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People @ IFA 2012

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Er hat Nokias Neues berührt! Jens Dissmann hält sein Baby in Händen. Er kann wieder lächeln. Gerade ist die Vorstellung des neuen Nokia Lumia 920 chaotischer gelaufen als geplant. Der Head of EDX scheint ein sonniges Gemüt zu haben und lässt sich die Laune nicht verderben. Was fasziniert Sie persönlich am Lumia 920 am meisten? Die Kamera. Schauen Sie, dieses Foto der Blumen habe ich dem dunklen Gang dahinten gemacht. Ohne Blitz. Und doch leuchten die Farben. Nichts ist verwackelt. Das reinste Nachtsichtgerät nur ohne den Grünstich. Das ist keine Evolution, das ist eine Revolution. Ich habe Fotos im Gehen gemacht. Auch da ist alles scharf, nichts verwackelt. Aber das 920 kann ja so viel. Mich fasziniert, wie ich Geräte zusammenarbeiten lasse. Die Konvergenz. Warum stellen Sie die Revolution in einem Hinterhof vor, in dem das Kaputte hip ist? Berlin ist unsere innovative Hochburg. Die Location ist einzigartig und ganz speziell. So etwas finden Sie in München nirgends. Wie sehr ärgern Sie sich darüber, dass die Lifeschalte nach New York nicht geklappt hat? Ach, das ist halt Technik. Wir machen das Beste draus. Jetzt wird gegrillt.


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Die Macht über Pong Mit dem Headset auf den Ohren und dem Sender am Gürtel sieht Leoni Baumeister wichtig aus. „Pong bitte“, sagt sie ins Mikrofon und vor ihr fangen vier Besucher an, konzentriert im Magenta-Reich der Telekom herumzutapsen. Was kommandieren Sie die Leute so rum? Wir spielen Pong. Auf dem LED-Feld müssen die vier Spieler einen Lichtball hin und her schupsen. Die Linien da auf dem großen Bildschirm zeigen die Vernetzung. Wer macht mit? Bei der ersten Runde ist es oft schwierig. Da traut sich niemand auf die Bühne. Dann sind Väter mit ihrem Kind dabei und Senioren. Jugendliche sind in der Mehrheit. Aber gerade Erwachsene nehmen das Spiel manchmal sehr ernst. Müssen Sie als Schiedsrichterin eingreifen? Nein. Den Besucher macht das Spiel Spaß. Nun muss ich die Bühne aber freimachen, jetzt gehört sie den Musikern, und ich kann mich mal hinsetzen. Pongt es in Ihrem Kopf nach Feierabend? Es ist schon ein bisschen so wie nach drei Stunden Tetris am Stück.


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Die drei von der Tankstelle Sie halten unermüdlich die Stellung. Jeden Tag von sieben bis 18 Uhr schenken Sarina, Lucia und Hendrikje Kaffee aus. Ohne die gut gelaunten Feen von der Koffein-Tankstelle wäre die Produktivität im Pressebereich der IFA wohl nur halb so hoch. Immerhin zwei der drei trinken die heiß begehrten Wachmacher auch selbst, wenn sie auch alle das Wort “Kaffee” nicht mehr hören können. Ihr habt doch einen ziemlich wichtigen Job hier, oder? Ja. Sehr, sehr wichtig. Fast lebenswichtig. Schließlich kommen die wenigsten morgens ohne Kaffee auf einen grünen Zweig. Da freut man sich über den kostenlosen Koffein-Kick. Sind das denn die neuesten High-Tech-Kaffeemaschinen, die ihr hier bedient? “Na klar, über 6000 Euro kostet so ein Ding. Die sind noch nicht mal im Katalog! Bringen denn alle brav ihre leeren Tassen und Gläser zurück? Na ja. Ein paar sind uns schon abhanden gekommen, bestimmt mehr als zehn oder wahrscheinlich noch mehr. Aber die Leute haben es weniger auf die Tassen gesehen, die Ikea-Wassergläser sind anscheinend viel mehr im Trend.


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Der Herd im eigenen Haus Ist jemand zuhause? Bei Miele at home? Smart Grid steht an der Wand, dieses Schlagwort. Sascha Heymann will es genau wissen und drückt seine Nase an einem Herd platt und macht sich an der Dunstabzughaube zu schaffen. Können Sie mir das mit dem Haus im Smart Grid erklären? Ich arbeite zwar nicht am Stand, aber ja, ich kann. Ich komme aus der Automatisierungstechnik und arbeite in einem Fraunhofer-Institut. Daheim habe ich angefangen, meine Geräte zu vernetzen. Wie das? Mein Handy und mein Fernseher kommunizieren. Manchmal vergesse ich mein Handy in der Küche und sehe plötzlich auf dem Bildschirm, dass jemand anruft. Dafür gibt es Apps. Praktisch. Aber beim Wäschewaschen und Kochen? Ich finde faszinierend, wie intuitiv ich Geräte bedienen kann und gleichzeitig Energie spare. Ich würde mich an die Sparhinweise halten und solche Geräte dann einschalten, wenn Strom günstig ist. Natürlich würde ich mich manchmal über den Rat meines Hauses hinwegsetzen und kochen, wann ich will und Hunger habe.


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Die Wissbegierige mit dem Elektroklemmblock Sony will ganz genau wissen, wie der Messestand bei den Besuchern ankommt. Deshalb hat sie freundlichen Menschen wie Dagmar Schäfer Tablets in die Hände gedrückt, in denen eine ganze Menge Fragen stecken. Die Kunsthistorikerin plant im richtigen Leben Ausstellungen und ist für Bands das „Mädchen für alles“. Ein Vorschlag: Ich beantworte Ihre Fragen und Sie meine. Das können wir machen. Meine erste: Wie schaffen Sie es, dass Leute wie ich Ihre Fragen beantworten? Die Leute machen eigentlich gern mit. Ich klaue den Besuchern natürlich nicht die Zeit. Der letzte Tag ist anders als während der Messe. Dann kommen die Rollkofferleute und die, die Kugelschreiber haben möchten. Rund 20 Interviews schaffe ich am Tag. So viele sind es bei mir nicht. Was gefällt Ihnen selbst am Stand? Dass es bei den Kopfhörern Spiegel gibt. Wenn ich noch keinen Kopfhörer hätte, würde ich welche aufprobieren. Jetzt haben Sie aber mehr Antworten vom mir bekommen als ich von Ihnen.


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Fotopirsch im Saugerdschungel Cameo Li hat eine Kamera um den Hals und ist auf der Pirsch. Er sucht die spannendsten Motive der IFA. Er wurde fündig und löst aus – und wieder ein Staubsauger im Kasten. Warum fotografieren Sie Staubsauger? Mir gefällt das Design. Die Staubsauger von Dyson sehen kraftvoll und ungewöhnlich aus. Ich habe sie zufällig gefunden und deshalb fotografiere ich sie. Sind Sie extra aus China angereist, um Staubsauger zu knipsen? Ich will mir Vieles anschauen und bin zuerst bei den Hauhaltsgeräten gelandet. Selbstverständlich bin ich nicht zufällig auf der IFA. Ich bin Designer. Was gestalten Sie? Displays von Handys zum Beispiel. Haben Sie in Berlin schon etwas anderes gesehen als Staubsauger? Wenig. Ich war am Potsdamer Platz und auf der Museumsinsel. Ich war aber schon öfter in Deutschland und einmal auf der IFA.


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Der Mann schickt Autos und schreibt Autogramme Wenn er seine Men in black schickt, freuen sich die VIPs. Besonders, wenn die Schwarzen Männer in einer S-Klasse vorfahren. Michael Muhs bringt Ordnung in das Chaos der VIP-Shuttles. Wer an seinem Büroverschlag vorbeiläuft, lernt: Er kann gleichzeitig in Telefon, Funke und Handy quatschen. Sie haben immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Wenn’s stressig wird, haue ich Sprüche raus oder werde laut. Gut, dass die Kunden, die einen Wagen brauchen, das nicht hören. Was ist die große Herausforderung? Für einen wichtigen Geschäftsführer sollte ich eine S-Klasse schicken, wenn er vom Hotel zur Messe gefahren werden will. Einen Van findet der natürlich nicht so doll. Dazu muss ich wissen, wer was ist. Worst case ist, wenn ein Kunden nicht abgeholt wird, weil ein Auto im Stau steckt. Dann muss der ein Taxi nehmen, und das kostet was. Wie kamen Sie dazu, mit Autos zu jonglieren? Für eine Europa-Tour von U2 habe ich mal das Gepäck transportiert. 120 Stück. Später habe ich alle Größen des Geschäfts gefahren. Stones, Phil Collins. Dabei haben Sie fleißig Autogramme gesammelt? Nein, ich habe Autogramme geschrieben. Tausende schaffen die Stars ja nicht allein. Da habe ich mich mit denen an den Tisch gesetzt. Das dürfen die Autogrammjäger natürlich nicht wissen.


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Monster mit goldenen Rädern Mit viel Wohlwollen kann man Noel Lee eine starke Persönlichkeit attestieren. Exzentrisch trifft es auch ganz gut. „Head Monster“ lässt er sich nennen, der Kopf des Monsters. Der Kopfhörer-Schrauber fährt auf seinem Segway durch die Menge aus wenigen Journalisten und vielen Jubelpersern seiner Firma und lässt sich beklatschen wie ein Musikstar. Entschuldigen Sie, Sie sind auf Ihrem Segway so groß. Haben Ihre Mitarbeiter etwas, auf das ich stehen könnte, um auf Augenhöhe mit Ihnen zu sein? Hahaha. Auf Augenhöhe! Ihr Segway hat goldene Felgen. Echt? Hahaha. So reich bin ich nicht. Gerade haben Sie die DNA-Kopfhörer vorgestellt und gesagt, dass Sie die schwarz-weißen besonders mögen. Warum nicht die goldenen? Hahaha. Die gibt es nicht. Haben Ihre Designer wohl vergessen. Hahaha. Ja.


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Runden für die Reifen Reif für die Insel, reif für die Klapse, man kann für so vieles reif sein. Auch „reif für die IFA“. Jeden Morgen folgen 30 Senioren einem Schild, auf dem genau das steht. Kathleen Schmidt senkt den Altersdurchschnitt deutlich, sie hat die Rundgänge organisiert. Wohin führen Sie die Senioren? Über die ganze Messe. Schwerpunkte haben wir natürlich gesetzt. Staubsauger, Wischroboter, die den Haushalt alleine schmeißen. Telefone mit Notruffunktion, Hörgerät, Smart home. Das finden die Leute doch alleine. Aber das ist nicht so einfach. Bei uns können sie sich nicht verlaufen. Wie kommen die Runden für die Reifen an? Das Feedback ist toll und überraschend, weil viele Teilnehmer eine Rückmeldung per E-Mail geben. Ich hätte eher Anrufe erwartet.


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Twittern, bis die Glotze qualmt Wenn das Programm so intelligent wäre wie ein Fernseher! Die Klage wird bleiben. Beim Programm wird nichts besser, die Fernseher werden dagegen smart und smarter. Albert Mombargs Tablet steckt in einer Hülle, die wie ein Buch in Schweinsleder aussieht. Der Holländer bringt für Philips die schlauen Sichtgeräte voran. Sie setzen auf Smart TV, in dem zum Bespiel Twitter integriert ist. Warum spricht jeder von smart, egal ob er Eierkocher oder Hörgeräte verkauft? Für uns heißt das: Der Trend zu Social Media ist überdeutlich. Die Kunden wollen, dass ihr Fernseher mit dem Tablet und dem Smartphone eine Einheit bildet. Früher war der Zuschauer eine Couchpotato, heute steuert er über den Fernseher das Soundsystem, dort bestellt er im Internet seine Einkäufe, twittert und facebookt. Twitter auf dem Fernsehbildschirm. Ist das nicht ein bisschen übertrieben? Man hat viele Möglichkeiten, das zu nutzen. Während man eine Castingshow guckt, kann man per Twitter über die Kandidaten reden. Man kann das mit allen tun, die dazu twittern, oder ausschließlich mit Freunden. Ich selbst lese gern die Tweets auf dem Fernseher, schreibe sie aber lieber auf dem Tablet. Wo führt Smart TV hin? Weiß mein Fernseher bald: Ah, da sitzt Mathias, der will auf keinen Fall eine Kochshow sehen. Das ist möglich. Noch wollen die Zuschauer nicht, dass der Fernseher ihre Gewohnheiten analysiert. Ich bin auch froh, dass es zum Umschalten weiterhin die gute, alte Fernbedienung gibt. Besteht für Sie die ganze Welt aus Fernsehern? Nein, im Urlaub genieße ich drei Wochen ohne. Meinen kleinen Kindern beim Plantschen am Pool zuzuschauen, ist das schönste Programm.


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Auf die Röhre gucken Wer kennt noch Röhren? Transistoren? Hände hoch! Da, der Hubert Zach meldet sich! Mag um ihn herum der Sturm der Modernität tosen, er steht wie ein Fels in der Brandung und lächelt väterlich. Aus dem Deutschen Rundfunkmuseum hat er Radios aus den 30ern und Siebzigerjahre-Musikanlagen herbeigeschleppt. Ein Museum inmitten der Messe, auf der sich schämt, wer keine Weltneuheit präsentiert. Wie fühlen Sie sich als Exot? Ich bin glücklich. Viele Besucher erkennen alte Geräte wieder und freuen sich: So ein Radio hatte Opa auch. 1923, am 29. Oktober, ging es in Berlin ja mit dem Rundfunk los. Wir haben in der Vitrine da vorn Radios aus der Zeit. Wann waren Sie das erste Mal auf der Funkausstellung? Nach dem Krieg gab es ja erst 1972 wieder eine. Da waren Stereoanlagen die Sensation. Wir Bastler hatten die da längst: Der Sender Freies Berlin 1 sendete links, der SFB 2 rechts, und wir haben zwei Tuner kombiniert und stereo gehört. Interessieren Sie sich überhaupt für den neuen Kram? OLED, das sind organische LED, sind toll. Aber bei moderner Technik können wir Bastler ja nichts mehr machen. Heute sieht man tolle Bilder, versteht aber nichts mehr von der Technik. Schade.


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Das Flintenweib vom Ersten Die ARD ist eingeschneit, es geht frostig zu und gefährlich. Marie Klein steht in einer Winterlandschaft und hält eine Flinte in Händen. Besucher sollen bei ihr schießen und so Vorfreude für die Biathlon-WM 2013 entwickeln. Weiß die ARD nicht, dass wir noch Sommer haben? Warum der Kunstschnee? Besucher sollen erfahren, wie es Biathleten geht. Wie sie zielen müssen, obwohl ihr Puls hoch ist. Dafür schicken wir jeweils zwei Besucher auf eine kleine Laufstrecke und lassen sie mit dem Laserpointer im Liegen und Stehen schießen. Wer macht mit? Männer, Frauen, Kinder, wobei Kinder entweder überhaupt nicht treffen oder überraschend gut. Oft gibt es einen Geschlechterkampf Mann gegen Frau. Viele Schützen gucken aber einfach nicht über Kimme und Korn und treffen schlecht. Gibt’s schon einen Schützenkönig? Bis jetzt führt Benny mit 47 Sekunden ohne Fehlschuss. Der arbeitet aber auch bei einer Sicherheitsfirma.


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Gut gebrüllt, Kleiner Das Wummern hört man schon von Weitem. Eigentlich müsste der weiße Polo im Brülltakt der Musikmaschine vibrieren. Luca Ciriollo macht der Lärm nichts aus. Ihm gefällt der aufgemotzte Kenwood-Sound. Wie viel Power steckt in diesem Auto? Wir haben… Wumm!!! Wumm!!!… Und sechs Mitteltö… Wumm!!! Wumm!!! Was? Können Sie das wiederholen? Ja. Wir haben drei Verstärker, vier Subwoofer, zwei Hochtöner und sechs Mitteltöner eingebaut. Die ausfahrbare Heckklappe mit den Spielebildschirmen ist Show. Muss das so laut sein? Nehmen Sie keine Rücksicht auf die Nachbarn und Ihr Gehör? Manchmal drehen wir die Lautstärke schon zurück. Leute von den Nachbarständen kommen zu uns und sagen: Leid, mal leiser. Zum Beispiel wenn sie über Verträge verhandeln. Und mein Gehör: Abends habe ich schon ein bisschen Kopfweh. Fahren Sie privat auch so ein Krachmobil? Mein BMW ist voll ausgestattet. Da habe ich schon was drin. Aber nicht Bauteile für 5.000 Euro, die in diesem Auto stecken. Das habe ich von Frankfurt zur Messe gefahren und auch die Musik aufged… Wumm!!! Übrigens: Wer sich im Straßenverkehr von einer Krachkugel belärmt fühlt: Diese hat das Kennzeichen OF-KD 166.


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Keine Chance für Falschdosierer In der Vitrine steht ein Gläschen Babybrei, liegen hundert Quadratzentimeter Grasland, ruht eine Tomate. Schönen Schmutz würden die auf einem Textil hinterlassen. Ein Fest für die Waschmaschinen von Bosch, die daneben auf Arbeit lauern. Und für Korbinian Müller, einen großen Mann, der sich mächtig bücken müsste, um eine Maschine zu beladen. Was für ein Waschtyp sind Sie? Ein Überdosierer oder Unterdosierer? Ich tendiere dazu, immer gleich viel Waschmittel zu dosieren, egal welche Wäsche ich wasche und wie dreckig sie ist. Das Bewusstsein für die richtige Dosierung wächst. Auch bei mir. Haben Sie daheim keine so schlaue Maschine, die das automatisch übernimmt? Ich bin erst seit wenigen Wochen Produktmanager hierfür. In der Zeit war es noch nicht nötig, eine neue Maschine anzuschaffen. Beim Namen waren wir irritiert. I-DOS. Klingt nach Apple plus Microsoft. iWash7 sozusagen. Die Abkürzung steht selbstverständlich für intelligente Dosierung. I wie intelligent. Zu viel und zu wenig Waschmittel, beides ist nicht sehr schlau, sondern schädlich für die Umwelt, die Kleidung und die Haut.


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Mal eben 90 Zoll an die Wand hängen Der Zwei-Meter-Mann steht mit leuchtenden Augen vor dem 90-Zoll-Fernseher. Er sieht irgendwie verzückt aus. Dass ihm gleich die Tränen kommen, ist übertrieben, aber der Sharp-Hochkaräter hat es T-Shirt-Träger Alex Jansen angetan. Tolles Ding, oder? Leider viel zu groß für daheim. Wer sagt das? Ich will den haben. Mein Haus ist 400 Quadratmeter groß. Mein Wohnzimmer hat sechs mal acht Meter. Ich habe Platz. Den Fernseher muss ich haben. Ich muss einer der ersten sein, der so etwas Großes hat. Können Sie sich das leisten? Ich will. Ich habe einen 63er und überlegt, mit einem Beamer ein größeres Bild zu bekommen. Der Fernseher ist natürlich besser. Wie viel würden Sie dafür ausgeben? 50.000 Euro wären natürlich etwas viel. Die werden aber sicherlich bald günstiger. Was muss man arbeiten, um so viel Geld für eine Glotze auszugeben? Man muss Manager sein. Jetzt will ich aber weiter, erstmal zu Panasonic. Die haben auch große Fernseher.


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Dürfen wir vorstellen: Kollege Milos Hey, Kollege Milos! Was bloggst du? Bitte, liebe Leser, nicht untreu werden. Milos Willing kennt sich zwar bei AEG besser aus, da ist er der Haus-Blogger. Er ist auch ein Guter. Aber wir machen doch mehr Spaß. Was machst du hier, was wir nicht machen? Ich mache nicht nur Fotos wie ihr, sondern drehe auch Videos. Hier, mit der kleinen Kamera. Experten erklären Geräte, das läuft jeden Tag um 18 Uhr. Und ich filme Messebesucher, wie sie Staubsauger anschauen. Da sind lustige Erlebnisse garantiert? Manchmal ist es schon witzig. Wie Leute erstaunt gucken, wenn bei einem Staubsauger plötzlich Licht angeht. Ich bleibe aber nicht den ganzen Tag am AEG-Stand. Über die Fernseher blogge ich natürlich auch, logisch. Was sind für einen alten Hasen die Highlights? Beim Kochduell von Foodbloggern saß ich in der Jury. Die kochen zwar auch nicht anderes, sind aber halt Blogger. Was steht als nächstes an? Ich fahre bei einer Rallye mit. Ab Stuttgart, 3000 Kilometer in drei Tagen. Mehr weiß keiner der sechs Teilnehmer. Von unterwegs bloggen wir natürlich.


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Ganz groß rauskommen Christian Sinatra spielt sich die Finger wund. Von morgens bis abends sitzt er für Samsung auf einem kleinen Würfel, so hoch wie ein Stuhl im Kindergarten, und kurvt und ballert, was das Zeug hält. Er daddelt auf seinem Smartphone und guckt dabei auf eine Fernsehmattscheibe. Sie spielen hier, und die Messebesucher schauen zu? Nein, die Besucher dürfen auch spielen. Vielleicht sogar mal 30 Sekunden, länger nicht. Das ist hier keine Spielecke. Wir wollen unser Produkt zeigen. Und das wäre, das Produkt? Dieses kleine Kistchen am Fernseher. Das überträgt das Bild vom Smartphone auf den großen Bildschirm. Ich kann das Bild der Kamera sehen. Ich habe Vollbildinternet. Und… … junge Besucher interessieren sich für die Spiele? Autorennen und ballern. Bis 20 Jahre stimmt das. Die wollen Spiele natürlich möglichst groß sehen. Damit die jungen Zuschauer nichts zu lästern haben, trainieren Sie bestimmt daheim viel. Nö, ich spiele höchstens eine Stunde in der Woche. Ich kicke lieber.


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Ein Wasserträger für Berlin Wasserträger ist der Mann. Und das ist er gern, der Gero, der Grützner. Einen Tank im Rücken, zwei Kannen vor dem Bauch tränkt er durstige Messegänger. Also eigentlich kennt man Leute wie Sie ja mit Bierfässchen auf dem Open-Air. Das stimmt schon. Aber ich schenke gutes Berliner Leitungswasser aus. Das wurde mit den Filtern von BWT aufbereitet. Nicht nur gefiltert, sondern mit Magnesium versetzt. Marathonläufer essen Bananen, um ihren Magnesiumspeicher aufzufüllen. Wollen das die Besucher wissen, denen Sie Wasser geben? Selten. Meistens wollen sie einfach Wasser. Das schmeckt schon besser als das aus dem Hahn. Ich habe es selbst probiert. Wie viel davon tragen Sie bei sich? Im Rucksack sind das wohl 15 bis 20 Liter. Das ist ganz schön schwer auf die Dauer. Am Tag schenke ich über 100 Liter aus. Was mache ich mit dem kleinen Becher? Den stellen Sie einfach an irgendeinem Stand ab. Nein, den werfen Sie natürlich in den Müll.


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Was ist grün und unisex? Sind die zum Knuddeln! So grün! So niedlich! Andre und Katleen – die hier mit Nachnamen Grün und Specht heißen wollen – hüpfen in hautengen Kostümen vor einem Fotoautomaten herum und lotsen Besucher vor die EP-Linse. Für jedes Mal „knips“ klimpert ein Euro Spendengeld in die Kasse von Unicef, WWF oder Berggorillas in Not. Was muss man verbrochen haben, um in so einen Strampelanzug gesteckt zu werden? Andre: Ich bin jung und brauche das Geld! Nein ehrlich, das macht Spaß. Das ist witzig. Alle Leute freuen sich über uns, alle sind gut gelaunt. Letztes Jahr habe ich das auch schon gemacht. Wir tun ja auch was Gutes und sammeln Spendengeld. Sind die Anzüge eigentlich maßgeschneidert? Nicht nötig. Die sind ja elastisch. Unisex und figurbetont. Bei uns Männern ist das nicht so vorteilhaft. Man sieht, ob einer links- oder… …. Kinder! Mal nach Kindern gefragt. Was für Spitznamen bekommt Ihr so? Teletubbies natürlich. Grüne Männchen. Manchmal auch Spermi… Herr Grün, Frau Specht, wir danken für das Gespräch.


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Drei Wurfkameraden So eine Kugel, und jede Diskussion über Torkameras wäre erledigt. Im grünen Ball steckt zwar kein Schuss-, sondern eine Wurfkamera, doch das Bild lässt keine Geheimnisse. 360 Grad Rundumsicht. Die Nachwuchs-Ingenieure Pfeil-Qin-Bollendorff haben damit den Gründerwettbewerb IKT Innovativ gewonnen. Wie kommt man darauf, eine Kamera in die Luft zu schmeißen? Jonas war auf Tonga, in der Südsee. Und hat sich geärgert. Mit seiner Kamera hat er keine Panoramafotos hinbekommen. Fotos einzeln zusammensetzen bringt es auch nicht. Da hatte er die Idee. Wer hat seine Kamera dafür hergeben müssen? Das ist ein Eigenbau mit vielen Handykameras. Die haben wir in grünen Schaumstoff gepackt. Wenn die Kamera auf dem Scheitelpunkt der Wurfbahn ist, lösen die Kameras aus. Wie viele Kameras habt ihr geschrottet? Noch keine. Unser Prototyp ist ein paar Mal auf den Boden gefallen, aber nicht kaputt gegangen. Halt!! Nicht auf den Boden legen! Das ist ein Prototyp! Wann soll man zukünftig die Wurfkamera in die Höhe schleudern? Im Urlaub natürlich. Auch bei großen Konzerten, Demonstrationen. Also wenn viele Menschen zusammen sind und sich bewegen. Jetzt haben Sie 30.000 Euro bekommen. Werden die verschleudert? Die investieren wir, um das Projekt weiter zu entwickeln. Insgesamt brauchen wir zwei Millionen.


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T-Rex im Nacken Oh Gott, der T-Rex zerfleischt Ralf Hansen! Mist, Panasonic verliert einen seiner besten Mitarbeiter! Da schreitet Hansen weiter und steht inmitten japanischer Kirschblüten, dann schnurren zwei lebensgroße Löwen über den Bildschirm. Alles 3D – und ohne Brille. Müssen Sie einen so erschrecken? Warum Dinos und Löwen, um uns von 3D zu überzeugen? Gefahr lockt an und polarisiert. Man zieht die Hand weg, damit Löwe und Dino nicht reinbeißen. So realistisch ist das Bild. Und so groß, das haben die Leute noch nicht gesehen. 32 Millionen Bildpunkte. Und wo ist die 3D-Brille? Die brauchen Sie nicht. Das ist ja das Tolle. Sie werden ins Bild reingezogen. Warum verstecken Sie das 3D-Gucken der Zukunft in dieser dunklen Ecke? Eben weil die Geräte Prototypen sind. Die werden Sie erst in vielen Jahren kaufen können. Die kosten Sechsstellig und sind eher nicht zum Fernsehgucken, sondern als Hingucker. Im Autohaus könnte man sich seinen Wunsch-Porsche zusammenstellen und in 3D schauen, wie Felgen und Flügel zusammenpassen. Wie ist das eigentlich: Garagentorgroßer Bildschirm. 32 Millionen Bildpunkte. Fernsehen macht zuhause keinen Spaß, stimmt’s? Schon richtig, man gewöhnt sich an die Größe. Das ist erschreckend.


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Geht Ford jetzt baden? Das ist doch ein Missverständnis! Jan Schroll ist von Ford und sitzt in einer großen, weißen Badewanne. Und das im Anzug. Stellt Ford jetzt auch Weiße Ware her? Oder wollten seine Chefs Schroll auf eine Autoschau schicken und er ist falsch abgebogen? Jetzt muss er das ausbaden. Das Badewasser gut temperiert? Oder sitzen Sie in einem Konzeptauto? Das ist das Cockpit eines Ford der Zukunft. Das wird bald so gebaut. Wir zeigen Sync und My Ford tough. Damit kann man Smartphone und Tablett besser mit dem Auto verbinden und per Sprache steuern… My Ford meets I phone… Was sagt Siri dazu? Nichts sagt die. Siri ist Online, ohne Netzzugang geht nichts. Ford hat die Rechenpower im Auto. Im B Max und Focus Electric. Was verkaufen Sie besser? Diese IFA-Technik oder die IAA-Autos? Ob ich Autos verkaufen könnte, weiß ich nicht. Ich kenne die technischen Details, aber verkaufen? Ich bin Entwicklungsingenieur und komme aus der Technikecke. Da rede ich natürlich gern über Sync und My Ford. Schön, aber die Besucher schalten schnell von IFA auf IAA um. Da fotografiert wieder jemand den Kofferraum. Halten Sie ihn auf! Ach, Viele schauen die Autos an. Die beiden Modelle sind ja auch brandneu.


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Unterm Helm versteckt Zum Glück hat Insa Roem, 20, ihren Helm noch nicht vor das Gesicht gezogen. Noch fallen ihre Locken auf ihre Schultern, noch lächelt sie. Ganz schön sperrig, was sich Kostümbildner für Messen einfallen lassen. Mädchen zum Roboter umgestalten. Unmöglich! Warte Insa, erst noch ein paar Fragen… Bevor Sie zum Roboter mutieren. Wie fühlen Sie sich? Das Kostüm ist schon gewöhnungsbedürftig. Unbequem. Es drückt ein bisschen gegen den Kehlkopf. Schwer ist es zum Glück nicht. Es ist aus Schaumstoff. Die Haare leiden!? Das ist nicht so schlimm. Sehen Sie unter dem Helm überhaupt was? Durch den Atemschlitz kann ich nach unten schauen. Dann sehe ich den Boden. Und ich kann durch eines der Roboteraugen schielen. Was soll die Maskerade? Ich bin das Maskottchen von Haier. Noch sind Sie ja ein recht kleiner Roboter. Gerade mal auf Augenhöhe mit einem Mensch. Wollen Sie mal ein großer Roboter werden? Nein. Chemikerin. Ich studiere in London.


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Die Krachmacher Daniel Hipp ist mächtig stolz auf seinen Panzer. In Tarnmontur turnen Anastasija und Ekaterina – Dienstgrad unbekannt – über das Militärgerät. Schüsse aus MGs lärmen über den Stand von R.O.GNT. Und Hipp freut sich diebisch über seine Marketingidee mit dem lustigen Krieg. Was soll das Krieggespiele. Sie sind ja wohl auf der falschen Messe! Wir sind hier goldrichtig. Wir wollen provozieren, provozieren, provozieren. Unser Slogan ist: Make noise, not war. Boxen verkaufen mit dem Panzer? Ist das nicht eine verquere Idee? Aber sie funktioniert. Unsere Zielgruppe, 18 bis 25, ist begeistert. Die sehen den Panzer, die Tarnnetze, und wollen wissen, was hier los ist. Wir sind nicht so langweilig wie andere Stände. Sind Sie hier einmarschiert? Ja, wir sind mit dem Panzer reingefahren! Das war eine Show. Den Panzer haben Sie aus einer Kaserne…? Nein, der ist gemietet. Was für ein Modell das ist, weiß ich nicht. Im Grunde bin ich nämlich Pazifist. Übrigens, hier, das dürfen Sie mitnehmen. Ein Kondom. Für einen sicheren Schuss.


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Der Stoff, aus dem Träume sind Nähstüble Loewe? Lara Diener, 27, steht vor einem Regal voll Stoffbahnen. Der Boden ist aus Holz, an den Wänden hängen vier Fernsehbildschirme. Irgendwie mag das Heimelige und das Technische nicht zusammenpassen. Was sollen die Stoffe hier? Die Stoffe stehen für die Individualisierung. Der Kunde hat ein Mitspracherecht… Wie, mit Stoffen? Ja, die Stoffe sollen an eine kreative Werkstatt erinnern. Man kann das Design seines Fernsehers gestalten. Wie beim iPhone, wo es 1000 Möglichkeiten gibt, sie zu verschönern. Statt Häkeldeckchen also Stoffbezug auf dem Fernseher? Nein. Die Stoffe stehen dafür, wie man etwas designen kann. Die Stoffe sollen die Fantasie der Besucher anregen. Sie fassen die Stoffe an, wie im Stoffgeschäft. Viele sind erstmal erstaunt. Sie erwarten Technik, und sehen Stoff. Würden Sie sich aus diesen Stoffen ein Kleid nähen lassen? Eher nicht. Nein wirklich. Dieses Karo zum Beispiel erinnert doch mehr an ein Abtrockentuch in der Küche.


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Die Männer fürs Grobe Am Tag, bevor die IFA ihre Tore fürs Publikum öffnet, hantieren Tamás (links) und seine Kollegen in Halle 8.1. mit der Kreissäge. Die Messebauer aus Ungarn schrauben den Stand der Firma Sodastream zusammen. Seid ihr zum ersten Mal auf der IFA? Wir waren letztes Jahr schon hier, auch für Sodastream, und freuen uns, dass es wieder geklappt hat. Budapest ist eine schöne Stadt, aber Berlin immer eine Reise wert. Worauf kommt es denn beim Stand von Sodastream an? Eine lange Bar musste her, damit die prickelnden Erfrischungen problemlos ausgeschenkt werden können. Optisch stehen klare Formen ohne überflüssige Ecken und Kanten im Vordergrund. Damit folgen wir dem Design der neuen Generation der Trinkwassersprudler. Als Material bietet sich Holz an, etwas natürliches halt. Schließlich gibt es kein natürlicheres Getränk als Wasser. Nun gibt es aber auch noch die 30 Sirup-Sorten. Welche mögt ihr am liebsten? Ich mag am liebsten Zitrone. Aber um ehrlich zu sein: Nach einem langen Arbeitstag auf der Messe trinken wir erstmal ein Bier!


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Die White Box Klein, aber oho: Die intelligente Heizungssteuerung von Tado regelt die Wohnungstemperatur selbstständig. Leopold von Bismarck vertritt das Münchner Start-Up-Unternehmen mit Telekom-Vetriebspartnerschaft auf der IFA. Was ist denn so schwer daran, die Heizung selbst zu bedienen? Gute Frage, aber Tatsache ist, dass zu viele Menschen sie den ganzen Tag laufen lassen, auch wenn sie gar nicht da sind. Bis zu 85 Prozent der Bundesbürger machen das so. An kalten Tagen hat das natürlich auch damit zu tun, dass man nicht in eine eisige Wohnung kommen möchte. Trotzdem: Das Ergebnis ist eine immense Energieverschwendung. Und dieser weiße Kasten soll das Problem lösen? Er kann dazu beitragen, weil in ihm alle Informationen zusammenlaufen, die man braucht, um intelligent zu heizen: Wetterprognosedaten und die tatsächliche Temperatur etwa. Vor allem aber weiß die Steuerung, ob jemand zuhause ist oder nicht. Über ein Smartphone-App erkennt die Steuerung, wenn ich das Haus verlasse und regelt die Temperatur runter. Wenn ich mich auf dem Rückweg befinde, springt die Heizung wieder an und es ist warm, wenn ich ankomme. Wann kommt die Steuerung auf den Markt, wo gibt es sie und was kostet sie? Wir starten bereits dieses Jahr im Oktober. Man kann sie direkt bei Tado erwerben oder ab dem 2. Quartal 2013 auch als Smart-HomeLösung der Telekom. Die Kosten stehen noch nicht ganz fest, aber es wird wohl ein zweistelliger Betrag im Jahr sein. Für den durchschnittlichen Haushalt dürften sich die Kosten schon nach einer Heizperiode amortisieren.


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Wachstum trotz Preisverfall Mehr als 50.000 Mitarbeiter in über 11.000 Shops, Stores und Fachmärkten zwischen Oslo und Zypern: Euronics ist Europas zweitgrößter Consumer-Electronics-Händler. In 2011 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 16,2 Milliarden Euro. Hans Carpels, Präsident von Euronics International, nutzte die Gelegenheit und machte auf die Wertevernichtung in der Branche aufmerksam. Restaurants, Schmuck, Reisen – viele Dinge sind teurer geworden in den letzten zehn Jahren. In Ihrer Branche gingen die Preise im gleichen Zeitraum zurück, teilweise um mehr als 60 Prozent. Sie prangern das an, aber ist das nicht eigentlich eine gute Nachricht? Auf den ersten Blick vielleicht, aber die Folge ist, dass den Unternehmen am Ende das Geld fehlt, um in Forschung und Entwicklung zu investieren. Innovation kann es aber nur geben, wenn Technologie weiterentwickelt wird. Nur dann können Produkte auf den Markt kommen, die einen echten Mehrwert für die Kunden bedeuten. Dieses “immer billiger” führt auf Dauer niemanden weiter – die Hersteller nicht, die Händler nicht und auch nicht die Kunden. Was können Sie als Händler dagegen tun? Die IFA ist eine wunderbare Gelegenheit, um mit den Herstellern in Kontakt zu treten. Die Verhandlungen, die wir hier in Berlin jedes Jahr führen, machen am Ende schätzungsweise ein Viertel unseres Umsatzes aus. Da haben wir natürlich auch Gelegenheit, unsere Position zu vertreten. Euronics ist in 31 Ländern vertreten – traditionell in Europa, neuerdings auch in Nordafrika, in Tunesien. Haben Sie weitere Expansionspläne? Genaues kann ich Ihnen dazu nicht sagen, aber, ja, zum Jahresende rechnen wir mit der Expansion in weitere europäsische Länder.


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Was wirklich zählt Unterhemden in der TecWatch-Halle? Und wir dachten, hier wird ein Blick in die Zukunft möglich. Florian Schumacher von Wearable Technologies erklärt uns, was die Wäsche kann. Wo ist denn die Technologie in dem Stück Stoff? Die sieht man nicht auf den ersten Blick. In dieses Smart-Shirt sind Elektroden eingewebt, die Pulsdaten via Bluetooth an Smartphones übertragen können. So kann man seine Pulswerte beobachten oder in Gesundheitsportale einbinden. Das ganze ist natürlich waschmaschinenfest. An wen richten sich Ihre Produkte? Das ist ganz unterschiedlich. An Profisportler zum Beispiel. Andere dienen der Ortung und sind eher für Rettungskräfte gedacht. Aber ganz einfache Geräte, wie der Schrittzähler ist etwas für jedermann. Der ist nicht größer als ein USB-Stick und lässt sich ganz unauffällig an der Gürtelschlaufe tragen. Er misst Erschütterungen und zählt so meine Schritte. Und wie viele Schritte sind Sie heute schon gegangen? 4773, das ist nicht viel für einen halben Messetag. Es gibt Messen, da laufe ich 20.000 Schritte pro Tag. Das ist übrigens mehr als ein Zahlenspiel: Für ältere Menschen kann das Gerät eine Motivation sein, sich mehr zu bewegen. Wie das? Einfach, weil Bewegung in Zahlen abgebildet wird. Mit so einem klaren Ergebnis vor Augen, fällt es leichter, sich neue Ziele zu stecken: Heute laufe ich 2000 Schritte, morgen 4000. Studien haben ergeben, dass ein Schrittzähler den Ehrgeiz steigert. Das kann natürlich enorme Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen haben. Ein rundum spannendes Thema, dessen Entwicklung ich auf meinem Blog www. igrowdigital.com begleite.


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Satz heiße Ohren Er ist der Rapper mit der Bilderbuchkarriere. Ohne Eltern aufgewachsen, in den Bau gewandert, neun Kugeln an einem Abend kassiert. Dann Goldene Schallplatten, Echos und Grammys. Mittlerweile ist 50 Cent mehr Marke als Musiker. Er verkauft Platten, Schuhe und Zuckerwasser, produziert Filme und setzt sich gegen den Hunger auf der Welt ein. Haben wir was vergessen? Ach ja, die Kopfhörer. Was Kollege Dr. Dre kann, kann ich schon lange, wird „Fifty“ sich gedacht haben. Die Headphones seiner neugegründeten Firma „SMS Audio“ könnten „BeatsbyDre“ von Monster Konkurrenz machen. Derzeit ist Curtis James Jackson, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, auf Verkaufstournee – und machte kurz Halt auf der IFA und beantwortete Fragen im Rahmen einer Pressekonferenz. Mr. Jackson, was ist Ihnen wichtiger: Geld verdienen oder der Kampf gegen den Hunger? Das hängt für mich zusammen. Ich bin Unternehmer, es ist mein Job, mich geschickt zu vermarkten. Ich möchte aber auch ein Unternehmer sein, der seine soziale Verantwortung ernst nimmt. Deshalb arbeite ich in diesem Fall mit der Hilfsorganisation Feeding America zusammen. Für jeden verkauften Kopfhörer spendet SMSAudio der Organisation Geld, für das 250 Mahlzeiten an hilfsbedürftige Familien in den USA bereitgestellt werden können. Ich ermutige andere Künstler und Händler, ebenfalls zu spenden. Was ist das Besondere an den 50-Cent-Kopfhörern? Ich habe vom Klang bis zum Design an der Entwicklung mitgewirkt. Sie sehen gut aus, haben eine tolle Klangqualität. Die kabellosen Modelle nutzen die „Kleer“-Technik, statt Bluetooth. Kleer hat eine viel bessere Übertragung als Bluetooth. Haben Sie Zeit für einen Bummel in Berlin? Leider mal wieder nicht. Ich war schon oft in Berlin und habe selten Zeit, etwas zu sehen. Eigentlich schade, ich möchte ja mal sagen können: Ich bin Weltstar und habe die Welt gesehen. Ein anderes Problem ist, dass vieles, was ich geboten bekomme, ja nicht authentisch ist. Wenn ich auf Tour in einen Club gehe, ist alles darauf eingestellt, dass ich komme. Es läuft die Musik, die 50 Cent hören will. Ich würde gern mal wissen, was in den Clubs hier läuft, wenn ich nicht da bin.


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Hinter den Kulissen Wenn es nach ihm ginge, wäre die Welt eine Scheibe und zwar eine Blu-ray Disc. Marty Gordon ist Vice President Philips Consumer Lifestyle und vertritt zugleich die Blu-ray Disc Association. Es ist auch sein Werk, dass die Scheibe sich im Formatkrieg gegen HD DVD und VMD durchgesetzt hat. Was macht die Blu-ray Disc zum überlegenen Medium? Vor allem, dass sie so vielfältig einsetzbar ist. Die Geräte sind mit anderen Formaten kompatibel, ich kann mit einem Blu-ray Player also auch DVDs oder CDs abspielen oder Streaming Services nutzen. Ist diese Botschaft bei den Kunden angekommen? In den Vereinigten Staaten erleben wir derzeit einen regelrechten Boom: Zum Ende des Jahres wird die Hälfte aller US-Haushalte einen Blu-ray Player besitzen. Westeuropa hinkt mit rund 25 Prozent etwas hinterher, aber wir sind zuversichtlich, dass sich das bald ändern wird. Auch, weil immer mehr Inhalte auf Blu-ray erhältlich sind. Neue Filme, aber auch alte. Alte Filme? Ist das sinnvoll? Sehr sogar. Nehmen Sie nur mal Klassiker wie „Vom Winde verweht“, „Casablanca“ oder „Lawrence von Arabien“. Die sind von 1939, 1942 bzw. 1962 und die Original-Filmrollen büßen mit der Zeit Qualität ein. Dank Blu-ray ist es möglich, die Filme in einer restaurierten Version herauszubringen. Wie können sie also auch in Zukunft so sehen, wie von den Regisseuren beabsichtigt. Das freut mich auch persönlich – es sind meine Lieblingsfilme!


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Essen auf Rädern Thanh Ty Tran verkauft seit 22 Jahren asiatisches Essen auf Messen in ganz Deutschland. Kurz vor IFA-Start wuchtet sie Getränke und Gemüse in die kleine Zelt-Küche hinter ihrem Imbisswagen. Wie viele Portionen verkaufen Sie auf so einer Messe? Das hängt total vom Wetter ab. Wenn die Sonne scheint, kommen viele Leute. Letztes Jahr lief es zum Beispiel richtig gut hier auf der IFA. Aber das kann dieses Jahr schon ganz anders aussehen, wir werden sehen. Und welche Messe lief diese Jahr gut? Die Gamescom in Köln, da war viel Publikum! Was ist denn eigentlich der Renner? Bestimmt die Bratnudeln, oder? Gebratene Nudeln gehen immer gut. Unsere Ente und das gebackene Huhn sind aber auch sehr beliebt. Mein Tipp ist ja die vietnamesische Rindfleischsuppe. Die gibt es an unserem zweiten Stand, im Durchgang zwischen zwei Hallen. Da steht man auch im Trockenen, wenn es regnet.


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Das Ding mit dem Bling Sie hat jede Sendung mit ihm gesehen, auf der IFA durfte sie ihn mal berühren: Isabell nutzte die Gelegenheit und besuchte die Autogrammstunde von Harald Glööckler. Neben einem Erinnerungsfoto gab’s auch noch eine Handytasche. Bist du zufällig am Stand von Harald Glööckler gelandet? Ich habe in einer IFA-Zeitung geblättert und da stand, dass er hier Autogramme gibt. Da musste ich natürlich herkommen! Was fasziniert dich an Harald Glööckler? Ich finde ihn toll, weil er dazu steht, wie er ist. Er ist freundlich zu allen. Und wenn ihn mal jemand nicht mag, hat er kein Problem damit. Er steckt das einfach weg. Außerdem hat er einen besonderen Lebensweg. Er hatte eine schwierige Kindheit und hat sich aus eigener Kraft nach oben gearbeitet. Du hast eine lila Handytasche mit goldenen Applikationen bekommen. Was gefällt dir an seinen Designs? Dieses Bling-Bling ist einfach genau mein Ding!


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Qualität made in Germany Es gibt sie noch, die Traditionsunternehmen in der schnell rotierenden Tech-Welt – wie den TV-Geräte- und Kamerablitz-Produzenten Metz. 1938 in Fürth gegründet, baut die Firma ihre Produkte seit 1966 in Zirndorf, dem Silicon Valley Frankens, wenn man so will. „Qualität setzt sich durch“, sagt Pressesprecher Thomas Hey. Bei den Absatzzahlen der Branchenriesen kann einem schwindlig werden, oder? Vielleicht, aber das macht uns keine Angst. Gerade jetzt, in wirtschaftlich nicht ganz einfachen Zeiten machen wir die Erfahrung, dass die Menschen sich verstärkt für hochwertige Anschaffungen interessieren. Sie suchen Produkte, die von bleibendem Wert sind. Und die finden Sie bei Ihnen? Nehmen Sie zum Beispiel den Aurus. Der liefert neben erstklassiger Bildqualität auch einen unschlagbaren Ton – dank gekapselter Lautsprecher. Auch sonst sind unsere Geräte auf dem neuesten Stand. Sie können zwei Sendungen aufnehmen, während eine dritte angesehen wird, sind 3-D- und netzwerkfähig. Und mit dem App „Metz mecaControl“ werden Smartphone oder Tablet im Handumdrehen zur Fernbedienung. Was bedeutet in Ihrem Fall eigentlich „Made in Germany“? Ist wirklich jedes Teil aus Deutschland? Nein, das ist unmöglich. Die einzelnen Module kann man in Deutschland gar nicht kaufen. In Deutschland sind die Entwicklung der Hardund Software sowie die Fertigung der Geräte angesiedelt. Wie erholen Sie sich von einem langen Messetag? Vor dem Fernseher? Wenn ich schon mal hier bin, schaue ich mir natürlich lieber Berlin an. Abends gehe ich mit meiner Frau gerne in den „Rum Trader“. Das ist eine Cocktailbar am Fasanenplatz, die gibt es schon seit 1975. Qualität setzt sich eben durch! Und welchen Drink empfehlen Sie? Den „Haifischzahn, Stufe 2“.


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Echte Handarbeit Wo sie auftauchen, bildet sich schlagartig eine Menschentraube: Nhu-Tho Lee und Vo Tran von „Berlin Sushi“ versorgen Geburtstagspartys und Großveranstaltungen mit den edlen japanischen Häppchen. Auch bei „Showstoppers“, einer Pressepräsentation neuer, innovativer Produkte haben sie alle Hände voll zu tun. Der Herr, der hier eben war, hat sich zwei Sashimi neben seinen Schweinebraten legen lassen. Müssten sie da nicht streiken? N.-T. L.: (verzieht das Gesicht) Eigentlich macht man das nicht. Die Geschmäcker passen ja gar nicht zusammen! Aber hier muss alles so schnell gehen, da sind wir nicht so streng. Wie viel Sushi machen Sie den hier in den paar Stunden? Einen Teil bringen wir mit, sonst würden wir ja gar nicht nachkommen. Heute gehen hier bestimmt 1000 Stück über den Tresen: Sashimi, California inside-out, verschiedene Sorten Maki, Nigiri mit Lachs, Thunfisch oder Garnelen. Ganz schön anstrengend, oder? Ja, aber weil Sushi so beliebt ist, haben wir meist auch recht schnell Feierabend. Wenn alles weg ist, ist eben alles weg.


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Rock ‘n’ Rühr Auf den ersten Blick hält man sie eher für Messebauer als für Kochprofis: Ralf Jakumeit und Mora Fütterer aus Stuttgart marschieren im Punkrock-Outfit über das Messegelände. Aus ihren T-Shirt-Ärmeln lugen Tattoos hervor. Johan Lafer würde Augen machen. Köche haben wir uns anders vorgestellt. R.J.: Wir sind ja auch Show-Köche. Da ist es nicht schlecht, ein wenig aus dem Rahmen zu fallen. Und wo kann man eure Show sehen? M.F.: Am Beko-Stand in Halle 7.1a. Hier kann man neben all den Beko-Küchengeräten vier Mal am Tag die „Rocking Chefs“ in Aktion erleben. Klingt, als würde das Gemüse durch den Saal fliegen! R.J.: Nein, keine Angst. Unsere Experimentierfreude leben wir nur in unseren Rezepten aus. Wenn wir kochen, kombinieren wir Rezepte aus verschiedenen Ländern, um etwas Neues zu kreiern. Auf der IFA machen wir zum Beispiel eine türkische Sucuk-Wurst mit Currysoße – schließlich sind wir hier in Berlin. M.F.: Oder „Lotte Macchiato“, ein Fischgericht, das aussieht wie der italienische Kaffee im Glas. Es besteht aus drei Schichten: Balsamico-Linsen, Seeteufel und Chili-Mocca-Schaum. Und was machen die „Rocking Chefs“ nach der Show? R.J.: Auf jeden Fall zur Bottle-Party ins Rutz. Da zahlt man entweder Eintritt oder bringt eine Flasche Großes Gewächs mit. M.F.: Pflicht ist auch das „White Trash“!


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Akkordarbeit Der Frankfurter Promi-Coiffeur Tony Basato frisiert am Stand von BaByliss in Halle 7.1C ein Model nach dem anderen. Er kann einfach keinen schlechten Haarschnitt stehen lassen. Wo würden Sie bei mir die Schere ansetzen? Die Haare könnten etwas kürzer, nicht zu kurz, aber kürzer. Und der Bart auch. Der Drei-Tage-Bart ist in, was sie da tragen, sind ja zehn Tage! Aber die Schere würde ich gar nicht benutzen. Wir arbeiten hier mit Haartrimmern, das geht viel schneller und genauer. Die Abstufungen lassen sich auf den halben Millimeter genau einstellen. Aber das ist noch nicht alles. Wir haben auch Trockenhauben, Haartrockner, Lockenwickler und vieles mehr im Angebot. Wie lange stehen Sie hier auf der Bühne? Mit einigen Pausen: acht Stunden am Tag. Danach bin ich platt. Welche Promis kommen eigentlich in Ihren Frankfurter Salon? Wenn ich das verraten würde, wäre ich ein schlechter Promi-Friseur. Aber verraten Sie uns doch noch den Damenschnitt „Herbst 2012“! Ich würde sagen, geometrische Frisuren kommen wieder. Klare Linien, die dürfen ruhig auch schräg sein. Ein wenig Undercut. Oder sogar ganz kurze Haare. Mit diesen Geräten, kein Problem!


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Das Museumsstück Etwas schüchtern lehnt er an der Wand in Halle 9.A: Dieser Vorwerk Kobold 121 (mit Teppichbürste 340) fühlt sich nicht ganz wohl zwischen den ganzen technischen Neuheiten. Was machen Sie denn für ein Gesicht. Naja, was glauben Sie denn. Da schuftet man jeden Tag hier auf der Messe, schluckt alles von Staub über Späne bis hin zu rostigen Nägeln. Und kaum stehen hier so ein paar neue Modelle in bunten Farben rum, guckt einen keiner mehr an. Wo bleibt der Respekt? Seit wann sind Sie denn im Einsatz? Mein Stammbaum geht bis ins Jahr 1929 zurück. In dieser Form wurde ich zwischen 1988 und 1989 hergestellt. Es folgten noch drei weitere Modelle. Sie sind also schon Ur-Opa! Wenn ich das verraten würde, wäre ich ein schlechter Promi-Friseur.


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Die Linienrichter Der IFA-Stand der Telekom ist eingerichtet, auf der Bühne finden die letzten Proben statt. Nur Robert König und Lamia Michna haben gerade erst mit der Arbeit begonnen. Unter dem Namen „Tapeover“ verziert das Duo Wände und Böden mit Klebeband. Habt ihr zu spät mit der Arbeit angefangen oder warum müsst ihr jetzt noch schuften? R.K.: Das gehört zum Konzept. Uns wirst du hier auch noch treffen, wenn die Halle voller Zuschauer ist. Vom ersten bis zum letzten Tag. L.M.: Bei „Tape-Art“ geht es eben auch um die Performance. Die Leute sollen sehen, wie sowas entsteht. Nicht nur das Ergebnis zählt, der Prozess ist genauso wichtig. Und wie lautet der Titel des Werks? L.M.: Wir kleben Linien, die an Knotenpunkten miteinander verbunden sind. Ein Strick-Künstler tritt auch noch auf. Kurz: Hier dreht sich alles um Vernetzung – wie in den Smart Homes, wo alle Geräte miteinander verbunden sind. Aber eine Woche auf dem Boden kriechen, geht das nicht ins Kreuz? R.K.: Vor allem in die Knie! Ein kleines Skateboard wäre praktisch, mit dem könnte man durch den Saal rollen und die Linien ziehen. Oder ein Isomatte. L.M.: Nach dieser Woche gönnen wir uns auf jeden Fall eine Massage!


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Hans Dampf Er hat die Vitamine im Fish-n-Chips-Land eingeführt. Jetzt besuchte Starkoch Jamie Oliver die IFA, um den Philips „HomeCooker“ vorzustellen. Das Multifunktionsgerät schnibbelt und rührt selbstständig und soll das moderne Küchendilemma lösen: Viele Menschen haben einerseits keine Zeit, andererseits aber hohe Ansprüche an ihre Ernährung. Gemeinsam mit Philips Consumer Lifestyle CEO Pieter Nota bereitete Jamie Oliver in wenigen Minuten ein Indisches Garnelencurry zu. Als Starkoch kennt man sich mit dem Thema Zeitknappheit aus, oder? Allerdings. Eben stand ich noch auf der Bühne und gleich sitze ich schon wieder im Flieger nach London. Keine Zeit, Berlin zu besuchen? Leider nicht. Ich habe vier kleine Kinder, das heißt, eigentlich darf ich das Haus gar nicht verlassen. Wo würden Sie denn in Berlin essen gehen? Das muss ich erst noch herausfinden, dafür nehme ich mir dann auch Zeit. Vielleicht, wenn die Kinder etwas älter sind…


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Alle jahre wieder Für nächstes Jahr wünscht sie sich einen Kilometerzähler in den Pumps. Miss IFA, Vorname Eva, ist das Aushängeschild der Messe – und legt ein flottes Tempo auf ihren 12-Zentimeter-Absätzen vor. Selbst Assistentin Alexandra Simelnikova, in flachen Schuhen unterwegs, kommt kaum hinterher. Miss IFA, haben Sie einen Moment Zeit? Eva: Leider nicht, ich muss in sieben Minuten bei einem Stand für Hörgeräte sein! Dann machen wir das Interview auf dem Weg dahin! Eva: Einverstanden. Wie viele Termine haben Sie denn heute? Eva: Ich zähle nicht mit, das weiß höchstens meine Assistentin. A.S.: So genau wissen wir das nie, das kann sich jede Minute ändern. Eva: Ich habe jedenfalls schon drei Blasenpflaster. Aber der Job macht mir nach wie vor einen Riesenspaß! So viele tolle Menschen, so viele spannende Produkte – die IFA ist eines der großen Highlights meines Jahres! Was macht Miss IFA eigentlich, wenn keine IFA ist? Ausspannen! Und was macht Miss IFA, wenn sie mal in den Ruhestand geht? All die schönen Produkte ausprobieren, die ich auf der Messe geschenkt bekomme. Sie meinen die Hörgeräte? Tja, dann vielleicht auch die…


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Alles im Kasten Wenn es um Galaxy und Co. geht, ist sie mit der Kamera dabei. Die Fotografin So Yun Jeon aus Seoul begleitet Samsung bei seinen Auftritten in Berlin. Wie viele Fotos haben Sie heute schon gemacht? Heute noch nicht so viele, die Pressekonferenz beginnt ja gleich erst, aber wie es aussieht, ist sie mal wieder gut besucht. Kein Wunder, Samsung präsentiert ja auch viele Neuheiten auf der IFA. Am Mittwoch, auf dem „Unpacked Event“ wurde zum Beispiel das „Galaxy Note 2“ vorgestellt. Da habe ich mehr als 1000 Fotos gemacht. Was passiert denn mit den Bildern? Erstmal muss ich die besten auswählen. Das ist viel Arbeit, muss aber schnell gehen, damit sie wenig später schon auf der Samsung-Website oder auf Facebook zu sehen sind. Nach den Events geht die Arbeit also erst richtig los. Ja, aber es bleibt trotzdem ein bisschen Freizeit. Gestern habe ich mir noch die C/O Gallery in der Oranienburger Straße angesehen – ein Muss für jeden Fotografen! Gerade zeigen sie in der Ausstellung „Zeitlos schön“ 100 Jahre Modefotografie von Man Ray bis Mario Testino. Und was gibt es für Sie noch zu entdecken in Berlin? Ich habe gehört, dass es hier so gutes Bier gibt. Habt ihr nicht einen Tipp, wo ich eins trinken gehen kann?


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Der mit dem grünen Punkt Ein grüner Punkt auf seinem blauen Polohemd verrät: Bernd Ostgathe ist bei Sony für „Sustainability“ zuständig. Der studierte Politologe und Japanologe wünscht sich mehr Bewusstsein fürs Stromsparen. Die Ecke, in der Sonys Umwelt-Ideen gezeigt werden, ist nicht gerade üppig. Das mag so aussehen, aber was wir präsentieren, findet man ja auch in vielen Produkten, die hier überall in der Halle verteilt stehen. Kameras und Fernseher aus Recyling-Plastik, stromsparende Fernseher und Boxen. Was Sie wirklich nur hier finden, ist unsere Webplattform „+U“ Was ist das? Wir haben online nach Ideen zum Umweltschutz gesucht. Dabei kam heraus, dass viele Menschen bei einzelnen Projekten mit anpacken wollen, aber nicht wissen, wo sie das vor Ort tun können. Also haben wir ein App entwickelt, das verrät, welche Umweltprojekte es gibt und wie man sich engagieren kann. In England funktioniert es schon, jetzt folgt Frankreich und hoffentlich bald Deutschland. Das betrifft, was der Einzelne tun kann. Aber was kann ein Unternehmen tun? Für uns muss es darum gehen, umweltfreundliche Technologien sichtbar zu machen. Ich glaube, die Leute haben ein Bewusstsein für diese Themen, das sieht man ja am Boom der Biolebensmittel. Wenn Ökologie bei technischen Geräten oft nur eine Nebenrolle spielt, dann weil die Vor- und Nachteile nicht so transparent sind. Umweltlabels können das ändern, weil sie Vergleichbarkeit herstellen. Für Waschmaschinen und Kühlschränken gibt es schon lange Energieeffizienzklassen – 2011 folgten dann die Fernseher. Für diesen Schritt hat sich Sony schon lange eingesetzt. Sie leben in Stuttgart. Haben Sie irgendwelche Pläne abseits der IFA in Berlin? Ich werde einen Skatepark besuchen und mich ein bisschen umsehen. Ich finde es faszinierend, wie die Skater auf den Brettern das Gleichgewicht halten. Ich bin Aikido-Lehrer und in dem Sport spielt Balance auch eine wichtige Rolle. Kürzlich habe ich mir sogar ein Skateboard gekauft, ich glaube, das kann ich gut im Training einsetzen.


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Schwarzes Gold Wo gibt es den besten Kaffee auf der IFA? Unter Journalisten gehen die Meinungen auseinander: An der „Jura-Coffeebar“ im MediaCenter schenkt reizendes Personal von morgens bis abends Espresso, Café Creme und Cappuccino aus. Ohne die Koffein-Tankstelle wäre die IFA-Berichterstattung möglicherweise schon eingeschlafen. Konkurrenz macht ihr höchstens die Philips-Presselounge. Hier bekommt man seinen Cappuccino mit kleinen Gemälden im Milchschaum. Der Espresso, den es hier gibt, passt in einen Fingerhut und sollte zu Reanimations-Zwecken in Rettungswagen vorrätig sein. Wer nicht in den Genuss von Gratis-Kaffee in Pressebereichen kommt, ist bei Charlotte in guten Händen. Die 20-Jährige verkauft am Stand der „Espresso-Ambulanz“ in der TecWatch Halle die begehrten Wachmacher. Außerhalb der IFA findet man das KultCafé in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte. Was ist das Geheimnis eines guten Kaffees? Ich würde sagen, dass er mit Liebe gekocht wird. In der Espresso-Ambulanz kommt der Cappuccino mit einem Herz oder einem Eichblatt im Milchschaum. Kaffee ist Genuss, da gehört das Drumherum auch dazu. Ohne gute Kaffeebohnen und eine gute Maschine geht es natürlich nicht. Womit kochst du hier? Darf ich Werbung machen? Das ist eine Wega-Espressomaschine, ein italienisches Fabrikat, schwer wie ein Rasenmäher. Und wie kochst du dir zuhause deinen Kaffee? Ich wohne in der Nähe der „Espresso-Ambulanz“, da gehe ich zum Kaffeetrinken meistens einfach runter. Manchmal habe ich allerdings genug von dem ganzen Espresso und koche mir einen schönen Filterkaffee. Ich finde, das ist eine fantastische Art, Kaffee zu machen. Und kommt derzeit auch wieder richtig in Mode. Oma hat’s schon immer gewusst!


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Mit dem grünen Daumen Eva-Maria Boneck und Petra Sündermann arbeiten in der Garten- und Landschaftspflege der Berlin Messe. Kurz vor der IFA korrigieren sie und ihr Team letzte Schönheitsfehler im Sommergarten. Frau Sündermann, Ihr Oktoberfest-Shirt sticht ins Auge. Auf der IFA gibt es ja auch ein Oktoberfest. Gehen Sie da mal hin? P. S.: Nein, da dafür haben wir viel zu viel zu tun. Ich war auch nicht auf dem Münchner, das T-Shirt hat mir ein Freund mitgebracht. E.-M. B.: Aber ich war mal da. Lohnt sich nicht, kann ich Ihnen sagen. Sind alle bloß betrunken. Und was verbinden Sie mit der IFA? P. S.: Zunächst mal viel Arbeit. Im Grunde haben wir ja immer was zu tun, egal ob IFA ist oder eine andere Messe. Aber in diesem Jahr sprießt das Unkraut schneller als man gucken kann. Wenn wir hier fertig sind, können wir dort wieder anfangen. E.-M. B.: Viel Sonne und immer wieder Regen – eigentlich freut man sich ja als Gärtner über so ein Wetter, weil man nicht so viel wässern muss. Aber es ist eben auch perfekt für das Unkraut. Und gerade hier im Sommergarten, wo viele Menschen sein werden, soll es auch schön sein. Haben Sie einen Lieblingsort auf dem Messegelände? E.-M. B.: Das ist für mich ganz klar der Japanische Garten. Der ist richtig schön, einfach was Besonderes. P. S.: Da gibt es japanische Koi-Fische! Und wenn die IFA losgeht? E.-M. B.: Dann flüchten wir. Wir haben auch außerhalb des Messegeländes genug zu tun.


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Zur Serie People @ IFA 2012 Mit über 1400 Ausstellern und mehr als 230.000 Besuchern ist die IFA die weltweit wichtigste Messe für Unterhaltungselektronik und Elektro-Haushaltsgeräte. Vom 31. August bis 5. September 2012 drehte sich auf dem Messegelände in Berlin alles um die neue Technik. Wir wollten wissen, wer diesen gigantischen Laden eigentlich schmeißt – und haben uns für Euch umgesehen und spannende Leute portraitiert, die das Mega-Event hinter den Kulissen möglich machen. Eine Übersicht aller Kurzporträts aus unserer Reihe People@IFA 2012 findet ihr auch hier online: http://www.techfieber.de/tag/IFApeople/ Und eine Gesamtübersicht aller Artikel zur IFA bei TechFieber.de gibt es hier: http://techfieber.de/tag/ifa


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Impressum People @ IFA 2012 ist eine Publikation des TechFever Network / TechFieber.de Š 2013 MomentiMedia GmbH

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