Eyewear Issue 01

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THE VISIONARY MAGAZINE

www.eyewear-magazine.com

Issue 01

Faces of Eyewear – Into the White – Watersports Glasses – Sunglasses in Liquids

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New Magazine

EYEWEAR BOUTIQUE Sunglasses in Liquids

INTO THE WHITE

WeiSS ist das neue Schwarz

DESIGN FOR WOMEN ONLY Philippe Vergez von Jee Vice

MYKITA

German Handcraft vs. International Glamour

SUN DOESN’T ALWAYS SHINE RX-Pages: Ray-Ban, Prada, Vogue & Co.

WATERSPORTS GLASSES Blinded by the Light

STRICTLY CAZAL

Sammler mit Markenfetisch

Faces of Eyewear / Brand Profiles: Electric & Cazal / Classics Revisited: Oakley Eyeshade / Store Profile: Optik Oberländer / New Tech: Oakley Fast Jacket / Artview / Editor’s Choice / Details

Nr 01– 1/2011 D& AT: EUR 6 CH: CHF 9


Fotos: Mert D端r端moglu (mertphoto.com)

Welcome

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editorial

NEW COLLECTION 2011 issue 01

Sonnenbrillen sind mehr als nur Schutz für empfindliche Augen. Sie sind ein modisches Accessoire, ein Ausdruck von persönlicher Note, Stil, Geschmack und Kultur. Dabei gibt es sie in groß und in klein. Sie bestehen aus Metall, aus Acetat und aus geheimen Material-Kompositionen. Es gibt Hunderte von Labels, günstige und sündhaft teure. Es gibt sie von klassischen Sonnenbrillenmarken, aber auch von Mode-, Beauty und Autolabels. Es gibt die großen, globalen Marken und es gibt kleine enthusiastische Labels. Es gibt sie, um das Gesicht zu betonen, und es gibt sie, um das Gesicht zu verstecken. Es gibt sie für den Sport und es gibt sie für die Straße – in jeder erdenklichen Form und Farbe. Nur eines gab es bislang nicht: ein Magazin über die Sonnenbrille. Bis heute. „EYEWEAR – The Visionary Magazine“ ist unsere Hommage an die Sonnenbrille – ein Magazin für den Liebhaber, die Industrie, den Optiker und die Sunglasses-Stores. Brillante Fotos, Interviews mit Designern, Labels oder Sammlern, Brand- und Store-Profiles und immer

www.serengeti-eyewear.com

wieder Sunwear – all das ist EYEWEAR. Wir wollen hochwertige Produkte inszenieren und über sie informieren. Bei EYEWEAR dreht sich alles um die Sonnenbrille. Andererseits glauben wir auch den Worten eines Robert Miles: „The sky isn’t always blue, the sun doesn’t always shine“. Daher zeigen wir in EYEWEAR auch eine Auswahl an Korrektionsfassungen, mit denen man auch an weniger sonnigen Tagen stilsicher vor die Haustür treten darf. Wer keine Sehschwäche haben sollte, ist hier eindeutig im Nachteil oder greift auf Fensterglas zurück. Mit dem Schritt zum gedruckten Magazin werden wir dem Anspruch der Sonnenbrille nach einer hochwertigen Darstellung gerecht. Wir lieben das Internet, weil es schnell und flexibel ist, aber es bietet kein haptisches Erlebnis. Ein Printmagazin ist unsere logische Konsequenz. Dabei setzen wir auf Style und Qualität, ob bei der Auswahl unseres Papiers oder bei unseren Fotostrecken im Studio oder auf der Straße. Wir wünschen gute Unterhaltung.

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Large Aviator

Merano

Riano

Lizzano


CONTENT

8 NEWS Wir veröffentlichen auch die geheimsten INFOS

58 Addicted

Strictly Cazal – Sammler mit Markenfetisch

12 Faces of Eyewear

CONTENT

Editor

92 Art View

Stefan Dongus dongus@eyewear-magazine.com

Sunglasses x Art – mit Illustrationen von Oriana Fenwick

m: +49.(0)151.14271817

Art Direction

96 Mykita

Mia Bühler ... mit ihren fünf Favorites fast noch schöner

Till Paukstat paukstat@eyewear-magazine.com

German Handcraft vs. International Glamour Graphic

104 New Tech

George Popov

Wir durften sie schon in den Händen halten: Oakley Fast Jacket

Contributors Agi Habryka Nina Trippel Michaela Bühler

106 Brand Profile Electric

Marc Preinesberger Nada Carls

Corporate und Core – Electric schafft den Spagat

20 Eyewear Boutique 90 Models in Liquids

68 To Die For Das Leben ist wertvoller als jede Brille – auSSer sie stammt von Cari Zalloni

Holger von Krosigk

110 Sun doesn’t always shine

Photographers Mert Photo Stefan Dongus Dennis Fischer Frederik Augustin Christoph Maderer

Acht Korrektionsfassungen, für die man sich eine Sehschwäche wünscht

Proofreading

72 Classics Revisited

Kathrin Dreckmann

Oakley Eyeshade: Relaunch einer Ikone Publisher Monday Publishing GmbH

74 Into the White

Kamekestr. 20-22 50672 Köln t: +49.(0)221.945267-11

Elf Modelle treten den Beweis an: »WeiSS ist das neue Schwarz«

f: +49.(0)221.945267-27 www.eyewear-magazine.com

Geschäftsführer Stefan Dongus Holger von Krosigk

EYEWEAR

118 EyecadEmy

erscheint drei Mal im Jahr. Diese Zeitschrift und alle in ihr ent­h altenen Beiträge dürfen ohne

Warum Sonnenbrillen auf und am Wasser besonders wichtig sind

50 Retail Profile

vorherige schriftliche Erlaubnis des Verlags in keiner Weise weiterverwertet oder in elektronische Daten­banken aufgenommen werden. Ein Antrag auf Genehmigung für die Verwendung des

Optik Oberländer – Passion to Profession

urheberrechtlich geschützten Materials sowie für die Reproduktion von Auszügen in anderen Werken muss beim Verlag gestellt werden. Die hier abgedruckten Ansichten entsprechen nicht unbe-

54 Campaign Award

dingt denen des Herausgebers. Alle Rechte vorbehalten.

Aktuelle Oliver Peoples Kampagne gewinnt den begehrten Eyewear Campaign Award THE VISIONARY MAGAZINE

Mit der Triggernaut Transmission hätte MacGyver Atombomben gebaut

86 Der Visionär und seine Musen

EYEWEAR BOUTIQUE SUNGLASSES IN LIQUIDS

INTO THE WHITE

WEISS IST DAS NEUE SCHWARZ

DESIGN FOR WOMEN ONLY PHILIPPE VERGEZ VON JEE VICE

MYKITA

GERMAN HANDCRAFT VS. INTERNATIONAL GLAMOUR

SUN DOESN’T ALWAYS SHINE RX-PAGES: RAY-BAN, PRADA, VOGUE & CO.

WATERSPORTS GLASSES BLINDED BY THE LIGHT

STRICTLY CAZAL

SAMMLER MIT MARKENFETISCH

Philippe Vergez von Jee Vice WWW.EYEWEAR-MAGAZINE.COM

ISSUE 01

56 Details

FACES OF EYEWEAR – INTO THE WHITE – WATERSPORTS GLASSES – SUNGLASSES IN LIQUIDS

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NEW MAGAZINE

FACES OF EYEWEAR / BRAND PROFILES: ELECTRIC & CAZAL / CLASSICS REVISITED: OAKLEY EYESHADE / STORE PROFILE: OPTIK OBERLÄNDER / NEW TECH: OAKLEY FAST JACKET / ARTVIEW / EDITOR’S CHOICE / DETAILS

Nr 01– 1/2011 D& AT: EUR 6 CH: CHF 9


NEWS

NEWS

Tragbare Kunst | Colab x Kill Pixie

Super: W

Kunst ist Kunst ist Brille. Im Hause Colab gilt dieses Motto seit seiner Gründung 2007, denn für jede neue Kollektion sucht sich der australische Brillenhersteller einen Haufen internationaler und namhafter Artists, Fashion Labels, Designer, Illustratoren und andere Kreativköppe zusammen, um diese mindestens ein Modell der Kollektion designen zu lassen. Auch dabei bleibt es immer strictly arty: jedes jemals entworfene Modell ist limitiert auf 1000 Stück. Frühere Modelle von Leuten wie Marok, eBoy und Perks and Mini dürften bereits heute Seltenheitswert erreicht haben. Für die aktuelle Kollektion haben sich Colab neben Stefan Marx auch Kill Pixie an Bord geholt. Der australische Artist ist für seinen künstlerischen Killerinstinkt bekannt und hat mit der „KPI002 The Entrepreneur“ ein edles Gestell ausgewählt. Mit kleinen Artworks an der Bügelinnenseite, CR 39 UV Linsen in dunkelgrau und eingelaserter Punktapplikation an einem der Gläser - ein wirklich tragbares Kunstwerk. We like. www.colab.com.au

Es ist marketingtechnisch betrachtet schon nicht schlecht, wenn der Label­ name bereits eine wertende Aussage über die eigenen Produkte abgibt. Beim Designer für italienische Edelbrillen „Super“ ist dem wenig hinzuzufügen, finden übrigens auch Celebs und Super-Supporter wie Kanye West, Daft Punk und The Kills. Zum aktuellen Release des Models Super W „Zimen“ lässt sich einiges kurz und bündig summieren: Auf 33 Stück limitiert. Zeiss Gläser. Handgefertigt in Italien. Komplett mit hochwertigem Leder überzogen. Wenn das keine Ansage ist? Die Zimen wurde exklusiv für den frisch gelaunchten PIG Online-Shop produziert und ist so exklusiv, dass man wirklich schnell sein muss, um noch eines der 33 Modelle abzugreifen. Mit ihrer zeitlosen wie zackigen Form ist die Super Zimen sowohl eine Late-70ies-Hommage als auch ein Stück Retro-Future Design. Ausschließlich online erhältlich im PIG Shop. www.retrosuperfuture.com | www.pigshop.com

Falten nach Zahlen mit Studio Klass

Ein Hoch auf die Berlin-Connection: mit den beiden Labels Mykita und Uslu Airlines aus der Hauptstadt vereinen sich zwei ÜberfliegerStylos, die Brillendesign und Nagellack in Farbe und Form ganz wunderbar ergänzen. Schon 2006 brachten sie gemeinsam das gender­freundliche Brillen-Duo BOB und EVE, eine Pilotenbrille für Männer und Frauen, heraus. Jetzt kommen BOB und EVE reloaded in den drei exklusiven Colorways Grey Brown, Lilac und Neon Yellow, dazu passend kommen die Lacke für Hand und Fuß von Uslu Airlines. Wie gewohnt erhalten die Uslu-Lacke keine Farbnummer, sondern buchstäbliche Farbcodes internationaler Flughäfen wie Grey-brown/MYK (May Creek, USA), Lilac/ITA (Itacoatiara, Brasilien), Neon Yellow/SXF (Schönefeld Berlin, Deutschland). Ent­sprechend stehen BOB und EVE für die Flughäfen Bora-Bora und Evenes. Und trotz aller allover-the-world Internationalität: 100% handmade in Berlin. Home is where the style is. Ein rundes Konzept, ein tolles Jet-Set – ready for Take-off! www.mykita.com

Designer sind schon ein komisches Volk. Zu simpel wäre die These, es ginge ihrer Zunft ausschließlich um Ästhetik von Form und Farbe. Aber nein: es geht ihnen auch um Zahlen. Um die Perfektion der Reduktion von Zahl und Maß – wie gerade gelernt beim italienischen Designerduo Marco Maturo und Alessio Roscini von Studio Klass. Im Auftrag von Sonnenbrillenmogul Persol und gemeinsam mit Benedetta Medici entwickelten die Beiden die wohl flachste, faltbare Sonnenbrille: im Origami-Endstadium haben die „Folding Sunglasses“ eine Höhe von acht Millimeter, mit Verpackung sogar nur elf Millimeter. Persol-gebrandet mit der labeltypischen Brücke zwischen den Gläsern und die silbernen Pfeile an den Gelenken ist dies wohl die edelste und minimalistischste Variante eines Rubik’s Zauberwürfel. www.studioklass.com

Being Steve McQueen Cool, supercool, Steve McQueen. Als Superlativ und Inbegriff ge­ lebter Rebellion der 60er und 70er ist der Schauspieler ein echtes Idol gewesen und ein zeitloser Anti-Held der Liga Dean, Penn & Co. Als Sonnenbrillenfreund und expliziter Persol-Fan besaß McQueen seiner­ zeit eine regelrechte Sammlung von Modellen des italienischen Traditionsunternehmens, aus der 2006 ein Originalmodel für über 70.000 Dollar versteigert wurde. Es hätte ihm sicher gefallen, dass heute seine einstige Lieblingssonnenbrille, die Persol PO 714, ihm zu Ehren neuaufgelegt gelauncht wird. Die PO 714 kommt in drei verschiedenen Farben mit Gläsern aus Kieselerde: Light Havana mit blauen Gläsern - wie McQueen sie trug, Havana mit Honey-farbigen Gläsern und in Schwarz mit Grey-Smoke-farbigen Gläsern. Besonderer Clou und Extra-Goodie der Neuauflage: die Metallscharniere zwischen den Gläsern machen die Brillen lässig zusammenklappbar. Mit McQueen Signature und edlem Ledercase ein echtes SammlerHighlight. Better don’t miss. www.persol.com

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Texte: Nada Carls

Flying High mit Mykita x Uslu Airlines

Your Desire: Nooka Venus Nooka says: „We believe the future should not look like the past.“ True dat. Nooka, eher bekannt für abgefahrenste Uhrendesigns und Kollaborationen, stehen für ein angenehmes Non-Retro, was in unseren Zeiten der Stilaufwärmerei einen beachtlichen Seltenheitswert hat. Und sie machen seit neuestem auch Sonnenbrillen und bleiben dabei natürlich ihrem Credo treu: die Venus ist das Nooka Model, das das Label produkttechnisch besser nicht hätte umsetzen können. Herausgekommen ist eine spiegel- und stahlgewordene Zukunfts-Vision, zu der man sich sicher weniger ein Motorbike als einen Cyber-Jetski vorstellt. Hochwertigste Materialien und feinste Verarbeitung machen die Venus zu einem visionären Luxusgut. She’s got it. www.nooka.com


Porsche P’8480

Porsche ist technisch, innovativ und sexy. Das gilt nicht nur für die schnellen Flitzer der Zuffenhausener Autoschmiede, sondern auch für deren Sonnenbrillen–Kollektion. Ein besonderes Highlight und unser Editor’s Choice der ersten Ausgabe ist die P’8480. Der aus Titan gefertigte Rahmen fasst die grünlich schimmernden Gläser und verfügt über einen durchdachten Faltmechanismus. Dank dieses Features lässt sich die Brille auf die Hälfte ihrer Größe zusammenfalten und passt in jede Hemdtasche. Es gibt also keinen Grund, das Haus ohne unseren Favoriten zu verlassen.

Origami at its best

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Woman: et17752-534 Man: et17754-557 | Charmant GmbH Europe I info@charmant.de I t 08131 3828-0

editors`s choice


F A C E S o f e y e w ea r

F A C E S o f e y e w ea r

Portrait: Nino Halm

Fotostrecke: Dennis Fischer

Mia Bühler Sie ist Model, Bloggerin, selbständige Spezial­istin für Online- und Social Media Marketing und ständig auf der Suche nach News aus der gro­SSen weiten Streetwear- und Fashion-Welt – Mia Bühler aus Stuttgart. Mit Uberding.net und ihrem eigenen Projekt Whatsheart.com bedient die 22-Jährige gleich zwei Blogs parallel. Was aber noch viel wichtiger ist: Sie liebt Sonnenbrillen – und das nicht nur aus beruflicher Motivation heraus. Wie sehr, wie gut sie ihr stehen, und was

Electric Lovette

die hübsche Schwäbin sonst noch bewegt, zeigen wir euch hier in unserer Rubrik ‚Faces of Eyewear’.

Mia: »Die Electric Lovette ist der Hingucker schlechthin. Sie trägt dick auf und glänzt durch die extravagante Form. Besonders gefällt mir die hochwertige Verarbeitung. Auch die Prägung des Logos empfinde ich als gelungen.«

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F A C E S o f e y e w ea r

Hallo Mia, wir haben ein paar Sunglasses mitgebracht und wollen gleich ein paar Fotos machen. Ok? Gerne! Ich glaube es gibt wenige Frauen, die bei einer solchen Auswahl an Sunglasses keine langen Finger bekommen. Zunächst aber ein paar Fragen zu deiner Person. Wer ist Michaela Bühler? Mia Bühler – das bin ich - ist eine lebensdurstige, modeverliebte Neuzeit-Lady und gleichzeitig ein so einfaches Mädchen aus dem Süden Deutschlands. In wenigen Worten ist das schwer zu beschreiben. Wenn man im Internet nach Michaele Bühler sucht, stolpert man sehr oft über deinen Namen. Da findet man das Model, die Bloggering, eine Websitebetreiberin und die Expertin in Sachen Online- und Social Media Marketing. Wer davon bist du und wer sind nur Namensgleiche? Hah! Da sieht man, wie gerne ich zwischen meinen liebsten Tätigkeiten switche. Mein Tag hat zwar auch nur 24 Stunden, aber ich mache und bin all das, was Du gerade aufgezählt hast. Seit jungen Jahren übe ich mich als Model. Seit Beginn meines Marketingstudiums im Bereich Medien und Kommunikation habe ich die sozialen Medien für mich entdeckt und habe mich in diesem Bereich selbstständig gemacht. Das Bloggen ist eine wunderbare Tätigkeit, welche die Bereiche Modeln und Social Media super vereint. Es reicht mir nicht nur ein Beschäftigungsfeld, ich möchte keines meiner „Gesichter“ missen

F A C E S o f e y e w ea r

Und was bietest du in Sachen Social Media Kompetenz an? Recht viel. Mein Know-How reicht von der Analyse bis zur Zielgruppenansprache. Zu meinen Leistungen zählen zum Beispiel die Kampagnenplanung und die Kommuni­ kation mit Interessenten und Kunden durch Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Xing. Ich betreue und monitore alle Kommunika­ tionskanäle und biete zusätzlich auch mein eigenes Netzwerk zur Verbreitung von Messages an. Viel passiert über Mundpropaganda, vieles ist aber auch harte redaktionelle Arbeit. Doch ich fühle mich angekommen und wohl in diesem Berufsfeld. Mehr zu meinen Kompetenzen und Referenzen findet der interessierte Leser unter www. miabuehler.com Das sieht in der Tat recht beeindruckend aus. Da gibt es aber auch noch deinen eigenen Blog whatsheart.com und mit uberding.net einen Blog, den du gemein­sam mit anderen betreibst. Wodurch lässt du dich bei deiner Arbeit inspirieren? Mich inspirieren das tägliche Leben und die Art, wie wir miteinander kommunizieren. Außerdem lese ich viel. Ob es nun Magazine, Blogs oder Bücher sind – Hauptsache es gibt mir Input und stößt meine Gedanken an. Für die Entwicklung von Kampagnen und Social Media Konzepten ist viel Kreativität gefragt. Mir helfen hier das Reisen und das Autofahren mit guter Musik, um auf frische Ideen zu kommen. »

Langeweile scheint da nicht aufzu­ kommen. Seit wann modelst du schon? Ich model jetzt seit circa sieben Jahren. Während dieser Zeit habe ich an den verschiedensten Shootings teilgenommen. Die Mehrzahl meiner Fotos wurden für Streetwear Brands und Magazine geshootet. Es war aber auch einiges aus dem Bereich Kunst und Sport dabei.

Vogue VO 2651-S

Mia: »Welche Frau liebt sie nicht? Ich bin großer Fan der besonderen Bügel sowie der Tönung der Gläser. Die Sonnenbrille von Vogue ist einfach Glamour pur und für ganz besondere Ereignisse geeignet.«

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F A C E S o f e y e w ea r

Du wohnst in Stuttgart. Ins Schwäbische reingeboren werden ja viele, aber Personen wie dich vermutet man eher in Berlin, Köln oder Hamburg. Bist du Stuttgarter Überzeugungstäterin? Eigentlich wollte ich nach meinem Studium so schnell wie möglich weg aus Stuttgart. Berlin und Köln waren immer meine Lieblingsstädte. Doch wenn man so ein Szenenmädel ist wie ich, kommt man ziemlich gut rum. Es gibt wenige Wochenenden oder freie Tage, welche ich mal hier in meiner „Heimat“ verbringe. Ich habe diesen Kontrast, diese Abwechslung lieben gelernt. Ich bin gern für Messen und Events in den Metropolen Deutschlands und auch gerne im Ausland unterwegs. Aber zurück ins überschaubare Stuttgart zu kehren, wo so ziemlich alles berechenbar ist, kann ganz angenehm sein und gibt mir den nötigen Ausgleich, den ich für mein doch recht stressiges Leben als junge Selbständige benötige. In der modernen Welt 2.0 ist so ziemlich alles von jedem Platz dieser Erde aus möglich. Eine Tatsache, die mir sehr entgegen kommt. Du schätzt also besonders das Reisen an deinem Job? Ja, ich liebe das Reisen und die Abwechslung. Ich komme mit den verschiedensten Menschen und Unternehmen in Kontakt und werde für redaktionelle Berichts­ erstattungen an die tollsten Orte und zu den wunderbarsten Events geschickt. Ich entdecke durch meinen Job unendlich viel, und auch an mir selbst entdecke ich dadurch immer wieder neue Facetten.

F A C E S o f e y e w ea r

» Niemals gehen Sonnenbrillen mit orangenen oder gelben Gläsern. Alle was recht ist, aber das ist für mich ein absoluter Igitt-Faktor! Ausserdem stehe ich nicht so sehr auf ’I wear my sunglasses at night‘.«

Du hast ja auch ein Faible für Sun­ glasses. Wie viele Modelle besitzt du? Sonnenbrillen sind wunderbare Accessoires. Natürlich braucht man für jeden Stil eine, ob es denn nun chic, sportlich oder einfach lässig auf die Straße geht. Leider sind Sonnenbrillen bei mir auch von großem Verschleiß betroffen, deswegen kann ich nur schätzen. Ich tippe im Moment sind es 15 bis 20 Modelle.

Dolce & Gabbana „Madonna“ DG2089

Das ist ordentlich, aber noch überschaubar. Seit wann sammelst du Sunglasses? Bewusst sammele ich erst seit ein bis zwei Jahren. Aber schon davor hatte ich ein Faible für Sonnenbrillen, insbesondere für Rari­ täten. »

Mia: »Die Madonna DG 2089 ist eine Göttin unter den Brillen. An ihr gefallen mir besonders die dunklen Gläser, durch die man meine Augen nicht erkennen kann. Die perfekte Begleiterin für den ‚Tag danach’.«

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F A C E S o f e y e w ea r

F A C E S o f e y e w ea r

Porsche Design P‘8519

Mia: »Porsche verkörpert Luxus. Das gilt auch für die Brillen. Sportlich, elegant und modisch – Auto und Brille. Besonders schön finde ich, wenn das Licht durch den Rahmen scheint und die Farbgebung dadurch besonders hervorsticht.«

Worauf legst du bei Deinen Brillen besonderen Wert? Was muss eine Sonnenbrille können? Besonders viel Wert lege ich auch auf eine saubere, gute Verarbeitung von Gläsern und Rahmen. Die Brille soll mich schließlich nicht nur eine Saison begleiten. Bester UV-Schutz dürfte ja bei allen guten Labels Standard sein.

Und wann kannst du nicht auf eine Sonnenbrille verzichten? Oh diese Antwort fällt mir leicht. Das ist definitiv die ModeMessezeit im Sommer. Vier bis fünf Tage am Stück heißt es, von Messe zu Messe zu ziehen und eine Show nach der anderen zu besuchen. Auch das Abendprogramm zieht sich natürlich immer bis in den frühen Morgen. Am nächsten Tag frisch und munter auszusehen, ist auch mit den tollsten Make-Up-Tricks nicht möglich. Da muss die Sonnenbrille drauf.

Was ist für dich der Style der Saison 2010? Dieses Jahr sind mir vor allem Vintage Brillen mit großen Gläsern aufgefallen, die beinahe das ganze Gesicht verdecken.

Was macht Mia Bühler in fünf Jahren? Ich hoffe, Mia Bühler strahlt auch in fünf Jahren noch genauso wie heute. Oder vielleicht sogar stärker, so dass das Gegenüber eine Sonnenbrille tragen muss ... Nein im Ernst, ich hoffe, es geht alles genau so seinen Weg weiter. Dann entdeckt ihr mich auch in fünf Jahren noch in Magazinen, hoffentlich in Bild und Wort.

Und was glaubst du, welcher Sonnenbrillen-Style 2011 angesagt sein wird? Ich glaube, im kommenden Jahr wird wieder mehr auf leichtere Gestelle geachtet, die einfach bequemer und sportlicher zu tragen sind.

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HamburgIda 8

Welches war die teuerste Brille, die du jemals gekauft hast? Ich glaube es war eine original Vintage Zeiss – Pilotenbrille, die um die 350 Euro gekostet hat.

Mia: »Eine meiner Favorites! Besonders gut gefällt mir die Tönung der Gläser und dass diese besonders groß sind. Da die Gläser nicht zu dunkel sind, ist das auch eine perfekte Sonnenbrille für den Herbst und Winter. Ansonsten ist sie recht mini­m alistisch im Design – weniger ist oft einfach mehr.«

Egal was auch passiert, was würdest du in Sachen Sonnenbrille niemals tun? Niemals gehen Sonnenbrillen mit orangenen oder gelben Gläsern. Alles, was recht ist, aber das ist für mich ein absoluter Igitt-Faktor! Außerdem stehe ich nicht so sehr auf „I wear my sunglasses at night“. Außerdem sollten Sonnenbrillen aus Prinzip bei wichtigen Gesprächen abgenommen werden.

Letzte Frage: Was reizt dich am Modeln mit Sonnenbrille? Das Modeln mit Sonnenbrille ist Entspannung pur. Man muss kein besonderes „Augenmerk“ auf den Blick und den Ausdruck der Augen legen. Auch das Blinzeln und das anstrengende Scheinwerfer­ licht sind bei Shootings mit Sonnenbrillen kein Problem. Dann lass uns mal entspannt ins Studio gehen und für unsere Leser ein paar schöne Fotos schießen.

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eyewear boutique

eyewear boutique

EYEWEAR

In Liquids

Fotos: Mert D端r端moglu (mertphoto.com)

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1 Dunhill D3002 2 Boss Orange BO 0017/S 3 Davidoff 97606-510

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4 Persol 2976-S 5 Persol 2988-S 6 Persol 2994-S

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eyewear boutique

eyewear boutique

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1 Ray-Ban 3447 2 R ay-Ban 3447 3 Persol 2388-S

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4 Gucci GG 1943/S 5 Gucci GG 2887/S

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eyewear boutique

eyewear boutique

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1 Jaguar 37531 2 Davidoff 97320 3 Jaguar 37707

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4 Serengeti Vasio 7375 5 Philippe Starck PL 0805 6 Philippe Starck PL 0619

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eyewear boutique

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1 Tom Ford James TF 191 2 Dsquared2 DQ0057 3 Initium All In

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4 Serengeti Large Aviator 7509 5 Carrera Turbo 6 Porsche P’8478

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eyewear boutique

eyewear boutique

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3 6

1 Police S8530 2 Police S8516 3 Police S8299

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4 Gucci GG 3179/S 5 Givenchy SGV 358 6 Mykita Col913

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eyewear boutique

eyewear boutique

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1 Benetton BE 597 2 Dsquared2 0060 3 Hamburg Eyewear Lotse 185

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4 Dragon Momentum Bullseye 5 Marc Jacobs MJ 344/S 6 Dragon Hamptons Blue

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eyewear boutique

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1 Oakley Jupiter 2 bollĂŠ King 11003 3 Arnette Wager

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1 Electric Shotglass 2 Nike Adrenaline 3 Gant GS Struan

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eyewear boutique

eyewear boutique

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1 Triggernaut Brown Sugar 2 Triggernaut Agent Orange 3 Oakley Holbrook

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1 Dragon Jam 2 Dragon Tiger Tort 3 Arnette Fire Drill

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eyewear boutique

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1 Escada SES 188 2 Escada SES 187 3 Escada SES 747

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1 Esprit 2 Esprit 3 Esprit 4 Esprit

ET 17728 ET 17735 ET 17729 ET 17748

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eyewear boutique

eyewear boutique

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1 Ray-Ban RB 4152 2 Dolce & Gabbana DG 4101 3 Missoni MI707-06

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1 Mykita Col911 2 Jee Vice Red Hot 3 alain mikli cat 02

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eyewear boutique

eyewear boutique

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1 Marc O’Polo 506033 2 Bogner 736027 3 Carrera Margot

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1 alain mikli cat 02 2 R ay-Ban RB 4152 3 alain mikli cat 03

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eyewear boutique

eyewear boutique

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2 6

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1 Cazal 9013 2 Cazal 9019 3 Cazal 9021

1 Chopard 2SCH 076S 2 Roberto Cavalli Fresia 574S 3 Chopard 2SCH 805S

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eyewear boutique

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1 Vogue VO 2664 2 Vogue VO 2662 3 Vogue VO 2665

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1 Prada SPR 05M 2 Prada SPR 19M 3 Prada SPR 19M

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eyewear boutique

eyewear boutique

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1 Tom Ford Tabitha TF 183 2 Calvin Klein CK7747S 3 Fendi FS5152

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1 Marc Jacobs MJ 347/S 2 Fendi FS 5142 3 GF FerrĂŠ FF 701-03

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eyewear boutique

eyewear boutique

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1 Oakley Beckon 2 Tom Ford Callea TF 165 3 Electric Hightone

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1 bollĂŠ Ruby 11164 2 Smith Draper 3 Oakley Fringe

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r e ta i l p r o f i l e

r e ta i l p r o f i l e

Klare Regel: Ein Schaufenster, ein Label.

Interview: Marc Preinesberger

optik oberländer

Licht von hinten wirkt .

Passion to Profession Oberländer ist ein Name, der auch über Köln hinaus für seine besondere Auswahl an Brillen bekannt ist. In zwei Geschäften bietet der Optiker professionelles Handwerk und ein attraktives Markenportfolio - von sportlichen Oakleys bis hin zu eleganten Chanels. Wer genau hinschaut, der wird in der Auslage aber auch den einen oder anderen Insider-Tipp finden. Vom Banker in Anzug und Krawatte bis hin zum ausgeflippten Künstler - die Kundschaft ist vielschichtig, scheint aber auch stets ein großes Interesse für das Produkt mitzubringen. Wir trafen den Inhaber Armin Vogel und ließen uns in angenehmer Atmosphäre sein Konzept erläutern. Herr Vogel, wir stehen im Optik Oberländer, die Einrichtung mutet außergewöhnlich hell und modern an. Stehen wir in einem Optik-Fachgeschäft oder in einem modernen Sunglasses-Store? Wir haben eine interessante Mischung zwischen dem Optiker und dem Sunglasses-Store gefunden. Gerade in den Sommermonaten sind wir der absolute Sonnenbrillen-Fashion-Store. Die technischen Prozesse, die im Hintergrund ablaufen, bemerkt der Kunde gar nicht. Dies ist für uns und für den Kunden vielmehr eine Selbstverständlichkeit. Natürlich sind wir ein Optik-Fachgeschäft, dennoch laufe ich nicht mit einem weißen Kittel durch den Laden. Wir verkaufen ‚Mode’.

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Geht man an Oberländer vorbei, bekommt man auf den ersten Blick den Eindruck, dass es sich um ein MonolabelStore handelt. Ein Schaufenster – eine Marke. Hat das System? Unsere Schaufenster sind ein Spiegel unserer Markenphilosophie. Wir konzentrieren uns auf eine festgelegte Anzahl an Labels und gehen dort in die Breite, um möglichst viel der Kollektion zu zeigen. Mit unseren Schaufenstern sprechen wir eine klare Sprache – und das alle drei Wochen aufs Neue. Unsere Kunden sind markenaffin – sie finden das gut.

Wie sind Sie zu dem Beruf Optiker und zum Geschäft Oberländer gekommen? Nach Absolvierung der Ausbildung zum Augenoptiker habe ich als Geselle bei Optik Oberländer gearbeitet und auf der Höheren Fachschule in Köln in einem fünfsemestrigen Studiengang den Meister erworben. Mittlerweile bin ich seit 15 Jahren bei Optik Oberländer, übernommen habe ich das Fachgeschäft vor zehn Jahren. In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesem Geschäft in der Ehrenstrasse gibt es noch ein weiteres Geschäft. Warum zwei? Wir brauchen den Platz und nutzen die Chance, den Kunden unterschiedliche Sortimente zeigen zu können. Dieses Geschäft hier ist eher sportiv und modern. Unser Geschäft in der Pfeilstraße zeigt die eleganten und chicen Labels wie Chanel, Bulgari und Christian Dior. Es gibt kaum Überschneidungen in den Sortimenten. Dieses Geschäft hier ist sehr hell, und das Interieur ist komplett in Weiß gehalten. Ja, Weiß ist für mich die schönste Farbe. Außerdem kommen die Produkte dabei besonders gut zur Geltung. Da wir die Brillen vor einer Lichterwand präsentieren, kann der Kunde auch sehr gut die Gläserfarbe erkennen. Dies ist ein maßgebliches Kriterium beim Sonnenbrillenkauf.

Ihre Stores befinden sich inmitten trendiger Modegeschäfte. Woher kommen eure Kunden? In erster Linie aus dem Kölner Umland. Wir haben aber auch Kunden, die extra aus Hamburg, Berlin, oder Frankfurt anreisen. Was haben andere Brillenläden nicht, weshalb ein Kunde zum Kauf einer Sonnenbrille quer durch die Republik reist? Ich vergleiche das immer gerne mit einem guten Essen. Optik Oberländer ist wie ein Besuch in einem Feinschmecker-Restaurant, etwas auf das man sich freuen soll. Die Kunden merken, dass die Art und Weise, wie sie beraten werden, hier anders ist als bei vielen anderen. Unsere Mitarbeiter haben einfach einen Blick für die richtige Brillenform und -farbe für jeden Kunden. Aber natürlich wird auch der Service bei uns groß geschrieben - und das schon seit über 40 Jahren. »

Woher kommt die Inspiration zur außergewöhnlichen Lichtinstallation? Das „trashige“ Design ist abgestimmt auf die Präsentationswände. Die Lichtinstallation ist komplett „handmade“ und sorgt für ein einladendes Ambiente. Licht ist für mich ein wichtiges Stilelement in meinen Geschäften.

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r e ta i l p r o f i l e

r e ta i l p r o f i l e

Auf dem Tisch vor uns liegt ein Magazin, in dem wir eine Gemeinschaftswerbung von Optik Oberländer und dem Sportgeschäft Alpenstille in Rösrath sehen. Wie kommt es zu dieser ungewöhnlichen Kooperation? Da gibt es eine recht einfache Erklärung. Das Sportgeschäft mit einem Fokus auf Ski- und Golfprodukte gehört mir. Eine recht ungewöhnliche Kombination. Auch wenn es zunächst etwas völlig anderes zu sein scheint, gibt es doch zahlreiche Überschneidungen. Schließlich tragen gerade beim Sport viele Leute Kontaktlinsen oder modische Sportbrillen. Auch beim Klientel gibt es sehr viele Überschneidungen.

Von modisch …

… bis spor tlich.

Sind es diese dienstältesten Mitarbeiter, die das Marken­ portfolio festlegen und den Einkauf verantworten? Als Geschäftsführer bin ich federführend. Aber letzten Endes entscheiden wir gemeinsam im Team, was uns gefällt und mit welchen Modellen wir uns auch wirklich identifizieren können. Man findet die Labels, die wir führen, zwar teilweise auch woanders, aber unsere Kunden wissen genau, dass wir Modelle führen, die es sonst nicht so häufig gibt.

Frauen waren und sind nach wie vor auf der Suche nach harmonischen großen Formen, die den Schwung der Augenbrauen wieder aufgreifen. Auch bei Männern sind die Brillen ganz klar wieder größer geworden. Das sieht man am schon seit Jahren angesagten Aviator-Style. Wie halten Sie sich in Sachen Brillenmode auf dem Laufenden? Designer und Hersteller kommen oft auf Oberländer zu, um von mir Trendimpulse zu bekommen. Wir beratschlagen uns über Formen, Farben und Trends für kommende Modelle.

Gibt es Inspirationsquellen für die Markenauswahl? Wodurch lasst Ihr euch beeinflussen? Ganz wichtige Faktoren sind für mich mittlerweile allgemeine Mode- und Farbtrends. Wir müssen wissen, welche Farben nächsten Sommer oder Winter angesagt sind. Modefarben setzen sich heutzutage, im Gegensatz zu früher, auch bei Brillen durch. Außerdem sind für uns auch immer kleine Labels attraktiv. Die haben, was Form, Farbe und Material ihrer Modelle angeht, oft interessante Geschichten zu erzählen.

Sie sind also maßgeblich am Design neuer Styles beteiligt? Sagen wir mal so, ich liefere einen gewissen Input, der den Designern bei ihrer Arbeit hilft. Was bringt der enge Kontakt zu den Designern mit sich? Wir bekommen neue Kollektionen früher als viele andere. Das ist uns auch sehr wichtig. Unsere Kunden sind in Sachen Mode sehr gut informiert. Die erwarten von uns, dass wir die Sonnenbrillen für nächsten Sommer bereits jetzt im Sortiment führen.

Seid ihr denn experimentierfreudig, was neue Labels angeht? Ja! Wir sind immer auf der Suche nach neuen Labels. Ich bin viel unterwegs auf Messen, um neue Trends und Labels zu entdecken. Ich finde es sogar richtig spannend, wenn ich ein kleines Label entdecke, das sonst noch keiner anbietet. Einige unserer Kunden möchten auch nur solche Sonnenbrillen haben, die selten auf der Straße zu sehen und unbekannt sind. So gehörten wir z. B. auch zu den ersten Shops in Deutschland, die Mykita führten.

Ich habe auf eurer Internetseite gesehen, dass ihr auch Costumized Brillen anbietet. Wie kann ich mir das vorstellen? Wir vermessen den Kopf des Kunden, suchen eine passende Brillen­form aus und können diese in verschiedensten Farben und Materialien herstellen. Sollte noch irgendetwas an der Brille nicht passen, kann der Produzent die Bügel, den Nasensteg oder Sonstiges genau auf den Kunden zuschneiden. Damit der Kunde abschätzen kann, wie er mit der Brille aussehen wird, zeigen wir ihm vorab eine Fotomontage, in der die Brille in das Gesicht des Kunden animiert wird. Erst wenn der Kunde mit dem Ergebnis zufrieden ist, wird das Wunschmodell in Handarbeit gefertigt. Das Ergebnis sind perfekt auf den Kunden zugeschnittene Brillen.

Experimentierfreudige sind oft ja auch stilsicher. Welcher Style war 2010 besonders angesagt? Und wie sehen die Trends für die Zukunft aus?

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Und warum gerade ein Skigeschäft? Ich bin früher selbst Skirennen gefahren und habe als Skilehrer und Skibergführer gearbeitet. Es besteht also auch hier eine große persönliche Affinität zu dem Thema. Früher wurde ich häufig von Bekannten gefragt, ob ich ihnen Skizubehör besorgen könnte. Irgendwann schoss mir dann die Idee in den Kopf, diese Nachfrage professionell zu bedienen. Alpenstille in meinem Wohnort Rösrath ist inzwischen eine der größten Skiverleihstationen nördlich der Alpen.

Kombi Werbung : Brille + Ski

SCHNELLE FRAGE – SCHNELLE ANTWORT

Interessant. Beeinflussen sich die beiden zunächst völlig unterschiedlich erscheinenden Branchen positiv? Oder ist es nicht eher eine Zerstreuung? Die Vielseitigkeit und auch die Unterschiedlichkeit beider Sparten inspiriert mich total. Wenn ich auf die Ispo fahre, sehe ich dort ganz andere Menschen und Produkte als auf einer Optikmesse. Das hilft, mal einen Schritt zur Seite zu treten und das eigene Geschäft mit etwas Distanz zu betrachten. Hier erfahre ich viel Inspiration und nehme viele Ideen mit, von denen ich einige als Optiker umsetzen kann. Wenn man Sie über Ihre Arbeit reden hört, verfestigt sich der Eindruck, Sie haben Ihre Leidenschaften zum Beruf gemacht. Absolut. Für mich ist mein Job mehr, als Brillen zu verkaufen und Optikerdienstleistungen anzubieten. Mir ist der persönliche Kontakt zu den Kunden sehr wichtig. Unser kulinarischer Service ist bereits sehr bekannt und beliebt. Die Kunden wissen, dass wir mit Leidenschaft bei der Sache sind.

Preissegment? Der Schwerpunkt liegt zwischen 100,- und 300,- €, nach oben sind jedoch kaum Grenzen gesetzt. Die teuerste jemals verkaufte Brille? Eine handgefertigte Naturhornbrille für etwa 4.000,- €. Umsatz-Verhältnis zwischen Sonnenbrille und Korrektionsfasssung? Sommer: 2/3 Sonne, 1/3 Korrektion Winter: 1/2 Sonne, 1/2 Korrektion Umsatzeinbuße während der Finanzkrise? Nein, wir haben sogar Umsatzrekorde realisiert. Was schätzen die Kunden an Oberländer? Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, die angenehme

Kulinarische Genüsse? Lecker. Da könnte man ja gleich noch auf einen Kaffee bleiben. So soll das auch sein. Die Kunden fühlen sich bei uns wohl. So kommen viele bei einer Shoppingtour auch einfach so mal auf einen Kaffee, Prosecco oder im Winter auch schon mal auf einen Glühwein vorbei. Bei Oberländer ist das eine Selbstverständlichkeit.

Atmosphäre und den persönlichen Bezug zu den Mitarbeitern. Wie viele Sonnenbrillen besitzen Sie persönlich? Ich schätze etwa 25 Stück. Ich bin also eher Sonnen­ brillen-Liebhaber statt Sammler.

Und zu guter Letzt ein Ausblick. Wo steht Oberländer in fünf Jahren? Oberländer wird weiterhin DER Trendsetter in Sachen Brillenmode sein. Unser Konzept basiert darauf, immer am Puls der Zeit zu sein.

Was immer auch passieren mag, was wird Optik Oberländer niemals tun? Wir würden niemals zum Discounter werden.

Herr Vogel, vielen Dank für das Interview.

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2011 Kampagne

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Provokativ und sexy in Szene gesetzt präsentiert Oliver Peoples seine neue Frühjahrskampagne 2011. Das Luxus Eyewear Label aus LA engagierte für den Shoot die aufstrebende Regisseurin und Fotografin Lisa Eisner, welche wiederum die Models Rebecca Schwartz und Devandra Banhart sehr anmutend und intim inszeniert. Dabei geben die Protagonisten auch ein bisschen aus ihrem Privatleben preis, beide sind nämlich auch im 'richtigen Leben' ein Paar – eine Authentizität, die den Fotos gut tut. Als Location für das Fotoshooting wurde bewusst das bekannte Rainbow House von Star-Architekt John Lautner ausgewählt. Analogien zwischen dem Klassiker in Eleganz und Design und den Produkten von Oliver Peoples lassen sich durchaus herstellen. Schöne Produkte, schöne Models, schöne Fotos – Gründe genug, den Campaign Award in unserer aktuellen Ausgabe Oliver Peoples zu verleihen.

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Eine für alles, und alles für eine. Ob Surfen, Ski- oder Radfahren, die Transmission von Triggernaut fühlt sich auf jedem Terrain zuhause. Die Multifunktions-Sportbrille ist ein wahrer Alles­könner, den man nicht nur auf seine individuellen Bedürfnisse hin anpassen kann, sondern einer, der dabei auch noch gut aussieht.

Sportler schätzen vor allem die hohe Zuverlässigkeit des Hidden Transforming-Systems. Die Bügel der Brille lassen sich unkom­ pliziert gegen ein flexibles Sportband austauschen, das für guten Sitz sorgt. Ferner kann die Transmission mit einer Safety Leash (Zubehör) vor Verlust auf dem Wasser gesichert werden. Der herausnehmbare FTV-Windblock der Transmission schützt die Augen verlässlich vor Fahrtwind. Der Windblock hat speziell konzipierte Windkanäle, die für eine optimale Belüftung sorgen, um ein An­laufen der Gläser zu vermeiden, ohne dabei die Augen zu reizen. Der leichte Rahmen der Brille besteht aus TRI 90, einem splitterfreien Hochleistungspolyamid, das auch heftigen Stürzen Stand hält. Die multifunktionale Brille eignet sich laut Triggernaut ideal für Sportarten wie Skifahren, Segeln, Surfen, Paddeln, Rad­fahren oder Snowboarden. Das trotz der Funktio­ nalität ansprechende Design der Transmission erlaubt, auch in der Fußgängerzone bummeln zu können und dabei gut auszusehen.

Die polarisierten Linsen der Transmission absorbieren 99,9 Prozent des reflektierten grellen Lichts von glatten und glänzenden Oberflächen, so dass das menschliche Auge Details besser wahrnehmen kann. Die Transmission hat ein Glaswechselsystem mit splitterfreien, polarisierten Polykarbonatgläsern in Filterklasse „3“ für sonnige Bedingungen und orange Polykarbonatgläser in Filterklasse „1“ für diffuse Lichtbedingungen. In der Transmission lassen sich sogar optische Korrekturgläser verwenden.

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Fotos: Phillip Himburg

Featuring: Triggernaut Transmission

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Sammler mit Markenfetisch ·Interview: Marc Preinesberger·

Sein Beruf ist Grafik-Designer und seine Leidenschaft gehört den Sonnenbrillen. Aber nicht irgendwelche. Nein, nur Cazals dürfen es sein. Doch selbst hier ist Alexander Dosiehn wählerisch, denn seine Vorliebe gilt ausschlieSSlich den Vintage-Modellen. So kommt es, dass er ständig das Internet nach bereits vergriffenen Modellen durchforscht und selbst einige seiner Sammlerstücke verkauft. Nach 15 Jahren, die er nun schon CazalAnhänger ist, zählt heute eine beachtliche Zahl an Brillen zu seinem Besitz, die vor allem durch ihr stark vom Mainstream abweichendes Design und ihre Extravaganz auffallen. Dass wir auf Alex trafen, ist kein Zufall. Der Grafik-Designer hat sein Büro auf der gleichen Etage wie das Eyewear Magazine.

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College- und Teamjacken diverser NBA-, NFL- und NBL-Vereine sowie Kangol-Hut, Goldketten und Goldringe angesagt. Das Ganze wurde dann mit einer Pseudonym-Gürtelschnalle und dicken weißen Sneakers mit Fat Laces gekrönt. Cazal-Brillen kamen bei mir allerdings erst später dazu. Pseudonym-Gürtelschnalle? Wie nanntest du dich denn damals? Dukie. Natürlich habe ich meine Gürtelschnalle, den dazu ge­ hörigen Dukie-Ring und die Dukie-Jacke noch. „Dukie“ ... das ist gut. Und warum Hip-Hop? Was hat dich an dieser Musik so gereizt? Als Hip-Hop nach Deutschland kam, ging es mir wie vielen anderen: Mit Filmen wie „Wild Style“ und „Beat Street“ kamen RapMusik, Breakdance, DJing und Graffiti ins Kinderzimmer und sind geblieben. Du hörst die Platten vom älteren Bruder eines Freundes, versuchst Dich an Electric Boogie Tanzschritten und kannst jede DJ-Einlage aus den aktuellen Rapsongs auf dem Tisch mitscratchen. Das Fieber und die Neugier auf das, was in New York begann, war so groß, dass es mich bis heute privat und auch beruflich geprägt hat. Rap, Street-Art und Bekennersymbole wie die Sonnenbrille begleiten mich bis heute und werden es auch morgen und übermorgen noch tun! Mittlerweile sind auch Cazzies aus meinem Lebensumfeld nicht mehr wegzudenken. Wie konnte ich nur so lange ohne sie leben? »

lex, schaut man sich in deinem Büro um, bekommt man das Gefühl, eine Zeitreise zu unternehmen. Hinter dir sehe ich eine Leinwand mit einem Graffiti, das verdächtig nach 80er Jahre Hip-Hop aussieht. Damals waren Cazal-Brillen in der Szene ziemlich angesagt. Besteht da vielleicht eine Verbindung zu deiner Sammelleidenschaft? Genau. Die Leinwand hat ein Freund von mir gemalt und das Motto "Back To The Old School" ist für mich schon immer einen Art Lebensphilosophie gewesen. Mich beeindrucken die schweren dunklen Acetatmodelle aus den späten 70ern, die meist mit einfachen Demolinsen getragen wurden. Solche Linsen bestanden aus Fensterglas und waren mit einem großem Cazal-Schriftzug gebrandet. Und in den 80ern war ich großer Fan von Run-DMC, deren Rapper Darryl McDaniels (DMC) zum Beispiel das Modell 607 in schwarz zur Legende gemacht hat. Cazal-Brillen haben den typischen New Yorker Hip-Hop-Look geprägt und mich in dieser Zeit sehr beeinflusst. Damals wurde man in bestimmten New Yorker Stadtteilen ausgeraubt oder sogar umgebracht, nur um an eine Cazal zu kommen. Bist du also früher im Adidas Trainingsanzug, dicker Goldkette um den Hals und Superstars an den Füßen über die Straße gelaufen? So ungefähr - das volle Programm. Wenn einen als Jugendlicher in den frühen 80ern das Hip-Hop-Virus packt und man sieht, wie die Rap-Helden in voller Montur mit Riesenbrille die Plattencovern zieren, bekommt man nicht nur das Gefühl für die Musik, man übernimmt auch Kleidung und Accessoires. 1988 hat Hip-Hop mich richtig infiziert, insbesondere Graffiti. Ab da waren

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» Back To The Old School ist für mich schon immer eine Art Lebens­philo­sophie gewesen.«

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Du bist Designer von Beruf. Inspirieren dich die Cazals mit ihrem besonderen Aussehen bei deiner Arbeit? Nicht direkt. Manche Formen oder eine irre Farbkombination brennt sich zwar unbewusst ein, aber Vintage-Cazals sind eigent­ lich zu speziell, als dass sie meine Arbeit direkt beeinflussen würden. Als Grafik-Designer bin ich meist im Rahmen fremder Vor­g aben kreativ. Uns inspiriert, was wir sehen.

lectric Boogie mit 2,04 Meter. Das geht? Ja, ganz ok.

Wie kam es zum ersten Mal? Erinnerst du dich denn noch an deine Cazal-Premiere? Klar! Die erste war ein typisches HipHop Modell. Eine 955 mit Seitenscheiben, die ich bei Ebay gekauft habe. Mittlerweile habe ich sie verschenkt. Aber die erste Cazal meiner aktuellen Sammlung war das Schwestermodell 951, die ich immer noch trage.

Wie würde denn eine Sonnenbrille aussehen, wenn du sie designen würdest? Groß und tragbar. Entweder im Aviator-Style oder Shades mit durchgehender Scheibe. Mattes Silber gefällt mir zurzeit besonders gut, und warm getönte Gläser mit Farbverlauf lassen einen Sonnentag noch kalifornischer aussehen. Eine Sonnenbrille sollte außerdem immer etwas Bling-Bling haben! Das wären so meine Vorstellungen dazu. Die Cazal-Designs scheinen momentan wieder schwer angesagt, oder? Auf jeden Fall. Mich freut es natürlich, dass Cazals seit einigen Jahren wieder vermehrt in Musik, Mode und Film auftauchen. Jay-Z, Black Eyed Peas, Rihanna, Gwen Stefani, Pam Anderson, Dsquared, „Rock'n Rolla“, „Crank 2“ und „The Business“ zeigen guten Brillengeschmack. Einige Brillen aus deiner Sammlung sind schon verdammt ausgefallen. Sind diese extravaganten Modelle für dich eher Sammlerstücke oder trägst du sie auch auf der Straße? Die meisten Modelle trage ich natürlich und lasse sie beim Optiker für mich anpassen. Ich sammle nichts, um es in die Vitrine zu stellen. Außer diese bestimmten Schuhe. Sicher kann man manche Modelle nur für spezielle Anlässe wie Hip-Hop Jams, Partys, Konzerte oder zu Karneval tragen, aber fast alle waren schon mit mir unterwegs.

Dukie hat eine Cazal verschenkt? Was war das? Jugendliche Verliebtheit oder menschliche Schwäche? Wird nicht verraten, aber sagen wir mal so: Sie ist in wertschätzenden Händen. Was macht Cazal-Brillen so besonders für dich? Erstens gibt es da einen ganz pragmatischen Grund: Sie sind groß und passen auf meinen Kopf. Bis auf ein paar Ausnahmen sammle ich auch nur die Modelle, die ich selbst tragen kann. Manche Modelle in meiner Sammlung sind für Damen. Die kann ich zwar nicht tragen, musste sie aber dennoch haben. Zweitens verbinde ich mit diesen Brillen natürlich eine Menge Erinnerungen aus meiner Jugend. Beim bloßen Anblick bekomme ich manchmal Flashbacks und denke an die gute alte Zeit. Und drittens faszinieren mich Designvielfalt, Detailverliebtheit, Präzision sowie die Qualität und Verarbeitung der Materialien. Das ist es, was diese Brillen für mich zu Meisterwerken macht. Cazal war seiner Zeit immer weit voraus. Das geht nur, wenn ein genialer Kopf hinter dem Produkt steht und seine Marke mit viel Leidenschaft hegt und pflegt.

Schuhe? Also hast du noch eine weitere Sammelleidenschaft? Ich sammle klassische Vans, die noch in den USA gefertigt wurden. Und die in möglichst ausgefallenen Designs - selbstverständlich ungetragen im Originalkarton. Und die kriegt man nicht in tragbaren Größen. Damals wurden alle Vans noch per Hand und auf direkten Farbwunsch hin in Orange in Kalifornien gefertigt! Was sagt denn deine Freundin dazu, wenn du mit einer Discokugel auf der Nase spazieren gehst? Sie unterstützt meine Leidenschaft und kann sich auch für die extravaganten Modelle begeistern. Ich bin gerade dabei, sie von einer fetten Cazal als Korrektionsfassung zu überzeugen. Dann gehen demnächst vielleicht Discokugel und Schrankwand nebeneinander spazieren. »

Hast du den Cazal-Erfinder Cari Zalloni schon mal getroffen? Nein, noch nicht. Vielleicht gibt es ja noch eine Annäherung.

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» Ein Sammler gibt niemals seine Quellen preis! Natürlich schaue ich ständig bei Ebay, aber die Preise sind vergiftet.« 1 Mit Steinen: Modell 623 col. 65/97 Das ultimative Porno-Teil. Rechts daneben: Modell 850 col. 181 Tragbare Pilotenform, eine meiner ständigen Sonnenblenden.

2 Modell 163 col. 200. Legendärer Rahmen - wurde bereits wiederaufgelegt. Eine meiner absoluten Lieblinge!

3 Modell 858 col. 255. Ikone der späten 80er: Asymmetrisches Design, bekannt durch MC Hammer, den Film "The Business" usw. Heute hoch gehandelt und von div. Stars wieder entdeckt. Wurde 2006 re-released.

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1 Modell 951 col. 97 Hip Hop-Gral der späten 80er. Mit wechselbaren Seitenscheiben und jeder Menge Zubehör erhältlich. 2 Modell 607 col. 80 Die bekannteste und legendärste Cazal. Das Hip HopAccessoire seit den späten 70ern. Berühmt z. B. durch Run-DMC und andere.

Manche deiner Brillen sind einiges wert. Hast du mit dem Verkauf einer Cazal schon mal Geld verdienen können? Im Gegenteil – die Sammlung hat mich schon viel Geld gekostet! Nein, im Ernst, primär dienen die Teile meinem Privatvergnügen. Ich biete sie allerdings demnächst über mein Facebook-Profil „Cazalex“ zur Miete für Foto- und Filmproduktionen an. Eine Cazal kann einem Bild oder einer Rolle einen ganz besonderen Charakter verleihen. Ist es wirklich so, dass du nur Cazals hast oder gibt es auch andere Brillen, die dein Sammlerherz zum Strahlen bringen? Ich sammle zwar nur Cazal, aber natürlich gibt es auch andere VintageMarken oder alte Modelle, denen meine uneingeschränkte Sympathie gilt wie MCM, Colani, B&L Wings, klassische Surfer-Brands wie Vuarnet, frühe Oakleys oder diverse Signature-Modelle. In New York hatte ich mal eine original 14K-goldverspiegelte Wayne Gretzky Brille in der Hand – das war ein super Teil.

Hast du eigentlich Kontakt zu anderen Cazalsammlern? Gibt es so etwas wie eine Szene? Man läuft immer wieder den gleichen Pappenheimern über den Weg. Sei es bei Ebay oder sonst wo. Weltweit gibt es nur eine handvoll Leute, die intensiv sammeln. Die FacebookGruppe “Cazal Phanatics“ erfreut sich einiger Mitglieder und ist bei Hardcore-Sammlern weltweit beliebt. Es gibt natürlich auch viele, die drei Modelle besitzen, weil sie den gleichen Hip-Hop Background haben. Diese Leute würde ich aber nicht als Sammler bezeichnen. By the way ... wie viele Brillen nennst du dein eigen? Momentan 45, Tendenz steigend.

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4 Modell 905 col. 302 Stylishe, alltagstaugliche Pilotenbrille mit ungewöhnlich eckigen Gläsern. In weiß getragen von Gwen Stefani auf ihrem Albumcover „Sweet Escape“. 5 Modell 906 col. 358 Wird auch von Damen getragen - bei einer Breite von knapp 150 mm! Das Schwestermodell 907 ist noch aufwändiger und komplexer.

populärsten Vintage-Modelle als billige Kopien für ein paar Dollar kaufen. Die nennen sich dann Gazelle oder Cazel. Es gibt aber auch Firmen, die inoffiziell qualitativ hochwertige Cazal-Fakes nachbauen. Ich habe auch noch nie gesehen, dass ein Fake als echt ausgegeben wurde. Bei Ebay würde das sofort auffallen und unterbunden werden. Generell sind die Dinger für mich total reizlos.

elches ist das wertvollste Stück in deiner Sammlung? Für mich zählen nicht die Fantasie-Preise eines Vintage-Suppliers, sondern der subjektive Wert. Dazu gehören auch Beschaffungsgeschichte, Tragekomfort, Hip-Hop Faktor, gegebenenfalls Zubehör und natürlich persönliche Sympathie für das Modell. Ich liebe zum Beispiel meine klare Big Boy 616 mit Custom-Verlaufsgläsern oder die mit Strasssteinen besetzte 623 mit gold­ verspiegelten Scheiben. Letztere ist zwar weniger tragbar, dafür aber selten. Wichtig ist für mich vor allem, ob die Brille “Made in W. Germany“ ist - also, ob sie vor 1989 produziert wurde. Eigentlich ist nur eine West Germany Cazal eine echte Cazal.

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3 Modell 955 col. 302 Das etwas ältere Schwestermodell der 951. In schwarz/ gold schon selten, in weiß/ flieder kaum zu bekommen.

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Verrate uns doch bitte mal, welches dein Lieblingsmodel ist? Da gibt es verschiedene. Von Design und Form her flashen mich die asymmetrischen Modelle 858 und 867 aus den späten 80ern, wie MC Hammer sie trug. Immer wieder beeindruckend ist der „Wohnzimmerschrank“ 623. Legendär sind die zusätzlich mit Steinen aufgemotzten Modelle der Fat Boys, die wegen ihres Party-Rap bekannt waren. Am stärksten aufgeladen ist für mich allerdings das Modell 951, besonders in der Sport-Box mit unglaublichem Zubehör wie z. B. dem Anti-Sink-Gummiband für den Wassersport. Wenn es aber um Brillen für den Alltag geht, sind für mich die eckige 905 und die 850 genau die richtigen Modelle. Da gibt es dann auch keinen Glotzund Tuschelfaktor auf der Straße. »

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Was geht denn bei Sonnenbrillen deiner Meinung nach gar nicht? Wenn das Design die Funktion überholt – also wenn man z. B. durch seine schrille Nerdbrille nicht richtig sehen kann. In den frühen 70ern gab es da zum Beispiel die heute hochgehandelte Futura-Reihe von Silhouette. Das waren absolute Nasenraumschiffe. Aber ich finde, jeder Stil hat seine Berechtigung und sein Einsatzgebiet. Gletscherbrillen mit diesen Leder-Scheuklappen kommen im Club vielleicht nicht so prickelnd, aber bei einer Arktisexpedition würde ich darauf nicht verzichten wollen. Gibt es eigentlich auch Fakes? Hast du schon mal Erfahrungen mit Kopien gemacht? Nein, mit Fakes hatte ich noch nie Probleme. Die erkennt man sofort. Mit der Nerd-Mode, die momentan so angesagt ist, kommen die alten Formen wieder und man kann die

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ie weit bist du schon gegangen, um eine Sonnenbrille zu bekommen? Letztendlich ist es für mich immer eine Frage des Preises. Ich zahle nicht blind jeden Kurs, nur um an die Brille zu kommen, sondern suche nach Quellen aus Nichtsammler-Hand. Dank Internet kommen die Stücke meiner Sammlung aus aller Herren Länder. Viele aus den USA, weil es dort schon früher mehr individuelle Geschmäcker gab als in Europa. Hierzulande findet man eher die braveren Farbkombinationen. Aber auch Japan ist aktiv. Die Jungs und Mädels sind auf hohem Level unterwegs. Gern würde ich mal auf Schatzsuche gehen und in der Weltgeschichte rumgraben, aber dazu fehlt mir leider die Zeit.

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1 Modell 866 col. 644 2 Modell 868 col. 664 3 Modell 857 col. 249 4 Modell 954 col. 361 5 Modell 951 col. 70 SportBox Plastikkoffer mit Brille, 2 Gummibänder (eins davon schwimmend) zum Tausch gegen die Bügel für den sportlichen Einsatz Wahnsinn.

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Wo wird dich als Sammler die Zukunft hinführen? Wird es immer etwas geben, das du noch nicht in deiner Sammlung hast? Oh ja, definitiv. Ich stehe in Kontakt zu einem griechischen Sammler, der noch drei Modelle sucht, um seine Sammlung komplettieren zu können. Dann hat er alle seine Lieblingsmodelle in sämtlichen existierenden Farbausführungen sowie alle seltenen Sondermodelle, frühen Editionen und so weiter Davon bin ich noch Lichtjahre entfernt. Oft geht mein Fanatismus auch über die Brillen hinaus. Zubehör, Merchandise, Poster, Sticker, Displays oder Kataloge sind ebenso heißbegehrt wie die Brillen selbst. Also falls das hier jemand liest, der was loswerden will ...

Hast du für deine Brillen noch andere Quellen als Ebay? Ein Sammler gibt niemals seine Quellen preis! Natürlich schaue ich ständig bei Ebay, aber die Preise sind vergiftet. Ich kaufe sowohl neue Lagerware als auch gebrauchte Stücke von privat. Da ich sie selbst auch tragen will, ist mir ein guter Zustand wichtiger als Jungfräulichkeit. Das schönste ist natürlich, wenn man im Keller eines Optikergeschäfts alte Schätze entdecken darf. Auf diese Weise habe ich bereits drei gebrauchte Modelle aus einer „Afrika-Kiste“ retten können.

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Alex, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Suche nach weiteren verschollenen Schätzen!

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Die Pathologie dieser Handlung müssen wir hierbei nicht erläutern. Das Beispiel soll lediglich die Begierde nach dem Objekt verdeutlichen. Gestört hat Zalloni das Bad Boy Image nie, wie er beteuert. Im Gegenteil, die Marke wollte laut und auffällig sein, um in Erinnerung zu bleiben. Nur wer polarisiert, hat die Chance auf Bestand, sagte er einst.

O DIE FOR Lange bevor das Wort “Mainstream” überhaupt das Licht der Sprachwelt erblickte, kreierte Cari Zalloni bereits Brillendesigns jenseits der Massentauglichkeit.

CAZAL klingt groSS. Es klingt nach Rock´n´Roll, nach Glamour und Erfolg. Spekulativ, ob die gleichnamige Londoner Indie-Rockband sich nach dem erfolgreichen Brillenlabel benannt hat. Fakt ist: CAZAL hat einen Beigeschmack, einen Nachgeschmack – es schmeckt nach Kult.Trends kommen, und sie gehen. Stars werden geboren, Stars sterben – und die Marke bleibt. Ja, so ist es wahrscheinlich gewesen.

CAZAL erblickte in den 70ern die Welt. Gegründet von den Unternehmern Günter und Harald Böttcher und dem Chefdesigner der Marke, Cari Zalloni, einem gebürtigen Griechen mit österreichisch-italienischen Wurzeln. Und was hat Zalloni getan, was andere nicht vermochten? Vielleicht hat er verstanden, dass das Uniformitätsprinzip das Gift ist, das durch eines Labels Adern fließt. Die Masse wollte er nicht, er wollte nach oben. Er wollte die Menschen, die um Individualität kämpfen. Menschen, die groß denken und riesig leben. Und dabei sei erwähnt, dass dies nicht ausschließlich finanziell gemeint war. In den 80er Jahren gewann die Marke tatsächlich die so genannten „Cool Kids” für sich. Run DMC und MC Hammer rappten in CAZALS - die Straße wollte folgen. Berühmt berüchtigt wurde dabei ein Model: die CAZAL 607, auch liebevoll als „Cazzy” bezeichnet. Für diese Brille, mit ihrem wuchtigen, kantigen und dadurch unverwechselbaren Gestell, wurde gespart, gelebt, ja sogar getötet. Als 1984 die ersten Todesnachrichten aus Philadelphia um die Welt gingen, wunderte man sich heimlich. Mord für eine Brille?

Er sollte recht behalten. Trotz aller Widrigkeiten in den 90er Jahren, in denen der Minimalismus die Extravaganz verdrängt hatte, schaffte CAZAL den Einzug in die „Hallen der Unendlichkeit“. Es war so, als bliebe das Image unangetastet. Als wären Morde und inkompatible Modetrends nur notwendige Hürden auf dem Weg nach oben. Es waren weltweit geliebte Stars, die den CAZAL-Brillen die Treue schworen und sie dadurch zu Statussymbolen empor hoben. Stevie Wonder klimperte sich in ihnen um die Welt, Michael Jacksons´ Video „Bad” wäre ohne sie nicht denkbar … „Die CAZAL-Käuferschicht definiert sich nicht über ihr Alter, sondern über ihren Anspruch. Es handelt sich um Menschen mit ausgeprägtem Stilbewußtsein,” erklärte der Meister. Und wir verstanden. „Von der anderen Straßenseite solle sie erkennbar sein, die CAZAL”, hat er in den Medien verlauten lassen. Und wir nickten. “Design kommt nicht vom Weglassen” lautet seine Devise. Und wir stimmen zu. Und so könnte man die Liste seiner Anforderungen Punkt für Punkt abhaken und anerkennend darüber staunen. Der Visionär, der er ist, hat dabei nun wahrlich nichts dem Zufall überlassen. Von Anfang an hat er Luxus-Designs entworfen. Großzügige Frames, Prunk-Dekor, Handkollorationen … Eine CAZAL ist ein wenig der Lamborghini unter den Brillen. Für die Volkswagen-Variante ist Zalloni definitiv nicht der Richtige. »

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·Text: Agi Habryka·

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nd so hat die CAZAL die Ära des Minimalismus und Purismus überstanden und prunkte nach 2000 wieder auf den „Nasen des Erfolges“. Die kleinen Kunstwerke durften es wieder sein, Luxus wollte wieder gelebt werden und die Designer definierten das „Goldene Zeitalter” neu. Heute blickt die Welt anerkennend auf die Historie der Marke. Die Begierde ist geblieben, weniger „blutig” ausgelebt, dennoch vorhanden. Der Kult ist unangefochten, die Beliebtheit ungebrochen. Mit diesem Status im Rücken darf der Künstler Zalloni sich weiter austoben. Dem Mirage Magazin hat der heute 71-Jährige verraten, es sei ein Trugschluss, für Design zu alt zu sein. Genau das Gegenteil sei der Fall. Es sei die Sammlung von Erfahrungen, die Kreativität überhaupt erst ermöglichen würde. Jede Art von beruflichem oder kreativem Stillstand wäre jenseits seines Selbstverständnisses. Und so ergreift CAZAL die Chance mit Designinnovationen den Trendhunger zu stillen, um dabei seinen treuen Fans gleichsam das Gefühl zu vermitteln, dass sich die Tradition beständig auf frische Art und Weise selbst entstaubt. Wichtig, will man doch als Käufer um die Lebendigkeit einer Marke wissen. Retro ist gut, der Blick nach Vorne darf dabei dennoch nicht fehlen. Seit geraumer Zeit legt CAZAL immer wieder seine Kult-Modelle auf – in absolut limitierter Stückzahl. So wie auch jüngst das legendäre Modell 951. Diese Brille ist ein echter Star, durchgereicht durch die Historie des Erfolges. Zu sehen ist sie seit Jahrzehnten in unzähligen Musikvideos, in Hollywood-Kassenschlagern und auf Plattencovern … Und weil Kult nicht Kult wäre, würde ihm nicht der oben beschriebene Hauch der Unsterblichkeit anhaften, erschuf man sogleich einen virtuellen Olymp, in dem sich jeder Besitzer des neu aufgelegten, oder aber des originalen Modells, verewigen, austauschen – einfach prominent präsentieren darf. Unter www.the951.com ist man unter sich, versteht sich.

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erbeslogans wie „Clothe your eyes” bezeugen, welchen Status die CAZAL Schmiede noch anstrebt. Von wegen bloße Accessoires, der Kauf einer CAZAL darf, glaubt man den Kreativen, gerne gleich gestellt werden mit der Anschaffung eines Kleidungsstücks. Eine Brille ist längst nicht mehr nur eine Sehhilfe. Sie ist auch mehr als ein dekoratives Element. Sie ist ein Statement, der Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. In der „Clothe your eyes”-Kampagne tragen die Models nichts, außer einer CAZAL. Das nennt man Reduzierung auf das Wesentliche. Man nennt es auch Selbstbewußtein. Willkommen im 21. Jahrhundert - vornehme Zurückhaltung war gestern.

Stillstand ausgeschlossen Auch in der Kreation neuer Modelle präsentiert sich CAZAL gewohnt modern denkend. Den Sammler nicht vernachlässigend, produziert das Unternehmen Styles, die mit ihren Raffinessen aus dem Einheitsbrei heutiger Brillengestelle herausstechen. Die CAZAL 4162 zum Beispiel ist ein Modell mit einer Nylorfassung in schlichtem, aber edlem Look. Immer noch markant, dennoch filigran wirkend durch pudrige Farbtöne und schmeichelnde Matt-Glanz-Effekte. Aber auch zartrandige Modelle gepaart mit femininen Silhouetten, wie sie die CAZAL 4165 hat - haben einen festen Platz in der aktuellen Kollektion. Und weil heute geschlechtsspezifische Regeln längst aufgehoben sind, darf auch ein Unisex-Modell nicht fehlen. So ist die 9020 mit ihren grafisch inspirierten Metalldekoren und raffinierten Lackeinlagen der perfekte Gesichtssschmuck für Sie und Ihn. »

Und was bringt die Zukunft? Die verspricht viel. Gerade jüngst, im Oktober 2010, wurde das Modell 8003 auf der IOFT in Tokyo mit dem Award „Eyewear of the year 2011“ in der Kategorie Sonnenbrillen ausgezeichnet. Inspiriert von den Gestaltungsdetails legendärer Vintage-Modelle überzeugt sie durch die unverkennbare CAZAL-Handschrift, mit großen Gläsern mit Acetatrand, eingebettet in eine Metallspange mit Schmuckelementen. Wie man den Durchblick behält - das hat Cari Zalloni längst bewiesen!

www.cazal-eyewear.com www.the951.com

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1 m od. 4165 2 m od. 904 3 mod. 623 4 O ld School meets New School … aber was ist was? Oben: 607 und 95 1 Unten: 8003 und 9020


Classics Revisited

Oakley Eyeshade Wiedergeburt eines Trendsetters Sie ist eine Ikone und wurde von Ikonen getragen. Sie steht für eine Marke und für einen Lifestyle. Und sie steht für ein Jahrzehnt – die Eyeshade. Zum 35-jährigen Jubiläum von Oakley wurde der XL-Klassiker aus den 80er Jahren mit Events in Paris und Berlin standesgemäSS wieder aufgelegt – Anlass genug, einen Blick auf die Geschichte des Klassikers zu werfen.

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Classics Revisited

„Ein Weg entsteht dadurch, dass man ihn geht“, schrieb Franz Kafka Anfang des 20. Jahrhunderts. Obwohl der skurrile Schriftsteller damals kaum ahnen konnte, welchen Stellenwert Sonnenbrillen einmal haben würden, trifft sein Zitat ziemlich genau den Geist, der hinter der Firmengeschichte von Oakley steckt. Denn auch der Wissenschaftler und spätere Firmengründer Jim Jannard hatte ein eindrucksvolles Credo, als er im Jahr 1975 in seiner Garage in Kalifornien das Problem rutschiger Motorradgriffe lösen wollte: „Jedes Produkt auf der Welt kann und wird verbessert werden. Die Frage ist nur wann und von wem“. Wie viele andere Pioniere vor ihm erntete er für seinen Perfektionismus aus seinem persönlichen Umfeld meist Unverständnis. Dabei war er nicht nur drauf und dran, innovative Motorradgriffe ins Leben zu rufen, sondern eine der prägnantesten Eyewear-Marken überhaupt: Oakley.

Entwickelt wurde sie als Fahrradbrille, aber schon bald fand sie auch den Weg in andere Sportarten. Warum sie in den grellen 80er Jahren zum Lifestyle-Klassiker wurde, ist nicht schwer zu ver­ stehen, wenn man das Brillendesign kennt – vor allem vor dem Hintergrund eines Jahrzehnts, in dem Neon den Ton angab und nicht nur die Schulterpolster XXL-Ausmaße hatten. Aber wie viele Klassiker spiegelt die Eyeshade zwar den Style einer Ära wieder, ist aber dennoch zeitlos. Nichts verdeutlichte dies besser als der Relaunch der Brille anlässlich des 35. Jubiläums von Oakley. In zusätzlichen Colorways und mit neuer Linsen-Techno­ logie ausgestattet wurde die Eyeshade 2010 auf zwei Events in Paris und Berlin neu aufgelegt. „Oakley Rollin’“ nannte sich das Pariser Event, bei dem die Brillen zusammen mit je 10 Fixed und Single Speed Bikes zum Ausleihen parat standen – zusammen mit einer Videokamera, die jeden der Fahrer zum Regisseur machte. Auch in Berlin fand der Launch in einem kreativen Umfeld statt, nämlich im Firmament. Der avantgarde Streetwear-Store lud die Berliner Szene ein, bei Vodka Bull und Canapes einen genauen Blick auf die ONE ICON Kollektion zu werfen, zu der neben der Eyeshade auch noch die Razorblade und einige Special Editions gehören – nur eine Handvoll Stores weltweit verkaufen übrigens dieses Set. Ob Fixie-Events in Paris oder Canapes in Berlin, fest steht, dass die Eyeshade ein zeitloser Eyewear-Klassiker ist. Ebenfalls steht auch fest, dass Jannard beim Versuch, Motorradgriffe zu revolutionieren, weit über das Ziel hinausgeschossen ist – zum Glück!

Das Material, mit dem Jim Jannard das Problem rutschiger Motor­ radgriffe lösen sollte, hieß „Unobtainium“, und im Gegensatz zu anderen Materialien wird es bei Nässe nicht rutschiger, sondern griffiger. Den ultimativen Biker-Grip verkaufte er anfangs erfolg­reich aus seinem Kofferraum, aber schon bald suchte er nach Wegen, seine Marke noch bekannter zu machen. Und weil beim Rennen kaum etwas besser zu sehen war als der Strap der Brille, entwickelte er im Jahr 1980 die erste Goggle. Schon bald darauf folgte der Release der Eyeshade, deren einzigartiges Design sowohl funktional war, als auch den Nerv der Zeit traf.

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Into the white WeiSS ist das neue Schwarz Schwarz ist eine Farbe, die seit jeher für Exklusivität steht – und das bei vielen Produkten. Doch plötzlich tauchen Autos, Notebooks und MP3-Player in rein­ stem Weiß auf und lösen einen regelrechten Hype aus. Auch vor Sonnenbrillen macht der Kult nicht halt. Weiß ist auf einmal chic und modern. Dabei ist „Weiß“ streng genommen gar keine Farbe. Der Eindruck des „Weißen“ entsteht, wenn ein Material alles sichtbare Licht reflektiert, das aus verschiedenen Farben besteht. Für uns ist „Weiß“ dennoch eine der edelsten Farben und somit auch beim Design von Sunglasses zu Recht beliebt. Dabei ist der Trend nicht neu. Den Grundstein hierfür legte Audrey Hepburn bereits vor 40 Jahren. ‚Into the White’ ist unsere Hommage an die Whities.

Electric RPM

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ArNEtte Venkman

Arnette Fire Drill

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Dragon Recruit

bollÉ Tetra

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Persol 2979-S

Hilfiger TH 1985

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Serengeti Cortino

Serengeti Larino

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Oakley Correspondent

Oakley Jupiter

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·Text: Agi Habryka·

Der Visionär und seine Musen

Philippe Vergez von Jee Vice

Eine Sonnenbrille als ultrafeminines Style-Statement, als Unterstreichung der eigenen Schönheit? Glaubt man dem Designer Philippe Vergez, so ist das möglich. Der Jee Vice Gründer entstaubt mit Tiefgang, Weisheit und Leidenschaft den Retro-Look und kreiert gleichzeitig die Styles von Morgen. Nicht ohne Grund bezeichnen viele Vergez als Poeten, Visionären und Frauenversteher.

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Jee Vice

Jee Vice

Crybaby

Fabulous

Die Funktionalität einer Sonnenbrille lässt sich nicht neu erfinden. Richtig. Inno­vation ist dennoch Philippe Vergez´ Marken­ zeichen. Immer wieder beschäftigt er sich in seinen Kreationen mit kleinsten Feinheiten und hebt so „Andersartigkeiten“ hervor. Wer Mut hat, wird belohnt. 2003 wird Jee Vice gegründet und bereits kurze Zeit später etabliert sich das Brand auf unzähligen namenhaften Gesichtern. Die Fan-Liste liest sich wie ein hochkarätig besetzter Holly­ wood-Film. Nicht selten erblickt man Vergez´ Styles auf den Paparazzishots ein­ schlägiger Gazetten. Zur Zeit boomt der Retrotrend der 50er und 60er, aber Philippe wäre nicht der Visonär, für den er weltweit gehandelt wird, hätte er nicht die Kreation von Morgen bereits in seiner Tasche. Trendgespür und Empathie für die Frau von Heute, das wird ihm nachgesagt. Und Liebe zur Ästhetik und Schönheit. Er ist der Manolo Blahnik der Brillendesigner. Einer, der intensiv Frauen beobachtet,

sie studiert und dann eigens für sie kreiert. „Woher diese immense Empathie stammt,“ wollten wir wissen: „Ich verehre Frauen für ihre Fähigkeit, über sich hinauszuwachsen und dadurch das Leben lebenswerter zu machen,“ antwortet Philippe. „Männer und Frauen denken in der Tat sehr unterschiedlich. Das ist der Grund für sehr viele Missverständnisse. Ich glaube sogar, dass es als Mann eine Ewigkeit, wenn nicht sogar ein ganzes Leben dauert, Frauen zu verstehen. Es ist faszinierend ihren Standpunkt zu erkennen, und zu sehen, wie sie vermögen, so viele Dinge gleichzeitig zu erledigen. Ich bin absolut davon überzeugt, dass Frauen in fast Allem besser sind als Männer (mit der Ausnahme der Ausübung einiger Sport­arten oder körperlichen Tätigkeiten – und das lediglich aufgrund morphologischer Unterschiede). Jahrzehntelang haben Männer die Welt regiert, Frauen mussten lernen aufzustehen und ihre Fähigkeiten zu beweisen. Also, mal ehrlich, wo wären wir Männer heute ohne

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eine Frau an unserer Seite? Ich konzentriere mich aus vielerlei Gründen auf das Design für Frauen. Der Hauptgrund ist die Freiheit, die man bei den Formen und Farben an den Tag legen kann, um aus einer Brille ein echtes Fashionaccessoire zu machen. Ich kann mich künstlerisch austoben – Designs für Männer hingegen sind konservativer. Ein zweiter Grund ist die Ausarbeitung weib­ licher Schönheit, die Macht der Verführung, die ihr innewohnt … “ Da ist er also, der vielzitierte Poet. Je mehr man ihn zu dieser Thematik befragt, je mehr man mit ihm hineintaucht in seine Welt der Ästhetik, Sinnlichkeit und Kunst, desto klarer wird seine Faszination, seine Liebe und sein Respekt für das Leben. Ästhetik, so sagt er, sei ein nicht greifbares, also immaterielles Gefühl, ein Zusammenspiel von Linien, Licht, Farben – und einer Seele. » Das ist pathetisch, aber nicht kitschig.


Jee Vice

Jee Vice

Witty

Evil

Jee Vice Moody

Philippe ist das Produkt seiner Erfahrungen und diese sammelte er früh. Bereits mit 19 Jahren schmiss er sein Studium und zog los, um andere Kulturen und Kunstformen zu erleben und zu erforschen. 1992 landete der Freigeist im sonnigen Kalifornien und arbeitete schließlich sehr erfolgreich mit Greg Arnette. Das Sonnenbrillenbrand „Arnette“ ist das fruchtbare Ergebnis dieser gemeinsamen kreativen Schaffensphase. Es folgen kreative Stippvisiten bei namenhaften Brands wie Ray-Ban, Quiksilver und Salomon. 2003 verwirklichte Philippe endlich seine ganz eigene Vision: „Ich habe gelernt, unternehmerisch und visionär zu denken. Ich habe gelernt, Innovation und Qualität wertzuschätzen. Wir leben in einer Welt, in der die Konsumenten missbraucht und belogen werden. Ein Brand ist nicht bloß ein funkelnder Name - ein Brand sollte

eine Seele besitzen,“ formuliert Vergez seine Motivation. Gleich mehrere Ziele, an deren Umsetzung und Auslebung er kontinuierlich arbeitet. Der Franzose wird nicht müde zu betonen, wie wichtig die Kreativität in seinem Schaffungsprozess ist. Möglich, dass die Frauen, an die er seine Ästhetik adressiert, genau diesen Geist spüren. Möglich, dass die Raffinesse sich im Detail versteckt und doch ein großes Ganzes ergibt, dass anziehend wirkt. Fakt ist, dass Jee Vice bereits seit Jahren auf teuren Nasen des Showbiz prangt. Die Jolies und Hathaways, in und um Malibu, lieben die kurvigen, geschwungenen und femininen Designs von Philippe. Cynthia Nixon und nicht zuletzt Sarah Jessica Parker haben den Jee Vice Styles in dem Kassenschlager „Sex and the City“ den Ritterschlag verpasst. Selbstbewusst vorgeführt, sexy ausgeführt,

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großartig präsentiert. Jee Vice ist Dauerbegleiter erfolgreicher Frauen weltweit. Das ist der fleischgewordene Traum eines Designers, der nur eines im Sinn hat: einen Kniefall vor der Schönheit der Frauen. Seine Sonnenbrillen versteht Philippe als plastische Kunstwerke. Die ersten Ideen entstehen nicht am Computer, er erstellt zunächst von Hand Prototypen und feilt an ihnen herum, bis sie schlichtweg perfekt sind. Mit dieser Vorgehensweise hat er die Möglichkeit, komfortable Passformen zu kreieren. Vergez hat herausgefunden, dass es sechs Grundtypen gibt, in die sich die Gesichter einer Frau kategorisieren lassen. Und die einzelnen Jee Vice Modelle werden stets auf eines dieser Grundmuster angepasst. »

Jee Vice

Jee Vice

Egoist

Heated

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Auch im konkreten Produktionsprozess beweist Monsieur Vergez Individualität. Die Materialüberlegenheit vom handelsüblichen Acetat verneinend, greift Jee Vice auf ein Materialgemisch aus Grillamid 90, Titan, Carbon und einer Prise Geheimzutat zurück. Das Ergebnis nennt sich schlicht und ergreifend JVX 90 und überbezeugt durch Hightech-Qualität, mit einem hohen Maß an Elastizität und Stabilität und einer enormen Widerstandsfähigkeit gegenüber hohen Temperaturen. Jede Fassung wird zudem im Airbrushverfahren hand­ koloriert – die Inspiration holt der Meister sich (natürlich) in der Kunst, Kultur und Natur. So entstanden in den letzten Jahren Modelle, die er „heated“, „divine“, „passionate“, „evil“ oder treffend „diva“ nannte. Und tatsächlich, bei genauerer Betrachtung versteht man sowohl Form, als auch die dazu gehörige Namensgebung. Und der gemeinsame Nenner? Die Styles sind allesamt kleine Luxusartikel, die die Femininität unterstreichen. Sie sind mal verspielt, mal aufdringlich, mal zurückhaltend, manches Mal gar wild und laut, oft auch zart und filigran – genau so wie wir Frauen eben …

Jee Vice Passionate

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„Wahre Schönheit berührt dein Herz, in einem ganz speziellen Moment. Wahre Schönheit ist eigentlich ein sehr abstraktes Thema und liegt immer im Auge des Betrachters. Allgemeingültiges gibt es nicht. Schönheit gibt es überall, man muss nur seine Augen und seine Seele öffnen, um von ihr erobert zu werden“, erklärt Philippe und eröffnet damit Einblick in seine Quelle der Inspiration. Weise wirken seine Worte, wohlüberlegt auch seine Kreationen. Gut, ist doch die Welt ohnehin dabei, künstlerisch zu verkümmern, wie er verärgert hinzufügt: „In den letzten Jahren hat der technologische Fortschritt die Erschwinglichkeit von Elektronik zur Folge gehabt. So haben Musik und auch die Fotografie darunter gelitten. Plötzlich hatte jeder Zugang zu Kreativität ohne kreativ zu sein. Es ist schon erschreckend zu sehen, wie sehr unsere Welt mit schlechter Musik und schlechten Fotos zugemüllt wird. Wir leiden an den Folgen mangelnder Kreativität und entwickeln uns künstlerisch zurück. Das macht mich rasend!“ Seine logische Konsequenz ist ein Stil, der Trends überdauert, der mehr ist als ein Hype. Anti-

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bewegung ist der einzige Garant für das Überleben einer Marke, wie Philippe Vergez weiß: „Auf jede Aktion gibt es eine Reaktion. Dieses Gesetz regiert die Welt. Wenn ein Trend die Massen erreicht, wird es immer eine Gegenbewegung geben. Es wird immer die Menschen geben, die versuchen werden, sich abzuheben, die versuchen werden, sich anders zu kleiden, anders zu sein als der Rest der Welt. Dinge, die heute „in“ sind, werden morgen schon ein alter Hut sein. In der heutigen Zeit wird dieser Prozess sogar noch extrem beschleunigt durch die Medien und das Internet. Je länger also ein Trend von der Industrie ignoriert wird, desto länger wird er überleben und Bestand haben.“ Und ja, Jee Vice gehört nicht zu den Chartstürmern im medial viralen Sinne. Das Brand hat sich in der Tat seinen Ruhm erarbeitet. Mit stetiger Qualität, mit einer tiefgreifenden Firmenphilosophie, mit der beständigen Weisheit und Krea­ tivität seines Gründers. Philippe Vergez ist Jee Vice – Jee Vice ist Philippe Vergez. www.jeevice.com www.pvworkshop.blogspot.com


art view

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich unser Be­ griff von Kunst. Denn zur klassischen Malerei mit ihren gängigen Motiven gesellten sich plötzlich auch Alltags­ gegenstände. Was Marcel Duchamp mit dem Ausstellen eines Haartrockners oder Fahrrads zum Ausdruck bringen wollte, ist nunmehr längst anerkannte Realität – Kunst ist, was wir dazu erklären. Dass auch die Sonnen­ brille Teil des künstlerischen Repertoires ist, versteht sich von selbst. Denn schon immer war sie ein DesignObjekt, das seine vollständige Wirkung erst im Zusammen­ spiel mit seinem Träger entfaltete. Aber was passiert, wenn dieser nicht aus Fleisch und Blut ist, sondern selbst der Fantasie eines Künstlers entsprungen ist? Hier kommt das Ergebnis – handgemalte Illustrationen von Oriana Fenwick.

Check Out: Name: Oriana Fenwick Alter: 24 Profession: Illustratorin Kunstrichtung: surreal, naturalistisch Zahl der gefertigten Kunstwerke: Hunderte – ich habe den Überblick verloren Andere Leidenschaften: Ordnungsfimmel, Muster, alte Dinge Philosophie: Ich überrasche mich gerne selbst Website: www.oriana-fenwick.com Trussardi TR 12817

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Electric Typ2

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Baldessarini B 3106


Würden Sie diese Herren Ihre Brille anfer tigen lassen? Wir würden. Philipp Haffmann , Harald Göttschling , Daniel Haffmann und Moritz Krueger.

Interview: Nina Trippel

German Handcraft

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International Glamour

Vom Start-up Unternehmen zur international erfolgreichen Marke in nur acht Jahren. Mykita – eine Erfolgsgeschichte „handmade in Berlin“.

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Historie Die Mykita-Story entspringt einer ungewöhnlichen GründerKonstellation. Hinter dem Berliner Unternehmen stecken vier Partner, von denen keiner auf den ersten Blick den Eindruck eines klassischen Geschäftmannes erweckt: Harald Gottschling, die Brüder Philipp und Daniel Haffmans sowie Moritz Krüger - alle vier stammen aus Oldenburg. Philipp Haffmanns und Harald Gottschling, beide Jahrgang 1968, sind studierte Industrie-Designer und für das Design der Brillen zuständig, während Daniel Haffmanns, Jahrgang 1971 und studierter Architekt, den Bereich Produktperipherie verantwortet: Corporate Identity, Werbekampagnen und Shop-Gestaltung. Moritz Krüger, mit Jahrgang 1979 der Jüngste im Bunde, stieg direkt nach dem Zivildienst in das Unternehmen ein und übernahm die Geschäftsführung.

In einem anderen Arbeitsschritt werden die Gläser in die Front eingelassen und die Lasche mit einem Clip zusammenge­halten. Das Bügelende wird zu einer Federspirale verarbeitet und schließlich per Stecksystem mit der Front verbunden. Das sich daraus ergebende, patentierte System erlaubt dem Träger, den Bügel zu überspannen, ohne die Brille zu beschädigen und ist neben dem „Falten“ und der daraus resultierenden Flachheit der Brillen, der eigentliche Clou: es ermöglicht den Verzicht auf Schrauben oder Lötstellen und macht die Brillen extrem leicht. Die Kunststoff-Gläser werden in einem separaten Raum ausgefräst, während auf der Fertigungsstraße die Montage der Einzel­teile, das Aufziehen der Silikonhüllen auf die Bügel, sowie die Säuberung und die Endkontrolle erfolgen. Danach wandern die fertigen Brillen zur Versandabteilung. Hier lagern Modelle wie „Ferdinand“ oder „Karsten“, bevor sie rund um den Globus verschickt werden - pro Monat sind es rund 10.000 Brillen, die in über 1.500 Stores versendet werden. Auch in die sechs eigenen Flagship-Stores in Berlin, Paris, Monterrey, Zürich, Wien und neuerdings auch Tokyo - ebenfalls ein Novum im Brillengeschäft.

Der Startschuss zum Projekt „Mykita“ fiel im Jahr 2003 in einer ehemaligen Kindertagesstätte, kurz Kita – daher der Name. Doch die Räumlichkeiten wurden schnell zu klein. Seit 2007 residiert das Unternehmen mit seinen mittlerweile 120 Mit­ arbeitern daher im „Mykita-Haus“, in dem sämtliche Abteilungen untergebracht sind: Design, Prototypen-Werkstatt, Fertigungsstraße, Marketing, Buchhaltung, Kundenservice und Versand.

Neben den Metallgestellen für Korrektur- und Sonnenbrillen gibt es auch Acetat-Modelle. Auch hier wird ein eigens von Mykita erfundenes Gelenksystem eingebaut. Der Anteil der Linie „No.2“ beträgt momentan 30 Prozent an der Gesamtproduktion, aber die dritte Range ist schon in der Planungsphase: „Mylon“, ein Kunststoff, der das Potential hat, DAS Material der nächsten kommerziellen Produktserie zu werden. Patentiert versteht sich. Wir haben uns mit zwei der vier Macher im „MykitaHaus“ getroffen und über Mylon, Markenstrategie und mehr gesprochen. »

Das Mykita-Haus Ebenerdig befindet sich die Fertigungsstraße der Metall­brillen. Hier werden die verschiedenen Einzelteile der Brille, also Rahmen, Bügel und Zwischenstücke, assembliert. Verarbeitet wird schwedisches Edelstahlblech, in das in Italien die Brillenformen geätzt werden. Der darauf aufbauende Fertigungsprozess findet komplett in Berlin statt. Die Formen werden manuell herausgelöst. Danach wird das Gestell je nach Design leicht gebogen sowie durch Abknicken eine Lasche geschaffen. 97


Im Mittelpunkt des Konzeptes steht eine Brille, die auf Lötstellen und eine klassische Bauweise verzichtet. Wir haben gesagt, wir machen alles aus einer Fläche und falten es. MK: Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber ich verstehe in der Tat etwas vom Wirtschaften. Jedoch war die erste Person, die wir eingestellt haben, in der Tat ein Betriebswirt. Und der ist auch nach wie vor der Leiter unserer Finanz-Abteilung.

Aus unseren Überlegungen ist dann ein „Konzept” entstanden, das es auf dem Brillenmarkt zu der Zeit noch nicht gab. Im Mittelpunkt des Konzeptes steht eine Brille, die auf Lötstellen und eine klassische Bauweise verzichtet. Wir haben gesagt, wir machen alles aus einer Fläche und falten es.

E: Die Bewältigung von Wachstum ist ein große Aufgabe, vor allem weil ihr fast alles in-house macht …

E: Für diese Idee ist Mykita bekannt. Wie ging es dann weiter?

MK: Wir haben hier in unserem „Mykita-Haus” wirklich eine sehr integrierte Unternehmensphilosophie. Auf der einen Seite garantiert diese ein Höchstmaß an Qualität und fördert den Teamgeist, auf der anderen Seite führt diese aber auch zu immer neuen Herausforderungen. Wenn wir nach einer Messe merken, dass wir 30 Prozent mehr verkaufen, können wir nicht einfach beim Her­ steller anrufen und sagen „bitte mehr liefern“.

PH: Wir hatten eine Art Produkt, aber der Brillenproduzent hat es nicht verstanden. Es war ihm zu abstrakt und er konnte es nicht herstellen. Das war dann auch die Initialzündung, um zu sagen, das machen wir jetzt mal selbst. Wir sind von der Idee einfach überzeugt gewesen. E: Wart ihr damals mutig oder naiv?

gebogen , gefaltet , gemocht: Metall-R ahmen von Mykita .

EYEWEAR: Philipp, du hast mit Harald in Berlin an der Hochschule der Künste Industrie-Design studiert. Was gab damals den Anstoß, sich mit Brillen zu beschäftigen?

PH: Eine Brille ist ein Objekt, das ich überall mit hinnehmen kann. Sie ist klein, kompakt und hat viel mit der eigenen Persönlichkeit zu tun. Das gefällt mir.

PH: Während meines Studiums gab es einen Brillen-DesignWettbewerb, an dem ich teilgenommen habe. Mein erster Kontakt mit dem Thema hinterließ einen bleibenden Eindruck.

E: Seid ihr direkt nach dem Studium in die Selbstständigkeit übergegangen?

E: Ist die Strategie „handmade in Berlin“ für die Zukunft dann realistisch gedacht?

MK: Es war insofern naiv, weil wir uns kaum Gedanken darüber gemacht haben, was alles schief laufen kann. Wir lösten die Probleme immer erst dann, wenn sie auf dem Tisch lagen. Und Mut gehört sowieso dazu, wenn du deine eine eigene Company aufbaust.

MK: Ja, auf jeden Fall. Bei uns überwiegen in der Tat die positiven Aspekte und wir können es uns auch gar nicht mehr anders vorstellen. Es klingt jetzt im Nachhinein, als wäre das immer der große Plan gewesen. Dem ist nicht so. Vielmehr haben wir damals aus der Not eine Tugend gemacht. Kein klassischer Brillenhersteller konnte unser Idee umsetzen, also haben wir unsere Technik selbst industrialisiert. »

E: Schaut man sich euch in Natura an, glaubt man, vier BerufsKreativen gegenüber zu sitzen, nicht aber unbedingt einem Betriebswirt …

PH: Im Rahmen des Design-Wettbewerbs haben wir einen Brillenproduzenten kennengelernt, der uns seine Produktion angeboten hat. Also habe ich mich mit Harald hingehockt und über das Thema Brille nachgedacht. Und darüber, was man anders machen könnte.

E: War von dem Moment an für dich klar, dass du Brillen designen möchtest? Warum keine anderen Produkte?

Modell: Rick

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Etage 1 im Mykita Haus .

Mykita Shop in Berlin Mitte.

E: Euer Erfolg basiert nicht nur auf der Technik, sondern auch auf dem Look der Brillen. Wie funktioniert der Designprozess bei euch?

Kollabo mit uslu airlines: Nagellack passend zur Sonnenbrille.

Wir versuchen immer ein neues Brillenkonzept herzustellen - vielleicht noch mit historischem Bezug, aber dann ins Zeitgenössische übersetzt.

PH: Das Produktdesign entsteht in einem Diskurs zwischen uns vier. Da hat auch Moritz mitzureden, weil er die ganzen Abverkäufe im Kopf hat und zudem seine eigenen Visionen. Da wird viel diskutiert. E: Wie schwierig ist es, am Puls der Zeit zu bleiben? MK: Wir wollen nichts reproduzieren. Wir versuchen immer ein neues Brillenkonzept herzustellen - vielleicht noch mit historischem Bezug, aber dann ins Zeitgenössische übersetzt.

Sublabelstrategie

PH: Ich muss noch dazu sagen: Wir haben ja auch Produkte, die sehr lange in der Kollektion bleiben. Es ist nicht so, dass wir nur den aktuellen Trends hinterher laufen. Wir versuchen auch so etwas wie Tradition zu schaffen, so dass der Optiker nicht immer nur Neues vorgesetzt bekommt. Wir ergänzen stetig, aber grundsätzlich bleibt 70 Prozent der Kollektion bestehen. Wir haben Brillen, die seit dem Jahr 2005 im Programm sind und sich immer noch gut verkaufen. Mykita ist also auch Tradition und Wiedererkennbarkeit. »

Von Brad Pitt bis Lady Gaga , Hollywood's Celebrities stehen auf Brillen-Technologie handmade in Berlin.

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Modell: Grant

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Joe , einer von 120 Mitarbeitern. Sieht nett aus , macht aber kompromisslose Qualitätskontrolle.

E: Wie viele Kollektionen lanciert ihr pro Jahr?

Modell: Luna

MK: Zwei. Im März zur MIDO in Mailand und im September zur SILMO in Paris stellen wir neue Kollektionen vor. Zur OPTI in München legen wir dann nochmal ein kleines Update auf, so sechs, sieben Modelle. Und weil wir auch sehr aktiv in der Modewelt sind, sind wir viermal im Jahr zur Fashion Week in Paris. Dort stellen wir dann Kollaborationen mit Designern vor. E: Nach welchen Kriterien sucht ihr Designer für eure Kollabos aus?

MK: „Mylon“ ist ein für die Herstellung von Brillen sehr revolutionäres Material – es ist ein laser-gesintertes Polyamid-12. Bisher wurde es nur für den reinen Prototypen-Bau eingesetzt, das heißt für Teile, die keinen ästhetischen Ansprüchen genügen müssen. Aber Polyamid-12 hat eine starke Performance – auch bei großem Volumen ist es unglaublich leicht und unkaputtbar. Man kann es biegen, ohne dass es bricht. Und man kann es thermisch verformen und dementsprechend genau an den Kopf anpassen. Und dann ist der Fertigungsprozess interessant: man kann jede Form herstellen – auch solche, die im klassischen Spritzgussverfahren nicht möglich sind.

E: Stichwort Flagship-Stores. Gibt es keine Probleme mit dem bestehenden Handel? M: Man muss viel Überzeugungsarbeit leisten und den Bestandskunden klar machen, dass wir gemeinsam auch an deren Erfolg arbeiten. Das ist uns bisher recht gut gelungen. Wir erklären, dass es um Markenaufbau geht, laden die Optiker ein, offensiv damit umzugehen und sagen: „Schickt uns eure Kunden vorbei und nutzt unseren Laden als verlängertes Mykita-Präsentationsregal für das eigene Geschäft“. E: Zuletzt noch eine Vorausschau. Wo geht die Reise 2011 hin?

Modell: Dries

PH: Es kommt immer auf das Gegenüber an. Wenn ich jetzt mal das Beispiel Romain Kremer herauspicke – der schrieb einfach seine Gedanken zu seiner eigenen Kollektion auf. Er hat eine ganz klare Sprache: bei ihm geht es viel um „Protection“, um Schutzanzüge. Dementsprechend auch um Neon. Und dann liest man das, die Gedanken fangen sofort an zu sprudeln und wir schicken dann erste Entwürfe zurück. E: Die erwähnte Brille aus der Zusammenarbeit mit Romain Kremer ist weder aus Acetat noch aus Metall, sondern aus „Mylon“. Was hat es damit auf sich?

E: Formen, die auch noch schön anzusehen sind … MK: Das Entscheidende war, dass es keine Prozesse gab, um aus dem Material ein Produkt mit schöner Oberfläche zu fertigen. Aber wir haben in Sachen Oberflächenverarbeitung eine Menge Erfahrung. So haben wir eine eigene Prozesskette entwickelt, eine „Manufacturing Anwendung“, auf die wir mittlerweile auch ein Patent haben. Das so aufbereitete Material heißt dann „Mylon“. Gestartet haben wir zunächst mit drei Kooperationen, um das Produkt vorzustellen und um die Eigenschaften aufzuzeigen.

MK: Wir werden uns verstärkt mit unseren Metallbrillen auseinandersetzen. Die Zeiten des Acetat sind sicherlich nicht vorbei – werden sie nie sein, aber sie haben die letzten Jahre extrem geprägt. Wir denken, dass große, filigrane Metallbrillen wiederkommen. Daran arbeiten wir gerade.

www.mykita.com

Modell: Troy

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New Tech

New Tech

Einundzwanzig … zweiundzwanzig ... Gläser gewechselt

Zwei von 12 Gläsern gehören zum Standard-Lieferumfang

And the winner is …

Oakley Fast Jacket Halbrandlose mit SwitchLock System Die Funktionsverliebten und Gewichtspuristen unter den Sportlern dürfen sich freuen. Kurz vor Redaktionsschluss ereichte uns noch einer von weltweit drei Prototypen der in 2011 erscheinenden Oakley Fast Jacket.

Insbesondere Sportler, die in unterschiedlichen Terrains unter­ wegs sind, kennen das Problem: bei schlechten Sichtverhältnissen bewegt man sich mit dunklen Brillengläsern nahezu im Blindflug vorwärts, während helle „Scheiben“ bei Sonnenschein die Augen nicht hinreichend vor der Sonneneinstrahlung schützen. Da es kein Glas gibt, das bei allen Lichtverhältnissen gleichermaßen gut funktioniert, scheint der Einsatz unterschiedlicher Gläser zur Her­ stellung optimaler Sichtverhältnisse zwingend notwendig zu sein. Entweder kauft man sich für jeden Einsatz eine spezifische Sonnen­ brille oder man setzt auf einen einzigen Rahmen und wechselt dabei lediglich die Scheiben aus. Der Austausch der Gläser ist grundsätzlich bei allen Oakley Modellen möglich, jedoch trauen sich viele Benutzer den eigenständigen Scheibenwechsel nicht zu – immerhin muss der Rahmen ein wenig gebogen und die Scheibe heraus- bzw. wieder hinein gedrückt werden. Bei häufigem Wechsel bleibt schließlich ein Verschleiß des Rahmens oder der Scheiben nicht ausgeschlossen.

Die Fast Jacket ist die erste halbrandlose, also unten offene Sportbrille, bei der das bewährte SwitchLock System von Oakley zum Einsatz kommt.

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Anwender werden einen Wechsel der Sichtgläser nur dann selbst ausführen, wenn dies komfortabel, schnell und risikolos geht. Oakleys Lösung für dieses Problem heisst SwitchLock. Dieses Sys­ tem kam bereits bei der Jawbone (2009) und der Split Jacket (2010) zum Einsatz. Das Einspannen der Gläser erfolgt in Sekunden­ schnelle über einen Hebel. Ein Kunststoffpuffer in der Nut sorgt dafür, dass die Scheiben fest im Rahmen sitzen, ohne dass Druck auf die Scheiben ausgeübt wird, was wiederum zu optischen Ver­ zerrungen führen kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch SwitchLock wird ein Scheibenwechsel kinderleicht – und das in jeder Situation. Der Benutzer muss nicht mehrere Brillen bei sich tragen, um auf die unterschiedlichen Wetter- und Sichtverhältnisse

vorbereitet zu sein. Zwei Scheiben – eine helle und ein dunkle – ge­ hören zum Standard-Lieferumfang. Besitzer der Fast Jacket können jedoch aus insgesamt 12 verschiedenen Scheiben als optionales Zu­ behör wählen, von HD Polarized Lenses bis zu Gläsern mit Iridium Coating. Dabei sind sämtliche Sichtgläser mit einem Hydrophobic Coating beschichtet, welches Wasser, Schweiß, Matsch, aber auch Öle und Cremes abperlen lässt. Für einen festen Sitz auch beim Sport sorgen Bügelenden und Nose­pads aus Unobtainium, einem Material, das bei Nässe nicht rutschiger, sondern griffiger wird. Die Fast Jacket eignet sich somit hervorragend auch für sämtliche Laufsportarten. So verwundert es nicht, dass sich Oakley für einen Pre-Launch ein ganz besonderes Event ausgesucht hat, nämlich den Ironman auf Hawaii. Hier wurde der Öffentlichkeit zum ersten Mal die innovative Sonnenbrille vorgestellt. Der gelbe Rahmen – nur eine von neun möglichen Farboptionen – zog sogleich große Aufmerksamkeit auf sich, und zwei der Starter konnten das innovative Modell bereits im Wett­bewerb erfolgreich testen. Ganz so elitär wird der Kreis jedoch nicht bleiben. Schon bald werden von Oakley gesponserte Athleten, ins­ besondere aus den Bereichen Cycling, Running und Triathlon, aber auch die Segler des Team Alinghi von der Funktionalität der Fast Jacket profitieren.

Wer jetzt schon von den Vorteilen der Fast Jacket überzeugt ist, muss sich dennoch bis zum Frühjahr gedulden. Erst dann gibt es den ‘NewTech’ unserer aktuellen Ausgabe zu kaufen.

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Brand Profile

Brand Profile

Zwischen Lifestyle und Inspiration ELECTRIC Visual Eyewear

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b es um Menschen oder Marken geht, Persönlichkeit ist das A und O. Man hat sie, oder man hat sie nicht. Und wer Kompromisse eingeht und es allen recht machen will, dem fehlt am Ende des Tages vor allem eins: die Aussage. „You can fool some people sometimes, but you can’t fool all the people all the time”– das erkannten schon Abraham Lincoln und Bob Marley. Authentizität ist das einfachste aller Erfolgsrezepte, aber auch das am häufigsten ignorierte. Aber warum in der Theorie verweilen, wenn es doch eine Marke gibt, die einfach alles richtig macht? Willkommen bei Electric Visual, wo Leidenschaft, Inspi­ration und Lifestyle nicht nur kommuniziert, sondern auch gelebt werden. Seit über einem Jahrzehnt rockt die Marke mit dem Volt-Logo das Eyewear-Haus und ist sich dabei immer treu geblieben. Als Teil der Volcom Family vereinen die Jungs um Kip Arnette den ganz besonders kalifornischen Lifestyle zwischen Action Sports, Mode und Musik.

Die Grenze zwischen Marke und Machern war dabei schon immer fließend. Denn Electric setzt nicht auf Lifestyle, Electric IST Lifestyle. Die Produkte spiegeln wieder, was die Marke auf unterschiedlichen Ebenen lebt. Das weiß auch Snowboarder Pacome Allouis, Marketing Director Europe: „Electric lebt von Inspirationen, die aus der Jugendkultur und vor allem aus den Action Sports kommen. Fast jeder, der bei Electric Visual arbeitet, ist am Strand aufgewachsen und lebt seinen Sport.“ Die resultierenden Produkte sind somit Material gewordener Lifestyle zum Tragen. Dass das schon von Tag eins an so war, belegt schon ein Blick auf die Namen, die hier involviert sind. Electric wurde im Jahr 2000 von Kip Arnette, Bruce Beach und Mike Carter in San Clemente gegründet – drei gestandene Persönlichkeiten, die eine Marke aufbauen wollten, bei der der Spaß im Vordergrund steht und auf die man stolz sein konnte. Die ersten Produkte wurden noch im selben Jahr auf der SIA Snow Show in Las Vegas vorgestellt – zu Anfang drei Sunglass-Styles sowie eine Goggle, die etwas später eingeführt wurde. Es war kein Sprung ins kalte Wasser, denn Kip Arnette war schon damals einer der angesagtesten Designer und brachte viel Erfahrung im Eyewear-Business mit, die sich bei Electric schnell in innovativen Designs materialisierte. »

Hardknox

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Brand Profile

Brand Profile

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ie Authentizität dieser Vision zeigt sich nicht nur in den Produkten, die den Markt seit über einem Jahr beleben, sondern auch im Team. Denn die Athleten sind das Benzin, das den ElectricMotor antreibt. Involviert sind top Sportler und richtige Legenden, darunter zum Beispiel die Surf-Ikonen Luge Egan, Matt Hoy, Dave Rastovich oder Ozzie Wright, die der Marke von Anfang an treu geblieben sind. Genauso die Snowboard-Legenden Peter Line und Axel Pauporte, die Snowboard X-Games Goldmedaillen-Gewinner Andreas Wiig, Jamie Anderson oder Freestyle Skifahrer Tanner Rainville. Und natürlich darf man im Zusammenhang mit Electric niemals Bam Margera vergessen. Der exzentrische Skateboarder hat es nicht zuletzt durch seine eigene MTV-Show geschafft, den Namen Electric in jedes jugend­liche Gehirn einzubrennen. Leute wie Bam oder die anderen Athleten sind an der Produktentwicklung maßgeblich beteiligt, denn sie testen die Brillen, geben Feedback oder bringen eigene Ideen mit ein.

Gerade im Snowboarding ist das unab­ dingbar, denn es geht dabei nicht nur um den Lifestyle, sondern auch um Performance. Unter anderem wegen dieses Inputs, den die Fahrer geben, hat sich Electric einen guten Ruf hinsichtlich der Qualität der Produkte gemacht. Das Nutzen von Synergien findet auch auf oberster Ebene statt. Denn seit 2008 gehört Electric zu Volcom und profitiert von der Erfahrung und den Vertriebswegen der kalifornischen Action Sports Marke. Und das ganz ohne Kompromisse, denn besser als Electric und Volcom könnten zwei Marken kaum zusammenpassen. Volcom bewegt sich im selben Umfeld und betreibt mit Volcom Entertainment sogar ein eigenes Musiklabel.

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Electric Visual – GER / AUT Tr ade Art Distribution

EPS SALES-R D E T N WA

To n e t t e BPM Rockabye 9Volt Joule K.O.

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EVRX: Kollektion für den Optiker Wachstum ohne Verlust – Electric beweist es. Unter anderem auch damit, dass das Label sich nicht nur auf das Thema Sonnen­ brille beschränkt, sondern - und das zunächst nur in Europa – auch optische Korrektionsfassungen anbietet. In die EVRX Kollektion wurden 18 bewährte Sunglasses Styles übernommen, die dem Optik-Fachgeschäft nun in 72 Colourways angeboten werden. In jedes Modell ist das Volt Logo eingearbeitet und sowohl für die Rahmen als auch für die Scharniere werden nur hochwertigste Materialien verwendet. Dass Electric den Spagat zwischen Core Attitude einerseits und Professionalität und Qualität andererseits hinbekommt, darf man dem kalifornischen Label ruhig zutrauen. Für die EVRX Kollektion wird aktuell eine SalesForce aufgebaut, die das besondere Markenimage von Electric auch in das moderne Optik-Fachgeschäft transportiert.

EVRX 4

EVRX 5

EVRX 6

Mörikestr aße 64 70199 Stut tgart Tel: +49 711 16917450 Fax: +49 711 16917419 info@ electricvisual .de

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THE SUN DOESN'T ALWAYS SHINE „ T he sky isn’t always blue, the sun doesn’t always shine“ sang schon Robert Miles. Recht hatte er. Aber was bedeutet das im Klar­text? Bestimmt nicht den Verzicht auf Brille. Denn so trüb das Wetter in unseren Gefilden auch sein mag, es gibt immer einen stilsicheren Weg nach draußen.

Carrera CA 6167

alain mikli AL 10010004

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Boss Orange BO 0001

Hamburg Eyewear Albert

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Vogue VO 2596

Gucci GG 3146

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Ray-Ban RB 5226

Prada VPR 12N

Photographer: Mert Dürümoglu mertphoto.com facebook.com/mertphoto Styling: Leonie Leuenberger Hair/Make–Up: Anita Obi mit Plegeprodukten von KIEHL'S artistobi.com Production: Roman Schönmann for seeyaproduktion.at Talents: Linda, Nadine and Matteo for tempomodels.com

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EYECADEMY

EYECADEMY

WatersportS S u n g l a ss e s blinded by the light

Foto : Christoph Maderer Text: Marc Preinesberger, Stefan Dongus

Sommer. Endlich! Der Himmel azurblau und wolkenlos, die Temperaturen geschmeidig und das Wasser glitzert – perfekte Bedingungen für einen Tag am Meer. Ob im Kajak, auf dem Kite-, Wake- oder Surfboard oder einfach nur mit kühlem Getränk auf der Luftmatratze, die Kombi­nation aus Wasser und Sonne ist unschlagbar. Sie bringt aber auch eine hohe Belastung für unsere Augen mit sich, die in dieser Extremsituation geschützt sein wollen. Aber warum eigentlich? Und vor allem womit? Wir bringen Licht ins Gefunkel auf dem Wasser.

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EYECADEMY

100 %

80 %

43 %

Blendschutz­ kategorien

Lichtdurch­ lässigkeit

Blendschutz

0

81 – 100 %

Sehr geringer Blendschutz

1

44 – 80 %

Geringer Blendschutz

2

19 – 43 %

MITTLERER Blendschutz

3

8 – 18 %

Hoher Blendschutz

4

4–7%

Sehr hoher Blendschutz

Gläsertönung

18 %

Foto : Brian Conley_Oakley

Foto : Quiksilver

Foto : CAeder_Quiksilver

Lichtdurchlässigkeit und Blendschutz

750 nm

700 nm

650 nm

600 nm

550 nm

500 nm

450 nm

400 nm

INFRAROT

Ultraviolett

LICHTSPEKTRUM

7 %

braun

grün

grau

neutral

Wasser X Sonne Am Wasser sind die Einflüsse, denen das Auge ausgesetzt ist, sehr vielfältig. Denn durch die Reflektionen des Lichtes auf der Wasser­ oberfläche wird die Menge des im Auge aufgenommen Lichtes schlichtweg größer. Dabei wird das Auge zum einen durch das grell sichtbare Licht geblendet, zum anderen gelangt auch unsichtbare UV-Strahlung in gefährlichen Mengen ins Auge und kann im Ernst­ fall zu einer nachhaltigen Schädigung der Hornhaut führen. Ein weiteres Risiko: Ähnlich wie auf unserem Körper wirkt die Sonne auch in unseren Augen. Wenn sie durch starke Sonneneinstrahlung gereizt werden, können unsere Augen eine Art „Augensonnen­ brand“ erleiden. Genau wie auf der Haut bemerkt man den Sonnenbrand im Auge jedoch erst dann, wenn es schon zu spät ist. Die Sonneneinstrahlung beim Wassersport lässt sich fast mit der beim Wintersport vergleichen. Skifahrer und Snowboarder würden jedoch niemals ohne Sonnenbrille fahren – nicht einmal bei bewölktem Himmel. Wassersportler sind da häufig fahrlässiger, und das aus ganz pragmatischen Gründen. Denn das Tragen einer Sonnenbrille ist nicht nur unkomfortabel, man kann den wertvollen Begleiter auch schnell verlieren. Bei eher ruhigen Aktivitäten wie Segeln oder Angeln mag diese Gefahr recht gering sein. Bei Sportarten mit Sturzgefahr wie Surfen, Wakeboarden oder Kajakfahren sieht das schon anders aus. Ein einziger Sturz ins Wasser – und die Sonnen­ brille taucht hinab ins Reich der Fische. Für solche Sportarten lassen sich daher nur Sonnenbrillen mit speziellen Features wie elastischen Sportbändern, Safety Leashes oder Floatern empfehlen.

Das Problem aus Sicht unserer Augen ist nicht nur die Blendung und die UV-Strahlung. Auch Wind und Spritzwasser reizen unsere Augen nicht unerheblich. Und durch die Reflektion des Lichts auf der Wasseroberfläche wird das Auge stark beansprucht und er­ müdet schnell. Egal ob Crash-Pilot oder fauler Sonnenanbeter, die Beanspruchung der Augen ist vielseitig und für alle ernst zu nehmen. Dass wir trotz starker Sonnenstrahlung, Wind und Spritzwasser nicht auf unseren Lieblingssport verzichten müssen, verdanken wir den Herstellern hochwertiger Sportsonnenbrillen, die ihre Modelle mit einer Vielzahl an technischen Features versehen haben.

Wer dennoch Bedenken hat, ist gut beraten, den UV-Schutz seiner Gläser bei einem Optiker prüfen zu lassen, da UV-Strahlung die Bindehaut entzünden und die Hornhaut trüben kann. Auf dem Wasser ist die Gefahr besonders hoch, denn dort spiegeln sich bis zu 20 Prozent des Sonnenlichts und wirken zusätzlich auf die Augen ein, ohne dass wir es spüren. Nach dem Motto „You can be blinded by what you can’t see“ ist UV-Strahlung für das mensch­ liche Auge nämlich nicht sichtbar. Sie beginnt jenseits der violetten Strahlung und damit außerhalb des sichtbaren Lichtspektrums. Ein 100-prozentiger UV-Schutz ist das wichtigste Feature einer Sonnenbrille.

Hingegen lassen Gläser der höchsten Blendschutzkategorie 4 nur noch drei bis acht Prozent Licht hindurch und eignen sich für äußerst helle Lichtverhältnisse, z. B. auf Gletschern. Für normale mitteleuropäische Verhältnisse werden Sonnenbrillen der Blend­ schutzkategorie 2 empfohlen. Aufgrund der hohen Lichtintensität am Wasser em­pfehlen sich hier Sonnenbrillen der Kategorie 3.

UV-Schutz UV-Schutz wird nicht selten mit dem so genannten Blendschutz verwechselt. Zwar beschreiben beide Werte die „Stärke“ einer Sonnenbrille, jedoch in unter­ schiedlichen Dimensionen. Während Blendschutz nur die Ab­schwächung des sichtbaren Lichtes darstellt, handelt es sich beim UV-Schutz um die Filterung der schädlichen Ultraviolettstrahlung. Der UV-Schutz einer Sonnenbrille verhindert das Durchdringen kurzwelliger, so genannter ultravioletter Lichtstrahlen mit weniger als 380 Nano­ metern Wellenlänge. Oft findet man an der Sonnenbrille einen Aufkleber, der auf die Höhe des UV-Schutzes hinweist.

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Blendschutz Neben dem Schutz vor ultra­violettem Licht kommt auch dem Schutz vor sichtbarem Licht (380 bis 780 Nano­ meter) eine große Bedeutung zu. In diesem Fall spricht man von Blend­ schutz. Je nach Tönung der Brille lässt diese mehr oder weniger Licht zum Auge durch. Beim Blendschutz einer Sonnenbrille unter­ scheidet man fünf Kategorien, die sich nach der prozentualen Licht­ durchlässigkeit aufgliedern. So besteht bei Gläsern der Kategorie 0 eine Lichtdurchlässigkeit von über 80 Prozent, sie sind also kaum dunkler als normale Brillengläser.

Auch Gläser mit leichter Tönung können einen vollständigen UVSchutz beinhalten, sind jedoch für den Einsatz auf dem Wasser ungeeignet, da kein ausreichender Lichtschutz vorliegt. Nicht nur die Stärke, auch die Farbe ist maßgeblich für den Blendschutz einer Sonnenbrille verantwortlich. Dabei verfälschen braune, grüne und graue Gläser die wahrgenommenen Farben weniger stark als andersfarbige Tönungen. Wer einmal durch eine blaue oder rote Brille geschaut hat, weiß, wie sehr solche Tönungen die Farbwahr­ nehmung verfälschen. »

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Foto : Christoph Maderer

Foto : Jennifer Rocholl_Oakley

EYECADEMY

Gläser können noch so hochwertig sein, vor Wind, Spritzwasser, sichtbarem und unsichtbarem Licht schützen und Licht­ reflektionen unterdrücken, all dies hilft jedoch nicht gegen Wassertropfen auf den Gläsern, die uns die Sicht erschweren. Spritzwasser auf der Brille kann schnell zur „Nervensäge“ werden und ist ein guter Grund dafür, warum Wassersportler keine Son­ nenbrille tragen. Scheibenwischer für Sonnenbrillen gibt es leider nicht, dafür aber Hydrophobic Lenses, also wasserab­weisende Gläser. Bei herkömmlichen Sonnenbrillen bleiben Tropfen auf­ grund der Oberflächenspannung des Wassers auf den Gläsern haften. Bei wasserabweisenden, also hydrophoben Gläsern perlen sie jedoch - ähnlich wie an einer Lotusblüte - ab und werden von der Schwerkraft nach unten gezogen, ohne große Rückstände zu hin­ terlassen. Sogar Fingerabdrücke, Hautfett und Sonnencreme lassen sich leichter von den Gläsern entfernen. Hydrophobic Lenses sind jedoch nicht unumstritten. Je nach Art der Schutz-Beschichtung kann es vorkommen, dass der wasserabweisende Effekt mit der Zeit abnimmt. Gerade Salzwasser kann zu starken Abnutzungserschei­ nungen führen. Ein alternativer Tipp ist, die Brille vor dem Sport gut mit Spüli zu reinigen. Das kann zumindest für ein paar Stunden dazu beitragen, dass es sich die Tropfen auf der Sonnenbrille nicht allzu gemütlich machen.

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Foto : Patrick James Michel_Quiksilver

Hydrophobic Lenses

Polarisationsfilter Insbesondere auf und am Wasser haben wir es mit Lichtreflektionen zu tun. Sonnenlicht wird auf der Wasseroberf­ läche gespiegelt und erschwert das Sehen. Das Auge muss sich an stets wechselnde Lichtverhältnisse anpassen und ermüdet schneller. Um eine Brille mit polarisierten Gläsern zu bekommen, muss man zwar tiefer in die Tasche greifen, aber dafür ist dieses Feature gerade für Wasser­ sportler sehr angenehm. Dank der Polarisations-Filter in den Gläsern werden störende Lichtreflexe entfernt, Gegenstände sind mit besserer Detailschärfe wahrnehmbar, Kontraste werden erhöht und auch Farben lassen sich naturgetreuer wahrnehmen. Will man den Polarisationseffekt mit eigenen Augen erleben, lohnt der Weg ins Brillen-Fachgeschäft. Die meisten Augenoptiker haben ein Polarisations-Demonstrationsgerät, was den Effekt eines Polfilters deutlich werden lässt. »

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EYECADEMY

www.ispo.com Safety-Leash & Floater

Windblock Fahrtwind führt ebenfalls zu einer Reizung der Augen, insbesondere in Kombination mit Spritzwasser. Aber selbst wer ruhiger unterwegs ist, setzt sich auf und am Wasser meist stärkeren Winden aus als an Land. Viele der modernen Sportbrillen haben einen engen Shape und schützen die Augen bereits gut vor Wind und Spritzwasser. Noch effektiver sind so genannte Windblocks, die sich in einige spezielle Modelle einclippen lassen. Solche Wind­ blocks bestehen aus wasserfestem Schaumgummi, schützen die Augen noch besser und übernehmen zugleich auch die Funktion eines Floaters.

Qual der Wahl

pics: salewa, maloja, zanier, indigosnow.de, hansi heckmair, michael müller

Foto : Hennings_Oakley

Das besondere an den Wassersportarten ist, dass das Verlieren einer Brille meist ein singuläres Ereignis ist. Für all diejenigen, die es auf dem Wasser ein wenig radikaler mögen, bieten einige Hersteller spezielle Features an, die allesamt dem Verlust der Brille vorbeugen sollen. Der einfachste Weg, einem Verlust der Sonnenbrille vorzubeugen, ist das Verlieren der Brille an sich zu verhindern. Dafür gibt es von vielen Herstellern elastische Sportbänder, die sich auf nahezu sämtliche Brillenmodelle aufstülpen lassen. Eleganter und funktionaler sind die integrierten Systeme einiger Hersteller, bei denen die Bügel durch ein funktionales Sportband ersetzt werden können. Aber auch ein Sportband kann nicht garantieren, dass die Brille nicht doch mal verloren geht. Eine Safety-Leash ist ein günstiges Zubehör, mit der die Sonnenbrille an der Kleidung oder am Neoprenanzug gesichert werden kann. Zusätzlich kann an der Brille ein Floater angebracht werden. Dieser gibt der Brille den nötigen Auftrieb, um bei Verlust im Wasser nicht unterzugehen.

ispo – the international sports business network

Wer sich jetzt eine neue Sonnenbrille zulegen möchte, sollte sich über den Verwendungszweck bewusst sein. Eine Kiteboarder braucht andere technische Features als ein Segler und der Kajakfahrer wiederum andere als der Angler. Viele hochwertige Brillen mit 100-prozentigem UV-Schutz, ausreichend Blendschutz und Polari­ sationsfilter in Kombination mit einem Sportband sind durchaus auch für aktive Wassersportarten geeignet. Auf der anderen Seite müssen sich auch die sehr technischen Brillen von spezialisierten Herstellern in Sachen Style nicht verstecken. Aus dem großen Kosmos der Sportsonnenbrillen zeigen wir hier unsere persönliche Modellauswahl für das nasse Element.

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Messe München GmbH, Messegelände, 81823 München, Germany, phone +49 (0)89 949-11 3 88, fax +49 (0)89 949-11 3 89, info@ispo.com, www.ispo.com, for trade visitors only


EYECADEMY bollé Piranha T ypisch Oakley: Prägnanter St yle , edle Verarbeitung.

Dark Tortoise

Sieht aus wie eine modische Sonnenbrille , ist aber mit vielen technischen Features veredelt.

Alinghi

Brown Smoke

Dark Bronze

Dark Grey

Ducati

Livestrong

Matte White

Polished Black

Oakley Scalpel Shiny Black

Shiny White

UV

Polfilter

Hydrophob UV

Ihre sportliche Form ist nicht zu übersehen, aber die Piranha kann noch mehr. Denn hinter dem einprägsamen Namen verbirgt sich ein Performance-Wunder mit zahlreichen Features. Die breiten Bügel schlagen am Ende einen Bogen über dem Ohr und verleihen der Brille einen komfor­t ablen Sitz. Die Thermogrip Beschichtung auf der Innenseite der Bügelenden und an der Nasenbrücke erhöhen die Rutschfestigkeit des Raubfischs. Die Fassung besteht aus hoch-

wertigem und leichtem Nylon. Die b20.3 Polykarbonat Gläser bieten höchste optische Präzision und Sichtschärfe. Für den Einsatz auf dem Wasser sind die Gläser polarisiert und sowohl wasser- als auch schmutzabweisend. Um Kratzer zu vermeiden, sind die Gläser von beiden Seiten mit einer Carbo Glas Schutzschicht überzogen. Eine Besonderheit ist auch bollés True RX-Programm, mit dem man sich passende Einstärkegläser in die Brille einsetzen lassen kann.

Shiny Black

Black

Die Scalpel fällt zunächst durch ihr typisches Oakley-Design auf, das wunderbar zum Namen passt. Die Form wirkt messerscharf und hebt sich optisch von vielen anderen Sportsonnenbrillen ab. Die Scalpel ist eine Mischung aus Lifestyle- und Sportbrille. Sicheren Halt – auch bei Nässe – liefert bei dieser Brille sowohl an der Nasenbrücke als auch an den Bügeln ein Material, das sich Unobtainium nennt. Der Scalpel-Rahmen ist aus Oakleys O-Matter Material gefertigt, das sich

Infrared

Dark Grey

bollé Traverse

White

Gray

Performance Brille mit einer Vielzahl an individuellen Einstellungsmög lichkeiten .

Red

UV

Polfilter

Hydrophob

Matte Black

Matte Rootbeer

Polished Black

Polished White

Transitions Black

Sportband

Die Traverse sticht besonders durch ihre Fähigkeit hervor, sich an die Bedürfnisse des Trägers anzupassen. Eine verstellbare Brücke aus Silikon lässt sich auf die Form der Nase einstellen und ist obendrein noch hypoallergen. Mit austauschbaren Gläsern ist die Traverse auch bestens für den Einsatz bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen geeignet. Brillenträger haben die Möglichkeit, mit wenigen Handgriffen einen Adapter mit Sehstärke einzusetzen. Auch bei der Traverse

schaut der Sportler verzerrungsfrei durch b20.3 Polykarbonat Gläser, die beidseitig mit einer kratzfesten Schutzschicht überzogen sind. Bollés Thermo Grip – bei diesem Modell fast auf dem ganzen Bügel – verleiht der Brille sehr guten Halt. Für extreme Bedingungen kann die Brille mit wenigen Handgriffen durch Einklicken eines weichen Schaumstoffrahmens, sowie die Wechselmöglichkeit von Bügel auf Brillenband zu einer Vollgesichtsmaske umfunktioniert werden.

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UV

Polfilter

Polfilter

durch hohe Stabilität bei gleichzeitiger Flexibilität auszeichnet. Mit seiner sportlichen Form umhüllt die Scalpel die Augen geradezu und schützt sehr gut vor Fahrtwind, Spritzwasser und Blendlicht. Selbstverständlich kann die Scalpel auch mit Korrektionsgläsern ausgestattet werden. Durch Oakleys Iridium Beschichtung reduzieren die Gläser der Scalpel die störende Wirkung von Blendlicht. Wahlweise ist das Modell auch mit polarisierten Gläsern erhältlich.

Oakley Split JackeT Brille mit progressivem Design und vielen Performance– Features .

Hydrophob

Und noch einmal eine Sportbrille mit extravagantem Look. Die Split Jacket bietet zum ausgefallenen Design aber auch einige Raffinessen, die sich sehen lassen können. Die Gläser lassen sich per Switch Lock ganz einfach und schnell austauschen, sodass man zu allen Lichtverhältnissen passende Linsen einsetzen kann. Die Gläser sind hydrophob, Wassertropfen verzerren also nicht die Sicht, sondern perlen

ab. Durch Oakleys XYZ Optics hat man in jedem Winkel der Gläser gestochen scharfe Sicht. Auch die Split Jacket ist in einer Vielzahl an Farb-Glas-Kombinationen erhältlich, u. a. auch mit Polarisationsfilter. Der Rahmen der Split Jacket besteht aus O-Matter und hat genau wie die Scalpel Unobtainium Pads an den Bügeln und der Brücke, damit die Brille auch bei Schweiß nicht ins Rutschen gerät.

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EYECADEMY

EYECADEMY

Triggernaut Transmitter

Brown Bear

Black raven

ION Lace

Multiperformer . Schützt das Auge und sitzt gut – auch wenn es mal ruppiger wird.

Crazy Frog

Crystal Brown

Crystal Grey

UV

Wenn eine Brille bombenfest sitzt, dann ist es die Transmitter. Dank Clip-In-System kann man ein Sportband an den Bügeln einhaken, das der Transmitter selbst beim Loop oder der Eskimo-Rolle festen Halt gibt. Auch das Gummikissen an der Nasenbrücke sorgt für festen und kom-fortablen Halt. Ein splitterfreier Rahmen aus TRI 90 Kunststoff schützt selbst bei heftigen Stürzen vor Verletzungen. Die Gläser der Transmitter sind polarisiert und daher bestens für den Wassersport geeignet, absorbieren sie doch den Großteil der

Polfilter

Windblock

Dark Tortoise

Guter Schutz und viel Zubehör für den ak tiven Wassersportler .

Hard candy

White Shark

Sportband

Reflektionen auf der Wasseroberfläche und bieten dadurch stets eine gute Sicht. Ein (herausnehmbarer) Windblock schützt die Augen vor Fahrtwind, was gerade bei hohen Geschwindigkeiten sehr angenehm ist. Nicht nur Wassersportler dürften die Vorzüge dieser Brille zu schätzen wissen, denn auch auf oder neben der Piste und auf dem Mountainbike macht die Transmitter so ziemlich jeden Spaß mit. Die Transmitter ist eher für kleinere Köpfe geeignet.

UV

Aus dem Hause ION kommt die Lace Polarized. Ein Gummieinsatz zwischen den Gläsern und Gummistreifen auf den Innenseiten der Bügel geben der Brille einen guten Sitz. Die Lace wird im Hardcase geliefert und hat einige nette Extras im Gepäck. So lässt sich in die Bügel ein Sportband einclippen und sorgt für besten Sitz auch bei aktiven Sportarten. Dass die Brille auch bei einem Verlust nicht für immer abgeschrieben werden muss, dürfte vor allem Surfer, Kite- und

Guter Schutz für die Augen mit progressiver Optik . Triggernaut Transponder

Triggernaut hat bei dieser Sportbrille den Fokus auf Performance und Style gelegt. Kein unsinniger Schnick-Schnack, statt dessen eine Brille die perfekt zum Element Wasser passt. Wie bei der Transmitter sorgen polarisierte Gläser in einem TRI 90 Kunststoff-Rahmen für gute Sicht und schützen das Auge vor Lichtreflexionen. Hinter den Gläsern lässt sich ein Windblock am Rahmen befestigen, der die Augen vor Fahrtwind schützt. Positiver Nebeneffekt: Der Windblock dient auch

Dark Tortoise

Polished Black

Matte Black

Shiny Black

Silver

Polished Rootbeer

Polfilter

Windblock

Sportband

als Floater – mit ihm schwimmt die Brille an der Wasseroberfläche, sollte sie mal verloren gehen. Die Brille liegt nah am Kopf an, reicht vollständig über die Augen und hält Spritzwasser vom Auge fern. Auch die Transponder kann dank Clip-In-System mit einem Sportband getragen werden. Damit die Brille von innen nicht beschlägt, gibt es seitlich neben den Gläsern einen Windkanal.

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Polfilter

Windblock

Sportband

Wakeboarder erfreuen. Mittels einer Safety-Leash lässt sich die Brille am Neoprenanzug befestigen. Und sollte die Brille dennoch mal verloren gehen, so holt der mitgelieferte Floater sie immer wieder an die Wasseroberfläche. Die Lace ist leicht und sehr komfortabel. Der Rahmen besteht aus stabilem Kunststoff und fasst kratzfeste, polarisierte Gläser, die zudem wasserabeweisend und bruchfest sind.

Revo Highside

Dark Grey

UV

Shiny Black

UV

Polfilter

Technisch hochwertiges Produk t in alltagstauglicher Optik und mit Öko -Bonus .

Hydrophob

Die Highside kombiniert einen sportlichen Alltagslook mit guter Technologie. Die Sonnenbrille aus dem Hause Revo passt sich durch ihre geschwungene Form wunderbar an den Kopf an. Dabei gehört die Highside zu Revo’s Eco Collection und ist deshalb nicht nur gut für die Augen, sie ist auch gut für die Umwelt. Der leichte Rahmen der Sonnenbrille besteht aus wiederverwertbarem Kunststoff, der auf pflanzlicher Basis hergestellt wird. Das Schmuckstück hat dem Käufer jedoch mehr

zu bieten als ein gutes Gewissen. Seine Gläser sind wasserabweisend und auch Schmutz findet auf dessen Oberfläche keinen Halt. Der Polarisationsfilter schützt die Augen vor Lichtreflektionen und die Gläser lassen zudem nur 13% des Sonnenlichts zu den Augen hindurch. Solch ein hoher Blendschutz ist optimal für den Sport auf dem Wasser. Ein weiteres nettes Feature stellt die Anti-Reflective Beschichtung dar, die verhindert, dass sich Streulicht auf der Innenseite der Gläser spiegelt.

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Next Issue Die nächste EYEWEAR erscheint am 4. Mai – pünktlich zur SonnenbrillenHauptsaison. Himmel über Berlin: Couture- und Luxusbrillen auf den Straßen der Hauptstadt Eco-Sunnies: Auch die Sonnenbrille wird „grün” Surfen, Skaten & Co: Boardsport-Label Pictorial Eyecademie: 20 technische MTB-Sunglasses für den nächsten Trail

Sun doesn’t always shine: Unsere RXFavoriten 2011 Und: Eyewear Boutique, Artview, Faces of Eyewear, Brand Profiles, Interviews usw.

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