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11/12. 2011

Musiktheater-Premiere Die lustige Witwe Schauspiel-Premiere Emilia Galotti Weihnachtsmärchen Uraufführung Ayana Rabenschwester Konzerte 2. Sinfoniekonzert „Titan“

Das Magazin des Mainfranken Theaters Würzburg


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Liebes Publikum, der Philosoph Friedrich Nietzsche vertrat die Ansicht von der „Wiederkehr des Ewiggleichen“: im Grunde wiederholt sich die Geschichte des Menschen in allen Belangen, sei es sozial, kulturell, politisch oder zivilisatorisch. Man mag dies als einen naiven Determinismus abtun. Mitnichten ist dies aber bei Nietzsche der Fall, im Gegenteil. Als Altphilologe war er historisch mehr als gebildet, so dass dieser Gedanke nicht bedeuten mag, dass somit der Einzelne aus der Verant­ wortung entlassen, gar befreit sei. Hellsichtig und melancho­ lisch erkennt man sein Schicksal als einen Mythos; den man annehmen mag oder nicht, oder wie es in der „Fledermaus“ von Johann Strauss heißt: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“. In Lehárs „Lustiger Witwe“, neben der „Fledermaus“ wohl die andere klassische Operette, ist dieses Bewusstsein noch weiter, wenn nicht, dekadenter geworden: Staatsbankrott, Wirtschaftskrise, geordnete Insolvenz einer Nation, korrupte Politiker, ausschweifende Partys – so schildert es das Libretto vor gut einhundert Jahren. Dass man da nicht schwermütig wird, liegt sicher an Lehárs hinreißender und erotischer Musik, am Mainfranken Theater Würzburg aber auch an der ebenso ironischen wie respekt­ losen Inszenierung, die zu Ihrem Amusement ab dem 12. November auf dem Spielplan steht: „Oh Vaterland du machst bei Tag, mir schon genügend Müh’ und Plag!“, in diesem Sinne grüßt Sie Ihr Hermann Schneider

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Inhalt

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06 Leute, Leute Alles, was die (Theater-) Welt bewegt

08 Musiktheater „L‘Africaine“ („Die Afrikanerin – Vasco de Gama“) 09

11

09 Musiktheater Premiere: „Die lustige Witwe“ 11 Musiktheater „Oper am Klavier“ 12 Schauspiel Premiere: „Emilia Galotti“

12

14 Schauspiel WA-Premiere: „Deutschland. Ein Wintermärchen“ Afrikanisches Erzähltheater 15 Schauspiel Symposium zu „Les funérailles du désert“ 16 Kinder- und Jugendtheater Uraufführung: „Ayana Rabenschwester“

14

17 Kinder- und Jugendtheater 3. Kinder- und Jugendtheatertag: „Von Heldinnen und Prinzen“ 18 zanni spezial Miniabos

16

17

19 Konzerte 3. Kammerkonzert Jahreswechselkonzert 20 Konzerte 2. Sinfoniekonzert „Titan“ 23 Rosenkavaliere 24 Spielplan / Impressum

19

20

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Gastspiele flammabis Musiktage Gedenkveranstaltung zum 9. November Die Galaxie im Lungenflügel Heut‘ gehen wir morgen erst ins Bett

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Christine Johner

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Davidsbündler Tänze

A.D. Impressionen

Leute, Leute! Christine Johner wechselt nach Karlsruhe

Gastspiel der Ballett­compagnie im Tanzspeicher

„Heimat und Fremde“ ist das Motto unserer diesjährigen Spielzeit. Wiewohl Christine Johner nach gut sechs Spielzeiten als Leite­ rin der Kommunikation im Bereich Kommu­ nikation/Marketing in ihre badische Heimat zurückkehrt, so ist sie doch sehr schnell in der für sie fränkischen Fremde heimisch ge­ worden. Als Leiterin der Öffentlichkeitsar­ beit und Pressesprecherin war sie sozusagen das Gesicht des Mainfranken Theaters Würz­ burg. Mit fränkischer Beharrlichkeit und ba­ dischem Charme hat sie ein Netzwerk in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeit auf­ gebaut, das seinen sichtbaren Niederschlag etwa in unserem Internetauftritt mit vielen Multi- und Social-Media-Optionen hat. Be­ sonders herauszuheben ist aber das Relaunch unserer Theaterzeitung, die als „zanni“ un­ ter ihrer Chefredaktion ein ebenso anspre­ chendes wie qualitätvolles Medium unserer Theaterarbeit geworden ist. Daneben war sie Initiatorin von „Literatur in den Häusern der Stadt“. Von September 2010 bis Janu­ ar 2011 war sie zur Weiterbildung in San Francisco, California/USA, wo sie mit dem Philharmonia Baroque Orchestra, dem füh­ renden Barockorchester der amerikanischen Westküste, im Management bei Peter Past­ reich arbeitete. Ab November dieser Spiel­ zeit wechselt Chris­tine Johner als Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing an das Badische Staatstheater Karlsruhe.

Im November ist die Ballettcompagnie des Mainfranken Theaters Würzburg zu Gast im Tanzspeicher Würzburg. Die Kooperation – entstanden beim Tanzfestival im Juli 2011 – soll die Tanzschaffenden von Würzburg zu­ sammenführen und vernetzen.

Wir wünschen Frau Johner für ihre neue Aufgabe alles Gute und viel Erfolg.

Davidsbündler Tänze Ballett von Anna Vita  15. u. 16.11. 2011, 20 Uhr, Tanzspeicher

A.D. Impressionen Ballett von Ivan Alboresi  15. u. 16.11. 2011, 20 Uhr, Tanzspeicher Als Mittelpunkt seines Balletts wählt Albo­ resi die vibrierenden, vor Leben sprudeln­ den Bahnhöfe, die den bekennenden Eisen­ bahn-Liebhaber Dvorˇák so begeisterten und an denen er auch außerhalb seiner Reisen viel Zeit verbrachte. Sie sind Orte der Be­ gegnung, ob zufällig oder geplant, in Streit oder Liebe und voller Sehnsucht. Neue Le­ ben und Wege beginnen und alte enden in diesen „Kathedralen der Moderne“.

„Davidsbündler Tänze“ ist ein sehr sensibles Klavierwerk Robert Schumanns. Florestan und Eusebius spielen eine wichtige Rolle in diesem Stück. Die beiden Charak­tere sym­ bolisieren eine Doppelrolle in dem fiktiven Davidsbund. Florestan ist darin der „brau­ sende übermütige Sturmläufer“. Eusebius bietet dazu den Gegenpol als „der sanfte Jüngling“, der sich stets bescheiden im Hin­ tergrund hält.

Den Kompositionen Dvorˇáks stellt der Choreograf Klänge von Wilfried Hiller ge­ genüber, die gleichsam der modernen Welt eine Stimme verleihen. Ivan Alboresis Cho­ reografie spannt mit Hilfe der Figur Anna Dvorˇáks, der Ehefrau des Komponisten, als Wandlerin zwischen den Welten, einen Bogen von romantischer Sehnsucht zur großstädtischen Kälte der Moderne.

Anna Vita nutzt die Gegensätze, zeigt wie sie einander brauchen, um sich am Ende zu vereinen.

Musik: Antonín Dvorˇák (1841 – 1904) „Miniaturen“ Op. 75a, „Terzett“ Op. 74, Wilfried Hiller (*1941) „Theresa tanzt auf dem roten Planeten“

Musik nach dem gleichnamigen Werk von Robert Schumann Choreografie: Anna Vita Klavier: Sandra Brune Mit: Eun Kyung Chung, Aleksey Zagorulko

Choreografie: Ivan Alboresi Mit: Abilio da Conceicao Santos, Alboresi, Cavalcante, Chung, van der Helm, Hopkins, Ionkina, Matthiessen, Nakanome, Samos, Silvey, Wahlen, Zagorulko


Hermann Schneider

Annelies Maier

Theaterpreis 2011

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Hermann Schneider in der französischen Opernintendantengruppe

Annelies Maier Mit sechs Intendanten und fünf General­ musikdirektoren hat sie gearbeitet, nun ver­ abschiedete sich Annelies Maier, Sopranis­ tin im Opernchor des Mainfranken Theaters Würzburg, in den wohlverdienten Ruhestand. Um ihren Traum von einer professionellen Sängerkarriere zu verwirklichen, finanzierte sich die gelernte Großhandelskauffrau Ende der 60er Jahre ihr privates Gesangsstudium in München unter anderem als Nachrichten­ betriebshelferin beim Bayerischen Rundfunk.

Seit dieser Spielzeit ist Hermann Schneider Mitglied der „Chambre Professionnelle des Directeurs D’Opéra“ (CPDO). Diese stän­ dige Konferenz der französischen Opernin­ tendanten besteht seit 1932 und ist der In­ tendantengruppe des Deutschen Bühnenver­ eins vergleichbar. Ausländische Intendanten/ Operndirektoren können nur durch Vor­ schlag als Mitglieder aufgenommen wer­ 1979 wechselte sie vom Theater Oberhau­ den; so sind außerhalb Frankreichs etwa die sen an den Main ans damalige Stadttheater Staatsoper Wien, das Grand Théâtre Genève, Würzburg. Ihrem Wunsch, wieder weiter im das Teatro Liceu Barcelona oder das La Feni­ Süden zu sein und ihrer Leidenschaft für die ce Venezia ebenfalls Mitglieder dieser Insti­ sogenannte „Große Oper“ kam das Würz­ tution. In der Jahrestagung der CPDO Ende burger Engagement sehr entgegen. Ihre September in Paris konnte Hermann Schnei­ erste Produktion war Verdis „Macbeth“, der mit seinen Kollegen aus Strasbourg, und vor allem unter den GMDs Maurer und Marc Clemeur, und Erfurt, Guy Montavon, Seers folgten so gut wie alle weiteren nam­ vom Erfolg der eigenen Meyerbeer-Produk­ haften Verdiopern. Besonders im Gedächtnis tion berichten. Ebenfalls wurden u.a. erste ist ihr der erste „Rosenkavalier“ ihrer Karrie­ Gespräche über mögliche internationale re geblieben, den sie gemeinsam mit Wal­ Kooperationen – etwa auch mit der Würz­ traud Meier als Oktavian singen durfte. Aber burger Partnerstadt Caen geführt. auch „Der fliegende Holländer“, 2002 das Regiedebüt von Katharina Wagner, war ein unvergessliches Erlebnis. Dass sie sich nun Maria Vogt, festes Ensemblemitglied in der ausgerechnet mit der Würzburger Erstauf­ Sparte Schauspiel von 2005 bis 2010, wurde führung von Wag­ners „Parsifal“ aus ihrem mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Traumberuf verabschieden durfte, war ein Sparte Darstellende Kunst ausgezeichnet. weiterer Glücksfall. Bereits im Jahr 2007 war ihr vom TheaterKünftig wird die frischgebackene Ruheständ­ und Orchesterförderverein der Förderpreis lerin mehr Zeit für ihren kleinen Enkel haben, verliehen worden. Maria Vogt begeisterte in das Singen im Kirchenchor von St. Adalbero Würzburg unter anderem als Rinja im Musical weiter pflegen und natürlich jede Menge „Goscior“, als Margret in „Die Katze auf dem Vorstellungen im Mainfranken Theater Würz­ heißen Blechdach“ und als Leone in „Der burg besuchen. Kampf des Negers und der Hunde“.

Maria Vogt ausgezeichnet

Vorschläge für den Theaterpreis 2011 Auch in diesem Jahr verleiht der Verein zur Förderung des Mainfranken Theaters Würz­ burg und des Philharmonischen Orchesters Würzburg e. V. den Theaterpreis Würzburg. Mit dem Preis soll eine Künstlerin oder ein Künstler ausgezeichnet werden, die oder der sich in ihrem/seinem bisherigen Wirken am Mainfranken Theater durch exzellente künst­ lerische Leistungen ausgezeichnet hat. Preis­ träger können Mitglieder des Mainfranken Theaters aus allen Sparten werden. Der Preis­ träger oder die Preisträgerin muss derzeit dem Mainfranken Theater Würzburg ange­ hören und auch bereits in der vorangegan­ genen Spielzeit am Haus engagiert gewe­ sen sein. Der Preis ist mit 3000,– Euro dotiert und wird von der Sparkasse Mainfranken Würz­ burg gestiftet. Alle interessierten Theaterfreunde sind auf­ gerufen, Nominierungsvorschläge bis zum 1. Dezember 2011 schriftlich an den Thea­ ter- und Orchesterförderverein e. V. (Verein zur Förderung des Mainfranken Theaters und des Philharmonischen Orchesters Würzburg, Herrn Bruno Forster, Steinlein 19, 97078 Würzburg), per Mail Foerderverein@Theater­ Wuerzburg.de oder an der Theaterkasse ab­ zugeben. Die Bekanntgabe der Preisträgerin oder des Preisträgers und die Überreichung des Preises erfolgt im Rahmen des „Jahreswechselkon­ zerts“ am 30. Dezember 2011 im Mainfran­ ken Theater Würzburg.


Musiktheater: „L‘Africaine“ („Die Afrikanerin – Vasco de Gama“)

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Szene mit Karen Leiber und Adam Kim

Foto: Falk von Traubenberg


Musiktheater: „Die lustige Witwe“

Premiere: 12. November 2011, Großes Haus

Team: Sanguineti, Weber, Kempf, Blitt

Text: Christoph Blitt

Von armen und von lustigen Witwen Ab 12. November: Die Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár

„Er sah aber auf und schaute die Reichen, wie sie ihre Opfer einlegten in den Gotteskasten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein. Und er sprach: ,Wahrlich ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr denn sie alle eingelegt. Denn diese alle haben aus ihrem Überfluss eingelegt zu dem Opfer Gottes; sie aber hat von ihrer Armut alle ihre Nahrung, die sie hatte, eingelegt.‘“ Diese Geschichte erzählt bekanntlich Lukas im 21. Kapitel seines Evangeli­ ums im Neuen Testament. Es ist ein ein­ drücklicher Appell, die „milden“ Gaben vermögender Menschen auf den Prüf­ stand zu stellen: Ist es ihnen ernst mit ihren Spenden und ihrer Wohltätigkeit oder wollen sie vielleicht gar nur mit einem Alibibetrag ihr Gewissen reinwaschen? Kritisch zu hin­ terfragen gilt es diesen Text jedoch in Hinblick auf das Bild, das er von der armen Witwe vermittelt. Dass diese trotz ihrer anscheinend miserablen finanziellen Situation mit ihrem Opfer an die Leute denkt, denen es noch schlechter als ihr geht, ist ein bewundernswerter Zug. Doch suggeriert der Evangelist nicht auch hiermit, dass eine Witwe kein Geld oder Vermögen mehr benötigt? Und steckt hinter einer solchen Überlegung nicht der Ge­ danke, dass eine Frau, deren Mann verstorben ist, im Grunde nur noch darauf zu warten hat, bis sie dem Gatten in den Tod nachfol­ gen kann? Immerhin scheint das Christentum hier noch weniger ra­ dikal zu sein als andere Religionen. So verlangten – zum Teil bis in die Gegenwart hinein – bestimmte indische Religionsgemeinschaften, dass die Ehefrauen bei Tod des Mannes mit diesem verbrannt wer­ den.

valentes Spektrum von Unterdrückung und Unterordnung bis zu Freiheit und gegenseitigem Respekt reichen kann, zu definieren und zu leben. Stirbt jedoch der Mann, fällt der Gesellschaft die Auf­ gabe zu, sich zu der Witwe zu verhal­ ten. Und je nach Stand, den die Emanzi­ pation der Frau in dem entsprechenden Sozialgefüge erlangt hat, werden auch der Umgang und die Erwartungen, die man an das Verhalten einer Verwitwe­ ten stellt, ausfallen. Geht man etwa davon aus, dass sie sich weiter einem patriarchalischen Druck beugt und mit dem Tod des Mannes je­ der Freude entsagt, nur noch Schwarz trägt und bis zu ihrem Tod die bislang dem Gatten vorbehaltene Hälfte des Ehebetts unberührt lässt? Oder hat sie die Freiheit, ein selbstbestimmtes Dasein zu führen?

All das natürlich immer unter der Prämisse, dass sich die Trauer den Raum im Leben der Hinterbliebenen nimmt, den sie braucht. So mag jede Witwe auch die Tiefe und Tragik der Lücke, die der Tod des Mannes hinterlassen hat, anders erfahren und anders bewälti­ gen. Dementsprechend steht es im Grunde auch keiner Gesellschaft zu, einem trauernden Menschen Regeln oder gar Vorschriften aufzu­ erlegen, wie er den Verlust eines geliebten Menschen zu bewältigen hat. Will sagen: Es ist genau so repressiv, von einer Witwe zu verlan­ gen, den Rest ihres Lebens in Sack und Asche zu gehen, obwohl es sie zurück ins Leben drängt, wie es in einer freien und emanzipierten Gesellschaft niemandem zusteht, einer allein gelassenen Frau zu sug­ gerieren, sie müsse ab einem gewissen Zeitpunkt ihre Trauer hintan­ stellen und sich der Welt wieder zuwenden. Auch in der Begegnung und dem Umgang mit Witwen gilt also Rosa Luxemburgs Maxime, Mit anderen Worten: Am Umgang mit den Witwen erkennt man be­ dass „die Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden“ ist: sonders deutlich, welches Frauenbild eine Gesellschaft eigentlich hat. Möge es sich hierbei um Frauen handeln, für die nach dem Tod des geliebten Mannes die Uhren still zu stehen scheinen oder um lustige Denn die Ehe überlässt die Definition des Verhältnisses von Mann Witwen, die Spaß daran haben, das Vermögen des Dahingegange­ und Frau dem intimen und privaten Rahmen der Familie. Hier liegt nen durchzubringen. es an den beiden Gatten selbst, eine Rollenverteilung, deren ambi­

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Musiktheater: „Oper am Klavier“: Giacomo Meyerbeer: „Dinorah“

2. Dezember 2011, Kammerspiele

Mit: Anja Gutgesell, Joshua Whitener, Alexis Agrafiotis, Christoph Blitt u. a.

Text: Christoph Blitt Foto: iStockphoto.com

Manege frei! Tiere auf der Opernbühne – aus der neuen Reihe „Oper am Klavier“

„Wir lieben Opern mit Tieren“ – so heißt es schon in Loriots Sketch „An der Opernkasse“. Überblickt man das Musiktheaterrepertoire, haben dabei Tierfreunde sehr wohl gute Aussichten, auf ihre Kosten zu kommen. Man denke etwa an Wolfgang Amadé Mozarts „Die Zauberflöte“, die gleich eine ganze Menagerie auf die Bühne bringt: Das Spektrum reicht hier von einer Schlange über diverse Vögel bis hin zu Löwen. Auch Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ wartet mit manchem Getier auf: Da gibt es gleich zwei Drachen, eine Kröte, mindestens ein stolzes Ross oder zwei Raben. Ganz ab­ gesehen davon, dass Wagner eh ein großer Tierfreund war. So war er bekennender Vegetarier und Herrchen eines Hundes. Kein Wun­ der, dass auch in seinen anderen Opern manches Tier einen großen Auftritt hat. Erinnert sei hier nur an die Taube in „Parsifal“ und natürlich an den Schwan in „Lohengrin“. Manchmal sind es auch Regisseure und Ausstatter, die einer Inszenierung mit Tieren einen zusätzlichen zirzensisch-theatralen Reiz verleihen möchten. Mit das Spektakulärste, weil Größte und Schwergewichtigste, in diesem Zusammenhang stellen zweifelsohne Elefanten auf der Bühne dar. Manche pomphafte Freiluftproduktion von Verdis Ägyptenoper „Aida“ greift gerne auf diese Dickhäuter zurück. Historisch und bio­ logisch gesehen ist das freilich nicht korrekt, denn Elefanten galten im ägyptischen Einflussgebiet zur Blütezeit der Pharaonenherrscher bereits als ausgestorben. Bei all diesem tierischen Personal bleibt freilich immer die Frage zu stellen, inwieweit die Fauna lediglich schmückendes Beiwerk ist oder essentiell zur Werkgestalt und Dramaturgie der jeweiligen Oper dazu gehört. In vielen Fällen trifft sicherlich die erste Aussage zu. Lebende Tiere – egal ob Papagei, Hund, Pferd oder eben Elefant – bringen immer einen zirzensischen Aspekt in eine Theateraufführung ein, weil ihnen trotz aller Dressur und Erziehung immer etwas Unbere­ chenbar-Animalisches anhaftet.

war ihr Bräutigam verschwunden. Man erzählte ihr fälschlicherweise, er sei mit einer anderen Frau weggegangen. Dinorah verfiel darauf­ hin dem Wahnsinn. Seit dieser Zeit irrt sie nur in Begleitung ihrer Ziege Bellah durch die Gegend, immer im Glauben, dass ihre Heirat unmittelbar bevorstehe. Nach einem Jahr ist Hoël nun reif genug, den magischen Schatz in einer verfluchten Schlucht zu bergen. Die Prophezeiung besagt, dass es eine Ziege ist, die einem den Weg zu den Reichtümern weist. Und tatsächlich läuft Dinorah ihre Ziege da­ von und taucht am Eingang der Schlucht auf. Dinorah läuft ihr auch dann noch hinterher, als Bellah einen schmalen Baum, der quer über der Schlucht liegt, überquert. Dinorah stürzt in die Tiefe, doch Hoël vermag sie zu retten. Ist vielleicht Dinorah der Schatz, den er suchte?

Es gibt aber auch Opern, in denen das Tier entscheidende Impulse für die Handlung liefert. Zu diesen Werken gehört zweifelsohne Es ist eine raffiniert konstruierte, spannende Geschichte, die von den Giacomo Meyerbeers Opéra-comique „Dinorah“. Hier ist es eine Gefahren des Aberglaubens und dem Glück, die Liebe seines Lebens kleine weiße Ziege, die durch dieses letzte vollendete Werk Meyer­ beers wandert. Diese Opéra-comique erzählt die Geschichte von der zu finden, kündet. Als Wegweiser fungiert dabei die kleine unschul­ dige weiße Ziege. Meyerbeer zog in dieser Oper quasi die Summe bretonischen Ziegenhirtin Dinorah. An dem Tag, als die Waise ihren seines bisherigen Könnens und Schaffens. Er wählte dafür nicht wie Freund Hoël heiraten sollte, brach ein Gewitter über den Hochzeits­ meistens bisher die opulente Präsentationsform der so genannten zug herein. Ein Blitz zerstörte Dinorahs Hütte und damit ihr ganzes Hab und Gut. Sie fiel in Ohnmacht. Hoël erlag unterdessen den Ein­ „Großen Oper“, sondern den intimen Rahmen einer Opéra-comique. So lautet die Bezeichnung der leicht gewichtigeren französischen flüsterungen eines Alten aus dem Dorf. Der wollte ihm den Weg Dialogoper. Beste Voraussetzungen also, dieses Werk als Auftakt der zu einem Schatz zeigen. Um diesen zu gewinnen, muss man jedoch ein Jahr lang fernab aller Zivilisation in der Wildnis leben. Hoël brach neu initiierten Reihe „Oper am Klavier“ in Ausschnitten in den Kam­ sofort mit dem Alten auf. Als Dinorah aus ihrer Ohnmacht erwachte, merspielen des Mainfranken Theaters Würzburg zu präsentieren.

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Schauspiel: „Emilia Galotti“

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Premiere: 10. Dezember 2011, Kammerspiele

Team: Zacek, Kasparek, Kempf, Becker

Text: Mona Becker

Die Heilige und die Hure... In Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“ begegnet man drei Frauen – Emilia, unschuldig und jung, ihrer ehrgeizigen Mutter Claudia und der liebeskranken Gräfin Orsina. Einziger gemeinsa­ mer Nenner dieser drei so unterschiedlichen Charaktere: Sie sind Frauen. Immer wieder findet man in der Literatur vergangener Jahrhun­ derte die Gegenüberstellung der jungen Unschuld mit der bereits sexuell komprimierten, älteren Frau – seien es Luise Millerin und Lady Milford in Schillers „Kabale und Liebe“, Kassandra und Kly­ taimestra in Aischylos’ „Orestie“ oder Jane Eyre und die verrückte Ehefrau auf dem Dachboden in Charlotte Brontës viktorianischem Roman – und häufig steht am Ende der Ge­ schichte der Tod einer dieser Frauen.

Damit wird die Frau zum Besitz des Mannes. Sie ist nicht nur ma­ teriell sein Eigentum, sondern er ist auch frei in seiner Imagination, was ihre Rolle in der Gesellschaft angeht – oder eben in der Litera­ tur. So wird sie aber auch zum Symbol für etwas, das die Männer vor allem hochhalten und geschützt wissen wollen: ihre Ehre und ihren Ruf. Die Unversehrtheit der Tochter, Schwester oder Ehefrau dient damit auch als Garant für die Ehrbarkeit desjenigen Mannes, der diese Frau ‚besitzt’. Die männliche Imagination der reinen Frau wird also ein Leitbild, nach dem Frauen leben müssen, um die Laut­ barkeit ihrer Familie und des pater familias bestätigen zu können.

Dass dies eine Erwartungshaltung ist, an der man durchaus zerbre­ chen kann, zeigt sich in „Emilia Galotti“. Die junge Frau findet sich wieder als Spielball zwischen ihrem Eine Rose gebrochen, moralisch-strengen Vater, der sie schützen und ihre ehe der Sturm sie entblättert. Unschuld bewahren möchte, und dem Prinzen, der Lassen Sie mich sie küssen, eben diesen unschuldigen Körper begehrt.

An diesem Dualismus reiben sich schreibende und lesende Frauen immer wieder auf. 1931 beschreibt Virginia Woolf, dass es eine ihrer diese väterliche Hand. In ihrem Bemühen, die väterlichen Erwartungen schwersten Aufgaben als Autorin war, sich zu erfüllen und die Imagination der „puren“ Un­ vom Geist der viktorianischen Rechtschaf­ Gotthold Ephraim Lessing, schuld aufrecht zu erhalten, ist Emilia zu den größ­ fenheit zu befreien: Sie nannte es „killing the „Emilia Galotti“ ten Opfern bereit. Letzten Endes bietet sie sogar Angel in the House“1. Nur dadurch konnte sie sich von dem Idealbild männlicher Autoren lösen und schreiben. an, ihr Leben für den Ehrbegriff des Vaters zu opfern. Als Odoardo Woolf beschreibt hier die Schwierigkeit, sich von der internalisier­ erfährt, dass seine Tochter sich umbringen möchte, ist er entsetzt – ten Vorstellung zu trennen, dass eine Frau nur gut (also: rein) oder schließlich ist der Selbstmord nach christlichem Gesetz ein schreck­ schlecht sein könne. liches Verbrechen. In den 1970er Jahren greifen Feministinnen dieses Gedanken­ spiel auf. 1979 beschreiben Sandra M. Gilbert und Susan Gubar den Konflikt, den dieses binäre Frauenbild in der Literatur aufwirft: Wenn es nur die Gute und die Böse gibt, sind sie nicht, statt zweier Gegensätze, viel eher einander ergänzende Teile eines ganzen Komplexes? Am Beispiel von Schneewittchen und ihrer Stiefmutter stellen die Autorinnen die Frage, ob diese Figuren nicht ein Selbst und ein Alter Ego sind, zerrissen von den Erwartungen, die an sie als Frauen gestellt werden.2

Sandra M. Gilberts und Susan Gubars Analyse der Geschlechterbe­ ziehungen in der Literatur bietet allerdings noch eine weitere Erklä­ rung für sein Entsetzen: Der Besitz des Mannes über den weiblichen Körper ist absolut. Der Selbstmord einer Frauengestalt in der Lite­ ratur ist also ein Akt der Eigenständigkeit, der eigenen Verfügung über den Körper, der nicht gestattet werden darf. So gesehen ist Emilias Wunsch nach dem Selbstmord ein letztes Aufbäumen, ein Versuch des Widerstandes und auch ein Versuch, über den eigenen Körper, jenseits der Besitzansprüche von Vater und Prinz, selbst zu bestimmen.

Eine dieser Erwartungshaltungen an Frauen ist die totale Unterwer­ fung gegenüber dem männlichen Geschlecht. Adolph von Knigge Sie gibt jedoch den Vorhaltungen des Vaters gegen ihren Selbst­ schreibt 1788: mord nach und, mit ihrem Einverständnis, ersticht Odoardo sein Ein Mädgen, (…) bleibt immer dem Gesetze der Natur unterworeigenes Kind. Mit dieser finalen Entscheidung akzeptiert Emilia fen, das (…) ein Frauenzimmer anweiset, ihren Mann für ihren Galotti endgültig die väterliche Gewalt und unterwirft sich letztend­ Herrn zu erkennen.3 lich völlig der männlichen Autorität.

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Virginia Woolf, „Professions for Women“ (1931) in, Virginia Woolf, Women and Writing, Hrsg. Von Michele Barrett, Orlando, 1980, S. 57ff Sandra M. Gilbert und Susan Gubar, The Madwoman in the Attic – The Woman Writer and the Nineteenth-Century Literary Imagination, Yale, 1979 Adolph von Knigge, „Gewöhnung zur Unterwürfigkeit“ (1788) in, Frauenleben im 18. Jahrhundert, Hrsg. von Andrea von Dülmen, München, Leipzig und Weimar, 1992, S. 139


Schauspiel: „Emilia Galotti“

Fotomontage: Uli Spitznagel

Fotos: Falk von Traubenberg

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Schauspiel: „Deutschland. Ein Wintermärchen“

WA-Premiere: 10. November 2011, Kammerspiele

Schauspiel: „Histoire – Raconte!“

17. und 22. Dezember 2011, Kammerspiele

Erzähltraditionen in Europa und Afrika „Deutschland. Ein Wintermärchen“

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Harry Heine erlebt schon als kleiner Junge, was es heißt, um 1800 Jude in Deutschland zu sein. Er erlebt die befreienden Gedanken der französischen Liberté und den anschließenden Rückfall in Kleinstaatentum, Zensur und Spießigkeit. Um promovieren zu können, muss er konvertieren, nennt sich fortan Heinrich, scheitert als Geschäftsmann, langweilt sich als Jurist und duelliert sich dutzendfach als Liebhaber. Als Schriftsteller wird er bejubelt, verehrt und bald verboten, sogar steckbrieflich gesucht. Er flieht nach Paris und kommt nur noch zweimal zurück: der Tantiemen und der Mutter wegen. Von diesen Reisen berichtet er mit scharf gestelltem Blick, geschliffenen Worten und einer Lyrik, die seine geliebte Mutter, die deutsche Sprache, in unerhörte Sphären führt.

Das Then-Quartett (Foto: Nico Manger) und „Les funérailles du désert“ (Foto: Falk von Traubenberg)

Das Then-Quartett, allen voran Bernhard Stengele, folgt ihm. Von Aachen über Köln, Mühlheim, Minden und Hannover führt der Weg nach Hamburg. Unterwegs treffen die Reisenden den guten alten Vater Rhein, den im Kyffhäuser schlummernden Kaiser Barbarossa, freuen sich auf heimisches Sauerkraut und deutsche Federbetten. Sie sprechen und singen von diesem törichten Sehnen, das Vaterlandsliebe genannt wird. Heine ist Heimat.

Histoire – Raconte! Afrikanisches Erzähltheater mit Bernhard Stengele und Mitgliedern des Ensembles „Les funérailles du désert“ Ursprünglich wurde Literatur in afrikanischen Sprachen nicht geschrieben, sondern es bestand eine Tradition der mündlichen Literatur, die in Verbindung mit Musik, Tanz und Gesang vorgetragen wurde. Eine Erfassung dieser Literatur ist bisher kaum geschehen. Diese erzählerischen Darbietungen, die zur Unterhaltung der Erwachsenen und teilweise zur Instruktion von Kindern dienen, werden sowohl innerhalb des Familienverbandes als auch öffentlich im Programm professioneller Geschichtenerzähler gezeigt. Anschließend an den großen Erfolg des Erzähltheaters am Theaterfest 2011 werden burkinische und deutsche Darsteller gemeinsam Märchen und Geschichten aus Afrika und Europa erzählen. Dabei wird die Grundlage des traditionellen westafrikanischen Erzählens um die Dimension der Übersetzung erweitert. Auf Französisch und Deutsch, mit Gesang und Musik wird so ein Abend der ganz besonderen Begegnung geboten.

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Schauspiel: Symposium zu „Les funérailles du désert“

13. November 2011, 11 – 17 Uhr Oberes Foyer

Foto: Petra Paschinger

Text: Mona Becker

Theater machen in West-Afrika Begleit-Symposium zu „Les funérailles du désert“

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Am 13. November 2011 wird im Oberen Foyer des Mainfranken Theaters Würzburg eine Tagung stattfinden, welche die Unterschiede und Ähnlichkeiten des Theaterschaffens in Burkina Faso und Deutschland untersucht. Im Zusammenhang mit der Koproduktion „Les funérailles du désert“ lädt das Mainfranken Theater Würzburg herzlich dazu ein, sich zwischen 10 und 17 Uhr über die Produktion und die unterschiedlichen Theaterkulturen, die darin zum Tragen kommen, zu informieren. Worin unterscheidet sich das Theatermachen in Burkina Faso / Westafrika von dem in Deutschland / Europa? Wie sehr reagiert Theater auf sein soziales und politisches Umfeld, wie sehr ist es umgekehrt aber auch von einer bestimmten kulturellen Tradition geprägt? Und was passiert, wenn unterschiedliche Theatertraditionen aufeinandertreffen? Wie ist ein kultureller Austausch möglich, und was bringen internationale Kooperationen überhaupt? Diesen Fragen gehen Experten aus Theorie und Praxis nach. Theaterwissenschaftler und Akademiker werden ebenso zu Wort kommen wie europäische Theatermacher, die in Westafrika arbeiten, und afrikanische Theatermacher, die ihren Blick auf die nationalen und internationalen Entwicklungen im Theaterbereich mitteilen werden. Unter anderem wird der Theaterwissenschaftler und administratorische Leiter des C.I.T.O., Martin Zongo, als Vertreter des Würzburger Partnertheaters über die Geschichte und aktuelle Situation des Theaters in Burkina Faso sprechen. Schauspieldirektor Bernhard Stengele und Projektleiterin Petra Paschinger geben Einblick in die Hintergründe und Schwerpunkte der Arbeit an „Les funérailles du

Das C.I.T.O. Theater in Ouagadougou, Burkina Faso

désert“. Ebenfalls geladen ist Rolf C. Hemke, Dramaturg des Theaters an der Ruhr und Spezialist für afrikanisches Theater und der Direktor des Instituts für Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Christopher Balme. Das genaue Tagungsprogramm und die Liste der weiteren Vortragenden entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Programmfolder, der zeitnah im Mainfranken Theater Würzburg ausliegen wird.

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Kinder- und Jugendtheater: „Ayana Rabenschwester“

Uraufführung: 20. November 2011, Großes Haus

Team: Stengele, Remuss, Kempf, Scheuren

Text: Daniela Scheuren

Märchen in Afrika und Europa 16

Von der Tradition zur Moderne: „Ayana Rabenschwester“, eine Fusion afrikanischer und deutscher Märchenwelten. Afrikanische Erzähltradition Afrikas lange Tradition der mündlichen Überlieferung spiegelt sich unter anderem in den sogenannten „Contes“, den Märchen, die unseren Fabeln und Volksmärchen verwandt sind. Die „Contes“ haben neben ihrem unterhaltsamen Charakter immer pädagogi­ schen Gehalt. Ihre Inhalte variieren durch die lebendige Erzählform von Publikum zu Publikum. Die alten Märchen wurden bis heute von Generation zu Generation weitererzählt und dies gewöhnlich, wenn die Son­ ne untergeht: Es heißt, dass die Nacht dem Traum und der Fanta­ siewelt nahe steht, auch ist der Geist nach getaner Arbeit und den Sorgen des Tages freier für eine gute Geschichte. Die Überlieferung alter Mythen ist sowohl Sache der Familie als auch der sogenannten Griots, professionelle Erzähler mit schau­ spielerischem und musikalischem Talent. Meist sind es in Afrika die Großeltern, die die Rolle der Erzähler in der Familie übernehmen. Sie sind die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und nehmen eine wichtige soziale Funktion im Familiengebilde ein. Der Griot repräsentiert das soziale Gedächtnis der Gruppe. Er nimmt in seinen Geschichten Stellung zu aktuellen Ereignissen ebenso wie zur Tradition seines Volkes. Der Griot ist der wahre Überlieferer und Hüter des Wortes. In rituellen Versammlungen treffen sich regelmä­ ßig initiierte Griots, um die Geschichte und den Werdegang ihres Volkes zu besprechen und die Weitergabe der Kunst an Jüngere zu garantieren. Heutzutage findet man vermehrt auch Schriftsteller, die die Geschichten niederschreiben. Die moderne afrikanische Gesellschaft beginnt, sich in ihren Grund­ werten schleichend von der Tradition zu entfernen: Individualismus tritt an die Stelle des Gruppengeistes der traditionellen Gesellschaft. Die Gründe sind vielfältig: Die Urbanisierung, die Annäherung an westliche Lebensweisen und auch die Gründung von Schulen ver­ ändern das Sozialverhalten. Lehrer übernehmen Bildungsaufträge, die vorher der Familie oder dem Clan vorbehalten waren. Auch der Einzug moderner Medien beginnt die Weitergabe der Werte durch mündliche Überlieferung zu ersetzen.

Deutsche Erzähltradition Auch Europa blickt auf eine lange Tradition der mündlichen Über­ lieferung von Märchen zurück. Bis ins 19. Jahrhundert konnte ein Großteil der einfachen Bevölkerung nicht lesen. Märchen und Ge­

schichten wurden erzählt. Lesen und Schreiben war ein Privileg der Reichen und des Klerus. In den dörflichen Gemeinschaften aber wurden hin und wieder anerkannte Märchenerzähler eingeladen, die die Menschen immer wieder in ihren Bann zogen. Das Volks­ märchen spiegelt somit die Sicht der Armen und Benachteiligten, die nach Erfolg und Reichtum streben und von einem glücklichen, unbeschwerten und freien Leben träumten. So wie die afrikanischen wurden auch die deutschen und europäi­ schen Volksmärchen zunächst mündlich überliefert. Sie entstanden an langen dunklen Winterabenden, beim eintönigen Spinnen oder Einmachen von Obst, auf Reisen, im Orient, in Kaffeehäusern oder auf öffentlichen Plätzen. Das ist auch ein Grund dafür, warum sie in vielen verschiedenen Versionen existieren. Märchenerzähler bzw. Märchensammler haben sie im Laufe der Zeit durch ihre individuel­ le Gestaltung und Bearbeitung verändert. Die „Kinder- und Haus­ märchen“ der Brüder Grimm, die als Prototyp der Volksmärchen betrachtet werden, entsprechen inhaltlich und sprachlich der Zeit der Romantik. Ursprünglich dienten Märchen ausschließlich der Un­ terhaltung Erwachsener. Im Laufe der Zeit hatte sich allerdings das Märchenpublikum verändert, so dass immer mehr Frauen ihren Kin­ dern Märchen erzählten, um ihnen frühzeitig bürgerliche Normen und Wertevorstellungen zu vermitteln. Mit dem 19. Jahrhundert änderten sich durch Industrialisierung, wachsende Urbanisierung und durch die Einführung der Schulpflicht die sozialen Strukturen sowie Lebens- und Denkweisen. Die Brü­ der Grimm bearbeiteten die gesammelten Märchen schriftlich und glätteten die Sprache. Der weitergehende Ersatz des lebendigen Er­ zählens alter Mythen und Werte durch den Einzug der Medien war vorbereitet und veränderte die Bedeutung der mündlichen Überlie­ ferung weitaus früher als in Afrika. Und doch ist es auch heute immer noch ein besonderes Moment für Kinder jeder Herkunft, wenn ihnen ein Märchen erzählt wird, sei es auf der Bühne oder durch Mutter, Vater, Großmutter oder Großva­ ter zu Hause auf dem Sofa oder beim Zubettgehen. Auch gutes Kin­dertheater richtet das Wort immer noch direkt an die Kinder, schafft eine vertrauensvolle Erzählatmosphäre und führt sie auf Abenteuerreisen mit den Heldinnen und Helden. Es lässt Raum für eigene Bilder und Gedanken. Es nimmt die Kinder mit, ebenso wie es auch ein guter Geschichtenerzähler tut. Wir dürfen gespannt sein auf das neue Weihnachtsmärchen „Ayana Rabenschwester“, das den Kindern auf märchenhafte Weise eine abenteuerliche Geschich­ te über Solidarität erzählen mag. Und wann ist dies aufregender als zur Weihnachtszeit?


Kinder­ und Jugendtheatertag „Von Heldinnen und Prinzen“

20. November 2011

Foto: namaste@photocase.com

Text: Daniela Scheuren

Von heldinnen und Prinzen großer kinder- und Jugendtheatertag im Mainfranken theater Würzburg

Am 20. November 2011 eröffnen Intendant Hermann Schneider und Oberbürgermeister Georg Rosenthal um 14 Uhr den großen Kinder­ und Jugendtheatertag des Main­ franken Theaters Würzburg. Der ganze Tag wird unter dem Motto „Märchen“ stehen, rahmt er doch die Uraufführung des diesjährigen Weihnachts­ märchens „Ayana Rabenschwester“ in der Regie von Schauspieldirektor Bernhard Sten­ gele ein.

Weihnachtsmärchen:

Ayana Rabenschwester  Uraufführung: 17 Uhr | Großes Haus Interaktives Kinderstück mit Musik für Kinder ab 5 Jahren Von Mona Becker und Bernhard Stengele An dem Tag, an dem das Mädchen Aya­ na geboren wird,verwandelt der Ölzaube­ rer Usiku ihre drei Brüder in Raben, die ihm künftig zu Diensten sein müssen. Von nun an müssen diese ihm zu Diensten sein. Aya­ na wird von ihm verflucht und ist von nun an stumm. Doch als sie feststellt, dass sie sich mit dem klugen Hahn Kashka unterhalten kann, findet sie nicht nur einen Freund, sondern die beiden beschließen auch, sich auf den Weg zu machen, um ihre Brüder zu suchen und zu retten. Auf ihrer Reise treffen die beiden mutigen Freunde viele Tiere und Menschen, die ihre Hilfe benötigen und ihnen den Weg zu Usiku weisen können…

Ab 14 Uhr verwandelt sich das ganze Haus in eine Märchenlandschaft, in der es viel zu entdecken gibt: Schauspieler, Musiker und Tänzer des Mainfranken Theaters Würzburg bieten märchenhafte Mitmachtrainings für jedes Alter an. Man kann sich verkleiden und schminken lassen, an einer aufregenden Märchenschnitzeljagd durch das Theater teilnehmen oder aber man bastelt gleich selbst sein eigenes Märchentheater oder ei­ ne Tiermaske aus Ayanas Welt. Der Clown Zenz macht Kunststücke auf und mit seiner kleinen Geige und neben afrikanischen Spie­ Team: Stengele, Remuss, Kempf, Scheuren len werden überall Märchen zum Mitma­ Mit: Schauspielensemble und Darstellern chen erzählt. des C.I.T.O.­Theaters aus Ouagadougou Dies und vieles mehr wird an diesem Tag zu erleben sein und da dürfte für jedes Kind Ohren auf und mitgemacht: und jeden Jugendlichen das Geeignete dabei sein. Einige Highlights:

Kleine Musiker ganz groß

Ein besonderes Highlight am Kinder­ und Ju­ gendtheatertag wird die Einstudierung und Aufführung der „Kindersinfonie“ von Leo­ pold Mozart und Edmund Angerer für Strei­ cher und originelle Schlaginstrumente unter der Leitung von Generalmusikdirektor Enri­ co Calesso sein. Mit Profimusikern des Phil­ harmonischen Orchesters Würzburg werden die Kinder das Werk in einem Workshop ab 14 Uhr gemeinsam erarbeiten und um 15.30 Uhr schließlich vor Publikum aufführen.

Spielerisch werden sich die Kinder dieses erfrischende Werk mit den Musikerinnen und Musikern zusammen aneignen und dabei musikalisches Gespür und vor allem Rhythmusgefühl kennenlernen. Euphorion präsentiert:

„Being Little Red Riding Hood”  18.30 Uhr | Kammerspiele Ein deprimierter „Prinz“, der keine Lust mehr auf die perfekte Traumfrau hat, und viele andere scheinbar bekannte Märchen­ figuren suchen das Glück und finden das Leben. Julian Menningers Regiedebüt wirft mit „Being Little Red Riding Hood“ einen gro­ tesk­humoristischen Blick auf unsere Volks­ märchen. „Dead or Alive“:

Der große Poetry Slam  20 Uhr | Großes Haus Abgerundet wird der Kinder­ und Jugend­ theatertag durch den Poetry Slam „Dead or Alive“ zwischen Schauspielerinnen und Schauspielern des Mainfranken Theaters Würzburg und jungen Slammern aus Deutschland, moderiert vom allseits be­ kannten Slammaster Christian Ritter.

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Theater spezial: Miniabos

Miniabos zu Hammerpreisen 18

Sich nicht für eine ganze Spielzeit festlegen. Auch die besonderen Angebote des Mainfranken Theaters Würzburg regelmäßig wahrnehmen können. Und dabei trotzdem von Hammerpreisen profitieren. Mit den neuen Miniabos ist das kein Problem. Fünf neue Abonnements stehen seit dieser Spielzeit zur Auswahl und erweitern die Produktpalette auf attraktive Weise.

mainfrankencard Theaterabo Zum sensationellen Rabatt von 25 % erhalten mainfrankencard-Besitzer exklusiv vier Produktionen des Musiktheaters. Die Oper „L’Africaine“ am 7.12.2011, die Operette „Die lustige Witwe“ am 11.01.2012, das Ballett „Othello“ am 07.02.2012 und die Oper „Der Wildschütz“ am 20.03.2012.

Kleines Musikabo Das kleine Musikabo bietet eine Mischung aus Oper und Konzert: Die Oper „L’Africaine“ am 19.10.2011, das 2. Sinfoniekonzert am 08.12.2011, die Operette „Die lustige Witwe“ am 27.01.2012, die Oper „Der Wildschütz“ am 18.02.2012 und das 4. Sinfoniekonzert am 19.04.2012.

Spezialitätenpackage Das Spezialitätenpackage bietet die Auswahl jeweils zwischen zwei eher ungewöhnlichen Produktionen. Entweder „Morde in Bildern“ im Kulturspeicher oder „Garderobe Nr. 1“, der Musicalproduktion mit Barbara Schöller und Anja Gutgesell. Das Ballett „Othello“ oder das Ballett „Der Sommernachtstraum“, die große Oper „L’Africaine“ oder „Tristan und Isolde“ und die Schauspielprojekte „Les funérailles du désert“ oder „Die Schutzflehenden“.

Weihnachtsgeschenkabo Wer ein besonderes Weihnachtsgeschenk sucht, dem sei das Weihnachtsgeschenkabo empfohlen: Die Operette „Die lustige Witwe“, das Ballett „Othello“, die komische Oper „Der Wildschütz“ und der Schauspielabend „Kein schöner Land! Ein Heimatabend“ zum attraktiven Geschenkerabatt von 20%.

Konzertabo „Spezial“ Und schließlich bietet das Konzertabo „Spezial“ einen interessanten Querschnitt durch die gesamte Angebotspalette des Philharmonischen Orchesters Würzburg: 2 Sinfoniekonzerte, 2 Kammerkonzerte und ein Sonderkonzert im Frühling präsentieren Konzertkunst vom Feinsten.

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Detailliertere Informationen bietet der Sonderfolder, der überall im Theater ausliegt.


3. Kammerkonzert

11. Dezember 2011, Toscanasaal der Residenz

Jahreswechselkonzert

30. Dezember 2011 und 1. Januar 2012, Großes Haus

Barocksonaten und Neujahrsbräuche 3. Kammerkonzert

Jahreswechselkonzert

Sonata à tre – Die Klangwelt des Barock

Neujahrsbräuche – Was Glück, Gesundheit und Geldsegen bringt

Die zugleich zarten und scharfen Klänge der Violine und des Violoncellos aus der Barockzeit verweben sich beim 3. Kammerkonzert mit dem gezupften hellen Generalbassklang des Cembalos, was den unverwechselbaren Sound des Barock erzeugt. Dass der Klang der Instrumente für die Triosonate eine bedeutende Rolle spielt, macht bereits der Begriff der Sonate deutlich, der sich etymologisch auf das lateinische Wort sonare, „klingen“, zurückführen lässt. Die Triosonate ist eine der wichtigsten Gattungen der barocken Kammermusik, die sich europaweit am Hof und später auch im Bürgertum größter Beliebtheit erfreute. Sie beruht auf dem Prinzip von zwei gleichwertigen Melodielinien mit einem harmonisch stützenden Basso continuo. Somit steht ihre Besetzung weitestgehend fest, die spätere Sonatenhauptsatzform weist sie indes noch nicht auf. Als Meister der Triosonate darf wohl Arcangelo Corelli bezeichnet werden. Er setzte für diese Gattung Maßstäbe, wie beim 3. Kammerkonzert zu hören sein wird. Besonders faszinierend ist dabei die Gegenüberstellung der Triosonaten von Corelli und seinen Zeitgenossen aus Italien und Frankreich.

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In Spanien spielen beim Übergang ins neue Jahr die Mitternachtsglocken eine wichtige Rolle: Wer bei jedem Glockenschlag eine Weintraube isst, dem sei Glück beschert. In Bulgarien schlagen Kinder, die von Haus zu Haus gehen, den Bewohnern mit einem farbenfroh geschmückten Ast auf den Rücken, was Gesundheit und Reichtum bringen soll. Geldsegen versprechen sich Tschechen und Amerikaner von einem Silvestergericht mit Linsen – aufgrund der Ähnlichkeit mit Geldstücken. Außerdem sind Blicke in die Zukunft mit flüssigem Blei und die lautstarke und leuchtende Begrüßung des neuen Jahres durch Böller und Raketen nicht nur hierzulande sehr beliebt. Den Jahreswechsel feiern die Menschen nach heimatlichen Traditionen. Unter dem Motto „Heimat“ steht in dieser Spielzeit auch das alljährliche Jahreswechselkonzert des Mainfranken Theaters Würzburg. Mit populären Orchesterwerken und Highlights aus Oper und Operette, die einen imposanten Einblick in die Vielfalt des Heimatbegriffs bieten, klingt das alte Jahr festlich aus und wird das neue Jahr freudig willkommen geheißen.

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Im feierlichen Rahmen des Jahreswechselkonzerts wird am 30. Dezember der Preisträger oder die Preisträgerin des Theaterpreises Würzburg des Theater- und Orchesterfördervereins bekannt gegeben. Sopran: Nathalie de Montmollin Tenor: Joshua Whitener Dirigent: Andrea Sanguineti Philharmonisches Orchester Würzburg


Konzerte

2. sinfoniekonzert Titan

Foto: Falk von Traubenberg


2. Sinfoniekonzert „Titan“

Dirigent: Enrico Calesso Philharmonisches Orchester Würzburg

8. und 9. Dezember 2011 Hochschule für Musik Würzburg

Text: Judith Schumann

Sturz der Titanen Ein Mythos im Spiegel der Künste

Titan – das klingt heroisch, entschlossen, wagemutig und mächtig. In der Tat sind die Titanen in der griechischen Mythologie ein streit­ süchtiges altes Göttergeschlecht. Der antike Dichter Hesiod spricht von zwölf Titanen, darunter Mnemosyne, die Mutter der neun Mu­ sen, Hyperion, der Licht- und Sonnengott, und Kronos, der Gott der Zeit. Dessen Sohn Zeus war es, der die Olympier gegen die Titanen in den Krieg führte und diese von ihrem Götterthron hinabstürzte. Der Sturz der Titanen wurde ein beliebtes Sujet in der Kunst. Bilder etwa von Peter Paul Rubens und Cornelis van Haarlem zeugen von der intensiven Auseinandersetzung mit dem Fall des gewal­ tigen Göttergeschlechts. Auch in der Literatur gibt es Anknüpfungs­ punkte, nannte doch Jean Paul seinen vier Bände starken Roman „Titan“. Darin beschreibt er den Lebensweg von Albano de Casara. Der Autor selbst wies darauf hin, dass sein Werk besser „Anti-Titan“ heißen sollte, denn in diesem Buch findet „jeder Himmelsstürmer seine Hölle“.

ihm – sein Haupt über die Lebenswogen erhebt, immer wieder vom Schicksal einen Schlag auf den Kopf bekommt und von neuem un­ tersinkt.“ Mahlers „Titan“ ist seine Erste Sinfonie, die er wahr­ scheinlich nach Jean Pauls Roman so untertitelte. In dem Zitat zeigt sich indes, dass der literarische Bezug durch den Untertitel mit sei­ nen programma­tischen Tendenzen lediglich assoziativ gedacht ist; ohnehin fiel er später, nach einigen Veränderungen an der Kompo­ sition, weg. Doch zuvor war das Stück noch als „Titan – Sympho­ nische Dichtung“ bezeichnet. Dieser populäre Titel war natürlich in der Folgezeit nicht mehr wegzudenken und blieb der Ersten Sinfo­ nie Mahlers als Beiname erhalten. Jean Paul verknüpfte seinen „Titan“ mit der Mythologie, wie in dem ersten Band deutlich wird: „Aphrodite, Aglaja, Euphrosyne und Thalia sahen einst in das irdische Helldunkel hernieder und, müde des ewig heitern, aber kalten Olympos, sehnten sie sich herein un­ ter die Wolken unserer Erde, wo die Seele mehr liebt, weil sie mehr leidet, und wo sie trüber, aber wärmer ist. Sie hörten die heiligen Töne heraufsteigen, mit welchen Polyhymnia unsichtbar die tiefe bange Erde durchwandelt, um uns zu erquicken und zu erheben; und sie trauerten, daß ihr Thron so weit abstehe von den Seufzern der Hülflosen. Da beschlossen sie, den Erdenschleier zu nehmen und sich einzukleiden in unsere Gestalt.“ Ein sehnsuchtsvolles Seufzen und dabei so lockend und beschwö­ rend im Klang sind auch Richard Wagners „Fünf Lieder nach Ge­ dichten von Mathilde Wesendonck“ – und auch Jean Pauls Worte scheinen zu dieser Musik durchaus passend: „Wo die Seele mehr liebt, weil sie mehr leidet“. Zudem wird bereits in den Anfangszei­ len des ersten Liedes, „Der Engel“, ein ähnlicher gewünschter Weg vom Himmel auf die Erde beschrieben: In der Kindheit frühen Tagen Hört ich oft von Engeln sagen, Die des Himmels hehre Wonne Tauschen mit der Erdensonne.

Cornelis van Haarlem: Der Fall der Titanen

Tatsächlich ist die Darstellung des Scheiterns der gemeinsame Fokus der Künste, die sich mit dem Themenkomplex „Titan“ be­ schäftigen. Auch Gustav Mahler äußerte sich in einem Brief vom März 1896 mit folgenden Worten: „Als Ziel der Kunst erscheint mir zuletzt doch immer Befreiung und Erhebung vom Leid. Die bleibt nun auch in meiner Ersten [Sinfonie] nicht aus, aber freilich er­ langt sie erst im Tode meines ringenden Titanen den Sieg, der, so oft er früher – und das überwindende und überweltliche Motiv mit

Während die Engel, Göttinnen und Musen freiwillig auf die Erde herabsteigen, blicken die Menschen gen Himmel und sehen nachts in der unendlichen Weite des Universums zahlreiche leuchtende Sterne, die wiederum namensgebend für die neue Komposition „stelle“ von Reinhard Febel, als Auftragswerk für das Mainfranken Theater Würzburg, waren. Ob sie wie die Titanen abstürzen wer­ den, Sehnsuchtsmomente eröffnen oder in ihrer ewigen, fernen und herrlichen Konstellation in der endlosen Sphäre verharren, wird die Uraufführung beim 2. Sinfoniekonzert zeigen.

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Kein schöner Land! Ein Heimatabend

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Kohlhaas

Dyskolos – Der Menschenfeind

Programm 11/12.2011 Schauspiel

Kinder- und Jugendtheater

Kein schöner Land! Ein Heimatabend Ayana Rabenschwester Interaktives Kinderstück von Mona Becker Musikalisch-literarische Recherche von und Bernhard Stengele Deborah Epstein Uraufführung: 20.11.2011 | 17.00 Uhr | Großes Haus Großes Haus 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 9.00 Uhr: 22.11./29.11./30.11./01.12./ 18.11./25.11.2011 13.12./14.12./19.12./20.12.2011 Les funérailles du désert 11.00 Uhr: 21.11./22.11./25.11./28.11./ Schauspiel von Lilith Jordan, Bernhard 29.11./30.11./01.12./02.12./03.12./05.12./ Stengele und Paul Zoungrana 06.12./07.12./08.12./12.12./13.12./14.12./ Großes Haus 15.12./19.12./20.12./21.12./26.12.2011 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 05.11./13.11./ 15.00 Uhr: 18.12./23.12.2011 23.11./02.12./03.12./09.12.2011 17.00 Uhr: 20.11./18.12.2011 Letztmals: 28.12.2011 | 19.30 Uhr 19.30 Uhr: 06.12.2011 Im Anschluss Publikumsgespräch im Kinder- und Jugendtheatertag Oberen Foyer „Von Heldinnen und Prinzen“ Kohlhaas 20.11.2011 | ab 14.00 Uhr Solostück von Heinrich von Kleist / Marco Euphorion-Clubabend Baliani / Remo Rostagno 19.12.2011 | 20.00 Uhr | Cairo Kammerspiele 20.00 Uhr: 03.11./16.12.2011 Erdbeben in Chili Nach einer Novelle von Heinrich von Kleist Kammerspiele 20.00 Uhr: 08.11./16.11/24.11./30.11./ 01.12./09.12./20.12.2011 Deutschland. Ein Wintermärchen Lyrikabend nach Heinrich Heine WA-Premiere: 10.11.2011 | 20.00 Uhr | Kammerspiele 20.00 Uhr: 19.11./26.11./27.11.2011 Emilia Galotti Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing Premiere: 10.12.2011 | 20.00 Uhr | Kammerspiele 20.00 Uhr: 14.12./21.12./25.12./ 30.12.2011 Histoire – Raconte! Afrikanisches Erzähltheater Kammerspiele 20.00 Uhr: 17.12./22.12.2011

Ballett Dyskolos – Der Menschenfeind Ballett von Anna Vita nach einer Komödie des Menander Kammerspiele 20.00 Uhr: 05.11./13.11./04.12./ 26.12.2011 Gastspiel der Ballettcompagnie im Tanzspeicher „Davidsbündler Tänze“, „A.D. Impressionen“ 15. und 16.11. 2011 | 20 Uhr | Tanzspeicher

Musiktheater Die lustige Witwe Operette von Franz Lehár Premiere: 12.11.2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus 19.30 Uhr: 19.11./24.11./10.12./ 14.12./17.12./20.12./25.12./31.12. 15.00 Uhr: 27.11.2011 19.00 Uhr: 31.12.2011 Garderobe Nr. 1 Eine Musicalrevue für zwei Sängerinnen Kammerspiele 20.00 Uhr: 06.11./18.11./25.11./03.12./ 18.12.2011 19.30 Uhr: 26.12.2011 | Großes Haus L’Africaine Oper von Giacomo Meyerbeer Großes Haus 15.00 Uhr (EF 14.30 Uhr): 06.11.2011 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 04.11./22.11./ 26.11./04.12./07.12./11.12./16.12./ 22.12.2011 Oper am Klavier „Dinorah“ – Opéra-comique von Giacomo Meyerbeer 02.12.2011 | 20 Uhr | Kammerspiele


Garderobe Nr. 1

Die Afrikanerin

Impressum: Herausgeber: Mainfranken Theater Würzburg Intendant: Hermann Schneider Kaufmännischer Geschäftsführer: Klaus Heuberger Kartentelefon: 0931 / 3908 -124 Projektleitung: Christine Johner Gestaltung: Uli Spitznagel Titelfoto: Gabriela Knoch Gesamtherstellung / Anzeigen: Werbepartner Koob-Sans GbR kosa.werbepartner@t-online.de Mindestauflage: 10.000 Exemplare

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Konzerte

Außerdem

2. Jugendkonzert „Titan“ 07.12.2011 | 11.30 Uhr | Großes Haus Altersempfehlung: 16 bis 19 Jahre

flammabis Musiktage Porträtkonzert mit Hans-Carsten Raecke 04.11.2011 | 20 Uhr | Kammerspiele

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 1 in D-Dur („Titan“)

Veranstaltung zum 9. November In Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Würzburg 09.11.2011 | 20.00 Uhr | Shalom Europa

Dirigent: Enrico Calesso Sinfonie Orchester der Hochschule für Musik Philharmonisches Orchester Würzburg

Die Galaxie im Lungenflügel 2. Sinfoniekonzert „Titan“ Ein Klavierabend von Katia Bouscarrut 08. u. 09.12.2011 | 20.00 Uhr (EF 19.30 Uhr) Kammerspiele Hochschule für Musik Würzburg 20.00 Uhr: 11.11./11.12.2011 Reinhard Febel „stelle“ für Orchester Theater machen in West-Afrika Richard Wagner Fünf Lieder nach Gedichten Begleit-Symposium zum Projekt „Les funé­ von Mathilde Wesendonck railles du désert“ Gustav Mahler Sinfonie Nr. 1 in D-Dur 13.11.2011 | 11.00 – 17.00 Uhr | Oberes („Titan“) Foyer Sopran: Anja Eichhorn Lehrerrundtisch: Ayana Rabenschwester Dirigent: Enrico Calesso Interaktives Kinderstück von Mona Becker Philharmonisches Orchester Würzburg und Bernhard Stengele 19.11.2011 | 10.30 Uhr | Oberes Foyer 3. Kammerkonzert 11.12.2011 | 11.00 Uhr | Toscanasaal der Der Euphorion-Jugendclub präsentiert: Residenz Being Little Red Riding Hood „Sonata à tre“ – Barocke Kammermusik aus 20.11.2011 | 18.00 Uhr | Kammerspiele Italien und Frankreich Poetry Slam: Dead or Alive Werke von Tomaso Albinoni, Arcangelo 20.11.2011 | 20.00 Uhr | Großes Haus Corelli, Antonio Vivaldi und Jean Marie Leclair auf Originalinstrumenten Treffpunkt Musiktheater: L’Africaine 21.11.2011 | 19.00 Uhr | Oberes Foyer Barockvioline: Petra Kuhn, Stefan Kuhn Barockvioloncello: Matthias Steinkrauß Spaziergang hinter den Kulissen Cembalo: Eva Ruthild Schneid 26.11.2011 | 15.00 Uhr | Bühneneingang Jahreswechselkonzert „Heimat“ Lehrerrundtisch: Emilia Galotti 30.12.2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus 07.12.2011 | 17.30 Uhr | Oberes Foyer Von Smetanas „Moldau“ über „Klänge der Treffpunkt Schauspiel: Heimat“ aus „Die Fledermaus“ bis zum Kein schöner Land! Ein Heimatabend „Persischen Marsch“ von Strauss. 19.12.2011 | 19.00 Uhr | Oberes Foyer Sopran: Nathalie de Montmollin Heut’ gehen wir morgen erst ins Bett Tenor: Joshua Whitener Silvesterprogramm von und mit Anne Dirigent: Andrea Sanguineti Simmering Philharmonisches Orchester Würzburg 31.12.2011 | 19.30 Uhr | Kammerspiele

02.11.: KABARETT NEW STAR FESTIVAL – CLOOZY HABER & SASCHA KORF 03.11.: KABARETT NEW STAR FESTIVAL – A. KRENZKE & H. SCHMIDTKE 04.11.: KABARETT NEW STAR FESTIVAL – OLIVER POLAK & MICHAEL DIETMAYR 05.11.: TBC – TOTALES BAMBERGER CABARET „Stresstest“ 09.11.: RICK KAVANIAN „Ipanema“ 11.11.: SCHWARZE GRÜTZE „Bühnenarrest“ 12.11.: NEPO FITZ „Nepo Fitz ist Nepo Fitz“ 18.11.: TINA TEUBNER „Aus dem Tagebuch meines Mannes“ 19.11.: PHILIPP WEBER „Futter“ 22.11.: JOCHEN MALMSHEIMER „Wenn Worte reden könnten“ 25.11.: HG. BUTZKO „Verjubelt“ 26.11.: MATTHIAS EGERSDÖRFER „Ich meins doch nur gut!“ 27.11.: WERNER SCHMIDBAUER & MARTIN KÄLBERER „Momentnsammler“ 30.11.: URBAN PRIOL „Tilt – Der Jahresrück blick“ 02.12.: BIRGIT SÜSS „Schenk mir ein Lächeln“ 03.12.: CLAUS VON WAGNER „3 Sekunden Gegenwart“ 06.12.: MICHL MÜLLER „SCHLUSS! AUS! FERTIG!“ 07.12.: MATHIAS TRETTER „JahresnachgeTRETTERt“ 09.12.: LARS REICHOW Himmel + Hölle 10.12.: HENNES BENDER „Erregt!“ 10.12.: VIVA VOCE Gastspiel im Congress Centrum Würzburg 14.12.: DJANGO ASÜL „Rückspiegel – Jahresrückblick 2011“ 16.12.: HELMUT SCHLEICH „Nicht mit mir!“ 17.12.: MICHAEL EHNERT „Das Tier in mir“ 19.12.: URBAN PRIOL Gastspiel in den Mainfrankensälen Veitshöchheim


zanni spezial

Gastspiele 26

flammabis Musiktage  4.11.2011 | 20.00 Uhr | Kammerspiele Deutschland. Ein Wintermärchen

Gedenkveranstaltung zum 9. November  9.11.2011 | 20.00 Uhr | Shalom Europa

Die Galaxie im Lungenflügel  11.11. und 11.12.2011 | 20 Uhr Kammerspiele

Variationi carcinazi quasi una fantasia – In der Nacht vom 9. zum 10. November Ein Klavierabend mit Texten von Katia 1938 wurden deutschlandweit tausende jü­ Bouscarrut dische Wohnungen und Geschäfte, Ver­ PASCAL Da die Menschen unfähig waren, sammlungsorte, Synagogen und Friedhöfe Tod, Elend, Unwissenheit zu überwinden, zerstört. Das als spontane Reaktion darge­ So wie Schubert-Lieder nun einmal in Tom sind sie, um glücklich zu sein, übereinge­ stellte, aber organisierte Pogrom markiert Waits‘scher Manier in die verrauchte Knei­ kommen, nicht daran zu denken. MOZART den Wendepunkt von der administrativen pe und nicht in den Kammermusiksaal ge­ Stimmt. BACHMANN Dann um sieben. Ja. Ausgrenzung von Juden im Dritten Reich hin hören, holt Raecke sein „Wintermärchen“ Weil ich zufällig. Ja zufällig, einmal muss ich zur offenen Verfolgung und Vernichtung. – es handelt sich um die Erstvertonung die­ immerhin zum Friseur. PRADO Wer möchte ser Dichtung – zurück aus dem verstaubten Auch in Würzburg wurden in dieser Nacht im Ernst unsterblich sein? SCHNEIDER Mo­ Bücherregal der „Klassiker“ auf den Boden Menschen ermordet, Gebäude zerstört und zart hat Mozartkugeln gemacht, Beethoven der Brisanz und Ironie, auf dem sie sich auch Geiseln genommen, um die „Reparations­ nicht. MOZART Stimmt. HAWKINGS Das Uni­ tatsächlich bewegt. zahlungen“ der jüdischen Gemeinden in versum kann sich selber aus dem Nichts er­ Deutschland zu erpressen. schaffen. RINGELNATZ Ob ein Blitz je eine So ist es zunächst einmal nicht der ver­ Fliege traf? zaubernde Gesang einer Diseuse, sondern Zum Gedenken an die Opfer der Novem­ Raeckes eigene so durchaus angenehme berpogrome 1938 und zum gemeinsamen Team: Bouscarrut, Vogt | Mit: Bouscarrut, De Nil Stimme, die dem Hör- und Seherlebnis den Erinnern an die Schrecken des Nationalsozi­ adäquaten Rahmen verleiht – hier will nie­ alismus laden die Gesellschaft für christlichmand etwas, und will doch so viel. Die zwölf jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Sektionen seines klangerweiterten Flügels Unterfranken und das Mainfranken Thea­ erlauben einen virtuosen Zugang zu jener ter Würzburg am 9. November 2011 in das  31.12.2011 | 19.30 Uhr | Kammerspiele Differenz der entfernten Nähe, die sie dann Shalom Europa. In einer Lesung mit Musik berührt, ohne sie zu vernebeln. Das Spek­ von Anne Simmering und mit Maria Brendel, Silvesterprogramm von und mit Anne Simmering trum der Klänge reicht von balinesischer Milena Ivanova und Viktor Åslund wird der Gamelan-Musik über Tempelblöcke und Kir­ jüdischen Bürger und Bürgerinnen gedacht, Ein musikalisches Zusammentreffen in knapp chenglocken zum Leierkasten und wieder die diese Zeit durchlebten. Ihrem Schick­ drei Akten basierend auf dem Stück „Claire zurück zum Klavier. Weite Teile abendlän­ sal, ihren Eindrücken, Ängsten und Gefühlen Waldoff“ von Tony Dunham. Anne Simme­ discher Musikkultur ziehen an einem vorbei: soll hier Ausdruck verliehen werden. Dabei ring erforscht in ihrem Programm „Claire Arien, Rezitative, Märsche, Thema mit Vari­ werden sowohl drei Liedkompositionen von meets Kurt“, wie es klingt, wenn zwei ationen, durchkomponierte und kabarettis­ Viktor Åslund zu Gedichten der Würzburger Welten, nämlich die musikalische Welt der tische Lieder, Songs etc. Der Vortragende Dichterin Marianne Dora Rein uraufgeführt frechen Berliner Göre Claire Waldoff und wird zum Akteur und bespielt sein Instru­ sowie Gedichte und Texte, zum Beispiel von die dichterische Welt des hoch gebildeten ment mit Gartengeräten und Staubwedeln. Jehuda Amichai, vorgetragen werden. Kantorensohnes Kurt Weill, aufeinandertref­ Er tanzt und marschiert und entfernt sich fen. Zusammen mit dem Pianisten Harald von seinem Material immer weiter, je näher Rutar lässt sie die Ära der Berliner Kultur der er sich auf dieses zu bewegt. Als Hörer und Zwanziger Jahre aufscheinen und zeigt unter Zuschauer folgt man dieser Bewegung – nur anderem, wie Claires „Nach meene Beene in umgekehrter Richtung. is’ ja janz Berlin verrückt“ mit Kurts „Ballade von der sexuellen Hörigkeit“ korrespondiert. Ein musikalisch-dramatischer Zyklus für Stimme und klangerweiterten Flügel, kom­ poniert und interpretiert von Hans-Carsten Raecke

Heut’ gehen wir morgen erst ins Bett

Von und mit: Simmering, Rutar (Klavier)


www.hummel-lang.de

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tägl. 9.00–22.00 Uhr Fr und Sa 9.00–24.00 Uhr Tel. (0971) 826-600

Zanni 11/12 2011  

Das Magazin des Mainfranken Theater Würzburg

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