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Nr. 4/15

CVJM MAGAZIN Westbund FREMD

Fremd macht Angst Praxis: Fl端chtlingsarbeit Abba warum? Jugendevangelisation Reisezeit


Inhalt

Titelthema: Fremd

Impressum CVJM MAGAZIN Westbund für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im CVJM-Westbund e. V., 168. Jahrgang, erscheint viermal jährlich Herausgeber: CVJM-Westbund e. V. Bundeshöhe 6, 42285 Wuppertal, T­­­(02 02) 57 42-17, F (02 02) 57 42-42, E-Mail: info@cvjm-westbund.de, Internet: www.cvjm-westbund.de Beteiligte Verbände: CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. Im Druseltal 8, 34131 Kassel CVJM Norddeutschland e. V., Birkenstr. 34, 28195 Bremen CVJM-Ostwerk e. V., Sophienstr. 19, 10178 Berlin CVJM LV Sachsen e. V., Leipziger Str. 220, 01139 Dresden CVJM LV Sachsen-Anhalt e. V., St. Michael-Str. 46, 39112 Magdeburg CVJM LV Schlesische Oberlausitz e. V., Johannes-Wüsten-Str. 21, 02826 Görlitz CVJM Thüringen e. V., Gerberstr. 14a, 99089 Erfurt CVJM-Westbund e. V., Bundeshöhe 6, 42285 Wuppertal

Unterwegs zur himmlischen Heimat Seite 4

Fremd macht Angst

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Fremd sein

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Jesus als Fremder

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360°: Praxis: Flüchtlingsarbeit

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Mitglieder des Redaktionskreises (Thema): Hildegard vom Baur (Westbund), Carmen Behrens (Ostwerk), Hartmut Berger (Sachsen), Thomas Brendel (Schlesische Oberlausitz), Claus Hassing (Ostwerk), Gottfried Muntschick (Sachsen-Anhalt), Stefanie Nöckel (Westbund), Frank Schröder (Thüringen), Matthias Schultz (Gesamtverband), Katrin Wilzius (Norddeutschland) Chefredaktion: Stefanie Nöckel Redaktion Gesamtverband: Nathanael Volke Bildnachweis: Archiv CVJM-Westbund e. V. oder am Bild, S. 1 (Titel) ©lightstock.com/ Rob Birkbeck, S. 3 (Deutschland) ©Markus Mainka - Fotolia.com, S. 4 (Kirchenkuppel): ©lightstock.com/Rob Birkbeck, S. 6 (Hände): ©lightstock.com/Brightside Creative, S. 8 (Paella): ©panthermedia.net/somatuscani, S. 8 (Braten): ©panthermedia.net/tunedin123, S. 10 (Garten Gethsemane): ©lightstock.com/lydia, S. 10 (Jesus): ©lightstock.com/Prixel Creative, S. 12 (Mann): ©panthermedia.net/bialasiewicz, S. 16-19 Bilder: CVJM-Gesamtverband, S. 16 (Netz): ©panthermedia.net/krulua, S. 20 (Reise): ©123rf.com/My Make OU, S. 24 (Straßen): ©panthermedia.net/Zerbor, S. 27 (Hintergrund) ©vectorstock.com/redcollegiya, S. 28 (Mach mit): ©Zerbor - Fotolia.com, S. 32 (Tuba): ©paulmz - Fotolia.com, S. 33 (Hintergrund): ©Robert Kneschke - Fotolia.com, S. 36 (Fehler): ©panthermedia.net/Foto-Ruhrgebiet Bibelzitate: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (www.bibelonline.de) Beiträge, die mit Namen gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion wieder. Abdruck, auch auszugsweise, Wiedergabe von Textbeiträgen und Illustrationen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet. Bankverbindung: KD-Bank eG Duisburg IBAN: DE05 3506 0190 1010 2570 49 BIC: GENODED1DKD Konto-Nr.: 1010 257 049 • BLZ: 350 601 90 Layout und Herstellung / Anzeigenverkauf u. -verwaltung: Drei-W-Verlag GmbH Landsberger Straße 101, 45219 Essen, T (0 20 54) 51 19, F (0 20 54) 37 40, www.drei-w-verlag.de Bezugspreis: 12,50 € im Jahr Redaktionsschluss Ausgabe 1/16: 16.11.2015

Angekommen und Aufgenommen Seite 12 Aus der Geschäftsstelle Aus den Häusern Aus den Regionen Beispielsweise So war‘s! Das kommt! Auch das noch! Jungschar Junge Erwachsene Bündische Jugend Jugendpolitik Jugendevangelisation Posaunen Sport Motorrad Weltdienst Übrigens

Seite 20 Seite 22 Seite 24 Seite 25 Seite 26 Seite 27 Seite 28 Seite 28 Seite 29 Seite 30 Seite 31 Seite 31 Seite 32 Seite 33 Seite 34 Seite 35 Seite 36

CVJM-Gesamtverband CVJM-Gesamtverband neu denken 16 Neue Fachkräfte 16 Ein neues Kapitel 17 10 Tage CVJM bewegt 18 weltweit »Hoffnung wagen« 19 Internationale Begegnungen 19

Aktuelle Informationen aus dem CVJM-Westbund erhältst du auch im Blog auf unserer Homepage oder bei Facebook: www.cvjm-westbund.de www.facebook.de/CVJMWestbund


Editorial

Stefanie Nöckel Abteilung Kommunikation

Liebe Leserin, lieber Leser… FREMD. Dieses Wort löst gerade im Moment bei vielen Menschen eine ganze Reihe von Emotionen und Assoziationen aus. Flüchtlinge, befremdende Ansichten von Mitbürgern, Hilfeaktionen, Mitgefühl, Fremdenfeindlichkeit, Überforderung, Tatendrang, Verunsicherung und vieles mehr. Fragen kommen auf, auch die Fragen nach dem: Was kann ich sagen? Was kann ich tun? Was hat das mit mir zu tun? Fremd sein war schon immer ein spannendes Thema, denn wo Menschen aufeinandertreffen, da sind sie unterschiedlich. Verschiedene Weltanschauungen, Religionen, Kulturen oder auch einfach nur der Musikgeschmack lassen uns einander fremd erscheinen. Wer sich schon einmal fremd gefühlt hat, weiß, wie vielschichtig und schwierig dieses Gefühl sein kann. Aber vielleicht hat er auch erlebt, wie schnell es sich ins Positive wenden kann. Man kann sich sogar positiv fremd fühlen und mit Neugier und Offenheit das Fremde erforschen.

»Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man.« Franz Kafka

Gerade vor dem Hintergrund der Flüchtlingsströme nach Europa fragst du dich vielleicht auch manchmal, was du eigentlich tun kannst. Du möchtest den Fremden einen guten Empfang bereiten und helfen. Oder du fühlst dich überfordert und möchtest eigentlich gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Wäre es nicht viel einfacher, wenn sich ein anders Land kümmern würde? Haben wir schon zu viele Fremde im Land? Dieses Spannungsfeld lässt sich in Deutschland nicht leugnen. Beide Seiten haben begründete Ängste, Wünsche und Hoffnungen. Aber gerade vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes und unserer humanitären Verantwortung möchten wir mit diesem Heft Anregungen und Gedankenanstöße geben, sich positiv mit dem Thema auseinander zu setzen. Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Themen wie Heimat, Gastfreundschaft und Annahme gehören für uns mit zu diesem Begriff FREMD. Was hätte Jesus zum Thema »fremd sein« zu sagen? Und wie fühlt sich ein Deutscher in der Fremde? Ich finde, dieses Heft lohnt sich absolut, gerade in der heutigen Zeit. Wir hätten noch viel mehr Projekte vorstellen können, Initiativen und Impulse in petto gehabt. Nur irgendwann ist das Heft voll... Ich bin begeistert davon, was in Deutschland gerade an Gastfreundschaft und Hilfestellung gelebt wird. Lass dich inspirieren und herausfordern und finde deinen ganz persönlichen Platz in diesem Thema.

Deine P.S. Das nächste CVJM MAGAZIN erscheint Mitte Dezember. Dort begrüßt euch an dieser Stelle dann wieder Birte Smieja als neue/alte Chefredakteurin zurück aus der Elternzeit.

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Fremd

Unterwegs zur himmlischen

Was die christliche Perspektive mit der irdischen Hei Zehntausende Flüchtlinge zogen 1944 bis 1946 durch meine Heimatstadt Görlitz an der Neiße. 1952 geboren, bekam ich viele Schicksale mit, denn meine Großeltern hatten im eigenen vierstöckigen Haus hunderte von ihnen aufgenommen und in der Wurstfabrik und dem Fleischerladen verpflegt. Und nun verfolgten meine Großeltern ihre Lebenswege. Es kamen Karten und später viele Pakete um die Weihnachtszeit in der Breitscheidstraße 3 in Görlitz an…

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Eine himmlische Heimat Unter den Flüchtlingen waren auch fromme Schlesier. Viele nahmen ihr Schicksal aus Gottes Hand. Einige nur forschten nach den politischen Ursachen für den Verlust »Das Wissen um eine der Heimat. Viele der Frommen sind himmlische Heimat später lebendige Glieder von Gemeinden in ganz Deutschland geworden. hinderte sie nicht am Kennzeichnend für ihre FrömmigEngagement hier auf keit war das Wissen um eine himm-

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der Erde.«

lische Heimat. Das hinderte sie nicht am Engagement hier auf der Erde, im Gegenteil, es spornte sie an beim Einsatz für Gott und die Menschen. Ich habe mir als Junge diese Einstellung gemerkt und zunächst unbewusst übernommen. Wenn ich gefragt werde, wie ich dazu kam, soviel Wert zu legen auf Erinnerungsarbeit, soziales Engagement in der Jugendarbeit, Jugendpolitik und weltweiten Einsatz, dann fällt mir immer wieder die alte große Wohnstube von Oma und Opa ein – mit ihren Geschichten von irdischer Heimat und Himmel. Wer einen Gegensatz zwischen beiden konstruiert, hat die Bibel nicht auf seiner Seite, lernte ich später. Ich bekam in unserer Jugendarbeit mit, dass die Sehnsucht nach der himmlischen Heimat die Arbeit hier auf der Erde geradezu beflügelt. Darum setze ich mich energisch dafür ein, dass unser großes Ziel, Gottes Ewigkeit, die Mitte bleibt. Von dieser Mitte aus können wir vieles wagen und bewegen.


»Himmlische und irdische Heimat sind keine Gegensätze, sondern eher wie zwei Seiten einer Medaille.«

hörige Portion Lebenshilfe durch den Glauben. Das können wir eigentlich gar nicht verantworten. – Jesus hat immer Lust gemacht auf das »Haus des Vaters«, in dem viele Wohnungen sind. Keine Sekunde hat ihn das abgehalten, sich um die handfesten irdischen Sorgen seiner Zeitgenossen zu kümmern, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter und sozialer Lage.

Vielleicht wird die Freude auf den Himmel befeuert durch irdisches Unglück, vielleicht ist der Himmel »Opium für´s Volk« (so der Vorwurf von Karl Marx, Nachfahr von frommen Juden und Christen) und vielleicht wird der Himmel auch manchmal zu sehr als Gegensatz zur Hölle benutzt… Was aber für uns Christen bleibt, ist die feste Überzeugung, dass Gott selber uns den Himmel versprochen und Jesus ihn aufgeschlossen hat. Darüber ist auf jeden Fall riesige Freude angesagt.

Eine irdische Heimat

Heimat

imat zu tun hat Warum? – Weil diese »meine« Zeit mit Blick auf die Ewigkeit nicht mehr ganz so wichtig ist, auch nicht meine egoistischen Zielen, meine Sehnsucht nach Selbstverwirklichung und mein Baudrang in der irdischen Heimat. Ein alter Türspruch macht es deutlich:

Wir bauen hier so feste, und sind doch hier nur Gäste. Doch wo wir sollen ewig sein, da bauen wir nur wenig ein. Ich wünsche mir diesen Türspruch über die Herzenstüren von uns Christen. Verbunden mit manchen Fragen zu unserer Haltung gegenüber Gott, unseren Mitmenschen und uns selbst. Und begleitet von der Frage: Was tun wir für das Wohl unserer Mitmenschen?

Wenn der Himmel fehlt Darum: fehlt in unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Himmel, dann fehlt nicht nur der, sondern auch eine ge-

Und die Heimat hier auf der Erde? Gerät sie vielleicht ins Abseits? Im biblischen Glauben keinesfalls, denn Beispiele für Heimat finden sich in der Heiligen Schrift häufig: Israel bekommt »Eretz Israel«, das Land Israel, das sind nicht nur ein paar Quadratkilometer Land, das ist wirkliche Heimat. Paulus und seine Mitreisenden prägen unser Bild von den ersten Christen. Doch 99,9 % der ersten Christen blieben in ihrer Heimat und bezeugten dort ihren Glauben und lebten ihr Christsein in der Heimat. Allerdings lässt einen das Vertrauen auf die himmlische Heimat den Verlust der irdischen Heimat eher verkraften, leichter aufbrechen in neues Land, leichter verzichten und entschiedener wagen. Darum: Himmlische Heimat und Heimat auf dieser Welt sind zunächst einmal keine Gegensätze, sondern eher wie zwei Seiten einer Medaille. Wie es eine Medaille so an sich hat, bekommen wir immer nur eine Seite so richtig zu Gesicht, dennoch sind beide Seiten da und kommen gar nicht ohne einander aus. So freue ich mich sehr auf den Himmel, besonders im Blick auf meine leidenden Schwestern und Brüder rund um den Globus. Ich freue mich aber auch, und bin richtig neugierig, was Gott noch auf dieser Erde mit mir vorhat.

Thomas Brendel Leitender Sekretär des CVJM Schlesische Oberlausitz

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Fremd

»Es ist gut, dass wir als Mitarbeiter im CVJM so unterschiedlich sind.«

Fremd macht Angst Oder: Warum es gut ist, dass wir nicht alle gleich sind Als Leiterin des Referats Internationale Arbeit im CVJM-Gesamtverband habe ich ständig mit »Fremden« zu tun. Angst macht mir das nicht. Im Gegenteil: Ich erlebe immer wieder, wie sehr wir uns als Menschen an allen Enden der Welt im Grunde doch sehr ähnlich sind. Das gilt erst recht, wenn wir uns als Teil der weltweiten CVJM-Familie begegnen. Außerdem stelle ich immer wieder fest: Oftmals entdecke ich in meinem Gegenüber eher Vertrautes als das Fremde. Und meistens hilft mir der andere, zu mir selbst zu finden – ganz im Sinne von Martin Bubers berühmten Diktum »Der Mensch wird am Du zum Ich.«

Der Unterschied ist gut Und doch erlebe ich natürlich auch immer wieder Dinge, die mir fremd sind: Als ich im Juli beim European-Treehouse-Leaders-Camp in Michelstadt

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im Leitungsteam mitarbeitete, hatte ich das Gefühl, dass da doch fremde Welten aufeinanderprallten – frei unter dem Motto: »Verbandstante trifft auf Erlebnispädagogen«... Aus der gemeinsamen Woche mit über 30 Camp-Leitern und Outdoor-Experten aus 11 europäischen Ländern formte sich in mir eine wichtige Einsicht: So gerne ich mich auch als flotte, baumkletternde Jugendleiterin sehen würde, so wenig bin ich es. Meine Stärken liegen woanders. Und es ist gut, dass wir als Mitarbeiter im CVJM so unterschiedlich sind. Nur so kann ich auch das Wort aus Johannes 17, 21 »Auf dass sie alle eins seien« verstehen, das sich der weltweite CVJM als Losung gewählt hat. Es heißt eben nicht, dass wir, um gute Kinder- und Jugendarbeit zu machen, alle zurück auf die Bäume müssen – auch wenn mich das BaumhausKonzept zweifellos begeistert –, sondern dass wir lernen, Verschiedenheiten und damit gerade auch das mir Fremde wertschätzend anzunehmen.


Einheit entdecken Die Einheit in der Vielfalt, die in Jesus Christus möglich ist, wurde beim Baumhauscamp besonders deutlich, als beim Richtfest die Teilnehmer des Baumhaus-Camps gemeinsam mit den Teilnehmer des Bau- und Bibelcamps in das Lied von Judy Bailey »Jesus in my [Tree]House« (Jesus in meinem [Baum]Haus) einstimmten. Und genau darauf kommt es ja an: »Danke, dass du [Jesus] meinem Leben Zukunft gibst Ich darf neu beginnen, weil du meine Schuld vergibst Ich gehe vorwärts, denn ich weiß bestimmt: Jesus ist bei mir jeden Tag.« Ich wünsche mir, dass dies in der Arbeit im CVJM – in Deutschland und weltweit – immer wieder neu weitergegeben wird und erlebbar ist: Jesus will allen Menschen Zukunft geben! Das gilt für mich persönlich in allen Zerrissenheiten des Lebens, in denen ich mir manchmal selbst fremd werde. Es gilt für die Menschen um mich herum, die mir manchmal fremd sind. Es gilt vor allem auch all jenen, die aufgrund von Flucht und Vertreibung ihre Heimat verlassen und zu uns nach Deutschland kommen.

Engagement überall Die Arbeit mit Flüchtlingen ist ja schon lange ein Thema im CVJM weltweit. Man könnte fast sagen, Flüchtlingsarbeit ist Teil der »DNA« der weltweiten CVJM-Bewegung. Denn bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts startete der CVJM-Weltbund Programme, um Flüchtlingen zu helfen, die damals nach Europa kamen. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden vom YMCA zahlreiche Flüchtlingscamps aufgebaut, die vielen Menschen ein Stück Heimat in der Fremde boten. Es ist ermutigend, dass angesichts der wachsenden Zahl von Menschen, die derzeit nach Deutschland und Europa kommen, auch bereits zahlreiche CVJM sich in der Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern engagieren. Das schon bestehende, vielfältige Engagement im deutschen CVJM in diesem Bereich hat nicht zuletzt eine Online-Umfrage belegt, die der CVJM-Gesamtverband im Frühjahr durchgeführt hat. Sie zeigte, dass die Motivation der meisten in der Flüchtlingsarbeit aktiven Vereine der geistliche Auftrag aus der

Bibel ist, nämlich Nächstenliebe zu üben und somit auch Bedürftigen aus Nöten herauszuhelfen. Deshalb bieten viele von ihnen Aktivitäten wie Besuche in Flüchtlingsunterkünften und Begegnungstreffen, Freizeitangebote, Sprachkurse und Sportangebote an.

»Wir erkennen in den Unterschieden den großen und vielfältigen Reichtum Gottes «

Willkommenskultur leben Präses Karl-Heinz Stengel rief im Juli zu einer gelebten Willkommenskultur auf, zu der wir als Teil der weltweiten CVJM-Gemeinschaft einen wichtigen Beitrag leisten können. Wir bekräftigen daher die Dasseler Impulse, die im Mai 2012 im Rahmen der Internationalen Konferenz des CVJM-Gesamtverbandes zum Thema »Cross Cultural - The inclusive mission of the YMCA« entstanden: Im CVJM begegnen wir uns als Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Wir erkennen in den erlebten Unterschieden den großen und vielfältigen Reichtum Gottes und staunen über die in Jesus Christus erfahrene Einheit. Die Fremdheit der Menschen, die uns aus anderen Kulturen begegnen, inspiriert uns, diesen von Gott geschenkten Reichtum tiefer zu erleben; dabei wollen wir uns von Unsicherheiten und Ängsten nicht abhalten lassen. Wir wollen in unseren Städten und Dörfern CVJM und Gesellschaft gemeinsam gestalten, indem wir mit diesen Menschen Leben teilen und füreinander eintreten. Wir sind ermutigt und herausgefordert von CVJM-Arbeit, die sich bereits diesem Auftrag stellt. Strukturen müssen weiterentwickelt und Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden, um diese Arbeit auszuweiten. Wir wollen respektvoll miteinander kommunizieren, allen mit Wertschätzung begegnen, mit bestehenden Unterschieden leben lernen, einander dienen und ganzheitlich den Auftrag wahrnehmen, wie Jesus Christus ihn uns gegeben hat. Wir wollen von Christus lernen: »Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem anderen dient. Seid so untereinander gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.«

(Philipper 2,4-11)

Tabea Kölbel Referat Internationale Arbeit im CVJM-Gesamtverband

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Fremd

Fremd sein

Wie es sich anfühlt, in ein anderes Land zu gehen Fremd sein -- in Deutschland Ich bin jetzt seit 23 Jahren in Deutschland. Das ist fast mein halbes Leben, denn ich war 24 als ich hierher kam. Einige Jahre zuvor hatte ich in Spanien meinen Mann kennengelernt. Er ist Deutscher und Polizist. Als klar war, dass unser Weg gemeinsam weiter gehen sollte, überlegten wir, ob wir beide in Spanien oder beide in Deutschland leben würden. Da er in Spanien allerdings nicht als Polizist arbeiten durfte, ich aber in Deutschland irgendwann einen Job finden könnte, entschieden wir uns für das Land, das ich bisher nur von einem zweiwöchigen Urlaub kannte. Dann war ich in Deutschland. Einem fremden Land. Ich konnte kein einziges Wort Deutsch. Fast alles war mir fremd. Manchmal, wenn mein Mann auf Dienstreise war, hatte ich das Gefühl, ganz allein zu sein. Selbst nach einigen Jahren in unserer ersten Wohnung kannte ich die Nachbarn aus dem Haus nur vom Grüßen im Treppenhaus. Das war sehr schwierig für mich.

diese Zeit einiges gelernt. Denn Gott hat mich begleitet und mir gezeigt, dass ich nie ganz allein bin, weil er bei mir ist. Durch die Zeit hier - gerade die am Anfang - habe ich neue Seiten von mir und auch von Gott kennengelernt. Ich habe gelernt, die Ruhe zu genießen und auch mal Zeit für mich zu haben. In Spanien bist du eigentlich nie so viel allein. Und es ist oft laut. Abends um zehn kommt dann ein Nachbar noch auf die Idee einen Fisch zu braten und am Tisch reden alle durcheinander. Auch wenn mir dieser Trubel am Anfang manchmal gefehlt hat, heute kann ich es nicht mehr länger als drei Wochen aushalten in Spanien, dann will ich wieder nach Deutschland… In der Sprachschule, die ich vier Jahre besuchte, lernte ich andere Menschen kennen. Mit ihnen traute ich mich, auch deutsch zu sprechen, denn sie machten Fehler genau wie ich und wir verstanden uns trotzdem. Durch diese internationalen Freunde habe ich immer mehr von Deutschland und später auch viele Deutsche kennengelernt.

Außerdem durfte ich erleben, dass du, wenn du in Deutschland einen Freund hast, das mehr ist als oberflächlich. Die am Anfang vielleicht kühle Art der Deutschen macht es möglich, tiefe und besondere Freundschaften zu haben. Wenn dich »Wenn du in Deutsch- hier jemand umarmt bedeutet das viel mehr als in land einen Freund Spanien.

Rosa M. Midanda Simon 47 Jahre alt, Spanierin

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In Spanien freut man sich, wenn Ausländer kommen, man lädt sie ein, will hast, dann ist das ein sie kennenlernen und inteIch bin jetzt in einer richtiger Freund.« ressiert sich dafür, was sie Gemeinde, habe Freunde tun. Auf der Straße begrüßt jeder jeden mit und Kinder und bin sehr glücklich und zwei Küsschen und Umarmung, man freut dankbar in diesem Land zu sein. sich, den anderen zu sehen. Es ist laut und Es ist mein Land geworden. Ich liebe Sauerbunt und die Menschen sind viel auf der braten und kann auch nur jedem Anderen, Straße. In Deutschland fragte ich mich an der nach Deutschland kommt, raten, einmanchem Sonntag, wenn ich aus dem Fensfach alles mal zu probieren. Nicht nur beim ter sah: »Wo sind nur all die Menschen? Wo Essen ist das wichtig. Es ist wichtig, die sind all die Leute, die hier wohnen?« Das Vorurteile über Bord zu werfen und die hatte ich mir wirklich anders vorgestellt. Menschen kennenzulernen. Das kostet viel Allerdings habe ich, obwohl ich mich viel Mut und hat bei mir selbst recht lange geallein gefühlt habe in Deutschland, durch dauert. Aber es lohnt sich.


Fremd sein -- in Indien Von einem auf den anderen Tag völlig fremd sein – das ist kein schönes Gefühl. Dachte ich. Doch obwohl ich das Wort »fremd« mein Leben lang mit etwas negativem assoziiert habe, wurde ich am 27. September 2014 eines besseren belehrt. An diesem Tag verabschiedete ich mich von meinem vertrauten Umfeld, verließ mein komfortables Zuhause und setzte mich in den Flieger nach Indien. Meine drei Mitfreiwilligen waren mir zu diesem Zeitpunkt noch genau so fremd wie alles, was nun vor mir lag. Und dann? Kopfsprung rein in die totale Fremde. Ich kann mich noch gut an die ersten Tage in Madurai erinnern. Alles war fremd. Die Gerüche, der Lärm, das Aussehen der Menschen aber ganz besonders ihre Lebensweise schienen mir komplett fremd. Dabei war eigentlich nur eine fremd: Ich.

fremd gefühlt.«

Nach zwei Wochen fleißigen Eingewöhnens und spätestens, als ich mit der Arbeit an der Schule des YMCA für geistig und körperlich behinderte Kinder begonnen habe, wusste ich, dass ich am richtigen Fleck bin. Dass ich genau hier hin gehöre, zu diesen Kindern, auch wenn ich eigentlich eine Fremde bin. Die Kinder haben mich mit Liebe und Anerkennung nur so überhäuft, täglich haben sie mich geknuddelt, gedrückt, geküsst und fast nicht mehr losgelassen. Ich wusste, genau hier bin ich richtig und habe mich plötzlich nicht mehr fremd gefühlt. Aber nicht nur die Kids, sondern auch die Lehrerinnen haben mich liebevoll aufgenommen, mir viel gezeigt und mich trotz Verständigungsproblemen immer wieder zum Lachen gebracht.

Bei Hausbesuchen unserer Schüler durfte ich erleben, was Jesus in Matthäus 25, 35c sagt: »(...) ich war fremd (…) und ihr habt mich aufgenommen.«. Denn trotz großer Armut wurden wir »Fremde« stets herzlich und liebevoll aufgenommen, wir wurden mit Tee und Snacks überhäuft und die Menschen haben uns spüren lassen, dass sie sich über unseren Besuch sehr freuen. Diese Erlebnisse sind für mich das größte Geschenk in einem fremden Land.

Magdalena Koger 19 Jahre alt, Deutsche

Magdalena war für sechs Monate zu einem Freiwilligendienst in Madurai/ Indien und wird ab September in Karlsruhe für neun Monate auf eine Bibelschule gehen. Ihre Hobbys sind Reisen und alles, was mit Menschen zu tun hat :)

Das Seminar wurde gefördert durch das BMSFSFJ und durch ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ

Besonders schwierig war die Sprachbarriere. Mit ein bisschen Englisch, Händen und Füßen habe ich versucht, mich zu verständigen, und war erstaunt, wie gut das doch funktioniert.

Durch meine neu gewonnenen Freunde kam mir auch die Kultur und das Verhalten der Menschen nur noch halb so fremd vor. Gemeinsam konnten wir über meine Fehler lachen, wenn ich zum Beispiel aus Versehen mit der linken statt der rechten Hand gegesoder meinen Saree total »Ich wusste, genau sen, schräg gewickelt habe. Sie erhier bin ich richtig klärten mir, wie ich es richtig mache und nahmen mich und habe mich Stück für Stück mit hinein in plötzlich nicht mehr diese total fremde Kultur.

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Fremd »Er erntete Unverständnis. Selbst bei seinen Freunden. Das macht ihn traurig.«

Jesus als Fremder

»Er kam in sein Eigentum und die Seinen n Mensch – Gott – Fremder Der Kopf ist nach unten gewandt, der traurige Blick von Tränen erfüllt. Die bebenden Schultern zeigen an, dass der Mann weint. Er weint. Lange schon. Ab und an hebt er den Kopf, schaut auf die goldene Stadt und schluchzt. Jesus weint über Jerusalem. Mit Blindheit sind deren Bewohner geschlagen. Heute haben sie ihm zugejubelt, bald werden sie ihn ans Kreuz schlagen. »Wenn du doch nur erkannt hättest, was dir Frieden bringt«, ruft er voller Sehnsucht. Sein Herz verzehrt sich nach den Menschen. Wie schön war es damals im Paradies. Wie innig ist er mit Adam und Eva verbunden gewesen. Sie waren sich so nah. Wie lange ist das her? Gefühlt ewig.

Wäre da nur nicht... Als Mensch denkt er manches Mal: »Wäre nur der Sündenfall nicht passiert. Und ausgerechnet durch die Schlange! Sie sieht nicht einmal gut aus.« Aber was nützt das? Die Intimität ist zerstört. Die Liebe Gottes trifft auf Angst. Furcht gewinnt oft die Oberhand. Zu oft. Das Vertrauen ist erschüttert. Durch Mose hat es Gott versucht, durch Abraham und durch die Propheten. Immer wieder sucht der Schöpfer die Nähe zu seinen Menschen, zu seinem Volk. Immer wieder sagt er ihnen: »Fürchte dich nicht.« »Fürchtet euch nicht.« Es ändert nichts. Die Geliebten wenden sich ab, jagen falschen Versuchungen hinterher. Immer wieder suchen sie das Heil woanders.

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Jesus wünschte, sie würden endlich begreifen, dass ihr Frieden in ihm begründet liegt. Ihnen das zu vermitteln, dazu wurde er als Mensch geboren. Er isst und trinkt wie sie, er schläft wie sie, er weint wie sie. Mehr kann er nicht tun, um als Mensch wahrgenommen zu werden. Es reicht trotzdem nicht, häufig erntet er Unverständnis. Selbst bei seinen Freunden. Das macht ihn traurig. Er weiß genau, dass die Jünger ihn manches Mal zu radikal finden. Damals im Tempel: Hätte er tatenlos zusehen sollen, wie sie einen Supermarkt daraus machen? Oder in Simons Haus: Kaum hatte er seine Schüler erwählt, wollte ihn seine Familie wieder nach Hause holen. Unpassender hätte der Moment nicht sein können! Endlich war die Zeit gekommen um voranzugehen, da hatte seine Mutter nichts Besseres im Sinn, als ihn an den heimischen Herd zurückzuholen!

Eine Perspektive die sich lohnt Sicher, er könnte manches Mal mehr erklären, aber würde es wirklich etwas ändern? Jesus bezweifelt das. Was ist an den Worten: »Wer Gottes Willen tut, ist für mich Bruder, Schwester und Mutter!« nicht zu verstehen? Das Schlimme daran ist, dass er es gewusst hat. »Ihr wisst doch: Ein Prophet gilt nichts in seiner Heimatstadt«, sagte Jesus selbst zu den Zuhörern in Nazareth. Sie wollen ihn einfach nicht hören. Seine Überzeugungen, sein Gottesbild, die Wunder und der Umgang mit dem sogenannten Abschaum der Gesellschaft regen sie zu sehr auf. Er rüttelt an den Grundfesten ihrer Religion. Lassen kann Jesus es dennoch nicht. Seine ihm von Gott gegebene Aufgabe ist wichtiger. Dafür lohnt es sich, Hohn, Spott, Einsamkeit und die Verletzungen, die ihm beigebracht werden, zu ertragen. Seine Perspektive ist die Perspektive Gottes.


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Wenn der Himmel die Erde berührt Und manches Mal berührt der Himmel die Erde und erfüllt Jesus mit Freude. »Habt ihr nie gelesen: ‚Aus dem Mund der kleinen Kinder erklingt dein Lob!‘?«, fragt er die Hohepriester und Schriftgelehrten als sie sich über den Kinderlärm beschweren. Die Kinder bringen Gott ein Loblied dar. Genauso wie der Blinde aus Jericho oder der eine von den zehn Aussätzigen. Er stammte aus Samarien und kam nach seiner Heilung zurück, um Jesus zu danken und Gott laut zu loben. Unmündige, Blinde, Fremde - sie alle haben Jesus erkannt und glauben. So gibt er ihnen das Recht, Gottes Kinder zu sein.

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Folgende Bilbeltexte liegen diesem Text zugrunde: X Joh 1 »Er kam in sein Eigentum – aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.« X Lk 19,28 – 41 »Jesus weint über Jerusalem« X Phil 2 »War der Gestalt nach als Mensch erkannt.« X Mk 3,21 »Familie will Jesu zurückholen« X Joh 2 »Tempelreinigung« X Lk 4 »Ablehnung in Nazareth« X Mt 21,16 »aus dem Mund der Unmündigen ein Lob bereitet« X Lk 18,31-34 in Verbindung zu 35-43 »Jünger-Unverständnis vs. Blindenheilung« X Lk 17,11-19 »Die Zehn Aussätzigen« X Lk 17,25 »die Einsamkeit Jesu«

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Claus Hassing Leiter CVJM-Ostwerk

Carmen Behrens Kommunikation CVJM-Ostwerk

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Bild: rrodrickbeiler • fotolia

nahmen ihn nicht auf.«

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Fremd

Angekommen und Aufgenommen Erzählung einer Gast-Freundschaft Mann sah, dass es sich bei seinem Gegenüber um einen Mann im ähnlichen Alter handelte. Als dieser auch die nächsten beiden Fragen nicht verstand, bedeutete ihm der Mann per Handzeichen mit ins Haus zu kommen. Der offenbar sehr mitgenommene und etwas übelriechende Fremde ging bereitwillig mit. Vielleicht war er zu erschöpft, um noch kritisch zu sein, vielleicht wirkte aber auch das warme Licht aus den Fenstern sehr einladend. Drinnen angekommen gingen beide in die Küche und während der Fremde sich auf einen Stuhl fallen ließ, begann der Mann Milchreis mit Apfelmus zu kochen. Das hatte ihm seine Oma als Kind immer gekocht, wenn es ihm nicht gut ging und da er nicht wusste, was dem Fremden schmeckte, machte er eben das. Es war einmal ein Mann. An ihm war eigentlich nichts Besonderes. Außer der etwas zu groß geratenen Nase hätte er von sich nicht gesagt, dass er besondere Merkmale besäße. An jenem Abend wollte er sich eben zu Bett begeben als er vor seiner Haustür einen Menschen erblickte, dem das Gehen offensichtlich schwer fiel. Er schleppte sich mehr als er ging. Gebeugt hielt er sich sein linkes Bein und machte kleine Schritte vorwärts. »Wo will der wohl zu so später Stunde noch hin?«, dachte der Mann bei sich und öffnete die Haustür. »Brauchst du ein Bett?«, sprach er den Menschen an. Der Fremde verstand nicht und der

»Still stand der Mann nach dem Essen auf, räumte leise Teller und Löffel in die Spüle und ging dem Fremden voraus ins Gästezimmer.«

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Später als der Fremde etwas schüchtern, aber mit Genuss aß, setzte sich der Mann zu ihm. Geredet wurde nicht. Die Nacht breitete sich um beide aus und die angenehm anheimelnde Ruhe, die es nur mitten in der Nacht gibt, ergriff sie. Still stand der Mann nach dem Essen auf, räumte leise Teller und Löffel in die Spüle und ging dem Fremden voraus ins Gästezimmer. Nachdem er ihm dort die Schlafcouch bereitet hatte, zeigte er ihm das Badezimmer, gab ihm Handtücher und Seife und überließ den Fremden sich selbst. Dieser genoss das heiße Wasser der Dusche. Lange ließ er es über seine Haut und das schmerzende Bein laufen, bevor er schließlich zu Bett ging und vor Erschöpfung sofort einschlief. Carmen Behrens Kommunikation CVJM-Ostwerk


360°

Praxis: Flüchtlingsarbeit Ein guter Ort sein 90 Flüchtlinge lebten drei Wochen lang auf dem Kirschkamperhof Spontan sein Am 13. Februar 2015 erreichte uns die dringende Bitte der Bezirksregierung Düsseldorf, kurzfristig und vorübergehend Plätze für 90 Flüchtlinge bereitzustellen. Eineinhalb Stunden später mussten wir eine Entscheidung getroffen haben. Nach einigen Telefonaten und Gesprächen mit dem Vorstand war für uns klar: Wir müssen diese Anfrage einfach mit »Ja« beantworten. 30 Stunden später trafen die ersten Flüchtlinge auf dem Hof ein. Der Zeitraum war auf vier Wochen begrenzt. Für diese Zeit hatten wir einige unserer KonfiCamps abgesagt und in einer Nacht-undNebel-Aktion den Hof hergerichtet.

Zuhause sein Unser Slogan »Zuhause sein«, der eigentlich den Kindern und Jugendlichen gilt, die wir über das Jahr verteilt in den unterschiedlichen Camps und Aktionen hier begrüßen, bekam durch die Aufnahme der Familien und jungen Männer noch einmal eine ganz neue Dimension. Ja, ein Zuhause sein, das kann kamperhof. Gemeinsam mit 11 FSJlern, die freiwillig mithalfen, während die Flüchtlinge da waren, und unseren sechs Hauptamtlichen unterstützten wir die Arbeit des roten Kreuzes und der Stadt Krefeld, indem wir die Essenausgabe

organisierten, für Camphygiene sorgten und Aktionen für die Kinder starteten. Es war eine stressige und eine anstrengende Zeit, aber es war auch eine sehr gute Zeit. Wir durften Gastfreundschaft und Nächstenliebe ganz praktisch leben und erleben, was es bedeutet, ein »guter Ort« zu sein. Gemeinsam mit den Flüchtlingen begaben wir uns auf eine Entdeckungsreise. Weder für sie, noch für uns war klar, wie das alles gehen würde und wie es danach weitergeht. Aber wir haben es gemeinsam gemeistert. Es war eine tolle Zusammenarbeit mit der Stadt und den Helfern vom Deutschen Roten Kreuz. Wir arbeiteten auf einer großen Vertrauensbasis und diese Motivation und Freude schwappte dann einfach auf die Flüchtlinge über. Am Ende der Zeit verabschiedeten wir uns von ihnen persönlich mit Handschlag und bei vielen auch mit Namen. Wir Mitarbeiter standen winkend im Hof als die Busse wieder abfuhren.

Beispiel sein

Wir freuen uns über die vielen positiven Statements von Nachbarn, der Presse und Mitarbeitern der Stadt Krefeld. Die Maßnahme wurde auch über die Stadtgrenzen hinweg als positives der KirschBeispiel für Hilfsbereitschaft und eine gelebte Willkom»Für uns war es menskultur wahrgenommen. ein Wagnis und Für uns war es ein Wagnis und gleichzeitig eine gleichzeitig eine gesellschaftliche Pflicht, der wir uns als gesellschaftliche Christen und Bürger in diePflicht« ser Situation stellen wollten.

Praxisbeispiel 1

Beispiele für gelungene Aktionen und Hilfe

Der Kirschkamperhof ist das Erlebnis-Camp am Niederrhein. Auf einem umgebauten Bauernhof bieten wir seit 1982 spannende, bunte, actionreiche und inspirierende Angebote für ca. 5.000 Kinder und Jugendliche, Alltagsabenteurer, Spurensucher und Schätzesammler jedes Jahr an.

Matthias Messinger und Simon Schild Leiter des Kirschkamperhofs in Krefeld

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Praxisbeispiel 2

360°

Eine unglaublich intensive Zeit Eine Sommerfreizeit für Flüchtlingskinder

»Die Jugendlichen sind so dankbar. Sie freuen sich riesig über die Angebote, die wir machen.«

Geflüchtet aus dem Iran. Zu Fuß in die Türkei. Über viele Umwege nach Deutschland. Angst, Hoffnung und Warten. Deutsch lernen, Pläne machen, wieder warten. So klingt eine von vielen Geschichten der Teilnehmer von FreeStyle 2015. Unglaubliche Reisen und Schicksale verbergen sich hinter den fröhlichen Gesichtern der Jugendlichen, die hier die Gemeinschaft genießen, sich bei Geländespielen und Sport austoben, bei Kreativangeboten ungeahnte Fähigkeiten an den Tag legen und abends gemütlich am Lagerfeuer sitzen. 28 Teilnehmer und 13 Mitarbeiter aus den verschiedensten Nationen und mit ganz unterschiedlichen Hintergründen verbringen acht Tage auf der schwäbischen Alb. Ausgeschrieben war die Freizeit für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Für Flüchtlinge kostenlos, Deutsche zahlen einen Kostenbeitrag. Finanziert durch Spenden und Zuschüsse wurde dieses Gemeinschaftsprojekt des EJW (Evangelisches Jugendwerk Württemberg) und der Seestraßengemeinde Ludwigsburg zu einer intensiven und sehr guten Zeit.

Motivation und Emotionen »Du hast das Gefühl, dass du hier erlebst, was du sonst in zwei Wochen Freizeit erlebst. Es ist viel in-

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tensiver.« erzählt eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. »Die Jugendlichen sind so dankbar. Sie freuen sich riesig über jedes Angebot, was wir machen. Und selbst beim Spüldienst wollen sie immer alle mithelfen...« An Motivation und Emotion mangelt es nicht. Die meiste Zeit über im positiven Sinne. Aber auch schwierige Situationen gibt es, wenn zum Beispiel beim Halli-Galli-(Karten-)Spielen die Emotionen überkochen und die Halbstarken aufeinander losgehen wollen. »Ich frage mich manchmal, warum das so ist, wo sie doch den ganzen Tag gut miteinander auskommen und sich gegenseitig unterstützen...« sagt Yasin Adigüzel, Initiator des Camps und Landesreferent für Vielfaltskultur beim EJW. Aber, so erklärt er, es gebe einfach viel Aggressionspotenzial, bei allem, was die Jugendlichen erlebt haben. Außerdem säßen hier so unterschiedliche Nationen und Kulturen zusammen. Die meiste Zeit aber ist es sehr friedlich im Camp und man glaubt kaum, dass dort Flüchtlingskinder spielen, klettern und toben. Für sie ist das hier Urlaub. Urlaub von den Sorgen, Ängsten und Zweifeln.

Ernst genommen Hier können sie von ihren Plänen und Wünschen erzählen. Egal ob sie Ingenieur, Tänzerin oder Arzt werden wollen. Ob sie zurück wollen in ihr Land oder nicht. Ob sie schnell deutsch lernen oder langsam. Man nimmt sie ernst. Und man nimmt sie an. Ernst genommen wird hier auch das Problem mit der Kommunikation: Alle Aktionen und Regeln sind so ausgesucht, dass man möglichst wenig Sprache benötigt. Mit Piktogrammen, Handzeichen und Erklärungen auf Deutsch, Arabisch und Englisch wird hier gearbeitet. Am Ende des Tages gibt es einen kurzen Impuls zu Themen wie Hilfsbereitschaft oder Teamarbeit. Und danach christliche Lieder am Lagerfeuer oder Spiele im Haus.

Dafür lohnt es sich Trotz so vieler Unterschiede und Streit zwischen den Ländern oder Religionen der Teilnehmer ist hier wirklich eine gute Atmosphäre zu spüren. »Und dafür lohnt es sich!« da sind sich alle Mitarbeiter einig. Stefanie Nöckel, CVJM-Westbund


Praxisbeispiel 3

Die Welt zu Gast bei uns Erfahrungen mit Flüchtlingen im CVJM-Ostwerk Woher kommen sie? Was haben sie erlebt? Werden sie sich bei uns wohlfühlen? Solche Fragen beschäftigten uns, als das Landesamt für Gesundheit anfragte, ob wir Flüchtlinge im Sophienhof aufnehmen.

Vier Familien – viele Fragen Nach kurzer Vorbereitung zogen unsere ersten internationalen Gäste ein: vier Familien aus Syrien, Serbien und dem Kosovo wohnten für mehr als drei Monate bei uns in Berlin-Mitte. Neben den logistischen Herausforderungen war es für uns wichtig, im Vorfeld möglichen Ängsten zu begegnen. In einer Mitarbeiterversammlung und einer Mietersprechstunde konnten wir anfängliche Vorbehalte klären und gewannen sogar Unterstützung. In den Gesprächen passierte es, dass einzelne über eigenes Erleben von Fremdsein ins Erzählen kamen.

Fremd sein ganz real Auch unsere internationalen Gäste erzählten uns ihre Geschichte. Zwischen Arztbesuchen und Ämtergängen, trotz Sprachproblemen und Missverständnissen, im Wechsel zwischen Bangen und Hoffen auf die Zukunft haben wir miteinander geweint und gelacht. Die orthodoxen Christen aus Serbien, die als Roma vor Diskriminierung fliehen mussten, haben uns

Videos ihrer Heimatgemeinde gezeigt. Die Jesiden haben aus Angst vor dem IS ihr Land verlassen. Die Kinder der albanischen Familie aus dem Kosovo wünschten sich, wieder zur Schule gehen zu dürfen.

Das Warten verkürzen Durch Angebote haben wir versucht, ihnen das Warten zu verkürzen. Die drängenden Fragen »Wo geht es hin? Wo finde ich neue Heimat? Wann komme ich an?« konnten trotzdem nicht ausgeblendet werden. Sie machen mürbe, halten Frustpotenzial und Enttäuschungen bereit – auch für uns Mitarbeiter. Wir haben tolle Menschen kennen gelernt und hatten die Welt – trotz schwieriger Umstände – für einige Monate bei uns zu Gast. Dafür sind wir dankbar und überlegen nun weiter, welche Verantwortung wir als CVJM in der aktuellen Flüchtlingssituation übernehmen können. Carmen Behrens, CVJM-Ostwerk

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Gesamtverband

CVJM-Gesamtverband neu denken Ein kurzer Zwischenbericht vom Treffen der Steuerungsgruppe am 22./23. Juli Mit dem Treffen der Leitungsverantwortlichen im CVJMGesamtverband Mitte April diesen Jahres nahm der Prozess »CVJM-Gesamtverband neu denken« Fahrt auf. Die Fragestellung, was »neu denken« in diesem Zusammenhang bedeuten könnte, wurde diskutiert und definiert. Ausgehend von der Frage »Wie müsste der CVJM-Gesamtverband aussehen, wenn wir ihn heute gründen würden?«, soll geklärt werden, mit welchen Schwerpunkten und Arbeitsweisen der CVJM-Gesamtverband seinen Aufgaben auch im Blick auf die Mitgliedsverbände und die weltweite Gemeinschaft des YMCA bestmöglich nachkommen kann. Besondere Herausforderungen für den Prozess stellen die Vorstandswahlen im Oktober und die Neubesetzung der Leitungsstellen (Generalsekretär/in, Geschäftsführer/in) im CVJM-Gesamtverband dar. Ein herausragendes Thema ist außerdem die inhaltliche Verknüpfung des CVJM-Bildungswerks mit der Arbeit der Mitgliedsverbände.

Weiter denken Die Fülle der Themen erfordert ein schrittweises Vorgehen mit der Perspektive, den Prozess bis zur Mitgliederversammlung 2016 abzuschließen. Die dafür eingesetzte Steuerungsgruppe hat in einem ersten Schritt Informationen gesammelt. Nun werden die Informationen ausgewertet und für den Vorstand aufbereitet. Der Vorstand wird dann die besonders dringlichen Themen aus dem Prozess »CVJMGesamtverband neu denken« in die Mitgliederversammlung 2015 einbringen. Nach den Beratungen und den Voten aus der Mitgliederversammlung wird der Prozess in seiner zweiten Hälfte wechselnd zwischen Steuerungsgruppe und Vorstand weiter bearbeitet. Wir danken allen, die inhaltlich mitarbeiten und allen, die den Prozess »CVJM-Gesamtverband neu denken« im Gebet begleiten. Das Kernteam: Karl-Heinz Stengel, Gottfried Heinzmann, Dorothee Pfrommer, Andreas Bunz

Neue Fachkräfte für christliche Kinder- und Jugendarbeit

80 Absolventen von CVJM-Kolleg und CVJM-Hochschule in ihr Berufsleben ausgesandt Mit einem festlichen Abschlussgottesdienst endete die Aussendung 2015. Am 5. Juli wurden 63 Studierende der CVJM-Hochschule und 17 Absolventen des CVJMKollegs in der Stiftskirche Kaufungen in ihren Dienst ausgesandt. Die Aussendung wurde von Ursel Luh-Maier,

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Direktorin des CVJM-Kollegs, Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt, Rektor der CVJMHochschule und Karl-Heinz Stengel, Präses des CVJMGesamtverbandes, geleitet.

Grund zum Feiern

Schon am Abend zuvor wurden im Kasseler Kongress

Palais die Abschlusszeugnisse überreicht. Bei der Zeugnisübergabe wurde mit viel Musik und kreativen Beiträgen auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt. Während des Wochenendes wurde Prof. Dr. Klaus Schulz nach langjähriger treuer und engagierter Arbeit an CVJMHochschule und zuvor am CVJM-Kolleg verabschiedet

und mit dem Goldenen Weltbundabzeichen ausgezeichnet. In der Laudatio bedankte sich KarlHeinz Stengel: »Du hast in diesen zwölf Jahren das CVJM-Kolleg und die CVJM-Hochschule ganz entscheidend mitgeprägt, in schwierigen Fahrwassern mit gesteuert, den Winden getrotzt und das Schiff auf Kurs gehalten.«


Aussendung der »letzten Missios«

Ein neues Kapitel

Auftrag des CVJM-Missio-Centers in Berlin bleibt aktuell und bestehen Keine Frage: Das CVJM-Missio-Center hat Geschichte geschrieben. Mehr als 20 Jahre lang. Aber dieses Kapitel ist nun zu Ende gegangen. Beim Dankesfest und der Mitgliederversammlung des Fördervereins am 27. Juni 2015 haben wir sozusagen die letzte Seite eines Kapitels aufgeschlagen. Es wurde der letzte Jahrgang mit drei jungen und motivierten »Missios« ausgesandt. Aber das »Buch« ist noch nicht zu Ende, denn der Auftrag geht noch weiter. Deshalb hat der Verein »CVJM-Zentrum für Evangelisation e. V.« bereits in der Sitzung im April beschlossen, seine Arbeit fortzuführen und ein neues Kapitel zu beginnen und die Geschichte weiter fortzuschreiben: »Ehrenamtliche Mitarbeiter aus allen christlichen Konfessionen auszubilden und zu befähigen, das Reich Gottes unter jungen Menschen auszubreiten.«

Zwei Modelle führen missionarischen Auftrag fort

Model 1: Multiply Ein vorläufiger Arbeitstitel für ein Format, bei dem es darum geht, gemeinsam mit jungen Leuten einen missionarischen Lebensstil einzuüben und sie befähigen, andere in der Nachfolge von Jesus anzuleiten, bzw. Jünger »zu machen« (Mt 28,19+20). In der Umsetzung bedeutet das: 7-5-3-1 X 7 junge Menschen bilden zusammen eine Gruppe X 5 Wochenenden zwischen September und Juni, an denen sich die Gruppe an verschiedenen Orten trifft X 3 Elemente, mit denen sie sich an den Wochenenden beschäftigen: erfahrungsorientiertes Lernen, gabenorientiertes Probieren und menschenorientiertes »Multiplizieren«, d. h. selber eine Gruppe von 7 Leuten zu starten und so das Modell weitertragen X 1 Ziel, junge Menschen dazu ermutigen, befähigen und zu senden, lebenslang andere zu Jüngern zu machen Losgehen wird es mit der ersten Gruppe im Herbst 2016. Jedes Jahr soll dann eine neue Gruppe gestartet werden.

Modell 2: Worttransport-Jugendevangelisationen Das Konzept hat sich bereits bewährt. Seit zehn Jahren wird es im EJW/CVJM Württemberg ständig weiterentwickelt. Ziel ist es einerseits Jugendevangelisationen vor Ort zu initiieren und zu unterstützen und andererseits begabte junge Leute in der evangelistischen Verkündigung zu fördern. In der Umsetzung bedeutet das: Jedes Jahr werden in einer CVJM-Region in Deutschland evangelistische Worttransport-Wochen durchgeführt – zeitgleich in mehreren Orten. Die Durchführungsorte und die Evangelisten werden entsprechend vorbereitet und in der Woche durch erfahrene Mentoren begleitet. 2015 wurde das Konzept erstmals auch im CVJM Baden durchgeführt. 2016 wird der CVJM Bayern folgen. Weitere Planungen gibt es mit dem Westbund. Weitere Regionen könnten folgen.

Stark in die Zukunft Die Verantwortung für Organisation und Durchführung beider Modelle liegt zunächst bei Karsten Hüttmann, Leiter des Referats für missionarisch-programmatische Arbeit im CVJMGesamtverband, und Dieter Braun, Jugendevangelist und Dozent für Jugendevangelisation im EJW/CVJM. Wünschenswert wäre mittelfristig die Schaffung einer neuen Personalstelle zur Leitung und Verbreitung dieser oder anderer Modelle durch die Unterstützung des Vereins. Wir sind dankbar für alle Wegbegleiter und Mitdenker bisher und bitte Gott für den Blick nach vorne, dass wir mutig vorangehen können.

Karsten Hüttmann Leiter des Referats für missionarisch-programmatische Arbeit im CVJM-Gesamtverband Dieter Braun Jugendevangelist und Dozent für Jugendevangelisation

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Gesamtverband

10 Tage CVJM bewegt

Die Aktionstage 2015 im Überblick CVJM bewegt 365 Tage von Mai 2015 bis Mai 2016. Aber die Aktionstage vom 12. bis 21. Juni waren eine besondere Zeit. Nach zehn bewegten Tagen und mehreren hundert Kilometern Reise per Bahn und PKW durch Deutschland kann man sagen: Beeindruckend, was die vielen Mitarbeiter in unseren CVJM auf die Beine gestellt haben und wie die Idee CVJM bewegt umgesetzt wurde. Zum Beispiel: X Der CVJM Plochingen (EJW) startete mit einem Fallschirmsprung von

Eberhard Gienger, ehemaliger Weltmeister im Reckturnen und Mitglied des Bundestages. X Der CVJM Scholven (CVJM-Westbund) machte einen Kindernachmittag zum Thema »König der Ringe«. X Der CVJM Loßburg (EJW) veranstaltete den VogteiwaldRUN, einen Team-Orientierungslauf mit 25 Stationen. X Der CVJM Halver (CVJM-Westbund) lud zu einer sportlichen Zelt-

woche im Rathauspark von Halver für Jugendliche und junge Erwachsene ein. X Das Freizeithaus MS Waterdelle (CVJM-Gesamtverband) eröffnete mit Loopyball seine FUN ARENA in der MS Waterdelle.

CVJM bewegt geht weiter. 245 Vereine haben sich registriert und 147 CVJM bewegt – Aktionen wurden auf www.CVJM-bewegt.de gepostet. Mitmachen lohnt sich immer noch! Ab jetzt gibt es auch das CVJM bewegt Ideenheft 2015.

X Der CVJM Herzhausen (CVJM-Westbund) bot einen CVJM Familientag im Schwimmbad an. X Der CVJM Lörrach (Baden) lud zum Sponsorenlauf mit CVJM-Tag ein.

Volker Kamin Sportreferent im CVJM-Gesamtverband Anzeige

CVJM-Jugendforum 2015

Thema: Mentoring 22. - 23. Oktober Jugendherberge Silberborn, Holzminden Für alle zwischen 16 und 30, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Lust haben, sich zu vernetzen und junge Menschen stärken wollen! jugendforum@cvjm.de | www.cvjm.de/jufo

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weltweit »Hoffnung wagen«

Vorbereitungen für die Weltbundgebetswoche laufen Vom 8. bis 14. November 2015 findet die diesjährige Weltbundgebetswoche unter dem Motto »Let there be hope – Hoffnung wagen« statt. Dabei verabreden sich weltweit Christen im CVJM, um gemeinsam und füreinander zu beten. Die Weltbundgebetswoche ist eine gute Gelegenheit, die weltweite Dimension der CVJM-Gemeinschaft sichtbar und erlebbar zu machen.

Wir laden deshalb alle CVJMer ganz herzlich zur Teilnahme an der Weltbundgebetswoche ein! Es gibt viele Möglichkeiten die Weltbundgebetswoche in eurem CVJM aufzugreifen und umzusetzen – vielleicht sogar gemeinsam mit euren Partnern im CVJM weltweit. Wie wär’s zum Beispiel mit: X Frühstückstreffen

X Gebet in Hauskreisen und Gemeinden X Skype-Schaltungen zu internationalen PartnerCVJM Gemeinsam wollen wir die Verbundenheit stärken und Raum für Veränderung durch Gottes guten Geist schaffen. Denn ganz nach dem Motto dürfen wir immer wieder neu Hoffnung wagen!

Die Materialien zur Weltbundgebetswoche sind ab Mitte September auf der Webseite des CVJM-Gesamtverbandes: www.cvjm.de/gebetswoche abrufbar.

X Prayer Nights

Internationale Begegnungen im Gesamtverband

Besuche verdeutlichen, in welch großer weltweiten Familie wir als CVJM leben

g (Amanda), Jing Jing LiAm 30. Juni verbrachten Biyan Wan Chang Yu Huang (Peter) und ) (Tim ang (Janice), Huang Yu Tian Seminary in Guangzhou vom Guangdong Union Theological verband und Bildungswerk einen Tag mit uns im CVJM-Gesamt nden und Lehrenden am und kamen ins Gespräch mit Studiere ule. hsch -Hoc CVJM-Kolleg und der CVJM

Am 1. Juli besuch te eine Gruppe von ehrenamtlich arbeitern des YM en MitCA in Quito (Ecuad or) gemeinsam m gang Keck aus de it Wolfm CVJM Erlangen den CVJM-Gesam band und das Bi tverldungswerk sowi e die Geschäftsste AG der CVJM in Ka lle der ssel.

Am 29. Juli hießen wir das YMCA Aberdeen Tan dem Cycle Team auf dem Weg zum Partnerschaftsjubiläum mit dem CVJM Regensburg auf dem CVJM-Campus in Kassel herzlich willkommen.

Am 21. Juli begrüßten wir eine Gruppe aus dem amerikanischen YMCA Twin Cities im CVJM-Gesamtverband und Bildungswerk. Und weil gerade auch noch das Seminar des neuen Jahrgangs der »Internationalen Freiwilligen« lief, verbrachten wir einen Großteil des Tages gemeinsam, um über Youth Empowerment ins Gespräch zu kommen.

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Aus der Geschäftsstelle

Reisezeit Die Jugendfreizeit meines Heimat-CVJM findet in Italien statt. Mein Sohn nimmt an einem Austauschprogramm teil und ist zurzeit in Australien. Ein Kollege berichtet von seinen Erfahrungen im Urlaub in Griechenland. Reisen ist bei uns ein Ausdruck von Wohlstand. In den Medien und vor unserer Haustür erleben wir derzeit Reisende, die uns und unseren Wohlstand herausfordern. Können uns die Menschen, die sich auf eine ungewisse und manchmal auch gefährliche Reise machen, weil sie verfolgt werden oder der wirtschaftlichen Not entfliehen wollen gleichgültig sein? Einerseits sind da unsere alltäglichen Herausforderungen: eine gute Auslastung unserer Häuser erreichen, gute Schulungsangebote für die Ehrenamtlichen gestalten oder als Coaches mit der Toolbox von der Bundesmitarbeitertagung einige Vereine besuchen und beraten. Andererseits ist die Belegung der Bildungsstätte in Wuppertal mit Flüchtlingen ein gutes Beispiel. Es waren nur zwei Wochen während der Betriebsferien – aber es hat gepasst, auch weil alle Mitarbeiter mit angefasst haben, als es darum ging, dass Haus innerhalb von 24 Stunden für die folgende Gästegruppe wieder fit zu machen. Unsere Chancen liegen darin, dass wir eine Struktur des Helfens und des ehrenamtlichen Engagements in vielen unserer Vereine haben. In dieser Zeit kann sich erweisen, wie stark unsere Vereinsstruktur im CVJMWestbund und bei den

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CVJM-Vereinen vor Ort wirklich ist. Können wir neue Herausforderungen in den Vereinsalltag einbauen? Kennen wir unsere Mitglieder und Freunde, sodass wir sie jetzt um Hilfe bitten können? Können wir mit unseren Mitgliedsbeiträgen und freie Spenden wirkungsvoll helfen? Ich glaube, dass wir in den nächsten Monaten auch viel über uns erfahren werden und hoffentlich oft an der Seite derer stehen, die unsere Hilfe dringend brauchen.

Ergebnisse zur Jahresmitte Zum Stichtag 15. Juli 2015 können wir überwiegend positive Vergleiche zum Vorjahreszeitraum ziehen: Die zweckgebundenen Spenden und Zuschüsse sind gestiegen. Beide Tagungshäuser verzeichnen ein Plus. In der Bildungsstätte in Wuppertal deutlich, in Kaub leicht. Die Umsätze und das Ergebnis sind in der Materialstelle

aufgrund des Bundesposaunenfestes wieder sehr gut. Lediglich im Freizeitdienst sind die Kosten etwas mehr gestiegen als der Umsatz. Und die freien Spenden sind erneut um ca. 12.000 Euro rückläufig. Wenn sich die Tendenz fortsetzt, könnten wir in diesem Jahr dem Ziel eines ausgeglichenen Abschlusses wieder einen Schritt näher kommen.

unterstützen. Und lasst uns wachsam sein, wo Gott uns für die jungen Menschen in Deutschland braucht – ganz egal, in welchem Land sie geboren sind. Bleibt behütet Herzlichst Euer Michael van den Borre, Geschäftsführer

Ich danke herzlich für alle Unterstützung in der ersten Jahreshälfte und lade dich ein, unsere Arbeit auch im zweiten Halbjahr mit Gebet, Tatkraft und Spenden zu

Unterstütze uns über unser Spendenportal unter www.cvjm-westbund.de/spendenportal oder durch eine direkte Überweisung auf unser Konto IBAN: DE80 3506 0190 1010 2570 57 • BIC: GENODED1DKD Konto 1010 257 057, bei der KD-Bank eG Duisburg, BLZ 350 601 90 Spenden: erreicht bis 15.07.2015

77.572,87 € Spenden: erreicht bis 15.07.2014

92.776,17 €

Spendenziel 2015

240.000 € Spendenziel 2014

240.000 €


Danke für 47 Jahre!

Wir verabschieden Joachim Laudert in den Ruhestand Lieber Joachim! Etwas verloren sahst du an deinem letzten Arbeitstag in deinem leer geräumten Büro aus. Sorgfältig aufgeräumt, die Daten im PC gesichtet, archiviert und gelöscht, die letzten Aufgaben und die Schlüssel übergeben. Nach insgesamt 47 Jahren (mit der Ausbildung im Aussaat-Verlag) geht eine Ära so zu Ende, wie du sie auch zuvor gestaltet hast: zuverlässig, freundlich und unaufgeregt. Was mit dem Vertrieb der Zeitschrift für Kinder »Die junge Schar« begann, fand seinen Höhepunkt in der Redaktion und Verantwortung für die »Jungschar«. Wie viele Reportagen hast du gleichzeitig spannend, interessant und kindgerecht gemacht? Wie viele Gespräche mit Autoren, Gruppenleitern und Jungscharlern geführt? Wie oft hast du die Kinder als »Jo« mit deinem Vorwort mit auf den Weg genommen? Wie viele Andachten hast du überarbeitet und wie viele Bibellesepläne »jungschargerecht« aufgearbeitet?

Dabei hast du immer die Kinder im Blick gehabt. Dich um ihre Rechte und Sorgen gekümmert. Auch mit über 60 Jahren hast du noch einen »Draht« zu ihnen gefunden. In aller Stille hast du einen treuen und wertvollen Dienst getan, der viele Jungscharkinder geprägt und begleitet hat. Du hast viele Mitarbeiter kommen und gehen sehen – von den Generalsekretären (und Generalsekretärinnen) bis hin zu den Kollegen in deiner Abteilung. Jetzt gehst du selbst in den Ruhestand – aber nicht ohne ein herzliches und dickes Dankeschön. Wie hat Hans Rosenthal in seiner Sendung gesagt: »Wir sind der Meinung, das war Spitze!« Möge Gott dich in deinem Ruhestand segnen, so wie du ein Segen für die »Jungschar« warst! Dein Michael van den Borre

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Aus der Geschäftsstelle

Das Ziel seines Lebens Nachruf Erhard Thielmann Am 8. Juni 2015 erhielten wir die Nachricht vom Heimgang unseres Bruders Erhard Thielmann. Von 1963 bis 1987 war er Mitglied des Gesamtvorstandes im CVJM-Westbund, ab 1970 auch Mitglied des Vorstandes. Vier Jahre hat er den Dienst und das Amt des Schatzmeisters ausgeübt. Nach einer langen Zeit als Kreisvorsitzender im Dillkreis brachte er seine Erfahrung in der Mitarbeit in den Vorstandsgremien als Vorsitzender in den Ältestenbeirat ein.

Aus den Häusern

Eine »Burg« mit Geschichte

Seit 90 Jahren Teil des CVJM-Westbund »Wie lange gibt es eigentlich schon die Elsenburg?« so werden wir oft von Gästen gefragt. Gebaut wurde das Haus um 1900. Seit dem 12. Juli 1925 gehört die Elsenburg dem CVJM-Westbund. Das geht auch aus der Bibel im Andachtsraum hervor, die zum Eröffnungsgottesdienst vom Ev. Jugendverein St. Goarshausen überreicht wurde.

in dieser Sache, das tut nicht mit Seufzen, sondern mit freudigem Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen.« Viel Segen ist in diesen 90 Jahren seit der damaligen Entscheidung von der Elsenburg ausgegangen. Auch in diesem Jahr gibt es einige Angebote, die sicher dazu beitragen, dass der Segen weiterfließt.

Wir sind sehr dankbar für seine Treue und seinen langjährigen Dienst im CVJM-Westbund. »Er hat das Ziel seines Lebens erreicht«, so wird es in der Trauerkarte ausgedrückt. Wir wissen ihn nun bei unserem Herrn Jesus Christus. Jetzt darf er schauen, was er im Leben geglaubt und gehofft hat. Wir sind in Gedanken und Gebeten bei seinen Angehörigen.

Die beste Firma der Welt! Nachruf Friedrich Wilhelm Schürmann

Am Morgen des 19. August 2015 ist Friedrich-Wilhelm »Fitti« Schürmann nach längerer Krankheit zu Hause friedlich eingeschlafen. Von 1993 bis 2002 war er Geschäftsführer des CVJM-Westbundes, den er liebvoll als »beste Firma der Welt« bezeichnete. Seine Leidenschaft aber war die Freizeitarbeit, die er zuvor über 20 Jahre als Leiter des Freizeitdienstes ausgebaut und gestaltet hat. Viele CVJMer sind durch seine Liebe zu Jesus und die Freude am Reisen geprägt worden. Kreative Verkündigung und praktisches Anpacken gingen Hand in Hand. Er organisierte Bundesfeste und Bauprojekte. Und es gibt wohl kaum ein Gebäude, an dessen Um- oder Ausbau »Fitti« Schürmann nicht beteiligt war. Ganz besonders lag ihm das CVJM-Camp in Michelstadt am Herzen, das er mit den »Freunden von Michelstadt« in vielen Arbeitseinsätzen zukunftsfähig machte. Möge seine Zuversicht im Glauben auch seine Familie und uns trösten.

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Dem vorausgegangen war ein Aufruf des Westdeutschen Jünglingsbundes. Darin hieß es sinngemäß: Der Bundesvorstand ist froh, ein Haus im Süden des Verbandes gefunden zu haben. Damit gibt es nun – neben Wuppertal – einen zweiten Ort für Tagungen und Freizeiten und auch eine Wohnung für den Bundesgauwart, der die Südregion betreut. 45.000 Reichsmark mussten damals innerhalb von sechs Wochen in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit für den Kauf der Elsenburg aufgebracht werden. Und wie man sieht, hat das geklappt. Trotz Geldentwertung und Arbeitslosigkeit sind die Brüder dem Aufruf gefolgt, in dem es hieß: »Was ihr tut

Zunächst sind da die beiden Bibelwochen im September und November und das Bibelkolleg im November. Die Freizeit zum Jahreswechsel für Teilnehmer ab 55 Jahren ist inzwischen eine feste Einrichtung geworden und erfreut sich großer Beliebtheit. Anmelden zu diesen Angeboten kann man sich über www.cvjm-reisen.de Daneben bieten wir im Herbst zwei Seminare (»Schmecket und sehet« und »Bibel & Wein«) an, zu denen man sich direkt auf der Elsenburg anmelden kann. Nähere Infos gibt es auf unserer Homepage www.haus-elsenburg.de. Irmtraud und Gerd Fastenrath


gsstätte CVJM-Bildun Bundeshöhe Sie da! Wir sind für

Wie Hilfsbereitschaft unseren Horizont erweitert 150 Flüchtlinge in der CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe Frage und Antwort Am Mittwoch, den 1. Juli 2015, erreichte uns die dringende Bitte der Bezirksregierung Düsseldorf, kurzfristig und vorübergehend Plätze für Flüchtlinge bereitzustellen, da aufgrund des massiven Anstiegs an Flüchtlingszahlen geeignete Unterkünfte fehlen. Wir, die Leitung der Bildungsstätte Bundeshöhe und der Vorstand des CVJM-Westbund e. V., waren uns einig: Wir wollen helfen. Und die Anfrage kam genau zur richtigen Zeit, denn seit einigen Wochen hatten wir uns verstärkt gefragt, was wir als CVJM denn für Flüchtlinge tun könnten. Dafür haben wir auch gebetet und somit war die Anfrage eine Art spontane Antwort auf unsere Gebete und Fragen. Die Aufnahme war auf den Zeitraum vom 6. bis 18. Juli 2015 begrenzt, da wir danach wieder ausgebucht waren. Nachdem die Anwohner informiert und einige Vorbereitungen in der Bildungsstätte getroffen waren, konnten »unsere Flüchtlinge« kommen. Die christlichen und muslimischen Flüchtlinge kamen aus sieben Ländern, darunter Syrien und Eritrea.

So viel Hilfe Wir erlebten viel Hilfsbereitschaft und Engagement, sowohl von Seiten der Verantwortlichen, als auch von den Nachbarn, die zum Beispiel Bälle für die Kinder vorbeibrachten oder ihre Hilfe anboten. Außerdem

verwandelten einige Nachbarn unseren Saal in eine Kleider- und Spielzeugkammer und leisteten dadurch ganz praktische Hilfe für die Flüchtlinge, die oftmals mit nicht mehr als dem, was sie am Leib trugen, angereist waren.

Gute Zusammenarbeit Organisiert und durchgeführt wurde die Unterbringung von Mitarbeitenden der Bezirksregierung Düsseldorf und der JohanniterUnfall-Hilfe e. V. des Regionalverbandes BergischLand. Dies geschah in Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und freiwilligen Helfern und dem Mitarbeiterteam der CVJMBildungsstätte Bundeshöhe. Es war eine spannende und schöne, aber auch anstrengende Zeit. Vor allem für die Mitarbeiter der Johanniter Unfallhilfe unter der Leitung von Frau Schulz und dem Arbeiter-Samariter-Bund unter der Leitung von Herrn Blätte. Die Zusammenarbeit mit diesen Team und dem Mitarbeiterteam des CVJM unter der Leitung von Bernd Neumann klappte hervorragend.

zu erleben, dass nicht immer alles rund läuft auf dieser Welt. Aber es ist gut zu sehen, dass man einen kleinen Teil zum Guten beitragen kann. »Wir haben mit der Aufnahme der Asylsuchenden durchweg positive Erfahrungen gemacht. Und es hat unseren Horizont erweitert« so Generalsekretär Matthias Büchle.

Damit am 19. Juli die Bildungsstätte wieder im vollen Umfang ihren Gästen zur Verfügung stehen konnte, sorgte das Mitarbeiterteam innerhalb von 24 Stunden nach Abreise der Flüchtlinge dafür, dass unsere anderen Gäste anreisen und sich wieder richtig wohl fühlen konnten. Gerd Halfmann

Herzlich Willkommen

Drei neue FSJler auf der Bundeshöhe Das neue Schuljahr hat begonnen und damit auch wieder einige neue FSJler in der CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe. Wir freuen uns, dass ihr da seid und sind gespannt auf das Jahr mit euch!

Plötzlich hautnah Als am Vorabend des Abreisetages noch nicht klar war, wohin die Reise für die Flüchtlinge weiter ging, wurde einem schon hautnah deutlich, in welcher prekären Situation diese Menschen leben. Plötzlich war es nicht nur im Fernsehen zu sehen, sondern hautnah

Till Kosmehl, Jan Philipps und Sebastian Zubeil

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Aus den Regionen

Gemeinsam aufbrechen für die Jugendarbeit im CVJM Bei sporadischen Kontakten und einzelnen Besuchen in einem Vorstand oder Mitarbeiterkreis geschieht meist wenig Veränderung. Wir sind gefangen im Alltagstrott, die Situation erscheint aussichtslos. Es gibt zu wenig Mitarbeiter, keiner will Verantwortung übernehmen, abnehmende Besucherzahlen in den Gruppen und Angeboten, Kinder und Jugendliche haben scheinbar keine Zeit mehr, Gruppen zerbröseln. Die berufliche und familiäre Belastung hat oft auch bei den Verantwortlichen alle Energie verbraucht, die Mitarbeiter sehen nur noch wenig Gestaltungsspielraum, man sieht mehr Hindernisse als Möglichkeiten, die Perspektive für eine lebendige Jugendarbeit vor Ort, die Vision vom Reich Gottes ist kaum noch präsent.

Leben wir noch das, wovon wir mal geträumt haben, was wir uns mal vorgestellt haben, was wir für uns selbst als wertvoll erlebt haben? Um mit Mitarbeitern neu Perspektiven zu gewinnen, reicht ein einzelner Impuls meist nicht aus. Im CVJMKreisverband Lippe haben wir darum als CVJM-Westbund-Team mit mehreren

Ruhrgebiet 17.09.2015 Mentorentreffen Kombikurs Ruhr, Wuppertal 04. - 09.10.2015 Kombikurs Ruhr, Wuppertal 25.10.2015 CVJM-Aktiv-Tag CVJM-KV Iserlohn und Lüdenscheid Lennearena, Hagen-Hohenlimburg

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Ortsvereinen im Herbst 2014/Frühjahr 2015 einen längeren Prozess »Perspektiven gewinnen« durchgeführt. In einem ersten Gespräch hat der CVJM-Sekretär mit den Verantwortlichen im Ortsverein überlegt: »Wo stehen wir? Was sind unsere Herausforderungen? Welche Veränderungen sind für uns dran?« Im Gespräch mit Mitgliedern, Mitarbeitern, Vorstand wurde die eigene Situation bedacht und Herausforderungen für die örtliche CVJM-Arbeit analysiert. In einem nächsten Schritt gaben Veranstaltungen im Ortsverein und beim KreisRheinland/Saar 20.09.2015 Powertag zum Konfi-Castle des CVJM-KV Rhein-Lahn, Bad Ems 01.10.2015 Treffen 55+ zum Thema Mentoring, CVJM-KV Rheinhessen, Bretzenheim 10.10.2015 Jungschartag Region Rheinland-Saar, Emmelshausen/ Hunsrück 07. - 08.11.2015 Mitarbeiterkurs Jungen, Lindenmühle 13. - 16.11.2015 Konfi-Castle CVJM-KV Rhein-Lahn, Vallendar 21. - 22.11.2015 Mitarbeiterkurs Mädchen, Rheinböllen 04. - 06.12.2015 Tagung für Mitarbeiter und Vorstände, Kaub

verband inhaltliche Impulse und Perspektiven aus der Bibel, aus der Tradition des CVJM, aus der Gemeinschaft und aus dem Gebet. Gottes Realität ist größer als unsere Wahrnehmung. Oft ist mehr möglich als wir für möglich halten. Es sind mehr Mitchristen da als wir sehen. In Gesprächen im Ortsverein wurde dann überlegt: »Was ist bei uns dran? Welche Vision von einer lebendigen CVJM-Arbeit an unserem Ort haben wir? Was ist für uns leistbar und wer geht mit?«

Darum möchte ich uns allen Mut machen, in den nächsten Wochen nicht nur die üblichen Termine zu planen, sondern auch zu überlegen, wann und mit wem wollen wir »Perspektiven gewinnen«. Vielleicht eine Vorstands-Klausur oder ein Mitarbeiterwochenende, bei dem das Feuer vom Reich Gottes neu entflammt. Gern begleiten wir als Hauptamtliche des CVJM-Westbund euch auf diesem Weg. Günter Lücking

Jeweils ein CVJM-Sekretär hat den Ortsverein in diesem Prozess begleitet und versucht den Weg vom Aufbruch zur Strukturierung, zu konkreten Zielen, Wegen und Schritten zu unterstützen. Dann folgte die tägliche Umsetzung. Bei einer Zwischenbilanz im Sommer/Herbst 2015 wurde deutlich: In manchen Ortsvereinen sind neue Wege erfolgreich beschritten worden, andere sehen die Herausforderung, aber noch nicht die Veränderung.

Hessen/Siegerland 25. 09.2015 Demokratie (er)leben Diskussionsforum, Wuppertal 16. - 18.10.2015 Jubiläumsfeier 60 Jahre CVJM-Camp Michelstadt

12. - 13.12.2015 Mitarbeiterkurs Jungen, Kaub

30.10. - 01.11.2015 Meisterschule Modul 6 »Hörst du mich?«, Michelstadt

12. - 13.12.2015 Mitarbeiterkurs Mädchen, Rheinböllen

21.11. 2015 Jungscharfachtagung, Wilgersdorf

OWL/Münsterland/Bentheim 16.09.2015 Mitarbeiterabend CVJM-KV Bad Oeynhausen 03. - 08.10.2015 Kombi-Kurs, Dümmerlohausen, CVJM-KV Bielefeld 31.10.2015 Church Night in vielen Orten in OWL 31.10.2015 Boxenstop XXL, CVJM-KV Minden 08. - 14.11.2015 CVJM-Weltbundgebetswoche 18.11.2015 Mitarbeiterabend CVJM-KV Bentheim


Beispielsweise

Was freundliche Kritik bewirken kann Wir haben was draus gemacht: Die Westbund-Chronik ist wieder aktuell Auf der Bundesmitarbeitertagung 2014 auf Borkum war der Bürgermeister der Insel zu Gast und hielt eine kleine Ansprache. Selbstverständlich hatte er sich vorher über den CVJM-Westbund und die Tagung informiert. Und wo? – Auf unserer Website. Dort fand er eine Chronik, die mit einem Eintrag aus dem Jahr 1999 endete... Peinlich, peinlich. Mit einem kleinen Seitenhieb auf diese nicht vorhandene Aktualität schmückte der Bürgermeister seine Rede und brachte einige im Saal zum Lachen, andere zum Schmunzeln – doch die Hauptamtlichen wohl eher ins Schwitzen.

Diesen kleinen Anstupser haben wir nicht vergessen. Wir haben ihn auch nicht einfach ignoriert, sondern Leute gesucht, die unsere Chronik aktualisieren können. Und die fanden wir ganz in der Nähe: Wilfried vom Baur brachte die Daten und Fakten der letzten 26 Jahre zusammen. Das Ergebnis seiner fleißigen Arbeit findet ihr ab sofort auf unserer Website (www.cvjm-westbund.de) unter »Über uns« -> »Chronik«. Vielen Dank an dich, Wilfried, und alle die dazu beigetragen haben. Auf dass wir in Zukunft weiter konstruktive Kritik

bekommen und diese auch gut umsetzen können. Stefanie Nöckel Anzeigen

MEINE BERUFUNG:

Kinder- und Jugendarbeit

Chronik Michelstadt

Diesen Herbst erscheint die neue Ausgabe Anlässlich des 50. Jubiläums des CVJM-Camp Michelstadt brachten wir eine Chronik der letzten 50 Jahre heraus. Nun wird das Camp 60 und die letzen zehn Jahren waren wirklich mehr als spannend. Darum wartet jetzt die neue Chronik – voll gepackt mit Geschichten, Erlebnissen, Bildern und Erfahrungen – darauf, von dir gelesen zu werden!

BACHELOR:

AUSBILDUNG:

Religions- und Gemeindepädagogik/ Soziale Arbeit integrativ (B. A.)

Jugendreferent/-in und Erzieher/-in

www.cvjm-hochschule.de

www.cvjm-kolleg.de

Du kannst sie beim CVJM-Westbund bestellen oder auch im Camp direkt kaufen. Oder komm doch einfach zum Jubiläumswochenende am 17. Oktober 2015 (siehe Seite 27) und erhalte gegen einen kleinen Beitrag von 5,- € dein ganz persönliches Exemplar.

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So war‘s!

Naturerlebnis und internationale Teamarbeit

Erstes Europäisches Baumhauscamp – neue Herausforderungen für die Jugendarbeit Faszination Baumhaus Einen Baum hochklettern, sich dabei gegenseitig sichern, Knoten binden, Sicherungsseile befestigen, Stämme am Baum hochziehen und festbinden, so erlebten 39 Jugendleiter aus 11 europäischen Ländern vom 11. bis 18. Juli im Stadtwald am CVJM-Camp in Michelstadt die Faszination eines Baumhaus-Camps. Zwischen den Baueinheiten ging es auch um pädagogische und inhaltliche Konzepte dieser neuen Jugendarbeitsform, um Material und Sicherheitstechnik, um Leitung und Verantwortung, um Selbsterfahrung und Entdeckungsfreude, um die Anleitung der potenziell jugendlichen Teilnehmern an einem Baumhaus-Camp. Die Teams von Outdoortech des CEVI Schweiz und Bui-

tendoor aus den Niederlanden vermittelten vor allem durch »Learning by doing« Kompetenzen im Bereich der Leitung, Kompetenzvermittlung und Programmgestaltung von Baumhaus­- Camps.

hat jedoch die Erwartungen nochmals übertroffen: Vom frühen Morgen bis weit nach »Feierabend« zog es die Teilnehmer in den Wald.

Mitarbeiter des Erlebnispädagogischen Instituts der dokuCVJM-Hochschule mentierten Techniken, Konzepte und Arbeitsschritte für eine Materialbank, die zukünftigen Leitern und Mitarbeitern als Ressource dienen soll.

Auch 11 verschiedene Sprachen waren kein Hinderungsgrund für die handwerkliche Arbeit an einem gemeinsamen Projekt. Es gab keinen Plan und keine Vorgabe und trotzdem wurde nicht planlos gearbeitet, sondern in engagiertem Miteinander gemeinsam ein neuer Lebensraum in der Natur gestaltet.

Action ist angesagt

Werte, die prägen

Outdoor-Aktivitäten, ein einfacher naturnaher Lebensstil und Teamarbeit sind bei Jugendlichen angesagt. Darum hatte CVJM-Bundessekretär Günter Lücking die Initiative zu diesem Baumhaus-Camp ergriffen. Die Reaktion der Teilnehmer

Die christlichen Lebenswerte Verantwortung, Solidarität, Wertschätzung, Nachhaltigkeit und Selbstbeschränkung wurden nicht nur miteinander diskutiert, sondern auch gelebt. Mit einfachen Mitteln im Wald leben, über dem Feuer kochen und nach einem anstrengenden Tag am Lagerfeuer gebannt das friedliche Miteinander zweier Teilnehmer aus verfeindeten Ländern zu erleben, war auch für die überwiegend hauptamtlichen Jugendmitarbeiter eine außergewöhnliche Erfahrung.

Feuer im Baumhaus Beim Richtfest und Feedback auf dem Baumhaus mit sechs Plattformen wurde dann deutlich; das Baumhaus-

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Konzept hat Feuer gefangen und verbreitet sich weiter. Im CVJM-Kreisverband Lüdenscheid, in der Schweiz, in Baden und Holland gibt es bereits regelmäßige Baumhaus-Camps. Teilnehmer aus NRW, Berlin und Frankfurt, aus Irland, Niederlande, Schweden, Dänemark, Portugal, Russland, Slowakei, Schweiz, Finnland und der Ukraine erzählten von ihren Baumhaus-Planungen für 2016. Nach vollendetem Abbau dankten alle Gott mit einem Baustellen-Gottesdienst und waren überzeugt: Das war eine inspirierende Erfahrung der Schöpfung, der eigenen Gaben, der Möglichkeiten und der Gemeinschaft. Wir danken Gott, der noch Großes mit dem BaumhausCamp und den jungen Menschen vor hat. Günter Lücking Das European YMCA Treeh o u s e - L e a d e r s - Tr a i n e e Camp wurde vom CVJM-Gesamtverband in Deutschland in Kooperation mit dem CVJM-Westbund und der CVJM-Hochschule Kassel veranstaltet. Es wurde durch Erasmus und Mittel der Europäischen Union gefördert. Weitere Informationen gibt es bei Günter Lücking unter der E-Mail-Adresse g.luecking@ cvjm-westbund.de und Tabea Kölbel unter der E-Mail-Adresse koelbel@cvjm.de.


Das kommt! 25. - 27. September 2015

Delegiertenversammlung CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe

Jedes Jahr im September treffen sich die Delegierten der CVJM-Kreisverbände zur Delegiertenversammlung, wo sie Rückblick auf das vergangene Jahr halten, verschiedene Themen bearbeiten und Entscheidungen treffen. Besonders in diesem Jahr ist die Einführung von gleich zwei »Neuen«: Matthias Büchle, seit April 2015 neuer Generalsekretär des CVJM-Westbund, und Hendrik Hofmann, Projektsekretär für bündische Jugendarbeit werden in je einem Gottesdienst offiziell in ihren Dienst eingeführt. Zu diesen Gottesdiensten sind auch Gäste herzlich willkommen. Sie finden statt am 25. September um 19:30 Uhr (Hendrik Hofmann) und am 27. September um 10:30 Uhr (Matthias Büchle) in der Sporthalle der CVJMBildungsstätte Bundeshöhe in Wuppertal.

17. - 18. Oktober 2015

Jubiläum Camp Michelstadt Ein ganzes Wochenende feiern

Das CVJM-Camp Michelstadt wird 60 Jahre alt! Und das wollen wir feiern. Am Aktionswochenende des 17. und 18. Oktobers wartet auf dich ein buntes Programm: Am Samstag ab 11:00 Uhr gibt es das »offene Camp« mit Aktionsprogramm, Spielen, Geschichten, Bildern und Leckerem aus der Campküche sowie Kaffee und Kuchen. Natürlich kann das Camp hier auch komplett besichtigt werden. Um 16:00 Uhr beginnt das Festprogramm mit Gästen u. a. dem Michelstädter Oberbürgermeister und vielen musikalischen Beitragen. Den Abend genießen wir dann am Lagerfeuer. Am Sonntag starten wir um 10:00 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Stadtkirche und haben anschließend einen Imbiss im Camp. Jeder Besucher, ob von nah oder fern, ist herzlich willkommen!

14. - 20. November 2015

»Wir sind so frei...«

Bibelkolleg im Tagungshaus Elsenburg Der Galaterbrief ist wohl der persönlichste und temperamentvollste Brief des Apostels Paulus. Seine Autorität wurde in Frage gestellt, sein Evangelium bezweifelt, die Gemeinden, die er gegründet hatte, gingen auf Distanz zu ihm. Der Brief an die Gemeinden in Galatien ist zu einem Schlüsseldokument des christlichen Glaubens geworden: Gott rechtfertigt uns – nur eine steile theologische These oder eine praktische Anleitung zum Glauben? Reicht es, einfach an Christus zu glauben oder brauchen wir noch andere Bestätigungen? Kann man existenzielle Freiheit gewinnen – um sie doch wieder zu verlieren? Engagiert, ironisch, analytisch, argumentierend und einladend entfaltet Paulus das Evangelium von Jesus Christus: vom Anfang seiner Berufung zum Apostel, über Konflikte mit Petrus und mit seiner Kritikern, der paradoxen Bedeutung des Kreuzestodes Jesu bis zu einem Leben, das von der Liebe Christi bestimmt wird. Ich lade euch herzlich ein, Paulus auf diesem Weg ins Zentrum des Evangeliums zu folgen. Im Bibelkolleg vom 14. bis 20. November 2015 auf der Elsenburg in Kaub. Holger Noack

Reiner Lux

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Auch das noch!

Jungschar

Wie gestalte ich mein Leben?

Zeig uns dein schönstes…

»Wie gestalte ich mein Leben?« Diese Frage stellt sich irgendwann wohl jeder junge Mensch. Was ist mit FSJ, Nachhaltigkeit, Konsum, Globalisierung, Ausbildung, gesellschaftlicher Verantwortung, Liebe, Freunden, Berufswahl, Religiösität, Mitbestimmung, Weltwirtschaft...

100 Jahre Jungschar – das haben wir in diesem Jahr mit unserem Jungscharkongress über Pfingsten schon gebührend gefeiert. In 100 Jahren Jungschar ist auch viel passiert und nachdem uns viele historische Jungscharbilder erreicht haben, sind wir auf der Suche nach den drei Bildern, die unsere vielfältige Jungschararbeit »HEUTE« darstellen.

Jugendforum 2015: Mentoring

Diese und andere Themen gehen einem dann durch den Kopf. Und die Auseinandersetzung damit fordert heraus. Um mit solchen wichtigen Fragen des Lebens richtig umzugehen, sucht man sich Menschen, mit denen man über diese Themen sprechen kann. Einen solchen wichtigen Menschen nennt man dann auch Mentor. Als CVJM haben wir besonderes die Jugend im Fokus. In den vergangenen Jahrzehnten, haben sich immer wieder Jugendliche vielerorts in CVJM-Vereinen engagiert und wurden dabei durch andere – oftmals ältere Menschen – begleitet und angeleitet. Jugendliche können sich in den CVJM-Vereinen ausprobieren, Kompetenzen erwerben und dabei lebensprägende Erfahrungen machen. Damit steht die Persönlichkeitsbildung eigentlich schon immer im Mittelpunkt der CVJM-Arbeit.

Jungschargesicht!

Schick‘ Bilder aus der aktuellen Jungscharstunde, vom letzten Sommerlager oder von der letzten Jungscharaktion. Wichtig ist: Die Bilder sollen aussagen, was Jungschar für dich symbolisiert und so wertvoll macht! Die Bilder erreichen uns am besten in digitaler Form an jungschar@cvjm-westbund.de oder per Post an Søren Zeine. (Paul-Engelhard-Weg 72, 48167 Münster) Die schönsten drei Bilder werden wir natürlich prämieren und mit einem kleinen Geschenk für eure Jungschar honorieren!

Doch wie funktioniert eine Mentorenbeziehung heutzutage? Und wie kommt man an einen Mentor? Die Fragen nach Mentoring stellen sich immer wieder neu. Bei jedem Menschen, jeder Generation, jeder Zeit. Zum Jugendforum 2015 wollen wir diesen Fragen gezielt nachgehen und Mentoring zum Thema machen. Das Jugendforum 2015 ist für alle zwischen 16 und 30,die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Lust haben, sich zu vernetzen und junge Menschen stärken wollen! Dazu laden wir Euch herzlich ein! Vom 22. bis 23. Oktober 2015 findet das Jugendforum in der Jugendherberge Silberborn, bei Dassel, statt. Im Anschluss ist die Mitgliederversammlung des CVJM-Gesamtverbandes. Wir würden uns freuen Euch bei beiden Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Mehr Informationen und Anmeldemöglichkeit: www.cvjm.de/jufo Wenn ihr Fragen habt, dann schreibt uns eine E-Mail an jugendforum@cvjm.de. Wir als Vorbereitungsteam freuen uns auf euch! Eva Herrmann, Franca Kneier, Sarah Simmank, Sebastian Vogt

Jungschar Termine 08.11.2015 Jungschar-Mitarbeiter-Tag, Lützingen 21.11.2015 Jungschar-Mitarbeiter-Tag, Wilgersdorf 16.01.2016 Jungschar-Mitarbeiter-Tag, Herne 17.01.2016 Jungschar-Mitarbeiter-Tag, Herford 23.01.2016 Jungschar-Mitarbeiter-Tag, Bentheim 24.01.2016 Jungschar-Mitarbeiter-Tag, Rodenroth

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Junge Erwachsene

Hüttenspeeddating, Roffeln und Rentnerolympiade Das 17+ Camp hat so einiges zu bieten Michelstadt, 18. Juli 2015, 16:00 Uhr: 99 junge Erwachsene und jung Gebliebene stürmen die Michelstädter Höhen. Unter der Leitung von Anke Schwarz beginnt zum vierten Mal das 17+ Camp des CVJM Westbund. Was mit kleiner Besetzung anfing, hat sich zum Großevent entwickelt. Ein Wahnsinnserfolg.

Wer für´s Teencamp zu alt ist... Camp 17+ ist für alle Interessierten zwischen 17 und 25 Jahren, die noch mal Teilnehmer sein wollen, aber aus dem Teen-Camp-Alter herausgewachsen sind, Spaß haben wollen, einiges ausprobieren möchten oder auch einfach nur einen Ort suchen, an dem sie mit anderen Gott erleben können. Für die ganz frühen Vögel beginnt der Tag mit einer Laufrunde. Für alle »Bescheidwisser« (Bezeichnung für die Mitarbeiter mit Durchblick) folgt im Anschluss das Mitarbeitergebet als geistliche Einstimmung auf den Tag und die abendliche Bibellese mit den Hütten.

Doppelpunkt mit Ausrufezeichen Nach einem gemeinsamen Frühstück für alle steht täglich der »Doppelpunkt« auf dem Programm: Mit Input, Vertiefung und Auslegung.

Holger Noack bringt dabei an jedem Tag näher, wie wir ticken und was das mit Gott zu tun hat. Das unser Inneres das Äußere bestimmt und wie Gott in dieses Bild hineinpasst. Im Anschluss an spannende 1,5 Stunden Gruppenarbeit und Input werden wir mit einem leckeren Mittagessen gestärkt für den restlichen Tag. (Noch mal tausend Dank an das Küchenteam!)

= Willkommensabend; Neues aus der Spielekiste (ausprobieren von neuen, verrückten Spielen und alten Klassikern), Hüttenspeeddating (Kennenlernspiele, Lagerfeuer, Stockbrot), Siedler von Michelstadt (klassisches Siedlern im großem Stil), die perfekte quizreiche Minute (Action gepaart mit Wissen – unglaublich wie viele Charaktere in den Harry Potter Filmen mitspielen...).

Kreative Workshops

Der Donnerstagabend ist, klassisch wie in allen Michelstadt Camps, Gott gewidmet. Festmachabend! Ein Abend, um sich mit Gott auszusprechen, ob kritisch, dankend, sorgend oder oder oder… Nach einer Andacht von Holger zum Thema »Hagar« können dabei auf dem Campgelände verschiedene Stationen unter dem Motto »Wasser« besucht werden. Zum Beispiel: »Was überflutet mich?«, »Tauferinnerung«, »Glasmusik«, »Bibel lesen«, »Wassereis«, »Festmachen« und vieles mehr.

Nach der Mittagspause stehen Workshops auf dem Programm: kreative Ideen (Schallplattenschalen, Glasritzen, Fotografieren, Fimo und sogar Katapultbau), sportliche Herausforderungen (Fußball, Volleyball, Ultimate Frisbee) und so manche Verrücktheit (Rangeln, Roffeln & Raufen), die frei wählbar alltäglich ausprobiert werden können. Bei den herrschenden tropischen Temperaturen ist auch das Schwimmbad ein beliebter Anlaufpunkt. Um 18:30 Uhr wird es dann still im Camp. Die hütteninterne Bibellese für alle (als Zusatzangebot sogar in Englisch) spiegelt den vormittäglichen Doppelpunkt wieder und bringt gemeinsamen Austausch über Gott und die Welt. Abends folgt ein Highlight nach dem Anderen: Nice2CY

Teilnehmer gegen Bescheidwisser Zum Wochenabschluss steht das alljährliche »Teilnehmergegen-Bescheidwisser-Volleyballspiel« auf dem Programm. Erstaunlich, welch einen Ehrgeiz mancher Bescheidwisser an den Tag legen kann, wenn es darum geht, den perfekten Aufschlag zu platzieren. 13

Mitarbeiter gegen 80 Teilnehmer – das Ergebnis kann man sich vorstellen… Kulinarisch steht wieder das Abschlussgrillen auf dem Programm. Unter freiem Himmel auf dem Volleyballfeld wird festlich getafelt. Grillgut, Salate, Brot und Kräuterbutter finden großen Anklang. Dem Durchschnittsalter entsprechend endet die Woche mit einer «Rentnerolympiade«… Die mitgebrachten Verkleidungen der Anwesenden sind dabei wirklich eine Augenweide: da werden Mutters alte Stola, Opas Anzug, Uropas Stock und alle möglichen kuriosen Klamotten aus dem Familienfundus hervorgekramt. Nach Schnabeltassenwetttrinken und Arthrosefingerwettknoten ist die Wassertransportstaffel das absolute Non plus ultra… Einige Protagonisten geben danach einen Ausblick wie das Leben in ca. 60 Jahren aussehen könnte. »70+ statt 17+« lautete hier die Devise! Nach einem letzten gemütlichen Bistro-Cocktailabend endet das vierte 17+ Camp.

Fazit: Eine Woche, die Lust macht auf mehr… Sei dabei und melde dich an! Rici Adrian und Steffie Schneider

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Bündische Jugend

Eine ganz besonderer Tag

100 Ritter bei der Lagerbegegnung im Troßbachtal Gut eine Woche Zeltlager liegt schon hinter den Jungen des Ritterlagers im Trossbachtal, die in gespannter Erwartung über den Platz wuseln. Heute ist Lagerbegegnung. Aber zum ersten Mal in der Geschichte der Bündischen kommen nicht nur ein, sondern gleich zwei andere Zeltlager zu Besuch. Begeistert erzählen die Jungen von den Ritterspielen am Vormittag: Da konnte man in verschiedenen Wettkämpfen gegeneinander antreten, musste Mut und Teamgeist beweisen, um gegen die anderen Burgen (Zelte) zu bestehen. Sie sind gespannt, was die anderen in ihrem Lagern wohl so erlebt haben bisher.

Lagerbegegnung Und dann ist es soweit – alle versammeln sich im Rittersaal (dem Versammlungsort am Eingang des Platzes) und sind bereit, ihre Gäste zu empfangen. Da kommt auch schon der (natürlich ritterliche...) Reisebus mit den Mädchen, die etwa 50 km entfernt ihr Lager zur gleichen Zeit haben. Alle stellen sich auf und marschieren ehrfurchtsvoll in den Rittersaal. Nach einer offiziellen Begrüßung und dem Austausch von Geschenken gibt es einem kühlen Trunk für

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die weit gereisten Damen. Die edlen Ritter lassen sich nicht lumpen und bieten den Mädchen sogar ihre Plätze auf den Bänken an. Nun fehlen nur noch die anderen Ritter, die in wenigen Kilometern Entfernung ihr Lager haben und zu Fuß kommen wollten.

losung »Gott mein es gut mit mir, und mit dir!« mit Liedern und Gebet folgt die Siegerehrung. Dann ist auch schon wieder Abschied nehmen angesagt. Die Mädchen besteigen ihr stählernes Gefährt und die Jungen machen sich zu Fuß auf in Richtung ihres Lagerplatzes.

Action und Teamwork

Wenn ich groß bin...

Als alle da sind werden die Gruppen für die Lagerolympiade eingeteilt, je zwei Teilnehmer aus jedem Lager. Bei verschiedenen kooperativen Spielen können sie sich nun an acht Stationen als Team beweisen und Punkte sammeln. Das klappt bei den einen mehr, bei den anderen weniger, denn so einfach ist das gar nicht mit komplett fremden Leuten im Team. Die Mitarbeiter ermutigen und geben Tipps.

Im Trossbacher Ritterlager erzählen mir während dem deftigen Abendessen einige Jungen begeistert von ihren Gruppen Zuhause. Einer will nächstes Jahr auf jeden Fall auf die Häuptlingsfreizeit fahren und dann mitarbeiten. »Schon seit ich klein bin will ich Mitarbeiter werden, das ist so cool« erklärt er mir. Er hat seine bündische Laufbahn fest geplant und der jüngere Junge neben ihm hört mit großen Augen zu. »Vielleicht mach ich das auch später, aber ich muss noch größer werden« sagt er mir, er sei erst acht Jahre alt. Der Leiter neben den Jungs erzählt mir ein bisschen mehr über die Traditionen der bündischen Jugendarbeit, über Lager und Gruppenstunden und die Jungs um ihn herum fallen ihm immer wieder ins Wort und ergänzen. Ich bin fasziniert von so viel Enthusiasmus und Motivation. Vor allem aber von den glückli-

Nach der Olympiade gibt es einen ritterlichen Snack und jede Menge zu trinken. Vorbeigehende Spaziergänger schauen überrascht auf die über 100 fröhlichen Gesichter, die da glücklich und erschöpft, in ritterlichen und bündischen Gewändern, im Gras und auf den Bänken sitzen. So eine Lagerbegegnung ist schon etwas Besonderes. Nach einer gemeinsamen Andacht über die Lager-

chen Kinderaugen rings um mich herum.

Der ist voll gut! Abends am Lagerfeuer wetteifern dann 12 kleine und große Erzähler darum, den Erzählerwettstreit zu gewinnen. »Heute ist die Endrunde« erklärt mir mein Nachbar. Er ist schon ganz aufgeregt, weil er auch gleich dran ist. »Oh, und der ist voll gut« kündigt er mir stolz den Nächsten an »der ist aus meiner Burg!«. Nach den Kindern erzählt einer der Mitarbeiter einen Teil der Fortsetzungsgeschichte. So manch einem Jungen fallen da schon die Augen zu. Aber zur biblischen Geschichte werden alle wieder geweckt und lauschen aufmerksam. Mit Gebet und einem Segen geht es ab zum Zähneputzen und in die Burgen. Es dauert nicht lange, dann vernimmt man leises Schnarchen. Die Mitarbeiter sammeln sich noch zur Besprechung ums Feuer, schauen zurück auf den Tag und planen Aktionen. Auch sie beschließen den Abend mit gemeinsamem Gebet für das Lager, die Teilnehmer und mit Dank, ein solches Lager erleben und mitgestalten zu dürfen. Stefanie Nöckel


Jugendpolitik

Jugendevangelisation

Information und Diskussion Forum Jugendpolitik: Demokratie (er)leben

Demokratie bedeutet Freiheit und Verantwortung. Davon profitieren wir als Akteure in der Kinder– und Jugendarbeit. Das leben wir in dieser Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Auch unsere Strukturen sind entsprechend aufgebaut.

Und? Wir stellen fest, dass junge und ältere Menschen sich nicht mehr ohne Weiteres der Verantwortung in unseren Gremien usw. stellen. Liegt das an unseren Strukturen, an unseren Sitzungen, an unserer Lob- und Dankkultur für Verantwortliche...? Darüber wollen wir ins Gespräch kommen und Lösungen suchen und finden: XX Jochen Ruoff, Geschäftsführer der EJHN (ev. Jugend in Hessen und Nassau), politischer Geschäftsführer von Bündnis 90, Die Grünen in Hessen XX Dr. Johannes Weil, Ortsvorsteher und CVJM-Vorsitzender setzen sich kritisch mit unserem Demokratieverständnis auseinander und zeigen an praktischen Beispielen wie Demokratie spannend und effektiv in unseren Gremien und Kreisen gestaltet wird und werden kann. Sie werden zeigen, dass sich auch gerade junge Menschen der demokratischen Verantwortung stellen.

Termin: Zeit: Ort:

25. September 2015 16:00 - 18:00 Uhr CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe Bundeshöhe 7, 42285 Wuppertal

Um die Räumlichkeiten besser planen zu können, bitten wir um eine kurze Rückmeldung per Mail an den Fachausschuss Jugendpolitik des CVJM-Westbundes: r.lux@cvjm-westbund.de Reiner Lux

Eingeladen zum Forum Jugendpolitik ist JEDER, den das Thema interessiert!

!!!

wieso an r ten, die so unden früie g le e D e h z wei St T ipp für all isen: Einfac re mmen! n a g a T mmlun g ko dem a rs ve n e t r le gie her z ur De automatisch dabei. :-) ihr Dann seid

Abba warum?

Jugendevangelisation in Halver Die Predigt beginnt. Hans Christian Grass und Denis Werth erzählen im Wechsel, warum sie nach Halver gekommen sind und warum mitten auf dem Rathausplatz ein Zelt steht. Einer der Jugendlichen steht auf. Er schüttelt nur den Kopf und geht Richtung Ausgang. Er ist gekommen, weil er die Plakate, die in der Stadt hingen, nicht verstanden hat. Was verbirgt sich hinter dem Motto »Abba warum?«. Jetzt weiß er es, scheinbar reicht es ihm, doch auf einmal bleibt er stehen. Er dreht sich wieder um und hört zu. Vom 12. - 21. Juni 2015 veranstalteten die dzm (die mobile Mission) und der CVJM Halver mit Jugendevangelist Denis Werth eine Jugendevangelisation in Halver. Der »normale« Tagesablauf in dieser Zeit begann morgens mit Einladungsaktionen in den Schulen. Es gab Pausenaktionen und auch Schulstunden zu Themen wie Zivilcourage, Teamwork oder CVJM-Floorball. Ab 15:30 Uhr öffnete dann das Zelt seine Planen und es war Zeit um Beachvolleyball zu spielen, zu kickern, auf einem Bullen zu reiten, an der Playstation zu zocken oder um einen der zahlreichen Workshops zu besuchen. Mitarbeiter knüpften Kontakte, hatten Zeit und gingen auf die Teens und Jugendlichen ein. Um 19 Uhr startete dann die Abendveranstaltung mit Musik von der der Band »hope and trust«. Hans-Christian Grass (Jugendevangelist der dzm) und Denis Werth predigten dort gemeinsam. Es ging um Themen wie Selbstannahme, Freundschaft, Schuld und Vergebung, Leistungsdruck oder Leid und bei allen Themen stand Jesus im Zentrum. Vor der Predigt nahmen sich die beiden Zeit, um auf Fragen der Jugendlichen einzugehen. Jugendliche konnten per Whatsapp mit ihrem Handy den ganzen Tag über ihre Glaubens- und Lebensfragen stellen, die dann am Abend beantwortet wurden. Diese Zeit war sehr intensiv und vor allem erfüllend und motivierend. Ein tolles Mitarbeiterteam des CVJM Halver und der dzm haben in dieser Woche etwas Großartiges auf die Beine gestellt. Vor allem war es genial zu erleben, wie Jugendliche durch diese Woche Kontakt zu Jesus aufgenommen haben und erste Glaubensschritte gegangen sind. Auch unser »Kopfschüttler« vom Anfang wurde von Jesus gepackt und ist mit ihm in ein neues Leben gestartet. Er kam fast jeden Abend, stellte viele Fragen und ist heute mit Jesus unterwegs. Denis Werth

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Posaunen

2.000 Bläser in der Grugahalle Blitzlichter vom Bundesposaunenfest 2015 Davor Kurz vor 8:00 Uhr - gerade wurden die Mitarbeiter für den Tag eingewiesen, die Ordner sind schon an ihren Plätzen. In der Grugahalle ist es noch ruhig. Noch einmal geht der Blick über die vielen Stühle mit den Tüchern, die am Vortag über die Lehnen gelegt wurden. Schön sieht es aus, gleich werden die Menschen strömen, sich Plätze suchen und alles mit Leben füllen. Viele Gedanken gehen im Kopf herum: »Haben wir an

alles gedacht? Im Programmheft muss ich noch die letzten Markierungen anbringen. Danke Herr, dass wir diesen Tag jetzt feiern können!« Es ist soweit, die Halle und auch die Bühne füllt sich, die letzten Abläufe mit der Band werden besprochen. Gemeinsame Probe des Bühnenchores mit Band und Los Trommlos nach der Begrüßung - es läuft gut zusammen. Letzte Absprache: Der Keyboarder ist ausgefallen, Los Trommlos

sollen die CVJM bewegt-Aktion musikalisch begleiten – geht klar. Die beiden Pauken aus dem CVJM-KV Wetzlar/ Gießen sind gerade angekommen und stehen vor dem Aufzug. Schnell noch ein paar Bläser schicken, um beim Transport zu helfen. Die vielen helfenden Hände - der Mitarbeiter, Kollegen und ehrenamtlichen Helfer - was wäre so ein Fest ohne sie? Klaus-Peter Diehl begrüßt die hereinströmenden Bläser und

gibt schon mal die ersten Anweisungen, Notenständer werden aufgeschlagen, die Noten eingerichtet, das Blitzen der Instrumente im Scheinwerferlicht nimmt zu. Wie wird der Tag werden, werden die Stücke und die Abläufe alle funktionieren, wie viele Besucher werden kommen? Viele Fragen – wie gut, dass wir einen Herrn haben, dem wir sie in die Hände geben können. 9:00 Uhr: Es geht los!

Die letzen Töne vom traditionell intonierten »Gloria sei Dir gesungen« sind verklungen. Vielen stehen noch die Tränen in den Augen – angerührt von der erlebten Gemeinschaft und der wirklich gut gelungenen Gemeinschaftsleistung.

vereinen hat sich gelohnt. Jetzt, nach der Veranstaltung, scheint der Vergleich zu einem kulinarischen »Essen« nicht abwegig: Einer langen sorgfältigen Zubereitung folgte ein allzu schneller Genuß - die schöne Zeit festhalten, das wär´s…

natürlich 2.000 Bläser auf dem Parkett, deren imposanter Klang eine Gänsehaut bescherte.

Los Trommlos als rhythmischer Farbtupfer – CVJMbewegt auf der Außenanlage – Jungschartag und der Kinderliedermacher Daniel Kallauch im Saal Essen.

Eine Zeit lang stehen Blechbläser und Zuschauer – rund 3.200 Menschen – noch applaudierend an ihren Plätzen. Die sorgfältige Vorbereitung durch die Kreischorproben und die Chorleiter in den Orts-

Wir haben Glanzlichter erlebt: Eine sensationelle Präsentation der Siegerländer Nachwuchsarbeit, die Youth Brass Band NRW mit schier unglaublicher Spieltechnik und großartigen Momenten im Mittagskonzert und

Mittendrin

Danach

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Schon kurz nach der Veranstaltung geht die Kommunikationswelle über WhatsApp, Facebook, SMS und Mail los: Überragendes Lob, überwältigendes Unisono über den harmonischen und kurzweiligen Tag - einfühlsame Hinweise zur weiteren Optimierung, wohlwollend in Liebe vorgetragen. Wie Sterne blitzten erneut die Highlights des Tages auf:

Danke an alle ehrenamtlichen Helfer für die Freundlichkeit und Hilfe. Danke an die Bundesposaunenwarte und den CVJM-Westbund für die Begleitung und die viele »unsichtbare« Arbeit. Und danke an unseren Herrn Jesus Christus, der diese Arbeit so reich gesegnet hat!


Sport

Spielid

Durch fremde Spiele ... neue Freunde gewinnen!

Es macht immer wieder Spaß mit fremden (unbekannten) Spielen auf öffentliche Spielwiesen zu gehen. Fangt einfach an zu spielen. Neugierige Menschen finden sich immer und sie lassen sich gerne auf ein kurzes Spiel ein. Nach kurzer Vorstellungsrunde (Vornamen) und Spielvorstellung kann das Spiel beginnen. Das gemeinsame kurzweilige Spiel schlägt Brücken zu fremden Menschen. Ist die Spielrunde beendet kann gleich ein neuer Termin am selben Ort vereinbart werden. Es ist schon ein Zeichen von Verlässlichkeit, dann auch dorthinzu gehen (auch wenn es regnet) und einige Namen noch behalten zu haben.

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Markus Rapsch Mehr Spieleideen findest du im CVJM-bewegt-Ideenheft. Du kannst es per E-Mail an versand@cvjm.de für 5,- € (inkl. Porto) bestellen. Oder für 2,50 € als pdf herunterladen. www.cvjm-bewegt.de

CVJM bewegt … ist etwas für die junge und die alte Generation, für Sporterfahrene und Unerfahrene, für CVJMer mit Sporthallenzeiten und auch für solche ohne, für zeitlich Strapazierte und für die, die Zeit haben.

… CVJM-bewegt ist einfach für Jeden etwas! In den ersten drei Monaten des CVJM-bewegt-Jahres haben schon viele CVJMVeranstaltungen die Vereine in Bewegung und viele Menschen auf den CVJM aufmerksam gemacht. Die Veranstaltungen waren bunt, sehr ansprechend und vielfältig! Da wurden tolle CVJMEvents im Westbund-

gebiet organisert: zum Beispiel unterschiedliche Laufund Walkingveranstaltungen, ein Bouleabend, ein Indiaca-Jungschartrainingstag, CVJM-Hockey- und sogar auch ein Outdoorturnier, öffentliche Trainingszeiten in CVJM-Fachsportarten, Starterprojekte an Schulen, eine Sportmesse als Mitarbeiterschulung, eine Sportnacht mit unterschiedlichen Bewegungsangeboten, eine Gummientenjagd, open-air-Indiaca- und Volleyballturnier, die sportmissionarische Aktion »KidsGames«, Wanderfreizeiten, CVJM-Sport/ Eichenkreuzmeisterschaften, Sponsorenschwimmen, CVJM-bewegt-Tag im örtlichen Freibad, ein Beachvol-

leyballturnier, Fußballturniere und eine Fahrradralley. Diese Aufzählung ist nicht vollständig und es freut die Verantwortlichen in den Landesverbänden und im Gesamtverband, dass die Aktion CVJM-bewegt deutschlandweit so toll genutzt wird. Viele Vereine kommen in Bewegung und machen in der Öffentlichkeit damit auf sich und ihre gute Arbeit aufmerksam. Seid ihr mit eurem CVJM auch dabei? Die CVJMbewegt-Kampagne wird bis zum Christival 2016 offiziell andauern. Da ist also noch genug Zeit, vor Ort ein Menschenkickerturnier, eine Dancebattle, ein Baumstamm-

wettsitzen, ein Synchronschwimmwettbewerb oder ähnliches zu planen und durchzuführen. Die bisherigen Veranstaltungen sprechen eine eindeutige Sprache und fordern euch auf: Macht mit! Es lohnt sich! Überlegt euch, was ihr machen wollt. Besucht die Internetseite www.cvjmbewegt.de. Registriert euch dort als Verein und schreibt eure Veranstaltung aus. Dann heißt es nur noch: Die Veranstaltung vor Ort planen, bewerben und durchführen. Andreas Götz

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Als sich die Motorradarbeit Ende der achtziger Jahre langsam entwickelte, kam auch sehr schnell die Idee auf, die guten Möglichkeiten des CVJM-Camps Michelstadt für diese Arbeit zu nutzen. Im Sommer 1990 war es dann soweit. Eine freie Woche mitten in den Sommerferien bot die Möglichkeit, einmal auszuprobieren, ob das Gelände ein gutes Ziel für Motorradfahrer sein könnte. Was damals recht bescheiden begann – wir waren mit dem Küchenteam etwa 30 Teilnehmer – hat sich über die Jahre zu einer festen Veranstaltung entwickelt. Inzwischen kommen regelmäßig über 100 Teilnehmer, sowohl neue als auch »alte Hasen« am Wochenende über Fronleichnam zum Camp. Nach dem Frühstück steht zunächst das Bibelgespräch an, mit einer gemeinsamen Einführung und Kleingruppen im Anschluss. Anschließend finden sich verschiedene Gruppen von Teilnehmern zusammen und gehen auf Tour. Besonders beliebt sind die ehemaligen Bergrennstrecken im Odenwald. Aber darüber hinaus gibt es noch viele lohnenswerte Ziele. Nach dem Abendessen brennen schnell die ersten Feuer vor den Hütten. Dann ist es Zeit, den Tag ausklingen zu lassen und vom Erlebten zu erzählen. Ein besonderes Highlight ist der Grillabend, der inzwischen ein fester Bestandteil des Motorradcamps ist. Das Küchenteam steht dann den ganzen Tag in der Küche und bereitet ein reiches Buffet für den Abend vor. Das ist dann die reinste Augenweide für die vielen erwartungsvollen Menschen. Nachdem das Tischgebet gesprochen ist, dauert es keine halbe Stunde bis alle Schüsseln und Platten geputzt sind – ein ganzer Tag Arbeit, in einer halben Stunde zunichte gemacht. Aber gibt es für ein Küchenteam ein schöneres Kompliment als leere Schüsseln und zufriedene Gesichter?

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Dass das Camp für viele eine gute Tradition hat, kann man auch daran erkennen, dass inzwischen schon Kinder, die früher mit ihren Eltern da waren, nun selbst mit der Maschine kommen. In diesem Jahr hatten wir ein Novum: Drei Teilnehmer, die aus unterschiedlichen Gründen mit dem Motorradfahren aufgehört haben, waren mit dem Fahrrad da. Während die anderen mit ihren Maschinen unterwegs waren, machten sie ihre Touren mit dem Fahrrad. Sie wollten, auch wenn sie nicht mehr mit dem Motorrad unterwegs sind, nicht auf die Begegnungen und die Gemeinschaft im Camp verzichten. Das Motorradcamp ist zu einem Ort der Begegnung geworden. Der Begegnung mit Gottes Wort und mit Menschen. Jürgen Vogels

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Weltdienst DEIN JAHR IN

Starthilfe ins Leben YMCA Ghana

FSJ in Ghana

GHANA

Ein Jahr mal was ganz Anderes machen! Mit dem CVJM-Westbund in Ghana mitarbeiten z. B. im der YMCA-Schule, im YMCA-Regionalzentrum oder im Berufsausbildungszentrum des YMCA. Anfragen und formlose Bewerbungen an Eckard Geisler (e.geisler@cvjm-westbund.de). Mehr Infos: www.cvjm-westbund.de/cvjmweltweit

Ghana Kompakt 2016 Studienreise nach Ghana

Für Interessierte an der Weltdienst-Arbeit. Vom 19. März bis 3. April 2016 Land, Kultur und Gastfreundschaft genießen sowie den YMCA und Christen vor Ort kennenlernen. Infos und Anmeldung: www.cvjm-reisen.de/Ghana2016

Sich verbinden... Sie sind beeindruckend, die vielen tollen Aktionen, mit denen sich Vereine, Kreisverbände und auch Einzelne für die Weltdienstarbeit engagieren. Das ist öffentlichkeitswirksam und prägt das Image eines Vereins. Mit dem erzielten Betrag können unsere Partner-CVJM in Ghana, Sierra Leone und Ungarn wichtige Impulse im Leben von bedürftigen Kindern und Jugendlichen setzen. Gute Vorschulerziehung, Schul- und Berufsausbildung und prägende Freizeitaktivitäten – das sind wichtige Bausteine für den Aufbau einer Existenz in solchen Ländern. Und wir dürfen dabei helfen. So überrascht es eigentlich nicht, dass der YMCA Ghana neben der örtlichen Vereinsarbeit auch Träger von 13 Kindertagesstätten, vier Schulen, zwei Berufsausbildungszentren, einem Bildungszentrum, zwei Gästehäusern und zwei Hostels ist – und das bis hinein ins Hinterland. Das sind schon

beeindruckende Zahlen. Alle diese Einrichtungen sind eine wichtige Ergänzung in der Bildungslandschaft des Staates. Und so arbeitet der YMCA daran, deren Qualität weiter zu verbessern und Kinder zu unterstützen. Im Gegensatz zu öffentlichen Schulen, die kostenfrei sind, sind die YMCA-Schulen auf Spenden und Schulgeld angewiesen. Allerdings ist die YMCA-Schule in Mpraeso im Leistungsvergleich als die Beste von vergleichbaren 42 Schulen im Distrikt hervorgegangen. Und der YMCA Donkorkrom, eine Tagesreise von der Hauptstadt Accra entfernt, macht erste Erfahrungen mit seinem neuen Kindergarten und dem Start einer Grundschule. So prägt der YMCA mit unserer Hilfe junge Menschen und gibt ihnen eine wichtige Starthilfe ins Leben. Eckard M. Geisler

... mit Gott und der Welt Der Weltbund der CVJM mit seinen 119 Nationalverbänden ist erst einmal etwas Abstraktes. Konkret wird er aber, wenn Christen vom 8. bis 14. November 2015 auf die Arbeit der CVJM in anderen Ländern aufmerksam machen und Gott um seinen Segen dafür bitten. Das ist kurz gefasst der Inhalt der CVJM-Weltbundgebetswoche, in diesem Jahr unter dem Motto »Let there be hope – Hoffnung wagen«. Vereine und Kreisverbände organisieren in diesen Tagen Gebetstreffen bzw. greifen in ihren Gruppenstunden Themen und Bibeltexte der Weltbundgebetswoche auf. Einige CVJM planen sogar eine »YMCA World Wide Prayer Night«! Zur Vorbereitung gibt es bereits Gestaltungsvorschläge auf der Homepage des CVJM-Westbundes. Weiteres Material und Gebetsanliegen finden sich dort ab Mitte Oktober. www.cvjm-westbund.de/weltdienst/ cvjm-international/weltbundgebetswoche

Weltdienst-Projekt In jeder CVJM MAGAZIN-Ausgabe stellen wir einen Weltdienst-Bereich vor, der dringend finanzielle Hilfe braucht und der zu Kollekten, Dankopfern und Aktionen anregen soll: Der CVJM unterstützt die Bildungseinrichtungen des YMCA Ghana in diesem Jahr mit 25.000 Euro, damit hunderte Kinder und Jugendliche einen guten Start ins Leben haben. Hierfür braucht es die Hilfe aus dem CVJM-Westbund unter dem Stichwort »Projekt 4/15 (Starthilfe Ghana)« auf das Westbund-Konto IBAN: DE77 3506 0190 1010 2570 14 • BIC: GENODED1DKD Kto-Nr.: 1010 257 014 • KD-Bank Dortmund • BLZ 350 601 90

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gefördert durch das

u 6014 Postvertriebsstück u Entgelt bezahlt: DP AG CVJM-Westbund e. V. u Bundeshöhe 6 u 42285 Wuppertal

Übrigens…

Folgende E-Mail hat mich kürzlich erreicht: »Wir haben einen Fehler gemacht und geben das auch zu. Ich entschuldige mich und hoffe, dass Sie mir nicht böse sind«. Das war keine Verkaufsmasche einer Firma, die sich auf diese Weise anbiedern wollte, das war eine echte Entschuldigung. Ich war beeindruckt. Denn oft erlebe ich es anders: Fehler werden »unter den Teppich gekehrt«, geleugnet oder verharmlost. Und schon gar keine Entschuldigung sondern Ausreden, Lügen, »Auf-Andere-Schieben«. Warum tun wir uns eigentlich so schwer, zu einem Fehler zu stehen und um Entschuldigung zu bitten? Im privaten Bereich, aber gerade auch im Miteinander im CVJM? Kann es sein, dass Fehler bei uns ausschließlich negativ gesehen werden? Fehler sind schlecht. Fehler darf man nicht machen. Fehler geben eine schlechte Benotung. Ich will Fehler nicht Schönreden. Aber wir lernen doch auch aus Fehlern. Ein Sprichwort sagt sogar, dass wir »durch Fehler klug werden«. In Fehlern steckt die Chance zur Veränderung. Das wird bei der Entwicklung von Kindern überdeutlich. Pädagogen wünschen sich eine »positive Fehlerkultur«.

Ich habe den Eindruck, dass wir manchmal deshalb keine verantwortlichen Mitarbeiter oder Vorsitzenden finden, weil wir sehr gnadenlos miteinander umgehen. Weil wir eine Atmosphäre des »Keinen-FehlerMachen-Dürfens« in unseren CVJM prägen. Weil wir urteilen, anstatt zu vergeben. Ich wünsche mir fehlerfreundliche CVJM. In denen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene und vor allem Mitarbeiter entwickeln dürfen. Nicht perfekt sein müssen. Weil uns bewusst ist, dass wir ergänzungsbedürftig sind. Weil all unser Tun und unsere Erkenntnisse Stückwerk sind. Weil wir eine Gemeinschaft von Sündern sind, die vollkommen von der gnädigen Zuwendung unseres Herrn Jesus Christus abhängig ist. Ich wünsche uns den Mut, Fehler zuzugeben und um Entschuldigung zu bitten. Denn dadurch entsteht eine Atmosphäre der Offenheit und des Aufeinander Zugehens, in der etwas wachsen und sich entwickeln kann. Übrigens, in solch einer Atmosphäre der liebevollen Zuwendung ist es auch für andere, gerade auch für Fremde, leichter anzukommen und heimisch zu werden. Wer Fehler machen darf, kann sich entwickeln und findet schneller in eine ihm fremde Sprache und Kultur hinein. Mit dem Wunsch, Fehler nicht zu verharmlosen, aber im Umgang miteinander bereit zum Verzeihen und zum Lernen aus Fehlern zu sein, grüßt herzlich

Matthias Büchle Generalsekretär

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CVJM Magazin 4/15  

Das CVJM Magazin wird von sieben CVJM-Landesverbänden herausgegeben mit dem Ziel, ein einladendes, vielfältiges, begeisterndes und manchmal...

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