Mit „Kampfgeist“ in Schlanders

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Bürgerliste Laas stellt sich der Wahl

Das Kandidaten-Team der Bürgerliste Laas mit dem BM-Kandidaten Toni Perfler (6. v.l.) LAAS - Nach 25 Jahren politischer Tätigkeit im Gemeinderat, entweder als Opposition oder im Gemeindeausschuss, stellt sich die Bürgerliste Laas wieder der Wahl. „Es ist uns gelungen, eine dynamische, motivierte Gruppe aus erfahrenen und jungen Kandidaten zusammen zu stellen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Bürgermeisterkandidat ist Toni Perfler, langjähriger Gemeindepolizist, seit 10 Jahren im Gemeinderat und in der Baukommission, seit 15 Jahren Präsident der Sportschützen und Ausschussmitglied der Eigenverwaltung Laas. Die insgesamt 12 Kandidaten/innen stammen

aus den verschiedensten Berufen. „Dies ist eine gute Voraussetzung, um die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zu kennen und gut zu vertreten,“ heißt es in der Aussendung weiter. Die Bürgerliste Laas sei eine freie und unabhängige Liste. Ziel sei eine bürgernahe, bodenständige und transparente Politik. Bedauert wird, „dass es trotz unserer Bemühungen nicht gelungen ist, eine gemeinsame Kandidatenliste mit der SVP zu präsentieren.“ Gemeindepolitik sei personenbezogen „und deshalb braucht es keine von einer Parteizentrale gesteuerte und beeinflusste Politik.“ Die Bürgerliste hofft,

dass sich Verbände und Vereine politisch neutral verhalten. Die Bürgerliste wolle Gutes der vergangenen Jahre weiterführen und Neues mit viel Energie und Einsatz vorantreiben und sei auch bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Neben Toni Perfler als BM-Kandidat treten folgende Personen auf der Liste an (in alphabetischer Reihenfolge): Michael Angerer, Tina Angerer, Gottfried Fleischmann, Horst Köfler, Marian Martin Perfler, Andrea Perger Puintner, Markus Riedl, Karl Rieger, Roland Spechtenhauser, Adalbert Tschenett und Walter Verdross. Die im Wahlprogramm aufgelis-

teten Themen bzw. Anliegen sind breit gefächert: bürgernahe Politik und Miteinbindung der Bevölkerung bei wichtigen Projekten bzw. Entscheidungen, niedrige Steuern und Abgaben, bürgerfreundliche Wohnbaupolitik, soziale Anliegen und familienfreundliche Politik, Jugend, Sport, Vereinswesen und Kultur, Sicherung der Arbeitsplätze, Unterstützung der Landwirtschaft, Pflege von Brauchtum und Tradition, umsichtige Verkehrskonzepte, schonender Marmorabtransport, Natur und Umweltschutz, sanfter Tourismus. RED

AUFGESPÜRT & AUSGEGRABEN (52)

Verschwörungstheorien leben lang New York. 8:46 Uhr. Die Boeing 767 des Fluges American Airline 11 schlägt in den Nordturm des World Trade Center ein. Die Bilder wurden weltweit unzählige Male gesendet und geistern noch heute in ebenso vielen YouTube-Videos herum. Ein kollektives Schockerlebnis, das die Welt stillstehen ließ. Die irische New-Age-Sängerin Enya lieferte mit „Only Time“ den Soundtrack dazu. Es heißt, jeder würde sich noch genau erinnern, wo er war, als er von den Terroranschlägen am 11. September 2001 erfahren hat. Zuhause beim Bügeln, im Büro vor einer Excel-Tabelle, in einer Bar bei einem weißen Bitter. Schon bald nach dem Abklingen der Starre wurden einige Fragen gestellt: Wird nun alles anders werden? Ist unser Leben, wie wir es bisher kannten, vorbei? Oder: Wie lange wird das Innehalten dauern? Seien wir ehrlich: Einige Kontrollen und Einschränkungen beim Fliegen mehr, ansonsten hat sich im Alltag ein Zustand der Normalität eingependelt. Nicht eingependelt hat sich hingegen die Einstellung vieler Menschen zu den damaligen Ereignissen. Je länger diese vergangen sind, desto mehr Verschwörungstheorien gibt es dazu. Angesichts der sechs verschiedenen und

live gesendeten Videos des Flugzeugseinschlags in den Südturm verwundert es doch, dass daran immer noch gezweifelt wird. Ein Szenenwechsel zur aktuellen Pandemie drängt sich geradezu auf. Bei aller gesunden kritischen Haltung gegenüber Medien und den Naturwissenschaften scheint es doch reichlich übertrieben, die Existenz von SARS-CoV-2 oder die prinzipielle Gefährlichkeit des Virus in Abrede zu stellen. Dabei sind die Verschwörungstheoretiker recht wendig. Wenn eine Position gar nicht mehr haltbar ist, schwenkt man eben auf eine andere Theorie um. Man hätte sowieso nie etwas anderes behauptet. Und schuld an allem sei ohnehin Bill Gates. Argumenten gegenüber erweisen sich 9/11- wie auch Corona-Skeptiker erstaunlich Z immun. Auch eine Form von Immunität.

DER VINSCHGER 31/20

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