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Produktionsberichte

FilmFactsSüdwest | 1–2007 | Februar

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Südwest

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Oktober October

Kostümbild Costume Design Ritter Rost Knight Rusty Cine-Regio in Heidelberg Cine-Regio in Heidelberg Emmy für Pixomondo Emmy for Pixomondo


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Index

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Close Up

Die beiden Kostümbildnerinnen Gudrun Schretzmeier und Bettina Marx entführen uns in ihren Berufsalltag Costume designers Gudrun Schretzmeier and Bettina Marx give insights into their work

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In Production

Nicht nur das Filmteam von »Jesus liebt mich« war in Baden-Württemberg: ein Blick hinter die Kulissen von kürzlich abgedrehten Produktionen Not only the film crew of “Jesus Loves Me” was in Baden-Württemberg: a look behind the scene of recently shot productions

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MFG News

Die MFG Filmförderung heißt die Mitglieder von Cine-Regio anlässlich der Jahreshauptversammlung in Heidelberg willkommen The MFG welcome Cine-Regio members at the annual meeting in Heidelberg

Index 4

Impressum Imprint FilmFacts Südwest Oktober 2012 October 2012 Herausgeber Publisher MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH Bereich Filmförderung Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart www.mfg-filmfoerderung.de Geschäftsführung CEO Gabriele Röthemeyer

Close Up Kleider machen Figuren Clothes Create Characters

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In Production Ritter Rost Knight Rusty Die Nonne (AT) The Nun (WT) Jesus liebt mich Jesus Loves Me Die Verführungskünstler The Seduction Artists Evolution: Native Americans Evolution: Native Americans

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Aus den Regionen Regional Film Commissions

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Beyond the Facts

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MFG News

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Short Cuts Südwest

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Kino News

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Hot Spots

Redaktion Editorial Team Uwe Rosentreter (V.i.S.d.P.) Maria Bierlein (filmfacts@mfg.de) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Ausgabe Editorial Staff for this Issue Johanna Bentz, Laura Heiss, Roman Hoffmann, Prof. Dr. Ute Holl, Dororthee Martin, Dr. Clara Napoli, Nicole Ringhut, Thomas Schneider, Alexandra Staib, Gabriele Walther

Übersetzung Translation Gabriele Glang , Christin Kleinhenz Gestaltung Graphic Design Atelier Sternstein, Stuttgart | Johannes Sternstein, Maren Witthoeft Druck Printing Offizin Scheufele Druck und Medien GmbH + Co. KG


Editorial

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Short Cuts Südwest

Die Effekt-Spezialisten von Pixomondo holen den Emmy nach Baden-Württemberg Pixomondo’s visual effects experts take the Emmy home to Baden-Württemberg

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Staatssekretär Jürgen Walter und MFG-Geschäftsführerin Gabriele Röthemeyer prämierten gutes Kinoprogramm State Secretary Jürgen Walter and MFG’s CEO Gabriele Röthemeyer presented awards for excellent cinema programms

Liebe Leserin, lieber Leser, wir haben gute Nachrichten: In der kommenden FestivalSaison haben Sie Gelegenheit, zahlreiche von der MFG geförderte Produktionen auf der großen Leinwand zu sehen. Die Hofer Filmtage, DOK Leipzig, die Biberacher Filmfestspiele und das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden haben baden-württembergische Produktionen im Programm, teils auch als Premieren (siehe Hot Spots ab S. 39). Für Nachschub ist natürlich gesorgt. Die Berichte über Filme, die derzeit in Produktion sind, finden Sie ab Seite 10. Mit »Evolution: Native Americans« stellen wir Ihnen dort auch ein Projekt vor, das mittels des Digital Content Fundings

Dear Reader, We have good news: The coming festival season offers plenty of opportunities to see MFG-funded productions on the silver screen. The Hof International Film Festival, the International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film, the Biberach Film Festival, and Baden-Baden’s television film festival are all showcasing or even premiering Baden-Württemberg productions (see Hot Spots, p. 39). And of course we’ll keep supplies coming. You’ll find reports on films currently in production beginning on page 10. “Evolution: Native Americans,” a project funded through Digital Content Funding (DCF), is also introduced. Only a year after its launch-

Anzeigen- und Redaktionsschluss 1/ 2013 Deadline for advertisements and articles 1/2013 15. Dezember 2012 December 15, 2012

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Kino News

Editorial

Anzeigen Advertisements Maria Bierlein

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Hot Spots

Nächster Höhepunkt der Festival-Saison sind die Hofer Filmtage, u. a. mit »Draußen ist Sommer« Next highlight of the festival season: the Hof International Film Festival, including “Summer Outside”

(DCF) gefördert wurde. Das Förderprogramm hat nach einem Jahr bereits einen ersten Erfolg zu vermelden: »Toms Welt« ist die erste App, die inzwischen im iTunes-Store erhältlich ist (siehe S. 28). Im Close Up (ab S. 4) verhelfen uns die beiden Kostümbildnerinnen Bettina Marx und Gudrun Schretzmeier zu einem Blick hinter die Kulissen. Mit ihrer Arbeit tragen sie ganz entscheidend – und doch dem Zuschauer oft nicht bewusst – dazu bei, dass die Charaktere glaubhaft sind und der Film insgesamt stimmig ist. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Ihre Redaktion

ing, this funding program already boasts its first success: “Tom’s World,” the first App, is now available from iTunes Stores (see p. 28). In Close Up (see p. 4), costume designers Bettina Marx and Gudrun Schretzmeier give us behind-the-scenes insights into what they do. Their job plays an essential part not only in making characters believable, but also in making the film as a whole authentic—often without audiences even being aware of it. We hope you enjoy this issue! The editorial team

Bildnachweis Photo Credits Die Fotos der MFG-geförderten Filme stellten uns freundlicherweise die Produzenten, Verleiher und Filmemacher zur Verfügung. Photos of MFG-funded films were kindly provided by producers, distributors, and filmmakers. Übrige Fotos (Seite) Other photos (page) Academy of Television Arts & Sciences (3) | Gudrun Schretzmeier (4, 5, 8, 9) | FC Region Ulm / Birgit Hettich (19) | FC Region Stuttgart (22, 23) | Andreas Trautz (26) | Festival del Film Locarno / TiPress / Carlo Reguzzi (27) | HdM (28) | Chester Harlan (29) |

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Copro 14 Festival (30) | Merz Akademie (32, 33) | Pixomondo (32) | ITFS (33, 34) | Filmakademie (33) | FMX / Reiner Pfisterer (33, 34) | HdF (35) | Atlantis Filmtheaterbetriebsgesellschaft mbH (38) | Andreas Hykade (42)

Titel Cover »Lore« von by Cate Shortland


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Kleider machen Figuren Wozu einen Kostümbildner, wenn der Film in der heutigen Zeit spielt? Gudrun Schretzmeier und Bettina Marx erklären, was ihren Beruf ausmacht.

Als gelernte Modedesignerin stand Gudrun Schretzmeier anfangs vor der Frage, ob sie sich in Richtung Mode, Theater oder Film bewegen wolle. »Ich glaube, mich hat schon sehr viel mehr gereizt, aus Leuten mit Kostümen Charaktere entstehen zu lassen und vor allem das Dialektische daran. Wann funktioniert bei einem ganz bestimmten Kostüm die Figur? Das finde ich unglaublich spannend.« Sie ist als etablierte Kostümbildnerin in der glücklichen Lage, sowohl Theater und Tanz als auch Film machen zu können und sich von dem jeweils anderen immer wieder »inspirieren« zu lassen. Leider sei es aufgrund der inzwischen immer knapper bemessenen Zeit beim Film heute kaum noch möglich, beide Arbeiten miteinander zu vereinbaren, bemerkt Bettina Marx, die ursprünglich vom Theater kommt. Dort habe man im Vergleich zum Film eine längere Entwicklungszeit, die mit der Premiere ende. Beim Film beginne nach der Vorbereitung oft erst die heiße Phase, wenn man während des Drehs gefordert sei, spontan auf Änderungen zu reagieren. »Das muss man mögen, so zu arbeiten«, meint Marx.

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Clothes Create Characters

Behind the Scenes with Costume Designers Gudrun Schretzmeier and Bettina Marx After completing her fashion designer’s training, Gudrun Schretzmeier wondered where to practice her trade: in the fashion industry, the theater, or film. “I was most attracted to the idea of characters arising out of the clothing people wear, especially the dialectical aspect. When does a particular costume make a character come alive? I found that unbelievably exciting.” As an established costume designer, she is in the fortunate position of being able to work in both theater and film. Unfortunately, films are made in ever shorter time frames, which makes it difficult to do both, says Bettina Marx, who originally comes from the theater. Theater has a longer development phase, which ends with the premiere. With film,

∂ Idealzustand und Realität

Ein Kostümbildner beschäftigt sich eingehend mit dem Charakter der Figuren, ihren Besonderheiten und ihren Empfindlichkeiten. Welches Kostüm trägt eine bestimmte Figur? Und wie verändert sich das Kostüm, wenn sich der Charakter im Film verändert? Gibt es Stimmungen, denen man – im Kostüm, in der Farbe, im Schnitt – gerecht werden muss? Sonst könne ja jeder Schauspieler kommen, wie er wolle, so Marx. Der Zeitdruck beim Film ließe heute allerdings kaum zu, dass man auch mal sein Konzept verwerfen und etwas Neues ausprobieren könne. »Manchmal muss man Hals über Kopf rein ins kalte Wasser: Mach mal, hier hast du das Drehbuch! Was hältst du davon? Kannst du nächste Woche anfangen?« Nach dem Theater sah Bettina Marx einen großen Reiz darin, unter solchen Extrembedingungen zu arbeiten. Bis heute habe sie großen Spaß daran, sich selbst an Effektivität zu überbieten: »Schaffe ich das jetzt, ein ganzes Kostüm an einem Tag zu entwickeln, zusammenzustellen, zu kaufen, anzuprobieren und das Ergebnis passend und stimmig zu finden? Das gelingt einem natürlich immer öfter, je länger man das macht.« Manchmal würde sie es sich jedoch anders wünschen. Ideal findet Bettina Marx es, wenn sie schon in einem frühen Entwicklungsstadium angesprochen wird und so vor dem Dreh genug Zeit hat, gemeinsam mit Regie und Szenenbild ein Konzept zu entwickeln. Für »Requiem« von Hans-

the crucial phase often begins after development, during principal photography, when the ability to respond to changes quickly is essential. “You have to like working this way,” Marx says. Perfection versus Reality A costume designer studies each character’s personality, characteristics, and idiosyncracies. Which costume does a particular character wear? And how does the costume change when the character in the film changes? Should particular moods be reflected in wardrobe, color, cut? With tight deadlines in today’s film work, however, there’s no time to experiment with something new. “Sometimes you’re forced to jump right in: Here’s the script! What do you think? Can you start next week?” After her theater work, Marx welcomed the challenge of working under such extreme conditions. Even today she enjoys beating her own record: “Can I design, assemble, buy, and fit an entire ∂


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Gudrun Schretzmeiers Arbeit in »Playoff«: Von der Idee über Entwurf und Farbgebung bis hin zum fertigen Kostüm Gudrun Schretzmeier’s work in “Playoff”: from the idea to the design and colors to the finished costume

schon so viel Stimmung, dass man sich vielleicht nicht an jedes Detail erinnert, aber wenn es gut ist, dann denkt der Zuschauer: ›Ich weiß gar nicht mehr, an was es lag, aber irgendwie hat’s total gestimmt‹. Den Zustand versucht man eigentlich in jedem Film, egal in welcher Zeit er spielt, zu erreichen.« ∂ Unerlässlich: Die Recherche

Christian Schmid, erinnert sie sich, lief die Vorbereitung so. Da habe man sich zusammen Zeit genommen, Bücher zu wälzen, Bilder anzusehen und gemeinsam Filme zu schauen. Gerade die inhaltliche Abstimmung mit dem Szenenbildner ist wichtig. »Meine Figuren bewegen sich ja in dessen Räumen!«, veranschaulicht Marx. Oft falle aber – gerade bei Fernsehprojekten – eine ausführliche konzeptionelle Zusammenarbeit dem Spardruck zum Opfer. Auch Gudrun Schretzmeier stellt fest, dass es heute viele Redakteure und Produzenten gebe, »die auch gar nicht mehr wissen oder wissen wollen, was es bedeutet, gute Qualität abzuliefern, was es an intensiver Arbeit und Zeit kostet.« Letztlich ist es ja immer das Gesamtbild, das stimmig sein muss. Bettina Marx: »Bei ›Requiem‹ haben viele gesagt, ihnen seien die Strukturen von meinen Kostümen im Kopf geblieben. Rauheit oder Glattheit, Materialen, die man kaum noch sieht. Diolen-Loft hat so eine ganz bestimmte Ausstrahlung. Rostfarben war damals modern, Braun, Beigetöne. Was auch eine Müdigkeit und Traurigkeit hat. Bestimmte Muster, eine Küche, die grün gekachelt ist, davor sitzt jemand im braunen Samtbademantel. Das gibt

costume in a single day — and will the end result be perfect? Of course, it gets easier, the longer you do it.” Nevertheless, sometimes Marx would prefer to be involved early in the development phase, to have enough time to develop a concept with the director and set designer. She recalls that with Hans-Christian Schmid’s “Requiem,” they took time to pore over books and watch movies together. Content coordination is especially important with the set designer. “My characters have to move around in his rooms,” Marx points out. Often the need to economize—especially with tv projects—prohibits extensive conceptual teamwork. Gudrun Schretzmeier also regrets many editors and producers today “no longer know or want to know what it means to deliver quality, how much work and time that takes.” In the end, the entire film must be all of a piece. “With ‘Requiem,’ many people told me they especially remembered the structures of my costumes. Coarseness or smoothness, materials we hardly see any more. Diolen-Loft had

Sowohl Bettina Marx als auch Gudrun Schretzmeier betonen, dass es für sie keinen Unterschied mache, in welcher Zeit ein Film spiele. »Die Figur, die erst mal eine heutige ist oder eine historische, muss immer etwas Überzeugendes darstellen«, so Schretzmeier. Dennoch erfordere ein historischer Film natürlich eine zeitintensivere Recherche. »Man muss schon ganz genau wissen, wie die Zeit – damals oder heute – funktioniert«, erklärt sie. Da es für sie logisch nachvollziehbar sein muss, was an Kleidung benötigt wird, interessieren sie ganz besonders die Lebensumstände ihrer Figuren, also beispielsweise, ob ihre Figuren mit Kälte oder

Für die Kostüme in »Requiem« erhielt Bettina Marx den Deutschen Filmpreis Bettina Marx won the German Film Prize for the costume in “Requiem”

this very particular feel. Rust colors were fashionable in those days, brown, beige tones, which convey tiredness, sadness. Certain patterns, or someone wearing a brown velvet bathrobe, sitting in a green-tiled kitchen. All that creates a particular mood. Maybe people won’t recall every detail, but the audience thinks, ‘I don’t remember why, but everything fit.’ This is what you strive for in every movie, regardless of the period in which it plays.” Indispensable: Research Both Bettina Marx and Gudrun Shretzmeier emphasize research, regardless of the film’s historical period. “Each figure, whether contemporary or historical, must convincingly represent something,” says Schretzmeier. Of course, a period film requires more time-consuming research. “You have to have a pretty good idea how the period—now or then—functioned,” she explains. To make logical decisions about wardrobe, she ∂


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»Freier Fall« von by Stephan Lacant

Hitze zu kämpfen haben. Wie funktionierten die Heizungen in den Räumen? Wie war es um die frische Luft bestellt? Wie oft wechselte man in einer bestimmten Zeit überhaupt die Kleidung? Auch daraus, wie die Familien funktionierten, zieht sie ihre Schlüsse. Sie wehrt sich ganz entschieden gegen das, was sie als »Bilderbuch-Historie« bezeichnet. »Es ist mir ganz wichtig, dass die Figuren lebendig sind, glaubhaft sind, und nicht eingekleidet.« Anregungen für ihre immer wieder neuen Ideen gewinnt sie dabei unter anderem aus der Malerei und der Fotografie, manchmal ist es aber auch allein eine Farbe oder ein Muster, das sie inspiriert. »Es muss immer eine Idee dahinter sein. Wir erzählen ja eine Geschichte.«

needs to understand each character’s environment, e. g. whether heat or cold played a role. How were the rooms heated? Was there access to fresh air? How often did people change clothes in the period in question? She also draws conclusions from the way families functioned. She resolutely rejects what she calls “picturebook history.” “It’s really important to me that characters be alive, believable, not just dressed up.” Paintings, photographs, as well as colors or patterns inspire her. “There always has to be an idea behind it. We’re telling a story.” When time allows, Bettina Marx enjoys going to the library, or combing through her own books, studying paintings, photos, and films to get a feel for another era. It is not always possible to rely on previous research for period films. For example, “Requiem,” about a strict religious family in the Swabian provinces, required a specific language of design and color to do justice to the characters’ psychologies. For Andres Veiel’s “If Not Us, Who” the designers had to start from scratch for the research. The

Auch Bettina Marx freut sich, wenn sie zwischen zwei Filmen Zeit hat, in die Bibliothek zu gehen, ihre eigenen Bücher zu durchforsten, Bilder, Fotos und Filme zu studieren und sich dadurch in eine andere Zeit »einzuleben«. Es ist aber nicht so, dass sie bei Filmen, die in derselben Epoche spielen, einfach auf vorherige Recherchen zurückgreifen könnte. »Requiem« spielt in der schwäbischen Provinz und einem streng gläubigen Elternhaus. Das allein schon macht eine bestimmte Form- und Farbensprache nötig, um der Psychologie der Charaktere gerecht zu werden. Für den von Andres Veiel realisierten Spielfilm »Wer wenn nicht wir« musste sie völlig neu recherchieren. Die einzigen Berührungspunkte beider Filme waren die Anfangsszenen, die jeweils in den frühen 70er Jahren an der Universität Tübingen spielen. »Wer wenn nicht wir« spielt hauptsächlich in Berlin, wo sich zu jener Zeit eine politisierte Studentenszene und mit ihr eine neue Mode herausbildete. Die Handlung des Spielfilms erstreckt sich auf den Zeitraum von 1961 bis 1971: »Da staunt man, was da für eine Modeentwicklung stattgefunden hat! Das war richtig viel Arbeit, weil wir unheimlich aufpassen mussten, dass am Anfang alle völlig anders aussahen als am Ende des Films.«

only common denominators between the two films were the beginning scenes, which take place in the early 70s at the University of Tübingen. “If Not Us, Who” takes place largely in Berlin during a time in which both a politically aware student body and a new fashion emerged. The movie’s narrative spans 1961 to 1971. “It’s amazing how fashion evolved during that time! It was a lot of work because we had to make sure everyone looked totally different at the end of the film than at the beginning.” On the Set Most of the costume designer’s work takes place before shooting. “Idea and concept must be finished before principal photography begins,” explains Schretzmeier. Then, on the set, the team implements the concept. Costumers prepare costumes and fit the actors in line with the shooting schedule. Interns provide assistance as well, for instance, if a button needs resewing. “The costume designer shouldn’t necessarily be in the middle of the ∂


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Bettina Marx am Set von »Freier Fall« Bettina Marx on the set of “Freier Fall”

∂ Am Set

Die Hauptarbeit des Kostümbildners läuft also im Vorfeld ab: »Es muss schon immer so sein, dass die Ideen und das Konzept fertig sind, ehe man dreht«, beschreibt Gudrun Schretzmeier. Am Set kümmert sich das Team dann um die Umsetzung. Neben den Garderobieren, die die Kostüme laut Drehplan bereitstellen und die Schauspieler ein- bzw. umkleiden, sind auch Praktikanten im Einsatz, die beispielsweise dann zur Stelle sind, wenn einmal ein Knopf abfällt. »Die Kostümbildnerin hat mitten im Gedränge nicht unbedingt was verloren«, meint Bettina Marx. Bei dem erst kürzlich abgedrehten Spielfilm »Freier Fall« von Stephan Lacant sei sie trotzdem viel am Set gewesen, was daran lag, dass die Handlung des Films sich über 40 Tage erstreckt und es damit ständig wechselnde Kostüme gab, die noch nicht angedreht worden waren. Es gebe auch Schauspieler, von denen man bereits wisse, dass sie gern kurz vor dem Dreh noch einmal über ihr Kostüm diskutieren und eventuell in letzter Minute Änderungen vornehmen wollen. Auch hier muss der Kostümbildner vor Ort sein und notfalls mit dem Regisseur Rücksprache halten. »Schwierige Situationen sollte man nicht den Mitarbeitern überlassen«, findet Marx. Vor allem aber ist während des Drehs Improvisation gefragt, wenn unvorhersehbare Zwischenfälle eintreten. So kann einem schon einmal das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen, wichtige Kleidungsstücke können kaputt gehen, oder der Regisseur fügt plötzlich neue Rollen hinzu, für die zusätzliches Kostüm besorgt werden muss. Gudrun Schretzmeier lacht: »Man kann sich nicht vorstellen, was da alles an Verrücktheiten auf einen zukommt!«  »Wer wenn nicht wir« von Andres Veiel “If Not Us, Who” by Andres Veiel

crush,” adds Bettina Marx. During the shooting of Stephan Lacant’s “Freier Fall,” however, Marx spent a lot of time on the set because the film required numerous wardrobe changes. A knack for improvising is essential, especially during a shoot. The weather can thwart the best-laid plans, important garments or accessories can tear, or the director may suddenly add a new role requiring additional costumes. Gudrun Schretzmeier laughs, “You never know what crazy things can happen!” The costume designer also works closely with the makeup artists. During the production of “Freier Fall,” frequent wardrobe changes made it nearly impossible to mail the makeup staff photos of every costume fitting the night before shooting, as is usual. Advance coordination among the teams is therefore highly important, especially for details such as the pregnant belly of the protagonist. In this case, the makeup artist needed realistic silicon bellies for an ultrasound exam, while Marx needed just bellies that looked realistic when clothed.

Neben den Schauspielern und dem Regisseur arbeitet der Kostümbildner am Set eng mit der Maskenabteilung zusammen. Bei »Freier Fall« war es aufgrund der häufigen Kostümwechsel kaum möglich, der Maske für deren Vorbereitung am Abend vor dem Dreh – wie sonst üblich – Fotos von jeder Kostümprobe zu mailen. Eine enge Absprache zwischen den Teams war daher wichtig, besonders für Details wie den schwangeren Bauch der Hauptdarstellerin. »Nackter Bauch ist Maske, Bauch als Form ist immer Kostüm«, erklärt Bettina Marx. So benötigte die Maskenbildnerin Bäuche aus Silikon, die so realitätsgetreu sind, dass sie auch eine filmische Ultraschalluntersuchung aushalten, während Marx Bäuche suchte, die nur unter der Kleidung echt aussehen mussten. Man half sich hier gegenseitig bei der Beschaffung der Bäuche, schließlich half die Kostümabteilung beim Engernähen der Silikonbäuche. »Da arbeitet man Hand in Hand und das ist ganz selbstverständlich«, so Marx. ∂ Bezugsquellen: Fundus bis Kaufhaus

Obwohl es in Baden-Baden einen großen Fernsehfundus gibt und der SWR auch in Endersbach bei Stuttgart einen Kostümfundus betreibt, kommt man nicht ohne die großen Fundus aus, die sich hauptsächlich in Berlin befinden. Während der Vorbereitungszeit leben beide Kostümbildnerinnen deshalb in der Hauptstadt, wo es zudem unzählige

Sources: Props Room to Department Store Although Baden-Baden has a large store of television props and SWR operates a costume house near Stuttgart, the large props departments available in Berlin are indispensable. Thus, during preparation phases, both costume designers live in the capital, where they can draw on countless second-hand stores. First Gudrun Schretzmeier fits her leads in borrowed costumes to get a feel for the characters. The final costume usually ends up being a mix of rented and new clothes. “I love to do contemporary movies, but my preference would be to custom-make everything, so that each character is unique,” she adds. For Anne Wild’s “Sisters,” for example, this provided the opportunity to create several versions of individual costumes. The film’s narrative, which comprises eight leads, takes place in a single day, which means the characters wear the same clothes during the entire movie. With shooting taking several weeks, costumes take a beating—particularly if the actors have to jump ∂

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Ein Entwurf von Gudrun Schretzmeier zu »Schwestern« Gudrun Schretzmeier’s sketches for “Sisters”

Secondhandläden gibt. Zunächst kleidet Gudrun Schretzmeier ihre Hauptdarsteller meist mit geliehenen Kostümen ein, um ein Gefühl für den Charakter zu bekommen, »weil man dann plötzlich merkt, wie die Figur funktioniert«. Das fertige Kostüm besteht bei ihr dann meist aus einem Mix an geliehenen und neuen Kleidern. »Ich mache gerne moderne Filme, aber ich würde am liebsten immer alles anfertigen lassen, damit ich das ein Stück weit von dem Schnelllebigen abhebe und damit eine Figur fast unbemerkt bemerkenswert wird«, so Schretzmeier. Für »Schwestern« von Anne Wild, beispielsweise, bot dies auch die Möglichkeit, mehrere Ausführungen der einzelnen Kostüme herzustellen. Die Handlung des Filmes, an der acht Hauptdarsteller beteiligt sind, spielt an einem einzigen Tag, das heißt, die Figuren tragen während des Films immer dieselbe Kleidung. Bei einer Drehzeit von mehreren Wochen werden die Kostüme entsprechend beansprucht, vor allem, wenn die Schauspieler damit ins Wasser gehen oder über Mauern springen müssen. »Wenn es gegangen wäre, hätte man alles doppelt und dreifach gebraucht«, erinnert sie sich. Allerdings stand sie bei »Schwestern« aufgrund von sehr kurzfristig getroffenen Entscheidungen auch unter besonders großem Zeitdruck. Nicht nur die Näherinnen,

die ihr morgens um halb sieben am Flughafen in Friedrichshafen die fertigen Kostüme übergaben, mussten Nachtschichten einlegen. »Da war dann doch eher die Frage, wie geschickt man etwas organisieren kann, damit man es noch rechtzeitig fertig bekommt.« Vor allem bei historischen Stoffen kommt man um das Anfertigen von Kostümen nicht herum. Für »Der Rote Baron« konnte Schretzmeier nicht einmal mit Hilfe der Fundus im europäischen Ausland genug Uniformen beschaffen, wie sie diese für den im 1. Weltkrieg spielenden Film benötigte. In einer eigens aufgebauten Werkstatt wurden daher während der gesamten Vorbereitung und im Laufe des Drehs Unmengen an Kleidern genäht. Bettina Marx war bei »Freier Fall« dagegen mit einer ganz gegensätzlichen Situation konfrontiert. Die Kleidung sollte hier absolut heutig wirken, also wiedererkennbar das Jahr 2012 spiegeln. Ihre männlichen Darsteller bat sie daher zum Teil tatsächlich, eine Auswahl an Hosen, Schuhen und Sportklamotten aus dem eigenen Kleiderschrank mitzubringen. Darüber hinaus kaufte sie auch viele Kleider neu. Kleider einfach ganz normal einzukaufen, kann sich manchmal im Hinblick auf das vorhandene Budget richtig lohnen. Für die Fernsehserie »Zeit der Helden« von Kai Wessel, deren Drehzeit sich über drei Monate erstreckte, war es laut Marx teilweise schlichtweg günstiger, Kleider neu zu kau-

»Schwestern« von Anne Wild “Sisters” by Anne Wild

into water or over walls. “We really could have used two or three versions of each costume,” she recalls. On top of that, her schedule for “Sisters” was extremely tight because of last-minute decisions. It wasn’t just the seamstresses who burned the midnight oil to deliver the finished costumes to Friedrichshafen Airport by 6:30 a.m. “It was more of a question how to organize everything in time.” Period films especially can require making new costumes. For “The Red Baron,” Schretzmeier could not even get enough WWI uniforms with the help of other European props departments. This meant that during the entire preparation and shooting periods, huge amounts of clothes had to be sewn in a workshop built for the purpose. On the other hand, Bettina Marx was confronted with the opposite situation in “Freier Fall.” The clothing had to be contemporary, so she asked the male actors to bring a selection of their own trousers, shoes, and sports apparel. She also bought a lot

of new clothes. For Kai Wessel’s tv series “Zeit der Helden,” which took three months to shoot, Marx says it was cheaper to buy new clothes rather than rent them for so long. However, buying new clothes is not the end of it: they might need to be altered, dyed, or patinated to give each piece of clothing an individual touch. Eager Helpers Bettina Marx waxes enthusiastic about the extras in BadenWürttemberg, who aren’t as hard-nosed as their Berlin colleagues. While the latter know they’re only required to bring one outfit in order to earn their fees, she often experienced the Baden-Württemberg extras arriving at the set with trolley suitcases bursting with a selection of clothes. For “Requiem” for example, university students from the PH Ludwigsburg were recruited. “They arrived with mom’s bellbottoms and grandma’s crocheted vest from the 70s.” For a party scene in “Prince ∂


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Gudrun Schretzmeier am Set von »Der Rote Baron« Gudrun Schretzmeier on the set of “The Red Baron”

fen als über einen so langen Zeitraum auszuleihen. Mit dem Kauf ist es aber oft nicht getan: Eventuell wird geändert, umgefärbt oder patiniert, um dem Ganzen die eigene Note zu verpassen. ∂ Eifrige Gehilfen

Begeistert zeigt sich Bettina Marx von den Komparsen in Baden-Württemberg, die noch nicht so »abgebrüht« seien wie deren Berliner Kollegen. Während die Statisten dort schon wüssten, dass sie nur ein Outfit mitbringen müssen, um ihre Gage zu bekommen, wäre es ihr in Baden-Württemberg schon häufig passiert, dass die Komparsen mit ganzen Rollkoffern voll Auswahlklamotten ans Set kämen. Für »Requiem« etwa hatte man PH-Studenten aus Ludwigsburg rekrutiert: »Die sind mit Mutters Schlaghosen und Omas Häkelweste aus den 70er Jahren gekommen. Denen hab ich persönlich mit Handschlag gedankt.« Eine Gruppe Stuttgarter Teenies brachte für eine Party-Szene in »Mein erster Freund, Mutter und ich« die heißesten Disko-Outfits mit zum Dreh – »aber in fünffacher Variante, mit Schmuck und allem drum und dran, sodass wir da aus dem Vollen schöpfen konnten. Das werde ich nie vergessen«, lacht Marx. ∂ Der gewisse Adrenalinschock In ihren Kostenkalkulationen plant sie die enthusiastischen Komparsen hierzulande inzwischen schon fast mit ein. Doch die Verwaltung des ihr zugeteilten Budgets sei eine der heikelsten Angelegenheiten. Als Anfänger versuche man oft, sehr genau und im festgesetzten Rahmen zu kalkulieren und schneide sich damit zwangsläufig ins eigene Fleisch. Man müsse ehrlich kalkulieren und Notfälle von Anfang an einplanen. Auch Schretzmeier bestätigt, dass die Verwaltung des Budgets keine leichte Aufgabe sei: »Man muss fortlaufend immer wieder nachrechnen. Also da sind Nacht-

Charming—My first Boyfriend, Mother and Me,” a group of Stuttgart teens brought really hot disco outfits to the set— “including five variations of each outfit, with jewellery and everything, so we could really go all out,” says Marx, laughing. An Adrenalin Kick When calculating her costs these days, Marx mentally includes the enthusiastic Baden-Württemberg extras. Managing her part of the budget is, in fact, one of the most complex aspects of the job. Beginners tend to calculate precisely within the budgeted framework, but this often backfires. “You have to calculate honestly, including emergencies and other contingencies right from the start.” Schretzmeier agrees that budgeting is not easy: “You need to recalculate all the time. Nightshifts become unavoidable.” She has no problem with small budgets, in this case explaining to producers: “If that’s the ceiling, then let’s see what we can do with it.” ∂

stunden dran, und die nicht zu knapp.« Sie hat mit kleinen Budgets keine Probleme, sie mache den Produzenten dann einfach klar: »Wenn ihr nur den Rahmen habt, dann schaue ich, dass es in diesem Rahmen gut aussieht.« Eine weitere Herausforderung ist es, immer wieder aufs Neue ein gut ausgebildetes Team zusammenzustellen und dessen Kosten durchzusetzen. Die Arbeit am Set ist sehr stressig und beide betonen, wie wichtig es sei, ein Team hinter sich zu haben, das erfahren ist und auf das man sich verlassen könne. Gerade in den geschäftigen Sommermonaten sei es jedoch oft sehr schwierig, kurzfristig freie Mitarbeiter zu organisieren, so Marx. Die Variationsbreite an Situationen, die man in einem Kostümbildnerleben durchmacht, empfindet Bettina Marx als das Spannendste an ihrem Beruf – eben die Tatsache »dass man sich oft mit völlig unterschiedlichen Epochen und Lebensbereichen befassen muss«. Auch die unterschiedlichen Arbeitsbereiche Konzeption, Vorbereitung und Dreh sorgen für Abwechslung, ebenso wie die Koordinierung der einzelnen Projekte. Einen gewissen »Adrenalinschock« benötige sie von Zeit zu Zeit. »Manche sagen ja, das sei nicht ihr Ding. Aber bei allem Nervenzittern, das man gelegentlich hat, ist es eine spannende Sache, die mir immer noch so viel Spaß macht, dass ich denke: So lange das so ist, bleibe ich gerne dabei.« Maria Bierlein

Another challenge is setting up a skilled team for each project and enforcing its costs. Working on the set can be very stressful, and both women emphasize the importance of a cooperative and reliable team. Marx explains that during the summer months it can be especially difficult to organize freelancers on short notice. The range of situations a costume designer experiences is what Bettina Marx finds most exciting about her profession: “You often have to deal with totally different periods and areas of life.” The different tasks of her job provide plenty of variety. From time to time she needs that little adrenalin kick. “Some say it’s not their thing. But, despite the occasional frayed nerves, it’s still exciting and fun. As long as this is the case, I’ll keep doing it.”

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Ritter Rost

»Ritter Rost« stand auf unserer Wunschliste ganz oben. Zu meiner großen Freude hatte der Verlag Interesse, mit uns über die Verfilmung zu reden. Ohne die Zustimmung der Urheber wollte man jedoch nicht in konkrete Verhandlungen gehen und so traf ich mich mit Jörg Hilbert und Felix Janosa, um ihnen darzulegen, wie ich mir den Film vorstellte. Unser erstes Kennenlernen lief leider völlig schief. Zu dem lange geplanten und mit Spannung erwarteten Treffen mit den beiden »Ritter Rost«-Erfindern kam ich wegen eines Staus eineinhalb Stunden zu spät! Trotz meiner Zwischenmeldungen per Handy war die Stimmung bei meiner Ankunft am Tiefpunkt angelangt und das Gespräch fiel entsprechend kurz aus. Das Fazit: Ich könne mich gerne daran versuchen und ihnen weitere Informationen schicken – aber wirklich Hoffnung, mit mir ins Geschäft kommen zu wollen, machten mir die beiden nicht. Durch ihre zurück-

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Knight Rusty

“Knight Rusty” was number one on our wish list. To my great delight, the publisher was interested, but required the creators’ approval in advance of any concrete negotiations. I therefore met with Jörg Hilbert and Felix Janosa to present my vision of the movie. Unfortunately, our first meeting couldn’t have gone worse. Due to a traffic jam, I arrived 1½ hours late for the long-planned and eagerly anticipated meeting with the two “Knight Rusty” inventors! Despite my cell-phone status reports, the mood had hit rock bottom by the time I arrived. The discussion was correspondingly short. The upshot: I was welcome to try, and to keep them posted. But I left without any real hope that the two of them were interested in doing business with me. Spurred on by their reserve, we subsequently made every effort to prove we’re the perfect partner. We finally succeeded in convincing them,

haltende Meinung mächtig angetrieben, setzten wir nun alles daran, ihnen zu beweisen, dass wir genau die richtigen Partner sind. So gelang es uns schließlich, sie doch noch davon zu überzeugen, und es entstand eine wirklich sehr gute und einvernehmliche Zusammenarbeit. Im März 2009 war eine erste Drehbuchfassung fertig. Eigentlich hätten wir dann schon mit der Produktion beginnen können, aber da stereoskopische Animationsfilme

which ultimately resulted in an excellent and amicable collaboration. By March 2009 the first draft of the script was done. We could have started production then, but the sudden popularity of stereoscopic animated movies with glasses and the trend toward cinema digitalization inspired us to make a 3D movie. Naturally, the necessarily bigger budget required additional financing. Further, the development of the overall look and the technical production processes proved to be an additional challenge, requiring many tests. We finally went into production in November 2010 with the ninth draft of the script for “Knight Rusty.” Inspired by our hero’s stubborn aplomb, we marched into a gigantic production campaign. We sent our rusty knight into a big tournament, let him fight against dragons and save his country. Along with Knight Rusty and famous characters like Damsel Bo and the Dragon Coke, our movie is inhabited by more than 300 other characters who play a


In Production

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Im Kino kann das Publikum die Abenteuer des Ritter Rost in 3D miterleben Audiences can experience Knight Rusty’s adventures in 3D

mit Brille plötzlich immer erfolgreicher wurden und auch aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Kinos haben wir uns kurzfristig für eine 3D-Produktion entschieden. Das notwendigerweise höhere Budget mussten wir entsprechend nachfinanzieren. Doch unabhängig von den Kosten haben wir uns auch in der gesamten Look-Entwicklung und den technischen Fertigungsprozessen mit dieser neuen Herausforderung beschäftigt, was viele Tests erfordert hat. Umgesetzt haben wir schließlich die neunte Drehbuchfassung, mit der »Ritter Rost« im November 2010 in Produktion ging. Das unbeugsame Selbstbewusstsein unseres Helden stets als Vorbild, sind wir in eine riesige Produktionsschlacht marschiert. Wir schickten unseren Ritter in ein großes Turnier, ließen ihn gegen Drachen kämpfen und sein Land retten. Neben Ritter Rost und den bekannten Figuren wie Burgfräulein Bö und Drache Koks spielen in unserem Kinofilm über 300 weitere Figuren mit, die in der Welt von Ritter Rost eine ganz besondere Rolle spielen: Laufende Teetassen und Radios, Schraubenzieher und Toaster, Feuerlöscher und Ölkännchen – sie sind die wahren Helden unserer Geschichte und haben alle ihren eigenen Kopf.

special role in Knight Rusty’s world: running teacups and radios, screwdrivers and toasters, fire extinguishers, and oil cans. Each with a mind of their own, they are the true heroes of our story. To cope with the enormous mass of minor characters, we developed a module system. For each group of figures, we designed roughly ten basic models. By varying shapes and colors, we designed and modeled up to 20 additional figures. Design and storyboard were generated in Munich. Modeling and animation took place in Stuttgart’s Studio M.A.R.K.13; ibt studios in Bonn was responsible for compositing. With the help of management software, we developed at Caligari, we were able to steer these complex processes. Now, just a few meters shy of completion, we know we all have reason to be proud of our very own campaign. Every one of us who was involved in this production deserves to be knighted! “Knight Rusty” will be released in German cinemas on January 10, 2013.

Um die enorme Masse an Nebenfiguren technisch zu bewältigen, haben wir eine Art Baukastensystem konzipiert, d. h. für jede Figurengruppe wurden ungefähr zehn Grundmodelle gezeichnet und modelliert. Über Variationen im Modelling und in den Farben konnten wir dann, ausgehend vom ursprünglichen Modell, bis zu 20 weitere Figuren verwirklichen. Das Design und das Storyboard wurden in München erstellt, das Modelling und die Animation fand im Studio M.A.R.K.13 in Stuttgart und das Compositing bei ibt Studios in Bonn statt. Gesteuert wurde dieser komplexe Ablauf mit Hilfe einer Management-Software, die wir selbst bei Caligari entwickelt haben. Jetzt, auf den letzten Metern der Fertigstellung, wissen wir, dass wir alle stolz auf unsere ganz eigene Schlacht sein können und jeder einzelne, der an dieser Produktion mitgewirkt hat, gehört zum Ritter geschlagen! Am 10. Januar 2013 startet »Ritter Rost« in den deutschen Kinos. Gabriele Walther

Buch Script: Mark Slater, Gabriele Walther Regie Direction: Thomas Bodenstein Produktion Production: Caligari Film Koproduktion Coproduction: ZDF, Universum Film GmbH Förderung Funding: MFG, FFF, Filmstiftung NRW, FFA, DFFF

 Modelling und Animation fanden bei M.A.R.K.13 in Stuttgart statt Modeling and animation was done by M.A.R.K.13 in Stuttgart

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Pauline Etienne als as Suzanne Simonin

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Die Nonne (AT)

Frankreich 1765. Suzanne Simonin (Pauline Etienne), ein reizendes, begabtes Mädchen aus gutem Hause, soll auf Wunsch ihrer Eltern ins Kloster eintreten. Als Suzanne das Gelübde verweigert, offenbart ihr der Pater (Marc Barbe) ein dunkles Familiengeheimnis: Sie ist unehelich geboren und soll mit dem Eintritt ins Kloster ihre Mutter (Martina Gedeck) von deren Schuld befreien. Unter den Fittichen der Oberinnen (Francoise Lebrun, Louise Bourgoin, Isabelle Huppert) beginnt für die junge Frau ein langer Kampf um Selbstbestimmung und persönliches Glück. Regie führt Guillaume Nicloux, dessen Adaption auf einem zentralen Werk der französischen Literatur, dem gleichnamigen Roman »La réligieuse« (Die Nonne) von Denis Diderot basiert.

Mehr als die Hälfte der insgesamt 34 Drehtage fanden in Baden-Württemberg statt. Nach umfangreicher Motivrecherche wurde man am nördlichsten Zipfel der Region fündig: Die Wahl fiel auf das Kloster Bronnbach als Hauptdrehort. Das um 1151 errichtete Zisterzienserkloster diente zum ersten Mal als Filmkulisse und begeisterte durch seine Lage, Ursprünglichkeit und natürliche Patina. »Das wunderbare Ambiente im Kloster Bronnbach hilft sehr, sich in den historischen Stoff hineinzudenken«, schwärmte Martina Gedeck. Darüber hinaus konnten sämtliche Departements – von Produktion über Maske, Kostüm und Ausstattung – in den ehrwürdigen Mauern untergebracht werden, so dass fast unter studioähnlichen Bedingungen gedreht wurde. Nur mit der klirrenden Kälte hatten sowohl Schauspieler als auch Crew zu kämpfen, da mitunter minus 10 Grad herrschten

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The Nun (WT)

France, 1765. Suzanne Simonin (Pauline Etienne) is a lovely, talented girl from a good family, whose parents wish her to enter a convent. When Suzanne refuses to take the vows, the padre (Marc Barbe) reveals a dark family secret: she is illegitimate and her entry into the convent is supposed to expunge her mother’s (Martina Gedeck) guilt. Taken under the Mother Superiors’ wings (Francoise Lebrun, Louise Bourgoin, Isabelle Huppert), the young woman embarks on a long battle for selfdetermination and personal happiness. Guillaume Nicloux directed this adaptation of a major French literary work, Denis Diderot’s novel “La réligieuse.” Over half the 34 shooting days took place in Baden-Württemberg. After an extensive search, the perfect location was dis covered in the most northerly corner of the state: Bronnbach Abbey. Serving as a movie backdrop for the first time in its his-

tory, the Cistercian abbey, founded in 1151, proved ideal thanks to its location and unspoiled, natural ambiance. Martina Gedeck rhapsodizes, “The marvelous atmosphere at Bronnbach Abbey really helps to understand the historical subject matter.” Moreover, all the departments—from production to makeup, wardrobe, and set design—could be housed within these venerable walls, providing near-studio conditions for shooting. Only the biting cold proved hard on actors and crew, who had to cope with temperatures of minus 1o degrees, as no heating was permitted in the church and other rooms under historical preser vation protection. Neither angora wool underwear nor heating pads helped. But the affiliated Orangerie’s attentive catering services managed to win the hearts of the French guests with sundry Swabian delicacies. Despite excellent initial conditions, enormous organizational and logistic efforts were necessary to adapt the abbey’s rooms and furnishings to accurately resemble an 18th-century setting.


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vorhandenen Motive nach den Erfordernissen des Drehbuchs verändert wurden. So verwandelten sie beispielsweise die Gänge und Räume in Nonnenzellen und errichteten eine Krankenstation und einen Speisesaal. Neben dem Kloster Bronnbach wurde auch vier Tage lang im Kloster Maulbronn gedreht. Mitte März wurde der aufwendige Dreh in Frankreich abgeschlossen, den Sommer über arbeitete der Komponist Max Richter an der Filmmusik. Der Stuttgarter Camino Filmverleih wird das historische Drama 2013 in die deutschen Kinos bringen. Nicole Ringhut

Buch Script: Jérôme Beaujour, Guillaume Nicloux Regie Direction: Guillaume Nicloux Kamera Cinematography: Yves Cape Produktion Production: Les Films du Worso (F), Belle Epoque Films (D), Versus Production (B)

und innerhalb der Kirche und anderen denkmalgeschützten Räumen nicht geheizt werden durfte. Da halfen weder Angoraunterwäsche noch Wärmepads. Aber das Catering der angegliederten Orangerie kümmerte sich liebevoll um Cast und Crew und schaffte es, die Herzen der Franzosen mit allerlei schwäbischen Köstlichkeiten zu erwärmen. Trotz hervorragender Ausgangsbedingungen war ein immenser organisatorischer und logistischer Aufwand erforderlich, um die Räume und Ausstattung der Klosteranlage später im Film so aussehen zu lassen, als schreibe man gerade das 18. Jahrhundert. Ein 15 Mann starkes Bauteam sowie zahlreiche Maler und Ausstatter sorgten dafür, dass die modernen Zeichen der Zeit (Nachtspeicheröfen, elektrische Schalter, Lampen, Schilder u. a.) kaschiert und die

Koproduktion Coproduction: Gifted Films, Rhônes-Alpes Cinéma, France 3 Cinéma Föderung Funding: MFG, DFFF, FFA Minitraité, Eurimages, Communauté francaise de la Belgique

Martina Gedeck spielt die Mutter Martina Gedeck plays the mother

A 15-member construction crew, along with numerous painters and set designers, took pains to hide all the signs of modern life (night storage heaters, electrical switches, lamps, signs, etc.) and adapt the sets to match the script. For example, some hallways and rooms had to be converted to nuns’ cells; a hospital ward and refectory were also constructed. The complex shoot was completed in France by mid-March. Composer Max Richter wrote the score over the summer. Stuttgart’s Camino Filmverleih will distribute the historical drama in German cinemas in 2013.

Das Kloster musste vor dem Dreh noch an die Erfordernisse des Drehbuchs angepasst werden The abbey had to be remodeled before shooting to conform to the script

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Jesus liebt mich

Während der drei Monate meines Regie-Praktikums am Set von »Jesus liebt mich«, habe ich erste Einblicke in die Abläufe einer großen Kinoproduktion erhalten. Ich war beeindruckt, welch großer Aufwand hinter der Herstellung eines solchen Films steckt und wie eng die einzelnen Abteilungen zusammenarbeiten müssen. Nichts für schwache Nerven! Die Verfilmung der Komödie »Jesus liebt mich« nach Motiven des Bestsellerromans von David Safier stellte auch Florian David Fitz vor eine große Aufgabe. Er lief nicht nur als Hauptdarsteller ( Jesus) über das Wasser, sondern schrieb auch das Drehbuch und führte erstmalig Regie. Das hat ihn motiviert und spürbar begeistert. »Und Action«, ruft eine kräftige Männerstimme – ab diesem Moment ist er vollkommen auf das Geschehen vor der Kamera konzentriert und

In mein Aufgabenfeld fielen u. a. die Koordination und das Casting der zahlreichen Komparsen. In Erinnerung bleiben mir besonders die Hochzeit von Marie ( Jessica Schwarz) und Sven (Marc Ben Puch) sowie die Szenen vor dem Pfarrhaus von Gabriel (Henry Hübchen), der die störenden campierenden »Jünger« von seinem Grundstück vertreibt, um die Anwesenheit von Jesus geheim zu halten. Die Komparsen haben zu einer lustigen und harmonischen Stimmung am Set beigetragen, sie haben das Team aber auch ganz schön auf Trab gehalten. Die eine oder andere weibliche Kleindarstellerin war nur schwer davon abzuhalten, Florian David Fitz um den Hals zu fallen. Nicht vergessen werde ich auch, wie eine Gruppe immer wieder das Lied »Gottes Liebe ist so wunderbar« anstimmte. Gedreht wurde in Köln, Freiburg, am Walchensee in Bayern und in Belgien. Neben dem tollen Cast waren es hauptsäch-

ihm entgeht keine Kleinigkeit. Jedes Detail muss seinen Vorstellungen entsprechen, bevor zur nächsten Szene gewechselt wird. Entsprechend genau ist auch die filmische Umsetzung der vielen fantastischen Erzählelemente im Himmel und in der Hölle sowie die Verbindung mit dem realen irdischen Geschehen.

lich die Motive, die dem Film seine Magie verliehen haben: die Kirche von Gabriel in Freiburg, beispielsweise, mitsamt ihrer schönen Umgebung. Auch die Ruine des Klosters Allerheiligen im Schwarzwald strahlte etwas Magisches, aber auch Bedrohliches aus – das perfekte Motiv für die Apokalypse. Als es bei einem Nachtdreh des Weltunter-

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My duties included coordinating and casting the many extras needed for numerous scenes. I particularly remember Marie ( Jessica Schwarz) and Sven’s (Marc Ben Puch) wedding, as well as the scene in front of the rectory with Gabriel (Henry Hübchen), who, in an attempt to conceal Jesus’ presence, chases away the “disciples” who have been camping on his property. The extras contributed to a cheerful and harmonious atmosphere on the set, but they also kept the crew on their toes. It was a tough job keeping some of the female bit players from flinging their arms around Florian David Fitz’s neck. And I’ll never forget how one group repeatedly intoned the song “God’s love is so wonderful.” We shot in Cologne, Freiburg, near Lake Walchen in Bavaria, and in Belgium. In addition to the fabulous cast, the locations contributed to the film’s magic: Gabriel’s church, for instance, set in beautiful surroundings. And the ruins of All Saints’ Abbey in the Black Forest, imbued with something magical yet omi-

Jesus Loves Me

During my three-month directing internship on the set of “Jesus Loves Me,” I gained first insights into what’s involved in producing a big movie for cinema. I was impressed by how much effort such a production involves and how closely the individual departments have to work together. It’s not for the faint-hearted! Based on David Safier’s bestselling novel, the comedy “Jesus Loves Me” presented Florian David Fitz with a huge challenge. He not only had to be able to walk on water as the main protagonist ( Jesus), but he also wrote and directed—a first—the script. This motivated and obviously inspired him. A perfectionist, each detail had to match his vision before the next scene could be shot. The cinematic adaptation is correspondingly precise when it comes to the many fantastical narrative elements in Heaven and Hell, as well as the connection to the mundane earthly events.


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gangs anfing zu gewittern und der Dreh deshalb unterbrochen werden musste, konnte man fast glauben, selbst in der Komödie gelandet zu sein. Auch an lustigen Momenten fehlte es nicht, zum Beispiel als Gabriel beim Essen mit der Familie seiner Geliebten Sylvia (Hannelore Elsner) während der Probe sein Weinglas versehentlich hinter sich schmiss und unfreiwillig seinen Rotwein mit der Hälfte des Teams teilte. Egal, wie stressig es am Set zuging, eine harmonische Grundstimmung und die Freude am Dreh waren immer zu spüren. Die UFA Cinema Produktion wird am 20. Dezember 2012 in die Kinos kommen und ich bin überzeugt, dass sie den Zuschauern ein verzaubertes Fest bescheren wird. Laura Heiss

NA, HÖREN

SIE MAL!

Buch Script | Regie Direction: Florian David Fitz Kamera Cinematography: Stefan Unterberger Ton Sound: Max Thomas Meindl Schnitt Editing: Mona Bräuer Produktion Production: Ufa Cinema Koproduktion Coproduction: ZDF Förderung Funding: MFG, Filmstiftung, FFF, FFA, DFFF

nous, provided the perfect setting for the Apocalypse. One night, shooting had to be interrupted because of a thunderstorm; it almost felt like everyone had landed in the middle of the comedy. There were plenty of funny moments, too: for instance, when during a rehearsal Gabriel accidentally tossed his wine glass behind him during dinner with his lover Silvia’s (Hannelore Elsner) family, thus involuntarily sharing his red wine with half the crew. No matter how stressful things were, a joyful harmony always prevailed on the set. The UFA Cinema production will be released in cinemas on December 20, 2012, and I’m sure its magic will inspire audiences to get into the holiday spirit.

s Kinomischung und Tongestaltung sState-of-the-Art-Technik sLangjährige Erfahrung sKreative Sound Post Production s Eingebunden in das Förderabkommen Hessen / Baden-Württemberg

Lassen Sie uns reden.

Herold Studios GmbH · Max Wanko · Tel. 069/963641-0 Mörfelder Landstraße 165 · 60598 Frankfurt am Main info@herold-studios.de · www.herold-studios.de


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Die Verführungskünstler

»Die Verführungskünstler« entstand in Zusammenarbeit von Indi Film, der Filmakademie Baden-Württemberg, dem SWR und der MFG Filmförderung im Rahmen der Reihe Junger Dokumentarfilm. Für die studentischen Regisseure dieser Reihe ist ihr Projekt oft die erste Produktion mit externer Produktionsfirma und Senderbeteiligung und darüber hinaus mit einem für Diplomfilme relativ großen Budget. Nicht nur sie selbst, sondern auch Dritte haben daher große Erwartungen an den Film. »Die Verführungskünstler« begleitet Mitglieder der Pick-upSzene in Deutschland bei ihrer persönlichen Entwicklung. »Pick-up« bedeutet »Verführungskunst« und ist wie eine Bedienungsanleitung zum Verführen von Frauen zu verstehen. Die Methode setzt auf Elemente aus Psychologie, Verhaltensbiologie, Körpersprache, Stimme, Taktik und auf einen klar definierten Ablauf der Annäherung von Mann und Frau. Für mich als Regisseurin stellte schon das Thema an sich eine Herausforderung dar. Über ein halbes Jahr musste

Robert und Gabriel sind Teil der Pick-Up-Szene Robert and Gabriel are part of the pickup scene

ich in der männlich dominierten Szene Überzeugungsarbeit leisten, musste immer wechselnden Gruppen von heranwachsenden Männern klarmachen, dass ich einen Film zum Thema »Pick-up« machen will, zugleich aber eine kritische Einstellung gegenüber dieser »Verführungskunst« habe. Teilweise ergaben sich absurde Gespräche, die darin gipfelten, dass der eine oder andere versuchte, an mir seine Pickup-Tricks auszuprobieren. Doch ich gewann zugleich einen immer tieferen Einblick in die Szene. Schließlich konnte ich sogar die deutschen Marktführer für Pick-up-Seminare, die Firma Progressive Seduction, von meinem filmischen Vorhaben überzeugen. Beim ersten Recherche-Termin während eines Pick-upSeminars wurde das Team gleich mit schwer verdaulichen Thesen konfrontiert. O-Ton eines Trainers: »Frauen wollen geführt werden und je schlechter du sie behandelst, desto mehr fressen sie dir aus der Hand.« Ein Lichtblick war hingegen die Arbeit mit den drei Protagonisten Robert, Gabriel und Sebastian. Ihnen und von ihren persönlichen

Sebastian testet seine Verführungskünste Sebastian tests his seduction skills

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The Seduction Artists

“The Seduction Artists” is a collaborative production of Indi Film, the Filmakademie Baden-Württemberg, SWR, and MFG film funding within the framework of the “Young Documentary Film” series. For student directors, this is often their first production in cooperation with an external production company and a television broadcaster, including a comparatively large budget. Thus, expectations for the film are high all around. “The Seduction Artists” portrays the personal development of several members of the German pickup community. “Pickup” refers to the art of seduction, and is understood to be a kind of instruction manual on how to seduce women. The method draws on elements of psychology, behavioral biology, body language, voice, tactics, and a clearly defined sequence of approaches between man and woman.

As a female director, I found the subject matter challenging. For over half a year, I repeatedly had to explain to groups of young men in this the male-dominated scene that I wanted to make a film about pickup artists, without compromising my critical stance toward this “art.” At times the discussions were absurd, culminating in several men trying out their pickup tricks on me. Nevertheless, I began to gain insight into the scene. Ultimately, I was able to persuade the German market leader in pickup seminars, Progressive Seduction, to support my film project. During the first research appointment, at a pickup seminar, our team was immediately confronted with hard-to-digest theses. To quote one of the trainers: “Women want to be seduced. The worse you treat them, the more you’ll have them eating out of your hand.” On the other hand, one bright spot was working with the three protagonists, Robert, Gabriel, and Sebastian. We want our film “The Seduction Artists” to do justice to them and their personal experiences.


In Production

Erfahrungen mit »Pick-up« wollen wir mit unserem Film gerecht werden. Als besonderer Drehtag ist mir die Pick-up-Convention in Frankfurt in Erinnerung, das größte und wichtigste Zusammentreffen der Szene. Bei dieser Großveranstaltung wurde neben dem Kernteam mit einer Second Unit gedreht, um sowohl das Convention-Programm – das sich von GruppenHypnose über Flirttipps bis zur Stylingberatung erstreckte – als auch die durchaus gemischten Reaktionen unserer Protagonisten auf das Event einfangen zu können. Die Gegensätze zwischen absurden und humorvollen Momenten, aber auch absolut kritischen Situationen galt es später im Schnitt zu meistern. Kein leichtes Unterfangen: Einerseits lädt »Pick-up« geradezu dazu ein, sich darüber lustig zu machen oder es als moralisch fragwürdig abzutun. Gleichzeitig haben die Erfahrungen, die unsere Protagonisten in den Netzwerken und durch den Kontakt mit anderen »Pick-upern« gemacht haben, ihre persönliche Entwicklung beeinflusst. Gemeinsam mit der Cutterin Valesca Peters mussten wir das richtige Maß zwischen einem differenzierten Blick auf das Phänomen »Pick-up« und einer emotionalen und unterhaltsamen Filmerzählung ausloten. Wir hoffen, es gefunden zu haben und freuen uns darauf, dass unser Film in der nächsten Staffel der SWR-Reihe Junger Dokumentarfilm zu sehen sein wird.

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Evolution: Native Americans

Da im Urlaub der Kopf frei ist, habe ich – unweit von Venedig – angefangen, meine Idee von einem speziell auf Smartphones und Tablet PCs ausgelegten Spiel aufzuschreiben. Täglich ein bis zwei Stunden, so kamen schnell etwa hundert Seiten zusammen: »Evolution« und damit die Firma Scorpius Forge waren geboren. Die Welt von »Evolution« ist nahezu unerschöpflich. Sumerer, Mesapotamier, Azteken, chinesische Dynastien – meist beschränkt sich unser Wissen über diese Kulturen auf Fakten und Jahreszahlen. »Evolution« ist anders: Die Reihe erzählt spannende Geschichten, nennt Namen und lässt die Spieler mitfühlen. Sie lernen fremde Kulturen in Form einer 3D-Welt kennen, werden mit Landschaften und Lebensweisen einer längst vergessenen Welt konfrontiert und eignen sich so spielerisch Wissen an. Als erste Episode wird »Evolution: Native Americans« die Welt der Prärieindianer im Nordamerika des 17. Jahrhunderts wiedergeben: endlose Prärie, die Tausende Bisons durchstreifen, und in der das sehr stolze und mächtige Volk der Lakota Sioux lebt.

Johanna Bentz

Buch Script | Regie Direction: Johanna Bentz Kamera Cinematography: Jonas Römmig Schnitt Editing: Valesca Peters Produktion Production: Indi Film Koproduktion Coproduction: Filmakademie BadenWürttemberg, SWR Förderung Funding: MFG

One day of shooting especially remains in my mind: the Pickup Convention in Frankfurt. We filmed this mass event with our core team as well as a second unit to be able to capture the mixed emotions of our protagonists in response to the convention program—which included group hypnosis, flirting tips and styling advice. The contrasts between absurd and humorous moments, but also truly critical situations, needed to be juxtaposed later during the editing stage. Not an easy job: on the one hand, “The Seduction Artists” practically invites viewers to make fun of or shrug off these practices as morally questionable. At the same time, our protagonists’ experiences within the pickup community had an impact on their personal development. Together with editor Valesca Peters, we needed to find the right balance between an objective look at the pickup phenomenon and an emotional, entertaining narrative. We hope we’ve succeeded, and look forward to seeing our film on SWR’s “Young Documentary Film” next season.

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Evolution: Native Americans

Because it’s easier to clear one’s mind during vacation, I began— not far from Venice— to write down my idea of a game designed for smartphones and tablets. Writing one or two hours a day, I quickly accumulated 100 pages. That’s how “Evolution”—and the Scorpius Forge Company—were born. The world of “Evolution” is theoretically infinite. Sumerians, Mesopotamians, Aztecs, Chinese dynasties are cultures we’re usually only familiar with in terms of facts and dates. “Evolution” is different: We tell exciting narratives, give characters names, and let our players empathize. Our 3D world teaches them in an easy, playful way about foreign cultures, confronting them with landscapes and ways of life in a long-forgotten time. The first episode, “Evolution: Native Americans,” depicts the world of the Plains Indians in the 17th century: endless plains,

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Die erste Episode von »Evolution« spielt in der Welt der Prairieindianer Nordamerikas The first episode of “Evolution” plays in the world of Native American Plains Indians

Wir arbeiten mit dem Unity 3D Framework, welches als Entwicklungsplattform sowohl für iOS- als auch Androidoder PC-Auskopplungen benutzt wird. Das Terrain und das komplette Setting werden darin modelliert, für »Native Americans« bauen wir einen eigenen Level Editor. Die 3DModelle sowie das Rigging, welches für die Animationen benötigt wird, entstehen in 3ds Max. Texturen wie Oberflächen, Haut und Farben sowie die Concept-Art-Zeichnungen werden von uns mit Photoshop und Illustrator gezeichnet. Musik und Geräusche entstehen im eigenen Tonstudio des Toningenieurs. Mit Hilfe des Online-Services Testflight werden unsere Testversionen zur Prüfung verteilt und nativ auf iOS getestet. Es wurde schnell klar, dass unser Spiel viel Aufwand bedeutet. Da wir als Scorpius Forge zwar eine ordentlich eingetragene GmbH waren, aber noch nicht über Mittel verfügten, die uns eine tägliche Arbeit mit einem Gehalt sichern konnten, waren wir auf eine freie Zusammenarbeit angewiesen. Die etwa 20 Mitglieder unseres Teams arbeiten daher hauptsächlich in ihrer Freizeit und dieses ver-

thousands of buffaloes grazing the prairie, and the proud and mighty people of the Lakota Sioux. We use Unity, a 3D framework that can be used for iOS as well as android or PC spin-offs, to model the terrain and the entire setting. For “Native Americans” we will create our own level editor. The 3D models and skeletal animation will be created using 3ds Max. We will draw complex textures—such as surfaces, skin, colors, and concept art drawings—using Adobe Photoshop and Illustrator. Our score will be composed in the sound engineer’s own sound studio. We will distribute our test versions with the help of Online-Services Testflight, directly analyzing these on iOS, i. e. the iPhone or iPad. It soon became clear our game would mean a lot of work. Although our firm, Scorpius Forge, is a registered limited liability company, we did not have the funds to hire salaried employees. As a result, our team comprises about 20 freelancers working mostly in their free time, which means the workload requires

teilte Arbeiten erfordert ein hohes Maß an Abstimmung, Eigenverantwortung und Selbstdisziplin. Heute – nach diversen Fehlversuchen – wissen wir besser, worauf es ankommt: Wir arbeiten mit Tools, die die Kommunikation erhöhen und nicht verkomplizieren. Im Web abgelegte Dokumente sind für jeden, der am Workflow teilnimmt, einseh- und editierbar. Einen regelmäßigen, persönlichen Informationsaustausch stellen wir über Skype oder Teamspeak her. Zur besseren Abstimmung trifft sich unser national verteiltes Team im Zyklus von 1,5 bis 2 Monaten für einen eintägigen Workshop. Dieser schafft einen Teamgeist, von dem jeder Einzelne eine Zeit lang zehren kann, und hilft, der virtuellen Zusammenarbeit einen verlässlichen und persönlichen Rahmen zu geben. Wir haben es bis hierher geschafft und stehen heute ganz dicht vor dem Ziel. »Indian Hunter«, wiederum eine Auskopplung von »Native Americans«, soll der erste kleine Schritt auf der großen »Evolution«-Skala werden. Das von uns erdachte Mini-Game soll zum Weihnachtsgeschäft 2012 im AppStore herauskommen. Roman Hoffmann

Buch Script: Roman Hoffmann und Janosch Ulrich Spielkonzeption Game Design: Roman Hoffmann und Philipp Hellmann Oberflächengestaltung Interface Design: Markus Brackelmann und Dominik Franke Animation Animation: Cyril Kajnar, Johannes Kollmer, Marcus Schrandt Ton Sound: Bernhard Kretz Produzent Producer: Scorpius Forge GmbH Förderung Funding: MFG

careful coordination, a high level of personal responsibility, and self-discipline. Today—after some trial and error—we know what’s important: We work with tools that enhance communication without adding complexity. Online dropboxes give those involved in the workflow easy access to documents. Regular and personal information exchange is facilitated through Skype or Teamspeak. Although our team is scattered throughout Germany, we manage to meet every 6 to 8 weeks for one-day workshops. This creates a team spirit everyone can draw on for long periods, and helps to give virtual collaboration a personal framework. As of this writing, we’ve nearly reached our goal. “Indian Hunter,” a spin-off of “Native Americans,” will be the first small step in the big “Evolution” spectrum. Our mini-game is scheduled to be released in App stores during the Christmas season 2012.


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Das Filmteam in schwindelnder Höhe auf dem Ulmer Münster The film crew atop the Ulm Minster

∂ Die Schwäbische Alb als Gefangenenlager

Aus den Regionen IP

Film Commission Region Ulm

∂ Auf den Spuren der Baumeister in Ulm Für die 3D Doku-Fiction »Die Baumeister der Kathedrale«, eine MFG-geförderte Koproduktion von Seppia aus Straßburg und Indi Film aus Stuttgart (Produktionsbericht siehe FilmFacts 2/2012), gab die Ulmer Münsterbaumeisterin Auskunft über Leben und Arbeiten von Ulrich von Ensingen, der am Ulmer Münster und Mailänder Dom als Baumeister tätig war, bevor er bis zu seinem Tod im Jahr 1419 am Bau des Straßburger Münsters arbeitete. Gedreht wurde die Szene in schwindelnder Höhe auf dem Ulmer Münster. Gut, dass wegen Restaurierungsarbeiten außen an einem Gerüst ein Fassadenaufzug befestigt war: Mit ihm wurde das stereoskopische Equipment samt Filmteam nach oben an den Drehort transportiert. »Kathedralen sind ein Thema, das viele Menschen fasziniert. Es macht sehr viel Spaß, diese Geschichte zu erforschen, da es viele unterschiedliche Meinungen und Theorien gibt, wer welche Gebäudeteile entworfen hat und wann. Ganz wird man dies nie entschlüsseln können«, so Regisseur Marc Jampolsky. Am 15. Dezember 2012 wird »Die Baumeister der Kathedrale« in Rahmen eines 3D-Tages zur Primetime auf Arte gesendet. Im Anschluss daran ist eine Kinotour geplant.

Sachsenhausen Für das Doku-Drama »George« fanden im Oktober Dreharbeiten im Kulturdenkmal »Altes Lager« auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen statt. Das aus Baracken, Depots und einigen leer stehenden Gebäuden bestehende Areal diente lange als Truppenunterkunft und ist seit der Erbauung im Jahr 1896 in seiner äußeren Gestalt fast unverändert geblieben. Im Film stellt es das KZ Sachsenhausen dar, das ab 1945 als sowjetisches Gefangenenlager verwendet wurde. Das insgesamt 6.500 Hektar große Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes, das zum Teil in der Region der Film Commission Ulm liegt, wurde durch die militärische Nutzung bis Ende 2005 von Siedlungen, Straßen und Flurbereinigungen sowie wirtschaftlicher Nutzung weitgehend verschont und bildet eine parkähnliche Weidelandschaft. Neben den verlassenen Gebäuden bietet auch die in den 1980er Jahren gebaute, 38 Kilometer lange und 10 Meter breite, betonierte Panzerringstraße einen interessanten Drehort. www.film.regionulm.de

Der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen The former military training ground Münsingen

Regional Film Commissions IP

December 15, 2012 in the course of a 3D-day on Arte. After that, a cinema tour is planned.

Film Commission Region Ulm The Swabian Alp as Concentration Camp Principal photography for the docu-drama “George” took place in October at the heritage site “Altes Lager” in Münsingen, a former military training ground. The complex, which consists of barracks, warehouses, and several empty buildings, has remained practically unchanged in appearance since it was constructed for military purposes in 1896. With 6,500 square hectares, the area lies partly within the boundaries of the Film Commission Ulm’s region, offering interesting settings such as the 38 kilometer long and 10 meter wide concrete bypass for tanks. ∂

On the Tracks of Ulm Minster’s Builders For the 3D docu-fiction “The Builders’ Challenge,” an MFGfunded coproduction between Seppia (Strasbourg) and Indi Film (Stuttgart) (see production report, FilmFacts 2/2012), Ulm Minster’s master builder was interviewed about the life and work of Ulrich von Ensingen. This 15th century master builder was in charge of construction on Ulm Minster and Milan Cathedral before taking over the construction of Strasbourg Minster until his death in 1419. The scene was shot in breathtaking heights from the top of Ulm Minster. Fortunately, a facade elevator attached to the exterior scaffolding to facilitate restoration work transported the stereoscopic equipment and film crew, albeit in several stages. The 90-minute documentary will be aired on ∂

www.film.regionulm.de


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∂ In dem Crossover-Projekt »Romeo feat. Julia« entwickel-

»Die Holzbaronin« von by

ten acht jugendliche Hip-Hopper, eine Band, Tänzer und das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden/Freiburg eine völlig neue Darstellungsweise von Shakespeares Klassiker und Prokofjews Ballettmusik, die in zwei ausverkauften Aufführungen in Freiburg gipfelte. Dokumentiert wurde das Projekt von einem Filmteam der Produktionsfirma Nordisch TV, das bei den Dreharbeiten vom Location Office beispielsweise bei der Suche nach Motiven, der Einholung von Drehgenehmigungen sowie der Unterbringung des Teams unterstützt wurde. Die 20-teilige Dokumentation, die das Musikprojekt von der Entstehungsidee bis zur Aufführung begleitet, ist seit Anfang Oktober täglich im KiKa zu sehen.

Marcus O. Rosenmüller

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Location Office Region Freiburg

∂ Produktionsnotizen ∂ Wenn vermutlich Ende dieses Jahres der TV-Zweiteiler

»Die Holzbaronin« ausgestrahlt wird, werden auch Motive aus der Region Freiburg auf den Bildschirmen zu sehen sein. Das Location Office half unter anderem bei der Suche nach einem der Hauptmotive, einem historischen Sägewerk bei der Karl Richtberg GmbH in Neuenburg-Auggen. »Wir hatten über unser Netzwerk eine Rundmail geschickt und Claudia Zuberer von der Gemeinde Auggen hat schnell reagiert«, so Kristina Müller, die auch das Amtsgericht in Freiburg als Motiv vermittelte. Gedreht wurde der von Ziegler Film produzierte und von Marcus O. Rosenmüller realisierte Historienfilm von Ende März bis Anfang Juni 2012, unter Einbindung von Filmschaffenden und Statisten aus der Region. Weitere Drehorte befanden sich im Raum Baden-Baden und in Österreich.

IP

Location Office Region Freiburg

Production Notes For the two-part tv miniseries “Die Holzbaronin” the Location Office Region Freiburg assisted in locating the production’s main setting, a historic sawmill in the vicinity of Karl Richtberg GmbH in Neuenburg-Auggen, as well as Freiburg’s district court. Principal photography for this period film, produced by Ziegler Film and directed by Marcus O. Rosenmüller, took place from late March to early June 2012. Other locations included the Baden-Baden area and Austria. ∂ The crossover musical project “Romeo feat. Julia,” developed by 8 teen hip-hoppers, a band, a dancer, and SWR’s Symphony Orchestra, culminated in two sold-out performances in Freiburg. Nordisch Filmproduction’s film crew documented the project from conception to performance, with the support of the Location Office for location searches, obtaining film permits, and ∂ ∂

∂ Nach einer Pause 2011 wurde von Mitte Mai bis Ende September 2012 die dritte Staffel der Familienserie »Tiere bis unters Dach« gedreht. Auch für die neuen Folgen stellte das Glottertal den Hauptdrehort, aber auch andere Motive aus der Region Freiburg und dem Schwarzwald kamen zum Einsatz. Das Location Office half bei der Drehortsuche, der Besetzung des Produktionsteams und beim Einholen von Drehgenehmigungen und stand immer wieder bei Fragen vor und während der Dreharbeiten zur Seite, die in drei Blöcken erfolgten. Produziert wurden die Folgen von der Polyphon Südwest Film & Fernseh GmbH im Auftrag des SWR. www.locoff.de

finding accommodations for the crew. The 20-part documentary is aired daily on KiKa since early October. ∂ The third season of the family series “Tiere bis unters Dach” was shot from May to September in Glottertal. It again served as the principal location, although other settings in the Freiburg and Black Forest regions were used. The Location Office assisted with location searches, hiring production team members, obtaining film permits, and providing general assistance. Commissioned by SWR, the episodes were pro duced by Polyphon Südwest Film & Fernseh GmbH. www.locoff.de IP

Film Commission Region Stuttgart

Productions ∂ In July and August, Kurhaus Production set up camp in Ludwigsburg, where the cinema movie “Freier Fall” was shot (see also Close Up, p. 7). This unhappy love story is the first full-length ∂


In Production

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»Die Kirche bleibt im Dorf« von by Urike Grote

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Film Commission Baden-Baden/ Karlsruhe

∂ Film- und Medienakademie Karlsruhe gegründet Im Oktober 2012 nimmt die Film- und Medienakademie Karlsruhe (fum:a) ihren Betrieb auf. Angeboten werden Weiterbildungskurse für Erwachsene in den Bereichen Film, Medien, Wirtschaft und Recht, wobei die letzten beiden Bereiche die zentralen Fragestellungen der Kreativwirtschaft, zum Beispiel hinsichtlich Urheberrechten, Filmfinanzierung und -förderung, Crowdfunding oder Persönlichkeitsrechten behandelt. Im Bereich Film wird es Kamera-, Schnitt-, Produktions- und Drehbuchseminare sowie Angebote für Filmund TV-Schauspiel geben. Kommunikationstrainings und PR-Seminare werden mit dem Bereich Medien abgedeckt. Als zweiter Strang konzentriert sich die fum:a auf Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, um diesen umfassende Einblicke in Filmproduktionen zu geben und einen kompetenten Umgang mit Medien zu vermitteln. Hier finden sich Schauspielkurse (Young Actors) ebenso im Programm wie Workshops zu Camera Acting, eine Schreibwerkstatt und Fotografieseminare. Träger der fum:a ist das Filmboard Karlsruhe e. V. www.fuma-ka.de

des Regisseurs und Autors Stephan Lacant: Ein junger Bereitschaftspolizist, der in einer festen heterosexuellen Beziehung lebt und Vaterfreuden entgegensieht, verliebt sich in einen Kollegen. Die ungewöhnliche Coming-out-Geschichte wird voraussichtlich im Herbst 2013 im SWR zu sehen sein. ∂ Ebenfalls im Raum Ludwigsburg, in Kleiningersheim und

Lehrhof, haben Ende Juli die Dreharbeiten zu »Die Kirche bleibt im Dorf« begonnen. Die Serie basiert auf der gleichnamigen schwäbischen Komödie, die seit August mit großem Erfolg in den Kinos läuft. Fortune Cookie produziert die Serie für den SWR. Bis Ende Oktober drehen Ulrike Grote und Rolf Schübel, u. a. mit Schauspielern aus Baden-Württemberg wie Karoline Eichhorn, Jürgen Haug, Christian Koerner, Meike Kircher oder Christian Pätzold. ∂ Mit dem Drehbuch zu »Habib Rhapsody« gewannen

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Film Commission Region Stuttgart

∂ Produktionen und Drehstarts ∂ Im Sommer schlug die Kurhaus Production ihre Zelte in

Ludwigsburg auf, wo das Kinoprojekt »Freier Fall« gedreht wurde (siehe auch Close Up S. 4 ff.). Das Drama über eine unglückliche Liebesgeschichte ist der erste Langspielfilm

Michael Baumann und Sabine Westermaier im Februar den Thomas Strittmatter Preis der MFG. Es erzählt die Geschichte von fünf Stuttgartern, die mit kleinen und großen Lebenslügen zu kämpfen haben. Gedreht wird das erste Spielfilmprojekt der Stuttgarter Indi Film bis Ende Oktober unter der Regie von Michael Baumann u. a. am Wilhelmsplatz inmitten der Landeshauptstadt.

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In Production

»Habib Rhapsody« von by Michael Baumann

∂ Standort-Marketing per Post(karte): »Originale«

∂ Stuttgarter Werbefilmer sind Top

Im Bereich Werbefilm haben sich Firmen aus der Region über die vergangenen Jahre in die erste Liga vorgearbeitet. In einem Ranking der Top-30-Werbefilmproduktionen 2012 in Deutschland, welches das Fachmagazin W & V im Juli veröffentlichte, ist mit der Schokolade Filmproduktion auch eine Stuttgarter Firma vertreten. Ende September konnten sich die Stuttgarter außerdem über zwei Deutsche Wirtschaftsfilmpreise freuen: Platz 1 in der Kategorie »Filme aus der Wirtschaft« sowie Platz 3 in der Kategorie »Filme in Neuen Medien (Internet)«. Um den filmischen Nachwuchs in Baden-Württemberg muss man sich in diesem Bereich keine Sorgen machen: Bei den diesjährigen First Steps Awards kamen alle fünf nominierten Werbespots von der Filmakademie in Ludwigsburg. Gewonnen hat schließlich Stephan Strube mit dem Spot »Sky Nordpol«. Zur Vernetzung der regionalen Branche trug im Juli die Einladung der Stuttgarter Kreativagentur Bessis Pink Pony Advertising (BPPA) ein, die kurz zuvor am 59. Cannes Lions International Festival of Creativity teilgenommen hatte. Agenturgründer Lukas-Pierre Bessis und Creative Planner Matthias Berzel teilten Einblicke, die sie während des renommierten Branchentreffs gewonnen hatten und präsentierten Case Studies, die Anlass gaben zur Diskussion über die stärksten Faktoren, die die Kommunikationswelt derzeit beeinflussen.

feature film by director and author Stephan Lacant. A young heterosexual police officer who’s about to become a father falls in love with a male colleague. This unusual coming-out story is expected to be aired on SWR in fall 2013. ∂ Also in the Ludwigsburg area, principal photography for “Die Kirche bleibt im Dorf ” began in late July. This series is based on the successful Swabian comedy released in Baden-Württemberg’s cinemas in August. Fortune Cookie produced the serie for SWR. Ulrike Grote and Rolf Schübel will be shooting till the end of October. ∂ Michael Baumann and Sabine Westermaier won the MFGsponsored Thomas Strittmatter Prize in February for their script “Habib Rhapsody”: Five Stuttgarters must learn to come to terms with their small and not-so-small self-delusions. Indi Film’s first feature film project, directed by Michael Baumann, will complete principal photography (which includes Stuttgart’s Wilhelmsplatz, among others) by late October.

Postkartensets der Film Commission Region Stuttgart sollen die Aufmerksamkeit der Filmbranche auf ihre Region lenken. Abgebildet sind elf »Originale«, die bereits eine faszinierende Geschichte haben oder von außergewöhnlichem historischem Wert sind und das Potenzial für neue Filmgeschichten haben. Neben imposanten Gebäuden, einmaligen Bauwerken und kuriosen Orten hat Fotograf Christoph Kalck auch Menschen in Szene gesetzt: Petra und Martin Lorenz beispielsweise, Inhaber des Karaoke Fun-Pubs in Mönchfeld und glühende Verehrer von Elvis Presley, die vor 20 Jahren die erste deutsche Karaoke-Bar in Stuttgart eröffneten. Als besonderes Bauwerk wird die griechischorthodoxe Kirche Mariä Verkündigung in Esslingen porträtiert, der größte griechisch-orthodoxe Sakralbau außerhalb Griechenlands, der im Stil einer byzantinischen Basilika errichtet wurde. Auf der Postkarten-Rückseite findet sich jeweils eine kurze Beschreibung der Motive. Die Sets können bei der Film Commission bestellt werden. film@region-stuttgart.de

Stuttgart’s Commercial Film Professionals are Tops In a ranking of the top 30 commercial film productions in Germany published by the trade magazine W&V in July 2012, a Stuttgart company, Schokolade Filmproduktion, made it into the list. The company also received two German Economy Awards by the Federal Ministry of Economics and Technology at the end of September. The future looks bright for BadenWürttemberg’s film industry juniors: all five nominated commercials at this year’s First Steps Award came from the Ludwigsburg Filmakademie. ∂

Location Tour On September 28 the Film Commission Region Stuttgart sponsored a location tour under the motto “Russian Traces in Stuttgart.” The tour provided 22 film professionals with insights into the Russian soul and places in the Stuttgart area that still tell of the resplendence of the Russian czars’ court. ∂


In Production

∂ Die russische Seele der Region Stuttgart

Im Vorjahr zeigte die Film Commission Region Stuttgart Spielarten einer »(auto)mobilen Liebe«. Die Locationtour 2012 wandelte Ende September auf »russischen Spuren in Stuttgart«. Die 22 Teilnehmer besuchten Menschen und Orte, die das nordöstliche Eurasien im Raum Stuttgart repräsentieren – wie beispielsweise der Laden von Olga Heim-Schumkova in Esslingen, der sämtliche Köstlichkeiten dieser Region im Angebot hat. Darüber hinaus führte die Tour auch zu bekannten Zielen wie der russisch-orthodoxen St. Nikolaus-Kathedrale im

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Stuttgarter Westen, dem Hoppenlaufriedhof oder der Grabkapelle auf dem Württemberg. Dank der Unterstützung der russischen Stadtführerin Evgenija Schmid eröffneten sich für die teilnehmenden Autoren, Produzenten und Location Scouts selbst auf bekanntem Terrain neue filmische Perspektiven. Anregungen für Filmstoffe konnten die Teilnehmer aus ganz persönlichen Lebensgeschichten gewinnen, die beispielsweise der Unternehmer Roman Gorovoy und der Erzpriester der St. Nikolaus-Kathedrale, Ilya Limberger, erzählten. Zahlreiche Orte in und um Stuttgart weisen auf den Glanz des russischen Zarenhofs hin, der auch auf das damals kleine und weniger bedeutende Württemberg abstrahlte. Doch die Locationtour zeigte mehr als die dynastischen Verbindungen mit der europäischen Großmacht: Kleinode wie das Clara-Zetkin-Haus in Sillenbuch oder den Boxverein Gold-Blau in Feuerbach, der mittlerweile internationales Niveau erreicht hat. Der spannende Tag endete mit einem Besuch des Forum R, wo den Teilnehmern die kulinarische Vielfalt Russlands und echte Gastfreundschaft vor Augen geführt wurde. www.facebook.de/ficorest

Wir bewegen uns. BEWEGTE BILDER wird dcinex.

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Die Unternehmen XDC, BEWEGTE BILDER Medien AG und FTT haben sich zu einem europaweit agierenden Unternehmen zusammengeschlossen: dcinex. Die BEWEGTE BILDER Medien AG heißt ab 1.10.2012 dcinex Medien AG. Von unserem Standort Tübingen werden sich die gewohnten Mitarbeiter weiterhin um alle Belange unserer Kunden

kümmern. Im Verbund mit dcinex-Standorten in 14 Ländern können wir Ihnen noch mehr Service anbieten.

rSystemintegration: Projektions- und Serversysteme, 3D-Technik, Theatre Management, Tonanlagen

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Beyond the Facts

Rechtliche Besonderheiten des Dokumentarfilms

Dr. Clara Napoli ist seit 2001 als Anwältin mit den Schwerpunkten Urheber- und Markenrecht sowie Handels- und Gesellschaftsrecht in Stuttgart tätig. Mit dem folgenden Artikel macht sie auf eine althergebrachte Unterscheidung zwischen Leistungsschutz- und Urheberrecht aufmerksam, der man beim Dokumentarfilm Beachtung schenken sollte. Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) unterscheidet im § 2 Abs. 1 zwischen Filmwerken und in § 95 den Laufbildern: Dahinter verbirgt sich eine aus heutiger Sicht historisch zu begründende Diskriminierung des Dokumentarfilms, die filmwissenschaftlich längst überholt ist. Das Urheberrecht spricht in dieser Unterscheidung den Laufbildern die persönliche geistige Schöpfung und damit die Urheberrechtsfähigkeit ab, hier werde »nur« Wirklichkeit abgebildet. Dabei kommt Urheberrechtsfähigkeit beim Film durch die kollektive Leistung der an der Filmherstellung beteiligten Urheber unter Ausnutzung der filmischen Gestaltungsmöglichkeiten, insbesondere Handlungsablauf, Regie, Kameraführung, Tongestaltung, Schnitt, Filmmusik, Szenenbilder, Kostümgestaltung zustande. Dass diese Voraussetzungen beim Spielfilm in der Regel gegeben sind, ist allgemeiner Konsens, sie können aber ebenso bei Filmen vorliegen, die darauf abzielen, ein wirkliches Geschehen im Bild festzuhalten, namentlich bei Kultur- und Dokumentarfilmen.

BF

Specific Legal Characteristics of Documentaries

The German Copyright Act (UrhG) distinguishes between cinematographic works in section 2, paragraph 1 and “moving images” in section 95. This shows a historically established discrimination of documentaries, which can nowadays be considered outdated from a cinematographic point of view. This distinction made in copyright law implies that “moving images” do not involve any personal creative act and are therefore not protected by copyright, as they “only” depict reality. However, it should be pointed out that the protectability of films as intellectual property derives from the collective work done by all those involved in the filmmaking process using creative means, such as plot, direction, camera work, etc. There is a broad consensus that these conditions are usually fulfilled in feature film

Diese Frage wird beispielsweise relevant, wenn dem Produzenten eines Dokumentarfilms ein Leistungsschutzrecht nach §§ 94, 95 UrhG zusteht. Mit diesem Leistungsschutzrecht wird die organisatorische und wirtschaftliche Leistung des Produzenten geschützt, die sich im fertigen Film verkörpert. Hingegen fallen Regisseure, Cutter und Kameraleute als Rechteinhaber aus, soweit bei ihren Leistungen die Urheberrechtsfähigkeit nicht positiv festgestellt wird. Soweit es sich um die Verfilmung eines realen Geschehens handelt, beispielsweise um die Dokumentation über Werke an öffentlichen Plätzen, über Bauwerke und auch – Baustellen, sind weitere Schranken des UrhG bei der vertraglichen Gestaltung zu beachten. Das Urheberrecht sieht in § 59 UrhG eine »Straßenbild- oder Panoramafreiheit« vor: Danach ist es zulässig, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht. § 59 UrhG ist aufgrund seiner Formulierung als Ausnahmeregelung grundsätzlich eng auszulegen. Zur Veranschaulichung mag die Entscheidung des BGH aus dem Jahre 2002 zum verhüllten Reichstag herangezogen werden. Der BGH hat in letzter Instanz dem Künstlerehepaar Christo Recht gegeben, weil sich der verhüllte Reichstag nicht bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befunden habe. Für das Merkmal bleibend hat der BGH maßgebend auf den Willen des Berechtigten abgestellt. Das Künstlerehepaar Christo hat aber die Zeit der

productions. However, this can also be the case with documentary films, which aim at re-enacting real events. This becomes relevant if a documentary producer is entitled to ancillary copyrights according to sections 94 and 95 UrhG. Ancillary copyright protects the producer’s organizational and economic work materialized in the final film. On the other hand, directors, editors, and cinematographers will not be considered as rights’ holders, if their work is not seen as copyrighted material. When filming real events, the UrhG sets additional boundaries to contractual agreements. It grants a “freedom of street and panoramic pictures” in section 59, UrhG. This allows for the reproduction, distribution, and public display through painting or graphic arts, photography, or film of works permanently located in public places, ways or streets. For buildings, this


Beyond the Facts

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öffentlichen Aufstellung von vornherein auf einen Zeitraum begrenzt, der kürzer als die natürliche Lebensdauer des Werkes war.

2012 Locarno Film Festival

PUBLIKUMSPREIS Piazza Grande

AUSTRALIA'S OSCAR ENTRY

In einer weiteren Entscheidung klagte die Erbin des Künstlers Friedensreich Hundertwasser gegen die Vervielfältigung und Verbreitung von Aufnahmen eines von ihm gestalteten Hauses in Wien. Der BGH entschied, dass aus dem Grundsatz der engen Auslegung einer Ausnahmeregelung es nicht gerechtfertigt ist, Vervielfältigungshandlungen vorzunehmen, die nicht von einer öffentlichen Straße aus herzustellen sind, beispielsweise Luftaufnahmen eines solchen Gebäudes. Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass der Produzent eines Dokumentarfilms nicht rechtlos gestellt wird. Häufig fallen bei der Produktion eines Dokumentarfilms die kollektiven Leistungen als Produzent, Autor, Kameramann und Cutter in einer Person zusammen, sodass im Falle, dass dem Dokumentarfilm die Urheberrechtsfähigkeit abgesprochen werden sollte, ein Schutz über das Leistungsschutzrecht des Produzenten nach §§ 94, 95 UrhG dennoch gegeben ist. Insoweit kommt es in der Praxis auf den Nachweis der persönlichen, geistigen Schöpfung häufig nicht mehr an. Zuletzt ist der Kampf des Dokumentarfilms um künstlerische Anerkennung bereits auf einem guten Weg.

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Best Foreign Language Film 85th Academy Award®

LORE EIN FILM VON CATE SHORTLAND SASKIA

KAI

NELE

URSINA

HANS-JOCHEN

MIKA

ANDRÉ

EVA-MARIA

ROSENDAHL

MALINA

TREBS

LARDI

WAGNER

SEIDEL

FRID

HAGEN

PIFFL MEDIEN ZEIGT EINE PRODUKTION VON ROHFILM PORCHLIGHT FILMS EDGE CITY FILMS GEFÖRDERT VON SCREEN AUSTRALIA MITTELDEUTSCHE MEDIENFÖRDERUNG HESSENINVESTFILM FILMFÖRDERUNGSANSTALT DEUTSCHER FILMFÖRDERFONDS FILMFÖRDERUNG HAMBURG SCHLESWIG-HOLSTEIN MEDIEN-UND FILMGESELLSCHAFT BADEN-WÜRTTEMBERG IN ZUSAMMENARBEIT MIT SCREEN NSW CREATIVE SCOTLAND “LORE” SASKIA ROSENDAHL KAI MALINA NELE TREBS URSINA LARDI HANS-JOCHEN WAGNER MIKA SEIDEL ANDRÉ FRID EVA-MARIA HAGEN CASTING JACQUELINE RIETZ ANJA DIHRBERG MASKENBILD KATRIN WESTERHAUSEN KOSTÜMBILD STEFANIE BIEKER SOUND DESIGN SAM PETTY FILMMUSIK MAX RICHTER SZENENBILD SILKE FISCHER EDITOR VERONIKA JENET ASE BILDGESTALTUNG ADAM ARKAPAW EXECUTIVE PRODUCERS MARGARET MATHESON VINCENT SHEEHAN ANITA SHEEHAN NACH DEM ROMAN “THE DARK ROOM” VON RACHEL SEIFFERT BUCH CATE SHORTLAND ROBIN MUKHERJEE PRODUZENTEN KARSTEN STÖTER LIZ WATTS PAUL WELSH BENNY DRECHSEL REGIE CATE SHORTLAND IM VERLEIH DER PIFFL MEDIEN VERLEIH GEFÖRDERT VON MITTELDEUTSCHE MEDIENFÖRDERUNG FILMFÖRDERUNG HAMBURG SCHLESWIG-HOLSTEIN MEDIEN-UND FILMGESELLSCHAFT BADEN-WÜRTTEMBERG

AB 1. NOVEMBER IM KINO! authorization is limited to the outside view only. As section 59 UrhG is formulated as an exemption, its interpretations generally have to be narrow. In its 2002 decision on the “Wrapped Reichstag” project by the artist couple Christo and Jeanne-Claude, the German Federal Court of Justice (BGH) ultimately ruled in favor of the rights’ holders, as the wrapped parliament building was not permanently located on a public square, way, or street. With regard to the permanence of the works, the court’s authoritative decision was based on the rights’ holders’ will. They had limited the public display to a period of time shorter than the natural lifespan of the work from the start.

In another relevant decision, Friedensreich Hundertwasser’s heiress had taken action against the publication and distribution of pictures of a house in Vienna designed by the artist. In this case, the BGH ruled, based on the narrow interpretation of the exemption, that it is not permissible to publish pictures made from a perspective other than from a public street, e. g., aerial photographs of such a building. To summarize, documentary producers are not currently deprived of all rights. In many cases, the collective works of producer, author, cinematographer, and editor are performed by one person, so that producers would still be entitled to ancillary copyrights according to sections 94 and 95 UrhG, even if the documentary was not considered protectable under classical copyright. As a consequence, documentary filmmakers no longer have to prove their intellectual and creative acts, and their struggle for artistic recognition is already well on its way.


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Cine-Regio-Mitglieder zu Gast in Heidelberg

Baden-Württemberg ist das Gastgeberland der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Cine-Regio-Mitglieder. Die MFG Filmförderung freut sich, die Vertreter der Mitgliedsorganisationen am 23. Oktober in Heidelberg begrüßen zu dürfen. Cine-Regio ist ein Netzwerk aus regionalen Filmförderungen in Europa und umfasst derzeit 38 regionale Filmförderungen aus 13 EU-Staaten sowie Norwegen und der Schweiz. Es dient der Vertretung des audiovisuellen Sektors auf europäischer Ebene sowie der Förderung von Koproduktionen zwischen den Regionen. Mit ihrem weltweit bekannten Tourismusmagneten, der Altstadt und ihren zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten, bietet die Stadt Heidelberg nicht nur einen schönen Rahmen für das Treffen, sondern zeigt auch einige der schönsten Drehorte, die die Metropolregion Rhein-Neckar zu bieten hat. Seit den 1950er Jahren finden sich Motive aus der Region in zahlreichen Filmen sämtlicher Genres. Inzwischen unterstützt

MFG News

Kostenloser wöchentlicher MFG Newsletter | www.mfg.de/filmnewsletter

die dort ansässige Film Commission als regionale Beratungsstelle Produktionsfirmen bei ihren Drehvorhaben. Im Anschluss an die Tagung lädt die Film Commission die Teilnehmer des Treffens ein, Produzenten aus der Region kennenzulernen. Damit sich die Teilnehmer von den Vorzügen der Region selbst überzeugen können, findet am Vormittag zunächst für alle interessierten Teilnehmer eine Stadtführung statt. Am Nachmittag stehen dann Themen wie der für Januar anstehende Umzug des CineRegio-Generalsekretariats von Aarhus, Dänemark, nach Brüssel auf dem Programm. Einen weiteren Themenschwerpunkt bildet die Erneuerung eines EU-Bescheids über die regionale Förderung von Kinos, auf dessen Entwurf Cine-Regio bereits mit Änderungsvorschlägen reagierte. Auch das Thema des Cine-Regio Focus Report für das Jahr 2013 wird Anlass zur Diskussion geben: Der Bericht soll – in Anspielung auf zahlreiche Aussagen auf verschiedenen politischen Ebenen – zeigen, dass regionale Filmproduktionen dazu beitragen, dass die einheimische Bevölkerung sich stärker mit der Region identifiziert und zufrieden ist. www.cineregio.org

Andreas Trautz (AMCRS), Armin Pohl (Macke Vision), Oliver Zeller (MFG)

MN

MFG und AMCRS auf der SIGGRAPH

Auch in diesem Jahr reisten Andreas Trautz (AMCRS) und Oliver Zeller (MFG) in die USA, um den Standort Baden-Württemberg und die Mitglieder des Animation Media Cluster Region Stuttgart auf der SIGGRAPH (Special Interest Group on Graphics and Interactive Techniques) zu vertreten. Die weltweit größte und wichtigste Fachkonferenz für Computer Design, Animation Media und Interaktive Technologien fand vom 5. bis 9. August in Los Angeles statt – zeitgleich mit dem Computer Animation Festival, auf dem die Filmakademie BadenWürttemberg erfolgreich vertreten war: Der Best Student Project Prize ging an den Film »Globosome« von Sascha Geddert und der Best Student Project Prize RunnerUp an »Herr Hoppe und der Atommüll« von Jan Lachauer und Thorsten Löffler. Hintergrund dieser Reise ist das seit über drei Jahren verstärkte Engagement der MFG im nordamerikanischen Raum, durch das

Blick auf die Alte Brücke und das Heidelberger Schloss View of the historic bridge and Heidelberg Castle

MN

Cine-Regio Members to Meet in Heidelberg

Baden-Württemberg will be hosting this year’s Cine-Regio meeting: MFG Filmförderung is pleased to welcome representatives of member organizations in Heidelberg on October 23. A network of regional film funds in Europe currently comprising 38 regional film funding institutions from 13 EU states, Norway, and Switzerland, Cine-Regio aims at representing the audiovisual sector in EU politics and promotes coproductions among the member regions.

With its world-renowned tourist attractions, historic center, and countless historic sights, Heidelberg not only offers an attractive location for the meeting. It also features some of the Rhine-Neckar Metropolitan Region’s most beautiful film settings, many of which have appeared in numerous films of all genres since the 1950s. The region’s Film Commission provides information and support to production companies seeking to realize their film projects here. After the meeting, the Film Commission invites participants to get to know producers from the region. On the first morning, interested participants will have the opportunity to take a guided tour of the city to familiarize themselves with the region’s attractions. The afternoon’s program

items include the Cine-Regio secretary’s move from Aarhus, Denmark, to Brussels in January. Another issue is the EU Commission’s draft on cinema state aid, to which Cine-Regio has already responded with suggestions for amendments. A further topic of discussion is the Cine-Regio Focus Report for 2013. Reflecting numerous statements issued at various political levels, the report intends to show that regional film productions contribute to people’s “happiness and well-being.” www.cineregio.org


MFG News

die Aufmerksamkeit der Branche auf den Animations- und VFX-Standort Baden-Württemberg gerichtet werden soll. Erklärtes Ziel dabei ist es, internationale Koproduktionen nach Baden-Württemberg zu holen, auch indem man über die Fördermöglichkeiten in Baden-Württemberg und Deutschland informiert. Da es hier mit der FMX und dem ITFS (s. S. 33 f.) weltweit beachtete, hochkarätige Fachveranstaltungen gibt, bietet sich die Möglichkeit, Kontakte, die in Los Angeles geknüpft wurden, vor Ort weiter zu pflegen und Gäste zum Gegenbesuch nach Stuttgart einzuladen. Die Vernetzungsarbeit ist für dieses Jahr aber noch nicht beendet: Im Rahmen des AFI Fests und des American Film Market (AFM) veranstalten MFG und AMCRS einen Empfang in der Villa Aurora in Pacific Palisades. Dieter Krauß und Andreas Trautz sind vor Ort, um dafür zu sorgen, dass der VFX-Standort Baden-Württemberg auch in Zukunft Erfolge verzeichnen kann (s. S. 32). Dorothee Martin // www.amcrs.de

MN

»Lore« gewinnt Publikumspreis in Locarno

∂ Cate Shortlands Spielfilm »Lore« hat

sich gegen 15 weitere Produktionen durchgesetzt, die auf dem 8.000 Besucher fassenden, riesigen Platz inmitten Locarnos präsentiert wurden. Ende des Zweiten Weltkriegs. Die 14-jährige Lore (Saskia Rosendahl) muss mit ihren jüngeren Geschwistern auf einer langen Odyssee von Süd- nach Norddeutschland zur Großmutter einem Menschen vertrauen, der ihr immer als Feind dargestellt wurde: einem jungen Juden.

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MFG and AMCRS at SIGGRAPH

As in the past few years, Animation Media Cluster Region Stuttgart’s Andreas Trautz and the MFG’s Oliver Zeller again traveled to Los Angeles to represent Baden-Württemberg’s film sector at SIGGRAPH, the 39th International Conference and Exhibition on Computer Graphics and Interactive Techniques. The world’s largest and most important conference on computer design, animation media, and interactive technologies took place August 5–9, parallel to the Computer Animation Festival, where Baden-Württemberg’s Filmakademie

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Cate Shortland (2.v.l.) mit Darstellern in Locarno Cate Shortland (second from left) with actors in Locarno

Die zum Teil im Schwarzwald realisierte Produktion wurde von Rohfilm (Leipzig) mit Porchlight Films (Sydney) und Edge City Films (Glasgow) realisiert und von der MFG Filmförderung, der FFA, dem DFFF, der MDM, der FFHSH, von HessenInvest sowie Screen Australia, Screen New South Wales, Creative Scotland und MEDIA unterstützt. Piffl bringt den inzwischen als australischer Beitrag für den Auslandsoscar nominierten Film ab 1. November in die deutschen Kinos. ∂ Der Bürgerrechtler, Sänger und Schau-

spieler Harry Belafonte wurde in Locarno mit einem Sonderpreis geehrt. Er versteht sich als Aktivist, der die Kunst als Plattform verwendet, um die Menschen mit seinen Gedanken von Gleichheit und Freiheit aller zu erreichen. Berührt erzählt er davon, dass er lange mit sich gekämpft habe, ob er in Deutschland auftreten solle, vor den Men-

schen, die die Welt mit den schlimmsten Gräueltaten überzogen hatten. In seiner langen Karriere hat der Künstler Harry Belafonte Millionen von Menschen in Deutschland und aller Welt mit seinen Liedern und seinen Filmen erreicht. Susanne Rostocks vom Tübinger Arsenal Filmverleih mit Unterstützung der MFG vertriebene Dokumentation »Sing your Song« über Belafonte verbindet den Kampf gegen Unterdrückung – vor allem der schwarzen Bevölkerung in den USA – mit dessen beispielloser künstlerischer Karriere. Uwe Rosentreter

Harry Belafonte, Stefan Paul (Arsenal), Uwe Rosentreter (MFG)

took home several awards. Best Student Project Prize went to Sascha Geddert’s “Globosome,” and Jan Lachauer and Thorsten Löffler’s “Herr Hoppe und der Atommüll” was Best Student Project Prize Runner-Up. For the past three years, MFG has been actively promoting Baden-Württemberg’s animation and VFX sectors in North America, with the declared goal of attracting international coproductions. Part of that effort includes publicizing funding opportunities in Baden-Württemberg and Germany. Since Baden-Württemberg offers such attractive events as the FMX and ITFS (see p. 32), contacts cultivated through SIGGRAPH can count on a warm welcome on home turf.

Networking is still underway this year: During the time when AFI Fest and American Film Market (AFM) take place, MFG and AMCRS host a reception in Villa Aurora in Pacific Palisades. Dieter Krauß and Andreas Trautz will be there to make sure that Baden-Württemberg’s VFX industry will continue to be successful (see p. 32). www.amcrs.de


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»Der Stern des Soldaten« von Christophe de Ponfilly “The Soldier’s Star” by Christophe de Ponfilly

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Lyola!

Vom 9. bis 12. Juli präsentierte das GoetheInstitut Lyon mit Lyola! ein neues deutschfranzösisches Filmfestival, das im Rahmen des Sommerfestivals Tout l’Monde Dehors (»Alle nach draußen«) stattfand und sowohl ein öffentliches Publikum als auch die Filmbranche ansprach. An den vier Kinoabenden auf der romantischen Place d’Ainay liefen jeweils ein Kurz- und ein Langfilm – darunter auch die MFG-geförderte Produktion »Der Stern des Soldaten« (OT: L’étoile du soldat) von Christophe de Ponfilly. Darüber hinaus informierten MFG-Geschäftsführerin Gabriele Röthemeyer und der Festivalleiter der Französischen Filmtage Tübingen / Stuttgart, Christopher Buchholz, in einem »Atelier für Filmschaffende« über Finanzierungsmöglichkeiten für deutsch-französische Koproduktionen. Nach Baden-Württemberg soll in Zukunft in jedem Jahr ein anderes Bundesland, das deutsch-französische Koproduktionen hervorbringt, dem neuen Festival als Partner zur Seite stehen. www.goethe.de/lyon

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“Lore” Takes Audience Award in Locarno

∂ Cate Shortland’s feature film “Lore” beat out 15 competitors for the audience award at the open-air Locarno International Film Festival on the huge, centrally located Piazza Grande. During the last days of WWII, 14-year-old Lore (Saskia Rosendahl) and her younger siblings embark on a long odyssey to her grandmother’s home in the north of Germany. Along the way, she must learn to trust a person she has been taught to regard as her enemy: a young Jew. Filmed in part in the Black Forest, the movie was coproduced by Rohfilm (Leipzig), Porchlight Films (Sydney), and Edge City Films (Glas-

MFG News

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»Toms Welt« im iTunes-Store

Etwa ein Jahr nach dem Start des Digital Content Funding (DCF) – eines gemeinsamen Förderprogramms von MFG Filmförderung und MFG Innovationsagentur – ist das erste geförderte Projekt auf dem Markt. Die Kinder-App »Toms Welt« basiert auf der beliebten TV-Serie »Tom & das Erdbeermarmeladebrot mit Honig« und wurde von Studio Film Bilder in Koproduktion mit Reality Twist und in Zusammenarbeit mit Studio Fizbin entwickelt. Stephanie Lang, bei der MFG für die Projektförderung zuständig, freut sich, dass »Toms Welt« als erstes DCF-Projekt das Licht der Welt erblickt: »Zu Tom und Studio Film Bilder haben wir durch die langjährige Förderung des TVFormats und der Anfänge der interaktiven Tom-Reise schon eine enge Beziehung.« Die Förderung der Games-Branche ist das Thema einer europäischen Studie, die voraussichtlich Ende Oktober erscheinen wird. Die MFG Innovationsagentur für IT und Medien führte im Mai eine Online-Befragung durch, die sich besonders für den Zugang zur Finanzierung, Bildung und Innovation für Games-Unternehmen in BadenWürttemberg konzentrierte. Auch die bereits existierenden Förderprogramme im Bereich Digitale Medien und Games wur-

Die diesjährige Abschlussklasse des Qualifizierungsprogramms Moderation

den von Akteuren der Branche bewertet. Im Rahmen des europäischen Projekts BooGames (Boosting European Games Industry) werden die Ergebnisse aus Baden-Württemberg dann mit neun weiteren europäischen Regionen verglichen. www.boogames.eu MN

Ausgebildet: Talente für den Bildschirm

Nachwuchsförderung wird bei der MFG Filmförderung groß geschrieben – nicht nur im Film, sondern auch in den verwandten Bereichen Rundfunk, Fernsehen und Neue Medien. Zusammen mit der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) unterstützte die MFG deshalb in den vergangenen drei Jahren den Start des Qualifikationsprogramms Moderation an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart. Das Institut für Moderation (imo) qualifiziert seit 2009 Nachwuchskräfte aus der Medien-

»Tom und das Erbeermarmeladebrot mit Honig« von Andreas Hykade “Tom & the slice of bread with strawberryjam and honey” by Andreas Hykade

gow) with support from MFG, FFA, DFFF, MDM, FFHSH, HessenInvest, as well as Screen Australia, Screen New South Wales, Creative Scotland, und MEDIA. Piffl will release the film in German cinemas on November 1. In the meantime, it has already been nominated for an Oscar in the category of best foreign film (Australia).

In Susanne Rostock’s “Sing your Song,” a documentary about Belafonte, distributed by Tübinger Arsenal Filmverleih with the support of the MFG, the filmmaker puts Belafonte’s unparalleled artistic career in the context of African-Americans’ struggle against discrimination.

∂ Civil rights activist, singer, and actor Harry Belafonte received a special award honoring his career in Locarno. Belafonte sees himself foremost as an activist who uses the arts as a way to spread his ideas of equality and freedom for all people. The artist Harry Belafonte has touched millions of people in Germany and throughout the world with his songs and movies.

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Lyola!

From July 9–12, the Goethe Institute in Lyon presented a new German-French film festival: Lyola! took place during the summer festival “Tout l’Monde Dehors” (everybody outside), appealing both to the general public as well as the film sector.


MFG News

branche, dem Journalismus sowie Masterstudenten aus dem Bereich Elektronische Medien zu Moderatoren. Das umfangreiche Programm der einjährigen Weiterbildung verbindet theoretische Grundlagen mit praxisnahen Übungen. Die Moderation in elektronischen Medien ist ebenso Teil der Ausbildung wie die Präsentation von Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen. Kooperationspartner sind der SWR und die Akademie für gesprochenes Wort. Jährlich werden 15 Nachwuchsmoderatoren auf den zukunftsträchtigen Markt vorbereitet. Das Kursangebot bietet Gelegenheit, von den Erfahrungen externer Dozenten aus der Praxis zu lernen und behandelt Themen wie Sprecherziehung und Stimmbildung, Wirkung vor der Kamera und Kommunikation mit der Kamera. Gelehrt werden auch Rhetorik, Moderationsanalyse und Interviewführung. In praktischen Übungen gestalten die Absolventen u. a.Hörfunkbeiträge, Talkshows, Politikmagazine und Podiumsdiskussionen. Außerdem trainieren sie die Satellitenberichterstattung, den richtigen Umgang mit dem Teleprompter und die Zusammenarbeit in einem modernen Senderstudio. Absolutes Highlight für jeden Jahrgang sind jedoch Live-Veranstaltungen. In Talkrunden wie »Media Lounge« oder »Conmedia« sowie Werkstattgesprächen trafen die ambitionierten Nachwuchskräfte auf BranchenProfis wie Peter Kloeppel, Frank Elstner, Marcel Reif, Gerhard Delling, Ranga Yogeshwar oder Sandra Maischberger. Mit einer Abschlusssendung, die im Oktober auf EinsPlus ausgestrahlt wurde, beendete jetzt der dritte Jahrgang die Ausbildung erfolgreich: Die 15 Moderatorinnen und Moderatoren bestritten gemeinsam eine Nachtcafé-Sendung im Schloss Favorite in Ludwigsburg. Alexandra Staib

Each of the four movie nights on the romantic Place d’Ainay featured a short film followed by a feature-length movie—including the MFGfunded production “L’étoile du Soldat” (The Soldier’s Star) by Christophe de Ponfilly. In an “Atelier for Film Professionals,” the MFG’s CEO Gabriele Röthemeyer and Christopher Buchholz, director of the French Film Days Festival Tübingen/Stuttgart, elucidated financing options for German-French coproductions. In the future, alternating German states that cofinance German-French coproductions will be slated to partner this new annual festival. www.goethe.de/lyon

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FilmFactsSüdwest

Katrin Seybold

Ende Juni ist Katrin Seybold gestorben. Wir in der MFG Filmförderung hatten gerade noch ein Folgeprojekt mit ihr verabredet und gefördert, das die bewegenden und beeindruckenden Zeitzeugenaussagen, die Katrin während der Recherchen zu dem Projekt »Die Widerständigen« gesammelt hatte, in einer Art zweitem Teil bearbeiten wollte. Diese Arbeit werden in ihrem Sinne ihr Bruder Lutz und ihre Freundin Ula Stöckl zu Ende bringen. Dies ist die einzige angemessene Trauerarbeit, die wir als Förderung leisten können, und es soll auf diesem Wege auch eine letzte Hommage an Katrin Seybold sein, die uns mit ihrer einmaligen und unnachahmlichen Mischung aus Ernsthaftigkeit, Kampfgeist, Eleganz und Lebensfreude berührt und beeinflusst hat. Ihre Filme hat sie sehr konsequent produziert, um sich mit Menschen und Schicksalen

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“Tom’s World” available on iTunes

Just a year after launching Digital Content Funding (DCF), a joint MFG Filmförderung and MFG Innovation Agency for IT and Media funding program, the first funded project has hit the market. The children’s App “Tom’s World”— based on the popular tv series “Tom and the Slice of Bread with Strawberry Jam and Honey”—was developed by Studio Film Bilder in cooperation with Reality Twist and Studio Fizbin. The MFG’s project funding supervisor, Stefanie Lang, is delighted. “We’ve developed a really close relationship to Tom and Studio Film Bilder as a result of the long funding

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im und bewusst auch nach dem Dritten Reich auseinanderzusetzen. Sie strafte mit ihrer Konsequenz, mit der sie diesen persönlichen Fragen nachging, die sie immer umgetrieben haben, all jene Lügen, die genau diesen Ansatz nicht bei einer schönen Blondine in schönen Kleidern vermuten wollten. Doch genau so überzeugte sie viele der Opfer und kritischen Zeitzeugen und konnte manchen auf der Täterseite überrumpeln. Über die langen Jahre, die wir uns seit gemeinsamen Feature-Zeiten beim ZDF, über viele gemeinsame Gremiensitzungen bis hin zur Partnerschaft zwischen Förderung und Filmproduzentin begegneten, ist eine Freundschaft entstanden, die durch ihren Tod nicht nur mich, sondern auch viele andere traurig zurück lässt. Gabriele Röthemeyer

process for both the tv series format and Tom’s interactive journey.” A European study on games funding is expected to appear at the end of October. Last May, the MFG Innovation Agency carried out an online survey focusing on access to financing, education, and innovation for Baden-Württembergbased games companies. In addition, already existing funding programs in the digital media and games sector were evaluated by players in the field. Within the framework of the European Boo-Games project (Boosting European Games Industry), the study will compare the Baden-Württemberg findings with those of 9 other European regions. www.boogames.eu


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MFG News

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Stephanie Lang, Amit Breuer, Kim Gibson

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Einreichfrist Thomas Strittmatter Preis

Der mit 25.000 Euro dotierte Thomas Strittmatter Preis wird von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg im Jahr 2013 zum 15. Mal vergeben. Für die Nominierung eingereicht werden können Drehbücher für einen abendfüllenden Spielfilm aller Genres. Diese müssen in deutscher Sprache verfasst sein, dürfen zum Zeitpunkt der Verleihung noch nicht verfilmt sein und keine Namen oder Copyright-Vermerke aufzeigen. Weitere Voraussetzung ist, dass entweder der Wohnsitz des Autors in Baden-Württemberg liegt oder die Handlung eindeutig im Land zu verorten ist. Bewerbungen werden noch bis 5. November 2012 entgegengenommen. franz@mfg.de

dig für das Digital Content Funding (DCF), lernte in One-on-One-Meetings israelische Projekte für New Media kennen und konnte Kontakte zu deren Machern knüpfen. Außerdem nahm sie zusammen mit zwei kanadischen Kolleginnen an den Pitchs teil, um die Dokumentarfilmprojekte auf ihre Chancen im Bereich New Media zu beurteilen. Wer einen Kontakt nach Israel, speziell auch im Bereich New Media, sucht, kann sich bei Stephanie Lang melden. lang@mfg.de // www.dcf.mfg.de

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Rheinisches Koproduktionstreffen

Vom 29. Mai bis 3. Juni fand Copro 14 – The Israel Documentary Screen Market in TelAviv statt. Auf dem Koproduktionsmarkt stellen israelische Filmemacher in öffentlichen Pitchs Vertretern diverser Sendeanstalten und Produzenten aus aller Welt ihre Dokumentarfilmprojekte vor, darunter auch Projekte, die für die neuen Medien konzipiert sind. Stephanie Lang, bei der MFG zustän-

Gemeinsam mit der MEDIA Antenne Straßburg und den MEDIA Desks Schweiz und Luxemburg lud die MFG Filmförderung am 5. und 6. Juli 2012 zum Rheinischen Koproduktionstreffen nach Straßburg ein. Alljährlich treffen hier Protagonisten der Filmbranche aus den Grenzregionen von Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Belgien und Luxemburg zusammen. Bereits zum zweiten Mal waren auch kanadische Produzenten eingeladen. Inga von Staden, Leiterin des Studienschwerpunkts Interaktive Medien an der Filmakademie Baden-Württemberg, moderierte eine Diskussion über TransmediaProjekte in Frankreich, der Schweiz und

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Copro 14 in Israel

Copro 14 in Israel

Copro 14—the Israel Documentary Screen Market—took place from May 29 to June 3. This coproduction market provides Israeli filmmakers with the opportunity to pitch their documentary projects to broadcasting representatives and producers from around the world. This includes projects conceived for the new media. The MFG’s specialist for digital content funding, Stephanie Lang, was briefed on Israeli projects for new media during one-on-one meetings, networking with the responsible movers and shakers. In addition, along with two Canadian colleagues, she participated in pitches to assess the documentary projects’ prospects in the new media market. www.dcf.mfg.de

Rhenish Coproduction Meeting

Together with MEDIA Antenne Straßburg and the MEDIA Desks in Switzerland and Luxembourg, the MFG hosted the annual Rhenish Coproduction Meeting in Straßburg from July 5–6, 2012. The meeting offers film sector movers and shakers from the border regions of France, Germany, Switzerland, Belgium, and Luxembourg a forum for networking. Canadian producers were invited for the second time to the meeting. Inga von Staden, director of Interactive Media Studies at the Filmakademie Baden-Württemberg, moderated the podium discussion on

Deutschland. Neben Stephanie Lang von der MFG saßen Till Hardy (Film- und Medienstiftung NRW), Anne Bidaux, Sabine Lange und Alain Bieber von Arte sowie Noam Roubah von der auf New Media spezialisierten Produktionsfirma Darjeeling auf dem Podium. Am Abend des ersten Tages wurde der Film »Bottled Life« von Urs Schnell – eine Koproduktion der Eikon Südwest mit SRF, SRG-SSR PACTE, ARTE G.E.I.E. und WDR – präsentiert. www.mediafrance.eu

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Einreichtermine 2013

Vor Antragseinreichung empfiehlt die MFG ein projektbezogenes Beratungsgespräch mit dem jeweils zuständigen Ansprechpartner. Dies kann gegebenenfalls auch telefonisch erfolgen. Bei Erstanträgen und/oder komplexeren Sachverhalten – insbesondere im Bereich Produktionsförderung – hält die MFG aber einen persönlichen Termin spätestens 14 Tage vor Ablauf der Antragsfrist für sinnvoll und notwendig. ∂ Kinoinnovationsdarlehen: 15. Januar 2013 ∂ Kinoprogrammprämien: 15. Mai 2013 ∂ Sonderprogramm Digitalisierung:

1. März, 1. September 2013 ∂ Verleih- / Vertriebsförderung:

1. März, 1. Juli und 1. Oktober 2013 ∂ Drehbuch-, Produktionsvorbereitungs-

und Produktionsförderung: 1. Februar, 14. Juni und 15. Oktober 2013 ∂ Digital Content Funding (DCF):

bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt ∂ Thomas Strittmatter Preis:

5. November 2013 www.mfg-filmfoerderung.de

transmedia projects in France, Switzerland, and Germany. The podium included the MFG's Stephanie Lang, Till Hardy (Film- und Medienstiftung NRW), Anne Bidaux, Sabine Lange, and Arte's Alain Bieber, along with Noam Roubah, whose production company Darjeeling specializes in new media. Urs Schnell's film “Bottled Life”—a coproduction of Eikon Südwest, SRF, SRG-SSR PACTE, ARTE G.E.I.E., and WDR— was presented the first evening. www.mediafrance.eu


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Auszeichnungen

∂ Studio Hamburg Nachwuchspreis

»Schuld sind immer die Anderen« von Lars-Gunnar Lotz (Beste Regie) Übermorgenmacher »Dystopia – User Generated Cinema« von Martin Katic, Pascal Nothdurft und Márk Szilágy World Film Festival Montreal »Ende der Schonzeit« von Franziska Schlotterer (Beste Schauspielerin: Brigitte Hobmeier, Preis der ökumenischen Jury) Locarno Film Festival »Lore« von Cate Shortland (Publikumspreis) Filmfest München »Und dann der Regen« von Iciar Bollaín (Bernhard Wicki Filmpreis) Festival des deutschen Films Ludwigshafen »Schuld sind immer die Anderen« von Lars-Gunnar Lotz (Publikumspreis)

»Schuld sind immer die Anderen«

»Die Unsichtbare« mit Dagmar Manzel

von Lars-Gunnar Lotz

(Mutter) von Christian Schwochow

∂ Internationales Filmfest

Emden-Norderney » »Schuld sind immer die Anderen« von Lars-Gunnar Lotz (Bernhard Wicki Preis, DGB Filmpreis, NDR Filmpreis für den Nachwuchs) » »Freistatt« von Nicole Armbruster und Marc Brummund (Emder Drehbuchpreis) ∂ Deutscher Filmpreis »Die Unsichtbare« von Christian Schwochow (Beste Nebenrolle: Dagmar Manzel)

Wechsel in der Jury für Drehbuch-, Produktionsvorbereitungs- und Produktionsförderung: v.l.: Prof. Albrecht Ade, Thomas Martin, Martina Zöllner, Prof. Hans Beller, Franziska Heller, Martin Pieper, Christiane von Wahlert, Prof. Hans-Jürgen Drescher, Gabriele Röthemeyer

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Auf DVD und Blu-Ray-Disc

» »Wader Wecker Vater Land« von Rudi Gaul » »Nicht ganz koscher« von Ruth Olshan » »Und dann der Regen« von Iciar Bollaín » »Die Unsichtbare« von Christian Schwochow » »Vivan las Antipodas!« von Victor Kossakovsky » »The Liverpool Goalie oder: Wie man die Schulzeit überlebt« von Arild Andresen » »Monsieur Lazhar« von Philippe Falardeau » »West Is West« von Andy De Emmony » »Und wenn wir alle zusammenziehen?« von Stéphane Robelin » »Einer wie Bruno« von Anja Jacobs » »Sing your Song« von Susanne Rostock


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Für die visuellen Effekte in »Game of Thrones« wurde Pixomondo mit dem Creative Arts Emmy ausgezeichnet For the visual effects in “Game of Thrones” Pixomondo was awarded with the Creative Arts Emmy

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Emmy ins Land geholt

Unter der Projektleitung des Studio Stuttgart hat Pixomondo einen weiteren Toppreis abgeräumt. Für die Effekte in der Episode »Valar Morghulis« der zweiten Staffel von »Game of Thrones« wurde die VFX-Firma Mitte September mit einem Creative Arts Emmy ausgezeichnet. Nach dem Oscar für »Hugo Cabret« Anfang des Jahres (siehe auch FilmFacts 2/2012, Close Up) kann das Unternehmen damit einen weiteren international wichtigen Filmpreis verbuchen. An der zweiten Staffel der HBO-Serie waren neun der weltweit 13 Pixomondo-Studios beteiligt. In Stuttgart wurden u. a. Set-Extensions und Matte-Paintings erstellt sowie diverse Kreaturen und Kampfszenen bearbeitet. Die in der Serie »Direwolves« genannten Kreaturen beispielsweise wurden mit Wölfen real gedreht und von Pixomondo digital so bearbeitet, dass sie später sehr viel größer erscheinen. Mit berechtigtem Stolz freut sich Christian Vogt, COO bei Pixomondo: »Bei ›Game of Thrones‹ bewiesen wir, dass wir visuelle Effekte für eine TVSerie trotz der kürzeren Produktionszeiten in Blockbuster-Qualität liefern können.« www.pixomondo.com

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Bringing Home an Emmy

Pixomondo has garnered another major award. The visual effects company received a Creative Arts Emmy in mid-September for visual effects in the episode “Valar Morghulis” in the second season of “Game of Thrones.” After winning the Oscar for “Hugo” earlier this year (see also FilmFacts 2/2012, Close Up), the company now boasts yet another major international film prize. Nine of the 13 international Pixomondo Studios were involved in the HBO series’ second season. The Stuttgart studio was responsible for project supervision. Set extensions and matte paintings were also created here, along with the digital editing of various creatures and

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Experimente an den Rändern des Wissens

Unter dem schönen imperativen Titel »Remediate! An den Rändern von Film, Netz und Archiv« fand am 22. und 23. Juni 2012 ein Symposium statt, zu dem die Merz Akademie, die MFG Filmförderung, die Landesanstalt für Kommunikation (LfK) und die Akademie Schloss Solitude eingeladen hatten. Es zeigte, dass künstlerische Forschung mit Vergnügen epistemische Grenzen sprengt, wo routinierte Wissenschaft den Regelungen der eigenen Matrix nur mühsam entkommt. Nicht zuletzt dezidiert politische Ansätze der Beiträge eröffneten den Blick auf Perspektiven und Krisen der Digitalisierung. Mit »Remediation« spielten die Initiatoren Mario Doulis und Peter Ott auf einen einschlägigen Begriff an, forderten jedoch angesichts einer weitgehend abgeschlossenen Digitalisierung medialer Prozeduren zur Kritik und Konkretion des Begriffes heraus. Werden unter »Remediation« Verfahren verstanden, ästhetische Formen älterer Medien durch neue Techniken zu adaptieren und zu modifizieren, richteten Doulis und Ott in ihrem Impulstext die Aufmerksamkeit auf mediale Formationen, deren Turns und Turbulenzen erst erfasst werden müssen:

battle scenes. The series’ so-called Direwolves, for instance, were shot with real wolves and digitally adapted to appear much larger in the animated version. Pixomondo’s COO Christian Vogt is justifiably proud: “With ‘Game of Thrones’ we proved we can deliver visual effects in blockbuster quality for a tv series despite shorter production times.” www.pixomondo.com

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ITFS and FMX: A Review

The International Festival of Animated Film keeps on growing. Roughly 80,000 visitors and about 2,500 accredited attendees came to the festival in early May, contributing to sold-out

darunter filmische Formen, die sich einer Gamesyntax verdanken, mediale Topologien, die durchs Internet konstituiert in laufende Prozesse intervenieren, oder Archive, die durch Remediatisierung zersetzt werden. Diskursiver Ausgangspunkt und konkreter Ausgangsort des Symposiums war eine faszinierende Ausstellung künstlerischer Arbeiten, die im Rahmen des von der MFG und der LfK geförderten Forschungsprojekts an der Merz Akademie und der Akademie Schloss Solitude entstanden sind. Dazu gehören von Mario Doulis geleitete studentische Projekte, in denen etwa audiovisuelle Zugänge zu Datenbanken entwickelt werden, Experimente, aus syntaktischen Logiken von Videospielen filmische Formen zu generieren, sowie die Realisierung des berühmten, nie gebauten Memory Adapters von Vannevar Bush als schwäbisches »Memexle«. Einst visionäre Pläne der Pioniere elektronischer Gehirne wurden an der Merz Akademie zum Laufen gebracht. Peter Ott realisierte mit Studierenden das Projekt Stuttgart12 an der Grenze von Video, Internet und Kartographierung. In ca. 130 dreiminütigen Filmclips wurden Geschichten Stuttgarter Proteste vernetzt zu narrativen Verweisen, geographischen Anordnungen und Blogs – ein Geschichtsarchiv der Möglichkeiten, das über die Ereignisse hinaus

cinemas and a packed crowd at the Open Air on Stuttgart's Schlossplatz. Audiences once again had the opportunity to enjoy the latest animated shorts and feature-length films from around the world, to meet famous filmmakers, and to participate in numerous workshops, promo events, and presentations. The last day of the festival was probably the most exciting for filmmakers. Prizes totaling 70,000 euros were awarded. The international Grand Prix was awarded to the Slovakian “Posledny Autobus” (The Last Bus), by Martin Snopek and Ivana Laucˇiková. The MFG’s 10,000 euro Lotte Reiniger Award stayed in Germany this year, going to Benjamin Swic zinsky for his graduate thesis film “Heldenkanzler.” The 2,500 euro Young Animation Prize for best


Short Cuts Südwest

Prof. Olia Lialina, Merz Akademie

weiter wuchert. Fragen des Archivs unter digitalen Möglichkeiten standen im Zentrum aller Arbeiten und Diskussionen. Der US-amerikanische Künstler Reynold Reynolds, Stipendiat der Akademie Schloss Solitude, stellte den Film »The Lost« als Performance vor, in welcher ein angeblich in den dreißiger Jahren verschollener und 1987 in Sibirien aufgefundener Film rekonstruiert ist. Reynolds Fiktion bildet präzise die Produktionsregeln des Weimarer Kinos ab. Auch die Chicagoer Künstlerin Amie Siegel navigiert zwischen Phantasma und Dokumentarischem, wenn sie Szenen aus DEFA-Filmen im heutigen Berlin nachstellt. Gerade in Einstellungen, Schwenks und Fahrten, die Archivare gewöhnlich übersehen, lässt sie die Differenz des Historischen aufspringen. Als »im Konkreten poetisch« erwies sich das Projekt von Jo de Witte, anhand von mediatisierten Erfahrungen in drei Brüsseler Museen die Geschichte selbst als Science Fiction zur Diskussion zu stellen. Aus Schweizer Perspektive zeigte Michel Vust, wie sich in Praktiken der Visual Effects alte Formen des Fotorealismus durchsetzen, gegen die er Videokünste stellte, die in

FilmFactsSüdwest

Störungen und Irritationen das Eigensinnige elektronischer Medien erforschen. Timon Beyes aus Lüneburg und Götz Bachmann aus London schließlich operierten in ihrer Präsentation an der Grenze von Ethnologie und Medien, wenn sie in japanische Praktiken des instantanen Überschreibens von YouTube-Filmen die Remediatisierung von Schriften und Bildern vorführten. An ihrer Untersuchung warfen sie die Frage nach Ort und Zustand der Wahrnehmung im instantanen elektronischen Kinodispostiv auf. Der vermutlich entscheidende Beitrag stand jedoch am Anfang: Olia Lialina, auch sie Professorin an der Merz Akademie, zeigte anhand eigener früher Videoarbeiten, dass jede Remediatisierung auch fundamentale Transformation und damit radikaler Verlust ist. Das digitalisierte elektronische Archiv ist in seiner ständigen Erneuerung von Betriebssprachen und -systemen weniger Form des Speicherns als Registrierung des Vergehens und Verschwindens. Die Merz Akademie, seit hundert Jahren eine old school der Künste und visuellen Kommunikation, hat sich im Laufe der Tagung selbst als Ort der Remediatisierung und damit als wunderbarer Ort für ein Symposium erwiesen, das Möglichkeiten und Transformationen gegenwärtiger Archivkulturen in Erfahrung bringt. Prof. Dr. Ute Holl

»Heldenkanzler« von by Benjamin Swiczinsky

student film, endowed through the Landes anstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK) and the MFG, went to “The Making of Longbird” by Will Anderson, UK. Simultaneously, Stuttgart once again attracted the international animation industry’s attention with the FMX. About 3,300 industry experts, creative professionals, producers, and junior film professionals from 50 countries met here, reinforcing the FMX’s reputation as the most important European conference for animation, visual effects, games, and transmedia. Current issues and the latest industry developments dominated the event, particularly virtual production and cloud computing.

The close cooperation between the two industry events also became apparent during the jointly organized Animation Production Day (APD). It was further decided to join forces in terms of publicity for next year. To that end, two trailers from the series “Die Kugeltiere— Rollin’ Safari,” created by Kyra Buschor, Ännie Habermehl, and Constantin Päplow, were selected. Traditionally, Filmakademie Baden-Württemberg students contribute these trailers. www.itfs.de // www.fmx.de

Volle Säle bei der FMX Full houses at the FMX

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Großer Andrang in den Innenstadtkinos Crowds at inner-city cinemas

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ITFS und FMX : Ein Rückblick

Das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart wächst und wächst: Rund 80.000 Zuschauer und ca. 2.500 Akkreditierte besuchten das Festival Anfang Mai und sorgten für volle Säle und ein überlaufenes Open Air auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Das Publikum hatte wie inzwischen alljährlich Gelegenheit, aktuelle animierte Kurzund Langfilme aus aller Welt zu bestaunen, bekannte Filmemacher zu treffen und an den zahlreichen Workshops, Informationsveranstaltungen und Präsentationen teilzunehmen. Für die Filmemacher war wohl der letzte Festivaltag der spannendste: Preise im Wert von insgesamt über 70.000 Euro wurden


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&ULL 0ACKAGEĂ&#x;Ă&#x; F~RĂ&#x;&ILM Ă&#x;Ă&#x; UNDĂ&#x;&ERNSEH Ă&#x; +REATIVE $IEĂ&#x;+APAZITiTENĂ&#x;DESĂ&#x;&ERNSEH 0RODUKTIONSBETRIEBSĂ&#x;DESĂ&#x;372Ă&#x;Ă&#x; KyNNENĂ&#x;JETZTĂ&#x;AUCHĂ&#x;VONĂ&#x;$RITTENĂ&#x;~BERĂ&#x; DIEĂ&#x;372Ă&#x;-EDIAĂ&#x;3ERVICESĂ&#x;'MB(Ă&#x; INĂ&#x;!NSPRUCHĂ&#x;GENOMMENĂ&#x;WERDENĂ&#x; )NTENSIVERĂ&#x;DENNĂ&#x;JEĂ&#x;WERDENĂ&#x;DABEIĂ&#x; +OOPERATIONENĂ&#x;INĂ&#x;"ADEN 7~RTTEM Ă&#x; BERGĂ&#x;GEPFLEGT Ă&#x;ZUMĂ&#x;"EISPIELĂ&#x;BEIĂ&#x; 0ROJEKTENĂ&#x;DERĂ&#x;&ILMAKADEMIEĂ&#x; ,UDWIGSBURGĂ&#x;ODERĂ&#x;DERĂ&#x;-&'Ă&#x;$IEĂ&#x; 372Ă&#x;-EDIAĂ&#x;3ERVICESĂ&#x;'MB(Ă&#x;BIETETĂ&#x; &ULL 3ERVICEĂ&#x;MITĂ&#x;0ARTNERNĂ&#x;IMĂ&#x;-ARKTĂ&#x; ZUĂ&#x;ERSCHWINGLICHENĂ&#x;+ONDITIONENĂ&#x; $ASĂ&#x;!NGEBOTĂ&#x;UMFASSTĂ&#x;!NIMATION 'RAFIK Ă&#x;!USSTATTUNG Ă&#x;SOWIEĂ&#x;ALLEĂ&#x; 0RODUKTIONS Ă&#x;UNDĂ&#x;0OSTPRODUKTIONS LEISTUNGENĂ&#x;INKLĂ&#x;+OPIERWERKĂ&#x;%INĂ&#x; !NGEBOTĂ&#x;AUSĂ&#x;DEMĂ&#x;,ANDĂ&#x;F~RSĂ&#x;,ANDĂ&#x;Ă&#x;

!NSPRECHPARTNERĂ&#x;Ă&#x; 372Ă&#x;-EDIAĂ&#x;3ERVICESĂ&#x;'MB(Ă&#x; '"Ă&#x;)NFRASTRUKTUR0RODUKTIONSMITTELĂ&#x; (ELGAĂ&#x;"ONKOSCHĂ&#x; (ANS "REDOW 3TRA†EĂ&#x; Ă&#x;"ADEN "ADENĂ&#x; 4ELĂ&#x;Ă&#x;Ă&#x; Ă&#x;Ă&#x; &AXĂ&#x;Ă&#x;Ă&#x; Ă&#x;Ă&#x;Ă&#x; WWWSWRMEDIASERVICESDE

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Ins Haus der Wirtschaft ...

... strĂśmen die Besucher

In the Haus der Wirtschaft ...

... crowds throng

vergeben. Den Grand Prix im internationalen Wettbewerb gewann der slowakische Beitrag ÂťPosledny AutobusÂŤ (The Last Bus) von Martin Snopek und Ivana LaucˆikovĂĄ. Der von der MFG FilmfĂśrderung gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte Lotte Reiniger FĂśrderpreis fĂźr AnimationsďŹ lm blieb in diesem Jahr in Deutschland, denn ihn erhielt Benjamin Swiczinsky fĂźr seinen AbschlussďŹ lm ÂťHeldenkanzlerÂŤ. Der mit 2.500 Euro dotierte Young Animation Preis fĂźr den besten StudentenďŹ lm, gestiftet von der Landesanstalt fĂźr Kommunikation Baden-WĂźrttemberg (LfK) und der MFG FilmfĂśrderung, ging an ÂťThe Making of LongbirdÂŤ von Will Anderson aus GroĂ&#x;britannien. Mit der zeitgleich – zum 17. Mal – stattďŹ ndenden FMX zog die Landeshauptstadt erneut die Aufmerksamkeit der internationalen Animationsbranche auf sich. Aus 50 Ländern kamen rund 3.300 internationale Branchenexperten, Kreative, Produzenten und der interessierte Nachwuchs zusammen und trugen dazu bei, dass die FMX ihren Ruf als wichtigste europäische Konferenz fĂźr Animation, Effekte, Games und Transmedia festigen konnte. Die aktuellen Themen und neuesten Entwicklungen der Branche dominierten die Veranstaltung, derzeit insbesondere Virtual Production und Cloud Computing. Die enge Kooperation der beiden Branchenevents wird nicht nur beim gemeinsam

veranstalteten Animation Produktion Day (APD) deutlich. KĂźnftig will man auch in der AuĂ&#x;endarstellung zusammenarbeiten und setzt fĂźr das Jahr 2013 (siehe auch S. 42) auf einen gemeinsamen Trailer, der traditionell von Studenten der Filmakademie BadenWĂźrttemberg kommt: ÂťDie Kugeltiere – Rollin’ SafariÂŤ von Ă„nnie Habermehl, Kyra Buschor, Constantin Päplow. www.itfs.de // www.fmx.de

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Kann man vom Dokumentarfilm noch leben?

Dokville 2012, der vom Haus des DokumentarďŹ lms in Kooperation u. a. mit der MFG FilmfĂśrderung zum achten Mal organisierte Branchentreff der DokumentarďŹ lmer, stand in diesem Jahr unter dem Motto ÂťVom DokumentarďŹ lm lebenÂŤ. Dieses Thema betrifft im Grunde alle, die vom DokumentarďŹ lm leben (wollen): Die ganz Jungen in der Ausbildung ebenso wie die vielen Filmemacherinnen und Filmemacher, die sich um Sendeund Kinoplätze fĂźr ihre Filme bemĂźhen und mitunter auch abmĂźhen. Dokville brachte auch einige der ÂťAltenÂŤ nach Ludwigsburg, jene also, die es eigentlich Âťgeschafft habenÂŤ und davon berichten kĂśnnen, wie ihnen das gelang. Einer von ihnen, im Alter von fast neunzig Jahren, machte Dokville zu einem ganz besonderen Ereignis. Der Filmemacher Georg Stefan Troller stellte sich munter, humorvoll und lebensklug einem unterhaltsamen Zwiegespräch mit MFG-GeschäftsfĂźhrerin Gabriele RĂśthemeyer. Anekdoten, Ansichten und Anregungen lieĂ&#x;en diese Dreiviertelstunde wie im Flug vergehen. Auch Pepe Danquart sorgte fĂźr interessante Einsichten, indem er geistreiche Einblicke in sein Leben als erfolgreicher DokumentarOpen Air auf dem Stuttgarter Schlossplatz Open Air at Stuttgart’s Schlossplatz


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Gabriele Röthemeyer im Gespräch mit Georg Stefan Troller

filmer gab. Dass er trotz zahlreicher Erfolge und Preise manchmal nicht gewusst habe, wie er seine Wohnung bezahlen solle, mag zunächst verwundern. Doch Danquarts glasklare Analyse der Dokumentarfilmbranche lässt keinen Zweifel aufkommen: Hier wollen viel zu viele von viel zu wenig leben. Was muss sich ändern? Pepe Danquart forderte von den Verantwortlichen in den Sendern Mut ein, Neues auszuprobieren. Techniken wie 3D böten jetzt neue Chancen. Auch Thomas Tielsch, Valentin Thurn, Mathias Triebel und Christian Beetz boten ihre Lösungsansätze an. Sie haben als Dokumentarfilm-Unternehmer zudem die Verantwortung für eine Firma auf den Schultern, für Mitarbeiter und für Projekte. Aussagen wie jene von Thomas Tielsch (Filmtank) mögen manchen schockiert haben: »Unser Geschäftsmodell von heute wird es in fünf Jahren nicht mehr geben«, konstatierte er. Viele Firmen suchen ihr Heil in einer breiteren Produktbasis – Multimedia, Web-Dokus, sogar Computerspiele mit Doku-Anteilen sind in Planung. »Vom Dokumentarfilm leben«, das hat Dokville 2012 gezeigt, heißt vor allem auch, sich stetig zu verändern und den Dokumentarfilm gelegentlich neu zu erfinden. An Dokville 2013 (20. und 21. Juni 2013) wird bereits gearbeitet. Das Haus des Dokumentarfilms wird dann mit neuem Führungsteam – Dr. Irene Klünder löst Wilhelm Reschl als Geschäftsführerin ab, Dr. Manfred Hattendorf übernimmt den Vorsitz von Egon Mayer – den wichtigen Branchentreff zum 10. Mal ausrichten. Im Rahmen des Events wird dann auch zum dritten Mal der Deutsche Dokumentarfilmpreis vergeben. Die komplette Dokumentation von Dokville 2012 ist jetzt multimedial im Internet und als gedruckte Ausgabe erschienen. Thomas Schneider // www.dokville.de

»Chico & Rita« von Fernando Trueba, Javier Mariscal und Tono Errando

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20 Jahre MEDIA Desk in Hamburg

MEDIA Desk und Antennen in Deutschland informieren über die vielfältigen Fördermöglichkeiten des MEDIA-Programms der Europäischen Union. »In Baden-Württemberg gibt es kein eigenes MEDIA-Büro, aber natürlich sind Interessierte herzlich eingeladen, sich an uns in Hamburg zu wenden«, so die Geschäftsführerin Christiane Siemen. Zu ihrem Team gehören Britta Erich und Lisa Emer, zuständig für die Beratung. Neben dieser Beratungsarbeit organisiert der MEDIA Desk zahlreiche Informationsveranstaltungen, ist auf vielen Festivals präsent und verfügt zusammen mit den MEDIA-Kollegen aus ganz Europa über ein exzellentes Netzwerk, das von der Branche viel und gern genutzt wird. Herzstücke des Programms sind der europäische Vertrieb und die Unterstützung für Produzenten, die bei MEDIA beispielsweise Entwicklungsförderung für Einzelprojekte und Projektpakete sowie Produktionsförderung für Fernsehprojekte beantragen können. Dabei seien laut Britta Erich die Aussichten auf Erfolg besser als ihr Ruf: 2011 ist die MEDIA-Förderung für deutsche Projekte um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt über 16 Millionen Euro gestiegen. In die MFG-Region flossen davon knapp 821.000 Euro. Kool Filmdistribution in Freiburg beispielsweise konnte automatische Verleihfördergelder in die Herausbringung des aktuell laufenden Animationsfilms »Chico & Rita« von Javier Mariscal, Fernando Trueba und Tono Errando reinvestieren. ∂ Die nächsten MEDIA-Einreichtermine: » Development: 23.11. 2012, 12.04.2013 » Interaktive Werke: 23.11. 2012, 12.04.2013 » TV-Broadcasting: vorauss. Dezember 2012 ∂ Kontakt: MEDIA Desk Deutschland, Tel. 040 3906585

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Kino News

Gabriele Röthemeyer, Simon und Peter Erasmus, Dietrich Foerster-Henkel, Jürgen Walter

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Ausgezeichnetes Programm

»Mit ihrem mutigen und interessanten Angebot an anspruchsvollen und künstlerisch wertvollen Filmen leisten die Kinos landesweit einen großen Beitrag zur Filmkultur und Filmwirtschaft in Baden-Württemberg.« Kunststaatssekretär Jürgen Walter ließ es sich daher nicht nehmen, bei der 15. Verleihung der Kinoprogrammprämien den Preisträgern ihre Urkunden persönlich zu übergeben. Gemeinsam mit MFG-Geschäftsführerin Gabriele Röthemeyer zeichnete er mittelständische, gewerbliche Kinobetreiber u. a. für spannende Filmreihen, für besondere Kinder- und Jugendprogramme sowie für engagierte und qualitativ bemerkenswerte Jahresfilmprogramme aus. Die Kinobetreiber von 61 Spielstätten in Baden-Württemberg durften sich nicht nur über Urkunden, sondern auch über Preisgelder im Wert von insgesamt 190.000 Euro freuen. Neben der Förderung durch Kinoinnovationsdarlehen und dem Sonderprogramm Kinodigitalisierung unterstützt die MFG damit die Kinolandschaft und greift insbesondere den Kinobetreibern finanziell unter die Arme, die ambitionierte Programmarbeit leisten und künstlerisch wertvolle Filme zeigen. Der Wanderpokal, der dem Kino mit herausragendem Jahresfilmprogramm verliehen wird, ging von Tübingen nach Stuttgart: Den mit 13.000 Euro dotierten Spitzenpreis für das Programmjahr 2011 erhielt Peter Erasmus für seine beiden Häuser Atelier am Bollwerk und Delphi. Dietrich FoersterHenkel, der den Juryvorsitz von Bernd Winter übernommen hat, betonte, dass »Peter Erasmus sich als einer der ersten in unserem Bundesland ausschließlich dem Arthaus-Film gewidmet hat. Viele hervorragende, aber schwierige Filme wären sonst in der Landeshauptstadt gar nicht zu sehen gewesen.«

Nach der Preisverleihung ging der Abend in geselliger Runde weiter. Zahlreiche Kinobetreiber waren der Einladung in den Ludwigsburger Louis-Bührer-Saal gefolgt und genossen die wohlverdiente Auszeit von ihrem 7-Tage-Job und allen Sorgen und Nöten. Was wäre die Filmbranche ohne die – gerade in Baden-Württemberg so vielseitige – Kinolandschaft? Kinoprogrammprämien der MFG ∂ Prämie für ein herausragendes Jahres-

filmprogramm (Spitzenpreis) » Atelier am Bollwerk und Delphi, Stuttgart ∂ Prämie für ein sehr gutes Jahres-

filmprogramm » Arsenal und Atelier, Tübingen » Atlantis und Odeon, Mannheim » Brazil, Schwäbisch Gmünd » Brennessel-Programmkino, Hemsbach » Caligari, Ludwigsburg » Charlot im Kino Center, Kehl » Cineplex Planken, Mannheim » Gloria, Gloriette und Die Kamera, Heidelberg » Friedrichsbau-Lichtspiele, KandelhofLichtspiele und Harmonie, Freiburg » Kino im Theaterstadel, Markdorf » Kino im Waldhorn, Rottenburg » Kino Klappe, Kirchberg/Jagst » Kinothek, Obertürkheim » Kleine Fluchten, Schorndorf » Kronenlichtspiele, Triberg » Krone-Theater, Titisee-Neustadt

» Lichtburg, Ulm » Lichtspielhaus, Riedlingen » Löwen-Lichtspiele, Kenzingen » Luna-Lichtspieltheater, Ludwigsburg » Mephisto, Ulm » Merkur-Film-Center, Gaggenau » Museum (Kino 2) und Studio Museum, Tübingen » Obscura, Ulm » Orfeo, Fellbach-Schmiden » Scala Kinozentrum, Konstanz » Schauburg, Karlsruhe » Studio 17 Programmkino, Wertheim » Subiaco-Kino im Kloster, Alpirsbach; Subiaco im Kurhaus, Freudenstadt; Subiaco, Schramberg » Tyroler-Lichtspiele, Kirchheim/Teck » Universum Arthaus-Kino, Heilbronn ∂ Prämie für ein sehr gutes Kinder- und

Jugendfilmprogramm » Blaue Brücke (Kino 2), Tübingen » Turm Theater, Schwäbisch Gmünd ∂ Prämie für sehr gute Filmreihen » Cine-Greth, Überlingen » Cineplex Metropolis, Lörrach » Filmcollier, Baden-Baden » Kinos im Markgräflerland: Central Theater, Müllheim; Kino im Stadthaus, Neuenburg; Kino im Rathaus, Buggingen » Scala-Filmtheater, Mühlacker ∂ Urkunde für ein gutes Jahres-

filmprogramm » Cinema, Stuttgart » Kammerlichtspiele, Crailsheim » Olympia und Paradies Kino, BietigheimBissingen » Studio Kino, Weil der Stadt ∂ Urkunde für gute Filmreihen

» Central Theater, Ludwigsburg » Filmzentrum Bären (Saal B), Böblingen » Kinostar: Filmwelt, Bretten; Filmwelt Mosbach; Scala und Scala Keller, Neckarsulm » Lichtspiele, Mössingen » Olympia (Saal 2), Winnenden


KinoNews

KN

Im Gespräch: Erdmann Lange Atlantis /Odeon Kinos, Mannheim

1951 unter dem Namen »Die Kurbel« eröffnet, zeigte das Kino im Mannheimer Block K2 in den 70ern italienische und griechische Filme im Original, ehe es 1982 in »Atlantis« umbenannt und zum Programmkino wurde. Zu dem großen Saal mit seinen knapp 300 Plätzen kam dann ein zweiter Saal mit rund 60 Plätzen hinzu. Dr. Hans Laumann, seit Anfang der 90er Jahre Inhaber des Atlantis, betreibt auch das nur wenige Blocks entfernte Odeon Kino. 1928 eröffnet, ist es das älteste Lichtspielhaus Mannheims und bietet 128 Besuchern Platz. Für ihr anspruchsvolles Programm wurden beide Kinos vielfach auf Bundes-, Landes- und Europaebene ausgezeichnet. Programm- und Marketingverantwortlicher ist seit mehreren Jahren Erdmann Lange.

FilmFactsSüdwest

FilmFacts Was macht den großen Saal im Atlantis so besonders? Erdmann Lange Wir haben das Atlantis vor einigen Jahren aufwendig renoviert und versucht, das Flair der 50er Jahre wiederherzustellen. Der große Saal mit Lichter-Rosette und rotem Vorhang ist sicher das Prunkstück; er war früher Konzert- und Probensaal eines Gesangvereins, weshalb die Akustik sehr schön ist und wir auch heute noch bei Lesungen, Konzerte u. a. Sonderveranstaltungen unsere original erhaltene Holzbühne einsetzen können. Viele Besucher schätzen auch den romantischen Balkon ganz hinten im Saal.

Wie wehrt man sich mit zwei kleinen Programmkinos erfolgreich gegen zwei Multiplexe in unmittelbarer Umgebung? Erdmann Lange Eigentlich sind es mit den Nachbarorten ja noch mehr Multiplexe. Aber unser Publikum weiß schon zu unterscheiden, wo es welche Filme zu sehen bekommt. Problematisch wurde es vor einigen Jahren, als die Multiplexe zusehends versucht FilmFacts

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Erdmann Lange

haben, auch auf Arthouse-Filme zuzugreifen. Gerade die publikumswirksamsten Filme zwischen Mainstream und Arthouse hatten wir dann oft nicht mehr exklusiv in Mannheim – brauchen diese aber, um auch »kleinere«, künstlerisch anspruchsvolle Filme zeigen zu können. Mit gezielten Sonderveranstaltungen, Premieren, Previews und Kooperationen mit anderen kulturellen Institutionen in der Region haben wir erfolgreich dagegen gehalten und das Profil von Atlantis und Odeon geschärft. Auch mit kleinem


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Kino News

zu werden und im Bewusstsein der kulturinteressierten Bevölkerung fest verankert zu sein. Dazu tragen solche Preise bei. Worauf darf sich Ihr Publikum in den nächsten Monaten freuen? Erdmann Lange Nach Michael Hanekes »Liebe« im September folgen weitere spannende Arthouse-Starts: Ab 18.10. Ken Loach mit »Angel’s Share«, wozu wir im Kino eine Whisky-Verkostung anbieten werden, außerdem startet »Gnade« von Matthias Glasner, den ich auf der Berlinale sehr eindrucksvoll fand. Anfang November dann junges deutsches Kino mit »Oh Boy«. Außerdem beherbergen wir im Oktober erneut das Türk Film Festivali und im November wieder das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg. FilmFacts

Der große Saal des Atlantis in Mannheim

Budget muss man Wege finden, um wahrgenommen zu werden. So haben wir online in der Kommunikation einiges bewegt in den letzten Jahren, und das Angebot, Firmenoder Privatveranstaltungen in den Kinos auszurichten, wurde ebenfalls forciert. Inwiefern helfen die diversen Auszeichnungen, die Ihre Kinos erhalten haben? Erdmann Lange Sie helfen nicht nur ganz konkret finanziell, sondern natürlich auch in der Wahrnehmung durch die Bevölkerung. Wir sind schon stolz, bereits zweimal den »Spitzenpreis« der MFG gewonnen zu haben – unseres Wissens als eines von nur zwei Kinos im Ländle – und können das natürlich für unsere Kommunikation nutzen. Uns ist es wichtig, als das »Kino-Feinkostgeschäft« in Mannheim wahrgenommen FilmFacts

FilmFacts

KN

Vielen Dank für das Gespräch.

MFG erleichtert Förderbedingungen für Kinodigitalisierung

vor Antragstellung mehr als 8.000 Besucher pro Jahr oder mehr als 25.000 Euro an Umsatz (exkl. USt.) pro Jahr aus Eintrittskartenverkäufen erzielt haben. Bisher war die Erfüllung beider Bedingungen eine Fördervoraussetzung. Pro Filmtheater können innerhalb eines Jahres jetzt maximal zwei Leinwände (bisher eine Leinwand) gefördert werden.

KN

Neue Ansprechpartnerin bei der MFG

Bei der MFG Filmförderung sind die Bereiche Kinoförderung und Verleih-/Vertriebsförderung künftig unter einem Hut bzw. in der Hand von Helene Henke. Ab sofort steht sie den baden-württembergischen Kinobetreibern für alle Fragen rund um die Förderung von kommunalen und gewerblichen Kinos, die Vergabe von Innovationshilfen, die Digitalisierungs- oder Abspielförderung zur Verfügung. ∂ Zu erreichen ist sie unter der Telefonnummer 0711 90715 416 sowie per E-Mail unter henke@mfg.de.

Der Aufsichtsrat der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg hat in seiner letzten Sitzung maßgebliche Erleichterungen beim Sonderprogramm Kinodigitalisierung beschlossen: Ab sofort können Anträge für Kinosäle gestellt werden, die im Durchschnitt der letzten drei Kalenderjahre

Stabwechsel: Uschi Freynick (li.) und Helene Henke

Kinostarts 1. November 2012 »Lore«, Regie: Cate Shortland | »Heino Jaeger – look before you kuck«, Regie: Gerd Kroske 8. November 2012 »Winterdieb«, Regie: Ursula Meier 22. November 2012 »Puppe, Icke und der Dicke«, Regie: Felix Stienz 29. November 2012 »Festung«, Regie: Kirsi Marie Liimatainen | »Parked – Gestrandet«, Regie: Darragh Byrne 20. Dezember 2012 »Jesus liebt mich«, Regie: Florian David Fitz 10. Januar 2013 »Ritter Rost«, Regie: Thomas Bodenstein Noch ohne Termin »Die Nonne«, Regie: Guillaume Nicloux | »Ende der Schonzeit«, Regie: Franziska Schlotterer | »5 Jahre«, Regie: Stefan Schaller


Hot Spots

FilmFactsSüdwest

montagsseminare

Jour Fixe im Theater Rampe

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Jour Fixe jetzt montags Stuttgart | am 2. Montag des Monats

Die baden-württembergische Filmszene trifft sich traditionell einmal im Monat zum Branchen-Jour Fixe im Stuttgarter Theater Rampe (Filderstraße 47, 70180 Stuttgart). Das Treffen findet jeden 2. Montag des Monats statt und beginnt um 19.00 Uhr. Viermal im Jahr richtet sich der Jour Fixe unter dem Namen »Animation Lounge« explizit auch an die Animationsbranche. ∂ Die nächsten Termine: 12. November, 10. Dezember 2012 (+ Animation Lounge) www.mfg.de/film/veranstaltungen

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Pre Fixe: Tax & Legal

Unmittelbar vor dem Jour Fixe veranstaltet die MFG Filmförderung eine Reihe von Vorträgen zu rechtlichen und steuerrechtlichen Fragen. Gedacht sind die Veranstaltungen in erster Linie für Kreative aus der Film-, TV-, Crossmedia- und Gamesbranche BadenWürttembergs, aber auch Juristen und Steuerfachleuchte sind willkommen. Am 10. Dezember erläutert RA Tobias Haar Rechtsfragen rund um die App-Entwicklung und gibt einen Überblick über die rechtlichen Fallstricke für Entwickler und Auftrag-

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Jour Fixe on Mondays Stuttgart | 2nd Monday of the Month

geber: Der stetig wachsende Markt bietet weiterhin große Chancen für Entwickler und Publisher von mobilen Apps für unterschiedliche Plattformen. Bei der Lizenzierung, der (Eigen- oder Auftrags-)Entwicklung und beim Vertrieb gilt es allerdings, komplexe gesetzliche und vertragliche Vorschriften zu beachten. Der Pre Fixe beginnt um 17.30 Uhr und geht fließend in den Jour Fixe über, so dass im Anschluss an die Vorträge genügend Raum für Fragen, Diskussionen und Gespräche, Erfahrungsaustausch und Networking bleibt. ∂ Termin: 10. Dezember 2012 Die Termine für 2013 werden auf der Internetseite der MFG bekannt gegeben. www.mfg.de/film/veranstaltungen

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Montagsseminare

Die von der Film Commission Region Stuttgart und der MFG Filmförderung veranstalteten Seminare finden einmal im Monat von 18 bis 21 Uhr in den Räumen der Film Commission statt (70174 Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 2. Stock). Anmeldeschluss ist jeweils eine Woche vorher (film@regionstuttgart.de), der Kostenbeitrag liegt bei 15 Euro. ∂ 22. Oktober 2012: Dramaturgie alltagstauglich | Referentin: Birgit Wittemann ∂ 19. November 2012: Steuerkarte oder Rechnung? Voraussetzungen und Konsequenzen selbstständiger Arbeit in der Medienbranche Referenten: Reinhold Dienes, Michael Hartmann, Joachim Bayersdörfer

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Seminarreihe der MFG Filmförderung und Film Commission Region Stuttgart

Die Montagseminare werden im Januar 2013 fortgesetzt, die Termine werden auf der Internetseite der MFG Filmförderung bekannt gegeben. www.mfg.de/film/veranstaltungen

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Hofer Filmtage 23. bis 28. Oktober 2012

Jedes Jahr im Herbst versammeln sich Filmliebhaber und Filmbranche in Oberfranken, um sechs Tage lang das Programm der Internationalen Hofer Filmtage zu genießen. Dieses zeigt internationale Filme, wobei aber ein Fokus auf dem Deutschen Film liegt. Die MFG ist diesmal mit einem Kurzfilm, einem Spielfilm und zwei Dokumentarfilmen vertreten. In »Geister, die ich rief« von Lena Knauss kehrt Johanna anlässlich des Todes ihres Vaters mit Mann und Tochter in ihr Heimatdorf zurück, wo sie auf Elis trifft, in den sie lange unglücklich verliebt war. Der 30-minütige Kurzfilm wurde von der Ludwigsburger Essence Film realisiert. Friederike Jehns Familiendrama »Draußen ist Sommer« (AT: »Klang der Stille«) von der

»Where’s the beer, and when do we get paid?« von by Sigrun Köhler, Wiltrud Baier

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Hof International Film Festival

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Dok Leipzig Leipzig | October 29 – November 4, 2012

Hof | October 23 – 28, 2012 Baden-Württemberg’s monthly film industry jour-fixe announces a new location and day: From now on, film professionals meet on the second Monday of each month at Stuttgart’s Theater Rampe (Filderstraße 47, 70180 Stuttgart), at 7 p.m. Four times a year, the meeting will focus on the animation industry, the “Animation Lounge.” Upcoming dates: November 12, 2012 and, December 10, 2012 (+ Animation Lounge)

Every year in fall, cineastes and film professionals gather in Upper Franconia to enjoy the six-day festival. The MFG is represented this year with Lena Knauss’ short film “Geister, die ich rief,” Friederike Jehn’s feature film “Summer Outside,” and two documentaries: Astrid Schult’s “The Tea Party” and Sigrun Köhler and Wiltrud Baier’s “Where’s the beer — and when do we get paid?”

www.mfg.de/film/veranstaltungen

www.hofer-filmtage.com

During the 55th International Leipzig Festival for Documentary and Animation Film, the MFG and the Haus des Dokumentarfilms will once again jointly sponsor “Dokville meets Dok Lepzig” on October 31, 2012, at 10 p.m. in Ring-Café Leipzig. Gerd Conradt’s “Video Vertov” will be shown in this year’s festival competition. www.dok-leipzig.de


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Hot Spots

»Finn und der Weg zum Himmel«

»Ulrike Ottinger – die Nomadin vom See«

»Ende der Schonzeit« von by

von by Steffen Weinert

von by Brigitte KRamer

Franziska Schlotterer

ebenfalls in Ludwigsburg ansässigen Zum Goldenen Lamm Filmproduktion handelt von Wanda, die mit ihren Eltern und Geschwistern aus Baden-Württemberg in die Schweiz zieht: Fernab von dem was war, soll vor allem das zerrüttete Verhältnis zwischen den Eltern wieder gekittet werden. Der Dokumentarfilm »The Tea Party« von Astrid Schult erzählt die Geschichte einer US-amerikanischen Kleinstadt während des Präsidentschafts-Wahlkampfes 2012 und wurde von der Eikon Südwest GmbH in Stuttgart produziert. »Where’s the beer, and when do we get paid?« von Sigrun Köhler und Wiltrud Baier erzählt die Lebensgeschichte von Jimmy Carl Black, dem legendären Schlagzeuger der Frank-Zappa-Band »Mothers of Invention«. www.hofer-filmtage.com

Im Wettbewerb des Festivals läuft »Video Vertov« von Gerd Conradt. In dem Dokumentarfilm gibt der Filmemacher einen Einblick in sein persönliches Video-Archiv, das den Zuschauer durch eine ganze Reihe unterschiedlicher Video-Techniken, von 16 mm bis HD, führt – eine Biografie und zugleich Zeit- und Mediengeschichte.

und der Wert der Dinge« von Peter Karger | »Ulrike Ottinger: Die Nomadin vom See« von Brigitte Kramer | »Lotte Reiniger-Tanz der Schatten« von Susanne Marschall, Raba Bieberstein | »I will greet the sun again« von Shahbaz Noshir | »Finn und der Weg zum Himmel« von Steffen Weinert. www.filmfest-biberach.de

www.dok-leipzig.de

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Biberacher Filmfestspiele

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Französische Filmtage

31. Oktober bis 4. November 2012

Tübingen und Stuttgart 31. Oktober bis 7. November 2012

Während des 55. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm veranstaltet die MFG Filmförderung gemeinsam mit dem Haus des Dokumentarfilms wieder »Dokville meets Dok Leipzig« am 31. Oktober 2012, um 22 Uhr im RingCafé Leipzig statt.

Die von Adrian Kutter ins Leben gerufenen Biberacher Filmfestspiele finden bereits zum 34. Mal statt. Die Film Commission Region Ulm vergibt auch dieses Jahr wieder den Biber in der Sparte Kurzfilm. Zur Eröffnung gibt es mit »Der deutsche Freund« von Jeanine Meerapfel eine Deutschland-Premiere. Traditionell werden viele von der MFG geförderte Produktionen gezeigt: »Ende der Schonzeit« von Franziska Schlotterer | »Festung« von Kirsi Marie Liimatainen | »Schuld sind immer die Anderen« von Lars-Gunnar Lotz | »Rommel« von Niki Stein | »Vatertage« von Anni Seitz | »Blut muss fließen: Undercover unter Nazis« von Peter Ohlendorf | »Herr Felde

Die 29. Französischen Filmtage zeigen auch dieses Jahr wieder viele neue Filme aus Frankreich, Kanada, der Schweiz und dem frankophonen Afrika – man darf gespannt sein, was die Afrika-Reihe zum 25-jährigen Jubiläum präsentiert. Eine Retrospektive wird es über die Schweizer Dokumentarfilmerin Jacqueline Veuve geben, der in Afrika aufgewachsenen Regisseurin Claire Denis ist die diesjährige Hommage gewidmet. Volker Schlöndorff stellt seinen Film »La mer à l’aube« vor. Am 5. November wird er außerdem, gemeinsam mit MFGGeschäftsführerin Gabriele Röthemeyer, Gast einer Veranstaltung zum Thema Romanadaptionen im Literaturhaus Stuttgart sein. Im Rahmen des Festivals geben

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DOK Leipzig 29. Oktober bis 4. November 2012

Französische Filmtage Tübingen and Stuttgart October 31–November 7, 2012

This fall the 29th Französische Filmtage will once again showcase many new films from France, Canada, Switzerland, and Francophone Africa. The MFG and Unifrance traditionally sponsor the festival’s 20,000 euro rental sponsorship prize, which serves to support the winning film’s cinema exploitation in Germany. Twenty films out of this year’s festival program are nominated, among others “Renoir” by Gilles Bourdos. www.filmtage-tuebingen.de

International Film Festival Mannheim-Heidelberg Mannheim and Heidelberg November 8 –18, 2012

The 61st International Film Festival MannheimHeidelberg showcases extraordinary films by hitherto unknown young directors. Every year, 40 to 50 films are selected that have not yet been presented at the big festivals. The Mannheim Meeting Place offers industry professionals a networking forum for new talents and their potential producers and distributors. www.iffmh.de

Prime 4 Kids & Family Ludwigsburg | December 2–7, 2012

The second part of the Prime 4 Kids & Family workshop will take place in early December in Ludwigsburg. This year, participants from 10 different European countries worked on 11 projects—from feature films to tv series with Internet access to online game concepts. Participants will have the opportunity to present their revised projects to their colleagues and the attending experts to gain valuable tips and insights for the intensive revision. This year’s emphasis will focus on transmedial potential and marketability prospects. www.prime-house.de


Hot Spots

FilmFactsSüdwest

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»La mer à l'aube« von by Volker Schlöndorff

die MFG Filmförderung und Unifrance traditionell den Gewinner des mit 20.000 Euro dotierten Verleihförderpreises bekannt, mit dem dessen deutsche Kinoauswertung unterstützt wird. 20 Filme, u. a. »Renoir« von Gilles Bourdos, sind in diesem Jahr dafür nominiert. www.filmtage-tuebingen.de

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Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg Mannheim und Heidelberg 8. bis 18. November 2012

Das Filmfestival findet bereits zum 61. Mal statt. Es präsentiert außergewöhnliche Filme von meist noch unbekannten, jungen Regisseuren. Aus über 1.000 Einreichungen wählt das Festival jährlich 40 bis 50 Filme aus, die noch nicht bei den großen Festivals gelaufen sind. Der Mannheim Meeting Place ist der Branchentreffpunkt für alle Newcomer und die, die deren Filme produzieren oder vermarkten wollen. www.iffmh.de

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Wirtschaft trifft Film Ulm | 13. November 2012

Die Film Commission Region Ulm nutzt ihre Kontakte zur regionalen Wirtschaft: Unter dem Titel »Wirtschaft trifft Film« kommen am 13. November im Haus der Wirtschaft (Olgastraße 97) Filmproduktionsfirmen aus den Regionen Alb-Donau-Kreis, Biberach, Heidenheim und Ulm zusammen, um sich mit potenziellen Auftraggebern zu vernetzen. Nach einer Einführung von Staatssekretär Jürgen Walter haben die Unternehmensvertreter aus Marketing- und PR-Abteilungen die Möglichkeit, sich über Filmformate und deren Einsatzmöglichkeiten zu informieren. Anlass zur Diskussion mit dem Publikum ist u. a. die Forderung der Landesregierung, bei der Auftragsvergabe für Werbe- und Wirtschaftsfilme auf das Potenzial der Region zurückzugreifen. Das anschließende Get-together gibt den regionalen Filmproduktionsunternehmen die Möglichkeit, ihre Arbeit zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen. ∂ Information und Anmeldung: Film Commission Region Ulm, Pamela Schmidt (0731 173172) film@regionulm.de

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Stuttgarter Filmwinter Stuttgart | January 10–13, 2013

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ITFS and FMX 2013 Stuttgart | April 23–28, 2013

Baden-Württemberg’s festival year 2013 kicks off with the Stuttgarter Filmwinter—Festival for Expanded Media. It offers a forum for independent film and media culture, as well as an extensive program of lectures, performances, concerts, and workshops. MFG and the Landes anstalt für Kommunikation traditionally sponsor the “FiWi” series for kids.

A date to make note of: A bit earlier than usual, next year’s FMX Conference on Animation, Effects, Games, and Transmedia will take place April 23–26, welcoming numerous industry representatives. The 20th International Festival of Animated Film will take place April 23–28. Competition submissions will be accepted until December 1, 2012.

www.filmwinter.de

www.itfs.de // www.fmx.de

STUTTGART: +49 (0) 70 34/7819 POSTANSCHRIFT: D-71157 HILDRIZHAUSEN ROBERT-BOSCH-STR. 3 FAX +49 (0) 70 34/6 23 06 WWW.GIERICH.DE INFO@GIERICH.DE MÜNCHEN: +49 (0) 89/65 93 61

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Hot Spots

Prime 4 Kids & Family Ludwigsburg | 2. bis 7. Dezember 2012

»Schuld sind immer die Anderen« von by Lars-Gunnar Lotz

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Fernsehfilm-Festival Baden-Baden 19. bis 23. November 2012

Im Rahmen des Fernsehfilm-Festivals BadenBaden vergibt die MFG Filmförderung den MFG-Star an Nachwuchsregisseure, die ihren ersten oder zweiten Film dort vorstellen. Am 23. November werden die nominierten Filme (»Kaddisch für einen Freund« von Leo Khasin, »Romeos« von Sabine Bernardi, »Schuld sind immer die Anderen« von Lars-Gunnar Lotz und »Wir wollten aufs Meer« von Toke Constantin Hebbeln) in einer ganztägigen, öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und diskutiert. Anschließend entscheidet der alleinige Juror – in diesem Jahr Vivian Naefe – über den Preisträger. Am Abend zuvor läuft im Festivalprogramm der Gewinnerfilm des letzten Jahres: »Kriegerin« von David Wnendt. www.fernsehfilmfestival.de

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18. Filmschau Baden-Württemberg Stuttgart | 28. November bis 2. Dezember 2012

Der zweite Teil von Prime 4 Kids & Family findet Anfang Dezember in Ludwigsburg statt.Vorausgegangen war ein erstes Arbeitstreffen in Berlin Anfang Oktober. In diesem Jahr arbeiten Teilnehmer aus zehn verschiedenen europäischen Ländern an elf Stoffen – vom Kinofilm für die ganze Familie, über TV-Serien mit Internetanbindung bis hin zu Konzepten für Online-Games. Das einzige deutsche Projekt kommt dabei aus Baden-Württemberg: »Latte Igel und der Wasserstein« von Andrea Deppert und Martin Behnke. Zwei Monate nach dem ersten Treffen können die Teilnehmer ihre inzwischen weiterentwickelten Projekte erneut ihren teilnehmenden Kollegen sowie den anwesenden Experten vorstellen, sich deren Einschätzungen und Tipps einholen und intensiv an ihren Stoffen arbeiten. Neben der inhaltlichen Diskussion der Projekte liegt in diesem Jahr der Schwerpunkt auf deren transmedialem Potenzial sowie den Aussichten auf Realisierbarkeit. Neben den P4K&FExperten und extern geladenen Gästen (u. a. Benjamin Manns) wird auch der Studiengang Interaktive Medien der Filmakademie mit einbezogen. Das Programm wird von der MFG, der Stadt Ludwigsburg und dem MEDIA Programm der Europäischen Union gefördert. www.prime-house.de

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Stuttgarter Kinderfilmtage 4. bis 9. Dezember 2012

Die Filmschau vermittelt zum Jahresende das breite und kreative Spektrum der badenwürttembergischen Filmbranche. Sie findet bereits zum 18. Mal statt und vergibt den Baden-Württembergischen Filmpreis traditionell in den Kategorien Spielfilm, Kurzspielfilm, Dokumentarfilm und Animationsfilm. Eröffnet wird die Filmschau in diesem Jahr mit dem von der MFG geförderten Spielfilm »Bissige Hunde« von Alex Eslam. Bei Redaktionsschluss stand außerdem bereits fest, dass »Die Holzbaronin« von Marcus O. Rosenmüller (siehe S. 20) gezeigt wird. Während des Festivals konkurrieren auch etwa 40 Filme im 9. Wettbewerb um den Jugendfilmpreis, der von der MFG Filmförderung und der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) unterstützt wird. www.filmschaubw.de

Während der Stuttgarter Kinderfilmtage haben Kinder und Erwachsene die Möglichkeit, außergewöhnliche und qualitativ hochwertige Kinderfilme auf der Leinwand zu sehen. Das Filmprogramm mit Wettbewerbsfilmen und Themenreihen richtet sich an Kinder zwischen 4 und 12 Jahren und will ihnen ein kreatives Filmerleben ermöglichen, Filme als »Kunstwerke« sollen Erfahrungen und Horizonte eröffnen. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm aus Spielaktionen, Workshops und Gesprächen mit Gästen. Einige Begleitaktionen werden von der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) und der MFG Filmförderung unterstützt, ebenso wie der Medienpädagogische Fachtag am 5. Dezember. Er richtet sich an Lehrende, Pädagogen und Erzieherinnen,

die anhand von Workshops, Vorträgen und Filmbeispielen ihre professionelle Kompetenz zur Vermittlung von Medienwissen stärken können. www.stuttgarter-kinderfilmtage.de

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Stuttgarter Filmwinter 10. bis 13. Januar 2013

Mit dem Stuttgarter Filmwinter – Festival for Expanded Media startet in Baden-Württemberg das Festival-Jahr 2013. Neben den filmischen Einblicken in die unabhängige Film- und Medienkultur bietet das Festival ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Vorträgen, Performances, Konzerten und Workshops. Auch die Kleinsten werden an das Thema Film und Medien herangeführt: Zusammen mit der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) unterstützt die MFG Filmförderung traditionell die Reihe FiWi for Kids. www.filmwinter.de

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ITFS und FMX 2013 Stuttgart | 23. bis 28. April 2013

Vom traditionellen Platz im Kalender etwas vorverlegt, sollte man sich diese Termine in jedem Fall schon einmal notieren: Vom 23. bis 26. April 2013 werden wieder zahlreiche Branchenvertreter zur FMX – Conference on Animation, Effects, Games and Transmedia erwartet. Das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart findet im nächsten Jahr zum 20. Mal statt, und zwar vom 23. bis 28. April 2013. Einreichungen für den Wettbewerb werden noch bis zum 1. Dezember 2012 entgegengenommen. www.itfs.de www.fmx.de


FilmFacts Ausgabe 3 | 2012  

Das Branchenmagazin der MFG Filmförderung

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