Page 1

OTTO PIENE

Zero hat nicht aufgehรถrt Zero has never stopped


"Zero hat nicht aufgehört. Zero geht immer weiter." “Zero has never stopped. Zero goes on forever” Otto Piene 2014


OTTO PIENE

Zero hat nicht aufgehรถrt Zero has never stopped


„Seit grauer Vorzeit haben Künstler Bilder und Träume gestaltet, die Fantasie angeregt, Luftschlösser der Sehnsucht gebaut, um der Welt Flügel zu geben und die Möglichkeit, neue, andere Welten am Firmament zu erblicken.“ „Ever since artists have created paintings and dreams, have stimulated fantasies, have built pies in the sky of yearning, to give the world wings and the possibility, to see new, other worlds on the horizon.“ Otto Piene

Vorwort Foreword Plutschow Gallery

Wir freuen uns, den ersten Geburtstag unserer Galerie mit der Präsentation einer solch einflussreichen Avantgardepersönlichkeit wie Otto Piene zu feiern.

We are glad to celebrate the first anniversary of our gallery with presenting such an influential and avantgarde figure in art as Otto Piene.

Die Galerie Plutschow bietet ein internationals Programm der zeitgenössischen Kunst an. Durch verschiedene Medien wie Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation und Video lehren uns die Künstler der Galerie neue Arten des Sehens und Denkens. Wir verankern unsere grossartigen Räume mit einem ambitiösen konzeptionellen Programm, in welchem wir Künstler verschiedener Herkunft und Nationalitäten zeigen. Unsere Philosophie unterscheidet sich von herkömmlichen Galerienmodellen; wir ziehen es vor in enger Zusammenarbeit mit Kuratoren, Forschern und anderen Galerien zusammen zu arbeiten. Wir repräsentieren Künstler, die erforschen, wie der Einfluss von Technologie und zeitgenössischer Kultur die Menschheit ändern und beeinflussen, wobei dieses schwergewichtige Ziel unter anderem von Künstlern wie Miltos Manetas, Zineb Sedira, Marie Bovo und Gal Weinstein in eine bildliche Sprache überführt werden. Wir zeigen engagierte, kritische Ausstellungen von aufstrebenden Künstlern wie dem poetischen Bildhauer David Casini und dem akribischen Kreateur Riccardo Beretta. Wir legen auch viel Wert darauf sehr anerkannte Künstler zu zeigen, die eine kunstgeschichtliche Wichtigkeit erlangt haben und einen starken Einfluss auf die folgenden Generationen von Künstlern ausüben.

Plutschow Gallery offers an international program of contemporary art. Through various media such as painting, sculpture, photography, installation and video, the artists of the gallery teach us new ways of seeing and thinking. We are anchoring our space with an ambitious conceptual program including artists with various backgrounds and nationalities. Our philosophy is fairly different to conventional gallery models; we prefer to work in close collaboration with curators, researchers and other galleries. We represent artists who explore how the intersection of technology and contemporary culture is changing humanity, with this heavily weighted topic transferred into a visual language by artists Miltos Manetas, Zineb Sedira, Marie Bovo and Gal Weinstein among others. We mount engaging, critical shows of emerging artists such as poetic sculpture David Casini and meticulous creator Riccardo Beretta. We make much account of featuring more established artists, who earned a historical importance and serve as an inspiring reference for the following generations.

Wir teilen den Traum einen Ort zu entwickeln, der einen sozialen Knoten- und Treffpunkt der Experimentation darstellt, bei welchem die Definition und die Bedeutung von Kunst ständig hinterfragt werden. Unser Ziel ist es eine bedeutende Präsenz zu erarbeiten sowohl lokal als auch global.

We share a dream to create a space, which provides a social hub for experimentation where the definition and meaning of art is constantly being challenged. Our aim is to gain a significant presence locally such as globally.

09


10


Otto Piene im seinen Atelier Otto Piene works in his studio 1964, (Gladbacherstrasse 69), DĂźsseldorf, Deutschland

11


12


OTTO PIENES WIRKFORMEN FÜR FEUER OTTO PIENE’S ACT FORMS ( WIRKFORMEN) FOR FIRE Raimund Stecker November 2014 , Düsseldorf, Deutschland

«Die dargestellte Bildwelt und das Licht als Lichtquelle sind geschieden. Das Licht selbst erreicht uns Betrachter nicht unmittelbar, sondern nur mittelbar als Reflexlicht. Stellt man sich in einem Gedankenexperiment vor, die Lichtquelle verlösche, so würde es im Bild zwar dunkel, die Bildwelt würde unsichtbar, sie bliebe aber bestehen.» “The represented pictorial world and light as light source are separated. Light reaches us the viewers not directly, but rather only indirectly as reflected light. If in a thought experiment, in which the light source is quenched, although it would indeed become dark in the image and the pictorial world would be invisible, it would continue to exist.” Wolfgang Schöne in: Über das Licht in der Malerei1

ElementeBilder

Element pictures

Irdene Platten befinden sich an der Wand. Dass sie hängen, ist eigentlich nicht zu sehen. Sie wirken eher wie unverrückbar installiert, wie integriert, wie selbstverständlich anwesende Teile im Gesamt des Raumes. Sie bilden gleichsam einen Raum.

There are earthen plates on the wall. It is not obvious that they are hanging. They actually seem to be kind of immovably installed, as if integrated, such as obvious parts of the room as a whole. They form a space.

In ihre planen Oberflächen wurde offensichtlich, klar ersehbar, eingegriffen. Und das im wörtlichen Sinne: hinein gefasst, gegriffen, geschnitten... Mit der Hand oder archaischen Werkzeugen geschaffene Vertiefungen und Erhebungen fokussieren so den Blick: Verletzungen der Oberflächen, Gestaltungen des Gevierts, Spuren direkten, unentfremdeten künstlerischen Tuns. Fingerabdrücke sind zu sehen. Und Glasuren. Dass Farbe (englisch: colour) immer auch Farbe (paint) ist, tritt als zu berücksichtigende Differenz aus der Masse der Platten ans Tageslicht, zeigt sich evident. Das Schaffen der Werke muss im Liegen geschehen sein. Die Platten müssen tischgleich in der Horizontalen gelegen haben, als der Künstler sein Material in Kunst transformierte. Denn es gibt keine „herunterlaufenden“ Verlaufspuren von paint, die sich koloristisch zeigen.

1

Wolfgang Schöne, Über das Licht in der Malerei, Berlin 1954 (1987), S. 11

It is clear that their flat surfaces had been interfered with. And that in the literal meaning of the word: handled, grasped, cut... Bumps and grooves created by hand or archaic tools focus the view at: surface wounds, quad formations, traces of direct, unalienated, direct artistic doing. Fingerprints are to be seen. And glazes. That colour (German: Farbe) is always also paint (Farbe), becomes obvious as to be considered discrepancy from the mass of the plates, and proves being evident. The creating of the work must have taken place in a lying position. The plates must have been situated in a horizontal plane when the artist transformed his material into art. That is why there are no traces of “running down” paint with a coloristic depiction. The paint, “flows” spontaneously, as it were, from the bumps down into the grooves, then stops, thickens, moves, trickles and combine to form small gatherings.

13


14

Die Farben, die paint, „fließt sich“ gleichsam von Erhöhungen in die Vertiefungen, stoppt, verdichtet sich, läuft, rinnt, sammelt sich zu kleinen Konzentrationen. Die andere, die colour, „kontrastiert sich“ zum irdenen Ton der Keramikplatten und strahlt und spiegelt oberflächenglänzend mal bläulich, mal dunkelrötlich, mal zum Braun neigend… Und die Kolorite changieren – in sich und aus sich heraus. Sie nehmen Farbstimmungen im Raum auf und reflektieren diese. Vorhandenes Um-Licht wird Teil der Werke. Regenbogenartig spektralisiert belebt es die faktische Starre von Keramik und paint. Dass sie handwerklich gemacht worden sind, leugnen die irdenen Platten nicht. Doch sie zelebrieren dieses Prozesshafte auch nicht nachdrücklich. Vielmehr exhibitionieren sie ihre Wirkungen. Dadurch, dass sie wie selbstverständlich daseiend sind, gerieren sich paint und gebrannte Erde zu einem Dialog autonomer Kolorite. Sie BILDen mithin keine Diagramme ihres Gemachtwordenseins, sondern sind schlechterdings BILDER. Die hier angesprochenen Werke sind aus den letzten Schaffensphasen von Otto Piene. Und sie stehen innerhalb seines Werkes für eine späte Reunion zweier unserer Grundelemente: der Erde und dem Feuer. Denn sowohl die Farbe (paint), die Glasuren, wie die irdenen Platten (Keramik), der Ton, die gebrannte Erde, verdanken sich dem Feuer und dem durch es erwirkten Hitze. Ohne Einsatz des Elementes Feuer wäre also nicht aus gebrannter Erde, was das Auge betört. Angesichts dieser Reunion von Feuer und Erde wäre mithin folgerichtig davon zu sprechen, dass Otto Piene zum Ende seines künstlerischen Tuns hin seinen Elementehorizont, seine „solide Grundlage“2a wie er es selbst einmal spröde formulierte, erweitert hat. Nicht mehr allein dem Feuer, dem „Licht und Rauch“3a huldigte er, sondern auch noch der Erde. Er hat so gesehen „ElementeBilder“ geschaffen.

The other colour, “in contrastive form” to the earthen clay of the ceramic plates, radiates and reflects from the shiny surface bluish, then dark reddish and then with a brown tendency...

Otto Piene in seinem Atelier Otto Piene at his studio

And the complexion shimmers – in itself and out of itself. They absorb moods of colour from the room and then reflect them. Surround-light becomes part of the works. In a spectre of rainbow-like animation, it revives the factual stiffness of ceramics and paint. The earthen plates do not deny that they were made by hand. Yet, they also do not celebrate this manner of process with emphasis. Much more, they showcase their effects. The fact that they are doubtlessly existing, paint and fired earth enter into a dialogue of autonomous complexions. They therefore are not dePICTing diagrams of their having-been-manufactured-ness, but are simply and plainly PICTURES.

1966, Düsseldorf, Deutschland

The works referred to here are from the last creative periods of Otto Piene. They are positioned within his oeuvre for a late reunion of two of our basic elements: earth and fire. Then, paint (Farbe), as well as the glazes, such as the earthen plates (ceramic), the clay, the fired earth, are indebted to the fire and the heat set free by it. Without the use of the element fire, it would not be out of fired earth what pleases the eye. In view of this reunion of fire and earth it would therefore be logical to say that Otto Piene, at the epilouge of his artistic activity, expanded his element horizon, his “solid basis”2b, as he once flimsy called it. No longer just the fire, the “light and smoke”3b did he pay homage to, but also to the earth. He, so to speak, created “element-pictures”.

2a

Piene in ZERO, 1958/1961. Zitiert nach Ausgabe 1973, S. 147

2b

Otto Piene in ZERO, 1958/1961. Quoted from 1973 edition, p. 147

3a

Otto Piene, s.o.

3b

Otto Piene, see above


LiCht und Hitze - natürliche Wirkformen von Feuer

Light and heat - natural act forms of fire

Feuer ist eines der vier Grundelemente. Neben ihm werden noch das Wasser, die Luft und die Erde, die Basis aller Keramiken, dazugerechnet.

Fire is one of the four basic elements. The other three elements are water, air and earth, basis of all ceramics.

Licht ist wie Hitze – und auch Rauch - eine gleichsam „natürliche Wirkform“ von Feuer. Denn schlussendlich verdankt sich all unser Licht und all unsere Wärme ursächlich ihm, einem Feuer. Licht wiederum ist notwendig, um das Grau der „nur“ skulpturalen und reliefartigen Nächte von Gestalten, Dingen, Gegenständen, Landschaften und Szenen in Bilder aus Farben zu verwandeln, wie es Wolfgang Schöne (s.o.) in Worte gefasst hat. Das Tastbare, das stets Existente, das immer zwar Be“greif“bare, um Herder4a anzuführen, nicht jedoch per se Sichtbare, erlangt erst durch Licht eine bildliche Entität, ein visuell wahrnehmbares Dasein. Feuer ist eben unumgehbar, will Licht erschaffen werden - aber als Ursprung von Hitze auch, um Bronzen zu gießen, Farben herzustellen, Glasuren zu schmelzen, Keramiken zu brennen, Oberflächen zum Leuchten zu bringen… oder um Bilder zu flammen, zu erfeuern, zu bebrennen, wie es Otto Piene erfand! Otto Piene war in seinem Element, wenn er Bilder flammte, wenn er mit Feuer Werke schuf, wenn er Licht als Licht zur Anschauung, zur Erfahrung zu bringen suchte und seine mit Feuer geschaffenen Werke ins Licht setzte. Zeitlebens fand er ästhetisch (wahrnehmbare) Ausdrucksformen für die Wirkkräfte von Feuer und schlussendlich, gerade in den letzten Jahren, eben auch MIT Feuer und durch dessen Wirkform Hitze.

4a

Siehe: Johann Gottfried Herder, Plastik. Einige Wahrnehmungen über Form und Gestalt aus Pygmalions bildendem Traume, Riga 1778

Light is like heat – and also smoke – a “natural act form” of fire. Then eventually we owe fire all our light and all our warmth. Light again is necessary in order to change the grey of the “only” sculptural and relief-like nights of shapes, things, objects, landscapes and scenes into pictures out of colours, as Wolfgang Schöne (see above) has put it into words. The tangible, the always existent, that which is always within-reach for the mind, to quote Herder4b, but not obviously visible, attains only a pictorial entity, a visually observable existence due to light. Fire is actually not to be avoided, if one wants to create light - as a source of heat it exists also to cast bronzes, to produce colours, to melt glazes, to burn ceramics, to bring surfaces to shine…or in order to flame pictures, to set to flames, to allow to burn, as Otto Piene has invented it! Otto Piene was in his element when he flamed pictures, when he created works with fire, when he sought to bring light as light to perception, to bring to experience and put his works made with fire at light. Throughout his life he found aesthetically (perceptible) forms of expressions of the active forces of fire and finally, just in the last years, also WITH fire and through its act form heat.

4b

See: Johann Gottfried Herder, Plastik. Einige Wahrnehmungen über Form und Gestalt aus Pygmalions bildendem Traume, Riga 1778

15


Pirouetten Pirouetten 2014, Lichtplastik light sculpture 210 × 100 × 100 cm

Otto Piene erfand mit seinem Oeuvre, und finalisiert mit seinen späten Keramiken – so wäre mit Nachdruck zu behaupten - „künstlerische Wirkformen“ von Feuer, die zu den natürlichen Wirkformen von Feuer, dem Licht und der Hitze, in einen fruchtbaren Dialog treten. Im Schaffensprozess wird dieser Dialog bisweilen sogar durch visuell betörende Performances geadelt, dann, wenn Piene seine Feuergouachen oder Feuerleinwände flammt, wenn er den brennenden Bildträger durch die Luft händelt. In der Präsentation erlangt das Licht – richtig verstanden handelt es sich bei ihm ja „nur“ um eine Wirkform „seines“ primären Ur-Elementes, dem Feuer - auch als Medium auf mindestes zwei Wegen profunde Bedeutung. Zum einen, indem Otto Piene - wie zum Ende seiner Schaffenszeit hin - noch einen Lichtwürfel baut, der, an frühe ZERO-Arbeiten anschließend, Licht durch die perforierten Flächen strahlen lässt und so die Umraumgrenzen quasi dematerialisiert. Und zum anderen, indem er eine nahezu sakrale Inszenierung seiner Werke nicht selten im Abgedunkelten provozierte. Dann wird diffuses Streiflicht zu Lebenselixier von Kunst, dann glühen gleichsam Keramiken mit ihren Glasuren und geben vor, so aus sich heraus zu scheinen, wie es der Lichtwürfel tatsächlich vermag.


Installationsansicht Installation view 2012, Lehmbruck Museum, Duisburg, Deutschland

Otto Piene invented with his oeuvre, and completed with his late ceramics – this would have been asserted with emphasis - “artistic act forms” of fire, which step into a fruitful dialogue with the natural act forms of fire, light and heat. In the creative process, this dialogue is sometimes even ennobled by visually captivating performances, namely then, when Piene flamed his fire gouaches or fire canvases, when he would shift burning image-carriers through the air. In the presentation, light attained – correctly understood, light for him was “only” an act form of “his” primary primal element, the fire - also as a medium, in at least two ways, a profound meaning. On the one hand, Otto Piene - towards the end of his creative life - even built another light cube, which, in reference to earlier ZERO works, allows light to radiate through the perforated surfaces and subsequently to quasi de-materialize the borders that enclose space. And on the other hand, in that he often provoked an almost sacred staging of his works in darkened surroundings. Then diffused sidelight becomes the lifeblood of art and ceramics glow with their glazes and pretend to shine out of themselves in a manner the light cube actually does.


18

Installationsansicht Installation view 2014, Plutschow Gallery, ZĂźrich, Schweiz


Künstlerische Pendants zu den natürlichen Wirkformen

Artistic counterparts to the natural act forms

In den späten Jahren von Otto Pienes bis zur letzten Lebenssekunde profund künstlerischen Schaffens trat folglich mit der Erde ein zweites der vier Urelemente vehement präsent in sein Oeuvre. Er brannte Erde. Er schuf Keramiken. Er band mithin Feuer und Erde zu einem Ineins, indem er seine „Minotauren“, indem er Reliefs und Plattenwerke aus Ton und mit bisweilen farbekstatischen Glasuren schuf.

In the late years of Otto Piene until the last second of his life, with the earth a second of the four primal elements, profoundly artistic creations entered with vehement presence in his oeuvre. He burnt earth. He created ceramics. Consequently, he tied fire and earth to an in-one in that he created his “Minotaur”, in which he created relief’s and plate works in clay with at times colour-ecstatic glazes.

Feuer und Erde sind folglich für ihn nicht nur zwei der vier natürlichen Urelemente, sondern sie gerieren sich auch zu Grundlagen seiner Kunst. Und zwar zu existentiellen.

Fire and earth are subsequently for him not only two of the four natural primordial elements, no, they responded in such a way to form the bases of his art. Actually to the existential.

Doch während Feuer und Erde noch darstellbar sind, gelten für Licht und Hitze „nur“, dass zwar ihre Quelle, eben das Feuer, auch abbildbar ist, ansonsten aber „nur“ ihre Wirkungen Sichtbarkeit erlangen können. Wer erinnert nicht Rembrandts, El Grecos oder George de La Tours Bild gewordene Licht-Szenen, die Antizipationen dramatischer Light Shows sind, wer nicht Joseph Wright of Derbys „An Experiment on a Bird in the Air Pump“ in der Londoner National Gallery? Wer gewinnt nicht den Eindruck von flirrender Sonne und kaum erträglicher Hitze angesichts bestimmter Bilder der „Montagne Saint Victoires“ von Paul Cezanne oder vieler impressionistischer Bilder, die den Tanz von hitzigem Sonnenlicht wiedergeben? Otto Piene suchte aber eben nicht die Wiedergabe, die künstlerisch transformierten Wirkungen von Licht oder Hitze, wie wir sie aus der Malerei kennen, sondern die direkten Wirkformen Ihrer Ursache, des Feuers. Sein Leben lang bannte er die Faktizität von Feuer in seine Kunst. Otto Piene suchte mithin gleichsam Immateriell-Elementares künstlerisch zu materialisieren – er suchte und er fand eine signifikante „ästhetische Ausdrucksform“ für Feuer, gleichsam ein künstlerisches Pendant für die natürlichen Wirkformen Licht und Hitze!5a

5ab

Yet, while fire and earth are still portrayable, for light and heat apply, although their source, “only” fire which is also portrayable, otherwise however “only” their effects can gain visibility. Who needs to be reminded of Rembrandt’s, el Greco’s or George de La Tor’s light scenes turned into picture that are anticipations of dramatic light shows, who does not think of Joseph Wright of Derby’s “An Experiment on a Bird in the Air Pump“ in London’s National Gallery? Who does not get the impression of a whirring sun and hardly tolerable heat in view of specific pictures of the “Montagne Saint Victoires” of Paul Cezanne or many impressionistic pictures, that represent the dance of heated sunlight? Otto Piene did not, however, just seek the reproduction, the artistically transformed effects of light or heat, as we know it from paintings, but rather the direct action form of their cause, namely fire. All his life he has captured the facticity of fire in his art. Subsequently, Otto Piene sought to materialize, as it were, the immaterial-elementary into art – he sought and found a significant “aesthetic form of expression”5b for fire, as it were, an artistic counterpart for the natural action forms of light and heat!

Theo van Doesburg, Grundbegriffe der neuen gestaltenden Kunst, 1919/25, S. 20-22

19


20

Worauf Otto Piene baute Unweigerlich kommt man mit dieser These im Zentrum von Überlegungen zum Werk von Otto Piene zu der Notwendigkeit, die Plattform zu umreißen, auf der sich die Moderne in der Kunst ausgebreitet hat, auf der die Kunst der Moderne ihre Bühne fand. Folgt man Theo van Doesburg (eigentlich Christian Emil Marie Küpper), dem niederländischen Künstler - Maler und Theoretiker – der 1883 in Utrecht geboren und 1931 in Davos gestorben ist, und den Mitunterzeichnern der Grundlagen der konkreten Kunst, den Künstlern Carlsund, Hélion, Tutundjian und Wantz, so kommt man eben zur Konkreten Kunst, also zu der Kunstrichtung, die sich 1930 in der Zeitschrift AC formuliert zum Ziel gesetzt hatte, dass ein Werk nur. „mit rein plastischen Elementen gebaut werden“ soll, „das heißt mit Flächen und Farben. Ein bildnerisches Element bedeutet nur sich selbst; folglich bedeutet das Bild ebenfalls nur sich selbst.“6a Und weiter: „Der Bildbau muss ebenso wie die Elemente, die ihn bestimmen, einfach und visuell kontrollierbar sein. (…) Die Technik muss mechanisch sein, das heißt exakt, antiimpressionistisch. (…) Wir wollen die absolute Klarheit.“7a Ein Werk, das Feuer und dessen Wirkformen Licht und Hitze zum Thema hat, darf demnach eben nicht mehr „impressionistisch“ die Wirkungen von Licht und Hitze in unserer Welt zum Thema haben, sondern „muss“ die Wirkungen, die Auswirkungen, das Bewirkte von Feuer selbst zur Anschauung bringen:

6a

Theo van Doesburg, s.o.

7a

Theo van Doesburg, s.o.

8a

Theo van Doesburg, s.o.

„…nichts ist konkreter, wirklicher, als eine Linie, eine Farbe, eine Oberfläche.“8a Otto Piene baute auf diesem grundlegenden, gleichsam elementarisierten Denken für seine Kunst auf (Man denke im Vergleich hierzu an die Elementetabelle der Chemie, daran, dass in ihr die Grundlagen unserer materiellen Welt so elementarisiert sind, wie es die Konkrete Kunst für unsere Kunst unternahm.) Er drehte den „impressionistischen“ Absichten den Rücken zu, denen, die „nur“ die mittelbaren Wirkungen von Licht und Hitze in unserer Welt wiedergeben. Er suchte die möglichst unmittelbare Nähe zum Element Feuer – und späterhin auch Erde – und schuf mit Feuer Bilder, Werke, eben Wirkformen so, wie Feuer als Element Licht und Hitze erwirkt. Der Künstler ist so verstanden Schöpfer als Katalysator! Schon früher kam van Doesburg zum Begriff der Ästhetischen Ausdrucksform. Und zwar hatte er, der 1917 die Zeitschrift De Stijl mit gründete, 1919 begonnen, seine 1924 publizierten Grundbegriffe der neuen gestaltenden Kunst in der Reihe der Bauhausbücher zu formulieren. Und darin unterscheidet er zwischen dem Thema des „armen Bettlers“ und dem der „Armut“. Die Kunst der reinen Formen verunnötigt demnach in ihrer Konsequenz, dass ein Künstler sich einer Allegorie bedienen muss, will er ein außerbildliches Abstraktum, also ein Etwas, das dinglich nicht zu (be)greifen ist, ins Bild setzen. Für Gerechtigkeit beispielsweise braucht ein Künstler fortan nicht mehr die Allegorie der Justizia zu bemühen, sondern es ist seine Aufgabe, eine Ästhetische

Ausdrucksform für Gerechtigkeit zu finden. Um Armut auszudrücken, soll es somit nicht mehr der Darstellung eines armen Bettlers bedürfen, sondern notwendig sein, eine Ästhetische Ausdrucksform für Armut zu formulieren. Daraus folgt: Dem Licht, der Hitze oder dem Feuer ein Gesicht zu geben, ist es mithin nicht mehr opportun, eine impressionistische Darstellung zu schaffen, sondern es ist die hohe künstlerische Aufgabe, ein Werk zu erfinden, das die Wirkungen von Licht oder Hitze und Feuer so zur Anschauung bringt, dass Licht und Feuer beispielsweise durch ihre Wirkkraft ästhetisch, also wahrnehmbar wird – und zwar eben so, dass Feuer und Licht als zentrale Aussage zur Anschauung gelangen. So verdichtet könnte das Vermächtnis Otto Pienes versucht werden, in Worte zu fassen.


What Otto Piene built on Inevitably, with this thesis in the centre of reflections on the work of Otto Piene, one arrives at the necessity to outline the platform on which modernity has spread its wings in art, upon which Modern art found its stage. In the footsteps of Theo van Doesburg (actually Christian Emil Marie Küpper), the Dutch artist - painter and theorist – born in Utrecht in 1883 and who died in Davos in 1931 and the other signatories of Fundamentals of Concrete Art, the artists Carlsund, Hélion, Tutundjian and Wantz, then one arrives at Concrete Art, namely the art form which in 1930 set itself the goal in the journal AC that a work should only “be built with purely plastic elements”, “which means with surfaces and colours. A pictorial element only means itself; consequently, the image also means only itself.“6b And further: “in the same manner, the pictorial structure as is the case with the elements, that determine it, must be simple and visually easy to control. (…) The technology must be mechanical, that is exactly, anti-impressionistic. (…) We want the absolute clarity.”7b A work, which has fire and its act forms namely light and heat as subject matter, may no longer carry “impressionistically” the effects of light and heat in our world, but “must” give concrete visibility to the effects, the impact, namely that which fire produces:

6

Theo van Doesburg, see above.

7

Theo van Doesburg, see above.

8b

Theo van Doesburg, see above.

21

“…nothing is more concrete, more real, than a line, a colour, a surface.”8b Otto Piene erected his art on this basic, on a concrete and radical way of thinking (in comparison, one thinks in this regard of the periodic tabular arrangement of the chemical elements, because the foundations of our material world are particularized, in such a way as concrete art undertook it for our art.) He turned his back on the “impressionistic” intentions, on those that “only” reflected the indirect effects of light and heat in our world. He sought the most direct proximity to the element of fire - and later also earth - and created with fire paintings, art works, in such a way that fire as element produces light and heat. The artist is, understood in this way, creator as catalyst! Already earlier van Doesburg came to the concept of Aesthetic Form of Expression. He, who cofounded the magazine De Stijl in 1917 , began in 1919 to formulate his Fundamentals of the new formative art which was published in 1924 in the series Bauhausbücher. And therein he distinguishes between the theme of the “poor beggar” and the one of “poverty”. The art of the pure forms skips the necessity in its consequence that an artist must make use of an allegory if he wants to put a non figurative abstraction, in other words, a something that is not to be grasped in reality into a picture. For justice, for example, an artist needs no longer to strive with the allegory of Lady Justice, but rather it is his duty to find an aesthetic form of expression for justice.

In order to express poverty, it should therefore no longer need the representation of a poor beggar, but rather it is necessary to formulate an aesthetic form of expression for poverty. From that follows: In order to be able to give the light, the heat or the fire a face, it is consequently no longer opportune to create an impressionistic representation, but it is rather the high artistic task to invent a work that brings the effects of light or heat and fire to a visual perception, that light and fire, for example, through its active effect become aesthetic, in other words visual – in such a way that fire and light as central expressions be perceptible. In such a condensed way one can try to put into words the legacy of Otto Piene.


22

Konklusion

Conclusion

Otto Pienes „Keramiken“ sind Werke, die die Elemente Feuer und Erde vereinen. Sein tradiert primäres Element, das Feuer, tritt in ihnen nicht mehr „nur“ als ein mittelbar bildendes auf, sondern auch als ein unmittelbar existentielles.

The “ceramics” of Otto Piene are works that combine the elements of fire and earth. Fire, his primarily used element, no longer occurs as “only” indirectly forming, but rather also as directly existential.

Otto Piene hat so verstanden zum Ende seines Schaffens hin eine evidente Konklusion erreicht. Denn er hat die Elemente Feuer und Erde durch seine Keramiken vereint. Er hat die tradiert bekannte Mittelbarkeit von Feuer in der Kunst ganz nah an eine „konkrete“ Unmittelbarkeit herangeführt. Und dies mit seiner spröden, seiner klaren, seiner direkten und aus der Geschichte der Kunst heraus eben „konkret“ zu nennenden Denkungsart. Er hat so eine weitere evidente Ästhetische Ausdrucksform im Sinne Theo van Doesburgs in die Kunst geführt – er hat das moderne Projekt, die Kunst auf ihre eigenen elementaren Füße zu stellen, in einer Zeit fortgeführt, in der für gewöhnlich dergestaltige Ziele aufgegeben werden. Er ist sich treu geblieben: “Utopien haben vorwiegend literarischen Wert. Utopien, die eine reale Basis haben, sind keine Utopien. Meine Utopien haben eine solide Grundlage: Licht und Rauch und 12 Scheinwerfer!“

9a

Otto Piene in ZERO, 1958/1961. Zitiert nach Ausgabe 1973, S. 147.

Otto Piene, in this understanding, accomplished an evident conclusion at the end of his creating activity. He united the elements of fire and earth in his ceramics. He handed down the common mediation of fire in art very close to a “concrete” immediacy and this through his flimsy, his clear, his direct way of thinking, which in history of art is called “concrete”. In this sense he introduced a further evident aesthetic form of expression in the meaning of Theo van Doesburg to art - he continued the modern project, which places art on its own elementary footing, in a time when these kind of formative goals were being abandoned. He remained faithful to himself: “Utopias have predominantly literary value. Utopias having a basis in reality are no Utopias. My Utopias have a solid basis: Light and smoke and 12 spotlights!“9b

9b

Otto Piene in ZERO, 1958/1961. Quoted from 1973 edition, p. 147


Weisse Raster White Raster

Otto Piene Zero hat nicht aufgehรถrt Zero has never stopped


24


Vallauris by Day 1999/2006, Keramik ceramic 44 × 44 × 1,5 cm

25


26


Die Details der Wirbel Dreifach in der Werkstatt details of Wirbel Dreifach at the factory 2010, Köln, Deutschland

Wirbel Dreifach 2010, Meissener Porzellan Meissen porcelain 75 × 132 × 2 cm Nr. 8 aus einer Serie von 9 Unikaten no. 8 out of a series of 9 unique pieces

27


28

Otto Piene in der Werkstatt Otto Piene works at the factory 2010, Kรถln, Deutschland


Fliegenschiss 2009, Keramik ceramic 27 Ă— 27 Ă— 2 cm

29


30

Milchspur 2009, Keramik ceramic 27 × 27 × 2 cm


Farbkeramiken Coloured Ceramics

Otto Piene Zero hat nicht aufgehรถrt Zero has never stopped


32

Electrola 2007, Keramik ceramic 54.5 × 59 × 2 cm


33

Runzig 2009, Keramik ceramic 100 × 100 × 4 cm


34

Krokoehre 2009, Keramik ceramic 101 × 101 × 4 cm


35

Stahlkuche 2009, Keramik ceramic 49.7 × 49.7 × 3.9 cm


36

Kürbis 2009, Keramik ceramic 100 × 100 × 4 cm


Otto Piene in der Werkstatt Otto Piene works at the factory 2010, Kรถln, Deutschland


Installationsansicht Installation view 2010, Leopold-Hoesch-Museum, DĂźren, Deutschland


Installationsansicht Installation view 2010, Leopold-Hoesch-Museum, DĂźren, Deutschland


“o.T.” (kleiner Minotaurus) 2007, Platinüberwurf, Glasur auf Ton, Unikat statuette covered with platinum, glaze on clay, unique 13 × 12 × 6 cm


42


“Pirouetten” “Pirouetts”

Otto Piene Zero hat nicht aufgehört Zero has never stopped


44

Star Maybe 2009/2012, Keramik ceramic 97 × 97 × 5 cm


45

Mit Korinthen 2009/2012, Keramik ceramic 97 Ă— 97 Ă— 5 cm


46

Installationsansicht Installation view 2014, Plutschow Gallery, ZĂźrich, Schweiz


48

Rätsel 2009/2012, Keramik ceramic 97 × 97 × 5 cm


49

Mit Pastillen 2009/2012, Keramik ceramic 97 Ă— 97 Ă— 5 cm


Otto Piene in der Werkstatt Otto Piene works at the factory 2014 , Kรถln, Deutschland


52


Gouachen Gouaches

Otto Piene Zero hat nicht aufgehรถrt Zero has never stopped


54

Lupe 2001, Gouache gouache 70 × 100 cm


55

Zentrifuge 2001, Gouache gouache 70 × 100 cm


56

Dark Discus 2001, Gouache gouache 100 × 70 cm


57


58

Quadriga “Zwischen Köln und Düsseldorf” 2011, Gouache gouache 100 × 70 cm / 70 × 100 cm


59


60


61


62

Installationsansicht Installation view 2014, Plutschow Gallery, ZĂźrich, Schweiz


63


64


Grubenkeramiken Pit Ceramics

Otto Piene Zero hat nicht aufgehรถrt Zero has never stopped


66

Muschel 2013, Keramik ceramic 37 × 46 × 14 cm


Zwerg Nase 2013, Keramik ceramic 37 Ă— 46 Ă— 14 cm

67


68

Mann mit Bart 2013, Keramik ceramic 37 Ă— 46 Ă— 14 cm


Selbstgespräch 2

Lehmblüte

2013, Keramik ceramic

2013, Keramik ceramic

37 × 46 × 14 cm

37 × 46 × 14 cm

69


70

Interview Otto Piene mit Edgar Quadt Edgar Quadt interviews Otto Piene 2013, Düsseldorf, Deutschland

EQ: Ich möchte mit einem Zitat von Ihnen aus dem Jahr 1959 beginnen: „Was ist ein Bild? Das Bild ist ein Kraftfeld, Arena der Begegnung von Energien des Autors, geschmolzen, gegossen in die Bewegungen der Farbe, empfangen aus der Fülle des Universums, geleitet in die Kapillaren der offenen Seele des Betrachters.“ (Aus dem Katalog der Ausstellung Vision in Motion – Motion in Vision im Hessenhuis, Antwerpen, 1959) Können Sie dieses Zitat auf die Keramik, mit der Sie seit 1999 arbeiten, übertragen? OP: Unkonventionell definiere ich die Keramiken als „schwere Bilder“ oder Ton-Plastiken. Unter diesem Gesichtspunkt gilt das Zitat auch für Keramiken. EQ: Vermittelt das Material Ton eine besondere Wirkung? OP: Ja, die besondere Wirkung hat mit dem Material und der Oberfläche von „Ton“ zu tun. Die Schwere des Materials ist sichtbar und eindrucksvoll und weniger illusionistisch als Gemaltes. Die Materialität des Tons, bzw. des „Tonwerks“ bedeutet, ich kann es fühlen und nicht nur sehen. EQ: Was ist für Sie das Neue bei der Auseinandersetzung mit der Keramik?

EQ: I would like to begin by way of citing one of your statements from 1959: “What is a painting? A painting is a field of forces, the arena where its author’s impulses all come together, there to be transformed, re-formed into a movement of color. Energies, which the painter has received out of the fullness of the Universe, are now directed into channels opened to the spirit of the onlooker”. (From the catalog of the exhibition Vision in Motion– Motion in Vision at Hessenhuis, Antwerp, 1959). Would you consider this quote applicable to ceramics, the genre in which you have been working since 1999? OP: Somewhat, unconventionally, I define ceramics as “heavy paintings”, or clay sculptures. Hence, the quote would also hold good for ceramics. EQ: As a material, does clay mediate a special effect? OP: Yes, the special effect has to do with the material and the surface of “clay“. The heaviness of the material is visible and impressive – less illusionistic as painted form. The materiality of clay, or the “work of clay” signifies that I feel and not only see it. EQ: What, for you, is new in the treatment of ceramics?

OP: Die Rolle des Feuers ist besonders wichtig, mit vielen Überraschungen in Farbe und Oberfläche, anders als bei meinen Feuerbildern.

OP: The role of fire is especially important, with many surprises in color and surface, which is different to my fire paintings.

EQ: Wie stufen Sie die Keramik in Ihrem Gesamtwerk ein?

EQ: How would you classify ceramics in your oeuvre?

OP: Ebenso wichtig wie die Malerei, aber anders, eher „körperlich“.

OP: As important as painting, though different: more “physical”.

EQ: Und im Vergleich zu Ihrem skulpturalen Werk?

EQ: And when compared to your sculptural work?

OP: Die Luftplastiken und fliegenden Plastiken sind besonders leicht, viele Keramiken besonders schwer, aber leichter als Granit und Bronze.

OP: The sky sculptures and flying sculptures are particularly light, while many ceramics are especially heavy, though lighter than granite and bronze.


EQ: Hängt das Alter eines Künstlers mit der Auseinandersetzung mit dem haptischen Material Ton und Erde zusammen?

EQ: Is there a connection between an artist’s age and his treatment of the haptic material of clay and earth?

OP: Nein.

OP: No.

EQ: Wie sehen Sie die unterschiedlichen Formen der Keramik, die Rasterkeramik, die keramischen Skulpturen, die malerischen Farb-Keramiken, die Grubenarbeiten und die Regenbogenarbeiten untereinander vergleichend?

EQ: How would you compare the different forms of ceramics, the rasterized ceramics, ceramic sculptures, the pictorial color ceramics, the mine works//Grubenarbeiten, and the rainbow works?

OP: Sie sind alle miteinander eng verwandt. Viele Motive existieren in vielerlei Medien, zum Beispiel die Regenbogenarbeiten gibt es in Ölfarbe, in Gouachen, in Siebdrucken und als fliegende Plastiken, einschließlich Windplastiken, Heliumplastiken.

OP: They are all closely affiliated with one another. Many motives exist in a variety of media: there are, for example, the rainbow works in oil paints, in gouache, in screen prints and as flying sculptures, including wind sculptures and helium sculptures.

EQ: Sie arbeiten seit über sechs Jahren mit der Kölner Keramik-Werkstatt von Niels Dietrich zusammen. Was macht Ihnen als Künstler Spaß an der Arbeit, im Allgemeinen und bei der Keramik?

EQ: You have been working for over six years with Niels Dietrich’s Cologne-based ceramics workshop. What do you enjoy the most as an artist, in general and in ceramics?

OP: Der Hauptreiz ist aus wenig „was“ zu machen und bestimmte Aspekte der Welt nachzuformen. Die Beteiligung der Hand ist bedeutend, wie beim Klavierspielen. Das Besondere bei der Keramik in Köln ist die sehr vielfältige Rolle der Meisters Niels Dietrich und seiner Assistenten mit einer enorm gut organisierten Werkstatt. EQ: Hat der Entstehungsprozess für Sie eine Bedeutung oder zählt rein das Endergebnis? OP: Ja, „körperlich“. Das Endergebnis ist das Wichtigste in jedem Medium. EQ: Was ist Kunsthandwerk bei den Keramiken für Sie im Vergleich zur freien Kunst? OP: Nützlich. EQ: Welche Fragen könnten in diesem Zusammenhang noch fehlen? OP: Warum ist das Alter eines Bildes wichtig? Bei Autos ist das umgekehrt.

OP: The main attraction is to make “something” from very little, and to reform certain aspects of the world. The participation of the hand is significant, as it is in piano playing. What is special to ceramics in Cologne is the pronounced versatility of the master, Niels Dietrich, and his assistants, with an outstandingly well-organized workshop. EQ: Is the process of creation important for you, or is it only the final result that counts? OP: Yes, “physically”. The final result is the most important feature in all mediums. EQ: What, for you, is artistic craftwork in ceramics when compared to free art? OP: Useful. EQ: What questions may still be missing in this connection? OP: Why the age of a picture is significant? With cars, the opposite is the case.

71


72


Gold und Platin Gold and Platinum

Otto Piene Zero hat nicht aufgehรถrt Zero has never stopped


74

Goldregen 2014, Keramik ceramic 62 × 62 × 3 cm “o.T.” 2010, Rastertafel mit Goldüberwurf, Glasur auf Ton, grid panel covered with gold, glaze on clay 9.2 × 9.2 × 1 cm


“o.T.”

75

2010, Rastertafel mit Platinüberwurf, Glasur auf Ton, grid panel covered with platinum, glaze on clay 9.2 × 9.2 × 1 cm

Platinsoldaten 2014, Keramik ceramic 62 × 62 × 3 cm


76

Installationsansicht Installation view 2012, Lehmbruck Museum, Duisburg, Deutschland


Installationsansicht Installation view 2012, Lehmbruck Museum, Duisburg, Deutschland

79


80


Rote Raster Red Raster

Otto Piene Zero hat nicht aufgehรถrt Zero has never stopped


82

Mietwohnung 2013, Keramik ceramic 46 Ă— 37 Ă— 5 cm


Roter Waldsee 2013, Keramik ceramic 46 × 37 × 5 cm

83


84

Teich 2013, Keramik ceramic 46 × 37 × 5 cm


Otto Piene in der Werkstatt Otto Piene works at the factory 2010, Kรถln, Deutschland

85


86


Otto Piene Ausgewählte Biografie Otto Piene Selected Biography

Otto Piene Zero hat nicht aufgehört Zero has never stopped


1928

Otto Ludwig Wilhelm Hermann Leonhard Piene wird am 18. April in Laasphe (Westfalen), in Deutschland geboren.

On April 18, Otto Ludwig Wilhelm Hermann Leonhard Piene was born in Laasphe, Westphalia, Germany.

1950

Umzug nach Düsseldorf zum Eintritt in die Staatliche Kunstakademie. Studienkollegen sind Heinz Mack und Hans Salentin. In der Nachbar-klasse von Ewald Mataré sind Joseph Beuys und Erwin Heerich. Günter Grass ist in der Bildhauerklasse von Josef Mages.

Moved to Düsseldorf, enrolled at the Academy of Fine Arts in Düsseldorf (Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf ). Classmates were Heinz Mack and Hans Salentin. In the neighboring sculpture class of Ewald Mataré were Joseph Beuys and Erwin Heerich. Günter Grass was also in another sculpture class taught by Josef Mages.

1957

Im Februar besteht er mit Auszeichnung das Staatsexamen in Philosophie. Gründet mit Mack die “Gruppe Zero” (“Nullpunkt der Kunst”). Von 1957 bis 1960 organisieren sie eineReihe von Abendausstellungen, insgesamt 8, in seinem Studio in derGladbacher Straße 69 in Düsseldorf. Eröffnung der Galerie Schmela in Düsseldorf. Sie wird zusammen mit den “Abendausstellungen” zu einem der wichtigsten Orte der Avantgarde. Beginn der Freundschaft mit Yves Klein, den er bei der Er-öffung der Galerie Schmela am 31. Mai kennenlernt. Klein nimmt zwei “Rasterbilder” von Piene im Zug nach Paris mit. In der Galerie Iris Clert wird Alfred H. Barr Jr. ein Bild davon für das Museum of Modern Art in New York City erwerben.

In February he passed the State exam in Philosophy with distinction. Between 1957 and 1960 they organized a series of evening exhibitions in his studio in Gladbacher Strasse 69 in Düsseldorf, totalling 8 exhibitions. Beginning of a friendship with Yves Klein at the inauguration of Galerie Schmela May 31st. Klein took 2 “Rasterbilder” (raster paintings) by Piene, on the train, for the Galerie Iris Clert where Alfred H. Barr Jr. acquired one of them for the Museum of Modern Art in New York City.

1958

Erstellt “Rauchzeichnungen” und produziert sein erstes “Lichtballett”. Publiziert zusammen mit Mack das Magazin ZERO in Düsseldorf. ZERO 1 and ZERO 2 erscheinen anlässlich der “7. Abendausstellung: Das rote Bild” und der “8. Abendausstellung: Vibration”.

Created “Rauchzeichnungen” (smoke drawings), and started producing the first “Lichtballett” (light ballet). Together with Mack, Piene published the magazine ZERO in Düsseldorf. The first two issues, ZERO 1 and ZERO 2, were published for the night exhibitions “7. Abendausstellung: Das rote Bild” and “8. Abendausstellung: Vibration”.

1959

Entwickelt “Rauchbilder” und “Lichtplastiken”. Teilnahme an der Documenta 2 in Kassel.

Developed “Rauchbilder” (smoke paintings) and “Lichtplastiken” (light sculptures). He participated at Documenta 2 in Kassel (Germany).

1960

Piene schafft Feuerbilder und Architektur-Arbeiten, entwickelt die ersten mechanisierten Lichtplastiken.

Piene created “Feuerbilder” (fire paintings) and “Architekturarbeiten” (architecture works), and worked on the first automated light sculptures.

1955

89


90

1961

Günther Uecker schliesst sich der Gruppe Zero an. Publikation der dritten Ausgabe der ZERO–Zeitschrift anlässlich der Ausstellung ZERO 3, in der Galerie Schmela Düsseldorf,. ZERO 1, 2 und 3 legen die theoretischen Fundamente der Gruppe Zero. Piene beteiligt sich an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen. Er trifft sich mit Jean Tinguely in Paris, Martial Raysse und Spoerri in Nizza, mit Rafael Jesus Soto in Düsseldorf: Beginn bleibender Freundschaften.

Günther Uecker joined Zero. The third edition of ZERO (magazine) was published accompanying the ZERO 3 show at Galerie Schmela (Düsseldorf ). The ZERO 1, 2, and 3 (magazine) laid the theoretical foundations of Zero. He participated in numerous group exhibitions around the world. Met with Jean Tinguely in Paris, with Martial Raysse and with Spoerri in Nice, with Rafael Jesus Soto in Düsseldorf. They all became friends.

1962

Erste persönliche Ausstellung in England,”Piene: Licht und Rauch”, bei McRoberts und Tunnard in London. Im Frühling organisieren Piene, Mack, und Uecker, “Zero Events” am Rheinufer in Düsseldorf und Gerd Winkler produziert für den Hessischen Rundfunk (Fernsehen) den Zero-Film “0 × 0 = Kunst”. Piene ko-organisiert der “Nul” Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam, wo er zusammen mit Mack und Uecker, den ersten Lichtraum: “Salon de Lumière” gestaltet.

“Piene: Light and Smoke”, his first personal exhibition in Great Britain took place at McRoberts and Tunnard in London. In the spring Piene, Mack, and Uecker organized Zero events on the banks of the Rhine in Düsseldorf for the Zero film “0 × 0 = Kunst”. Piene co-organized the “Nul” show at the Stedelijk Museum in Amsterdam.

1964

Piene, Mack und Uecker realisieren gemeinsam ihren Lichtraum ”Homage à Fontana” für die Documenta 3 in Kassel.

Piene, Mack, and Uecker presented their collectively realized light room “Homage a Fontana” at documenta 3 in Kassel.

1965

Übersiedlung nach New York, wo die Howard Wise Gallery seine erste amerikanische Solo-Ausstellung präsentiert: “Otto Piene: Lichtballett

Moved to New York City where Howard Wise Gallery presented his first American solo exhibition: “Otto Piene: Light Ballet”.

1968

György Kepes lädt Piene als ersten internationalen Fellow ein an das neu gegründete Center for Advanced Visual Studies (CAVS) des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts ein. Im Mai findet “Light Line Experiment” statt, der erste grosse. Sky Event Pienes, auf dem MIT Briggs Athletic Field in Zusammenarbeit mit Walter Lewin, Astrophysiker am MIT Center for Space Research und 25 anderen Künstlern, Wissenschaftlern und Studenten. Zusammenarbeit mit Nam June Paik in seiner Ausstellung “Electronic Art II” in der Bonino Gallery in New York, NY.

Piene was invited by György Kepes as the first international Fellow at the Center for Advanced Visual Studies (CAVS) of the Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge,Massachusetts (USA), In May “Light Line Experiment”, Piene’s first major skyevent, took place at MIT’s Briggs Athletic Field. For the occasionhe worked in collaboration with Walter Lewin, astrophysicist at the MIT Center for Space Research, and 25 other artists, scientists and students. He collaborated in “Nam June Paik’s Electronic Art II” an exhibition held at Bonino Gallery in New York.


1972

Er gewinnt den Skulptur-Wettbewerb mit dem “Light Satellite”, den er für das Olympische Athletische Zentrum der Olympischen Spiele in München realisiert und den Wett-bewerb des Landesmuseums Münster, für das er zwei programmierte kinetische Lichtwände, “Silberne Frequenz”, entwickelt.

1972 1974

Entwickelt “Pleïades” eine prismatische Licht-Skulptur für das Institute for Astronomy of the University of Hawaii in Honolulu, HI.

1974

Berufung zum Direktor des Center for Advanced Visual Studies, CAVS, des MIT, Cambridge, in der Nachfolge von György Kepes. Diese Position als Professor und Direktor des CAVS hält er bis 1994 inne. 1994 wird er zum Professor Emeritus und CAVS Direktor Emeritus ernannt.

1957

He won a major sculpture competition leading to his “Lichtsatellit” (“Light Satellite”) for the site of the XX Olympic Games in Munich (Germany). Piene won a competition at Landesmuseum Münster (Germany), for which he developed the programmed outdoor light murals “Silberne Frequenz” (Silver Frequency). He created “Pleiades” a prismatic light sculpture for the Institute for Astronomy of the University of Hawaii in Honolulu, HI. Piene was appointed professor of Visual Design for Environmental Art at MIT and succeeded György Kepes as Director of the Center for Advanced Visual Studies (CAVS) at MIT, a position that he held until he became Professor Emeritus (1993) and CAVS Director Emeritus (1994).

1978

Es entsteht “Icarus - A Sky Opera”, gemeinsam mit Paul Earls (Musik) und Jan Strasfogel (Text); und 25 Sky Events und Gesamt-Design von Piene für den “Centerbeam” (“Centerbeam DC” at the National Mall). In Alexandria (Virginia) findet ein “Sky Art Workshop” statt.

“Icarus – A Sky Opera”, and 25 sky events were created for “Center-beam” (Centerbeam D.C., at the National Mall). “Icarus”, by Paul Earls, Piene, and Jan Strasfogel, was produced and performed for the first time.

1979

Piene beteiligt sich an den zwei grossen Retrospektiven “Zero, Bildvorstellungen einer europäischen Avantgarde 1958 - 1964” im Kunsthaus Zürich (Schweiz), und “Zero, Internationaal Antwerpen” in Antwerpen, (Belgien).

Piene took part in the Zero show “Zero, Bildvorstellungen einer europäischen Avantgarde 1958 – 1964” at Kunsthaus Zurich (Switzerland). “Zero Internationaal Antwerpen” in Antwerp (Belgium) became a major Zero retrospective.

1981

Piene organisiert und leitet mit Goldring als Ko-Direktorin die erste “Sky Art Conference”.

Piene organized the first “Sky Art Conference”.

1985

Teilnahme mit CAVS Fellows an der São Paulo Biennale (Brasilien).

With CAVS colleagues Piene exhibited at the Sao Paulo Biennale (Brazil).

1989 1990

Piene wird Beiratsvorsitzender der Ministerin für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen; Vorsitzender des Beirats zur Planung und Vorbereitung der Kunsthochschule für Medien in Köln (KHM), sowie Kuratoriumsmitglied für das neue Zentrum Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe.

Piene became chairman of the advisory council to the Minister for science and research of the Land North Rhine-Westphalia (Germany) and member of the Board of Trustees at ZKM Center for Art and Media Technology in Karlsruhe (Germany).

91


1991

Ausstellung : “Otto Piene. Überblick. Bilder, Sky Art, Projekte”, Galerie Löhrl, Mönchengladbach. Galerie Schoeller in Düsseldorf organisiert eine weitere Solo-Ausstellung.

“Otto Piene. Überblick. Bilder - SKY ART - Projekte” opened at Galerie Löhrl in Mönchengladbach, Galerie Schoeller in Düsseldorf organized a second solo exhibition.

1992

Die Stadt Düsseldorf und das Kunstmuseum im Ehrenhof richten “Hommage à Fontana”ein. “Hommage à Fontana”, ursprünglich von der Gruppe Zero (Mack, Piene, Uecker) für die Documenta geschaffen, ist jetzt permanente Installierung im museum kunst palast.

The city of Düsseldorf, Kunstmuseum im Ehrenhof, installed “Hommage à Fontana”. A group environment (Piene, Mack, and Uecker). Commissioned originally by Documenta, is now a permanent installation, at museum kunst palast, Düsseldorf.

1993

Sky Events “Red Cross for Sarajevo” und “Flying Cello” am MIT (Cambridge) anlässlich der Feier zum 25jährigen Bestehen des CAVS.

Sky events “Red Cross for Sarajevo” and “Flying Cello” are performed at MIT in celebration of the CAVS 25th anniversary.

1999

Piene ist einer der 35 Künstler der Ausstellung “ World Artists at the Millennium” im United Nations Headquarters, New York, NY. Sprecher zusammen mit Bill Viola in der UNESCO Konferenz “Visual Arts in the 21st Century” in Paris (Frankreich). Vorbereitungs-arbeit für den Lichtturm “Geleucht”, beauftragt von RVR (Regionalverband Ruhr), für die Halde Rheinpreußen in Moers (Deutschland). Auftrag und Realisierung eines “Lichtraumes” in der Neuen Nationalgalerie in Berlin.

Piene was one of the 35 artists in the exhibition “World Artists at the Millennium” at United Nations Headquarters, New York, NY. Speaker, together with Bill Viola, at the UNESCO conference “Visual Arts in the 21st Century” taking place in Paris. Preparatory work for the light tower “Geleucht”, commissioned by RVR (Regionalverband Ruhr), for Rheinpreussen slagpile in Moers (Germany). “Lichtraum” (light room) was commissioned by and exhibited at Neue Nationalgalerie in Berlin.

2002

Eine grosse Retrospektive “Otto Piene: The Zero Experience“ wird in 22 Räumen der Prager Stadt Galerie (Haus der Steinernen Glocke; Kurator Vit Havránek) ausgestellt.

A major retrospective exhibition “Otto Piene: The Zero Experience” was exhibited in 22 rooms of the Prague Municipal Gallery.

2002 2004

Honorary Editor des Journals Leonardo – Massachusetts Institute of Technology (MIT) Press.

Honorary Editor of the journal Leonardo – Massachusetts Institute of Technology (MIT) Press.

2007

Eine Retrospektive der neuen keramischen Arbeiten von Piene findet im Hetjens-Museum in Düsseldorf statt.

A retrospective of Piene’s new ceramic works was held at Hetjens-Museum in Düsseldorf.

2008

Die Zero-Foundation wird im Dezember 2008 in Düsseldorf auf der Basis der Arbeiten der ZERO Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker eingerichtet, getragen von Mitteln der Künstler, der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Stiftung museum kunst palast.

The Zero Foundation was established through collaboration between the Düsseldorf Zero artists Mack, Piene and Uecker, with the Stiftung museum kunst palast and financial aid from the City of Düsseldorf.

93


94

2009

Angeregt von Edgar Quadt entsteht eine Reihe neuer Keramiken mit Meissener Porzellan.

Realized a series of new ceramic work with Meissen porcelain, initiated by Edgar Quadt.

2011

Austellung „Otto Piene: Lichtballett“ der lichtbasierten Skulpturen am MIT List Visual Arts Center in Cambridge, MA (USA). Sky Event am MIT, Killian Court aus Anlass des 150. Gründungstages des MIT am 7. Mai.

Exhibition„Otto Piene: Lichtballett“ of the light-based sculptural work at the MIT List Visual Arts Center in Cambridge, MA (USA). Sky Event at MIT, Killian Court, on the occasion of MIT‘s 150th Anniversary, May 7.

2012

Ausstellung „4 Künstler - 4 Räume“ von Otto Pienes Keramiken im Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg, 24. Februar bis 19. August 2012.

Exhibition of Piene‘s ceramic works at Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg (Germany) titled „4 Räume - 4 Künstler“, Feb 24 - Aug 19.

2013

Anlässlich Pienes 85. Geburtstag findet am 18. April in der Staatlichen Hermitage St. Petersburg, Russland, ein Sky Event statt. Piene zeigt Werke in der Ausstellung «Dynamo – Un siècle de lumière et de mouvement dans l›art 1913-2013» im Grand Palais, Paris, Frankreich. 10. April - 22. Juli 2013.

2014

„Otto Piene. More Sky“ Eine Retrospektive und ein Ausstellungskooperation der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und der Deutsche Bank Kunsthalle. Otto Piene ist am Tag nach der erfolgreichen Austellungseröffnung in Berlin friedlich gestorben. ZERO: Countdown to Tomorrow, 1950s–60s eine umfassende Ausstellung im Guggenheim-Museum New York.

In celebration of the artist‘s birthday on April 18 a Sky Event is taking place at the State Hermitage of St. Petersburg (Russia). Participation in the light show “Dynamo – Un siècle de lumière et de mouvement dans l’art 19132013” at the Grand Palais, Paris (France). April 10 - July 22, 2013. More Sky, retrospective exhibition in collaboration with the Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin and the Deutsche Bank KunstHalle, (Germany). Otto Piene died on July 17, 2014 while in a taxi on his way to continue preparations for a “Sky Art Event” at Neue Nationalgalerie. Zero: Countdown to tomorrow, 1950s-60s, retrospective exhibition on the ZERO movement, Guggenheim Museum, New York City, (USA).


AusgewÄhlte ÖFFENTLICHE UND PRIVAT­ SAMMLUNGEN Selected PUBLIC AND PRIVATE COLLECTIONS

The Museum of Modern Art New York City, NY, USA

Collection Lenz Schönberg Salzburg, Austria

National Galerie Berlin, Deutschland

Collection Renate Böhmer-Haberland Munich, Germany

Stedelijk Museum Amsterdam, The Netherlands Kunsthaus Zürich Zurich, Switzerland Musée National d’Art Moderne, Centre George Pompidou, Paris, France Albertina Vienna, Austria Musées Royaux des Beaux Arts Brussels, Belgium The National Museum of Modern Art Tokyo, Japan Metropolitan Museum of Art New York City, NY, USA Museum Ludwig Cologne, Germany Guggenheim Museum Abu Dhabi. United Arab Emirates

Otto Pienes Arbeiten finden sich in über 200 Museen und öffentlichen Sammlungen. Otto Piene’s work is included in more than 200 museums and public collections.

95


97

More Sky Vernissage More Sky Opening 2014, Berlin, Deutschland Vordere Reihe von links Christina Quadt, Otto Piene, Edgar Qaudt, Roman Plutschow Hintere Reihe von links Hubert Drexl, Elisabeth Piene, Prof. Dr. Karl Winkler Front row from left Christina Quadt, Otto Piene, Edgar Qaudt, Roman Plutschow Back row from left Hubert Drexl, Elisabeth Piene, Prof. Dr. Karl Winkler


Otto Piene Zero hat nicht aufgehört Zero has never stopped

published by Plutschow Gallery GmbH, Zurich, Schweiz ISBN 978-3-9524435-0-7 design Balázs Sipos www.behance.net/siposbalazs editors Roman Plutschow, Viola Lukács printed by Printorg Production, Budapest, Hungary www.printorg.ch photo credit © Edgar Quadt, Photographer Christian Altengarten: pp. 16, 28, 32, 37, 50, 51, 96 © Edgar Quadt, Photographer Mareike Tocha: pp. 29, 30, 33, 34, 35, 36, 41, 44, 45, 48, 49, 66, 67, 68, 69, 74, 75, 82, 83, 84 © Edgar Quadt: pp. 60, 61 © Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH: pp. 26, 27, 85 © Maren Heyne: pp. 14, 15 © Rolf Schroeter: pp. 11, 88, 89, 92, 93 © Plutschow Gallery, Photographer Martin Rütschi: pp. 18, 19, 46, 47, , 62, 63 © Plutschow Gallery, Photographer Peter Schälchli: pp. 25, 54, 55, 56, 58, 59 © Edgar Quadt, Photographer Dejan Saric: pp. 17, 76, 77, 78, 79 © Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum, Düren, Photographer Peter Hinschläger: pp. 38, 39, 40 biography credit Ante Glibota, the author of two extensive monographs of Otto Piene


To coincide with the exhibition OTTO PIENE: Objects 18.10. 2014 – 10.01.2015 curated by Edgar Quadt, Roman Plutschow and Viola Lukács PLUTSCHOW GALLERY Waldmannstrasse 6, CH-8001 Zürich, Switzerland www.plutschowgallery.com T +41 43 268 57 43, F +41 43 268 57 44

All rights reserved. No part of this publication may be reproduced, stored in a retrieval system, transmitted in any form of by any means, electronic, mechanical, including photocopying, recording or otherwise, without having obtained prior permission from the publisher. All artworks from the exhibition reproduced herein Courtesy Otto Piene / Edgar Quadt.


Profile for PLUTSCHOW GALLERY

OTTO PIENE - Zero hat nicht aufgehört, Zero has never stopped  

Publication to PLUTSCHOW GALLERY's first Otto Piene exhibition with a text by Prof. Dr. Raimund Stecker, among others former director of the...

OTTO PIENE - Zero hat nicht aufgehört, Zero has never stopped  

Publication to PLUTSCHOW GALLERY's first Otto Piene exhibition with a text by Prof. Dr. Raimund Stecker, among others former director of the...