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SEPTEMBER/OKTOBER/NOVEMBER 2019

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Große Neueröffnung im Herbst!

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Liebe Leserinnen und Leser,

Wie würde Offenbach aussehen, wenn im Stadtgebiet die Straßenränder nicht nur von geparkten Autos gesäumt wären? Welche anderen Aktivitäten könnten dort stattfinden? Musik statt Lärm, Schmökern statt Stänkern, Lesen statt Parken, Kaffee statt Blech, Radeln statt Rasen... Wie in den vergangenen Jahren ruft die Initiative Stadtbiotop Offenbach dazu auf, am internationalen PARKING DAY Parkplätze in der Stadt mit kreativen Aktionen in Treffpunkte zum Verweilen zu verwandeln. Diesmal gibt es Lesungen, Straßenmalerei, Upycyling ... und anderes am 7. September an neun Plätzen in der Stadt. (Weitere Infos. s. S. 14). Für eine lebenswerte und grüne Stadt setzen sich bereits viele Offenbacher Bürgerinnen und Bürger ein. Einige stellen wir in dieser Ausgabe vor. Hier noch die Gewinnerfotos unseres kleinen Fotowettbewerbs zum 'Grünen Offenbach'. Vielen Dank für's Mitmachen.

© Kurt Vollmer

© Werner Kraft

Viel Spaß und eine interessante Lektüre wünscht Euer Mut&Liebe Team IMPRESSUM MUT&LIEBE – Stadtmagazin Offenbach am Main V.i.s.d.P: Petra Baumgardt und Wolfgang Malik GbR Magazin Mut&Liebe, Brinkstr. 47, 63069 Offenbach Tel.: 069 854541 Mail: info@mutundliebeoffenbach.de www.mulionline.de Redaktion: Petra Baumgardt, Wolfgang Malik Layout: Petra Baumgardt • www.grafikdesign-baumgardt.de Fotos: wie jeweils angegeben oder Rechte bei den jeweiligen Personen Titel: Foto: © Stadtbiotop Offenbach, Biene: Katrin Köster Druck: Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, Frankfurt SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

Kostenlose Auslage im ganzen Stadtgebiet, u.a.: OF InfoCenter, Gastronomie, Jugend- & Kulturstätten, vhs, OF-Bildungsbüro, Buchläden, Museen, Stadtbücherei, Einzelhandel, Arztpraxen, Rathaus, Sana Klinikum OF, Wochenmarkt Nächste Ausgabe: 1. Dezember 2019 (Anzeigenschluss: 16.11.2019) Die Veröffentlichung von Veranstaltungsterminen erfolgt ohne Gewähr. Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Herausgeber gestattet. Dieses gilt auch für Aufnahmen in elektronische Datenbanken und vervielfältigungen auf CD-ROM. Für Druck- und Satzfehler besteht keine Haftung. Auflage: 5.000 St. 3


© Katrin Köster

THEMA 8 Die Stadtimkerin 12 "Erobere Deine Stadt..." Stadtbiotop Offenbach 17 Gemüsebaukunst vom Feinsten – Gärtnerei Lang in Bürgel 20 Aus Offenbacher Holz geschnitzt – Peter Schubert 23 Nachhaltig auf einen Blick – Nachhaltiger Stadtplan 24 Vom Alleenring zum Grünring 29 Wir sind keine Wutbürger – Ingrid Wagner, BIL Offenbach 32 Radverkehr – Im Gespräch mit Henning Kühl, ADFC OF 34 Den Wassermann gibt es wirklich – Wassermann 360 ARBEIT 36 ANTEC gehört zu den TOP 100 PROJEKT 38 Das Kaleidoskop Gesundheit 40 100 Jahre vhs Offenbach 42 Zu Fuß zur Schule? Neue Schulwegpläne 44 'Von Ich Zu Ich' gGmbH 52 Ein Pinguin in Paris… Buchmacherei für Kinder 53 Transalpin – zu Fuß von Salzburg nach Triest INKLUSION 46 Teilhabe nachhaltig entwickeln KINO 50 'Hüter der Schwelle' Tatort im Filmklubb

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Kino Kulinaris

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BUCHTIPP 54 Lesungen im bam Buchladen am Markt 55 Frischt gedruckt: Die Offenbacher Einladung 56 Lesung im Ladenkino – Daniel Brettschneider

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Daniel Brettsc

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KUNSTWERK 58 Stachel im Fleisch – die Bilderwelten von Jarki in der Galerie Thomas Hühsam 60 Michael Frank – Ausstellung in der Galerie Artycon 62 Die Künstlergemeinde wächst – eine Betrachtung von Mia Pelenco

GOURMET 64 In-dish 65 Barrio – neuer Hotspot im Quartier 66 Asia Quick 68 Süßes aus dem Netz – Apfel-Walnusskuchen

T I P P | E R L E B E N 70 MUT&LIEBE Tipps 79 Cartoon von Leonore Poth

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M U T&L I E B E / S P E C I A L /

kult&cuisine ist da

– der erste gastro- und kulturführer für offenbach ist jetzt erhältlich  Auf 100 Seiten hat MUT&LIEBE bunt und anschaulich, mit vielen Fotografien einen attraktiver Querschnitt aus dem vielseitigen kulinarischen Angebot Offenbachs zusammengestellt, ergänzt mit Infos über spannende kulturelle Orte. Gäste, neu Hinzugezogene aber auch ‚Alt-Offenbacher*innen‘ bekommen so einen Eindruck von der Vielfalt in der Stadt. KULT&CUISINE ist kostenlos erhältlich bei den teilnehmenden Betrieben und Kultureinrichtungen, dem OFInfoCenter, bam – Buchladen am Markt und der Steinmetz'schen Buchhandlung.

Wolfgang Malik un

d Gastronom Hube

rt Förster

50 Jahre eiscafé cortina

– am 5.10. eis zum halben preis Einen ganzen Tag gibt's Eis zum halben Preis in einer der besten Eisdielen der Stadt. Eisliebhaber und Ober Dr. bürgermeister Felix Schwenke ist auch dabei und verkauft ab ca. 16.30 Uhr für ca. 20 Minuten die kalten Köstlichkeiten für einen guten Zweck: Der Erlös des Verkaufs wird durch einen Sponsor verdoppelt und fließt mit in den Spendentopf für den Waldzoo und die Tafel Offenbach. Rainer Michel sorgt für die musikalischen Begleitung, dazu gibt es noch Kinderschminken. 

5. Oktober, Jubiläumsaktion im Eiscafé Cortina, Aschaffenburger Str. 25, Offenbach-Bieber

Richtigstellung: Leider ist uns in der letzten Mut&Liebe Ausgabe (Nr. 32, Juni 2019) ein Fehler unterlaufen. Das Durchschnittsalter der Offenbacher Bevölkerung liegt bei 40,5 Jahren. Der Anteil der jungen Leute unter 27 Jahren beträgt allerdings nur 28,8% (39.015 von 135.692 insgesamt), und liegt damit etwas höher als im Bundesdurchschnitt. Die Zahl 73,9% bezieht sich auf den Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei den unter 27-jährigen. (31.12.2017, Quelle: EBO 2018). Besten Dank an die aufmerksamen Leser. 6

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M U T&L I E B E / T H E M A /

© Miriam Hüpenbecker

Bienen sind fleißige, nützliche kleine Tierchen, die Honig machen und zunehmend vom Aussterben bedroht sind – soweit bekannt! Auch, dass Stadtimkern gewissermaßen im Trend liegt oder guter, regionaler Honig eine geschmacks- wie gesundheitstechnisch überzeugende Alternative zum Industrie-Zucker-Mansch aus der Plastikflasche mit Drückfunktion ist. In der Regel hört es da aber schon auf. Was es tatsächlich heißt, den Honig nicht aus dem Discounterregal zu nehmen, sondern selbst zu produzieren, zu imkern, wie es so schön heißt, erfährt der Ottonormalbürger meist höchstens aus dem Doku-TV. Dabei stehen die nächsten Bienenstöcke inklusive ihrer fleißigen Bewohner auch hier, mitten im städtischen Offenbach. Linda Falk hat ihre persönliche Imkerleidenschaft bei Freunden aus der Wetterau entdeckt. Als klar war: Das will ich auch!, meldete sie sich beim Offenbacher Imkerbund zum Probe-Imkern an und lernte das Handwerk ein gesamtes Bienenjahr lang von der Pike auf – aus erster Profihand sozusagen. Konkret hieß das: Praxis und Theorie – viele Wochenenden lang. Denn Imkern, das wird schnell klar, wenn man

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die n i r e k m i stadt t – land – biene' d projekt 'sta

von Denise Freidank

Linda zuhört, ist durchaus Arbeit! Im tatsächlich körperlichen Sinne - so klein das Tierchen als Unikum sein mag, in Familienverband und Staatsresidenz mit Innenausstattung (Zargen, Beuten, Brut, Nektar, Bienen) wiegt es durchaus mal 25,30 Kilo, dazu kommen noch die Zargen mit Honig in den Sommermonaten.

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Auch die facettenreiche Betreuung und Pflege des Volkes das gesamte Jahr hindurch ist in sich komplax. Imkern ist nichts, was man sich mal eben durch wochenendfüllende Ratgeberliteratur fix anlesen könnte. Vieles ergibt sich erst bei, mit und aus der Arbeit selbst heraus. Manches lehrt einfach die Erfahrung: Das Gefühl für Abstände und Fristen beispielsweise, die Einschätzung von Futterständen oder der allgemeinen Aktivität des Bienenstammes; es ist die Balance zwischen „eingreifen und gewähren lassen“, notwendigem oder unsinnigem Intervenieren. © Katrin Köster

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Dass ihr erstes eigenes Bienenvolk letztlich in den Fokus ihrer Diplomarbeit rücken würde, hätte Linda damals, während ihrer ersten Imkergehversuche sicher nicht gedacht. Als sich dann aber die Möglichkeit bot, das Grafik- Design-Studium und die Leidenschaft für die schwarzgelben Brummer zu verknüpfen, fackelte sie nicht lange und platzierte ihren Bienenstamm auf dem Atelier-Haus der HfG in der Geleitstraße, einem HfG-Ableger, der für Seminare, Kurse, Kunstevents und andere Veranstaltungen genutzt wird. Falk mobilisiert Studenten verschiedenster Fachbereiche, entwickelt mit ihnen Raumkonzepte, gestaltet Plakate. Und so wird der Hof des Gebäudes bienenfreundlich begrünt – viel Blühendes zur Nahrungssicherung der neuen Bewohner. Eine Sitzecke wird errichtet, Wandgemälde gemalt. Was entsteht, ist ein völlig neuer Kommunikations- und Begegnungsraum, ein Bestäubungsraum, wie Falk so schön sagt. Man sitzt hier zusammen, privat oder im Seminarrahmen. Man gestaltet den entstandenen Raum gemeinschaftlich weiter. Alles in allem eine, sich stetig aus sich selbst heraus weiterentwickelnde, künstlerische Prozessarbeit. Ein Kunstprojekt also, das Linda Falk für ihre Diplomarbeit beschrieb. Thema: „Stadt – Land – Biene“. Das war 2013, 2014. Heute ist das, neben dem Atelierhaushof liegende Bauland zubetoniert. Die geliebten Bäume sind Neubauten gewichen. Vom alten Flair ist nicht mehr viel zu spüren. Lindas Bienenleidenschaft jedoch überdauerte nicht nur den Studienabschluss, sondern auch zwei Schwangerschaften völlig unbeschadet. Seit fünf Jahren betreut sie mit Andreas Koppe und Hakan Erdogan, zwei befreundeten Hobbyimkern, insgesamt neun Bienenvölker auf dem Alten Friedhof Offenbach: „Die Lage ist toll, die Bienen haben ihre Ruhe und genug Nahrungsangebot. Wir sind sehr zufrieden“, sagt Linda. Die Nachfolgegeneration ihres HfG-Volks ist auch noch dabei. Wenn sie das Gefühl beschreibt, das sie beim Öffnen eines Stockes befällt, den Geruch nach Wachs, Pollen und Nektar, die Geräuschkulisse aus Brummen und Summen, die gesamte Atmosphäre, dann bekommt man fast das Gefühl, man stünde selbst im Schutzanzug vorm Bienenhaus. Anders, als Erwerbsimker, ernten die drei den Honig ihrer Bienen nur einmal im Jahr, meistens im Juli, Au9


M U T&L I E B E / T H E M A / © Katrin Köster

gust. Dieses Jahr sind stattliche 140 Kilogramm reiner Offenbacher Stadthonig zusammengekommen. Nur ein kleiner Teil davon wird über die Gärtnerei Lang auf dem Offenbacher Wochenmarkt verkauft. Das meiste landet in der privaten Küche und denen von Freunden und Bekannten. „Der Honig spielt aber auch gar nicht die Hauptrolle für uns!“, erklärt Linda, „wir sind Hobbyimker, es macht uns einfach Spaß, teilzuhaben an der Entwicklung unserer Völker. Es ist auch immer wieder schön, das Bienenjahr so direkt mitzuerleben, beispielsweise im Frühjahr den Beginn der Flugsaison zu beobachten, zu sehen, dass es dem Volk gut geht, dass alles in Ordnung ist.“ Der Verantwortung, die gerade das Stadtimkern mit sich bringt, ist Linda sich bewusst. Teilt sich ein Volk beispielsweise ungewollt, schwärmt der abgespaltene Part auf der Suche nach einer neuen Behausung im Stadtgebiet. Da dort die Wohnungssuche für Bienen gleichermaßen erquicklich ist, wie für Menschen, könnte solch ein Szenario für beide Parteien unangenehm werden. Regelmäßige und sorgfältige Kontrolle ist beim Stadtimkern deshalb besonders wichtig. Hat die Arbeit mit den Bienen Lindas Bewusstsein für Ernährung, für Nachhaltigkeit im Allgemeinen verändert? 10

„Ich war auch vorher schon sehr interessiert an gesunder Ernährung, auch an Nachhaltigkeitskonzepten. Aber klar, wenn du so hautnah dabei bist bei dem, was dein Volk da das Jahr über treibt, wenn du weißt, was für eine Arbeit dahintersteckt, dann würdest du nie wieder unbedacht zur berühmten Plastikdrückflasche aus dem Supermarktregal greifen“, resümiert die Stadtimkerin. Es ist bestimmt auch ein gutes Gefühl, ganz persönlich etwas gegen das beunruhigende Bienen- und generell Insektensterben der letzten Jahre zu tun! Idyllisch und ruhig, auf dem Alten Friedhof mitten in Offenbach. In diesem Sinne: Alles Gute auch für die Flugsaison 2020!

Eine fortwährend aktualisierte Berichterstattung mit eindrucksvollen Fotografien über das Leben und Wirken der neun Stadtbienenvölker auf dem Alten Friedhof Offenbach gibt es unter: talk-foodish.org von Kartin Köster SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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M U T&L I E B E / T H E M A /

e n i e d e r e "erob stadt…hr" initivative stadtbiotop: aktionen für me

urbane lebensqualität Kurzerhand ein paar Gartenmöbel über die Straße "Nachbarn brachten Tee und man kam ins Gespräch", 

getragen und schon verwandelt sich der eher schmuddelige Ort Senefelder-/Ecke Marienstraße zu einem ganz gemütlichen Plätzchen. Vor dem Fußgängertunnel, neben Kiosk und mit Aussicht auf die Kreuzung treffe ich mich mit Janina, Lukas, Hannah und Julian vom Stadtbiotop Offenbach. Sie gehören zum festen Kern der lockeren Gruppe, die sich regelmäßig und auch manchmal spontan zu gemeinsamen Aktionen für eine lebenswerte Stadt zusammenfinden. Zum Internationalen Parking Day 2016 initiierte Janina Albrecht mit Freunden erstmals Aktionen im öffentlichen Raum. Mit Rollrasen, Blumentöpfen und Sitzgelegenheiten verwandelten sie Parkplätze für einige Stunden in einen Lebensraum für alle. 12

so Janina. "Selbst die Autofahrer reagierten positiv und suchten sich einen anderen Platz." "Wir wollten anregen zum Nachdenken, wie das Leben in der Stadt aussehen könnte, wenn die Straßen und Plätze von allen genutzt werden können und sich nicht alles auf den Autoverkehr ausrichtet," ergänzt Lukas. Unter dem Motto 'Erobere Deine Stadt" organisiert die Gruppe immer wieder neue Aktionen, die den öffentlichen Raum verändern, Bewohner zu eigenen Ideen anregen wollen und auch Fordrungen an die Politik stellen. Hier an der Marienstraße entstand so eine kleine Grünfläche mit Blumen und Kräutern und ein Nachbarschaftsbrett mit Infos, Büchern und Sachen zum mitnehmen und tauschen. In der Bismarckstr./Ecke Kurze Straße gibt es seit 2017 eine SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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© Stadtbiotop Janina Albrecht

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M U T&L I E B E / T H E M A / Nachbarschaftsbank und ab und zu versucht die Gruppe sich auch bei Bürgerbefragungen und Stadtverordnetenversammlungen Gehör zu verschaffen, etwa zum Thema Tempo 30. "Wir möchten mit positiven Aktionen in unserem direkten Umfeld Einfluß nehmen und zeigen, dass es möglich ist, etwas zu verändern. Und anderen damit auch Mut machen, selbst aktiv zu werden." erklärt Janina ihr Engagement. "Wir fragen nicht lange, sondern tun etwas konkret, weil es uns wichtig ist für eine lebenswerte und grünere Stadt für alle zu kämpfen."

7. September – Parking Day 2019

Über das Projekt "Besser leben in Offenbach" unterstützt die Stadt Grünstreifenprojekte und auch andere Nachbarschafts- und Garteninitiativen.

Schäfergarten – Essbare Stadt Ein paar Straßen weiter, Schäfer-/Ecke Hermannstraße grünt und blüht es im Schäfergarten. Wie im Hafen- und im Rolandgarten auf dem ehemaligen Werksgelände von MAN Roland, gibt es auch hier eine rege Urban-Gardening-Initiative. Bereits 2016 hat die Gruppe 'Essbare Stadt' drei große Beete auf dem Spielplatzhügel angelegt und dazu noch sechs Hochbeete. Sie kümmert sich zusammen mit dem Stadtbiotop auch um den Grünstreifen an der Straße. Gemüse, Obst und Kräuter gedeihen hier, gepflanzt, gepflegt und geerntet von ca. 12 - 15 Hobbygärtner*innen, die sich regelmäßig Mittwochs abends hier treffen. Die Leute kommen aus der Nachbarschaft und teilweise auch aus anderen Stadtteilen. 14

Musik statt Lärm, Schmökern statt Stänkern, Lesen statt Parken, Kaffee statt Blech, Radeln statt Rasen... zum diesjährigen Parking Day am 7. September hat das Stadtbiotop zahlreiche Mitstreiter*innen aktiviert. Mit vielen kreativen Ideen an unterschiedlichen Orten sind diesmal mit dabei: • HDW Partner mit Straßenmalerei • bam – Buchladen am Markt mit einem Lesecafé • Ladencafé Artefakt mit einem Treffpunkt im Grünen • adfc & Bügerinitiative Frankfurter Straße mit "Musik statt Lärm" und Pop Up Bike Lane • Agenda 21 mit Öffentlicher Raum, ein Experiment wagen! • Heroes mit Orient in Offenbach • My Piecycle mit Wohnzimmer(konzert), Kinderzimmer und Werkstatt • Etagerie & Maschenwahn mit Upcycling im „Taunusgärtchen“ • Fridays for Future & Stadtschüler*innenrat mit "Das parkende Klassenzimmer" Weitere Infos zu Ort und Zeit auf facebook, tumblr und twitter. "Wir überlegen gemeinsam, was wir anbauen wollen. Probieren immermal wieder neu, was gut wächst und was nicht," meint Boriana. Spaß haben alle am gemeinsamen Gärtnern und dem Engagement für eine schönere, grünere Stadt. "Wichtig ist mir auch der Kontakt zu den Menschen, man kennt sich mittlerweile im Stadtteil und lebt nicht mehr so anonym neben einander her, " findet Mareike. Die Kinder vom Spielplatz helfen oft beim Gießen, SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


© Stadtbiotop Janina Albrecht

mehrmals im Jahr gibt es Gartenfeste, Lagerfeuer, Open Air Kino, Workshops und Pflanzentausch-Aktionen. Der Garten wird im Stadtteil gut angenommen und respektiert, mit Vandalismus gibt es so gut wie keine Probleme. Auch wenn schon mal ein paar Pflanzen 'verschwinden'. Geärgert hat man sich aber über den Diebstahl von Pferdemist und das Ausgraben eines Feigenbaumes. Das Wasser kommt vom Stadtteilbüro gegenüber und im Winter trifft sich dort die Gruppe zum Planen für die nächste Gartensaison. Gemeinsam wurde in diesem Jahr eine Kompostanlage gebaut und im Herbst 2018 zwei Apfelbäume gepflanzt. Für die Zukunft wünscht man sich am SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

meisten eine Lösung des Wasserproblems. Im heißen Sommer braucht man bis zu 60 Kannen zum Gießen, die mühsam über die Straße heran geschleppt werden müssen. Ein Wasseranschluß direkt auf dem Spielplatz wäre da eine große Hilfe.  Schäfergarten, Schäfer Str. /Ecke Hermann Str. Treffen: Mittwochs ab 18.00 Uhr Infos: Stadtteilbüro, Hermannstraße 16 15


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gemüsebaukunst vom feinsten… gärtnerei lang in bürgel

Text & Fotos von Katrin Köster Leuchtendes Orange und Rot mitten in saftigem Grün. Spitzpaprika, üppige Kräutersträuße, gestreifte Zucchini und gelbe Patissonkürbisse die wie UFOs aussehen. Aromatomaten, Wirsing, Fenchel, rote Bete, Mais. Duftender Basilikum, Portulak, Sauerampfer… Ich drehe eine Freitagsrunde über den Offenbacher Wochenmarkt und in all den Leuten, Marktständen und Bergen von Früchten und Gemüse finde ich den mit all diesen Farben und Schätzen der Gemüsebaukunst überlaufenden Stand der Gärtnerei Lang. Die Langs sind berühmt für ihre schmackhaften Tomaten, grüne Sosse Kräuter, den bunten Blütensalat, die vielen Minze- und Basilikumsorten und die verflucht scharfen Chilis. Die Gurken werden am Markttag in aller Frühe gepflückt. Frischer geht es nicht. Ulrike und Joachim Lang betreiben ihre kleine Gemüse- und Kräutergärtnerei bereits in der dritten 

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Generation. Joachims Eltern sind sogar manchen Offenbachern noch im Gedächtnis und Joachim und Ulrike haben den Betrieb und Stand weiter gemacht. Manche Stammkunden tauchen schon in aller Frühe auf, wenn noch bei Dämmerung aufgebaut wird. Mit viel Handarbeit und Zuwendung pflanzen Joachim und Ulrike Lang diese bunte Vielfalt an Gemüsesorten und Kräutern in Offenbach Bürgel an. Sie wohnen selbst mit drei Katzen auf dem ca. 1 Hektar großen Gelände. Jeder Quadratzentimeter wird genutzt und selbst zwischen den Gewächshäusern wachsen Blumen. Hier und da stolpert man über einen Topf mit prächtigem Rosmarin oder einer exotischen Aubergine, die just for fun hier wachsen darf. Mini-Gurken-Experimente wachsen in einem alten kleinen Gewächshaus, „für die Kinder“, wie Ulrike sagt. Aber das Experimentieren hat auch existenziellen 17


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Hintergründe. Seit einiger Zeit funktionieren Süßkartoffeln in unseren Breiten. Sie brauchen warme Nächte, die es früher so zeitig noch nicht gab. „Die Klimaveränderung ist deutlich zu spüren“, sagt Ulrike

Bewegen neu lernen… „…das Unmögliche möglich, das Mögliche leicht, das Leichte elegant machen.“ Dr. Moshé Feldenkrais

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und die Langs versuchen, sich darauf einzustellen. Sie sind als kleiner Betrieb flexibler und damit im Vorteil. Wenn mal ein Versuch schief geht oder eine Hitzewelle die Erbsenernte auf zwei Wochen verkürzt ist das zwar ärgerlich, hat aber nicht dieselbe Dimension wie bei einem Betrieb, der bis zum Horizont Mais anbaut. Die immer heißer werdenden Sommer, in denen der Mangel an Regen häufiges Bewässern erfordert, macht die Arbeit aber mühsamer und die Erfolge unberechenbarer. Im letzten Jahr kam wochenlang kein Tropfen runter und Joachim schwärmt, wie er sich den Regen wünscht: Nicht zu heftig darf er sein, lieber langsam und ausdauernd, so dass er gut einsickern kann in die ausgetrocknete Erde. Die Langs sind kein zertifizierter Bio-Betrieb, denn das würde mehr Arbeit bedeuten und meistens sind die beiden schon mit dem normalen Tagespensum am Limit. Es wird konventionell gedüngt doch Pestizide kommen nur in Notfällen zum Einsatz. Ulrike lacht und sagt, sie pflegen ihre Pflanzen mit Arbeit und Liebe. Die Bestäubung der Tomatenpflanzen übernehmen Hummeln, die per Post kommen und dann ihre Freude haben im Tomatenhaus. Schädlinge werden von anderen Tierchen gefressen wie zum Beispiel Schlupfwespen oder Raubmilben. Alles läuft nach einem festen Ablaufplan und die Logistik einer Gärtnerei ist mehr, als nur Anpflanzen und Ernten. Dienstag und Freitag ist Markt, also wird Montag SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


© Katrin Köster

und Donnerstag geerntet. Kräuter müssen schnell ins Kühlhaus, der Blütensalat muss gewaschen werden. Am Samstag wird gepflanzt, an anderen Tagen gesät und der Boden vorbereitet. Wann werden die Nutztiere bestellt, welche Gerätschaften müssen

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nachgekauft werden, wann wird die Büroarbeit erledigt…. die Komposterde wird dazu gekauft, denn der eigene Kompost hat zu viele Unkrautsamen. Das zeitaufwendige Jäten kann damit und zusätzlich durch Folie auf den Freilandbeeten erspart werden. Ulrike und Joachim achten genau darauf, was sie schaffen können. Urlaub gibt’s im Winter. Der Anbauzyklus ist am Angebot des Marktstandes der Langs gut ablesbar. Viele Menschen wissen nicht mehr, wann was wirklich reif ist. Um als Erster ersehnte Früchte und Gemüse auf den Markt zu bringen, wird vieles unter Folie gezogen. „Das ist Stress für uns“, sagt Joachim, denn die Leute verstehen nicht, warum es diese Dinge bei uns noch nicht gibt, wenn sie es woanders sehen. Auch eine Rispe mit Tomaten, die durchgängig rot ist, gibt es so eigentlich nicht. Um das zu erreichen, muss man die grünen Tomatenrispen abschneiden nachreifen lassen. Die Rispen reifen eigentlich am Strauch von oben nach unten langsam durch. talk foodish Wer noch mehr über die Langs und ihren Betrieb wissen möchte, findet auf meinem Blog www.talk-foodish.org einen Berichtszyklus über das Gartenjahr 2018. Auf talk foodish können Sie aber auch in Rezepten stöbern oder andere interessante Dinge entdecken.

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© Lemnitzre-fotografie

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z l o h r e h c a aus offenb eschnitzt... g von Janina Zepter

Der Wald ist Sehnsuchtsort, Erholungsgebiet und Wirtschaftsfaktor. Zum Offenbacher Wald hat Peter Schubert ein ganz besonderes Verhältnis. Nächstes Jahr begeht der Offenbacher sein 40-jähriges Dienstjubiläum als Forstwirt. Hallo Peter, wie kamst du in den Offenbacher Wald? Ich wollte schon immer etwas mit meinen Händen machen, eine Arbeit, deren Ergebnis ich sehen kann. Am besten im Freien und mit der Natur. In den Jahren 1978/79 habe ich ein Schulpraktikum beim Forstbetrieb der Stadt gemacht, das war genau das Richtige. 

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Und nach dem Hauptschulabschluss habe ich dann 1980 meine Lehre als Forstwirt begonnen. Worin genau besteht deine Arbeit? Grundsätzlich machen wir alles, was im Wald so anfällt. Im Winter der Holzeinschlag bildet natürlich den SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


M U T&L I E B E / T H E M A / Schwerpunkt meiner Arbeit. Viel Zeit kostet auch die Sicherung von Straßen und Waldrändern – schließlich ist unser Wald ein Naherholungsgebiet. Hier dürfen keine morschen Äste oder Bäume die Menschen gefährden. Daher gehen wir zwei Mal jährlich alle Waldgrenzen ab und beseitigen Gefahren. Auch über den Mängelmelder der Stadt kommt viel rein: hier ein schiefer Ast, da ein eingebrochener Zaun... Außerdem halten wir die Schutzhütten in Schuss. Wie ist die Waldbewirtschaftung in Offenbach bzw. in Hessen organisiert? Grundsätzlich wird der Offenbacher Wald – wie jeder öffentliche Wald – durch Hessenforst beförstert. Somit ist mir fachlich der Revierförster vorgesetzt. Die Landesbehörde Hessenforst erstellt das Forstbetriebswerk, das alle 10 Jahre überarbeitet wird. Dieses bildet die Leitlinie für den Waldwirtschaftsplan der einzelnen Gemeinden, der jährlich erstellt wird und der dann auch im Magistrat abgesegnet werden muss. In Offenbach sind wir beim Amt 80.2 angegliedert, dem Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. Zum Thema Nachhaltigkeit, wie nachhaltig ist deine Arbeit? Schon der Begriff Nachhaltigkeit stammt ja aus der Forstwirtschaft und wurde vor über 300 Jahren geprägt. Für uns bedeutet das: Nur so viel Holz zu entnehmen wie auch wieder nachwächst, wir betreiben also keinen Raubbau. Gerodete Flächen wieder aufforsten ist somit auch ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Viele Leute haben ja eine wildromantische Vorstellung von Wald. Die wenigsten wissen, dass alle Waldflächen Westeuropas aus der Forstwirtschaft entstanden sind und entsprechen bewirtschaftet werden. Wald ist ein Wirtschaftsfaktor. Hat sich während deiner fast 40-jährigen Laufbahn denn etwas verändert? Heute setzt man eher auf Einzelbaum-Entnahme und lässt die jungen Bäume, die um die dann entstandene Lücke stehen, weiterwachsen. Früher kam es schon vor, dass wir riesige Waldstücke komplett abgeerntet und dementsprechend auch komplett wieder aufgeforstet haben. Ich erinnere mich an eine Großbestellung von 250.000 jungen Bäumen, die wir in einer Saison wieder eingesetzt haben. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

Offenbacher Stadtwald Der Offenbacher Stadtwald verfügt über 1316 Hektar Wald. Die Fläche verteilt sich vom 'Nassen Dreieck' bis Heusenstamm, von der Müllverbrennung bis Gravenbruch im Westen, bis Dietzenbach Steinberg im Süden, rund um Bieber bis Obertshausen sowie dem Lohwald. Zusätzlich gibt es einzelne kleine Waldflächen in der Gemarkung um Offenbach. Die meisten Bäume sind Kiefern (56%), 30% Buchen und 12% Eichen, Fichten gibt es kaum (2%). Die Bewirtschaftung erfolgt über den Landesbetrieb Hessen-Forst im Auftrag der Stadt Offenbach.

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18.06.18 10:08

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M U T&L I E B E / T H E M A / Das ist ja wirklich Knochenarbeit... Ja, und was die wenigsten wissen: Bis 2003 war Waldarbeit reine Akkordarbeit. Das heißt, wir wurden nur nach der Menge der gefällten oder Anzahl der neu gepflanzten Bäume bezahlt. Außerdem übernehmen heute Vollernter die meisten Fällungen. Nur wenn ein wirklich dicker, alter Baum gefällt wird, rücken wir noch mit der Kettensäge an. Was passiert dann mit den Bäumen? Holz wird mittlerweile global gehandelt: Europa importiert z.B. Tropenholz oder Holz aus Nordamerika, während deutsches Holz nach China verschifft wird. Je nachdem, wer wo Holz mit welchen Materialeigenschaften benötigt. Überhaupt bestimmt die Nachfrage auch meine Arbeit: Wir haben Listen mit den Bestellungen der verschiedenen Holzhändler und ihren Anforderungen, anhand derer wir dann die Bäume aussuchen. Derzeit ist der Holzmarkt überschwemmt und die Preise sind sehr niedrig. Merkst du den Klimawandel bei deiner Arbeit? Die Sandböden des Rhein-Main-Gebiets waren über Jahrhunderte bekannt für die hervorragende Qualität Auf seinen Reisen in alle Welt ist Peter Schubert immer wieder fasziniert von Bäumen. (u.l.: Windhoek; © P. Schubert)

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des Kiefernholzes. Heute leiden die meisten Kiefern unter der Hitze und der Trockenheit. Im Wald haben schon starke Veränderungen stattgefunden. Manchmal unken die Kollegen und ich, dass wir in 50 Jahren Palmölplantagen anlegen werden... Welches ist deine Lieblings-Baumart? Die Kiefer. Aber das hat eher praktische Gründe: Sie hat einen geraden Wuchs, wenig Äste und lässt sich daher sehr einfach ernten. Was machst du in deiner Freizeit? Ich bin sehr reiselustig und war schon auf allen Kontinenten außer Südamerika. Besonders faszinieren mich die Nationalparks, da ich mir gerne die Natur anderer Länder anschaue. Wenn ich es mir aussuchen kann, nehme ich auch an Führungen durch Wälder oder Sägewerken teil, ich habe auch schon Nächte im tropischen Regenwald verbracht. Holz ist also dein Element? Es fasziniert mich einfach: Es gibt sogar Tropenholz, das schwerer ist als Wasser und daher untergeht. Ich bin einfach immer wieder begeistert, welche verschiedenen Eigenschaften die verschiedenen Holzarten mit sich bringen!

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f u a g i t l a h h nac blick… n e n i e

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Gute Idee aus der Nachbarstadt: Ange lehnt an die 'Wandelkarte' fü r Darmstadt arbeite n zur Zeit die Offenbacher Gr ünen an einem na chhaltigen Stadtplan für Offenb ach.

© Wandelkarte Da

 Wo kann ich in Offenbach eigentlich nachhaltig einkaufen? Oft ist es nicht einfach, auf diese Frage konkrete Antworten zu geben. Doch das soll sich nun bald ändern, wenn es nach einer von den Grünen Offenbach initiierten Arbeitsgruppe geht. Denn diese bemüht sich zurzeit darum, einen nachhaltigen Stadtplan für Offenbach zu entwickeln, der eine breite Palette an nachhaltigen Einkaufs-, Tausch- und Reparaturmöglichkeiten in Offenbach beinhalten soll. Vorbild für das Vorhaben ist die Wandelkarte in Darmstadt, die alle Erstsemester und Neubürger*innen der Stadt kostenlos erhalten und die unter anderem von Transition Town Darmstadt herausgegeben wurde. 35.000 Exemplare des Faltblattes, das nachhaltige Läden in Darmstadt, sortiert nach verschiedenen Kriterien, in einer Stadtkarte verzeichnet, sind bereits verteilt worden. Eine ähnliche Herangehensweise hat die Offenbacher Arbeitsgruppe gewählt. Sie hat zunächst die Stadt zwischen den verschiedenen Engagierten – unter denen nicht nur Grünen-Mitglieder sind – aufgeteilt. Jede*r ging in ihren*seinen Stadtteil und suchte nach Läden, die zur zunächst vagen Überschrift der Nachhaltigkeit passen – seien es Fahrradläden oder Geschäfte, in denen man regionale oder ökologische Produkte kaufen kann oder gar Orte, an denen man gar nichts kaufen, sondern stattdessen etwas tauschen kann. Diese lange Liste wird momentan durch Besuche bei den verschiedenen Geschäften überprüft und so unter Umständen auch gekürzt, bis eine angemessene Menge an Orten feststeht, die auf eine Karte passen. Diese Orte werden dann – wie beim Darmstädter Vorbild – den verschiedenen Kategorien der Nachhaltigkeit zugeordnet und auf dem Stadtplan platziert.

rmstadt

nachhaltiger stadtplan für offenbach in arbeit

Die Idee ist, dass mit einem Blick auf die Karte ersichtlich ist, welche Läden und Orte aus welchen Gründen zur nachhaltigen Lebensweise beitragen können – vielleicht entdecken auch Alteingesessen die eine oder andere neue Möglichkeit, umweltbewusster zu handeln. Das Ziel der Arbeitsgruppe um den nachhaltigen Stadtplan ist es, das Projekt bis zum Weihnachtsgeschäft vollendet zu haben, so dass jede*r Offenbacher*in den nachhaltigen Stadtplan zur Rate ziehen kann, wenn es darum Weihnachtsgeschenke zu kaufen (oder zu tauschen oder zu reparieren…)!

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M U T&L I E B E / T H E M A / © Archiv im Haus der Stadtgeschichte, Offenbach

August-Bebel-Ring 1924

vom alleenring zum grünring... vom main zum main – 140 jahre stadtgrün in offenbach

von Angelika Amborn-Morgenstern Grüne Oasen, grüne Lunge, grüne Spange, grüne Bauchbinde, grüne Schneise – die Politiker, Journalisten, Städteplanerinnen und Städteplaner, von denen diese Formulierungen stammen, meinen alle dasselbe, die beiden Offenbacher Grünringe. Den Anlagenring, den Inneren, 4 km langen vom August-Bebel-Ring an der Berliner Straße bis zum Landgrafenring am Ostbahnhof. Und sie meinen den Außenring, den 16 km langen vom Main an der Kaiserleibrücke bis zum Main in Bürgel, beide mit Fuß- und Radweg.

Wer in Offenbach wohnt weiß den Wert dieser Ringe zu schätzen, auch wer nicht wie ich am Maindamm aufgewachsen ist und seit 40 Jahren am Alleenring wohnt. Inmitten städtischer Bebauung ist hier Platz für Bäume, Blumen und Kinderspiel meint Ex-Oberbürgermeister Horst Schneider, ein Verfechter des Ringkonzepts. Deshalb müsse die Stadt in dessen Erhalt und die Pflege investieren, damit der Park, der wie eine grüne Schneise durch die Bebauung schlägt, Treffpunkt für die Menschen bleibt. Städteplanerin Annette Glowania ist d‘accord: Wir brauchen Rückzugsräume für Mensch und Natur… Wir wissen heute, dass grüne Flächen essentiell für ein gesundes Wohnumfeld gerade in der Stadt sind… Wir achten auf einen hohen Anteil an öffentlichen Grünflächen. Was die Grünringe für die Lebensqualität bedeuten, das wissen besonders die zu schätzen, die unmittelbar dort wohnen. Nico Schützhofer ist am Waldpark großgeworden und lebt jetzt wieder dort mit seiner jungen Familie nach langen Unterbrechungen u. a. in Mittelamerika. Wir leben direkt unter der Ein24

flugschneise. Der tägliche Blick ins Grüne bietet da für unsere Lebensqualität einen wichtigen Ausgleich. Morgens beschert er uns einen guten Start in den Tag und abends gehen wir immer gerne noch eine Runde durch den Park. Unser Stadtleben ist dadurch zugleich naturverbunden – und das ist uns wichtig. Ähnlich sieht es Irmard Dennert, die seit 36 Jahren am Isenburgring lebt. Wir schätzen die Wohnlage sehr, denn wir sind nah am Zentrum und doch im Grünen. Unsere Anlage ist ein idealer Spazier- und Radweg unter herrlichen Bäumen, dazwischen Rasenflächen, Rondells zum Sitzen und Platz für das Sommerevent Rad, Wein und Gesang.

Dreieich Park Grünring von Main zu Main Die Idee von einem Grünring vom Main zum Main hatte man schon vor 180 Jahren. Eine Bürgerinitiative plante 1842 eine Promenade, die von der heutigen Arthur-Zitscher-Straße über die Bismarckstraße, die obere Ludwig- und untere Kaiserstraße zum Main verlaufen sollte und rief zu einer Spendenaktion auf: Durch einen von der Regierung genehmigten Bauplan SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


August-Bebel-Ring heute

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Hafenkran Mainufer

© Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement

Rad, Wein & Gesang im Landgrafenring

Wetterpark

© Rainer Golembiewski

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Dreieich Park

Musikpavillon im Dreieich Park. Die beiden Eichen neben dem Pavillion wurden wahrscheinlich schon 1870 gepflanzt.

ist … eine Umfassungsstraße, welche demnächst eine Promenade bilden soll, von einem Mainufer bis zum anderen, vorgesehen … Der löbliche Stadtrat …wird seine Mitwirkung … dem Ausschuss nicht verweigern. Teile dieses Rings wurden dann auch tatsächlich mit Unterstützung der Stadt realisiert, später aber überbaut. Erst rund 60 Jahre später wurde die Idee von einem Anlagering um Offenbach wieder aufgegriffen. 1906 wurde Leonard Eisnert als Projektleiter bestimmt. Hand in Hand mit den Stadtgärtnern Ferdinand Tutenberg und ab 1911 mit Gartenbaudirektor Oskar Gutsche baute er die Ringe in Etappen parkartig aus. Dem SPD-Mann lag etwas dran, dass die breite Arbeiterschaft, die es in der damals in unserer noch relativ jungen Industriestadt gab, ein Recht auf Freizeit und Bewegung im Grünen hatte. Die Ringe waren bereits angelegt. Zwischen ihnen gab es schon drei „grüne Inseln“: die kleine Anlage mit Weiher rund um das Versorgungshaus am Hessenring, heute Wohnkomplex Seerosengarten und den Vorgarten der Städtischen Klinik, heute Sana Klinikum und natürlich den Stadtpark, heute Dreieichpark. Zu verdanken haben wir diesen Park der Hessischen Landesgewerbeausstellung, die vor exakt 140 Jahren hier stattfand. Für die 642 Aussteller suchte man ein entsprechendes Gelände und entschied sich für die große Bleichwiese an der Stadtgrenze zu Frankfurt. Weiher wurden angelegt, Bäume gepflanzt, temporäre Gebäude auf und danach wiederabgeschlagen. Stehen blieben die Betonmodelle der Offenbacher 26

Firma Feege und Gotthardt, für damals Hightec vom feinsten. Man pflanzte weiter und machte aus dem Gelände einen Volkspark. Die Eibengruppen und Eichen erinnern noch an den Stil der 1870er Jahre. Die beiden Eichen rechts und links vom Musikpavillon stammen höchst wahrscheinlich noch von damals. Mit ihren 4,80 m Umfang sind sie die absoluten Rekordhalter unter den Bäumen des Alleenrings, die „Winner“ wie sie unser Enkel Ariel nennt, mit dem ich diverse Baumgiganten im Ring vermessen habe. Dicker ist nur die Markeiche anno 1860 nördlich der Stadthalle iim Grünring vom Main zum Main. In unserem Out-door-Bilolgieunterricht kreuz und quer durch den Dreieichpark haben wir über 30 verschiedene Baumarten entdeckt, unter anderem die beiden „lebenden Fossilien“, den Urweltmammutbaum und den Gingko, Neupflanzungen, die man anno 1879 hier noch nicht kannte. Von diesem Park aus begann dann 1902 der Ausbau der Ringe als Promenade. Der erste Bauabschnitt war der Isenburgring, der 1906 als Anlage eröffnet wurde. Die Sichtachse zum Dreieichpark durch die damals noch offenen Viaduktbögen gibt es nicht mehr und die aufwendigen Blumenbeete sind verschwunden. Erhalten sind 21 die Platanen, die wie weiße Säulen am Mittelweg stehen. Ein Jahr später wurde der Starckenburgring eröffnet, endgültig ausgebaut war er erst sieben Jahre später. Die Anlage war sehr aufwendig mit Schmuckbeeten, SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


M U T&L I E B E / T H E M A / Rasenflächen und Bäumen gestaltet. Charakteristisch ist die Kastanienreihe am Hauptweg vorne zur Straße hin, 35 Bäume mit roten und weißen Blüten. Als dritter Abschnitt wurde der Friedrichsring ausgebaut. Eyecatcher sind heute die Mammutbäume und vor allem der Friedrichsweiher mit seiner Wasserfontaine. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Alleenprojekt wieder aufgegriffen. Diesmal war der AugustBebel-Ring an der Reihe. Dort gab es bereits seit den 1870er Jahren eine Vorgängerpromenade, die aber einen etwas anderen Verlauf hatte. Die Grünanlage ist nach einem symmetrischen Gestaltungsprinzip ausgebaut. Es zieht sich relativ konsequent von einem Rondell mit Brunnen an der Berliner Straße über zwei Straßenkreuzungen, einem rechteckigen Platz mit Brunnen bis zu einem kleinen Platz in Halbkreisform. Markant ist der Mittelweg mit seinen jeweils 38 Platanen rechts und links, die nach einem bestimmten Rhythmus gepflanzt wurden: 2 x 7, 2 x 11, 2 x 12 und 2 x 8. Die Pyramidenpappeln, die damals die Platananabschnitte flankiert haben, existieren nicht mehr. Nachdem Eißnert diesen Bauabschnitt 1924 abgeschlossen hatte, nahm er sich den Hessenring vor. Am Eingang ließ er rechts und links vom Hauptweg Gebäude

errichten, die damals mit einer Pergola verbunden waren und wie ein Portal wirkten. Die Häuschen stehen noch und haben sogar ihre Funktion als Kiosk bzw. Trafohäuschen beibehalten. Auch die runde Rasenfläche mit ihren 52 m Durchmesser hat sich fast unverändert gehalten. Am Anfang hatten nur die Kinder vom Versorgungshaus nebenan und vom Kindergarten in der Friedrichstraße Zutritt, andere Gruppen mussten einen Antrag stellen, wenn sie den „Tanzring“ wie er damals genannt wurde, benutzen wollten. Am Tag nach der Eröffnung am 30. August 1928 hieß es im Offenbacher Abendblatt: Bürgermeister Aull dankt Gartenbaudirektor Gutsche, dass unter seiner Leitung ein so schönes Glied der Anlage entstanden ist, das … eine Stätte des Friedens und der

Hessenring

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© Archiv im Haus der Stadtgeschichte, Offenbach

Die Bäume rund um den Hessenring von 1924 spenden heute Schatten für einen Spielplatz und der "Tanzring" bildet auch heute noch den Mittelpunkt der Anlage.

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M U T&L I E B E / T H E M A / Erholung für die Kleinen unserer Stadt werden möge. Und das hat geklappt. Jeden Tag kann ich mich von meinem Schreibtisch aus davon überzeugen. Als letzter Abschnitt wurde der Landgrafenring 1935 abgeschlossen. Ähnlich wie der August-Bebel-Ring ist auch er geometrisch gestaltet, aber lange nicht so konsequent wie dieser. Die Durchkreuzung des Rings an fünf Stellen durch Straßen war für die Gartenbauer eine Herausforderung, denn dadurch zerfällt der Ring in sechs Teile. Auf dem Abschnitt zwischen Eigenheimstraße und Hessenring wechselt nach jedem Cut die Baumart rechts und links vom Mittelweg. Linden, Urweltmammutbäume, wieder Linden und Kastanien folgen nacheinander. Auch hier gibt es eine Art Rhythmus: 2 x 12, 2 x 5, 2 x 13, 2 x 16 bzw. 18 und 2 x 27. Der Alleenring steht unter Denkmalschutz und wird regelmäßig in Stand gehalten. Der Anlagenring wirkt durch seine parkartige Gestaltung einheitlich. Der Grünring von Main zu Main dagegen ist heterogen, da er aus ganz unterschiedlichen Abschnitten besteht. Wie damals beim Ausbau des Alleenrings hatte man auch hier schon vorhandene Grünflächen etappenweise mit einander verbunden. Interessant ist, dass einige dieser Grünflächen unter Eißnert angelegt wurden: die Grünanlagen im Buchraingebiet, der Waldpark und der Leonard-Eißnert-Park, die Grünflächen rund um den Schneckenberg und die Mainuferanlage. Der Grünring vom Main zum Main wurde 1987 beschlossen, seit 1998 abschnittweise realisiert und 2008 eröffnet. Er verläuft vom Main an der Kaiserleibrücke über den Au-

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gust-Bebel-Ring und den Dreieichpark – an diesen beiden Stellen überschneiden sich beide Ringe – dann über das Buchraingebiet weiter Richtung Osten zum Amerikawald und von dort Richtung Norden über den Waldpark, den Leonard-Eißnert-Park – 1960 wurde dieser Waldparkabschnitt so getauft – weiter am Schneckenberg entlang über das Altmainarmgebiet Kuhmühlgraben zum Main in Bürgel. Der Ring kreist nicht lokal um sich selbst. Er ist Teil der Regionalparkroute RheinMain. Der Anschluss wurde 2000 beschlossen, für unser Image ein Gewinn. Schließlich bieten wir ja auch drei Highligts auf der Route: den Blauen Krahn mit seiner Aussichtsplattform am Hafen, den Wetterpark mit Besucherzentrum, Objekten, Schautafeln und Aussichtsturm auf dem Buchhügel und den Fun-Forest mit 170 Kletterstationen im Leonard-Eisnert-Park. Das Ringprojekt war nur möglich, weil man eine Trasse nutzen konnte, die für eine geplante und nicht realisierte Südumgehungsstraße von der B 448 über Tempelsee zur Sprendlinger Landstraße freigehalten wurde. Seit 20 Jahren wächst der Ring etappenweise u. a. unterstützt vom Frankfurter Landschaftsarchitekt Ralf Habermann. Ein Teilstück im Nordend ist noch nicht endgültig ausgebaut. Aber es gibt ja den Masterplan für das Offenbach von morgen, erarbeitet von Experten aus der Wirtschaft und Stadtplanung sowie von engagierten Bürgerinnen und Bürgern und 2016 beschlossen. Hier steht schwarz auf weiß: Der grüne Anlagenring soll mit dem neuen Goethering am Westrand der Innenstadt und am ehemaligen Farbwerk im Osten bis an das Mainufer herangeführt werden. Die Ausbauarbeiten im Nordend laufen. Stadtpanerin Annette Glowania ist zufrieden: Unser Ziel ist das Image einer Stadt im Grünen. Quellen und Literatur M 683, M 46/ 6, M 46/ 20, M 46 c, M 47, Haus der Stadtgeschichte, Archiv, Offenbach Offensive e. V, „Masterplan Offenbach“, Offenbach 2016, Ruppel, Hans Georg, Schlander, Otto, „Offenbacher Regesten 1901-1983", Offenbacher Geschichtsblätter 37, Offenbach 1990, Wingenfeld, Josef, „Offenbach am Main Straßen und Plätze“, Offenbach 1979

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wir sind keine wutbürger...

im gespräch mit der BIL-vorsitzenden ingrid wagner Die Bürgerinitiative Luftverkehr Offenbach, kurz BIL, ist ein Zusammenschluss engagierter Offenbacher/innen, die eine unverträgliche Ausweitung des Luftverkehrs nicht hinnehmen wollen. In Zusammenarbeit mit den anerkannten Naturschutzverbänden und über 80 anderen Bürgerinitiativen (BBI) ist sie seit vielen Jahren rund um den Frankfurter Flughafen aktiv. Wir haben Sprecherin Ingrid Wagner zu aktuellen Entwicklungen befragt. von Christine Ciampa

Was hat die BIL bislang erreicht? Ohne uns und unsere Mitstreiter gäbe es keine Nachtflugbeschränkung von 23.00 bis 5.00 Uhr und mehr Ausnahmegenehmigungen. Der Planfeststellungsbeschluss, die Baugenehmigung für den Ausbau, wäre ohne unseren Protest vor Jahren einfach durchgewunken worden. Noch immer sind Klagen dazu anhängig. Auf unser Drängen hin wurden weitere Fluglärmmessstationen eingerichtet. Und wir haben Politiker, Fraport AG und Luftverkehrswirtschaft dazu gezwungen, nach Möglichkeiten zu suchen, die Belastungen zu vermindern. Ohne uns wäre die Flughafenlobby nicht ständig in einer Verteidigungsposition.

Gehen Sie noch auf die Montagsdemos? Es treffen sich immer noch viele Menschen wöchentlich am Terminal 1. Natürlich ist der Zulauf nach fast acht Jahren nicht mehr so stark wie zu Beginn. Mein Mann und ich versuchen, zumindest bei den runden Montagsdemos dabei zu sein. Die 300. ist am 11. November! Von Fraport hätte übrigens niemand gedacht, dass wir dort vor Ort so lange durchhalten. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

Was sind die aktuellen Themen? Zum Beispiel verspätete Landungen nach 23.00 Uhr, Kerosinsteuer, Ultrafeinstaub, gesundheitliche Schäden, ausgelöst vom Fluglärm und Luftschadstoffen, Vogelschlag, Billigflieger, neue wirtschaftliche Gutachten und Gesundheitsstudien, Wirbelschleppen, Flugroutenverlegungen, ein Beinahe-Zusammenstoß zweier Flugzeuge, Kerosinablassen bei Notlandungen… Sie sehen, die Themenbereiche werden größer statt kleiner. Mit „Fridays for Future“ gibt es eine mittlerweile weltweite Umweltbewegung. Sehen Sie Licht am Horizont? Jeden Freitag gehen tausende Schüler, Studenten und junge Erwachsene auf die Straße und prangern eine verfehlte Klimapolitik an. Die Klimalast durch das Fliegen ist dabei ein wesentlicher Kritikpunkt. Natürlich hat dieser Protest Einfluss auf unsere ehrenamtliche Arbeit, unsere Themen finden breiteres Gehör. Deshalb sind wir froh über deren Engagement. Wie wir, fordern sie ein Verbot von Kurzstreckenflügen, das Ende der Steuerbefreiung von Kerosin sowie eine angemessenen Bepreisung der CO2-Emissionen. 29


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„Die Autoindustrie und andere Wirtschaftszweige werden zwischenzeitlich aufgefordert, einen umweltfreundlichen Weg einzuschlagen. Es kann nicht sein, dass allein die Luftfahrtindustrie auf ihren überholten Standards beharrt und sich z.B. gegen eine Kerosinbesteuerung wehrt .“ Ingrid Wagner, Vorsitzende BIL OF Ich habe kürzlich meinen Langstreckenflug über atmosfair kompensiert. Hilft das? Eine Ablasszahlung für den CO2-Ausstoß beruhigt vielleicht kurzfristig das Gewissen, ändert aber nichts an der Emission. Wer fliegt, schädigt Umwelt und Klima weit überproportional. Wirkliche Abhilfe schafft nur ein konsequenter Paradigmenwechsel. Die Menschen müssen umweltbewusster und nachhaltiger reisen; vor allem weniger fliegen. Was macht Sie wütend, angesichts des starken Einflusses der Fluglobby? Mich nervt, dass es immer noch innerdeutsche Flüge gibt, dass man für 9,90 Euro nach Mallorca fliegen kann, dass wegen der fehlerhaften Planung des Ausbaus die Billigflieger angelockt wurden, die sich nicht an deutsches Arbeitsrecht halten, dass wesentlich mehr Arbeitsplätze versprochen wurden als kamen, dass sich Fraport ausbreitet und kaum Rücksicht auf die angrenzenden Gemeinden nimmt, dass wir seit über 20 Jahren hören, die Flugzeuge werden doch leiser und dann wird alles gut, dass nur auf Druck etwas passiert, siehe jetzt die Diskussion über das "klimaneutrale" Kerosin. Trotz alledem bin ich bin weder Wutbürgerin noch Umweltidiotin, wie in der Öffentlichkeit über Menschen, die sich nicht alles gefallen lassen, gesprochen wird.

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Eigentlich verwunderlich, dass Sie noch nicht resigniert haben ... Leider sind alle unsere Bedenken und Prognosen eingetreten. Es gibt da nur zwei Möglichkeiten: Resignieren oder Dranbleiben. Wir haben uns dafür entschieden, weiter zu arbeiten. Das zaghafte Agieren der Landesbzw. der Bundesregierung musste weiterhin hinterfragt werden. Dazu gehört, dass sich die Gesetzeslage zugunsten der Bevölkerung verbessern sollte. Welche Aktionen haben Sie in nächster Zeit geplant? Unsere nächste Veranstaltung organisieren wir am 19. Nov. mit der Stadt Offenbach und den Bundestagsabgeordneten zur Novellierung des Fluglärmschutzgesetzes. Hier können sich die Bürger/innen informieren, ob tatsächlich sie oder der Lärm geschützt werden soll/en.

Ziele der BIL • ein lebens- und liebenswertes Offenbach • Ausbaustopp für den Flughafen Frankfurt • Reduzierung der Lärm- und Schadstoff belastung in Offenbach und der Region • Absolutes Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr • Deckelung der Flugbewegungen • Einklagbare Lärmobergrenzen

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in dänemark und holland...

gibt es eine Einstellung zum Radverkehr, von der wir hier aktuell nur träumen können ... von Christine Ciampa In einem Heft mit dem Schwerpunkt „nachhaltiges Offenbach“, darf die umweltschonende Mobilität und damit die Stimme der Radfahrer/innen nicht fehlen. Henning Kühl vom Vorstand des ADFC Offenbach steht uns Rede und Antwort.

Was ist der ADFC OF? Der ADFC OF ist der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs in Offenbach am Main. Sein Hauptziel ist die Förderung des Radverkehrs. Dazu bieten wir Radtouren an, codieren Fahrräder und setzen uns in Gesprächen mit der Stadt und bei öffentlichen Aktionen für eine bessere Radverkehrsinfrastruktur ein. Mit der Kampagne "Offenbach fährt fair" wollen wir zudem für ein besseres Miteinander der Verkehrsteilnehmer werben. Darüber hinaus beteiligen wir uns am hiesigen kulturellen Leben. Zum Beispiel nehmen wir beim Lichterfest nicht nur an der Illumination teil, sondern bewachen traditionell auch den Fahrradparkplatz für die Besucher.

Was ist aus Ihrer Sicht der bislang größte Erfolg des Vereins? Einer unserer größten Erfolge ist, dass wir das Fahrradstraßenprojekt "Bike Offenbach" initiert haben. Wir begleiten das Projekt weiterhin intensiv und engagieren uns dafür, dass es am am Ende ein Erfolg werden kann. 32

'Bike Offenbach' bezeichnet das Fahrradstraßenkonzept der Stadt Offenbach. Die HfG arbeitete gemeinsam mit der Goethe-Universität in einem Forschungsseminar zu 'Bike Offenbach'. Sie führten Befragungen durch und entwickelten Durchführungs- und Gestaltungskonzepte für Fahrradstraßen. Erstmals wurde ein solches Projekt mit Beteiligung einer Kunsthochschule durchgeführt. Die Umsetzung findet bundesweit besondere Beachtung. Der untere Teil der Senefelderstraße wurde bereits mit dem neuen Design zur Fahrradstraße umgebaut und befindet sich zur Zeit in der Erprobung.

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Was motiviert Sie dazu, sich ehrenamtlich zu engagieren? Wir leben gerne in Offenbach. Es reizt uns nicht nur zu zeigen, dass sich die Stadt gut zum Radfahren eignet, sondern auch, dafür zu arbeiten, dass es hier sicherer und angenehmer wird, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Was steckt hinter dem Begriff „Fahrradstadt“ Offenbach? Fahrradstädte sind Kommunen mit einer komfortablen, sicheren Radverkehrsinfrastruktur, wo die Menschen gerne und oft radfahren. Da gibt es in Offenbach noch sehr viel zu tun. Allerdings konnte sich die Stadt beim ADFC-Fahrradklima-Test schon oft stark verbessern. Beim letzten Mal war sie sogar bester Aufholer bei den Kommunen zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern. Offenbach sollte anstreben, diesen Erfolg weiter auszubauen. Wie schätzen Sie die aktuelle „grüne“ Aufbruchstimmung ein? Kann der ADFC davon profitieren? Das Fahrrad ist ein klimafreundliches Verkehrsmittel und der Trend stärkt das allgemein positive Image. Damit mehr Menschen auf das Rad umsteigen, braucht es aber noch bessere Bedingungen. Den Leuten muss das Radfahren Spass machen, sie müssen sich sicher fühlen. Daher sollten wir eher auf den Kampf gegen mögliche Fahrverbote vertrauen – so dass die Stadt bereit sein wird, mehr in den Radverkehr zu investieren, um die Stickoxid-Emissionen zu senken. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

Man liest immer über andere Städte, die schon wesentlich weiter sind in Bezug auf nachhaltige Mobilität, wie z.b. Kopenhagen. Warum klappt es dort und warum geht es bei uns nur schleppend voran? Offenbach ist nur sehr schwer mit Kopenhagen vergleichbar. Und auch Kopenhagen hat lange gebraucht, um die heutige Fahrradnutzung zu erreichen. In Dänemark oder Holland gibt es eine Einstellung zum Radverkehr, von der wir nur träumen können. Aber auch hier sollte es möglich sein, den Radverkehr als gleichwertigen Teil der städtischen Mobilität zu behandeln. Nerven Autofahrer? Es nerven die Autofahrer, die der Meinung sind, dass die Straßen alleine den Autos vorbehalten sind und die Radstreifen als jederzeit frei verfügbare Parkplätze betrachten. Was halten Sie von der Zulassung der E-Scooter? E-Scooter werden voraussichtlich in Offenbach keine große Rolle spielen. Einerseits sind sie zwar passend für die kurzen Wege. Auf der anderen Seite sind sie teuer und die vorhandenen Geh- und Radwege sind oft recht schmal, uneben und auch schon stark befahren. Was ist Ihre Vision von einem grünen, nachhaltigen Offenbach? In einem nachhaltigen Offenbach würde es ein gut ausgebautes Radnetz geben, so dass man mit dem Rad sicher und schnell alle wichtigen Ziele in der Stadt erreichen kann. Im Verkehr würde ein respektvolles Miteinander vorherrschen. Der Oberbürgermeister würde als Vorbild vorangehen und alle seine Termine per Fahrrad wahrnehmen. So wäre er nicht nur klimafreundlich unterwegs, sondern auch nah bei den Menschen.  Weitere Infos unter www.adfc-offenbach.de und www.offenbach.de/microsite/bikeoffenbach/ 33


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den wassermann gibt es wirklich...

oder wie rachid die wiesen (wieder) grün macht von Ingrid Walter, walter-wortware.de

Ein junger schlanker Mann in hellgrauem Jackett sitzt mir lächelnd gegenüber. Er freut sich, dass ich mich für seine Arbeit interessiere. Aber das ist eigentlich in Zeiten trockener Sommer und klimatischer Veränderungen kein Wunder. Denn sein Spezialgebiet ist die Installation von Bewässerungssystemen für die Natur. Rachid Boulaid kam 2013 der Liebe wegen nach Offenbach. Seine Frau, eine gebürtige Offenbacherin, hat er bei einem Seminar zum Thema Toleranz in der globalen Welt in seiner Heimatstadt Agadir kennengelernt. Schon in Marokko hatte sich der gelernte Gärtner und Landschaftsgestalter in Sachen Bewässerungstechnik fortgebildet. Kaum hatte er den Entschluss gefasst, nach Offenbach zu ziehen, um mit seiner Frau zusammenzuleben, kam neben der Freude auch jede Menge Arbeit auf ihn zu. Rachid begann unverzüglich Deutsch zu lernen, damit er seine Kenntnisse in der Bewässerung anwenden und seinen großen Traum vom eigenen Unternehmen möglichst schnell erfüllen konnte. Zusätzlich knüpfte er über das Jugendzentrum Kontakte in der Stadt. Vor einem Jahr war es dann soweit: Unter dem Namen Wassermann360 https://wassermann360.de ging er mit der Beratung, Planung, der Installation und dem Service von Bewässerungssystemen an den Start. Seitdem hat er noch mehr zu tun, denn derzeit beschäftigt er noch keine Mitarbeiter. Für jedes Projekt, das an ihn herangetragen wird, sei es nun die Bewässerung eines Sportplatzes, eines Parks oder eines Hausgartens, stellt er ein Team an Spezialisten zusammen und geht ans Werk. Die technischen Lösungen, die er ein

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setzt, werden gemeinsam mit der Firma Walter Müller GmbH in Lengfurt (Unterfranken) erarbeitet. Zum Einsatz kommen Armaturen des führenden amerikanischen Herstellers Rain Bird. Der Idealfall ist es, wenn die kontinuierliche Bewässerung eines Gartens mit und ohne Rasen schon beim Bau des Hauses berücksichtigt wird. Dann arbeitet Rachid Hand in Hand mit Architekten und Gärtnern. Das ist wichtig, weil die Zuleitung zu den Bewässerungssystemen ca. 30 Zentimeter unter der Erde verlegt werden. So können sie optimal die Wurzeln von Bäumen und allen anderen Pflanzen mit dem nötigen Wasser versorgen. Und diese Versorgung kann über eine Software-App vom Smartphone aus gesteuert werden. Hier kann man © Rain Bird Deutschland GmbH

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M U T&L I E B E / T H E M A / die Wassermenge je nach Jahres- und Tageszeit regeln. Das ist praktisch und spart Wasser, wo man sonst mit Schlauch und Sprinkler eher Wasser verschwendet, weil die Erdoberfläche es bei Trockenheit kaum aufnehmen kann. Außerdem ist die Uhrzeit besonders im Hochsommer entscheidend. Idealerweise soll eine Wassergabe um 4 Uhr morgens erfolgen, damit kein Wasser durch die Hitze verdampft und die Pflanzen nicht verbrennen. „Aber wer möchte da schon aufstehen und gießen?“, fragt Rachid. Er erzählt, dass seine Kunden tatsächlich in den letzten Jahren eine vermehrte Trockenheit feststellen. Das sind oft noch Privatleute im Taunus. Aber eine kontinuierliche Bewässerung durch Tropfsysteme wird immer notwendiger. Die Rasen verbrennen und erholen sich auch nicht mehr. In öffentlichen Parks müssen bestimmte Flächen im Sommer immer wieder abgesperrt werden, da besonders alter Baumbestand durch die anhaltende Trockenheit gefährdet ist. Auch Schädlinge können im trockenen Holz mehr anrichten. So war in diesem Sommer der Rumpenheimer Schlosspark ein paar Wochen teilgesperrt. Im Büsingpark und im Dreieichpark mussten mehrere alte und schöne Bäume gefällt werden, weil sie nicht mehr grün wurden. Auf der Webseite der Stadtwerke kann man Ausführliches über die „Opfer“ der anhaltenden Trockenheit erfahren. https://www.offenbach.de/stadtwerke/stadtservice/aktuelles/klimawandel-zerstoert-baeume-19.07.2019.php Die Bewässerungssysteme, die Rachid plant und installiert, sind also heute keine Luxusanschaffung für Golfspieler mehr, sondern werden immer mehr zur Notwendigkeit. Hinzu kommt, dass die Tropfbewässerung ganz gezielt zur Pflanze geht und kein Gießwasser wegfließt – also sehr ökonomisch ist. Damit Menge und Uhrzeit immer richtig sind, bietet Rachid ein Dienstleistungs-Abo an. Das beinhaltet die Planung und Installation der Anlage, das Freipusten und Einstellen im Frühjahr, zwei Termine über den Sommer und das Winterfestmachen vor dem Frost. Im Rahmen des Abos meldet sich Rachid automatisch. Künftig können seine Kunden die Wasser-App auch über Alexa steuern. „Alexa geh gießen!“ ist dann endlich mal eine sinnvolle Aufforderung für die digitale Assistentin. Das findet jedenfalls Rachid, der mit seinem Unternehmen in Offenbach wachsen will und hofft, dass er auch seine Heimatstadt ein bisschen grüner machen kann.  Wassermann360 • https://wassermann360.de SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

MUSIK SEPTEMBER SO 01 Daytime Dancing: Michael Rütten FR 06 Riviera Festival: 5K HD, Four!, Johnney Voillequin, ImJuni, She’s in Partys SA 07 Riviera Festival: Brandt Brauer Frick, Lasse Kuhl & Band, Michael Rütten SO 08 Daytime Dancing SA 14 Operators SO 15 Andrea Poggio, Kliffs, LaBaq SA 21 Linda Guilala SO 22 Herbstfestival: Melby, The Stroppies, Hayley Reardon, Basement Revolver SO 29 Mermaidens, Skye Wallace KINO SEPTEMBER FR 13 Ich war zuhause, aber ... FR 20 So wie du mich willst SA 21 Heute oder morgen FR 27 Systemsprenger LUCAS FILMFEST SEPTEMBER MO 23 Vechtmeisje / Fight Girl MI 25 Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess PREVIEW OKTOBER DO 03 Dehd, John Van Dessen, Kirsten Ludwig SA 05 Hafenkino Geburtstag: Blinded by the Light (OmU) SO 06 Darjeeling, Josiah Konder DO 10 Aniiml SO 13 Medicine Boy, Bish Bash, Komplizen der Spielregeln MI 16 Poetry Slam SA 19 Gut gegen Nordwind SO 20 I Am Oak, Ghostly Kisses MI 23 Komische Nacht FR 25 Rocko Schamoni SA 26 Figurentheater Sieg der Sterne Dumb SO 27 Stef Chura, Lina Tullgren PREVIEW NOVEMBER SO 03 Seed To Tree, Smokey Brights, Steve Waitt SO 10 Many Voices Speak, Hån SO 17 Tho Gotobeds, Erisy Watt SO 24 Mega Bog, Platon Karataev PREVIEW DEZEMBER SO 01 Church Girls, Friska Viljor SO 08 Emily Jane White HAFEN 2 Kulturzentrum und interdisziplinäre Plattform, Nordring 129, D 63067 Offenbach

HAFEN 2

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ANTEC antennentechnik gehört zu den TOP 100 Die ANTEC Antennentechnik GmbH aus Offenbach hat bei der 26. Ausgabe des Innovationswettbewerbs TOP 100 den Sprung unter die Besten geschafft. Das Unternehmen wurde am 28. Juni 2019 vom Mentor des Wettbewerbs, Ranga Yogeshwar, sowie dem wissenschaftlichen Leiter des Vergleichs, Prof. Dr. Nikolaus Franke, und compamedia in der Frankfurter Jahrhunderthalle ausgezeichnet.  Anhand einer wissenschaftlichen Systematik bewertet TOP 100 das Innovationsmanagement mittelständischer Unternehmen und die daraus resultierenden Innovationserfolge. In dem unabhängigen Auswahlverfahren überzeugte das Unternehmen mit 84 Mitarbeitern besonders mit seinen Innovationsprozessen. ANTEC Antennentechnik bietet, auch wenn der historische Firmenname beibehalten wurde, ein breites Spektrum an moderner Kommunikationstechnologie. Das TOP 100-Unternehmen aus Offenbach hat sich dabei in den vergangenen Jahren von einem Kleinbetrieb zu einem mittelständischen Unternehmen mit 84 Mitarbeitern entwickelt. Die Hessen steckten zugleich viel Energie in die internen Prozesse: Sie etablierten neue Abteilungen, stockten den Innendienst um ein Vielfaches auf und vergrößerten das Technikerteam. Besonders stolz ist der Geschäftsführer Roberto Careddu auf ein Projekt, das ANTEC

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in Zusammenarbeit mit der örtlichen Arbeitsagentur realisierte: Man bildete diverse neue Mitarbeiter zu „Breitbandkabelkommunikationstechnikern“ aus, ein Beruf der Zukunft, den es so noch gar nicht auf dem Markt gibt. TOP 100: der Wettbewerb Seit 1993 vergibt compamedia das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit 2002 in den Händen von Prof. Dr. Nikolaus Franke. Franke ist Gründer und Vorstand des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Mentor von TOP 100 ist der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der BVMW. Als Medienpartner begleiten das manager magazin, impulse und W&V den Unternehmensvergleich. Mehr Infos unter www.top100.de. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


M U T&L I E B E / A R B E I T / Auch bei den Arbeitsstrukturen änderte der Top-Innovator viel: Papier schaffte er weitgehend ab. Stattdessen nutzen die Techniker bei ihrer Arbeit im Kundenunternehmen Tablets. So kĂśnnen sie auf alle benĂśtigten Daten sofort zugreifen. „Das erlaubt es uns trotz unserer geringen Ressourcen, viele AnschlĂźsse in kurzer Zeit vorzunehmen“, sagt der GeschäftsfĂźhrer Pablo Gonzalez. Zudem kĂśnnen die Lagerbestände dank der Digitalisierung effizienter gesteuert werden. Neuen Ideen gibt Gonzalez die Gelegenheit, sich zu entwickeln: Jeder Mitarbeiter kann bei Bedarf Brainstormings einberufen. „Wir stellen dafĂźr gerne Mittagoder Abendessen oder einen gefĂźllten Grill auf dem Firmengelände zur VerfĂźgung“, sagt Careddu. ďƒ ANTEC Antennentechnik GmbH Reichertweg 20, 63069 Offenbach www.antec-of.de

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einblick geben in die vielfalt alternativer heilmethoden – das kaleidoskop gesundheit von Ingrid Walter, walter-wortware.de

 Pascale Dauster und Christa Mittwollen begegne ich oft auf dem Offenbacher Wochenmarkt oder bei Konzerten und Ausstellungen. Dann unterhalten wir uns auch manchmal über das körperliche Wohlbefinden oder über gesunde Ernährung. Das kann man mit ihnen ganz zwanglos, aber genau das sind auch ihre Fachgebiete. Um in der Gemeinschaft umfassende alternative Behandlungsmethoden anzubieten und sich auszutauschen, sind sie in der Vereinigung Kaleidoskop Gesundheit mit anderen Heilpraktikern aktiv. Inzwischen engagieren sich neun Spezialisten in unterschiedlichen alternativen Fachgebieten für die Gesundheit ihrer Patienten. Alle möchten nicht nur Symptome behandeln, sie möchten auch Einblicke in ihre Arbeit geben und ihr Wissen teilen, damit jeder selbst Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen kann. Ein weiteres Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es neben der Schulmedizin gibt, um gesund zu werden und zu bleiben. In ihren monatlichen Workshops und Vorträgen stehen deshalb Themen wie Naturheilmedizin und Ausleitungsverfahren, Osteopathie, Homöopathie, Ernährungsberatung, Ayurveda und Akupunktur im Mittelpunkt. Das Netzwerk wurde 2003 von Pascale Dauster, Jutta Graßmann-Bauer und Ingrid Wittfeld gegründet und wächst beständig. Das wird auch durch Gastvorträge zu unterschiedlichen gesundheitlichen Themen erreicht. Interessierte können die Veranstaltungen je-

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weils am 4. Dienstag im Monat besuchen. Seit etwa einem Jahr finden sie in den Räumen der Kirche im Hafen an der Rückseite des Restaurants Heimathafen statt – und auch Bewohner des neuen Viertels haben das Angebot entdeckt. Davor traf man sich im Stadtteilbüro des Mathildenviertels. Die Mitglieder des Kaleidoskop wissen, dass es oft die einfachen Dinge sind, die die Gesundheit fördern. Prävention, also die Vorbeugung von Krankheiten, hat für die Gruppe deshalb höchste Priorität. So leiden besonders ältere Menschen oft unter Mangelerscheinungen. Ingrid Wittfeld setzt beispielsweise gezielt Mineralstoffe und pflanzliche Kombinationsprodukte zur Verbesserung von Stoffwechselproblemen ein und befasst sich in ihren Vorträgen mit Themen wie Reizdarm oder Histaminun-verträglichkeit. Sie kommt ursprünglich aus dem Fachbereich Labormedizin, hat sich auf Blutdiagnostik spezialisiert und zeigt auf Wunsch auch psychologische Analogien zu den Blutwerten auf. Einer der kommenden Workshops von Pascale Dauster beschäftigt sich mit dem sogenannten Emotionscode. Dabei wird die Methode von Bradley Nelson vorgestellt. Sie eignet sich bei verschiedenen gesundheitlichen und emotionalen Beschwerden. Eine kleine Demonstration zeigt das Auffinden, die kineSEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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filmklubb

siologische Testung von eingeschlossenen Emotionen und wie diese gelöst werden können. Christa Mittwollen gibt regelmäßig Lehrgänge in der Feldenkrais-Methode, die anhand von alltäglichen Bewegungen Abläufe und Muster erkennt, die man für eine bessere Beweglichkeit verändern kann. Das Angebot des Kaleidoskop Gesundheit ist so bunt und vielfältig wie es der Name verspricht und die Vorträge sind eine gute Gelegenheit, sich über alternative Heilmethoden aus erster Hand zu informieren.

Einlass immer um 19h mit Speisen & Getränke Kulturstart ab 20h, Kino 9 € /ermäßigt 7 € (Live Karten siehe Veranstaltung)  www.filmklubb.de

Sa. 7.9. Cinema & Cena mit Ida - "La Figlia Mia" Sa. 14.9. "Sherlock Holmes und die Stimme des Stummfilms" Live - mit Ralph Turnheim Do. 19.9. "Die Blumen von Gestern" mit Lars Eidinger Fr. 20.9. "Leonhard Cohen" Ein Filmvortrag mit Urs Spörri

 Veranstaltungen Kaleidoskop Gesundheit Jeden 4. Dienstag im Monat von 19.30 – 21.00 Uhr in den Räumen von Caritas und Kath. Dekanat "Kirche im Hafen" (an der Rückseite des Restaurants „Heimathafen“). Die nächsten Vortragsthemen sind: • Pascale Dauster: Was ist der Emotionscode? 24.09.2019 - 19:30 Uhr • Adrian Stemmer: Dunkelfeld – Das Blut im anderen Licht / 22.10.2019 - 19:30 Uhr   • Ingrid Wittfeld: Reizdarm 26.11.2019 - 19:30 Uhr   Alle Termine finden sich hier: www.kaleidoskop-gesundheit.de/veranstaltungen/

So. 29.9. Tatort Premiere - "HÜTER DER SCHWELLE"

in Anwesenheit des Regisseurs Pjotr Lewandowski, sowie des Schauspielers Carsten Strauch - nur für Klubbmitglieder

Mi. 2.10. Cinema & Cena mit Ida Sa. 5.10. "Keine Amore ohne Caffe Cuore" Franco & Amici So. 13.10. Hutmanns Tanzcafé – Swingtanz erlaubt von 15h -18h

Fr. 18.10. "White Zombie Comedy" mit Ralph Turnheim Sa./So. 19.+20.10. Bücherfest der Stadt Offenbach Mi. 23.10. 23. Komische Nacht Fr. 1.11. Cinema & Cena mit Ida Fr. 8.11. OSTWÄRTS! Julia Finkernagel präsentiert „Usbekistans Seidenstraße“ zum 1. Mal im Klubb Sa. 9.11. Inges Tanzsalon Tanzen bis der Doktor kommt So. 10.11. Hutmanns Tanzcafé – Swingtanz erlaubt von 15h -18h

Do. 14.11. "Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit"  Fr. 29.11. Live "Nick Milo" Musicdirector & Pianist von Joe Cocker präsentiert seine neue Platte live im Filmklubb - Karten 19,- €

Sa. 16.11. Essigverkostung mit Guido aus Modena Balsamico vom Feinsten

Mo. 25.11. “Nur eine Frau“ Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

 Sa. 30.11. Live "Tango Transit" spiel Engelrausch,

Tango Transit begeisterte mit ihren Konzerten nun schon mehrmals im Filmklubb und wir wollen diesen Genuß wieder haben! Kommt und lasst Euch mitreißen von diesen abgefahrenen Klängen. Karten jetzt sichern! 19,- € 39


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© Stadt Offenbach

das gibt einen knall – 100 jahre vhs offenbach werden gebührend gefeiert Am 20. September lädt die vhs Offenbach ab 18.00 Uhr zur Langen Nacht der Volkshochschule ein. Auf fünf Stockwerken zeigt die Institution, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert, dass sie zwar alt, aber absolut nicht verstaubt ist. Der Eintritt ist kostenlos und es ist keine Anmeldung nötig. Im Mittelpunkt des Abends stehen selbstverständlich die vielfältigen Angebote der vhs – doch auch darüber hinaus wird es ein spannendes und abwechslungsreiches Programm geben: Ein wenig selbstironisch haben die bekannten Musiker Sabine Fischmann und Markus Neumeyer mit dem Kollegium der vhs ein Musikkabarett zu 100 Jahren vhs entwickelt, welches sie gemeinsam als Eröffnung der Langen Nacht aufführen werden. Der Offenbacher Poetry Slammer Samuel Kramer dichtet aus und über seine Heimatstadt. In der Pianobar mit Skylineblick können Gäste gemütlich Drinks 

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genießen, während sie dem Offenbacher Pianisten Frank Spannaus lauschen. Kickers-Spieler stehen für Gespräche rund um Profifußball, Selbstdisziplin, Bildung, Migration zur Verfügung und wer Lust hat, kann im Anschluss am Tischkicker ein Spielchen gegen sie wagen. Die politische Kabarettistin Josefine Gartner entlarvt politische Mechanismen und trifft dabei auf ihre fröhliche Bühnenschwester Hilde, die lieber Salsa tanzt und damit das Leben unfreiwillig satirisch kommentiert. Selbstverständlich spielt auch die Bildung an diesem Tag eine ganz besondere Rolle: Beim „Blinddate mit der Bildung“ besucht man einen Überraschungskurs. Die vhs zeigt so eindrucksvoll, wie breit ihr Angebotsspektrum ist. Bei verschiedenen Quizzen können Sie Ihr Wissen testen, z.B. beim Bildungsquiz oder Einbürgerungstests. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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Das Team des vhs-Musikkabarett mit Sabine Fischmann und Markus Neumeyer

Musikalisch hat der Abend auch einiges zu bieten: „Die Pezzis“, eine Trommlergruppe der Werkstätten Hainbachtal (AWO), zeigen, was sie an Rhythmus im Blut haben. Und das „Ariadne Projekt Ensemble“ führt unter Leitung von Theresa Buschmann das Stück „Fuge aus der Geographie“ von Ernst Toch auf, ein Beitrag der Musikschule. Ab 22.00 Uhr wird dann mit der FreeTime Band Seligenstadt zu Rock und Pop der 60er, 70er und 80er Jahre getanzt. Außerdem findet ein Ukulele-Workshop statt. Vier Ausstellungen können Sie bei der Langen Nacht bewundern: Bei „Kunst & Können“ zeigen vhs-Dozierende ihre Werke, „Die Macht der Gefühle“ betrachtet 100 Jahre Deutsche Geschichte anhand von Gefühlen, „EDV im Wandel der Zeit“ beleuchtet das Thema Digitalisierung und die vhs stellt Programmheftseiten aus 100 Jahren ihres Bestehens aus.

Mit dabei sind außerdem viele regionale Kooperationen wie die Apotheke zum Löwen, die Jugendkunstschule, AWO, IGEL e.V., Sozialverband VdK Kreisverband Offenbach-Stadt, die Steinmetz’sche Buchhandlung und der bam Buchladen am Markt, Musikhaus André, die Offenbacher Food-Bloggerin Katrin Köster und das Flipper- und Arcademuseum Seligenstadt. Das wird sicherlich ein spannender und abwechslungsreicher Abend – lassen Sie sich überraschen.  Lange Nacht der Volkshochschule 20. Sept., ab 18.00 Uhr, vhs Offenbach Berliner Straße 77 Weitere Informationen unter: www.offenbach.de/vhs-100-jahre.de

Lange Nacht der Volkshochschule 20. September 2019, 18 Uhr vhs-Musikkabarett ꞏ Slam Poetry ꞏ Politisches Kabarett Kickers-Spieler im Gespräch ꞏ Blind Date mit der Bildung Musik ꞏ Piano Bar mit Skylineblick ꞏ Tanz und vieles mehr... vhs Offenbach Berliner Straße 77, 63065 Offenbach www.vhs-offenbach.de

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Mit freundlicher Unterstützung durch:

KloppenburgStiftung

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Zu Fuß zur Schule? Hier geht's lang Die Humboldt- und die Hafenschule freuen sich über ihre neuen Schulwegpläne Viele Erwachsene denken mit Freude an ihre Schulzeit – und besonders an den Schulweg – zurück. Freunde treffen, aufregende Dinge entdecken und sich einfach nur groß und frei fühlen, das entgeht inzwischen leider vielen der heutigen Grundschüler. Wer mit dem Auto von den Eltern bis zum Schultor chauffiert wird, verliert ein wesentliches Stück Lebenserfahrung und Selbständigkeit. Sicher haben Eltern meist die besten Absichten, dabei wird leicht vergessen, dass für die Kinder auch eine Chance verloren geht. Die stolzen Schulkinder erlernen auf dem Schulweg Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein und trainieren ihren Körper und ihre Motorik. Der Schulweg ist ein wichtiges Stück persönliche Entwicklung. Diese Zeit zusammen mit den Freunden, vor dem Unterricht macht außerdem in der Schulstunde aufmerksamer und aufnahmefähiger. Die Sicherheit auf dem Schulweg ist wichtig, jedoch sind oft die Eltern-Taxis, die wahllos vor der Schule, auf dem Gehweg, am Straßenrand oder auf dem Zebrastreifen halten, selbst die Gefährdung. Der häufig sehr chaotische Hol- und Bringverkehr vor den Grundschulen führt zu vielen unüberschaubaren Verkehrssituationen und Unfällen. Hilfe bietet hier der Schulwegplan. Dieser beinhaltet gute, sichere Fußwege innerhalb des Schuleinzugsgebiets, auf denen die Kinder gut aufgehoben sind. So ein Schulwegeplan enthält auch Treffpunkte, an denen sich die Kinder miteinander verabreden können um gemeinsam zu laufen. Das erhöht die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. In Hessen wird durch einen Erlass des Hessischen Kultusministeriums geregelt, dass jede Grundschule einen Schulwegplan haben muss („Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung in der Schule“, Erlass vom 15. Juli 2003). Damit es für Schulen leichter wird, einen Schulwegplan zu erstellen und aktuell zu halten, gibt es die Unterstützung durch das Amt für Umwelt, Energie 

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und Klimaschutz im Rahmen des Mobilitätsmanagements in Kitas und Schulen, eine Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept. Diesmal hat sich die Humboldtschule, mit Schulleiterin Hafize Sucu und einer engagierten Gruppe von Eltern gemeinsam mit dem Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz des Themas angenommen. Amtsleiterin Heike Hollerbach: „Die Zusammenarbeit mit der Humboldtschule war sehr fruchtbar. Wir freuen uns, dazu beizutragen, dass die Kinder mit Freude sicher zu Fuß zur Schule gehen können. Wichtig ist uns auch, gemeinsam mit den Eltern den besten Weg zur Schule zu beschreiben, Gefahrenstellen zu erkennen und Abhilfe zu schaffen. Und die Wege dürfen besonders nicht über die Köpfe der Kinder hinweg geplant werden. Der PKW-Verkehr auf innerstädtischen Kurzstrecken ist nicht nur eine hohe Belastung für unsere Luft und unser Klima, sondern es wird auch in unserer Stadt leiser, wenn weniger Autos unterwegs sind, hier können wir alle etwas beitragen.“ Wie schon die Einführung des Schülerradroutenplaners in Offenbach vor 5 Jahren – ein digitaler Routenplaner, der die besten Rad-Schulwege zu den weiterführenden Schulen zeigt – sind nun die Schulwegpläne für die Grundschulen wichtig. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


M U T&L I E B E / P ROJ E KT / Hollerbach: „Die Kinder haben selbst mitgewirkt und waren, jeweils an einem Projekttag, als Verkehrsdetektive unterwegs. Sie haben Gehwegbreiten und Ampelzeiten gemessen und den Verkehrsplanern die Stellen gezeigt, wo es Schwierigkeiten gibt. Das können zugeparkte Gehwege, zu hoch gewachsene Sträucher, die den Blick auf die Straße versperren, oder auch zu lange Wartezeiten an roten Ampeln sein.“ Die guten Wege wurden aufgenommen und in den Plan integriert. Gemeinsam mit den Eltern, die auch die Arbeit ihrer Kinder bewunderten, konnte der Plan dann noch aus Erwachsenensicht ergänzt werden.

KJK Sandgasse Sandgasse 26 | VVk: adticket.de – KJK www.offenbach.de/kjk-sandgasse-gesamtveranstaltungen Der Einlass ist bei allen Konzerten 19.30 Uhr und Beginn ist um 20.30 Uhr, mit Ausnahme der Veranstaltung Kids Musik Festival am 16.11.19., dieses beginnt um 10.00 Uhr und geht bis 17.00 Uhr Sa, 21.9. Jan Lindquist Trio, Blues, psychedelic Rock, mit W. Ziegler(bass) u. A. Rühl (dr. von H. Grönemeyer) VVK: 12,- € zzG / AK: 15,- € Sa, 19.10. Cover to Cover, M. Häders grooviges Cover-Projekt VVK: 8,- € zzG / AK: 10€ Di, 22.10. Hundred Seventy Split mit Woodstock Legende Leo Lyons und einem Ten Years After Woodstock-Set VVK: 17,- € zzG / AK: 22,- € Di, 5.11. Christa Graf Band, Local Heroes präsentieren 60 Jahre Rock-,Pop-,Soul-& Bluesgeschichte VVK & AK: 5,- € Di, 12.11. The Naked Ears sweetly Torturing Cream Show, mit A. Neander, Ede Keiser u. Thomas Frömming VVK: 10,- € zzG / AK: 12,- € Sa, 16.11. Kids Musik Festival für Kids von 8-13 Jahren, ausprobieren in Musikbereichen unter fachlicher Anleitung , Voranmeldung im KJK , 5,- €

Und auch die Hafenschule freut sich über ihren ersten Schulwegplan. Auch hier hat die aktive Mitarbeit von Schulleiterin Bianca Mohr und den Kindern ihrer damals zweiten Klasse die wichtigste Arbeit gemacht. Noch von der Schillerschule aus starteten die Kinder Richtung Neubau Hafenschule. Die Pläne werden in Zusammenarbeit mit dem Vermessungsamt erstellt und können nun zum neuen Schuljahr an alle Schülerinnen und Schüler verteilt und ein Jahr lang getestet werden. Dann besteht die Möglichkeit nochmals Anpassungen vorzunehmen. Das Ziel des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz ist es, alle Grundschulen mit einem aktuellen Schulwegplan auszustatten, so dass noch mehr Familien den Sitz im Auto gegen den Fußweg eintauschen. (Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stadt Offenbach)

Sa, 23.11. 50 Jahre Epitaph, die legendäre progressive Classik Rock Band mit neuer CD, VVK: 16,- € zzG /AK: 20,- € Sa, 30.11. Status Zwoo, Tom Jeutters Tribute Band, stampfend, authentisch, frisch, VVK: 8,- € zzG / AK: 10,- € Di, 3.12. Patrick Steinbach & Günter Bozem, Musik zwischen Jazz und Rock mit irischen Einflüssen, VVK & AK: 5,- € Fr, 20.12. Thomas Blug´s Rockanarchie, virtuoses Gitarrenspiel mit internationaler Anerkennung, " Stratking of Europe" VVK: 15,- € zzG / AK: 19,- €

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'von ich zu ich'–

bildungsvernetzung und förderung für kinder & eltern im nordend

Katja Werner und Nilüfer Alagöz

Die eigenen Kinder sind längst erwachsen, das ehrenamtliche Engagement von Katja Werner für die Schüler*innen der Goetheschule ist weiterhin unverändert. So feiert die engagierte Mutter nunmehr das 10jährige Jubiläum ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Nordend. Die Goetheschule mit Grundschülern aus 45 Nationen wurde 2009 als eine von drei Schulen (neben Berlin und Duisburg) für ein bundesweites Pilotprojekt ausgewählt, ein speziell auf die Bedürfnisse und Wünsche der multikulturell zusammengesetzten Schüler- und Elternschaft ausgerichtetes Elternprojekt in Eigenregie zu konzipieren. (Gefördert von der Vodafone Stiftung Deutschland gGmbH). Katja Werner übernahm die Projektleitung. Es entstand das Projekt „Eltern + Schule: verstehen, mitmachen, begleiten“ und „Dann entwickelte sich eins aus dem anderen", so Katja Werner. „Um die Schüler*innen zu fördern, muss man natürlich auch die Eltern mit einbeziehen und da besonders die Mütter. Hier stößt man oft auf Sprach- und Verständnisschwierigkeiten. Entwi-

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Elterncafé

ckelt wurde der Eltern-InfoOrdner zur Grundschule, Sprachlots*innen aus der Elternschaft wurden geschult und sie übersetzten den Ordner in 11 Sprachen. Seit 2010 erhalten alle Eltern die Ordner zur Einschulung." Hausaufgabenhilfe, Eltern-Café, Zumba-, Pilates- und Walking-Kurse, Ausflüge für Mütter, Einzelgespräche und Coachings folgten als weitere Angebote. Dazu noch seit 2012 die Aktion 'Gesundes Frühstück', die jeden morgen zwischen 85 und 100 Kinder mit einer gut gefüllten, gesunden Frühstücksbox versorgt. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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 Weitere Infos unter: www.vonichzuich.de

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KOMISCHE

Foto: © eldadcarin/stock.adobe.com, inankilic/stock.adobe.com

Dieses umfangreiche Bildungs- und Förderangebot ist längst über den schulischen Rahmen hinausgewachsen und findet im Stadtteilzentrum gegenüber der Goetheschule statt. Hier hat Katja Werner mit ihrer 'Von Ich Zu Ich' gGmbH Räume angemietet. Sie und ihr Team von 18 Mitarbeiterinnen arbeiten ehrenamtlich, die anfallenden Kosten für Raummiete, Lebensmittel, Übersetzungen oder Aufwandsentschädigungen werden überwiegend durch Spenden finanziert. "Auch die Spendenakquise ist zeitaufwändig und muss jedes Jahr neu organisiert werden", so Werner. "Aber die Arbeit im Nordend ist mir eine Herzenssache. Meiner Familie und mir geht es so gut, da möchten wir etwas zurückgeben." Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie deshalb 2014 die gemeinnützige 'Von Ich Zu Ich' GmbH als Trägerorganisation. Bereits 10 Jahrgänge von Schülerinnen und Schülern profitierten bisher von dem Engagement und das umfassende Angebot, das auch für die Familien aus dem Stadtteil nicht mehr wegzudenken ist. Das wöchentliche Elterncafé ist für viele Eltern eine wichtige Anlaufstelle, die verschiedenen Kursangebote für Mütter bieten die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Deutsch zu lernen und etwas für sich zu unternehmen. Mit anderen Beratungsstellen und den Moscheen ist man auch im Gespräch. Katja Werner wurde 2016 für ihre Arbeit mit dem Integrationspreis der Stadt Offenbach ausgezeichnet. Oberbürgermeister Felix Schwenke erklärte: "Die Offenbacherin habe die Schnittstelle zur Schule als aktiv zu gestaltendes Handlungsfeld erkannt und sich um die Integration von bildungsbenachteiligten Zuwanderern in Offenbach in besonderem Maße verdient gemacht. Sie erfüllt in hohem Maße die Kriterien für eine Preisverleihung."

Nafecnbhacth Of

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Mittwoch, 23.10.2 Karten gibt´s in den beteiligten Lokalen oder auf www.komische-nacht.de.

Der Comedy-Marathon 16. Komische Nacht Offenbach Mittwoch, den 23.10.2019 Beginn: 19.30 Uhr / Einlass: je nach Lokal ab ca. 18.00 Uhr LOCATIONS: ess:zimmer, Filmklubb, Hafen 2, Markthaus am Maa zum Schiffchen, Markthaus am Wilhelmsplatz, Meatcut - Das Steakhouse, Restaurant Pauls No 21 - ACHAT Plaza, RUK - Rumpenheim, The Butcher`s / Tennisclub Rosenhöhe, Waldgaststätte S. G. Rosenhöhe, Wiener Hof In jeder Location treten fünf Comedians jeweils 20 Min. auf. Dieses Mal nehmen erstmalig elf Lokalitäten teil. Neu in der Liste ist die Waldgaststätte auf der Rosenhöhe und das Mausoleum des Ruk Rumpenheim im wunderschönen Schlosspark. Elf Comedians präsentieren einen Querschnitt der aktuellen Comedyszene: Amjad, David Werker, Henning Schmidtke, Jens Heinrich Claassen, Khalid Bounouar, Kurt Knabenschuh, Marcel Mann, Martin Niemeyer, Michael Eller, Tim Whelan und Udo Wolff. Karten für dieses Comedy-Highlight sind in den beteiligten Lokalen, bei der Stadtinfo und im Internet unter www.komische-nacht.de erhältlich.

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teilhabe nachhaltig entwickeln – das BTHG bei LEBENSRÄUME von Johann Kneißl, www.allemunde.de Die Stiftung Lebensräume arbeitet in der Region Offenbach intensiv an der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG). Wohnheime wurden teilweise durch individuelle Wohnappartements und Wohngemeinschaften in Stadtquartieren ersetzt. Ab 2020 wird der zentrale Gesetzesteil mit dem freien Recht auf Wohnort und Lebensform sowie der Trennung von Assistenzleistungen und existenzsichernden Leistungen umgesetzt. Das fordert Wohlfahrtsverbände und Menschen mit Behinderungen gleichermaßen. Lebensräume ist gut vorbereitet und hat sich mit sechs thematischen Arbeitsgruppen und zwei innerbetrieblichen Fachtagen ein umfassendes Know how angeeignet. Zum 01.09.2019 wurde zudem eine Fachstelle rund um das BTHG eingerichtet. Zentrale Ansprechpartnerin ist Mieke Steilberg. Ein Interview. Mieke Steilberg, 58, ist Dipl.-Pädagogin und arbeitet seit über 30 Jahre bei LEBENSRÄUME. Sie war in verschiedenen Leitungsfunktionen in Stadt und Kreis Offenbach tätig. Seit 2019 bekleidet die Fachbeauftragte für das BTHG die Stabsstelle „Fachaufgaben“ im Vorstand der Stiftung LEBENSRÄUME.

Blick richtet sich nicht mehr auf die Behinderung, sondern auf die Umweltfaktoren, die Menschen daran hindern, so zu leben, wie sie es sich wünschen.

Frau Steilberg, beschreiben Sie bitte die Ziele des BTHG in einfacher Sprache. (Lacht.) Ich versuch’s mal: Das Bundesteilhabegesetz stärkt das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderungen. Menschen können künftig selbst entscheiden, welche Hilfen sie in Anspruch nehmen und haben die freie Wahl, wo und wie sie leben möchten. Auf welcher Grundlage entstand das BTHG und was sind die wesentlichen Inhalte? Die Grundlage des BTHG bildet die UN-Behindertenrechtskonvention von 2006 mit dem „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“. Der inhaltliche Neuansatz besteht darin, dass die Menschen im Wechselspiel mit ihrer Umwelt gesehen werden. Der 46

Wo liegt für das Fachpersonal der Ansatz für das praktische Tun? Teilhabe, Barrierefreiheit und Sozialraumorientierung sind die entscheidenden Handlungsansätze. Wesentliche Teilhabeaspekte sind die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, die Teilhabe am Arbeitsleben und eine erfüllende Tagesstruktur für Menschen mit Behinderung. Welche wesentlichen Veränderungen gibt es für die Alltagsarbeit? Wesentliche Änderungen sind neben dem Schwerbehindertenrecht die neuen Einkommens- und Vermögensgrenzen sowie ein neues Finanzierungsmodell mit der Unterscheidung nach Fachleistungen und existenzsichernden Leistungen. Danach wird ab 2020 die Finanzierung der Fachleistungsstunden von der Grundsicherung und den Wohnungskosten (KdU) getrennt. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


PSYCHOSOZIALE DIENSTE FÜRI EMENSCH M U T&L B E / I NUND K L UGEMEINSCHAFT SION /

Wie wird das Bundesteilhabegesetz in die Praxis umgesetzt? Das „Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen – Bundesteilhabegesetz wird von 2017 bis 2022 nach dem Motto „Mehr möglich machen – weniger behindern“ in vier Reformstufen umgesetzt. Welche Stufen sind bereits umgesetzt? Die Stufen 1 und 2 sind bereits 2017 und 2018 in Kraft getreten. Dazu gehören die Erhöhung der Einkommens- und Vermögensgrenzen, die Novellierung des Schwerbehindertenrechts und der WerkstättenVerordnung, ein Teilhabeplan-Verfahren mit Hilfebedarfsermittlung nach ICF. Im Jahr 2020 kommt der nächste große Schritt. Worum geht es dabei? Tatsächlich stehen wir als Leistungsbringer mit der dritten Reformstufe vor der größten Änderung. Ab 2020 werden Geldleistungen getrennt in Eingliederungshilfe einerseits (SGB IX „Rehaleistungen und Eingliederungshilfe“) und existenzsichernde Leistungen für Lebensunterhalt und Unterkunft SGB XII Grundsicherung und Kosten der Unterbringung (KdU) andererseits. Bislang bezahlte der überörtliche Sozialhilfeträger LWV beide Leistungsbestandteile direkt an die Anbieter von Eingliederungshilfen. Was bedeutet dies künftig für Menschen, die Leistungen in Anspruch nehmen? Wir als freier Wohlfahrtsträger Lebensräume erhalten zukünftig nur Geldleistungen für sogenannte einfache und qualifizierte Assistenzleistungen. Menschen, die von uns Assistenz erhalten und nicht über eigene Einkünfte oder eine Rente verfügen, müssen selbst ihre Grundsicherung und die Kosten für die Unterbringung bei der Wohngemeinde beantragen. Das ist für beide Seiten eine sehr große Herausforderung – mit einem sehr hohen Verwaltungsaufwand. Leistungsberechtigte Menschen haben damit selbst eine hohe Verantwortung für Lebensunterhalt und Wohnung.

LEBENSRÄUME sucht WOHNRAUM Die STIFTUNG LEBENSRÄUME Offenbach am Main ist ein gemeinnütziger Träger der Wohlfahrtspflege, der sich der Versorgung psychisch kranker und behinderter Menschen in Stadt und Kreis Offenbach widmet. Betroffene benötigen Hilfe, wenn sie mit Aufgaben des Lebens und Zusammenlebens nicht selbst oder nicht allein zurechtkommen. Ein guter Lebensort und passender Wohnraum sind erste Voraussetzung für eine wirksame Hilfe. LEBENSRÄUME beschafft und bewirtschaftet geeignete Unterkünfte und unterstützt Bewohner*innen in allem, was sie brauchen.

Wir hen! suc Wir möchten dafür werben, uns Wohnraum zu vermieten, den wir an Einzelpersonen und Wohngemeinschaften weitergeben können. Es kann sich um Neubau oder eine Bestandsimmobilie handeln, wenn wir die Räume mitgestalten können, umso besser. Langfristige Mietverträge sichern Ihnen zuverlässige Einnahmen und geben uns Nutzungssicherheit. Lassen Sie uns über Kosten und Konditionen sprechen. Wir freuen uns über Ihr Interesse und bitten um Kontaktaufnahme.

STIFTUNG LEBENSRÄUME Offenbach am Main Geschäftsstelle Ludwigstraße 4 | 63069 Offenbach T. 069 838316-0 | F. 069 838316-16 www.lebsite.de | info@lebmail.de

Wie sieht die neue Verantwortung konkret aus? Haben Menschen einen Antrag auf Grundsicherung bzw. KdU bei Ihrer Kommune gestellt und Leistungen bewilligt bekommen, müssen Sie mit dem RegelSEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

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M U T&L I E B E / I N K L U S I O N / satz selbstverantwortlich umgehen. Auch ihre Mietkosten mit Kaltmiete und Nebenkosten müssen sie von ihrem Konto an den Wohnungseigentümer oder Hauptmieter überweisen. Lebensräume hat für über 150 Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung auf dem Wohnungsmarkt keine Wohnung erhalten, Wohnraum angemietet. Wir werden sicherstellen müssen, dass die zu bezahlende Miete auch bei uns eingeht. Bleibt da noch Zeit für die wirklich wichtigen Dinge, die die Menschen brauchen? Erstmal dominiert in den Jahren 2019 und 2020 der enorme Verwaltungsaufwand. Es ist daher gegenwärtig schon eine große Herausforderung, die Klienten weiterhin bestmöglich zu begleiten. Wir sind aber insgesamt gut vorbereitet und werden die Menschen sowohl bei den komplizierten Antragsverfahren als auch bei den alltäglichen Dingen mit all unseren Kräften unterstützen. Lebensräume wird niemanden fallen lassen. Dennoch wird es auf beiden Seiten während der Übergangszeit viel an Verständnis brauchen. Gibt es auch Änderungen, die nicht so aufwändig sind – was kommt noch? Ja, ab 2020 erhöht sich das anrechnungsfreie Vermögen. Damit verbunden werden Einkommen und Vermögen des Partners nicht mehr angerechnet. Hier geht für viele Menschen ein großer Wunsch in Erfüllung: Sie können mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin in einer gemeinsamen Wohnung leben, ohne ihn oder sie finanziell zu belasten. In der 4. und letzten Stufe ab 2023 wird der Zugang zu „Rehaleistungen und Eingliederungshilfe“ sowie der leistungsberechtigte Personenkreis neu geregelt werden. Aber erstmal konzentrieren wir uns auf die 3. Reformstufe. Sprechen wir über Lebensräume. Wie hat sich das das Sozialunternehmen für den großen Reformschritt ab 2020 vorbereitet? Wir haben dafür einen Zeitraum von zwei Jahren angesetzt und befassen uns mit dem BTHG bereits seit 2018 intensiv. Im Herbst 2019 werden wir den Planungsprozess abschließen. Der ganze Prozess lief berufs- und unternehmensübergreifend. Wir legten Wert darauf, alle Mitarbeiter auf ihre neuen Aufgaben umfassend vorzubereiten. Sie sollen die Klienten optimal begleiten können. 48

Was wurde konkret gemacht? Der Auftakt war im Frühjahr 2018 mit einem Fachtag für alle Mitarbeiter zu den gesetzlichen Grundlagen im Gründercampus ostpol. Rechtsanwältin Dr. Daniela Schweigler aus Darmstadt stellte das neue Gesetz und seine Auswirkungen auf die Leistungserbringer dar. Unsere Mitarbeiter konnten sich einen Tag lang intensiv mit dem BTHG beschäftigen und ihre Fragen mit der Referentin diskutieren. Wie ging es nach dieser eher „trockenen Kost“ weiter? Wir haben unmittelbar nach der Auftaktveranstaltung interessierte Mitarbeiter eingeladen und überlegten mit ihnen, wie es weitergehen könnte. Es bildeten sich interdisziplinäre Arbeitsgruppen aus allen Lebensräume-Betriebszweigen. Mittlerweile haben die AGs Zugangswege, Betreuung, Qualität, Arbeitsleben, Administration und Wohnen einen intensiven einjährigen Arbeitsprozess hinter sich gebracht. Wie gelangten die Ergebnisse an alle Lebensräume-Mitarbeiter? Der Stiftungsvorstand terminierte für Juni 2019 einen zweiten Fachtag im Gründercampus Ostpol. Die Arbeitsgruppen sollten sich überlegen, wie sie das „trockene Thema“ auf eine lebendige und praxisnahe Weise den Mitarbeitern präsentieren können. Die Ergebnisse waren beeindruckend. An sechs Stationen konnten sich unsere Mitarbeiter kreativ ausprobieren. Wir haben dazu auf unserer Website berichtet. Drei lebendige Beispiele? Die AG Administration demonstrierte mit zahlreichen Pappkartons den Leistungskatalog „Wohnen“ von ausgestatteten Lebensräume-Wohnungen. Die Mitarbeiter konnten auf den Cent genau sehen, welche Beträge monatlich z.B. für die Ausstattung mit Haushaltsgeräten, den Brandschutz, die Telekommunikation oder für Reparaturen anfallen dürfen. Am Stand der AG Betreuung hatten die Mitarbeiter die Gelegenheit, mit Eimern die Bestandteile des Warenkorbes nach dem Regelsatz zusammenzustellen. Oder in der AG Zugangswege konnten Mitarbeiter Rollen wie z.B. Klient, Mitarbeiter der Klinik, Gesetzlicher Betreuer oder Sozialpsychiatrischer Dienst einnehmen und ihre Standpunkte vertreten.

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Zur Ruhe kommen, Klarheit gewinnen: von Ingrid Walter, walter-wortware.de Achtsamkeit lernen

Das Fazit? Wir haben eine Menge Ideen und Kompetenzen für betroffene Menschen – insbesondere an den Schnittstellen zwischen Betreuung, Wohnen, Arbeit und Gesundheit gesammelt. Unsere Mitarbeiter verfügen über ein großes Know how und werden auch weiterhin mit Herz und Verstand tatkräftig anpacken. Auch auf unserer Website werden wir an zentraler Stelle regelmäßig zum BTHG berichten. Die Haltung von Lebensräume ist: Das BTHG fordert sowohl die Mitarbeitenden als auch die Klienten heraus und kann damit aber auch alle stärken! Frau Steilberg, vielen Dank für das Interview.

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 Ihre BTHG-Ansprechpartnerin bei LEBENSRÄUME Mieke Steilberg, Tel.: 069 838316-23, Mieke.Steilberg@lebmail.de Stiftung LEBENSRÄUME, Ludwigstraße 4, 63067 Offenbach

Bringen Sie Ihr Leben zur Sprache! Ich schreibe für Sie Ihre ganz persönliche Biografie als schön gestaltetes Buch. Außerdem kürzere biografische Texte, z.B. besondere Geschichten aus Ihrem Leben, die Sie würdigen möchten oder biografische Texte mit dem Ziel der Aussöhnung mit anderen.

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neuer tatort: hüter der schwelle

– oder warum ein stuttgart-tatort live in einem offenbacher kinosaal zu sehen ist

Richy Müller und Felix Klare als Stuttgarter Tatortkommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz haben am 29.9. unter der Regie von Piotr J. Lewandowski ihren 24. Einsatz. Drehbuch: Michael Glasauer. In weiteren Rollen zu sehen sind: André M. Hennicke, Victoria Trauttmansdorff, Saskia Rosendahl, Michael Sideris, Carolina Vera, Jürgen Hartmann – und Carsten Strauch.

Die Offenbach-Connection Parallel zur Fernsehpremiere läuft der Tatort auch im Offenbacher Filmklubb: in Anwesenheit von Regisseur Piotr J. Lewandowski und Schauspieler Carsten Strauch, der im Film die Rolle des Spurensicherers Bernd Körner verkörpert. Lewandowski und Strauch kennen sich schon seit des Studiums – beide haben gemeinsam an der Offenbacher Kreativ-Schmiede HfG (Hochschule für Gestaltung) studiert. Schon bei Strauchs Diplom-Film übernahm Lewandowski die Regieassistenz. Aus der gemeinsamen Werkstatt der beiden ist die erfolgreiche TV-Serie „Götter wie wir“ (Deutscher Fernsehpreis 50

2013) hervorgegangen, außerdem der Kinofilm „Die Aufschneider“ (2007), mit Christoph Maria Herbst und Cosma Shiva Hagen in den Hauptrollen. Es folgte Lewandowski Debutfilm „Jonathan“ mit Jannis Niewöhner, André Hennicke, Julia Koschitz und Barbara Auer, der mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Nun also der erste Tatort der beiden. Die kreativen Querdenker planen schon weitere gemeinsame Projekte – und wir freuen uns drauf!

Die Story: Im Bann des Okkultismus Auf einem Bergplateau vor den Toren Stuttgarts wird die Leiche von Marcel Richter gefunden. Der Ort ist einsam und von wilder Schönheit und bei dem Toten finden sich magische Requisiten. Ist er Opfer eines Ritualmords geworden? Lannert und Bootz forschen nach Verbindungen zu okkultistischen Kreisen. Weder Marcels Mutter noch eine Kommilitonin, mit der der zurückhaltende Student viel Zeit verbrachte, können da weiterhelfen. Aber Emil Luxinger, dessen Adresse bei dem Toten gefunden wurde, gibt an, von dem jungen Mann bestohlen worden zu sein und ihn desSEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


M U T&L I E B E / K I N O / halb mit einem Schadenszauber belegt zu haben. Im Hinblick auf Fakten bringt das die Kommissare nicht weiter. Aber ihr Misstrauen gegen Luxinger ist geweckt ... Während des Studiums drehte Carsten Strauch zahlreiche Kurzfilme, u. a. „Futter“, „Das Taschenorgan“, „Das grüne Schaf“, und erhielt dafür Auszeichnungen wie den Hessischen Filmpreis, den Deutschen Kurzfilmpreis sowie zahlreiche Preise auf nationalen und internationalen Festivals. Strauch arbeitet als Schauspieler, Autor und Regisseur. 2007 entstand gemeinsam mit Piotr J. Lewandowski sein erster Kinofilm „Die Aufschneider“. Es folgten viele Kino-, TV- und Serienproduktionen. 2012 war Strauch als Hauptdarsteller, Autor, Regisseur und Co-Produzent maßgeblich an dem Grimme-Preis nominierten Comedyformat „Götter wie wir“ beteiligt. Die sechsteilige Comedy-Serie brach alle Quotenrekorde bei ZDF.kultur. Aktuell gehört er zum festen Ensemble der ZDF-Comedy-Serie „Sketch History“, die bereits zum dritten Mal in Folge mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet wurde. Unter „CarstenStrauchComedy“ ging 2018 auch sein eigener YouTube Kanal an den Start, der aktuell bereits ca. 400.000 monatliche Aufrufe verzeichnet. Piotr. J. Lewandowski wurde in Warschau geboren. Er lebte und studierte unter anderem in Warschau, Paris und London. Seit 1999, als er sein Studium der „Visuellen Kommunikation“ an der HfG in Offenbach begann, ist Deutschland seine Wahlheimat. 2002 wechselte er an die Filmakademie Baden-Württemberg. Nach erfolgreichen Kurzfilmen wie „Heavy Pregnant“ und „Papa“ kam mit „Die Aufschneider“ 2007 sein erster Langspielfilm als Co-Regisseur (gemeinsam mit Carsten Strauch) in die Kinos. 2012 folgte die TV-Serie „Götter wie wir“, wieder mit Carsten Strauch sowie Rainer Ewerrien. Für seinen Debutfilm "Jonathan", der seine WeltpreSEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

miere als offizieller Beitrag auf der Berlinale 2016 in der Sektion Panorama feierte, erhielt er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, wie den Emder Drehbuchpreis, sowie eine Nominierung für den Thomas Strittmatter Preis. 2018 übernahm er für den SWR die Regie beim Tatort „Hüter der Schwelle“. Gerade hat er die Dreharbeiten zu seinem zweiten Kinofilm „König der Raben“ abgeschlossen, eine Tragikomödie mit Malik Adan und Antje Traue, in der es um einen illegal in Deutschland lebenden jungen Mazedonier geht. Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2019 in Offenbach, Frankfurt, Heidelberg und Friedberg statt.

TATORT- PREMIERE LIVE IM FILMKLUBB:

"Hüter der Schwelle" So. 29. Sept., ab 19.00 Uhr mit Regisseur Piotr J. Lewandowski und Schauspieler Carsten Strauch filmklubb, Isenburgring 36, OF Bitte reservieren: Nic@filmklubb.de

"König der Raben", der zweite Kinofilm von P. J. Lewandowski wurde u.a. auch in Offenbach gedreht. Foto: © Ishka Michocka


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Fotos: © www.klauswaeldele.de

ein pinguin in paris... oder schriftsteller dürfen lügen

Betritt man die Schreib- und Druckwerkstatt der Buchmacherei, hört man zuerst das leise Schmatzen der Linolwalzen beim Ausrollen der Farbe. Dann die konzentrierte Diskussion einiger Kinder darüber, ob ein Pinguin nun von Paris bis London schwimmen kann oder ob er lieber den Zug nehmen sollte. Gelegentlich einen Seufzer, denn das Ausritzen der Linolplatten ist gar nicht so leicht. „In der Buchmacherei arbeiten die Kinder frei und selbständig an ihrem Projekt. Sie entwickeln eine Geschichte, überlegen sich dazu Bilder, die sie in Linol schnitzen und dann per Hand drucken. Am Schluss wählen sie einen Titel für ihr Buch, fertigen den Einband an und binden die einzelnen Seiten bei der Buchbinderin“, berichtet die Kursleiterin Doreen Tringali. Immer wieder halten die kleinen Buchmacher auch inne und schauen einem anderen Kind über die Schulter, erklären sich gegenseitig Arbeitsschritte oder geben sich Tipps für den Fortgang der Geschichten. Besonders viel Spaß machen die Schreibspiele zum Aufwärmen am Anfang jeder Kursstunde: „Zum Beispiel erzählen wir drei Dinge über uns selbst, die sich alle sehr echt anhören müssen. Aber nur zwei sind wahr, die dritte ist erfunden. Schriftsteller dürfen nämlich lügen!“ Der 8-jährige Julius grinst. Regelmäßig besuchen die Kursteilnehmer auch Kinderbuchautoren und -illustratoren im Raum Frankfurt, um den Profis Löcher in den Bauch zu fragen. Jedes Halbjahr wird dann zur großen Buchpräsentation ein-

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von Doreen Tringali

geladen. „In Zukunft möchten wir auch Postkarten oder Kühlschrankmagnete von den schönsten Motiven anfertigen und verkaufen“, erzählt Doreen Tringali. Zusätzliche Einnahmen kann das ehrenamtliche Projekt dringend gebrauchen. Hauptberuflich ist die zweifache Mutter Kinderbuchlektorin beim Frankfurter S. Fischer Verlag. Doch die Gründung der Buchmacherei war für sie überfällig, denn die Buchbranche ist schnelllebig geworden und dem möchte sie etwas entgegensetzen. Jedes Halbjahr erscheinen fast 9.000 neue Kinder- und Jugendbücher, viele davon immer noch kleine Schätze. Aber was nicht sofort ein Verkaufserfolg wird, verschwindet nach kurzer Zeit wieder aus den Regalen der Buchhändler. „Daher ist mir dieses Projekt so wichtig: Wir sprechen in der Buchmacherei viel über Bücher, und natürlich haben die Leseerfahrungen einen großen Einfluss auf die ersten eigenen Geschichten. Aber erst bei der Umsetzung ihres Buchprojekts verstehen die Kids, wie viel Arbeit und Fantasie zwischen zwei Buchdeckeln steckt.“ Und deshalb sind die Junior-Schriftsteller am Ende zurecht mächtig stolz auf ihre Werke.  Neuer Kurs ab 6. September 16.00 bis 17.30 Uhr in der Werkstatt des offenbar, Domstraße 57 (Einstieg jederzeit möglich). Zusätzlich ab 28.9.: jeden Samstag von 10.00 bis 11.30 Uhr: Offene Druckwerkstatt für kleinere Projekte. facebook.com/groups/BuchmachereiOFFENBACH Anmeldung: buchmacherei.of@gmail.com SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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transalpin – zu fuß von salzburg nach triest tagebuch einer alpenüberquerung

VERENA LETTMAYER (* 1970) ist Grafik-Designerin, Malerin und Konzept-Künstlerin mit hessischen und obersteirischen Wurzeln. Sie lebt und arbeitet seit 1996 in Offenbach. Sofern es die Zeit erlaubt, arbeitet sie an freien Kunst-Projekten und bloggt in loser Folge über Genderthemen, Reisen und Wandern. Im Sommer 2018 ist die gemeinsam mit einer Freundin über die Alpen bis an die Adria gewandert. 500 km von Salzburg nach Triest, in 31 Tagen mit 10 Kilo auf dem Rücken. Durch vier Länder (Deutschland, Österreich, Slowenien und Italien). Durch wilde Wälder und über steinerne Meere. Durch Schluchten, über grüne Wiesen, Almen und Schneefelder. Durch Regen, Nebel und allergrößte Hitze. Viele unterschiedliche Landschaften sind ihnen begegnet, viele freundliche Menschen und interessante Unterkünfte. Am Schluss: Triest, die windige Stadt am Meer, gelegen am Mare Adriatico. Der neue Rhythmus war eine eindrückliche Erfahrung: „Aufstehen, Laufen, Ankommen, Essen, Schla-

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fen … ein Herunterbrechen auf wesentliche Dinge. Jeden Tag wussten wir, was wir zu tun hatten. Wie angenehm das doch war … Jeder Tag eine neue, abgezirkelte Aufgabe und am Ende des Tages die Erholung, das wohlige Gefühl, alles erledigt zu haben. (…) In gewisser Weise erscheint mir die Alpenüberquerung noch immer unwirklich, wie eine abstrakte Idee. Sogar jetzt, nachdem ich sie selber gemacht habe. Aber sie war wirklich. Und ich vermute: in meinem Unterbewusstsein hat sie ganz viel mit mir gemacht, dessen ich mir möglicherweise noch gar nicht gewahr bin.“ Ihre Impressionen hat Verena Lettmayer täglich festgehalten und daraus ein Buch gemacht. Das Buch „TRANSALPIN – ZU FUSS VON SALZBURG NACH TRIEST“ kann man direkt bei Verena Lettmayer bestellen: verenalettmayer@posteo.de 180 Seite, 16,- Euro, zzgl. 2,- Euro Versand

LESUNG MIT VERENA LETTMAYER

am 25. September, 19.00 Uhr im Haus der Stadtgeschichte, Herrnstr. 61, Offenbach

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LESUNGEN & MEHR im bam buchladen am markt

 27. September, 20.00 Uhr

 7. September, 11.00 -15.00 Uhr

Das Café Größenwahn versorgt uns mit Häppchen. Buchladen am Markt, Wilhelmsplatz 12, Eintritt: frei

PARKING DAY – Lesecafé

Wilhelmsplatz 12 / Bieberer Str. 24 Der Wilhelmsplatz gilt als einer der schönsten Orte Offenbachs. Obwohl der große Platz hauptsächlich dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten ist, verhindern doch ringsum die Autos das freie Bewegen. Besonders an Markttagen fällt der Parksuchverkehr auf, der wie eine Barriere zwischen Läden, Cafés und Marktständen wirkt. Wir wollen mit unserem Lesecafé dem Trubel einen Ruheort zum Verweilen und Innehalten entgegensetzen.

Regionalbuchtage – Autoren des Größenwahnverlages lesen aus ihren Werken.

 28. September, 15.30 Uhr

Vorlesestunde aus Grimms Märchen

mit Sarah Baumann zum Weltkindertag. Eine Aktion des Vereins „Die Welt des Lesens“. Buchladen am Markt, Wilhelmsplatz 12, Eintritt: frei

 17. Oktober 20,00 Uhr

Lesung mit Berit Glanz aus „Pixeltänzer“

Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Schöffling Verlag zur Buchmesse. Buchladen am Markt, Wilhelmsplatz 12, Eintritt: frei

 7. November, 19.30 Uhr

Die Büchergilde stellt sich vor.

Corinna Huffman, Programmleiterin der Büchergilde, nimmt Sie mit hinter die Kulissen des Lektorats in der Buchgemeinschaft, erzählt von Freud und Leid der Programmauswahl, eigenverlegerischen Planungen und davon, was ein Buch eigentlich zum Büchergilde-Buch macht. Buchladen am Markt, Wilhelmsplatz 12, Eintritt: frei

 10. September 20.00 Uhr

Lesung mit Dilek Güngör aus „Ich bin Özlem“

“Meine Eltern kommen aus der Türkei.” Alle Geschichten, erzählt sie, beginnen mit diesem Satz. Nichts hat sie so stark geprägt wie die Herkunft ihrer Familie, glaubt sie. Doch noch viel mehr glaubten das ihre Kindergärtnerinnen, die Lehrer, die Eltern ihrer Freunde, die Nachbarn. Özlem begreift erst als erwachsene Frau, wie stark sie sich mit dieser Zuschreibung identifiziert hat. Aber auch wie viel Einfluss andere darauf haben, wer wir sind. Özlems Wut darüber bahnt sich ihren Weg, leise zunächst, dann allerdings, bei einem Streit mit ihren Freunden, ungebremst: Von Rassismus ist die Rede und von Selbstmitleid, von Scham und Neid, von Ausgrenzung und Minderwertigkeitsgefühlen. Ihre Geschichte will Özlem von nun an selbst bestimmen und selbst erzählen. Wie das geht, muss sie erst noch herausfinden. Mit genauem Blick und bestechender Offenheit beschreibt Dilek Güngör, welche Kraft es kostet, sich in einer Gesellschaft zu behaupten, die besessen ist von der Frage nach Zugehörigkeit, Identität und der “wahren” Herkunft. Buchladen am Markt, Wilhelmsplatz 12, Eintritt: 10,- €

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etagerie & maschenwahn upcycling im „taunusgärtchen“  7. September, 11.00 -17.00 Uhr

AKTIONEN ZUM PARKING DAY

Taunustraße 1 / Ecke Domstraße

Wir erweitern die von uns bepflanzte Bauminsel vor unserem Laden und bringen Farbe ins Straßengrau! Aus alten T-Shirts und Wollresten häkeln wir Sattelschoner, umstricken Laternenpfähle, ... und machen bei Kaffee und Kuchen die Taunusstraße ein bisschen bunter!


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FRISCH GEDRUCKT: – die offenbacher einladung im größenwahn verlag frankfurt  Infos: groessenwahn-verlag.de/produkt/ Viele Offenbacherinnen und Offenbacher fiebern der Veröffentlichung der „Offenbacher Einladung” schon entgegen, denn sie haben mitgeschrieben und der Stadt ein poetisches Gesicht gegeben. Und so wird die Anthologie, die im September im Frankfurter Größenwahn Verlag erscheint, bunt, facettenreich, traditionsreich, multikulturell und modern – wie unsere Stadt selbst sein. Frankfurts Schwester hat ein ehrliches Gesicht, ohne Fassade und besitzt einen eigenen – unverwechselbaren – Herzschlag. Dieser ist in den Geschichten, Gedichten und historischen Miniaturen, die die Herausgeberinnen S. Katharina Eismann und Ingrid Walter zusammengetragen haben, deutlich zu spüren. Der inhaltliche Bogen ist weit gespannt: Im Buch finden sich poetische Texte über Straßen, Plätze, markante Gebäude und kulturelle Einrichtungen. Die sagenhaften Protagonistinnen und die Helden des Alltags tummeln sich im Rumpenheimer Schlosspark und im Mathildenviertel, staunen über den blauen Kran, freche (Schrift-) Typen, Vintage Läden und tanzen weiter, wo sie sich auf dem Wilhelmsplatz mit allerlei fremdländischen Gemüsen eindecken. Dann warten sie an Haltestellen oder zugigen Plätzen, klappen die Geschichte auf und werfen einen Blick zwischen die Mühlen der Zeit, die Offenbach geprägt hat. André, Mozart, Düsenjäger kommen ebenso vor wie Rapper, Verliebte und Verwirrte. Neben einem kurzweiligen Spaziergang durch Offenbach in all seinen Facetten zeigt die „Offenbacher Einladung“ auch, was in ihr steckt, welche Autorinnen, Autoren, Kulturschaffende und Denker sich mit unserer Stadt auseinandersetzen. Gewürzt wird das Ganze zusätzliche von einer origineller Rezepte für leckere Tartes. Die Texte sprühen vor Offenbach-Spirit, machen neugierig und sollen sowohl gebürtigen Offenbacherinnen und Offenbachern als auch Neubürgern Einblicke ins Stadtgeschehen bieten.

offenbacher-einladung/

Offenbacher Einladung. Offenbach mit Ecken und Kanten. Größenwahn Verlag, Preis 14,90 Euro ISBN 978-395771-266-0

Wilhelmsplatz 12 D-63065 Offenbach Fon: 069 883333 Fax: 069 885040 www.buchladenammarkt.de


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Kino Kulinarisc

LESUNGEN IM LADENKINO Daniel Brettschneider liest 'Kino Kulinarisch'

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Filme nach me

inem Geschma ck

 Sa. 21. Sept., 20.00 Uhr, Fahrradladen artefakt

Starkenburgring 4, Eintritt 15,- € inkl. Getränke & Snacks. Vorverkauf ausschließlich über den Fahrradladen: Öffnungszeiten: Di. - Fr. 10.00 – 18.00 Uhr, Sa. bis 14.00

Der Kinomacher hat ein Buch gemacht! Mit „Kino Kulinarisch – Filme nach meinem Geschmack“ beschreibt Daniel Brettschneider seine autobiografischen Erinnerungen und Gedanken zum Thema Kino. Zur Lesung gibt's Filmszenen sowie eine besondere Auswahl an kulinarischen Snacks und Getränken.

Daniel Brettsch

neider

ich mit meiner damaligen Freundin in Wes " Als Andersons Moonrise Kingdom ging, haben wir

zuvor unentwegt miteinander gestritten. Vermutlich war ich mal wieder zu spät am verabredeten Treffpunkt oder wollte in der Harmonie nicht ganz hinten mittig sitzen. Als wir das Kino verließen, war der Ärger einem beinahe unerklärlichen Gefühl der Zusammengehörigkeit gewichen. Wes Anderson gelang es, dass wir in seine Welt eintauchten, in der ein Kuss und ein Tanz an einem einsamen Strand jede vorherige Stimmung aus den Angeln heben konnte. Man hätte vermutlich viel öfter gemeinsam in Moonrise Kingdom gehen müssen. Oder zusammen kochen – in meiner Erinnerung machte sie ganz wunderbare Muscheln. Das Geheimnis, das wir damals noch nicht entschlüsselten, liegt in der Verbindung von beidem: Kino und Kulinarik.

Er hat beinahe ein ganzes Jahr gebraucht, bis er das Buch, das er schon immer schreiben wollte, fertiggestellt hat. Kinomacher Daniel Brettschneider erinnert sich in 'Kino Kulinarisch – Filme nach meinem Geschmack' an erste Kinogänge in früher Kindheit, an das Eiskonfekt im Universum, das Knutschen im Gloria oder an den Verzehr von Büffelleber im Broadway – allerdings nur auf der Leinwand während „Der mit dem Wolf tanzt“. Seine autobiografischen Erinnerungen umfassen das Aufwachsen in Offenbach, die Gründung des Hafenkinos, die Etablierung von Kino Kulinarisch im Deutschen Ledermuseum oder die besonderen Filmabende im Ladenkino bei Anja und Blümmel. In 17 Lieblingsfilmen mitsamt entsprechenden kulinarischen Empfehlungen und Rezepten wird seine Liebe zum Kino wie auch die zu seiner Heimatstadt Offenbach offenbar, die das gemeinsame Erleben ins Zentrum des Interesses rückt.

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Die Filme und Speisen werden durch Illustrationen von Jan Buchczik und Jan Münz atmosphärisch eindrucksvoll eingefangen und großartig unterstützt. So wird Brettschneiders persönliche Begeisterung für Filme, Essen und Getränke zu einer Art Wegweiser für genussvolles Erleben im Kino, Zuhause und anderswo.

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erscheint bei Offenbacher Editionen und ist ab 20. September zum Preis von 19,80 Euro überall erhältlich.

Mirjam Möß, © Urban Media Project

 'Kino Kulinarisch – Filme nach meinem Geschmack'


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afip! european young urban music nights  14. September bis 7. Dezember 2019

Kick-Off: Sa., 14. Sept., 19.30 Uhr Einlass / 20:30 Beginn

afip, Ludwigstraße 112 a, Goetheplatz, OF Weitere Termine: 28. 9. | 12 .10. | 26.10. 09.11. | 23.11. | 07.12. Infos unter: www.afip-hessen.de

Die neue afip Jazz-Reihe! International aufstrebende Künstler*innen performen progressiven live-Jazz Bei den „afip! european young urban music nights 2019“ treffen junge, international erfolgreiche Musiker*innen mit progressivem live-Jazz auf Kenner*innen der Szene Rhein-Main. Von September bis Dezember 2019 findet erstmalig die Reihe mit sieben Konzerten in der »afip!« am Offenbacher Goetheplatz statt, die wegen ihrer kreativen, aufmerksamen und authentischen aber auch familiären Atmosphäre von Musiker*innen und Publikum sehr geschätzt wird und sich längst auch als einen wichtigen Ort für Jazz in der Rhein-Main-Region etabliert hat. Die Provenienz der beteiligten Musiker reicht von den USA bis in die Ukraine und von Italien bis in die Niederlande. Der Höhepunkt der „afip! european young urban music nights 2019“ die Verleihung eines Preises für die Band mit der größten Publikumsbegeisterung.

SENEFELDERSTR. 63 63069 OFFENBACH 069 20026922

DI. – DO. 11.00 –18.00 FR. 10.30 –18.00 SA. 10.30 –14.00 fb: conceptstore tafelgold

ACCESSOIRES FÜR EIN SCHÖNES ZUHAUSE SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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Chronik · 2019 · Mischtechnik auf Leinwand · 180 x 240 cm, © Youri Jarkikh (Jarki)

stachel im fleisch –die bilderwelten von jarki in der galerie thomas hühsam In unserer Märzausgabe berichteten wir über die spannende Kunstsammlung von Michael Karminsky, dessen Schwerpunkt, neben neuer deutscher Kunst, besonders die russische Malerei der sogenannten zweiten russischen Avantgarde ab 1955 ist. Nun gibt es Gelegenheit, zahlreiche Gemälde eines Hauptvertreters Youri Jarkikh (Jarki) in einer Ausstellung kennenzulernen: Und zwar in der Galerie Thomas Hühsam. Der langjährige Offenbacher Galerist organisiert immer wieder provokante Bilderschauen in den hohen weißen Räumen der ehemaligen Lederfabrik Ott in der Frankfurter Straße. Als er bei Michael Karminsky die Bilder des russischen Nonkonformisten, der in Frankreich lebt, sah, war er sofort begeistert. Gemeinsam beschlossen die beiden leidenschaftlichen Kunstliebhaber eine Ausstellung vorzubereiten, die Michael Karminsky kuratiert. Interessierte Besucher dürfen sich auf eine bild- und farbgewaltige Schau freuen. Der Titel „Bulldozer– 45 Jahre danach“ bezieht sich auf eine Ausstellung, die 58

1974 von sich Reden machte: Youri Jarkikh war einer der Organisatoren der damaligen Ausstellung unter freiem Himmel in Moskau. Sie wurde unter Beteiligung einer großen Anzahl von Milizionären sowie unter Einsatz von Wasserwerfern und Planierraupen gewaltsam abgebrochen. Einige der Teilnehmer wurden geschlagen und verhaftet. Dies hatte eine große Resonanz in der ausländischen Presse hervorgerufen und ermöglichte, dass weitere Ausstellungen, schon im gleichen Jahr in Moskau und in Leningrad, nicht mehr behindert wurden. Die Bulldozer-Ausstellung war ein „Hauch von Freiheit“. Ein Anstoß zur Vereinigung von Freidenkern. Ein erster Schritt, der Russland zu seiner Freiheits-Revolution 1991, brachte. Youri Jarkikh wurde zum Vorreiter der inoffiziellen Kunst und ein Stachel im Fleisch der russischen Behörden. Während einer nächtlichen Zugfahrt von Moskau nach Leningrad hatten KGBAgenten seine Füße mit einer giftigen Substanz verätzt. Er musste sechs Monate in einem Krankenhaus SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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 Bulldozer Ausstellung – 45 Jahre danach Vernissage: Sa., 14. Sept., um 19.00 Uhr Ausstellungsdauer: bis 6. Nov. 2019 kuratiert von Michael Karminsky Galerie Thomas Hühsam, Frankfurter Str. 61, OF Öffnungszeiten nach Vereinbarung

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RIVIERA FESTIVAL 6. & 7. SEPTEMBER 2019

5KHD © Clemens Fantur

behandelt werden. Trotzdem organisierte er mit anderen Künstlern, Anfang Dezember 1975, eine weitere Ausstellung in Leningrad. 1977 wurde Jarki aus Russland ausgebürgert und emigrierte zunächst nach Deutschland. Kurz danach, 1978, nach Frankreich. Seitdem stellte er in Deutschland, England, Österreich, USA, Frankreich, Italien, Japan, Monaco, Belgien und der Schweiz aus. Seine Kunstwerke befinden sich in vielen Museen und privaten Kunstsammlungen dieser Welt. Thomas Hühsam und Michael Karminsky möchten auch künftig gemeinsame Ausstellungsprojekte in Offenbach organisieren.

Genau hier setzt der Multimediavortrag der deutsch-türkischen Autoren und Theatermacher Imran Ayata und Bülent Kullukcu am Samstagabend in der afip an. Sie zeigen eine Hommage an 50 Jahre Einwanderung, eingebettet in Arbeiterlieder, Rap und anatolischen Disco-Folk. Der Hafen 2 – Riviera-Festivalzentrum mit Strandfeeling direkt am Wasser – ist am Samstag Veranstaltungsort für eine große deutsche Band: Brandt Brauer Frick aus Berlin geben hier mit neuem Album das einzige Konzert in Rhein Main vor der großen Tour im November. Im Robert Robert Johnson Club sind am Festival-Freitag ausschließlich Frauen auf dem Dancefloor. Kedr Livanskiy aus Moskau tritt live auf, die Irin Or:la und Luz1e aus Frankfurt grooven an den Plattentellern. In den Parkside Studios sind am Samstag dann Shari Vari zu Gast. Shuttleboot Gaby und ein Bus der OVB bringen die Festivalbesucher kostenlos von Location zu Location. Dazwischen gibt es immer wieder Gelegenheiten für kleine Snackpausen, kühle Drinks, Äppler und Handkäs am Bembelboot, Köfte vom Köftemann. Alle Orte der Riviera: Robert Johnson, der Hafen 2, die Parkside Studios, der Hafengarten, die afip, der Waggon am Kulturgleis, die HfG Kapelle und das Bembelboot.

 Festivalbeginn: Fr., 6. und Sa., 7. Sept., Der Sommer ist schon fast vorbei, aber Anfang September heißt es noch mal „ab an die Riviera“. Und die liegt dann für zwei Tage in Offenbach. Hier steigt am Wochenende vom 6. und 7. September entlang des Mainufers nun schon zum zweiten Mal das Riviera Festival für Pop- und Clubkultur. Mehr als 20 nationale und internationale Bands und DJs treten an insgesamt sieben Orten entlang der Rivierastrecke auf. Das zukunftsweisende, angesagte und diverse Line-Up, vorwiegend jüngere Musikerinnen und Musiker, möchte auch ein Statement für die Vielfalt der Stadt sein. SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

jeweils ab 19.00 Uhr Das 2-Tagesticket mit Eintritt zu allen Locations, Konzerten und Partys gibt es ab 42,- Euro an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Tagesticket ab 21,- Euro. Programm, Tickets und Festivalinfos auf www.riviera-offenbach.de und www.offenbach.de/kultur

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michael frank - fotografie

© Michael Frank

die melancholie der bilddatenbank Fotografen archivieren nicht selten ihre Bilder nach Kategorien, zum Beispiel Ort, Zeit , Personen oder Ereignissen. Was die Frage aufwirft: Transportieren die Bilder auch dann noch Inhalte, haben sie einen Wert, wenn die Ordnung aufgelöst und die Bilder einer Kontingenz ausgesetzt werden. Michael Frank, der an der HfG in Offenbach sein Diplom erhielt, hat sich auf die Suche begeben und aus dem Konvolut seiner Arbeiten Bilder zusammengestellt, die neue Kontexte erfahrbar machen möchten. Entstanden ist ein persönliches Bilder-Tagebuch aus kleinen Serien und einzel Bildern, die Abstraktes, Gegenständliches, persönlich Beiläufiges und Porträtausschnitte zeigen. Frei nach Karl Valentin: „Es ist schon alles fotografiert (gesagt) worden, nur nicht von jedem.“ sind es oft alltägliche Bilder.

Seit der ersten Postkarte (die Idylle ist schön, aber pure Illusion) besteht der Konflikt, ist das was wir sehen wirklich oder ist das, was wir sehen wollen Wirklichkeit und ist die Fotografie heute, in der Bilder-Schwemme des digitalen Zeitalters, nur noch scheinbares Medium einer Eindeutigkeit, da die Bearbeitung der Bildes von Algorithmen bestimmt wird. Zunehmend lösen Bilder als universelle Sprache, das Sprechen, Erzählen und Beschreiben ab. Statt dem Gespräch, rekonstruiert aus Notizen oder langen epischen Beschreibungen der Natur, tritt das fotografierte Bild in den Fokus. Viele kennen sicher noch Dia-Vorträge bei denen Urlauber oder Reisefotografen ihre Erzählung nach Bildern ausrichteten. (also ganz neu ist es nicht). Mit der Schnelligkeit des Pos60

tens, auch banalster Handyphotos, tritt der Fotograf als Erzählender in den Hintergrund. Unsere Erwartungen an Bilder und Sehgewohnheiten haben sich nachhaltig verändert. Aber was sehen wir wirklich? Was sehe ich, was sieht der andere? Sind wir, wenn die Bilder aus dem Zusammenhang gerissen sind, in der Lage diese einheitlich zu deuten? Michael Frank nimmt uns mit in sein privates Kopfkino, aus in Bildern manifestierten, Erinnerungen und Interpretationen. Er möchte Dialoge herausfordern, zwischen den Betrachtern, über seine Sichtweise und der des Anderen und natürlich mit den Bildern. „Bilder funktionieren nur, wenn die Menschen darüber reden. Ein „Like“ im virtuellen Raum sagt ja nichts darüber aus, ob wir dasselbe gesehen oder erfahren haben. “ SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


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7. sept. – 19. okt. ausstellung in der galerie artycon: MICHAEL FRANK – FOTOGRAFIE GALERIE ARTYCON, Wilhelmsplatz 2, OF Sa. 07. Sept. | Vernissage: 11.00 – 14.00 Uhr Sa. 19. Okt. | Finissage: 11.00 – 14.00 Uhr Weitere Termine nach Vereinbarung:

© Michael Frank

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© Michael Frank


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die künstlergemeinde wächst – eine Betrachtung von mia pelenco

Rumpenheim ist ein wahrer Magnet für Kunstschaffende. Es zieht die Kreativen ins atmosphärisch-künstlerische Dorf im Mainbogen. Neue Ateliers und Werkstätten entstehen. Am Rundgang-Wochenende öffnen alle Ansässigen ihre Kunstorte, ausgewählte Gäste sind an ebenfalls imposanten Ausstellungsorten zu finden. Schlendern wir doch einmal durch das Dorf, beginnend im Schlossinnenhof. Dort treffen wir den Bildhauer Stephan Nüßlein mit seinen beeindruckenden Arbeiten aus Stahl. Sein Motto ist konsequent: "Vor vielen Jahren entschied ich mich für Stahl – noch immer gibt er mir Fragen auf, deshalb bleibe ich dabei." Im Westflügel des Schlosses, im „Casino“ neu dabei: Elsa Nietmann, Holzbildhauerin aus München. Reinhold Mehling, Bildhauerkollege stellte den spannenden Kontakt her. Er selbst ist der diesjährige "Künstler in der Schlosskirche". Seine lebensgroßen Skulpturen geben uns Denkanstöße und reflektieren unseren veränderten Alltag im Spannungsfeld zwischen Social Media und Spiritualität. Ein Dialog mit dem Künstler findet im Sonntagsgottesdienst ab 10.30 Uhr mit Pfarrerin Ute Seibert statt. Weiter gehen wir durch den Schlosspark mit seinem ersten wiederhergestellten sog. "Brezelweg", von dem es im ursprünglichen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild mehrere gab. Ein geschwungener ebenfalls neu angelegter Weg führt uns

Schmuckatelier Wolfgang uhl Edle, rohe Kristalle und markantes, gewöhnliches Gestein... Schmuck mit unverwechselbarem Charakter.

made in rumpenheim Rumpenheimer Schlossgasse 4, Offenbach Tel.: 069 816178 • www.schmuckatelier-uhl.de Mi / Do / Fr: 14.30 - 18.30 Uhr + nach Vereinbarung 62

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Rumpenheimer Kunsttage 2019 14. + 15. Sept. entlang der Schlossparkmauer zum freigelegten Fundament "Schweizer Haus". Matthias Block lässt hier mit seiner temporären Installationskunst das Gebäude wiederauferstehen – zumindest in unserer Phantasie können wir das Haus erträumen, wie es vielleicht einmal um 1850 erbaut wurde! Spannend. Verlassen wir den Park und wagen wir uns über die Schlossgartenstraße zum Ev. Pfarrhaus zu Kirsten und Amparo Lippek, weiter zum Ev. Gemeindezentrum gleich nebenan, wo einige Gast-Künstler*innen ihre Arbeiten präsentieren. Gehen wir in den alten Kern des Dorfes, kommen wir am gemeinsamen Haus vorbei von Bürgerinitiative BIR und Kunst.Ort.Rumpenheim e.V. mit Gastkünstlern sowie Atelier-Etage der Organisatoren der Kunsttage. Weiter in der Breite Straße gibt es einen neuen Ausstellungsort zu entdecken mit malerischem Innenhof. In der Neugasse sehen wir die erste realisierte Hauswand des Projekts „Hauswandpoesie“ von Anja Hantelmann und Petra Mühl, dann zu Atelier N14, gelangen wir fast am Ende der Neugasse zu einem weiteren neuen Kunstort. Hier eröffnete vor kurzem Cordula Pinna-Weth ihr Schmuckatelier, kurz genannt "Cordels", was Rückschlüsse auf ihr Lieblingsmaterial zulässt. Zu Gast Sybille Lienhardt mit ihren beliebten "Urban Sketches". Begeben wir uns über den Eingang beim Glas-Atelier ACR Reinelt in das große industriell anmutende Areal, eröffnet sich eine ganz eigene Welt im alten Rumpenheim. Hier kann man viele Stunden an unterschiedlichsten Ausstellungsorten mit ansässigen und externen Künstler*innen verbringen. Am besten nimmt man sich Zeit – und den Kunsttage-Flyer zur Hand mit Ortsplan aller verzeichneten 27 Kunstorte mit 50 teilnehmenden Künstler*innen und einem spannenden Rahmenprogramm an beiden Kunsttagen: Bekannte Offenbacher Literatinnen wie Ida Todisco, S. Katharina Eismann und Ingrid Walter bereichern die Kunsttage mit ihren Auftritten! Ein Tag wird nicht ausreichen, alles zu sehen. Deshalb gibt es auch Tag Zwei!

• SAMSTAG, 14.9. Rundgang – Offene Ateliers 13.00 bis 19.00 Uhr 15.00 Uhr, Ev. Gemeindezentrum Lesung: Ida Todisco & Kotey Niikoy, Gitarre/Gesang • SONNTAG, 15.9. 10.30 Uhr, Schlosskirche, Gottesdienst Rundgang – Offene Ateliers 12.00 bis 19.00 Uhr 15.00 Uhr, Schlosskirche Ingrid Walter, Katharina Eismann & Die Rosenrazzia, Viola Behr, Gitarre; Günter Bozem, Perkussion 17.00 Uhr Türkischer Pavillon Schlosspark Lesung: Ida Todisco & Kotey Niikoy, Gitarre/Gesang • SONNTAG, 22.9. MIDISSAGE 18.00 Uhr, Schlosskirche meDiva & friends – Folkensemble • FREITAG, 27. 9. FINISSAGE 19.00 Uhr, Schlosskirche Christiane Poos-Breir, Klarinette Theresa Buschmann, Stimme & Lesung Hagen Bonifer, Bühne & Texte zu Malerei-Zyklus „BURKAS“

Profis für Nonprofit Ehrenamtliche Beratung für Vereine • Marketing und Werbung • Geldbeschaffung (Fundraising) • Buchhaltung und Rechnungswesen • allgemeine Vereinsorganisation

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ISH

 I N -D nbach tr. 24, Offe Bieberer S 16.00 Uhr .: 11.00 – Mo. bis So hr – 22.30 U und 17.30 h.de www.in-dis

von Ingrid Walter, walter-wortware.de Eigentlich ist man es gewohnt, an dieser Stelle der Bieberer Straße den Schritt zu beschleunigen, denn den schönen Wilhelmsplatz hat man hier bereits hinter sich gelassen. Aber dann werden die Augen überrascht von einem schönen Interieur, das durch große Fenster schimmert und das anders ist als die umliegenden Läden: Wände in Hellgrau und Weiß, Sessel in Petrol und Rosé, Teller in Türkis, kleine Messingväschen mit Chrysanthemen sowie moderne Lampen und verspielte Säulen im Industry-Style kann man da entdecken. Nein, das ist keine Bar, sondern ein modernes indisches Restaurant, das ganz ohne goldene Elefanten und rote Plüschkissen auskommt. Und der Name In-dish, eine Wortkombi im schönsten „Denglisch“ passt. Auch auf der Speisekarte des neuen Restaurants weht ein frischer Wind. So gibt es fünf Basis-Curries, die man nach eigenem Geschmack mit Hühnchen, Lamm, indischem Käse (Paneer) oder Gemüse sowie diversen Saucen anreichern kann. Dazu passt Basmatireis und selbstgebackenes Brot. Die Inhaber Atta und Taha Munawar sind Brüder und in Offenbach aufgewachsen. Sie lieben Essen und haben von den Großeltern die Gastronomie quasi in die Wiege gelegt bekommen. Bevor sie das Lokal im Juni 2019 eröffneten, war Atta allerdings Elektroingenieur. Damit alles authentisch und lecker schmeckt, haben die beiden einen ausgebildeten Koch in Indien gesucht und gefunden – und es macht Spaß, sich durch die Speisekarte zu probieren. Alle Gerichte werden individuell zubereitet, sind leicht und fein gewürzt. Auch hier darf der Gast mitreden und den Schärfegrad bzw. einige Gewürze selbst bestimmen. Neben den Curries gibt

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urrys c e in fe – h s i d in te ch und tandoori-geri nach wunsch

es hervorragende Tandoori-Gerichte. Diese bestehen entweder aus zartem und würzigem Fleisch oder aus knusprigen Riesengarnelen. Oder man ordert gleich die gemischte Grillplatte und hat von allem etwas. Aber auch zahlreiche vegane Gerichte mit Linsen oder Kichererbsen stehen auf der Karte. Dazu gibt es selbstgemachte Limonaden und Lassis. „Wir möchten auf die Wünsche der Gäste eingehen und den deutschen Gaumen die vielfältige und gesunde Küche Indiens näher bringen“, sagt Atta. Den geschmackvoll gestalteten Innenraum bereichert ein kleines Hinterhöfchen, wo man fern vom Trubel nette Menschen treffen kann. Zahlreiche Offenbacher finden schon den Weg dorthin.

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barrio – neuer

er hotspot im quarti

von Ingrid Walter, walter-wortware.de

Barrio bedeutet Stadtviertel und das hübsche Café mit den orientalisch anmutenden Terracottafliesen, farbigen Holzplanken und modernen Lampen aus Sisal sorgt buchstäblich für gute Nachbarschaft. Und davon kann es an der Berliner Straße, wo sonst alle vorbeifahren, nicht genug geben. Tarik und sein Bruder Omar Loukili bekamen den Raum, wo sich vorher eine türkische Bäckerei befand, angeboten und waren sich nicht sicher. Aber beim Nachdenken siegte der Wunsch, Offenbach genau an dieser Stelle lebenswerter zu machen. „Wir möchten das Flair von Offenbach über den Wilhelmsplatz hinaustragen und ein Hotspot für die Menschen werden.“ Damit haben die beiden im Februar angefangen. Der Name Barrio ist auch eine Hommage an die Großmutter der Betreiberfamilie, die im gleichnamigen Viertel in der Medina von Tétouan lebt – und die Tarik jedes Jahr besucht. Dann bringt er einen Kanister Olivenöl mit oder etwas anderes Typisches. Durch das gelungene Ambiente, das Tradition und Moderne lockerleicht verknüpft, kann man sich in die malerische Altstadt von Tétouan träumen, dort, wo früher einmal Offenbachs Altstadt war. Mit seinem stylischen, aber gemütlichen Interieur steht das Barrio aber auch für eine neue und frische Art von Gastronomie, die von den Kindern und Kindeskindern der ehemaligen „Gastarbeiter“ gelebt wird. Auf diese Weise ist es auch ein kleiner Schmelztiegel der Nationen.

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Im farblich fein abgestimmten Inneren fühlt man sich sofort wohl und spürt die Liebe, mit der alles gemacht ist. Die originelle Einrichtung haben Tarik und Omar selbst entworfen und eigenhändig eingebaut. Der marokkanische Minztee, der einen auch bei Hitze schnell wieder ganz nach oben kickt, wird frisch gekocht, die leckeren Torten und das marokkanische Essen sind von Familienmitgliedern handgemacht und schmecken wie bei Großmama aus Tétouan mit einer Prise Weltläufigkeit von heute. Daneben gibt es auch viel Zeitgemäßes auf der Karte, wie die verschiedenen Kaffeespezialitäten, den Avocado-Smoothie oder die Barrio Bowls. Der Kaffee kommt aus der beliebten Frankfurter Rösterei Bunca. Man kann den Tag hier verbringen, wenn man Muße mitbringt oder etwas zu schreiben und mit einem orientalischen Frühstück beginnen, das übrigens keine zeitliche Begrenzung kennt. So kommt man beispielsweise mit Tscharmila (2 Spiegeleiern auf einer Zwiebel, Paprika- Tomatensauce nach marokkanischer Art) bequem bis zum Mittag. Frisch und knusprig ist das marokkanische Pfannenbrot, das zu vielen Gerichten gereicht wird oder das Msemen aus Blätterteig, das Herzhaftes mit Süßem kombiniert. Zu Mittag oder gegen Abend kann man eine Tajine probieren, mit Hähnchen und eingelegten Zitronen oder vegetarisch mit Safran-Kartoffeln. Wer es leicht mag, lässt sich einen der knackigen Salate schmecken. Alles wird frisch und mit Sorgfalt zubereitet. In der Küche wirkt Cousin Karim. Bei cooler Musik und Blick auf die bunte Straßenszenerie lässt sich der Tag auch prima ausklingen. Dazu kann man auch auf einem der bequemen Sessel auf dem Bürgersteig Platz nehmen und sich nach Tétouan träumen.

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 BARR bach tr. 2, Offen Berliner S Uhr 0 0 – 19.0 täglich 9.0 65


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-Q U I C K

 ASIA Offenbach rktstr. 18, Große Ma 2.00 Uhr : 11.00 – 2 Mo. bis Fr. 22.00 Uhr s 12.00 – g a rt ie fe . So. u

Die in Norddeutschland mit 15 Filialen bereits sehr erfolgreiche Restaurantkette ASIA QUICK erobert das Rhein-Main-Gebiet. Mit dem ASIA QUICK Offenbach eröffnete gerade die zweite Filiale der Region und bietet authentisch und frisch zubereitete Speisen aus Nepal, Thailand, Korea, China sowie japanisches Sushi. Die Lage könnte kaum besser sein, liegt das modern asiatisch gestylte Restaurant doch in der Großen Marktstraße 18, direkt neben dem Schuhhaus Pauthner und ganz in der Nähe des Komm. Die asiatische Küche liegt im Trend, nicht zuletzt, weil sie als sehr gesund gilt und schnell zubereitet ist. Auch im ASIA QUICK müssen Gäste nicht lange auf ihr Gericht warten, bevor sie es in den hellen Gasträumen auf zwei Ebenen genießen. Bei schönem Wetter laden Sitzplätze vor dem Restaurant zum Verzehr im Freien. Restaurantleiter Kumbha Regmi und seine Mitarbeiter haben ihr Handwerk von der Pike auf gelernt und bereichern fortan die Offenbacher Gastroszene um die Facette „authentisch asiatische Küche“. Regmi verspricht beste Zutaten, sorgfältige Zubereitung und den nahezu kompletten Verzicht auf Glutamat: „Nur einige zugelieferte Saucen beinhalten noch geringe Mengen des Geschmacksverstärkers“, betont er. Die Speisekarte lockt mit allerlei Klassikern der asiatischen Küche und der Aromenvielfalt zwischen scharf, süß und sauer. Hinzu gesellen sich die beliebten Sushikreationen à la ASIA QUICK – aus frischen Zutaten, wie alle Gerichte des Hauses. Alle Speisen können auch innerhalb des Offenbacher Stadtgebiets geliefert werden, beispielsweise als schneller Mittagsimbiss ins Büro, wenn der Arbeitsalltag mal wieder keine Zeit für eine ausführliche 

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thentische u a – k c i u q a i s a asiatische Küche

Mittagspause erlaubt. Unzweifelhaft gemütlicher jedoch ist es allemal, in der ungezwungenen und modern-asiatischen Atmosphäre des im Erdgeschoss und erster Etage beheimateten Newcomers in der Offenbacher Innenstadt. Für Firmen- und Privatveranstaltungen kann die obere Etage des Restaurants auch exklusiv gebucht werden.

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ZUM VORMERKEN:

Hochkarätige Chormusik und brillante Solisten

„Chormusik im Advent“ am 15. Dezember im Büsing Palais

Die „Chormusik im Advent“ des Sängerkreises Offenbach am 15. Dezember im Büsingpalais verspricht musikalische Unterhaltung auf höchstem Niveau. Dafür bürgen unter der Gesamtleitung von Bernhard Seelbach das Streichquartett der Neuen Philharmonie Frankfurt, das Männervokalensemble Camerata Musica Limburg, der Jugendchor 2000 der Sängerlust 1883 Hausen sowie die Gesangssolisten Jessica Fründ (Sopran) und Keith Ikaia-Purdy (Tenor).

Klangliche Kontraste versprechen schon die beiden Chorauftritte: Während das ReperJessica Fründ (Sopran) Keith Ikaia-Purdy (Tenor) toire der aus den Limburger Domsingknaben hervorgegangenen Camerata Musica von Gregorianischen Gesängen und Motetten alter Meister bis hin zu Werken der Romantik des 20./21. Jahrhunderts reicht, widmet sich der gemischte Hausener Jugendchor vor allem anspruchsvollen Arrangements zeitgenössischer Popmusik. Die als „hr-Klassik Chor des Jahres“ ausgezeichneten und bei vielen internationalen Wettbewerben erfolgreichen Limburger stehen unter der Leitung von Jan Schumacher, seit 2015 Universitätsmusikdirektor der Johann-Wolfgang-Goethe-Uni Frankfurt, Lehrbeauftragter der Akademie für Tonkunst Darmstadt und selbst ein Spross der Domsingknaben. Der von Peter Krausch geleitete Jugendchor 2000 zählt zu den besten jungen Chören Hessens. Dem hochkarätigen Adventsnachmittag setzen zwei Solisten weitere Glanzlichter auf. Die Sopranistin Jessica Fründ sang unter anderem die Papagena in Mozarts „Zauberflöte“ der Kammeroper Frankfurt, gastierte als Marzellina im „Fidelio“ bei den Burgfestspielen Dreieichenhain und zählt zum Ensemble von Opera et cetera, einem von Keith Ikaia-Purdy geleiteten Nachwuchsprogramm, das Gesangstalenten zu publikumsträchtigen Auftritten verhilft. Der aus Hawaii stammende Ikaia-Purdy hat sich nach einer internationalen Karriere mit Engagements an den renommiertesten Opernhäusern der Welt, wo er unter anderem mit Zubin Mehta, Riccardo Chailly und Riccardo Muti arbeitete, im Rheingau niedergelassen. Seit 2012 leitet er dort das Rheingau Institute of Vocal Arts (RIVA).

15. Dezember im Büsing Palais: „Chormusik im Advent“ Beginn 16.00 Uhr, Einlass 15.30 Uhr

Karten im Vorverkauf im OF InfoCenter im Salzgässchen 1, (069/84004170) sowie bei den Mitwirkenden und dem Sängerkreis Offenbach. www.saengerkreis-offenbach.de

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süßes aus dem netz www.kuchenbaecker.com

Liebe Leserinnen und Leser, nachdem Offenbach ist grün! Und ich wünsche mir, dass es so bleibt. In der Ausgabe, die Sie heute in Ihren Händen halten, geht es um das grüne Offenbach und um Nachhaltigkeit. Ich könnte Ihnen jetzt ausführlich von den grünen Oasen berichten, die sich in und um unsere Stadt herum befinden, doch vor dem Hintergrund der Debatte, die die junge Schwedin Greta Thunberg mit ihren „Fridays for future“ ausgelöst hat, möchte ich Ihnen stattdessen etwas anderes erzählen. Wer mich kennt weiß dass ich kein besonders guter Sportler bin, aber ich liebe Spaziergänge. Ich mag die Natur und den Wald, die grüne Lunge unserer Stadt. Ich setze mich gerne mit einem Cappuccino auf eine Bank im Büsingpark und genieße den Blick auf den Rundtempel. Ich mag das. Ich brauche das. Hier komme ich, mitten in der Stadt, zur Ruhe. Wie ich da also sitze, an meiner Kaffeespezialität nippe und dem Gezwitscher der Vögel lausche, fällt mir die arglos weggeworfene Plastiktüte auf, die neben meiner Parkbank unterhalb des Mülleimers auf dem Boden liegt. Den Schotterweg zieren unachtsam weggeworfene Zigarettenkippen und ich frage mich, ob das schon immer so war. Vielleicht war es so, vielleicht aber achte ich heute nur besonders darauf. Ich habe mich entschieden umzudenken, denn ich bin mir der Folgen des

Raubbaus, den wir an der Natur betreiben bewusster denn je. Also sage ich es frei heraus: Ich möchte das nicht. Ich möchte nicht zwischen Müll und Zigarettenkippen meinen Cappuccino schlürfen. Den Cappuccino, den ich übrigens aus einem Mehrwegbecher trinke. Denn Pappbecher habe ich schon lange aus meinem Alltag verbannt. Meine Zigarettenstummel werfe ich in die Schlitze an den Mülleimern, die sich an fast jeder Straßenecke finden. An dieser Stelle muss ich auch mal wieder eine Lanze für die Stadt Offenbach brechen. In vielen anderen Städten ist es um die Anzahl der Mülleimer im öffentlichen Raum nicht so gut bestellt wie bei uns. Also liebe Offenbacher und liebe Gäste nutzt diese Gelegenheit. Und das nicht nur, weil ich meinen Kaffee in sauberer Umgebung genießen möchte. Eine Zigarettenkippe braucht etwa 10-15 Jahre bis sie von allein verrottet ist, von den Giftstoffen die währenddessen in den Boden gelangen möchte ich gar nicht erst anfangen. Liebe Leserinnen und Leser, Offenbach ist grün und ich wünsche mir, dass es so bleibt. Bis zum nächsten Mal Ihr Kuchenbäcker Tobias Müller

Mo geschlossen, Di–Fr 10 –18 Uhr, Sa 10 –14 Uhr

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Apfel-Walnuss Kuchen

100 g geschmolzene Butter • 60 g Rohrzucker 60 g weißen Zucker • 2 Eier • 50 ml Sahne 230 g Mehl • 1 leicht gehäuften TL Backpulver 2 Äpfel (z.B. Braeburn oder Boskop) • 90 g Walnüsse

•••• so geht's ••••

Backofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Walnusskerne grob in Stücke brechen. Die Äpfel schälen und das Kerngehäuse entfernen. Einen Apfel reiben, den anderen in Würfel schneiden. Die Butter mit Rohrzucker und weißem Zucker verrühren. Anschließend die Eier nacheinander unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und abwechselnd mit der Sahne unter die Butter-Zucker-Ei Mischung ziehen. Als nächstes den geriebenen Apfel unterrühren. Abschließend die Apfelwürfel und groben Walnusskerne unterheben. Teig in eine gefettete Kastenform füllen und auf der mittleren Schiene 40-50 Minuten backen. Am Ende die Stäbchenprobe machen. Sollte der Kuchen noch nicht durchgebacken sein, die Backzeit etwas verlängern. Den Kuchen vorsichtig aus der Kastenform auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen.

Taste it all.

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HAFEN 2 – SPECIALS Im Rahmen der Klimagourmet-Woche: Unsere große kleine Farm - nachhaltig erleben Sehen, fühlen, schmecken - ein Abend für besseres Klima

THEATERATELIER BLEICHSTRASSE 14H Vorverkauf: OSG, Salzgässchen 1, Tel. (069) 840004-170 bam Buchladen, Wilhelmsplatz 12, Tel. (069) 883 333 Tickethotline: (069) 1340-400 • www.theateratelier.info

 Do. 12. Sept., 18.00 – 23.00 Uhr Ab 18.00 Uhr: Führung durch den Hafen 2 und

Gerichte aus saisonalen Zutaten / Kinderaktion: Führung zu den Tieren & Stockbrot am Lagerfeuer 20.00 Uhr: Dokumentarfilm „Unsere große kleine Farm“ im Hafenkino Weil ihr Hund Todd zu viel bellt, verlieren Molly und John ihr Apartment. Das Paar verlässt daraufhin die Großstadt und stürzt sich Hals über Kopf in die Verwirklichung eines langgehegten Traums: die Gründung einer eigenen Farm. Unsere große kleine Farm zeigt eine lange Reise, bei der es nicht nur um ökologische Landwirtschaft geht, sondern vielmehr darum, sich ein kleines Paradies, eine Familie und eine neue Heimat zu erschaffen. Unsere große kleine Farm. John Chester, USA 2018, 92 Min., keine Altersbeschränkung, OmU

 Sa. 19. Okt, 20.00 Uhr Literatur & Musik: Michelle Spillner und Doris Friedmann Michelle Spillner liest aus ihrem Debütroman „Der beste Sommer unseres Lebens – Überleben ist erst der Anfang“ Dazu passt niemand besser als Doris Friedmann ­– wortgewaltig, zartbesaitet, brüllend komisch, feinhumorig. Die Schauspielerin und Musikerin wird die Lesung musikalisch begleiten.

 So. 17. Nov., 18.00 Uhr Wilma Tell – mit Doris Friedmann Wilhelm Tell, den Schweizer Nationalhelden, kennt jeder. Und seine Geschichte vom Apfelschuss auch. Aber kann man der Überlieferung trauen? Wilma Tell tritt aus dem Schatten ihres berühmten Vorfahren und erzählt die wahre Geschichte. Ein musikalisch-komisches Theaterstück, frisch, frei und schillernd nach Frisch und Schiller.

 Fr. 22. Nov., 20.00 Uhr Traumgewebe – Kubecka, Scholz, Sommer  So. 22. Sept., 15.00 Uhr

Festival: Basement Revolver, The Stroppies, Melby, Hayley Reardon

 Fr. 25. Okt., 20.00 Uhr

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Konzert: Rocko Schamoni

Eine ungewöhnliche Performance mit irritierenden, traumhaften Bildern, die der Frage nachspürt, was der Mensch ist.

Außerdem Kindertheater im Familienprogramm: "Die Kuh Rosemarie" / 15. Sept. / 20. Sept. / 15.00 Uhr "Tomte Tummetott" / 24. Okt. / 11.00 Uhr "Herbstgeflüster " / 3. Nov. / 15.00 Uhr Infos unter: www.theateratelier.info SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


Frühstück beim Sechs Tage Rennen in Brüssel, 1935 / © J. Blümmel

‹SCHÖNE ANSICHT. KÜNSTLERBÜCHER. EXKLUSIV› 17. & 18. OKTOBER 2019 Parallel zur Frankfurter Buchmesse findet im Offenbacher Atelier von Uta Schneider eine Werkschau mit Künstlerbüchern, Originaldruckgrafik und Publikationen von fünf international renommierten Editionen satt. Es nehmen teil: Carivari Sabine Golde (Leipzig), Fahrner & Fahrner (Frankfurt), despalles éditions (Paris / Mainz), Karl Heinz Thiel (Offenbach) und ‹usus› Uta Schneider & Ulrike Stoltz (Offenbach/Berlin). Der Eintritt ist frei.

 Atelier Uta Schneider

Löwenstr. 10 (Hinterhaus), Offenbach Do.: 14.00 – 22.00 Uhr / Fr.: 17., 11.00 – 18.00 Uhr www.golde-carivari.com / www.fahrnerandfahrner. com / www.despalles.fr / www.khthiel.de / www.boatbook.de

JUNI / JULI / AUGUST 2019

Radsportstammtisch SERVICE DES COURSES artefakt Offenbach und das LadenCafé wollen den Radrennsport nach vorne bringen. Deshalb veranstalten wir in Offenbach jedes Jahr die Radsportveranstaltung RAD, WEIN & GESANG. Wir wollen noch mehr machen: artefakt Offenbach und das LadenCafé wollen den Austausch zwischen Sportlern, Veranstaltern und Radsportfans fördern und möglich machen. Zu diesem Zweck starten wir die Veranstaltungsreihe "SERVICE DES COURSE". Wir laden vierteljährlich zu einem Stammtisch ein, an dem aktuelle Entwicklungen besprochen werden können. Wir planen aber auch die Treffen jeweils einem besonderen Thema zu widmen. Der erste Termin ist

 Fr. 18. Okt., 20.00 Uhr Thema: Saisonrückblick 2019 / Wo steht der

Lizenzrennsport nach der Lizenzreform? LadenCafé im LADEN artefakt Offenbach Starkenburgring 4, OF Weitere Termine: 17. Januar 2020, 17. April 2020, 17.Juli 2020

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M U T&L I E B E / T I P P / INTENSIV ERLEBEN

Riviera2019 Brandt Brauer Frick © Max Parovsk

GROSSE KLASSIK

06./07.09., jeweils ab 19.00 Uhr

200 JAHRE JACQUES OFFENBACH S O 10. NOV E M BE R 2 019 | 17.0 0 U H R J. Offenbach / Georges Melies

DIE REISE ZUM MOND (MIT STU M M FILM)

MUSIK VON UND ÜBER

JACQUES OFFENBACH

in Revue von 1922 und Hörspiel von 2019

Capitol Symphonie Orchester und Solisten Dirigent: Niklas Benjamin Hoffmann Kartenvorverkauf: OF InfoCenter | T 069 – 8400 04 - 170 capitol-classic-lounge.de | frankfurtticket.de | T 069 – 13 40 400

Riviera Festival Offenbach

Offenbach am Main. Zwei Kilometer Riviera. Clubs und Konzertlocations, Bahnwaggon, Hafengarten, ein ehemaliger Supermarkt, zwei Schiffe, eine Kapelle. An und zwischen diesen einmaligen Orten entlang der Offenbach Riviera steigt zum zweiten Mal das Festival für Pop- und Clubkultur. Mit dabei sind Brandt Brauer Frick, 5K HD, P.A. Hülsenbeck, Kedr Livanskiy, Or:la, KUF, John Moods, Shari Vari, Songs of Gastarbeiter und viele mehr. www.riviera-offenbach.de 07.09. – 08.09., Wilhelmsplatz, OF

Kulturfest der Nationen

Das Kulturfest der Nationen zeigt alljährlich wie interkulturelle Verständigung in Offenbach funktioniert. Auf Einladung des Ausländerbeirats tragen ausländische Vereine folkloristische Darbietungen und kulinarische Spezialitäten bei. www.offenbach.de/veranstaltungen

Im KOMM Einkaufszentrum, Aliceplatz, 1. Stock www.kunstverein-offenbach.de Mo. bis Sa.: 14.00 – 20.00 Uhr

 SEPTEMBER • Vernissage: Fr. 6. Sept., 18.00 Uhr Kunst international Kunstsammlung Faulenbach da Costa und Alexander Litwinow, Skulpturen  OKTOBER • Vernissage: Fr. 4. Okt, 18.00 Uhr Marilena Faraci, Malerei Alexander Litwinow, Skulpturen Sa. 19. Okt., 18.00 bis 19.45 Uhr "Offenbacher Lyriknacht" vom Größenwahn Verlag  NOVEMBER • Vernissage: Fr. 1. Nov., 18.00 Uhr Ausstellung der HfG Offenbach (Studentinnen und Studenten)

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© Eda Termucin

KUNSTVEREIN OFFENBACH

20.09. – Nov., Verschiedene Veranstaltungsorte Jacques Offenbach in Offenbach – Offenbach am Main feiert seinen musikalischsten Enkelsohn. Offenbach feiert in diesem Jahr einen ganz besonderen Geburtstag – und zwar den seines wohl musikalischsten Enkelsohns. Die Rede ist natürlich von dem weltberühmten Komponisten Jacques Offenbach, der in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden wäre. Im zu Ehren veranstaltet die namensgebende Stadt drei Monate ein vielfältiges Musikfestival mit 12 originellen, humorvollen, charmanten und natürlich sehr (Jacques-)offenbachesken Inszenierungen und Formaten. www.offenbach.de/jacques200


stadt infos

OF

22.09., 14.00 und 18.00 Uhr, Capitol Theater OF

„Pension Schöller“ - Theaterclub Elmar www.capitol-online.de

Sept./Okt./Nov.

24.09., 19.00 Uhr, Klingspor Mueum Offenbach

„ …helfen strenge Formen“ – KlangSpur. Neue Musik im Klingspor Museum

Carola Schlüter, Sopran; Andrea Nagy, Klarinette; Olaf Joksch, Klavier. Komponisten: Iris ter Schiphorst (*1956), Helmut Lachenmann (*1935), Hanns Eisler (1898 – 1962), Jörg Widmann (*1973), Adriana Hölszky (*1953), Annesley Black (*1979). www.klingspormuseum.de 03.10., 11.00 – 16.00 Uhr, Hafenplatz

3. Offenbacher Kranlauf mit Hafenfest Charitylauf zugunsten der Aids-Hilfe Offenbach Mit dieser Benefizveranstaltung – Spenden und Laufen für einen guten Zweck – will die AIDS-Hilfe Offenbach jedes Jahr am Tag der Deutschen Einheit auf die Krankheit AIDS aufmerksam machen und Spenden für ihre Projekte sammeln. Die schönen Laufstrecken verlaufen am blauen Hafenkran entlang um das Hafenbecken. Außerdem wird ein attraktives Rahmenprogramm für die ganze Familie angeboten. Organisatorisch unterstützt wird die Veranstaltung vom Kultur- und Sportmanagement der Stadt Offenbach und dem Team der Fa. Qurban als Mitveranstalter. www.sportinoffenbach.de 13.10., 17.00 Uhr und 29.11., 20.00 Uhr

Zwei Sven Helbig-Veranstaltungen in Offenbach

Sven Helbig live 01 © Claudia Weingart

Capitol Theater Offenbach (13.10.) und Alte Schlosserei (29.11) Der Dresdner Komponist Sven Helbig kommt im Oktober und November gleich zwei Mal nach Offenbach. Am 13.10. sind seine Pocket Symphonies Teil von „Beethoven 5. | Sven Helbig – Zorn vs. Schicksal“ in der Capitol Symphonie Lounge I. Sie bilden einen faszinierenden Kosmos aus 12 kurzen Sätzen, die trotz ihrer kurzen Dauer epische Musik verwirklichen. Mit „I EAT THE SUN AND DRINK THE RAIN“ ist er am 29.11. in der Alten Schlosserei zu Gast und zeigt gemeinsam mit dem Chor der Bolschoi Oper Minsk sein einmaliges Werk, in dem zarte Chorflächen auf pulsierende Synthesizer treffen. www.offenbach.de/kultur

KARTEN: OF InfoCenter, Salzgäßchen 1 069 840004-170, info@osg-of.de

14.10 u. 11.11., jeweils 19.30 Uhr, Capitol Theater OF

Theateressenz Offenbach

Noch mehr Theater, noch mehr Emotionen. Die Theateressenz feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum und zeigt als Bonus in diesem Jahr noch eine dritte Inszenierung in der Kategorie Meisterklasse. Am 14. Oktober kommt mit „Shockheaded Peter“ nach dem Klassiker „Der Struwwelpeter“ eine Kinderbuch-Oper für Erwachsene nach Offenbach – mit musikalischer Unterstützung der Kultband „The Tiger Lillies“ und jeder Menge bitterbösem britischen Humor. Hochbrisant wird mit „Andorra“ am 11. November der Klassiker von Max Frisch gezeigt, in dem er eine Parabel über die Mechanismen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Vorurteilen und Meinungsmache gegen das vermeintliche Anderssein entwirft. www.offenbach.de/theateressenz 19./20.10., filmklubb

Bücherfest RheinMain Offenbach

Das Bücherfest RheinMain findet nun schon zum elften Mal statt und bringt immer wieder Autorinnen und Autoren der Extraklasse nach Offenbach, die hier aus ihren Werken vorlesen. Bei freiem Eintritt und Kaffee und Kuchen lässt es sich entspannt zuhören – mal hochspannend und fesselnd, wenn Krimi auf Thriller trifft, mal inspirierend (kino-)kulinarisch, wenn Daniel Brettschneider aus seinem Buch vorliest und es dazu noch den passenden Offenbach Aperitif gibt. Weitere Autorinnen und Autoren: Aslı Erdoğan, Max Bronski, Arno Strobl, Norbert Gstrein, Simon Strauß. ww.offenbach.de/kultur 02.11. – 03.11., Stadthalle, OF

Kreativ Markt

Offenbacher Sammelsurium – das ist der Kunst- und Handwerksmarkt mit dem besonderen Anspruch. Seit über 25 Jahren verzaubert das Sammelsurium mit mehr als 160 Ausstellern seine Gäste. Dabei gibt es nicht nur fertige Waren zu sehen. Den Künstlern über die Schulter schauen zu können, das macht mit den Reiz des Marktes aus. Handwerk und Kunst sind hier nicht Gegenpole, sondern in Kreativität und Perfektion vereint. Für alle Liebhaber angewandter Kunst, Fans individueller von Mode, handgemachtem Schmuck und einfallsreicher Dekoration, ist das Offenbacher Sammelsurium schon lange ein fester Termin. www.offenbacher-sammelsurium.de 12.11., 19.00 Uhr, Klingspor Museum

„..beim Ein a‘ tmen da…“. KlangSpur. Neue Musik im Klingspor Museum

Carola Schlüter, Sopran; Betty Nieswandt, Flöte; Lucas Fels, Violoncello. Komponisten: Helmut Lachenmann (*1935), Robert HP Platz (*1951), Alberto Hortigüela (*1969), Losé-Luis Tora , Hans Zender (*1936) ; Jan Kopp (*1971). www.klingspormuseum.de 73


M U T&L I E B E / T H E M A /

erleben

W58 • Mehrgenerationen-Wohnhaus

Weikertsblochstraße 58, Offenbach | Infos: juergen.heidi.platt@gmx.de So 15. Sept 15.00 | Sonntags-Café: Geschichten von Menschen und Gebäuden Sa 21. Sept 19.00 | Country-Blues mit den „Golden Cowboys“ Sa 28. Sept 15.00 | Tag der offenen Tür im Mehrgenerationen-Wohnhaus W58 Do 03. Okt 15.00 | „Wann sonst, wenn nicht jetzt?“ Lesung und Buchvorstellung mit Peter Steinberg über seine Wanderung von Oberstdorf bis Sylt So 06. Okt 11.00 | Vernissage „bewegt“ – Gouachemalerei aus drei Jahrzehnten von Irene Mann So 20. Okt 15.00 | Sonntags-Café: Cancan und Barcarole –Zum 200. Geburtstag von Jaques Offenbach Fr 15. Nov 19.00 | Konzert mit BassPaarTwo So 17. Nov 15.00 | Sonntags-Café: Das Bauhaus wird 100. Mi 27. Nov 18.00 | Repair-Café / Reparaturtreff

Netzwerk 'Frauen für Offenbach' www.frauen-fuer-offenbach.de 19.09., ab 17.00 Uhr „Meet and Greet“ auf dem Märktchen am Goetheplatz, Meetingpoint: Gegenüber vom Genussverstärker 22.09., 13.00 - 16.00 Uhr „Tafel der Begegnung“ im Paradies-Garten am Hauptbahnhof, Einladung von der Initiative Hauptbahnhof und dem Freiwilligenzentrum Offenbach, im Rahmen der Interkulturellen Woche, bei mitgebrachter Kulinarik ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. 29.09., 12.00 Uhr Besuch der Ausstellung „Blickachsen“ in Bad Homburg. Treffpunkt: Schmuckplatz an der Kaiser-Friedrich-Promenade in Bad Homburg. 06.10., Route und Ziel sind noch in Planung! Infos s. Webseite & Facebook! 26.10., 15.00 - 16.30 Uhr „Kleiner Stoffwindel Workshop“ Praxis für Naturheilkunde, Tanja Bischof, Hochstraße 12, OF Bitte anmelden unter: Netzwerk@frauen-fuer-offenbach.de

Kirche St. Josef Brüder-Grimm-Str. 5, Offenbach 22. Sept., 20.00 Uhr Claudio Monteverdi: "Vespro della Beata Vergine" Offenbacher Vokalensemble Prophet gemeinsam mit: Kammerchor Cantemus Bensheim, Leitung: Christoph Siebert Infos: www.vokalensembleprophet.de/termine

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SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


erleben

BOK Galerie im Kulturkarrée | Kirchgasse 27-29, OF | Tel.: 0171 2842234 | www.bund-offenbacher-kuenstler.de | Do. + Fr. 16.00 – 19.00, Sa. 11.00 – 15.00 Uhr

18. Okt. – 2. Nov. | Vernissage: 17. Okt., 19.00 Uhr Alicja Biegaj: Dazed in Daydreams Das BOK Mitglied Alicja Biegaj zeigt in der BOK Galerie, zum ersten Mal, ihre modern-surrealistischen Arbeiten (Wasserfarbe auf Papier). Ihre Figuren agieren miteinander, bilden Konstellationen, erzeugen Spannungen. Charakteristisch sind dreidimensionale Effekte, die, entstanden durch Tiefen und Transparenzen — den Hauptakteuren — den richtigen Rahmen bieten. Alicja Biegaj, WALDEMARS VISIONS 2019

15. – 30. Nov. | Vernissage: 14. Nov., 19.00 Uhr Anja Hantelmann, Leonore Poth: Wo die Fische wohnen. Malerei und Zeichnung Hier ist das Wasser Thema, selbst wenn es hier und da nicht zu sehen ist. Anja Hantelmann beschäftigt sich in ihrem Werk immer wieder mit dem Sujet Wasser. In ihren Gemälden werden die vielfältigen, sich widersprechenden Eigenschaften ebenso spürbar, wie das ambivalente Verhältnis des Menschen dazu. In den Zeichnungen von Leonore Poth zeigt sich der Drang des Menschen das Element Wasser zu nutzen und zu beherrschen. Wasser wird kanalisiert, von Brücken überspannt, zur Stromerzeugung genutzt, als Transportweg befahren, vom kleinsten Kahn bis zum riesigen Containerschiff. BOK Kooperation mit dem AusstellungsraumEULENGASSE. 9. – 24. Nov. | Vernissage: 8. Nov., 19.00 Uhr, Seckbacher Landstr. 16, Frankfurt Heide Khatschaturian, Gabriele Nold, Karin Rosemarie Bleser: Augenblick Die künstlerische Auseinandersetzung mit Zeit und Vergänglichkeit verbindet die drei Künstlerinnen dieser Ausstellung. Sie beleuchten in ihren Arbeiten auf unterschiedliche Weise diesen fortwährenden Prozess.

oben Leonore Poth / unten Anja Hantelmann

Theater im t-raum | Wilhelmstr. 13, OF, | jeweils um 20.00 Uhr Infos und das komplette Programm auf www.of-t-raum.de PREMIERE: Das letzte Mal Komödiantischer Liebesthriller von Emmanuel Robert-Espalieu, t-raum-produktion mit Elena Hahn und Frank Geisler; Regie: Sarah C. Baumann Ein abgründiger Liebesthriller voller Spannung und schwarzem Humor. Premierenwochenende: Fr., 22.11.; Sa., 23.11. und Sa., 30.11., jeweils 20.00 Uhr

„Selbstgespräch“ Foto von Lukas Materzok

Selbstgespräch von Brigitte Athéa, t-raum-produktion mit Birgit Schön sowie Miriam Rebenich als Gast; Regie: Sonja Kraushofer Ein packender und aufwühlender Monolog einer Mutter, die ihre Tochter aus deren selbstgewählter Isolation herausholen möchte. Fraglich ist allerdings, ob die Tochter überhaupt noch lebt. Prickelnd inszeniert von der Wiener Sängerin und Regisseurin Sonja Kraushofer. Premierenwochenende: Fr., 01.11.; Sa., 02.11. sowie Sa., 09.11.und Sa., 16.11., jeweils 20.00 Uhr 75


n Haus der Stadtgeschichte Di, Do, Fr: 10.00 – 17.00, Mi: 14.00 – 19.00 Sa. u. So: 11.00 – 16.00, Eintritt: 2,50 www.haus-der-stadtgeschichte.de

erleben

Haus der Stadtgeschichte Herrnstr. 61, OF / AUSWAHL 15. September – 10. November 2019

Ausstellung »SÜSS WIE HONIG« MIRTA DOMACINOVIC Mirta Domacinovic zeigt eine heile Welt, in der Gegenstände eine besondere Rolle spielen, die keinen materiellen Wert besitzen, aber einen ideellen. Sie beherbergen eine enorme Kraft, die mit Erinnerungen beladen ist, denn sie helfen dem Eigentümer, schwierige Situationen zu überstehen. Diese „Souvenirs“ hat die Künstlerin gemalt, aus Texten und Objekten eine Gesamtinstallation geschaffen, die unterschiedliche Menschen über ihre Güter miteinander verbindet. Vernissage: So., 15. Sept., 15.00 Uhr 24. November – 12. Januar 2020

Mirta Domacinovic

Ausstellung »Die Epoche der Empfindsamkeit - DOMINIK KEGGENHOFF« Dominik Keggenhoff zeigt in seiner Ausstellung eine performative Installation über die Verzerrungen der Wahrnehmung, den fiktiven Charakter der Geschichte und den Rückzug in das imaginierte Selbst. Vernissage: So., 24. Nov., 15.00 Uhr

Vortrag »Die GEDOK und ihre Geschichte« mit Sonja Sandvoss

Mi., 27. Nov., 18.00 Uhr Der Bildvortrag zeigt Einblicke in ein aktuelles Forschungsprojekt über den Künstlerinnen-Verband GEDOK Frankfurt, Gemeinschaft Deutsch-Österreichischer Künstlerinnen und Kunstförderinnen, von der Gründung 1927 bis in die heutige Zeit. Eingebettet in die Zeit- und Lebensgeschichte verschiedener Künstlerinnen zeichnet sich ein nicht immer buntes Bild von der Situation der berufsschaffenden Künstlerin.

n DLM Deutsches Ledermuseum www.ledermuseum.de Di. bis So.: 10.00 – 17.00 | 8,00 /erm.: 3,00

DLM Deutsches Ledermuseum Frankfurter Str. 86, OF AUSWAHL NEUE AUSSTELLUNG ab 26. Oktober 2019 STEP BY STEP: Schuh.Design im Wandel

Stelzsandale, Seide, Leder, Holz, Perlmutt, Damaskus 19. Jh. und Querriemensandale, Adilette, adidas, Kunststoff, Herzogenaurach 2019 © DLM, M. Özkilinc 76

Vor dem Hintergrund der einzigartigen Schuhsammlung des DLM entfaltet sich mit STEP BY STEP: Schuh.Design im Wandel eine Ausstellung rund um das Thema Schuhe aus aller Welt und unterschiedlichen Epochen. Dabei werden Schuh-Paare gebildet, bei denen historische Exponate zeitgenössischen Exemplaren gegenüberstehen. Woher kommt der Flip Flop? Wie hat sich der Absatz entwickelt? Wann gab es die Unterscheidung zwischen rechten und linken Schuh? Schuhe sind – das zeigt die Ausstellung eindrücklich – weit mehr als funktionale und modische Bekleidung des Fußes. Neben der Entwicklung und Gestaltung verschiedener Schuhtypen über Jahrhunderte hinweg stehen sie als schützendes Kleidungsstück, Statussymbol, Fashion Item oder politisches Statement ihrer Träger*innen im Fokus der Schau. Ermöglicht wird die umfassende Schau durch die großzügige Förderung der Dr. Marschner Stiftung.

SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019


Geldbörse-Workshop der Feintäschnerin Karla Marquardt © DLM

erleben

Sa., 09. Nov., 14.00 – 17.00 Uhr Ein Geschenk für mich oder meine Lieben?! Führung und Leder-Workshop für Erwachsene mit der Feintäschnerin Karla Marquardt Eine Kurzführung in der Ausstellung LEDER.WELT.GESCHICHTE. 100 JAHRE DEUTSCHES LEDERMUSEUM (1917-2017) leitet diesen Nachmittag im DLM ein. Im anschließenden Workshop gibt die Feintäschnerin Karla Marquardt einen Einblick in das Traditionshandwerk und die verschiedenen Techniken. Unter ihrer Anleitung können die Teilnehmer*innen eine Geldbörse oder auch eine Handytasche anfertigen. So entsteht ein ganz individuelles Einzelstück. Führung & Workshop für Erwachsens 35 € inkl. Material. Teilnahme für maximal 10 Personen. Anmeldung bis 4. November 2019 via Barzahlung im DLM oder Überweisung auf das Konto des DLM.

n Klingspor-Museum Di, Do, Fr: 10.00 – 17.00 Uhr, Mi: 14.00 – 19.00 Uhr Sa und So: 11.00 – 18.00 Uhr 2,50 erm.: 1,50 / Mi.: Eintritt frei

Klingspor-Museum Herrnstr. 80, OF, www.klingspor-museum.de AUSWAHL 19. September – 24. November

Ausstellung „Ausdrücklich Schrift. Schreiben im Spannungsfeld“ Das Klingspor Museum ist prädestiniert die große Spannbreite des schriftkünstlerischen Schaffens der Gegenwart aufzuzeigen. Der Fokus der Ausstellung liegt auf experimentellen Arbeiten, wobei die Grenzen der Lesbarkeit oftmals überschritten werden. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Corinna Krebber, Daniel Ben Hur und Petra Ober. Vernissage: Mi., 18. Sept., 19.00 Uhr

Silesius. Bild Weiß

So., 22. Sept. & So. 13. Okt., 14.00 – 17.00 Uhr Kalligrafie – kein Buch mit sieben Siegeln. Workshop für Erwachsene mit Tanja Leonhardt. Schreiben ist weit mehr als nur Informationstransfer. In diesem Kurs lernen wir Schreibutensilien und -techniken kennen. Im kurzen Gang durch die Jahrhunderte werden die jeweiligen Schriften in ihrem historischen Kontext vorgestellt und selbst geschrieben. Die Materialien werden gestellt. Verbindliche Anmeldung unter 069 8065-2164 oder -2176.

Dauer-Ausstellung „Klingspor permanent“ Eine neu eingerichtete Dauerausstellung soll die Schätze des Museums ins rechte Licht rücken. Gezeigt wird Buch- und Schriftkunst in all ihren Facetten anhand von Exponaten zu Typographie und Kalligraphie, Pressendruck, Malerbuch, Künstlerbuch und Illustration. Neu eingerichtete Sitzplätze laden zu einer intensiveren Begegnung mit den Kunstwerken ein. Mit bereitgestellten Materialien lassen sich künstlerische Techniken ausprobieren und kleine Erinnerungsstücke gestalten. Eine Medienstation bietet nicht nur die Gelegenheit, weitere Buchseiten ausgewählter Werke zu erkunden, sondern auch die Vertiefung in das Metier von Schrift und Druck. Vernissage: So. 10. Nov., 15.00 Uhr 77


M U T&L I E B E

Wiener Hof

Langener Straße 23 | OF-Bieber | 069 89 12 96 Infos: www.wiener-hof.de, Beginn jeweils 20.30 Uhr

Sa. 07.09. | Germein – pop/rock with indie/folk Mi. 11.09. | Rudel-Sing-Sang mit Tom Jet Sa. 28.09. | Zed Mitchell Band Mi. 09.10. | Rudel-Sing-Sang mit Tom Jet Fr. 11.10. | Tobasco – Jazzrock & Fusion Sa. 12.10. | Marco und Fred – Konzert und Varieté Mi. 23.10. | Komische Nacht Sa. 26.10. | Foolhouse Bluesband Fr. 08.11. | Joscho Stephan Trio – Gypsy Swing Mi. 13.11. | Rudel-Sing-Sang mit Tom Jet

18 Jahre ndliche 12 – e g Ju r fü g tenlos) Trainin 9.00 Uhr (kos 1 – 0 .0 7 1 . Mo. + Do nn/-frau für jederma g in in a Tr s g Offene senentrainin xer Erwach

Hobbybo 0 Uhr 9.00 – 21.0 Mo. + Do. 1

Boxen im d n e d r o BC N

Infos: B. Hackfort, 0178 7803503 b.hackfort@bmx.de Boxclub Nordend Offenbach e.V., Hafenallee 19 www.boxclub-nordend-offenbach.de


M U T&L I E B E / T H E M A /

SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER 2019

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100 Jahre vhs Offenbach – gibt es einen besseren Grund für ein ganz besonderes Programm?

Feiern Sie mit uns!

Für unser Jubiläumssemester haben wir uns einen Leckerbissen für Sie überlegt: Immer „freitags um fünf“ überraschen wir Sie mit einer ungewöhnlichen oder besonderen Veranstaltung bei uns in der Volkshochschule. Die Angebote sind alle kostenlos und ohne Anmeldung. Schauen Sie doch mal rein – Mitmachen und Neues erfahren ist hier die Devise! Sich zu begegnen, unterschiedliche Positionen und Meinungen kennen zu lernen und voneinander zu lernen – das schafft Zusammenhalt. JAHRE Wir brauchen Austausch und Dialog. Dazu leisten wir Volkshochschulen in allen Kommunen seit jeher einen wichtigen Beitrag und wollen dies auch weiter tun. Deshalb steht das Jubiläumssemester 2019 unter dem Motto „zusammenleben. zusammenhalten“. So wollen wir ein Forum für Austausch und Diskussion bieten – zu Fragen des Zusammenlebens. Wir möchten den fairen Umgang mit Andersdenkenden ermöglichen und die Bedeutung historischer Ereignisse für die heutige Gesellschaft verdeutlichen. Volkshochschule Offenbach am Main

www.vhs-offenbach.de

VolkshochschuleOffenbach

Programm August 2019 bis Januar 2020

zusa mmen zusa mmen leben. halte n.

Volkshochschule – Weiterbildung und Bildungsmanagement

Feiern Sie außerdem am 20. September mit uns bei der Langen Nacht der Volkshochschule. Mehr Infos dazu finden Sie im Heft.

www.vhs-offenbach.de Volkshochschule Offenbach Berliner Straße 77 63065 Offenbach

Foto © Pixabay

Volkshochschule – Weiterbildung und Bildungsmanagement

Programm Februar bis August 2019

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Mut&Liebe 32 2019 Lebenswerte Stadt  

Liebe Leserinnen und Leser, wie würde Offenbach aussehen, wenn im Stadtgebiet die Straßenränder nicht nur von geparkten Autos gesäumt wären?...

Mut&Liebe 32 2019 Lebenswerte Stadt  

Liebe Leserinnen und Leser, wie würde Offenbach aussehen, wenn im Stadtgebiet die Straßenränder nicht nur von geparkten Autos gesäumt wären?...

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