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RATGEBER FREIZEITAKTIVITÄTEN IM FREIEN Deutsche

Tageswanderungen Vorbereitung Auf Tageswanderungen können Sie wunderbar die schönen Landschaften Neuseelands genießen. Sie können entlang der Küste, auf den Hügeln und in den Bergen und natürlichen Wäldern wandern. Die Planung erfordert nicht viel Zeit. Dieser Ratgeber gibt wertvolle Tipps für unerfahrene bzw. gelegentliche Freizeitwanderer, die sich auf ein sicheres und erfreuliches Erlebnis im Freien freuen.

MASSNAHMEN zur Sicherheit in Freien Seite

1. Planen

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2. Bescheid sagen

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3. Wetter beachten

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4. Eigene Grenzen kennen

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5. Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen

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Am Ende dieses Ratgebers finden Sie eine Checkliste für die Wanderung

SICHERE ORTE, SICHERE AKTIVITÄTEN, SICHERHEIT IM FREIEN


www.adventuresmart.org.nz

VORBEREITUNG

MASSNAHMEN

zur Sicherheit Bevor Sie Ihre Freizeitaktivitäten im Freien in Angriff nehmen, machen Sie sich mit den neuseeländischen „Maßnahmen zur Sicherheit im Freien“ vertraut.

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einfache Regeln

zur Sicherheit:

Planen Holen Sie lokale Informationen ein und planen Sie die gewünschte Wanderroute und Zeit, die sie voraussichtlich in Anspruch nehmen wird.

Bescheid sagen Benachrichtigen Sie jemanden über Ihre Pläne und legen Sie den Zeitpunkt fest, wann diese Person Alarm schlagen sollte, falls Sie nicht zum angegebenen Zeitpunkt zurückkehren.

Wetter beachten Das neuseeländische Wetter kann sehr unvorhersehbar sein. Beachten Sie die Wettervorhersage, bereiten Sie sich aber auch auf unerwarteten Wetterwechsel vor.

Eigene Grenzen kennen Fordern Sie sich innerhalb Ihrer körperlichen Grenzen und Erfahrungen.

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen Nehmen Sie ausreichend Ausrüstung, Kleidung und Verpflegung für den Notfall mit. Haben Sie ein geeignetes Kommunikationsmittel bei sich. Außerdem erhältlich:

MASSNAHMEN MASSNAHMEN zur Sicherheit auf Booten

zur Sicherheit auf dem Wasser

Weitere Informationen zur Vorbereitung auf Freizeitaktivitäten im Freien finden Sie unter www.adventuresmart.org.nz


Können Sie folgende Fragen beantworten? Wo wandern Sie? Mit wem wandern Sie? Wo finden Sie lokale Informationen?

1 Planen Wenn Sie Ihre Wanderung unter Berücksichtigung der Fitness, Fähigkeiten und Erwartungen aller Teilnehmer in Ihrer Gruppe planen, werden Sie bestimmt mehr Spaß haben. Die gezielte Auswahl der richtigen Ausrüstung sorgt außerdem für Sicherheit.

Pete's Geschichte „Hätten wir uns vorher eine Karte angeschaut, dann hätten wir eine leichtere Wanderung ausgewählt.“

Mein Freund Carl und ich wollten im Tararua Forest Park wandern. Wir treffen uns also mittags auf dem Parkplatz in Mangahao Road. Keine Karte, nichts. Wir entscheiden uns für den Wanderweg Burtton’s Track, der ziemlich leicht anfängt. Aber nach einer Stunde wird es schwieriger. Wir gehen weiter, atmen aber beide schwer und schwitzen. Nach drei Stunden bin ich erschöpft. Carl geht's genauso. Wir kehren also um. So gegen 5 Uhr wird es langsam dunkel. Wir können nicht mehr sehen, wo wir hin müssen. Wir fangen an, im Kreis zu laufen, und Panik setzt ein. Um 8 Uhr sind wir endlich aus dem Wald heraus. Kalt, hungrig und frustriert. Es hätte aber auch schlimmer sein können. Zum Ende hin dachten wir schon, wir würden die Nacht im Wald verbringen müssen. Wir haben eine große Lehre aus dieser Erfahrung gezogen: Plane im Voraus! Hätten wir uns vorher eine Karte angeschaut, dann hätten wir eine leichtere Wanderung ausgewählt und wären bei Tageslicht aus dem Wald heraus gewesen. Oder wir hätten die Wanderung früher am Tag begonnen. Das Mal hatten wir noch Glück.

Planen |

Bescheid sagen |

Wetter beachten |

Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Wo wandern Sie? Überlegen Sie sich genau, wo Sie wandern wollen und welches Erlebnis die Wanderung verspricht: Wie lange wird die Wanderung dauern? Planen Sie ausreichend Zeit ein. Berücksichtigen Sie, wie viel Tageslicht Sie auf Ihrer Wanderung haben werden. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht von der Dunkelheit überrascht werden. Stimmen Sie Ihre Wanderung außerdem mit den Fahrplänen der öffentlichen Verkehrsmittel bzw. mit der Abholzeit am anderen Ende der Wanderung ab. Wie gelangen Sie zum Wanderweg? Vergessen Sie nicht, die Anreise zum Wanderweg einzuplanen, insbesondere wenn Sie eine lange Wanderung vorhaben oder im Winter wandern, wenn die Tage kürzer sind. Wie ist das Gelände beschaffen? Schauen Sie sich den Wanderweg auf der Karte an oder fragen Sie jemanden, der sich auskennt. Auch wenn Abstände auf der Karte nicht so lang aussehen, könnte die Wanderung sehr viel länger dauern, wenn der Wanderweg holprig oder steil ist. Können andere in Ihrer Gruppe wie z. B. kleine Kinder das Gelände bewältigen? Weitere Informationen zu diesem Punkt finden Sie im Abschnitt „Eigene Grenzen kennen“.

TOP TIPP Holen Sie lokale Informationen ein und planen Sie die gewünschte Wanderroute und Zeit, die sie voraussichtlich in Anspruch nehmen wird. Seite 3 gibt Auskunft darüber, wo Sie lokale Informationen finden.

Können Sie Ihr Handy verwenden? Im Freien ist der Empfang oft eingeschränkt. Sie müssen ggf. einen Plan für den Notfall haben. Finden Sie heraus, wo die nächste Notfallhilfe ist. Führt die Wanderung über Flüsse? Sie sollten sich möglichst Wanderwege mit bestehenden Brücken über Flüssen aussuchen. Versuchen Sie nicht, einen Fluss zu überqueren, wenn Sie nicht über die entsprechenden körperlichen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen.

Kartenquelle BQ32 – Lower Hutt. Alle Rechte vorbehalten.

Mit wem wandern Sie? Berücksichtigen Sie die Fähigkeiten und Bedürfnisse aller Teilnehmer in Ihrer Gruppe:

• Wie erfahren und fit ist jeder von ihnen? Jeder Teilnehmer in

Ihrer Gruppe muss fit genug sein, um die geplante Wanderung genießen zu können. Die Dauer der Wanderung hängt auch von den körperlichen Fähigkeiten der Mitglieder Ihrer Gruppe ab. Für die Strecke, die ein Marathonläufer in wenigen Stunden zurücklegen kann, braucht eine andere Person möglicherweise mehrere Tage.

• Hat jemand in der Gruppe Gesundheitsprobleme? Es ist

sehr wichtig, dies herauszufinden, und zwar zum einen, um sicherzustellen, dass jeder Teilnehmer die Wanderung auch körperlich bewältigen kann, und zum anderen, um auf mögliche medizinische Notfälle vorbereitet zu sein.

• Sind Kinder dabei? Das Alter von Kindern, die an einer Wanderung teilnehmen, kann die Auswahl des Schwierigkeitsgrades einer Wanderung beeinflussen und sich auf die Dauer auswirken. Kinder benötigen mehr regelmäßige Pausen, was bei der Planung berücksichtigt werden muss.

TOP TIPP

• Welche Erwartungen an die Wanderung haben die einzelnen

Zwei Köpfe sind schlauer als einer. Wenn Sie also mit einer Gruppe von Leuten wandern, beziehen Sie alle in die Planung mit ein. Anderen fällt vielleicht etwas ein, woran Sie nicht gedacht haben.

Teilnehmer? Einige lieben die Herausforderung, die ein holpriger, steiler Wanderweg darstellt. Anderen macht das aber keinen Spaß. Stellen Sie sicher, dass alle in der Gruppe die gleichen Erwartungen haben, und planen Sie die Wanderung so, dass diese Erwartungen auch erfüllt werden.

• Sind alle richtig ausgerüstet? Stellen Sie sicher, dass alle die

geeignete Kleidung und Ausrüstung für die geplante Wanderung, das Gelände und das Wetter haben.

Planen |

Bescheid sagen |

Wetter beachten |

Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Wo findet man lokale Informationen? Es gibt zahlreiche gute Informationsquellen vor Ort und online. Hier sind einige davon:

TOP TIPP

• Department of Conservation (DOC). Die Website und die Besucherzentren der neuseeländischen Naturschutzbehörde bieten viele konkrete Informationen über Wanderwege, Aktivitäten und einzelne Regionen. Die DOC ist ein guter Ausgangspunkt für die Planung Ihrer Wanderung, Siehe www.doc.govt.nz.

• Fremdenverkehrszentren. Informationsquellen vor Ort wie regionale

Tourismuswebsites und i-SITE Fremdenverkehrszentren bieten in der Regel hervorragende Informationen über Tageswanderungen in ihrer Region.

Bevor Sie sich auf eine Wanderung begeben, schauen Sie auf der DOC-Website bzw. der Website des betreffenden Gemeinderats nach, ob es Warnungen oder Mitteilungen über den Zustand des Wanderweges gibt.

• Einheimische. Mitglieder von Wandervereinen kennen sich in ihrer Region

genau aus und können Sie bei Auswahl der für Sie richtigen Wanderung beraten. Auf der Website der Federated Mountain Clubs of New Zealand, www.fmc.org.nz, finden Sie Kontaktangaben zu den einzelnen Wandervereinen.

• Websites der Gemeinderäte. Auf diesen Websites finden Sie in der Regel Informationen über lokale Wanderwege und Schließungen.

• Reiseführer. Es gibt viele großartige Bücher, die die besten Tageswanderungen in Neuseeland vorstellen. Oftmals enthalten Sie Empfehlungen für bestimmte Regionen in Neuseeland und helfen Ihnen bei der Auswahl in Ihrer Region.

• Walking Access Mapping System. Dies ist die beste Quelle, um

herauszufinden, ob die Öffentlichkeit Zugang zu einem bestimmten Wanderweg hat. Die Walking Access Commission verfügt außerdem über wertvolle Informationen zu vielen Wanderwegen in Neuseeland. Siehe www.wams.org.nz.

• Karten für Ihre Wanderungen. Die meisten Outdoor-Geschäfte führen

Wanderkarten ebenso wie alle DOC-Besucherzentren. Sie können Karten auch auf Online-Quellen wie topomap.co.nz oder der Website von Land Information NZ unter www.linz.govt.nz finden.

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Bescheid sagen |

Wetter beachten |

Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Können Sie folgende Fragen beantworten? Wem sagen Sie Bescheid? Welchen Informationen geben Sie dieser Person? Was soll diese Person unternehmen, wenn Sie nichts von Ihnen hört?

2 BESCHEID SAGEN Egal, wo Sie wandern gehen, sollten Sie immer jemandem über Ihre Pläne Bescheid sagen. Es kann immer etwas schief gehen. Wenn niemand weiß, wo Sie sind, kann Ihnen auch niemand helfen. Einer zuverlässigen Person Ihre Absichten mitzuteilen ist schnell getan und macht es wesentlich wahrscheinlicher, dass man Sie findet, sollten Sie sich verletzen oder verlaufen.

Jen's Geschichte „Meine Freundin wusste nicht, was sie machen sollte, und hatte nie einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht.“

Planen |

Meine Freundin und ich entschlossen uns einmal spontan, eine Tageswanderung im Rimutaka Forest Park zu unternehmen. Wir packten schnell unsere Taschen, kauften einige Snacks und machten uns auf den Weg. Nach nur einer Stunde stolperte ich über eine Baumwurzel. Ich verstauchte mir den Knöchel und konnte nicht mehr laufen. Meine Freundin wusste nicht, was sie machen sollte. Sie hatte nie einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Wir hatten nur einige Müsliriegel und kaum warme Kleidung. Keine von uns hatte Empfang auf dem Handy. Am Ende musste ich mit Hilfe meiner Freundin zurück laufen. Wir begriffen, wie dumm es gewesen war, niemanden über unser Vorhaben verständigt zu haben. Niemand wusste, wo wir waren. Wir hatten Glück, dass meine Verletzung nicht schlimmer war und wir noch nicht weit gelaufen waren. Das nächste Mal, wenn wir wandern gehen, sagen wir ganz bestimmt jemandem Bescheid und nehmen genügend Proviant und Kleidung mit, falls etwas schief geht.

Bescheid sagen |

Wetter beachten |

Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Wem Sie Bescheid sagen sollten Teilen Sie Ihre Pläne einer zuverlässigen Person mit, am besten einem Familienmitglied bzw. einem guten Freund. Sie müssen sicher sein, dass diese Person etwas unternehmen würde, wenn Sie nicht zur angekündigten Zeit von Ihrer Wanderung zurückkehren.

TOP TIPP

Welche Informationen Sie hinterlassen sollten

Verständigen Sie jemanden, wenn sich Ihre Pläne ändern.

Sie müssen vor allem angeben, wo Sie hingehen und wann Sie erwartungsgemäß zurück sein werden. Im Schaubild unten sind weitere Informationen aufgeführt, die wichtig sein könnten. Sie können diese Informationen aufschreiben oder den praktischen Online-Prozess auf der Website AdventureSmart in Anspruch nehmen. Sie können auf diese Website ganz einfach von Ihrem Handy aus zugreifen, um Ihre Informationen automatisch an eine zuverlässige Kontaktperson senden. www.adventuresmart.org.nz. Wenn sich Ihre Pläne in irgendeiner Weise ändern, sollten Sie Ihre Kontaktperson am Tag der Wanderung mit einem schnellen Anruf oder einer SMS darüber verständigen. Es kann beispielsweise sein, dass jemand noch einen Freund mitbringt oder beschließt, doch nicht mit auf die Wanderung zu gehen, oder Sie sich für einen anderen Wanderweg entscheiden. Wenn etwas passiert, ist es sehr viel besser, wenn die Suchmannschaften genau wissen, wo und nach wem sie suchen müssen.

Wählen Sie eine zuverlässige Person aus

Teilen Sie ihr Ihre Pläne mit:

Haben Sie Spaß

Was Sie vorhaben Wo Sie hingehen Mit wem Sie gehen

Geben Sie Ihrer zuverlässigen Person Bescheid, dass Sie zurückgekehrt sind

Wie Sie dort hin gelangen Wann Sie zurück sein werden

Was Ihre Kontaktperson im Notfall tun sollte Ihre Kontaktperson muss genau wissen, was sie tun soll, wenn sie nichts von Ihnen hört, und wann. Wenn sie bis zum angegebenen Zeitpunkt nichts von Ihnen hört, sollte sie Folgendes unternehmen:

Versuchen, jede an der Wanderung teilnehmende Person zu kontaktieren. Konnte niemand erreicht werden, eine Stunde warten.

Planen |

Nach einer Stunde erneut versuchen, jeden Teilnehmer an der Wanderung zu kontaktieren.

Bescheid sagen |

Wetter beachten |

Wenn immer noch kein Kontakt mit der Gruppe hergestellt werden konnte, 111 anrufen und die Polizei verständigen. Der Polizei müssen alle verfügbaren Informationen sowie die Art und Weise der versuchten Kontaktaufnahme mitgeteilt werden.

Wenn weiterhin niemand erreicht werden kann, versuchen, Freunde oder Familienmitglieder aller Teilnehmer an der Wanderung zu kontaktieren, um zu erfahren, ob sich jemand gemeldet hat.

Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Können Sie folgende Fragen beantworten? Wie sieht die Wettervorhersage für den Tag der Wanderung aus? Welche Auswirkungen könnte das Wetter auf Ihre Wanderung haben? Was werden Sie tun, wenn sich das Wetter während Ihrer Wanderung ändert?

3 Wetter beachten Wenn Sie sich die Wettervorhersage für den Tag der Wanderung anhören, können Sie angemessene Kleidung und Ausrüstung auswählen oder Ihre Pläne ändern. Da sich das Wetter aber auch ändern kann, müssen auf alle Wetterbedingungen vorbereitet sein.

Tamaras Geschichte „Als wir uns aufmachten, war der Himmel blau und wir machten uns nicht die Mühe, die Wettervorhersage zu prüfen.“

Planen |

Mein Partner und ich wollten auf einem Wanderweg vor Ort wandern gehen, der der Küste bis zu einem Aussichtspunkt folgt. Als wir uns aufmachten, war der Himmel blau und wir machten uns nicht die Mühe, die Wettervorhersage zu prüfen. Auf der Fahrt zum Anfang des Wanderweges konnten wir einige kleine weiße Wolken sehen, aber das Wetter schaute immer noch recht gut aus. Nach zwei Stunden Wanderung waren diese wenigen kleinen Wolken zu großen grauen Wolken gewachsen und Regen setzte ein. Wir gingen weiter, weil wir dachten, dass sich der Regen wieder verziehen würde. Stattdessen nahmen Wind und Regen zu und es wurde nur noch kälter und schlimmer. Am Ende beschlossen wir, nicht zum Aussichtspunkt zu gehen, sondern umzukehren. Zu dem Zeitpunkt waren wir schon sehr lange ohne Unterbrechung gelaufen und konnten keinen Platz finden, um anzuhalten und etwas zu essen. Es war schlammig, kalt und fürchterlich und wir beide rutschten mehrere Male aus. Wir schafften es zurück, aber es hätte viel schlimmer ausgehen können und der Tag war verschwendet. Wenn wir uns nur die Wettervorhersage angehört hätten, hätten wir eine kürzere Wanderung machen und immer noch Spaß haben können.

Bescheid sagen |

Wetter beachten |

Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Wo findet man Informationen zum Wetter?

FRAGEN SIE SICH

In Neuseeland gibt es viele Quellen, in denen man Informationen über das Wetter findet. Zunächst einmal gibt es die Website des MetService (www.metservice.com) sowie mobile Apps. Sie bieten folgende hilfreiche Funktionen:

Wie wird meine Wanderung angesichts dieses Wetters aussehen? Bin ich vorbereitet und werde ich Spaß haben?

• Unwetterwarnungen. Wenn sich ein Unwetter zusammenbraut, erhalten

Sie oben auf Ihrer Wettervorhersage eine Nachricht. In dem Fall sollten Sie sich ernsthaft überlegen, die Wanderung abzusagen. Vielleicht können Sie ja woanders hin gehen, wo kein schlechtes Wetter droht.

TOP TIPP

• Abschnitt für Berge und Naturparks. Schauen Sie in diesem Abschnitt nach,

wenn Sie vorhaben, einen bestimmten Naturpark oder andere Bereiche im Freien aufzusuchen. Hier finden Sie spezielle Informationen zum Wandern und zu Wanderwegen.

Bereiten Sie sich auf Wetterveränderungen vor. Seien Sie auf alle Wetterbedingungen vorbereitet.

• Allgemeine Wettervorhersagen für Stadt und Land. Wenn Sie nach

einer bestimmten Stadt oder ländlichen Gegend suchen, erhalten Sie eine Wettervorhersage für die kommenden fünf Tage, sodass Sie wissen, was Sie erwarten können. Prüfen Sie die Wettervorhersage aber noch einmal kurz vor der Wanderung, da sie sich geändert haben könnte.

• Radarabschnitt. Hier finden Sie Regenvorhersagen für die kommenden drei

bzw. fünf Tage und können Änderungen der Vorhersagen verfolgen. Die Wettervorhersagen können sich von Tag zu Tag ändern. Um keine Änderungen zu verpassen, schauen Sie sich die Vorhersagen bis zum letzten Tag an.

Welche Auswirkungen könnte das Wetter auf Ihre Wanderung haben?

REGEN

Wenn sich das Wetter deutlich verschlimmert, müssen Sie entscheiden, ob Sie Ihre Pläne ändern. Sie können den Tag für Ihre Wanderung ändern oder einen anderen Wanderweg auswählen, der weniger vom schlechten Wetter betroffen ist. Reden Sie mit allen Teilnehmern an der Wanderung und berücksichtigen Sie die Erfahrungen und den Komfort aller. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung, welche Auswirkungen die Wetterveränderung auf Ihre Wanderung haben würde.

SCHNEE

NEBEL

WIND

SONNE

KLEIDUNG WANDERWEG Brauchen wir andere Kleidung bzw. Ausrüstung?

Wie wirkt sich das Wetter auf den Wanderweg aus? Wird er schlammig und rutschig?

DAUER

Wird die Wanderung länger dauern? WASSER

WETTERSCHUTZ

TOP TIPP

Planen

Bescheid sagen |

FLÜSSE

Können wir ausreichend Wasser tragen? Gibt es auf der Wanderung Trinkwasserquellen?

Schlechtes Wetter macht eine Wanderung nicht nur unangenehmer. Auch die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls erhöht sich.

|

EXTREME TEMPERATUREN

Welche Folgen könnte das Wetter auf Flüsse und Bäche haben? Wird das Wasser steigen? Müssen wir Flüsse und Bäche überqueren?

Wetter beachten |

Eigene Grenzen kennen |

Wie sehr werden wir Sonne, Wind und Regen ausgeliefert sein?

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Können Sie folgende Fragen beantworten? Was sind meine Grenzen? Was sind die Grenzen der anderen Gruppenmitglieder? Wie schwierig ist die Wanderung? Wie kann ich gute Entscheidungen treffen?

4 Eigene Grenzen kennen Wenn Sie Ihre eigenen körperlichen Grenzen sowie die der anderen Wanderer in Ihrer Gruppe berücksichtigen, können Sie eine Wanderung auswählen, die den Erwartungen und der Kondition aller entspricht. So laufen Sie außerdem weniger Gefahr, in möglicherweise gefährliche Situationen zu geraten, die Ihre Erfahrungen und körperlichen Fähigkeiten übersteigen. Seien Sie stets bereit, umzukehren und Ihre Pläne zu ändern, wenn sich die Umstände ändern.

Wiremus Geschichte „Schon nach einer Stunde schnaufte er aber wie nichts Gutes.“

Ich kam mit einem neuen Kollegen bei der Arbeit ins Gespräch. Wir fanden heraus, dass wir beide gerne wandern. Also verabredeten wir uns, an einem Wochenende auf den Berg vor Ort zu wandern. Wir wollten uns um 10 Uhr am Eingang treffen, aber er kam eine halbe Stunde zu spät, weil er sich verlaufen hatte. Ich hätte vielleicht gleich da einige Fragen stellen sollen, aber ich dachte mir nur, dass er vielleicht kein Frühaufsteher sei. Wir begaben uns also auf den Wanderweg. Ich hatte einen Rucksack mit Wasser und Snacks, und er hatte auch einen Rucksack. Also nahm ich an, dass er auch Proviant hatte. Ich kannte den Wanderweg ziemlich gut. Er ist etwas schwierig und stellenweise ziemlich steil, aber es lohnt sich total, zur Spitze zu wandern. Als ich das meinem Kollegen sagte, war er etwas überrascht, erwiderte aber nichts. Schon nach einer Stunde schnaufte er aber wie nichts Gutes. Er sah zwar fit aus, war es aber nicht. Als wir eine Verschnaufpause machten, öffnete er seinen Rucksack und zum Vorschein kamen – eine Flasche mit einem kohlensäurehaltigen Getränk und eine Packung Chips! Er schwitzte die ganze Zeit und war völlig außer Atem. Ich konnte sehen, dass er es nie und nimmer bis zum Gipfel schaffen würde. Wir mussten umkehren. Das war echt schade. Wenn wir vorher mehr über die Wanderung geredet hätten, hätte ich für den Anfang einen einfacheren Wanderweg aussuchen können und wir hätten beide Spaß gehabt.

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Wetter beachten |

Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Richtige Entscheidungen treffen

TOP TIPP

Wenn Sie Ihre eigenen körperlichen Grenzen sowie die der anderen Wanderer in Ihrer Gruppe berücksichtigen und den für Sie richtigen Wanderweg aussuchen, laufen Sie weniger Gefahr, in möglicherweise gefährliche Situationen zu geraten, die Ihre Erfahrungen und körperlichen Fähigkeiten übersteigen. Die Umstände können sich aber auch während der Wanderung ändern. Seien Sie deshalb vorbereitet und sich Ihrer eigenen Grenzen bewusst und treffen Sie die richtigen Entscheidungen.

Sich selbst zu fordern gehört zu Outdoors-Aktivitäten dazu. Seien Sie aber dennoch realistisch.

BERÜCKSICHTIGEN SIE Ihre Erfahrung

• Bleiben Sie zusammen und passen Sie aufeinander auf. Behalten Sie sich

möglichst gegenseitig im Auge und fragen Sie regelmäßig nach dem Befinden jeder einzelnen Person. So können Sie rechtzeitig feststellen, ob sich jemand überfordert hat oder sich unwohl fühlt. Achten Sie auf Anzeichen dafür wie Stolpern und Murren.

• Machen Sie regelmäßig Pause. Machen Sie nach jeder Stunde fünf Minuten Pause und öfter, wenn Sie mit Kindern wandern. Nutzen Sie die Pausen, um etwas zu essen und zu trinken und sich nach dem gegenseitigen Befinden zu erkundigen.

Um Ihre eigenen sowie die Grenzen Ihrer Gruppe zu bestimmen, beantworten Sie die folgenden Fragen:

• Wie viel Erfahrung haben wir? • Wie fit ist die Gruppe? • Hat jemand in der Gruppe Gesundheitsprobleme?

• Verfolgen Sie aufmerksam Ihre Umgebung. Achten Sie auf Veränderungen. Ist • Welche Erwartungen an die es kälter oder nasser geworden? Wissen Sie immer noch, wo Sie sich befinden und in welche Richtung Sie gehen? Auf diese Weise können Sie ggf. rechtzeitig etwas unternehmen wie z. B. umkehren, einen anderen Weg einschlagen oder einen Unterschlupf finden.

• Vermeiden Sie Flussüberquerungen Wenn Sie nicht über die entsprechenden Erfahrungen verfügen, wählen Sie Wanderwege mit Brücken aus, um Flussüberquerungen zu vermeiden. Wenn sich die Umstände ändern, können Sie jederzeit Ihre Pläne entsprechend ändern und umkehren, einen anderen Wanderweg auswählen oder Unterschlupf suchen.

Wanderung haben die einzelnen Teilnehmer?

• Haben wir alles, was wir brauchen?

• Weist der ausgewählte Wanderweg den für uns angemessenen Schwierigkeitsgrad auf?

Geeigneten Wanderweg auswählen In Neuseeland wird ein landesweites System verwendet, um den Schwierigkeitsgrad eines Wanderweges zu bestimmen. Es gibt sechs Schwierigkeitsgrade. Vergessen Sie aber nicht, dass das Wetter eine große Rolle dabei spielen kann, wie schwierig Ihre Wanderung wird. Selbst ein leichter und sanft ansteigender Wanderweg kann sich unter extremen Wetterbedingungen als schwierig erweisen. Sehr leicht: Guter Zugang, kurzer Spaziergang (Easy access short walk). Spaziergang von bis zu einer Stunde, gut begehbarer Spazierweg für Leute aller Fähigkeiten, Rollstühle, Kinderwagen und Buggys

Gelegentliche Wanderer: Sog. Great Walk/Leichte Wanderstrecke (Tramping track). Bis zu mehreren Tagen, einige unebene Abschnitte, für Wanderer mit wenig Erfahrung

Sehr leicht: Kurzer Spaziergang (Short walk). Spaziergang von bis zu einer Stunde, gut begehbarer Spazierweg für nahezu alle Altersgruppen

Erfahrene Wanderer: Wanderstrecke (Tramping track). Bis zu mehreren Tagen, uneben, Bach- bzw. Flussüberquerungen ohne Brücke, für Wanderer mit Erfahrung

Leicht: Wanderweg (Walking track). Wanderung von bis zu einem Tag, gut begehbarer Wanderweg, für Wanderer mit geringer bis mäßiger Fitness

Sehr erfahrene Wanderer: Wanderroute (Route). Bis zu mehreren Tagen, uneben und schwierig, Bach- bzw. Flussüberquerungen ohne Brücke, für Wanderer mit sehr viel Erfahrung

Schwierigere Wanderungen Bei schwierigeren bzw. mehrtägigen Wanderungen müssen noch andere Dinge beachtet werden, wie z. B. Orientierung, Unterkunft und Überquerung von Flüssen. Informationen über diese Art Wanderungen finden Sie im „Multi-day Tramp Activity Guide“ des New Zealand Mountain Safety Council bzw. unter www.mountainsafety.org.nz.

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Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Können Sie folgende Fragen beantworten? Was für Kleidung und Schuhe brauchen wir? Was für Verpflegung brauchen wir? Welche Ausrüstung brauchen wir?

Genügend Proviant und 5 Kleidung mitnehmen Ausreichend Proviant und genügend Kleidung sorgen für eine warme, angenehme und sichere Wanderung.

Neils Geschichte „Wir brachen aber nicht in Panik aus. Wir hatten alles Notwendige dabei und wussten, was wir tun mussten.“

Ich wollte mit meiner Familie einen Tag im Naturpark vor Ort verbringen. Meine Töchter, Susan (7) und Alice (10), hatten beide einen kleinen Rucksack mit Snacks und etwas Kleidung. Meine Frau und ich hatten größere Rucksäcke mit mehr Verpflegung und Kleidung sowie einem Verbandkasten. Es war ein sonniger Tag und wir freuten uns alle, ihn im Freien zu verbringen. Nach zwei Stunden legten wir an einem Bach eine Mittagspause ein. Nach dem Essen gingen die Mädchen spielen. Meine Frau behielt sie im Auge, während ich ein Nickerchen machte. Plötzlich wurde ich von Alices Schrei aufgeweckt. Eine Biene hatte sie gestochen. Der Ernst der Situation war mir sofort klar, weil sie allergisch auf Bienen ist. Sie hatte Atemnot. Wir brachen aber nicht in Panik aus. Wir hatten alles Notwendige dabei und wussten, was wir tun mussten. Während meine Frau sie beruhigte, holte ich das Antihistamin aus dem Verbandskasten. Alice schluckte zwei Tabletten, während meine Frau ihr über den Rücken streichelte. Nach einer Weile normalisierte sich Ihre Atmung. Als sie soweit war, packten wir unsere Sachen zusammen und gingen nach Hause zurück. Der Vorfall hatte uns einen Schrecken eingejagt, aber wir waren froh, dass wir auf die Situation vorbereitet waren. Und das Erlebnis hat Alice nicht die Lust aufs Wandern genommen. Sie weiß, was sie tun muss: die richtigen Dinge mitnehmen.

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Kleidung und Schuhe

• Nehmen Sie stets Regenkleidung

mit. Es empfiehlt sich, eine Jacke zum Schutz gegen Regen und Wind mitzunehmen. Egal wie gut die Wettervorhersage ist, in Neuseeland kann es jederzeit unerwartet zu Regen und Wind kommen.

Folgendes müssen Sie bei der Auswahl Ihrer Kleidung und Schuhe für die Wanderung berücksichtigen:

• Tragen Sie geeignete Schuhe.

Das ist für eine gute Wanderung unerlässlich. Sie sollten sich eventuell Wanderschuhe beschaffen. Sie bieten mehr Unterstützung, vor allem für die Fußgelenke, und kosten nicht viel mehr als Turnschuhe.

• Tragen Sie geeignete Stoffe.

Kleidung kann nur die Wärme beibehalten, die Ihr Körper erzeugt. Bestimmte Stoffe leiten Feuchtigkeit von Ihrem Körper weg und behalten die Wärme bei. Vermeiden Sie Kleidung aus Baumwolle. Nasse Baumwolle isoliert schlecht gegen Kälte. Nasse und kalte Kleidung kann in erheblichem Maße zu Unterkühlung beitragen.

• Tragen und packen Sie mehrere

Lagen. Leichte Kleidungslagen sorgen für Flexibilität im Freien. Sie können eine Lage ausziehen, wenn Ihnen zu heiß wird, ohne dass Sie schwer tragen müssen, bzw. eine weitere Lage überziehen, wenn Ihnen kalt wird. Das ist viel besser als schwere Kleidung, die viel Platz einnimmt. Packen Sie mindestens eine zusätzliche Lage für Oberkörper und Beine in den Rucksack.

Äußere Lage

• Wind- und wasserfest Isolationslage

Zustand

Wind und Regen

• Leicht • Isolierend

ÄUSSERE LAGE ISOLATIONSLAGE

Unterbekleidung

UNTERBEKLEIDUNG

Wetterbedingungen. Das Wetter kann sich ändern. Die Wetterbedingungen vom Morgen Ihrer Wanderung können sich bis zum Nachmittag völlig gewandelt haben. Nehmen Sie Regenkleidung und zusätzliche Lagen Kleidung mit, die Sie überziehen können, wenn es kalt wird.

Tragen Sie keine Baumwolle. Baumwolle eignet sich nicht auf Wanderungen in Neuseeland. Kleidungsstücke aus Baumwolle behalten nicht die Wärme bei, schützen nicht gegen Wind und trocknen nur langsam, wenn sie nass werden. Lassen Sie also Ihre Baumwollkleidung zu Hause – auch die Baumwollsocken.

• Atmungsaktiv • Wärmt auch im nassen

Lagen

• Packen Sie für alle

TOP TIPP

• Reizt nicht die Haut • Absorbiert Feuchtigkeit

Körperwärme

Warme Mütze und Sonnenhut Sonnenbrille Gut sitzender Rucksack (mit Einlage, zusätzlicher Kleidung, Verpflegung, Ausrüstung und Wasser)

• Halten Sie sich warm. Es ist

besonders wichtig Körperteile wie Brust, Kopf, Füße und Hände warm zu halten. Nehmen Sie stets eine Mütze, Handschuhe und warme Socken mit – selbst an sonnigen Tagen.

UNTERBEKLEIDUNG ISOLATIONSLAGE

ÄUSSERE LAGE (wasser- und windfest)

• Tragen Sie Kleidung aus

geeignetem Material. Jedes Material hat bestimmte Vor- und Nachteile. Wählen Sie Kleidung aus dem für Ihre Wanderung geeigneten Material aus.

Handschuhe Shorts

ÄUSSERE LAGE (wasser- und windfest)

TOP TIPP Kleidung wärmt nicht, aber das richtige Material kann Ihre Körperwärme beibehalten.

UNTERBEKLEIDUNG (Thermoleggings)

Bequeme lange Socken

Gute Schuhe, die Halt für die Fussgelenke bieten (wie z. B. Wanderschuhe)

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Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Speisen und Getränke Für eine Tageswanderung benötigen Sie nicht Ihren gesamten Kühlschrank, aber doch genug, um bei Kräften zu bleiben. Wir schlagen Folgendes vor:

• Nehmen Sie vor der Wanderung ein

TOP TIPP Hinterlassen Sie keine Lebensmittelreste oder anderen Abfälle auf den Wanderwegen. Schützen Sie die Umwelt.

gutes Frühstück zu sich.

• Nehmen Sie Nahrung mit, die leicht zuzubereiten ist – Studentenfutter und Müslibars sind besonders beliebt.

• Nehmen Sie mindestens 1 l Wasser pro Person mit. Noch besser sind zwei Liter.

• Legen Sie regelmäßige Pausen ein, um zu essen und zu trinken. Ausrüstung Für eine erfolgreiche Wanderung sind noch einige andere Dinge unerlässlich.

• Bequemer Rucksack. Ein Rucksack mit einer Kapazität von 30 l ist groß

genug für eine einzige Person. Wenn Sie aber zusätzlich Proviant und Kleidung für Kinder oder andere Personen mitnehmen müssen, brauchen Sie möglicherweise einen größeren Rucksack.

• Verbandkasten. • Medikamente für Mitglieder Ihrer Gruppe mit Gesundheitsproblemen, z. B. Antihistamintabletten, wenn jemand allergisch auf Bienen ist.

• Karte des Wanderwegs. • Kommunikationsmittel. In vielen Gegenden kann der Empfang von

Mobilfunknetzen eingeschränkt sein. Wenn Sie in einer entlegenen Gegend wandern, sollten Sie möglicherweise einen PLB (personal locator beacon) mieten.

• Taschen- bzw. Stirnlampe mit Batterien. Sie mögen zwar nicht vorhaben,

nach Einbruch der Dunkelheit zu wandern. Wenn Sie aber überrascht werden, kommt Ihnen eine Taschenlampe sehr gelegen.

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Wetter beachten |

Eigene Grenzen kennen |

Genügend Proviant und Kleidung mitnehmen |

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Können Sie folgende Fragen beantworten? Können Sie die Fragen in den orangen Textfeldern am Anfang eines jeden Abschnitts dieses Ratgebers beantworten?

Checkliste für die Wanderung Beachten Sie auf Ihrer Wanderung die folgenden Punkte. Am besten drucken Sie sich diese Seite aus und nehmen Sie mit. Bleiben Sie zusammen. Behalten Sie sich möglichst gegenseitig im Auge und fragen Sie regelmäßig nach dem Befinden jeder einzelnen Person. Passen Sie aufeinander auf. So können Sie rechtzeitig feststellen, ob sich jemand überfordert hat oder sich unwohl fühlt. Achten Sie auf Anzeichen dafür wie Stolpern und Murren. Lassen Sie die langsameren Mitglieder Ihrer Gruppe vorne laufen und das Tempo bestimmen. Andernfalls können Sie auch Punkte abmachen, wo alle anhalten und auf die nachkommenden Gruppenmitglieder warten. Hinweis: Lassen Sie niemanden alleine laufen. Machen Sie regelmäßig Pause. Halten Sie regelmäßig an. Achten Sie aber auf die Zeit. Machen Sie nach jeder Stunde fünf Minuten Pause und öfter, wenn Sie mit Kindern wandern. Nutzen Sie die Pausen, um etwas zu essen und zu trinken und sich nach dem gegenseitigen Befinden zu erkundigen. Verfolgen Sie aufmerksam Ihre Umgebung. Achten Sie auf Veränderungen. Ist es kälter oder nasser geworden? Wissen Sie immer noch, wo Sie sich befinden und in welche Richtung Sie gehen? Auf diese Weise können Sie ggf. rechtzeitig etwas unternehmen wie z. B. einen anderen Weg einschlagen oder einen Unterschlupf finden. Machen Sie Einträge in Hüttenbüchern. Wenn Sie auf Ihrer Wanderung eine Hütte passieren, machen Sie einen Eintrag im Hüttenbuch. So weiß der Hüttenverwalter, wie viele Leute jährlich die Hütte besuchen, was bei der Wartung hilft. Und wenn etwas schief geht, dann gibt es einen klaren Beweis, wo Sie waren.

Achten Sie auf die Zeit. Stellen Sie sicher, dass Sie genug Zeit haben, um an Ihr Ziel zu gelangen oder umzukehren. Es empfiehlt sich, am Ende des Tages etwas mehr Zeit einzuplanen, falls Sie aufgehalten werden oder langsamer sind als geplant. Vermeiden Sie Flussüberquerungen. Wenn Sie nicht über die entsprechenden Erfahrungen verfügen, wählen Sie Wanderwege mit Brücken aus, um Flussüberquerungen zu vermeiden. Respektieren Sie Privateigentum. Bevor Sie privates Land betreten, fragen Sie um Erlaubnis. Hinterlassen Sie die Farmtore, wie Sie sie vorgefunden haben, und beschädigen Sie nicht die Zäune. Hinterlassen Sie keinen Abfall. Nehmen Sie Ihren Abfall mit, richten Sie keinen Schaden in Naturgebieten an und respektieren Sie Wild- und Farmtieren, um die Umwelt möglichst wenig zu belasten.

FLUSSSICHERHEIT

ANHALTEN, DANN ÜBERQUEREN

Anzeichen für eine Gefahr: Der Fluss führt Hochwasser oder das Wasser ist getrübt oder führt Treibgut (wie z. B. Äste) oder aber die Geschwindigkeit des Flusses ist schneller als das Schritttempo oder Steine werden hörbar flussabwärts geschoben. Fragen Sie sich: 1. Sollten wir den Fluss überqueren? 2. Wo sollten wir den Fluss überqueren? 3. Wie sollten wir den Fluss überqueren?

Im Zweifelsfall sollten Sie es nicht tun. Finden Sie die sicherste Stelle. Helfen Sie einander.

Weitere Informationen zur Flusssicherheit finden Sie auf unserer Website.

Wenn etwas schief laufen sollte, befolgen Sie diese 4 SCHRITTE Wenn Sie sich verlaufen oder Ihre Gruppe verlieren, bleiben Sie, wo Sie sind und rufen Sie nach Hilfe. Gehen Sie nicht weiter, da das die Situation nur noch schlimmer machen könnte. Halten Sie sich an die folgenden 4 SCHRITTE:

Anhalten. Atmen Sie tief ein und bleiben Sie ruhig.

Nachdenken. Schauen Sie sich um, horchen Sie und beraten Sie sich.

Einschätzen. Wägen Sie Ihre Optionen und die möglichen Folgen ab.

Handeln. Entscheiden Sie sich für die in Ihrer Situation beste Option.

13 RATGEBER FREIZEITAKTIVITÄTEN IM FREIEN TAGESWANDERUNGEN


Nützliche Websites Weitere Informationen zu den in dieser Broschüre behandelten Themen finden Sie auf den folgenden Websites: New Zealand Mountain Safety Council www.mountainsafety.org.nz Department of Conservation www.doc.govt.nz MetService www.metservice.com New Zealand Walking Access Commission www.walkingaccess.govt.nz Federated Mountain Clubs of New Zealand www.fmc.org.nz Leave No Trace www.leavenotrace.org.nz Land Information New Zealand www.linz.govt.nz

Auf der AdventureSmart-Website finden Sie die folgenden hilfreichen Unterlagen: • Maßnahmen zur Sicherheit im Freien, in mehreren Sprachen • Maßnahmen zur Sicherheit auf Booten und im Wasser • Online-Absichtsformular für Aktivitäten im Freien Dieser Ratgeber soll dazu beitragen, dass Leute ihre Aktivitäten im Freien genießen und Gefahren vermeiden, wenn sie sich herausfordern. Jede Person ist aber letztendlich alleine für ihre Sicherheit verantwortlich. Die in diesem Ratgeber aufgeführten Personen und Geschichten sind erfunden, basieren aber auf geläufigen Situationen aus dem wirklichen Leben. Wir freuen uns auf Ihr Feedback zu diesem Ratgeber. Schicken Sie es an info@mountainsafety.org.nz Herausgeber: New Zealand Mountain Safety Council www.mountainsafety.org.nz info@mountainsafety.org.nz © 2015 New Zealand Mountain Safety Council ISBN: 978-0-908931-34-7

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Wir möchten uns bei den folgenden Partner für deren Beitrag zur Herstellung dieses Ratgebers bedanken:

Day walks activity guide - German