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Ausgabe 8

3 | 2012

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MAGAZIN M U S E U M.DE

Milit채rhistorisches Museum Dresden Geschichte der Gewalt 1


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M In diesem Heft: Arche Nebra

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Bundeskunsthalle Bonn Romy Schneider

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Museumstreffen 2012

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Bundeskunsthalle Bonn Ménage à trois

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Workshops im Juni Workshop Lichtplanung Workshop Dokumentation Workshop Depotplanung

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Martin-Gropius-Bau Berlin 29 Dresden-Preis 2012

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Ausstellung James Nachtwey im MMH

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anche Museen haben einen nicht ganz so einfachen gesellschaftlichen Auftrag.

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (MHM) in Dresden ist eines davon. museum.de war vor Ort und zeigt Fotos von der Verleihung des DresdenPreises an den Kriegsfotografen James Nachtwey in der Semperoper und der Ausstellungseröffnung im MHM. Wir freuen uns schon jetzt auf das zweite bundesweite MUSEUMSTREFFEN am 5. Oktober 2012 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an unter http://treffen. museum.de. Zur kostenlosen Teilnahme sind ausschließlich Mitarbeiter aus Museen berechtigt. Der rasch ausgebuchte Workshop »Marketing für Museen« der Akademie Museum.de im Haus der Geschichte in Bonn hat uns dazu veranlasst, den Workshop im September zu wiederholen.

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Korea erleben! Grassi Museum Leipzig

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Touristen sind eine wichtige Zielgruppe für jedes Museum. Jährlich trifft sich die Reisebranche beim größten Kongress weltweit in Berlin. Von fast 170.000 Besuchern der ITB 2011 waren rund 111.000 Tourismus-Profis und 7.200 Journalisten. Für die ITB 2013 planen wir einen Gemeinschaftsstand »Deutschlands Museen« und laden Sie und Ihr Museum herzlich zur Teilnahme vor Ort ein. Bei Interesse faxen Sie uns bitte das ausgefüllte Faxformular zurück. Herzlich Ihr Uwe Strauch

Militärhistorisches Museum Dresden 40 DASA-Kolloquium 2012

Im Juni bieten wir weitere Akademien an, bei denen ausgewiesene Experten in Workshops mit kleiner Teilnehmerzahl Fachwissen aus der Praxis vermitteln. Sie sind herzlich willkommen zu den Workshops »Dokumentation« und »Depotplanung« im Martin-Gropius-Bau in Berlin und »Grundlagen zur Lichtplanung« im Museum Folkwang Essen.

Foto: Helge Boele

Titelfoto: Hochvitrine im MHM Dresden; Das Beleuchtungssystem Linaria von Zumtobel sorgt für eine optimale Hochvitrinenausleuchtung Bild: Zumtobel Uwe Strauch im Kreuzgang des Xantener Doms St. Viktor MAGAZIN MUSEUM.DE Ausgabe Nr. 8, Auflage 7700

Das deutsche Museumsportal

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Opton

Light Board

LED – Fragen und Antworten Aufregende Zeiten für die Museumsbeleuchtung: Mit dem Durchbruch der LEDs (Licht emittierende Dioden) als Lichtquelle an breiter Front erleben wir momentan einen tiefgreifenden technologischen Umbruch, vergleichbar mit dem Übergang von der analogen Schallplatte zur digitalen Musik auf CD und Speicherchip oder von der analogen zur digitalen Fotografie.

- Was sind die spezifischen Eigenschaften von LEDs für die Museumsbeleuchtung, worin liegen ihre Vorteile gegenüber konventionellen Leuchtmitteln?

Ihr enormes Potenzial sowohl bei der Effizienz als auch bei Lichtqualität und Sehkomfort prädestiniert die Leuchtdioden als Lichtquellen der Zukunft – und als Alternative insbesondere zu den Glühlampen und Halogenlampen mit ihrer ungünstigeren Energiebilanz.

- Welche konservatorischen Fragestellungen ergeben sich beim Einsatz von LED-Leuchten?

Solche Phasen des Umbruchs bringen einen großen Bedarf an Information mit sich:

- Wie funktionieren LED-Lichtwerkzeuge, und welche Faktoren entscheiden über ihre Effizienz in der praktischen Anwendung?

- Welche neuen Gestaltungsmöglichkeiten bieten LED-Leuchten für Gestalter und Szenografen und inwieweit verändern sich dadurch Planungsprozesse und -paradigmen?

Diese Fragen können auf zweierlei Weise beantwortet werden: - Die Broschüre »Beleuchtung mit LED«, die kostenlos angefordert werden kann, vermittelt die Grundlagen und verdeutlicht die spezielle Herangehensweise von ERCO an das Thema LED. - ERCO bietet Seminare an unter dem Thema »Licht im Museum«, wobei speziell die Punkte LED-Technik, Innovation und Wirtschaftlichkeit, sowie Lichtschutz im Museum angesprochen werden. Termine in Ihrer Nähe können ebenfalls unter nachstehender Adresse erfragt werden. Innovationen bei LEDs bedeuten auch neue Strahler mit höheren Leistungen. Bei den neuen ERCO LED-Strahlerfamilien Light Board und Opton stehen Lichtpakete von 870 bis 4320 lm bei einer elektrischen Leistung von 13 bis 54W zur Verfügung. Alle diese Strahler sind genau wie die bewährten LED-Logotec-Strahler mit eigens entwickelten Platinen, Kollimatoren und Spherolitlinsen ausgerüstet. Durch einfachen Wechsel der Spherolitlinsen können unterschiedliche Lichtstärkeverteilungen erzeugt werden: Symmetrische Verteilungen von Spot bis Wideflood, asymmetrische Verteilungen wie Oval Flood und Wandfluter-Charakteristiken. Damit kann auf fast alle Anforderungen im Museum hinsichtlich verschiedener Geometrien und Raumhöhen eingegangen werden.

Fleming Collection mit LED Logotec-Strahlern

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Dr.-Ing. Wolfgang Roddewig Leiter Segment Museum w.roddewig@erco.com www.erco.com


tune the light

Logotec LED

Premiere für Logotec LED Strahler – die erste Strahlerserie von ERCO, die konsequent um die LED, das Leuchtmittel der Zukunft, herum konstruiert wurde. Mit einem Design, das der innovativen Lichttechnik Ausdruck verleiht. Das flache Gehäuse aus Aluminiumguß integriert das Betriebsgerät und sorgt mit ausgefeiltem

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Wärmemanagement für lange Lebensdauer. HochleistungsLEDs in Warmweiß oder Tageslichtweiß bieten Lichtströme von bis zu 1080 lm bei nur 14W Anschlußleistung – eine vergleichbare NiedervoltHalogenlampe benötigt 50W. Nur bei ERCO gibt es die besonders effiziente LEDLichttechnik aus Kollimatoren

und Spherolitlinsen – mit sechs Lichtverteilungen von narrow spot bis wide flood, oval flood und wallwash: Für kreative Lichtkonzepte mit effizientem Sehkomfort. www.erco.com/led

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Arche Nebra – Die Himmelsscheibe erleben

Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © Arche Nebra, Foto: J. Lipták

Vor zehn Jahren trat mit der Himmelsscheibe von Nebra einer der bedeutendsten archäologischen Funde der letzten Jahrzehnte ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit. Die 3600 Jahre alte Bronzescheibe misst 32 cm im Durchmesser und zeigt die älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos weltweit. Sie ermöglicht erstmals einen Einblick in das Weltbild der mitteleuropäischen Bronzezeit und ist damit ein einzigartiges Zeugnis der Menschheitsgeschichte.

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Nahe dem Fundort der Himmelsscheibe, bei Nebra im südlichen Sachsen-Anhalt, wurde im Jahr 2007 die Arche Nebra eröffnet. Die Errichtung eines eigenen, innovativen Besucherzentrums am Fundort – zusätzlich zum Ausstellungsort der originalen Bronzescheibe im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) – trägt der Bedeutung des spektakulären Bodenfundes Rechnung.


ARCHE NEBRA

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Das Besucherzentrum Herzstück der Arche Nebra ist das Planetarium mit einer 22-minütigen Show zur astronomischen Deutung der Himmelsscheibe. Unter der Planetariumskuppel wird das komplexe astronomische Wissen begreifbar, das auf der Himmelsscheibe verschlüsselt ist. Schon vor 3600 Jahren ließen sich mit dieser »astronomischen Uhr« Kalendertermine festlegen und der Sonnen- mit dem Mondkalender verbinden. Die Dauerpräsentation des Hauses widmet sich der Geschichte rund um die Himmelsscheibe. Neben einem Einblick in die Kulturgeschichte der Region, von den ersten menschlichen Zeugnissen der Steinzeit bis in mittelalterliche Zeit, erfahren Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über die frühe Bronzezeit. Die komplexen Vorgänge von der Herstellung der Scheibe in all ihren Schritten und Veränderungsphasen bis zu ihrer Niederlegung in die Erde werden in der Arche Nebra für jedermann anschaulich. Nicht fehlen darf die aufregende Geschichte ihrer Auffindung – ein echter Krimi: Zwei Raubgräber entdeckten die Bronzescheibe zusammen mit weiteren wertvollen Beifunden bereits 1999 und verkauften die Fundstücke illegal.

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Erst 2002 konnte die Himmelsscheibe in einer fingierten Ankaufssituation in einem Baseler Hotel sichergestellt werden. In der Arche Nebra erzählt ein Kasperltheater – mit einem kleinen Augenzwinkern – von dem »Theater um die Scheibe«. Vielfältige innovative Ideen, die übliche Sichtweisen durchbrechen und den Zugang zum Thema erleichtern, sind darüber hinaus in der Präsentation zur Umsetzung gekommen: So geistern zum Beispiel virtuelle Figuren durch die Vitrinen und sprechen die Besucher mit Witz und Charme direkt an; eine 3D-Simulation zeigt die Himmelsscheibe ganz nah; Text- und Bildinformationen werden ergänzt durch Comicstrips und Cartoons; spielerische Elemente laden zum Anfassen und Mitmachen ein. Das Besucherzentrum verfolgt einen weniger musealen, sondern eher erlebnis-​ orientierten Ansatz. Das Zusammenspiel aus Repliken, (wenigen) Originalobjekten, Texten, Bildern und filmischen Sequenzen bietet unterschiedlichsten Alters- und Interessengruppen Zugänge. Dabei ist es gelungen, einen hohen wissenschaftlichen Anspruch mit emotionalem Erleben zu verbinden.


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Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © Arche Nebra, Foto: J. Lipták


Der Fundort Etwa 3,5 km vom Besucherzentrum entfernt, mitten im Naturpark »Saale-UnstrutTriasland« gelegen, ist der Fundort der Himmelsscheibe zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Linienbus erreichbar. Markiert wird er durch das »Himmelsauge«: Die leicht gekrümmte Scheibe aus poliertem

Sonnenuhr. Ein senkrechter Schnitt teilt das Bauwerk und markiert die Sichtachse zum Harzmassiv mit dem Brocken. Das Mittelgebirge war ein wichtiger Orientierungspunkt für die Nutzer der Himmelsscheibe. Hinter dem Harz ging die Sonne am längsten Tag des Jahres, zur Sommersonnenwende, unter. Auf diese Weise ließ sich die Himmelsscheibe ausrichten und

Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © Arche Nebra, A. Stedtler (o.), E. Becher (u.)

Das touristische Potenzial der Himmelsscheibe von Nebra

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Nach Bekanntwerden der Himmelsscheibe zeigte sich, dass viele Menschen fasziniert von der geheimnisvollen Bronzescheibe waren. Der Krimi rund um die Auffindung, das Alter und die Echtheitsdiskussion sowie das verschlüsselte Wissen spielen dabei eine wichtige Rolle. Seit 2004 sahen mehrere hunderttausend Menschen die Ausstellung »Der geschmiedete Himmel – Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren« des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle. Auch der Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg wurde von zahlreichen Interessierten aufgesucht. Über die reine Informationsvermittlung hinaus ging es bei der Entwicklung der Pläne für ein Besucherzentrum am Fundort daher von Anfang an auch darum, die Faszination der Himmelsscheibe und das damit verbundene Besucherpotenzial zu nutzen, um den immer wichtiger werdenden Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Saale-Unstrut-Region zu stärken.

Edelstahl spiegelt das Firmament und verbindet Himmel und Erde genau dort, wo 3600 Jahre lang ein Bild des Himmels im Boden verborgen lag. Unweit der Fundstelle wurde zudem ein markanter Aussichtsturm errichtet. 30 m hoch und um 10° geneigt, ist er gestaltet wie der Zeiger einer überdimensionalen

als Sonnenkalender benutzen. Zur Zeit der Himmelsscheibe war der Mittelberg unbewaldet – heute ermöglicht der Aussichtsturm über die Baumwipfel hinweg Ausblicke wie zur Bronzezeit. Darüber hinaus besteht durch den Aussichtsturm auch am Fuß des Mittelberges in der Arche Nebra eine Sichtverbindung mit dem Fundort.


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Fotomotiv: Museum der Arbeit, Hamburg

Gutes Museum.

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Die Himmelswege Für die touristische Vermarktung spielt neben der Einbindung in die regionalen und lokalen Netzwerke die Tourismusroute »Himmelswege« eine wichtige Rolle. Sie verbindet seit 2008 vier bedeutende archäologische Standorte im Süden Sachsen-Anhalts miteinander. Gleichzeitig sind die Himmelswege eine der vier Markensäulen im Tourismusmarketing des Landes Sachsen-Anhalt und werden entsprechend in die touristischen Marketingmaßnahmen auf Landesebene einbezogen.

Arche Nebra – Die Himmelsscheibe erleben An der Steinklöbe 16 06642 Nebra OT Kleinwangen Telefon 034461-25520 Telefax 034461-255217 info@himmelsscheibe-erleben.de www.himmelsscheibe-erleben.de www.facebook.com/ArcheNebra www.twitter.com/ArcheNebra

Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © Arche Nebra, Foto: A. Stedtler

Die Arche Nebra hat sich mittlerweile als ein kulturtouristischer Höhepunkt der Region etabliert. Veranstaltungen rund um die Themen Archäologie und Astronomie, von der Gruppenführung bis zur Sonderschau, runden das Programm des Hauses ab. Das Besucherzentrum ist dabei nicht gemeinnützig und erhält keine öffentlichen Zuwendungen. Der laufende Betrieb muss vollständig über Einnahmen finanziert werden. Neben den Eintrittsgeldern erwirtschaftet die Arche Nebra deshalb weitere Einnahmen über die Vermietung von Räumen für Tagungen und Feiern (z. B. Trauungen, Weihnachtsfeiern u. ä.).

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Romy Schneider Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 6. April – 24. Juni 2012 Romy Schneider gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schauspielerinnen und inspirierte viele Fotografen und Regisseure. Ihr Bild hat einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis. Nicht nur als Sissi, deren Image sie vor allem in Deutschland nie ganz abstreifen konnte, sondern ab den 1970er Jahren vor allem als Star des französischen Kinos. Die Hommage in der Bundeskunsthalle nähert sich Romy Schneider als Star und Privatperson und zeichnet ihren Lebensweg nach: die frühen Rollen, ihre mutige und konsequente berufliche Emanzipation, ihre große Leidenschaft, ihre private Tragödie, die mit ihrem frühen Tod endete. Bilder aus Film, Presse und Privatleben werden mit Filmausschnitten kombiniert. Medieninstallationen zeigen das Wechselspiel zwischen Projektion und aktiver Selbstinszenierung. Zudem präsentiert die Ausstellung zahlreiche Plakate, Kostüme, Briefe, Fanartikel und Fotos von Romy Schneider, ihren Filmpartnern und ihrer Familie. Die Bundeskunsthalle knüpft mit dieser Ausstellung an frühere Präsentationen zum Thema Film wie Luis Buñuel (1994), Marlene Dietrich (1995/1996) und Anime! High Art–Pop Culture (2011) an und plant weitere Ausstellungen zu diesem Themenkreis. Foto: ©Eva Sereny; Camerapress

Gruppenführungen Telefon 0228 9171-243 (Mo–Do 9–15 Uhr, Fr 9–12 Uhr) E-Mail: kunstvermittlung@bundeskunsthalle.de Telefax: 0228 9171-244

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2. Museumstreffen am Unter dem Motto »Lebendiges Museum« findet am 5.10. das zweite bundesweite Museumstreffen in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn statt. Im letzten Jahr hatten wir das erste bundesweite Museumstreffen im Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Museumsmitarbeiter aus ganz Deutschland gaben sich an einem wunderschönen Spätsommertag ein Stelldichein. Auch dieses mal haben wir Referenten, die ihre Gedanken und Visionen zum Motto des Tages vortragen. Sie kennen den „interessanten Platz“ zwischen zwei Gemälden in einer Ausstellung? Das ist die entspannende Lücke zur Erdung Ihrer Sinne. Zwischen unseren Vorträgen in Bonn haben wir Pausen, die zum lockeren Gespräch unter den Kollegen einladen. Sie können sich auf sieben Referenten freuen, die dem Fachpublikum Ihre halbstündigen Beiträge aus sehr unterschiedlichen Positionen heraus vortragen werden. Ein Museum, das die Besucher durch eine anspruchsvolle Ausstellung anzieht, füllt sich mit Leben. Der Besucher möchte mit seinen Gedanken aktiv in die Ausstellung einbezogen werden und innerlich bewegt werden. Zu einem lebhaften Kontakt zum Museum ist es sicherlich gut, wenn das Museum nach außen strahlt und die Menschen in ihrem Alltag abholt.

Wir danken unseren Sponsoren:

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5. Oktober 2012 in Bonn Damit wir alle ein Gefühl für diese Lebendigkeit bekommen, wollen wir uns wieder ganz real in einem Museum treffen. Lassen Sie uns gemeinsam den Puls der Museen fühlen und deren Temperatur messen. Ist das Museum für den Besucher mehr als ein Ort für die Kulturvermittlung? Die belebten Museumscafés und Veranstaltungen zeigen, dass sie auch untereinander im Museum kommunizieren möchten. Für den herzlichen Empfang durch die Mitarbeiter der Kunstund Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland möchte ich mich schon jetzt bedanken und lade Sie mit Vorfreude auf diesen besonderen Tag nach Bonn ein.

Zur kostenlosen Teilnahme melden Sie sich mit Ihren Kollegen bitte unter http://treffen.museum.de an.

Wir sehen uns in Bonn Uwe Strauch

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Jean-Michel Basquiat, Francesco Clemente und Andy Warhol Ex-Ringeye, 1984 © The Estate of Jean-Michel Basquiat / ADAGP, Paris, 2011 © Francesco Clemente © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.

Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland stellt in der Ausstellung Ménage à trois zum ersten Mal die Kollaborationen von Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente in den Kontext ihres eigenen Schaffens, wodurch Bezüge und Unterschiede zwischen den Künstlern aufgezeigt werden.

Mit mehr als 150 Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Fotografien wird ein umfassender Einblick in das gemeinsame Schaffen, dessen Facettenreichtum und die kunsthistorische Bedeutung dieser Gemeinschaftsbilder gewährt. Sie sind in einer intensiven Arbeitsphase zwischen 1983 und 1985 entstanden und Zeugnis der gegenseitigen Wertschätzung.

Um jedoch die unterschiedlichen künstlerischen Temperamente herauszustellen, werden auch viele Einzelwerke gezeigt. Andy Warhol, zentrale Figur der Pop-Art, führt das Grafische und Serielle in der Kunst in einem klaren, oft kühl wirkenden Stil aus. Das Werk des jungen Jean-Michel Basquiat ist mit seiner wütend ausdrucksvollen Geste, einer Mischung aus Symbolen, Piktogrammen und Buchstaben, die aus den Graffitis kommen, ein temperamentvoller Gegenpol zu Warhols Arbeiten. Die Gemälde von Francesco Clemente, einem Vertreter der Transavanguardia, wirken wiederum traumhaft, mystisch und fast surreal. Die Ausstellung ist in Kooperation mit ARKEN Museum für Moderne Kunst, Dänemark, entstanden.

Ménage à trois Warhol, Basquiat, Clemente

Jean-Michel Basquiat, Francesco Clemente und Andy Warhol Alba‘s Breakfast, 1984 © The Estate of Jean-Michel Basquiat / ADAGP, Paris, 2011 © Francesco Clemente © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.

Ménage à trois Warhol, Basquiat, Clemente 10. Februar bis 20. Mai 2012 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Museumsmeile Bonn Friedrich-Ebert-Allee 4 · 53113 Bonn Telefon 0228 9171-200 E-Mail: info@bundeskunsthalle.de www.bundeskunsthalle.de

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Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge.

(A. Schopenhauer)

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Akademie museum.de 2012 Die Akademie hat ihr Portfolio um weitere Workshops erweitert, die von ausgesuchten Referent/innen mit viel Praxiserfahrung gehalten werden. Bei allen Workshops ist die Teilnehmerzahl auf 20 Personen beschränkt, um einen persönlichen Rahmen und eine effektive individuelle Betreuung zu gewährleisten.

In Kurzvorträgen, Übungen und in kleinen Arbeitsgruppen werden herstellerneutrales Wissen und Methoden vermittelt. Alle Workshops der Akademie haben zum Ziel, dass Sie praktische Ideen, Lösungsansätze und Entscheidungsgrundlagen für die Arbeit in Ihrem Museum mit nach Hause nehmen.

Darüber hinaus bieten die Workshops Ihnen eine gute Gelegenheit für die Erweiterung Ihres museumskollegialen Netzwerks.

Workshop Lichtplanung

Workshop Dokumentation

Workshop Depot-Planung

am 20.6.2012

am 20.6.2012

am 21.6.2012

in der Bundeskunsthalle Bonn

im Martin-Gropius-Bau in Berlin

im Martin-Gropius-Bau in Berlin

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Museumsmitarbeiter, Kuratoren und alle Interessierten, die in ihrem Berufsalltag mit der inhaltlichen und szenografischen Gestaltung von Ausstellungsräumen betraut sind und das Licht als wichtiges Medium über das Sichtbarmachen der Kunst hinaus erkannt haben.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Museumsmitarbeiter, die als Berufsanfänger, Quereinsteiger oder Volontär mit der komplexen Aufgabe der Objektdokumentation betraut sind.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Museumsmitarbeiter, Nutzervertreter, Bauherren und Architekten/Planer, die mit der Konzeption, Planung und Bau sowie in die Umsiedlung von Depots für Kulturgut betraut sind (Neubauten und Umnutzungen).

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Zur Anmeldung senden Sie uns bitte das beiliegende Faxformular ausgefüllt zurück oder nutzen Sie das entsprechende Anmeldeformular im Internet, auf das wir im jeweiligen Angebot hinweisen. Der Workshop »Marketing für Museen« am 21.03.2012 in Bonn war sehr schnell ausgebucht. Er findet erneut am 28.08.2012 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn statt. Über das beiliegende Faxformular können Sie sich bereits jetzt Ihren Platz sichern. Bei Anmeldungen bis zum 16. April 2012 erhalten Sie 10% Frühbucherrabatt.

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Licht im Museum Workshop zum Thema Raumlicht – Lichtraum; Interaktion von Licht und Kunst im Museum am 20. Juni 2012 von 09.00–17.30 Uhr in der Bundeskunsthalle in Bonn Nicole Kober, Dipl.-Ing. Architektur

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Museumsmitarbeiter, Kuratoren und alle Interessierten, die in ihrem Berufsalltag mit der inhaltlichen und szenografischen Gestaltung von Ausstellungsräumen betraut sind und das Licht als wichtiges Medium über das Sichtbarmachen der Kunst hinaus erkannt haben. Nutzen: Nach einer Einführung in das Thema Licht und Beleuchtung für Museen und der Vorstellung von beispielhaften Museumsbeleuchtungen erhalten die Kursteilnehmer die Möglichkeit, Beleuchtungsprinzipien und szenografische Ansätze auf die eigenen Museumsräumlichkeiten zu übertragen. Das Zusammenspiel physikalischer Gesetzmäßigkeiten, technischer Feinheiten und gestalterischer Möglichkeiten bereichert die ganzheitliche Herangehensweise für die Ausstellungsgestaltung, Inhaltsvermittlung, Raumatmosphäre, Materialien und Farben. Inhalte: 1. Teil: Licht verstehen Der Werkzeugkasten - Quantitative Parameter der Lichtplanung: • Kleiner Exkurs in die physikalischen Lichtphänomene • Leuchtmittel – insbesondere energieeffiziente Leuchtmittel für den Einsatz im Museum • Leuchten und Lichtwerkzeuge

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2. Teil: Mit Licht gestalten Prinzipien für kreative Lichtarchitektur - Qualitative Parameter der Beleuchtungsplanung: • Aspekte der Wahrnehmungspsychologie • Die Grammatik des Lichts – wahrnehmungsorientierte Beleuchtungskriterien für Museums- / Ausstellungsbeleuchtung • Beleuchtungsarten und Lichtrichtungen • Interaktion von Licht, Ausstellungsobjekten, Mensch und Raum • Lichtplanung in der Praxis: Tricks und Kniffe • Referenzlichtplanungen LDE Kober Lichtplaner

Moderation: Nicole Kober, Dipl.-Ing. Architektur Inhaberin des Lichtplanungsbüros LDE KOBER LICHTPLANER in Dortmund und Lehrbeauftragte im Bereich »Gestalten mit Licht« an der Architekturfakultät der Hochschule Münster.

3. Teil: Begreifen eines unsichtbaren Mediums: Aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Lichtrealität der Kursteilnehmer • Bemusterung von mitgebrachten Leuchten • Analyse und Diskussion der eigenen Lichtrealität der Kursteilnehmer anhand mitgebrachter Bilder (gerne vorab per e-mail an n.kober@lde-kober.com) • Lichtplanung einer Phantasieausstellung in Kleingruppen • Präsentation der Lichtplanung

Beitrag: 295 € zzgl. 19% ges. Umsatzsteuer Das Mittagessen und Getränke sind im Preis inbegriffen.

Methoden: Kurzweilige, interaktive und erlebnisorientierte Vermittlungsmethoden der Moderatorin. Das Thema Licht ist wenig greifbar, weil Licht nicht sichtbar ist, sondern sichtbar macht. Der Einführungsteil nimmt daher einen gewissen Raum ein, wird jedoch durch Diskussion und praxisnahe Beispiele zugleich Erfahrungsaustausch • Anwendung der Lichtprinzipien und Planungs möglichkeiten auf das eigene Museum • Kleingruppenarbeit / Workshop

Schwerpunkte von LDE KOBER sind unter anderem Museen, Ausstellungen, Industriekultur (Nachnutzung, Umnutzung und Sanierung alter Industrieanlagen), Park- und Landschaftsbeleuchtung, CI-Lichtberatung.

Zeiten: 09.00 – 10.30 Uhr 11.00 – 12.30 Uhr gemeinsames Mittagessen, Möglichkeit zum Besuch der Ausstellung 14.00 – 15.00 Uhr 15.30 – 17.30 Uhr Veranstaltungsort: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Museumsmeile Bonn Friedrich-Ebert-Allee 4 · 53113 Bonn

Das Anmeldeformular mit weiteren Informationen finden Sie unter http://www.museum.de/akademie/ bn_20062012.pdf


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»Jäger des verlorenen Schatzes« Ein interaktiver Workshop zu den Standards, Höhepunkten und Abgründen der Objektdokumentation im Museum am 20. Juni 2012 von 09.00 – 17.30 Uhr im Martin-Gropius-Bau in Berlin Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Museumsmitarbeiter, die als Berufsanfänger, Quereinsteiger oder Volontär mit der komplexen Aufgabe der Objektdokumentation betraut sind. Gleichermaßen interessant ist er für Personen der Leitungs- und Verwaltungsebene der Museen, die einen Blick »hinter die Kulissen« einer der wichtigsten Aufgaben im Museum werfen wollen.

Inhalte: • Objektdokumentation – Warum? Wozu? Wie? • Standards, Richtlinien • Systematiken und Vokabulare • Physisch/Digital? Stärken und Schwächen • Abwicklung von Suchanfragen • Datenaustausch mit Museen • Datenbereitstellung für Portale

Nutzen: Wir bringen Licht in den Dschungel der oft unübersichtlichen Angebote, Systeme und Begrifflichkeiten im weiten Feld der Objektdokumentation.

Methoden: Interaktiver Workshop mit praxisnahem Planspiel, fachlichen Gesprächen, kniffeligen Aufgaben und Raum für spontane Entscheidungen – Mitarbeit unbedingt erwünscht!

Sie erfahren, welche Probleme bei der Objektdokumentation entstehen können, wie Sie diese erkennen und mit möglichst geringem Aufwand beheben können. Unabhängig von Systemen und Anbietern befähigen wir Sie, zum Kern der Objektdokumentation vorzudringen um aus diesem Wissen heraus selbstständig und verantwortlich handeln zu können. Wir versetzen Sie in die Lage, das Niveau Ihrer hauseigenen Dokumentation richtig einzuschätzen, um gegebenenfalls passgenaue Maßnahmen zur Korrektur und Optimierung einzuleiten.

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Dipl. Museologin Kerstin Wagner, Dipl. Museologin Astrid Klinge

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Warm-up »Jäger des verlorenen Schatzes« Spannendes Planspiel in Teamwork »Heiße Glocke« für brennende Fragen Kurzreferate

Zeiten: 09.00 – 10.30 Uhr 11.00 – 12.30 Uhr gemeinsames Mittagessen, Möglichkeit zum Besuch der Ausstellung 14.00 – 15.00 Uhr 15.30 – 17.30 Uhr

Moderation: Klinge & Wagner Museumsdienstleistungen www.klingeundwagner.de Dipl. Museologin Astrid Klinge Dipl. Museologin Kerstin Wagner • Museumsberatung und Ausstellungskonzeptionen seit 2005 • Schwerpunkte: Sammlungskonzepte, Ausstellungskonzepte, Ausstellungsgrafik, Ausstellungstexte, Museumsmarketing und Besucherfreundlichkeit

Ihr Beitrag: 295 € zzgl. 19% ges. Umsatzsteuer Das Mittagessen und Getränke sind im Preis inbegriffen. Veranstaltungsort: Martin-Gropius-Bau Niederkirchner Straße 7 10963 Berlin

Das Anmeldeformular mit weiteren Informationen finden Sie unter http://www.museum.de/ akademie/b_20062012.pdf


Hier bewegt sich was.

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Grundlagen der Depotplanung für Museen am 21. Juni 2012 09.00 – 10.30 Uhr 11.00 – 12.30 Uhr gemeinsames Mittagessen, Möglichkeit zum Besuch der Ausstellung 14.00 – 15.00 Uhr 15.30 – 17.30 Uhr

im Martin-Gropius-Bau in Berlin Dr. phil. Joachim Huber

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Museumsmitarbeiter, Nutzervertreter, Bauherren und Architekten/Planer, die mit der Konzeption, Planung und Bau sowie mit der Umsiedlung von Depots für Kulturgut betraut sind (Neubauten und Umnutzungen). Nutzen: • Sie lernen ein Depotprojekt ins Leben zu rufen und wissen, welche Teilprojekte es umfasst. • Sie erfahren, welche Grundlagen wann und in welcher Qualität bereitzustellen sind. • Sie lernen Methoden und Hilfsmittel kennen, die Sie bei der Erarbeitung der Grundlagen und Vorgaben sowie bei der Umsetzung des Projekts verwenden können. • Sie kennen die Bedeutung begleitender Projekte (Registrierung, Bereitstellung/ Umzug/Einlagerung, Konservierung, Reinigung, Schädlingsbekämpfung, Dekontamination, Standortverwaltung) • Sie erhalten Einblick in aktuelle Depotkonzepte, Lagertechnik und Bewirtschaftungskonzepte sowie in die Umsiedlung großer Objektbestände.

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Inhalte: • Projektstruktur (Die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort) • Hilfsmittel (Depotbewertung, Mengengerüst, Raumbuch, Nutzerbedarfsprogramm, Pendenzenliste, externe Ressourcen) • Terminplanung (vorausschauende Bereitstellung) • Parallelprojekte (Umzug, Sammlungssurvey/Konservierung, Schädlingsbekämpfung, Reinigung/Dekontamination, Standorterfassung) • Lagertechnik • Depotumzug (Masse und Klasse) • Standortbewirtschaftung mit Datenbanken • Bewährtes weiter entwickeln – aus Fehlern lernen Methoden: • Grundsatzreferat »Immer größer, besser, mehr – die Zukunft von Museumsdepots« • Warum soll ich Ihnen in Zukunft etwas überlassen? – Ihre Institution auf dem Weg zum angemessenen Ort der Sammlungserhaltung (Selbsteinschätzung) • Baukasten – Teilnehmer legen Schwerpunkte • Arbeit in Kleingruppen zu konkreten Teilfragen • Kurzpräsentationen • Transfair – unsere Erfahrung ist ihr Wissen

Moderation: Joachim Huber, Dr. Phil., Kunsthistoriker Prevart GmbH Konzepte für die Kulturgütererhaltung – Museumsplaner www.prevart.ch Seit 15 Jahren selbstständiger Museumsberater im deutschsprachigen Raum mit Schwerpunkt Museums- und Depotplanung, Bauherrenberatung, Präventive Konservierung sowie Museumslogistik. Beteiligt an der Planung von Depots u.a. in Basel, Bern, München, Nürnberg, Sankt Pölten, Schaffhausen, Wien, Zürich (Affoltern am Albis). Zusammen mit Karin von Lerber Autor des Buches »Handhabung und Lagerung von mobilem Kulturgut« (2003). Ihr Beitrag: 295,00 € zzgl. 19% ges. Umsatzsteuer Das Mittagessen und Getränke sind im Preis inbegriffen. Veranstaltungsort: Martin-Gropius-Bau Niederkirchnerstraße 7 10963 Berlin

Das Anmeldeformular mit weiteren Informationen finden Sie unter http://www.museum.de/ akademie/b_21062012.pdf


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Kunst und Archäologie, Fotografie und Kulturgeschichte – das sind die Schwerpunkte aller Ausstellungen im MartinGropius-Bau. Sammlungen in aller Welt, staatliche Institutionen und private Leihgeber öffnen für unsere Ausstellungen – meist zum ersten und oft auch einzigen Mal – ihre Schatzkammern und Sammlungen und schicken ihre bedeutendsten Werke auf die Reise nach Berlin. Foto © Jirka Jansch

Martin-Gropius-Bau In diesem Jahr präsentiert der MartinGropius-Bau folgende Ausstellungen:

ARTandPRESS (23. März bis 24. Juni 2012)

Pacific Standard Time. Kunst in Los Angeles 1950-1980 (15. März bis 10. Juni 2012)

Die Ausstellung präsentiert wichtige Vertreter der aktuellen internationalen Kunstszene, die sich in ihren Arbeiten intensiv mit dem Medium Zeitung beschäftigen. Über 40 zeitgenössische Künstler, u. a. Christian Boltanski, Jenny Holzer und Anselm Kiefer sind mit Arbeiten beteiligt, etliche Werke werden eigens für die Ausstellung geschaffen.

Einzige europäische Station der großen Ausstellung des Getty-Museum ist der Martin-Gropius-Bau in Berlin. Mit über 70 Werken von rund 40 Künstlern wie John Baldessari, David Hockney, Edward Kienholz oder Ed Ruscha präsentiert die Ausstellung die aufregende Kunstszene  im Los Angeles der Nachkriegszeit.  

Baumeister der Revolution – Sowjetische Kunst und Architektur 1915–1935 Mit Fotografien von Richard Pare (5. April bis 9. Juli 2012) Die Ausstellung zeigt Fotografien der konstruktivistischen Avantgarde-Architektur der 1920er Jahre von Richard Pare und ergänzt sie mit Werken von El Lissitzky, Gustav Kluzis, Ljubow Popowa, Alexander Rodtschenko oder Wladimir Tatlin und Architekturfotografien aus den 1920er und 1930er Jahren. Die Architektur der Konstruktivisten zählt heute zum Weltkulturerbe der Moderne.

David Hockney; A Bigger Splash, 1967 Acryl auf Leinwand, 96 x 96« © David Hockney, Collection: Tate Gallery, London, 2011

Junger Mann mit Lockenwicklern zu Hause in der West 20th Street, N.Y.C., 1966 © The Estate of Diane Arbus

Bau zeigt eine Auswahl von über 200 Aufnahmen, die sowohl bekannte wie auch bisher unveröffentlichte Werke  der Fotografin einschließt.

Mythos Olympia – Kult und Spiele (31. August 2012 bis 7. Januar 2013) Erstmals stellt das Olympia-Museum aus Olympia über 600 wertvolle archäologische Werke in Berlin aus. Der Ausstellungsteil, der dem antiken Olympia und seiner Geschichte wie Forschungsgeschichte gewidmet ist wird ergänzt um einen Ausstellungsteil, der sich der Geschichte der modernen Olympiade widmet.

Diane Arbus (22. Juni bis 23. September 2012) Diane Arbus hat mit ihren ungewöhnlichen Aufnahmen von Menschen am Rande gesellschaftlicher Akzeptanz der Fotografie in den 1960er Jahren neue Impulse gegeben. Der Martin-Gropius-

Martin-Gropius-Bau Niederkirchnerstraße 7 10963 Berlin Online-Tickets: www.gropiusbau.de Eintritt frei bis 16 Jahre

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» www.eitco.de/psk

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Einer der bekanntesten Kriegsfotografen ist der Amerikaner James Nachtwey (geb. 1948). Seit 1981 dokumentieren seine Bilder die allgegenwärtige Gewalt auf allen Erdteilen. Dabei zeigen seine Fotografien nicht nur physische und psychische Gewaltausübung, sondern auch Armut und Hunger als Folgen und als Mittel der Gewalt. James Nachtwey erhielt für sein fotografisches Werk zahlreiche Auszeichnungen: den Martin Luther King Award, fünf Mal die Robert Capa Gold Medal, zwei Mal den World Press Photo Award, zwei Mal den Leica Award. Sieben Mal wurde er zum »Magazine Photographer of the Year« gewählt.

Wim Wenders sprach die Laudatio

Die Verleihung des Dresden-Preises 2012 in der Semper-Oper

Am 11. Februar 2012 wurde James Nachtwey für sein Engagement gegen Krieg und Gewalt der »Dresden-Preis« verliehen. Der Förderverein Friends of Dresden stiftete 2010 den »Dresden-Preis« als internationalen Friedenspreis, der für Leistungen auf dem Gebiet der Konflikt- und Gewaltprävention vergeben wird. für Leistungen auf dem Gebiet der Konflikt- und Gewaltprävention vergeben wird.

BEGRÜNDUNG DER VERGABE DES DRESDEN-PREISES AN JAMES NACHTWEY Gewaltprävention ist besonders effektiv, wenn ein Bild vermittelt wird von dem, was Krieg und Gewalt ist. James Nachtwey ist einer derjenigen, die ungeachtet der Gefahr für sich selbst solche Bilder liefern. Bilder, die man nie wieder vergisst. Und er tut das als Moralist, als einer, der nicht nur hofft, sondern daran glaubt, dass seine Bilder ein Umdenken bewirken können. Ohne die Fotos des versehrten Dresdens wäre die Zerstörung der Stadt lange nicht mehr im Weltgedächtnis präsent als Mahnung vor dem Krieg.

Fotos: © Andrea Wark

Durch die Fotos von James Nachtwey bleiben andere Kriege im Gedächtnis. Susan Sontag schrieb: Kriege, von denen es keine Fotos gibt, werden vergessen. Und genau das dürfen wir nicht, Kriege vergessen, weil wir dann auch die Opfer vergessen.

oben: James Nachtwey erhält den Dresden-Preis aus den Händen von Hans-Joachim Dietze, der als Jugendlicher den Feuersturm von Dresden fotografierte unten: Wim Wenders, James Nachtwey und Gerhart Baum

Dr. Günter Blobel, Nobelpreisträger Vorsitzender des Kuratoriums des Dresden-Preises

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Fotos: © Andrea Wark

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Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr wird sich nicht einseitig durch seine große Dauerausstellung, sondern gleichzeitig durch seine Wechselausstellungen definieren. Dafür stehen eine große Ausstellungshalle im Erdgeschoss des historischen Arsenalgebäudes und eine kleinere Säulenhalle für Foto- und Gemäldeausstellungen im zweiten Obergeschoss zur Verfügung.

Rund 100 Tage nach Eröffnung der neuen Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums, die sich über 10.000 qm in einem Arsenalgebäude aus der Gründerzeit und einem Neubau des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind erstreckt, präsentieren die Kuratoren die erste Sonderausstellung.


Krieg

Fotografien von James Nachtwey

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Gezeigt wird eine Auswahl der bedeutendsten Arbeiten des amerikanischen Kriegsfotografen James Nachtwey. Die weltberühmten Fotografien James Nachtweys sind Teil des neuzeitlichen Bildgedächtnisses. Rund 80 Bilder werden ausgestellt, die in acht Themenblöcke unterteilt sind. Im Tableau der Ausstellung verschwimmen jedoch Afghanistan, Balkan, Indonesien, Sudan, Tschetschenien, Ruanda, USA und Irak zu einem einzigen Ort.

Fotos: © Andrea Wark

Erstmals in Deutschland gezeigt wird der 10 Meter lange Wandfries mit dem Titel »The Sacrifice«, mit 60 Einzelbildern aus amerikanischen Militärlazaretten im Irak 2006.

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James Nachttwey, Wim Wenders, Gerhart Baum (geb. 1932 in Dresden) und Renate Liesmann-Baum mit Dr. Gorch Pieken und Oberst PD Dr. Matthias Rogg am Vorabend der Eröffnung in der Ausstellung


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Krieg ist das Absurdwerden der Welt, aus Mitleid wird Hass, aus Angst wird Wut, und das Tötungsverbot wird zum Tötungsgebot. Das bedeutende fotografische Werk von James Nachtwey ist ein bedrückendes Dokument der jüngsten Gewaltgeschichte der Menschheit und gleichzeitig ein Appell an die Vernunft und das Mitgefühl im Menschen. Die fotografische Abbildung des Krieges bewegt sich bis heute in jenem Zwiespalt zwischen zeigen und verbergen. Zwischen Sichtbarmachung und Ohnmacht. Was und wie etwas fotografiert wird, prägt das Bild vom Krieg. Der Fotograf wählt sich seinen Bildausschnitt und nimmt damit maßgeblich Einfluss auf die Aussage des Bildes. Einige der von James Nachtwey porträtierten Menschen scheinen sich mit ihren Blicken direkt an ihr Gegenüber außerhalb des Bildes zu wenden. Ihre Blicke gerinnen dabei zu Fragen, denen man sich nicht entziehen kann. »The picture becomes evidence of the general human condition. It accuses nobody and everybody.« (John Bayer)

Für die Hängung von fast 80 großformatigen, gerahmten Fotografien wurde ein qualitativ hochwertiges, robustes und flexibles Ausstellungswandsystem gesucht. Die Entscheidung fiel auf die mila wall, die sehr schnell aufzubauen und mit verschiedensten Verbindern sehr flexibel gestaltbar ist. Entscheidend war unter anderem auch die umlaufende Alukante, die die Wandelemente besonders an den Ecken beim Auf- und Abbau schützt.

Mit weniger als 70 Elementen konnte der 400 qm große Raum in einzelne Zonen mit drei Gängen aufgeteilt und die Exponate thematisch angeordnet werden. Aufbau und Hängung mit mila wall realisierte das Team im MHM in weniger als drei Tagen.

Fotos: © Andrea Wark

Vier Stellwand-Inseln aus mila wall Elementen schaffen Raum im Raum. Die leicht versetzte Anordnung macht es möglich, beim Betreten des Raums alle vier Inseln mit den acht Themenbereichen gleichzeitig wahr zu nehmen.

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Modulbau-Technik f체r Museen, Galerien und Ausstellungen

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Leichte Bauweise

Nicht sichtbare Verbindungstechnik

Zeitloses Design

Einfacher Aufund Abbau

Auswechselbare Oberfl채che

Stabiler Kantenschutz

Patentierte Stellwandtechnik, leicht und schnell in der Handhabung. Variabel im Design, robust und langlebig.

Immer wieder verwendbare Module mit individuellem Charakter f체r alle Bauformen. www.mba-worldwide.com


Krieg – Fotografien von James Nachtwey 12.02.–31.05.2012 Die nächste Fotoausstellung im Militärhistorischen Museum Dresden: OTKUDA? KUDA? – Woher? Wohin? Fotografien von Martin Hertrampf – erste Ausstellung des MHMBw Nov. 1992 28. September – 06. Januar 2013

Fotos: © Andrea Wark

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr Olbrichtplatz 2 · 01099 Dresden Telefon 0351 / 823-2803 Telefax 0351 / 823 2805 E-Mail: MilhistMuseumBwEingang @bundeswehr.org www.mhmbundeswehr.de Mittwoch geschlossen

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Militärhistorisches Museum

Leitgedanken

Fotos: © Andrea Wark

In der Vergangenheit waren Militärmuseen vor allem Ausstellungshallen für Waffentechnik und für die glanzvolle Repräsentation nationaler Streitkräfte. Geschichte bestand in diesen Häusern aus einer Kette von aneinandergereihten Kriegen, fast losgelöst von anderen historischen Ereignissen. So wie die allgemeine Geschichte ausgeblendet war, so blieb auch das Schicksal der einfachen Soldaten oder der von Kriegen betroffenen Zivilisten unerwähnt. In einem Militärhistorischen Museum hingegen sind Krieg und Militär unlösbar mit der allgemeinen Geschichte verwoben. Eine moderne Militärgeschichte führt mit zahlreichen Verästelungen in die politik-, sozial-, mentalitäts- und kulturgeschichtliche Forschung. Dabei ist das Militär selbst nur der sichtbarste Ausdruck des Militärischen. Denn viele gesellschaftliche Bereiche stehen in einer engen Verbindung zum Militär, und umgekehrt wird das Militär beeinflusst durch die Gesellschaft, die Politik, Ökonomie, Technik und Kultur in einem Prozess der wechselseitigen Durchdringung.

Die Arbeiten moderner Künstler bilden einen roten Faden durch den Neubau und ermöglichen einen anderen Zugang zu Aspekten der Militär- oder Gewaltgeschichte. Die erste künstlerische Installation der Dauerausstellung wird im Eingangsbereich des Museums gezeigt. Der schottische Künstler Charles Sandison projiziert dort viele Hundert Mal das Wort »Love« und das Wort »Hate« an die Wände. In einer Endlosschleife führen »Love« und »Hate« einen Kampf gegeneinander, bei dem einmal die eine und dann wieder die andere Seite die Oberhand behält. Die Besucherinnen und Besucher werden in die Installation integriert, indem sie zur Projektionsfläche der Wörter werden.

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Dresden

Inhaltliche Neuausrichtung Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr stellt Militärgeschichte in ihrer ganzen Bandbreite dar. Es geht sogar noch einen Schritt darüber hinaus und stellt die Frage, inwiefern es Militär gibt oder vielleicht geben muss, weil es gewissermaßen Teil der Anthropologie ist. Dabei konfrontiert die Ausstellung die Besucherinnen und Besucher mit dem eigenen Aggressionspotenzial und thematisiert Gewalt als historisches, kulturelles und anthropologisches Phänomen. Ist Aggressivität evolutionsbiologisch möglicherweise in jedem Menschen angelegt, ist sie so selbstverständlich und unvermeidbar wie das Bedürfnis zu schlafen, zu essen oder zu trinken? Oder ist der Gewaltanteil in uns vor allem kulturell geprägt und beeinflusst?

Foto: © Robert Recker, Berlin

Im Militärhistorischen Museum wird nicht nur die organisierte und institutionalisierte Gewalt thematisiert, sondern auch der offenen und latenten Gewalt nachgespürt, die zwischen und innerhalb von gesellschaftlichen Gruppen herrscht. Nicht nur Uniformen und Waffen im Wandel der Zeit erwarten die Besucherinnen und Besucher, sondern beispielsweise auch Gewaltdarstellungen in mythologischen oder biblischen Szenen, die als kulturelles Erbe in den Gemäldegalerien der Welt bewahrt werden, wobei jedoch aus Stilgeschichte Sozialgeschichte wird. Dr. Gorch Pieken Wissenschaftlicher Direktor

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Räumliche Neuausrichtung

Themenparcours

Die Gesamtkonzeption von Architektur und neuer Dauerausstellung steht für das Nebeneinander von klassischen und neuartigen Sichtweisen und Ausdrucksformen. Tradition und Innovation – alte und neue Zugänge zur Militärgeschichte – bilden die Eckpunkte der Konzeption.

Die zwölf Ausstellungsbereiche des Themenparcours folgen keiner nach Daten sortierten chronologischen Ordnung, sondern präsentieren innerhalb einer systematischen Gliederung sehr unterschiedliche und zum Teil überraschende Aspekte der Militärgeschichte.

Das MHM besteht aus zwei Museen zur Militärgeschichte, die sich architektonisch und durch die Ausstellungsgestaltung unterscheiden; thematische Querschnitte im Neubau und chronologischer Rundgang im sanierten Altbau.

Fotos: © Andrea Wark; © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de

Mit der Grundsanierung des alten Arsenals – einer dreiflügeligen Anlage der Semper-Schule aus den 1870er Jahren – und einem Erweiterungsbau wurde 2002 der amerikanische Architekt Daniel Libeskind beauftragt. Bei dem historischen Arsenalgebäude handelt es sich um ein neoklassizistisches Gebäude, das wie ein Tempel auf einem künstlichen Plateau thront. Der von Daniel Libeskind entworfene keilförmige, asymmetrische Neubau durchdringt den massiven, klassisch gegliederten Altbau.

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Eine transparente Fassade aus Metalllamellen überlagert den historischen Baukörper. Der Neubau ergänzt die stark horizontal ausgerichteten, durch ein starres Säulenraster gegliederten Flügel des Arsenals durch vertikale, geschossübergreifende Säle und schafft damit Platz für große und sperrige Schwerexponate. Der Raum folgt hier der Funktion. Und gleichzeitig sind auf diesen inhaltliche Codierungen übertragen, die das Gebäude zum ersten und größten Exponat der Ausstellung machen. Der Neubau wird zu einem Gewaltinstrument, wodurch er »den Geist der alten Architektur aufnimmt« (Thomas Schmid, »Die Welt«), gleichzeitig wird er zu einem Zeichen von Krieg und Schmerz, zu einem Kontrapunkt des Arsenalgebäudes, der den Krieg nicht als Hochamt feiert oder als unausweichliches Schicksal der Menschheit hinnimmt, sondern hinterfragt.

Der Themenparcours beginnt im 4. Obergeschoss. Mit einem spektakulären Blick auf die Frauenkirche, das Schloss und den Rathausturm öffnet sich der Neubau zur Stadt hin.

»Man kann nicht gegen die Architektur von Libeskind arbeiten« Die beiden Museumsgestalter HG Merz und Holzer Kobler Architekturen erschließen mit einprägsamer Bildsprache einen neuartigen, gesellschaftsübergreifenden Zugang zu der komplexen Thematik. Ihre Ausstellungsarchitektur geht sowohl eine Symbiose mit dem klassizistischen Altbau als auch dem keilförmigen Neubau ein. Die Architektur von Daniel Libeskind ermöglichte den Szenografen zu experimentieren und für ein Museum unkonventionelle Maßstäbe zu finden. In begehbaren Rauminstallationen und mit einer sehr reduzierten Auswahl von Objekten werden die Themen der Ausstellung wirkungsvoll in assoziative Bilder übersetzt. Die offenen Enden des Keils durchdringen den Bau von unten bis oben. Sie bieten Raum für großformatige Exponate und erlauben Sichtbeziehungen und Querverweise zwischen den unterschiedlichen Themenbereichen. Als zusätzliche Bildebene verknüpfen zeitgenössische Medienkunstwerke Raum und Exponate. Im Zusammenspiel von Architektur, Szenografie und Inhalt entstehen eindrückliche Bilder, die den Besucher verblüffen, irritieren und zugleich sensibilisieren. www.holzerkobler.ch www.hgmerz.com


Das Prinzip der Vielperspektivität durchzieht die Bereiche des Themenparcours, häufig unterstützt von der Vitrinenarchitektur. So stehen sich im 3. Obergeschoss in den fahrbaren Rollregalanlagen des Ausstellungsbereichs »Krieg und Gedächtnis« immer zwei Vitrinen gegenüber, die zwei unterschiedliche Sichten auf ein Thema ermöglichen, auf zwei Aspekte eines Objektes verweisen oder die unterschiedlichen Formen der Erinnerung an Ereignisse, ihr Nachleben und Fortleben im kulturellen Gedächtnis der Nation thematisieren.

unten rechts: Vanda Vieira-Schmidt / Weltrettungsprojekt / 1995–2012. Seit Mitte der 1990er Jahre überzieht die Künstlerin jeden Tag zahllose Blatt Papier mit magischen Linien, Mustern und Zahlen, um die Menschheit vor bösen Mächten zu schützen und Gefahren für den Weltfrieden zu bannen. Inzwischen ist ihr Werk auf weit über eine halbe Million Blätter angewachsen.

Im Mittelpunkt der neuen Dauerausstellung steht immer wieder der einzelne Mensch, der Gewalt ausübt oder Gewalt erleidet. Ein eigenes Ausstellungselement sind Kurzbiografien, die in tabellarischer Form zwischen den Vitrinen angebracht sind und die Besucherinnen und Besucher in die jeweilige Epoche oder den jeweiligen Zeitabschnitt geleiten. Gegenübergestellt werden immer zwei Biografien von Menschen, die in derselben Zeit lebten, aber unterschiedlichen Lebensentwürfen folgten, oder die in ein und derselben historischen Entscheidungssituation unterschiedliche Wege gingen. In einigen Biografien wird dabei eine unauflösbare Verstrickung von Opfern und Tätern sichtbar.

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Foto: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de

Einheitliches Beleuchtungskonzept von Zumtobel

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Dieser erste Raum des Themenparcours ist genauso der Zerstörung Dresdens gewidmet wie der anderer europäischer Städte im Zweiten Weltkrieg, der von Deutschland begonnen wurde und an seinen Ausgangspunkt zurückkehrte. Der Weg zur Aussichtsplattform in der Keilspitze führt entlang von Gehwegplatten aus der polnischen Stadt Wielun, die Beschussspuren vom deutschen Angriff aufweisen, und an den Fragmenten einer Figur vom Rotterdamer Waisenhaus, das durch deutsche Bomber zerstört wurde. Gleichsam aus der Wieluner und Rotterdamer Perspektive schauen die Besucherinnen und Besucher auf die wieder aufgebaute Altstadt von Dresden.


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Im Mittelpunkt des 2. Obergeschosses steht das Thema »Politik und Gewalt«, die (ästhetische) Darstellung verschiedener Formen von Gewalt und deren (mediale) Vermittlung. Betrachtet werden die Ausübung und die Folgen von staatlicher Gewalt für den politischen Prozess und das politische System selbst. Bei einem Verfall der inneren Staatsordnung sind vor allem zwei Formen des Scheiterns denkbar: die Anarchie und der Gewaltstaat.

Das größte Exponat der Ausstellung ist eine 14 Meter hohe »V2«-Rakete aus dem Zweiten Weltkrieg. Auf einem Starttisch im Erdgeschoss stehend, ragt ihre Spitze in den Ausstellungsbereich »Krieg und Spiel« im 2. Obergeschoss.

Vielfältig sind die Beziehungen zwischen militärischer und ziviler Welt. Unter dem Oberbegriff »Gesellschaft und Militär« sind ganz unterschiedliche Themen ausgestellt, die besonders anschaulich die enge Verzahnung beider Sphären deutlich machen.

Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © MHM / David-Brandt.de

In unmittelbarer Nähe zum Raketenkopf ist die Puppenstube eines Mädchens aus London ausgestellt, das ihr Spielzeug kriegstauglich machte. Das Mädchen hatte Gasbettchen für ihre Puppenkinder aufgestellt, die Fenster verdunkelt und einen Schutzraum, einen Anderson-Shelter, im Vorgarten aufgebaut. Spätestens an dieser Stelle war aus Spiel Ernst geworden und der reale Krieg in das Kinderzimmer gekommen.

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Die Präsentation macht die »V2«-Rakete in ihrer ganzen Ambivalenz erfahrbar. Einerseits gilt sie als technisches Wunderwerk und Ausgangspunkt der zivilen Raumfahrt, andererseits wurde sie im Zweiten Weltkrieg als Waffe gegen die Zivilbevölkerung in London und Antwerpen entwickelt und eingesetzt. Doch nicht durch die Waffenwirkung starben die meisten Menschen, sondern infolge unmenschlicher Zwangsarbeit im Konzentrationslager Mittelbau Dora, in dem die »V2« seit Januar 1944 unter Tage produziert wurde.

Bei dem Unterthema »Militär und Sprache« handelt es sich um aus der Geschichte und der Militärgeschichte nicht wegzudenkende Mittel, Selbstund Feindbilder zu beschreiben, Hass zu erzeugen, Leiden und Begeisterung auszudrücken. Jede Armee, jeder Krieg bringt eigene Wortschöpfungen hervor.

Seit jeher bestanden Wechselwirkungen zwischen der ureigensten militärischen Musik, das heißt der Signalmusik und Marschmusik und der jeweiligen Musikkultur einer Epoche. Auf diese Verbindungen hinzuweisen, ist der Zweck eines weiteren Themenkomplexes mit dem Titel »Militär und Musik«.

unten: »Politik und Gewalt« im 2. OG mit dem Treppenaufgang zum 3. OG

Ein viertes Unterkapitel im Themenkomplex »Gesellschaft und Militär« trägt den Titel »Krieg und Spiel«. Dieser Bereich durchschneidet räumlich eine der von Daniel Libeskind sogenannten Vertikalen Vitrinen im Neubau, die als prismenartige, geschossübergreifende Aussteifungskerne für die Lastabtragung des Stahlbetonbaues wichtig sind. Hier werden Karussell-Gondeln in der Form kleiner Panzer, Raketenwerfer und Jagdflugzeuge von Jahrmärkten der 1950er und 1960er Jahre an die Stahlbetonwand montiert. Hintereinander aufgereiht erinnern sie an eine Verfolgungsjagd, an eine Vorform moderner Ego-Shooter aus dem Krieg im Kinderzimmer heutiger Zeit. Das Unterthema »Mode und Militär« reicht vom »Gänsebauch« über die »Heerpauke« bis hin zum Matrosenanzug. Es berücksichtigt die Erfindung von Armbanduhren und Sonnenbrillen im Ersten Weltkrieg genauso wie die aktuelle Haute Couture. Viele modische sogenannte Klassiker sind ursprünglich dem Militär entlehnt, wie zum Beispiel das T-Shirt, der Trenchcoat, der Fliegerblouson und die Safari-Mode, sogar die heute gebräuchlichen Größeneinteilungen S, M, L und XL gehen zurück auf das Prinzip der standardisierten Uniformfertigung.


Splitter einer explodierten Granate

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Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © MHM / David-Brandt.de; © Andrea Wark

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Ein dreigeteilter Ausstellungsbereich erwartet die Besucherinnen und Besucher im 1. Obergeschoss. Die abendländische Kultur kennt zwei Erzählungen vom Urzustand, die eine heißt Paradies und die andere Krieg. Auf den ersten Blick sehen die 18 Tierpräpa-

rate im Ausstellungsbereich »Tiere beim Militär« im 1. Obergeschoss wie ein Teil der biblischen Arche Noah aus, auf den zweiten Blick erinnert die Präsentation eher an eine Schlachtbank, denn es ist deutlich zu erkennen, dass jedes Tier eine Kriegsverletzung hat oder mit einem Attribut des Krieges ausgestattet ist.


Foto: Zumtobel

Arcos Strahler von Zumtobel lenken mit pr채zisen Lichtkegeln die Blicke der Betrachter und kreieren ein spannendes Gef체ge aus Licht und Schatten.

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Der Ausstellungsbereich »Formation der Körper« auf derselben Etage beginnt bei der Musterung von Soldaten, zeigt ihre Ausbildung und endet mit dem Aufgehen des Individuums in einer militärischen Formation.

links: Ein U-Boot aus dem Jahre 1851, der Brandtaucher unten: Schädel eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, der mit einem Schuss in den Kopf Selbstmord beging unten Mitte: Moulage eines gesichtsverletzten jungen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg

Fotos: © Andrea Wark; © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © MHM / David-Brandt.de

Doch das Aufgehen in einer Masse ist nicht nur ein militärisches Phänomen. Menschen haben ein Bedürfnis nach Anerkennung und suchen Anschluss in der Gruppe. Der Berliner Klangkünstler Carsten Nicolai verdeutlicht in einer Audio-Installation die Rolle des Rhythmus bei der Auflösung der Ich-Grenze im militärischen und zivilen Leben.

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Der dritte Ausstellungsbereich im ersten Obergeschoss handelt von den »Leiden am Krieg«, von Opfern und Tätern. Die Exponate werden in einem geschlossenen Kabinett präsentiert. Eine Hinweistafel am Eingang zum Kabinett weist auf die besonderen Exponate in diesem Bereich hin und auf die Maßnahmen, die getroffen wurden, um die postmortale Menschenwürde von Humanpräparaten zu wahren, die hier ausgestellt werden. Wie in anderen Ausstellungsbereichen stehen auch hier einzelne Biografien im Zentrum der Erzählung. Um der Fülle der Leidensformen ebenso Rechnung zu tragen, wie der Unmöglichkeit, das subjektive Erlebnis zu vermitteln, greift die Ausstellung Einzelaspekte des körperlichen und seelischen Leidens auf.

oben: Reihe von Prothesen bein- und armamputierter Männer, Frauen und Kinder von 1600 bis 2010

oben: Kabinett »Leiden am Krieg« von außen


oben: Tischvitrine »Formation der Körper«

Im Westflügel des Erdgeschosses wird die zivile und gleichzeitig militärische Nutzung von Technologien thematisiert und im Ostflügel die Gewaltspirale aus Angriff und Verteidigung, schützenden und zerstörenden Kampfmitteln.

oben: Geschosshagel und Einmannbunker im Ausstellungsbereich »Schutz und Zerstörung«

unten: Installation »The Hiroshima Thank You Instrument« von Ingo Günther, 2010

Ein Geschosshagel aus realen Raketen und Bomben hängt drohend über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher. Hier simuliert der Künstler Ingo Günther den Blitz einer Atombombe, der den Schatten der Besucherinnen und Besucher sekundenlang auf einer phosphorisierenden Wand festhält und so Assoziationen an die Opfer von Hiroshima weckt. Jedes Exponat in diesen Ausstellungsteilen weist verschiedene inhaltliche Zugänge auf. Gleichzeitig werden die Großexponate im Erdgeschoss wie in vielen anderen Bereichen des Themenparcours offen präsentiert, ohne Glashauben. Das Umlaufen der Objekte und das Betrachten der Exponate aus vielen Blickwinkeln ist dabei erwünscht.

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Foto: MHM ©David Brandt

Chronologie Der zeitbezogene und nach Daten sortierte Rundgang durch die deutsche Militärgeschichte befindet sich in den drei Altbauflügeln. In der klassischen chronologischen Geschichtserzählung ist der größte Teil der insgesamt etwa 10.000 im Innenbereich ausgestellten Objekte, Dokumente und Bilder zu finden.

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In jedem der drei Altbauflügel ist ein Vitrinenmäander errichtet, um das ein breiter Hauptweg herumführt. Wer sich an diesen Hauptweg hält, den führt ein Kurzrundgang durch wichtige Kriege und bedeutende politische Ereignisse der letzten 700 Jahre.

Orientierung bieten zehn große Leitvitrinen, die schlaglichtartig Wendepunkte der deutschen Geschichte thematisieren, etwa den Dreißigjährigen Krieg, Beginn und Ende des Zweiten Weltkriegs sowie Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands.


Leitvitrine zum 30j채hrigen Krieg

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Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © MHM / David-Brandt.de

Von dem Hauptweg öffnen breite Durchgänge den Weg in eine zweite Ausstellungsebene, die Kabinette. In diesen wird der Erzählfaden des Hauptwegs aufgegriffen und weiter ausgeführt. Um zu jeder Epoche herausragende Originalobjekte zeigen zu können, ergänzen Leihnahmen aus Museen, Sammlungen und Archiven die eigenen Bestände des Militärhistorischen Museums. Besonders lichtempfindliche Dokumente werden innerhalb der Vitrinen in lichtundurchlässigen Schaukästen präsentiert, die sensorgesteuert nur für wenige Minuten den Blick auf die Exponate freigeben. Von den Kabinetten ist eine dritte Ausstellungsebene zugänglich, die Vertiefungsräume. Der Eingang zu diesen ist schmaler, als zu den Kabinetten. Die Vertiefungsräume sind Spezialthemen wie »Ökonomie des Krieges« oder »Militärtechnik und Taktik« gewidmet. Sie gewähren eine Blick auf das Leben in einer Garnison, in der sogenannten Etappe oder an der »Heimatfront«. Der Einsatz von Frauen im Krieg wird thematisiert, das Lazarettwesen, Verwundung und Tod, Besatzungsherrschaft und Partisanenkrieg. Aber auch in den Kabinetten und entlang des Hauptwegs ist die Operations- und Politikgeschichte eng mit der Alltagsgeschichte verwoben.

oben: Kabinett zum Kaiserreich 1871 bis 1914 rechts: Leitvitrine zu den Napoleonischen Kriegen

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Hauptweg im Chronologieflügel 1300–1914

Vitrine zur Flottenrüstung des Deutschen Reichs von 1871 bis 1914 mit einer Medienstation und einer integrierten museumspädagogischen Station

Der erste Chronologie-Flügel im Erdgeschoss führt vom Spätmittelalter über die Frühe Neuzeit zur Märzrevolution von 1848 und zu den Reichseinigungskriegen gegen Dänemark 1864, gegen Österreich 1866 und gegen Frankreich 1870/71. Die Ausstellungsthemen korrespondieren mit den Geschichts-Lehrplänen für den Schulunterricht in Sachsen und anderen Bundesländern. Sie bieten viele Bezüge zum fächerübergreifenden Unterricht mit Fächern wie Ethik und Geografie oder Gemeinschaftskunde.

oben: Kabinett zu den Napoleonischen Kriegen rechts: Jeder Helm repräsentiert einen Bundesstaat des Deutschen Reichs nach 1871

Lange Zeit wurden Historiengemälde in Schulbüchern zur Illustration oder sogar wie historische Dokumente verwendet. Heute lernen Schüler, Bilder wie Texte zu lesen, zeitlich einzuordnen und zu interpretieren. Auch das Militärhistorische Museum zeigt Schlachten- und Militärgemälde in ihrem historischen Zusammenhang. Über die Zeit ihrer Entstehung sagen solche Gemälde oft mehr aus, als über die dargestellten Ereignisse. Dies veranschaulicht etwa eine Galerie mit deutschen Historiengemälden des 19. Jahrhunderts an den Nord- und Südwänden im Erdgeschoss; sie hat einen räumlichen Abstand und gleichzeitig Sichtbezug zur Chronologie der Ereignisse. Über den Aufzug oder – besser noch – über das historische Treppenhaus des alten Königlich Sächsischen Arsenalgebäudes gelangen die Besucherinnen und Besucher in das 1. Obergeschoss. Entlang der Treppe hängen die Porträts sächsischer Könige und Generale, darunter auch der Namensgeber der Albertstadt, König Albert von Sachsen (1828–1902).

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Im Westflügel des 1. Obergeschosses ist der Ausstellungsbereich zum Ersten und Zweiten Weltkrieg verortet – eine Epoche, die in der neueren Geschichtsschreibung auch als zweiter Dreißigjähriger Krieg oder als das Zeitalter der Weltkriege bezeichnet wird. links: Leitvitrine zum Ersten Weltkrieg

Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © MHM / David-Brandt.de

unten: Hauptweg im Chronologieflügel »Zeitalter der Weltkriege«

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Mit der Technologisierung und Industrialisierung des Ersten Weltkriegs wandelte sich das Bild vom Soldaten. »Eine ganze Generation verroht« (Hannah Arendt) in den Grabenkämpfen und im Trommelfeuer der Westfront. Der Kriegsverlauf an dieser Front wird in der Ausstellung ebenso geschildert wie der des sogenannten vergessenen Krieges im Osten und in den Kolonien, im Luft- und Seekrieg. Der Kriegseintritt der USA und das Scheitern der deutschen Frühjahrsoffensiven 1918 leiten das Ende der Kampfhandlungen ein. In den Vertiefungsräumen werden die verschiedenen Gesichter des Krieges gezeigt. Die Vitrinen der Vertiefungsebene zum Ersten Weltkrieg erstrecken sich über eine Länge von mehr als 30 laufenden Metern. Ihnen gegenüber stehen im direkten Vergleich dieselben Vertiefungsthemen des Zweiten Weltkriegs. Zugänglich ist dieser lang gestreckte Raum mit seinen parallel verlaufenden Vitrinenreihen aus beiden Zeitabschnitten. Zur Ereignis- und Politikgeschichte des Zweiten Weltkriegs gelangen die Besucherinnen und Besucher über die erste Nachkriegszeit von 1918.


links: Vertiefungsraum zum »Zeitalter der Weltkriege« unten: 60 Schuhe aus dem Vernichtungslager Majdanek, 1930/1940er Jahre, Leihgabe: Aus den Sammlungen des Staatlichen Museums Majdanek in Lublin, Polen

In der Weimarer Republik hatte man sich für einen kurzen Moment im Frieden eingerichtet und doch wurde diese Zeit nur zu einer Atempause, in der auch Konzepte entwickelt wurden, wie der Erste Weltkrieg doch noch zu gewinnen sei. Die Nationalsozialisten fanden für ihre Politik, mit allen Mitteln eine Revision des Versailler Vertrages zu erreichen, Unterstützung in breiten Bevölkerungsschichten. Die Revisionspolitik ging bruchlos in eine uneingeschränkte Eroberungspolitik über. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 löste das Deutsche Reich den Zweiten Weltkrieg aus. Aus dem übersteigerten Nationalismus des Ersten Weltkriegs wurde unter nationalsozialistischer Herrschaft ein rassenideologischer Vernichtungskrieg. Die militärischen Erfolge der Wehrmacht vergrößerten den deutschen Herrschaftsbereich und führten unter anderem zur Besetzung Norwegens, Frankreichs, des Balkans und weiter Teile Osteuropas. Deutsche Kriegführung und Völkermord waren im Zweiten Weltkrieg eng miteinander verwoben. An der Ermordung der jüdischen Bevölkerung Europas war die Wehrmacht mittelbar und unmittelbar beteiligt. Insgesamt wurden bis Kriegsende rund sechs Millionen europäische Juden Opfer des Völkermordes.

Einbezogen war die Wehrmacht auch in die rassenideologische Verfolgung und Ermordung slawischer oder anderer Bevölkerungsgruppen wie der Sinti und Roma. Viele von ihnen wurden für tödliche medizinische Versuche missbraucht, die mitunter direkt im Auftrag der Luftwaffe durchgeführt wurden. Zudem war die Wehrmacht auch an der systematischen Erschießung von Sinti und Roma hinter der Ostfront beteiligt. Nur wenige Angehörige der Wehrmacht leisteten einzeln oder in Gruppen Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime. Formen, Motive und Ziele dieses militärischen Widerstandes waren vielfältig. Sie reichten vom Wunsch, den Krieg zu verhindern, später ihn zu beenden, über Unzufriedenheit mit den militärischen Entscheidungen Hitlers bis hin zur moralisch begründeten Ablehnung der verbrecherischen NS-Politik. Die bekannteste Form militärischen Widerstands ist das von Oberst i.G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg verübte Attentat vom 20. Juli 1944. Neben diesem Attentat und dem damit verbundenen Umsturzversuch gab es auch die mit dem Gewissen begründete Kriegsdienstund Befehlsverweigerung, politisch oder moralisch motivierte »Fahnenflucht« sowie das Verfassen und Verteilen von Flugblättern gegen das NS-Regime.

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Im gegenüberliegenden Altbauflügel des 1. Obergeschosses beginnt der Zeitabschnitt »1945 bis heute«. Er führt durch die unmittelbare Nachkriegszeit in die bipolare Welt des Kalten Krieges und die Aufbaujahre der beiden deutschen Armeen – Bundeswehr und Nationale Volksarmee. Die politische Chronik von Bundeswehr und Nationaler Volksarmee reicht von der Hochphase des Kalten Krieges über die zweite Hälfte der 1960er Jahre, als die Bereitschaft zu Entspannungspolitik und Rüstungsbegrenzungen wuchs, bis in die 1980er Jahre, als nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan 1979 und dem NATO-Doppelbeschluss der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt erreichte. oben: Vitrine zu Gesellschaft und Bundeswehr

oben: Leitvitrine zum »Kalten Krieg«

Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © MHM / David-Brandt.de

Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten beginnt die Geschichte der Bundeswehr als Armee der Einheit und Armee im Einsatz.

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Seit dem Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien und der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts 1994 über die Bedingungen des Einsatzes der Bundeswehr wurde diese zunehmend mit Aufgaben »out of area« betraut. Der Rundgang endet mit einem Blick auf die »Herausforderungen des 21. Jahrhunderts«. In diesem letzten Ausstellungsabschnitt des chronologischen Rundgangs werden sicherheitspolitische und militärische Entwicklungen und Diskussionen thematisiert, die seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 den öffentlichen Diskurs bestimmen. Zentrale Themen sind dabei neue Formen der Friedlosigkeit und ein moderner Friedensbegriff, der den Schutz der Umwelt und die Bekämpfung von Armut und Hunger mit einbezieht.

unten: Vertiefungsraum zum Kasernenalltag in der NVA

oben: Vitrine mit Uniformen aus 16 NATO-Staaten


oben: One Step beyond – Wiederbegegnung mit der Mine (OSB) von Lukas Einsele, 2005 Die Arbeit basiert auf einer langwierigen und ausführlichen Recherche, die den Künstler in die Regionen führte, die am stärksten durch Landminen betroffen sind: Angola, Afghanistan, Bosnien-Herzegowina und Kambodscha. Einsele befragte Menschen, deren Leben von Landminen beschädigt wurde: Opfer, die sich noch einmal schmerzhaft jenes Schrittes erinnerten, der das Augenlicht, Beine oder Arme, die Existenz kostete.

oben: Von einem IED-Sprengsatz in Afghanistan beschädigter Leichter LKW Wolf der Bundeswehr, 2004

unten: Vitrine mit einem Außenbordmotor einer Piraten-Dau, der von der Fregatte Karlsruhe während der Operation Atalanta sichergestellt wurde

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Zumtobel verwandelt das Militärhistorische Museum in einen Ort bewegender Geschichte Mit der Wiedereröffnung des Militärhistorischen Museums in Dresden im Oktober 2011 wagten sich die Verantwortlichen an ein nicht unumstrittenes Thema heran: Das zur Schau stellen von Krieg und Gewalt. Doch die Umsetzung ist gelungen – nicht zuletzt durch die Kombination aus modernster Architektur, subtiler Lichtkompositionen und inhaltlichem Konzept. Der Stararchitekt Daniel Libeskind entwarf dazu eine außergewöhnliche Architektur, die Zumtobel mit einem umfassenden Lichtkonzept unterstützt. Die Kombination aus Architektur und Licht verwandelt die Ausstellungsräume in eine faszinierende Zeitreise und ermöglicht eine neue Sichtweise auf diesen besonderen Museumstypus.

Akzentuierung der Exponate durch intelligente Vitrinenbeleuchtung

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Das Zusammenspiel von Licht und Raum Die atmosphärische Anmutung der Räume wird durch das besondere Lichtdesign bewirkt, das Zumtobel in Zusammenarbeit mit Daniel Libeskind entwickelt hat. Hier zeigt sich das Lichtverständnis des Stararchitekten, der Licht als Designwerkzeug versteht. Die unterschiedlichen Exponate und Materialien erfordern eine flexible Lichtgestaltung. Prunkvolle Uniformen, Militärtechnik, Handwaffen oder auch Evakuierungspläne –jedes Stück soll in einem besonderen Licht stehen. Dabei fließen Grund- und Akzentbeleuchtungen wie selbstverständlich ineinander. Die für die Grundbeleuchtung eingesetzten Strahler erhellen das, was die Aufmerksamkeit des Betrachters erwecken soll und punktieren, wo das Auge sich mit Details beschäftigen darf. Diese Vielfältigkeit schafft das Zumtobel Strahlersystem Arcos, das speziell für die Bedürfnisse des Kunst- und Kulturbereichs entwickelt wurde. Es verfügt über ein umfassendes Produktprogramm, das für jedwede Aufgabe der Lichtgestaltung eine passende Produktlösung bietet. Die Strahler können flexibel an dem Tecton Tragschienensystem positioniert werden. Diese elfpoligen Tragschienen erlauben es, flexibel auf die verschiedenen Raumlängen und Ausstellungskonzepte im Museum zu reagieren. Je nach Erfordernissen ermöglicht das Arcos Strahlersystem den Einsatz von HITMetalldampflampen, Niedervoltlampen bis hin zu LED-Ausführungen, die die Räume entweder gleichmäßig erhellen oder gewollt Akzente setzten. Trotz der Nähe zu den Museumsstücken, ermöglicht eine reduzierte Wärmestrahlung eine schonende Beleuchtung. Wo die Farben bzw. Materialbeschaffenheit es notwendig machen, werden Farbkorrekturfilter eingesetzt. Gleichzeitig nehmen die Leuchten sich durch ihre dezente Formensprache zurück.

© Joachim Krumnow

Das gilt auch für die notwendige Sicherheitsbeleuchtung. Durch eine optimale Integration der hochmodernen LEDLeuchten Resclite in das Tecton Schienensystem bleibt die Sicherheitsbeleuchtung im alltäglichen Museumsbetrieb unsichtbar. Im Notfall sorgen die mit einer Erkennungsweite von 16 Metern effizienten LEDs für sicheres Geleit.

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Arcos – Leuchtenserie für künstlerische Ansprüche Das Strahlersystem verbindet Funktionalität mit höchster Sensibilität für Museen und Ausstellungen. Das Design des zylindrischen Körpers spricht eine minimalistische und puristische Sprache. Dadurch werden Museumsarchitektur und Exponate nicht gestört. Der vielseitige Deckenstrahler in vier verschiedenen Größen vereint raffinierte Lichttechnik mit unauffälligem Design in schwarzer oder weißer Optik. Die verschiedenen Ausführungen des Strahlers bieten sich dank ihrer zahlreichen Zubehörteile für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete an.

Authentische Beleuchtung betont Details Das Zumtobel Lichtkonzept fügt sich harmonisch in das Museumskonzept hinein: Es schafft einerseits eine gewisse Distanz zu den Museumsstücken. Andererseits betont das Licht authentisch jedes Detail – dies ist zum Beispiel eindrucksvoll in den verschiedenen Vitrinen zu erleben. Hier wird jeder Orden, jedes Wappen nuanciert hervorgehoben. Die eingesetzte Starflex Fasertechnik ermöglicht eine UV- und wärmefreie, punktuelle Beleuchtung, die den Exponaten eine packende Authentizität verleiht. Der sogenannte Cat Walk, ein Raum der u.a. lebensgroße Tiermodelle zeigt, vermittelt eine ähnliche Szenerie: Hier wird eine lebendig wirkende Atmosphäre geschaffen, die den Betrachter ein wenig von den damaligen Geschehnissen erahnen lässt. Auch die hier eingesetzten Arcos Strahler sorgen durch engbün-

delnde Abstrahlcharakteristiken für präzise Lichtkegel, um die Blicke der Betrachter zu lenken und ein spannendes Gefüge aus Licht und Schatten zu kreieren. Gelungene Inszenierung Das elfpolige Tecton-System ist integriert in ein Aluminium H- und U-Profil. Das gesamte System sorgt für die 3-Phasen-Wechselstromversorgung, die DALI-Lichtsteuerung und nimmt die LEDNotlichtbeleuchtung sowie die Fluchtwegbeleuchtung mit auf. Durch diesen modularen Aufbau wurde eine ideale Lösung geschaffen, um ein formal einheitliches Beleuchtungskonzept mit unterschiedlichen Lichtniveaus zu gestalten. Die Grund- und Akzentbeleuchtung hat Zumtobel über das Strahlersystem Arcos gelöst. Das komplexe Produktprogramm verfügt über verschiedene Baugrößen und Ausstrahlungswinkel sowie umfangreiches Zubehör, so dass spezielle Anforde-

Strahler betonen Einzelheiten

Fotos: Zumtobel

In den Standard-Ausführungen ist Arcos für den Einsatz für niedrige und hohe Decken, für randscharfe Akzentbeleuchtung oder für große Ausstellungsflächen gerüstet.

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Neben konventioneller Lampentechnik setzt Zumtobel bei Arcos auf modernste LED-Technologie: Durch die neue Tunable White Funktion werden Veränderungen der Farbtemperatur von 2.700 bis 6.500 Kelvin möglich, um die Beleuchtung an wechselnde Exponate flexibel anpassen zu können, ohne die Lampe austauschen zu müssen. Empfindliche Ausstellungsstücke beleuchtet Arcos konservatorisch und mit hoher Farbwiedergabequalität.

Tecton Tragschienen mit Arcos Strahlern sorgen für die passende Akzentbeleuchtung. Diverse Strahlergehäuse nehmen auch Akustik-Lautsprecher und Überwachungskameras auf.


Zumtobel ist ein international führender Anbieter ganzheitlicher Lichtlösungen. Zielsetzung ist, das Zusammenspiel zwischen Licht und Architektur sichtbar zu machen und dabei besonders die ergonomischen und ökonomisch-ökologischen Ansprüche zu berücksichtigen. Als Innovationsführer bietet Zumtobel dazu ein umfassendes Spektrum an hochwertigen Leuchten und Lichtsteuerungssystemen für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche der professionellen Gebäudebeleuchtung.

Projektinformation: Militärhistorisches Museum Dresden Bauherr: Staatsbetrieb Sächs. Immobilien- und Baumanagement, Dresden/D Architekt: Studio Daniel Libeskind AG, Zürich/CH Lichtplanung: DELUX AG, Zürich/CH Elektroplanung: IPRO Dresden, Dresden/D; INNIUS GTD Dresden/D

Ob Allgemein- oder Akzentbeleuchtung, die eingesetzten Zumtobel Lichtsysteme schaffen ein jeweils passendes Raumambiente mit maximalem Kunstgenuss Bild: Zumtobel

rungen stets mit dem gleichen Produktdesign gelöst werden konnten. Sogar die Akustik und die Überwachungstechnik wurden komplett in die Strahlergehäuse integriert. Dadurch wird das Deckenbild in keinster Weise unterbrochen.

Tischvitrinen sind mit der Zumtobel Lichtleiste Linaria ausgeleuchtet. An den Rückwänden deckenbündig installiert, stört die schmale Lichtlinie das Erscheinungsbild nicht und leuchtet den Vitrinenraum angenehm gleichmäßig aus.

Zur Ausleuchtung der Vitrinen kamen spezielle Faserlichtauslässe mit unterschiedlichen Ausstrahlungscharakteristiken und UV-/IR-Sperrfiltern zum Einsatz. Entsprechend den Anforderungen des Nutzers ist als Lichtquelle ein Starflex Lichtgenerator mit einer 100W QR-CB Halogenlampe mit dichroitischen Glasreflektor zur optimal Lichteinkopplung eingebaut. Spezielle

Insgesamt ist die Lichtinszenierung von Zumtobel ein gelungener Begleiter durch das Militärhistorische Museum Dresden. Das Licht entführt den Besucher in eine Zeitreise und erschafft durch die nuancierte Hervorhebung einzelner Elemente ein lebendiges Umfeld, das zum Nachdenken anregt.

Elektroinstallation: Elektro Dresden West, Dresden/D; FAE Elektrotechnik GmbH & Co.KG, Heidenau/D Lichtlösung: Zumtobel Lichtbandsystem Tecton, Strahlersystem Arcos, LEDSicherheitsleuchten Resclite, Lichtlinie Linaria, Sonderlösung Starflex-Fasertechnik mit unterschiedlichen Ausstrahlungswinkeln Weitere Informationen: Zumtobel Licht GmbH Grevenmarschstrasse 74–78 D-32657 Lemgo www.zumtobel.de/museum info@zumtobel.de Telefon +49-5261/212-0 Telefax +49-5261/212-7777

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Bruynzeel bietet optimale Lösung für Bibliothek und Bildarchiv Als Leitmuseum im Museums- und Sammlungsverbund der Bundeswehr gehören neben dem Auftrag zum Ausstellen Bildung und Forschung sowie Sammeln, Bewahren und Erhalten von Sachzeugen der deutschen Militärgeschichte zur übergeordneten Aufgabe des Militärhistorischen Museums (MHM). Eingeschlossen in die inhaltlich-gestalterische und schließlich auch architektonische Neugestaltung des Museums wurden auch die Bibliothek/Fachinformationsstelle sowie das Bildarchiv. In einem Ausschreibungsverfahren hat die Firma Bruynzeel Archiv & Bürosysteme GmbH den Zuschlag für die Einrichtung von Bibliothek und Fotothek mit feststehenden Regalsystemen erhalten. Schon seit über 50 Jahren entwickelt Bruynzeel Archiv & Bürosysteme im ständigen Dialog mit seinen Kunden innovative und maßgeschneiderte Lösungen zur Aufbewahrung und Archivierung .

Fotos: © Andrea Wark

Raum für Bücher und Dokumente

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Der Bestand der Bibliothek des Militärhistorischen Museums umfasst über 40.000 Dokumente, darunter über 700 historisch sehr wertvolle Bücher. Diese werden auf insgesamt 2.500 laufenden Metern Regalböden aufbewahrt. Bewusst hat man sich für das System Sysco® mit offenen bzw. gelochten Rahmen entschieden, um eine kontinuierliche Belüftung der Bücher zu garantieren. Das Regalsystem Sysco® zeichnet sich durch seine Multifunktionalität und Flexibilität aus.

Optimale Bedingungen für Fotos, Negative, Dias, … Im Bildarchiv werden Papierfotografien, Bild- und Fotopostkarten, Fotoalben, Negative und Dias zur deutschen und internationalen Militärgeschichte gesammelt und bewahrt. Insgesamt befinden sich rund eine Million Objekte im Bestand. Um optimale Aufbewahrungs- und Erhaltungsbedingungen, insbesondere für die sehr temperaturempfindlichen Fotonegative zu schaffen, sind alle Räume klimati-

siert. Im Dialog mit den Verantwortlichen des Militärhistorischen Museums wurde eine noch bessere Sonderlösung zur Aufbewahrung der Fotonegative erarbeitet und realisiert als ursprünglich geplant war. Auch hier wird das System Sysco® mit offenen bzw. gelochten Rahmen eingesetzt, um optimale klimatische Bedingungen zu garantieren. Über 1.000 Stellmeter von Negativen werden in Metallkästen aufbewahrt, die bei Bedarf einzeln aus den Hängeauszügen herausgehoben werden können. So wer-


den die Negative optimal gelagert und gleichzeitig vor Schmutz, Staub und Beschädigungen geschützt. Außerdem werden im Bildarchiv ca. 30.000 Dias in über 100 Schubladen sowie diverse andere Gegenstände, Bücher, Ordner etc. in über 500 laufenden Metern Sysco® Regalen aufbewahrt. Kunstwerke finden ihren Platz Für die Aufbewahrung diverser Kunstwerke wurde mit ArteStore Terra – ausziehbaren Gemälderahmen – eine

passende Lösung gefunden. Diese maßgefertigten Gemäldegestelle bewegen sich praktisch ohne Erschütterung und sind äußerst stabil. Auf ca. 100 m² Gitterwänden werden die Kunstwerke hängend gelagert. Bruynzeel Archiv & Bürosysteme bietet ein speziell auf den Museum- und Bibliotheksbereich zugeschnittenes Portfolio, das vielseitigen Anforderungen gerecht wird – vom einfachen stationären Regalsystem bis hin zum technisch voll durchdachten mobilen Regalsystem.

Bruynzeel Archiv & Bürosysteme GmbH Moselstr. 18 41464 Neuss Telefon 02131/4099-0 Telefax 02131/4099-199 info@bruynzeel.de www.bruynzeel.de

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Anne Frank Huis Amsterdam Niederlande www.annefrank.org Lichtplanung durch Hans Wolff & Partners Lichtpartner Q-CAT Lighting Lichtlรถsungen von Roblon Tischvitrine 1 x Framing Spot LED Armatur mit Lichtschutz Wandvitrine 176 Lichtpunkte in zwei XPO Faseroptik-Stableuchten 4 x 75W Halogen Lichtgenerator mit Dimmung und UV Filter PMMA Faser Freistehende Vitrine 4 x Ball & Socket Focus Faseroptikarmaturen 4 x 2W LED Lichtgeneratoren mit Dimmung Glasfaser

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Photos von Mike Bink für Roblon Mit freundlicher Genehmigung des Anne Frank Huis

»Wenn man als Besucher im Museum umhergeht, empfindet man die Umgebung als sehr ruhig und sehr friedlich. Der Raum, in dem sich die Tagebücher auf dem Display befinden, ist etwas ganz Besonderes. Die Farben im Raum sind zurückhaltend und schlicht. Die Lichtlösung ist sehr diskret. Die Besucher wirken sehr überwältigt, wenn sie die Tagebücher und Briefe in den Vitrinen sehen. Das Licht sorgt dafür, dass der Schwerpunkt des Augenblickes auf jedes einzelne Objekt gerichtet ist. Der Besucher versteht schnell, dass es im Raum nichts anderes gibt. Nichts lenkt von den Tagebüchern ab.« Lichtplaner Roel Meijer von Q-CAT Lighting, Niederlande

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Was hat Ihr Museum mit einem In der freien Wirtschaft ist das Thema Marketing eine Selbstverständlichkeit. Produkte werden strategisch aufgestellt und über verschiedene Kanäle beworben. Im Gegensatz zu Konsumgütern wird Kultur nicht verkauft, sondern vermittelt.

Somit ist es eine Herausforderung für alle Museen, aktiv auf die potenziellen Besucher zuzugehen und sie neugierig zu machen, um das Museum in einen lebendigen Ort für den kulturellen Austausch zu verwandeln.

Allerdings gibt es Mechanismen, die trotz aller Unterschiede Allgemeingültigkeit haben. In der freien Wirtschaft werden das Produkt und die Zielgruppe genau

Grundlegende Gedanken dazu wollen wir uns auch beim diesjährigen Deutschen Museumstreffen am 05.10.2012 in der Bundeskunsthalle in Bonn machen.

Im Museum wird die Aufgabe der »Verpackung von Kultur« durch Szenografen gelöst, die ein didaktisches und gestalterisches Konzept für die Ausstellung erarbeiten. Schauen Sie doch mal ganz bewusst in den Medien, was der Handel alles tut, um die Käufer auf einen Joghurt im Ladengeschäft aufmerksam zu machen. Schließlich muss der Käufer davon überzeugt werden, dass es sich lohnt, sich auf den Weg in das anbietende Geschäft zu machen. Mit einer einmalig geschalteten Anzeige hätte es der Joghurt wohl schwer, den Weg noch vor Verfallsdatum aus dem Regal zu schaffen. Damit der Joghurt zur begehrten Marke aufsteigt, ist kontinuierlich weitaus mehr zu tun.

Foto: © Andrea Wark

In den Printmedien werden Ausstellungen in Museen in einer Pressemeldung oft nur zu Beginn vorgestellt und dann noch einmal wenige Tage vor Ausstellungsende. Das Museum selbst kann man in den lokalen Medien nur schwierig wiederholt mit seiner Dauerausstellung vorstellen. Gut aufgestellte Museen in Großstädten sind in der glücklichen Lage, durch stetigen Wechsel von Ausstellungen und sonstige Veranstaltungen auch das lokale Publikum immer wieder aufs Neue anzuziehen.

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analysiert. Ein fettarmer und hochwertiger Joghurt muss gut schmecken und gut aussehen und spricht den genuss- und gesundheitsorientierten Verbraucher an.

Zu der für Sie kostenfreien Veranstaltung unter dem Motto »Lebendiges Museum« sind Sie als Museumsmitarbeiter/in herzlich eingeladen.

Der Erfolg eines Museums ist sicherlich nicht allein an seiner Besucheranzahl zu messen. Ein Museum ohne Besucher hingegen würde seiner elementaren Aufgabe der Vermittlung von Kultur nicht gerecht werden. Denn Kultur ist letztlich für die Menschen da und nicht für sich selbst.

Zurück zum Joghurt. Bei Lebensmitteln ist es wichtig, dass der Inhalt konstant hochwertig ist. Hersteller ohne professionelles Qualitätsmanagement sind chancenlos. Der Becher und die äußerliche Gestaltung eines Joghurts werden von Verpackungsdesignern entworfen und vermitteln die Werte der Joghurtmarke (gesund, lecker, frisch, fruchtig ...).

Nun sagen Sie vielleicht, der Strauch kennt den Unterschied zwischen einer Ausstellung und einem Joghurt nicht. Der Joghurt verlässt die Stätte der Herstellung containerweise und findet in tausenden Lebensmittelgeschäften seinen Platz in greifbarer Nähe zum Konsumenten. Hier ist ein unvergleichbar höheres Budget vorhanden, um gezielt und mehrfach in den Medien zu werben.


Joghurt zu tun? Aber möglicherweise ist der Vergleich gar nicht so dumm. Denn auch für Museen stellt die Ausweitung ihrer Strahlkraft und Reichweite ein hohes Potenzial dar. Tagestouristen aus dem erweiterten regionalen Umfeld sind für Museen inzwischen eine sehr wichtige Zielgruppe. Überregional haben jedoch nur wenige Museen die Chance zu einer kostenlosen Berichterstattung in den klassischen Medien wie Zeitung, Zeitschrift oder Lokalfernsehen. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sind inzwischen als kostengünstige Kanäle mit geografisch großer Reichweite bekannt. Allerdings zeichnet sich auch hier eine Flutwelle an eher lästiger »Überinformation« ab – ähnlich wie bei den E-Mail-Newslettern. Das überregionale Marketing für Museen ist also zu einer ganz besonderen Kreativität gefordert, die diesem speziellen Umfeld gerecht wird. Hier sind neue Lösungen gefragt, die nachhaltig, permanent und dazu auch noch finanzierbar sind. Nach einem Besuch im Museum sollte der Kontakt zum Besucher weiterhin aufrecht erhalten werden. Denn oft werden kulturelle Einrichtungen nur ein einziges Mal besucht. Danach heißt es: »Da waren wir schon«. Hingegen begleitet die Lebensmittelindustrie ihre Kunden beispielsweise mit einer Nougatcreme ein ganzes Leben hindurch. Das heißt, überregionales Marketing ist gefragt, das aus mehr als »EinmalAktionen« besteht.

Museums-Besuchermagazin jetzt für iPad verfügbar Ein gänzlich neues Medium zur dauerhaften Kommunikation Ihres Museums mit seinen Besuchern steht Ihnen nun seit Ende Februar zur Verfügung. Nachdem die App für das iPhone so erfolgreich an den Start ging, haben wir diese technisch an das iPad angepasst und inhaltlich um ein attraktives Besuchermagazin erweitert. Wenn Sie im App-Store nach »museum.de« suchen, finden Sie die kostenlose App mit dem multimedial erweiterten Magazin museum.de, das speziell Museumsbesucher anspricht. Neben der aktuellen Ausgabe wird den Besuchern in Zukunft das komplette Archiv mit den vorangegangenen Ausgaben zur Verfügung stehen. Die App mit dem integrierten Magazin museum.de kann gratis geladen werden und setzt das aktuelle iPad-Betriebssystem iOS5 voraus. Schließlich wollen wir auf eine ästhetisch ansprechende und zeitgemäße Art und Weise möglichst viele kulturinteressierte Menschen zum Museumsbesuch einladen. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass die Museen, die hier bundesweit in den Fokus gelangen, finanziell am Aufwand der Erstellung ihrer individuellen Präsentation beteiligt werden. Bei Interesse nehmen Sie bitte direkten Kontakt mit mir auf.

Deutschlands Museen auf der ITB 2013 Nicht nur die Medienarbeit ist für das überregionale Marketing wichtig. Für die ITB (Internationale Tourismus Börse) im Jahr 2013 plant museum.de einen Gemeinschaftsstand für alle interessierten Museen aus ganz Deutschland. Ziel ist es, einen flächendeckenden Eindruck von der deutschen Museumslandschaft zu vermitteln, damit ggf. Ihr Museum das Ziel von Reiseveranstaltern aus dem In- und Ausland wird. Die ITB ist die weltweit größte Tourismusmesse. Sie findet jährlich im Frühjahr in Berlin statt. Falls Sie Interesse an einer vergünstigten Teilnahme an der ITB 2013 haben, senden Sie uns bitte das beiliegende Faxformular ausgefüllt zurück. Wir werden Sie auf Anfrage gern über Ihre Möglichkeiten und Konditionen bei der ITB informieren.

Herzlichst Ihr Uwe Strauch

Der rasch ausgebuchte Workshop »Marketing für Museen« im Haus der Geschichte in Bonn am 21.03.2012 beweist, dass das Thema längst im Bewusstsein der Museen angekommen ist. Deshalb bietet die Akademie Museum.de diesen Workshop erneut am 28.08.2012 in der Bundeskunsthalle in Bonn an. Über beiliegendes Faxformular können Sie sich jetzt schon einen Platz sichern.

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Wenn das Thema eines Kolloquiums zur Szenografie »Zwischenräume – Wandel und Übergang« heißt, so denkt man mit Bezug zur Gestaltung von Ausstellungen und Museen zunächst an die Beziehungen zwischen der sinnlichen Wahrnehmung des Menschen und der gestalteten Gegenstandswelt des Ausstellungsraumes. Weit über die Relationen hinaus, die durch die euklidische Geometrie ausgedrückt werden können, sind diese Zwischenräume Erlebnis- und Erfahrungsbereiche nicht nur zwischen Mensch und Objekt, sondern auch zwischen Mensch und Mensch oder Objekt und Objekt. In einem engeren Sinne spielen Schwellen, Übergänge, Passagen, Fugen und Lichtwechsel für eine Ausstellung hier eine besondere Rolle.

Szenografie in Ausstellungen und Museen

Zwischenräume – Wandel und Übergang 12. Kolloquium der DASA vom 18. – 20.01.2012 in Dortmund

oben: Stahlhalle der DASA

Fotos: © Susanne Dobler

links: Pause in der Gefahrstoffhalle

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Aber es wäre keine Veranstaltung der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund, wenn nicht auch in diesem Jahr wieder der Blick über den Tellerrand der Grundlagen des Ausstellungsmachens erfolgt wäre: Das Phänomen des Zwischenraums wurde während der dreitätigen Fachzusammenkunft unter den Blickwinkeln der Architektur, Soziologie, Psychologie, Philosophie, der dramatischen Künste und Kulturgeschichte betrachtet und analysiert. Das Kolloquium vom 18. bis zum 20. Januar 2012 war das zwölfte in der DASA‑Reihe »Szenografie in Ausstellungen und Museen« seit dem Jahre 2000. Ziel ist es, die sinn- und bedeutungsbildende Funktion einer szenografischen Methode und deren Prozesse für die Entwicklung von Ausstellungsräumen, die immer auch soziale und psychologische Bezüge haben, unter jährlich wechselnden Themenschwerpunkten herauszuarbeiten und der Fachwelt zur Verfügung zu stellen.

Inzwischen liegt zudem der fünfte Band einer gleichnamigen Schriftenreihe vor. Sie umfasst die Beiträge aller elf vorausgegangenen Kolloquien und wird von der Fachwelt als eine der maßgeblichen Veröffentlichungen für die szenografische Gestaltung im Gegenzug zu einer Effekt haschenden, verführenden Eventkultur bewertet. Zunehmend wird die Schriftenreihe auch für die Ausbildung von Nachwuchskräften verwendet.

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Dementsprechend hoch war die Teilnehmerzahl in diesem Jahr: Mehr als vierhundert Personen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, bildeten das Publikum. Neben lang gedienten Fachleute aus den Bereichen des Museumswesens, der Hochschullehre und der etablierten Ausstellungsmacher versammelte sich außerdem die neuen jungen Generation der Ausstellungsmacher/innen. Das »Zwischenraum-Kolloquium« hatte eine klare thematische und dramaturgische Struktur, in deren Rahmen die 19 Fachvorträge, fünf Workshops und sieben sogenannte Knowledge-Cafés eingebettet waren.

Fotos: © Susanne Dobler

Der Leiter der DASA, Direktor und Prof. Dr. Gerhard Kilger, und DASA-Kurator Wolfgang Müller-Kuhlmann moderierten die drei Tage auch und gerade unter dem Motto, dass in der durch zunehmende Leistungsverdichtung gekennzeichneten Arbeitswelt u. a. auch der Vortragenden und der Gäste eine Veranstaltung dieser Art einen Zwischenraum im Alltag bilden soll, in dem Ideen und Visionen ihre kreative und durchaus unvollendete Entwicklung nehmen.

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Der erste Tag war Beiträgen gewidmet, die nicht unmittelbar das Thema der Ausstellungsgestaltung behandelten, sondern die durch einen interdisziplinären Ansatz das Phänomen des Zwischenraums aus gänzlich unvermuteten Blickwinkeln beleuchteten. Dazu gehörten Vorträge aus Philosophie, Tanz, Literaturwissenschaft, Theaterpädagogik, der cineastischen Medientheorie aber auch der Soziologie. Hierzu zählte etwa der Beitrag von Prof. Dr. Ernest Wolf-Gazo, der am Beispiel der sozialen Strukturen der Gesellschaften im Nahen Osten die Bedeutung von sozialen Zwischenräumen, aus denen Freiheit und sinnhafte Entwicklungsmöglichkeiten entstehen können, auswies. Aus allen Vorträgen wurde deutlich, dass der »Zwischenraum« als Phänomen menschlichen Lebens, des Fühlens und Denkens, alles andere als eine unfruchtbare Leere ist, die als Überflüssiges zu vermeiden wäre, sondern dass er als Ausgangspunkt für Visionen, Neuorientierung und Begeisterung zu dienen vermag. Die Menschen, so der Tenor, bedürfen des Zwischenraums.

oben: Dr. Anna Schmid, Museum der Kulturen, Basel, in der Stahlhalle der DASA

In diesem Sinne fanden am selben Tag auch Workshops vor dem Hintergrund von Tanz, Spieltheorie, der Methode der Ideenfindung und einer Prozess-Theorie der Ausstellungsgestaltung statt. Dass die DASA einen besonderen Wert auf die Zusammenarbeit mit Nachwuchskräften legt, zeigt sich in den sogenannten »Knowledge‑Cafés«. Studierende, zumeist Meisterschüler/innen aus den Bereichen Innenarchitektur, Szenografie, Bühnenbild und Design, haben mit den Teilnehmer/innen auf der Grundlage der von ihnen selbst entwickelten Thesen oder Fragestellungen »Zwischenräumen« nachgespürt. Ziel dieses »openspace«-Prozesses waren nicht Ergebnisse, sondern das Aufspüren von Fragen und neuen Ansätzen.

Den Schwerpunkt des zweiten Tages bildeten Beiträge von Kuratoren/innen und Museumsleitungen. Auch hier wurde deutlich, dass das Thema des Zwischenraumes und des damit verbundenen Wandels und der Übergänge die Vortragenden zu Darstellungen inspiriert haben, die über die Analyse Raum bildender Maß-

nahmen hinausgehen. Daneben kamen die »Zwischen«-Zustände von Museen in der ökonomisch-politischen Gemengelage zur Sprache, wie auch der schwierige Umgang und die Darstellung von Themen in einer Ausstellung, die durch den Generationswechsel der Bevölkerung in einen Zwischenraum der Vermittlungskrise geraten sind. Wesentlich für alle Beiträge war, wie diese »Zwischenräume« für die Entwicklung von Gestaltungslösungen, Ausstellungsdramaturgien und Vermittlungskonzepte genutzt werden konnten. Der Tag gipfelte in der Gegenüberstellung zweier »Keynote-Speaker«: Zwei Sichtweisen – die der Museumswelt und der Gestalterwelt – wurden von Gerhard

links: Dr. Jutta Engelhard, Rautenstrauch-JoestMuseum, Köln ganz links: Energiehalle; Keynote: Prof. Uwe Brückner, Atelier Brückner, Stuttgart oben rechts: Johannes Milla, Milla & Partner, Stuttgart rechts: Dir. u. Prof. Dr. Gerhard Kilger, DASA, Dortmund

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Fotos: © Susanne Dobler

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Kilger und Uwe Brückner vorgestellt. Der erste führte in die bisherige Entwicklung, der andere wies auch in die Zukunft. Nicht zuletzt gehört zum Konzept eines DASA-Szenografie-Kolloquiums die Präsentation neuester Ausstellungsprojekte und Arbeiten von Ausstellungsplaner/ innen, insbesondere aus dem Bereich der Gestaltungsagenturen. Neben anderem bildete sich am dafür vorgesehenen dritten Tag der Veranstaltung durch die Vorträge eine komplexe Analyse und Darstellung des »Zwischenraums« an Beispielen der Immersion, Virtualität und der Trennlinie zwischen medialem und realem Raum heraus.

Seit Jahren beliebt und mit gutem Essen begleitet sind die abendlichen Veranstaltungen im Rahmen des Kolloquiums in der Stahlhalle der DASA. Nicht nur das Wiedersehen und das Knüpfen neuer Kontakte hat die vielseitigen Gespräche geprägt, sondern auch das Entstehen und Beleben eines gemeinsamen Geistes, was für viele im Mittelpunkt ihres beruflichen Wirkens steht: Der Qualität von Szenografie. Am ersten Abend haben sich einige Gedanken im Eindruck der Klangkunst von Christof Schläger entwickelt. Am zweiten Abend war es die Entstehung der »Ur-Hütte der Szenografie«, die in einer dramaturgisch offenen Aktionskunst ent-


oben: : Dir. u. Prof. Dr. Gerhard Kilger, DASA, Dortmund

standen ist. Zehn Personen hatte Frank den Oudsten schon im Vorfeld so inspiriert, dass in einem spontan und faszinierenden Geschehen ein künstlerisches Gebilde zwischen Hochstühlen, schwarzen und weißen Latten, Laubbläser und Glocke im offenen Raum der Stahlhalle entstanden ist. Um diesen Kern rankte sich der weitere offene Diskurs und wies auch den Weg zur »Öffnung des Unverhofften«, den die Richtung zum nächsten Zusammentreffen weist. Denn das Thema des nächsten DASASzenografie-Kolloquiums für die Zeit vom 23.–25.01.2013 steht schon fest: »Aussichten – zur Öffnung des Unverhofften.«

URSULA SCHÄFER

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KOREA ENTDECKEN! Foto: Uwe Dettmar

Schätze aus deutschen Museen

Spiegel mit dem Motiv«Drache, Baum und Pavillon«; Bronze;

Helm; Messing, Textil, Pelz und Rosshaar; 19. Jahrhundert

»Hwagak«- (Gefärbtes Horn-) Kasten

11. Jahrhundert © MKG Hamburg; Foto: Brigitte Saal

© Missionsmuseum 5t. Ottilien; Foto: Christian Mitko

Rückseitig bemalte Rinderhornplatten auf Holz; 19. Jhd © Museum für Angewandte Kunst Frankfurt

Eine Ausstellung des GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig

Korea hautnah entdecken und faszinierende Einblicke in seine Kultur- und Kunstgeschichte gewinnen: diese Möglichkeit bietet erstmalig in Deutschland die Ausstellung »Entdeckung Korea! – Schätze aus deutschen Museen«. Auf Initiative der Korea Foundation haben sich zehn deutsche Museen zusammengeschlossen und präsentieren nun eine erlesene Auswahl koreanischer Sammlungsobjekte, die so noch nie zu sehen war. Nach Köln ist das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig die zweite Station dieser Wanderausstellung, die danach noch in Frankfurt und Stuttgart gezeigt wird, an jedem Standort aber ihr Gesicht wandelt.

Die Korea Foundation hat gemeinsam mit den Kuratoren aus den zehn beteiligten deutschen Museen 115 Objekte ausgewählt, welche die Grundlage der Ausstellung an allen vier Standorten bilden. Die Exponate präsentieren die Zeit der drei großen koreanischen Dynastien mit Objekten aus der Zeit vom 1. Jahrhundert u. Z. bis zum Beginn der japanischen Kolonialzeit 1910. Neben Keramiken, Schriften, Holz- und Textilarbeiten sind auch Malereien auf Papier und Seide vertreten.

Von den ausgewählten Objekten sind besonders hervorzuheben: eine Seidenmalerei mit buddhistischer Gottheit aus dem 14. Jahrhundert, das sogenannte Kölner »Wasser-Mond-Avalokitesvara«, und ein mit Brokat ausgeschlagener »Hwagak«-Kasten aus dem Museum für Angewandte Kunst Frankfurt. Dessen Ansichtsflächen bestehen aus gepressten und polierten Rinderhornplatten und sind mit einem außerordentlich lebendigen Dekor bemalt. Auf der Basis der 115 Exponate aus den zehn beteiligten Museen verwirklicht jedes der vier ausstellenden Museen sein eigenes Konzept. Die Leipziger Ausstellung, die unter der Schirm­ herrschaft des Sächsischen Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler steht, thematisiert besonders die Vermittlung zentraler geistiger, sozialer und ästhetischer Aspekte der traditionellen koreanischen Kultur. Eine Besonderheit ist, dass das Leipziger Völkerkundemuseum eine der größten und bedeutendsten Korea-Sammlungen europaweit besitzt und seine Präsentation zusätzlich mit 150 eigenen Ausstellungsstücken ergänzen kann. oben links: Bernstein-Anhänger; Bernstein mit vergoldeter Metallfassung und Eisvogelfedern; 19. Jahrhundert © GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig Foto: Erhard Schwerin links: Detail,»Hwagak«- (Gefärbtes Horn-) Kasten; 19. Jhd © Museum für Angewandte Kunst Frankfurt Foto: Uwe Dettmar

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Pinselbecher mit plastischem Pflanzendekor; 19. / 20. Jhd © GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig Foto: Erhard Schwerin

Insbesondere aus den Bereichen höfisches Leben und Militärgeschichte werden seltene und wertvolle Objekte, die in vergleichbarer Anzahl und Qualität kaum ein zweites Mal außerhalb Koreas anzutreffen sind, ausgestellt. Darunter finden sich zahlreiche Schmuckstücke, Rangabzeichen und Gebrauchsgegenstände des einstigen Königshofes und der hohen koreanischen Aristokratie. Ein besonders schönes Stück ist ein Pinselbecher mit plastischem Pflanzendekor aus dem 19. Jahrhundert. Reizvoll sind auch die Anhänger aus Bernstein, mit denen die Frauen am Hof ihre Kleidung verzierten. Die Erweiterung der Ausstellung auf der Grundlage eigener Sammlungsbestände erlaubt zudem eine stärkere Würdigung der frühen deutsch-koreanischen Beziehungen – insbe­sondere in der Person des Diplomaten und Sammlers Paul Georg von Möllendorff.

Wasser-Mond-Ava lokitesvara; Unbekannter Künstler; 14. Jahrhundert © Museum für Ostasiatische Kunst Köln; Foto: Museum für Ostasiatische Kunst Köln

Dieser genießt bis heute in Korea großes Ansehen, da er sich in den 80er Jahren des 19. Jahr­ hunderts im Dienste des koreanischen Königs entschieden für die Unabhängigkeit des Landes und gegen die damaligen japanischen HegemonieBestrebungen einsetzte.

GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig

rechts: Großer Schultertopf mit Drachendekor Porzellan mit kobaltblauer Bemalung unter der Glasur 18. Jahrhundert ©GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig Foto: Erhard Schwerin

17. Februar bis 27. Mai 2012 Johannisplatz 5–11 · 04103 Leipzig Öffnungszeiten: Di–So 10 bis 18 Uhr montags geschlossen

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Bruynzeel Museum

n Ihnen Wir wünsche achten Frohe Weihn reiches und ein erfolg Jahr 2011

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Bruynzeel Archiv & Bürosysteme, tel: 02131 409 90, www.bruynzeel.de, info@bruynzeel.de

Museum Aan de Stroom, MAS, Belgien

Museum Ingres, Frankreich

Boijmans van Beuningen, Niederlande

Musée Valence, Frankreich

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