Issuu on Google+

lernenderegionen.at magazin der Lernenden Regionen in Österreich | DEZEMBER 2011

Lernen mit digitalen Medien regionen stellen sich vor Weinviertel Ost und Oberinnviertel-Mattigtal Lernen im Alter

MIT UNTERSTÜTZUNG VON BUND, LÄNDERN UND EUROPÄISCHER UNION Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.


inhalt Thema: Lernen mit Digitalen Medien Digitale Medien in Lernenden Regionen 3 Digital Storytelling Jeder Mensch hat (s)eine Geschichte zu erzählen

Lernende regionen 2.0 Liebe Leserinnen und Leser,

6

Eine Bildungsdatenbank für Niederösterreich

8

Neues aus den Regionen 9 Regionen stellen sich vor: Oberinnviertel Mattigtal Weinviertel Ost

11 11

Lernen im Alter: Bildung im Alter wichtiger denn je

12

Wie wollen wir alt werden? Selbstständig und selbstbestimmt! 14 Neues vom LLL 15 Informationsmaterial 16 Kontakt

16

IMPRESSUM: Lernende-Regionen.at – Magazin der Lernenden Regionen in Österreich erscheint zweimal jährlich als elektronisches Informationsjournal. Redaktion: Österreichisches Institut für Erwachsenenbildung, Kontakt: Mag. Ingolf Erler (ingolf.erler@oieb.at) Lektorat: Mag.a Elisabeth Schäfer Herausgeber: Österreichisches Institut für Erwachsenenbildung, Schimmelgasse 13-15, 1030 Wien Grundlegende Richtung: Information von Netz­werkpartnerInnen in österreichischen Lernen­ den Regionen. Hergestellt mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union.

2

lernende regionen

© J. Resch

Digitaler Kulturgüteratlas Juwelen unserer Kulturlandschaft 7

Wohl kaum eine Innovation hat unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten so nachhaltig verändert wie die fortschreitende Durchdringung mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Durch die neuen Technologien haben sich Arbeitswelt, aber auch Privatleben, massiv verändert: Die Formen wie wir uns Informationen verschaffen und Information geben, miteinander kommunizieren, uns vernetzen, zusammenarbeiten, einkaufen…

Während für junge Menschen der Umgang selbstverständlich ist , ist für Ältere das Erlernen oftmals mühsam und der Nutzen nicht unmittelbar einsichtig. Mit den neuen Technologien sind also auch neue Kompetenzen erforderlich geworden! Gerade im Erwachsenenbildungsbereich eröffnen sich durch digitale Medien Chancen. Dabei gibt es Anwendungen aus den Bereichen eLearning, Web 2.0 und anderen um besser, anschaulicher, orts- und zeitunabhängiger zu LERNEN. Aber auch um sich besser mit Gleichgesinnten zu vernetzen und zusammenzuarbeiten. Der vorliegende Newsletter bietet eine Einführung in die Möglichkeiten Digitaler Medien in der Erwachsenenbildung. Der zweite Schwerpunkt liegt in der Bedeutung von Lebenslangem Lernen für ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen. Anlässlich des Europäischen Jahres für aktives Altern 2012 wird die Themenstellung für Lernende Regionen vorgestellt: Was gilt es zu beachten? Warum ist Lernen bis ins hohe Alter sinnvoll? Wie können Lernangebote für Ältere konzipiert werden? In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine informative Lektüre und viel Erfolg in Ihren Lernenden Regionen!

Min.Rat Dipl.Ing Josef Resch Leiter der Abteilung Schule, Erwachsenenbildung und Beratung Lebensministerium


© Startouching - Fotolia.com

thema

Digitale Medien in Lernenden REgionen Von Barbara Gruber-Rotheneder Die Anwendung digitaler Medien ist längst nicht mehr nur auf den Bereich formalen Lernens in Schule und Universität beschränkt. Auch im breiten Feld der Erwachsenenbildung und in der Regionalentwicklung kommen sie zum Einsatz, um zeitlich-räumliche Hindernisse zu überwinden und Kommunikationsabläufe zu vereinfachen. Auch Lernende Regionen setzen, beispielsweise in Wikis, deren Potenziale und Besonderheiten für die Aufbereitung von regionalem Wissen erfolgreich ein. Durch die Anwendung digitaler Medien wird Lernenden die Möglichkeit gegeben, in formalen Bildungssettings zeit- und ortsunabhängig weiterzulernen. Sie sind aber auch aus dem alltäglichen Leben in Arbeit und Freizeit kaum mehr wegzudenken und eröffnen neue Möglichkeiten im Bereich des informellen Lernens. Begünstigt wird das gemeinsame Lernen in Online-Lernnetzwerken, die aktive Wissensgewinnung aus einem umfassenden digitalen Wissensbe-

stand und die alltägliche Kommunikation und Vernetzung mit anderen.

Handbuch „Digitale Medien“ als Werkzeugkoffer Wikis, Weblogs, Social Bookmarks, Podcasts und Videokonferenzen sind nur einige Beispiele, die gegenwärtig in vielen verschiedenen (Lern-)Settings verwendet werden. Vor allem die vermehrte Nutzung von Smartphones macht das Lernen im Social

Web jederzeit und allerorts möglich. Um angesichts der Vielzahl an digitalen Medien einen Überblick zu bekommen, wurde im Rahmen des Programms „Lernende Regionen“ das Handbuch „Lernen mit digitalen Medien. Ein Handbuch für Erwachsenenbildung und Regionalentwicklung“ verfasst. Es versteht sich als einführendes Nachschlagewerk und als Werkzeugkoffer, der interessierten LeserInnen Instrumente in die Hand geben will. Für die konkreten

lernende regionen 3


thema

© Copyright David Röthler

Abbildung: Tagung „Lernen mit digitalen Medien“ in Linz - real und virtuell

Praxiskontexte muss die Anwendung aber erst mit dem jeweiligen Bildungsvorhaben, den Lernzielen und der Zielgruppe abgestimmt werden. Das Handbuch zeigt allgemeine Potenzia­ le auf, die beispielsweise in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter vorhanden sind und die in Bildungsprojekten genutzt werden können.

Dimensionen des Lernens mit digitalen Medien Um feststellen zu können, worin die Lernpotenziale digitaler Medien liegen, werfen wir einen Blick auf vier Dimensionen des Lernens: • Das Wissen-Lernen bezieht sich auf das kognitive Erfahrungswissen (Theorien und Fakten), das zum Beispiel im Rahmen eines Podcasts vermittelt oder in einem regionalen Wiki gesammelt wird. • Unter Können-Lernen versteht man das praktische Handlungs- und Interaktionswissen (Fertigkeiten), das man voneinander lernt. Dieses Können wird beispielsweise in einem Online-Seminar mithilfe eines Video­konferenzsystems vermittelt.

4

lernende regionen

Auch die Aneignung von Schlüsselkompetenzen (wie z.B. Medienkompetenz) kann dieser Dimension zugeordnet werden. • Das Leben-Lernen bezieht sich auf biografisches, soziales und kulturelles Lernen (in der Familie oder in einem Ehrenamt), das man zum Beispiel im Austausch mit anderen in einem sozialen Netzwerk (Facebook, YouTube, Twitter etc.) lernt. • Unter Lernen-Lernen versteht man ein Lernen in Bezug auf Wissen, Können und Leben. Es geht darum, in den drei Lerndimensionen Strategien und Methoden des Lernens zu entwickeln und das eigene Lernen zu reflektieren. Damit decken die vier Dimensionen des Lernens nahezu alle relevanten Lebens- und Lernbereiche ab.

Digitales Lernen in Organisationen und Regionen Lernen ist aber nicht nur eine wichtige Aufgabe für Individuen, sondern Lernen mit digitalen Medien ist auch für Organisationen und ganze Regionen relevant. Zentrale Lernprozesse in Organisatio­

nen und Regionen sind Vernetzung, Kommunikation und Erfahrungstransfer zwischen den AkteurInnen. Einerseits geht es um den Austausch von Wissen zwischen den handelnden Personen, Organisationen und Netzwerken in den Regionen (Stichwort: regionales Wissensmanagement); andererseits geht es um ein Sichtbarmachen und Nutzen regionalen Wissens und regionaler Besonderheiten (Stichwort: regionales Bildungsmarketing). Digitale Medien leisten insofern einen strategischen Beitrag zur Regionalentwicklung als sie • das Wissensmanagement einer Or­ ganisation/Region erleichtern: z.B. mit Wikis, Weblogs oder Social Bookmarks • die interne Projektkommunikation un­ terstützen: z.B. mit Videokonferenzsystemen, Diskussionsforen oder Online-Texteditoren • die Projektaktivitäten und Bildungsangebote (Bildungsmarketing) sicht­ bar machen und damit auch • den Erfahrungstransfer zwischen Or­gani­ sationen/Regionen (Best Prac­ tice) erleichtern: z.B. mit Facebook, Twitter, Weblogs, Wikis oder Podcasts

Wissen sammeln und sichtbar machen Das individuelle Wissen oder aber auch das Wissen einer Organisation oder Region sichtbar zu machen, ist ein wichtiger Faktor in der Regionalentwicklung. In Projektarbeitsgruppen werden Wikis (z.B. MediaWiki) als Instrument des Wissensmanagements genutzt, um den Transfer von Erfahrungswissen zu gewährleisten. Ein Anwendungsfeld im regionalen Kontext ist der Einsatz eines Wikis, das die Bevölkerung dazu aktiviert, Wissenswertes aus der Region zu sammeln und so die regionale Identität zu stärken (z.B. AtterWiki, EnnstalWiki, MostWiki). Für das Sammeln und Tei-


thema

len von Internetfundstücken sind Social Bookmarks besonders geeignet. Recherchierte Internetlinks werden auf einer Social-Bookmarking-Plattform (z.B. Delicious oder Diigo) abgespeichert und mit Schlagworten (Tags) versehen. Auf diese Weise werden Internetlinks nicht nur lokal auf dem eigenen Computer gesammelt, sondern innerhalb einer Community (z.B. einer Projektarbeitsgruppe) geteilt.

Bildungsmarketing mit Social Media Um das Bewusstsein für Lebenslanges Lernen zu wecken, Bildungsangebote sichtbar zu machen und auf einer regionalen Ebene zu verankern, sind Marketingmaßnahmen unentbehrlich. Social Media, wie beispielsweise Facebook, Twitter und Co (siehe auch Social Media Prisma), sind eine Möglichkeit der kostengünstigen und effektiven Öffentlichkeitsarbeit, da über soziale Netzwerke eine große Anzahl von Menschen online erreicht werden kann. Für Lernende Regionen sind soziale Netzwerke geeignete Instrumentarien • um mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren und sie an ihren Bildungs­

angeboten partizipieren zu lassen • für digitale Mundpropaganda, um Bildungsangebote zu verbreiten • für das Erreichen neuer potentieller TeilnehmerInnen • um bildungsrelevante Inhalte und Themen zu positionieren • und um generell mehr Internetpräsenz zu erlangen BewohnerInnen werden über Plattfor­ men wie Facebook zu MultiplikatorIn­ nen ihrer Region.

handbuch

Virtuelle Tagung Das Handbuch „Lernen mit digitalen Medien“ wurde im Rahmen einer Tagung im Wissensturm Linz präsentiert. Die Tagung fand nicht nur vor Ort im Wissensturm Linz, sondern auch online über das Videokonferenzsystem Adobe Connect statt. Die (Online-)TeilnehmerInnen hatten so die Möglichkeit, mitzuchatten und an der Veranstaltung „von außen“ zu partizipieren. Es zeigte sich, dass Videokonferenzen ein spannendes Instrument dafür sind, räumliche Distanzen zu überwinden. Ein Faktor, der gerade im ländlichen Raum relevant ist und durch den Einsatz digitaler Medien unterstützt werden kann.

Lernen mit digitalen Medien Das Handbuch führt in die Grundlagen des Lernens mit digitalen Medien ein und beschreibt die wichtigsten digitalen Medien, ihre Funktionen und ihre Anwendungsgebiete. Download unter http://www.lernende-regionen.at Wenn Sie diesen QR-Code einscannen, können Sie das Handbuch direkt auf Ihr Smartphone herunterladen. Gedruckte Exemplare können Sie im Lebensministerium bestellen: birgit.weinstabl@lebensministerium.at

autorin Mag.a Barbara Gruber-Rotheneder ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung (oieb) barbara.gruber-rotheneder@oieb.at www.oieb.at Abbildung: Social Media Prisma (http://www.flickr.com/ photos/birgerking/ 4731898939, birgerking/ Flickr)

Sie hat das Handbuch „Lernen mit digitalen Medien. Ein Handbuch für Erwachsenenbildung und Regionalentwicklung“ erstellt.

lernende regionen 5


© Copyright Schmitzberger

Abbildung: Digital Storytelling als neue Form der Arbeit mit Biographien

Digital Storytelling jeder Mensch hat (s)eine Geschichte zu erzählen! von Erwin Schmitzberger Eine Digital Story ist ein 2- bis 3-minütiger Film, der eine Erzählung aus der Ich-Perspektive mit Fotos, Zeichnungen, Erinnerungsgegenständen und Musik kombiniert. In den 90ern gründeten Joe Lambert und Dana Atchley ihr erstes Storycenter (www.storycenter.org). Über Wales, wo Daniel Meadows (www.photobus.co.uk) über 700 Digital Stories für die BBC gestaltete, erreichte Digital Storytelling den europäischen Kontinent. Diese Form der Biografiearbeit mittels Kurzfilm hat sich weltweit verbreitet: Viele Schulen, soziale Einrichtungen, NGOs, Museen, Büchereien und Universitäten verwenden diese Technik.

„Ich hab´ doch nichts zu erzählen.“ Mit Digital Storytelling wird dieser Satz schnell widerlegt. Im persönlichen Gespräch zu zweit oder in einer kleinen Gruppe und durch die Einbeziehung von Erinnerungsgegenständen und Fotos wird klar: Jeder Mensch, ob jung oder alt, hat das Bedürfnis sich anderen mitzuteilen; jeder Mensch hat etwas zu erzählen. Im Rahmen verschiedener Kooperatio­ nen (pädagogische Fachhochschule,

6

lernende regionen

Universität Wien, Volkshochschulen) wurden in Wien die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Digital Storytelling erprobt. Rund um das zentrale Element, die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, entstanden etwa ein InterGenerationen-Projekt, bei dem Jugendliche ihre Großeltern interviewten und gemeinsam mit ihnen Filme gestalteten, oder Stories, die neben persönlichen Geschichten auch wertvolle Zeitzeugnisse der lokalen Geschichte sind (etwa eine Kindheit im Wien der Kriegs- und Nachkriegszeit oder wie die Menschen in einem tschechoslowakischen Dorf den Prager Frühling erlebten). Auch im Fremdsprachenunterricht bewährte sich die Methode: „Es bot sich geradezu an, dieses Medium, das auf der Kombination von schriftlichem und mündlichem Ausdruck beruht, für den Fremdsprachenunterricht zu nutzen. Hier ging es wirklich darum, zu kommunizieren, nicht nur so zu tun, als ob“, so Dominique Kerschbaumer-de Valon (Sprachenzentrum der Universität Wien).

Einfach, authentisch, öffentlich Die Vorteile der Methode liegen auf der Hand: Der technische Aufwand ist gering; die Filme werden am PC/Laptop mittels einfach erlernbarer Gratis-Software ohne große Kosten hergestellt - ohne an Örtlichkeiten mit anspruchsvoller technischer Ausstattung gebunden zu sein. Es entstehen Geschichten mit human touch; oft unglaubliche und vergessene Bereiche der Geschichte werden mittels Digital Storytelling ans Tageslicht geholt. Die Kurzfilme werden im Web 2.0 publiziert– über social media wie Youtube oder Facebook können neue Netzwerke entstehen.

Potentiale Kooperationen mit Bildungseinrichtungen vor Ort, Vereinen, lokalen Medien und Gemeinden können entstehen. Digital Storytelling überbrückt die technologische Kluft zwischen den Generationen und macht es möglich, dass Geschichten, die bisher nur mündlich überliefert wurden, für die Nachwelt erhalten bleiben. Und nicht zuletzt können Menschen ihre oft verloren geglaubte erzählerische Kompetenz und Kreativität wiederentdecken und ihre Geschichten weitergeben – denn nichts ist so spannend wie das Leben selbst.

Informationen Erwin Schmitzberger e.schmitzberger@gmx.net www.digitalstory.at Digital Storytelling im Fremdsprachenunterricht: Mag.a Dominique Kerschbaumer-de Valon dominique.kerschbaumer@aon.at


best practice

digitaler Kulturgüteratlas – Juwelen unserer Kulturlandschaft von Monika Gschwandner-Elkins Seit 2008 werden in diesem Projekt Kärntens Klein- und Flurdenkmäler in einem digitalen Kulturgüteratlas erfasst. Das EU-Projekt mit Slowenien soll konkrete Daten und Informationen über die unzähligen kulturellen Schätze des Landes liefern und in der Öffentlichkeit ein verstärktes Bewusstsein für diese Kleinode schaffen, die das Landschaftsbild auf signifikante Weise prägen. Ein wesentliches Ziel ist dabei die Einbindung ehrenamtlicher MitarbeiterInnen.

Digitales Erfassen lokaler Kulturgüter

Verortung der Kulturgüter auf Google Maps Die anschließende Dateneingabe auf der Projekthomepage gestaltet sich im Allgemeinen nicht besonders schwierig. Nur die Verortung mittels Google Map beziehungsweise KAGIS, dem geogra-

© Norbert Cech

Das Projekt wurde bisher in insgesamt 23 Gemeinden, davon 13 Kärntner Gemeinden, umgesetzt und die Daten auf der homepage www.kleindenk­ maeler.at online gestellt. Projektträger ist das Kärntner Bildungswerk, Partner sind das zweisprachige Volkskundeinstitut Urban Jarnik und das Koroški pokrajinski muzej in Ravne/

Slowenien sowie das Denkmalamt Marburg/Slowenien. Da nur die wenigsten Objekte unter Denkmalschutz stehen, ist es meist mit großem Zeitaufwand verbunden, an brauchbare Daten zu kommen. Konkret heißt das, zuerst über die örtlichen Gemeindestuben erste Hinweise zu den vorhandenen Kulturobjekten zu erfragen. Es folgt ein intensives Studium von Gemeindechroniken und Landkarten, Gespräche mit ortsansässigen Historikern, Pfarrern und Lehrern. Mit diesen im Vorfeld gesammelten Informationen geht es dann hinaus zu den einzelnen Ortschaften, wo auch noch die jeweiligen Grundbesitzer oder Nachbarn zur Geschichte der einzelnen Objekte befragt werden.

© Monika Gschwandner-Elkins

Flur- und Kleindenkmäler genießen in der Regel nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie Kirchen, Burgen und Schlösser, machen aber einen bedeutenden Teil des lokalen kulturellen Erbes aus. Brunnen, Säulen, Wegkreuze, Bildstöcke, Gedenksteine, aber auch kulturhistorische Zeugnisse aus Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft wie Erzhütten, Schmelzöfen, Getreidespeicher, Mühlen und Dörrkästen reflektieren Lebensgeschichte, Brauchtum und Reli­ gion der Bevölkerung und sind zu einem fixen Bestandteil des Landschaftsbildes geworden.

fischen Informationssystem Kärntens, erfordert eine gewisse Übung. Hier bietet das Kärntner Bildungswerk allen MitarbeiterInnen eine Einschulung an.

3.000 Objekte online Zu den Besonderheiten der in Kärnten erfassten Klein- und Flurdenkmäler zählt zweifellos das 1777 errichtete Pestkreuz an der nördlichen Stadteinfahrt von Bleiburg. Es wurde zum Gedenken an die Opfer der Pestepidemie der Jahre 1715/16 errichtet, die in diesem Bereich begraben wurden und gilt als der größte Bildstock Kärntens. Von den damals 616 Einwohnern Bleiburgs starben 216. Nicht weniger bekannt ist das Hohe Kreuz in Millstatt, ein 9 Meter hoher Breitpfeilerstock mit reicher Bemalung. Das Hohe Kreuz steht an der einstigen Burgfriedgrenze von Millstatt und zugleich am Weg zum ehemaligen Galgen. Es erfüllte somit die Funktion eines „Arme-Sünder“-Kreuzes. Die Tatsache, dass bisher bereits über 3.000 Objekte Eingang auf der JuwelenHomepage gefunden haben, lässt erahnen wie viele Kulturgüter Kärnten insgesamt besitzt. Alle Gemeinden Kärntens in dieses Projekt miteinzubeziehen, ist somit die große Herausforderung der kommenden Jahre.

autorin Monika Gschwandner-Elkins ist Leiterin des Projekts „Juwelen der Kulturlandschaft“ im Kärntner Bildungswerk juwelen@kbw.co.at Weitere Informationen: www.kleindenkmaeler.at

links: Pestkreuz in Bleiburg; rechts: Hohes Kreuz in Millstatt

lernende regionen 7


best practice

Eine bildungsdatenbank FÜR Niederösterreich © Bettina Sampl

von Christoph Schönsleben In NIederösterreich wird an der Erstellung einer gemeinsamen Bildungsdatenbank gearbeitet. Im Bundesland konzentriert sich der Großteil der Angebote in den Ballungsräumen Wien und Wien-Umgebung bis Wiener Neustadt sowie auf das „fünfte Viertel“ den Zentralraum NÖ Mitte. Außerhalb dieser Regionen ist die Bildungslandschaft kleinteilig strukturiert. Die Anfahrtswege in die Ballungsräume sind weit. Das schlägt sich in einer gro­ ßen Anzahl regionaler Bildungsanbieter bzw. vieler Zweigstellen nieder und macht ein Bildungsinformationssystem nötig, das die Vielfalt der Angebote in den Kontexten und in der Nähe der Bildungssuchenden darzustellen vermag.

Gemeinsame Datenbank für NÖ Im Rahmen der Lernenden Regionen unterstützt die niederösterreichische Förderstelle den Aufbau einer gemeinsamen Bildungsdatenbank für alle Regionen. Dieses Vorhaben konnte mit dem Forum Erwachsenenbildung NÖ – F.E.N., dem Dachverband der Erwachsenenbildungseinrichtungen, zu einem gemeinsamen Projekt ausgebaut werden. Basierend auf dem bestehenden System des Bildungs- und Heimatwerks Niederösterreich (BHW) sollte eine anbieterneutrale Datenbank entwickelt werden, die den Anforderungen der Regionen und der Verbände des F.E.N. gleichermaßen genügt. Die neue Datenbank kann dabei sehr flexibel verwendet werden. Das System ist darauf ausgelegt, die Bildungsangebote zentral und regional zu erfassen und ebenso zentral wie regional darzustellen. Alle Gemeinden und Regionen (auch Kleinregionen oder sonstige Bildungsverbünde) innerhalb der Lernenden Regionen haben die Möglichkeit, die Bildungsdaten auch in ihre Homepages zu integrieren.

8

lernende regionen

Dezentrale Erfassung - Vielfache Darstellung Größere Verbände arbeiten weiterhin mit ihrer eigenen Datenbank und speisen die Informationen in das gemeinsame System ein. Die regionalen Bildungsanbieter werden über die Netzwerke der Lernenden Regionen angesprochen und betreut. Die Lernenden Regionen verfügen z.T. über Veranstaltungskalender, in die die Daten aus der Bildungsdatenbank eingespielt werden können. Die Suche und Anzeige der Bildungsangebote kann genauso wie in der Bildungsdatenbank innerhalb des Auftritts der Region dargestellt werden. Kleinere AnbieterInnen können die Datenbank als eigenes Sys­ tem verwenden, in dem sie ihre Daten über das System verwalten und auf ihrer Homepage die eigenen Veranstaltungen darstellen. Dazu können sie ihre Daten manuell oder über einen csv-Upload einspeisen. Allen Gemeinden der teilnehmenden Regionen steht ebenso die Möglichkeit offen, die Angebote aus der Bildungsdatenbank in ihre Homepage oder ihren Veranstaltungskalender zu integrieren. Inklusive der Verbände des F.E.N wird mit ca. 500 AnbieterInnen gerechnet, Schnittstellen werden mit ca. 20-30 Datenbanken erwartet. Der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Datenbank ist die Website www.lernende-gemeinde.at, auf der die Veran-

staltungssuche an zentraler Stelle steht. Ergänzt wird diese durch Service für Bildungssuchende und Bildungsveranstalter sowie Informationen über Fördermöglichkeiten und Beratungsangebote.

Verbesserte Suche Sinn dieses verzweigten Systems ist, dass Bildungssuchende von ihrem eigenen Kontext ausgehend zunächst Angebote in ihrer Nähe finden können – auch solche, die unter Umständen nicht in der Bildungsdatenbank, sondern nur im lokalen Umfeld ihrer Gemeinde erfasst worden sind. Von dort aus können sie – ohne die Plattform wechseln zu müssen – auch überregionale Angebote finden. Das ist besonders im niederschwelligen und auch im ehrenamtlichen Bereich, der speziell am Land von erheblicher Bedeutung ist, von Relevanz.

kontakt Christoph Schönsleben ist Projektkoordinator der Bildungsdatenbank „Lernende Gemeinden“ und Learnforever Bildungs- und Heimatwerk NÖ, Linzer Straße 7, 3100 St. Pölten www.bhw-n.eu c.schoensleben@bhw-n.eu Tel.: 01-533 18 99; 0676-401 79 09


© LeRe Ausseerland-Salzkammergut

aktuell

„Brücken bauen“ im Ausseerland-Salzkammergut In der Lernenden Region AusseerlandSalzkammergut wurden Brücken als „verbindendes Element“ zum Themenschwerpunkt ernannt. „Brücken bauen“ ist ein übergreifendes Projekt aller Volksschulen im steirischen Salzkammergut, gemeinsam mit den planorama architekten Bozen-Graz-Bad Aussee und dem Forum Architekturraum Steirisches Salzkammergut. Das Projekt setzt sich zum Ziel, SchülerInnen auf Form, Funktion und Schwingungsphänomene von Brücken zu sensibilisieren. In Exkursionen werden Brücken in der näheren Umgebung besichtigt und anschließend selbst Brücken aus verschiedenen Materialien erbaut. Das Projekt fördert dabei die Teamfähigkeit, das fächerübergreifende und vernetzende Denken sowie die Kooperationen und Beziehungen der SchülerInnen.

nen die Möglichkeit, in Interessensgruppen handwerkliches Wissen von der älteren Generation zu lernen. www.oberpinzgau.info

„Tage der Lehre“ in der Lernenden Region Triestingtal 800 BesucherInnen informierten sich bei den „Tagen der Lehre“ in Pottenstein über die Ausbildungsprogramme regionaler Unternehmen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Wirtschaft & Schule“ im Triestingtal statt. Ziel des Projekts ist es, moderne Ausbildungsanforderungen der Wirtschaft und außerschulische Ausbildungsangebote für LehrstellenbewerberInnen zusammenzuführen. Die Tage der Lehre stellten eine wichtige und öffentlichkeitswirksame Veranstaltung dar. Sie richteten sich an SchülerInnen, Jugendliche, Unternehmen, Eltern, LehrerInnen und Interessierte. 26 regionale Unternehmen unterschiedlicher Branchen präsentierten sich und ihr Ausbildungsangebot. 600 SchülerInnen der 3. und 4. Klassen der umliegenden Hauptschulen nützten das Angebot, um in Kleingruppen direkt mit den Unternehmen in Kontakt zu treten, sich zu informieren und Dinge auszuprobieren. www.triestingtal.at

www.regioz.at

Die Lernende Region Oberpingau setzt in ihren Projekten Schwerpunkte in den Bereichen Tourismus und Generationen. Im Tourismusprojekt sollen die Themen Weiterbildung, (Höher-) Qualifizierung, regionale Kenntnisse und Nachhaltigkeit vereint werden. In Kooperation mit der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern wird ein Qualifizierungsprogramm für regionale Tourismusbetriebe zusammengestellt. Im Generationenprojekt steht das Erforschen alten Wissens, das Thema Nachhaltigkeit und der Austausch zwischen den Generationen im Mittelpunkt. In Volksschulklassen erhalten SchülerIn­

© LeRe Triestingtal

Tourismus und Generationen als Themen der Region Oberpinzgau

Auszeichnung für Lernende Region Hermagor Bei der Präsentation des ÖREK 2011 wurde die Lernende Region Hermagor als eines von zehn österreichischen Good-Practice-Beispielen ausgezeichnet. Die Region gilt damit als Modellprojekt für das zukünftig geltende Österreichische Raumordnungskonzept. Kriterien für die Bezeichnung eines

Good-Practice-Beispiels sind die kooperative Entwicklung bzw. Bearbeitung, die fach- und ebenenübergreifende Kooperation der beteiligten AkteurInnen, ein Bezug zu den definierten Aufgabenbereichen des ÖREK 2011 sowie eine entsprechende gesamtösterreichische Relevanz. Die Lernende Region wird dabei als Good-Practice-Beispiel für die Entwicklung von regionsspezifischen neuen Lernformen und -angeboten genannt. www.lernenderegionen.at

Fact Sheet der Lernenden Regionen Das österreichische Institut für Erwachsenenbildung (oieb) hat die wichtigsten Daten, Fakten und Effekte rund um die Maßnahme „Lernende Regionen“ in einem Fact Sheet überblicksmässig zusammengefasst. Es gibt einen Überblick zu den Regionen, den Projektschwerpunkten, den Zielgruppen und den Bildungsprojekten. Dazu bietet es eine Liste an positiven Effekten für Bildung und Regionalentwicklung, die die Projekte der Lernenden Regionen in ihrer bisherigen Laufzeit mit sich gebracht haben. www.lernende-regionen.at

Bibliothek der Region nordburgenland plus Es gibt viele Materialien, die die Region thematisieren: Bildbände, Dokumentationen, Landkarten, Kinderbücher, Kochbücher, Romane, Filme, Musiktonträger, Literatur von in der Region beheimateten AutorInnen u.v.m. Bislang gibt es aber keine Zusammenschau und keine gezielte Nutzung dieses Potentials. Das Projekt „Bibliothek der Region“ stellt das vorhandene Wissen über die Region als identitätsstiftendes Potential zur Verfügung. Das Wissen der Region wird an fünf Standorten (Nationalparkzentrum Illmitz, Weinwerk Neusiedl/See, Seepark Weiden/See, Weingut Umathum, Dorfmuseum Mönchhof) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. www.rmb.co.at

lernende regionen 9


aktuell

Jugendlicher Lebensraum hört nicht an der Gemeindegrenze auf. Daher setzt die Lernende Region Südliches Waldviertel-Nibelungengau mit dem Projekt „Jugend - aktiv in der Region“ einen besonderen Schwerpunkt bei der Zielgruppe der Jugendlichen in den Gemeinden. In den nächsten zwei Jahren werden Themen gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet, die sie besonders interessieren. Wichtig sind der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung der regionalen Jugendorganisationen. Die Jugendlichen erhalten unter anderem auch Unterstützung bei der Umsetzung von regionalen Projektideen mit individuellen und modernen Ansätzen. Bei Startworkshops wurden einerseits die bestehenden Angebote für Jugendliche in der Region erhoben, andererseits gab es schon erste Ideen für weitere Maßnahmen. So soll im Jänner der erste regionale Jugendstammtisch stattfinden und eine Arbeitsgruppe für die Planung und Durchführung des ersten regionalen Jugendtages gebildet werden.

© LeRe Südl. Waldviertel

www.lernenderegion.at

Netzwerktreffen der Lernenden Regionen im Weinviertel Im November fand im Bildungshaus Großrußbach ein gemeinsames Netzwerktreffen der Lernenden Regionen im Weinviertel statt. Veranstaltet wurde das Netzwerktreffen von den Regionen Weinviertel Ost, Weinviertel-Donauraum und Weinviertel-Manhartsberg. 50 TeilnehmerInnen verfolgten gespannt die Projektpräsentationen aus den drei Regionen. Der Lehrgang „Kommunales

10

lernende regionen

Bildungsmanagement“ als Ausbildungsmöglichkeit für Bildungsbeauftragte und andere engagierte AkteurInnen der Erwachsenenbildung, das regionale Lernfest in Hollabrunn, die niederösterreichische Bildungsdatenbank und die Internetplattform für Klein- und Flurdenkmäler sind einige Beispiele für gelingende Kooperation und Vernetzung zwischen den Regionen. www.weinviertelost.at www.leaderwd.at www.leader.co.at

© LeRe Weinviertel Ost

Jugend - aktiv in der Region

Projekt RIKK - regional. interkulturell.kompetent Das Projekt „RIKK - regional.interkulturell.kompetent“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen den Lernenden Regionen Vöckla-Ager und Traunsteinregion, dem Regionalmanagement VöcklabruckGmunden und der RegionalCaritas Vöcklabruck-Gmunden. RIKK setzt sich zum Ziel, einen Beitrag zur Entwicklung der notwendigen sozialen, interkulturellen Fähigkeiten in der Region zu leisten. Es werden Möglichkeiten des regionalen Lernens, des Wissensaustauschs und der -vermittlung eröffnet. Im Zentrum steht eine regionale Vernetzungsplattform, auf der über aktuelle Veranstaltungen, gelungene Lebensgeschichten und Beziehungen, Literatur und aktuelle Projekte informiert wird. Diese digitale Informationsdrehscheibe dient dazu, interkulturelle Kompetenzen sichtbar zu machen und die persönliche Vernetzung von ExpertInnen und Interessierten zu fördern.

Bausteine & Impulse: Handbuch Bildung für nachhaltige Entwicklung in Lernenden Regionen Wie kann ich in meinem Bildungsprojekt Menschen befähigen, eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltige Gesellschaft mitzugestalten? Zu dieser Frage möchte das FORUM Umweltbildung AkteurInnen Lernender Regionen Impulse zur Weiterentwicklung ihrer Projekte geben. Aufgebaut wird dabei auf den Erfahrungen und Bedürfnissen der Zielgruppe: drei vertiefende Workshops, zahlreiche Telefoninterviews mit ProjektleiterInnen von Projekten aus Lernenden Regionen und ein inhaltlicher Workshop mit VertreterInnen Lernender Regionen schaffen die Basis für das Handbuch. Projekt-Beispiele und Methoden machen das Buch zu einem praktischen Arbeitsbuch. Das Handbuch erscheint im April 2012. (Irmgard Stelzer) www.umweltbildung.at

ZirbenlandAkademie startet in das zweite Jahr

www.vrva.at

Im Herbst startete die Zirbenland­ Akademie, die Qualifizierungsinitiative der Innovationsregion Zirbenland, in das zweite Jahr ihres Bestehens. Mit insgesamt 51 Bildungsangeboten hat sich das Angebot seit dem letzten Jahr verdreifacht. Es werden Wanderseminare, Kochwerkstätten, Ortsführungen, Bastelworkshops und viele andere Veranstaltungen rund um die Zirbe und das Zirbenland angeboten. 25 KooperationspartnerInnen erstellen das Bildungsprogramm. Dieses Jahr sind zahlreiche neue Kooperationen gelungen. Unter anderem wird mit dem Stadtmuseum Judenburg ein eigener Themenschwerpunkt „Historisches Judenburg“ angeboten. Ziel ist es, bei der Bevölkerung des Murtals das Bewusstsein für die Region Zirbenland und für die Sicherung von altem Wissen und die Entwicklung neuer Ideen zu stärken.

www.traunsteinregion.at

www.zirbenland.at


Wissenschaftliche Studien über die Bildungsabschlüsse in der Region Oberinnviertel-Mattigtal zeichnen ein wenig erfreuliches Bild. 43% verlassen nach der Hauptschule das System Schule und nur 2,5% erreichen einen akademischen Abschluss. Das Projekt: Ursachenerhebungen bei Kindern bis 15 Jahren und Erwachsenen 35+. Dabei zeigt sich, dass es bis zur 3. Volksschule gut läuft. Ab der 3. Klasse Volksschule beginnt das System bereits brüchig zu werden und beim Übertritt in die Hauptschule ist eine deutliche Zäsur spürbar. Bis zum Ende der Hauptschule geht ein Drittel der Kinder bildungstechnisch verloren. Zunehmende Anforderungen, die geringer werdende individuelle Betreuung, die vornehmliche Sicht auf Schwächen und sozialer Stress in der Schule stellen für Kinder (und Eltern) eine große Belastung dar. Versagensängste machen sich breit. UND: Negative Schulerfahrungen werden an die Kinder weiter gegeben und beeinflussen im Erwachsenenalter das Verhalten in der beruflichen Fortbildung. Es werden für Schulen Module entwickelt und umgesetzt, die Lernen lustvoll machen, die Stärken stärken und Schwächen schwächen. Dies soll sowohl den pädagogischen Teil als auch das soziale Lernen der Kinder betreffen. Ebenso werden Betriebe für mehr Transparenz und mehr Individualität bei der Auswahl der Bildungsmaßnahmen sensibilisiert und Strategien erarbeitet. Um Kinder besser auf das Berufsleben vorzubereiten, ist daran gedacht, das Modell der Region Wels-Land „Töchter/Söhne-Tag“ zu übernehmen.

Bildung mit Strategie: Weinviertel Ost Grundlage und zentrales Element der Lernenden Region Weinviertel Ost ist das „Bildungsnetzwerk Weinviertel Ost“ - eine auf Freiwilligkeit der Akteure basierende Netzwerkstruktur, die vorwiegend dem (über)regionalen Informa­ tionsaustausch und der gemeinsamen Gestaltung und Belebung der Bildungslandschaft im (östlichen) Weinviertel im Bereich Erwachsenenbildung dient. Im Rahmen der Strategieentwicklung wurden stakeholder aus verschiedenen Bereichen zum Bildungsbedarf im Weinviertel befragt. Dabei kristallisierte sich ein hoher Bedarf in den Bereichen „Gesundheits- und Sozialwesen“ sowie „Persönlichkeitsentwicklung“ heraus. Angesichts der deutlichen Ergebnisse wurde der Themenbereich „Gesundheit & Lebensqualität“ als Kernelement in die Bildungsstrategie der Region einbezogen und das Projekt „Rundum Gsund im Weinviertel“ als Pilotprojekt der Lernenden Region Weinviertel Ost näher ausgearbeitet. Das Projekt soll vor allem zur Erhöhung der Lebensqualität im Weinviertel beitragen, das Verantwortungsbewusstsein für die eigene Gesundheit stärken und die gesündere Wahl ermöglichen und beliebter machen. Mittlerweile wurden in den Kleinregionen diverse „gesunde“ Projekte umgesetzt, Ziel ist es noch für die Gebietskulisse der LEADER Region Weinviertel Ost ein überregionales Projekt zu initiieren.

LEader Region Oberinnviertel-Mattigtal Verein Zukunft Oberinnv.-Mattigtal 5280 Braunau, Industriezeile 54 friederike.blum@zukunft-om.at www.zukunft-om.at Management: Mag.a Friederike Blum Obmann: LAbg. Bgm. Erich Rippl 37 Gemeinden 841,48 km2, 80.248 EinwohnerInnen

© Patricia Thüringer

BIldungsdialog Oberinnviertel-Mattigtal

© Leader Oberinnviertel-Mattuigtal

regionen

Lernende Region Weinviertel Ost 2225 Zistersdorf, Hauptstraße 31 leader@weinviertelost.at www.weinviertelost.at Management: DI Johannes Wolf Projektleitung: DI Christine Friedl 57 Gemeinden Rund 50 Akteure im Netzwerk rd. 2000 km2, 112.000 EinwohnerInnen

lernende regionen 11


©

bildung

Impressionen aus einem LIMA-Bildungsangebot (siehe Seite 14)

Bildung im Alter – Wichtiger Denn je von Dagmar Heidecker Ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung ist über sechzig Jahre alt. Der Anteil der älteren Menschen wird in den nächsten Jahren noch ansteigen, vor allem jener der 75- bis 85-Jährigen. Bei Pensionsantritt sind durchschnittlich noch ca. 20 Jahre mit relativ guter Gesundheit zu erwarten. Neue Technologien bestimmen unseren Alltag. Gesellschaftliche Entwicklungen, Globalisierung, Wertewandel, Mobilität verändern unsere Lebenswelten und Lebensrealitäten tiefgreifend. Wir müssen - auch im Alter - weiter lernen, um uns in der Welt zurechtzufinden und sie mitzugestalten. Bildung und Lernen sind der Schlüssel für die Integration in die Gesellschaft. Gleichzeitig sind wir - jung und alt - vom Altwerden der anderen betroffen. Die Langlebigkeit wird in den nächsten Jahren weitreichende Konsequenzen für Gesellschaft und Wirtschaft, die Familien und die Beziehung der Generationen haben. Die in der Gesellschaft vorherrschenden Altersbilder bestimmen mit, was von älteren Menschen erwartet, wie mit ihnen umgegangen wird. Den Lebensabschnitt Alter oder die nachberufliche Lebensphase kenn-

12

lernende regionen

zeichnen – bei aller individueller Unterschiedlichkeit – zwei Herausforderungen: auf der einen Seite die aktive Gestaltung bei guter Gesundheit und Unabhängigkeit und auf der anderen Seite der Umgang mit zunehmenden Einschränkungen bzw. den besonderen Herausforderungen, die Hochaltrigkeit mit sich bringt. Die Möglichkeit an der Gesellschaft teilzuhaben, ist einer der wichtigsten Angelpunkte für Lebensqualität.

Aktives Altern Der Zusammenhang zwischen Bildung, Gesundheit und Wohlstand über die gesamte Lebensspanne ist evident, viele Milieuprägungen und Benachteiligungen potenzieren sich im späten Erwachsenenalter. Zugang zu Bildung, Wissen und Information im Laufe des Lebens ist eine entscheidende Voraussetzung für aktives Altern.


bildung

Aktives Altern umfasst nicht nur den längeren Verbleib im Arbeitsleben oder verstärktes ehrenamtliches Engagement – beides hört irgendwann einmal auf – sondern eine bewusste, selbstbestimmte, selbständige Lebensführung und Teilhabe (nicht nur Teilnahme) am gesellschaftlichen, kulturellen, sozialen Leben. Dazu braucht es ein breites Wissen um Alter/nsprozesse und Lebenssituationen und um Teilhabechancen beim Einzelnen, in der Politik, in der Gesellschaft. Wir müssen geeignete Rahmenbedingungen und Strukturen dafür schaffen.

Unterschiede im Alter werden größer Lebensgeschichte, Einstellung, Gesundheit, Lebensumstände, materielle Situation, Beziehungen, Religion beeinflussen, wie wir altern. Ältere Menschen haben - wie alle Erwachsenen - unterschiedliche Lebensstile, unterschiedliche Befindlichkeiten, unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Auch dass Frauen in unserer Gesellschaft ihr ganzes Leben lang andere Lebensbedingungen vorfinden als Männer, wirkt sich auf ihre Lebensgestaltung und Möglichkeiten im Alter aus. Unsere Vorstellungen vom Alter beruhen auf Eindrücken, Bildern, Stereotypen. Verallgemeinernde Begriffe wie „Generation 50+“, „Senioren“, die „Alten“ suggerieren eine Gleichheit, in Wirklichkeit werden die Unterschiede mit zunehmendem Alter immer größer.

Miteinander der Generationen zu übernehmen. Hier können Bildungsangebote für die nachberufliche Lebensphase helfen sich neu zu orientieren und den Lebenszielen gemäß zu entwickeln: • neue Handlungs- und Aufgabenfelder zu finden (z.B. Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, gemeinwesenorientiertes, politisches Engagement), • Bildung nachzuholen • ihre Ressourcen und Möglichkeiten einzubringen und in einen Dialog über die gesellschaftlichen Entwicklungen einzutreten

genommen werden durch die Art der Kommunikation.

Teilhaben braucht Unterstützung und Mut zu kreativen Wegen Als BildungsanbieterInnen brauchen wir Kenntnis über das Alter, Sensibilität für Alternsprozesse und Abbau von Vorurteilen. Geeignete Rahmenbedingungen, niederschwellige Angebote, Partizipation, Dialog und Empowerment als Leitprinzipien und eine entsprechende Bildungsberatung öffnen älteren Menschen den Zugang zu Bildung und Lernen.

• die Kompetenzen zu erwerben, die es ihnen auch im höheren Alter ermöglichen weiterhin am gesellschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Leben teil zu haben, • und nicht zuletzt auch Bilanz zu ziehen: Was will ich von der Welt noch nehmen, was will ich der Welt geben.

Aspekte für die Bildungsarbeit mit älteren Menschen

Lernen beruht in der nachberuflichen Lebensphase auf Freiwilligkeit. Es geschieht aufgrund des Interesses an einem Thema oder weil die Lebens­ realität dazu herausfordert. Die Lern- und Bildungsinteressen und –voraussetzungen sind vielfältig und unterschiedlich. Persönliche Themen und Bedürfnisse rücken in den Vordergrund, oft ist einfach der Wunsch nach Gemeinschaft der Grund sich zu beteiligen.

Das Alter ist eine Zeitspanne mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Es ist ein Lebensabschnitt, der frei ist von den Zwängen der Ausbildung und den Regeln der Erwerbstätigkeit. Dies bedeutet aber für den/die Einzelnen, sich seinen Erwartungen und Ansprüchen zu stellen – stellen zu müssen – und die Verantwortung für sich und für ein

Die größte Barrieren für Bildung und Lernen älterer Menschen sind unzureichende oder nicht vorhandene Information, bisherige Lernerfahrungen, Scheu vor neuer Technologie, bauliche Barrieren, gesundheitliche Einschränkungen, mangelnde finanzielle Ressourcen, abnehmendes Selbstvertrauen und Selbstsicherheit oder auch nicht ernst-

Literatur Magazin erwachsenenbildung.at, Ausgabe 13: Erwachsenenbildung als Faktor aktiven Alterns Kostenloser Download unter: http://erwachsenenbildung.at/magazin/

kontakt Mag.a Dagmar Heidecker Leiterin des Geschäftsfeldes Gesellschaft und Bildung Bundesinstitut für Erwachsenenbildung bifeb) 5360 St. Wolfgang dagmar.heidecker@bifeb.at www.bifeb.at

lernende regionen 13


© BilderBox/ kbw wien

Wie wollen wir alt werden? Selbständig und selbstbestimmt! von Renate Skarbal Durch die gestiegene Lebenserwartung haben die heutigen Frauen und Männer ein Lebensalter dazugewonnen. Diese Lebensphase bietet neue Möglichkeiten und Chancen. Um auch im Alter selbständig und selbstbestimmt zu bleiben, ist es notwendig, nicht nur körperlich aktiv zu sein, sondern auch am sozialen, wirtschaftlichen, spirituellen und kulturellen Leben teilzunehmen. Dieser Wunsch nach Selbständigkeit im Alter und Erhaltung der Lebensqualität ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft, die Politik und für die Bildungsanbieter. Das Katholische Bildungswerk Wien bietet aus diesem Grund seit dem Jahr 2000 das Projekt LIMA-Lebensqualität im Alter an. Es hilft den TeilnehmerInnen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder zu steigern. LIMA kombiniert Gedächtnis- mit Bewegungstraining, Entspannungs- und Atemübungen, Training für alltagsbezogene Fähigkeiten und Sinn- und Lebensfragen. Durch das regelmäßige Trainieren mit dem LIMA-Trainingsprogramm kann der normale Alterungsprozess nachweislich hinausgezögert werden.

Trainingsgruppen In den Jahren 2001 – 2010 fanden in der Erzdiözese Wien fast 2.500 Trainingsgruppen mit rund 33.200 Teilneh-

14

lernende regionen

merInnen statt. LIMA ist offen für alle Interessierten ab 55 Jahren, ohne Limit nach oben. LIMA-Trainingsgruppen finden meistens in 10-teiligen Einheiten in wöchentlichen Abständen statt. Viele TeilnehmerInnen besuchen die Trainingsgruppen über Jahre hindurch. In jeder Trainingseinheit von 1½ bis 2 Stunden muss Bewegungs- und Gedächtnistraining stattfinden. Das Stundenthema der Einheit wird von der/m LIMA-TrainerIn so ausgewählt, dass auf die Bedürfnisse, Wünsche und Interessen der Gruppe eingegangen wird. Die TeilnehmerInnen werden auch animiert Themen oder ihre Erfahrungen einzubringen. Veranstalter können in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Wien verschiedenste Einrichtungen der Seniorenbetreuung, Erwachsenenbildung oder auch Gemeinden und private Gruppen sein. Für die Ausbildung der LIMA-TrainerInnen wurde ein eigener Lehrgang entwickelt. Dieser dauert ein

Semester und besteht aus sechs zweitägigen Modulen. Um einen besseren Praxisbezug zu erhalten, sind drei Hospitationen in einer LIMA-Trainingsgruppe zu absolvieren und eine schriftliche Arbeit zu verfassen.

TeilnehmerInnenerfahrungen Welche Bedeutung LIMA für die einzelnen TeilnehmerInnen hat, zeigen einige Kommentare: Maria: „Ich finde es sehr anregend die Abwechslung von geistiger und körperlicher Arbeit und auch der Humor kommt nicht zu kurz und wirkt befreiend.“ Friederike: „Nach einem Schlaganfall wurde mir vom Sozialmedizinischen Zentrum Gedächtnistraining angeraten. Ich kam hierher und bei der Kontrolluntersuchung nach einem Jahr zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Gehirnleistung, was selbst die Ärzte überraschte.“ Helga: „Meine Konzentration und Merkfähigkeit haben sich sehr verbessert. Hans: Das Trainingsprogramm ist sehr gut und abwechslungsreich, es werden viele Fähigkeiten verbessert und der Spaß kommt nie zu kurz…“ Relli: „Für mich ist das Wichtigste die fröhliche Gemeinschaft – sie ist wie eine zweite Familie für mich!“

kontakt Katholische Bildungswerk Wien, Frau Renate Skarbal Tel. 01/515 52-3604 r.skarbal@edw.or.at www.bildungswerk.at

angebote Bildungsangebote zur Förderung der Lebensqualität im Alter werden in allen österreichischen Diözesen und Bundesländern angeboten. Bei Interesse wenden Sie sich an das katholische Bildungswerk Wien oder das katholische Bildungswerk ihrer Diözese.


bildung

Es gibt verschiedene Qualitätsmanagementverfahren die in österreichischen Erwachsenenbildungseinrichtungen im Einsatz sind. Überregionale Bildungsanbieter mussten sich daher bisher mehreren Anerkennungsverfahren unterziehen. Seit 1. Dezember sichert das Ö-Cert die österreichweite Anerkennung von verschiedenen Qualitätszertifikaten. Es soll Transparenz schaffen und gängige Qualitätszertifikate in einen Rahmen bekommen. Es ist kein neues Qualitätsmanagementsystem oder -verfahren, sondern anerkennt bestehende Qualitätszertifikate von Erwachsenenbildung.

© Fotolia IX - Fotolia_6811943

www.oe-cert.at

„Karrierekompass“ des AMS Österreich Der Karrierekompass informiert Jobsuchende und Weiterbildungsinteressierte über Aus- und Weiterbildung, Beruf und Bewerbung. Er richtet sich an Personen, die einen Job suchen oder sich beruflich weiterbilden wollen. Darin finden sich • Berufe, Gehälter, Jobchancen • Weiterbildungsmöglichkeiten • Ein Bewerbungsportal • 300 Kurzvideos, um sich ein Bild von Arbeitswelt und Beruf zu machen • Arbeitsmarkt-Daten, Ergebnisse der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Entwickelt wurde der Kompass von der Abteilung Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation des AMS Österreich. www.karrierekompass.at

PIAAC: PISA für Erwachsene PIAAC (Programme for the International Assessment of Adult Competen­cies) wird 2011 erstmals von der OECD in 26 Ländern, unter anderem auch in Österreich, durchgeführt. Neben Kompetenzen Erwachsener (16-65-Jährige) in den Bereichen Lesen, Alltagsmathematik und IKT erfasst die Studie auch Ausbildungsstand, die berufliche Situation oder den Einsatz von Kenntnissen in Alltag und Beruf. Ziel der Studie ist es, Aussagen über grundlegende Fertigkeiten und Fähigkeiten Erwachsener in Österreich zu gewinnen und den beruflichen und privaten Nutzen dieser Kompetenzen international zu vergleichen. Auftraggeber in Österreich sind das Bundesministerium für Arbeit, Sozia­ les und Konsumentenschutz und das Bildungsministerium. Durchgeführt wird die Studie von der Statistik Austria. Die Ergebnisse von vielen teilnehmenden europäischen Ländern aber auch Australien, Japan, Korea und Russland werden Ende 2013 erwartet. www.statistik.at

Programm LLL 2012: Neue Antragsfristen Der Förderzeitraum des EU-Programms für Lebenslanges Lernen dauert noch bis 2013. Zwischen Dezember 2011 und Oktober 2012 gibt es nun neue Antragsfristen. Sie finden diese im Terminkalender von erwachsenenbildung.at. Gefördert werden im Programm Projekte, die folgende Ziele verfolgen: • Entwicklung von Strategien für lebenslanges Lernen und Mobilität • Förderung der Zusammenarbeit zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung • Unterstützung der Aus- und Weiterbildung im Bildungsbereich • Erwerb von Schlüsselkompetenzen • Integration und Förderung durch soziale Eingliederung und Gleichstellung der Geschlechter erwachsenenbildung.at/aktuell/ termine.php

Österreichische Zeitschrift für Bildungsforschung Die Österreichische Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB) hat ein neues Medium ins Leben gerufen: die „Zeitschrift für Bildungsforschung“ (zbf). Die Zeitschrift ist interdisziplinär ausgerichtet und soll alle wissenschaftlichen Fachrichtungen einschließen, die sich mit Bildungsprozessen, Institutionen oder dem Bildungssystem auseinandersetzen. Die Zeitschrift erscheint drei Mal jährlich im VS Verlag für Sozialwissenschaften. www.oefeb.at

Professionalisierung des Ehrenamtes Im Februar 2012 startet in Oberösterreich für ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen aus der Erwachsenenbildung und des Kulturmanagements der neu entwickelte Zertifizierungslehrganges „Bildungs- und Kulturmanagement“. In acht spezifischen Modulen werden den KursteilnehmerInnen bei dieser zwei Semester dauernden Ausbildung Managementfähigkeiten vermittelt, die eine effektive Organisation von Kultur- und Bildungsveranstaltungen ermöglichen. Abgeschlossen wird der Lehrgang mit dem Zertifikat „Bildungsund KulturmanagerIn“. Nähere Informationen gibt es bei einem Infoabend am 11. Jänner 2012 im Haus der Volkskultur in Linz können am Lehrgang Interessierte mehr darüber erfahren. Beginn ist jeweils um 18 Uhr. www.ooevbw.at

© Robert Kneschke

Ö-Cert – Qualitätsrahmen für die Erwachsenenbildung

lernende regionen 15


infomaterial

Informationsmaterial Die folgenden Unterlagen erhalten Sie online auf www.lernende-regionen.at unter „Downloads“. Gedruckte Exemplare können beim Lebensministerium bestellt werden: birgit.weinstabl@lebensministerium.at NEU: Handbuch

NEU: Fact Sheet Lernende Regionen

„Digitale Medien“

Hier finden sie die wichtigsten Daten, Fakten und Effekte rund um die Maßnahme „Lernende Regionen“ in einem Fact Sheet zusammengefasst.

Die Anwendung digitaler Medien in Settings des Lernens und Lehrens wird in der Erwachsenenbildung zunehmend als wichtiger Aufgabenbereich wahrgenommen. Das Handbuch „Lernen mit digitalen Medien“ widmet sich dem Lernen mit digitalen Medien – sowohl auf der individuellen, als auch auf der institutionellen Ebene. Es versteht sich als kompaktes Nachschlagewerk und als Werkzeugkoffer und gibt einen ersten Überblick über wichtige digitale Medien und ihre Lernpotenziale. Der erste Abschnitt des Handbuchs ist den Themen Lernen, Lernpotenziale digitaler Medien sowie Mediendidaktik und Medienkompetenz gewidmet. Im zweiten Abschnitt des Handbuchs werden digitale Me­dien und ihre wesentlichen Funktionen, Anwendungsgebiete und Lernpotenziale beschrieben. Erstellt vom Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung (oieb). NEUAUFLAGE IN VORBEREITUNG Förderhandbuch Lernende Regionen In diesem Handbuch des oieb finden Sie Förderungen, die für den Weiterbildungsbereich relevant sind. Das Handbuch soll helfen, Orientierung in der Förderlandschaft zu finden und somit den NetzwerkpartnerInnen und darüber hinaus der gesamten Bildungslandschaft neue Projekte ermöglichen. Hinweise auf Ergänzungen und aktuel­ len Förderungen sind erwünscht. Erstellt vom oieb. Für Jänner 2012 ist eine Neuauflage in Vorbereitung!

16

lernende regionen

Es gibt einen Überblick zu den Regio­ nen, den Projektschwerpunkten, den Zielgruppen und den Bildungsprojekten. Dazu bietet es eine Liste an positiven Effekten für Bildung und Regionalentwicklung. Handbücher „Lernende Regionen“ Die Handbücher wurden vom oieb in Zusammenarbeit mit namhaften ExpertInnen aus den Bereichen Bildung und Regionalentwicklung erstellt und laufend ergänzt. Band 1 „Grundlagen“: Allgemeine Einführung in die Thematik „Lernende Regionen“ Band 2 „Strategieentwicklung“: Erläuterung des Förderkonzeptes und Leitfaden zur Erstellung der Strategie einer Lernenden Region. Band 3 „Bundesweite Instrumente“: Darstellung beispielhafter Projekte, die in Lernenden Regionen zur Anwendung kommen können. „Für Bildung begeistern“ - Handbuch für regionales Bildungsmarketing Das Handbuch ist als Leitfaden für die Erstellung regionaler Bildungsmarketingkonzepte in Lernenden Regionen gedacht. Grundüberlegungen zum Marketing leiten ein, konkrete Anregungen bieten Hilfestellung für die Umsetzung in der eigenen Region. Erstellt von der eb projektmanagement GmbH.

Land & Raum Sondernummer „Lernende Regionen“ Eine Ausgabe der Zeitung der ÖKL widmet sich den Lernenden Regionen und präsentiert, neben Basisinformationen, zahlreiche interessante Projekte, wie Lernen in regionalen Netzwerken funktionieren kann. Handbuch „Regionales Wissens­ management“ Das Handbuch erläutert, was sich hinter dem Begriff des „regionalen Wissensmanagements“ verbirgt, stellt Instru­mente und Methoden vor, bringt Beispiele aus der Erwachsenenbildung und der Regionalentwicklung. Erstellt von der SPES Zukunftsakademie. Handbuch „Regionale Bildungs­­ bedarfserhebung“ Dieser vom oieb erstellte Leitfaden entwickelt eine handhabbare Lösung für Lernende Regionen, um regionale Bedarfe an Kompetenzen verschiedenster „Bildungs-Stakeholder“ besser einschätzen zu können. Informationsfolder Lernende Regionen Der Folder stellt die wesentlichen Grundzüge, Ziele und Rahmenbedingungen der Maßnahme M341 dar. Powerpoint Präsentation Auf der Homepage finden sie eine vorgefertige Powerpoint-Präsentation zur Einführung in das Thema „Lernende Regionen“. Sie steht zur Verfügung, um im Rahmen regionaler Veranstaltungen das Konzept vorstellen zu können.


termine

Kontaktadressen Bundesverantwortlich Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft, Abt. II/2 DI Josef Resch T: 01-71100/6822 E: josef.resch@lebensministerium.at

Programmverantwortliche der Länder ■■ Burgenland DI Christian Wutschitz Amt der Bgld. Landesreg., Abt. 4a T: 02682/600-2423 E: christian.wutschitz@bgld.gv.at ■■ Kärnten Mag. Reinhard Schinner Amt der Kärntn. Landesreg.,Abt. 20 T: 050/536-32001 E: reinhard.schinner@ktn.gv.at

■■ Niederösterreich DI Gottfried Angerler Amt der NÖ Landesreg., Abt. LF3 T: 02742/9005-12990 E: gottfried.angerler@noel.gv.at ■■ Oberösterreich DI Robert Türkis Amt der OÖ Landesreg., Abt. LFW T: 0732/7720-12277 E: robert.tuerkis@ooe.gv.at ■■ Salzburg Dr. Josef Guggenberger Amt der Szbg. Landesreg., Abt. 4/23 T: 0662/8042-2508 E: josef.guggenberger@salzburg.gv.at ■■ Steiermark Christian Gummerer Landentwicklung Steiermark T: 0676/866 43751 E: christian.gummerer@land­ entwicklung.com

■■ Tirol DI Hans Czakert Amt der Tiroler Landesregierung, Gruppe Agrar T: 0512/508-3906 E: hans.czakert@tirol.gv.at ■■ Vorarlberg Ing.in Andrea Blum LFI Vorarlberg T: 05574/400-190 E: andrea.blum@lk-vbg.at

Bundesweite Koordination ■■ Österreichisches Institut für Erwachsenenbildung Mag. Klaus Thien Schimmelgasse 13-15, 1030 Wien T: 43-1- 532 25 79-11 E: klaus.thien@oieb.at

www.lernende-regionen.at Die gemeinsame Webseite der Lernenden Regionen • Die Lernenden Regionen stellen sich vor • Hintergrundinformationen, News und Veranstaltungen • Good Practice und Ideen für Projekte • Broschüren und Informationsmaterial • Kontaktadressen und Support

lernende regionen 17


© ÖIR-Projekthaus/ I.Wach

lernende regionen

Tirol 1 Osttirol Kärnten 2 Hermagor

13 Donau-Böhmerwald 14 Mühlviertler Alm 37 Oberinnviertel-Mattigtal* 38 Kulturerbe Salzkammergut* 39 Vöckla-Ager*

Salzburg

Steiermark

3 Oberpinzgau 4 Tennengau 5 Salzburger Seenland

15 Ausseerland-Salzkammergut 16 Bergregion obersteir. Ennstal 17 Holzwelt Murau 18 Zirbenland 19 Oststeirisches Kernland

Oberösterreich 6 Pramtal 7 Mondseeland 8 Attersee-Attergau (REGATTA) 9 Traunsteinregion 10 Wels Land (LEWEL) 11 Eferding 12 Urfahr West (uwe)

Niederösterreich 20 Waldviertler Grenzland 21 südl. Waldviertel- Nibelungengau 22 Tourismusverband Moststraße 23 Kulturpark Eisenstraße-Ötscherland 24 Wachau-Dunkelsteinerwald

25 Donauland-Traisental-Tullnerfeld 26 Mostviertel-Mitte 27 Niederösterreich Süd 28 Triestingtal 29 Bucklige Welt-Wechselland 30 Weinviertel-Manhartsberg 31 Weinviertel Ost 32 Weinviertel-Donauraum 33 Römerland Carnuntum Burgenland 34 Nordburgenland plus 35 Mittelburgenland plus 36 Südburgenland plus

* Neue Regionen seit 2011

Weitere Informationen zu den 39 Regionen finden Sie unter www.lernende-regionen.at 18

lernende regionen


Magazin Lernende Regionen Dezember 2011