Page 1

Nr. 4/18

CVJM MAGAZIN Westbund Bye-bye Komfortzone

25 Jahre Brass Connection Erlebnispädagogische Angebote im CVJM Erlebnispädagogik im christlichen Kontext BMT 2019: Young Leaders


Inhalt

Titelthema: Bye-bye Komfortzone

Kiel

Impressum CVJM MAGAZIN Westbund für Mitarbeiter im CVJM-Westbund e. V., 171. Jahrgang, erscheint viermal jährlich

19

Mitglieder des Redaktionskreises (Thema): Ulrich Baxmann (Sachsen-Anhalt), Sabrina Becker (Ostwerk), Matthias Büchle (Westbund), Christian Fraaß (Thüringen), Michael Götz (Bayern), Lydia Hertel (CVJM Deutschland), Annalena Hilk (Westbund), Kerstin Kappler (Schlesische Oberlausitz), Kati Meergans (Sachsen-Anhalt), Thomas Richter (Sachsen), Maria Siegemund (Schlesische Oberlausitz), Andree Strötker (Ostwerk), Sarah Stiegler (Drei-WVerlag), Katrin Wilzius (Norddeutschland), Annika Walther (Bayern), Sebastian Vogt (CVJM Deutschland), Gast: Hansjörg Kopp (CVJM Deutschland) Chefredaktion: Annalena Hilk Redaktion CVJM Deutschland: Lydia Hertel Mitglieder des Redaktionskreises (Westbund): Jörg Bolte, Matthias Büchle, Annalena Hilk, Sarah Stiegler, Tanya Worth Bildnachweis: Archiv CVJM-Westbund e. V. oder am Bild, S. 1 (Titelbild) und S. 8: institut-ep.de, S. 4 (Hintergrund): ©pixelliebe – Fotolia.com, S. 6,8,9,11,12,14,15 (Kletterfigugen) Vectorstock. com/David754, S. 9: pixabay.com/idf-Photography, S. 12 oben: ©panthermedia.net/Slphotography, S. 12 unten: ©Aaron Amat– Fotolia. com, S. 17 (Hände): ©Bits and Splits – Fotolia.com, S. 17 (Religionen): ©Photographee.eu – Fotolia. com, S. 25 (Feiern): Trueffelpix – Fotolia.com ,S. 28 (Wanderer): ©vectorstock.com/cundrawan703, S. 36 (Cowboys): ©panthermedia.net/Houston Bibelzitate: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (www.bibelonline.de) Beiträge, die mit Namen gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion wieder. Abdruck, auch auszugsweise, Wiedergabe von Textbeiträgen und Illustrationen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet. Bankverbindung: KD-Bank eG Dortmund IBAN: DE05 3506 0190 1010 2570 49 BIC: GENODED1DKD Layout und Herstellung / Anzeigenverkauf und -verwaltung: Drei-W-Verlag GmbH Landsberger Straße 101, 45219 Essen, T (0 20 54) 51 19, F (0 20 54) 37 40, www.drei-w-verlag.de Anzeigenschluss Ausgabe 1/19: 04.11.2018 Bezugspreis: 14,00 € im Jahr

6

Hamburg

EP – christlicher Kontext 8 Barfuß Bibel entdecken 9

Bremen

Herausgeber: CVJM-Westbund e. V. Bundeshöhe 6, 42285 Wuppertal T­­­(02 02) 57 42-22, F (02 02) 57 42-42 E-Mail: info@cvjm-westbund.de Internet: www.cvjm-westbund.de Beteiligte Verbände: CVJM-Landesverband Bayern e. V. Schweinauer Hauptstr. 38, 90441 Nürnberg CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. Im Druseltal 8, 34131 Kassel CVJM Norddeutschland e. V. Birkenstr. 34, 28195 Bremen CVJM-Ostwerk e. V. Sophienstr. 19, 10178 Berlin CVJM LV Sachsen e. V. Leipziger Str. 220, 01139 Dresden CVJM LV Sachsen-Anhalt e. V. St. Michael-Str. 46, 39112 Magdeburg CVJM LV Schlesische Oberlausitz e. V. Johannes-Wüsten-Str. 21, 02826 Görlitz CVJM Thüringen e. V. Gerberstr. 14a, 99089 Erfurt CVJM-Westbund e. V. Bundeshöhe 6, 42285 Wuppertal

Rostock

18

Erfahrungen mit Erlebnispädagogik 17 40 37

16

20

21 24 22 23

Berlin

Hannover 30

39

Magdeburg 28 26

1 41 38

36 46

Kassel

34

Wuppertal

32 43

42

Dresden

13

29 27 3031

Görlitz

25

Erfurt

35

33

45 44

Otterberg

14

6 7 12 9

15 3 4

5

51

Nürnberg

Karlsruhe 47 50

Erlebnispädagogik im CVJM

10

Stuttgart Ebersbach

8

48

München 11

Urbane EP

12 EP-Institut CVJM

13

10 2

49

…mit Kopf, Herz und Hand kurz notiert

14 Ich bin dann auch mal weg

15

Seite 4

CVJM-Westbund

Im Fokus

Geschäftsstelle

16

Junge Menschen

26

Leitung

17

Bildung

28

Persönlich

18

Musik

29

Erlebt

19

Sport

30

Geplant

20

Weltweit

31

Regional

21

Übrigens

36

CVJM Deutschland Junge Menschen stärken, weltweit! Die Welt zu Gast in Deutschland

32 33

CVJM vor Ort Beispielsweise

23

Infos

24

Freizeiten

25

»Weil die Welt Beweger braucht« Wie können wir das Pionierhafte im CVJM stärken? The same procedure as every year?

34 35 35


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Annalena Hilk Redaktionsleitung CVJM MAGAZIN

ein Umfeld zu haben, in dem wir uns wohlfühlen und auskennen, ist für viele von uns wichtig. Dazu gehören vertraute Menschen, Hobbys, für die wir uns regelmäßig Zeit nehmen, die Arbeit und bestimmt auch die eigene Wohnung. Sich nicht jeden Tag komplett neu orientieren zu müssen, gibt Sicherheit. Und trotzdem reizt es viele Menschen, Neues zu entdecken und die eigene Komfortzone zu verlassen. Es ist spannend, mal etwas ganz Neues auszuprobieren und an seine Grenzen zu kommen. Es tut gut, auch in der CVJM-Arbeit neue Methoden und Konzepte auszuprobieren und zu merken, dass Gott uns auf ganz ungewöhnliche Art und Weise begegnet. Mit diesem CVJM MAGAZIN möchten wir dir vielfältige Einblicke in erlebnispädagogische Angebote geben, die es innerhalb des CVJM in ganz Deutschland gibt. Wie weit Erlebnispädagogik inzwischen verbreitet ist, zeigt die Landkarte auf S. 10+11. Wir sind begeistert davon, an wie vielen Orten erlebnispädagogische Angebote im CVJM dazu genutzt werden, Menschen neue Zugänge zu Gott und sich selbst zu öffnen. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, kannst du auf S. 8 nachlesen. Hier geht es um Erlebnispädagogik im christlichen Kontext.

»Es tut gut, auch in der CVJM-Arbeit neue Methoden auszuprobieren und zu merken, wie Gott uns darin begegnet.«

Außerdem stellt sich das Institut für Erlebnispädagogik vor (S. 13) – ganz praktisch wird das in einer Reportage auf S. 6+7, in der eine Teilnehmerin von ihren eigenen Erfahrungen während und nach der erlebnispädagogischen Weiterbildung berichtet. Damit du in deinem eigenen Verein die Möglichkeit hast, erlebnispädagogische Angebote vielleicht auch zum ersten Mal auszuprobieren, bieten dir verschiedene Artikel ganz praktische Anregungen, wie das funktionieren kann (z. B. S. 12,15, 23). Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen des neuen CVJM MAGAZINs und spannende Erfahrungen beim Verlassen der eigenen Komfortzone! Herzliche Grüße

Praxis

P. S. Das nächste CVJM MAGAZIN erscheint Mitte Dezember.

Erfahrung

Einblick

Lernen Chancen

Erlebnispädagogik

3


kurz notiert

ANGEBOT

CVJM-Leuchtkasten Mit dem Dreieck hat der CVJM ein unverwechselbares Markenzeichen, und das wollen wir zum Leuchten bringen. Anlässlich des 175. CVJM-Geburtstages gibt es ein tolles Angebot: Ihr könnt eurem CVJM zum Geburtstag ein oder mehrere LED-CVJM-Dreiecke schenken. Dabei könnt ihr aus zwei verschiedenen Größen auswählen und bis zum 30.09.2018 formlos Interesse bekunden (175@cvjm.de). Dann bekommt ihr auf Grundlage der eingegangenen Interessensbekundungen das konkrete Angebot mit festem Preis und könnt anschließend die Bestellung vornehmen. Weitere Infos unter www.cvjm.de/175-jahre-cvjm

David Kogge wurde vom Gesamtvorstand des CVJM Landesverband Bayern als neuer Hausleiter der Burg Wernfels berufen. Voraussichtlich wird er zum 1. Mai 2019 seine neue Aufgabe übernehmen. Die CVJM Jugendherberge Burg Wernfels liegt mitten im fränkischen Seenland und erzielt jährlich rund 50.000 Übernachtungen. Im Herbst werden die umfangreichen BrandschutzUmbaumaßnahmen auf der Burg beendet. Der CVJM Bayern ist sehr dankbar für alle Unterstützung während der Umbaumaßnahmen! Weitere Infos unter www.burg-wernfels.de

Ten Sing Kidz

BUCHTIPP

PERSONEN

Neuer Hausleiter der Burg Wernfels

TEN SING KIDZ ist ein Angebot voller Energie und guter Laune! Bei TEN SING KIDZ dürfen sich Kinder wohlfühlen und sein, wie sie sind. Sie können Spaß haben, ihre Stärken ausleben, neue Seiten an sich entdecken, Freundschaften schließen und Gemeinschaft erleben. Und ganz nebenbei geht es um den christlichen Glauben: um Gott, der stärker ist als alles andere. Dieses Buch stellt nicht nur die Ideen hinter TEN SING KIDZ vor, sondern gibt wichtige Impulse, wie der Start einer TEN SING KIDZ-Arbeit in jeder Gemeinde gelingen kann. Das Buch erscheint im September 2018.

HÄUSER

CVJM Deutschland verkauft Gästehaus in Dassel

Geschäftsführer Rainer Heid (r.) begrüßt Sven Tilch als neuen Eigentümer von Haus Solling

4

Der CVJM Deutschland verkaufte Anfang Juni sein ehemaliges Gästehaus im Solling an den Uslarer Unternehmer Sven Tilch. Er wird das Haus in eine Einrichtung für die Pflege von seelisch erkrankten Menschen umbauen. Rainer Heid, Geschäftsführer des CVJM Deutschland, zeigt sich erfreut, dass der Verkauf eine nachhaltige Zukunftsperspektive für das Haus eröffnet. So wird das Haus Solling auch zukünftig ein Ort sein, an dem Menschen viel Gutes erleben, wie das bereits vielfach in seiner über hundertjährigen Geschichte der Fall war.


Im Anschluss an die Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin hat der Italienische Leichtathletikverband, Federazione Italiana di Atletica Legerra (FIDAL), nicht verwendete, aber noch verzehrfähige Lebensmittel dem CVJM gespendet. Im Haus der italienischen Athleten unterzeichneten die Verbände eine Absichtserklärung, mit Am letzten Tag der Leichtathletik-EM in Berlin unterzeichneten der Direktor des Italienischen Leichtathletikverbands FIDAL, Alberto Villa der sie ein Zeichen gegen links im Bild), und Vertreter des CVJM (v.li.n.re: Martin Vahlenkamp, das Verschwenden von Le- (ganz Rolf Völzke, Ruben Loewe (alle CVJM Berlin) und Andree Strötker (Leiter bensmitteln setzen und die des CVJM-Ostwerks) eine Absichtserklärung gegen Lebensmittelverschwendung. Spendenbereitschaft für Menschen in Not erhöhen möchten. Fast 400 Kilogramm Lebensmittel wie Öl, Pasta, Dosentomaten und Softdrinks brachten Mitarbeiter des CVJM zu den CVJM-Jugendhäusern in BerlinMarzahn und im Märkischen Viertel sowie zum CVJM Camp am Storkower See, wo sie unter anderem Kindern aus sozial benachteiligten Familien zu gute kamen.

JAHRESBERICHT

CVJM Deutschland Der Jahresbericht 2017/2018 des CVJM Deutschland ist im Juni erschienen. Er dokumentiert die Arbeit des CVJM auf Bundesebene im Jahr 2017 und gibt Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche des CVJM Deutschland und in die Finanzen. Darüber hinaus werden auch aktuelle Entwicklungen im CVJM Deutschland im Jahr 2018 vorgestellt. Unter dem Leitgedanken »Junge Menschen im Blick« beschäftigt sich der Jahresbericht mit dem Grundauftrag des CVJM.

Den Jahresbericht zum Download: www.cvjm.de/jahresbericht

CVJM-Ostwerk hat neue Website

INTERNET

Vom 22. bis 25. April 2021 lädt der CVJM Deutschland zu einem Leitungskongress in Schwäbisch Gmünd ein. Details folgen.

Pasta für Kinder- und Jugendarbeit

NACHHALTIG

TERMIN

CVJM Leitungskongress

Das CVJM-Ostwerk hat eine neue Website. Nutzer finden darauf Informationen rund um das CVJM-Ostwerk wie Arbeitsbereiche, Angebote, Ansprechpartner und die nächsten Termine. Außerdem bildet eine Karte alle CVJM-Standorte in Berlin und Brandenburg ab. Neu hinzugekommen ist ein Servicebereich, in dem unter anderem Mitarbeiter nützliche Dokumente herunterladen können. Bei der Konzeption der Seite war es dem CVJM-Ostwerk wichtig, sie übersichtlich und einladend zu gestalten, so dass sich unterschiedliche Nutzergruppen dort schnell orientieren können. Jetzt die Seite anschauen unter: www.cvjm-ostwerk.de

5


Bye-bye Komfortzone

Erfahrungen mit E

Persönliche Einblicke in die Weiterbild

 Tabea Balke, staatlich anerkannte Sozialarbeiterin, Wildnis- und Erlebnispädagogin aus Emden, berichtet von ihren Erfahrungen mit der »Weiterbildung Wildnis- und Erlebnispädagogik« und stellt dabei besonders die Seminarblöcke I und IV vor. Seminarblock I Dieser Seminarblock, der seinen Hauptschwerpunkt auf dem Erleben in der Wildnis hatte, hat einen sehr guten Einstieg in die Weiterbildung geboten. Die Tatsache, dass der erste Block für acht Tage angelegt war, kam dem Gruppenprozess sehr zugute. Die Gruppe hatte Zeit, sich kennenzulernen, miteinander warm zu werden und Erlebnisse miteinander zu teilen. Mir fiel es auf diesem Wege sehr leicht, meinen Platz in der Gruppe zu finden und mich im Wald »einzuleben«. Obwohl ich aus einer sehr stressigen und anstrengenden Phase in die Weiterbildung gestartet bin, habe ich erlebt, wie mir die Zeit im Wald mit der Gruppe sehr gut tat und ich darin neue Kraft schöpfen konnte. Dies habe ich durch die einzelnen Blöcke immer wieder erlebt und glaube, dass die Nähe zur Natur, die Fokussierung auf eine Sache (auf die Erlebnisse in der Weiterbildung) und die positive, aufbauende Ge-

meinschaft innerhalb der Gruppe sehr förderlich waren. Vieles war für mich vorerst neu und ich hatte besonders mit den Knotentechniken meine Probleme, was jedoch die Routine in den darauffolgenden Blöcken behoben hat. In Bezug auf meine Berufspraxis habe ich besonders aus den kooperativen Abenteuerspielen und dem Feuer-Workshop viel mitnehmen können, da dies niedrigschwellig mit Gruppen umsetzbar ist. Auch der Outdoor-Naturkunde-Spaziergang hat mir neu die Augen geöffnet, was es in der Natur an essbaren Pflanzen und Heilmitteln gibt. Seminarblock IV Die mobile ablassbare Abseilstelle war für mich persönlich eine sehr große Herausforderung. Mich den Hang hinunter abzulassen und auf die Sicherung, die Geräte, die Karabiner und die Person, die mich ablässt, zu vertrauen, hat mich einiges an Überwindung gekostet. Das Gefühl, mich nach hinten in Richtung Abhang kippen zu lassen, empfand ich als sehr beängstigend. Dafür ging ich umso mehr mit einem positiven Gefühl aus der Aktion heraus, das Abseilen gemeistert zu haben. Dennoch ist dies eine Technik, die ich mit Gruppen erst mal nicht (zumindest nicht als Hauptverantwortliche) umsetzen würde. Die zwei Tage auf dem Wasser im offenen 2er-Kanadier mit der Einführung in Paddeltechniken und Rettungsübungen waren für mich ein sehr großer Lernzuwachs, da Ostfriesland viele gute Möglichkeiten zum Kanufahren bietet und ich darin bereits Praxiserfahrungen mit Gruppen habe. Trotz dieser Vorerfahrungen waren insbesondere die ver-

6


Erlebnispädagogik

dung Wildnis- und Erlebnispädagogik

rer Teil, insbesondere die erlebnis-/natursportlich orientierten Aktivitäten (wie z.B. die SoloNight, mobile ablassbare Seilstelle, City Bound, Juggern, Karte & Kompass), worin ich bis dahin noch keine bis wenig Erfahrungen hatte, haben mich teils sehr herausgefordert. In diesem Hinblick freue ich mich umso mehr über dazugewonnene Erlebnisse und Erfahrungen.

schiedenen Paddelschläge sehr hilfreich, da ich bisher eher mit meiner »eigenen« und zuvor erlernten Paddeltechnik unterwegs war. Fazit Da ich seit vielen Jahren kleinere erlebnispädagogische Spiele und Übungen mit Kinder- und Jugendgruppen anwende und mich innerhalb meines Studiums »BA Soziale Arbeit« viel mit Erlebnispädagogik beschäftigt habe, waren manche Teile der Weiterbildung, wie einige Kooperationsaufgaben und theoretische Inhalte für mich nicht neu. Doch ich habe sie in einem anderen Rahmen neu für mich erleben, auffrischen und schätzen lernen können und meinen Kenntnisstand erweitern dürfen. Ein ande-

Im Rückblick sehe ich einen großen Mehrwert in der Weiterbildung, sowohl von der Didaktik, als auch der Methodik und der Lehrinhalte. Ich konnte sehr viel aus der Weiterbildung mitnehmen, was ich niedrigschwellig in der Gruppenarbeit mit der Jugendgruppe anwenden kann, in der ich zurzeit tätig bin. Kooperations- und Vertrauensübungen haben mein Methodenrepertoire erweitert und ich fühle mich bestärkt, natursportliche Aktivitäten mit Gruppen zu nutzen und diese unter bestimmten adäquaten Aspekten zu reflektieren. Ich merke, wie es mich motiviert, mehr erlebnispädagogisch arbeiten und das Gelernte anwenden zu wollen. Die Einbettung des Praxisprojekts war sehr hilfreich, da ich mich in diesem Rahmen ganz besonders mit den Materialien aus der Seminardatenbank auseinandergesetzt habe. Es hat geholfen, neue Erfahrungen in der Anleitung von erlebnispädagogischen Aktionen zu sammeln und mehrere Tage komplett selbstständig durchzuplanen. Ich halte fest, dass ich das Gelernte gerne mehr anwenden möchte, damit es nicht in Vergessenheit gerät und ich dabei in meiner eigenen Professionalität wachse. Insbesondere in Ostfriesland ist Erlebnispädagogik noch nicht so weit verbreitet wie im Süden Deutschlands. Daher freue ich mich darauf, mehr Erlebnispädagogik mit in diese Gegend zu bringen.

Tabea Balke Jugendreferentin in Emden

7


Bye-bye Komfortzone

Erlebnispädagogik im christlichen Kontext Erfahrungsräume für den christlichen Glauben öffnen

xionsgespräch mit dem Religions- und Erlebnispädagogen diskutieren die Teilnehmer über die Frage: »Was gibt mir Halt im Leben?« Für Sandra ist klar: Das sind ihre Freunde. An einer der Getränkekisten ist ein Bibelvers angebracht. Er lautet: »Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; (...) ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.« (Jesaja 41,10). Die Teilnehmer kommen ins Gespräch – ob das auch für ihr Leben gilt? Franco sagt: »Ich sehe da für mich eine Verbindung – Gott ist der, der mich hält und trägt im Leben. Heute konnte ich den sicheren Halt hier beim Klettern merken. Das ist für mich ein tolles Bild für meinen Glauben: Getragen werden und Halt bekommen.«

Literatur: AK EP ejw (2005) = Arbeitskreis Erlebnispädagogik im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw) (Hrsg.): Sinn gesucht – Gott erfahren. Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. Neukirchen: Aussaat-Verlag. Hagemeier, Andre (Hrsg.) (2014): Gemeinsam draußen Gott erfahren. 23 erlebnispädagogische Andachtsimpulse. NeukirchenVluyn: Neukirchener Verlag. Lohrer, Jörg/Oberländer, Rainer/ Wiedmayer, Jörg (2012) (Hrsg.): Sinn gesucht – Gott erfahren 2. Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. Stuttgart: buch+musik. Muff, Albin/Engelhardt, Horst (2007): Erlebnispädagogik und Spiritualität. München: Reinhardt-Verlag. Schwaderer, Ulrich/Wiedmayer, Jörg/Wöhrbach, Simon (Hrsg.) (2018): Sinn gesucht – Gott erfahren 3. Stuttgart: buch+musik. Zimmermann, Germo (2016): Erlebnispädagogik im christlichen Kontext - Chancen und Herausforderungen für eine missionarische Jugendarbeit, In: Karcher, Florian/Zimmermann, Germo (Hrsg.): Handbuch missionarische Jugendarbeit. Neukirchen-Vluyn: NeukirchenerVerlag. S. 510-525. Zimmermann, Germo (2017): Erlebnispädagogik im christlichen Kontext, In: Karcher, Florian/Freudenberger-Lötz, Petra/ Zimmermann, Germo (Hrsg.): Selbst glauben. 50 religionspädagogische Methoden und Konzepte für Gemeinde, Jugendarbeit und Schule. Neukirchen-Vluyn: Neukirchner-Verlag. 121-132.

Kistenklettern (Symbolbild)

Prof. Dr. Germo Zimmermann Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Erlebnispädagogik, Kassel

8

 Sandra ist irritiert: Eigentlich hat sie Höhenangst und doch ist es ihr gelungen, beim Kistenklettern 12 Getränkekisten übereinander zu stapeln und daran hochzuklettern. Nun ist sie bei dem Versuch, mit einer weiteren Kiste den Turm noch höher zu bauen, abgestürzt. Dank ihrer Freundinnen aus dem Teenkreis des CVJM, die sie mit dem Kletterseil fachmännisch gesichert haben, landet Sandra langsam aber sicher auf dem Boden. Im anschließenden Refle-

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Handlungsmethode der Erlebnispädagogik einen regelrechten Boom erfahren. Dabei kommen erlebnispädagogische Aktivitäten wie Klettern, Kanufahren, Bogenschießen, Outdoor-Cooking, Hiking, kooperative Abenteuerspiele, Hoch- und Niedrigseilgärten, Orientierungsläufe und Wildnistouren sowie Winteraktivitäten (Schneeschuhwandern, Iglubau usw.) in verschiedenen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit zum Einsatz. Das Konzept der »Erlebnispädagogik im christlichen Kontext« nutzt diese handlungsorientierte Methode und die unterschiedlichen (sportlichen) Angebote, um Erfahrungsräume für den christlichen Glauben zu eröffnen. Dabei sollen die Teilnehmer durch die gemachten Erlebnisse und die Reflexion der eigenen Gefühle, Wahrnehmungen und Fragen befähigt werden, ihre eigenen subjektiven Glaubensdeutungen zu entwickeln. Zentral ist dabei die Deutung im Horizont des christlichen Glaubens. Für Trainer ist das keine leicht Aufgabe. Damit notwendigen Kompetenzen und Rahmenbedingungen adäquat erworben und realisiert werden, braucht es eine qualifizierte Weiterbildung, die Selbsterfahrung ermöglicht, notwendige fachliche (hard und soft skills) Kompetenzen vermittelt und Reflexionsmethoden anwendet, um die religionspädagogischen Prozesse sinnvoll gestalten zu können. www.ep-macht-sinn.de www.institut-ep.de


Barfuß die Bibel entdecken Kooperative Abenteuerspiele öffnen biblische Geschichten

 Jede Zeit hat ihre eigene Art, Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu den Geheimnissen der biblischen Geschichten zu öffnen. In unserer von Smartphones und zunehmender Bewegungsarmut geprägten Zeit sind die »kooperativen Abenteuerspiele« ein zeitgemäßer und vielversprechender Weg. Rüdiger Gilsdorf und Günter Kistner haben 1995 diesen neuen Begriff in die pädagogische Welt gesetzt. Ihre Sammlung umfasst inzwischen drei Bände. Kooperativ heißt, dass immer die ganze Gruppe miteinander spielt. Sie wählt sich ihre Herausforderung selbst aus. Es gibt also keinen Wettbewerb und deshalb keine Verlierer. Das passt gut zu unserer evangelischen Arbeit in Gemeinden und Schulen. Abenteuer heißt, dass unsere Spiele herausfordernd sind. Angst davor braucht niemand zu haben: Niemand kann sich blamieren – und wirklich gefährlich ist es auch nicht. Wir spielen gerne barfuß. Damit sind wir gleich schon nah an den biblischen Geschichten: Aufmerksam wie Mose am Dornbusch und herausgefordert wie die Jünger auf ihrem Weg mit Jesus nach Jerusalem. Zudem spielen unsere Gruppen so aufmerksamer und friedlicher. Beim Wort »Spiel« denken Kinder und Jugendliche oft an eine spaßige, unbeschwerte Beschäf-

tigung. Und genau an diesem Punkt holen wir sie gerne ab – gerade dann, wenn sie verständlicherweise nach sieben anstrengenden Schulstunden ziemlich geschafft sind. Für uns ist das eine Art Joker um ein Lernen zu ermöglichen, das sonst nicht möglich wäre. Da wir wenig Zeit, nur kleine Räume und fast kein Geld haben, achten wir darauf, dass wir alle unsere kooperativen Abenteuerspiele mit Materialien durchführen, die wir preiswert im Superoder Baumarkt gekauft haben. Spielen ist für uns mehr als ein Pausenfüller. Mit unseren kooperativen Abenteuerspielen öffnen wir tatsächlich einen Zugang zu biblischen Geschichten. Das konnten wir im Forschungsteil unseres Buches zeigen, das 2018 im Neukirchner Verlag erschienen ist (Dieter Altmannsperger, Barfuß die Bibel entdecken. Kooperative Abenteuerspiele für die kirchliche und schulische Praxis). Zwölf qualitative Interviews mit Kindern aus verschiedenen sechsten Klassen zeigen, dass sich die Konzentration auf eine biblische Geschichte durch ein passendes kooperatives Abenteuerspiel verstärkt. Durch das eigene Erleben fanden die Kinder ihren Zugang zur vorher erzählten biblischen Geschichte. Und sie konnten Bezüge zwischen ihrem Alltag und der Bibel benennen. Wer nun Lust bekommen hat, diesen Ansatz selbst anzuwenden: Wir helfen gerne dabei!

Dr. Dieter Altmannsperger Pfarrer und Leiter des Referats Evangelischer Religionsunterricht im Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburgschlesische Oberlausitz Kontakt: d.altmannsperger@ekbo.de

9


Bye-bye Komfortzone

Erlebnispädagogik im CVJM CVJM Deutschland

1 Institut für Erlebnispädagogik der CVJM-Hochschule www.institut-ep.de www.cvjm-hochschule.de

2 Alpen Experience

CVJM Aktivzentrum Hintersee www.hintersee.de

CVJM Norddeutschland

16 CVJM Hannover / Abbensen

www.abbensen.cvjm-hannover.de/ die-bar/ropes-course/index.html

17 Anne-Frank-Haus

www.cvjm-lvh.de/ueber-uns/ haeuser www.erlebnisraum-ev.de

18 Segelzentrum Ratzeburg CVJM Baden

3 CVJM Baumhauscamp

www.baumhauscamp.org www.forsthaus-michelbuch.org

4

Outdoorpark des CVJM Karlsruhe www.outdoorpark.de

www.cvjm-ratzeburg.de/wassersport/wassersportprogramm.html

5 Burg Wernfels,

CVJM-Landesverband Bayern www.burg-wernfels.de

6 CVJM-Freizeitzentrum

Münchsteinach des CVJM Würzburg www.cvjm-wuerzburg.de/ freizeitzentrum

7 CVJM Fürth

www.cvjm-fuerth.de

www.dersunderhof.de

CVJM-Ostwerk www.perspektivfabrik.de

21 CVJM-Ostwerk

www.cvjm-ostwerk.de

22 CVJM Region Groß Kreutz www.cvjm-gross-kreutz.de Standort: Groß Kreutz

23 CVJM Region Groß Kreutz www.cvjm-gross-kreutz.de

Standort: Derwitz

24 CVJM Berlin

www.cvjm-berlin.de

9 CVJM Nürnberg e.V:

www.cvjm-nuernberg.de

CVJM Sachsen

25 CVJM Strobel-Mühle

www.strobelmuehle.de

10 CVJM Landesverband

Bayern e.V. - Waging am See www.cvjm-bayern.de

CVJM Schlesische Oberlausitz

11 CVJM Zeltlager Badsee e.V.

26 CVJM Hoyerswerda e.V.

12 CVJM Nürnberg Gostenhof e.V.

27 Ev. Jugendscheune Melaune e.V.

13 Tagungsstätte Hohe Röhn

28 Ev. Jugendarbeit e.V.

www.badsee.de

www.cvjm-nuernberg.de

www.hohe-rhoen.org

www.cvjm-hoyerswerda.de

www.jugendscheune.com

www.evju.eu

29 CVJM Krauschwitz e.V.

www.cvjm-krauschwitz.de

CVJM Pfalz

14 CVJM-Freizeithaus

Johannishöhe des CVJM Pfalz www.cvjm-pfalz.de

15 CVJM Praiseland

www.praiseland.de

als Teil des CVJM Thüringen www.siloah-hof.de

33 Freizeitzentrum Hoheneiche des CVJM Thüringen www.cvjm-thueringen.de

34 Holzmühle Kämmeritz,

Mitglied im CVJM Thüringen www.seil-stark-abenteuer.de

www.cvjm-stadtroda.de

30 esta e.V. (Evangelische

Stadtjugendarbeit e.V.) www.estaev.de

31 CVJM Görlitz e.V.

www.cvjm-goerlitz.de

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg (ejw)

47 Fachausschuss

Erlebnispädagogik www.ep-macht-sinn.de

48 Freizeit- und Erlebniszentrum Dobelmühle gGmbH www.dobelmuehle.de

49 Bergheim Unterjoch,

Gruppenhaus in Trägerschaft des ejw www.bergheim-unterjoch.de

50 CVJM Esslingen

www.cvjm-esslingen.de

CVJM-Westbund

36 Bündische Arbeit des

CVJM Westbund www.cvjm-westbund.de

37 CVJM Oberlübbe

Christliches Jugenddorfwerk Deutschland (CJD)

51 Sport und Erlebnispädagogik im CJD www.cjd-cpi.de

www.cvjm-oberluebbe.de

38 CVJM-Kreisverband

Lüdenscheid www.cvjm-kv-luedenscheid.de

39 CVJM Brackwede

www.cvjm-brackwede.de

40 CVJM Lübbecke

www.cvjm-luebbecke.de

8 CVJM München e.V:

www.cvjm-muenchen.org

32 Familienkommunität SILOAH

35 CVJM Stadtroda e.V.

19 Sunderhof

20 PerspektivFabrik gGmbH CVJM Bayern

CVJM Thüringen

41 CVJM-Landesverband Kurhessen-Waldeck www.cvjm-kula.de

42 CVJM-Freizeitzentrum

des CVJM-Kreisverband Wetzlar-Gießen www.cvjm-roro.de

43 CVJM-Feriendorf Herbstein www.cvjm-feriendorf.de

44 CVJM Bad Kreuznach

www.cvjm-badkreuznach.de

45 CVJM Mainkreisverband www.cvjm-mkv.de

46 CVJM Wuppertal Heckinghausen und CVJM Wuppertal Langerfeld www.cvjm-heckinghausen.de www.cvjm-langerfeld.de

Angebote Erlebnispädagogik (EP) Schulungen EP Backen Baumhaus Bogenschießen Digitale Medien Durchführung von EP Entwicklung von EP Feuerstelle Freizeiten / Camps Kanu fahren Klettern/ Bergsport Kletterwand / Kletterturm Mountainbike Outdoor Pilgerangebote Segeln Sporthalle Seilparcours Theater Waldpädagogik Winterangebote Zeltplatz Stand: 29.07.2018


Kiel Rostock

18

19

Hamburg

Bremen

17 40 37

16

20

21 2 4 22 23

Hannover 30

39

Magdeburg 28 26

1 41 38

36 4 6

Kassel

Dresden

34

Wuppertal

32 43

42

Berlin

13

29 27 30 31

Görlitz

25

Erfurt

35

33

45 44

Otterberg

14

6 15 3 4

Weitere Angebote? Dein CVJM bietet erlebnispädagogische Angebote an, die auf dieser Karte nicht auftauchen oder die Angebote haben sich verändert? Ergänzungen können an Stefan Westhauser vom Institut für Erlebnispädagogik gemailt werden. Kontakt: westhauser@ cvjm-hochschule.de

7 12 9 5

51

Nürnberg

Karlsruhe 47 50 Stuttgart Ebersbach 8 48

München 11

10 2

49

Weitere Infos: www.institut-ep.de

11


Bye-bye Komfortzone

Urbane Erlebnispädagogik Zum Beispiel: Mit Bartimäus durch die Stadt

 Eine Gruppe Menschen unterschiedlichen Alters überquert vorsichtig die mehrspurige Straße in der City von Stuttgart. Obwohl die Ampelgrünphase überzogen wird, hupt nur ein Autofahrer. Sie gehen mit verbundenen Augen in einer Reihe hintereinander und halten sich an den Schultern des Vordermanns fest. Die letzte Person in der Reihe gibt Anweisungen. »Jetzt rechts, ein bisschen mehr, gut so!« und »Vorsicht, da vorne kommt eine Stufe!« Zwei Begleitpersonen sichern unauffällig Anfang und Ende der Gruppe. Eine Aktion, die bei Wanderungen als willkommene Abwechslung erlebt wird, entwickelt sich auf dem Fußgängerüberweg, mit lauten Autos und einer klingelnden Straßenbahn zu einer herausfordernden Erfahrung, zu einem Einblick in die Welt eines Menschen der nicht sehen kann. Fast vergessen: Die Menschen sind Teilnehmer eines Programmes »mit Bartimäus durch die Stadt«. Sie haben die biblische Geschichte vom blinden Bettler Bartimäus gehört und einen kleinen Zettel mit einem ganz persönlichen Lebenswunsch in der Tasche. Urbane Erlebnispädagogik, City Bound, Erlebnispädagogik in der Stadt – das sind Bezeichnungen für das gleiche Thema: erlebnispädagogische Aktivitäten in der Stadt. Wenn du bislang gedacht hast, dass Erlebnispädagogik vor allem im Wald und am Lagerfeuer stattfindet, dann ist das oft nicht falsch, es trifft aber nicht den Kern dessen, was Erlebnispädagogik ausmacht. Andreas Lindauer Religionslehrer, Brandenburg an der Havel

12

Erlebnispädagogik initiiert Herausforderungen. Situationen, die von den Mitwirkenden als außergewöhnlich und neu erlebt werden. Situationen, in denen Menschen ihre Komfortzone

verlassen, über sich hinauswachsen und offen sind für Neues. Das Ziel ist ein Lernprozess, der auch für religionspädagogische Themen und geistliche Inhalte geöffnet werden kann. Wenn die Mitwirkenden feststellen, dass die Lernerfahrungen für ihre alltäglichen Situationen wichtig werden, sind nicht nur die begleitenden Erlebnispädagogen glücklich. Inzwischen sind die Teilnehmer von »mit Bartimäus durch die Stadt« bei der nächsten Aktivität angekommen. Eine Teilnehmerin schlüpft in die Rolle von Bartimäus und ruft laut um Hilfe. Die anderen Spielpersonen gehen umher, reden über Alltägliches und ignorieren die Hilferufe. Für die rufende Person eine unerträgliche Situation. Was schon in einem geschützten Raum schwierig ist, wird in der Öffentlichkeit zur echten Herausforderung: blind lauthals um Hilfe rufen; auf einem öffentlichen Platz; die Reaktionen nicht sehen können. Wir haben die biblische Vorlage zu Ende gespielt. Die blinde Person wurde zu einem instruierten Mitspieler geführt, der die Jesusfrage stellte: »Was willst du, das ich dir tun soll?« Für die Mitspieler gab es folgende Vorgaben. »Sage nichts und denke an deinen kleinen Zettel mit dem Wunsch oder sage, was Bartimäus gesagt hat oder sage, was du uns mitteilen möchtest!« In der Reflexion haben wir darüber gesprochen, was es bedeutet, blind zu sein, was es bedeutet nicht wahrgenommen zu werden und sich ausgegrenzt zu fühlen. Nicht nur die Mitspieler, die die Jesusfrage ganz persönlich gehört hatten, haben gespürt, wie wertschätzend, aufrichtend und befreiend Jesu Frage »Was willst du?« wirkt. Viele haben verstanden, dass das nicht nur im Rahmen von erlebnispädagogischen Aktionen gilt.


Institut für Erlebnispädagogik Schwerpunkte der Arbeit

 Das Institut für Erlebnispädagogik wurde 2011 gegründet mit dem Ziel, im CVJM Hauptund Ehrenamtliche im Bereich der Erlebnispädagogik zu qualifizieren. Institutionell ist das Institut für Erlebnispädagogik an die CVJMHochschule angegliedert. Einerseits werden die Studienangebote ergänzt und eine Verknüpfung der wissenschaftlichen Hochschularbeit mit der Praxis Sozialer Arbeit und christlicher Jugendarbeit geschaffen. Andererseits bietet das Institut für Erlebnispädagogik vielfältige Seminare, Workshops und Weiterbildungsprogramme an, die allen Interessenten offen stehen und ins-

besondere von Hauptund Ehrenamtlichen aus CVJM-Ortsvereinen und -Mitgliedsverbänden stark nachgefragt werden. Darüber hinaus werden attraktive Programme für Schulklassen und Gruppen durchgeführt, vor allem in Kooperation mit CVJMFreizeithäusern. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Germo Zimmermann, den gesamten Praxisbereich verantwortet Stefan Westhauser. Weitere Infos unter: www.institut-ep.de oder per E-Mail info@institut-ep.de

Stefan Westhauser Leiter des Instituts für Erlebnispädagogik, Kassel Anzeigen

WEIL DIE WELT BEWEGER INNEN BRAUCHT STUDIUM

AUSBILDUNG

WEITERBILDUNG

FORSCHUNG

www.cvjm-hochschule.de

13


Bye-bye Komfortzone

… mit Kopf, Herz und Hand Teamprozesse mit erlebnispädagogischen Aktionen anleiten

 Erlebnispädagogische Methoden werden mittlerweile in vielen unterschiedlichen Bildungsbereichen angewendet. Dazu gehört auch die Jugendarbeit. Ich nutze erlebnispädagogische Elemente gerne, wenn es um teambildende Prozesse geht: bei Freizeiten und deren Vorbereitungen, bei Jugendleiterschulungen oder mit neuen oder auch langjährig erfahrenen CVJM-Vorständen und -teams. Dabei geht es um eine Gratwanderung zwischen Herausforderung und Grenzerfahrung für die Teilnehmer, ganz egal ob körperlicher, sozialer, kognitiver oder emotionaler Natur. Am Anfang steht das Ziel Zuerst ist die Klarheit darüber wichtig, was ich mit der Gruppe erreichen möchte. Geht es »nur« um Teambildung/ Teamarbeit oder um weiterführende Themen wie zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit oder Konfliktbearbeitung? Dementsprechend variieren Dauer, Art und Intensität der Methoden und Aufgaben.

Anleitungen für die im Artikel genannten Aufgaben findest du hier: hwww.aventerra.de/ kooperationsspiele

1

Katrin Wilzius Referentin für den CVJM LV Hannover e.V. im Landesjugendpfarramt der hannoverschen Landeskirche

14

Als »soften« Einstieg nutze ich gerne zu Kooperationsaufgaben modifizierte Spiele. Meist reicht es, das Ziel des Spieles neu zu formulieren, z. B. »gemeinsam so viele Punkte wie möglich zu erreichen« oder »alle müssen gemeinsam das Ziel erreichen«. Eine weitere Möglichkeit ist es, Regeln oder Hindernisse einzubauen, die Kommunikation und Kooperation »erzwingen«. Mit der Zeit können die Herausforderungen gesteigert werden: vom »Wandernden Tennisball« über »Rein in den Teich« bis hin zu »Bergung der Brennstäbe«.1

Setze ich erlebnispädagogische Elemente bei einer Schulung oder einer Freizeit ein, kann dies nicht gleich zu Beginn der Maßnahme stattfinden. Einerseits fehlt das notwendige Vertrauen innerhalb der Gruppe, andererseits kann ich die Grenzen der Teilnehmer nicht einschätzen. Bei Gruppen, die schon länger miteinander auf dem Weg sind, ist es im Gegensatz dazu wichtig, den Teilnehmern Möglichkeiten anzubieten, auch mal in andere Rollen zu schlüpfen bzw. sie herauszufordern, neue Lösungswege zu gehen. Wichtig sind dabei immer Freiwilligkeit und Eigenverantwortung. Die Aufgaben müssen so gewählt werden, dass sie herausfordern, aber keine Angst auslösen. Gute Vorbereitung ist unerlässlich Natürlich ist es für mich als Trainerin unerlässlich, mich im Vorfeld über die Gruppe, die örtlichen Gegebenheiten und den geplanten Zeitrahmen (sofern ich ihn nicht selber stecke :-)) zu informieren und natürlich ALLES Material dabei und überprüft zu haben. Für die Durchführung ist es zudem wichtig, immer genügend Zeit für die Erklärung der Aufgaben sowie für die Reflexion und den Transfer in die konkrete Situation der Teilnehmer einzuplanen. Weitere Kooperationsspiele findest du hier: http://www.pb.seminar-albstadt.de/bereiche/ aesterzbewmsg/sport/kooperationsspiele.pdf www.kooperationsspiele.net


»Ich bin dann auch mal weg« Pilgern als besondere Erfahrung

 Erstmals haben im Jahr 2017 mehr als 300.000 Pilger das große Ziel Santiago de Compostela erreicht. Zu dieser großen Gruppe gehören wir nicht. Trotzdem sind wir als Verein seit acht Jahren jedes Jahr auf dem Jakobsweg unterwegs und haben dabei inzwischen die Strecke von Mittelfranken (Nürnberg) nach Frankreich (Burgund) zu Fuß zurückgelegt. Nicht immer sind dabei die gleichen Leute unterwegs, aber viele begleiten uns immer wieder auf unseren einwöchigen Sommertouren, auf denen wir in sechs Tagen ca. 140 km zurücklegen. Anders als viele Einzelpilger sind wir dabei in einer Gruppe von bis zu 15 Personen im Alter zwischen acht und achtzig Jahren unterwegs und übernachten in Gästehäusern oder einfachen Hotels. Natürlich muss dabei jeder sein Gepäck selber tragen und weiß spätestens bei seiner zweiten Pilgertour, dass man auch mit viel weniger auskommen und eine tolle Zeit haben kann. Etwas, auf das bisher aber kaum ein Pilger verzichten wollte, ist der eigene Pilgerpass, der einen zum Teil der weltweiten Pilgerbewegung macht und in dem man in den Jakobskirchen auf der Strecke zahlreiche Stempel sammeln kann.

Sammeln kann man auf so einer Tour aber auch noch ganz Anderes: die Erfahrung, einmal etwas zu tun, was man im Alltag so nicht machen würde, zu Fuß unterwegs zu sein, einfach immer weiter zu laufen, sich selber wieder ganz anders zu spüren, aus dem persönlichen Trott auszusteigen, Teil einer Gruppe mit unterschiedlichsten Charakteren und Fitnessgraden zu sein und das auch auszuhalten, Verantwortung zu übernehmen und sich auch einmal unterzuordnen, eine andere Gegend zu Fuß kennenzulernen und dabei Gott neu und ganz anders zu begegnen. Oft hilft so eine Auszeit, dem eigenen Glauben wieder mehr Raum im persönlichen Leben zu geben. Vielen gelingt es unterwegs auch, einen anderen Blick auf eigene Probleme zu werfen und diese dann nach der Rückkehr erfolgreich anzugehen. All das macht die Pilgertouren für uns zu einem Erlebnis, das süchtig machen kann und uns deshalb immer wieder motiviert, unseren Rucksack zu packen. In diesem Sinne:

Bu

o! n i m a C en

Michael Merz Leitender Sekretär im CVJM Nürnberg-Gostenhof

15


CVJM-Westbund Geschäftsstelle

Spendenprojekt im Herbst Flüchtlingsarbeit und Integration

 Dies ist ein weiteres großartiges Spendenprojekt im CVJM-Westbund e. V., auf das wir dich aufmerksam machen möchten. Hier geht es u. a. darum, die Vereine zu ermutigen, sie auf dem Weg der interkulturellen Öffnungsprozesse zu beraten und sie durch die vielseitigen und individuellen Schulungsangebote der integrativen und inklusiven Haltung zu begleiten. Die Integration findet auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Formen statt, z. B. im Rahmen des integrativen Baumhauscamps, das letztes Jahr vom CVJM Heckinghausen auf dem Gelände des CVJM Langerfeld durchgeführt wurde, oder während der Familienfreizeit in Michelstadt.

Auf der Homepage www.cvjm-westbund.de/unterstuetzen/herbst findest du weitere Informationen zum Spendenprojekt und zu den Menschen dahinter und erfährst, wie du das Projekt konkret unterstützen kannst. CVJM-Westbund e. V. DE80 3506 0190 1010 2570 57 BIC: GENODED1DKD KD-Bank eG Duisburg Verwendungszweck: FLUCHT Kristina Regeniter Referentin für Fundraising und Kommunikation

Erlebnispädagogische Angebote der anderen Art Überschwemmung in der CVJM-Bildungsstätte

 Gleich zweimal hieß es Wasser schöpfen und Barrieren aufbauen, weil sintflutartige Regenfälle selbst auf der hoch gelegenen Bundeshöhe zu Überschwemmungen geführt haben. Dank der Anstrengungen des Teams und sogar einiger Gäste wurde »nur« die Seminaretage überschwemmt. 450 qm Estrich entfernen, Trockner aufstellen, den Boden wieder neu aufbauen und alle Räume der unteren Etage zu renovieren wird über 100.000 Euro kosten. Und dies alles muss unter Hochdruck geschehen, denn nach den Sommerferien ist das Haus voll belegt und alle Räumlichkeiten werden dringend benötigt. In dieser Zeit erreichten uns die lange erhofften Zuwendungsbescheide des LVR für die restlichen Umbauarbeiten in der Bildungsstätte in diesem und im kommenden Jahr. Wir hoffen nun, dass wir einen Teil der Mittel, die für die Seminaretage vorgesehen waren, bereits jetzt verwenden dürfen. Darüber hinaus freuen wir uns über Spenden unter dem Stichwort »Unwetter«. Weitere Bilder und Spendenkonto: www.bildungsstaette-bundeshoehe.de.

Angesichts dieser finanziellen Herausforderungen kann man schon von Gegenwind sprechen. Da ermutigt mich ein Losungsvers von Anfang August aus Markus 6: »Jesus sah, dass sie sich abplagten beim Rudern - denn der Wind stand ihnen entgegen -, da kam er zu ihnen.« Die Jünger rudern und Jesus sorgt dafür, dass der Wind sich legt. Mit dieser Zuversicht wollen wir uns in die Riemen legen und hoffen, dass viele mitrudern! Mit herzlichen Grüßen Michael van den Borre Geschäftsführer

Unterstütze uns über unser Spendenportal unter www.cvjm-westbund.de/spendenportal oder durch eine direkte Überweisung auf unser Konto IBAN: DE80 3506 0190 1010 2570 57 • BIC: GENODED1DKD • KD-Bank Dortmund Spenden: erreicht bis 06.08.2018

113.629,97 € Spenden: erreicht bis 06.08.2017

109.589,55 €

16

Auf der Elsenburg hat unser Hausleiter Bodo Westhoff die erste »Gefahrenverhütungsschau« seit vielen Jahren gemeistert. Leider erwarten uns auch hier unter dem Stichwort Brand­schutz einige Maßnahmen, die mit erheblichen Kosten verbunden sein werden.

Spendenziel 2018

240.000 € Spendenziel 2017

240.000 €


Leitung CVJM-Westbund

Dialog

Aus dem Gesamtvorstand  »Wir sind stärker, wenn wir zuhören, und schlauer, wenn wir teilen.« So kann man den Ertrag eines Dialogs von Christen und Muslimen mit einem Zitat von Rania Al Abdullah (Königin von Jordanien) gut beschreiben. Der Gesamtvorstand hat sich in einer seiner letzten Sitzungen mit dem Thema »Dialog Christen und Muslime« beschäftigt. Dabei ging es zum einen um die Frage, welches Bild ich persönlich vom Islam habe, zum anderen um theologische Fragestellungen. Bewusst gab es am Ende keinen Beschluss oder ein weiteres Papier zu diesem Thema. Ein guter erster Schritt liegt in der Annäherung. Denn der interreligiöse Dialog, der auf den Gemeinsamkeiten der Religionen aufbaut, kann viele Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit finden. Nach Ansicht der rheinischen Kirche können »Parallelen in den Glaubensüberlieferungen, in der theologischen Lehre und der kulturellen Gestalt der Religion Anknüpfungspunkte für das Gespräch sein« (Abraham und der Glaube an den einen Gott, Evangelische Kirche im Rheinland 2009). Denn es gibt viele gemeinsame Probleme, die nur durch Zusammenarbeit gelöst werden können. Und dabei geht es nicht um die Relativierung der Unterschiede! Auch diese wurden während der Gesamtvorstands-

sitzung thematisiert und diskutiert. In den CVJM, die den Dialog schon gestalten, werden diese auch nicht verschwiegen. Sie werden miteinander bewegt und angesprochen. Jedoch überwiegt die Erfahrung, dass ein Dialog möglich ist, der das gemeinsame Leben bereichert und Vertrauen schaffen kann. Dadurch können Christen und Muslime sich den Herausforderungen unserer Gesellschaft gemeinsam stellen. Papst Benedikt XVI beschrieb es 2005 anlässlich des Weltjugendtages in Köln so: »Gemeinsam müssen wir – Christen und Muslime – uns den zahlreichen Herausforderungen stellen, die unsere Zeit uns aufgibt… Wir dürfen der Angst und dem Pessimismus keinen Raum geben… Der interreligiöse und interkulturelle Dialog ist eine vitale Notwendigkeit, von der zum großen Teil unsere Zukunft abhängt.« Wir als CVJM sollten ebenfalls mutig diesen Dialog leben und dabei unseren Gott bezeugen, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Denn das schließt sich nicht aus. Vielmehr ermöglicht ein solcher Dialog das Bekenntnis – zum Wohle aller Kinder und Jugendlichen. Andrea Bolte Bundessekretärin für Flüchtlingsarbeit und Integration

Kristinas Gedanken zur Kaffeepause  Ich saß nichtsahnend am Schreibtisch, trank meinen Kaffee und las die Zeitung, als mich meine beste Freundin anrief und direkt loslegte: »Was für eine Frechheit… ich werde ab jetzt auch immer allen direkt meine Meinung sagen… und das wird vielen nicht gefallen!…«. Lina sprach so energisch, dass ich einige Zeit brauchte, um nachzuvollziehen, worum es ging. Eine eigene Meinung zu haben und sie dann auch noch offen zu sagen, ist nicht einfach und man braucht Mut dafür. Ich nehme an ausgewählten Aktivitäten teil und engagiere mich für bestimmte Spendenprojekte- und Aktionen, die mir wichtig sind. Denn für mich ist zu spenden und mich zu engagieren auch eine Form, meine Meinung zu sagen. Und wie äußerst du deine Meinung? Unter www.cvjm-westbund.de/unterstuetzen im Bereich »Spenden & aktiv werden« findest du einige Inspirationen zu Spendenprojekten und Engagementmöglichkeiten.

17


CVJM-Westbund Persönlich

Ein starkes Team an einem ungewöhnlichen Arbeitsplatz  Im integrativen CVJM-Schwebebahnbistro Bundeshöhe in Wuppertal arbeiten Menschen mit und ohne Handicap zusammen und bilden ein ganz besonderes Team.

Nora Haase ist als FSJlerin von Anfang an dabei gewesen. Sie schätzt besonders die Zusammenarbeit und die gute Atmosphäre unter den Angestellten: »Hier wird jeder angenommen, wie er ist!«

Sandra Jeuck leitet das Bistro und ist für den Einsatz und die Betreuung der Mitarbeiter verantwortlich. Nebenbei erklärt sie mit viel Begeisterung den Gästen die Geschichte des Bistros oder was der CVJM eigentlich ist.

Dieter Kapust und Maciej Darzynkiewicz sind die Servicemitarbeiter des Schwebebahnbistros und stets für alle Anliegen der Gäste auf den Beinen. Dieter hat vorher schon in der Hotelgastronomie gearbeitet, findet seinen Arbeitsplatz im Bistro aber klasse und hat jederzeit einen guten Rat für seine Mitmenschen parat. Marlena Pau ist die neue FSJlerin und bereichert seit Anfang August das Team. Sie wurde durch eine Familienfreizeit auf der Bundeshöhe auf den FSJ-Platz im Bistro aufmerksam und ist jetzt schon hellauf begeistert.

Haase d Nora n u k c u Je Sandra

 Im vergangenen Quartal feierten folgende Mitarbeiter ein Dienstjubiläum: Markus Stangs, Koch in der Bildungsstätte (10 Jahre) und Gangolf Nießen, Leiter Technischer Dienst Bundeshöhe (30 Jahre). Vielen Dank für euren treuen Einsatz und euer Engagement im CVJM-Westbund! Wir freuen uns sehr, dass Carsten Tappe seit Ende August das Team Öffentlichkeitsarbeit des CVJM-Westbundes bereichert. Er übernimmt die Vertretung während der Elternzeit von Sarah-Sophie Bähr. Carsten Tappe kommt aus dem CVJM Mülheim. Er ist freiberuflicher Lektor und Print-Produktioner. Wir heißen ihn herzlich Willkommen und wünschen ihm Gottes Segen. Melanie Müller, jetzt Goehrke und Udo Goehrke (beide Mitarbeiter in der Küche) haben spontan ihren Urlaub genutzt um zu heiraten. Wir freuen uns sehr über diese schöne Nachricht und wünschen Gottes Segen für den gemeinsamen Lebensweg.

Marlena Pa u

Dieter Kapust

Markus Stan gs

18

PersonalNachrichten

Was wäre das Bistro aber ohne Markus Stangs, den Koch und Mann hinter den Kulissen? Er arbeitet schon seit 10 Jahren für die CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe und kocht seit Eröffnung des Bistros auch dort. Das Besondere daran für ihn? »Endlich à la carte kochen!« verrät er uns. Immer wieder Neues zu kreieren und die Gäste glücklich zu machen, lässt sein Koch-Herz höherschlagen. Stefanie Nöckel Team Öffentlichkeitsarbeit


Erlebt CVJM-Westbund

Kommt raus!

Interkulturelle Familienfreizeit in Michelstadt  Vom 9. bis 13. Mai 2018 haben sich 142 Menschen auf den Weg gemacht, um im CVJM Camp Michelstadt andere Menschen kennenzulernen, die Natur zu genießen und einfach mal raus zu kommen aus dem gewohnten Umfeld und den Dingen, die sie dort beschäftigen. Familien mit und ohne Fluchthintergrund aus fünf Städten in Deutschland und aus neun verschiedenen Ländern der Welt verbrachten diese Tage gemeinsam. Das war ein wirkliches »Bye-bye Komfortzone«: das gewohnte Umfeld verlassen, fremden Menschen begegnen und dann auch noch völlig Neues entdecken! Für die Kinder und Jugendlichen war sicherlich ein Höhepunkt beim Verlassen der Komfortzone das erlebnispädagogische Programm im Wald: Höhen erklimmen, sich auf denjenigen verlassen, der sichert und als Gruppe wichtige Entscheidungen treffen- und das alles mit bisher fremden Menschen! Es zeigt sich,

dass diese erlebnispädagogischen Erfahrungen für den Gruppenprozess unheimlich wertvoll sind: Die Erfahrungen, die dort gemacht werden können, sind unabhängig von der bisherigen Prägung – sie werden von allen überwiegend gleich bewertet und erlebt, sie sind also verbindend und fördernd. »Komm raus« scheint dieses Programm zu rufen, aus deinen bisherigen Grenzen und Ängsten, trau dich und mache tolle Erfahrungen über dich und auch die anderen! Auch für die Erwachsenen gab es diese Herausforderungen: andere Rituale, Essgewohnheiten, Erziehungsstile, Meinungen, Gebetstraditionen. Da wurde der eigene Radius ganz schön erweitert und das fordert heraus. Herauskommen und sich aufeinander zu bewegen: leider geschieht das oft nicht von alleine. Es benötigt einen Anreiz, eine gezielte Einladung und vielleicht auch Begleiter, die mir dabei helfen. Die Erfahrungen, die ich dabei mache, müssen nicht immer zwangsweise positiv sein, doch in den meisten Fällen erweitern sie meinen Horizont und meine bisherige Gedankenwelt. Deshalb sollten wir als CVJM immer wieder Menschen in diesen Prozess führen und dabei begleiten– auch und gerade, wenn es nicht immer zu positiven Erfahrungen führen muss. Zu diesem Prozess gibt es keine Alternative. Um zusammenzukommen, müssen wir erst einmal aus unserer Komfortzone herauskommen. Das gilt für

alle Menschen, ob mit oder ohne Fluchthintergund. Die Familien waren dankbar für die Zeit miteinander und in der Natur. Für viele von ihnen war es so etwas wie Urlaub nach vielen Jahren mit schlimmen Erfahrungen. Eine Familie beschrieb diese Tage als »die schönsten Tage, seit wir in Deutschland sind«. Für eine ähnliche Aktion im nächsten Jahr wünschen wir uns noch ein paar mehr Familien, die schon immer hier in Deutschland leben und die sich genauso auf das Wagnis einer solchen Zeit einlassen, wie es die beteiligten Familien getan haben. Es war eine gesegnete und bewahrte Zeit. Das interkulturelle Team, was sich erst komplett in Michelstadt zusammenfand,hat tolle Arbeit geleistet. Jeder aus diesem Team hat in dieser Zeit seine Komfortzone verlassen: Für alle mit positiven Erfahrungen und Erinnerungen! Die Freizeit wurde in Kooperation mit dem Sozialdienst Katholischer Frauen und der Flüchtlingsinitiative »Komm« aus Wuppertal durchgeführt. Andrea Bolte Bundessekretärin für Flüchtlingsarbeit und Integration

19


CVJM-Westbund Geplant

Bundesmitarbeitertagung 2019 Angebote für Young Leaders

CVJM beim Kirchentag

37. DEKT in Dortmund vom 19. – 23.06.2019  Wie kann der CVJM den Kirchentag in Dortmund aktiv mitgestalten? Das überlegen sich seit einiger Zeit Verantwortliche aus dem CVJM Dortmund, dem CVJM-Westbund und dem CVJM Deutschland. Inzwischen sind viele Gespräche geführt und Ideen gesponnen worden. Wir sind bereits mitten in den Planungen. Nun geht die Einladung an Euch. Bewerbt Euch im Programm des DEKT – z. B. im Zentrum Jugend, im Zentrum Sport oder beim Abend der Begegnung. Was könnt ihr beitragen, dass der Kirchentag zu einem unvergesslichen Erlebnis wird? Wir prüfen gerade Möglichkeiten, ob es ein »CVJM-Quartier« geben kann, wie wir uns gut auf dem Markt der Möglichkeiten (Messe) präsentieren und welche CVJM-Formate den Platz im Kirchentags-Programm finden. Die nächsten Schritte: 1. Überlegt in Eurem CVJM, ob Ihr gemeinsam zum Kirchentag nach Dortmund fahrt. 2. Prüft, ob Ihr etwas ins Programm des DEKT einbringen könnt und bewerbt Euch unter www.Kirchentag.de/mitwirken (Anmeldeschluss: 30.09.2018). 3. Unterstützt andere CVJMer auf ihrem Weg zum Kirchentag. Wer konkrete Fragen hat, kann sich wenden an Markus Rapsch (Zentrum Sport) m.rapsch@cvjm-westbund.de Jörg Bolte (Zentrum Jugend) j.bolte@cvjm-westbund.de Stephanie Meise (CVJM Location in Dortmund) stephanie.meise@cvjmdortmund.de oder an info@cvjm.de

 »Wenn der Wind der Veränderung weht, suchen manche im Hafen Schutz, während andere die Segel setzen!« Bei der nächsten Bundesmitarbeitertagung (BMT) des CVJM-Westbund zum Thema »Fernweh« soll genau dieses mutige Aufbrechen im Mittelpunkt stehen. Vom 30. Oktober bis 3. November 2019 wird es auf der Insel Borkum inhaltlich um CVJM-Arbeit mit weitem Horizont, mit der Kraft des Heiligen Geistes und mit Kurs zu den Menschen gehen. Wenn uns als Jugendverband das Fernweh packt, wollen wir dabei besonders auf die Stimmen der abenteuerlustigen, jungen Gestalter im CVJM hören. Schnell war klar, dass wir viele Young Leaders, also Verantwortungsträger zwischen 18 und 30 Jahren, mit an Bord haben wollen. Erstmals wird es bei der BMT daher spezielle Angebote und Begegnungsmöglichkeiten für diese Altersgruppe geben. Was wünschen sich Young Leaders, die sich als Mitarbeiter in Vorständen, Kinder- und Jugendgruppen, bei TEN SING oder im CVJM-Sport engagieren, für die Zukunft des CVJM? Wie sieht CVJM-Arbeit mit weitem Horizont für die nächste Generation aus? Und welche Unterstützung und auch welche Freiräume brauchen junge Menschen im CVJM? Diesen Fragen wollen wir in gemeinsamen und altersspezifischen Angeboten vier Tage lang nachspüren. Unser großer Wunsch ist, dass die Young Leaders ein Drittel der Teilnehmer bei der BMT 2019 ausmachen und wir in Workshops, Barcamps und bei Strandspaziergängen von ihrem Fernweh hören und angesteckt werden. Wir sind gespannt, wo die Reise uns hinführt! Lena Niekler Bundessekretärin für Arbeit mit Kindern und Jungschararbeit

20


Regional CVJM-Westbund Hessen/Siegerland 21. – 26.10.2018 Mehrgenerationen-Aktivurlaub, Michelstadt

OWL/Münsterland/Bentheim

26. – 28.10.2018 Treffen der Freundinnen und Freunde CVJM Camp in Michelstadt

Ruhrgebiet

24. – 25.11.2018 Jungschar-Fachtagung Siegerland, Wilnsdorf

Hessen/Siegerland Rhein/Saar

Infos: Bundessekretär Reiner Lux: r.lux@cvjm-westbund.de OWL/Münsterland/Bentheim

Region OWL, Münsterland, Bentheim Jugendliche wollen kritisch über den Glauben reden

26.09.2018 Mitarbeiterabend Kreisverband Bentheim 26.09.2018 CVJM-HMA aus OWL, Lockhausen 21. – 26.10.2018 Kombikurs Kreisverband Bielefeld, JuBi Tecklenburg Infos: Bundessekretär Günter Lücking: g.luecking@cvjm-westbund.de Rheinland/Saar

 Für ein Wachsen im Glauben ist es hilfreich, auch unbequeme Fragen zu stellen und zu eigenständigen Antworten zu finden. Für das 19. CVJM CLUB CAMP OWL, das am Fronleichnamswochenende 2018 in Stemwede stattfand, hatten wir uns ausdrücklich kritische Fragen gewünscht. Wir wollten Mut zum Hinterfragen machen und es sollte gemeinsam nach Antworten gesucht werden. Schon im Vorfeld hatten die Mitarbeiter dazu relevante Themen und passende Bibeltexte ausgewählt. Macht es wirklich Sinn, an Gott zu glauben? Ist Glaube nur eine Projektion des Menschen? Ist die Bibel wahr? Hat Jesus wirklich gelebt? Wie kann ich angesichts des Leids an einen liebenden Gott glauben? Wie mache ich das, dass Gott mir auch im Alltag nahe ist und nicht nur beim CLUB CAMP? Unter dem Titel »Wort.Transport« trafen wir uns dann jeden Morgen in der Aula der Stemweder Bergschule. Nach »warming up«, »Bildern des Tages« und einigen fetzigen Liedern mit der Club-Camp-Band führte Katharina Haubold (CVJM Hochschule Kassel)

in den ausgewählten Bibeltext ein. Danach hatte jeder Zeit, den Bibeltext zu lesen und Fragen zu notieren. Jede Kleingruppe verständigte sich auf ihre wichtigste Frage. Mit einem kreisenden Lichtkegel wurde eine Gruppe ausgewählt, die ihre Frage der Verkündigerin stellte. Fast 20 Minuten löcherten die Jugendlichen Katharina mit ihren Fragen. Der Wissensdurst und das konzentrierte Zuhören der Teilnehmer haben mich beeindruckt. Manche Gruppen waren enttäuscht, dass ihre Frage nicht ausgelost wurde, doch Katharina stellt sich in einer anschließenden Kleingruppe denen, die mehr wissen wollten. Auch für die Auseinandersetzung der Einzelnen mit dem Text hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht, doch Jugendliche wollten über den Glauben reden. Das ist doch spitze! Günter Lücking Bundessekretär für Regionalbegleitung in OWL, Bentheim und Münsterland

29.09. – 6.10.2018 Mitarbeiter-Kombikurs, Kastellaun 26. – 29.10.2018 Konfi-Castle Rhein-Lahn, Vallendar 07. – 09.12.2018 Mitarbeiter- u. Vorständetagung, Kaub Infos: Bundessekretärin Marika Kürten: m.kuerten@cvjm-westbund.de Ruhrgebiet 05.10.2018 Jungschar-Tag der Region Ruhrgebiet, Harpen 14. – 19.10.2018 Kombikurs Ruhr, Wuppertal 16.11.2018 Begegnungsabend der Lebendingen CVJM-Weggemeinschaft im Ruhrgebiet, Oberhausen Infos: Bundessekretär Jörg Bolte: j.bolte@cvjm-westbund.de

21


Anzeigen

Christlicher Verein Junger Menschen Mülheim an der Ruhr e. V. Der CVJM Mülheim an der Ruhr e. V. bietet ab 1. April 2019 eine unbefristete Vollzeitstelle als

leitende(r) CVJM-Referent(in) Der CVJM Mülheim an der Ruhr e. V. ist anerkannter freier Träger der Jugendhilfe der Stadt. Der Verein unterhält in der zentral gelegenen Mülheimer Altstadt ein Haus der Offenen Tür (OT) mit einem Wohnheim. „Wir wollen gastfreundlich für Menschen allen Alters sein, insbesondere aber für junge Menschen, die hier in ihrer ganzen Persönlichkeit angenommen werden und dadurch ein Zuhause finden. Sie erfahren die Liebe Gottes und erleben christliche Gemeinschaft mit Lebens- und Glaubenshilfe, die soziale Ver(Auszug aus dem Leitbild des CVJM Mülheim an der Ruhr e. V.) antwortung wahrnimmt.“ Wir erwarten: • eine pädagogisch-theologische Qualifikation mit staatlicher (FH) und kirchlicher Anerkennung • einen lebendigen Glauben an Jesus Christus, der ihren Lebensstil prägt • Offenheit im Umgang mit Menschen • idealerweise Berufserfahrung in der christlichen Jugendarbeit • selbständiges Arbeiten und Leitungskompetenz • konzeptionelles Denken und Handeln • Freude für die Arbeit mit jungen Menschen und das Verstehen deren Lebenswelt Zu Ihren Aufgaben gehören: • die Leitung des hauptamtlichen Teams • die pädagogische, theologische und organisatorische Leitung des Vereins in Zusammenarbeit mit dem Vorstand (als stimmberechtigtes Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand) • Leitung der Ehrenamtlichen-Gemeinschaft • Weiterentwicklung der Vereinsarbeit • Vertretung des Vereins in kirchlichen und politischen Gremien Wir bieten: • eine unbefristete, abwechslungsreiche Vollzeitstelle mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten • ein motiviertes Team aus Hauptamtlichen und vielen Ehrenamtlichen • eine leistungsgerechte Vergütung in Anlehnung an den BAT-KF • eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge über die KZVK • Hilfe bei der Wohnungssuche und die Einbindung in die Gemeinschaft des CVJM Weitere Informationen: Guido Denkhaus (Vorsitzender) • Tel. (0208) 485232 / Frank Held • Tel. (0208) 381688 www.cvjm-muelheim.de Bewerbungen: Mit Lebenslauf vorzugsweise per E-Mail an: vorstand@cvjm-muelheim.de oder schriftlich an: CVJM Mülheim an der Ruhr e. V. • Vorstand • Teinerstraße 3–5 • 45468 Mülheim an der Ruhr

Leidenschaft für Menschen? Werde Jugendreferent/ Jugendreferentin! www.malche.de

Erzieher/in – Gemeindepädagoge/in kirchlich und staatlich anerkannt Theologisch-pädagogisches Seminar Malche Portastr. 8 · 32457 Porta Westfalica · Telefon 0571 6453-0

„Wenn ich an meine Bank denke, habe ich ein gutes Gefühl!“ Wie beurteilen Sie die Bank für Kirche und Diakonie im Vergleich zu anderen Banken? Diese und viele weitere Fragen haben wir unseren Kundinnen und Kunden gestellt. 98 Prozent der Befragten, die auch mit anderen Geldinstituten arbeiten, gaben an, dass die Bank für Kirche und Diakonie im Vergleich zu den anderen gut oder sehr gut ist. Das ist mehr als ein Gefühl.

Informieren Sie sich über die Bank für Kirche und Diakonie und unsere Angebote für Privatkunden unter: www.KD-BANK.de

Gemeinsam handeln – Gutes bewirken. AA_210x148_Image-Privatkunden_QR_b5.indd 1

22

23.05.2016 15:15:28


Beispielsweise CVJM vor Ort

Erlebnispädagogik im CVJM-Alltag Zum Beispiel: Erlebnispädagogische Spaziergänge

 Wir stellen dir hier mit den »Erlebnispädagogischen Spaziergängen« eine Möglichkeit vor, erlebnispädagogische Elemente in deinen CVJM einzubringen. Von einer Geschichte zum Erlebnis Durch einen Defekt landeten wir in einer kontaminierten Zwischenwelt. Mit dem Heißluftballon starteten wir auf eine Reise ins Abenteuerland. Im Wald verirrt und orientierungslos schlugen wir uns durch die Sümpfe Dänemarks. Diese Szenarien bildeten bei unseren Jugendfreizeiten die »Background-Settings« für »Erlebnispädagogische Spaziergänge«. Erlebnispädagogische Spaziergänge In Kleingruppen (6-15 Teilnehmer) starten wir auf einen Spaziergang mit Herausforderungen, der passend zum Freizeitthema o.ä. in eine Geschichte eingebettet ist. Die Herausforderungen müssen von den Teilnehmern gemeinsam bestanden und/oder gelöst werden. »Echt-Zeit«… … ist unser Jugend-Freizeit Thema 2018. Die Teilnehmer gehen am ersten Freizeittag auf einen »Erlebnispädagogischen Spaziergang«. Die Jugendlichen sind durch einen Zwischenfall in einer kontaminierten Zwischenwelt gelandet. Nun muss die alte Zeitmaschine gefunden, betankt und gestartet werden. TT Herausforderung I: »FähigkeitenBingo«: Es wird überprüft, ob in der

Gruppe alle speziellen Fähigkeiten von Experten vorhanden sind, die man braucht, um die Aufgaben zu lösen. TT Herausforderung II: Ein extrem toxisch verseuchter Weg muss einzeln überwunden werden (an einem Seil durch einen Wald). Blind (aufgrund der ätzenden Biosphäre) und schweigend (damit die Biosphäre nicht durch Vibrationsklänge angeheizt wird). TT Herausforderung III: In einem stark kontaminierten Kraftstoffraum muss der Tank befüllt werden. Der Kraftstoffraum darf nicht betreten werden. Nur vier Seile und ein Gummiring können benutzt werden. TT Herausforderung IV: »Klangmaschine«: Die erreichte Zeitmaschine muss gemeinsam gestartet werden – durch ein gemeinsames Motorengeräusch, das sich durch die Bewegungen und Geräusche der einzelnen zusammen setzt. Stärkung des Gruppengefüges Das Ganze macht einfach eine Menge Spaß. Die Geschichte drumherum lässt einen Dinge tun, die man vorher nicht unbedingt gemacht hätte, man aber mit Hilfe der anderen auf jeden Fall schafft. Beim »Erlebnispädagogischen Spaziergang« steht das eigene Erleben im Vordergrund. Raus aus der Komfortzone und Neues entdecken! Dies wird gemeinsam

getan und somit das Gruppengefüge gestärkt. Die Reflexion des Erlebten erfolgt am Ende. Die Erlebnisse werden ausgetauscht und gegebenenfalls reflektiert. Einsatzmöglichkeiten Gruppen mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit jeweils sechs bis vierzehn Teilnehmern. Auf einer Zirkusfreizeit wurden Erfahrungen in der Natur gemacht, bei einer Jungschargruppe wurde das Gruppengefüge gestärkt, mit den jungen Erwachsenen einfach eine tolle Zeit erlebt. Bei der Reflexion erarbeiten wir auf Freizeiten unsere Freizeitregeln. Aufgrund des positiv erlebten Miteinanders mit allen, die einem vorher fremd waren, wird gemeinsam erarbeitet, was man in der »Echt-Zeit« tun muss, damit man gemeinsam eine gute Zeit erlebt. Material Das Konzept gehört zur »Erlebnispädagogik aus dem Rucksack«. Das Material passt in einen Rucksack und ist kostengünstig zu erwerben. Weitere Infos: ute.hoffmann@cvjm-muelheim.de Ute Hoffmann Hauptamtliche Mitarbeiterin im CVJM Mülheim

23


CVJM vor Ort Infos

Die »Gute Stube« in Lüdenscheid Jetzt sind wir auch Verein!

 Um 9:30 Uhr geht die Tür auf und die ersten Kinderwagen mit manchmal müden, aber meist lächelnden Mamis laufen auf. Kaffeeduft, Keks- und Obstgeschmack, Geplapper und Geklapper füllen den Raum. Gastfreundschaft und Wertschätzung prägen die Atmosphäre, Gott selbst lädt ein. Ob im Eltern-Kind-Bereich oder am Freitagabend für junge Leute ohne Kids, die Gute Stube lebt seit drei Jahren in Lüdenscheid. Das offene Wohnzimmer ist für Groß und Klein zum Zweitwohnsitz geworden. Tiefe Gespräche über Gott und die Welt bewegen. Es gibt jede Menge Raum, um sich auszuprobieren und Ideen gemeinsam umzusetzen. Vom selbst geschriebenen Krimidinner bis zur Mützen-Näh-Aktion für krebskranke Kinder ist alles möglich. Lange blieb noch das unangenehme Thema »Rechtsform« offen. Man kann in Deutschland nicht einfach ein Ladenlokal zum Wohnzimmer machen.

Privat geht das ja gar nicht. Aber wie dann? Dank der guten Beziehungen zum CVJM Lüdenscheid-West durfte die Gute Stube für die Startphase unter dessen Trägerschaft schlüpfen. Nun konnten wir im Mai 2018 einen eigenen gemeinnützigen Verein »Gute Stube« gründen. Und auch hier spüren wir, dass Gott uns weiter begleitet und die Arbeit segnet. Über Monate hinweg wurde Frage für Frage geklärt und beantwortet. Wir haben über vieles diskutiert und mutig entschieden. Der offene und ehrliche Austausch über Bedenken, Träume und Ideen hat uns im Leitungsteam nah zusammengebracht. Aber auch der Austausch mit uns nahestehenden Menschen und Gemeinden hat uns sehr geholfen. Wir haben um Rat gefragt und das Thema Zukunft der Guten Stube bei Gelegenheit gestreut und hingehört. Mit dem Wissen, dass auch eine Satzung nicht bis zur Wiederkunft Christi in Stein ge-

Herzlichen Glückwunsch! Vereinsjubiläen

Wir gratulieren euch herzlich und wünschen euch Gottes reichen Segen für die nächsten Jahre! CVJM Waldbröl 125 Jahre CVJM Donsbach 140 Jahre CVJM-Kreisverband Rhein-Lahn 70 Jahre CVJM-Posaunenchor Südlengern 120 Jahre CVJM-Posaunenchor Jöllenbeck 175 Jahre CVJM-Posaunenchor Burgsteinfurt 125 Jahre Wollt ihr mit eurem Vereinsjubiläum ins nächste CVJM MAGAZIN? Dann schickt bis zum 28.10.2018 eine E-Mail an: vereinsjubilaeum@cvjm-magazin.de

meißelt sein muss, haben wir uns dann ans Werk gemacht. Wir durften uns als Fresh X Projekt dem CVJM-Westbund anschließen und sind sehr dankbar für diese Lösung, denn sie bietet uns die Möglichkeit, die Arbeit weiterzuführen. Uns ist sehr wichtig geworden, einem Dachverband anzugehören, der uns den Rücken stärkt und uns begleitet. Zu einem Netzwerk zu gehören, den Austausch zu pflegen und miteinander unterwegs zu sein gehört zu unserer Überzeugung und ist für die Vision der Guten Stube unerlässlich. Die Gute Stube wurde von Christen vieler verschiedener Gemeinden und CVJM gegründet. CVJM ist vielfältig und bunt. Und da passen wir rein. Denn vor allem ist unser Anliegen, das Reich unseres Herrn und Meisters unter jungen Menschen auszubreiten. Damaris Seidel Vorsitzende der Guten Stube, Lüdenscheid

24


Freizeiten Im Fokus

Zukunft der Sommer-Mehrgenerationenfreizeit Neue Orte gesucht

 Seit vielen Jahren bieten wir in den Sommerferien (NRW) bis zu fünf Wochen Mehr-Generationenfreizeiten auf Borkum an. Das Konzept hat sich bewährt. Menschen unterschiedlichster Generationen buchen die Auszeit auf Borkum gerne. Sie steht für Urlaub, Auftanken und Zeit mit anderen. Seit einiger Zeit bewegt uns der Gedanke, das bewährte Freizeitkonzept woanders als auf Borkum anzubieten. Steigende Preise und immer gleiche Rahmenbedingungen für unser Programm lassen uns nach neuen Möglichkeiten Ausschau halten. Wir fragen uns unter anderem dabei: TT Wo gibt es ein gut erreichbares Haus, in dem wir mit etwa 100 Per-

sonen in den NRW-Sommerferien gastfreundlich empfangen werden? TT Welches Haus ist geeignet für die differenzierte Freizeitgruppe mit Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Erwachsenen und bietet uns Gruppenräume für die vielschichtigen Ansprüche? TT Welcher Ort bietet uns wie auf Borkum die Möglichkeit, das Bedürfnis nach Urlaub, ausreichend Zeit miteinander und eine interessante lokale Angebotspalette so gut zu verbinden? TT Wo gibt es einen Partner, der uns wie der CVJM-Deutschland verlässlich unterstützt? TT Wo finden wir einen ähnlichen Standard wie in den Gästehäusern Victoria zu einem mittelfristig günstigeren Preis?

Die Fragen machen schon deutlich, dass es gar nicht so einfach ist, nach all den Jahren woanders eine »Freizeit-Heimat« zu finden. Klar ist, dass wir auch zukünftig qualitativ gute Mehr-Generationenfreizeiten im Sommer anbieten möchten. Bei Anregungen oder konkreten Ideen scheut euch nicht, den CVJM-Freizeitdienst zu kontaktieren oder auch direkt mit mir Kontakt aufzunehmen: j.bolte@cvjm-westbund.de Jörg Bolte Bundessekretär für Regionalbegleitung in der Region Ruhrgebiet

CVJM Aktiv Camp in Michelstadt

Veränderungen brauchen Zeit. Oder Mut zum Senfkorn.  »Alles, was im CVJM-Westbund neu beginnt, braucht einen Vertrauensvorschuss von drei Jahren.« Das geflügelte Wort kann ich im CVJM-Westbund immer wieder mal hören, wenn Neues beginnt. Das Kletterwochenende begann vor ungefähr 25 Jahren in Michelstadt und es war bis vor vier Jahren ein reines Kletterwochenende für Ortsvereine aus dem CVJM und Übungsleitern, die mit anderen die Begeisterung des Kletterns teilen. Reiner Lux hat dann vor zehn Jahren diesen Lehrgang für den Sport als Bildungsaufgabe in Hessen übernommen. Vor vier Jahren kam die Idee auf, einmal andere Sportarten einzubeziehen, die im Umfeld des Camps noch möglich wären: Mountainbiking, Golfsport und dann nach einem Jahr auch intuitives Bogenschießen. Wichtig wurden uns die neuen Sport-

arten, weil uns immer wieder Menschen erzählt haben, dass sie im Sport Ruhe, Entspannung und auch Herausforderungen für die ganze Familie suchen. Das bieten diese »entschleunigten« Sportarten, die sich in Deutschland zurzeit ausbreiten. Ein neuer Flyer und eine Ausschreibung wurden erstellt und ins Land gesendet. Nach zwei Jahren haben wir entschieden, Mountainbiking wieder aus dem Programm zu nehmen, da wir keine Trainer mehr dafür gefunden hatten. Nach vielen Einzelgesprächen konnten wir in diesem Jahr drei Sportangebote mit Kursen und Trainern durchführen. Insgesamt waren es 30 kletternde und jeweils fünf bis sechs Teilnehmer beim Golf-Schnupperkurs im Golf Club Geierstal und beim Bogenschießen.

Die Ausdauer und der lange Atem haben sich ausgezahlt, wenn wir die vielen positiven Reaktionen der Teilnehmer beim Abschied hören. Als Leiter haben wir gelernt, dass wir uns besonders um »Neugeburten« kümmern müssen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Gott Neues wachsen lässt und wir manchmal nur staunen können, was aus einem kleinen Senfkorn Großartiges erwachsen kann. Das nächste CVJM Aktiv Camp in Michelstadt findet vom 28. bis 30. Juni 2019 statt. Wir freuen uns auf dich! Markus Rapsch Bundessekretär für Sport, Jungen- und Männerarbeit

25


Im Fokus Junge Menschen

Abschluss von »Schenken und beschenkt werden« Großes Treffen beim Bundesposaunenfest

 Nachdem im Frühjahr 2018 mehr als 80 Jungscharen und Kindergruppen ihre Überraschungspakete hin- und hergeschickt hatten, trafen sich im Juni einige der beteiligten Gruppen endlich persönlich. Zum Abschluss der Aktion »Schenken und beschenkt werden« gab es rund um das Bundesposaunenfest einiges zu erleben. Mit Daniel Kallauch und seinem Spaßvogel Willibald erlebten die Kinder, die mit ihren Mitarbeitern oder Familien nach Essen gekommen waren, einen tollen Vormittag bei der MitmachShow »Ganz schön stark«. Neben vielen Mitmachliedern, die den ganzen Saal in Bewegung brachten, erzählte Vogel Willibald von Enttäuschungen und Scheitern. Wie gut, dass Gott da ist und klar-

stellt: Ich habe dich lieb – genau so, wie du bist! In der anschließenden Mittagspause rollten Bollerwagen voller Köstlichkeiten in den Gruga-Park, wo sich die Gruppen zum Jungschar-Picknick trafen. Schnell waren die mitgebrachten Decken ausgebreitet und die Jungscharen ließen sich Muffins, Gemüse und Brezeln gemeinsam schmecken. Während die Kinder schon bald mit Kubb, Fußball und Riesenmikado beschäftigt waren, hatten wir vom Fachausschuss Jungschar ein wenig Zeit, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen und einander kennenzulernen. Bei der Stationen-Rallye am Nachmittag erkundeten die Gruppen den Gruga-Park. Zur Siegerehrung kamen alle geschafft, aber glücklich, wie-

der zusammen und beendeten einen tollen Tag mit einem lauten »Mit Jesus Christus – mutig voran!«. Lena Niekler Bundessekretärin für Arbeit mit Kindern und Jungschararbeit

Anzeigen

Israel-Info-Reise Vom 28.01.-04.02.2019

Bayern

Für Pfarrer, Pastoren, Gruppenleiter, Hauskreisleiter u. a. Verantwortliche Zur Planung einer eigenen Gruppenreise nach Israel! Unterlagen bitte anfordern und gleich anmelden. Wir fliegen ab Frankfurt mit ElAl.

Bild: rrodrickbeiler • fotolia

Wir organisieren Ihre Gruppen- und Gemeindereise nach Israel. Bitte fordern Sie unser Angebot an!

CHINA 30.3.- 14.4.2019

FASZINIERENDE ERLEBNISREISE VON PEKING BIS HONG KONG

Walter Schechinger Ihr Reisespezialist für Israel und weitere Länder der Bibel Im Kloster 33 72218 Wildberg-Sulz am Eck Tel. 07054-5287 • Fax 07054-7804 info@schechingertours.de www.schechingertours.de

26

MICHAEL GÖTZ

HANSJÖRG KOPP

MARCUS MÜHLNIKEL

WW W . R EI S EN . C V JM - B A Y ER N . DE


Ein Jahr Freiwilligendienst Persönlichkeitsentwicklung im Fokus

ich vor allem FSJ bedeutet für m hl in der Gemeinschaft: Sowo , bei den Gemeinde, im CV JM it m Gott habe Seminaren als auch u erleben können! ich Gemeinschaft ne

Tim Philipp . Kirchengemeinde in r Freiwillige der ev m Kooperation mit de Wermelskirchen in V. e.  CVJM Tente

In meinem Bundesf reiwil ligendienst habe ich mich selbst und ne ue Menschen kennen gelernt, Fähigkeiten entdeckt und viel Neues übe r Glauben und Religion erfahr en. Außerdem bin ich in Selbs tständigkeit und Selbstbewusstsein ge wachsen.

Michelle Becker Freiwillige in der CVJM Jug endbildungsstätte Siegerland

 Für ca. 130 junge Menschen, die in diesem Jahrgang einen Freiwilligendienst mit dem CVJM in Deutschland geleistet haben, geht nun eine prägende Zeit ihrem Ende zu. Auf ihren Abschlussseminaren gibt es Zeit und verschiedene Methoden, auf die Erfahrungen zurückzublicken. Für mich als Referentin für Freiwilligendienste, die diese motivierten jungen Menschen ein Jahr lang während der Seminare begleiten darf, ist es immer wieder unglaublich ermutigend, die Entwicklungen mitzuerleben und bei Bedarf etwas anzustubsen. In so einem Jahr passiert viel: Aus Fragen werden Ziele, aus Schwächen werden Stärken, aus Skepsis wird Neugier und immer wieder werden aus ersten wackeligen Schritten große Sprünge. Diese jungen Menschen werden weiter in ihr Leben laufen, unsere Gesellschaft, unsere Zukunft gestalten, und sie haben mit einem intensiven CVJM-Jahr einen beeindruckenden Start hingelegt! Das gibt jeden Grund zur Hoffnung.

Ich habe gelernt, mich auf mich selbst zu verlassen und was es wirklich bedeutet, eigenständig zu leben. Und obwohl ich hin- und wieder an meine Grenzen gestoßen bin, hat es doch viel Spaß gemacht.

Kristian Bubolz Freiwilliger im CVJM Gummersbach e. V.

enschen mit Ich habe viele M gkeiten ten Gaben, Fähi unterschiedlichs ständnissen und Glaubensver gen Diese Erfahrun kennen gelernt. mich n de ä gt und wer haben mich gepr g be gleiten. mein Leben lan Lars Köppe JM Münster e. V. Freiwilliger im CV

Wiebke Mohme Referentin für Freiwilligendienste in Deutschland, CVJM Deutschland / CVJM-Westbund

27


Im Fokus Bildung

Dem Glauben Beine machen Konzept einer Pilgerwanderung

 Unsere Idee, nach dem dreiteiligen Grundkurs (Einsteigerkurs, Juleica-Kurs, Aufbaukurs) weitere Impulse anzubieten, mündete in der Idee einer Pilgerwanderung. Unser Ziel ist, Schulung, Begleitung, Erlebnis und Unterwegssein zu verbinden, auf sich selbst und Gott zu schauen und damit ein besonderes Erlebnis zu schaffen. Eine Woche unter einfachen Bedingungen auf dem Lutherweg von Alsfeld nach Eisenach, 120 km in sechs Tagen. Tagesanfang mit gemeinsamen Abendmahl, Mittagsgebet, Nachmittagsimpuls und Nachtgebet mit Reflexion sollten die Eckpunkte des Tages sein. Der inhaltliche rote Faden ist dabei: Beten mit den Füßen, Christus in mir (Abendmahl) und den eigenen Rhythmus finden. Anregungen fanden wir in den Büchern: »Dem Glauben Beine machen, Pilgerwanderungen mit Kindern und Jugendlichen« und »Beten mit Handy und Füßen, ein Werkbuch für Jugendwallfahrten«. Den Gedanken, uns nicht auf den Jakobsweg zu begeben, bestärkte der Satz aus dem erstgenannten Buch: »Es gibt einen Unterschied zwischen einem Touristen und einem Pilger. Die äußere Reise des Touristen geht von A nach B,

horizontal. Den Pilger begleitet hingegen auch die vertikale Dimension: nach innen und nach oben. Das, was eine Wanderung zu einer Pilgerwanderung macht, ist, dass zusammen gebetet und Gottesdienst abgehalten wird. Man muss also nicht in ferne Gegenden reisen, um ein Pilger zu sein... Dass das Pilgerwandern ein Weg sein kann, der Menschen zum Glauben führt, liegt darin begründet, dass man auf einer Wanderung ganz bis an die Grenzen des Lebens und an seine eigenen Grenzen gelangt. Bis dorthin, wo dem Gebet eine entscheidende Bedeutung zukommt. Das Gebet wird zu einem untrennbaren Teil von einem selbst, genau wie das Atmen ein solcher Teil ist.«

 Der Duden gibt bei der Erklärung, was »Zwischentöne« bedeutet, folgendes Beispiel: »In übertragener Bedeutung: Du solltest besser auf die feinen Zwischentöne achten.« Wenn wir also beim diesjährigen Bundesposaunenfest mal auf die Zwischentöne achten, dann fällt uns auf: Zwischentöne können TT laut sein – wie der große Chor an Bläserinnen und Bläsern, der beim Vormittagsgottesdienst gemeinsam ein Stück anstimmt. TT leise sein – wie die erwartungsvollen Kinder beim Familienmitmachprogramm, bevor etwas Spannendes passiert.

Eine ermutigende Erfahrung: Zur Organisation der Pilgerwanderung nutzte ich die einschlägige Literatur zum Lutherweg. Ich rief die Pfarrämter der Etappenziele an, um nach Übernachtungsplätzen in den Gemeindehäusern zu fragen. Eine große Offenheit, Freude und Gastfreundschaft drückte sich in den Telefonaten aus. Wichtige und hilfreiche Tipps ergänzten die Gespräche. Reiner Lux Bundessekretär für Regionalbegleitung und Bildungsarbeit

Vernetzungstreffen der Fachausschüsse Jugendpolitik und Mitarbeiterbildung

 Der Wunsch nach einem gemeinsanen Treffen war beim FachausschussWochenende in Wuppertal entstanden. Wir haben an gemeinsamen Themen gearbeitet. Wir »Jugendpolitiker« wollen (jugend)politische Themen möglichst flächendeckend auch in der Mitarbeiterbildung verankern. Hierfür gibt es gute Konzepte, wie das gelingen kann. Denn politische Themen müssen nicht immer langweilig sein. Außerdem möchten wir im CVJM-Westbund

28

dafür sensibilisieren, wie wichtig gesellschaftspolitische Arbeit ist. Als Bildungsträger müssen wir dort aktiv sein und möchten das gerne stärken. Konkreter soll das bei unserem Forum auf der Delegiertenversammlung »Ihr seid das Salz der Erde – Gesellschaftspolitische Aufgabe eines missionarischen Jugendverbandes« werden. Aber auch auf der Bundesmitarbeitertagung 2019 und im CVJM-Magazin sowie auf der Internetseite wollen wir darüber infor-

mieren. Ich habe das Treffen als sehr anregend und gewinnbringend empfunden. Wir können andere Fachausschüsse ermutigen, sich zu vernetzen und über den Tellerrand zu schauen, wo dies notwendig und sinnvoll ist. Johannes Blöcher-Weil Vorsitzender im Fachausschuss Jugendpolitik


Musik Im Fokus

Bundesposaunenfest 2018 Das Fest mit der besonderen Note

TT schräg sein – wie die Bewegungsaktion der Sportler. TT harmonisch sein – wie das Miteinander aller Beteiligten. TT kritisch sein – wie die Nachfrage nach Kaffee und Getränken am Infostand. TT politisch sein – wie der Besuch des Staatssekretärs Andreas Bothe. TT bunt sein – wie das vielfältige Angebot des CVJM-Shops und die vielen Infostände im Foyer. Was Zwischentöne aber ganz besonders können ist: etwas bewirken! Als Zuhörer bekam man eine Gänsehaut, als die Bläser das Stück »High-

land Cathedral« anstimmten und diese besondere Klangfarbe die große Messehalle füllte. Nicht nur die Jungscharaktion »Schenken und Beschenkt werden« zeigte, wie gut das Miteinander im CVJM auch über die eigene Region hinaus funktioniert. Natürlich bewirkten auch die kritischen Zwischentöne etwas, denn bereits während des Festes wurde reagiert und Getränke besorgt. Was uns aber allen – Gästen und Mitwirkenden – im Gedächtnis bleiben wird, ist das Gefühl, Teil von etwas ganz Besonderem gewesen zu sein. Eine besondere Note in der CVJM-Familie!

Sarah-Sophie Bähr Teamleitung Öffentlichkeitsarbeit

BPF 2018 – Preisausschreiben Die 3 besten Tipper heißen: TT D. Flender, Siegen TT H.-J. Neufert, Lüdenscheid TT C. Schwarz, Siegen Wir gratulieren den Gewinnern ganz herzlich! Eurer CVJM-Shop Team (Alle 10 Gewinner wurden bereits kontaktiert.)

25 Jahre Brass Connection … und kein bisschen leise!

Happy Birthday!  Vor 25 Jahren hat es angefangen mit fünf Bläsern, von denen heute noch drei aktiv mitspielen. Aktuell besteht die Gruppe aus 15 Bläsern aus den verschiedensten CVJM-Posaunenchören, das Altersspektrum reicht dabei von 17 bis über 50 Jahren.

Vieles haben wir erlebt in diesen 25 Jahren: Konzerte im großen und kleinen Rahmen (bei Bundesposaunenfesten, auf Kirchen- und Posaunentagen), interessante Locations (in Venedig, in Prag, in Kirchen, auf dem Schiff, im und vor dem Kölner Dom, in Scheunen und Konzertsälen und Hallen), wir durften viele interessante Menschen kennenlernen, haben CDs aufgenommen und sind als Mitarbeiter bei Jungbläserlehrgängen dabei. Vieles hat sich geändert in den 25 Jahren, eines ist gleich geblieben: Wir wollen durch die Musik Verbindungen herstellen, zwischen den Musikstilen, den Menschen und zwischen uns und Gott. Wir sind dankbar

für diese Jahre und deshalb wollen wir auch feiern mit einem Jubiläumskonzert am 29.9.2018 in WermelskirchenDhünn. Herzliche Einladung! Matthias Schnabel Bundessekretär für Posaunenarbeit


Im Fokus Sport

Sportmesse im Siegerland Neue Sportarten kennenlernen

 Wie geht eigentlich Sportmesse? Das fragte sich auch der CVJM SG Siegen und veranstaltete zu seinem 50. Geburtstag die erste CVJM-Sportmesse im Siegerland. 26, 200, 17 – so lässt sich in Kurzform beschreiben, was sich am 16. Juni 2018 auf dem Siegener Giersberg abgespielt hat: Bei sonnigen 26 Grad fanden sich knapp 200 Besucher auf dem Gelände des Schulzentrums ein, wo es 17 (unkonventionelle) Sportarten ganz praktisch kennenzulernen gab. Von CVJM SG Siegen und CVJM-Westbund e. V. als regionales Event geplant, stand die Sportmesse bei freiem Eintritt jedem offen: jung oder alt, sportlich oder (noch) nicht, fragend, neugierig oder einfach interessiert. Jeder konnte bekannte Sportarten in alternativen Spielformen kennenlernen oder völlig neue Sportarten ausprobieren. Dabei gaben fachkundige Mitarbeiter an den jeweiligen Sportstationen eine kurze Einführung, leiteten die Besucher an und standen mit Rat und Tat zur Seite. Ob Smolball, KANJAM, Kin-Ball, Intercrosse, Floorball, Beach-Indiaca, Tchoukball, Ultimate oder Tamburello – um nur eine Auswahl der angebotenen Sportarten zu nennen – neue Bewegungstrends für Breitensport, Kinder-/Jugendarbeit oder Schulwesen galt es zu entdecken. Ab Samstagmittag hieß es also: Spielen, Rennen, Rollern, Gummistiefel werfen, Ausprobieren, Austauschen, Informieren, Fragen, Lachen - Durchat-

30

men. Und da man sich bei so viel Bewegung natürlich auch stärken muss, durften eine Grill- und eine Waffelstation nicht fehlen. Im Rahmen jeder Sporteinheit lieferten Impulshuddles zudem geistliche Nahrung: In kurzen Zusammenkünften vor, während oder nach einer Bewegungseinheit gab es Impulse, die Sport als ganzheitliches Konzept betrachteten und zum Nachdenken anregten. Ist Gott ein Fan von mir? Wie gehe ich mit (nicht)sportlichen Nie-

derlagen um? Kann man für Gott Sport machen? Finde es heraus! Weitere Infos zur Sportmesse unter: www.cvjm-westbund.de/website/de/ cw/sport/sportmesse Mirka Homrich für den Fachausschuss Sport

JUMP in Gießen Es geht los!

T-Shirts und Jacken für das Team sind bestellt. Die Wohnung ist renoviert. Der Bus wartet auf viele spannende Touren. Der erste JUMP-Jahrgang im Westbund steht in den Startlöchern. Am 15. August ging es mit vier jungen Männern los, die sich in das Abenteuer JUMP stürzten. Wir, der CVJM Gießen, SRS und der CVJM-Westbund haben uns lange auf diesen Start gefreut. Im Vorfeld hat der CVJM Gießen eine Wohnwoche in der zukünftigen JUMP-WG durchgeführt. Dabei lebten die Teilnehmer alle zusammen eine Woche lang in der Wohnung. Die Zeit nutzten sie, um Gemeinschaft zu haben und miteinander zu arbeiten. So wurde die komplette Wohnung renoviert und ist nun bezugsfertig. Eine tolle Idee, von der sowohl die »Renovierer« als auch die JUMPler profitieren. Am 15. August ist das JUMP-Team eingezogen und hat eine bunte Einführungswoche miteinander erlebt: gegenseitiges Kennenlernen, Führungen durch Gießen, erste Schulungseinheiten, Absprachen über das zukünftige Zusammenleben mit Putz- und Kochplänen. Denis Werth Fest steht, dass es für alle BeteiligBundessekretär für ten ein prägendes Jahr werden wird. Jugendevangelisation Im Team leben. Im Sport wirken, alles und Sport für und mit Gott.


Weltweit Im Fokus

Weltratstagung in Thailand Eindrücke der Jugenddelegierten

 In Chiang Mai, Thailand, trafen sich im Juli auf Einladung des CVJM-Weltbundes (Genf) mehr als 1.300 CVJM-Mitarbeiter aus der ganzen Welt zum 19. CVJM-Weltrat. Ganz bewusst hat der CVJM-Westbund drei jungen Erwachsenen Teilnahme und Mitarbeit ermöglicht.

Gemeinsam unterwegs Schon zum zweiten Mal hatte ich die Möglichkeit, an einer Weltratstagung als Jugenddelegierter des CVJM-Westbundes teilzunehmen, den weltweiten CVJM kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. »Side Meetings« sind dabei der wirklich spannende Teil. Das sind Treffen, welche außerhalb der offiziellen Tagesordnung stattfinden. Man trifft sich mit Freunden, Partnern und solchen, die es noch werden wollen. Man spricht über Projekte, bespricht Anträge oder macht Werbung für die Wahlen. Bei zwei Treffen mit dem YMCA Ghana und dem YMCA Sierra Leone ging es hauptsächlich darum, sich gegenseitig kennenzulernen und aktuelle Entwicklungen und Zwischenstände bei diversen Projekten zu teilen. Ich bin sehr dankbar, Teil dieser Bewegung sein zu dürfen. Es ist eine wahre Freude zu sehen, mit welcher Energie und mit welcher Überzeugung hier Menschen aller Altersgruppen zusammenarbeiten, um die weltweite CVJM-Bewegung voranzubringen. Patrick Gerhardt CVJM LüdenscheidWest

Machet zu Jüngern alle Völker:

Touring the World with the YMCA

Das war eine der spannendsten Erfahrungen, die ich auf der Weltratstagung erfüllt sehen durfte. Die YMCA Bewegung ist auf jedem Kontinent und in 119 Ländern vertreten und gefühlt habe ich Delegierte aus mindestens 50 davon auf der Tagung kennengelernt. Die Geschichten und Erfahrungen von Freiwilligen und Mitarbeitern zu hören, die sich für junge Menschen einsetzen, ihnen den deutschen Ansatz zu erklären und gemeinsame Ideen oder Kooperationsmöglichkeiten zu diskutieren, war bereichernd und herausfordernd. Denn neben den vielen Erfolgsgeschichten gab es auch Gebets- und Hilferufe, die auf Reaktionen und Partnerschaften hoffen. So nehme ich von der Weltratstagung neue Freundschaften mit, ein neues Verständnis vom YMCA und den Ruf, die Befähigung von jungen Menschen weiter zu fördern und mich weiter einzubringen. 

Die Weltratstagung gab mir die unglaubliche Gelegenheit, den YMCA als weltweite Bewegung kennenzulernen. Über kulturelle und nationale Unterschiede verbindet der YMCA Menschen aus fast allen Nationen. Diese Erfahrung beeindruckte mich so sehr, dass ich nach meinem Abitur daran anknüpfen will und ein Jahr YMCA-Vereine in der ganzen Welt besuchen möchte.

René Schöler CVJM Eisern

Wie sehr der YMCA eine offene und einladende Bewegung ist, erfuhr ich dadurch, dass alle Vereine die ich darauf angesprochen habe, mich eingeladen haben. Wer diese Erfahrung mit mir teilen will, kann dann in einem Reiseblog von mir lesen. David van den Borre CVJM WuppertalHeckinghausen

Weltdienst-Projekt In jeder CVJM MAGAZIN-Ausgabe stellen wir einen Weltdienst-Bereich vor, der dringend finanzielle Hilfe braucht und der zu Kollekten, Dankopfern und Aktionen anregen soll: Der CVJM ist ein Jugendverband. Daher müssen gerade auch junge Erwachsene fit für die CVJM-Welt gemacht werden. Dazu gehört auch die Mitarbeit beim großen Welttreffen der CVJM. Um das finanziell stemmen zu können, braucht es die Hilfe aus dem CVJM-Westbund unter dem Stichwort »Projekt 4/18 – CVJM-Weltrat« auf das Westbund-Konto IBAN: DE80 3506 0190 1010 2570 57 BIC: GENODED1DKD

31


CVJM Deutschland 19. CVJM-Weltratstagung Chiang Mai, Thailand 8. bis 14. Juli 2018

Junge Menschen stärken, weltweit! 19. Weltratstagung in Thailand

 Der CVJM Deutschland ist Mitglied im CVJM-Weltbund und damit Teil der großen internationalen YMCA-Bewegung. Welche Vielfalt und Reichtum sich in dieser weltweiten Gemeinschaft verbergen, durften die 47 Mitglieder der Delegation des CVJM Deutschland auf der 19. Weltratstagung des CVJMWeltbundes erleben. Vom 8. bis 14. Juli trafen sich rund 1.300 Delegierte aus mehr als 70 Nationen im thailändischen Chiang Mai, um über die Arbeit des CVJM zu beraten. In aller Verschiedenheit der Kulturen und Nationen verbindet alle die Herausforderung, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern und die CVJM-Bewegung fit für die Zukunft zu machen. Intensiver Einsatz für die weltweite CVJM-Bewegung und internationale Partnerschaften Das Motto der Weltratstagung lautete »Youth Empowerment for Good«. Junge Menschen stärken von Gott her, von dem, der schon immer war und auch immer sein wird. Das ist das Besondere an CVJM. Die Tage in Thailand waren gefüllt mit Berichten, Diskussionen und Entscheidungen im Plenum, intensiver Arbeit in Kleingruppen und unzähligen Side-Meetings. Die Partnerschaften, die es im

32

deutschen CVJM mit YMCA in anderen Ländern gibt, wurden gestärkt, weil viele persönliche Treffen mit Verantwortlichen aus vielen CVJM möglich waren. Stabwechsel in der Leitung des CVJM-Weltbundes und Wahlen Ein weiterer inhaltlicher Höhepunkt war die Staffelstabübergabe des scheidenden Generalsekretärs Johan Vilhelm Eltvik an seinen Nachfolger Carlos Sanvee. Mit der Kanadierin Patricia Pelton wurde zum ersten Mal in der YMCA-Geschichte eine Frau als Präsidentin des CVJM-Weltbundes gewählt. Sie steht künftig mit Carlos Sanvee an der Spitze des YMCA. Auch das Executive Commitee (Vorstand) wurde neu gewählt. Wir freuen uns, dass Dorothee Pfrommer (stellvertretende Vorsitzende im CVJM Deutschland) wiedergewählt wurde. CVJM Deutschland übernimmt Verantwortung Zum Ende der Weltratstagung brachte der CVJM Deutschland eine Resolution zum Thema Flucht und Migration ein – ein Thema, das uns im CVJM in den vergangenen Jahren ja stark beschäftigt hat. Schon vor der Einbringung erfuhren wir starke Unterstützung aus vielen Nationalverbänden aller Kontinente.

Wir haben eine besondere Verantwortung, (junge) Menschen zu unterstützen, die auf der Flucht sind. Einstimmig verständigten wir uns als weltweite Bewegung darauf, dieser Problematik auch in Zukunft besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Resolution kann abgerufen werden unter: www.cvjm.de/integration Eingebracht wurde »unsere« Resolution von Lena Bade aus dem CVJM Berlin. Großartig beantwortete sie auch Rückfragen im voll besetzten Plenarsaal. Das war »Youth Empowerment at its best«, war die besondere Rückmeldung zahlreicher Delegierter anderer Länder an Lena und uns als Delegation. Junge Menschen zu befähigen ist eines der großen Ziele der CVJM-Arbeit. 175 Jahre CVJM weltweit Im kommenden Jahr feiern wir den 175. Geburtstag der weltweit größten Jugendbewegung. Kulturelle und konfessionelle Vielfalt prägten den YMCA von Beginn an – überregional und vor Ort. Deshalb wird 2019 doppelt gefeiert: als weltweite CVJM-Gemeinschaft in London und hier in Deutschland vor Ort. Carina Rösch und Hansjörg Kopp CVJM Deutschland


CVJM Deutschland

Die Welt zu Gast in Deutschland General Assembly des YMCA Europe am Hintersee

 Die diesjährige Mitgliederversammlung (General Assembly, GA) des europäischen CVJM (YMCA Europe) fand vor einer besonders malerischen Kulisse statt: den Alpen im Berchtesgadener Land. Hier, am Hintersee, liegt das CVJM Aktivzentrum, das Anfang Mai gut 150 Delegierte aus 29 verschiedenen europäischen Ländern willkommen hieß. Bevor die eigentliche General Assembly stattfand, kamen zuerst 37 junge Leute (< 30 Jahre) zum sogenannten YES-Seminar zusammen. YES steht für »Youth Empowerment Space«, also »Raum für Jugend-Stärkung«, und ist damit eine anschauliche Umsetzung dessen, was der europäische CVJM seit einigen Jahren als Themenschwerpunkt für seine Arbeit setzt: Youth Empowerment – junge Menschen sollen gezielt gefördert werden und konkrete Gelegenheiten bekommen, CVJM-Arbeit mitzugestalten. YMCA nicht nur für junge Menschen, sondern eben auch mit ihnen. Das YES-Seminar begann mit Programmpunkten zu Advocacy (Fürsprache), Diversity (Diversität) und Resilience (Widerstandsfähigkeit). Dabei ging es darum herauszufinden, wo und auf welche Weise sich der YMCA für diverse Gruppen, die gesellschaftliche Außenseiterpositionen innehaben, einsetzen. Des Weiteren standen Vorstandswahlen und die Vorbereitung der GA auf dem Programm. Fröhliches Miteinander und geschäftiges Treiben Nach fast vier Tagen YES-Seminar kamen die restlichen Teilnehmer der General Assembly dazu. Gleich am ersten Abend

wurden die Schwerpunkt-Themen der diesjährigen GA angerissen: Berichte, Finanzen etc. – aber auch das für 2019 geplante Großevent in London zum 175. Geburtstag des CVJM sowie die anstehenden Vorstandswahlen. Geprägt war die Zeit von sehr viel Austausch, ob bei den Mahlzeiten am Tisch, in den Kaffeepausen, abends oder in den Workshops. Auch außer-europäische Gäste reisten zu dieser GA an, z. B. einige der Kandidaten für die Vorstandswahlen auf der Weltratstagung, außerdem der neue Generalsekretär des CVJM-Weltbundes, Carlos Sanvee. Am Samstagvormittag fanden die Vorstandswahlen statt. Neben CVJMern aus der Ukraine, Norwegen, Malta und der Schweiz wurde Pascal Rosenthal (CVJM Pfalz) einer der neuen Beisitzer. »Ich bin unheimlich dankbar, diese Möglichkeit der Beteiligung im europäischen Vorstand zu bekommen und freue mich sehr auf die bevorstehenden zwei Jahre mit all ihren Herausforderungen«, so Pascal nach seiner Wahl. Nach Beendigung des offiziellen Programms gab es Exkursionen ins Umland, zum Königsee bzw. zum Obersalzberg (Adolf Hitler hatte hier eine Berghütte). Das dortige Museum führte den Gästen noch einmal vor Augen, wie wichtig die Arbeit eines globalen Jugendwerkes ist für eine Welt ohne Krieg und Grausamkeiten.

Diskussion im YES-Plenum

Teilnehmer des YES-Seminars bei einer Gruppenarbeit

Juan Simoes Iglesias, Generalsekretär des YMCA Europe, bei seinem Bericht

Die General Assembly war auf viele Weise eine sehr beeindruckende Veranstaltung, auf inhaltlicher und menschlicher Ebene. Am Ende fiel es den Teilnehmern schwer, sich voneinander zu verabschieden. Sie Die deutsche Delegation bei der General Assembly

freuen sich darauf, sich in fernerer oder näherer Zukunft wiederzusehen. Deswegen war der Abschiedsgruß auch meist nicht »Goodbye«, sondern »see you soon«. Pascal Rosenthal Ehrenamtlicher im CVJM Pfalz FÖRDERHINWEIS: Das YES-Seminar wurde gefördert aus Mitteln des Erasmus+-Programms der Europäischen Union.

33


CVJM Deutschland Hochschule

»Weil die Welt Beweger braucht« 89 Absolventen der CVJM-Hochschule ausgesandt

wesen, der es sich zur Aufgabe machte, hauptberufliche Fachkräfte für den Dienst in CVJM, Kirchen und freien Werken auszubilden. Stengel betonte: »Bildungsarbeit ist und bleibt eine der Kernaufgaben und Kernkompetenzen der CVJM-Bewegung in Deutschland.«

Esther Friedemann, Dorothea Krause, Michelle Klötzer und Franziska Wieser (v. l.) wurden für ihre Bachelorarbeiten ausgezeichnet

 Am 14. und 15. Juli wurden 89 Absolventen der CVJM-Hochschule in Kassel in ihren Dienst in CVJM, Kirche und Gesellschaft ausgesandt. In einem festlichen Gottesdienst wurden sie für ihre neue Aufgabe unter den Segen Gottes gestellt. Die Absolventen erhielten ihre Abschlüsse in der Kolleg-Fachschulausbildung sowie in den Hochschulstudiengängen Religions- und Gemeindepädagogik / Soziale Arbeit (B. A., Präsenzstudium) und Soziale Arbeit (B. A., berufsbegleitend). 90 Jahre Bildungsarbeit im CVJM In seiner Festrede bei der Zeugnisvergabe am Samstag betonte Prorektor Prof. Dr. Germo Zimmermann: »Es war ein Privileg mit Ihnen unterwegs zu

ektor der mann, Pror rmo Zimmer bei der de re Prof. Dr. Ge st Fe die chule, hielt hs oc -H JM CV mstag sfeier am Sa Aussendung

34

Prof. Dr. Germo Zimmermann gab den Absolventen mit auf den Weg, dass sie in Zukunft glauben, lieben und hoffen dürften, weil da einer sei, der sie losschicke und sie begleite. In dieser Gewissheit könnten sie mutig ihren Weg gehen und auf diese Weise Weltbeweger sein: »Es ist gut, dass Sie uns endlich verlassen, denn Sie werden in Ihren neuen Aufgaben mehr gebraucht denn je.«

sein. Sie haben sich mit Ihren Gaben, Ihrer Kritik und Ihrem Weltbild kritischkonstruktiv in unsere Bildungsangebote eingebracht. Sie machen uns zu dem, was wir sind: eine Hochschule, die den Anspruch hat, Weltbewegerinnen und -beweger auszubilden.«

Im Rahmen der Aussendungsfeier wurden die besten Bachelorarbeiten ausgezeichnet. Franziska Wieser erhielt für ihre Bachelorarbeit »Eine Gemeinde für alle Milieus – Herausforderung oder Utopie?« den ersten Preis in Höhe von 300 Euro, gestiftet von der Diakonie Hessen.

Karl-Heinz Stengel, Präses des CVJM Deutschland, hatte für sein Grußwort einen großen Obstkorb mit 90 Früchten mitgebracht. Diese standen stellvertretend für 90 Jahre Bildungsarbeit im CVJM: »90 Jahrgänge mit begabten, motivierten und von Jesus begeisterten jungen Menschen. Jeder Jahrgang einzigartig, mit unterschiedlichsten Menschen, immer vielfältig wie diese Früchte im Korb.« Der CVJM sei der erste Jugendverband der Welt ge-

Aussendungsgottesdienst am Sonntag Im Aussendungsgottesdienst am Sonntag in der Kasseler Martinskirche predigte Prof. Dr. Tobias Faix zum Thema »Bereicherung durch Unterschiedlichkeit«. Dieses Thema hatten sich die Absolventen gewünscht, denn die individuelle Vielfalt der Studenten habe alle ihre Kurse geprägt und bereichert. Faix forderte die Absolventen auf, wie Petrus zu sein, der Jesus auf dem Wasser entgegenlaufen wollte: »Ich wünsche mir, dass Sie losgehen, auch auf die Gefahr hin zu sinken. Mir ist ein Petrus lieber als elf besserwisserische Jünger, die im Boot sitzenbleiben.« Am Ende sei es wichtig, dass die Auszusendenden wüssten, dass sie Christus immer um Hilfe bitten dürften.

Prof. Dr. Tobias Faix predigte am Sonntag beim Aussendun gsgottesdienst

Jedem einzelnen der Absolventen wurde für ihren Dienst der Segen Gottes zugesprochen. Eine Band aus Studenten und der Campus-Chor umrahmten den Gottesdienst musikalisch. Lydia Hertel CVJM Deutschland


CVJM Deutschland

Wie können wir das Pionierhafte im CVJM stärken? Aus der Arbeit der Projektgruppe Fresh X im CVJM

 Wie das Pionierhafte im CVJM gestärkt werden kann, diese Frage bearbeitet die Projektgruppe Fresh X im CVJM. Wir stellen fest, dass das Pioniersein etwas Originäres der CVJM-Arbeit ist, wir finden es schon in der Pariser Basis. Dort geht es darum, das Reich Gottes auszubreiten. Ohne den Pionier George Williams gäbe es die gesamte Bewegung nicht. Dagegen erleben wir vielerorts, dass es in den CVJM gute »Bewahrer« gibt. Mal ehrlich, ohne sie ist eine Vereinsorganisation kaum denk- und lebbar. Doch für einen lebendigen CVJM braucht es die Ergänzung von initiativen Persönlichkeiten, die vom Geist Gottes getrieben sind, die am aktuellen Lebenspuls dran sind und Lust haben, Neues zu schaffen. Die Pionierweiterbildung an der CVJMHochschule setzt hierzu ein wichtiges Zeichen und fördert genau diese Menschen. Doch finden sie Raum in unseren CVJM? Und wenn ja, für wie lange? Wir wünschen uns sehr, dass Pioniere einen besonderen Schutz von den Leitenden erfahren, um sich in ihrer Arbeit auf die Menschen im Umfeld konzentrieren zu

können und nicht durch Grabenkämpfe im eigenen Verein abgehalten werden.

grundsätzlichen Entscheidung für und der inneren Zustimmung zu Pionieren.

Es braucht ein vertrauensvolles Miteinander. Hilfreich ist es, wenn Pioniere auf Komplizen treffen, mit denen sie im Austausch sein können. Für den Bereich der Finanzen kann das bedeuten, risikobereit und verheißungsorientiert versus durchkalkuliert zu handeln und Ressourcen freizusetzen. Vieles davon beginnt mit der

Pioniere sind ein wirklicher Schatz für den CVJM. Wie verhältst du dich dazu? Lass dich einladen, das Pionierhafte in dir und deinem CVJM zu entdecken und ihm Raum zu geben. Maren Schob Projektgruppe Fresh X im CVJM

The same procedure as every year? Wie der CVJM seinen 175. Geburtstag feiert

 Nächstes Jahr werden wir einen besonderen Geburtstag feiern. Am 6. Juni 1844 fand die erste Versammlung eines YMCA in London statt. Zu dem Zeitpunkt gab sich die Gruppe junger Männer um George Williams zwar noch einen anderen Namen, aber es war sozusagen die Geburtsstunde des CVJM. Und der 175. Geburtstag wird nächstes Jahr in vielen Ländern rund um den Globus gefeiert werden. Mit vielen, vielen Mitgliedern der CVJM-Familie, jungen und alten

Freunden und Weggefährten. Und bestimmt auch mit Kuchen, Geschichten von damals und ortsüblichen Geburtstagsspielchen. Das wird in Zimbabwe, Serbien oder der Mongolei anders aussehen als in Deutschland. Bereits letztes Jahr haben wir im CVJM Deutschland beschlossen, diesen besonderen Geburtstag des CVJM ordentlich zu feiern. Wir wollen es krachen lassen. Denn selbst mit 175 Jahren muss man noch kein bisschen alt sein. Die erste Info und Einladung vor Ort mitzufeiern ist inzwischen an alle CVJM in Deutschland verschickt worden. Und eine ganz besondere Möglichkeit den Geburtstag zu feiern, ist das YMCA175-

Event in London, vom 4. bis 8. August 2019. Bis zu 5.000 Geburtstagsgäste aus 100 Ländern werden zu dieser Riesenparty erwartet. Alle relevanten Infos: cvjm.de/175 und ymca175.com Also: Seid dabei, das wird ein tolles Fest. Und zwar egal, ob ihr vor Ort selbst feiert, bei und mit einem anderen Verein im In- oder Ausland oder auf dem YMCA175-Event in London. Denn es wird mit Sicherheit nicht »the same procedure as every year«! Karsten Hüttmann Bereichsleiter CVJM-Arbeit in Deutschland

35


Gefördert vom:

 6014 Postvertriebsstück  Entgelt bezahlt: DP AG CVJM-Westbund e.  V.  Bundeshöhe 6  42285 Wuppertal

Übrigens

 Vor 45 Jahren hat mich als 11-jährigen Jungen das Cowboylager total fasziniert. Bis heute kann ich mich lebhaft an die Anreise mit Planwagen erinnern, an wilde Verfolgungsjagden über die Prärie der schwäbischen Alb oder an die gemeinsamen Treffen im Saloon. Und ein Jahr später das Olympialager. Die Siegerehrungen mit Abspielen der Nationalhymnen und Hissen der jeweiligen Länderflaggen waren überwältigend. Zum ersten (und einzigen) Mal in meinem Leben habe ich mit meiner Gruppe eine Bronzemedaille verliehen bekommen. Die Mitarbeiter des CVJM Gomaringen haben mich durch diese Jungscharfreizeiten mehr geprägt, als ihnen vermutlich bewusst war.

und Leidenschaft für besondere, für nachhaltige Erlebnisse. Und immer hatte es etwas damit zu tun, aufzubrechen, loszugehen, aus der Bequemlichkeit der Gewohnheit auszubrechen.

Keiner sprach zu jener Zeit von Erlebnispädagogik. Aber die Erlebnisse, die wir miteinander hatten, waren pädagogisch äußerst wertvoll. Wir haben als Jungen gelernt, miteinander in guter Weise umzugehen. Unser Selbstbewusstsein wurde enorm gestärkt. Wir haben erfahren, dass Siege und Niederlagen zum Leben dazu gehören. Und irgendwie, ohne dass ich heute sagen könnte auf welche Art und Weise, haben die Mitarbeiter damals mir Jesus lieb gemacht.

Das gilt übrigens auch für Gremien und für Sitzungen. Seit einiger Zeit haben wir in der Dienstbesprechung der Bundessekretärinnen und Bundessekretäre eine erlebnispädagogische Übung als festen Bestandteil in die Tagesordnung integriert. Das bringt in Bewegung und löst manche Spannungen – auch im übertragenen Sinn.

10 Jahre später habe ich selbst als Ehrenamtlicher das Waldläuferlager und viele weitere Jungscharfreizeiten verantwortet und durchgeführt. Immer mit einer großen Begeisterung

Übrigens finde ich es fantastisch, dass es im CVJM seit einigen Jahren das Institut für Erlebnispädagogik gibt. Dass sich Baumhauscamps innerhalb des CVJM entwickeln und ausbreiten. Dass sich Haupt- und Ehrenamtliche zu professionellen Erlebnispädagogen ausbilden lassen. Denn gerade im CVJM, in dem wir junge Menschen ganzheitlich sehen und begleiten, müssen meines Erachtens erlebnispädagogische Ansätze ein fester Bestandteil der Arbeit sein.

An dieser Stelle einmal vielen Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die vor allem auf Freizeiten jungen Menschen ganzheitliche Erlebnisräume anbieten und sie dadurch nachhaltig stärken und prägen. Manchmal mehr, als man selbst vermutet. Wertvolle und wertstiftende Erlebnisse wünscht

Matthias Büchle Generalsekretär www.facebook.com/CVJMWestbund Spendenkonto CVJM-Westbund e. V. IBAN: DE80 3506 0190 1010 2570 57 BIC: GENODED1DKD

Profile for CVJM Westbund

4 18 CVJM Magazin Westbund  

Im aktuellen Magazin dreht sich alles rund ums Thema Erlebnispädagogik. Erlebnispädagogik bedeutet viel mehr als Lagerfeuer und Slacklines....

4 18 CVJM Magazin Westbund  

Im aktuellen Magazin dreht sich alles rund ums Thema Erlebnispädagogik. Erlebnispädagogik bedeutet viel mehr als Lagerfeuer und Slacklines....

Profile for netzwerk