanzerten Stellen zwar mehr Belohnungen kassiert, die Kämpfe aber auch deutlich anspruchsvoller ausfallen. Wählt man jedoch ständig ungepanzerte Stellen, fehlen einem später dringend benötigte Upgrade-Materialien für Rüstungen und Waffen. Während den Kämpfen selbst setzt «The Surge» eher auf ein Prinzip wie bei «Bloodborne», also ist schnelles und aggressives Vorgehen gefragt und das Blocken kann getrost ignoriert werden. Natürlich gelingt das nicht immer und ein häufiges Ableben ist kaum zu vermeiden. Wie bei «Dark Souls» oder «Bloodborne» haben Sie danach einen Versuch die gesammelten Ressourcen zu retten – nur gibt es dafür in «The Surge» ein zweieinhalbminütiges Zeitlimit. Alles in allem bietet «The Surge» für Fans der bekannten From-Software-Formel einen kurzweiligen Zeitvertreib, der mechanisch zwar einiges hermacht, in der B-Note jedoch kaum an seine Vorbilder herankommt. ; Jetzt für PS4, X1, PC

7j

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| JUNI 2017

VS•

PREY

TRITTBRETTBALLERN

# 146

PREY

ARKANE / BETHESDA

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Die «Dishonored»-Schmiede verschmilzt «Half-Life 2», «BioShock», «Deus Ex», «Alien: Isolation» sowie «Dead Space» miteinander und verpasst dem Ganzen einen «Nichts ist, wie es scheint»-Schliff. Ob da genug Eigenständigkeit übrigbleibt? von Schimun Krausz Als die finale Entscheidung ansteht, kann unser Protagonist fünf Meter hoch springen, lädt die Schrotflinte in weniger als einmal Blinzeln nach und zermatscht die Gehirne anderer Lebewesen mit einem Fingerschnippen zu Brei. Bevor es soweit war, gingen wir allerdings durch die Hölle, klammerten unsere Finger um einen simplen Schraubenschlüssel und prügelten damit auf sämtliche Kaffeetassen ein, die uns in die Quere kamen – denn: In «Prey» kann Sie alles töten. SEHR VIEL «BIOSHOCK» Warum Ihnen schwarze, sich als Alltagsgegenstände tarnende Aliens ans Leder wollen, verraten wir hier nicht – die spannende Story ist ein integraler Bestandteil des neuen First-Person-Adventure-Shooters der «Dishonored»-Macher und soll möglichst ungespoilert bleiben. Sie wissen nie genau, woran Sie sind, ändern alle paar Stunden Ihre Meinung über das Geschehene und werden am Schluss mit einer bekömmlichen Portion Interpretations-Spielraum entlassen. Schauplatz der Sci-Fi-Action ist die Raumstation Talos I, eingerichtet im Art-déco-Stil – und das bleibt nicht das Einzige, das «Prey» mit dem 2007er Ego-Shooter-Hit und offensichtlichen Vorbild «BioShock» gemein hat: Der eingangs erwähnte Schraubenschlüssel ist die erste Waffe des Spiels, die (wie fast alle Wummen aufrüstbare) Schrotflinte ist Ihr bester Freund und Sie stecken sich für Upgrades Nadeln in den eigenen Körper. Dazu hacken und erkunden Sie wie in «Deus Ex», schlagen sich wie in «Half-Life 2» mit Selbstschussanlagen herum, lassen sich à la «Dead Space» im Stockdunkel zu Tode erschrecken und verstecken sich vor dem (anfangs) übermächtigen Nightmare-Viech wie vor dem

Xenomorph in «Alien: Isolation». ZU VIEL «BIOSHOCK» Die französischen Arkane Studios haben sich grosszügig bei vielen Hochkarätern bedient – und trotzdem wirkt «Prey» nicht zusammengeschustert, sondern meist wie ein Best-of mit eigener Geschmacksnote. Und mit viel Herz: Wenn Sie sich die Zeit nehmen, möglichst viele Nebenquests zu erledigen und all die E-Mails auf den zahllosen Computern in Talos I zu lesen, lernen Sie deren Besatzung nach und nach kennen; und wenn Sie dann irgendwo ihre Leichen finden, geht Ihnen das traurige Schicksal dieser Leute tatsächlich ein wenig nahe. Perfekt ist dieser Reboot – mit dem originalen «Prey» aus dem Jahr 2006 hat das neue nur den Namen und grob die Alien-Thematik gemein – trotzdem nicht. Die «BioShock»-Referenzen nehmen in gewissen Passagen Überhand, die Vielfalt und das Design der Ausserirdischen pustet einen nicht unbedingt aus den Ringelsöckchen und die Gamepad-Steuerung reicht schlicht nicht aus für die flinken Aliens. Wir empfehlen daher Maus und Tastatur, dann stehen dank moderaten PC-Systemanforderungen Dutzenden Stunden gehobenen Spielspasses nichts mehr im Wege. ; Jetzt für PS4, X1, PC

8j


VERSCHLANKTE RUNDEN-TAKTIK

FIRE EMBLEM: SHADOWS OF VALENTIA

INTELLIGENT SYSTEMS / NINTENDO

# 146

| JUNI 2017

Das Remake des nur in Japan erschienenen NES-Taktikspiels «Fire Emblem Gaiden» kommt schlanker daher als seine Vorgänger, packt aber neuen Ballast dazu. (shy)

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So toll das letztjährige, drei Spiele starke «Fates»-Kapitel der «Fire Emblem»-Reihe auch war: Mit dem Aufbau der eigenen Basis, den vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Charakteren (bis hin zur Heirat) und dem Multiplayer-Part fiel es durchaus überladen aus – wer vor allem Bock auf die knackigen, rundenbasierten Taktik-Scharmützel hatte, für welche die Reihe berühmt ist, musste sich mit zu viel Drumherum abmühen. Bei «Echoes: Shadows Of Valentia» verzichten Intelligent Systems nun auf eine ganze Menge Beigemüse. Der Grund: Der Titel ist ein Remake des zweiten Teils der Serie aus dem Jahr 1992, als all dieser Schnickschnack noch in weiter Ferne lag. Dazu gehören aber auch heutige Franchise-Standards wie das berühmte Waffen-Dreieck (Schwert schlägt Axt schlägt Lanze schlägt Schwert), das Mitführen mehrerer Gegenstände sowie die Möglichkeit, Einheiten zu gruppieren. Die Konsequenz: Die Schlachten sind angenehm entschlackt, strategisch aber auch weniger gehaltvoll. Wer nicht aufpasst, verliert trotzdem rasch liebgewonnene Kämpfer – in der optionalen, klassischen «Fire Emblem»-Spielweise sogar für immer. Für diesen Fall

OUTER SPACE SHOOTER

FARPOINT

MPULS GEAR / SONY

haben die Entwickler eine wertvolle Hilfe eingeführt: Mit einem speziellen Gegenstand lassen sich ein paar Mal pro Level beliebig viele Züge rückgängig machen, was frustrierenden Neustarts der Missionen manchmal vorbeugt. Frisch dabei sind Schloss- und Höhlenbesuche, bei denen Sie in überholter Suchbild-Manier Items finden, uninspirierte «Bring mir Gegenstand X»-Quests (ohne Quest-Log) und ziemlich gehaltlose 3D-Action-Abschnitte – all das tut nicht weh, hätte im Zuge der angenehmen Verschlankung aber weggelassen werden müssen. ; Jetzt für 3DS

7j

Ist «Farpoint» der Heilbringer für Sonys unterernährte VR-Brille? Auf den ersten Blick, not so much. Nach einem sehr gut vertonten aber auch komplett generischen Intro («Weltraum-Mission», «Anomalie», «Portal» … schnarch) finden wir uns auf einem unwirtlichen Planeten wieder. Ausgestattet mit einer Wumme und unendlich vielen Patronen sollen wir zwei überlebende Wissenschaftler aufspüren. Dem entgegen steht eine Horde hässiger Aliens, die uns an den Raumanzug wollen. Gute vier Stunden dauert die Rettung der beiden, womit der Ego-Shooter kaum länger als einen


RIP’EM OFF-BEAT’EM UP

ULTRA STREET FIGHTER II: THE FINAL CHALLENGERS CAPCOM

Recycling-Meister Capcom schickt Ryu, Ken & Co. in die nächste Runde. Die Urfassung von «Super Street Fighter II Turbo» erschien vor 23 Jahren und ist eines der einflussreichsten Prügelspiele aller Zeiten. In seiner Switch-Version ist das Beat’em Up allerdings eine dreiste Abzocke: Für knapp 50 Stutz gibt es das klassische Game, das wahlweise im Old-School-Pixel-Look oder in HD gespielt werden kann. Dazu ein unnötiger kooperativer Modus, bei dem man zu zweit gegen den Computer antritt, ein noch unnötigerer Farb-Editor um seinen Kämpfer etwas bunter zu gestalten (Wow!) und den komplett bizarren «Way Of The Hado»-Modus. Hier werden die Gegner in der Ego-Perspektive per Joy-Con-Move-Steuerung bekämpft. Das funktioniert nur leidig, ist anstrengend und man sieht dabei wie ein viel zu enthusiastischer Verkehrspolizist aus. Fazit: Braucht kein Mensch. (rez) ; Ab jetzt für Nintendo Switch

3j

verregneten Samstagnachmittag unterhält. Addiert man dazu noch die debile Gegner-KI, bleibt unter dem Strich ein ziemlich mieses Game. Eigentlich. Nun lassen sich VR-Games aber nur schwer nach den üblichen Kriterien bewerten, was «Farpoint» eindrücklich zeigt. Das SciFi-Abenteuer hat etliche Schwächen die einem «normalen» TV-Game das Genick brechen würden, kann diese aber dank der konkurrenzlos tollen Immersion locker auffangen. Egal ob irgendwo am Sichtfeldrand plötzlich spinnenartige Viecher auftauchen oder man (dank neuen AIM-Controller-Gewehr) über Kimme und Korn seine Gegner wegsnipert – das «Mittendrin»-Gefühl ist enorm. «Farpoint» ist ein Action-Feuerwerk, das man nicht gespielt, sondern erlebt haben muss. (rez) ; Jetzt für 3DS

8j


KI N O

BEACHBALLERS

BAYWATCH

Kann ein Film mit Dwayne Johnson und Zac Efron eine Serie mit Pamela Anderson und David Hasselhoff toppen? Die Antwort lautet ja. Um Wellenlängen sogar. (kätt)

# 146

| JUNI 2017

«Hey Brah. Yo Brah. Alles klar, Brah? Ja, alles super, Brah.» - Schon der allererste Dialog des brandneuen «Baywatch» stellt klar: Hier läuft alles ein bisschen anders, als im doch recht braven Malibu der Neunzigerjahre. Mitch Buchannon (Dwayne Johnson) ist plötzlich gefühlte drei Meter gross und definitiv etwas gebräunter, als es David Hasselhoff zu seinen besten Zeiten je war und der Ton des Rettungsschwimmer-Teams hat eine rauere Seite angenommen. Das kriegt auch Brody (Zac Efron) zu spüren, der als Olympia-Schwimmer und menschlicher Egotrip in Malibu auffährt und davon ausgeht, dass ihm alles auf dem Tablett serviert wird.

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Den Ruhm und die Ehre, sich überhaupt erst Rettungsschwimmer nennen zu dürfen, muss sich der eitle Gockel mit den Bauchmuskeln aus der Fitnesshölle (So. Viele. Abs!) aber erst verdienen. Zum Beispiel damit, dass er die Boyband-Referenzen seines Chefs geduldig über sich ergehen lassen muss. Und das, während am Strand von Malibu gerade äusserst gefährliche Dinge passieren, die natürlich aufgeklärt werden wollen. Und wer könnte das besser, als die Truppe, die eigentlich bloss dafür angestellt wurde, um gut in roten Badeanzügen auszusehen und gelegentlich Menschen vor dem Ersaufen zu retten?

Der Plot erinnert stark an die übertriebenen Rettungsaktionen von Hasselhoff, Anderson & Co. anno dazumal. Der Plan, das Schwimmbojen-Epos ins Jahr 2017 zu katapultieren, wurde aber fantastisch ausgeführt. Dieser Film macht Spass, spart nicht an Lachern und hievt sogar die Slow-Motion-Boob-Jiggling-Szenen in neue Dimensionen, die einer komplett neuen Generation Pubertierender zur Geschlechtsreife verhelfen wird. Endlich wieder mal ein Action-Movie, der mit Klischees gekonnt spielt, statt sie bloss dümmlich zu bedienen! Well done, Brah! Regie: Seth Gordon WWWWwwwwwV ; JETZT IM KINO (Wir empfehlen übrigens, diesen Film wirklich nur in der Originalsprache zu sehen. Glauben Sie uns, Sie würden sonst enttäuscht werden!)


HIP-HOP-MARATHON

ALL EYEZ ON ME Tupac Amur Shakur war eine lebende Legende; durch seinen frühen Tod wurde ihm endgültig die Krone aufgesetzt. Weltweit über 75 Millionen verkaufte Platten, sieben Filme und aufsehenerregende Skandale machten ihn zum Superstar des Hip-Hops. Nun wurde sein kurzes aber ereignisreiches Leben in einen Spielfilm verpackt, der von seiner Kindheit bis zum bitteren Ende reicht. Mit einer Länge von 140 Minuten gleicht der Film einem marathonmässigen Schnelldurchlauf durch das Leben von 2Pac und wir werden den Verdacht nicht los, dass der Rapper ein wenig zu sehr als demütiger Held dargestellt wird. «All Eyez On Me» ist eine aufwändige Biografie, bei der selbst beim Cast alles detailgetreu geplant wurde; die Darsteller sind ihren Vorbildern wie aus dem Gesicht geschnitten. (miku) Regie: Benny Boom

A

AUSSERDEM

IM KINO läuft

«Pirates of the Caribbean: Salazar’s Revenge»

läuft

«Churchill»

ab 8.6. «The Mummy» ab 15.6. «Snatched» ab 15.6. «Wonder Woman» ab 22.6. «Everything, Everything» ab 22.6. «Transformers: The Last Knight» ab 29.6. «Overdrive» ab 29.6. «Rough Night» ab 29.6. «Whitney: Can I Be Me» ab 6.7. «Despicable Me 3»

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ab 13.7. «SpiderMan: Homecoming»

; AB 15.6. IM KINO

FADES MUSIKER-DRAMA

SONG TO SONG

Faye (Rooney Mara) ist jung und gewillt alles zu geben, um ihre Musikkarriere zu pushen; so lässt sie sich auf eine Affäre mit dem erfolgreichen und egozentrischen Musikmogul Cook (Michael Fassbender) ein. Als sie schliesslich auf den aufstrebenden Songwriter BV (Ryan Gosling) trifft, scheint es die wahre Liebe zu sein. Doch statt ihr Verhältnis zu beenden, entsteht eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung. Immer mehr verliert sich Faye in einem Strudel von Schuldgefühlen und Lügen. Terrence Malick spinnt ein Drama aus Sex, Liebe und Betrug inmitten der Musikszene Texas‘. Trotz eindrücklichem Bildmaterial und

einem Mega-Cast, sowie Auftritten von Musikgrössen wie Patti Smith oder Iggy Pop, vermag es die Storyline – auch auf Grund extremer Langatmigkeit – nicht, den Zuschauer mitzureissen. (miku) Regie: Terrence Malick WWWWvvVVvV ; JETZT IM KINO


Outdoor

KI N O

Cinematic-Festival unter freiem Himmel

Wir sind im Sommer ja schon gerne mit Alkohol draussen und sowieso an jedem Festival anwesend. Aber auch das RCKSTR-Team gönnt sich manchmal einen ruhigen Sommerabend – am liebsten im Open-Air-Kino. Für Sie haben wir die schönsten Freiluft-Lokale mit den besten Filmen ausgesucht. von Loris Gregorio

ALLIANZ CINEMA

COOP OPEN AIR CINEMA

ehemals Orange Cinema

Alle Daten und Städte auf www.open-air-kino.ch

Zürich: 20.7. bis 20.8. Basel: 3.8. bis 27.8. Lausanne: 23.6. bis 21.7.

Programm: «La La Land», «Manchester by the Sea», «Beauty and the Beast», «Toni Erdmann» uvm.

Programm: Zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

| JUNI 2017

SOLARKINO ST. GALLEN 10.8. bis 26.8.

# 146

SOFA OPENAIR KINO WIPKINGEN 6.7. bis 8.7. Programm: «Hunt for the Wilderpeople», «Skizzen von Lou», «Whiplash»

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FREILUFTKINO BADEN

Programm: «Tomorrow», «Wo die wilden Menschen jagen», «Mein Name ist Eugen», «Captain Fantastic», «Schools of Trust» sowie das Kurzfilmprogramm der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur

MARZILI MOVIE BERN

12.7. bis 22.7.

25.7. bis 29.7.

Programm: Zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Programm (Sujet Irland): «The Boys and Girl from County Clare», «In the Name of the Father», «Waking Ned Devine», «Intermission», «Sing Street»

AUTOKINOS Für Nostalgie-Schwärmer und Romantiker gibt’s seit einigen Jahren auch wieder verschiedene Autokinos in der Schweiz. Falls Sie nicht im Besitz eines Autos sind oder sich gerne ein Glas zu viel gönnen, sollte das auch kein Problem darstellen. Es sind genug Plätze für PRATTELN 7.7. bis 5.8. Zuschauer vorhanden, die zu Fuss unterwegs sind. Programm: «A Nightmare on Elm Street», «Chinatown», «Se7en», «Snatch», «Pulp Fiction» uvm. (inkl. Rollschuh-Service für Burger, PopHINWIL 9.8. bis 27.8. corn, Getränke und Milchshakes sowie einem Londoner Doppeldeckbus Programm: «Overdrive», «Deadpool», «The Big Lebowski», «Saturday für Personen ohne Auto) Night Fever», «Thelma & Louise»

WORB 10.8. bis 3.9. Programm: «La La Land», «Mad Max», «John Wick 2», «Kill Bill», «Walk Programm: «Smokey and the Bandit», «O Brother, Where Art Thou?» The Line», uvm.

MURI 28.7. und 29.7.


HEIM KINO

GLITZER-GIRL-WRESTLING

# 146

| JUNI 2017

GLOW

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Es ist mehr Show als Kampf. Mehr Schauspiel als Schmerz. Mehr Glitzer als Blut. Und trotzdem gehört Wrestling zu den glorreichsten Sportarten, die diese Welt je gesehen hat. Warum bei diesem männlichen Schlägelsport seit den Achtzigern auch Frauen brillieren können, zeigt eine neue Netflix-Serie. (kätt) Sexy Frauen, heisse Outfits und Dauerwellen ohne Ende: Das war «G.L.O.W.», die äusserst beliebte Frauen-Wrestling-Show der Achtziger. Ein sexistisches Meisterwerk. Ein Platz zur besten Sendezeit, während der man sich ungeniert aufgeilen durfte. Es gab Cunt Punches, Tit Grabs und überspitzte Stereotypen, die einem Social Justice Warrior im heutigen Zeitalter zum frühzeitigen Herzinfarkt verhelfen würden. David McClane und Matt Cimber

erschufen mit «G.L.O.W.» 1985 ein frauenfeindliches Stück Fernsehen – und gaben ebendiesen Frauen gleichzeitig die Möglichkeit, ihr eigenes Standbein im Wrestling-Sport aufzubauen. Heute sind weibliche Wrestler wie Alexa Bliss, Sasha Banks oder Charlotte Flair nicht mehr aus den Programmen des WWE, also dem World Wrestling Entertainment, wegzudenken. Kämpferinnen wie Jungle Woman, Princess of Darkness, Gremlina oder Melody Trouble Vixen ebneten den Pfad für eine neue Art des Feminismus. Sie waren nicht mehr bloss hübsches Beigemüse in Soap Operas und Rätselshows. Sie mussten nicht mehr nur sexy und still sein. Plötzlich durften Frauen zupacken und selbst Hand anlegen, wenn ihnen etwas nicht passte. Ihre Charaktere konnten sie selbstständig weiterentwickeln, ihre Moves miteinander einstudieren und ihre geballte Schauspielkraft in eine pompöse Show verpacken, die ihnen am Schluss des Kampfs Standing Ovations und Applaus garantierten. Diese «Gorgeous Ladies of Wrestling» waren die Heldinnen eines einzigartigen Publikums. Und was taugt die Serien-Adaption des Real-Life-Events nun? Wir wollen nicht zu viel vorab verraten, denn die Entwicklungen der einzelnen Charaktere ist wahrlich ein Augenschmaus für den Zuschauer. Aber sagen wir es mal so: Wenn die Dialoge zwischen «Who does not trust a guy with a moustache full of coke» und «The only other boobs I’ve seen in my life are my brother Tommy’s» pendeln, dann ist man bei einer Serie angekommen, die wahrlich für jeden Geschmack was dabeihat. «Glow» zelebriert die Weiblichkeit, die auch mal bitterböse, brutal und blutdurstig sein kann. Gleichzeitig wird aber auch ein Fokus auf Zwischenmenschliches gelegt, Dispute werden ausserhalb des Rings in friedlicher Weise geregelt und es entwickeln sich Freundschaften zwischen Frauen, die in einer «normalen» Umgebung so nie zustande gekommen wären. «Glow» ist vieles. Aber vor allem ist es das Leben und Leiden der «Gorgeous Ladies of Wrestling»! Regie: Liz Flahive, Carly Mensch wwwwwwwwwv ; AB 12.6. AUF NETFLIX

ARRESTED DEVELOPMENT

HAUDRAUF-CHARME

JOHN WICK: CHAPTER 2

Sie sind an ihren früheren Reichtum gewohnt, haben zum Teil keine Ahnung, wieviel etwas kostet («I mean, it’s one banana, Michael. What would it cost? 10 Dollars?») und hassen sich gegenseitig inbrünstig: Die Familie Bluth ist die dysfunktionalste Family im Fernsehen und erfreut sich auch 14 Jahre nach Erstausstrahlung immer noch einer riesigen Fanbase. Bei «Arrested Development» fand Michael Cera ein Zuhause als ewiges Kindergesicht, Will Arnett spielte in jeder Folge alle an die Wand und Portia de Rossi fand nach «Ally McBeal» mit den Bluths eine neue Bestimmung. Nachdem Netflix 2013 eine vierte Staffel für die eigentlich bereits eingestellte Serie produzieren liess, wuchs der Hype erneut. Und dann war es wieder still. Bis jetzt. Denn der Streaming-Dienst kündete an, auf 2018 eine weitere Staffel rauszulassen. Zeit also, nochmal alle Folgen durchzubingen, bevor es weitergeht. (kätt)

Ruhig und brutal gleichzeitig? Yes, please! Wie schon im ersten Teil bleibt John Wick seinem Charakter als stiller Hitman mit Haudrauf-Power treu und bietet in «John Wick: Chapter 2» ein Actionfeuerwerk der Sonderklasse, das nicht auf platte Dialoge und bescheuerte Stunts angewiesen ist. Viel mehr gibt es in diesem Streifen ausgeklügelte Kampf-Choreos, massgeschneiderte Anzüge und James-Bond-Feeling (aber ohne die sexistischen Anmachsprüche des britischen Chauvinisten). Neben Keanu Reeves in der Hauptrolle, die mittlerweile übrigens Züge einer Kultfigur à la Neo in «Matrix» annimmt, überzeugen auch neue Gesichter am heimischen Bildschirm. Beispielsweise die Neu-Entdeckung der Actionfilmbranche Ruby Rose, die hier eine taubstumme Kampfmaschine mimt. (kätt)

Regie: Mitchell Hurwitz

Regie: Chad Stahelski

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; ALLE VIER STAFFELN GIBT’S AUF NETFLIX.

; AB 27. JUNI AUF DVD UND BLU-RAY ERHÄLTLICH.


Mode, Beauty, Stars und Life: friday-magazine.ch inspiriert dich jeden Tag.


16.6. Dachstock, Reitschule (Bern) 17.6. Stall 6 (Zürich)

# 146

| JUNI 2017

KING KHAN AND THE SHRINES

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Was uns so als Kinder beeinflusst hat? Natürlich 90er-Jahre-Kram wie Pokémon, Mario Kart oder Trudi Gerster. Stellt man die gleiche Frage an King Khan, so würden höchstvermutlich Begriffe wie Christentum, Voodoo, Brahmanentum und indianische Mythologie fallen. Das verwundert auch nicht weiter, wen man die Musik des indisch-kanadischen Frontmannes und seinen Shrines kennt: Rock aus verschiedensten Dekaden, mal psychedelisch angehaucht, dann wieder knochentrocken; dort Soul, hier Jazz, indisch klingende Instrumente und dann wieder Indie-Mainstream. Wie Sie sehen, gleich sieben gute Gründe um sich die Band live zu gönnen. Falls das nicht reicht: Im Dachstock wird die Garage-Rockband von niemandem geringerem als der weltbesten One-Man-Band unterstützt: dem Reverend Beat-Man. (vug)

7.6. Gonzo (Zürich) 8.6. TabTap (Schaffhausen)

THE COURTNEYS Sie sind scharf, sie klingen nach den 80ern und 90ern und bringen eine geballte Ladung Girlpower auf die Bühne. Nein, wir reden hier nicht von den Spice Girls, sondern von Classic Courtney, Cute Courtney und Crazy Courtney (gut, das mit den Namen hat schon was von den Spice Girls) alias The Courtneys. Gemeinsam mit der Girlgroup aus England haben die drei Kanadierinnen aber nur wenig. Nicht nur spielen Courtney, Sydney und Jen alle ein Instrument, ihre Musik klingt auch nicht nach einem Bad-Taste-Party-Hit, sondern punkiger, echter, vollgepackt mit Emotionen und Texten über Herzschmerz und Sehnsucht. Power-Pop, so wie man ihn sich für ein Konzert wünscht und mit einer Sängerin hinterm Schlagzeug auch garantiert kriegt. (vug)

9.6. Bad Bonn (Düdingen)

THEE OH SEES Als wäre die Bad Bonn Kilbi nicht schon genug, könnte man jetzt sagen. Man könnte aber auch einfach nicht lügen und feststellen, dass in Bad Bonn auch abseits der Kilbi was läuft. Und zwar ausnahmslos nur Gutes. Und davon viel. Eines der Highlights in der Post-Kilbi-Phase: Thee Oh Sees, deren Arbeitsmoral die gleiche ist, wie die von King Gizzard and the Lizard Wizard. Jedes Jahr ein (oder sogar zwei) Alben und dazwischen mal schnell um den Globus touren? Ja eh. Support kommt bei diesem Gig aber nicht vom australischen Eidechsenmagier, sondern von der Schweizer Band Leopardo aus Fribourg, die sich mit einer Mischung aus Lo-Fi-PsychRock an Balladen wagen. Klingt komisch? Falsch. Klingt gut! (kätt)


24.6. Konkret Festival (Nänikon-Greifensee)

LOU EES Spätestens nach dem Schwelgen in der Vergangenheit mit dem Song «Nostalgia» haben wir die Soul-Pop-Träumerin Lou Ees ins Herz geschlossen. Seit rund einem Jahr begeistert sie die Schweizer Musiklandschaft und releaste im Mai ihre erste EP «Birthday». Die fröhl ich-mela nchol ischen Melodien kreiert die St. Gallerin mit ihrer Verbündeten Skiba Shapiro, die sonst mit Hopes & Venom unterwegs ist. Für das dritte Konkret Festival in Nänikon-Greifensee spielt die Musikerin ein Konzert neben anderen Acts wie Gorko Gagarin, Pueblo Criminal oder Crimer. Und auch sonst bietet das Open-Air alles, was das Hipster-Herz begehrt, wie Bio-Pizza, Demeter-Burger und Feuerfässer. (log)

PROUDLY PRESENTS: LIVE ON STAGE

15 JUNI 2017

WEITERE GIGS

THE BLACK ANGELS 6.6. Mascotte (Zürich) SKINNY PUPPY 7.6. Les Docks (Lausanne)

Priests zu beschreiben, ist nicht schwer: Sie sind laut. Und die Konzerte? Schrill, etwas abgedroschen und ja … laut. Sensible Ohren sollten also mindestens ein Reservepack Oropax an der Bar der Roten Fabrik holen und empfindliche Gemüter sollten vielleicht erst gar nicht hingehen. Denn die rotzige Washingtoner Punk-Rock-Band wird die Dezibel sicher nicht unter Hundert fallen lassen. Auf den ersten Blick ist das der vierköpfigen Band gar nicht anzusehen, denn hinter dem Mikrofon steht eine zierliche junge Frau. Katies Stimme wird jedoch nicht so schnell heiser und Daniele am Schlagzeug weiss auch, wie sich unangenehme Stille vertreiben lässt. Da müssen die beiden Jungs an Gitarre und Bass natürlich auch mitziehen. (dela)

28.6. Rote Fabrik (Zürich)

PRIESTS

SEA PINKS 8.6. Schüür (Luzern) TRIPTIDES 9.6. Kaff (Frauenfeld) THE WOODEN SKY 12.6. El Lokal (Zürich) KVELERTAK 15.6. Gaswerk (Winterthur) NOTS 16.6. Noveau Monde (FR) ALGIERS 17.6. Kiff (Aarau) ZEKE 20.6. L’Usine (Genf) 21.6. Sedel (Luzern) CRIPPLED BLACK PHOENIX 23.6. Kiff (Aarau) THE LUMINEERS 3.7. Volkshaus

05 JULI 2017

JUSTIN BIEBER

Do, 15.06.2017, 18 Uhr, Hallenstadion Zürich

AEROSMITH

Mi, 05.07.2017, 20 Uhr, Hallenstadion Zürich

05/06 CHIPPENDALES Do /Fr, 05./06.10.2017, OKTOBER 2017

20

SEPTEMBER 2017

09

NOVEMBER 2017

18

NOVEMBER 2017

23

NOVEMBER 2017

20 Uhr, Volkshaus Zürich

ROLLING STONES

Mi, 20.09.2017, 19 Uhr, Stadion Letzigrund Zürich

JAMES BLUNT

Do, 09.11.2017, 20 Uhr, Hallenstadion Zürich

JAMIROQUAI

Sa, 18.11.2017, 20 Uhr, Hallenstadion Zürich

MARILYN MANSON Do, 23.11.2017, 20 Uhr, Samsung Hall Zürich

Newsletter und alle Events: www.abc-production.ch


17.6. Härterei (Zürich)

PARTYS IM MAI,

# 146

| JUNI 2017

DIE MAN NICHT VERPASSEN SOLLTE:

74

9.6. Propeller (Bern) WHAT’S GOLDEN DJ Serniorr ••• 9.6. Relax Lounge am Bohl (St. Gallen) KLANGFENSTER DJ AM ••• 10.6. Exil (Zürich) INDIE-PARTY TBA ••• 10.6. Hirscheneck (Basel) NACHT & ORDEN DJs December, Inhalt, Maldoor, Melania, Milos-D ••• 14.6. Terminus (Olten) AARAU ARBEITET – OLTEN FEIERT DJ Ellen V ••• 15.6. Kleine Schanze (Bern) PARTY IM PARK DJ McFlury ••• 16.6. Zukunft (Zürich) SPACE2000 DJs Mastra, Serafin, Bedaan ••• 16.6. Trischli (St. Gallen) 90s THROWBACK Throwback DJ Team ••• 17.6. Du Théâtre (Bern) SNAPBACK DJs O-Kay, Grimm ••• 17.6. The Club, Grand Casino (Luzern) COSA NOSTRA DJs Frank Vespari, Little Victor ••• 23.6. Kaschemme (Basel) BASS JUMP DJs Carl Jack, Luca Leccisio, Basscraft, Ribose ••• 24.6. Kiff (Aarau) SOMMERLAGER: GRILL THE VINYL DJs Semtex, Zgroove, Hellchild, Agent C, Nico Mace, Sese ••• 24.6. Hive (Zürich) RAKETE DJs M.A.N.D.Y., Bedouin, Renato Ratier, Animal Trainer, Manon, Definition ••• 30.6. Mascotte (Zürich) THE ROYAL FLUSH DJs Muri, Rollo Tomasi ••• 30.6. Bar 59 (Luzern) ROYAL NIGHT & GHETTO SWING DJs Kes Roc, Kid Soul •••

VIER JAHRE LIEBE ZUR MUSIK

ALL KNIGHT LONG Das Zürcher Eventlabel Liebe zur Musik feiert Geburtstag; seit vier Jahren steht es im Dienste der Feiermeute. Alle zwei Monate organisieren die Labelbetreiber Partys im Härterei Club und buchen dafür high class Acts wie Klangkarussell, Kygo oder Tinush. Für ihre Geburtstagsfeier fahren sie noch schwerere Geschütze auf: Hinter die Turntabels holen sie das House-Schwergewicht Mark Knight (Bild). Er war mit seinem Album «The E.N.D.» für einen Grammy nominiert und stand bis anhin achtmal an der Spitze der Beatport-Charts. All (k)night long – also ganze sechs Stunden – wird er dem Partyvolk Feuer unter dem Füdli machen. (miku)

24.6. Nordstern (Basel)

NICONÉ & SASCHA BRAEMER Passt wie die Faust aufs Auge: Niconé und Sascha Braemer (Bild) sind ein Dream-Team. Musikalisch auf der gleichen Wellenlänge, schafft das dynamische DJ-Duo aus Berlin aufregende und tanzbare House-Hymnen. Bereits 2011 haben sich die beiden verbündet und das Album «Romantic Thrills» releast, das einiges an Aufmerksamkeit erregte. Doch auch im Alleingang sind die beiden nicht zu unterschätzen; Single und EP-Releases – solo oder in Kollaboration mit bekannten Namen der deutschen Techno-Szene – und Gigs rund um den Globus. Läuft bei denen! Ebenfalls aus dem hohen Norden Deutschlands kommen auch noch Michel Sacher und Thom Nagy. Letzterer teilt sich die Turntables kollegial beim Back-to-Back mit der Baslerin Herzschwester. (miku)

24.6. Albani (Winterthur)

LOUDER THAN HELL

Sie haben keine Lust auf all diese neuen Gesichter im Musikbusiness? Dann sollten Sie ins Albani pilgern, denn dort wird die glorreiche Zeit des Heavy Metal und Hard Rock wiederbelebt und bis in die frühen Morgenstunden zu den altbekannten Tönen von Black Sabbath, Led Zeppelin und Gun’n’Roses getanzt und gefeiert. Und wenn schon Achtziger-Rock, dann bitte auch noch ein wenig Glam, darum wird auch genug haariger Rock von Twisted Sister (Bild) und KISS geliefert. Die Soundmischung ohne neumodischen Kram servieren uns die beiden DJs Diamond Skull & Danny Ramone. Lang lebe die Vergangenheit! (miku)


live! vvk: starticket.ch oder an der abendkasse (ohne gewähr).

montag 5.6.17 «ZKB Special»

POND

AUS

+ special guests: MYTHEL ETHEL (AUS) nsta

dienstag 6.6.17

THE BLACK ANGELS USA

24.6. Hirscheneck (Basel)

dienstag 11.7.17 «ZKB Special»

MAGIC THUGGIN 2

ALL THEM WITCHES

USA

Was mit Infidels bereits erprobt wurde, geht jetzt mit Magic Thuggin weiter. Drei nsta stadteigene DJs entfachen im Hirscheneck ein Inferno der elektronischen Musik. Ihre Mix-Künste sind in der Basler Club-Szene bereits berühmt; die aufstrebenden DJs Mafou und Mukuna kriegen noch jede Tanzfläche mit Trap und FutureMix-Tracks gefüllt. Unterstützung erhalten die beiden dabei von Shem El Sheikh. Als Live-Act mit dabei ist Zøla (im Bild) a.k.a Naim Mbundu – ebenfalls aus Basel, der mit seinen einzigartigen sphärischen Klangwelten und der warmen Stimme bereits die m4music-Jury überzeugen und den Urban-Preis an der diesjährigen Demotape Clinic abstauben konnte. (miku)

sonntag 6.8.17

THE AFGHAN WHIGS USA

montag 25.9.17 «ZKB Special»

MT. WOLF

UK

nsta

dienstag 26.9.17

30.6. Zukunft (Zürich)

MAXÏMO PARK

PHANTOM ISLAND

montag 30.10.17

MEETS MUSIC FROM MEMORY In der Zukunft hinter den Turntables steht diesmal Jamie Tiller (Bild). Der ursprüngliche Londoner ist ein echter Musikliebhaber; wenn er nicht gerade an eigenen Tracks bastelt, die von afrikanischem Proto-House bis zu japanischem 80s-Synth-Pop reichen, führt er mit zwei Freunden das Plattenlabel Music From Memory. Anders als andere Labelbetreiber machen sie nicht Jagd auf frische und junge Künstler, sondern auf unveröffentlichte und unterschätze Leckerbissen der elektronischen Musik und geben ihnen so eine zweite Chance. Als zweiter Gast am Pult ist Kejeblos. Bereits seit 10 Jahren treibt er sein Unwesen in der Zürcher Szene und noch jedes Mal wird man bei seinen DJ-Gigs überrascht; praktisch nie hat er dieselbe Vinyl im Gepäck. (miku)

UK

CABBAGE nsta

UK

freitag 17.11.17

MOUNT KIMBIE

UK

dienstag 21.11.17 «ZKB Special»

LITTLE DRAGON

SWE

nsta

samstag 25.11.17

FREDDIE GIBBS USA

montag 27.11.17

KLANGSTOF nsta

NL

mascotte.ch


Alle Infos auf www.openairgraenichen.ch

/openairgraenichen

www.pitfire.net

FREITAG 11. AUGUST 2017

BATTLE BEAST XANDRIA

SERENITY ∙ SONS OF SOUNDS SAMSTAG 12. AUGUST 2017

BONFIRE KISSIN’ DYNAMITE DREAMSHADE ∙ ALMANAC BLOODBOUND ∙ MISS RABBIT SONNTAG 13. AUGUST 2017

Photo by Jim Wright

Spirit of

SMOKIE ANNA ROSSINELLI

SANDEE ∙ BABA SHRIMPS BRUCE CRADLE BAND

11. - 13. AUGUST 2017 GOSSAU SG WALDEGG/WEHRSTR. rock-on.ch

7.7.2017 ZÜRICH KOMPLEX 457 TICK E T S UNTER TICK E T COR NER .CH UND AC T NE WS.CH BADRELIGION.COM


XAVIER WE TELL'EM SUMMERJAM RUDD & SAISONSTART #8 21.6. • AU

26.8.

22.–24.9.

ROCKABILLY FESTIVAL MIT RESTLESS UK, SPACE CADETS UK, UVM.

DISCO ENSEMBLE

DAMIAN LYNN

80S FOREVER 14.10.

5.10. • CANAL3 SOUNDCHECK

6.10. • FI

TROUBAS KATER 21.10.

4.11. • PLATTENTAUFE

HALUNKE

HALLOWEEN PARTY 28.10.

THE GARDENER AND THE TREE 17.11. THE BEAUTY OF GEMINA 23.11.

27.10. • DEEP PURPLE TRIBUTE

SHADES OF PURPLE

DADA ANTE PORTAS & THE SOULS 24.11.

NAZARETH 25.11. • UK

1.12. • US

POPA CHUBBY

PROGRAMM VORSCHAU

9.9. 30.9.

FLOH- & KOFFERMARKT 9.9. PARTYINSEL DELUXE BAD ASS ROMANCE 21.10. ONE NIGHT IN LONDON 10.11. HENÄ 16.12. BEST OF BRAVO HITS TIMELINE

KULTURFABRIK LYSS • WWW.KUFA.CH

HIGHLIGHTS 2017

KUFA-Inserat-Sommer-Rockstar-A6.indd 1

Don Letts, BBC

«An amazing trip»

20. – 23. Juli Pula, Kroatien

4 Tage Sonne, Strand, Konzerte, Workshops, Kunst, Parties und Bass Culture & Lifestyle.

Ska-Punk, Dub, Dancehall

Drum’n’Bass, Reggae Direktflug und Bus ab Zürich. Infos und Tickets: www.seasplash-festival.com

HIER GIBTS TICKETS:

UNTERSTÜTZT DURCH:

Gemeinde Lyss

26.05.17


FEIEREIEN DES MONATS

Beweisfotos von der

➤FANTASY BASEL FR 29.4. BIS 1.5.

Und das ist er, der Ort, an dem sich die VIPs der Fantasy Basel treffen. Mit VIPs meinen wir natürlich uns selbst. Auch unsere ehemaligen Praktikanten haben uns immer noch lieb (vermutlich, weil wir so ein hervorragender Arbeitgeber sind und niemals jemanden für Überstunden am Bürostuhl anketten würden, nein, never!) und helfen im Retro-Game-Corner aus. So auch Mirjam, die sich für die Fantasy in die Goth-Version von Alice im Wunderland verwandelt hat.

# 146

| JUNI 2017

Also gut, gleich vorneweg: Die Fantasy Basel war natürlich nicht gerade so eine Feiermeile, wie man es sonst von uns gewöhnt ist. Kein RCKSTR-Block-Gogo-Gedöns (dafür gibt’s das schon ab diesem Monat wieder – erster Termin: Greenfield!), keine Mexikaner-Saufgelage an der Thompson im Gonzo (ebenfalls in diesem Monat wieder, am 9. Juni!) und kein Fancy Footwork am Discoboden der BÜSI (hier halten wir uns noch bedeckt was Termine angeht, wie ein Magier in Rauchschwaden, der einen dramatischen Abgang plant. Oder Batman in Rauchschwaden. Ja, wie Batman, der ist cooler als Zauberer). Dafür gab’s bei unserem Retro-Game-Corner in der Messehalle was der Name verspricht: Retro Games ohne Ende, auf alten Konsolen und noch älteren Fernsehern. Die Beweisfotos von diesem Event sind derer nicht viele, was aber hauptsächlich daran lag, dass wir SO! VIEL! SPASS!! hatten und gar keine Zeit fanden, all den Fun auf Bild zu bannen. Darum hier die schlanke Spass-Version, bis wir Sie 2018 wieder an der Fantasy begrüssen können!

78

Praktikant Loris im Game-Fieber: Wenn Sie nächstes Jahr in den Highscores nur noch schlimme Wörter statt Namen finden, wissen Sie, wen Sie verdächtigen dürfen.

Festival-Crew-Mitglied und Fantasy-Basel-Beauftragte Yuki versucht hier wohl gerade zu eruieren, ob das Fräulein nun von «Star Wars» oder «Guardians of the Galaxy» redet, wenn sie wissen will, ob wir auch Figürchen vom «sprechenden Bär aus diesem einen Film» da haben.

Totoro, Vampire, Harry Potter und die Schlümpfe: RCKSTR verbindet ganze Universen.

Wie wir die neue Generation unserer Leser anfixen? Mit Videogames und zuckerhaltigen Getränken. Ganz nach dem Motto: Never change a winning team!

NÄCHSTE RCKSTR-PARTY 9.6.

Thompson, Gonzo (Zürich)

8. - 10.6. RCKSTR-Block, Greenfield (Interlaken) 23. - 25.6. RCKSTR-Block, Trucker & Country-Festival (Interlaken) 17. - 20.8. RCKSTR-Block, Open Air Gampel (Turtmann)


ST 2017 23. – 26. AUGU IR.CH WWW.ZURICHOPENA

MITTWOCH

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| MAC DEMA | FLUME LUNICE T CA E ER M CASH | PERFUME GENIUS SAM GELLAITRY |

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TS REIT | BIRDY | B.TRAI TE N A K Y A M EN N N A | INTERPOL CHARLOTTE DE WITTE

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DONNERSTAG

| DILLON FRANCIS CAR SEAT HEADREST | E KOOKS | JEANS FOR JESUS TH S ND IE FR LE CK FI | HTY OAKS | MARTIN JENSEN MIG

ZER MAJOR LAPEN DULUM LIVE SAMSTAG

SHALL | KLINGANDE MY GRAMMAR | METRONO

& WINSTON MAR ANNA KÄNZIG HVOB |

LONDON STELAR MODERAT | PAROV

| VON WEGEN LISBETH Y IG D O R P THE RE

AND MANY MO


Sündenmeile! Schandfleck! Sauf-Auflauf! Die Langstrasse ist vieles – aber vor allem interessant. Jeden Monat erzählen hier Menschen ihre Geschichte, die wir an der berüchtigten Zürcher Strasse getroffen haben.

YUNUS

- Mitarbeiter im Pirolino

Interview von Loris Gregorio & Michelle Kuhn

# 146

| JUNI 2017

Yunus, wie hast du den Weg an die Langstrasse gefunden? Oh, durch Bekannte. Ich bin Kurde, ich arbeite bei Kurden, wir sind ein Team, eine Familie. Man kennt sich untereinander.

80

Seit wann bist du in der Schweiz? Seit 32 Jahren. Ursprünglich bin ich technischer Zeichner, aber mit der Gastronomie habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. C

Du arbeitest auch in der Nacht? Nein, momentan arbeite ich nur tagsüber. Ausser im Sommer, da manchmal auch in der Nacht. Was waren deine Erlebnisse hier zu arbeiten? Typisch Langstrasse! Man erlebt sehr vieles, was Schlägereien oder Drogen anbelangt. Hast du ein spezielles Erlebnis, das du nie vergessen wirst? Einmal habe ich einen Schulkollegen von meiner Heimatstadt getroffen, den ich bestimmt 25 Jahre lang nicht gesehen habe. Zuerst war ich unsicher, ich bekam wirklich Gänsehaut. Dann ging ich zu ihm und wir haben uns einfach abgeklatscht, wir kannten uns sehr gut. Nicht im Traum hätte ich gedacht, dass wir uns hier treffen. Hattet ihr mal eine Schlägerei im Laden? Im Laden zum Glück nicht, es gibt schon Besoffene und Diebe, aber keine Schlägereien. Gibt es positives an der Langstrasse? Positives?! Natürlich, also erstens an der Langstrasse einen Betrieb zu haben, lohnt sich auf jeden Fall. Man kann hier eine Imbissbude eröffnen, auch wenn man keine Ahnung hat; es wird laufen! Ich habe in der Schweiz Koch gelernt – als zweite Ausbildung. Ich koche seit 28 Jahren und glaub mir, an der Langstrasse findest du drei oder vier gelernte Köche, alle anderen sind entweder Lastwagenfahrer oder sonst was, aber es läuft. Im Kreis 6 würden sie stolpern, weil sie von Gastronomie keine Ahnung haben. Aber wenn man betrunken oder alkoholisiert ist, isst man praktisch alles. Was ist deiner Meinung nach der grösste Unterschied zwischen Tag und Nacht an der Langstrasse? Tagsüber ist es viel angenehmer, die Nacht ist die Nacht, wie die dunkle Seite des Menschen. Aber auch dann gibt es positives. Viele lässige Menschen; Studenten, Künstler und so weiter. Aber die Menschen sind mit dem Alkohol auch oft anders.

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NEU mit

Mohn & Leinsamen!


GAST

PROMOGIRLS VON MIDI GOTTET

# 146

| JUNI 2017

Midi Go‫ּמ‬et ist Autor, Moderator, Unterhalter und ein Dri‫ּמ‬el des Trio Eden, die Hälﬞe von Go‫ּמ‬et & Landolt und ein Ganzes von Midi Go‫ּמ‬et.

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DES MONATS

Für An-, Er-, Auf- oder generelle Regungen, wenden Sie sich bi‫ּמ‬e direkt an den Autor per Mail an:

; go‫@ּמ‬rockstar.ch

«Schatz, ich geh’ mal kurz Zigaretten holen.»

M

achen eigentlich nur Raucher auf diese fiese Art und Weise Schluss? Das ist der letzte Satz, den viele Untröstliche von ihren Ex-Partnern gehört haben. Ein Klassiker. Okay, rauchen macht abhängig und ist eine jämmerliche Sucht. Darum trösten sich viele Verlassene damit, dass die Sucht des Partners wohl stärker war als die Liebe. Aber hey, was spricht dagegen, dass der Raucher mit einer Zigi im Mundwinkel und etwas Lungen-Krebs im Rucksack wieder zurückkommt und die Beziehung fröhlich weitergeht? Vielleicht, dass der verlassene Partner im Bett so spannend war wie eine Darm-Perforation im Endstadium? Jep, da könnte was dran sein. Nein, die Nikotin-Sucht alleine reicht nicht als Grund, dass jemand einfach nicht mehr wiederkommt. Etwas anders ist es, wenn der Partner sagt: «Schatz, ich geh’ mal kurz Heroin holen.» Dann ist die Chance, dass dieser Typ wieder zurück kommt kleiner als Donald Trumps Hände. Eigentlich kann man in dieser Situation die Zahnbürste des Partners gleich entsorgen und den Rest seiner Sachen auf die Strasse werfen, denn das ist der Ort wo er in den nächsten Monaten leben wird. In diesem Fall kann man wirklich davon sprechen, dass die Sucht stärker war als die Liebe. Aber nicht beim Kauf von Zigaretten. Nein, da muss man die Probleme schon eher bei sich selber suchen, oder beim Mundwasser, das seinen verdammten Job auf Teufel komm raus nicht erledigen mag. Nach der magischen 3-Monats-Grenze wird ja Mundgeruch bei 67% der befragten Pärchen als DER Trennungsgrund schlechthin genannt. Nochmals anders ist es, wenn einer beim Rausgehen sagt: «Schatz, ich geh’ mal kurz Milch holen.» Da kann man sicher sein, DER kommt garantiert wieder. Und, Grundgütiger, wenn auch dieser Mensch nicht zurückkommt; hey shit, ich meine, wenn man für einen Liter Milch verlassen wurde, dann hat man etwa so viel Talent eine Beziehung zu führen wie Charlie Sheen.

Portugal. The Man «Good to Times» wird das komPower the People! Portugal. mende heissen und die The ManAlbum waren so begeistert Mando-Diao-Jungs scheinen von unserem Magazin, dass die sie gutenvorZeiten jetzt zu fei-F uns ihremschon Gig im Bogen ern – mit als pasglatt nochdem umRCKSTR ein Interview sende Lektüre. gebeten haben. Das Das Interview Ergebnis gibt’s inGesprächs der nächsten Ausgabe! dieses lesen Sie im Herbst, wenn die Band erneut durch Züri tourt.

THEMEN IMTHEMEN NÄCHSTEN HEFT IM NÄCHSTEN HEFT W Das Wetter wird schön, Ihr Balkon siehtW aber immer noch scheisse aus? RCKSTR hilft.

Sommerfeeling aus Los Angeles: Unser Covergirl kommt W frisch ausm Pool! Im April fand die DemotapeClinic des m4music statt W – wir präsentieren die Gewinner.

Wir stellen Ihnen Sheer Mag vor – unsereWmusikalische Neuentdeckung des Monats. Die ersten Festivals stehen bevor

und bei uns gibt’s alle Infos dazu! W W

Wer wurde für den Swiss Live BBQ-Bash: Alles, was Ihnen zum Talents Award nominiert? Grillieren noch gefehlt Wir wissen es! hat – an einem Fleck. W

RCKSTR #145 #147 erscheint am 7. 5.MAI JULI 2017 2017 Mehr RCKSTR täglich auf unserer Website und im RCKSTR-Newsletter.

RCKSTR.ch


RCKSTR Mag. #146 | Juni 17  

Augen zu. Kopf frei. Einmal durchatmen. Wo sind sie? Richtig, draussen an der frischen Luft. Hier scheint die Sonne, im Hintergrund hören Si...

RCKSTR Mag. #146 | Juni 17  

Augen zu. Kopf frei. Einmal durchatmen. Wo sind sie? Richtig, draussen an der frischen Luft. Hier scheint die Sonne, im Hintergrund hören Si...

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