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Museen in den sozialen Medien – zwischen Kür und Pflicht Autorin: Tanja Neumann

Die sozialen Medien sorgen in den deutschen Museen immer noch für lebhafte Kontroversen: Die Arbeitszeit ist begrenzt, Aufgaben gibt es bereits mehr als genug. Das Engagement in den Online-Netzwerken ist kein direkter Ersatz für eine der anderen Tätigkeiten, es sind also nicht per se Ressourcen dafür verfügbar. Außerdem lässt sich in den wenigsten Fällen nachweisen, dass durch aktive Kommunikation im Internet die Besucherzahlen gesteigert werden können. Und trotzdem plädiere ich dafür, dass Museen an diesem Thema nicht vorbeikommen – und sich keinen Gefallen tun, wenn sie es versuchen.

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waren. Auch hier waren Nutzer ab 50 Jahren noch stark vertreten: 55 Prozent von ihnen nutzten bereits 2011 soziale Netzwerke, bis heute steigen die Zahlen jedes Jahr. Aus diesen Ergebnissen folgt eindeutig, dass Museen nicht mehr davon ausgehen dürfen, für ihre Zielgruppen sei das Social Web nicht relevant. Auch Häuser, deren Stammpublikum aus älteren Besuchern besteht, müssen zumindest genauer nachhaken, ob Facebook, Twitter und Co. für ihre Klientel wirklich noch Fremdworte sind. Selbst wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass Sie nicht über die Ressourcen verfügen, um für Ihr Museum Profile im Social Web anzulegen, sollten Sie es nicht ignorieren!

Die Zielgruppen der Museen in den sozialen Medien

Die Pflicht: Hören Sie zu

Werbung ist so gut, wie sie gezielt ist. In anderen Worten: Museen sollten ihr Marketing-Budget dort investieren, wo ihre Zielgruppen anzutreffen sind. Es ist kein Geheimnis mehr, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen das Internet nutzt. Die BITKOM hat schon 2011 bei einer Analyse der Nutzung sozialer Netzwerke in Deutschland ermittelt, dass 74 Prozent der deutschen Onliner (damals drei Viertel der Deutschen) in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet

Museumsbesucher sprechen heute nicht mehr erst nach ihrem Besuch mit einigen ausgewählten Bekannten. Es sind nicht mehr nur professionelle Journalisten, die Texte verfassen, die von anderen gelesen werden. Heute wird vor, während und nach des Museumsbesuchs darüber geschrieben. Natürlich können wir uns entscheiden, das zu ignorieren. Aber wie viele Museen kennen Sie, die keinen Pressespiegel erstellen oder zumindest ein Auge auf die Regionalzeitung haben? Ver-

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