Issuu on Google+


moustache  |  editorial

EDITORIAL Liebe Moustache-Leser Nun liegt bereits die dritte Ausgabe unseres Magazins vor euch. Also gut, sie liegt nicht. Vielleicht steht sie, jedenfalls wenn man die Dimensionen und alles berücksichtigt. Ihr haltet sie auch nicht in den Händen, scheisse, weil diese Floskel ebenfalls einen guten Einstieg in ein Editorial bieten würde (es sei denn, ihr seid Besitzer eines supermegahippen IPAAAADS). Ihr seht, mir setzt die momentane Hitze ganz schön zu und ich bin froh über jeden Regentropfen auf meiner Nasenspitze. Damit wir den Restsommer einigermassen heil im Kopf überstehen ist hier nun aber zum Glück die Moustache-Sommerausgabe. Auch dieses Mal gibt es viel zu gewinnen von Konzerttickets bis hin zu dem ultimativen Pflegepaket für sommermüde Füsslein. Wir wünschen euch viel Spass! Miriam Suter, Chefredakteurin


3


moustache  |  inhalt

INHALT MODE

KULTUR

Herzensbrecher8 Nina Britschgi 10 81hours - von der Knospe zur Blüte 12 Meeresfrüchtchen14 Wäis Kiani 20

Sonnenbücher22 Grosse Blogrunde! ab 25 Nora Zukker 34 Dublin38 Betahaus in Berlin 44 Judiths Pflichtfilm 48

AUSGANG

SCHNAUZIGES

Agenda6

Lush-Wettbewerb50 Horoskope52 Impressum53 54 Zum Brotkorb mit …


5


moustache  |  ausgang

AGENDA! AUGUST Musik

Kino

01.08. The Jackets Rote Fabrik Zürich (25.–)

19. – 22.08. 7. One Minute International Film & Video Festival, Kino Freier Film Aarau

06.08. Dum Dum Girls Rote Fabrik Zürich (25.–) 18.08. Nouvelle Vague Musikfestwochen Winterthur (gratis)

SEPTEMBER 03.09. Seabear, Südpol Luzern (30.–)

19.08. Portugal. The Man Musikfestwochen Winterthur (gratis) 20.08. Solange La Frange Salzhaus Winterthur (gratis)

04.09. Suicide Les Docks Lausanne (40.–) 08.09. Leonard Cohen St. Jakobshalle Basel (ab 90.–)

22.08. Gisbert zu Knyphausen Musikfestwochen Winterthur (gratis) 23.08. Au Revoir Simone / Les Yeux sans Visage Abart Zürich (33.–) 1 x 2 Tickets zu gewinnen! Mach mit: Name und Adresse an info@moustache-magazin.ch, Betreff «Au Revoir Simone» 27. – 29.08. ZÜRICH OPENAIR Belle And Sebastian, Placebo, Hole, Mando Diao, Adam Green, Kate Nash, Shout Out Louds, Vive La Fête, Get Well Soon, Johnossi, u.v.m. (3-Tagespass 160.–) Wir verlosen zwei Tickets für Sonntag (Belle And Sebastian, Kate Nash, Johnossi, Gemma Ray und mehr!) Teilnahme mit Name und Adresse an: info@moustache-magazin.ch, Betreff «Zürich Openair» 28.08. The Eels / Black Rebel Motorcycle Club Musikfestwochen Winterthur (54.–) 29.08. White Lies / The Young Gods / Blue October Musikfestwochen Winterthur (gratis)


7

one minute Film & Video Festival in Aarau

Bereits zum 7. Mal findet diesen Sommer in Aarau das One Minute Film & Video Festival statt. One-Minute-Filme sind sechzig Sekunden lange Filme aus den Bereichen Spiel-, Dokumentar-, Animation- und Experimentalfilm. Letztes Jahr wurden in Aarau über 1‘000 Filme aus dem In- und Ausland gezeigt. Das diesjährige Festival wird zwischen dem 19. und 22. August durchgeführt – einen Tag länger als bisher. Der Anlass wird in zwei Sälen (Kino Schloss und Freier Film) zu sehen sein – zudem sind attraktive Rahmenveranstaltungen geplant: Eine Experimentalfilmauswahl im Kunsthaus, Workshops im Kurszentrum, sowie Videoinstallationen im Kunstraum Aarau. Dank der Unterstützung durch die Stadt Aarau und den Kanton Aargau konnte das Preisgeld in den verschiedene Wettbewerbskategorien auf Fr. 1‘000.– verdoppelt werden. Wir verlosen 3 x 2 Festivalpässe. Teilnahme mit Vor- und Nachname unter info@moustache-magazin.ch, Betreff «One Minute». Weitere Infos sind zu finden unter www.oneminute.ch


moustache  |  mode

HerzensBrec her Betty, 23, Swiss, Supergirl. So beschreibt sich die Bloggerin Betty Zimmermann von A Stealer of Hearts in eigenen Worten. Was sonst noch so dahinter steckt, durften wir selber erfragen. (Text: Miriam Suter)

Wie bist du zu deinem Onlineshop gekommen?

Viele Leute in meinem Umfeld meinten ich sollte meine selbst gemachten  Dinge doch irgendwo verkaufen. Da ich Etsy.com schon als Kunde benutzte habe ich mich für einen Shop auf Etsy entschieden. Allerdings verkaufe ich nach wie vor mehr Sachen über meinen Blog oder durch  Bekannte. Aber der Shop ist eine nette Möglichkeit, interessierten Menschen eine Auswahl meiner Dinge zu zeigen.

Was machst du so, wenn du nicht gerade hübsche Kleinigkeiten  zusammennähst?

Stricken, häkeln, basteln … Ich habe eigentlich immer angefange Projekte, an denen ich arbeite. Da ich momentan auch noch Ferien habe, verbringe ich die meiste Zeit damit.

Was sind deine Must Haves für den Sommer?

Sonnenbrille und Glacé! Ausserdem trage ich im Sommer vor allem  Kleidung aus Leinen oder Viskose.

Wie bleibst du bei den momentanen Temperaturen kühl?

Im See baden, Glacé essen oder die Wassersprays von Evian oder Avène.  Von denen habe ich überall welche rumstehen. Die hübschen Werke von Betty findet ihr in ihrem Onlineshop. Ausserdem verlosen wir exklusiv einen Kragen aus Bettys Kollektion, für einen Schal ist es momentan einfach zu heiss. Imfall – auch Frau Chung trägt solche Krägen. Also nichts wie ran an den Computer und wie immer eine E-Mail mit Namen und Adresse sowie den Betreff «Wettbewerb: A Stealer of Hearts» an info@moustache-magazin.ch schicken. Viel Glück!


9


moustache  |  mode

Marie Antoinette nimmt einen Schwumm Nina Britschgi lebt in Luzern. Zumindest momentan. Sie selbst beschreibt sich auf ihrem Blog The Fruit That Eats Itself als Schweizer-Amerikanerin oder amerikanische Schweizerin, je nachdem, wo sie gerade ist. Nebenbei schneidert Nina wunderschöne Kleider, wie sie Madame Antoinette höchstpersönlich wohl selber gerne getragen hätte. Wir haben ihr ein paar Fragen über ihre Arbeiten gestellt. (Text: Miriam Suter)


11

Was hat dich dazu inspiriert, selber Kleider zu designen und zu nähen?

Ich fand DIY Projekte von anderen schon immer toll, aber hatte in der Schweiz nie wirklich die Zeit oder den Mut anzufangen. Im Austauschjahr war mir nach der Schule immer langweilig (in den USA ist man jeden Tag um 14.20 fertig) und auch die Mode der anderen Schüler inspirierte mich eher weniger, also fing ich an Blogs zu lesen und sah tolle Kleider die ich nirgends kaufen konnte. Und oft kam es vor, dass ich in einem Laden ein Kleid sah welches mir gefiel, aber besser hätte sein können (es sitzt falsch, nicht die richtige Farbe oder der richtige Stoff). Also habe ich mir auf amazon.com eine 90$ Nähmaschine gekauft und einfach mal angefangen.

Bist du mit jedem deiner Teile zufrieden?

Nein, ich bin eigentlich mit keinem ganz zufrieden. Aber es wird bei jedem Mal besser, es ist wirklich ein Hobby bei dem man aus seinen Fehlern lernt (vorallem bei den Schnittmustern, das Nähen an sich ist nicht das schwierigste). Man lernt geduldiger zu sein und zu überlegen bevor man näht.

Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem Stück? Das ist unterschiedlich, manchmal arbeite ich ein paar Stunden am Stück und arbeite von 5 am Abend bis um 2 Uhr Morgens, oder ich mache viele Pausen und dann dauert es eine Woche.

Möchtest du das Schneidern zu deinem Beruf machen? Oder was willst du sonst werden, wenn du gross bist?

Lange habe ich gedacht, dass ich das nicht will, aber in letzter Zeit denke ich öfters darüber nach. Aber ich habe Angst, dass ich anderes vermissen würde, wie z.B. Biologie oder Chemie. Wenn ich mich dafür entscheide müsste ich aber nach der Matura nächstes Jahr ein Zwischenjahr machen und Skizzieren üben, denn mein Schwerpunktfach ist Biologie/ Chemie, da bleibt nicht so viel Zeit für Skizzieren, und Nähen kann ich besser als «Designen». Eine Freundin von mir hat mal gesagt meine «Designskizzen» sähen mehr aus wie Pläne eines Architekten. Mir wäre bei einer Ausbildung in die Richtung aber auch wichtig, dass ich das «Handwerk» lerne, nicht nur das Zeichnen.

Beschreibe deine Arbeit mit einem Lied oder einer Band.

Das ist schwierig, es hätte eher jedes Kleid ein anderes Lied. Ich habe mich noch nicht auf einen Stil festgelegt. Aber für meine Maturaarbeit (ich nähe Kleider welche von Meerestieren inspiriert sind) habe ich ein Lied: «We Want War» von These New Puritans. Ich höre es wenn ich Inspiration brauche.

Was war das schönste Erlebnis für dich bisher im 2010?

Ich habe bei einem Musical mitgemacht, es war eine hektische aber gute Erfahrung.

Was kommt noch?

Viel Lernen für die Schule (da es das letzte Jahr ist), Abgabe meiner Maturaarbeit, Mitarbeit am nächsten Musical und hoffentlich mehr Fotografieren und Nähen.


moustache  |  mode

Von der Knospe zur Eine aufregende Zeit! Bis zur vollen Blüte braucht eine Rose ganze 81 Stunden. Inspiriert von dieser Phase ist der Name des Labels: 81hours – sinnlich, spannend, schön.

(Text: Miriam Suter)

Ich mag ja nicht so gerne Farben. Und wenn, dann nur so «Nichtfarben» – also Creme- und Pudertöne (das aktuelle Modediktat schimpft diese Farben auch «Nude»). Mich zieht es in den Boutiquen also grundsätzlich eher zu Kleiderständern mit diesen Farbtönen (oder zu denen mit Streifen, aber das ist eine andere Geschichte). Ausserdem liebe ich feine Materialien wie Jersey oder Seide. Es muss sich einfach gut anfühlen und man muss die Sachen gut übereinander tragen können. Das alles findet man beim Label 81hours. Laut eigener Aussage sollen Frauen, die «eine natürliche Ausstrahlung haben und das Lässige lieben» die Mode tragen. Frauen, die das Schlichte und das Spezielle gleichzeitig wollen. Coolness und blütenzarte Leichtigkeit. Frauen, die entspannt kombinieren und den Layering-Look lieben. Der Stil ist pur – feinste natürliche Materialien für schlichte Schnitte. Die verschiedenen Baumwoll- und Seidenqualitäten sorgen für fließende Silhouetten, die den Körper umschmeicheln. Vorbild für die pudrige Farbpalette sind auch hier wieder die Farben der Blüten und der Natur – Rosé, Hellblau, Creme, Brauntöne. So entstehen cleane und coole Teile, die durch dezente Details trotzdem feminin sind: Zarte Raffungen, verspielte Nähte und Knopfleisten, überlange Arme oder kleine Mäusezähnchen am Saum. 81hours ist nicht nur für Frauen, sondern auch von Frauen gemacht: Alona Cassin, Chefin der Modeagentur BestBodylines/Frankfurt, leitet das kleine Designteam und hält die Fäden zusammen. In der Schweiz zu kaufen bei: Wicky Basel 4052

Fidelio Zürich 8001

Articolo Stans 6370

Coast Fashion Kuesnacht 8700

Butterfly Geneva 1227

The Homeshop Aarau 5000

Pesko Lenzerheide 7078

Jelen Arosa 7050

Phänomen Luzern 6000

Laube & Gsell Baden 5400

Talk About Rheinfelden 4310


Bl端te

13

Online mytheresa.com houseoflifestyle.com shirtstory.eu yalook.com


moustache  |  mode

Meeresfrüchtchen Leute, die T-Shirts bedrucken, scheints zu geben wie Sand am Meer. Und wo Meer ist, da sind bekanntlich Meerestiere. Ein besonders schönes ist zum Beispiel die Languste. Passend dazu stellen wir euch dieses Mal das Junglabel l’Aragosta di Gustav von Silvio Ketterer und Patrick Schuler vor. Ein Blick auf die Homepage lohnt sich übrigens wirklich, man kann durchs «Buffeto» stöbern und sich seinen «Warenkorbe» füllen. Mit eigenen Worten klingt der Beginn von l’Aragosta di Gustav so: «Mein Name Gustav. Ich bine aufgewachsen in bella Italia und dann gekommen nach Svizzera um zu eroffnen eine erzige Ristorante. Nach einige Jahre habe ich fur meine beide Arbeiter eine super T-Shirt gemacht». Dazu und zum Rest durften wir Silvio ein paar Fragen stellen. (Text: Miriam Suter)


15


moustache  |  mode

Wie seid Ihr darauf gekommen, T-Shirts zu designen? Findet ihr nicht dass es, nachdem jeder Horst für H&M «designen» darf und Zara Bilder bei bekannten Bloggerinnen klaut und auf ihre Shirts druckt, irgendwie langsam reicht?

Wir haben das bedruckte T-Shirt nicht erfunden, es ist nichts Neues. Aber es ist halt immer eine Frage der Eigenständigkeit und Einzigartigkeit. Wer bei H&M oder Zara ein Shirt kauft, der weiss, dass es in riesigen Mengen produziert wird und muss damit rechnen dass schon an der nächsten Ecke jemand steht mit haargenau demselben Shirt. Wer diese «Uniform» liebt, soll dort einkaufen. Bei l‘Aragosta di Gustav wird aber Individualität gross geschrieben. Jedes Shirt von uns ist auf höchstens 50 Exemplare limitiert. Man besitzt also etwas, was nur ganz wenige andere auch noch besitzen. Die Chance, dass dir jemand mit dem gleichen Shirt über den weg läuft, ist sehr klein. Unsere Freude entsteht beim aushecken von Ideen und designen der Shirts und nicht beim ernten von möglichst hohem Umsatz. Das schönste ist es immer, wenn wir wieder ein neues Design machen können.


17

Warum l‘Aragosta di Gustav?

L‘Aragosta di Gustav bedeutet nichts anderes als «Die Languste vom Gustav». Gustav ist sozusagen unser Patron. Er führt das Geschäft und wir schuften für ihn. Gustav besitzt nebenbei noch ein Restaurant «L‘Aragosta», weil er nicht vom T-Shirt gestalten leben kann. Die Idee dafür entstand auf einer Italien-Reise. Wir wollten uns unbedingt ein echtes PizzaioloShirt erstehen. Kein schönes, aber ein authentisches und eines welches fast niemand sonst besitzt. Wir haben aber auf der ganzen Reise keines gefunden!

In Italien tragen die Restaurant-Angestellten alle Hemden. So beschlossen wir kurzerhand ein eigenes PizzaioloShirt zu machen und es entstand das erste Sujet «Giovanni».

Mögt ihr Schnäuze?

Wir lieben Schnäuze. Deshalb ist auch auf jedem Shirt wo ein Gesicht abgebildet ist ein Schnauz drauf! Momentan sind wir sogar am Zeichnen eines neuen T-Shirts nur mit Schnäuzen und Bärten. In der nächsten Kollektion wird dieses Shirt erscheinen.


moustache  |  mode

Beschreibt eure Arbeit mit einem Lied/einer Band. Von mir aus könnt ihr auch ein Album nehmen.

Captain Frank. Sie interpretieren bereits Bestehendes neu auf eine eigenständige Art mit gutem Humor und einem gewissen Augenzwinkern. Sie nehmen sich nicht allzu ernst und können auch gut über sich und andere lachen. Ausserdem ist Captain Frank sehr vielseitig und verbreitet gute Laune.

Wen würdest du gerne mal einkleiden?

Falls wir jemals ein Langarmshirt produzieren würden, so möchte ich dem Wolfgang Petri eins überziehen... :-)

Wir verlosen zwei T-Shirts, jeweils eines für Mäitli und eines für Buben. Teilnahme mit Name, Kleidergrösse und Adresse unter: info@moustache-magazin.ch, Betreff «Meeresfrüchte»


19


moustache  |  mode

Nichts anzuziehen? Sie schreibt Bücher wie «Stirb, Susi», scharfzüngige Kolumnen für die Financial Times Deutschland und agiert als humorvolle Lebensberatung bei der Schweizer Zeitschrift annabelle. Noch jedenfalls. Wir durften der Frau, die sich zusammen mit der Roten wohl den Thron der Grossmäuligkeit teilt unsere Ohren leihen. Und sie nahm es, sogar während ihrem Urlaub auf Ibiza. Wir presenten proudly as fuck: Wäis Kiani. (Text: Miriam Suter)

Hallo Wäis, alles klar auf Ibiza? Wie sind Wetter und Jungs? Das Wetter ist natürlich perfekt, aber im Juli wars einfach zu heiss. Die ersten Wochen klappte ich morgens immer erst nur ein Auge auf und dachte: Another perfect day und klappte dann das zweite noch auf. Die Jungs sind enttäuschend. Sie nerven und langweilen.

Welche sind deine absoluten ModeNo Gos?

French Manicure, Permanent Tattoos aller Art, Longchamp und die meisten Louis Vuitton Taschen, wie alles mit Logo oder Burberry Karo. Ich hasse mittlerweile auch die Balenciaga Motocycle und die Birkin Bag. Und diese ekligen Dreiviertelhosen.

Was trägst du so an einem typischen Strandtag?

Was trägst du an einem gemütlichen freien Tag zu Hause?

Was sind allgemein deine Must Haves für den Sommer …

Wie sieht dein typischer Tagesablauf an einem Arbeitstag aus? Wie der am Wochenende?

Zum Beispiel ein lavendelfarbenes Tanktopkleid mit Volants am Saum von Topshop mit Bordeaux Sandalen von Manolo Blahnik.

EIn knallenger Jeans-Mini, Ledershorts, ärmellose weisse Bluse und ein nudefarbenes Drapê-Kleid mit krassen Heels in einer guten Farbe. Und der Chanel Lack Particulière

… und für den Herbst (der kommt ja auch wieder, ob wir wollen oder nicht)?

Superwichtig ist eine Lammfelljacke. Ich schwanke zwischen der von Burberry Prosum und der Mantelversion von Balmain. Dann noch ein Wollglockenrock, ein enger Cashmere V-Neck und der Rouge Couture Lippenstift von YSL Nr 13.

Eine meiner geliebten grauen Trainingshosen von American Apparel: Tanktop und eine alte löchrige Cashmerejacke.

Ich schlafe immer solange wie ich will, meistens bis halb 10. Dann mach ich mir Kaffee mit heisser lactosefreier Milch und ein grosses Glas Orangensaft, setze mich vors Macbook und beantworte Fragen im Annabelle Forum und bei Dr Style auf Facebook, lese auf Bild.de, Zeit.de und netaporter; und schaue was privat auf Facebook so los ist. Gegen 12 fang ich meistens an zu arbeiten, also zu schreiben an, so bis fünf, sechs. Dann gehe ich zum Pilates, einkaufen oder koche mir Abendessen. Es gibt aber auch Tage, an denen ich gar nichts

tue und nur mit einer Freundin oder mit mir selbst vergammele. Am Wochenende mache ich dasselbe wie unter der Woche. Ich kann dann besser arbeiten, weil im Internet Ruhe ist.

Auf deiner Ratgeberseite in der Zeitschrift annabelle gibst du Tipps für verzweifelte Modeanhängerinnen und -anhänger. Allerdings sind die meistens im (sehr) hochpreisigen Segment angesiedelt. Hast du Tipps für arme Studenten, Lehrlinge oder andere Kreaturen mit niedrigem Klamottenbudget?

Ich gebe auch viele Tipps die es bei Topshop, Zara, Massimo Dutti zu kaufen gibt. Ich selbst kaufe auch superviel bei Topshop. Und dann kann man ja  zu meinem Wardrobe Bash kommen. Da gibts meine Garderobe der letzten Saison fast geschenkt. Und ab dem 19. November gibt es mich auch nicht mehr bei Annabelle. Einmal im Monat werde ich dann nur noch in der GRAZIA die wichtgsten Modefragen beantworten und die Verzweifelten, die sofort Hilfe brauchen, finden mich hier.


21

Darf ich zu deinem Wardrobe Bashing kommen? Wie bist du auf diese Idee gekommen (und wo kann man sich anmelden)?

Klar kannst du kommen. Am 23. Oktober von 14.00 bis 18.00 Uhr. Anmeldung nur über waeis@waeis.com Die Idee kam mir, weil die Schränke von mir und meiner Schwester stän-

dig überquellen. Wir kaufen beide viel, und ziehen unsere Sachen nicht so oft (ich teilweise gar nicht) an und sind keine Hamsterer. ich liebe es, wenn in meinen Schränken ganz wenig hängt und ich den totalen Überblick habe. Nur so kann ich zu einem konzentrierten und befriedigenden Ankleiderlebnis gelangen. Was mich überwältigt hat, war die Reaktion der Zürcherinnen auf den 1. Wardrobe Bash vor 2 Jahren: Es kamen etwa 200 kaufwütige, sehr nette Damen. Ich verkaufe ja auch die ganz teuren Sachen, kaum getragene Louboutins für 80 CHF,  Balenciaga Kleider für 150. Ich hasse Second Hand Shops, die alles superteuer verkaufen. Ein 1000 CHF-Stella Mc Cartney Kleid kostet bei mir 120 CHF und ist sofort weg, und die Käuferin schreibt mir dann noch ein dankbares Mail. So machts einen Riesenspass! Und ich habe kein schlechtes Gewissen, weil ich soviel kaufe und nie anziehe.

Hast du ein Kleidungsstück oder Accessoire, das du nie wieder hergeben möchtest und immerzu tragen könntest? Meine Patek Phillipe, die mir ein Schatzi geschenkt hat. Und meine schwarze Chanel 2.55, die mir ein anderes Schatzi geschenkt hat.

Was machst du so, wenn du nicht gerade Kolumnen, Modetipps oder Bücher schreibst?

Nichts. Ich überlege, was ich als nächstes in meine Kolumnen und Bücher schreiben soll. Und ich denke ziemlich viel über meine Klamotten nach. Eigentlich die meiste Zeit, schon seit ich klein bin. Etwas peinlich.

Wie beurteilst du den Stil der Schweizer?

Naaaja. Sehr bemüht, wirklich sehr, aber ich hab in den vier Jahren in Zürich nicht eine einzige wirklich gutangezogene Frau getroffen. Hier wollen alle gleich aussehen, Birkin Bag in der Armbeuge und so …

Was hältst du von Modeblogs? Liest du selber welche?

Nein, lese ich natürlich nicht. Ich hasse Blogs.

Und zum Abschluss: Was möchtest du unseren Lesern auf den Weg geben?

Immer schön locker bleiben … die Schweizer sind immer alle so megaunlocker.


moustache  |  kultur

Sonnenbücher Endlich Sommer! Und wie jedes Jahr verbringe ich meine Sommerferien in Kroatien, wo ich am Strand rumliege und massig Zeit zum Lesen habe. Ich habe die folgenden drei Bücher auf ihre Strandtauglichkeit getestet und werde sie nun proudly presenten. (Vanja Kadic)

«Zitrus» von Valérie Mréjen Handlung

Mréjen total unzusammenhängend zusammenformuliert sind nicht mal das Problem; ich glaube es liegt am Schreibstil. Das gewisse Etwas fehlt hier meiner Meinung nach definitiv, denn gut formuliert sind beleuchtete Details ein echter Lesegenuss. Und doch kann ich nicht behaupten das «Zitrus» ein schlechtes Buch ist; ich denke einfach, dass Mréjens Werk ziemlich polarisiert und für manche sogar das Zeug zum Kultbuch hat. (Für mich eher nicht so)

Lieblingssatz

Das Buch hat nur 75 Seiten, ist also sehr mager und passt schon mal perfekt ins Strandkörbchen. Auch ist das Buch easypeasy zu lesen und eignet sich daher ideal zur unangestrengten Sommerlektüre – ob einem dann die Handlung tatsächlich gefällt muss man selber herausfinden.

Valérie Mréjen erzähl in «Zitrus» von der Beziehung zu ihrem Exfreund Bruno. Dieser ist ein ziemlich spezieller Typ; er zeigt mehr Interesse an Zitrusfrüchten und dem Hellblau einer Teetasse als an Valérie, und es scheint offensichtlich, dass die Liebe zwischen Valérie und Bruno eine einseitige ist. Ein Rückblick der aus vielen kleinen Alltagssituationen zusammengesetzt ist und den Leser nach und nach die Formen der Beziehung zwischen Bruno und Valérie erahnen lässt. «Er kaufte Butter der Marke «Président» in Plastikschälchen.» (S. 12) Ein wunderbar wohlklingender Satz!

Urteil

In der Buchklappe steht dass die Geschichte «entwaffnend offen, lakonisch und voller Selbstironie» erzählt wird; also ich weiss ja nicht. Die Selbstironie habe ich irgendwie nicht gefunden, und Valéries Abhängigkeit zu diesem komischen Vogel Bruno nervt mit der Zeit. Ich muss sagen, dass mir das Buch im Nachhinein etwas zu banal scheint. Die einfachen, alltäglichen Situationen die

Strandtauglichkeit

Gesamtbewertung:


23

«The Virgin Suicides» von Jeffrey Eugenides (im englischen Original) Handlung

Die fünf Lisbon-Schwestern haben sich das Leben genommen, diese Tatsache wird dem Leser schon am Anfang des Buches verraten. Die 70er Jahre in einer amerikanischen Vorstadt: Die vier Nachbarsjungen der Lisbon Familie erinnern sich an das kurze Leben der schönen Schwestern und versuchen ihre Selbstmorde mithilfe von «Fundstücken» zu verstehen. Die Mädchen im TeenageAlter leiden zu Lebzeiten unter der strengen Erziehung der Eltern, welche ihnen jeglichen Spass oder Kontakt zu männlichen Gleichaltrigen verweigern.

Lieblingssatz (hier ein bisschen mehr als ein Satz)

«What are you doing here, honey? You‘re not even old enough to know how bad life gets.» (....) «Obviously, Doctor,» she said «you‘re never been a thirteen-year-old girl» (Seite 7)

Urteil

Die Geschichte ist wunderschön geschrieben und Eugenides schafft es, das Buch spannend zu machen obwohl man das Ende der Geschichte eigentlich schon kennt. Man will

unbedingt mehr über die LisbonSchwestern erfahren, will ihr Wesen ergründen und sie aus der VorstadtHölle und der überstrengen Beziehung befreien. Was mir ausserdem sehr gut gefallen hat sind die verschiedenen Motive, wie die kranken Ulmen oder der langsame Zerfall des Lisbon Hauses, welche das langsame innere «Absterben» der Lisbon-Mädchen unterstreicht. Kurz: «The Virgin Suicides» ist eine wunderbare, verstörende, traurige und sehr gefühlvoll erzählte Geschichte, die absolut lesenswert ist.

Strandtauglichkeit

Eine wunderbares Buch welches man kaum aus den Händen legen möchte. «The Virgin Suicides» lässt einen lange nicht los und regt absolut zum Grübeln und Träumen an. Träumen und Nachdenken am Meer geht wunderbar: «The Virgin Suicides» hat den Strandtest definitiv bestanden.

Gesamtbewertung:


moustache  |  kultur

«Sommerschwestern» von Judy Blume Handlung

In «Sommerschwestern» geht es um die tiefe Freundschaft zwischen Caitlin und Vix (eigentlich Victoria), zwei Mädchen die eigentlich sehr unterschiedlich sind. Während Caitlin aus einer sehr priviligierten Familie stammt und ein wilder Freigeist ist, kommt Vix aus bescheidenen Verhältnissen und ist eher schüchtern. Vix wird von Caitlin eingeladen, mit ihr den Sommer auf der Insel Martha`s Vineyard zu verbringen- die Mädchen werden zu Sommerschwestern und verbringen nun jeden Sommer auf der Insel. Eine Geschichte über Liebe, Lust und Freundschaft mit einem berührendem Ende.

Lieblingssatz

Judy Blume hat – gottseidank- auf jeglichen Kitsch verzichtet. Die Geschichte einer Frauenfreundschaftsonst sind solche Bücher wirklich nicht mein Fall, aber dieses ist ein absolutes Goldstück.

Strandtauglichkeit

Die Geschichte hat eine eigene, warme Aura die einen schon fast den Wind von Martha‘s Vineyard in den Haaren spüren lässt (haach). Trotz fehlendem Kitsch ist es meiner Meinung nach ein totales Meitli-Buch, die Herren der Schöpfung sollten eher zu was anderem greifen. Aber: «Sommerschwestern» ist ein absolutes Strandbuch, und sollte neben jedem Liegestuhl liegen!

Urteil

«Sommerschwestern» ist ein typisches Urlaubsbuch. Es ist in der Handlung und Schreibweise sehr einfach gehalten, ist jedoch sehr emotional und enthält teilweise auch überraschende Elemente. Die Freundschaft von Caitlin und Vix entwickelt sich stets weiter und bleibt interessant, es ist sehr realistisch geschrieben und

Gesamtbewertung:


25

Ceci n’est pas un blog Wir fragen hier in den Interviews ja oft und gerne nach den jeweiligen Lieblingsblogs. Natürlich klicken wir uns selber auch tagtäglich durchs WWW (wir talken uns sozusagen selber sru se brossess) und haben mittlerweile ebenfalls ein paar Lieblinge. Um euch einen kleinen Überblick zu verschaffen, hier ein kunterbunter Rundumschlag durch die Blogwelt.


moustache  |  kultur

Punkt, Punkt, In der heutigen Zeit, wo alles und jeder sein Gesicht in die Kamera des Internets hält, hat eine Bloggerin einen Weg gefunden, ihre tollen Outfits zu zeigen und trotzdem anonym zu bleiben. Und das ganz ohne Kopf-abschneide-Fotos. Wir haben mit Julia von I am Ju ein bisschen geplaudert. (Text: Miriam Suter)

Was hat dich dazu bewegt, einen eigenen Blog zu gründen?

Ich bin schon lange regelmässige Leserin verschiedener Blogs und habe eine ganze Zeit mit dem Gedanken gespielt selber einen zu gründen. Dann war mir eines Tages wahnsinnig langweilig, das Konzept existierte schon im Kopf und darum legte ich los. Grundsätzlich finde ich, das Schreiben eines Blogs ist eine tolle Möglichkeit «Tagebuch» zu führen, das eigene Leben und Gedanken für die Zukunft festzuhalten und ich habe einen Grund täglich kreativ zu werden und ein bisschen zu schreiben.

Beschreibe deinen Blog in drei Worten. Mein buntes Leben.

Was machst du eigentlich so?

Ist das beruflich gemeint? Dann: Ich arbeite in einer kleinen Werbeagentur und das sehr gerne. Ansonsten geniesse ich das Leben, mit Freunden, gutem Essen, tollen Büchern, Mode, Musik und allem was dazu gehört.

Was sollte man?

Immer nur tun und tragen, womit man sich wohl fühlt. Sich treu bleiben, auch modisch, das finde ich wirklich wichtig. Ausserdem finde ich, man sollte gut zu sich selbst sein: Ich darf essen, worauf ich Lust habe, darf gemütlich zuhause bleiben, wenn ich lustlos bin und muss sicher nicht kalt duschen, nur weil das gegen Cellulite hilft … Kleidungstechnisch finde ich Pailletten einfach grossartig - wenn sich das Licht darin bricht und man wie eine Discokugel Lichter an die Wand wirft, das finde ich fabelhaft, die MUSS man tragen.

Was sollte man auf jeden Fall lassen?

Ich finde, man sollte seinen Müll nicht entsorgen wo man grade steht und geht, das ist echt unmöglich.

Warum?

Weil es wirklich keine Umstände macht die Verpackung mit nach Hause oder zum nächsten Mülleimer zu nehmen und man seine Umgebung so ein klein bisschen schöner macht, für sich selbst und andere.


27

Komma, Strich


moustache  |  kultur

Punkt, Punkt, Komma, Strich

Lieblingsnudelsauce?

Eine Eigenkreation aus Hähnchenbrust und Pilzen, fürs Aroma: Chili, Knoblauch und frischen Rosmarin, mit Sahne und anschliessend ein paar Parmesan-Hobel drüber.

Gibt es Mode Faux Pas?

Auf jeden Fall alles, was nicht richtig passt. Wenn jemand mit vermeintlich «sexy» Kleidung locker 10 kg auf die eigene Hüfte zaubert, könnte ich verrückt werden. «Eng» ist nicht gleich «Sexy», das gehört sich mal hinter die Ohren geschrieben.

Warum sind die Fotos auf deinem Blog «halb gezeichnet»?

Ich wollte mich im Internet nicht komplett preisgeben, schliesslich muss nicht jeder alles über mich wissen. Nachdem ich lange über eine entsprechende Möglichkeit nachgedacht habe, dachte ich die Idee mit den Zeichnungen sei perfekt. Ich male gerne und auch recht gut und wollte dieses Element gerne in meinen Blog aufnehmen, daher illustriere ich auch hin und wieder meine Gedanken mit eigenen Bildern. Zusätzlich hat das Ganze auch eine praktische Begleiterscheinung, meine Outfitbilder sind immer ratz-fatz geschossen, schliesslich ist der Gesichtsausdruck egal und auch Pickel oder ein Bad-Hair-Day sind mir schnuppe :)

Was willst du werden, wenn du gross bist?

WENN ich gross bin? Ich hoffe meine 1.80 reichen, noch grösser will ich wirklich nicht sein.


29

Haarbänder und rote Fingernägel Die Zeiten, in denen ich mich über die Bezeichnung verschiedener Subkulturen gestritten habe, sind vorbei. Man sollte das Ganze ja auch nicht so furchtbar ernst nehmen. Umso erfrischender also, dass es noch Blogs wie den von Alina alias Goldmädchen gibt.

(Text: Miriam Suter)

Warum hast du einen Blog eröffnet?

Ich wollte einen Sammelpunkt für meine Inspirationen, Gedanken, etc. haben und meine Vorlieben mit Leuten teilen, die sich für das gleiche interessieren und denen vielleicht sogar gefällt, was ich mache.

Warum «Indiekindie» in der URL?

Ich weiss es nicht mehr so genau. Irgend jemand hat mich mal aus Spaß so genannt, weil ich viel aus der alternativen Musikrichtung höre. Ich fand es lustig. Manche mögen wohl denken, dass ich das möchtegern-subkulturen-mäßig ernst meine, aber darüber kann ich nur lachen.

Beschreibe deinen Blog in drei Worten. Liebe. Kunst. Momente.

Was macht dir am Bloggen am meisten Spass? Was am wenigsten?

Wenn ich anderen einen kleinen Einblick in meine Welt verschaffe und Rückmeldungen kriege, dass sie es schön finden oder es sie sogar inspiriert. Was mir allgemein in der Bloggerwelt fehlt, ist mehr stilvolle, männliche Beteiligung.

Hast du auch schon gemeine Kommentare einstecken müssen? Wie gehst du damit um? (konkretes Beispiel)?

Im Gegensatz zu anderen Bloggerinnen musste ich bis jetzt zum Glück nur recht harmlose Sachen einstecken. Aber natürlich kommt es auch mal vor, dass jemand meine Art nicht mag und mir das verkündet. Auf so etwas reagiere ich mit Gelassenheit. Es ist okay, wenn mich nicht jeder mag, so ist das Leben. (konkretes Beispiel: hier)

Welche Blogs liest du selber gerne? Was macht einen guten Blog für dich aus?

Ich lese sehr viele, verschiedene Blogs. Hauptsache sie haben irgendetwas Besonderes an sich und sind authentisch. Das gewisse etwas halt. Deswegen tendiere ich auch eher zu kleinen, aber feinen Blogs mit ihren Ecken und Kanten, als zu den grossen, platten Plastikblogs. Ausserdem hab ich eine Schwäche für Fotografieblogs


moustache  |  kultur

Verloren im Z au berwa l d Es gibt Blogs, die fangen einen von der ersten Sekunde an ein. Von irgendwo her weht Rosenduft und irgendwie hat man eine leichte Gänsehaut. So einen Blog führt Raphaela Anouk von bear (rabenschwarz). Wir durften ihr ein paar Fragen stellen. (Text: Miriam Suter)

Was hat dich dazu bewegt, einen eigenen Blog zu gründen?

Ganz ehrlich, ich weiss es nicht mehr… wahrscheinlich war es aber als Archivierung gedacht, eine kleine Aufzeichnung meines Schaffens, eine virtuelle Bibliothek.

Wie beschreibst du deinen Blog in drei Worten? Pur, fragil, kalt.

Was machst du eigentlich so?

Ich  schreibe, zeichne, fotografiere … Ich atme die Luft meiner Utopie, lebe das Leben mit möglichst wenig Alltag  und versuche möglichst viele Träume zu realisieren...

Was sollte man?

Jeden Sommer als den besten den man je hatte ansehen.

Was muss man? Atmen.

Was sollte man auf jeden Fall lassen? Sich gegen Pelz wehren aber Seide tragen.

Warum?

Weil für Seide auch Tiere sterben. wieso sollten Seidenraupe weniger Anrecht auf leben haben?

Lieblingsnudelsauce?

Tomatensauce mit frischem Chili, Basilikum und Mozzarella.

Gibt es Mode Faux Pas?

Wahrscheinlich ist Mode an sich schon ein einziger Faux Pas.

Warum veröffentlichst du deine Zeichnungen auf deinem Blog?

Weil sie zu dem gehören was mein Blog ist. Zeichnen war mein erster schritt in Richtung «Kunst» … schon als ich zwei Jahre alt war sass ich bei Tisch, mit  zwei Zöpfen und unzähligen Stiften vor mir…

Was willst du werden, wenn du gross bist?

«Werden» … weiterhin sein was ich bin, wahrscheinlich. Woanders vielleicht, mit genügend Geld gerne, Kunst eben, ob nun im lyrischen Bereich, Fotografie oder letztendlich doch Mode, in einem Jahr kann soviel passieren … wo ich in 10 Jahren stehen werde weiss ich nicht, aber schon als ich klein war antwortete ich mit «Künstlerin» wenn die Frage kam was ich denn einmal werden möchte wenn ich gross bin.


31


moustache  |  kultur

Caramel landsturm Ab dieser Ausgabe stelle ich euch an dieser Stelle jeweils meinen Lieblingsblogs des Monats vor. Dieses Mal: Caramellandsturm. Ich habe die sympathische Bernerin, die mit Magazinen momentan etwas auf Kriegsfuss steht, über Dies und Das befragen dürfen. (Text: Miriam Suter Bild: chouchoux.ch)

Warum heisst dein Blog Caramell?

Aus mangelnder Kreativität glaubs. Hab einfach mein Pseudonym genommen, ein L dran gehängt, weil caramel.ch schon besetzt war, und voilà. Das Pseudonym Caramel Landsturm ist schon vor Jahren einer alkoholgeschwängerten Stunde entschlüpft. Mittlerweile find ich sogar, es passt ein wenig, weil bisschen Zucker und bisschen Krieg drin ist.

Worum dreht sich dein Blog?

Um Ärger und Genuss, um Bern bei Tag und bei Nacht, um Trends und die verkrampfte Flucht davor. Ehm, ganz ehrlich: bisschen um alles und nichts. Die Konzeptlosigkeit gefällt mir. Ich kann schreiben, was ich will. Und manchmal tagelang nichts. Die Konzeptlosigkeit gefällt mir. Ich kann schreiben, was ich will. Und manchmal tagelang nichts.

Warum zeigst du dich nicht selber auf deinem Blog?

Ich hab ja auch noch eine richtige Arbeit. So halbwegs anonym kann ich mich trotzdem schön ärgern. Und vielleicht finde ich das alles in ein paar Jahren extrem peinlich, dann ists besser, wenn ich mich nicht ge-


33

Vielleicht finde ich das alles in ein paar Jahren extrem peinlich, dann ists besser, wenn ich mich nicht gezeigt habe. zeigt habe. Zudem mag ich keines dieser Blogmädchen sein, das täglich 100 000 Hits hat, weil es ab und zu bisschen Ausschnitt zeigt. Also lieber nur 100 Leser, die aber wegen der Schreibe.

Lieber Coop oder Migros?

Ich Markensau: Coop! Aber für Ingwertee, Artischockenherzen und Pecannuss-Müesli immer Migros.

Was machst du als erstes nach dem Aufstehen?

Mir fällt nichts Lustiges ein, was man da tun könnte, deshalb die langweilige Wahrheit: lange und heiss duschen.

...und vor dem Einschlafen?

Etwa gleich langweilig: Lesen bis mir die Augen zufallen oder den Mann herzen. Am Wochenende: präventiv Aspirin einwerfen.

Wie stehts um das Thema «Caramell und die Magazine»?

Grade nicht so gut. Zumindest um «Caramell und die Schweizer Magazine». Mit den deutschen Magazinen verstehe ich mich hingegen sehr gut.

Lieblingsglacé?

Pralinato, Logopädie! Mit den deutschen Magazinen verstehe ich mich sehr gut.

Was willst du werden, wenn du gross bist? Kate Moss oder Zuckerbäckerin.

Welches Lied würde bei dir in Dauerschleife laufen, wenn du nur noch eines hören dürftest? «I Want You» von Bob Dylan.

Drei Dinge, die du magst:

Gewinnen Korallhellrot Pommes Frites mit Currysauce

Drei Dinge, die du nicht ausstehen kannst: Verlieren Braun Das Geräusch von Nägelschneiden


moustache  |  kultur

Wortfetischistin «Ich entdecke Adams Brieftasche und darin ein Foto von ihm und dem Mädchen. Das Bild wird wohl in diesem Frühsommer entstanden sein. Sie sitzt ihm auf dem Schoss, die nackten polnischen Mädchenfüsse baumeln verspielt herunter.» So fängt die Stichprobe «Die letzte Auster» von Nora Zukker an. Nora ist eine Akrobatin der Worte und schlüpft zum schreiben in die Rolle der Nora Zukker. Was sie braucht, um gut schreiben zu können und bei welcher Glacé sie schwach wird, könnt ihr hier nachlesen. (Text: Miriam Suter)

Warum schreibst du?

Weil mich Sprache fasziniert und weil ich kein räumliches Vorstellungsvermögen besitze – sonst würde ich malen. Ich mag die Varietät der Ausdrucksmöglichkeiten und das gute Gefühl, dass man Dinge immer wieder neu beschreiben kann. Zudem mag ich den Imperfekt der Deutschen Sprache. Dinge lassen sich direkter ausdrücken, nicht wie in der Mundart, wo ich Hilfsverben wie «haben», «sein» und «werden» benötige. Bei Zwischenmenschlichem beispielsweise hilft mir die Sprache sehr oft. Denn Jemanden an sich heranlassen, jemanden in sich hinein schauen zu lassen, erfordert Mut. Manchmal ist das für mich, wie eine Reise, die nahe am freien Fall sein kann. Wo mich Worte dann manchmal auffangen können. Privat bin ich manchmal sehr sensibel und zerbrechlich, aber wenn ich in die Rolle der Nora Zukker schlüpfe, weiss ich, wann ich das Fenster zu meiner Seele wieder schliessen muss – am Ende einer Lesung.

Seit wann schreibst du?

Ich habe bereits in der Primarschule Ferientagebücher geführt. Da hat jeder Satz mit «Und dann habe ich …», «Und dann sind wir …» begonnen. Aber diese sensitive Art einer Weltbetrachtung hatte ich bereits früh. Wie auch eine zynisch-ironische Ader. In der Pubertät habe ich manchmal seitenweise Briefe geschrieben, meist ohne diese abzuschicken. Aber ich brauchte schon früh ein Gegenüber, an das sich meine Texte richten konnten. Seit einem Jahr, als ich mein Studium abgebrochen habe, hat das Schreiben einen ernsthafteren Platz in meinem Alltag bekommen und wird Tag für Tag zu einem harten Handwerk.

Woher nimmst du die Inspiration zum Schreiben?

Ich hatte schon immer eine grosse Phantasie. Das ist auch eine kindlich-kreative Zone, in die ich mich sehr gerne begebe. Man geht zum Beispiel in ein Haus in dem man noch nie war. Bekommt ein Gefühl für die Umgebung und dadurch wird eine Idee ausgelöst. Oder ich bobachte Menschen an Plätzen, in Restaurants, in der Tram und denke mir einen möglichen Lebensentwurf in das fremde Gegenüber hinein. So Privat bin ich manchmal sehr sensibel und zerbrechlich, entstehen meine Figuren. Grundsätzaber wenn ich in die Rolle der Nora Zukker schlüpfe, weiss lich brauche ich immer zwei Phasen, ich, wann ich das Fenster zu meiner Seele wieder schliessen um die Exaktheit meiner Beobachtunmuss – am Ende einer Lesung.


35

gen in Worte zu fassen. Die kreativaufregende Phase, in der ich mich fast täglich unter Menschen begebe, wo ich Gerüche, Gespräche und Gefühle in mich aufsauge. Da bin ich durstig nach Reizen, sehe in allem was mir begegnet neue Ansätze für Projekte. Gleichzeitig fehlt mir aber die Ruhe zur Umsetzung, das macht mich manchmal ganz kribbelig, weil ich fürchte, die Ideen verfliegen wieder. Das ist wohl auch der Grund, dass ich mindestens zwei Notizbücher mit mir herum trage. In der anderen Phase finde ich sozialen Rückzug zu Hause, wo ich viel recherchiere oder einfach träume und dadurch das Gesammelte ordne, verarbeite oder verwerfe. Da sind mir dann Menschen meist zu viel. Manchmal gehe ich auch in den Wald oder an einen See um an ursprünglich-schöpferischen Orten zu sein. Alleine. Dann drängen sich mir Worte auf und ich setze mich zu Hause an den Laptop.

Was hat dir bisher am meisten, was am wenigsten Spass gemacht in deiner Laufbahn als Autorin? Das kann ich so nicht sagen. Es ist manchmal schade, dass ich sehe, wie sich junge Schreibende nicht mehr nur auf die Literarische Produktion konzentrieren können, sondern sich


moustache  |  kultur

selbst präsentieren sollten. Dass ein guter Auftritt mit einem schlechten Text durchaus sehr grossen Erfolg haben kann. Ich selbst bin ein Bühnenkind, ich brauche die Emotionen des Publikums um in meiner Arbeit weiter zu kommen. Da kann es durchaus vorkommen, dass ich bei einer Lesung die letzte Textseite vergesse und improvisieren muss. Da darf man sich im Nachhinein einfach nicht daran aufhängen. Ich erinnere mich an einen sehr schönen Augenblick, wo ich mit einem Freund beim Picknick scharfe italienische Salami ass und er plötzlich stockte und sagte «Nora ich kann das nicht mehr essen, ich sehe ständig Schmeissfliegen auf den Fettaugen der Salami. Wie in deinem Text.» Ich war berührt, weil sich Menschen an meine Stimmungsbilder erinnern. Was will man mehr.

Was willst du werden, wenn du gross bist? Literarische Hochseilakrobatin.

Wie sieht ein normaler Tagesablauf bei dir aus?

Ich versuche, nicht vor neun irgendwo sein zu müssen. Ich arbeite lieber am Abend länger. Zurzeit arbeite ich in einem Restaurant, in der Marktforschung und als Nanny. Das Schreiben kommt an Wochen ohne freie Tage zu kurz, aber ich bin besser gewor-

Einfach nicht auf die Uhr zu sehen, das ist für mich Erholung am Wochenende.

den, was die Selbstdisziplin angeht. Da stehe ich auch gerne früher auf, um an Texten zu arbeiten.

Wie einer am Wochenende?

Weiterschlafen, wenn der Wecker klingelt finde ich toll. Anschliessend mit Notizbuch und Zeitung in ein Kaffee sitzen, dazu einen Doppelten Espresso und eine Zigarette. Familienväter, die ihre Abwesenheit unter der Woche kompensieren, beobachten und mich über meine Freiheit freuen. Am Abend mit Freunden Wein trinken oder auch einmal alleine ins Kino zu gehen. Und einfach nicht auf die Uhr zu sehen, das ist für mich Erholung am Wochenende.

Lieblingsglacé?

Bei zwei grossen Kugeln Fior di latte in einer frischen knusprigen Waffel werde ich schwach.


37

Wir suchen

eine/n Autor/in Diesmal gibt‘s eine Extra-Fotostrecke in Du schreibst viel undAusgabe. gerne? DuDort kannsterwarten dir vorstellen, einer separaten Teil unseres zu werden? Wir suchen dich! Deine euch tolleTeams Sommer-Impressionen, von uns Arbeit besteht darin, Interviews zu führen, Berichte zu fotografiert und festgehalten. schreiben und Rezensionen zu verfassen. Deiner Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Voraussetzungen: Du schreibst in fehlerfreiem Deutsch, bist offen und hast Interesse an Mode, Kultur und Kunst. Lohn erhältst du am Anfang leider noch keinen.

nicht verpassen!

Wenn wir dein Interesse geweckt haben, melde dich doch bei unserem Redaktionsteam: redaktion@moustache-magazin.ch


moustache  |  kultur

Dublin Dublin klingt in den Ohren eines Kontinentaleuropäers bei weitem nicht so vertraut wie Berlin, Rom oder Paris. Was gibt es da zu sehen? Trinkt man wirklich nur Guinness oder Whiskey? Sind die Iren tatsächlich so irr, wie man sich sagt? Und stimmt es, dass die Musik den höchsten Stellenwert in der irischen Kultur hat, egal ob U2 auf der Bühne steht oder ein alter, gebissloser Mann im Pub eine historische Ballade singt? Ein persönlicher Reisebericht mit Tipps zum Ausprobieren. (Julian Stäuble)

Vorweg schon mal das Wichtigste: Dublin versteht man nicht, ohne Irland zu verstehen. Daher ist ein Ausflug aus der Stadt raus sehr empfehlenswert. Beispielsweise gibt es mehr oder weniger untouristische Bustouren nach Kilkenny, einer kleinen Stadt südlich von Dublin mit einem berühmten sehenswerten Castle, Glendalough, eine Klosteranlage zwischen zwei Seen, umgeben von mit Moos bewachsenen Hügeln. Dieser Ort gilt übrigens als schönster Landschaftsstrich Irlands. Weiter fährt man durch die Wicklow Mountains,

wo Filme wie «Braveheart» oder «PS I Love You» gedreht wurden. Man kommt auf dieser Tour auch am kleinen Dörfchen Hollywood vorbei, das der Filmmetropole ihren Namen gegeben hat. Auch das Fischerdörfchen Howth auf der gleichnamigen Halbinsel (mit der Regionalbahn «DART» ab «Dublin Tara St» oder «Dublin Connolly» einfach zu erreichen) ist einen Besuch wert - unbedingt die reichhaltige Fischsuppe Chowder essen! Für Romantiker einen letzten Ausflugs-Tipp:

Der Strandort Malahide in Dublins Norden (ebenfalls an der «DART»Linie) lädt mit seinem breiten Dünenstrand zu traumhaften Abendspaziergängen ein. In Dublin bewegt man sich hauptsächlich zu Fuss oder mit dem Tram – LUAS genannt. Das Bussystem ist eher kompliziert und wird oft von lästigen Staus unterbrochen. Nicht verpassen sollte man das lebhafte Temple Bar-Viertel. Berühmt für die vielen Pubs und Restaurants, aber auch für eine sich ständig weiter entwickelnde und wachsende Kunstund Kulturszene. Die Gallery Of Photography zeigt Wechselausstellungen mit historischen Fotografien, aber auch zeitgenössische Arbeiten aus Irland und der ganzen Welt. Ein Besuch im traditionellen Temple Bar Pub steht ebenfalls ganz oben auf der Liste. Jeden Abend gute Livemusik, viele gesprächige einheimische Gäste, die es nicht nur auf weibliche Touristinnen abgesehen haben, und eine riesige Auswahl an allen erdenklichen Bieren und Whiskeys. Man sollte aber nicht nur das berühmte Guinness probieren, sondern auch mal ein Kilkenny oder Bulmers trinken. Echte Dubliner ver


39


moustache  |  kultur

lassen einen Pub nicht, bevor sie acht Pints getrunken haben – für Ungeübte wohl schwierig nachzumachen. Der Pub Oliver St. John’s Gogarty ist zwar meistens bis zum bersten voll, aber auch ein Blick von aussen ist schon lohnenswert. Ansonsten empfehle ich eher die etwas kleineren, unbekannten Pubs, auf die man beim Flanieren stösst – es gibt unzählige! Meist sind sie etwas gemütlicher und sogar billiger. Für Architekturbegeisterte ist das neu entstandene Viertel Docklands ein absolutes Muss. Zahlreiche Stararchitekten haben sich hier austoben können und eine wunderbare Einheit aus verspielter, abstrakter Moderne und geschichtsträchtiger Hafenarchitektur geschaffen. So spaziert man auf dem Grand Canal Square beispielsweise über den raffinierten Red Carpet von Martha Schwartz auf Daniel Liebeskinds imposantes Grand Canal Theatre zu und dann weiter über die Samuel Beckett Bridge von Santiago Calatrava auf die Nordseite der Stadt, wo rund um den Major Square ein komplett neuer Lebensraum gestaltet wird. Typisch für Dublin ist natürlich auch die georgianische Architektur. Am besten erhalten findet man Bauwerke

in diesem Stil rund um den Merrion Square, wo eine farbig leuchtende, schön verzierte Haustüre die nächste übertrifft. Weitere sehenswerte Sehenswürdigkeiten sind das Trinity College, wo schon Oscar Wilde oder Samuel Beckett lernten, das Guinness Storehouse, wo man nach einem Rundgang im überraschend interaktiven Museum dann in der Gravity Bar im obersten Stockwerk bei einem Gratis-Pint Guinness einen atemberaubenden Blick über die ganze Stadt geniesst, oder die St. Patrick’s Cathedral und die Christ Church Cathedral, die zwei berühmtesten Kirchen der Stadt. Auch ein Besuch in der Hugh Lane City Gallery lohnt sich – dort kann man nebst der namhaften Sammlung auch das originaltreu nachgebaute Atelier des irischen Künstlers Francis Bacon besuchen. Shoppen kann man am besten entlang der einzigen repräsentativen Strasse Dublins, der alleeartigen O’Connell Street und in der davon abzweigenden Fussgängerzone, der Henry Street. In diesen beiden Strassen stehen auch die beiden grössten Filialen von Penneys – verwandt mit dem Englischen Primark, nur noch


41


moustache  |  kultur


43

günstiger, sodass man in der ganzen Stadt die entsprechenden Tragtaschen sieht. Parallel zur O’Connell Street verläuft die Moore Street, wo von Montag bis Samstag reges Markttreiben herrscht. Spaziert man von der O’Connell Street Richtung Süden, überquert man den River Liffey auf der O’Connell Bridge, die ebenso breit wie lang ist. Gleich am Ende der Brücke steht der grösste Souvenirshop Dublins – bei Carroll’s findet man von Whiskey Fudge über Guinness-Artikel bis zur typisch irischen Flöte alles. Traditionelle irische Musik findet man in der Nassau Street, wo es von Musikläden nur so wimmelt. Der Urban Outfitters steht in der Cecilia Street in Temple Bar. Ebenfalls schön zum bummeln ist die Grafton Street. Nach anstrengenden Tagen oder für eine Pause kann man sich in den zahlreichen Dubliner Parks bestens erholen. Zu empfehlen sind der Merrion Square Park, wo man übrigens einige tolle Oscar Wilde-Zitate lesen kann, St. Stephen’s Green, der zentralste Park der Stadt, oder der Phoenix Park, der grösste Stadtpark Europas, der unter anderem das irische Präsidentenhaus, den märchenhaften städtischen Zoo und einige Sportanlagen beherbergt. Auch am Nordu-

fer der Liffey, zwischen der Millenium- und der O’Connell Bridge gibt es einige schöne Plätzchen auf der neu errichteten Fußgängerpromenade aus Holz. Hier kann man sich auf eine Parkbank setzen, den nach Meer duftenden Wind atmen und die schrill und knapp bekleideten Rothaarigen beobachten. In Dublin sollte man immer eine Jacke im Gepäck haben, egal ob im Sommer oder im Winter. Und wenn im Pub oder sonst wo jemand zu singen beginnt, dann schweigt man. Sei es eine professionelle Band oder der lallende Opa in der Stammkneipe. Wer singt, öffnet seine Seele. Als Einstimmung auf die Reise kann man sich ein bisschen in James Joyce’s Ulysses einlesen, auf tausend Seiten sind in diesem Werk 24 Stunden in Dublin beschrieben. Man begleitet Leopold Bloom am 16. Juni durch die Stadt und bekommt sehr viel vom Dubliner Leben und einigen Kuriositäten mit. Es macht Spass, die Schauplätze dann im Original besuchen zu können! Ausserdem ist der Film Once sehr empfehlenswert. Zwei in armen Verhältnissen lebende Musiker begegnen sich auf der Strasse und erleben eine

nicht ganz einfache Liebesgeschichte. Irische Melancholie, begleitet mit wunderbarer, Oscarpreistragenden Musik und authentischen Momenten aus dem Leben. Dublin ist teuer, klein und schmutzig, es gibt viel Armut und doch wird die Stadt immer reicher, Dublin ist noch nicht so aufgeschlossen wie andere europäische Metropolen und an Vielem fehlt es noch, aber die Bewohner lieben ihre Stadt. Wer Fish & Chips mag und sich gerne auf ein intensives, beeindruckendes und manchmal sogar berührendes Abenteuer auf der Insel einlassen will, der ist kurz davor, sich auch in diese Stadt zu verlieben. Viel Spass!


moustache  |  kultur

Betahaus in Berlin,

Das elektronische Zeitalter setzt neue Masstäbe und fordert neue, individuelle Lösungen für die Gestaltung von Arbeitsplätzen. Wir sagen «Thank god!» Das Prinzip des CoWorkings diestanziert sich von konventionellen Büros und schafft mehr Raum für Kreativität. Dabei ist das Betahaus ist nicht einfach nur ein Arbeitsplatz in gemütlicher Atmosphäre, sondern auch ein Ort der ständigen Entwicklung. (Text: Selin Aktekin)


45

der Arbeitsplatz der Zukunft

«Arbeiten kann man auch am Bahnhof oder im Flughafenterminal. Schön ist das aber meistens nicht.» Die Idee des Betahaus schwankt zwischen Wiener Kaffeehaus, Bibliothek, Wlan-Café, Home Office und Campus. Um diese Atmosphäre zu erschaffen sind das Design der Möbel und die perfekte Unterteilung des Raumes unabdingbar. «Ein Teil unseres Teams besteht aus Designern und Architekten. Im betahaus wollen wir unsere eigenen Ideen vom Arbeiten und Leben umsetzen und darüber hinaus andere Designer einladen, ihre Ideen und Prototypen bei uns auszustellen, zu testen und weiter zu entwickeln. Vielleicht wird auch der ein oder andere Möbelhersteller dabei sein.» Dabei wird da gearbeitet, wo man sich am wohlsten fühlt. «Ein Stuhl ist ein Surfplatz, ein Sofa eine Arbeitslounge und ein Ohrensessel der Im betahaus wollen wir unsere eigenen Ideen vom Arbeiten und Leben umsetzen und darüber hinaus andere Designer einladen, ihre Ideen und Prototypen bei uns auszustellen, zu testen und weiter zu entwickeln.

perfekte Ort für ein vertrauliches 4Augen-Gespräch. An der Espressobar wird dem Email-to-go gehuldigt. Und sobald die dampfende Pasta serviert wird, verschwindet der Laptop ganz schnell im Schliessfach.» Das Moustache Magazin mailte mit Madeleine von Mohl, einer Mitgründerin vom Betahaus.

öffnet. Im Rahmen des Festivals «Chiado after Work» hat sie für 5 Wochen einen Mini Coworkingspace betrieben und sucht nun gezielt nach einer geeigneten Immobilie um mit uns das betahaus | Lisboa zu eröffnen. Die Lissabonner sind ziemlich begeistert von dem Konzept. Übrigens haben wir im Juli das betahaus | Hamburg eröffnet.

Wie lange hat die Planung / Realisation gedauert, welche Schwierigkeiten gab es?

Zur Zeit haben wir in Berlin rund 1200 m2 auf denen Platz für 150 Coworker, ein Café und eine voll ausgestattete Werkstatt ist.

Wir planen seit ca. 2006 ein betahaus. Die Realisierung hat im Herbst 2008 mit der Raumsuche begonnen. Januar 2009 bis März 2009 haben wir laborartig das betahaus getestet. Auf 250 m2 haben damals ca. 25 Coworker mit uns den Ernstfall geprobt. Offizielle Eröffnung war April 2009 mit dem betahaus | Café und rund 500 m2 coworking space. Zur Zeit haben wir in Berlin rund 1200 m2 auf denen Platz für 150 Coworker, ein Café und eine voll ausgestattete Werkstatt «Open Design City» ist.

Du sprachst von einem Betahaus in Lissabon. Kannst du mir etwas davon erzählen? Wie kommt ihr voran?

Im Mai 2010 hat eine unserer freien Mitarbeiterinnen Daniela Marzavan in Lissabon ein sogenanntes betalab er-

Was sind die wichtigsten Vorteile des Co-Worklings?

Flexibilität, ein professionelles Netzwerk und die nötige Logistik um effizient arbeiten zu können kombiniert mit viel Spass!!

Stösst das System auch mal an seine Grenzen? Ein Coworking Space steht und fällt mit den Leuten die dort arbeiten, das Netzwerk muss ständig in Bewegung bleiben.

Könnt ihr direkt voneinander profitieren oder arbeitet mehr jeder für sich? Es gibt Bereiche in denen man ungestört an seinen Aufgaben arbei-


moustache  |  kultur

ten kann und Bereiche in denen man coworken kann, brainstormen, auf neue Ideen kommen kann.

Ihr seid ja alles Allroundtalente. Reiner Zufall?

Wir haben einen Volljuristen, eine Produktdesignerin, einen BWLer, zwei Politikwissenschaftler und eine Geisteswissenschaftlerin in unserem Gründungsteam – der Mix ist wichtig ;) Von Vollzeit- bis Teilzeittarifen, mit WLAN, Drucker, Scanner und optionale Räume findet jeder Workaholic oder Nebenberufler was er braucht. Jeder kann einen Tisch mieten und hat somit freie Platzauswahl auf den 1000 Quadratmetern. Das Spektrum der Coworker reicht von Journalisten, Fotografen, Übersetzern, Graphikern, Designern, Programmierern, Architekten und freien Künstlern über NGO’s und Vereine bis hin zu Startups und Unternehmern. Jeder kann einen Tisch mieten und hat somit freie Platzauswahl auf den 1200 Quadratmetern. Im Betahaus können momentan 120 Leute ihren Arbeiten nachgehen.


47

Wir suchen

eine/n Autor/in Du schreibst viel und gerne? Du kannst dir vorstellen, Teil unseres Teams zu werden? Wir suchen dich! Deine Arbeit besteht darin, Interviews zu f체hren, Berichte zu schreiben und Rezensionen zu verfassen. Deiner Kreativit채t sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Voraussetzungen: Du schreibst in fehlerfreiem Deutsch, bist offen und hast Interesse an Mode, Kultur und Kunst. Lohn erh채ltst du am Anfang leider noch keinen. Wenn wir dein Interesse geweckt haben, melde dich doch bei unserem Redaktionsteam: redaktion@moustache-magazin.ch


moustache  |  kultur  |  film

Judiths Pflichtfilmtipp-Archiv

Kennst du den? Den arroganten Schleimscheisser von der Arbeit, der ständig von Filmen spricht und so tut als wüsste nur er was läuft? Oder den süssen Typen, der dich ins Kino eingeladen hat, du aber keine Ahnung hast was er sich mit dir ansehen will? Oder den Kassierer an der Kinokasse, der dich verwirrt und abschätzig zugleich ansieht, während du ihm mit wirren Worten zu erklären versuchst, für welchen Film du ein Ticket möchtest?   Falls dir eine oder mehrere dieser Situationen bekannt vorkommt, oder du dir einfach nur mal wieder einen guten Tipp für den nächsten Filmabend suchst, heisse ich dich herzlich Willkommen in meinem Pflichtfilmtipp-Archiv. Du bist hier goldrichtig!


49

Heute: ADAMS Äpfel (2005) Humor schmeckt am besten kalt serviert. Eiskalt und rabenschwarz. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir jemals einen Film ansehen würde, bei dem ich nicht weiss ob ich nun lachen oder mich für den makabren Scherz schämen soll. Doch genau so ging es mir bei diesem dänischen Pflichtfilmtipp. Ivan ist Pfarrer einer ländlichen Gemeinde und hilft Häftlingen auf Bewährung sich wieder in der Gesellschaft zu sozialisieren. Sein Verständnis und seine Gutherzigkeit gehen jedoch so tief, dass es schon beinah nicht mehr gesund zu sein scheint. Geflissentlich ignoriert und verdrängt er alles für ihn Unpassende, damit er sich seine eigene Welt passend zurechtlegen kann – sogar die Tatsache dass sein Sohn Christopher gelähmt und behindert ist, wird gekonnt ausgeblendet. Für ihn gibt es nur das Gute – von Gott Gegebene – und das Böse – Versuchungen des Satans.

So lebt er im Reinen mit sich selbst, bis ein neues Schäfchen zu seiner Herde, ein kleptomanischer Alkoholiker und schiesswütiger Tankstellenräuber, dazustösst. Sein Name ist Adam, ein aggressiver Neonazi, dessen mit Ivan gemeinsam gefundene neue Aufgabe die Pflege des Apfelbaums vor dem Pfarrhaus und das Backen eines Apfelkuchens sein soll. Als Adam jedoch die psychische Lage Ivans begreift, konfrontiert und provoziert er den frommen Kirchenmann immer wieder mit den unangenehmen Tatsachen des Lebens, bis es schliesslich zum Eklat kommt. Darsteller: Ivan Fjeldsted (Mads Mikkelsen, [Das ist der Bösewicht im Bond-Film «Casino Royale»]), Adam Pedersen (Ulrich Thomsen), Khalid (Ali Kazim), Gunnar (Nicolas Bro), Dr. Kolberg (Ole Thestrup)

Würde ich hier Zitate wie «Christopher ist nicht zu bremsen, er hat gestern im Völkerballspiel gewonnen … gegen alle!» (Ivans todernste Antwort auf die Frage ob sein Sohn denn nicht behindert sei), oder Makabres aus dem Film wie das Austauschen eines Kreuzes mit dem gerahmten Bildnis Hitlers, bei Adams Bezug des Zimmers, nennen, würdet ihr zwar einen kleinen Einblick in den mit knapp an der Schmerzgrenze vorbeischrammenden Provokationen erhalten, mich jedoch bloss mit diesem Jaja-seiruhig-so-wie-du-das-erzählst-klingtes-ziemlich-scheisse-Blick ansehen, euch von mir abwenden und keinen weiteren Gedanken an den Film verschwenden. Darum unterlasse ich das mal, hoffe ihr nehmt meinen Tipp an und wünsche euch viel Spass bei einem schockierend unmoralischen Filmabend.

Regisseur: Anders Thomas Jensen

Dazu passt: Apfelkuchen und süsser (Mess-)Wein.

Mein Kommentar: Die Story klingt langweilig, ist mir schon klar, der Witz definitiv fragwürdig. Doch ich kann bloss sagen, dass der Film jede Sekunde wert ist. TUT EUCH DAS AN!

Humor Anspruch Action Erotik Gesamt


moustache  |  schnauziges

Leichten Fusses Wir haben momentan alle eines gemeinsam: Wir schwitzen wie Sau. Geschlossene Schuhe verwandeln sich in Stausee und man verliert pro Tag etwa drei Kilo Körpergewicht in Form von Schweiss. Doch Hilfe naht! (Text: Miriam Suter)

Ein Sommer der Extraklasse: Temperaturen, die regelmässig die 30-Grad-Grenze knacken und strahlend blauer Himmel. Das ganze Wochenende lang am Fluss rumhängen, ab und zu reinhüpfen und dazu ein gutes Buch lesen. Was kann es schöneres geben? Richtig, es fehlt noch etwas, das einen frisch und knackig hält. Wir haben zusammen mit den lieben Leuten von LUSH ein Sommer-SOS-Päckli zusammengestellt und verlosen nun drei davon unter unseren Lesern. Teilnahme unter info@moustache-magazin.ch mit Name, Adresse und dem Betreff «Lush Sommerpaket». Folgende Produkte könnten euch ab sofort täglich erfrischen:

Stepping Stone Fusspeeling

«Zeigt her eure Füsse! Mit Stepping Stone könntest du den ganzen Sommer lang barfuss herumlaufen, so toll pflegt es die Haut, und es rubbelt unerwünscht Hartes einfach weg! Die Öle, die für Stepping Stone verwendet werden, ziehen so schnell ein, dass du, wenn du aus der Dusche steigst, nicht ausrutscht, pflegen aber trotzdem genial. Meersalz macht die Haut schön weich, während Kakaobutter und Jojobaöl die Haut pflegen ohne zu fetten. Drin steckt auch ein bisschen Bärlapp-Pulver um Stinkefüsse in Zaum zu halten. Der zitronige Duft hält dich und deine Füsschen einen ganzen Tag lang wach.»

Happy Hippy Duschgel

«Das Duschgel aus rosa Grapefruit ist der Aufsteller,  der das Büro verlockend wirken lässt und den Montagmorgen aufregend. Damit das gleich klar ist: Das Duschgel ist nicht immer einfach so rosa. Es wird mit frischen, rosa Bio-Grapefruits gemacht. Die haben nicht immer dieselbe Farbe, deshalb sieht deine neue Flasche vielleicht ein wenig anders aus als die alte. Abwechslung macht doch das Leben süss.»


r e m m o S

51

durch den

Strawberry Feels Forever Massagebutter

«Sag es mit Blumen, sag es mit Pralinen, oder mach es dir einfach und sag ‚Ich liebe dich’ mit dem neuen Bestsellerduft von LUSH! Frische Erdbeeren und sinnliches Roselle Extrakt ergeben eine Duftkombination, die die Herzen von euch wie im Sturm erobert hat. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Amor und ein bisschen Duft-Magie ergibt das ein Massageöl, das garantiert ins Schwarze trifft.»

Vanilla Puff Körperpuder

«Wir lieben Körperpuder, weil es die Haut so wunderbar zart macht und man leichter in die Kleider hinein und wieder heraus kommt. Und man duftet einfach zum Anbeissen. Uns gefällt die Vorstellung des Puderzimmers, wo die Reichen sich nackt hinstellten und sich am ganzen Körper einpudern liessen, damit ihre Haut perfekt aussah. Schüttel’ den Topf mit Vanilla Puff und bepudere dich mit Jasmin, Tonka und Vanille, damit die Tradition am Leben bleibt. Und es gibt keine Grenzen für dich.»


moustache  |  schnauziges

Steinbock

Wassermann Ist dir zu heiss? Tauch ab und schalte dein Handy für ein paar Tage aus.

Fische

Du willst ans Meer. Was hält dich davon ab? Tu es! Auch wenn du nass wirst …

Widder Deine Freunde verstehen dich nicht, liegt das an dir? Nein! Am ungekämmten Schnauz

Stier

Geh nicht immer mit dem Kopf durch die Wand. Das bringt nur deinen Schnauz durcheinander.

Zwilling Alle mögen dich! Du strahlst vor Glück (du lebst nicht in der Nähe eines AKWs, oder?).

Krebs

Die Blumen sind so schön, pflückst du sie aber, verwelken sie. Irgendwann.

Löwe Dich faszinieren wundersame Leute. Aber solange sie keinen Schnauz haben, solltest du aufpassen!

Ein Kurztripp in eine aufregende Stadt täte dir und deinem Schnauz ganz gut.

Jungfrau

Waage Spielst du ein Instrument? Nein? Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, damit anzufangen. Flöte zum Beispiel.

Skorpion

Bleib im Gleichgewicht und geh deinen eigenen Weg. Das Leben ist zu kurz, um anderen nachzurennen.

Schütze Du arbeitest zu viel, hast Stress. Mach mal Urlaub, dann sieht alles schon viel rosiger aus!

Mach ein wenig mehr Sport, das bringt dir den klaren Kopf, den du jetzt brauchst.


53

IMPRESSUM REDAKTION Chefredakteurin: Miriam Suter Vanja Kadic LAYOUT Sara Suter Corinne Leuthard, Jasmine Varadi

KONTAKT www.moustache-magazin.ch info@moustache-magazin.ch redaktion@moustache-magazin.ch layout@moustache-magazin.ch

© 2010 bei moustache. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle Bild- und Textmaterialien sind Eigentum von www.moustachemagazin.ch und dürfen nur mit deren Erlaubnis verwendet werden.

FOTOGRAF Oliver Fabel

STANDORT Atelier Bleifrei Buchserstrasse 19
 5000 Aarau

WEBSEITE Oliver Fabel

Ein grosses Dankeschön diesmal an: Julian Stäuble, Judith Erdin, Selin Aktektin


moustache  |  schnauziges

Tolle Festivals &

mit Sara Suter

zum Brotkorb

fieses Wetter

Sara Suter, Auszubildende, erzählt uns von ihrem Festival-Sommer. Eigentlich war mein Sommer ganz toll. Ich hatte fast den ganzen Juli frei. Drei Wochen hatte ich, um zu entspannen und einfach mal nichts zu tun. Eine Woche davon verbrachte ich in einem Kaff im Tessin (dies kann aber durchaus schön sein, imfall!). Die anderen Wochen vergingen wie im Flug, zwei Openair-Festivals standen noch auf dem Programm. Die Festivals haben bei mir jedoch schon im Mai angefangen, mit Kälte und Schlamm. Trotz des trüben Wetters zog es mich nach Nyon zum Long‘i‘Rock, wo die absolut tollste Band der Welt spielte: «SKA-P». Die Nacht dort war nicht mal so nass wie erwartet, eigentlich wirklich zu ertragen! Dann gings im Juni weiter mit einem der wohl grössten Openairs in der «Umgebung»: dem Sotuhside-Festival. Auf dieses freute ich mich besonders, denn die Ska-Band «The Specials» besuchte dort die Zeltbühne, und diese Engländer musste man einfach mal gesehen haben. Daneben spielten auch andere tolle Bands wie die «Beatsteaks», «Madsen» oder der Sänger Jack Johnson. Sogar «The Prodigy» hatten ihren Auftritt. Doch auch dort spielte das Wetter nicht so mit, wie erhofft. Empfangen wurden wir mit einigen Sonnenstrahlen, wo am Tag darauf leider Regen folgte. Dann, fast einen Monat später feierte ich am Openair Lumnezia. Dort sorgten «The Baseballs» schon am Nachmittag

für eine gute Stimmung und um Mitternacht spielten dann wieder die Besten. Zwar war‘s kalt und wieder regnerisch, dafür aber ein grossartiger Abend! Eine Woche später reiste ich nach Sélestat (im Elsass zwischen Colmar und Strasbourg), um wieder meine Lieblingsband zu sehen. An diesem letzten Festival spielte das Wetter ein einziges Mal mit. Nun, nach diesen paar Tagen und Nächte im Schlamm ist man ein wenig abgehärtet. Ach ja, die Dixie-Klos nicht zu vergessen… Als Festivalier hat man‘s ja nicht einfach. Im Eigentlichen reist du nur an einen Ort, um bestimmte Bands oder einfach Gleichgesinnte zu treffen. Doch auf dem Weg wirst du ständig angepöbelt von irgendwelchen Bünzli-Schweizern, die dich in dieselbe Schublade stopfen wollen, in welche pubertierende Handymusik-Poser gehören. Damit habe ich mich aber abgefunden, es geht hier nicht um Schubladen-Denker sondern um Spass! Und den hatte ich in diesen Sommer defnitiv.


53



3. Moustache-Magazin