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Text: Angela Jungfer / Laura Ragazzola Fotos: Alex Filz

Berghaus Zallinger, Seiser Alm

www.zallinger.com Berghaus Zallinger Luisa Schenk und Markus Burger Saltria 74 I-39040 Seiser Alm tel: +39 0471 727947 mail: info@zallinger.com

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Fakten | Umbau und Neubau von 6 Chalets mit je 4 Zimmern, neuer Wellnessbereich als eigenständiges Gebäude, neuer Weinkeller, Gemeinschaftsräume wie Empfang, Lobby, Lounge und Restaurant komplett neu gestaltet | | Planung: noa* – network of architecture, Arch. Stefan Rier und Arch. Lukas Rungger, Bozen und Berlin, www.noa.network |

Sinnliches | Bergurlaub in einmaliger Lage auf der Seiser Alm auf 2054 Metern Seehöhe in den Dolomiten – dort, wo die Welt noch in Ordnung ist | | Persönliche Betreuung durch die Gastgeber Luisa und Markus | | Autofrei – Anreise im Almtaxi | | Almzimmer und Möbel aus Lärchenholz, offene Badezimmer mit Blick auf die Berge, Kuschelemporen | | Ausgezeichnet mit dem KlimaHotel-Siegel, welches für nachhaltige Entwicklung sowie die Integration von innovativen und ökologischen Technologien steht |

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Text: Angela Jungfer / Laura Ragazzola Fotos: Alex Filz

Berghaus Zallinger, Seiser Alm

www.zallinger.com Berghaus Zallinger Luisa Schenk und Markus Burger Saltria 74 I-39040 Seiser Alm tel: +39 0471 727947 mail: info@zallinger.com

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Fakten | Umbau und Neubau von 6 Chalets mit je 4 Zimmern, neuer Wellnessbereich als eigenständiges Gebäude, neuer Weinkeller, Gemeinschaftsräume wie Empfang, Lobby, Lounge und Restaurant komplett neu gestaltet | | Planung: noa* – network of architecture, Arch. Stefan Rier und Arch. Lukas Rungger, Bozen und Berlin, www.noa.network |

Sinnliches | Bergurlaub in einmaliger Lage auf der Seiser Alm auf 2054 Metern Seehöhe in den Dolomiten – dort, wo die Welt noch in Ordnung ist | | Persönliche Betreuung durch die Gastgeber Luisa und Markus | | Autofrei – Anreise im Almtaxi | | Almzimmer und Möbel aus Lärchenholz, offene Badezimmer mit Blick auf die Berge, Kuschelemporen | | Ausgezeichnet mit dem KlimaHotel-Siegel, welches für nachhaltige Entwicklung sowie die Integration von innovativen und ökologischen Technologien steht |

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www.zallinger.com [ Baureportage ]

www.zallinger.com [ Handwerker & Lieferanten ]

Dort, wo die Welt noch in Ordnung ist – ursprünglicher Bergurlaub auf der Seiser Alm beim Zallinger.

Rückzugsort inmitten alpiner Landschaft Mit der Erweiterung der Zallinger Hütte auf der Seiser Alm ist ein neues Modell der Gastwirtschaft im Rahmen des nachhaltigen Tourismus entstanden. Das 2017 abgeschlossene Projekt hat neue Räume geschaffen, ohne die Volumen zu verändern. Gleichzeitig erhielt der Ort wieder das historische Merkmal eines kleinen Dorfes. Es wurden subtile Lösungen und Materialien gesucht, die diesem Ort die Magie der vergangenen Zeit unter voller Berücksichtigung der Umwelt und Traditionen zurückgeben. Jüngst wurde das Projekt in London mit dem prestigeträchtigen AHEAD Award Europe 2018 ausgezeichnet.

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er Eingriff von noa* – network of architecture aus Bozen umfasst den historischen und landwirtschaftlichen Rückbau im hochsensiblen alpinen Gelände. Die verstreuten Scheunen aus dem 19. Jahrhundert wurden als Chalets wiedergeboren und lassen den Charme eines Alpendorfes wieder aufleben. Es ist eine Verbindung zwischen Südtiroler Tradition mit Komfort, Design und Nachhaltigkeit entstanden. Die Zertifizierung zum KlimaHotel und ein neuer Mobilitätsplan garantieren maximalen Umweltschutz. Die Qualität und Unterkunftskapazität des alten Berghotels zu verbessern, ohne dabei das empfindliche Gleichgewicht von Landschaft und Umwelt zu stören, sondern einen ästhetischen Mehrwert und Nachhaltigkeit zu schaffen – dies war das erklärte Ziel welches sich die noa*-Architekten für die Erweiterung der Zallinger Hütte gesetzt haben: „Auch in diesem Projekt haben wir versucht, die starke Beziehung zwischen Architektur und

Kontext hervorzuheben, die alle unsere Werke auszeichnet. Wir wollen neue Lebensmodelle und Formen der Gastwirtschaft entwickeln, die einerseits traditionelle Formen und Materialien wieder aufnehmen, und andererseits Qualitätsdesign, hohen Komfort und Nachhaltigkeit ausdrücken. Die alpine Umwelt ist ein komplexes und faszinierendes System, das verstanden und respektiert werden muss. Wir halten es für wichtig, sich neue Räume vorzustellen, um sie zu erleben: Räume von menschlicher Größe, komfortabel, einladend, aber vor allem einzigartig und authentisch.“ Die Zallinger Hütte, die Mitte des 19. Jahrhunderts auf 2200 Metern unter dem Plattkofel eröffnet worden war, war einst von sieben Scheunen und einer kleinen Kirche umgeben. Anschließend wurden die Scheunen durch ein einziges großes Gebäude (1880) ersetzt, das im Laufe der Zeit dann andere Funktionen übernommen hat. Die Erweiterung war eine Gelegenheit, die Dorfstruk230

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tur wiederherzustellen und so neben der Umstrukturierung des zentralen Teils des Hotels, wo ein Teil des ehemaligen Gästehauses sowie die ehemalige Scheune abgerissen wurden und durch neue kleinere Gebäude ersetzt wurden, das Ensemble durch weitere sechs Chalets zu erweitern, die besser mit der bestehenden Landschaft harmonieren. Diese neue Version des Berghauses macht die Kirche wieder zum zentralen Element des renovierten Alpendorfes – so wie es bereits Jahrzehnte vorher schon einmal gewesen ist. Bemerkenswert ist auch, dass im Zuge der Errichtung des neuen Ensembles der Plan vollzogen wurde, das gesamte Gebiet so weit als möglich vom Autoverkehr zu befreien. Seit 2014 haben sich die Inhaber der Zallinger Hütte, Luisa Schenk und Markus Burger, gemeinsam mit sechs weiteren Schutzhütten und der Unterstützung von noa* für einen gemeinsamen Gäste-Sammelparkplatz im Tal eingesetzt. Dieses

Projekt steht nun kurz vor Fertigstellung, aber bereits seit 2017 erfolgen die An- und Abreisen von und zu den Hütten nur mit dem Bus oder im Winter mit der Schneekatze. Das Hotel wurde insgesamt um 24 Zimmer erweitert, welche die bestehenden 13 Zimmer im Haupthaus ergänzen. Die Chalets sind in Zweiergruppen angeordnet und jedes Chalet beherbergt vier Zimmer, die über einen gemeinsamen Verteilungskorridor zugänglich sind. Aus baulicher Sicht ruht jedes Chalet aus vorgefertigter Holzbauweise, die das Erscheinungsbild innen und außen bestimmt, auf einem Betonfundament. Auf diese Weise konnten die Auswirkungen der Baustelle auf die Umwelt so gering wie möglich gehalten werden – dies gilt in Bezug auf die Bauzeit als auch auf den Materialtransport. Die Nachhaltigkeit des Projekts drückt sich auch darin aus, dass das Hotel auf die Klassifizierung von 4 Sternen verzichtet hat, um das Volumen des Gebäudes nicht auf Kosten der Landschaft erhöhen zu müssen: Die Herausforderung der Zallinger Hütte besteht darin, eine Luxusunterkunft zu bieten, die sich in der Qualität der Architektur als auch im Interieur Design sowie den Dienstleistungen auszeichnet, ohne dabei die verbaute Fläche makroskopisch zu vergrößern. Die Innenräume der Zimmer sind warm und einladend und werden vor allem durch die starke Präsenz der konstruktiven Holzelemente geprägt. Die Inspiration für die Materialien stammt von der traditionellen und der Region typischen Jägerbekleidung; dunkelgrüne Farbtöne, gestrickte Kissenbezüge und die Verwendung von Filz. Einige der

Zimmer verfügen über ein gemütliches Loft für weitere Besucher oder einfach nur als erholsame Ecke. Der Mittelkörper der historischen Hütte wurde beibehalten, aber das Erdgeschoss mit all seinen Gemeinschaftsräumen wie Empfang, Lobby, Lounge und Restaurant komplett neu gestaltet. Das Restaurant und der Lounge-Bereich sind auch für externe Gäste geöffnet: Viele Skifahrer halten zum Mittagessen an, da sich die Hütte an den Hauptrouten der Seiser Alm befindet. Die Lounge ist am Abend äußerst beliebt – dann genießen die Gäste die private und familiäre Atmosphäre rund um den großen Kamin. Die gesamte Einrichtung wurde von noa* nach den Bedürfnissen der Kunden designt und mit ausgewählten Produkten ergänzt. Ein Beispiel dafür sind die Tische im Barbereich, die höhenverstellbar sind und so je nach Bedarf Loungetisch oder Esstisch bilden. Die Wände sind mit Holz verkleidet: Die Idee war es, die gemütliche Atmosphäre einer Stube, wo sich einst die Familie um den Ofen versammelt hat, im zeitgenössischen Stil nachzubilden. An den Wänden steigen breite Holzstreifen auf, die ohne Unterbrechung an der Decke weiterlaufen. Hinter der Holzverkleidung wurden schallabsorbierende Paneele montiert, um den Aufenthaltskomfort zu erhöhen. Aus dem selben Grund wurde auch Filz als Bodenbelag ausgewählt, ein traditionell alpines Material, das Widerstandsfähigkeit und Weichheit verbindet. Der Barbereich ist von einem riesigen Baumstamm geprägt, der als Theke verwendet wird. Der neue Wellnessbereich entstand an der Stelle der

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ursprünglichen Scheune als eigenständiges Gebäude. Die Sauna befindet sich in einem mit Blech verkleideten Volumen, die sich im Inneren mit räumlicher Großzügigkeit entfaltet. Zwei Fenster erlauben den Blick in die Landschaft: durch eines blickt man Richtung Tal – durch das andere, das um 45 Grad geneigt ist, um die Aussicht auch bei den zahlreichen Schneefällen im Winter frei zu halten, auf den Plattkofel. Ein Ruheraum mit einer Teeküche rundet das Angebot ab. Der Weinkeller ist gesäumt von Holzregalen, die mit schrägen Stützen und verlängerten Fächern in verschiedenen Höhen an der Wand empor ragen und die Lagerung der Weinflaschen ermöglichen. Das Design erinnert an die Gipfel der Berge, die in den Himmel ragen. Die raffinierte Auswahl der Etiketten wird vom Eigentümer und Sommelier persönlich betreut. Heizung und Warmwasser werden durch eine umweltbewusste Hackschnitzelanlage betrieben, die einen stark reduzierten CO2 Ausstoß aufweist. Ein unterirdischer Speicher ermöglicht die nicht sichtbare Lagerung der Hackschnitzel während des Sommers. Die Innenräume sind nachweislich auf die totale Reduktion von Radon geprüft. Die Schutzhütte und ihre neuen Räume sind mit dem KlimaHotel-Siegel ausgezeichnet; es handelt sich dabei um eine Zertifizierung von Seiten der Klimahausagentur der Provinz Bozen, welche Unterkunftseinrichtungen auszeichnet, die eine nachhaltige Entwicklung sowohl durch die Integration von innovativen und ökologischen Technologien als auch durch strategische Maßnahmen vorantreibt.


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Dort, wo die Welt noch in Ordnung ist – ursprünglicher Bergurlaub auf der Seiser Alm beim Zallinger.

Rückzugsort inmitten alpiner Landschaft Mit der Erweiterung der Zallinger Hütte auf der Seiser Alm ist ein neues Modell der Gastwirtschaft im Rahmen des nachhaltigen Tourismus entstanden. Das 2017 abgeschlossene Projekt hat neue Räume geschaffen, ohne die Volumen zu verändern. Gleichzeitig erhielt der Ort wieder das historische Merkmal eines kleinen Dorfes. Es wurden subtile Lösungen und Materialien gesucht, die diesem Ort die Magie der vergangenen Zeit unter voller Berücksichtigung der Umwelt und Traditionen zurückgeben. Jüngst wurde das Projekt in London mit dem prestigeträchtigen AHEAD Award Europe 2018 ausgezeichnet.

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er Eingriff von noa* – network of architecture aus Bozen umfasst den historischen und landwirtschaftlichen Rückbau im hochsensiblen alpinen Gelände. Die verstreuten Scheunen aus dem 19. Jahrhundert wurden als Chalets wiedergeboren und lassen den Charme eines Alpendorfes wieder aufleben. Es ist eine Verbindung zwischen Südtiroler Tradition mit Komfort, Design und Nachhaltigkeit entstanden. Die Zertifizierung zum KlimaHotel und ein neuer Mobilitätsplan garantieren maximalen Umweltschutz. Die Qualität und Unterkunftskapazität des alten Berghotels zu verbessern, ohne dabei das empfindliche Gleichgewicht von Landschaft und Umwelt zu stören, sondern einen ästhetischen Mehrwert und Nachhaltigkeit zu schaffen – dies war das erklärte Ziel welches sich die noa*-Architekten für die Erweiterung der Zallinger Hütte gesetzt haben: „Auch in diesem Projekt haben wir versucht, die starke Beziehung zwischen Architektur und

Kontext hervorzuheben, die alle unsere Werke auszeichnet. Wir wollen neue Lebensmodelle und Formen der Gastwirtschaft entwickeln, die einerseits traditionelle Formen und Materialien wieder aufnehmen, und andererseits Qualitätsdesign, hohen Komfort und Nachhaltigkeit ausdrücken. Die alpine Umwelt ist ein komplexes und faszinierendes System, das verstanden und respektiert werden muss. Wir halten es für wichtig, sich neue Räume vorzustellen, um sie zu erleben: Räume von menschlicher Größe, komfortabel, einladend, aber vor allem einzigartig und authentisch.“ Die Zallinger Hütte, die Mitte des 19. Jahrhunderts auf 2200 Metern unter dem Plattkofel eröffnet worden war, war einst von sieben Scheunen und einer kleinen Kirche umgeben. Anschließend wurden die Scheunen durch ein einziges großes Gebäude (1880) ersetzt, das im Laufe der Zeit dann andere Funktionen übernommen hat. Die Erweiterung war eine Gelegenheit, die Dorfstruk230

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tur wiederherzustellen und so neben der Umstrukturierung des zentralen Teils des Hotels, wo ein Teil des ehemaligen Gästehauses sowie die ehemalige Scheune abgerissen wurden und durch neue kleinere Gebäude ersetzt wurden, das Ensemble durch weitere sechs Chalets zu erweitern, die besser mit der bestehenden Landschaft harmonieren. Diese neue Version des Berghauses macht die Kirche wieder zum zentralen Element des renovierten Alpendorfes – so wie es bereits Jahrzehnte vorher schon einmal gewesen ist. Bemerkenswert ist auch, dass im Zuge der Errichtung des neuen Ensembles der Plan vollzogen wurde, das gesamte Gebiet so weit als möglich vom Autoverkehr zu befreien. Seit 2014 haben sich die Inhaber der Zallinger Hütte, Luisa Schenk und Markus Burger, gemeinsam mit sechs weiteren Schutzhütten und der Unterstützung von noa* für einen gemeinsamen Gäste-Sammelparkplatz im Tal eingesetzt. Dieses

Projekt steht nun kurz vor Fertigstellung, aber bereits seit 2017 erfolgen die An- und Abreisen von und zu den Hütten nur mit dem Bus oder im Winter mit der Schneekatze. Das Hotel wurde insgesamt um 24 Zimmer erweitert, welche die bestehenden 13 Zimmer im Haupthaus ergänzen. Die Chalets sind in Zweiergruppen angeordnet und jedes Chalet beherbergt vier Zimmer, die über einen gemeinsamen Verteilungskorridor zugänglich sind. Aus baulicher Sicht ruht jedes Chalet aus vorgefertigter Holzbauweise, die das Erscheinungsbild innen und außen bestimmt, auf einem Betonfundament. Auf diese Weise konnten die Auswirkungen der Baustelle auf die Umwelt so gering wie möglich gehalten werden – dies gilt in Bezug auf die Bauzeit als auch auf den Materialtransport. Die Nachhaltigkeit des Projekts drückt sich auch darin aus, dass das Hotel auf die Klassifizierung von 4 Sternen verzichtet hat, um das Volumen des Gebäudes nicht auf Kosten der Landschaft erhöhen zu müssen: Die Herausforderung der Zallinger Hütte besteht darin, eine Luxusunterkunft zu bieten, die sich in der Qualität der Architektur als auch im Interieur Design sowie den Dienstleistungen auszeichnet, ohne dabei die verbaute Fläche makroskopisch zu vergrößern. Die Innenräume der Zimmer sind warm und einladend und werden vor allem durch die starke Präsenz der konstruktiven Holzelemente geprägt. Die Inspiration für die Materialien stammt von der traditionellen und der Region typischen Jägerbekleidung; dunkelgrüne Farbtöne, gestrickte Kissenbezüge und die Verwendung von Filz. Einige der

Zimmer verfügen über ein gemütliches Loft für weitere Besucher oder einfach nur als erholsame Ecke. Der Mittelkörper der historischen Hütte wurde beibehalten, aber das Erdgeschoss mit all seinen Gemeinschaftsräumen wie Empfang, Lobby, Lounge und Restaurant komplett neu gestaltet. Das Restaurant und der Lounge-Bereich sind auch für externe Gäste geöffnet: Viele Skifahrer halten zum Mittagessen an, da sich die Hütte an den Hauptrouten der Seiser Alm befindet. Die Lounge ist am Abend äußerst beliebt – dann genießen die Gäste die private und familiäre Atmosphäre rund um den großen Kamin. Die gesamte Einrichtung wurde von noa* nach den Bedürfnissen der Kunden designt und mit ausgewählten Produkten ergänzt. Ein Beispiel dafür sind die Tische im Barbereich, die höhenverstellbar sind und so je nach Bedarf Loungetisch oder Esstisch bilden. Die Wände sind mit Holz verkleidet: Die Idee war es, die gemütliche Atmosphäre einer Stube, wo sich einst die Familie um den Ofen versammelt hat, im zeitgenössischen Stil nachzubilden. An den Wänden steigen breite Holzstreifen auf, die ohne Unterbrechung an der Decke weiterlaufen. Hinter der Holzverkleidung wurden schallabsorbierende Paneele montiert, um den Aufenthaltskomfort zu erhöhen. Aus dem selben Grund wurde auch Filz als Bodenbelag ausgewählt, ein traditionell alpines Material, das Widerstandsfähigkeit und Weichheit verbindet. Der Barbereich ist von einem riesigen Baumstamm geprägt, der als Theke verwendet wird. Der neue Wellnessbereich entstand an der Stelle der

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ursprünglichen Scheune als eigenständiges Gebäude. Die Sauna befindet sich in einem mit Blech verkleideten Volumen, die sich im Inneren mit räumlicher Großzügigkeit entfaltet. Zwei Fenster erlauben den Blick in die Landschaft: durch eines blickt man Richtung Tal – durch das andere, das um 45 Grad geneigt ist, um die Aussicht auch bei den zahlreichen Schneefällen im Winter frei zu halten, auf den Plattkofel. Ein Ruheraum mit einer Teeküche rundet das Angebot ab. Der Weinkeller ist gesäumt von Holzregalen, die mit schrägen Stützen und verlängerten Fächern in verschiedenen Höhen an der Wand empor ragen und die Lagerung der Weinflaschen ermöglichen. Das Design erinnert an die Gipfel der Berge, die in den Himmel ragen. Die raffinierte Auswahl der Etiketten wird vom Eigentümer und Sommelier persönlich betreut. Heizung und Warmwasser werden durch eine umweltbewusste Hackschnitzelanlage betrieben, die einen stark reduzierten CO2 Ausstoß aufweist. Ein unterirdischer Speicher ermöglicht die nicht sichtbare Lagerung der Hackschnitzel während des Sommers. Die Innenräume sind nachweislich auf die totale Reduktion von Radon geprüft. Die Schutzhütte und ihre neuen Räume sind mit dem KlimaHotel-Siegel ausgezeichnet; es handelt sich dabei um eine Zertifizierung von Seiten der Klimahausagentur der Provinz Bozen, welche Unterkunftseinrichtungen auszeichnet, die eine nachhaltige Entwicklung sowohl durch die Integration von innovativen und ökologischen Technologien als auch durch strategische Maßnahmen vorantreibt.


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Sechs neue Chalets mit 24 Almzimmern – Möbel aus naturbelassenem Lärchenholz, schafwollener Lodenstoff, kuschelige Daunenbetten, offene Badezimmer mit Blick auf die Berge, Kuschelemporen, Balkone und viel Gemütlichkeit.

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Sechs neue Chalets mit 24 Almzimmern – Möbel aus naturbelassenem Lärchenholz, schafwollener Lodenstoff, kuschelige Daunenbetten, offene Badezimmer mit Blick auf die Berge, Kuschelemporen, Balkone und viel Gemütlichkeit.

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Die Bar ist von einem riesigen Baumstamm geprägt, der als Theke verwendet wird.

Schräg – der Wein ist nicht die Ursache ...

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Die Bar ist von einem riesigen Baumstamm geprägt, der als Theke verwendet wird.

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Text: Angela Jungfer / Barbara Jahn Fotos: Alex Filz

Gloriette Guesthouse, Oberbozen

www.gloriette-guesthouse.com Gloriette Guesthouse**** Familie Alber Dorf 15 I-39054 Oberbozen, Ritten tel: +39 0471 345423 mail: info@gloriette-guesthouse.com

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Fakten | Abbruch und Neubau mit 25 Zimmern und Suiten | | Atemberaubendes Rooftop Spa mit Infinity-Relaxpool auf der Dachterrasse, Finnischer Sauna, Dampfsauna und zwei Ruheräumen | | Lounge & Bistro, Trust Bar | | Planung: noa* – network of architecture, Arch. Stefan Rier und Arch. Lukas Rungger, Bozen und Berlin, www.noa.network |

Sinnliches | Ein kleines Lusthaus auf dem Rittner Hochplateau mitten im Garten mit schicken Zimmern in vier Kategorien und Gartensuiten mit Privatgarten | | Trust Bar – do it yourself: Getränke-Selbstbedienung rund um die Uhr ohne Sperrstunde | | Buntes Gloriette Frühstück / mittags und abends feine Bistrokarte / Dine Around bei Freunden in der Nachbarschaft | | Kostenlose Rittencard – Nutzung aller regionalen öffentlichen Verkehrsmittel, freier Eintritt in 90 Museen und Schlösser ... | | Haustiere dürfen nach Voranmeldung mitgebracht werden |

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Text: Angela Jungfer / Barbara Jahn Fotos: Alex Filz

Gloriette Guesthouse, Oberbozen

www.gloriette-guesthouse.com Gloriette Guesthouse**** Familie Alber Dorf 15 I-39054 Oberbozen, Ritten tel: +39 0471 345423 mail: info@gloriette-guesthouse.com

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Fakten | Abbruch und Neubau mit 25 Zimmern und Suiten | | Atemberaubendes Rooftop Spa mit Infinity-Relaxpool auf der Dachterrasse, Finnischer Sauna, Dampfsauna und zwei Ruheräumen | | Lounge & Bistro, Trust Bar | | Planung: noa* – network of architecture, Arch. Stefan Rier und Arch. Lukas Rungger, Bozen und Berlin, www.noa.network |

Sinnliches | Ein kleines Lusthaus auf dem Rittner Hochplateau mitten im Garten mit schicken Zimmern in vier Kategorien und Gartensuiten mit Privatgarten | | Trust Bar – do it yourself: Getränke-Selbstbedienung rund um die Uhr ohne Sperrstunde | | Buntes Gloriette Frühstück / mittags und abends feine Bistrokarte / Dine Around bei Freunden in der Nachbarschaft | | Kostenlose Rittencard – Nutzung aller regionalen öffentlichen Verkehrsmittel, freier Eintritt in 90 Museen und Schlösser ... | | Haustiere dürfen nach Voranmeldung mitgebracht werden |

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Zeitlos eleganter Jugendstil als Inspiration – Sommerfrische am Ritten völlig neu interpretiert.

Gloriette Guesthouse – ein Hotel auf Zeitreise Das neue Gloriette Guesthouse, geplant vom preisgekrönten Architekturbüro noa* aus Bozen, knüpft an die Tradition der Sommerfrische am Ritten an und setzt noch eines oben drauf. Auf dem beliebten Hausberg der Bozner entstand ein Haus, in dem Stadt und Land regelrecht zu einer Symbiose verschmelzen.

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ach dem Abbruch des ehemaligen kleinen Hotelbetriebs Bergfink, ein Ankerpunkt im dörflichen Gefüge und eingebettet inmitten der ländlich-urbanen Struktur, wollte die Bauherrenfamilie Alber ein neues Schmuckstück an dieser Stelle entstehen lassen. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um einen Solitär in der Landschaft, der von der architektonischen Typologie im zeitlos-eleganten Jugendstil inspiriert ist – großzügig, klassisch, einfach, aber keinesfalls nüchtern. Wichtig war es den Architekten, Elemente einfließen zu lassen, die lokal oft vorkommen, so etwa Bögen in der Fassade oder das Walmdach, das in Oberbozen Tradition hat. Auch die Raute sollte ihren fixen Platz bekommen, ein dekoratives Element, das an den vielen Bahnwärterhäuschen entlang der eigenen Rittner Bahnlinie, die die Sommerfrische-Orte miteinander verbindet, zu finden ist. Der ganzheitliche Entwurfsansatz ist deutlich zu erkennen – zahlreiche Details durchziehen wie ein roter Faden das gesamte Gebäude.

Interessant ist vor allem die Gliederung des Hotels, das sich den topografischen Gegebenheiten raffiniert anpasst. Auf der Garage, über der das Gebäude mit insgesamt 25 Zimmern thront, erstreckt sich eine Parkanlage, von der die Gäste der sieben Gartensuiten jeweils anteilig mit dahin auslaufenden Privatgärten genussvoll profitieren können. Darüber befindet sich der öffentliche Bereich mit Rezeption, Lobby und Restaurant mit vorgelagerter Terrasse, charakteristisch gestaltet mit großen Schwüngen. Grundriss und Hülle sind hier in engem Dialog: Was sich hinter der Fassade verbirgt, wird bereits außen in einzigartig unverwechselbarer Weise ablesbar, ohne jedoch zu viel preiszugeben. In den drei darüber liegenden Geschossen befinden sich die Gästezimmer und an den jeweiligen Enden die Suiten, klar erkennbar an den Erkern, die selbstbewusste architektonische Akzente an der Gebäudehülle setzen. Was in der öffentlichen Zone als flacher Doppelbogen an der Fassade beginnt, entwickelt 338

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sich mit einem einschneidenden Maßstabssprung zu einer prägnanten einachsigen Bogenfassade. Diese wurde gewählt, um die Qualität des Außenraumes für die Sommerfrische noch sichtbarer und spürbarer zu machen. Gerade in dieser Zone hinter den Arkaden verschmelzen der Innen- und der Außenraum – die Balkone fungieren wie ein Verbindungsglied. Nicht zuletzt verstärken die rahmenlosen Verglasungen diesen Effekt, in dem sich das Zimmer optisch bis zur Brüstung fortsetzt. Das Einfangen der Landschaft wird perfektioniert durch die spiegelnden schwarzen Gläser, die als Balkontrennwände eingesetzt werden – sie multiplizieren das vom Bogen eingerahmte Bild. Ganz oben, klar abgesetzt und mit dem Walmdach fast schon wie ein eigener Baukörper wirkend, befindet sich der Wellnessbereich. Unübersehbar fließt auch hier wieder das Element des Bogens ein als bronzefarbene, auskragende Schale, die die Dachhaut durchstößt und – asymmetrisch positioniert – ein selbstbewusstes Zeichen einer le-

bendigen Architektursprache setzt. Die Zeitlosigkeit, die die prägenden Jugendstil-Bauten am Ritten mit sich bringen, sollte im Interieur beibehalten und in einer abstrahierten Weise fortgesetzt werden. Gleichzeitig bildet eine Art klare, kontrastreiche wie konsequente Einrahmung von Elementen ein immer wiederkehrendes Detail, das sich überall im Gebäude aufspüren lässt. Auch das Thema des Bogens findet im Interieur seine Fortsetzung, so zum Beispiel in den Zimmern als Spiegel, der unten gerundet ist, als Kamin in der Lounge, in dem der Bogen einmal um die eigene Achse extrudiert wurde, oder als Rückenlehne der Liegen auf der Spa-Terrasse. Die Möblierung ist weitgehend von den Wänden abgesetzt und in den Raum orientiert. Locker positionierte, elegante Polstermöbel werten das Ambiente zusätzlich auf. Dazwischen werden immer wieder ausgesuchte Fundstücke vom Flohmarkt oder aus dem alten Hotel platziert. Da und dort hängen goldene Leuchten als Skulpturen von den Decken herab. Im öffentlichen Bereich wurde ein fugenloser Harzboden als einendes Element gewählt, um den Raum durchgängig fließen zu lassen. In diesem Boden wurden „Inseln“ mit Holzbelag kreiert, die die unterschiedlichen Bereiche der Lounge und des Restaurants definieren.

Auch im Spa im Dachgeschoss wird dieses Konzept angewandt. Ein besonderes Augenmerk gilt den Erkern der Suiten, die mit besonderen Loungebereichen mit Kamin, freistehender Badewanne oder Sofalandschaften aufwarten. Die Räume werden durch Raum-inRaum-Schalen zoniert, wobei Wand, Boden und Decke mit dem gleichen Material ausgestattet sind. Die ansprechende, einladende Atmosphäre gelingt unter anderem durch den Einsatz von Holz – edel und einheitlich klar anmutend, ohne kühl zu wirken. Das größte Highlight – schon von weithin sichtbar – ist der Wellnessbereich mit dem extravaganten auskragenden Outdoor-Pool. Im Spa befinden sich ausladende Ruhezonen und Rückzugsmöglichkeiten wie auch ein paar intime Terrassen über den Erkern oder eingeschnitten in das Dach für den genussvollen Aufenthalt an der frischen Luft. Als Eyecatcher fungiert jener ausladende Zylinder, der sich an der Südseite durch das Walmdach bohrt. Deutlich erkennbar ist, dass dieser die Bögen der Fassade aufnimmt: Der Bogen wird auf den Kopf gestellt und wird in das Innere des Daches geführt. Die Schale, in die der Pool eingebettet ist, wurde mit denselben bronzefarbenen Aluminiumpaneelen verkleidet wie die Außenseite der Erker. Sie stellt eine Zä-

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sur zum dunkelbraunen Walmdach dar und lässt ein faszinierendes Spiel mit Reflexionen zu. Von innen gelangt man über wenige Treppen in das Zentrum des Zylinders. Eine Schiebetür öffnet sich, man steigt hinab in die Wasserfläche und wird von der Rundung Richtung Horizont begleitet – dank des Infinity Edges. Knapp sechs Meter tief, schaffen die Rundung, die Transparenz und die zarte Spiegelung eine Art Skulptur, die bis in den Innenraum hineinreicht. Beim Einstieg im hinteren Teil ist der Pool mit einer bronzefarbenen abgerundeten Schale überdacht. Diese löst sich nach außen hin immer mehr in eine abgerundete Netzstruktur aus Stahlstangen auf, bis man schließlich unter freiem Himmel schwimmt. Ein Wechselspiel von Metall und Wasser mit dem Übergang in den grenzenlosen Freiraum. Wie ein sanftes „Fading out“ wird die zylindrische Hülle immer transparenter und verleiht dem Schwimmer mit Blick in die Weite ein Gefühl des Schwebens. Die skulptural anmutende Struktur aus Stangen ist wiederum die Verbindung zwischen Bogen und Raute – bei genauerer Betrachtung bilden die gekrümmten Stangen an ihren Schnittstellen wieder eine Raute. Es ist wohl der Höhepunkt einer Reise, die man schon vor dem Betreten des Gebäudes von außen erahnen kann.


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Zeitlos eleganter Jugendstil als Inspiration – Sommerfrische am Ritten völlig neu interpretiert.

Gloriette Guesthouse – ein Hotel auf Zeitreise Das neue Gloriette Guesthouse, geplant vom preisgekrönten Architekturbüro noa* aus Bozen, knüpft an die Tradition der Sommerfrische am Ritten an und setzt noch eines oben drauf. Auf dem beliebten Hausberg der Bozner entstand ein Haus, in dem Stadt und Land regelrecht zu einer Symbiose verschmelzen.

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ach dem Abbruch des ehemaligen kleinen Hotelbetriebs Bergfink, ein Ankerpunkt im dörflichen Gefüge und eingebettet inmitten der ländlich-urbanen Struktur, wollte die Bauherrenfamilie Alber ein neues Schmuckstück an dieser Stelle entstehen lassen. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um einen Solitär in der Landschaft, der von der architektonischen Typologie im zeitlos-eleganten Jugendstil inspiriert ist – großzügig, klassisch, einfach, aber keinesfalls nüchtern. Wichtig war es den Architekten, Elemente einfließen zu lassen, die lokal oft vorkommen, so etwa Bögen in der Fassade oder das Walmdach, das in Oberbozen Tradition hat. Auch die Raute sollte ihren fixen Platz bekommen, ein dekoratives Element, das an den vielen Bahnwärterhäuschen entlang der eigenen Rittner Bahnlinie, die die Sommerfrische-Orte miteinander verbindet, zu finden ist. Der ganzheitliche Entwurfsansatz ist deutlich zu erkennen – zahlreiche Details durchziehen wie ein roter Faden das gesamte Gebäude.

Interessant ist vor allem die Gliederung des Hotels, das sich den topografischen Gegebenheiten raffiniert anpasst. Auf der Garage, über der das Gebäude mit insgesamt 25 Zimmern thront, erstreckt sich eine Parkanlage, von der die Gäste der sieben Gartensuiten jeweils anteilig mit dahin auslaufenden Privatgärten genussvoll profitieren können. Darüber befindet sich der öffentliche Bereich mit Rezeption, Lobby und Restaurant mit vorgelagerter Terrasse, charakteristisch gestaltet mit großen Schwüngen. Grundriss und Hülle sind hier in engem Dialog: Was sich hinter der Fassade verbirgt, wird bereits außen in einzigartig unverwechselbarer Weise ablesbar, ohne jedoch zu viel preiszugeben. In den drei darüber liegenden Geschossen befinden sich die Gästezimmer und an den jeweiligen Enden die Suiten, klar erkennbar an den Erkern, die selbstbewusste architektonische Akzente an der Gebäudehülle setzen. Was in der öffentlichen Zone als flacher Doppelbogen an der Fassade beginnt, entwickelt 338

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sich mit einem einschneidenden Maßstabssprung zu einer prägnanten einachsigen Bogenfassade. Diese wurde gewählt, um die Qualität des Außenraumes für die Sommerfrische noch sichtbarer und spürbarer zu machen. Gerade in dieser Zone hinter den Arkaden verschmelzen der Innen- und der Außenraum – die Balkone fungieren wie ein Verbindungsglied. Nicht zuletzt verstärken die rahmenlosen Verglasungen diesen Effekt, in dem sich das Zimmer optisch bis zur Brüstung fortsetzt. Das Einfangen der Landschaft wird perfektioniert durch die spiegelnden schwarzen Gläser, die als Balkontrennwände eingesetzt werden – sie multiplizieren das vom Bogen eingerahmte Bild. Ganz oben, klar abgesetzt und mit dem Walmdach fast schon wie ein eigener Baukörper wirkend, befindet sich der Wellnessbereich. Unübersehbar fließt auch hier wieder das Element des Bogens ein als bronzefarbene, auskragende Schale, die die Dachhaut durchstößt und – asymmetrisch positioniert – ein selbstbewusstes Zeichen einer le-

bendigen Architektursprache setzt. Die Zeitlosigkeit, die die prägenden Jugendstil-Bauten am Ritten mit sich bringen, sollte im Interieur beibehalten und in einer abstrahierten Weise fortgesetzt werden. Gleichzeitig bildet eine Art klare, kontrastreiche wie konsequente Einrahmung von Elementen ein immer wiederkehrendes Detail, das sich überall im Gebäude aufspüren lässt. Auch das Thema des Bogens findet im Interieur seine Fortsetzung, so zum Beispiel in den Zimmern als Spiegel, der unten gerundet ist, als Kamin in der Lounge, in dem der Bogen einmal um die eigene Achse extrudiert wurde, oder als Rückenlehne der Liegen auf der Spa-Terrasse. Die Möblierung ist weitgehend von den Wänden abgesetzt und in den Raum orientiert. Locker positionierte, elegante Polstermöbel werten das Ambiente zusätzlich auf. Dazwischen werden immer wieder ausgesuchte Fundstücke vom Flohmarkt oder aus dem alten Hotel platziert. Da und dort hängen goldene Leuchten als Skulpturen von den Decken herab. Im öffentlichen Bereich wurde ein fugenloser Harzboden als einendes Element gewählt, um den Raum durchgängig fließen zu lassen. In diesem Boden wurden „Inseln“ mit Holzbelag kreiert, die die unterschiedlichen Bereiche der Lounge und des Restaurants definieren.

Auch im Spa im Dachgeschoss wird dieses Konzept angewandt. Ein besonderes Augenmerk gilt den Erkern der Suiten, die mit besonderen Loungebereichen mit Kamin, freistehender Badewanne oder Sofalandschaften aufwarten. Die Räume werden durch Raum-inRaum-Schalen zoniert, wobei Wand, Boden und Decke mit dem gleichen Material ausgestattet sind. Die ansprechende, einladende Atmosphäre gelingt unter anderem durch den Einsatz von Holz – edel und einheitlich klar anmutend, ohne kühl zu wirken. Das größte Highlight – schon von weithin sichtbar – ist der Wellnessbereich mit dem extravaganten auskragenden Outdoor-Pool. Im Spa befinden sich ausladende Ruhezonen und Rückzugsmöglichkeiten wie auch ein paar intime Terrassen über den Erkern oder eingeschnitten in das Dach für den genussvollen Aufenthalt an der frischen Luft. Als Eyecatcher fungiert jener ausladende Zylinder, der sich an der Südseite durch das Walmdach bohrt. Deutlich erkennbar ist, dass dieser die Bögen der Fassade aufnimmt: Der Bogen wird auf den Kopf gestellt und wird in das Innere des Daches geführt. Die Schale, in die der Pool eingebettet ist, wurde mit denselben bronzefarbenen Aluminiumpaneelen verkleidet wie die Außenseite der Erker. Sie stellt eine Zä-

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sur zum dunkelbraunen Walmdach dar und lässt ein faszinierendes Spiel mit Reflexionen zu. Von innen gelangt man über wenige Treppen in das Zentrum des Zylinders. Eine Schiebetür öffnet sich, man steigt hinab in die Wasserfläche und wird von der Rundung Richtung Horizont begleitet – dank des Infinity Edges. Knapp sechs Meter tief, schaffen die Rundung, die Transparenz und die zarte Spiegelung eine Art Skulptur, die bis in den Innenraum hineinreicht. Beim Einstieg im hinteren Teil ist der Pool mit einer bronzefarbenen abgerundeten Schale überdacht. Diese löst sich nach außen hin immer mehr in eine abgerundete Netzstruktur aus Stahlstangen auf, bis man schließlich unter freiem Himmel schwimmt. Ein Wechselspiel von Metall und Wasser mit dem Übergang in den grenzenlosen Freiraum. Wie ein sanftes „Fading out“ wird die zylindrische Hülle immer transparenter und verleiht dem Schwimmer mit Blick in die Weite ein Gefühl des Schwebens. Die skulptural anmutende Struktur aus Stangen ist wiederum die Verbindung zwischen Bogen und Raute – bei genauerer Betrachtung bilden die gekrümmten Stangen an ihren Schnittstellen wieder eine Raute. Es ist wohl der Höhepunkt einer Reise, die man schon vor dem Betreten des Gebäudes von außen erahnen kann.


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25 neue Zimmer mit Charakter – jede der vier Kategorien hat eine ganz besondere Geschichte: Die in Bozen ausgiebig gefeierte Nacht der Sterne (Lorenzi-Suite), die Verbundenheit zum Bozner Kultlokal (Stadtler-Zimmer), der traditionelle Erholungsurlaub in Oberbozen (Summerfrisch-Zimmer). Und weil es manchmal eben (noch) luxuriöser sein muss – im Kaminzimmer fühlt man sich wie Gott in Frankreich … äh … Oberbozen. 340

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Weil Gegensätze sich anziehen – im Guesthouse treffen sich Weltbürger, Bozner Originale und Südtirol-Entdecker.

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Ein Rooftop Spa, das man so noch nicht gesehen hat – Gloriette Guesthouse. 344

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Zallinger & Gloriette @ Wellhotel N° 61 - 2018/2019  

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