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INFOTHEK VON PASSAGE & CO.

Studieren & Leben in Aixen-Provence 2009

Texte & Fotos: Benedikt Frantz, Praktikant 2009


Ausgewertete Umfrage zum Studium in Aix-enProvence und Marseille - Juli 2009 Südfrankreich zieht nicht nur Touristen an! Studenten/innen aus ganz Europa kommen mit dem ERASMUS-Studentenaustauschprogramm für ein oder mehrere Semester nach Aix-en-Provence und nach Marseille. Was und wie können sie hier studieren, wie ist das Niveau der Lehrveranstaltungen? Wie bringt man sich unter? Was kann man in seiner Freizeit unternehmen? Diese Fragen stellen sich alle, bevor sie sich voller Neugier und Klischees über die Provence auf den Weg machen. Damit der Einstieg leichter wird, haben die Passage & Co. - Praktikanten Lara Samuel (Vergleichende Literaturwissenschaft, Wien), Benedikt Frantz (Germanistik und Philosophie, Göttingen) und Rebecca Dovergne (Interkulturelle Studien Aix-Tübingen) 2009 eine breite Umfrage unter ihren geisteswissenschaftlichen Kommilitonen gestartet. Die von rund 20 Studenten/innen ausgefüllten Fragebögen wurden von Benedikt Frantz ausgewertet und in essayistischer Form in 5 Kapiteln Universität / Wohnen / Alltag / Freizeit / Ausflüge - auf den Punkt gebracht. 1


INHALT EINLEITUNG! !

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STUDIEREN IN AIX! !

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WOHNEN! !

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ALLTAG! !

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FREIZEIT!

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AUSFLÜGE! !

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3 DT-FRZ. MASTERSTUDIENGÄNGE!!

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STUDIEREN IN AIX-EN-PROVENCE NÜTZLICHE LINKS

Eingang zur Bibliothèque Méjanes

Internetseite der Université de Provence Service des Relations internationales (SRI) Caisse d'allocations familiales CAF Caisse d’Allocations Familiales (CAF) 135 chemin Roger Martin, 13100 Aix-en-Provence

Unter all den wichtigen Informationen rund ums Erasmus-Studium sollte eine Sache nicht vergessen werden: Die Universität. Wenn das Folgende nun nicht nur eine erste Orientierung bietet, sondern zugleich auch einen ersten Eindruck vermittelt, sollte dabei nicht vergessen werden, dass jede Beurteilung letztlich subjektiv bleibt und daher jeder das Interesse daran bewahren sollte,

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möglichst unvoreingenommen seine eigenen Erfahrungen zu sammeln. Vorausgeschickt werden muss, dass die hier zusammengetragenen Informationen nahezu ausschließlich von Erasmus-Studenten aus der Faculté des Lettres stammen und sich die konkreten Informationen daher besonders auf diese konzentrieren.


Lage / Örtlichkeit Wenngleich sich die Gebäude der Universität in Aix-en-Provence über die gesamte Stadt verteilen, so findet sich die Hauptschlagader des akademischen Treibens doch unzweifelhaft etwa ein Kilometer südlich des eigentlichen Stadtzentrums. Hier, zwischen der Avenue Jules Ferry und der Avenue Robert Schuman, wird sich also der Großteil der universitären Aktivität im Erasmus-Studium abspielen, hier wird man fündig auf der Suche nach den Fakultäten der Geistes-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, den wichtigsten Bibliotheken, den beiden großen Mensen (Fenouillères, Gazelles), dem eigentlichen Campus und seines außerehelichen Bruders, dem Parc Joseph Jourdan. Man wäre nicht der Erste, dem beim Anblick der verschiedenen Gebäude die Bemerkung entgleiten würde, dass einem die finanzielle Kluft zwischen den einzelnen Fakultäten unmittelbar ins Auge springt. So schmückt ein aufmerksam gepflegter Rosengarten die Einfahrt zu dem an altehrwürdige, römische Architektur gemahnenden Hauptgebäude der traditionell konservativ ausgerichteten Faculté de Droit, in dessen imposanten und weiträumigen Fluren man sich mitunter in einen - einem Kreuzgang ähnelnden - kleinen Säulenhof verirren kann, der dem hier Ruhe suchenden Studenten erlauben zu wollen scheint, sich auf dem mit Marmor ausstaffierten Boden seiner höhe4


ren Bestimmung zu vergewissern. Demgegenüber empfängt einen ein Plattenbau, der, zum Schutz vor den abbröckelnden Partien der Außenwände von Auffanggittern umrahmt, in ein Flur-Labyrinth einlädt, das zu Seminarräumen führt, deren von Löchern gesäumte Wände die Porosität des Betons entlarven und in denen fehlende Teile der Zwischendecke den Blick freilegen auf ein fragwürdig zusammengeflicktes Kabelwerk. Willkommen in den Räumlichkeiten der Faculté des Lettres.

Einschreibung und Suche nach Veranstaltungen Sobald man einmal vor Ort ist und sein Studium an der Faculté des Lettres beginnen möchte, führt einen der Weg unweigerlich in das Büro des SRI (Service des Relations Internationales). Hat man nicht zufällig vergessen, eine Bestätigung seiner Krankenversicherung bei sich zu führen („sécurité sociale“), kann man sich hier nun offiziell als Student der Université de Provence einschreiben und bekommt eine vorläufige Bescheinigung dazu ausgestellt. Der eigentliche Studentenausweis dürfte dann bereits nach wenigen Wochen (oder Monaten) abholbereit am gleichen Ort auf seinen neuen Besitzer warten. Darüber hinaus erhält man zwei eigens dem Erasmus-Studenten zugedachte Papiere, die „fiche d’évaluation“ und die „fiche pédagogique“. Ersteres darf bis 5


zum Ende des Semesters getrost in einer Schublade verweilen, da es lediglich dazu dient, den in Frankreich stets in Anonymität bewerteten Prüfungen (Name und Matrikelnummer werden aufgeschrieben und dann zugeklebt), seinen Namen und seine Matrikelnummer beizulegen. Letzteres allerdings gehört, ausgefüllt mit den anvisierten Kursen und dem dazu gehörenden Einverständnis (heißt: einer Unterschrift) des Koordinators, sobald wie möglich wieder ins Büro des SRI eingereicht. Apropos Koordinator - Jeder Erasmus-Student bekommt einen persönlichen Koordinator („tutrice/tuteur“) zugeteilt, Ansprechpartner bei allen Fragen rund ums Studium. Er macht einen mit den hiesigen Universitätsgepflogenheiten vertraut, bahnt einem den Weg durch den bisweilen dichten bürokratischen Dschungel und gibt Hilfestellung bei der manchmal aussichtslos erscheinenden Suche nach erwünschten oder benötigten Kursen. Teilweise werden die Listen der stattfindenden Kurse erst unmittelbar mit Beginn des Semesters vor den Sekretariaten der einzelnen Seminare („départements“) ausgehängt, prinzipiell sind die jeweiligen Vorlesungsverzeichnisse jedoch schon zuvor im Internet einsehbar. Über die Internetseite der Universität gelangt man auf die Seiten der einzelnen Institute und begibt sich dort auf die Suche nach den „plaquettes pédagogiques“, 6


der Auflistung und Beschreibung der angebotenen Kurse, und den „emplois du temps“, den Stundenplänen mit Angaben zu Zeit und Ort der Veranstaltungen. Was die Auswahl der Kurse betrifft, ist es eine individuelle Frage, in welcher Art von Vereinbarung man mit seiner Heimatuniversität steht. An der Faculté des Lettres in Aix lässt man den Erasmus-Studenten jedenfalls die größtmögliche Freiheit. In dem Flur beim SRI-Büro hängen die Angaben zu Kursen aus, die speziell für ausländische Studenten angeboten werden. Dies sind sowohl Sprachkurse unterschiedlichen Niveaus, als auch Seminare zur französischen Politik, Kultur und Geschichte. Diese Veranstaltungen könnten über die jeweilige Thematik hinaus insofern interessant sein, als dass einem die ECTS-Punkte einigermaßen garantiert sind. Außerdem ist es aufgrund der kontaktfreudigen Atmosphäre eine gute Möglichkeit, internationale Bekanntschaften zu machen. Darüber hinaus kann man sich, unabhängig von bestimmten Modulen (für reguläre Studenten strikt einzuhaltende Kurskombinationen), aus den verschiedensten Fächern einen Stundenplan nach seinem eigenen Geschmack zusammenstellen. Nicht unüblich ist es, sich in den ersten beiden Semesterwochen beliebige Kurse anzuschauen und danach zu entscheiden, was einem für den restlichen Verlauf des Semesters den größten Gewinn verspricht.

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Eines jedenfalls darf jedem zukünftigen Erasmus-Studenten in Aix unbesorgt mit auf den Weg gegeben werden: Keine Panik. Sollte sich vor allem in den ersten Tagen der formale Einstieg in das Erasmus-Studium streckenweise als schlichtweg unbegehbar darstellen, die Erfahrung lehrt, dass im Endeffekt alles sehr viel unkomplizierter ist, als es zunächst scheint. Einfach den scheinbaren Hürden trotzen und provenzalische Gelassenheit an den Tag legen. Und wer weiß? Vielleicht gesteht man sich mit einem Male sogar ein, dass es doch auch zu schade wäre, wenn einem die Mitarbeiter des SRI-Büros urplötzlich nicht mehr mit der bereits vertrauten Willkürlichkeit in ihrer zwischen allen Extremen schwankenden Laune begegnen würden.

Zu den Kursen Wem die Vorstellung ein wenig unlieb ist, mit seinen noch nicht wirklich ausgebildeten Sprachkenntnissen direkt in der ersten Seminarsitzung von einem Dozenten darum gebeten zu werden, Stellung zu der soeben aufgeworfenen Frage zu beziehen, dem sei gesagt, dass dieses Unbehagen sehr bald nach den ersten Kursbesuchen ebenso gut in Wut umschlagen könnte. Wut darüber, dass sich nicht wenige Dozenten äußerst ungern in ihren Monologen unterbrechen lassen. 8


Diese etwas überspitzte Andeutung der Lehrweise an der französischen Universität möchte keineswegs pauschalisieren, gibt jedoch nichts anderes als die Erfahrung zahlreicher Erasmus-Studenten wieder, die einigermaßen überrascht waren vom hiesigen Ablauf der Kurse. Tatsächlich fällt es, an die Lehre an deutschen Universitäten gewöhnt, nicht selten schwer, so genannte Seminare (TD) von Vorlesungen (CM) zu unterscheiden. So kann es einem mitunter widerfahren, auf die zu Beginn des Seminars gestellten Fragen des Dozenten antworten zu wollen, um kurz darauf feststellen zu müssen, dass sich diese Fragen nicht wirklich an die Studierenden richteten, sondern lediglich zur Einleitung des darauf folgenden Vortrags dienten. Als einen weiteren frappierenden Unterschied wird man allzu schnell die variierende Länge der Kurse ausmachen. Während einige nicht länger als eine Stunde dauern, ziehen sich andere über bis zu vier Stunden hin. Bei dem richtigen Dozenten sicherlich ein gute Erprobung der eigenen Fähigkeit, auch unter den widrigsten Umständen nicht einzuschlafen. Diese Beschreibung soll allerdings alles andere als vor einem Studium in Aix abschrecken. So sehr einige negative Erfahrungen unausweichlich sein werden, erwarten einen doch auch ebenso positive Überraschungen. So gilt die obige Beschreibung der Ab9


läufe von Kursen doch nicht für alle Veranstaltungen. Manche Dozenten verstehen sich bestens darauf, ihre Vorträge in den Seminaren interessant und kurzweilig zu gestalten. Und andere sich sogar eines Gewinnst durch Diskussion bewusst. Letzten Endes ist es aber allein deswegen schon lohnenswert, sich der französischen Lehrweise auszusetzen, da eines dabei immer garantiert bleibt: Der Fortschritt in der französischen Sprache.

Prüfungsmodalitäten Ähnlich gewöhnungsbedürftig wie der Ablauf der Kurse mögen einem auch die Klausuren erscheinen. Hat man eine Aufgabe inhaltlich auch noch so überzeugend gelöst, ist es dennoch nicht ausgeschlossen, anschließend reichlich erstaunt von einer denkbar wenig guten Bewertung zu erfahren. Das Geheimnis liegt in der Form. Und hier sei jedem, der an einigermaßen ansehnlichen Noten interessiert ist, angeraten, dem Drang zur Rebellion zu widerstehen. Gefragt sind deutlich strukturierte Texte. Eine klar abgesteckte Einleitung, eine streng nach einzelnen Gesichtspunkten angeordnete Abhandlung und ein alles zusammenfassender Schluss. Die Lösung liegt in der Zahl 3. Hat man eine 3-gliedrige Struktur konstruiert und diese 3 einzelnen Teile gar noch einmal 10


in 3 Abschnitte unterteilt, mag einer guten Bewertung kaum noch etwas im Wege stehen. Kurz, es gilt beim Abfassen der Klausur stets im Auge zu behalten, dass der erste - und nicht selten alles entscheidende - Blick des Dozenten auf die Form fällt. Auch erscheinen die Prüfungsmodalitäten den meisten Erasmus-Studenten neuartig, mitunter wesentlich umfangreicher. Generell hat man im Laufe des Semesters pro Kurs wenigstens ein „contrôle continu“ abzulegen, das aus einem Referat, einer Klausur oder einem Essay bestehen kann und zu 30 % mit in die Endnote einfließt. Die Abschlussprüfung kann dann entweder ebenfalls eine Klausur darstellen, eine Hausarbeit („mini-mémoire“) oder eine mündliche Prüfung. Heikel wird dieses Programm, wenn ein Kurs in zwei Themen aufgeteilt ist und obendrein im Laufe des Semesters der Dozent wechselt. Hier verdoppeln sich die zu erbringenden Leistungen. Die Noten werden im französischen System von 0 bis 20 verteilt. Die Null erzielt man eigentlich nur durch Abwesenheit, die 20 ist den Göttern eigen. Wie das daheim in Deutschland umgerechnet wird, ist universitätsabhängig, gängigerweise hat jede Universität ihren eigenen Notentabellenvergleich. Eine 15 fällt dabei berechtigterweise meist noch in den „sehr guten“ Bereich.

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Wer dennoch einen Grund zum Optimismus vermisst, darf erfahren, dass eigentlich alle Dozenten den Erasmus-Studenten gegenüber sehr entgegenkommend sind. Besonders bei sprachlichen Problemen gewährt man gerne eine Art Erasmus-Bonus. Erheiterndes zum Schluss: Wenige Wochen nach den Prüfungen macht man Bekanntschaft mit dem französischen Verständnis von Diskretion. In den Fluren der jeweiligen Institute werden die Listen mit den Ergebnissen veröffentlicht. Inklusive der Matrikelnummer und des vollständigen Namens.

Ein letztes Wort Dass diese Beschreibung des universitären Lebens in Aix-en-Provence wohl kaum vollständig erscheinen und viele Fragen offenlassen mag, sollte insofern kein Problem darstellen, als dass die Betreuung der Erasmus-Studenten an der Universität gerade zu Beginn ihres Aufenthaltes vorbildlich genannt werden darf. Man findet immer einen Ansprechpartner und bekommt zahlreiche Angebote, um die Université de Provence bestmöglich kennen zu lernen. Auf einer Campusführung etwa werden einem die wichtigsten Gebäude gezeigt, die Bibliothek vorgestellt und auch erklärt, wie man sich für Angebote des Uni-Sports anmeldet. 12


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WOHNEN NÜTZLICHE TIPPS

Jugendherbergen in der Region PACA Centre d’information de logement Étudiant - CILE ADELE Studentenwohnungen Wohnangebote des CROUS Studenteninformation Association des loueurs de meublés Wohngemeinschaften Paru Vendu WOHNGELD VON DER CAF Bürgschaft Besonders bei der Suche auf dem privaten Wohnungsmarkt kann es hilfreich und sogar erforderlich sein, eine auf französisch verfasste Garantie der Eltern bei sich zu führen, in der diese sich dazu bereit erklären, für alle aufkommenden Kosten ihres Kindes zu bürgen. Nicht selten verlangt ein Vermieter eine derartige Bürgschaft.

Eine der allerersten Fragen, die jeden beschäftigen dürfte, der einen Erasmus-Aufenthalt in Aixen-Provence plant, ist sicherlich die Frage nach der Unterkunft. Da die Wahl der eigenen vier Wände das alltägliche Leben in diesem bourgeoisen Städtchen prägt, sollte sie optimalerweise davon abhängig gemacht werden, was der Einzelne

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konkret von seinem Aufenthalt erwartet, welche Bedürfnisse er hat und welche Ansprüche er stellt. Als kleine Orientierung seien hier die geläufigsten Modelle in Kürze vorgestellt:


Das Leben im Studentenwohnheim In Aix-en-Provence gibt es insgesamt vier Studentenwohnheime (Résidences de Cuques, des Gazelles, de l’Arc de Meyran, l’Estélan), die sich in Details zwar voneinander unterscheiden mögen, im Vergleich zu ihren deutschen Pendants allerdings durchweg als äußerst bescheiden bezeichnet werden müssen. Ihr unbestreitbarer Vorteil liegt in der Höhe der Miete, die den Durchschnitt auf dem privaten Wohnungsmarkt deutlich unterbietet. Je nach Wahl des Zimmers bezahlt man etwa zwischen 145 und 230 €, verfügt dann über ein etwa 10 m² großes Reich, dass mit einem Bett, einem großen Schrank, einem kleineren Wandregal, einem Schreibtisch, einem Stuhl und einem Sessel ausgestattet ist. Die „renovierten“ Zimmer verfügen über moderneres Mobiliar und ein eigenes kleines Badezimmer mit Toilette und Dusche, die „Traditionellen“ bieten immerhin ein Waschbecken und ein Bidet. Auf einem etwa 30 Zimmer umfassenden Flur teilt man sich mit seinen Nachbarn eine Küche (Mikrowelle, Spülbecken und 4 Herdplatten) und auf den traditionellen Fluren dazu die sanitären Anlagen mit drei Toiletten und drei Duschen. Jedes Studentenwohnheim verfügt über einen Waschraum und bietet jedem Studenten zu annehmbaren Preisen Zugang zum Internet. 15


Tatsächlich ist es eine individuelle Frage, ob man sich mit einer derartigen Bleibe arrangieren kann. Die teilweise negativen Erfahrungen einiger Studenten sollen hier nicht ungenannt bleiben (exemplarisch aus Kommentaren zum Studentenwohnheim Cuques zusammengestellt). So sollte man darauf gefasst sein, sich zunächst auf etwas befremdlich anmutende hygienische Zustände einstellen zu müssen, da das Reinigungspersonal zuweilen etwas unzuverlässig ist und unter den Studierenden naturgemäß unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit vorherrschen. Ebenso gilt es, nicht die Nerven zu verlieren, wenn man den einen oder anderen Tag ohne warmes Wasser oder gar gänzlich ohne Wasser auszukommen hat und auch dann noch einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn über einen gewissen Zeitraum der Strom ausfällt. Genauso wenig darf bei den Studentenwohnheimen von einer kriminalitätsfreien Zone ausgegangen werden, vielmehr sei eine gewisse Aufsicht über den eigenen Besitz empfohlen; Diebstahl und Vandalismus sind leider keine Einzelfälle. Betont man schließlich noch einmal die Schlichtheit und Rustikalität der Innenarchitektur und lässt nicht unbemerkt, dass die äußere Erscheinung der Gebäude bisweilen Assoziationen zu Gefängnissen erlaubt, mag sich zu Recht die Frage stellen, inwiefern man dieses Modell des studentischen Wohnens überhaupt noch in Erwägung ziehen sollte.

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Um diesem kategorischen Zweifel entgegen zu treten, gehört allerdings hervorgehoben, dass unter den Befragten – trotz aller Missstände – ein grundsätzlicher Konsens darüber besteht, dass das Leben im Studentenwohnheim insgesamt als lohnenswert und bereichernd angesehen werden darf. Neben dem Vorteil der geringen Mietkosten, der Nähe zur Uni (Cuques, Gazelles, l’Arc de Meyran) und der guten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, erscheint es vor allem von unschätzbarem Wert, im Rahmen seines Auslandsaufenthalts in einer Art Studentendorf unterzukommen. Man ist befreit von einem Großteil der auf dem privaten Wohnungsmarkt üblichen bürokratischen Hürden, findet stets Ansprechpartner für etwaige Probleme und knüpft – mit ein wenig Offenheit – leicht Kontakte zu anderen Studierenden. Im Bewusstsein darüber, dass man letztendlich mit allen zusammen in einem Boot sitzt, lernt man schnell, sich gemeinsam mit den negativen Aspekten des Wohnheims zu arrangieren und macht dabei internationale Bekanntschaften. Man hilft sich bei universitären Fragen, Sprach- oder Kulturproblemen gegenseitig, nimmt gemeinsame Ausflüge in Angriff, kocht zusammen, unterhält sich und diskutiert, organisiert Feste in den Gesellschaftsräumen oder im Park, und verabredet sich (ob in großen oder kleinen Gruppen), um gemeinsam die Stadt unsicher zu machen. Kurz, man findet Freunde und lebt den Kulturaustausch. 17


Anmeldung im Studentenwohnheim Ob man tatsächlich in eines der Wohnheime einzieht, ist allerdings nicht allein von der persönlichen Entscheidung abhängig. Im Rahmen der Anmeldung für ein Erasmus-Studium an der Université de Provence wird man auch darüber informiert, wie man sich für einen Platz in einem Wohnheim zu bewerben hat. Danach heißt es abwarten, um sich anschließend entweder für einen angebotenen Platz anzumelden oder aber die Suche auf dem privaten Wohnungsmarkt in Angriff zu nehmen.

Privates Wohnen Hat man sich vergeblich um einen Platz in einem Studentenwohnheim beworben oder aber möchte aus anderen Gründen lieber privat wohnen, muss man sich darauf gefasst machen, dass die Mietpreise in Aix-en-Provence extrem hoch sind. Es ist unbedingt angeraten, das Wohngeld CAF zu beantragen, eine Beihilfe des französischen Staates für alle in Frankreich Studierenden, da sich damit die horrenden Preise wenigstens einigermaßen relativieren lassen (weitere Informationen siehe unten). Das private Wohnen kann jedoch auch nennenswerte Vorteile bieten. So ist es sicherlich die bessere Wahl

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für jemanden, der erhebliche Probleme mit den Lebensverhältnissen in den Studentenwohnheimen befürchtet. Außerdem bietet es die Möglichkeit, eine schöne Bleibe unmittelbar im Zentrum zu finden und somit zu jedweder Tageszeit das Treiben in der attraktiven Altstadt hautnah mitzuerleben. Da die Stadt in ihrer Größe recht überschaubar und ausreichend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen ist, zudem die meisten Wege leicht zu Fuß zu bewältigen sind, muss man die Suche nach einer Unterkunft keineswegs auf den Stadtkern beschränken. Bei einer allzu weit abgelegenen Bleibe allerdings riskiert man, erheblichen Aufwand betreiben zu müssen, um vor allem dem Nachtleben in Aix nicht gänzlich zu entsagen.

Die eigene Wohnung Sucht man sich seine eigene kleine Wohnung (studio) in Aix-en-Provence darf man sich darauf gefasst machen, dass man unterhalb von 500 € nicht fündig werden wird (exkl. Nebenkosten). Die Wohnungen können dabei erstaunlich winzig sein, wobei man immerhin gute Chancen hat, ein uriges Altstadtrefugium zu erhaschen, was dem Alltagsleben sicherlich ein gewisses Flair verleiht. Zudem hat man in dem Vermieter einen direkten Ansprechpartner, der für potentiell erforderliche Reparaturen verantwort19


lich zeichnet und nicht zuletzt garantiert die eigene Wohnung - bei all den aufregenden und ereignisreichen Erlebnissen eines Auslandsaufenthaltes - einen Ort der Ruhe und geschützten Privatsphäre. Dennoch sollte man sich gut überlegen, ob diese Wahl der Unterkunft wirklich den eigenen Wünschen und Erwartungen entspricht. Alleine in einem fremden Land zu wohnen, erleichtert nicht unbedingt die gesellschaftliche Integration und bei der deutlich geringeren alltäglichen Konfrontation mit der Fremdsprache vollziehen sich die erhofften Fortschritte wesentlich mühsamer.

Zur Untermiete Ein in Aix-en-Provence recht verbreitetes Modell der Unterkunft ist das Mieten eines Zimmers bei einer Familie, einem Ehepaar oder Alleinstehenden. Die Preise sind bereits etwas erträglicher (um die 300 €) und recht attraktiv an dieser Variante erscheint, dass man direkt in einen rundum ausgestatteten und meist gut organisierten Haushalt einzieht, was einem die eine oder andere Anschaffung und bürokratische Hürde erspart. Zudem läuft man weniger Gefahr, zu vereinsamen, vielmehr ist man unmittelbar in ein französisches Alltagsleben eingebunden, was sowohl dem Bekanntwerden mit der französischen Kultur als auch der Verbesserung der eigenen Sprachkenntnisse 20


zuspielt. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man oftmals in einen einigermaßen geregelten - um nicht zu sagen "bürgerlichen" - Tagesablauf einzieht, der hin und wieder entgegengesetzt zu den bisweilen unkonventionellen Gewohnheiten des Studentenlebens verläuft. Keimen nun Zweifel in einem darüber auf, stets bereit zu sein, entsprechende Kompromisse einzugehen, ist man besser beraten, zunächst einmal andere Wohnmodelle in Erwägung zu ziehen.

In einer WG Die Wohngemeinschaft unter Studenten hat in Frankreich weniger Tradition als etwa in Deutschland. Dennoch hat es sich mittlerweile als eine gewöhnliche Variante etabliert und mit ein wenig Glück gelingt es dem Suchenden, für nicht viel mehr als 300 € eine Bleibe in einer zu ihm passenden WG zu finden. Der Erfahrung nach haben französische Studierende keinerlei Berührungsängste mit ihren ausländischen Leidensgenossen und sehen es sympathischerweise nicht selten eher als spannend und interessant an, auch mit diesen zusammen zu wohnen. Der unschätzbare Vorteil einer derartigen Unterkunft liegt unbestreitbar in dem direkten, alltäglichen und intensiven Kontakt zu Muttersprachlern. Man ist mit dem, was man sucht, der französischen Kultur 21


und Sprache, beinahe ununterbrochen konfrontiert, wohnt an einer Quelle zu neuen Kontakten, den Freundeskreisen seiner Mitbewohner, sammelt attraktive Insidertipps zu Veranstaltungen und Orten in der Stadt und der Region und hat nicht zuletzt gute Chancen, sich ganz nebenbei in einer hübschen Altbauwohnung wiederzufinden. So ist es wenig verwunderlich, dass diejenigen Erasmusstudenten, die dieses Wohnmodell für sich gewählt haben, die größten Fortschritte in der französischen Sprache gemacht haben.

Suche nach einer privaten Unterkunft Man kann bereits von Deutschland aus die Suche beginnen. Hat man das Glück, alle erforderlichen Abmachungen über das Internet treffen zu können, reist man sicherlich etwas entspannter an. Nicht selten allerdings stellt sich dies als etwas problematisch heraus, da sowohl die WGs als auch die Vermieter Interessenten gerne von Angesicht zu Angesicht begegnen. Außerdem kann es auch für einen selbst von Vorteil sein, die mögliche neue Bleibe vor etwaigen Vertragsabschlüssen erst einmal besichtigt zu haben. Eine sehr beliebte Vorgehensweise unter den Erasmusstudenten ist daher, zu-

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nächst einmal in Aix anzureisen, die hiesige Jugendherberge zu beziehen und sich vor Ort auf die Suche nach einer Unterkunft zu machen. Die erste Anlaufstelle ist dabei traditionell das Office de tourisme. Jeden Mittwochmorgen (ab 9 Uhr) werden hier im 1. Stock die neusten Angebote auf dem Wohnungsmarkt veröffentlicht. Da die Nachfrage – vor allem zu Semesterbeginn – denkbar groß ist, gilt es, möglichst früh zu erscheinen und bei Interesse möglichst schnell den Inserierenden anzurufen. Viele der angebotenen Wohnungen sind am nächsten Tag bereits vergeben. Eine weitere Fundgrube ist das Gratisanzeigenmagazin „Paru Vendu“, welches jeden Mittwoch erscheint und zahlreiche Annoncen enthält (Redaktion: 22 rue Thiers). Abzuraten ist hingegen von den professionellen Maklern, da diese sehr wohl wissen, wie sie ihr Geld verdienen und häufig horrende Provisionen verlangen. Ganz nebenbei bringt das Logieren in der Jugendherberge den positiven Effekt mit sich, erste Bekanntschaften zu machen, da man sich hier auf keinen Fall alleine mit seinem Vorhaben wiederfindet. So tauscht man mit Gleichgesinnten allabendlich die neuesten Informationen und Erfahrungen aus. Nicht selten währen diese Bekanntschaften über die gesamte Zeit des Aufenthalts.

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ALLTAG NÜTZLICHE TIPPS V'Hello Jahresabonnement: 25 €. 1. halbe Stunde: gratis 2. halbe Stunde: 0,50 € Jede weitere Stunde: 1 €. Aix en Bus Einzelticket: 1 € / 10 Tickets: 7 € Monatskarte CAMPUS: 20 € NavetteEtudiante.com Dienstags - Donnerstags von 22 - 04 Uhr. / Infoline: 06 21 94 55 58 Cartreize Aix-Marseille Normalticket: 4,60 € 6 Fahrten: 19,30 € Wochenende, Ferien: 1 € (Fahrten im gesamten Departement)

3 € / 3 Passfotos / Arztattest

Sofern man eine Bleibe gefunden hat, die innerstädtisch genannt werden darf, spielt einem die überschaubare Größe der Stadt in die Hände, oder besser gesagt in die Füße. Denn eigentlich sind alle Wege, die zurückgelegt sein wollen, ohne größere Anstrengung zu Fuß zu bewältigen.

(am besten vom deutschen Hausarzt ausstellen lassen. Bei einem Arzt in Aix kostet es 20 €.)

Wer die Flexibilität schätzt, je nach Anlass auch mal schneller von einem Ort zum anderen zu ge-

Fac verte Nachhaltige Entwicklung, Umweltschutz und Bio-Gemüse an der Uni (AMAP) Für den Sportausweis erforderlich:

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langen, wird es zugleich nicht bereuen, im Besitz eines Fahrrads zu sein. Gerade als Student findet man eigentlich recht leicht günstige Angebote zum Erwerb oder zur Ausleihe. Allerdings: soll er nicht den Besitzer wechseln, gehört der Drahtesel überall und zu jeder Zeit abgeschlossen.Fortbewegung


Fortbewegung Dank eines gut angelegten öffentlichen Verkehrsmittelnetzes bietet Aix natürlich auch die Möglichkeit, die jeweiligen Ziele in der Stadt mit dem Bus zu erreichen, was vor allem dann interessant sein mag, wenn man zu etwas außerhalb gelegenen Plätzen gelangen will. Diese Art der Fortbewegung erscheint den meisten Erasmus-Studenten allerdings deswegen wenig attraktiv, da viele Linienbusse abends und sonntags selten oder gar nicht fahren. Jeder Student kann für seinen ersten Monat in Aix gratis einer Monatskarte für alle städtischen Buslinien habhaft werden. Hierzu muss er lediglich, mit einem Passfoto und seinem Studentenausweis bewaffnet, die Maison Aixoise de l’Étudiant - MADE (3, rue de Cuques) aufsuchen und sich von der erstaunlich einfachen und schnellen weil direkten Ausstellung der „Carte de Circulation“ überraschen lassen. Und denjenigen, denen der des Nachts eingestellte Busverkehr Sorgen bereitet, bietet sich die Carte Étudiante an, mit der man gratis die Navette Étudiante benutzen kann. Diese bringt einen bei Anruf von jedem beliebigen Punkt der Stadt aus nach Hause.

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Einkaufen Da die Bekanntschaft mit den kulinarischen Eigenheiten eines Landes fraglos einen äußerst interessanten Bestandteil des Auslandaufenthaltes bildet, wird es jedem Neuankömmling eine Unterhaltung sein, die Erfahrung eines französischen Großeinkaufs zu machen. In riesigen Supermärkten (etwa Carrefour nahe Les Milles; Géant Casino in Plan de Campagne, dem grössten Einkaufs- und Freizeitpark Europas!) findet sich alles, was der Franzose für seine noch so facettenreichen Gerichte benötigt und darüber hinaus: Alles. Die Faszination für diesen Gigantismus relativiert sich allerdings erheblich, sobald man sich seines eigentlichen Wunsches gewahr wird: Schnell und günstig einzukaufen. Für den schnellen und unkomplizierten Einkauf bieten zahlreiche kleine Supermärktchen (Petit Casino, huit à huit, Proxi, etc.) in der Innenstadt eine verlockende Alternative. Dank der örtlichen Nähe und der wesentlich geringeren und dennoch vollständigen Auswahl gelangt man hier sehr viel leichter an sein Ziel. Zudem mögen die wesentlich großzügigeren Öffnungszeiten an bestimmten Tagen den entscheidenden Unterschied ausmachen. Die Quittung für diese Bequemlichkeit allerdings erhält man an der Kasse. Service kostet. 26


Die wohl attraktivste Einkaufsmöglichkeit sind die Discounter. Etwas abseits der Innenstadt gelegen findet man z.B. einen Aldi und einen Lidl. Der eigentliche Favorit unter den Studenten aber lässt sich eindeutig benennen: ED. Dieser, dem bourgeoisen Aix angemessen, einigermaßen versteckt (hinter der Post an der Rotonde) gelegene Treffpunkt aller hungrigen Nicht-Großverdiener bietet alles, wonach es dem alltäglichen Leben dürstet. Die Frage, ob man nun lieber hier einkaufen geht oder in einer der großen Supermarktketten, lässt sich eigentlich auf die Frage reduzieren, ob man zu demselben Preis, lieber einen Einkaufswagen oder eine Einkaufstüte füllt. Ein letztes Wort zum Thema Shopping. Wurde bereits erwähnt, dass Aix-en-Provence ein teures Pflaster ist? Nach hippen Second Hand-Läden sucht man vergeblich. Die grosse Ausnahme bildet das Dépot Vente in der Avenue des Belges (Möbel, Bücher, Hausrat, Musik...). Dem Portemonnaie zu Liebe sollte man den Verlockungen aus den Schaufenstern so lange es geht widerstehen. Das Abwarten von Schlussverkäufen oder Rabattaktionen lohnt sich. Der wahre Schnäppchenjäger jedoch stöbert direkt in den Mülltüten: "Die Bourgeoisie wirft so einiges weg."

Sport 27


Mehrere öffentliche Schwimmbäder, Parks und Sportplätze laden dazu ein, seinen sportlichen Gewohnheiten nachzugehen und auch die Erkundung der Provence lässt sich, ob beim Wandern oder Fahrradfahren, nur allzu leicht mit körperlicher Betätigung vereinbaren. Darüber hinaus ist das Sport-Angebot der Universität besonders interessant. Ob einzeln oder in Gemeinschaft, ob Ballsportarten, Gymnastik, Leichtathletik, Krafttraining oder Aerobic, auf dem Uni-Sport-Gelände (dem Gazelles benachbart) wird es jedem ermöglicht, sich nach seinem Geschmack ins Schwitzen zu bringen. Um dieses Angebot wahrnehmen zu können, muss man sich lediglich zu Beginn des Semesterseinen einen Sportausweis in der Fakultät ausstellen lassen. Hat man sich dann für einen bestimmten Kurs entschieden, ist es unbedingt angeraten, bereits zur ersten Trainingseinheit zu erscheinen, da in manchen Sportarten die Aufnahme-Kapazitäten begrenzt sind.

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FREIZEIT NÜTZLICHE TIPPS

Sortir - Programmheft In situ - Kulturagenda der Stadt Marseille L'Hebdo Marseille Wochenzeitung Ventilo - Programmzeitung der alternativen Kulturszene Internet: Cityvox, Agenda culturel, Sortir, Kinoprogramm Musique dans la rue - Aix en musique Fête de la musique Nuit des musées (Mai) Journées du patrimoine (September)
 Lire en fête (Oktober) Festival International de Piano à la Roque d'Anthéron

Wer besonders an kulturellen Veranstaltungen interessiert ist, sollte sich auf dem südwestlich des Stadtkerns gelegenen Terrain umschauen. Hier, hinter der modernen Einkaufsmeile („les allées provençales“), die dem Cours Mirabeau gegenüber an der Rotonde beginnt, kommen Anhänger zeitgenössischen Tanzes im „Pavillon

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Noir“, Literaturinteressierte in der „Cité du Livre“ (Stadtbibliothek, Camus-Archiv, Lesungen, Programmkino) und Theaterfreunde im „Theatre de la Provence“ auf ihre Kosten. Letzteres ist auch seines begehbaren Daches wegen interessant, mit einem wunderschönen Blick auf die Stadt vor der Kulisse der Ste.Victoire.


Theater Auch spontane Theaterfreunde werden in Aix fündig. So gibt es kleinere, bisweilen versteckte Theater, wie etwa das „Il Piccolo“ (7 rue mazarine; neben dem Mazarin-Kino). Jeden Dienstag finden hier Konzerte statt (6 Euro) und von Mittwoch bis Samstag werden Theaterstücke aufgeführt (12 Euro). Der Saal ist winzig, die Atmosphäre vertraulich, die Besitzer sind freundlich und die Getränke sehr günstig. Ebenso empfiehlt es sich, regelmäßig das Programm des zur Universität gehörenden „Theatre de Vitez“ zu befragen. Der Eintritt ist sehr günstig, beziehungsweise umsonst, das Niveau hingegen hoch.

Kino Da die Franzosen bekanntlich äußerst cinéphil sind, verwundert es wenig, dass man auch in Aix eine blühende Landschaft an Kinos vorfindet. Das Größte unter ihnen, das „Cézanne“ (rue M. Guillaume), orientiert sich hauptsächlich am Mainstream und zeigt Filme im französischen Original oder französischer Synchronisation. Seine beiden nahesten Verwandten, das Mazarin (rue R. Laroque) und das Renoir (Cours Mirabeau),

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sind Programmkinos, in denen Filme in Originalsprache mit französischen Untertiteln zu sehen sind. Leider sind auch hier die Eintrittspreise aixotisch, und so ist man als regelmäßiger Kinobesucher gut beraten, die Carte Cinétoile zu erwerben. Für diese bezahlt man einmalig 12 Euro und anschließend ein ganzes Jahr lang in allen drei Kinos für jeden Film nur 5,30 Euro. Zudem sollte man ab und an einen Blick auf die großflächige Werbung an den Kinos werfen. Mehrmals im Jahr gibt es Kinowochen, in denen der Eintritt wenig mehr als 3 Euro kostet. Als besonderer Tipp mag einigen der Hinweis auf das „Institut de l’Image“ im „Cité du Livre“ dienen. Filmliebhaber, die regelmäßig das Programm konsultieren, werden sich auf Klassiker und Raritäten freuen dürfen.

Musik Liebhaber musikalischer Veranstaltungen hingegen könnten, auf der Suche nach Befriedigung ihrer Gelüste, in Aix zunächst auf Schwierigkeiten stossen. Trotz ihrer Reputation als kulturelle Hochburg der Provence, bereitet die Stadt ihren Studenten durchaus Schwierigkeiten, sich musikalisch verwöhnen zu lassen. Wer hier ein gesamtes Jahr ver-

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bringt, wird feststellen, dass die renommiertesten Veranstaltungen “zufälligerweise” stets zu Zeiten touristischer Überflutung stattfinden (gerne zu unerhörten Eintrittspreisen - siehe Festival d'art lyrique), während es den Studenten ausserhalb der Saison selbst überlassen scheint, sich - mit Gitarre und ähnlichen Accessoires ausgestattet - in den Parks und andernorts musikalisch zu unterhalten (was nicht einmal die schlechteste Lösung ist). Trost spenden immerhin einige Bars und Clubs (etwa der ‚Scatclub‘), die zwar nicht mit grossen Namen, so doch immerhin mit kleinen Bands aus der Region aufwarten und ihren Gästen damit durchaus Anhörliches präsentieren. Zudem finden schliesslich doch die einen oder anderen Festivals statt, weswegen es lohnenswert ist, Broschüren und Plakaten stets Aufmerksamkeit zu schenken. Immer wieder interessant kann es ausserdem sein, sich regelmässig beim Studentenwerk ‚Crous‘ zu informieren, da dieses allerlei Veranstaltungen organisiert, darunter nicht zuletzt auch viele kleinere Konzerte. Und wer dennoch auf mehr aus ist, eine grössere Auswahl kleinerer “soirées” wünscht oder auch nach Grossveranstaltungen verlangt, den wird – wie in so vielen Fällen – die Nähe zu Marseille versöhnen (das in allen möglichen Geschäften und Bars ausliegende Veranstaltungsheftchen ‚Sortir‘ hilft einem hier gerne weiter).

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Eine kleine Randbemerkung: Höhepunkte des kulturellen Lebens in Aix sind die besonderen Themenabende oder -wochen. Ob beispielsweise ‚La Nuit des musées‘ , in der man bis in die frühen Morgenstunden hinein die Kunstschätze der Stadt besichtigen kann, oder die ‚Musique dans la rue‘, Tage, in denen grössere und kleinere Bands die Stadt aus allen Ecken beschallen. Derlei Veranstaltungen garantieren einem einmalige Erlebnisse.

Gut essen Das Stadtbild von Aix ist geprägt von seinen Imbissen und Restaurants. An beinahe jeder Ecke finden sich Sandwichstände, Pizzawagen oder Dönerbuden, und es gibt wohl kaum eine Strasse in der Innenstadt, die nicht von Restaurants flankiert wäre. Was auf dem Cours Mirabeau beginnt, setzt sich in den schmalen Gassen der Altstadt fort, Restaurant reiht sich an Restaurant, stellenweise läuft man gar Gefahr sich bei seinem Stadtbummel zwischen Tischen und Stühlen zu verirren und den eigentlichen Strassenverlauf aus den Augen zu verlieren. Ebenso bleibt einem der wunderschöne Anblick manch eines Platzes hinter einer scheinbar endlosen Aneinanderreihung von Sonnenschirmen und Markisen schlicht und ergreifend verborgen (man besichtige etwa das 33


Forum des Cardeurs). Beraubt einen dieses wilde Durcheinander von verschiedensten Restaurants der Übersicht, setze man sich einfach an einen Tisch und lasse sich von der Speisekarte sagen, in welches Restaurant man eigentlich soeben eingekehrt ist. Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, die typisch provenzalische Küche zu finden. Neben vorwiegend asiatischen und arabischen Speisekarten, entlarvt sich, was sich provenzalisches Restaurant nennt, nicht selten als einfache Pizzeria. Hat zudem der eigene Job oder der Bericht von Freunden einem einmal Einblick in die hygienischen Verhältnisse hinter den Kulissen gewährt, gehört dieses Wissen schon rundherum ignoriert, um überhaupt noch irgendwo sorgenfrei und genussvoll den Biss ins Servierte wagen zu können. Ein renommierter Name jedenfalls garantiert keineswegs kakerlakenfreie Küche... Und dennoch, trotz dieser etwas fatalistischen Betrachtung ist es durchaus möglich, sich, ob auf einer sonnenverwöhnten Terrasse oder in einem verwunschenen Winkel der Stadt, etwa vom Plätschern eines kleinen Brunnens begleitet, Schmackhaftes munden zu lassen. Während man als Student hierzu allerdings vielleicht lieber auf den Besuch einladungsfreudiger Eltern wartet, kann man sich derweil bereits mit den erschwinglicheren Angeboten diverser Schnellimbisse vertraut machen. 34


Dabei kann man auf Dauer wohl kaum den verschiedensten - mithin skurrilen - Sandwichkompositionen ausweichen und sollte dies wenigstens der Erfahrung halber auch gar nicht erst versuchen. Ob kalt oder warm, im Belegen von Baguettes ist den Südfranzosen scheinbar nichts zu abwegig. Allzu deutlich springt hierbei ihre Fleischvernarrtheit ins Auge, so darf Hühnchen und vor allem das scheinbar obligatorische „steak haché“ (Hackfleisch) an keinem Sandwichstand fehlen. Mit ein paar Salatblättern und Tomatenscheiben, einem Batzen Mayonnaise und (man schaue und staune) einem Haufen Pommes in ein Baguette gebettet, ergibt dies ein durchaus fettiges und daher auch garantiert sättigendes Anti-Diätvergnügen. Bei Wunsch werden derartige Konstruktionen auch noch mit Käse belegt und getoastet, was sie dann unter die Katergorie Panini fallen lässt. Darüber hinaus zeugt eine extreme Ballung von Dönerbuden und Pizzaständen von deren Beliebtheit; die Erfahrung der markanten Qualitätsunterschiede sei hierbei allerdings jedem selbst überlassen. Als besondere Empfehlungen sollte zunächst einmal das ‚brunch‘ am Place des Prêcheurs nicht unerwähnt bleiben, wo sich zu recht günstigen Preisen in heimeliger Atmosphäre Quiche (ein französischer Klassiker) und andere Tagesgerichte verzehren lassen. Ein weiteres Highlight erschwinglicher Landeskost bildet das ‚Crêpes à Gogo‘.

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In einer Unterführung an der Rotonde versteckt, erwartet einen eine riesige Auswahl wirklich schmackhafter französischer Pfanne(Eier)kuchen. Alternativ kann man hier auch einfach den rohen Teig erwerben, um ihn anschliessend Zuhause nach eigenen Wünschen selbst zu garen. Schliesslich gehört ein Pizzastand hervorgehoben, der eigentlich ausnahmslos alle Erasmus-Studenten überzeugt und beinahe Kultstatus geniesst. Es ist ‚Pizza Capri‘, in einer Seitenstrasse des Cours Mirabeau gelegen, gleich um die Ecke des Restaurants ‚Les deux garcons‘. Ob man direkt eine ganze Pizza bestellt (welche riesig ist) oder sich einfach beim Vorbeigehen eine Portion auf die Hand geben lässt, vom ersten Male an ist man süchtig und bei jeder zukünftigen Begegnung des Geruchs dieser im Ofen brutzelnden Pizzen wird einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Nachtleben Wenngleich Aix-en-Provence, wie es sich für eine Studentenstadt nun einmal gehört, durchaus auch nachtaktiv ist, werden die meisten Neuankömmlingen ihre Ausgehgewohnheiten ein wenig umzustellen haben. Zwar ist es nicht unsympathisch, dass die Suche nach endlos langen Partymeilen bereits im Vorhinein getrost eingestellt werden 36


darf und man sich zum Besuch von Grossraumdiskotheken weit ausserhalb der Stadt umzusehen hat, doch mutet es zunächst einmal befremdlich an, in fast allen Bars um spätestens 2 Uhr des Saales verwiesen zu werden und zuvor Getränkepreise bezahlt zu haben, die die Frage aufwerfen, ob man mit dem soeben erworbenen Bier zugleich auch das gesamte Etablissement gepachtet hat. Was sich in Aix Diskothek nennt, ist eher eine Bar. Eine Bar mit Tanzfläche. Mal mit Billard, mal mit Bildschirm, mal mit Bühne, nie mit Kicker. Fast immer im Keller. Diese Art von Lokalität trägt verschiedene Namen und versteckt sich in verschiedenen Nischen der Stadt (der Eingang ist meist nur eine unauffällige Tür. Vielleicht ist es eine Menschentraube, vielleicht ein Türsteher, vielleicht auch einfach nur ein Schild, das verrät, dass sich mehr hinter diesen Mauern verbirgt). Welcher Keller einem im Endeffekt gefällt, ist Ergebnis des eigenen Studiums. Einer dieser Treffpunkte ist etwa das IPN. Es veranstaltet regelmässig Erasmuspartys und orientiert sich dabei meist an aktueller Mainstream-Musik. Bei gut besuchten Abenden (was nicht selten der Fall ist), beweist der notgedrungen zu allen Seiten enge Körperkontakt und die durch Schweiss beinahe zu Wasser verwandelte Luft allerdings nur allzu deutlich die viel zu geringe Grösse des Kellers. Flieht man daher nach draus37


sen, befindet man sich auf dem Cours Sextius, einer Strasse, die nachts eigentlich immer belebt ist, da sich hier einige Bars aneinanderreihen. Zu den beliebtesten unter diesen dürfte die Sextius Bar zählen, in der man auf zahlreiche aufgeschlossene und feierfreudige Menschen trifft, so dass es einem mitunter begegnen mag, nach fröhlich-heiterem Kennenlernen und Plaudern kurzerhand auf eine Privatparty mitgeschleppt zu werden. Ein anderer Keller sich in der Rue de la Verrerie, der Strasse mitten in der Altstadt, die noch als ehestes den Namen aixoiser Partymeile verdient. Bar reiht sich an Bar, und zusammen zeichnen sie dafür verantwortlich, dass die gesamte Strasse allabendlich überfüllt von Feierhungrigen ist. So man schon einige Zeit in Aix wohnt, kann man sich des Nachts wohl kaum an diesen Ort begeben, ohne auf bekannte Gesichter zu stossen. Hinter einer dieser Türen verbirgt sich der Scatclub. Der in drei Räume unterteilte Keller ist wahrscheinlich der geräumigste Club in der Innenstadt und bietet neben einer Tanzfläche und zahlreichen, durchaus bequemen Sitzgelegenheiten eine kleine Bühne. Diese wird stets von Bands bespielt, die, wenngleich unbekannt, eigentlich nie vergraulend sind, und entweder altbekannte Hits gekonnt covern oder aber die eigenen – durchaus respektablen - kompositorischen Gehversuche präsentieren. Wirklich un-

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freundlich in diesem Keller sind eigentlich nur die, selbst für aixoiser Verhältnisse, ungeheuren Getränkepreise, welche allzu leicht offenbaren, warum der Eintritt umsonst ist. Schon mal einen Tropfen Tequila für neun Euro gekostet? Willkommen im Scatclub! Der dritte zu erwähnende Keller ist das Sunset. Etwas versteckter als die zuvor genannten Bars gelegen (in einer Seitenstrasse des Forum des Cardeurs), wartet man, nachdem man eine kleine Schelle gefunden und diese bedient hat, vor einer schweren Eisentüre darauf, dass einem ein Koloss die Pforte öffnet und hereinbittet. Am Billardtisch vorbei, noch vor dem an einen Drogenentzugsraum erinnernden Raucherraum, führen einen die Treppen hinunter in einen urigen, katakombenartigen Keller mit modesten Sitzgelegenheiten, einer kleinen Theke und einer fast noch kleineren Tanzfläche. Bei aller Einfachheit erfreut sich das ‚Sunset‘ besonders unter Erasmus-Studenten grosser Beliebtheit. Die gesamte Atmosphäre ist einladend, nicht aixoisisch gekünstelt, sondern ehrlich, und die Musik trifft den Geschmack derjenigen, die sich gerne zu ein wenig alternativeren Tönen bewegen. Wer wirklich einmal miterleben möchte, wie sich die bevorzugte Diskothek der Zöglinge aixoiser Bourgeoisie ausnimmt, kommt nicht drum herum, sich ins Mistral zu bege39


ben. In einer Seitenstrasse des Cours Mirabeau gelegen (Rue Frédéric Mistral), versammelt sich hier, in schwarzem oder weissem Hemd, in schwarzer oder weisser Hose, mit schwarzen oder weissen Schuhen, wer was (auch immer) auf sich hält. Für Frauen ist der Eintritt umsonst, Männer bezahlen zwanzig Euro, was nicht der einzige Grund sein dürfte, warum dieses Etablissement nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Darüber hinaus lässt sich nicht mehr viel in diesem Städtchen finden, was sich mit noch so gutem Willen als Diskothek bezeichnen liesse (weitere Namen wären vielleicht noch das Cuba libre oder das Castel). Dies sollte allerdings keineswegs abschrecken. Im Gegenteil. In Aix ist es beliebt, sich in grossen oder kleinen Gruppen in Cafés oder Bars zu treffen, um sich auszutauschen oder auch einfach nur das Beisammensein zu geniessen. Abgesehen von den immer beliebten Irish Pubs (in Aix das O’Neals in der Rue d’Italie und das O’Shannons in der Rue de la Verrerie)lieben es die Aixoiser Studenten, sich auf den Terrassen verschiedener Bars zusammenzufinden. Die Kulisse bietet die Stadt selbst und vielleicht lässt sich nirgends besser die südfranzösische Atmosphäre einatmen, als des lauwarmen Abends auf einem der zahlreichen gülden beleuchteten Plätze. So etwa zu einem schmackhaften Gläschen Wein im Happy Days auf dem - vormittags vom Markt beherrschten - Place Richelme oder gleich um die E-

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cke zu einem kühlen Bierchen in dem stets von Studenten beherrschten Brigand. Ein keineswegs weniger beliebter Treffpunkt ist die an eine Strandbar erinnernde Terrasse des p’tit bistro auf dem Forum des Cardeurs, wo sich in stets heiterer Atmosphäre auch noch einigermassen erschwingliche Cocktails geniessen lassen. Wie auch immer man seine Abende gestalten möchte, niemals sollte man dabei vergessen, auf welch‘ teurem Pflaster man sich hier bewegt. Wirklich auszugehen, können sich wohl nur die Wenigsten allzu häufig leisten, bei den Preisen fragt man sich bisweilen ernsthaft, worauf die Berechnungen beruhen. Ob man mit den meist verlangten 5 Euro für ein Pinte (ein halber Liter) die beinah durchweg schlechte Qualität des Bieres zu verbessern sucht? Ratsam ist es da schon, auf besondere Aktionsabende Acht zu geben, in denen die Preise wenigstens einigermassen humaneren Massstäben genügen oder aber zu versuchen, das Ausgehen generell in die Zeiten der happy hour vorzuverlegen. Die attraktivste Alternative allerdings sind und bleiben wohl die Privatpartys. Hier erfreut sich vor allem im Spätherbst und im Frühling, wenn es warm genug ist, der Parc Jourdan einiger Beliebtheit. Man trifft sich mit Gleichgesinnten, musiziert oder lässt musizieren, singt, tanzt und zelebriert gemeinsam eine wunderbare Zeit in Aix-en-Provence. 41


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AUSFLÜGE NÜTZLICHE TIPPS

Cartreize AutomobileClub Aix La Roue verte Covoiturage französische Bahn - SNCF Carte 12 - 25 Busunternehmen EUROLINES Idée Nomade Georges. Découverte de la Provence mp2 - Low-coast-Flughafen in Marignane

Fangen wir mit den Sehenswürdigkeiten in Aixen-Provence an. Kulturliebhabern wird bereits ein einfacher Rundgang durch die Stadt ein ausfüllendes Tagesprogramm bescheren. So lohnt sich ein Blick in die kleine Kirche St-Jean-de-Malte ebenso sehr, wie eine Besichtigung der großen Cathédrale Saint-Sauveur und ihres anliegenden Kreuzgangs. Während ein Abstecher in das Cézanne-Atelier - Wohnhaus des berühmten Sohnes 43

der Stadt - wohl nicht nur Kunstliebhaber interessieren wird, sollten Letztere mit nicht allzu grossen Erwartungen ins Musée Granet gehen, um dann eventuell doch positiv überrascht zu werden. Zwei weitere Schmuckstücke der Stadt sind die Fondation Vasarely und der Pavillon Vendôme, der bereits dank seines vornehmen Gartens als ein Hort der Entspannung stets einen Besuch wert ist.


Hat man sich einmal in Aix eingelebt .... und ist der bedrückendsten Sorgen des Alltags entledigt, meint man zunächst einmal genug von der Stadt selbst gesehen zu haben und ist durstig nach Neuem, besteige man die Sainte Victoire! Man kann sich wohl nur schwerlich an diesem Lieblingsmotiv Cézannes satt sehen. Und hat man den Gipfel einmal erklommen, schaue man sich um und lasse sich von dem Ausblick über die Provence zu neuen Ausflügen inspirieren. (Verschiedenste Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.) Das naheliegendste Ausflugsziel ist sicherlich Marseille. Diese Stadt bietet allein durch ihre Grösse eine spannende Abwechslung zu dem – auf Dauer doch recht – überschaubaren Aix. Dabei ist Marseille nicht irgendeine Grossstadt, sondern Frankreichs mediterrane Metropole und Europas Tor zu Afrika. Entsprechend multikulturell ist die Bevölkerung, entsprechend vielseitig das Stadtbild. Marseille ist nicht ohne Grund berüchtigt für seine hohe Kriminalitätsrate, filmreife Geschichten entstammen der Wirklichkeit, und so sollte man seine Wertsachen nicht allzu unbedacht der Öffentlichkeit präsentieren.

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Mit ein wenig Obacht aber darf man getrost davon ausgehen, wie Tausende täglich, unbeschadet davon zu kommen. Vielmehr sollte man darauf gefasst sein, erstaunliche Eindrücke und bleibende Erinnerungen mitzunehmen. Ob man sich die äusserst bescheidenen Lebensverhältnisse scheinbar stoischer Immigranten im Belsunce-Viertel beschaut oder sich unter die Künstler-Studenten-Alternativen-Szene am Cours Julien mischt, ob man die exotischsten Produkte auf dem arabischen Markt bestaunt oder durch das historische Panier-Viertel schlendert - flaniert man durch die Strassen dieser Stadt, ist Unterhaltung garantiert. Unausweichlich ist dabei die Canebière, die stets belebte und wohl bekannteste Strasse Marseilles, die einen direkt zum Alten Hafen führt, der beinah Sinnbild Marseilles genannt werden darf und bei Sonnenschein, was fast immer der Fall ist, so hell wie der Himmel selbst erscheint. Morgens kann man hier den Fischmarkt beschauen, und den ganzen Tag über begegnet man in den zahlreichen Cafés am Kai dem vielleicht klassischen Marseiller: Die Ruhe in Person, unbeteiligter Beobachter des Treibens um sich herum, vor sich auf dem Tisch den obligatorische Pastis. Das Symbol des Fussballvereins Olympique Marseille ist allgegenwärtig, und jedem Fan dieser Sportart wird der Besuch des Stadions ein einmaliges Erlebnis sein. Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich den Anblick des Gare St-Charles, die einen mit einer beeindruckenden Treppe empfängt. 45


Ein unbedingtes Muss ist der Aufstieg zur Notre-Dame-de-la-Garde, von wo aus sich eine unvergleichliche Perspektive auftut: Die gesamte Stadt als ein Meer von Dächern. Ob es die Armut ist oder der Reichtum, der Dreck oder der Glanz, Marseille fasziniert. Zwischen allen anderen Ausflügen ist es daher immer wieder eine Neuentdeckung wert.

Nördlich von Aix erwartet einen der Lubéron. Diese von dem gleichnamigen Bergrücken durchzogene Landschaft bietet mit ihren Obstplantagen und Lavendelfeldern die wohl beliebtesten Motive klassischer Provencebilder und lockt zugleich mit zahlreichen sehenswerten Ortschaften (So etwa Roussillon mit seinen Ockerfelsen, das in felsgehauene, malerische Gordes oder auch das vom Schloss des berühmten Marquis de Sade überragte, verträumte Bergdörfchen Lacoste).

Im Süden von Aix erstreckt sich das Mittelmeer, wobei mit Marseille, zum Osten hin, die sogenannte Côte d’Azur beginnt, die an den Hafenpromenaden vieler schmucker Städtchen, zumeist ehemaliger Fischerdörfchen, zum Verweilen einlädt (z.B. Cassis, La

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Ciotat und die „Hauptstadt der Deutschen Exilliteratur“ Sanary-sur-Mer). Besondere Erwähnung verdient das Calanques-Massiv. Ein Naturschutzgebiet, das, zwischen Marseille und Cassis gelegen, mehrere, grösstenteils nur zu Fuss oder per Schiff zu erreichende Felsbuchten in sich birgt, die dem Beobachter ein farbenprächtiges Zusammenspiel aus Meer, Himmel und Fels bieten. Je weiter man sich in den Osten der französischen Südküste wagt, desto deutlicher findet man das Klischee der Côte d’Azur, als Anziehungspunkt der Reichen und Schönen, bedient. Über Hyères, St. Tropez und Fréjus gelangt man schliesslich zum Triumvirat des luxuriösen Lebens: Dem durchs Filmfestspiel bekannten Cannes, dem als Keimzelle des hiesigen Tourismus geltenden Nizza und dem durchs Glücksspiel reichgewordenen Mini-Staat Monaco. Auch bei noch so grosser Abneigung gegenüber Prunk und Protz kann man sich einer gewissen Faszination für den hier zur Schau gestellten Reichtum wohl kaum entziehen. Zieht es einen hingegen in westliche Richtung, erwartet einen die einmalige Camargue. Das Aufeinandertreffen von besonderen Winden, dem Mittelmeer und der Rhône-Mündung haben hier eine einzigartige Ebene von hohem Wiedererkennungswert entstehen lassen. In dieser von Salzseen und Schilffeldern gesäumten Landschaft 47


wecken freilebende Wildpferde, Stiere und im Sumpf stolzierende Flamingoschwärme die Abenteuerlust des Reisenden. Das seines Amphietheaters wegen und als Wirkungsstätte von Vincent van Gogh berühmte Arles, oder das den Papstpalast beherbergende, von einer alten Stadtmauer umrandete und mit der weltberühmten Brücke Saint-Bénézet verzierte Avignon, sind nur zwei von zahlreichen weiteren, unbedingt sehenswerten Städten. Im Hinterland erstreckt sich die Alpilles-Kette, gekrönt von der - seiner schönen Lage wegen berühmten - Ortschaft Les Baux-de-Provence. Sehenswert auch die Gorges de Verdon, schwindelnde Felsschlüfte, durch die sich der kleine Verdon-Strom schlängelt, um anschliessend in den himmelblauen Lac de Ste-Croix zu münden. Um vor lauter Wald die einzelnen Bäume nicht aus den Augen zu verlieren, ist man gut beraten, sich mit einem Reiseführer auszustatten. Die Hauptsache, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufzulisten und zu diesen jeweils eine erste Orientierung zu bieten, wird wohl jeder Verlag erfüllen. Nach einiger Reiseerfahrung und dem Vergleich verschiedener Reiseführer hat sich allerdings eine Ausgabe als besonders lohnenswerte Investition hervorgetan: Es ist „Provence. Côte d’Azur“ von Ralf Nestmeyer, erschienen im Michael Müller Verlag. 48


Neben der Fülle an Ausflugszielen in der Provence ist es darüber hinaus keineswegs abwegig, die Augen noch weiter zu öffnen und sich der Situation gewahr zu werden, dass, einmal im Süden wohnend, Vieles, was aus deutscher Sicht sonst sehr weit entfernt, nun wesentlich näher liegt. So ist sowohl die italienische, als auch die spanische Grenze nicht allzu weit entfernt und kleinere Reisen etwa nach Genua oder Barcelona können zu einem spannenden Erlebnis werden. Ebenso wohnt man sehr nahe an Städten, von denen aus Fähren nach Korsika fahren (Marseille, Toulon, Nice). Ein schöner Nebeneffekt solch etwas weiterer Reisen könnte sein, dass man bei seiner Rückkehr nicht einfach nur das Gefühl hat, zurück nach Aix zu fahren. Man fährt zurück nach Hause.

Mit Bus, Bahn und Auto in die nähere und weitere Umgebung Vom Gare Routière in Aix aus befahren die verschiedenen öffentlichen Busse Cartreize nahezu alle Ortschaften im Departement. Es gibt auch direkte Anschlüsse zu noch weiter entfernten Städten (etwa Arles oder Avignon). Hierbei ist es unbedingt angeraten,

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sich am Schalter der Gare Routière mit einem Passfoto für 5 Euro das ‚Tickettreize‘ ausstellen zu lassen und es sofort mit einigen Euro aufzuladen. Nebst anderen Vorteilen bezahlt man hiermit an Wochenenden und in Ferienzeiten lediglich 1 Euro pro Strecke im gesamten Departement Bouche-du-Rhône. Bereits für die einzelnen Fahrten nach Marseille wird sich diese Investition sehr schnell doppelt und dreifach auszahlen. Während die Cartreize die sicherlich angenehmste Art und Weise darstellt, Marseille anzufahren, sollte man sich bei etwas weiteren Strecken allerdings mit einem Buch oder Ähnlichem bewaffnen. Aufgrund nicht weniger Haltestellen zieht sich so manch eine Route länger hin, als erwartet. Etwas ärgerlich ist zudem, dass vor allem kleinere Ausflugsziele im Tagesverlauf nur sehr unregelmässig angefahren werden (so z.B. Martigues oder Cassis). Das sicherlich attraktivste Fortbewegungsmittel in der Provence ist und bleibt daher (leider) das Auto. Hiermit ist man schnell unterwegs, zeitlich absolut flexibel, und vor allem lässt sich problemlos jeder noch so abgelegene – und nicht unbedingt ans öffentliche Verkehrsnetz angebundene – Ort anfahren. Ausserdem wird dabei bereits die Anfahrt zum Erlebnis, da man an jedem interessant scheinenden Punkt anhalten, Obstplantagen plündern, in Lavendelfeldern rumtollen, versteckte Weingüter aufsuchen

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und einmalige Aussichtspunkte entdecken kann. Wobei es keineswegs notwendig sein sollte, selber im Besitz eines Wagens zu sein, da es unter denjenigen, die es sind, beliebt ist, gemeinsam in einer Gruppe Ausflüge zu machen. Man teilt die Spritkosten, tauscht Ideen zu neuen Zielen aus und stürzt sich gemeinsam ins Abenteuer. Unscheuen und kontaktfreudigen Zeitgenossen sei zudem angeraten, sich regelmässig im französischen Pendant der Mitfahrzentrale umzuschauen. Eine Alternative, die nicht nur günstig ist, sondern eigentlich auch immer wieder spannende Begegnungen verspricht.

Visiert man schliesslich längere Reisen an... ... gibt es hierzu natürlich auch von Aix aus die verschiedensten Angebote. Wem dabei die Internetseite der französischen Bahn zu unübersichtlich ist, kann sich einfach von dem meist freundlichen Personal am Schalter des ‚SNCF‘-Bahnhofs in Aix beraten lassen. Wer sich sicher ist, im Laufe seines Aufenthaltes in Aix mehrmals Bahn zu fahren, sollte von der französischen Bahncard – ‚Carte 12 – 25‘ – profitieren. Diese kostet 49 Euro, bietet dann aber Ermässigungen von bis zu 60 % - eine Investition, die sich schon bei wenigen längeren Fahrten lohnt. 51


Weiterhin gibt es regelmässige Angebote von Reiseveranstaltern, deren Zielgruppe vor allem ausländische Studenten sind, so dass die Ausflüge zu passablen Preisen angeboten werden: Idee Nomade und Georges. In der gesamten Stadt verteilt, vorallem aber nahe der Uni und der Studentenwohnheime bewerben sie auf Plakaten ihre nächsten Ausflugsziele, für die man sich unkompliziert übers Internet anmeldet. Auf diesem Wege kann man nach und nach die bekanntesten Ortschaften der Provence erkunden und zudem immer wieder neue Bekanntschaften unter den Mitreisenden machen. Ein wesentlicher Nachteil dieser Reiseform allerdings ist, dass tatsächlich nur die touristischen Hochburgen angefahren werden und man extrem abhängig ist von den vorgebenen Ankunfts- und Abfahrtszeiten. Unter vielen Studenten beliebt ist das internationale Busunternehmen Eurolines. Diese Busfahrten können zwar sehr lange dauern und etwas ungemütlich werden, dafür allerdings lässt man sich zu verhältnismässig günstigen Preisen durch ganz Europa kutschieren.

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3 MASTERSTUDIENGÄNGE Lorem Ipsum

1. Master Interkulturelle Deutsch-Französische Studien (M.A.) Aix-enProvence/Tübingen 2. Master Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis (Diplom) Hildesheim/ Marseille 3. Master Angewandte Politikwissenschaften (B.A./ M.A.) Freiburg/Aix-enProvence

JURISTISCHE FAKULTÄT

Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) ...ist ein Verbund von über 150 Mitgliedshochschulen aus Deutschland und Frankreich. Ziel der DFH ist die Intensivierung des Austauschs zwischen den Hochschulen beider Länder in Forschung und Lehre. Dazu fördert die DFH insbesondere bi- und trinationale Studiengänge, struk-

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turierte binationale Doktorandenausbildungen sowie Netzwerkbildung von Nachwuchs-wissenschaftlern. Die DFH ist seit ihrer Gründung 1999 zur zentralen Anlaufstelle für die deutsch-französischen Hochschulbeziehungen geworden.


1. Master Interkulturelle Deutsch-Französische Studien (M.A.) Aix-en-Provence/Tübingen Binationaler, interdisziplinärer und forschungsnaher Studiengang der Université de Provence Aix-Marseille I und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen Dieser kulturwissenschaftlich orientierte Master erschließt deutsch-französische Interkulturalität auf der Ebene der Sprache, der Literatur, der Ideengeschichte, der Philosophie. Im besonderen Fokus steht der deutsch-französische Kulturtransfer, der durch eine enge Zusammenarbeit der Fächer Germanistik, Romanistik, Komparatistik, Geschichte, Philosophie und Allgemeine Linguistik umfassend durchleuchtet wird. Voraussetzungen Abgeschlossenes Studium, mindestens B.A. in Romanistik/Germanistik/Vergleichender Literaturwissenschaft oder ähnliche Fachrichtung Studienverlauf (4 Semester)
 1. Jahr: Aix-en-Provence
 2. Jahr: Tübingen

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Kurse in: Kulturtransfer, Literatur- und Kulturwissenschaft, Übersetzung dt.frz./frz.-dt., kontrastive Linguistik, fächerübergreifende Optionskurse in anderen Instituten Sonstiges
 Praktikum im 2.Semester (mindestens 1 Monat)
 Anerkannter Studiengang der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH), Doppeldiplom, Mobilitätshilfe während des Aufenthalts an der Partnerhochschule (z.Zt. 250€/ Monat)

Links und Adressen Universität Tübingen
 Nauklerstr.2, Raum 103
 D-72074 Tübingen
 Programmbeauftragte: Prof. Dr. Ellen Widder
 Programmreferentin: Judith Schittenhelm
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Tel.: +49(0)7071/29-77033
 Fax: +49(0)7071/29-5109
 Email: tuebaix@uni-tuebingen.de
 http://www.uni-tuebingen.de

Université de Provence Aix-Marseille I
 29, avenue Robert Schuman
 F-13621 Aix-en-Provence Cedex 1
 Programmbeauftragter: Prof. Dr. Thomas Keller
 Programmreferentin: Antje Janssen
 Tel.: +33(0)442953679
 Fax.: +33(0)442953671
 Email: antje.janssen@univ-provence.fr
 http://www.univ-provence.fr

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2. Master Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis (Diplom) Hildesheim/Marseille Im Mittelpunkt dieses Studiums steht die Aneignung von Kompetenzen der Kulturvermittlung. Hierbei soll im Kulturbetrieb zwischen einer Kultureinrichtung und darin ausgestellten oder programmierten Kunstwerken und Künstlern sowie einem Publikum vermittelt werden, wozu eine enge Kooperation mit Kultureinrichtungen stattfindet. Schwerpunkte des Studiums sind die Themen Publikum, Kultureinrichtungen, Künste. Neben der praktischen Projektarbeit, in der ein Publikum konkret an ein künstlerisches Produkt herangeführt wird, sind Praktika integraler Bestandteil des Studiums.

Voraussetzungen
 Immatrikulation im Studiengang Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim (3. Semester)

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Studienverlauf Das Studium ist stark durchstrukturiert und besteht aus dem 3. Studienjahr (Bachelor) und dem 4. und 5. Studienjahr (Master). Studiert wird im Klassenverband nach einem größtenteils vorgegebenen Stundenplan. 1. und 2. Semester: Studium in Hildesheim
 3. Semester: Auswahl der TeilnehmerInnen
 4. Semester: Vordiplom 
 5. Semester: Studium der Médiation Culturelle de l’Art an der Université de Provence in Marseille. 
 6. Semester: Studium in Hildesheim
 7. und 8. Semester: Studium in Marseille. 
 Ab 9. Semester: Studium in Hildesheim. Diplomprüfungen. Kurse in: Bildende Kunst, Musik, Theater/Literatur/Medien, Kulturpolitik, Betriebswirtschaft, Pädagogik, Politik, Psychologie, Soziologie

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Sonstiges
 Praktikum
 Anerkannter Studiengang der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH), Doppeldiplom
 Erfahrungsbericht: http://www.uni-hildesheim.de/media/fb2/erfahrungsbericht.pdf
 Links und Adressen Universität Hildesheim
 Institut für Kulturpolitik 
 Deutsch-Französischer Studiengang
 Marienburger Platz 22
 D-31141 Hildesheim
 Programmbeauftragte: Heike Denscheilmann
 Telefon: +49(0)5121883622
 Sekretariat: +49(0)5121883621
 Fax: +49(0)5121883620
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E-Mail: heike.denscheilmann@uni-hildesheim.de
 http://www.uni-hildesheim.de/

Université de Provence
 Médiation culturelle, cursus franco-allemand
 Case 62 - 3 place Victor Hugo 
 F-13331 Marseille cedex 3
 Programmbeauftragter: Gilles Suzanne
 Tél: +33(0)4 91 10 61 02 
 Fax: +33(0)4 91 10 61 02 
 E-Mail: medcult@newsup.univ-mrs.fr
 http://www.univ-provence.fr/

3. Master Angewandte Politikwissenschaften (B.A./M.A.) Freiburg/Aix-en-Provence

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Dieser binationale, interdisziplinäre Studiengang zielt darauf ab, Kompetenzen darin zu vermitteln, politische Institutionen, Systeme und Prozesse verstehen und kritisch analysieren zu können. Das besonders in den drei Teilen „Vergleichende Politikwissenschaft“, „Internationale Politik“ und „Politische Theorie“ erworbene Wissen wird durch einen starken Praxisbezug (Praktika) erprobt und vertieft. Zentrales Interesse gilt dabei dem Vergleich der politischen Systeme Deutschlands, Frankreichs und der EU.

Voraussetzungen Hochschulzugangsberechtigung

Studienverlauf
 1.+2. Semester: Freiburg 
 3.+4. Semester: Aix-en-Provence 
 5. Semester: Praktikum 
 6. Semester: Freiburg (B.A.-Arbeit) 
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Master in Vorbereitung: 
 7.+8. Semester: Freiburg 
 9.+10. Semester: Aix-en-Provence Kurse in: Politikwissenschaft, Recht, Ökonomie, Geschichte, Sprachen, Kulturwissenschaft Sonstiges
 Praktikum im 5. und zwischen dem 9. und 10. Semester, vorzugsweise in binationalen Institutionen/Unternehmen
 Anerkannter Studiengang der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH), Doppeldiplom, Mobilitätshilfe während des Aufenthalts an der Partnerhochschule (z.Zt. 250€/ Monat)

Links und Adressen Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
 Seminar für wissenschaftliche Politik

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Programmbeauftragte: Prof. Dr. Gisela Riescher
 Programmreferent: Dr. Marcus Obrecht
 Rempartstraße 15
 D-79085 Freiburg
 Tel.: +49(0)7612033487
 Fax: +49(0)7612033486
 E-Mail: sekretariat.riescher@politik.uni-freiburg.de; marcus.obrecht@politik.uni-freiburg.de
 http://www.uni-hildesheim.de/ Institut d'Etudes Politiques
 Université Paul Cézanne Aix-Marseille III
 25, rue Gaston de Saporta
 F-13625 Aix-en-Provence Cedex Programmbeauftragter: Rainer Gregarek
 Tel. : +33(0)442170172
 E-Mail: rainer.gregarek@iep-aix.fr
 http://www.iep-aix.fr/ 63


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ERASMUS in Aix-en-Provence. Eine Umfrage, 2009  

Passage & CO. - Deutsch-französischer Kulturverein gab im Sommer 2009 bei 3 PraktikantInnen eine Umfrage unter 20 ERASMUS-StudientInnen in A...

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