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TITEL

Matthias Absolutus URHEBER

Das Volk JAHR

Frühes 21. Jahrhundert ORT

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n.

n.

EDITORIAL Traumschiff „Absolut“ von Johannes Reichl

Die zuletzt in den NÖN erschienene

Auch die Grünen treten mit einem neuen Team an. Ein über-

Wahlumfrage sorgte für einigermaßen

fälliger Schritt, wirkte die alte Crew zuletzt doch ausgebrannt

lange Gesichter bis Betroffenheit – bei

und demotiviert, wie die VP-Kollegen frustriert ob einer SP-

der Opposition. 64% der Stimmen werden der SPÖ voraus-

Mehrheit, an der man sich ein fürs andere Mal die Zähne

gesagt, soviel wie noch nie zuvor. Berücksichtigt man die

ausbiss – und mochte man, wie man selbst überzeugt ist,

Schwankungsbreite, kratzt die SPÖ damit erstmals sogar an

noch so gute Ideen einbringen. Da hilft es auch nichts, wenn

der 2/3 Mehrheit, die dem Bürgermeister eine bis dato unge-

Dogan auf die Diskrepanz verweist, dass in derselben NÖN-

ahnte Machtfülle bescheren würde.

Umfrage zahlreiche Bürger mit einer Reihe von Verhältnissen

„Durch absolute Verhältnisse wird die Demokratie zur De-

unzufrieden sind. „Wer ist verantwortlich für die Zustände?“,

mokratur“, bringt Cagri Dogan (Grüne) das Unbehagen aller

verweist er auf die vermeintliche Urheberschaft made by

Oppositionsparteien auf den Punkt (auch wenn es in der

SPÖ. Für die „neuen Grünen“ kommt die Wahl jedenfalls zu

Natur der Parteien liegt, dass jede gerne aus einer solchen

früh – allerdings nicht, weil der „böse“ Bürgermeister die

Position heraus gestalten möchte). Allein, man befindet sich

Wahl ehest angesetzt hat, sondern weil die Partei eine recht-

in einem Dilemma. Zum einen bekennen sich zwar alle Mit-

zeitige „Hofübergabe“ schlichtweg verschlafen hat.

bewerber dazu, mit vereinten Kräften die Absolute brechen

Und die SPÖ-Stadt? Die tut das, was sie vor Wahlen am be-

zu wollen, im glatten Widerspruch dazu stehen freilich die

sten kann – sie zündet ein von den anderen Parteien mit Ekel

selbstdefinierten Wahlziele. Während die neuen Listen schon

(und Neid) beäugtes Propagandafeuerwerk sondergleichen

froh sind, wenn sie überhaupt den Einzug schaffen, freut

ab. Vom Städtetag über City-Hoteleröffnung, vom AK-Umzug

sich Matthias Adl (ÖVP) etwa über jedes Ergebnis „über der

(2016!) bis zur Stegeröffnung, von der Jugend CitySUPAcard

20% Marke“. Die Grünen wiederum wollen zumindest „den

bis zum Seniorenausflug, der just zwei Monate vor der Wahl

Stadtrat halten“. Beides nicht sonderlich ambitioniert, wenn-

stattfindet. Da hilft es auch wenig, wenn Adl moniert, „dass

gleich realpolitisch nachvollziehbar. Selbst die Blauen geben

nicht der Bürgermeister, sondern der Steuerzahler die Seni-

sich, weil der Nonner-Joker nicht so zu stechen scheint, zu-

oren einlädt!“ Der Glanz fällt auf Matthias Absolutus.

rückhaltend. Wobei sie den größten „Unsicherheitsfaktor“

Also alles easy cheesy am als unsinkbar geltenden Traum-

für den Wahlausgang darstellen. Wie wird sich der Bundes­

schiff „Absolut“? Der Blick zum Horizont verheißt freie Fahrt,

trend durchschlagen, und welchen Schub kann ein wahlwer-

und doch steht der Kapitän mit besorgter Miene an der

bender HC Strache für die St. Pöltner Junker auslösen.

Reling und hält Ausschau. Nicht nach einem Eis-, sondern

Auf derlei parteiinterne Schützenhilfe darf die ÖVP einmal

einem Schuldenberg, der das stolze Schiff Leck schlagen

mehr nicht hoffen. Unverständlich, warum Stadlers allmäch-

könnte. Er weiß: Absolute Macht bedeutet absolute Verant-

tiges und beliebtes Pendant auf Landesebene, der Landes-

wortung, ebenso, dass es Umstände gibt (z. B. die Kapriolen

hauptmann, die Parteifreunde in „seiner“ Hauptstadt nicht

der Weltwirtschaft) gegen die selbst ein vermeintlich abso-

unterstützt. Stattdessen beschränkt sich die Landespartei

luter Herrscher absolut machtlos ist. Und so hofft er, dass

darauf, namhafte schwarze Wirtschaftstreibende, die im

die „Rahmenbedingungen stabil bleiben“. Andernfalls könnte

Stadler-Komitee sitzen, zu einem (dann doch nicht zustande

der eigentliche Sturm erst nach der Wahl, im Herbst, losbre-

gekommenen) aufklärenden Gespräch zu laden. Adl, der

chen, wenn es um das Schnüren eines Sparpaketes geht.

Neue, steht quasi allein auf weiter Flur und hofft, dass die

Auf die Hilfe jener Mitbewerber, die jetzt in den Unterdecks

Partei nach jahrelangen internen Querelen, falscher Funda-

ihr karges, von den Roten ignoriertes Dasein fristen, darf er

mental-Oppositionstaktik und einer unglücklichen Hand bei

dann nicht hoffen. Und der Mythos von der Unsinkbarkeit

Führungsbesetzungen endlich auf Touren kommt. Zu spät?

der Absoluten könnte sich als ebensolcher herausstellen.

IMPRESSUM Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742/71400-330, Fax: 02742/71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Johannes Reichl Chef vom Dienst: Anne-Sophie Settele Redaktionsteam: Thomas Fröhlich, Gotthard Gansch, Sascha Harold, Gabi Leitner, Mathias Kirner, Althea Müller, Michael Müllner, Marion Pfeffer, Petra Pfeiffer, Ruth Riel, Eva Seidl, Anne-Sophie Settele, Beate Steiner, Katharina Vrana. Kolumnisten: Herbert Binder, Thomas Fröhlich, Judith Goritschnig, Althea Müller, Michael Müllner, Primadonna, Rosa Kritiker: Helmuth Fahrngruber, Wolfgang Hintermeier, Simon Höllerschmid, Kinga Pietraszewska, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Anne-Sophie Settele, Robert Stefan, Markus Waldbauer Karikatur: Andreas Reichebner Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Art Director & Layout: DxPx Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH Herstellungs- und Verlagsort: St. Pölten Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Freizeitwirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in NÖ.


IN DIESER AUSGAbE URbAN

URbAN

6

8 11 12 16 18 20 21 24

BUDGET – DIE LICHTER AUS LOBBYIST? ICH DOCH NICHT! DER IMAM UND ICH DENKMALSCHUTZ IST REDEN ADDO – DER SPRUNGHAFTE SAUER MACHT LUSTIG! LEBE LIEBER SELBSTSTÄNDIG DER BAUHERR ALS PHILOSOPH

KULTUR 30 36

KULTUR

28

LAMMERHUBERS ROTER FADEN FESTIVALSOMMER

SZENE 42 44 51

WHO LET THE BEAT OUT? WILDCAFE STELLARSOUND

SPORT 52

PARTY-SPASS MIT ZUMBA

WAhLSPEcIAL

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38

3 4 8 18 19 20 24

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Alles andere ist Spielzeug.


In was für einer Stadt leben wir eigentlich...

der man sich immer wieder einmal die

In der Politiker mit Relativität und Wahrschein-

In

Frage stellt, ob sie wirklich eine ist. So gesche-

lichkeitsrechnung so ihre liebe Not haben und

Stadt St. Pölten – welch Symbolik – nicht schaf-

hen Herrn S. an einem Dienstag-Nachmittag:

sich schon mal um den „unwesentlichen“

fen, wengistens anlässlich 25 Jahre Hauptstadt

Termin in der Innenstadt, kein Kleingeld dabei,

Faktor 10 verschätzen. El Clásico: Der Maiauf-

gemeinsam zu feiern. Stattdessen kochen

rasch noch in ein Einkaufscenter an der Pro-

marsch der SPÖ am Rathausplatz. So wollen

beide ihr eigenes Süppchen. Das offizielle St.

menade zum Wechseln. In sage und schreibe

die Genossen heuer satte 2.500 Teilnehmer am

Pölten seines am 7. Juli, wie Kulturamtslei-

5 (in Worten: fünf!) Geschäften war es nicht

1. Mai gesichtet haben – relativ viel. Die Polizei

ter Thomas Karl verrät. „Mit Sonderpostamt,

möglich, einen 5-Euro-Schein (5, nicht 500) in

vor Ort hingegen zählte nur knappe 300 – das

großem Fest am Rathausplatz und Festsitzung

Kleingeld wechseln zu lassen. Das Antwort-

ist relativ wenig.

des Gemeinderates, zu der selbstverständlich

und Ausredenspektrum reichte von „Ich hab

Die Initiatoren der Hundefreilaufzone wiede-

der Landeshauptmann eingeladen wird.“ Wie

kein Kleingeld“ bis zu „Ich darf nicht wech-

rum kündigten einen Marsch auf den Rathaus-

großzügig! Auch das Land macht großen Bahn-

seln“ (sic!). Auch ein Herr Inspektor konnte

platz an. 500 Gleichgesinnte, ihre Vierbeiner im

hof um den Geburtstag – allein! „Mit der Stadt

den Riesenschein nicht filetieren. Ergebnis:

Schlepptau, sollten der Forderung nach einer

gemeinsam sind keine Feierlichkeiten geplant“,

Ohnehin schon zu spät dran, riskiert S. und –

größeren (als der von der Stadt umgesetzten)

so Bernhard Heinl vom Büro Landeshaupt-

erraten – darf nun 20 Euro Strafe zahlen.

Hundefreilaufzone Nachdruck verleihen – was

mann. Von 7.- 9. Juli findet im Regierungsviertel

Der Kleingeldwechsler von jetzt ist der Kunde

relativ viel wäre. Allein, geworden sind es je

ein „Fest für Niederösterreich“ mit Feierstunde

von in 5 Minuten, liebe Geschäftsleute. So

nach Zählweise 80, 50 oder 30 Hundbesitzer

des Landtages, Jubiläumsfest, Freibier etc. statt.

brauchen wir keinen Masterplan, keine Ein-

– also relativ wenig. Die Anzahl der Hunde war

Zwei Feiern! So richtig freuen kann sich das Ge-

kaufs-Plattform und City-Irgendwas. Außer-

trotz Unterstützung durch Stoff-Wuffis über-

burtstagskind darüber nicht. Es wäre so schön

dem: Geldwechsel ist kein Verbrechen!

schaubar. Den Grund für die enttäuschende

gewesen, wenn die Eltern wenigstens einmal

Damit verbunden ein Spendenaufruf: Gehen

Teilnahme hatte man schnell parat: Schuld

ihre gegenseitigen Ressentiments außen vor

Sie bitte beim nächsten Mal am Augustin-

seien die Bürger, die motschgern, aber für ihre

gelassen hätten und über ihren Schatten ge-

Verkäufer oder defensiven Bettler bewusst

Interessen nicht auf die Straße gehen. Ein re-

sprungen wären. Die Familie friedlich vereint

vorbei und tun Sie wieder einmal etwas Gutes:

lativ schwaches „Argument“. Vielleicht ist es

an einem Tisch. Allein, dazu sind sie offensicht-

Schenken Sie den Kaufleuten ein bisschen

eher so, wie eine NÖN-Umfrage nahelegt. Das

lich noch immer nicht in der Lage – auch nach

Kleingeld, damit sie endlich wechseln können.

Thema ist den Leuten relativ wurscht.

25 Jahren nicht. Eine große Enttäuschung!

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Foto: Höllerschmid, fotolia

In


URBAN | SHORTCUTS

immer noch mehr

von Hebi

Die

ling, sie schlug in europäischen Tourismus-

M.

Aufhorchen ließ zuletzt die ÖVP mit Ihrem Projekt „living hess“. So soll die Stadt die ehe-

neue „Bürgerliste“: Streng ermahnte sie die

malige Kopalkaserne in Spratzern kaufen und einen Teil dem Bundesheer für die Errichtung

800 Delegierten zum Österreichischen Städ-

eines neuen Militärkommandos zur Verfügung stellen. Letzteres soll aus der Hesserkaserne

tetag, doch gefälligst nicht 3 Tage bei uns zu

absiedeln, stattdessen könnte dort ein Wohnpark unter dem Titel „living hess“ umgesetzt

weilen. 2 seien mehr als genug.

werden. Die Idee klingt interessant, allein im Planspiel hat man unter dem Motto „Rech-

Trotzdem: Die neue Qualität heißt Quantität!

nung ohne Wirt“ einen nicht ganz unwesentlichen Gambler offensichtlich noch gar nicht

So verlangt Vzbgm. Adl jetzt angeblich mehr

miteinbezogen – nämlich die Betroffenen, sprich das Militärkommando selbst. Dort meint

zweisprachige Ortstafeln für sein Potten-

Pressesprecher Oberst Kihszl auf Anfrage nur lapidar. „Ich sehe das als politisches Wahl-

brunn – St. Pölten soll auch drauf stehen!

kampfgeplänkel und werde deshalb dazu gar keine Stellungnahme abgeben!“

Immerhin sprechen deutlich mehr als 17,5%

HERRENHOF ERWECKT

so weiter gehen wird, dafür sorgte schon zu Beginn der laufenden Wahlfang-Saison die

Laimer fordert für die sozialistische Basis Er war alles andere

mehr Ideologie: Viele der Genossen glauben

denn einladend und führte ein eher stiefmütterliches Da-

ja, dass St. Marx in Wien nach dem unrasier-

sein – der Herrenhof in der City. Jetzt wird die Verbindung

ten der beiden Marx-Brothers benannt ist.

zwischen Wiener Straße und Fuhrmannsgasse endlich

Und FP-Nonner dürfte wohl demnächst mo-

revitalisiert, samt neuem, lichtdurchlässigem Glasdach

nieren, dass beim neuen St. Pöltner Bahnhof

und Bodenplatten. Der St. Pöltner Eingeborene schmiedet

mehr Migranten-Vordergrund im Eingangs-

schon Visionen á la Hackersche Höfe in Berlin. So wird’s

bereich Richtung City festzustellen ist, als

zwar dann wohl doch nicht, aber die teils leerstehenden

Migranten-Hintergrund Richtung Mühlweg.

Geschäftslokale sollen gefüllt werden. Womit, das wollte

Immer mehr Platz gibt´s im kirchlichen Be-

man noch nicht verraten.

reich: Rechtzeitig wurde man, Gottlob, mit dem Neubau in der Klostergasse fertig, be-

Foto: Höllerschmid, fotolia

NGS BeS

LIVING HESS

kreisen wie eine Bombe ein. Dass das nicht

der Pottenbrunner St. Pöltnerisch. Robert

OTS

yp

Nachricht, dass St. Pölten inzwischen

mehr Nächtigungen aufweisen kann als Göst-

Nonner StraSSe War es, weil St. Pöltens selbst

vor die Englischen in der Linzer Straße zu-

ernannter „Bürgeranwalt“ Hermann Nonner in der Handel

Für mehr Deutsch-Kenntnisse hat sich der

Mazzetti Straße seine Stammwähler vermutet? Oder des-

Besuch von Gemeinderatssitzungen eher

halb, weil die Plakatierer ohne dezidierte Anweisung nach

nicht so bewährt, wohl aber hinsichtlich

Streuung den Auftrag hatten „Stellts irgendwo die Nonner

mehr American English die Lektüre der Pro-

Plakate auf“ und deshalb im Sinne der Ökonomie gleich

gramme des Donaufestivals. Und was die

alle auf einmal anbrachten„weu do sama schnölla fertig“.

Konkurrenz à la Göstling und das touristische

Wie auch immer, die Handel Mazzetti Straße ist jedenfalls

Flair betrifft: St. Pölten hat noch immer mehr

St. Hermanns Land mit über 100 Plakathermanns! MFG

Augustin-Verkäufer

plädiert daher für die Umbenennung in Nonner Straße.

mehr Straßenmusikanten als Obermamau!

–7 – MFG

sperrten und das Alumnat geschlossen wird.

als

Markersdorf

und


TEXT: Mathias Kirner, Michael Müllner

Fotos: Manuel Tennert/FOTOLIA, Rauschmayr

Die Lichter aus Österreichs Gemeinden haben ein Budgetproblem. Die unterste Verwaltungsebene ist zwar dem Bürger sehr nahe, dafür aber auch finanziell am Sand. Der Wiener Neustädter Bürgermeister Bernhard Müller gestand im „profil“: „Hin sind wir sowieso alle. Es geht nur mehr darum, wer es als Erster zugibt“. Schon im Oktober platzierte das Monatsmagazin „Datum“ eine Ortstafel am Cover – „Am Arsch“ beleuchtete die Schwierigkeiten der Kommunen ausgeglichen zu budgetieren. Ein Kunststück, das derzeit auch in St. Pölten nicht gelingen will.

157 Millionen Euro beträgt der „ordentliche Haushalt“, also das offizielle

Bürgermeister Matthias Stadler sieht in dieser Ungleichbehandlung das

Budget der Stadt St. Pölten. Einnahmen und Ausgaben sind gleich hoch an-

Problem: „Es heißt die ‚finanzstärkeren‘ Gemeinden sollen mehr zahlen.

gesetzt, allerdings werden Rücklagen von rund sieben Millionen Euro auf-

Das Problem ist aber, dass diese Definition nicht aussagekräftig ist.“ Ge-

gelöst, um diese Punktlandung zu erreichen. In Folge der Wirtschaftskrise

rade St. Pölten sei vielfach benachteiligt, leiste jedoch überdurchschnitt-

gingen die Steuereinnahmen der Städte zurück, die aktuellen Zahlen las-

lich hohe Beiträge, etwa bei der Spitalsfinanzierung. Stadler: „Die Fru-

sen aber auf einen raschen und anhaltenden Aufschwung hoffen, womit

stration bei vielen Bürgermeistern entsteht, weil wir allesamt sparen und

der „Krisen-Effekt“ nicht so dramatisch zu Buche schlagen wird wie bei-

sparen, aber dennoch die Schere immer weiter aufgeht. Wir stehen vor

spielsweise in Folge der letzten Krise nach 2001. Abgesehen von den feh-

einem strukturellen Problem, dass die Gemeinden nicht durch Effizienz-

lenden Einnahmen gibt es aber ein noch viel grundsätzlicheres Problem.

steigerung und eisernes Sparen selber lösen können. Das Land NÖ ist be-

Ernst Knoth, oberster Finanzbeamter des Magistrats St. Pölten, bringt es

sonders gefordert, gerade in NÖ geht es den Gemeinden schlecht.“ Oft

auf den Punkt: „Beim letzten Finanzausgleich wurden kleinere, ländliche

wird auch ins Spiel gebracht, dass den Gemeinden zusätzliche Aufgaben

Gemeinden gegenüber den größeren Kommunen besser gestellt.“

von anderen Gebietskörperschaften „zugeschanzt“ wurden – freilich ohne –8– MFG


MFG URBAN

INTERVIEW MATTHIAS STADLER Wiener Neustadt spekuliert mit der Zahlungsunfähigkeit. Geht’s uns besser?

Momentan wird „Erspartes“ aufgezehrt um ausgeglichen bilanzieren zu können.

Innerhalb Österreichs weisen die Städte be-

Noch können wir die Abgänge mit Rücklagen aus

trächtliche Unterschiede bei Einnahmen und

guten Jahren finanzieren. Natürlich wollen wir di-

Zuständigkeiten auf, davon abgesehen gibt es

ese Mittel lieber investieren und nicht damit den

aufgrund der Landesgesetzgebung unterschied-

laufenden Betrieb decken. Wir konnten diese Ab-

liche Systeme. Dennoch stimmt der Trend, dass

gänge aber im letzten Jahr stark eingrenzen.

die Kostenschere dramatisch auseinander geht. ren Städte verloren und zusätzlich Aufgaben

Inwiefern verschulden sich stadteigene Unternehmen wie die Immobilien GmbH?

zugeteilt bekommen. Es geht um Gerechtigkeit:

Wenn möglich, vergeben wir interne Darlehen

Wels in Oberösterreich, mit einer ähnlichen Be-

an unsere eigenen Unternehmen anstatt Zinsen

wir auch massiv an dieser Problemstellung. Beim

völkerungszahl wie St. Pölten, zahlt rund 14 Mil-

an Banken zu zahlen, was aber keine Querfinan-

Finanzausgleich 2014 müssen die Gemeinden

lionen für deren Spital, wir zahlen 22 Millionen.

zierung ist. Natürlich müssen die Tochtergesell-

auf die Abgeltung der zusätzlichen Aufgaben

schaften auch Schulden aufnehmen, wenngleich

drängen und die Situation für uns so verbessern.

Beim letzten Finanzausgleich haben die größe-

Argumentiert wird das mit der unterschiedlichen Finanzkraft der Städte.

wir schauen, dass diese stabil bleiben. Ich will

St. Pölten ist auf dem Papier finanzkräftig, aber

den sind. Wir investieren in Infrastruktur und

das sagt nicht viel aus. Etwa bei den Bedarfs-

schaffen somit Werte. Wir verblasen kein Geld.

deutlich sagen, dass Schulden nicht gleich Schul-

zuweisungen sind wir ausgenommen und profi-

Fürchtet sich nicht vor der nächsten BudgetErstellung und will kein Geld verblasen.

Was muss eine Stadt abseits der Grundversorgung leisten? In Harland wird das Amtshaus um 255.000 Euro saniert – wozu brauchen die Leute das, wenn die Verwaltung doch im Rathaus sitzt?

haben wir als Hauptstadt viele Aufgaben wahr-

Können Sie uns das Budget in der Sprache eines „normalen“ Bürgers erklären?

zunehmen, die auch dem Umfeld zugutekom-

Im ordentlichen Haushalt haben wir rund 110

Stadtteilzentrum und wichtig für die Stadtteil-

men. Man muss auch die Landespolitik in die

Millionen Euro Schulden. In der Budget-Voraus-

struktur oder etwa das Vereinswesen. Im Amts-

Pflicht nehmen. Auffällig ist, dass neun der zehn

schau 2011 geben wir rund 157 Millionen aus,

haus ist der Gewichtheberverein einquartiert, es

am höchsten verschuldeten Städte Österreichs

151 Millionen nehmen wir ein. Durch aufgelöste

gibt einen Hort zur Nachmittagsbetreuung und

in NÖ liegen. In Summe ist es eine ungerechte Fi-

Rücklagen wird das Budget „ausgeglichen“. Das

eine Außenstelle der Volkshilfe. Letztere bringt

nanzierung der Städte, die übergeordneten Stel-

Defizit liegt also bei rund sechs Millionen, 2010

sogar Einnahmen. Es ist wichtig für die Gesamt-

len Land und Bund putzen sich an den Städten

waren es noch knapp zwölf Millionen. Die Ein-

gesellschaft und wir erfüllen Auflagen der Be-

ab. Daran muss sich was ändern.

nahmen steigen in letzter Zeit zum Glück wieder.

hörde, da wird ja kein Luxus betrieben.

Wie sieht es mit Sparen aus?

Also nicht „weniger Stadt, mehr privat“?

nander. Heuer erreichen wir erst wieder das Ein-

Man munkelt, Sie lassen wegen der Budgeterstellung im Herbst so rasch wählen. Welchen Spielraum lässt das Budget für Zukunftsinvestitionen?

nahmeniveau von 2008, die Krise hat uns Jahre

Das stimmt nicht! Bleiben die Rahmenbedin-

an Wachstum gekostet – Geld, das fehlt. Unab-

gungen gleich, werden wir 2013 oder 2014

Inklusive Betrieb eines Hallenbads?

hängige Studien beweisen, dass die Städte die

wieder ausgeglichen bilanzieren. Es gibt keinen

Ja, aufgrund der sozialen Komponente: leistbare

Kostenschere aus eigener Kraft nicht mal schlie-

Grund sich vor der Budgeterstellung zu fürchten.

Bewegungsmöglichkeiten für alle Einwohner,

ßen könnten, wenn sie sich tot sparen würden.

Der Spielraum wird leider enger, intern arbeiten

Schulsport und aktive Gesundheitsprävention.

tieren nicht von Leistungen des Landes. Zudem

Es ist deprimierend: Wir sparen und bemühen uns über Jahre, dennoch geht die Schere ausei-

Ein Amtshaus ist ein historisch gewachsenes

Wo das gemacht wurde, ist es der Bevölkerung teurer gekommen. Eine Kommune hat für die Daseinsvorsorge Verantwortung zu tragen.

dafür eine „Aufwandsentschädigung“ zu erhalten. Bei rund 45 Millionen

machen, egal ob der am Magistrat oder auf der BH sitzt. Wie also sinnvoll

Personalausgaben in St. Pölten – übrigens der größte Brocken im Stadt-

sparen? Ernst Knoth: „Ohne Anstrengungen wird man das Budget nicht

budget – wird beispielsweise das Passwesen nicht der große Kostentrei-

nachhaltig sanieren können – aber mit der nötigen Kraft und guter Kon-

ber sein, aber es zeigt wie schwierig strukturelle Lösungen sind.

junktur.“ Stadler verweist zudem auf Rücklagen, die in guten Jahren ge-

Wer zahlt… Eine

macht wurden und die für zukünftige Investitionen zur Verfügung stehen. Idee ging so: Man könnte auf die „Bezirksverwaltung“

Rund 30 Millionen sollen aus den 90er Jahren noch zurückgelegt sein (als

verzichten. Als Statutarstadt hat St. Pölten nämlich die gleichen Aufgaben

der damalige Bürgermeister Willi Gruber „bei Investitionen auf der Bremse

wie eine Bezirkshauptmannschaft (BH) – und „leistet“ sich somit diverse

stand“, wie im Rathaus formuliert wird). Auch der Verkauf der städtischen

Behörden. Am ersten Blick klingt es verlockend, diese Budgetposten zu

Fernwärme brachte rund 17 Millionen Euro – und machte strategisch viel

streichen – jedoch entfällt damit ein „Gestaltungsspielraum“ für die Stadt­

Sinn. Gewinn warf der Stadtbetrieb nie ab. Und wären die zwei wichtigsten

entwicklung. Ob so ein Schritt rechtlich überhaupt möglich sei, ist auch

Kunden Krankenhaus und Regierungsviertel (beide fest in schwarzer Hand)

umstritten. Und kühle Rechner halten fest: Die Arbeit muss ja sowieso wer

zur Konkurrenz gewechselt, wäre das ein massives Problem geworden. –9– MFG


lost generation

Schuldenfrei? Rund

FACTS

117 Millionen Euro ist

der offizielle Schuldenstand der Stadt, nicht

St. Pölten nimmt im aktuellen Jahr rund 151 Millionen ein und gibt rund 157 Millionen aus. Die Differenz von sechs Millionen Euro wird aus Rücklagen gedeckt.

inkludiert sind dabei jedoch ausgelagerte Gesellschaften. Die Stadt gründete beispielsweise eine Immobilien-Tochter, dort sind rund 118 Millionen Anlagevermögen geparkt, rund 63

Rund 30 Millionen Euro sind in solchen Rücklagen „gespart“. Dem stehen Verbindlichkeiten von rund 117 Millionen Euro gegenüber. Dazu kommen Haftungen für Tochtergesellschaften (in denen neben diesen Schulden aber auch Anlagevermögen geparkt ist).

Millionen Verbindlichkeiten stehen dem gegenüber. Bernhard Wurzer von der ÖVP hakt hier ein: „Wir fordern einen Kassasturz, um endlich transparente Zahlen zu haben, wie hoch der Schuldenstand wirklich ist. Im offiziellen Budget fehlen diese Haftungen der Stadt, die in

Rund 55 Millionen Einnahmen kommen aus Umlagen aus dem Finanzausgleich, rund 23 Millionen durch die Kommunalsteuer, rund 6 Millionen durch die Grundsteuer.

Tochtergesellschaften ausgelagert wurden und somit die Pro-Kopf-Verschuldung verzerren. Danach muss ein Masterplan erarbeitet werden,

von Michael Müllner

Die

wie wir unsere Verschuldung reduzieren. Die ÖVP möchte, dass St. Pölten bis 2030 schulden-

Rund 45 Millionen gibt St. Pölten für Personal aus, 39 Millionen gehen an Umlagen ans Land (davon rund 20 Millionen fürs Krankenhaus).

Welt verändert sich, aber die österrei-

frei ist.“ Ein radikaler Ansatz, wie selbst Wurzer

chische Delegation hat es sich in der ersten

meint. „Über die Grundversorgung müssen wir

Reihe gemütlich gemacht und schaut zu.

nicht diskutieren, die ist natürlich Sache der

Anstatt nachhaltig am Sozial- und Pensions-

Gemeinde. Aber abgesehen von Kanal, Müllver-

system zu schrauben, das Bildungswesen

sorgung etc. müssen wir mit dem Bürger dis-

an die veränderten Anforderungen anzupas-

kutieren, was die Aufgaben der Gemeinde sein

sen oder gar eine große Verwaltungsreform

sollen, beispielsweise im Bereich der Freizeit

anzugehen, wird lieber in Arbeitsgruppen

und Spaßindustrie. Es muss einen klaren Lei-

Kaffee getrunken. Politiker investieren in

stungskatalog geben und klare Kosten. Und mit

investieren müssen, die auch für die Gesamt-

Frühpensionisten, nicht in Schüler und Stu-

der nötigen Transparenz wäre es auch möglich

entwicklung der Stadt etwas bringen, etwa die

denten. Der Erhalt der „Realverfassung“ und

viele Leistungen in Partnerschaft zwischen Ge-

Fachhochschule. Das sind Investitionen in die

ihrer politischen Einflusskreise scheint wich-

meinde und einem privaten, durchaus gewinn­

Zukunft, die sich natürlich bezahlt machen!“ Ge-

tiger als ein nachhaltiges Steuersystem, das

orientierten Betreiber zu organisieren. Auch

rade die letzten zwei Jahre machten aber auch

auch einen fairen Ausgleich zwischen Alten

beim Marketing gehört viel hinterfragt. Die Zeit

für die Gemeinden die Finanzierungssituation

(im Ruhestand) und Jungen (im Erwerbs-

von Brot-und-Spiele-Politik ist vorbei, das kön-

eng. Innere Darlehen zwischen Stadt und Toch-

leben) ermöglicht. Während Asien und La-

nen wir uns einfach nicht leisten!“

tergesellschaften sowie das Anlegen in konser-

teinamerika

Erfolgsgeschichte

schreibt,

2006 hat St. Pölten massiv umgeschuldet, die meisten Verbindlichkeiten sind nun bei zwei deutschen Banken konzentriert. Auch österreichische Banken geben derzeit neue Darlehen an St. Pölten.

vative Floater-Anleihen bei österreichischen

nehmen wir neue Kredite auf und sehen zu,

Im Nachhinein… Bürgermeister Stadler sieht

wie unser finanzieller und somit politischer

die Lage nicht dramatisch, auch Spielraum für

mente. Auch die aus heutiger Sicht wenig

Handlungsspielraum schrumpft. Unliebsame

zukünftige Entwicklungen sei noch gegeben:

erfolgreichen

Fragen beantworten wir flapsig und schie-

„Wir werden weiterhin in nachhaltige Projekte

die St. Pöltner Finanzabteilung. Ernst Knoth:

Banken dienen heute als VeranlagungsinstruDerivatgeschäfte

beschäftigen

ben die Schuld bösen Spekulanten und Ka-

„Neu beginnen würde diese Geschäfte keiner,

pitalisten zu. Die „Aufbaugeneration“ habe

aber wir haben sie einigermaßen im Griff und

sich all das verdient (verdammt noch mal)!

schauen, dass wir bei gutem Wind rauskom-

Doch womit haben es die Jungen verdient,

men. Damals, als diese Geschäfte abgeschlos-

die Zeche der Verstorbenen zu bezahlen?

sen wurden, galt man als unmodern, wenn man

Während sich Kleinformat und zugehörige

nicht zu diesen Produkten greift. Im Nachhinein

Kleingeistpolitik vor Einwanderern fürchten,

ist man natürlich immer gescheiter.“

übersehen wir die wahre Gefahr: Dass die

Während Städte andernorts massive Sparpro-

leistungswillige Generation, die gerade her-

gramme fahren, Einrichtungen schließen und

anwächst, ihr Glück im Auswandern findet.

die Straßenbeleuchtung nicht mehr die ganze

Verkommt Österreich zum landschaftlich

Nacht über laufen lassen, herrscht in St. Pölten

schönen

Schauen

(noch) keine Panik. Offizielle Vertreter im Rat-

Sie sich mal um, wenn Sie auf Urlaub sind!

haus sehen die von ihnen verwalteten Stadtfi-

Wohlhabende, noch mobile Alte on Tour. Das

nanzen im Griff – und kämpfen um strukturelle

ist würdig und recht, aber klären wir dazwi-

Reformen, für die sie aber Land und Bund brau-

schen bitte auch, wie dieses System in Zu-

chen. Im Herbst werden im frisch gewählten

kunft läuft?! Bis dahin zeigen uns spanische

Gemeinderat neue Budgets erstellt. Wie groß

Jungakademiker, was passiert, wenn die Ar-

der Sparzwang bzw. der tatsächliche Spielraum

Pensionistenreservat?

beitslosigkeit bei 40 Prozent steht und jede Perspektive fehlt. Wir sollten uns fürchten – und endlich unsere Probleme angehen.

für Investitionen ist, wird man dann sehen. Notfalls bleibt ja noch Schulden machen. Die eine

Sind unsere Städte wirklich so „Am Arsch“? In St. Pölten herrscht offiziell noch keine Panik.

oder andere Million mehr tut ja nicht weh.

– 10 – MFG


MFG URBAN TEXT: MICHAEL MÜLLNER Foto: ArTo/FOTOLIA

Lobbyist? Ich doch nicht! Gute PR-Arbeit erzeugt gutes Image. Dank der jüngsten Schlagzeilen von Grasser bis Strasser steckt aber die Beraterbranche in der Imagekrise. Kaum jemand schimpft sich noch „Lobbyist“, höchstens wird man so beschimpft. Doch warum eigentlich? Und wer lobbyiert in St. Pölten? „Lobbyismus im Stile eines Ernst Strasser habe ich noch nie kennenge-

Der Kommunikator. Ein anderer klassischer Campaigner und Opinion

lernt. Würde mir jemand ein vergleichbares Angebot machen, dann fliegt

Leader wäre wohl Martin Bosch, Chef der St. Pöltner Werbeagentur „Living

er durch diese Türe da drüben sofort raus“, gibt sich St. Pöltens Bürger-

Office“. Bosch ist zudem für die unterschiedlichen Kommunikationskon-

meister Matthias Stadler energisch. Er sei gewählt, „um die Interessen

zepte und Kampagnen der Stadt St. Pölten verantwortlich und somit auch

der Stadt zu vertreten, dafür bekomme ich meinen Gehalt. Da kann ich

ein PR-Insider, wenn es um St. Pölten geht. Als Lobbyist sieht er sich aber

mir doch keine Provision von einer Firma zahlen lassen!“ In diesem Sinne

nicht: „Wir haben nichts mit Einflussnehmen auf die Gesetzeswerdung

möchte er auch nicht von Lobbyisten sprechen, die bei ihm schon mal die

oder klassischer politischer Beratung am Hut. Wir unterstützen bei der

Klinke putzen. „Das sind einfach Leute, die für ihre berechtigten Interessen

Kommunikation, egal ob es sich um große Wirtschaftsunternehmen in Linz

und Anliegen werben. Das tue ich ja auch. Auch ich werbe für die Stadt

oder Wien handelt – oder eben um einen Kunden wie die Stadt St. Pölten.“

St. Pölten und trete für deren Interessen ein“, sieht er das Thema relativ nüchtern. Ob man für St. Pölten den Obmann der Plattform 2020, Josef

Schon die Kids. Der bekannte St. Pöltner Unternehmer Richard Mader

Wildburger, als prominentesten Lobbyisten – durchaus im positiven Wort-

von der Fahrschule Sauer ist St. Pöltner Obmann des ÖVP-Wirtschafts-

sinn – bezeichnen könnte? Stadler: „Josef Wildburger ist nur der Obmann,

bundes und somit ein klassischer Interessensvertreter. Er meint, dass

entschieden wird von den Gremien, dort sitzen zahlreiche Unternehmer

Lobbying positiv oder negativ angewandt werden kann. „Letztlich geht

und bringen Ideen für die Stadtentwicklung ein. Alles bewegt sich im Rah-

es um den vernünftigen Aufbau von Netzwerken, die stets von Personen

men der Gesetze und der Moral – und ist eine wertvolle Unterstützung.“

ausgehen. Und da ist dann die Frage, wie nutzt die Person die geknüpften

St. Zampano.

Netzwerke. Was Strasser gemacht hat, war natürlich falsch. Aber ein NetzDer angesprochene Obmann der Plattform 2020 Josef

werk aufbauen ist das natürlichste der Welt, das machen schon die Kids

Wildburger denkt, dass der durch korrupte Politiker angerichtete Schaden

im Facebook.“ Die Parteigrenze sei beim Lobbying untergeordnet, laut Ma-

dazu führt, dass sich zurzeit die wenigsten Lobbyisten noch als solche

der geht es zu 100 Prozent um persönliche Kontakte: “Der Trend in diese

bezeichnen: „Jetzt wird lieber von Beratern gesprochen“. Jeder tüchtige

Richtung wird noch viel stärker. In einer globalen und anonymen Welt ge-

Unternehmer sei auf der individuellen Ebene ein Lobbyist für seine Orga-

winnen persönliche Kontakte noch mehr an Bedeutung.“

nisation. Der Lobbying-Erfolg hänge in erster Linie vom Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Lobbying-Gruppe, etwa einer Branche, ab. Arbeiter- und

Standort geschlossen. Ketchup-Publico ist eine (inter)nationale PR-

Wirtschaftskammer oder die Industriellenvereinigung sind die österreich-

und Lobbying-Agentur, ihren Standort in St. Pölten hat die Agentur jüngst

weit wohl bekanntesten Organisationen im politischen Lobbyingfeld. In St.

geschlossen. Agentur-Chefin Saskia Wallner begründet dies vorrangig mit

Pölten könnte man die größten Unternehmen wie Spar, Leiner, Sparkasse,

unternehmensinternen Umstrukturierungen. Die Relevanz des St. Pöltner

Voith, Pressehaus und so weiter auch als die größten „Player“ ausma-

Büros dürfte aber auch nicht sehr hoch gewesen sein, zumal klassische

chen. Jeder artikuliert seine durchaus legitimen Interessen und pflegt im

Lobbyingtätigkeiten bestenfalls im Landhaus anfallen werden, wenn es um

Rahmen der persönlichen Kontakte auch das gemeinsame Netzwerk. Im

die Ausgestaltung der Landesgesetzgebung geht. Und da ist die Autofahrt

ursprünglichen Sinn des Begriffs Lobbying ist die Einflussnahme auf die

von Wien nach St. Pölten wohl effizienter, wie eine ganze Büro-Infrastruk-

Gesetzwerdung gemeint, immer basierend auf Grundlage von Sachargu-

tur in der ehrenwerten Landeshauptstadt…

menten und klarer Konzepte – „im Widerspruch zu Vorteilsannahme und Bestechlichkeit von Politikern oder der zu recht negativ besetzten Klien-

Wer hat also Grund sich vorm bösen Lobbyisten zu fürchten? In St. Pölten

telpolitik“, wie Wildburger ergänzt. Gerade professionelle Lobbying-Agen-

wohl niemand – außer jene „Consulter“, die momentan bloß nicht in die

turen treten in St. Pölten jedoch kaum auf den Plan, zumal in der Stadt für

Nähe des Wortes „Lobbying“ kommen wollen. Klassische Interessensver-

sie auch kaum im Sinne der Gesetzwerdung Arbeit ansteht. „Das passiert

tretung und Beratung hat noch niemandem geschadet. Im Gegenteil, die

entweder auf Bundesebene oder gleich in Brüssel. In St. Pölten schauen

Entwicklung der Gesellschaft in St. Pölten wie anderswo kann unabhän-

wir auf die gemeinsamen Interessen der Akteure und wie wir diese vo-

gigen „Support“ durchaus vertragen. Manche wirken fast ein bisschen zu

rantreiben können. Jeder hat Kontakte, die er einbringt“, meint Wildburger.

beratungsresistent.

– 11 – MFG


Der Imam und Ich

TEXT: Ruth Riel Fotos: Hermann Rauschmayr

Zwangsehen, Frauenunterdrückung, Radikalismus, Terror... es fallen viele Wörter, wenn man hierzulande über den Islam spricht. Ausgesprochen von Menschen, welche die Religion oder auch deren Vertreter kaum bis gar nicht kennen. Wie sieht also die Realität der moslemischen Glaubensgemeinde wirklich aus? Um das herauszufinden, begab ich mich in eine Moschee und sprach dort mit einem, der es wissen muss – dem Imam Tahsin Uzun.

Zugegeben, auch an mir hat die ständige negative „Gehirnwäsche“ in Sa-

Von dort kam mir ein Mann mit weißem Bart entgegen und streckte mir

chen „böser Islam“ ihre Spuren hinterlassen, und so ging ich mit einem

freundlich die Hand entgegen. Das war er also, der Imam. Erleichtert er-

durchaus mulmigen Gefühl in das Interview – zu viele befremdliche Dinge

widerte ich den Händedruck. Vier weitere Herren gesellten sich zu uns,

hatte ich gehört. Auch die Instruktionen im Vorfeld, ich möge mir meine

darunter zwei Dolmetscher sowie der Obmann des Vereines Osman Pasa.

Jacke zuknöpfen und dem Imam nicht die Hand reichen, weil dieser unver-

Meine erste Frage war sodenn „aufgelegt“. Warum braucht der Imam ei-

heirateten Frauen prinzipiell nicht die Hand gibt, war nicht gerade hilfreich

nen Dolmetscher?

meine Vorurteile abzubauen. Doch es sollte anders kommen. Zunächst wurde meine Vorstellung von einer Moschee rasch relativiert.

Die Rolle des Imam. „Da

Diese entpuppte sich in dem Fall als größeres Einfamilienhaus in Wagram,

fällt es schwer, ihn richtig zu übersetzen. Man kann nur die Bedeutung er-

von außen kaum als religiöse Stätte zu identifizieren. Im Garten saß eine

klären, da eine 100% Übersetzung nicht möglich ist“, erklärt mir der Imam.

Gruppe älterer türkischer Herren, die Tee tranken. Ich wurde zum Inter-

Er selbst erhielt seine Ausbildung – einem katholischen Priester vergleich-

view in den Gebetsraum gebeten, ein mit Teppich ausgelegter großer Saal,

bar – auf einer Hochschule, der sogenannten Imam-Hatip. Wie die meisten

den man ohne Schuhe betritt. Am Ende des Saales standen Tische und

Imame kommt er direkt aus der Türkei, um bis zu einem Jahr in Österreich

Stühle, die, wie man mir später erklärte, als Schule für die Kinder dienen.

zu bleiben und der Cemaat, der muslimischen Gemeinde, den Koran zu

–12 – MFG

der Koran nur auf arabisch geschrieben ist,


MFG URBAN „Der Islam ist eine friedliche Religion, jede Art von Aggressivität oder gar Terror ist mit unserem Glauben nicht vereinbar.“

fehle es auch an der Initiative sich auf das „Fremde“ einzulassen.

Die Rolle der Frau. Eine vorgefasste Meinung, mit der ich selbst in das Gespräch ging, war die Unterdrückung der Frau im Islam. Wie wird man mir begegnen? Wird man mich überhaupt akzeptieren!? Muss ich mich verhüllen oder gar ein Kopftuch aufsetzen, wenn ich die Moschee betrete? Nichts von alledem – ich musste nur, so wie die Männer, vor Betreten

erklären. Der Imam erteilt in der hauseigenen Schule, die Freitag, Samstag

des Gebetsraumes die Schuhe ausziehen. Der Imam gab zu bedenken,

und Sonntag für jeweils eine Stunde geöffnet hat, den Religionsunterricht,

„dass lange, bevor es in Europa Frauenrechte gab, der Koran schon die

und selbstverständlich ist er für die Durchführung der Gebete, welche

Gleichstellung von Mann und Frau forderte.“ Es sei zwar ein Anliegen der

fünfmal am Tag stattfinden, zuständig. Freitags gibt es das Hauptgebet, bei

Religion, dass der Körper verhüllt wird – im Übrigen sowohl bei Frau und

dem bis zu 300 Personen in der Moschee anwesend sind. Desweiteren be-

Mann, die keine enge Kleidung tragen sollen – und Frauen ein Kopftuch

gleitet der Imam die Cemaat bei Todesfällen und Hochzeiten und ist, auch

tragen, doch sei dies nicht mit Zwang verbunden, „weil im Koran eines der

dies eine Parallele zu Priestern hierzulande, Seelsorger. „Prinzipiell bin ich

wichtigsten Gebote ist, keinen Zwang auszuüben!“ Verirrte Seelen gibt es

Ansprechperson bei Problemen, schlichte Streit und kümmere mich um

dann aber doch, wie man eingesteht, „manche Männer, die falsch handeln

schwierige Kinder und Jugendliche sowie um jegliche Familienprobleme“,

und ihre Frauen dazu zwingen.“ Um zu relativieren, es quasi auf ein ge-

so der Geistliche.

sellschaftliches und nicht religiöses Phänomen zu heben, stellt der Imam

Warum aber muss ein Imam, der kein Wort Deutsch spricht, extra aus der

die Frage in den Raum „Doch findet man das nicht auch in der österrei-

Türkei kommen – leistet man damit nicht Ängsten und Vorurteilen der Ös-

chischen Bevölkerung – unterdrückte, geschlagene Frauen?“ Zudem ver-

terreicher Vorschub, weil die Menschen, wenn sie nichts verstehen, sich

weist er darauf, dass es Verschleierung auch in anderen Religionen gebe.

schnell etwas Bedrohliches zusammenreimen? „Das ist richtig“, pflichtet

„Im Christentum tragen die Nonnen ebenfalls Ganzkörper-Verschleierung,

mir der Obmann bei und nimmt damit einem weit verbreiteten Vorurteil

wo nur das Gesicht zu sehen ist!“ Eine Parallelität, auf die ich noch nie

den Wind aus den Segeln. „Genau deshalb, aber auch aus dem einfachen

gekommen bin.

Grund, dass immer weniger türkischstämmige Jugendliche Türkisch be-

Andere Phänomene, die immer wieder in Zusammenhang mit dem Islam

herrschen und daher den Imam nicht mehr verstehen, möchten wir auch

gebracht werden und Manifestation der Unterdrückung der Frau sind, be-

in Österreich Imame ausbilden.“ Dass dies nicht nur eine Floskel ist, son-

treffen Zwangsehen oder auch die Ganzkörperverschleierung. Wie ist dies

dern bereits angebahnte Realität, beweist die Gründung der Imam-Schule

mit dem Koran vereinbar? Laut Imam Tahsin Uzun gar nicht. „Eine totale

„Imam-Hatip“ in Wien. Ohne Zweifel, so wie es auch die Moslems sehen,

Verschleierung der Frau, wie bei der Burka, ist im Koran so nicht vorge-

ein großer Schritt in Richtung Völkerverständigung und Integration. „Dadurch können Imame in Zukunft auch direkt mit der österreichischen Bevölkerung sprechen und so etwaige Vorurteile abbauen.“

Ein ganz „normaler“ Moslem.

Imam Tahsin Uzun hat eine Familie

mit sechs Kindern. Er führt das normale Leben eines gläubigen Moslems, welches vorsieht, dass er sich von „Sünden“ wie Glücksspiel, Alkohol oder Ähnlichem fernhält. Genau diese Einstellung versucht er auch den Mitgliedern seiner Glaubensgemeinschaft zu vermitteln. Im Grunde genommen ist er rund um die Uhr in der Moschee anwesend und stets als Ansprechperson für die Cemaat da. Er kann verstehen, dass die Nachbarn bisweilen not amused sind, wenn „es manchmal lauter wird, wenn bis zu 300 Personen zusammentreffen, um gemeinsam zu beten – aber das ist in christlichen Kirchen nicht anders“, räumt er ein und bittet um Verständnis. „Wir bemühen uns den Anrainern entgegenzukommen und weisen unsere Mitglieder an, im Garten nicht so laut zu sprechen.“ Was er nicht begreift, ist die Angst, die dem Islam immer wieder entgegengebracht wird. „Der Islam ist eine friedliche Religion! Jede Art von Aggressivität oder gar Terror ist mit unserem Glauben nicht vereinbar. Wir sind auch die einzige Religion, die an jeden Propheten glauben muss! Würden wir nicht an Jesus, Maria und Josef oder Moses genau so glauben wie an Allah, wäre die ganze Religion hinfällig.“ Letztlich stehe der Islam „für eine Akzeptanz zwischen den Religionen und für ein friedliches Miteinander!“ In Moscheen passiere daher auch nichts Geheimes oder irgendetwas Verbotenes, wie es manche Gruppierungen gerne als Gerücht streuen. „Davon kann sich jeder überzeugen, denn die Moschee steht für jeden jederzeit offen. Man kann sich selbst ein Bild machen.“ Im Sinne, dass Integration nicht nur eine Hol-, sondern auch eine Bringschuld ist, veranstaltet die Gemeinde regelmäßig einen Tag der offenen Tür, zu dem die Anrainer Was man von außen kaum annehmen würde: In diesem einfachen Einfamilienhaus in Wagram ist eine Moschee situiert, die innen über einen schönen Gebetsraum, Schule und Gemeinschaftsräume verfügt.

eingeladen werden, gemeinsam gegrillt und gefeiert wird. „Leider wird das von der österreichischen Bevölkerung aber nicht so angenommen“, beklagt der Imam. Vorurteile seien nach wie vor weit verbreitet, vielfach

–13– MFG


Leporello

„Eine totale Verschleierung der Frau, wie bei der Burka, ist im Koran so nicht vorgesehen – im Gegenteil, der Koran verlangt sogar, dass das Gesicht frei bleibt“ sehen – im Gegenteil, der Koran verlangt sogar,

Religionsgruppe wettert“. Auch die Aufregung

dass das Gesicht frei bleibt“, erklärt er, und

um den Bau eines Minarettes kann der Imam

Zwangsehen stellt er zwar nicht in Abrede – sie

nicht nachvollziehen. „In Istanbul stehen Kir-

kämen vor allem im südlichen Teil der Türkei

chen neben Moscheen. Die Kirchenglocken

noch immer vor – „diese haben aber absolut

läuten. Das stört niemanden. Warum darf man

nichts mit der Religion zu tun, sondern eher

hier unsere Gotteshäuser nicht erkennen?“

mit Erbrecht und der Versorgung der Familie!“

Eine Antwort kann man schwer geben. „Eine

Bleibt zuletzt die Frage, was mir sofort aufgefal-

Moschee ist ja nicht nur ein Gotteshaus, son-

len ist, warum sich im gesamten Gebäude nur

dern ein Treffpunkt, wo man sich austauscht

Männer befinden. „Die Frauen haben eigene

und miteinander kommuniziert.“ Dass just da-

Gebetsräume und auch beim gemeinsamen

rin manche eine Bedrohung erblicken, ist für

ich eine Opernfigur, ich wäre weder

Gebet herrscht Geschlechtertrennung“, werde

den Imam unbegreiflich. „Ist es nicht besser,

die Mätresse „Violetta“ aus La Traviata,

ich aufgeklärt. Und warum ist das wiederum

die Kinder und Jugendlichen treffen sich hier in

noch die begehrte „Tosca“, sondern schlicht

so, bleibe ich hartnäckig. „Frauen lenken Män-

der Moschee und werden vernünftig beschäf-

und einfach der Diener „Leporello“ aus Mo-

ner vom Gebet ab und umgekehrt, wenn es

tigt, anstatt auf der Straße herumzuhängen und

zarts Oper Don Giovanni, der berühmt ist

gemeinsam stattfindet! Deshalb gibt es hierfür

Blödsinn zu machen?“ Auch dem kann man

für seine Liste, die die Liebschaften seines

getrennte Gebetsräume!“

nichts entgegnen.

Natürlich steckt so ein kleiner Leporello

Integration!?

Mir wird bewusst, wie sel-

Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass

in uns allen, denn wer hätte in seinem Le-

ten zuvor, dass Unwissen Angst und Vorurteile

das, was ich in diesem zweistündigen Gespräch

ben noch nie eine Liste gemacht. Aber ich

schafft, und dass diese durch das direkte Ge-

über den Islam erfahren habe, viele Vorurteile

bin nahezu besessen von Listen, und ich

spräch, den persönlichen Kontakt, das offene

abgebaut hat. Wenn man auf das Fremde zu-

rede hier nicht von Einkaufslisten oder der

Aufeinanderzugehen und Aufeinandereinlassen

geht und darüber spricht, sich die Hintergründe

guten alten Plus/Minus Liste. Schon in mei-

vielfach abgebaut werden können bzw. sich als

erklären lässt und nicht nur blind und vorur-

ner „Tagebuch-Jugend“ finden sich nicht

unbegründet erweisen.

teilsbehaftet durchs Leben läuft, würde das

nur Auflistungen von gesehenen Kinofil-

Umso unbegreiflicher ist mir, wie sich manche

Miteinander besser funktionieren.

men inklusive eigener Fünf-Sterne-Bewer-

Vorurteile derart hartnäckig verfangen können,

Neben dem Tag der offenen Tür veranstaltet

tungsskala sondern auch Listen von Jungs,

wie oftmals irrationale Ängste so sehr geschürt

der Verein Osman Pasa z. B. auch Grillfeste, zu

inklusive genauer Aufzählung der Anzahl

und auf fruchtbaren Boden fallen können, wenn

denen alle Leute herzlich eingeladen sind. Das

der Zungen(!)küsse bei jedem Treffen. Jetzt

man an Hetzkampagnen wie „Daham statt Is-

nächste ist für 12. Juni geplant. Diese Feste

wird’s krank, gell? Meine To-do-Listen, die

lam“ denkt. Wie gehen die Angegriffenen damit

bieten Gelegenheit, miteinander zu feiern, aber

überall in meiner Wohnung zu finden sind

um? Was empfindet man ob dieser offenen Ab-

auch sich gegenseitig auszutauschen und et-

– in der Handtasche, im Geldbörsel, am

lehnung gewisser Bevölkerungskreise – macht

was über das „Fremde“ zu erfahren. Eine loh-

Kühlschrank usw. – sind zu einem lieben

das nicht wütend? Der Imam schüttelt nach-

nende Erfahrung! Wie heißt es so schön und

Begleiter geworden, denn es ist einfach ein

denklich den Kopf. „Nicht wütend, sondern

richtig: Integration kann nur funktionieren,

wunderbares Gefühl, etwas abzuhaken, et-

traurig. Für uns hat Politik absolut nichts mit

wenn beide Seiten einen Schritt aufeinander zu

was erledigt zu haben! Ich mache vor jeder

Religion zu tun, deshalb verstehen wir auch

machen. Die Betonung liegt auf beide! Wir alle

Reise Listen zum Kofferpacken, hinterlasse

nicht, warum eine politische Partei gegen eine

sind gefordert, uns in Bewegung zu setzen.

von Primadonna

Wäre

Herrn dokumentiert.

Listen für den Housesitter, führe Buch über Arztbesuche, Tankrechnungen und meine Tage. Neu in meinem Leben sind Listen von Gewicht und Größe des Nachwuchses und

Z s W

anfangs seiner täglichen Ausscheidungen (ja, das macht man!). Und nachdem ich diese Kolumne jetzt endlich fertig habe, hake ich wieder etwas ab! Ich sag ja, ein gutes Gefühl! Probiern Sie´s mal aus und helfen Sie mir bei meiner neuesten Liste: 101 Dinge, die man tun sollte, bevor man 40 wird (nur für den Fall, dass dieses Ereignis irgendwann mal in ferner, ferner Zukunft eintrifft!!) Ideen und Anregungen bitte an office@dasmfg.at!

Ein „Standard“ in jeder Moschee – die Schuhablage. Den Gebetsraum betritt man ohne. Eine Hauptaufgabe des Imam ist es, der Gemeinde den Koran zu erklären.

– 14 – MFG

B B


Zahlreiche Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Kultur und Sport unterstützen die Initiative „miteinander“ zur Wiederwahl von Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. Werden auch Sie auf www.initiative-miteinander.at aktiv und sagen Sie „JA“ zu miteinander, zu unserem St. Pölten und zu Matthias Stadler!

BESSER MITEINANDER. BESSER ST. PÖLTEN. BESSER MATTHIAS STADLER.


Polit-Triathlon

Denkmalschutz ist reden

Palais Wellenstein, Stadtsäle & Co. St. Pöltens denkmalgeschützte Bauten werden zu neuem Leben erweckt – unter Aufsicht des Bundesdenkmalamts. Nicht immer friktionsfrei. „Die unterschiedlichsten Projekte sind ge-

Türgriffe, Gitter oder Fensterbeschläge spie-

rade im Entstehen, das werden ganz schöne

len eine Rolle. „Dabei ist natürlich auch der

Sachen, weil sie sich an städtebaulich in-

Wirtschaftsfaktor wichtig“, bestätigt Michael

die Plätze – fertig – los. Auf in den

teressanten Punkten befinden und auch

Moser, denn „das Bundesdenkmalamt ist

Kampf um die Gemeinderatssitze. Bis zum

wirtschaftlich wichtig sind“, erklärt Hofrat

immer im Spannungsfeld zwischen Wirt-

3. Juli gibt’s den Polit-Triathlon aus Wadlbei-

Margit Kohlert vom Bundesdenkmalamt, die

schaftlichkeit und Erhaltenswürdigkeit.“

ßen, Imponiergehabe und Dauerpräsenz.

sich z. B. freut, dass bei der Sanierung der

von Beate Steiner

Auf

Die angriffigen Bad Guys der Oppositi-

Stadtsäle die Zeitschiene zwischen 19. und

Erzwungene Partner. Dazu werden alle

onsparteien

20. Jahrhundert sichtbar geblieben ist.

Für und Wider abgewogen, „dann gibt es

Ein städtebaulich äußerst interessantes Ob-

eine Kompromisslösung unter erzwungenen

übertrumpfen

Schimpfwörter-Spucken

einander

und

im

Diffamieren

und lästern über das, was bisher geschah, sind also im Wadlbeißen topgereiht. Wer sich gekonnt aufplustert, jede Idee, jeden Steg und jeden für die Stadt vom Ministerium zugesagten Polizisten zu seinem macht und „Ich bin der Größte“ sagt, bis er glaubt, dass es auch die Wähler glauben, der

Partnern“, so Moser: „Durch mehrmalige

Wenn es sich nicht mehr rechnet, wird keiner mehr denkmalgeschützte Häuser zum Leben erwecken | Ernst Stölner

Diskussionsrunden kommt ein vernünftiges Ergebnis heraus. Denkmalschutz ist reden.“ Das bestätigt auch Ernst Stölner, der gerade das Haus Ecke Rathausgasse – Marktgasse saniert: „Denkmalschutz ist eine sehr persönliche Sache, es gibt keine allgemein gül-

hat alle Chancen, mit seinem Imponierge-

tigen Regeln, denn alles hat seine Zeit“, sagt

habe bei den Medien zu punkten. Um dort

jekt ist das Palais Wellenstein (ehemalige

der Bauherr. Und: „Man muss die Kirche im

dauerpräsent zu sein. Dazu gehört auch die

Stadtbücherei), das seit Jahren leer stehende

Dorf lassen. Wenn es sich nicht mehr rech-

Königsdisziplin des Bilder-Springens. Wer

Gebäude zwischen Wiener Straße und Dom-

net, wird keiner mehr denkmalgeschützte

da dabei sein will, muss schnell sein. Sonst

platz. Eigentümer-Vertreter Michael Moser

Häuser zum Leben erwecken.“ Das ist auch

haben die Fotografen schon abgedrückt

musste vor Beginn des Umbaus ein Raum-

der Denkmalschützerin Margit Kohlert be-

und nix wird’s mit dem eigenen Konterfei

buch erstellen lassen. Auf mehreren hundert

wusst: „Wir gehen die Sache mit Augenmaß

in möglichst vielen Zeitungen. Profis wissen

Seiten samt vielen Bildern und Plänen wird

an, man muss der Wirtschaft Luft lassen

auch: Nur wer in der Mitte beim wirklich

darin dokumentiert, was im vor rund 200

und die Sache großzügig sehen, wenn die

wichtigen Objekt der Fotografenbegierde

Jahren erbauten Palais erhaltenswert ist.

Dinge reversibel sind.“ Klarerweise gibt es

steht, wird sicher mit belichtet.

Die 13.000 Euro für das Raumbuch werden

in diesem Bereich, bei dem Entscheidungen

Unsere Lokalmandatare sind also fest über-

übrigens gefördert, der Hauseigentümer be-

nicht unwesentlich von den handelnden

zeugt, dass die Wähler ihre Sympathiewerte

kommt die Hälfte der beträchtlichen Summe

Personen abhängen, immer wieder Kon-

nach der Häufigkeit eines dokumentierten

vom Staat zurück. Beim Palais Wellenstein

flikte, für Beobachter oder Betroffene nicht

Auftritts vergeben, ganz egal, was der Man-

wird ein Gutachter jetzt grundsätzlich fest-

nachvollziehbare

datsanwärter über interessante lokale The-

stellen, ob das Gebäude sanierbar ist oder

das riesige knallrote Firmenschild auf dem

men wirklich denkt und wie er Probleme

nicht, dann ob die Böden und die Türen er-

Barockhaus am Herrenplatz – warum darf

zu lösen gedenkt. Die Politiker irren, davon

haltenswert sind, selbst Kleinigkeiten wie

das sein, wenn es bei einem anderen histo-

Entscheidungen.

Etwa

bin ich fest überzeugt. Dauerpräsenz macht nicht sympathisch. Imponiergehabe ist Ersatz für Kompetenz, ins Wadl beißen nur Kleingeister. Gefragt sind lösungsorientierte, fachlich fundierte, empathisch formulierte Ansagen unserer Gemeinderatsanwärter. Dafür vergeben die St. Pöltner Punkte, nicht für den Polit-Triathlon. Wer die meisten

Denkmalgeschützt sind Bescheid-Denkmäler: Sie sind historisch oder künstlerisch wertvoll. Ihr historischer Charakter muss bewahrt werden. Paragraf 2 Denkmäler: Kirche, Bund, Stadt oder Land sind die Besitzer. Sie waren bis vor einigen Jahren automatisch denkmalgeschützt, werden nun nach und nach vom Denkmalamt begutachtet. Dabei sind einige durchgefallen.

Punkte gesammelt hat, bekommt’s Kreuzerl am 3. Juli. – 16 – MFG


TEXT: Beate Steiner

Wellenstein

Fotos: Hermann Rauschmayr

Herrenplatz

Mai-Kinder

von Rosa

Rosa

geht öfters im Jahr ganz schön in

die Luft. Dann, wenn die Familienbande es notwendig machen, zu verreisen, weil die eine Hälfte des Rosa-Clans im Süden lebt, die andere sich über Österreich verteilt. Da stand ich also wieder mal am Airport Wien und hatte bereits vorausgesehen, dass die Maschine nach Rom verspätet abheben würde. Und Rosas Flugverspätungs-

Martkgasse

Destination-Italien-Erfahrung

hatte

mich

gelehrt, im Kaffeehaus der Dinge zu harren, dauere es solange es wolle. So landete Rosa

Der Spagat zwischen Denkmalschutz und Eigentümerinteressen ist nicht immer leicht zu knüpfen - Kompromisse sind notwendig!

auch diesmal wieder im Kaffeehaus ihres Vertrauens und vor einem Kellner, der, na nennen wir es mal über alle Maße um die persönliche

Rathausplatz

Kundenbetreuung

bemüht,

ziemlich hartnäckig war. In der Schlange vor Rosa eine junge Mutter mit noch jüngerem Kind. “Schon süß die Kleinen. Ich hätte auch gerne so was”, posaunte mir der Kellner

rischen Gebäude auf dem Rathausplatz nicht

Als Kompromiss-Finder von Seiten der

entgegen. “Hm, ja, schon möglich”, meine

gestattet ist, einen Vorbau an die Fassade

Stadt tritt beim Denkmalschutz Stadtmu-

Antwort. Doch ihm war das scheints nicht

anzuhängen. Dort war übrigens die Lösung,

seumsleiter Thomas Pulle auf: „Ich bin An-

genug und so palaverte er munter weiter

dass der Verkaufsstand einen halben Meter

sprechpartner für die Hausbesitzer und die

in Richtung Rosa. “Sind Sie verheiratet?

Denkmalschützer, die auch entscheiden.“

Verlobt? In einer Beziehung? Nein? Super!

Das Kulturamt bemüht sich, das historische

Wollen Sie dann nicht vielleicht ein Kind

Stadtbild zu bewahren. „Das funktioniert

mit mir machen?”, sprachs und grinste mir

sehr oft“, ist Pulle überzeugt. Warum die

frech, aber durchaus mit ernsten Absichten

Stadt bei den noch vorhandenen baulichen

entgegen. Ich muss zugeben, mir verschlägt

Schandflecken nicht durchgreift? „Weil die

es selten die Sprache, aber diesmal also

Häuser Privatbesitzern gehören und nicht

Premiere. Verdammt, war mir das peinlich.

der öffentlichen Hand. Die kann da gar nichts

Und er setzte noch eins drauf, in 1.000fach

vorrückt. Und das rote Firmenschild ist dem

tun, das liegt im Interesse der Eigentümer.“

erlaubter und zulässiger Dezibelstärke, die

Denkmalamt nicht bekannt. Oder das Verbot

Die haben allerdings die Verpflichtung, das

in solch delikater Angelegenheit angebracht

von Sonnenkollektoren auf einem denkmal-

Besondere in seiner Besonderheit zu erhal-

gewesen wäre! Ich war in den Startlöchern

geschützten Gebäude auf dem Riemerplatz,

ten – und bekommen für die Mehrkosten

zum möglichst schnellen Abtauchen, da hol-

„diese würden auf dem eindrucksvollen

auch Geld vom Staat. Trotzdem ein Tipp von

ten mich noch im letzten Augenblick seine

Dach einsichtig sein. Wir haben leider keine

Thomas Pulle: „Wer nichts mit dem Denk-

Worte ein. “Überlegen Sie sich’s. Ich würde

Ersatzdachfläche und daher keine Kompro-

malamt zu tun haben will, sollte sich kein

gerne ein Kind mit Ihnen machen, das ist

misslösung gefunden“, so Kohlert.

denkmalgeschütztes Haus kaufen.“

mein Ernst!” Rosa ist wohl doch nicht offen

„Wer nichts mit dem Denkmalamt zu tun haben will, sollte sich kein denkmalgeschütztes Haus kaufen.“ | Thomas Pulle

für so viel neuen Horizont. Und wird es wohl auch nie sein. So nicht. – 17 – MFG


MFG URBAN

Der Sprunghafte Seit Jänner 2011 ist St. Pölten um ein Kaffeehaus reicher. Das Addo’s in der Kremsergasse erfreut mit afrikanischem Design und europäischer Kaffeehauskultur. Sein Betreiber Eugene Addo erzählt, wie man’s macht.

TEXT: Thomas Fröhlich Fotos: LUKAS KROUPA

„Dort,

wo ich herkomme, sagt man: Es ist besser, mit drei kleineren

haus“, erzählt er weiter. In St. Pölten, „der Landeshauptstadt“, sollte es

Sprüngen ans Ziel zu gelangen, als sich mit einem großen das Bein zu bre-

sein. Wollte er ursprünglich das von Didi Mateschitz konzipierte Salzburger

chen.“ Meint Eugene Addo. Kaum ein Sprichwort trifft seine Lebensphi-

Afro-Café als Franchisenehmer bringen, entschied er sich schließlich für

losophie besser. Und blickt man sich im Addo’s in St. Pölten um, muss

etwas Eigenes: „Mit eigenständigem Styling und meinem Namen drauf!“

man gestehen: Die Sprünge haben sich durchaus gelohnt. Afrikanisches

Nur punkto Kaffee- und Teesorten gebe es Zusammenarbeit mit Mate-

Design trifft hier auf europäisches Kaffeehausflair. Und das ohne Bruch-

schitz. Im ehemaligen Café Melange fand er die idealen Räumlichkeiten.

stellen, ohne ein Das-passt-aber-jetzt-gar-nicht-z’samm! Weil’s eben ganz

Wie Addo Österreich und die Österreicher empfinde? „Die Sprache ist

selbstverständlich rüberkommt, was das Publikum auch zu schätzen weiß.

wichtig. Ich spreche sicher nicht perfekt deutsch – aber wenn du die Lan-

Addo ist niemand, der Dinge erzwingt. Die Rahmenbedingungen müssten

dessprache sprichst, kannst du auch auf die Leute zugehen, mit ihnen re-

schon auch stimmen. Aufgewachsen in Ghana, jahrelang Betreiber eines

den.“ Und ihnen im Bedarfsfall den Wind der Vorurteile aus den Segeln

Restaurants in den USA, nannte er vor neun Jahren sein erstes Lokal in Ös-

nehmen. Ein paar Unverbesserliche gebe es halt, wie überall. Addo wird

terreich – im idyllischen Melk – programmatisch „Na und“. „Denn ob ich’s

nachdenklich. „Aber ich habe ja diesem Land auch etwas gegeben“, ist

nun schaffe oder versage – ich bin nicht der erste, dem das passiert.“ Kurt

er überzeugt und lacht: „Ich bin ja nicht nur zum Essen hergekommen.“

Ostbahns „Mir is’ wurscht!“ fällt einem da ein. Was aber in Wahrheit das

Und das werde auch honoriert. Er erinnert sich: „Als ich in St. Pölten ankam,

genaue Gegenteil von Wurschtigkeit darstellt. Also die Verwirklichung von Träumen

habe ich noch am Bahnhof

ernsthaft angehen, hart daran

geschlafen.“ Ein wenig stolz

arbeiten, aber nicht gleich alles

darf er also schon darauf sein,

zur Existenzfrage hochstilisieren.

was er seitdem geschaffen

Nach drei erfolgreichen Jahren

hat. „Meine Heimat ist inzwi-

„Na und“ übernahm Addo dann

schen Österreich. In Afrika bin

das angesehene Melker Hotelre-

ich eigentlich ein Fremder.“

staurant „Schwarzer Wirt“. „Das

Wie seine Zukunftspläne aus-

war von Null auf Hundert“, grinst

sehen? „Addo’s und Schwarzer

er. „Es ist ja kein kleines Lokal.“ Mit

Wirt weiter machen. Das geht

österreichischer und afrikanischer

schon, wenn man gute Mitarbei-

Küche erfreut es sich nach wie vor

ter hat.“ Und seine Frau Gina un-

höchster Beliebtheit. „Seit zwei Jah-

terstütze ihn ja auch großartig.

ren hab’ ich die Idee für ein Kaffee-

„Und vielleicht noch eine Cock-

S

V

tailbar. Oder ein Weinlokal.“

„Ich spreche sicher nicht perfekt deutsch – aber wenn du die Landessprache sprichst, kannst du auch auf die Leute zugehen, mit ihnen reden.“ Und wo könnte man das besser tun, als im Addo‘s?!

Ein weiterer Sprung für Eugene Addo. Na und? – 18 – MFG

MFG


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09.05.2011 12:51:31


Sauer macht lustig!

TEXT: JoHaNNes Reichl Foto: Höllerschmid

„Was soll man über eine Fahrschule schon Interessantes erzählen?“, fragt Richard Mader, Inhaber der Fahrschule Sauer, eingangs des Gesprächs, und man fragt sich, ob er die Frage ernst meint oder ob sie einer gewissen Tiefstapelei entspringt? Denn

warum sollte man über eine Fahrschule

lität sichert und Identität sowie Zusammenge-

hack mit seinen typischen Reflexen hält er hin-

mehr oder weniger berichten als über erfolg-

hörigkeit schafft!“ Und einer, der richtige Ant-

gegen wenig.

reiche Immobilientycoons oder Industriekapi-

worten auf den sich wandelnden Markt bringen

Eine Hauptaufgabe seiner Person in der Wirt-

täne. Letztlich geht es um besondere Unter-

soll. „Die Fahrschulen entwickeln sich ja im

schaftskammer liegt dabei gar nicht so sehr in

nehmer, um besonderen wirtschaftlichen Erfolg

Kern weg von der reinen Ausbildung hin zur

öffentlichkeitswirksamen Auftritten, sondern

– und diesen kann man Richard Mader schwer-

Weiterbildungseinrichtung, was Aspekte wie

„es geht, da wir die bei weitem stärkste Frak-

lich absprechen. Seine Fahrschule ist nicht nur

Mehrphasenführerschein,

Berufskraftfahrer

tion darstellen, auch um die bestmögliche In-

eine der größten des Landes, sie ist v. a. eine,

etc. mit sich bringen.“ In Zukunft vielleicht auch

teressensvertretung innerhalb der Wirtschafts-

die es geschafft hat, mit mehr als nur Fahrtrai-

die heiß-diskutierte Fahrtauglichkeitsprüfung

kammer, die ihrerseits ja wieder in sämtliche

ningsstunden und Theoriepauken assoziiert zu

für Senioren? „Das ist ein heikles Thema, weil

wirtschaftsrelevanten Prozesse im Staat ein-

werden. Die Fahrschule Sauer steht heute für

wo setzt man an? Das reine Alter sagt ja noch

gebunden ist – das darf man nicht unterschät-

Spaß, Teilhabe, Leben, Lebendigkeit – nicht zu-

nicht aus, ob jemand fahrtüchtig ist oder nicht,

zen!“ Zudem sei man in der ÖVP „natürlich

letzt dank legendärer Slogans wie „Mit Vollgas

und man kann mit Erfahrung auch viel kompen-

Schnittstelle für wirtschaftsrelevante Themen.“

zum Führerschein“, die aber weit mehr sind als

sieren. Ich denke aber, sofern das nicht irgend-

Warum es ihn überhaupt in die Wirtschafts-

nur spritzige PR-Slogans. Im Grunde genom-

wann einmal die EU von oben verordnet, wird

politik gezogen hat, erklärt Mader folgender-

men offenbart sich darin Maders unternehme-

es keine Fahrschulausbildung für Pensionisten

maßen: „Vor einem Jahr noch haben wir von

rische wie persönliche Grundphilosophie. „Ich

geben – da traut sich politisch keiner drüber.“

der Wirtschaftskrise gesprochen, jetzt reden

habe das Glück in einer Branche zu arbeiten,

wir von einem stabilen Wachstum, gleichzei-

die mir einfach Spaß macht – und das ist am

Mit Vollgas in die Politik.

In die Politik

tig hören wir, dass die USA theoretisch keine

wichtigsten! Das sage ich auch den Mitarbei-

„getraut“ hat sich hingegen Mader selbst. So

Bonität mehr haben – das ist hochinteressant,

tern. Wenn ihr etwas macht, etwa bei uns ar-

ist er nicht nur in der Wirtschaftskammer Fach-

diese Schnelllebigkeit und die Frage, wie hält

beiten, dann tut es mit Leidenschaft.“

gruppenvertreter der Fahrschulen, sondern en-

das der Mensch aus? Hält er es aus?“ Mader

Ein weiteres Geheimnis des Erfolges ist die Bo-

gagiert sich auch als Wirtschaftsbundobmann,

sieht bereits ein Umdenken auf allen Ebenen

denhaftung des Unternehmens zu Branchen­

wenngleich er seine Funktion nicht parteipoli-

des Lebens. „Es geht nur mehr Miteinander,

trends, die man bisweilen sogar selbst vor-

tisch betrachtet sehen möchte. „Natürlich war

darum, Stärken zu stärken, was zu einer noch

gibt. „Zum Beispiel haben wir gemeinsam mit

mir bewusst, dass der Wirtschaftsbund eine

stärkeren Spezialisierung führen wird im Ar-

Jürgen Gleiss eine Verwaltungssoftware ent-

politische Geschichte ist – daher war meine

beitsleben. Erfolgreiche Unternehmer haben

wickelt, die in 70 bis 80 Fahrschulen Österrei-

Grundbedingung, dass ich kein ‚aktiver‘ Politi-

das längst erkannt und stellen den Mitarbeiter,

chs läuft.“ Auch die eigenständige Ausbildung

ker, also kein Gemeinderat werde“, erklärt er.

den Kunden in den Mittelpunkt mit einer win-

der Fahrlehrer ist keine Selbstverständlichkeit,

„Mir geht und ging es immer darum, egal ob im

win-Situation für alle. Es geht sicher nicht mehr

für Mader allerdings ein weiterer Mosaikstein

Gespräch mit den Mitarbeitern oder bei Ver-

um kalte Gewinnmaximierung auf Kosten der

im Erfolgskonzept. „Unser Ansatz ist in allem,

handlungen in der Kammer, das Bestmögliche

Menschen, sondern es geht um vernünftige

aus dem eigenen starken Fundament des Un-

für alle herauszuholen, eine win-win-Situation

Gewinnoptimierung mit dem Menschen im Mit-

ternehmens heraus Leute aufzubauen. Das ist

zu schaffen – und das setzt immer ein Mitei-

telpunkt!“ Seine eigene Fahrschule ist ein gutes

zwar ein langfristiger Weg, aber einer der Qua-

nander voraus.“ Von parteipolitischem Hick-

Beispiel für diesen Weg.

– 20 – MFG


MFG URBAN

Lebe lieber selbständig

Eat, pray, work

Das mfg-Kolumnen-„chicken“ Althea Müller hat’s getan: Sie hat sich mit ihrer eigenen PR und Marketing-Agentur „Wild Publics“ selbständig gemacht, richtet sich damit vorwiegend an Kleinunternehmer, Vereine und Künstler. Grund genug für uns, einmal nachzufragen, wie das so ist, wenn man den Schritt in die Selbständigkeit wagt. Das

Rüstzeug für Werbung mit Bodenhaftung brachten jahrelange Job-

selbstbestimmtes Jobleben – mit dichtem Terminplan. „Seit der Gründung

erfahrungen in der Musik- und Promotion-Szene, den wirtschaftlichen

schlafe ich eher weniger“, lacht Müller, „aber das ist es wert. Ich brauche

Background und die Feinheiten in Planung und Umsetzung für machbares

kein 8-to-5, verbinde lieber Freizeit mit Job. Und es rockt, todmüde und

Marketing vermittelte das späte Studium der „Media- und Kommunika-

zufrieden ins Bett zu fallen und am nächsten Tag trotzdem ganz leicht

tionsberatung“ an der Fachhochschule St. Pölten, das 2010 abgeschlos-

früh aufstehen zu können – weil ich weiß, wofür, und es gern mache.“

sen wurde. Die Kreation liegt in den Händen von zwei Grafikern, die mit

Es ist diese Motivation, die ausschlaggebend für jeden Selbständigen ist,

an Bord sind. „Normalerweise denke ich heute etwas, und morgen wird

denn ob, wann und wieviel Geld reinkommt, liegt ganz allein an einem

es umgesetzt“, erzählt Müller vom Aufbau des eigenen Unternehmens,

selbst. Die Sicherheit von Kranken- und Urlaubsgeld, die der Arbeiter oder

„diesmal war es ein Prozess von zwei Jahren, in dem der Wunsch im-

Angestellte in Österreich genießt, fällt weg. „Aber ich glaube auch nach

mer mehr gereift ist, mein eigener Boss zu sein und nur noch das zu tun,

zehn Jahren Reinhackeln immer noch daran, dass Arbeit Selbstverwirkli-

was mir liegt.“ Ein Prozess, der tatsächlich wohl überlegt sein will: Denn

chung sein soll“, steht Müller zu ihrer Entscheidung, „und nur dann wirk-

viele Start-Up-Unternehmen verschwinden genauso schnell, wie sie ge-

licher persönlicher Erfolg möglich ist.“

kommen sind. Der Grund sind unrealistische Zielsetzungen, löchrige Finanzpläne und schlechtes Self-Marketing. So dauerte im Fall von „Wild

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Publics“ (nach den ersten Gründungsmaßnahmen wie Idee, Ziel(gruppen)

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durch die Wirtschaftskammer, aber auch Freunde und Bekannte, sechs Monate. Jetzt aber rennt das Werkl. „Ich habe lieber länger geplant“, erklärt Müller, „bis ich meine Idee für mich vertretbar und gut abgesichert hatte. Und habe mir ein berufliches Sicherheitsnetzwerk aufgebaut, arbeite jetzt fix als Kommunikationstrainerin und für eine Internet-Agentur. Daneben habe ich genug Zeit und Energie, um mich um mein eigenes Unternehmen zu kümmern.“ Nach unentgeltlichen Referenzleistungen, unter anderem für einen Tätowierer und den Verein „die möwe“, wird zurzeit an einem Lokal-Launch mitgearbeitet. Erste beherzte Schritte in ein – 21 – MFG


IV

Lern was in St. Pölten!

St. Pölten ist die Bildungsstadt in Niederösterreich. Mehr als 26.000 Schülerinnen und Schüler lernen hier fürs Leben. Dazu kommen noch über 2.000 Studentinnen und Studenten an der Fachhochschule und der New Design University. Bildung beginnt aber bekanntlich schon bei den Kleinsten und deshalb gibt es ein flächendeckendes Kindergartenangebot.

V


MFG ADVERTORIAL I Kindergärten ganz groSS Die Stadt führt 25 Kindergärten, zusätzlich bestehen vier private Kindergärten. 23 Standorte der Stadt sind von 7 – 16 Uhr geöffnet und es wird die Möglichkeit des Mittagessens angeboten. 1.600 Kinder besuchen die Kindergärten der Stadt. Mit einem Aufwand von über 15 Mio Euro wurden zwei Neubauten und 14 Zubauten mit insgesamt 23 Kindergartengruppen in den letzten drei Jahren geschaffen.

II Pflichtschulen 1A! Die Stadt St. Pölten führt 26 Pflichtschulen und 6 Kinderhorte. 3.195 Pflichtschüler werden in 14 Volksschulen, 3 Sonderpädagogischen Zentren, 8 Hauptschulen und 1 Polytech-

III

nischen Schule unterrichtet. Zusätzlich bestehen fünf private Pflichtschulen. Schwerpunkte werden im Volksschulbereich für Musik, im Hauptschulbereich für Sport, Musik, Wirtschaft und Kommunikation, Naturwissenschaften, Ökologie, Begabungs- und Kompetenzförderung angeboten.

III Höhere Schulen und berufsbildende Schulen Wer sich in St. Pölten nach Absolvierung der Schulpflicht weiterbilden will, hat die Qual der Wahl. Vier allgemeinbildende höhere Schulen, eine Landesberufsschule, 13 berufsbildende Schulen und zwei Kollegs bilden vielfältige Möglichkeiten. Zu den größten Schulen zählen die HTL, HAK, HLW sowie die Bildungsanstalt für Gesundheits- und Sozialberufe, die Bildungsanstalt für Kindergarten- und Sozialpädagogik und die Tourismusschulen im Wirtschaftsförderungsinstitut.

IV FH St. Pölten – weltoffen & kompetent Die Fachhochschule St. Pölten feiert 2011 ein Jubiläumsjahr: Seit 15 Jahren gibt es die anerkannte Ausbildungs-Institution. Im Oktober 1996 begann die Erfolgsgeschichte der FH St. Pölten. 60 Studierende starteten im Diplomstudiengang Telekommunikation und Medien. 15 Jahre später gibt es nun 14 Studiengänge und mehr als 1.800 Studierende, ab Herbst 2011 wird das Angebot um zwei weitere Master-Studiengänge aufgestockt. 2007 übersiedelte die Fachhochschule an den jetzigen Standort in der Matthias-Corvinus-Straße. Der

II

Neubau ermöglicht eine Top-Ausbildung mit der neuesten technischen Einrichtung. Die Studierenden werden weltoffen und fachkundig auf ihren beruflichen Werdegang vorbereitet. Professionalität, Innovation, Kreativität, Engagement und Begeisterung sind die Prinzipien der Leistungsorientierung.

V New Design University – Privatuniversität der Kreativwirtschaft Die Privatuniversität der Kreativwirtschaft – besser bekannt als New Design University – bietet zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten für kreative Köpfe an. Das Studienangebot wurde durch die im September 2008 akkreditierte Fakultät Technik erweitert. Die New Design University ist die erste tertiäre Bildungseinrichtung mit den Themen Design und Technik in Niederösterreich und hat ihren Sitz in St. Pölten. Eigentümerin und Initiatorin ist die WKNÖ. Die NDU hat seit ihrer Akkreditierung im Jahr 2004 bereits eine führende Position in der Design-Ausbildungslandschaft Österreichs über-

I

nommen. – 23 – MFG


Der Bauherr als Philosoph TEXT: Johannes Reichl Fotos: Hermann Rauschmayr

Und so betrete ich an einem schönen Mai-Tag durch eine Schiebetür die

Wie stellen Sie sich die Firmenzentrale einer Wohnungsgenossenschaft vor? Grau vielleicht, möglicherweise alles ein bisserl angejahrt – so im Style der späten 60’er. Biedere Menschen in engen Büros, davor nervöse Bittsteller, die auf eine Wohnung hoffen. Der Chef selbst eine Art humanuides Abziehbild all dessen – ein eher trockenes TechnokratenGewächs vielleicht. Nun, das Schöne an Klischeebildern? Sie sind da, um gebrochen zu werden.

Allgemeine Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft St. Pölten. Die Institution feiert heuer ihr 90-jähriges Bestehen. Grund genug, dem wohl größten „Vermieter“ der Stadt einmal einen Besuch abzustatten. Drinnen entfaltet sich ein kleines, offenes Foyer, das zugleich Warteraum ist. Ich nehme auf einem pinken poppigen Stuhl – von wegen bieder – Platz, gönne mir einen der bereitliegenden grünen Äpfel und schlage die kurze Wartezeit mit dem aufliegenden „Spiegel“ tot. Auch später beim Rundgang werde ich manch Überraschung erleben, etwa den großen Sitzungssaal mit versenkbarem Mega-Flat-Screen oder die transparenten, mit Glaswänden getrennten Büros, in welche Einsteins berühmte Rede „Mein Glaubensbekenntnis“ eingraviert ist. Alles in allem zu viele „Zufälle“ – hier schlägt sich eindeutig eine Handschrift nieder, und zwar jene des Obmannes und Geschäftsführers Willi Gelb. In gewisser Weise sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Zahlreiche Wände werden von Bildern aus der Hand Gelbs geziert. Die Begrüßung fügt sich ganz gut in den Ersteindruck ein. Als mich der „Hausherr“ abholt, bin nämlich nicht ich – der Journalist – derjenige, der die erste Frage stellt, sondern Gelb. „Können Sie mir sagen, was Chanel Nr. 5, Einsteins Relativitätstheorie und die Allgemeine Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft miteinander verbindet?“ Mein Achselzucken quittiert er mit einem gutmütigen Lächeln. „Das Gründungs- bzw. Entdeckungsjahr 1921. Und so wie Chanel epochal für den Duft, die Relativitätstheorie epochal für die technische Entwicklung war, so war es unsere Wohnungsgenossenschaft für den St. Pöltner Wohnbau!“

„Albert Einsteins ‚Glaubensbekenntnis‘ spricht mir aus der Seele“, so Willi Gelb. Teile der Rede sind an die Glaswände der Büros eingraviert.

Der Direktor geleitet mich in sein Büro, wo mein Blick auf die „ZEIT“ fällt, die auf einem Kasten liegt. „Das ist meine Wochenendlektüre!“ Daneben, das sieht das Zeitungsmacher-Herz gern, auch die letzte Ausgabe von – 24 – MFG


MFG URBAN MFG. Eine Kollegin schenkt uns noch schnell Wasser ein, „osmotisches,

wiesen haben, auch Bürgermeister Matthias Stadler diesen Weitblick und

gereinigtes“, wie sie mich aufklärt, währenddessen lasse ich meinen Blick

diese soziale Verantwortung lebt“, einen hohen Anteil an der positiven

ein bisschen herumstrawanzen. Was dem besonders gefällt sind der Mes-

Wohnsituation der Stadt. „Wir haben nach dem Krieg und seinen verhee-

serschmidt-Kopf oder auch Einsteins berühmter Zungenzeiger als Gipsbü-

renden Folgen im Zusammenwirken mit Land, Stadt und anderen Genos-

ste – keine Frage, hier wohnt das Augenzwinkern, der Humor – für Gelb die

senschaften das Wohnungsproblem gelöst!“, führt er stolz aus.

höchste Tugend überhaupt.

Gelb liefert auch konkrete Zahlen als Unterfutter, um die Bedeutung der

Was mich allerdings „irritiert“ – am Schreibtisch ist kein Computer zu fin-

Wohnungsgenossenschaft hervorzustreichen. „Als ich 1965 in der Woh-

den. „Was wichtig ist, schreibe ich mit der Hand auf“, erklärt der Direk-

nungsgenossenschaft begonnen habe, hat sie ca. 400 Einheiten verwaltet,

tor und verweist auf einen bereitliegenden Block neben dem Telefon: „Ich

die seit ihrer Gründung 1921 unter Bürgermeister Hubert Schnofl gegrün-

habe zum Glück großartige Mitarbeiter, und heute ist meine Aufgabe nicht

det worden waren. Heute sind es 9.000 in 56 Gemeinden, allein in St. Pöl-

mehr, irgendwelche Briefe zu schreiben.“ Die Aufgabe, ja die Kunst des Ob-

ten rund 4.400! Wir haben 12.000 Mieter – das entspricht ca. einer Stadt

mannes bestehe vielmehr darin „eine gewisse Erdung zu den Menschen

von der Größe Herzogenburgs plus Böheimkirchen!“

zu haben, im Sinne einer prosperierenden Genossenschaft die Trends und

Wobei man mittlerweile nicht nur im Wohnungssektor aktiv ist, sondern

Wünsche zu erkennen und bei ihrer Umsetzung mitzugestalten.“ Nach-

auch diverse öffentliche Gebäude umgesetzt hat, etwa ein Studenten-

satz: „Da kommt mir meine Lebensneugierde sehr zu Hilfe!“

wohnheim, ein Seniorenwohnheim, ein Wohnheim mit besonderen Bedürfnissen, ein Gemeindezentrum oder eine Polizeidienststelle.

Andere Zeiten, selber Zweck. Früher – ganz am Anfang – waren Bü-

Der Hauptfokus liegt aber nach wie vor am Wohnsektor, wobei man hier

roarbeiten durchaus noch Teil Gelbs Agenda. Das war 1965, als der Han-

– dem gesellschaftlichen Wandel entsprechend – stets mit der Zeit gehen

delsschulabgänger nach einjähriger Arbeit in der Diözesanfinanzkammer

muss. Wo liegen nach Gelb die aktuellen Wohntrends, vom Dauerbrenner

bei der Wohnungsgenossenschaft landete. „Ich war damals Mädchen für

Jungfamilien jetzt einmal abgesehen? „Zum einen gibt es viele Menschen,

alles. Die Kontoauszüge haben wir noch aus dem Schließfach in der Bank

die im Alter von einem Haus in eine Wohnung ziehen möchten, weil halt

geholt, zu Fuß oder mit dem Dienstrad. Zum Telefonieren ging man auf

die Arbeit im Garten vielleicht zu beschwerlich, das Haus zu groß gewor-

die Post“, schmunzelt er über den Wandel der Zeit und wirft einen verschmitzten Blick auf sein Handy. 1979 wird Gelb, der sich neben seinem Job mittlerweile zum Immobilienmakler und –verwalter weitergebildet hat, Leiter der Genossenschaft. 1990 auch ihr Obmann. Heute, könnte man sagen, ist er Pars pro toto – denkt man an die Allgemeine Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft, denkt man unweigerlich an Gelb und umgekehrt. „Es ist schon bemerkenswert, wie sehr sich die Zeiten geändert haben“, sinniert er, eines sei aber immer gleich geblieben. „Unser Zweck: Wir sind gemeinnützig!“ Und das mache den großen Unterschied aus. „Es gibt ja unterschiedliche Formen von Genossenschaften. Da fällt einem als größte zumeist die Raiffeisen ein. Aber wir sind eben eine sehr spezielle – bei uns steht nicht der Gewinn im Mittelpunkt, sondern immer der Mensch!“ Zwar sei man ebenso der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und zweckmäßigen Verwendung verpflichtet – was nicht zuletzt den Erfolg der Genossenschaft ausmache – „aber die Idee der gemeinnützigen Genossenschaft ist generationenübergreifend. Die Erträge werden wieder eingesetzt für weiteren Wohnbau. Dieser Grundgedanke ist ein ursozialer mit weitreichenden Folgen auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung“, ist Gelb überzeugt. Immer wieder ins Spiel gebrachten Diskussionen, welche etwa die Wohnbauförderung in Frage stellen, kann der Direktor daher überhaupt nichts abgewinnen. „Die Wohnbauförderung gehört nicht abgeschafft, sondern im Gegenteil an die heutigen Verhältnisse angepasst. Es gibt in Wahrheit nichts Wesentlicheres, als leistbaren Wohnraum zu schaffen, weil damit das gesamte Wohlbefinden eines Menschen nachgelagert ist. Muss er, weil er es sich nicht leisten kann, in desolaten Verhältnissen wohnen, wird er keine Kinder in die Welt setzen, er wird eher krank werden, wird nicht so gute Leistungen am Arbeitsplatz erbringen etc.“ Die Gesamtgesellschaft würde dadurch in eine negative Spirale geraten, die sozialen Sprengstoff birgt. Und der freie Markt könnte das nicht regeln? Gelb schüttelt energisch den Kopf. „Nein, weil hier ja keine Gesinnung dahintersteckt, sondern Gewinnorientierung. Der Grundsatz bei Gemeinnützigkeit ist immer: Zuerst geben, dann nehmen – nicht umgekehrt.“

Wohnen am wichtigsteN.

Letztlich, so ist Gelb überzeugt, dass im

Hinblick auf die Prosperität einer Stadt der Wohnbau „die wahrscheinlich wichtigste und primärste Aufgabe überhaupt ist.“ Gerade die Wohnungsgenossenschaft habe, „weil unsere Bürgermeister immer Weitblick be– 25 – MFG


MFG URBAN

„Die ZEIT ist meine Wochenendlektüre“, verrät Willi Gelb. Daneben lag MFG-Das Magazin - das freut das Zeitungsmacherherz.

Das Bild des Vaters. Willi Gelb ist kein Mensch, der in der Vergangenheit lebt, aber er ist sich ihrer bewusst und zieht seine Lehren daraus.

den ist. Diesbezüglich bemühen wir uns solche Wohnungen, auch die spe-

Der Ehrenringträger. Wie z.B. die Siedlungshäsuer in der Franz Peer

ziellen Bedürfnisse dieser Menschen berücksichtigend, umzusetzen. Dann

Siedlung, die in den 60’ern entstanden sind. Jene Zeit, als auch er in die

haben wir natürlich das Phänomen, dass heute viele Paare nicht mehr

Genossenschaft eingetreten ist! Seither begleitet er diese Generationen

unbedingt im selben Haushalt leben, sondern beide ihre eigene Wohnung

wohnraumtechnisch über die Wohnungsgenossenschaft, seit 32 Jahren

behalten möchten. Da bedarf es kleinerer, moderner Einheiten. Auch das

in führender, prägender Funktion, wofür er heuer seitens der Stadt mit

bieten wir an!“ Im Übrigen, das ist Gelb wichtig zu betonen, „in hoher Qua-

dem Ehrenring ausgezeichnet wurde. „Das ist eine schöne Bestätigung

lität. Wir sind sicher nicht die Billigmeier, sondern die Innovativen. Auch in

und Anerkennung!“ Zugleich sei es aber auch ein Auftrag „mich weiterhin

Sachen nachhaltiger Sanierung waren wir vielfach Vorreiter! Unsere Dop-

nutzbringend für diese großartige Stadt einzubringen. Ich bekomme durch

pelhäuser haben Niedrigenergiestatus, wir bauen nach wie vor mit Ziegel

meinen Beruf so viel an positiver Energie, ich möchte einfach auch etwas

– unsere Häuser bestehen auch noch in der 3., 4. Generation!“

von mir zurückzugeben.“ Und das ist viel – Gelbs Bilanz spricht für sich.

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KULTUR | SHORTCUTS

Nowhere Boys

von Thomas Fröhlich

Zum

Ärgern: Ist Ihnen schon aufgefallen,

dass eine – ganz passabel subventionierte – Kulturinitiative gleichsam durch Unsichtbarkeit glänzt? Obwohl sie ja am Spratzerner Kirchenweg angeblich für alle da sein will? Von dem einmal im Jahr stattfindenden Happening „Parque del Sol“ nämlich abgesehen, erfährt der nicht verhaberte Stadtmensch

Rätselraten um Film am Dom

Nachdem bereits im Vorjahr „Film am Dom“ nicht umgesetzt wurde – mit dem Hinweis, dass

immer nur dann von LAMES, wenn wieder

man nur „pausiert“ – befürchten eingefleischte Fans, dass das Filmfestival auch heuer wie-

einmal die Kacke am Dampfen ist, sprich:

der flachfällt. Zum einen wegen der archäologischen Grabungen am Domplatz, zum anderen

das

genutzte

aufgrund der Unrentabilität (im Vergleich zum größeren Bruder am Rathausplatz). Bei Cinema

Areal durch „böse“ Wohnbaugenossenschaf-

Paradiso gibt man sich bis dato zugeknöpft. Eine Antwort könne man noch nicht geben, im

ter bedroht wird. Weil da ja ein für alle St.

Juni werde dazu allerdings eine Pressekonferenz stattfinden.

Pöltner wichtiger Ort gefährdet sei, der das

Voll angelaufen sind dafür die Bauarbeiten für den aufgrund der hohen Subventionsmittel

Kulturleben nachhaltig bereichere. Nur: Im

nicht unumstrittenen dritten Saal. Er soll bereits Ende des Jahres in Betrieb gehen!

alternativ-schrebergärtlich

„Entre nous“-Status wird das, fürcht’ ich, den meisten schlichtweg wurscht sein. Und

Progressive Factory

was dann …?

w

Die Anspielung auf

Andy Warhols Factory scheint unbestreitbar. So versteht Zum Freuen: So spannend wie in den letzten

sich auch die progressive factory als offener, kreativer

Monaten war das Cinema Paradiso schon

Raum, wo „ohne Grenzen frei gearbeitet, experimentiert

lange nicht. Ob nun die stimmungsvolle End-

und entwickelt wird“, wie Christan Munk verrät. Das Er-

zeitelegie „The Road“, der anarchische Polit-

gebnis sind Installationen, Performances oder auch Pro-

Splatter „Machete“, die hinreißende Alien-

duktentwicklungen: „Die Burschen machen echt freakige

Romanze „Monsters“, das swingende John

Sachen!“, meint ein Fan und meint es als höchstes Kom-

Lennon-Biopic „Nowhere Boy“, der wunder-

pliment. Einen Eindruck der Arbeit der progressive factory

bare Western „True Grit“ oder das Tränen

kann man sich am 16. Juni am Rathausplatz verschaffen.

Epos „Winter’s Bone“ – das Programmkino verwöhnt derzeit mit großartigen (Genre)

Theater zum Angreifen Mitmachen und kre-

Streifen und Pop-Glamour. Die Protago-

ativ sein, statt still sitzen und Schulbank drücken. Das Lan-

nisten: Leidenschaften, große Gefühle, ewige

destheater ermöglicht Kindern und Jugendlichen, Theater

Herzrhythmusbeschleuniger wie Angst oder

zu erleben und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Liebe. Jenseits seelen- und hirnloser Explosi-

„Theatervermittlung versteht sich als Freiraum für Schüler,

onsorgien wie auch gut gemeinter filmischer

fern von Strukturen, die im Alltag oft dominieren. Wir wol-

Wellness-Sedativa gibt es nämlich ein Film-

len mit unseren Workshops Lust auf Kultur machen, Talente

schaffen, das verführt, begeistert, liebt,

fördern und entdecken“, so Theatervermittlerin Simone

hasst, schwitzt und manchmal auch (herz)

Uhrmeister. Die Workshops sind für unterschiedliche Alters-

blutet. Rock’n’Roll, wenn Sie so wollen. Pa-

gruppen konzipiert – von Kindergarten bis Oberstufe.

radiesisch. – 28 – MFG

Foto: zVg, fotolia, Rauschmayr

der Rührung verursachende White Trash-

C 3


Foto: Rauschmayr shoots Pocket Rocket

Probier doch mal was Neues aus!

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ntag Jeden Samstag und Son ten! köstliche Grillspezialitä Cybersports I Bowling I Billard I Bar 3100 St. Pölten I Ratzersdorfer See

Credit: Helge Wöll

NEU: Sandstrand/Terrasse am Ratzersdorfer See!

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TEXT: Johannes Reichl Fotos: Simon Höllerschmid

Ausbruch aus dem Hamsterrad Es hatte etwas Bezeichnendes: Zum einen wählte Martin Lammerhuber zur Präsentation seines Bucherstlings „ZeitT!RAUM“ einen vermeintlich zeitlosen Ort – die Schallaburg –, zum anderen kam manch Gast einigermaßen gestresst auf den berühmten letzten Drücker, weil die Zeit knapp geworden war.

den steten Stress („Dieses Wort gibt es für mich gar nicht!“) lamentieren. Dennoch dürfte über die Jahre, in denen der Manager „bisweilen eine sechseinhalb Tage Woche hatte und 85-95 Stunden pro Woche arbeitete“ ein gewisses Unbehagen oder zumindest Umdenken herangereift sein, das letztlich in der Erkenntnis mündete, „dass es so nicht weitergeht. Ich möchte kein Getriebener sein, zähle nicht zu jenen, die sich ausschließlich über den Beruf definieren. Da gibt es noch mehr, einen tieferen Sinn!“ Freilich einen, der – möchte man ihm nachspüren – Zeit bedarf! So betrachtet ist das Buch selbst schon Ergebnis dieses Selbstreflexionsund Erkenntnisprozesses, zum einen Ausdruck „meiner Sehnsucht nach mehr Ruhe, mehr Sein, mehr ich, mehr Tiefe“, zum anderen aber auch Manifestation des Willens, nicht nur davon zu reden, etwas zu ändern, sondern es auch zu tun.

Ausstieg aus dem Hamsterrad.

Lammerhuber trifft damit einen

Nerv der Zeit. Viele fühlen sich gehetzt, reden von der „Schnelllebigkeit der Zeit“, der sie nicht mehr gewachsen sind. Die Gazetten sind voll mit Berichten über DIE neue „Modekrankheit“ Burnout. „Natürlich hab ich auch die Gefahr gefühlt, dass der Motor heißläuft. Es gibt ja permanent Warnsignale, aber man fährt halt weiter, weil man glaubt, es ist noch grün, obwohl es vielleicht schon längst rot ist.“ Wobei Lammerhuber auch in vermeintlich banalen Dingen Warnsignale erkennt. „Es gab Zeiten, da war ich vielleicht zweimal im Jahr in meinem Garten, und die Felder hab ich erst bemerkt, als sie schon abgeerntet waren.“ Kurzum, das „normale“ Leben rinnt an einem vorbei, ohne es zu merken. „Heute gehe ich viel bewusster durch die Welt, schaue etwa ganz bewusst der Baumblüte zu, genieße die Natur – das muss man auch lernen!“ Es geht also gar nicht um die großen, immer zeitintensiven Würfe, sondern primär um die kleinen, vielleicht auch nur Augenblicke währenden Schritte.

Dass aber alle kamen, war den meisten der Geladenen schlichtweg ein

Wichtig ist letztlich nur, dass man sie setzt, denn „aus einem Hamsterrad

Herzensanliegen, wie der übervolle Saal bewies. Zum einen, weil Lam-

kann ich noch selbst aussteigen, aber wenn ich einmal in die Zeitzentri-

merhuber einfach ein sympathischer Zeitgenosse ist, zum anderen, weil

fuge gerate, wird es gefährlich.“

er in seinem Buch genau jenen Themenkreis aufgegriffen hat, der eben

Lammerhuber, der Vielarbeiter, gibt in seinem Buch daher unter dem Titel

sovielen selbst auf der Seele brennt: Zeit – sowie das Gefühl, keine oder

„ZE!T-FREUDE“ bzw. „ZE!T-NEU“ auch ganz konkrete Tipps, wie man aus

zu wenig davon zu haben oder, um der Wahrheit die Ehre zu geben,

dem Hamsterrad ab und zu aussteigt. Viele davon klingen unspektakulär,

sich zu wenig zu nehmen für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.

aber letztlich sind sie gerade in ihrer Einfachheit ganz bewusste Akte des

Schließlich lag da auch noch eine Frage im Raum, deren Klärung man im

Sich-Zeit-Nehmens. Da ist z. B. die Rede davon einen Spaziergang zu un-

Zuge der Buchpräsentation erhoffte: Ausgerechnet Martin Lammerhuber,

ternehmen, sich ein Gläschen Wein zu gönnen, ein Licht zu entzünden,

umtriebiger Marketingleiter der NÖN, Topmanager, ständig unter Strom-

früh aufzustehen und den Sonnenaufgang zu genießen, kalt zu duschen,

Stehender, humanoide Form des Duracell-Häschens, gerade dieser ver-

einen Fasttag einzuschieben oder persönliche Kraftplätze zu definieren.

meintlich „Zeitlose“– er schreibt über Zeit?

Praktiziert er das auch alles selbst? „Bis auf ein, zwei Sachen habe ich

Ja – gerade er, weil er weiß, wovon er spricht! Und, dies war eine weitere

schon alles selbst ausprobiert, was im Buch steht.“

Überraschung, er tat es nicht etwa im „schnittigen“ Werbedeutsch oder

Und er hat für sich einen ganz besonderen persönlichen Kraftplatz ge-

im trockenen Manager-Jargon, sondern in Form von Lyrik, also direkt aus

funden: den Attersee. Dorthin „entflieht“ Lammerhuber immer wieder

der Seele heraus.

zwischendurch, um die Seele baumeln zu lassen, mit den Vermietern

Die Sehnsucht.

ausgedehnt zu plaudern, einfach nur für sich zu sein oder „verrückte Sa„Ich arbeite seit 20 Jahren auf Hochtouren, seit 10

chen zu machen. Etwa am 25. Dezember in den See baden zu gehen –

Jahren bei den NÖN – und das macht mir Spaß, ich bin sozusagen ein

natürlich wissend, dass in der Wohnung die warme Badewanne wartet“,

zeitvoller Lustarbeiter“, stellt Lammerhuber eingangs des Gesprächs

schmunzelt Lammerhuber und zeigt ein Beweisfoto am Handy. Dabei

gleich klar, dass er nicht etwa zu jenen gezählt werden möchte, die über

war die Wohnung am See selbst schon wieder so ein Emanzipationsakt –

– 30 – MFG


MFG KULTUR

hat. „Als ich ihr von der Idee erzählt habe, meinte sie bloß ‚Martin, wenn

© 2011, Martin Lammerhuber

einen, den er dank des Zuspruches seiner Frau auch wirklich umgesetzt Zeit-luxus

das deine Sehnsucht ist, dann tue es´!“ Überhaupt dürfte ihm seine Frau

Am Morgen im Bett liegen & ein Buch lesen.

stets den Rücken gestärkt haben, „sie hat mich immer akzeptiert mit meinen Stärken und Schwächen“, während bei anderen Teilen der Familie seine Arbeitswut oft auch auf „völliges Unverständnis gestoßen ist. Die haben gemeint, warum ist er nicht da, warum ist ihm die Arbeit wichtiger.“ Nachsatz: „Ich habe sicher auch Zeit vergeudet.“ Allerdings nicht nur für sich oder nur für die Arbeit, sondern Lammerhuber ist auch ein sozial sehr engagierter Mensch. Er ist bei den Lions, in einer Selbstbesteuerungsgruppe, besucht Senioren, macht Benefizmoderationen. Beschäftigungen, die zeitintensiv sind. „Es ist oft leicht, die Übernächstenliebe zu praktizieren. Schon schwieriger wird es mit der Nächstenliebe, und am allerschwierigsten ist die Eigenliebe. Da kam schon irgendwann der Punkt: Tu etwas für dich!“ A6_Postkarten.indd 3

07.04.11 09:46

Carpe diem. Um es auf die Spitze zu treiben, könnte man formulieren

viele andere Menschen. Man merkt Lammerhuber seine Freude an, als

„Tue etwas für dich, solange es dir vergönnt ist.“ Denn auch wenn wir

er uns die zahlreichen Mails im Posteingang zeigt. „Ich bin wirklich über-

sie für unendlich halten, so ist unsere Zeit doch bemessen, steht hin-

wältigt von den teilweise berührenden Reaktionen – da rinnt mir die

ter allem der Tod in seiner Kompromisslosigkeit. Und trifft es einen uns

Ganslhaut auf!“ Und das ist keine Floskel, sondern sie tut es tatsächlich!

nahen Menschen, werden wir brutal daran erinnert. „Der Tod meines

Mit dem Gedanken, ein Buch über Zeit zu schreiben, ging Lammerhuber

Freundes Werner Grassmann hat mich sicher am meisten beschäftigt.

schon gut sieben, acht Jahre schwanger. Hatte anlässlich seines 40. Ge-

Ich habe ihn ein paar Tage vor seinem Tod getroffen. Wir haben noch

burtstages noch Frank Hoffmann von Lammerhuber ausgewählte Texte

Ideen gesponnen, wie man das Buch promoten könnte, haben über

anderer Autoren zum Thema Zeit gelesen, so hat er nun seine eigenen

witzige Give-Aways philosophiert, Zeitpolster oder Zeitfenster, die wir

formuliert und zu Papier gebracht. Gedankensplitter, Gedichte, Aphoris-

verschenken könnten.“ Lammerhuber wirft einen nachdenklichen Blick

men, Interviewzitate oder auch von ihm selbst geschossene Fotos reihen

aus dem Fenster. „Er hat angespannt, unruhig gewirkt. Er war in der

sich in dem von Alexandra Höferl gestalteten Buch aneinander. Die Sehn-

Blüte seines Lebens, durchtrainiert, hatte neues Liebesglück gefunden,

sucht nach, der Kampf um, die Freude über die Zeit klingt in fast jedem

und plötzlich, von einer Sekunde auf die andere, ist es vorbei. Da taucht

durch. Ebenso wie die Tatsache, dass Lammerhuber sich selbst und an-

schon die Frage auf: Was ist wichtig? Was bleibt? Und man spürt schnell,

deren mit ihren Ausreden und Alibis, warum sie nicht Zeit haben, auf die

dass wir doch nicht so allmächtig sind, wie wir immer glauben.“

Schliche gekommen ist.

Der rote Faden.

Nachahmer erwünscht.

Um sich den unermesslichen Wert der Zeit im Be-

In gewisser Weise hat der Manager mit

wusstsein zu halten, hat Lammerhuber ein persönliches Totem gefun-

ZeitT!RAUM ein sehr positives und mutiges Outing gemacht, ein Stück

den: Den „berühmten“ roten Faden, den er auch im Zuge der Lesung

seiner Seele preisgegeben „Das hat auch manche Kollegen überrascht,

symbolisch in Form eines roten Wollknäuels an die Gäste verschenkte.

die gemeint haben, diese Seite kennen wir noch gar nicht an dir.“

„Den roten Faden habe ich immer bei mir“, erzählt er und zieht ein Stück

Mögen ihm viele, die mit ihrem „Zeitmanagement“ hadern, auf diesem

zum Beweis aus der Hosentasche. „Im Grunde ist er ein Wegbegleiter, ein

Weg folgen, auch weil die Zeit, wie es Lammerhuber so treffend in sei-

Schutzengerl. Er erinnert mich an meine Eigenzeit. Daran, dass ich meine

nem Gedicht „Garantiezeit“ formuliert „keine garantierte Zeit“ ist. „Wie

Zeit auch für mich nutzen muss, daran, etwas Sinnvolles zu tun!“

viele Menschen gibt es, die sagen: ‚Das mache ich irgendwann.‘ Und

Etwas derart Sinnvolles war ohne jeden Zweifel das Schreiben seines

dann läuft es anders, und zuletzt bleibt die bittere Erkenntnis ‚Ich wollte

Buches. „Es ist schön, seine Gedanken auf diese Weise auszudrücken.“

noch so viel tun, aber jetzt ist es zu spät dafür.‘“ Lammerhuber, der Viel-

Sinn gestiftet hat dies aber nicht nur für ihn selbst, sondern auch für

arbeiter, versucht das richtige Maß zu finden, sich Aus-Zeiten zu gönnen – manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg. Aber er hat ein Bewusstsein dafür entwickelt, und das ist der grundlegende Schlüssel zum

© 2011, Martin Lammerhuber

Erfolg. Und so ist der Titel seines Buches „ZeitT!RAUM“ einerseits durchaus eine Anspielung auf seine eigene Sehnsucht danach, aber zugleich auch Bekenntnis, wie traumhaft es ist, Zeit zu haben, sich Zeit zu nehmen. Freilich nur, wenn man den Traum Wirklichkeit werden lässt – sooft es geht, „und dafür ist jeder selbst verantwortlich!“ … nicht später!

„Es ist oft leicht, die Übernächstenliebe zu praktizieren. Schon schwieriger wird es mit der Nächstenliebe, und am allerschwierigsten ist die Eigenliebe. Da kam schon irgendwann der Punkt: Tu auch etwas für dich!“

Reden ist nicht nachreden, plaudern ist nicht verplaudern, sprechen ist nicht versprechen, hören ist nicht weghören, urteilen ist nicht verurteilen, jetzt ist nicht später.

A6_Postkarten.indd 2

07.04.11 09:46

– 31– MFG


MFG ADVERTORIAL Wolfgang

Puschnig, Jon Sass und Mamadou

Diabaté spielen am Freitag (19. August), Oliver Kent, Uli Langthaler und Dusan Novakov treten ebenso wie Clemens Salesny, Woody Schabata, Raphael Preuschl und Herbert Joos am Samstag (20. August) auf, den Sonntag (21. August) bestreiten Mario Vavti, Stefan Thaler und Harry Tanschek. Schau- (und Hör-)Platz ist der stimmungsvolle Innenhof des Stadtmuseums. Noch weitere Sinne berührt das gut sortierte Angebot an erstklassigen Weinen. Das alles teilt man mit Gleichgesinnten unter dem St. Pöltner Abendhimmel – drei Tage lang. Bereits die Tarife für Tagesgäste sind äußerst günstig, treuen Besuchern verschafft der Festivalpass die Gunst des noch günstigeren Kartenpreises!

Jazz im Hof - The Art of Trio

Einem geneigten Publikum mit Ausrichtung Modern Jazz bietet das Festival auch im zweiten Jahr einen Mix aus Auftritten lokaler und internationaler Musiker, arrivierte ebenso wie Nachwuchskünstler, aber allesamt von hohem Niveau.

Als Termin wurde das Wochenende 19./20./21. August fixiert. Die Programmgestaltung trägt die Handschrift jenes im Fachbereich Kultur des Magistrats angesiedelten Referats, das insbesondere als Veranstalter des internationalen Barockfestivals im Juni ein Begriff ist.

Infos: www.klangweile.at (unter „Musik und mehr“)

Wohin geht Fernsehen? Eine Frage die sich heute viele Marketing und Medienexperten stellen. Als P3tv das erste Mal Programm machen konnte - „am 12.12.1995“ - musste man per Gesetz bewegte Bilder zu Standbildern einfrieren und als Standbilder senden. Das wäre heute unvorstellbar. Das Programm von P3tv wird schon seit einiger Zeit voll digital produziert. Regelmäßig Dienstag und Freitag erscheint das Magazin aus dem Zentralraum von NÖ. Zu sehen ist P3tv heute nicht nur mehr über das Kabelnetz der Kabelsignal, sondern über Satellit, aonTV und natürlich im Internet. Das gilt auch für alle die mit iPad oder iPhone unterwegs sind.

Rudolf Vajda gründete 1995 das Privatfernsehen P3tv

www.p3tv.at


Fotos: B. Reiffenstein, Ausstellungssituation im NÖ Landesmuseum, Wallnerstraße, um 1911, H. Hurnaus, 2010, Architektur © Landesmuseum Niederösterreich

Foto: Stefan Liewehr © Landesmuseum Niederösterreich

www.landesmuseum.net Di bis So von 9 bis 17 Uhr

29.5.11 – 20.11.11

Gesammelte Vielfalt

Die Geschichte 29.5.11 – 15.4.12


Das NÖ Kulturforum lebt! Das

NÖ Kulturforum gibt

es in NÖ seit rund 35 Jahren. In der Kulturarbeit engagierte Persönlichkeiten haben es seinerzeit ins Leben gerufen, um aufzubrechen – aufzubrechen zu einer Neuorientierung der Kulturpolitik in NÖ, die damals, Mitte der Siebzigerjahre, wahrlich einen Neuanfang brauchte. Der damalige Kulturreferent des Landes, Leopold Grünzweig, gab den Anstoß dazu, und es hat sich tatsächlich eine Bewegung ergeben, die auch auf die offizielle Kulturpolitik des Landes befruchtend und ideenbringend gewirkt und die Kulturlandschaft Niederösterreichs mitverändert hat.

Prof. Gotthard Fellerer und NR Ewald Sacher, Obmann des NÖ Kulturforums, präsentierten im Blauen Saal des Palais NÖ die Weinviertler Künstlerin Elisabeth von Samsonow und ihr Buch „Elektra – Die Geburt des Mädchens aus dem Geiste der Plastik“, Edition Schlebrügge, erhältlich über das NÖ Kulturforum.

Diesem Ziel fühlt sich das NÖ Kulturforum nach wie vor unbeirrt verbunden: Wir wollen Ideenbringer sein, wir sind Förderer, wir sehen unseren Auftrag als Kulturvermittler. Nicht Angepasstheit, sondern kritisches Kulturen-

Buchpräsentation

Elisabeth von Samsonow: Elektra

gagement ist unser Weg.

Im

„Blauen Saal“ des Palais NÖ in der

löste es schließlich künstlerisch auf. Ausge-

Wenn offizielle Kulturpolitik naturgemäß das

Wiener Herrengasse präsentierte das NÖ

hend von kurzen Rückblenden auf die An-

Ergebnis eines politischen Auftrages ist, so ist

Kulturforum am 24. Mai Elisabeth von Sam-

tike und die Figur der Elektra bei Aischylos

unsere Arbeit geprägt vom individuellen, per-

sonows Buch „Elektra – Die Geburt des

und Sophokles und Bezugnahmen auf die

sönlichen Einsatz. Über einige Beispiele dafür be-

Mädchens aus dem Geiste der Plastik“.

Elektra der Jahrhundertwende – etwa in

richten wir in dieser Ausgabe von m f g, mit dem

Die im Weinviertel beheimatete Künstlerin

Richard Strauss´Oper oder in Freu/Breuers

das NÖ Kulturforum seit Jahren kooperiert.

und Autorin ist an der Akademie für Bil-

Schriften zur Hysterie – interpretierten die

Unser Schwerpunkt liegt in der dezentralen Kul-

dende Kunst in Wien als Professorin tätig

weiteren Stationen das Elektra-Thema nicht

turarbeit, in der Förderung lokaler Initiativen, in

und hat in verschiedener Weise bislang mit

mehr mythologisch oder historisch, son-

der Unterstützung regionaler Künstlerinnen und

dem NÖ Kulturforum kooperiert. Nunmehr

dern elektrotechnisch. Den Abschluss des

Künstler, in der Vermittlung kultureller und künst-

ist ihr aktuelles Buch mit Förderung des NÖ

Prozessionstheaters bildete die Ankunft

lerischer Werte an der Basis.

Kulturforums realisiert worden.

der großen Holzplastik der Elektra auf der

Wir richten unser Bestreben vor allem an die Ju-

Anfang September 2009 fand auf der

Kunstleit´n, die umgeschnitten, verabschie-

gend – unsere Aktivitäten gemeinsam mit den

Kunstleit´n in Innerschildgraben, Gemeinde

det und verladen wurde, um vergoldet in

Schulen stehen dafür.

Thernberg in der Buckligen Welt, Die Anima-

Wien in der Gallery Area 53 im Juli 2010 ge-

Wir wenden uns an alle Kulturinteressierten, die

tion der Elektra statt – eine Performance in

zeigt und wiederum „animiert“ zu werden.

nicht ohne weiteres sofort Zugang zu Kunst und

Form eines Prozessionstheaters, gestaltet

Das nun vorliegende Buch, so Samsonow,

Kultur haben, und wollen auch jene für kulturelles

von Elisabeht von Samsonow. Nunmehr

„ist eine Skulptur. Mit Hilfe eines Pinsels

Engagement gewinnen, die bislang abseits ge-

dokumentiert das vorliegende Buch Samso-

anstelle eines Schnitzeisens wurden be-

standen sind.

nows Animation der Elektra.

stimmte Teile aus einem Textkorpus – dem

Das ist unser Auftrag, den wir auch und gerade

Elektra steht für das Mädchen, dem im

Originaltext ´Die Geburt der Tragödie aus

in Zeiten verfolgen, in denen allzu oft Finanz- und

Drama der Familie bzw. innerhalb der bür-

dem Geiste der Musik´ von Friedrich Nietz-

Wirtschaftsprobleme als Hinderungsgründe vor-

gerlichen Gesellschaft bisher nur eine un-

sche – weggenommen, und zwar so, dass

geschoben werden, Kunst und Kultur als neben-

tergeordnete Position zugestanden war.

sich ein neuer Sinn einstellt. Durch dieses

sächlich abzuqualifizieren.

Zunächst wurde 2008 von Samsonow eine

Wegnehmen also entstand aus Nietzsches

Das NÖ Kulturforum freut sich über das Interesse,

große Figur für Elektra geschaffen, die nach

Text ein Katalogtext, der als idealer Rahmen

das ihm entgegenschlägt, und lädt alle Niederö-

dem ägyptischen Mundöffnungsritual „be-

die künstlerische Geschichte der Elektra-

sterreicherinnen und Niederösterreicher ein, mit

lebt“ wurde. Das im Jahr darauf veranstal-

Statue umfasst.“

uns die kulturelle Landschaft zu gestalten.

tete Prozessionstheater auf der Kunstleit´n

Das Buch kann über das NÖ Kulturforum

stellte das Problem des Mädchens dar und

bezogen werden (0664/2332651).

– 34 – MFG


MFG ADVERTORIAL

Schauen, Begreifen, Selbst aktiv werden

NÖ Kulturforum fördert Kunstvermittlungsprogramm für Schüler auf der Kunstleit´n von Innerschildgraben in der Buckligen Welt. Schauen – begreifen – selbst aktiv werden

Modul 3: Hands-on – Wir bauen ein Kunstobjekt

In der Kunst Leit’n Kunstkiste warten ab Juni didaktische Unterlagen und

Im Kunst Leit’n Stadel werden die SchülerInnen anschließend selbst tätig

praktische Materialien zur Kunstvermittlung für LehrerInnen aller Fächer

und bauen mit Steckelementen, Holzstäben und -klötzen eigene Objekte.

für die Altersstufe von 6 bis 14 Jahren. Das mit Unterstützung des NÖ Kul-

Hier können sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen und dabei ihre Geschick-

turforum entwickelte Programm für Schulen (wie auch Familien und alle

lichkeit und ihr statisches Talent erproben. Kannenmasken von Manfred

Kunstinteressierten, die mehr entdecken wollen) kann selbständig durch-

Gaderer warten in einer dritten Station auf ihren szenischen Einsatz in

geführt werden und erfordert kein spezifisches Kunstwissen. Die Unterla-

einem kurzen „Kunststück“, in dem die gewonnenen Eindrücke noch ein-

gen und Materialien stehen kostenlos zur Verfügung. Das Programm um-

mal vor der ganzen Gruppe zu einer lebendigen Form finden können.

fasst drei flexible Module, dadurch kann der Aufenthalt auf der Kunst Leit’n

Um Voranmeldung von Schulklassen wird gebeten!

zeitlich und inhaltlich an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.

Tel: 02629/2311; E-Mail: kunstleitn@walli.co.at

Modul 1: Rätselralley – Schau genau! Im ersten Modul sind die SchülerInnen dazu aufgefordert auf Entdeckungsreise zu gehen und die Kunstwerke in der Landschaft von allen Seiten zu erforschen. Ein Plan führt sie auf eine Foto-Rätselralley über verschiedene „Kunstpfade“ durch das Wald- und Wiesengelände. Fotografische Detailansichten von Kunstwerken wollen richtig zugeordnet werden – hier sind der Orientierungssinn, die Gruppenkoordination, die richtige Spürnase und das genaue Schauen gefragt!

Modul 2: Kunstgespräch – Was siehst du? Das auf der Entdeckungsreise Erschaute wird im zweiten Modul sprachlich verbalisiert. Ausgewählte „Lieblingsobjekte“ werden im Kunstgespräch erforscht – die SchülerInnen tauschen sich über ihre Entdeckungen und Ideen im Gespräch aus. Anleitungen dazu liegen für die LehrerInnen bereit: Bögen mit Fragestellungen zum jeweiligen Objekt leiten die Auseinandersetzung – beginnend mit Materialwahl, Form, Farbe, hinführend zu den im Werk behandelten Themen – an. Über den gemeinsamen Dialog mit dem Kunstwerk wird die Reflexion angeregt und ein Bezug zur persönlichen Lebens- und Erfahrungswelt der SchülerInnen hergestellt.

Ziel des entwickelten Programms ist es über die Entdeckungslust und die Phantasie der Kinder und Jugendlichen ihre Fähigkeit zur Beobachtung und zum sprachlichen Ausdruck zu stärken.

Kultur und Sozialzentrum aus eigener Kraft saniert Was

ein Verein mit seinen ehrenamtlichen,

neue Funktionalität verpasst. Damit steht ein

Wäre da nicht der Arbeitskreis Arbeiterkultur

engagierten Idealisten schaffen kann, ist im

Begegnungszentrum für alle zur Verfügung,

in Partnerschaft mit dem NÖ Kulturforum, wä-

Kremser Stadtteil Lerchenfeld zu sehen: Ohne

das von Vereinen, Gruppen und Initiativen zum

ren da nicht die Volkshilfe, Kinderfreunde, die

jegliche öffentliche Unterstützung wurde das

Selbstkostenpreis genützt werden kann.

Pensionisten als Nutzer und Unterstützer des

KS/Kultur-Sozialzentrum Volkshaus vorbildlich

Es war nicht nur bisher schon ein Ort für alle,

Volkshauses, die sich alle bemühen, mit ihren

saniert. Mit einem Aufwand von weit über

sondern wird es nach der Revitalisierung im-

Mitteln und ihrem Engagement dem Verein

100.000 Euro wurde ihm neuer Glanz und

mer mehr. Und das völlig aus eigener Kraft

Volkshaus beizustehen. Bildungsarbeit und vor

– der Verein Volkshaus Lerchenfeld hat dafür

allem Integration wird hier gelebt: Bosnische

von der Stadt keinen Cent Förderung erhalten.

und moslemische Kulturvereine sind ebenso

Krems bezeichnet sich gerne als „geheime

Nutzer wie Feuerwehr, Kleingartenverein, Mo-

Kulturhauptstadt Niederösterreichs“. Tatsäch-

dellbahnfans und viele andere, illustre Grup-

lich fließt viel Geld aus dem Kulturbudget des

pen. Alles in allem ein klagloses, ja wirklich

Landes in die Donaustadt. Kunstmeile, Kunst-

funktionierendes Miteinander, ein beispiel-

halle, Klangraum, Literaturhaus, usw. Für Pro-

haftes Modell für viele andere Städte.

jekte bzw. Objekte wie das KS-Zentrum Volks-

Das Haus ist offen – nur die kommunalen För-

haus im „roten“ Industriestadtteil gibt´s leider

dertöpfe sind zu. Doch: Idealisten lassen sich

wenig außer Versprechungen.

dennoch nicht entmutigen!

– 35 – MFG


MFG KULTUR

Sommerfestivals in der Nachbarschaft Während die großen Bühnen, auch jene St. Pöltens, ihre Pforten für die wohlverdiente Sommerpause schließen, warten die traditionellen Sommerfestivals, um den Hunger nach Klassik, Oper, Blues und Jazz zu stillen. Genial wie noch nie präsentiert sich das heurige Jazzfest Wien. Insbeson-

Im herrlichen Ambiente des Stiftshofes wird heuer in Klosterneuburg zwi-

dere in der Wiener Staatsoper marschiert ein bis dato nicht gekannter Star-

schen 13. Juli bis 2. August Mozarts Meisterwerk „Le Nozze die Figaro“ ge-

reigen auf, u. a. etwa Liza Minelli, Brian Ferry und Thomas Quasthoff mit

geben. Regie führt Jungstar Matthias von Stegmann, der auch schon in Wien

Jazzliedern etc.

und Zürich sein Talent unter Beweis stellte, als Orchester konnte die Sinfoni-

Was v.a. beeindruckt ist der „Genrewechsel“, so kredenzen auch vermeint-

etta Baden unter Vinzenz Praxmarer gewonnen werden. www.operklosterneuburg.at

liche Popstars Jazz und Bluesprogramme, wie z.B. der britische Soul und R&B Superstar Seal, der am 2. Juli mit seiner samtweichen Stimme das altehrwürdige Gebäude am Ring erfüllen wird.

Im burgenländischen St. Margarethen finden heuer zwar traditionell die

Ihm macht es am 15. Juli die 80’er Popikone Cyndi Lauper nach, die zu-

Passionsspiele statt, diesmal bedeutet das aber keine „Zwangspause“ für

letzt mit ihrem Album „Memphis Blues“, auf dem sie mit Größen wie Charlie

die Oper! Auf der kleineren Ruffini-Bühne am Gelände wird zwischen 19.

Musselwhite, Allen Toussaint, Jonny Lang und B.B. King zusammenarbeitete,

Juli und 28. August Mozarts „Don Giovanni“ sein Unwesen treiben! Kurzum,

www.viennajazz.org

Opernfreunde kommen auch im Burgenland voll auf ihre Kosten! www.ofs.at

Oper-Oper-Oper. Während also die Staatsoper quasi „genreentfremdet“ wird, springen die

Zuletzt sei auch noch ein Festival in unmittelbarer Nachbarschaft, im wun-

Nachbarn mit Opernfestivals ein. Der „Klassiker“ in Niederösterreich ist

derschönen Krumau in Tschechien ans Herz gelegt. Beim Festival Krumlov

ohne jeden Zweifel Gars am Kamp. Im lieblichen Kurörtchen wird heuer von

versorgt man nicht nur Opernfreunde mit „Pagliacci“, sondern wartet im

15. Juli bis 7. August Georges Bizets „Carmen“ zum Besten gegeben. Auf der

Rahmen zahlreicher Konzerte zwischen 15. Juli und 20. August u.a. mit Grö-

schönen Burgruine inszeniert in gewohnter Manier der Intendant himself,

ßen wie Placido Domingo, Ramón Vargas, Jose Cura oder Starcellist Mischa

Karel Drgacs!

www.opernair.at

Maisky auf!

– 76 – MFG

www.festivalkrumlov.cz/de

Foto: Warner Music

in Moll schwelgte.


MFG ADVERTORIAL

Wer wird 500. Mitglied des Fördervereins Kulturbezirk? Werden Sie jetzt Freund des Kulturbezirks St. Pölten und genießen Sie nicht nur die exklusiven Vorteile von St. Pöltens größtem Kulturverein (Premierenfeiern, Künstlergespräche, Ausstellungs-Previews, Vorträge, Reisen, Ermäßigungen etc.), sondern gewinnen Sie den attraktiven Kultur-Geschenkkorb, der auf unser 500. Mitglied wartet und Folgendes umfasst:

2 Tickets für die Saisoneröffnung von Joachim Schloemers „Abendempfindung“

am 23. September im Festspielhaus St. Pölten 2 Tickets für das Konzert „Lasterlieder“ von „Billisch & Band“

am 13. Oktober in der Bühne im Hof St. Pölten 2 Tickets für die Premiere von Henrik Ibsens „Gespenster“ am 15. Oktober im Landestheater Niederösterreich samt anschließender Einladung zur Premierenfeier 1 „Kraut & Rüben Paket“ des Landesmuseums Niederösterreich (beinhaltend zwei Eintrittskarten, einen Katalog, eine Broschüre sowie zwei Schokotaler)

JETZT Mitglied werden: www.kulturbezirk.at, Tel. 02742/908080-812! Der Gewinner wird im Zuge einer Fördervereinsveranstaltung im Herbst präsentiert! – 37 – MFG


SZENE | SHORTCUTS

Venus-MarsOffenlegung

von Chicken

Liebe

Männer, dies ist ein offener Brief an

euch. Denn ich verrate euch hier das Geheimnis, wie ihr uns Frauen glücklich machen könnt. Was ja das Hauptziel eurer adamischen Existenz ist, gell. Herausgefunden habe ich es durch ca. 15 Mio Gespräche. Mit

Entdeckungslust

Im Café Publik läuft nach kurzem „Ruheintermezzo“ wieder Programm. Die ausstehende

Frauen. Nun: Ihr sollt gut verdienen, ein ver-

behördliche Bewilligung ist erteilt, das Programm startet nun früher (20:30 Uhr), ab 22 Uhr

lässliches und trotzdem geiles Auto fahren,

wird die Lautstärke gedämpft. Das tut dem Musikgenuss jedoch keinen Abbruch, so Pro-

und die perfekte Balance zwischen teuren

grammverantwortlicher Andreas Fränzl. „Die Location ist seit langem wieder ein beleben-

Marken und Second Hand-Flair beherrschen.

der ,Ankerpunkt‘ im sonst nachts toten Regierungsviertel. Es wäre schön, wenn die Hemm-

Wir wollen euch politisch korrekt und auf die

schwelle, dieses Viertel überhaupt zu betreten, weiter abgebaut wird.“ Der Publikumszulauf

inneren Werte schauend, dabei mit Six Pack

könnte noch besser ausfallen: „Ich würde mir wünschen, dass sich die Leut‘ kulturell noch

ausgestattet, als hättet ihr ein Jahr im Häfn

mehr Neues ,geben‘ und entdeckungslustiger werden.“ www.festspielhaus.at/cafe-publik

verbracht, und mit Oberarmen, in die wir uns einwickeln können wie in eine Anaconda. Ihr sollt manierlich essen und hässlich fluchen

Music Corner Ö3 hatte anno dazumal die „Mu-

können, weil uns beides anmacht. Gespräche

sicbox“, P3tv schafft nunmehr mit der „Music Corner“

führt ihr mit uns liebevoll und stundenlang,

eine Plattform für Nachwuchsbands. „Bei ‚Music-Corner‘

wenn ihr nicht gerade trainiert oder Windeln

ist jede Stilrichtung willkommen – ein striktes Konzept

wechselt. Ihr sollt Möbel aller Art lächelnd

gibt es nicht. Junge, motivierte Gruppen erzählen im Stu-

aufbauen und das Rattern in der Motorhaube

dio über ihre Musik, kündigen die nächsten Auftritte an

sofort richten können, ganz egal, welchen

und können ihre Musik präsentieren“, erläutert P3tv-Chef

Beruf ihr gelernt habt. Wir wollen, dass ihr

Rudi Vajda die Idee. Moderiert wird die Sendung von Jesse

für uns in die Bresche springt und jeden um-

Schwarz. Zu sehen gibt’s die Sendung im Fernsehen, im

hackt, der uns blöd kommt – aber kriminell

Internet und auf der Facebook-Site. www.p3tv.at

sollt unsere beste Freundin mögen, aber auf keinen Fall hübsch finden. Als echte Männer

SONNE, STRAND & BARBECUE 51 Tonnen

zieht ihr um die Häuser, reagiert dabei aber

Sand wurden vor den Toren der Lasertron Arena am Rat-

auf unsere 22 SMS, seid früh zurück und

zersdorfer See aufgeschüttet, um perfektes Beach-Feeling

duscht brav, bevor ihr ins Bett geht – ne-

zu erzeugen. So kann seit Mitte Mai am neuen Sandstrand

ben dem immer ein intelligentes Buch liegt,

in Liegestühlen oder auf der Lasertron-Terrasse gechillt

weil ihr neben euren Interessen (Boxen und

werden. Für hungrige Mäuler gibt es jeden Samstag ab 16

Hundewelpen-Retten) sehr gebildet seid. Und

Uhr und jeden Sonntag ab 13 Uhr frisch gegrillte Steak-

wenn nichts mehr geht, geht eines immer:

spezialitäten von Fleisch- und Grillspezialist Thomas Den-

das F-Wort. Yep: Fernsehen. Viel mehr, Män-

gler bei „Steak It Easy - Grill am See“. Für den passenden

ner, isses nicht. Viel Glück wünsch ich euch.

Sound sorgt DJ WILDCAFE. www.lasertron.at

Ach, hätten wir es doch auch nur so leicht.

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oder aggressiv dürft ihr, bitte, nicht sein. Ihr

– 38 – MFG

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city SUPAcard

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DIE

KOMMT!

Noch vor den Sommerferien wird es für alle von 14 bis 24 die Jugendkarte der Stadt geben - damit sich gerade im Sommer finanziell alles etwas leichter ausgeht…

In St. Pölten ist was los

Jugendkulturhalle

Das St. Pöltner Kultur- und Freizeitangebot ist in den letzten

Sternschnuppe wird die St. Pöltner Jugendcard als nächste

Jahren enorm gewachsen, unzählige Events in allen erdenk-

städtische Initiative präsentiert.

lichen Sparten locken das junge Publikum, vom großen Festi-

Die „citySUPAcard“ wird an Teens und Twens im Alter von 14

val bis zu kleinen Clubkonzerten, das Programm bietet für alle

bis 24 ausgegeben. Mit dem Besitz der Karte sind eine Vielzahl

Geschmäcker etwas. Ein Blick auf die Onlineportale www.nite-

an Vergünstigungen verknüpft: Freikarten, Gewinnspiele, Verlo-

life.at, www.city-flyer.at oder den Veranstaltungskalender der

sungen, Rabatte, Goodies und Giveways. In Kooperation mit den

Stadthompage www.st-poelten.gv.at überzeugt auch die letz-

Partnern der citySUPAcard wird Einkaufen und Fortgehen end-

Freiraum

und

dem

Jugendsammeltaxi

ten Zweifler. Prallvoll sind die Ter-

lich günstiger. Auch im Kultur- und

minkalender, Locations wie VAZ,

Bildungsbereich warten zahlreiche

Warehouse, LaBoom, Lasertron,

Aktionen auf die jungen St. Pöltne-

Freiraum, Egon, Underground, Bar-

rInnen.

rock, Madhouse, Cinema Paradiso, Café Publik, Seedose und viele

„Ein lange gehegter Wunsch nach

mehr warten auf ihr Publikum.

einer zentralen Karte, die umfassende Vergünstigungen für die Ju-

Hier den Überblick nicht zu verlie-

gendlichen in St. Pölten mit sich

ren, sich die Events nach seinem

bringt, kann mit der citySUPAcard

Geschmack herauszupicken und

umgesetzt werden. Wir sind bereits

so sein eigenes Programm zusam-

in regem Kontakt mit Veranstaltern,

menzustellen, das ist heutzutage die Kunst - und dann stellt sich die Frage: Wie geht sich das mit dem

„Alle St. PöltnerInnen von 14 bis 24 Jahren dürfen sich auf zahlreiche Vergünstigungen und Aktionen freuen“, findet BGM Mag. Matthias Stadler die city card einfach SUPA.

Fortgehbudget aus?

Lokalen und Wirtschaftstreibenden in der Stadt und können garantiert eine große Palette an Aktionen und Vergünstigungen querbeet anbie-

Und weil wir gerade beim Geld sind - wie schaut‘s sonst aus

ten. Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten, nur so viel:

mit den Ausgaben, die als Jugendliche(r) so anfallen? Ein

Es wird SUPA!“, zeigt sich auch Bürgermeister Mag. Matthias

neues Shirt beim Shoppen erstanden, einen Snack danach,

Stadler euphorisch.

im Lieblingslokal ein Cocktail, spätabends mit dem Taxi nach Hause, und das beim ohnehin knappen Einkommen - das

Die Karte wird noch vor Beginn der Sommerferien im Rathaus

junge Stadtleben hat seinen Preis.

erhältlich sein. Auf der Website www.citysupacard.at. gibt es nähere Informationen. Dort werden auch laufend Events und

Knappes Budget und trotzdem alles drin

Angebote angezeigt, bei denen es sich auszahlt, eine citySUPA-

Damit sich das alles für die Jugendlichen auch finanziell aus-

card zu besitzen. Per Newsletter sind die KarteninhaberInnen

geht, wird schon bald „The next big thing“ in der Jugend-

immer up to date und über Aktionen, Gewinnspiele und Vergün-

szene starten: nach dem Jugendzentrum Steppenwolf, der

stigungen auf dem Laufenden.

– 40 – MFG

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Wir lieben Musik!

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MFG URBAN Steve Aoki lässt es auch heuer wieder am Beatpatrol Festival krachen!

BEATPATROL FESTIVAL

Als Headliner fungieren gleich jene zwei DJ’s, die schon mehrfach den Titel „weltbester DJ“ einheimsten. Zum einen gastiert nach dem grandiosen Vorjahres-Gig, bei dem er trotz Dauerregens die Crowd zum Kochen brachte, TIËSTO wieder in St. Pölten, zum anderen gibt es auch ein Wiedersehen mit Paul van Dyk, der schon 2009 das Beatpatrol Festival als „eines der besten in Europas“ adelte. Eine Premiere beschert uns der Godfather der Dance Szene MOBY, der erstmals in Österreich mit einem DJ-Set performen wird! Ebenfalls einen exklusiven Österreich-Gig stellt der Auftritt von Chartüberflieger Martin Solveig dar, der sich wochenlang mit „Hello“ an der Spitze der Ö3 Charts hielt und nun mit „Ready2Go“ seinen nächsten Hit lanciert. Mit am Start sind weiters Groove Armada, deren Superhit “I See You Baby“ bis heute die Dancefloors auf der ganzen Welt zu einem Hexenkessel werden lässt. Zum ersten Mal österreichischen Boden betritt das US-Electro Wunderkind SKRILLEX, während Steve Aoki mit seinen Mannen von DIM MAK einmal mehr eine eigene Bühne am Beatpatrol hosten wird, so wie übrigens auch zur Freude der DnB Fans Shimon mit seiner Audioporn Record Stage, wo u.a. Ed Rush, Dirtyphonics live oder BENGA performen. Als kleine Sensation darf die Verpflichtung von Steve Angello, Mastermind der Swedish House Mafia, gewertet werden, der ebenfalls mit einer von seinem Label gehosteten Stage das Beatpatrol Festival beehrt. Weiters gehen Größen wie 2 Many Dj’s live, Dada Life, Cyberpunkers, Afrojack, Mr. Oizo, Chuckie, Pleasurekraft, Fritz Kalkbrenner, Skazi u.v.m. an den HARDFACTS 22. – 24. Juli 2011 DATE Start. VAZ, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten VENUE Wie in den Vorjahren werden insgesamt wieder über 02742 / 71400 - 100, www.vaz.at TICKETINFO 100 Artists in- und outdoor am Beatpatrol Festival Weitere Infos unter www.beatpatrol.at performen!

WHO LET THE BEAT OUT? Auch wenn man nach den beiden letzten großartigen Festivals keine Steigerung mehr für möglich hielt, so setzt man beim Beatpatrol Festival powered by Raiffeisenclub von 22. – 24. Juli am VAZ Gelände heuer noch eins drauf!

THE BEAT GOES ON! www.beatpatrol.at

TIESTO grüßt St. Pölten!

– 20 – MFG


TEXT: Anne-Sophie Settele, Ruth RIEL Fotos: ZVG

HELLO am Beatpatrol! INTERVIEW MIT MARTIN SOLVEIG

Grüne Tipps fürs Festival Das Beatpatrol Festival steht dieses Jahr ganz unter dem Motto „GreenPatrol“. Hier ein paar Tipps wie auch ihr am Festival den grünen Gedanken supporten könnt.

Think before you buy – Festivalplanung Jedes Jahr bleiben ungeöffnete Palletten Bier, Getränkeflaschen etc. zurück, die das Müllaufkommen erheblich steigern. Durch Planung im Vorhinein könnt ihr den Müllberg reduzieren, und gehen die Getränke aus, könnt ihr euch vorort (Campinggelände, Supermärkte) eindecken. Nehmt eure Zelte wieder mit nachhause und lasst sie nicht einfach stehen! Sie kosten nicht nur viel Geld, sondern können locker wieder verwendet werden,

Als Kind hast du in einem Kirchenchor gesungen und dich mit klassischer Musik beschäftigt. Wie kam der Wechsel zur elektronischen Musik zustande? Schon in jungen Jahren war ich in Clubs unterwegs und habe die Künstler beim Auflegen bewundert. Irgendwann dachte ich, hey – so will ich auch mal sein. Der DJ-Aspekt und mein musikalischer Background haben mich letztlich zu dem gemacht, was ich heute bin: Ein Künstler und Produzent, und ich bin überglücklich, dass sich die Dinge so entwickelt haben.

vor allem aber steckt ein Stück eurer Geschichte darin.

Anreise – Make your trip the biggest fun Verzichtet, wenn möglich, auf die Anreise mit dem Privat-PKW. Das Beatpatrol Festival bietet in Kooperation mit der ÖBB das

Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben? Momentan habe ich keinen speziellen Stil. Meine DJ-Sets sind eine Art Mix von allem, was geil ist! Ich spiele und produziere das, was mir Spaß macht und dem Publikum gefällt – ob House, Electro oder sogar Dubstep, sei es im Radio oder auf einem Festival. Einer meiner persönlichen Favorites ist übrigens gerade Skrillex.

Eventticket zu vergünstigten Preisen an, der Beatpatrol Shuttlebus kutschiert euch gemütlich zum Festivalgelände, direkt vor den Eingang! Lässt sich das Auto nicht vermeiden, so bildet Fahrgemeinschaften und helft so nicht

Im Video zu „Hello“ spielst du als Tennislegende Björn Borg vor 12.000 Zuschauern in Roland Garros. Wie fühlte es sich an, vor Publikum in die Rolle des „zukünftigen Tennisstars“ zu schlüpfen? Es war eine lustige Erfahrung. Als wir die Idee zum Video hatten, waren wir uns gar nicht sicher, ob so etwas überhaupt erlaubt ist, aber dann bekamen wir die Freigabe. Schauspielen und Drehbücher schreiben ist immer lustig. Es ermöglicht mir in einer anderen und sich gegenseitig ergänzenden Weise kreativ zu sein.

nur Sprit sparen und die Umwelt schonen, sondern ihr könnt das Tankgeld teilen und habt auch mehr Stimmung bei der Anreise.

The Festival Join The Green Patrol. Am Festival werden wir diverse Aktionen setzen, um mit euch gemeinsam etwas für die Umwelt zu

Die SMASH-Videos sind überhaupt Kult! Wie kommst du auf diese witzigen Ideen, und erfüllst du dir damit ein paar unerfüllte Kindheitsträume? Das liegt an den vielen Filmen, die ich auf Reisen im Flugzeug sehe - da kommen mir dann immer lustige Ideen, wobei ich wirklich froh bin, dass das auch anderen gefällt. Prinzipiell steht ein tolles Team hinter den Filmen, daher freue ich mich stets aufs Drehen, auch wenn es manchmal ganz schön nervenaufreibend ist, wenn ich an Episode 3 denke. Ich dachte nie, dass ich einmal in der Mitte eines Fußballstadions vor 70.000 Personen stehen und singen würde! Im Juli performst du am Beatpatrol Festival. Was dürfen die Fans erwarten? Ja, darauf freue ich mich schon sehr. Alles, was ich darüber bisher gehört habe, klingt großartig und das Line-Up ist einfach supercool. Ich werde viel Neues vom Album spielen, also es wird eine Riesenshow!

– 43 – MFG

tun und Party zu feiern. Das GreenPatrol Team wird durch eigene T-Shirts gebrandet sein und euch bei jeglichen Fragen Rede&Antwort stehen. Unterstützt sie bei ihrem Job und werdet Teil des Teams!

In diesem Sinne The Beat goes green.... www.greenpatrol.at


MFG SZENE

Wildcafe TEXT: Gotthard Gansch Foto: Simon Höllerschmid

Fahles Licht, blinkende Lichter, große Bildschirme, Boxen und allerhand anderes Equipment – so stellt man sich ein Tonstudio vor. Wir wollten hinter die Kulissen blicken und besuchten Wildcafe in seinem eigenen Studio.

Wildcafe ist hierbei keine besonders starke oder seltene Kaffeesorte aus

was ich will.“ Eines seiner Projekte beschäftigt sich mit der Entwicklung

dem brasilianischen Dschungel, es versteckt sich ein St. Pöltener Musik­

eines DJ-Pults und damit einhergehender Liveshow. „Dieses DJ-Pult ist

liebhaber hinter diesem Namen: Bernhard Dengler, der diesen Namen

offen, der DJ versteckt sich nicht hinter seinem Computer. Der DJ als Mu­

seiner Zeit aus „Jux und Tollerei“ nach einem Brainstorming wählte. In

siker rückt bei den Shows immer in den Hintergrund. Ich will aber mit

seinem eingangs erwähnten klischeehaften Arbeitsbereich verbringt er

dem Publikum arbeiten, mit ihm interagieren. Man soll sehen, was ich

vor allem Abende und Nächte, um sich ganz seiner Leidenschaft hinzu­

mit den Instrumenten mache“, erklärt er sein Vorhaben. „Das ganze ist

geben.

ein Live-Remixing, ich kann auf die Stimmung der Leute reagieren. Daher

Eigentlich verdient Dengler seinen Unterhalt mit seiner Multimedia-

wird keine Show der anderen gleichen – das ganze soll aber transporta­

Firma, viele freie Minuten widmet er jedoch der Musik. Schon seit über

bel bleiben.“ Geholfen hat ihm auch, dass er als LJ begonnen hat, und bei

zehn Jahren beschäftigt er sich mit elektronischer Musik, zuerst bei sei­

NXP als Lichttechniker gearbeitet hat. „Ich sah alles aus einer Art dritten

nen Eltern im Büro, bis schließlich eigenes Equipment dazu kam. Seine

Perspektive, nicht als Publikum und auch nicht als DJ.“

Begeisterung merkt man ihm sofort an, mit funkelnden Augen präsentiert er seine Tracks und seine Gerätschaften. Dabei ist er primär an keinem

„Musikalisch bewege ich mich quer durch den Gemüsegarten, meine Mu­

kommerziellen Erfolg interessiert. Mag sehr heuchlerisch klingen, doch

sik ist nicht an irgendwelche Stile gebunden“, erklärt Dengler, während

ihm glaubt man es dann doch. „Musik macht mir einfach Spaß, sie treibt

er ein paar Tracks als Hörproben abspielt, die auch gleich als Beispiele

mich an, sie hebt das Gemüt, sie ist irgendwie geil“, schildert er seine Be­

für diese Vielzahl an musikalischen Einflüssen dienen. „Prinzipiell bewege

weggründe. Sein gesammeltes Wissen, das er auch aufgrund seines Be­

ich mich meist um House und Trance, in der progressiveren Gegend, aber

rufs erlangte, möchte er weitergeben und Tutorialvideos erstellen – „aus

genauso Rock oder Klassik findet seinen Weg in meine Musik.“ Der sym­

eigenem Interesse, weil es so viel Audio-Müll gibt“, wie er erklärt.

pathische DJ hat also noch viel vor, und man wünscht es ihm auch, sich einen Herzenswunsch zu erfüllen: „Einmal vor 15.000 Leuten zu spielen!“

Phonic fusion. Dengler gründete auch ein eigenes Label „phonic fu­ sion records“, mit dem er wiederum keine kommerziellen Ziele verfolgt. „Ich wollte lediglich die Hürden aus dem Weg räumen, die von Seiten der

Im Internet zu finden unter www.wildcafe.com • www.phonicfusion.com

Labels einem DJ in den Weg gelegt werden. Ich kann nun veröffentlichen,

– 44 – MFG


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Einzigartig

Innovative Ausbildung (nicht nur) für die spannende Eventbranche Looking behind Events: Die New Design University bietet im Juli für die neue Studienrichtung „Event Engineering“ einen Schnuppertag an. Im Studiengang „Event Engineering“ an der New

TeilnehmerInnen die Möglichkeit einen exklu-

Design University dreht sich alles um Veranstal-

siven Blick hinter einen Event zu werfen – das

tungen – von der Idee über die Gestaltung und

Beatpatrol Festival 2011 am Gelände des VAZ

Planung modernster Event-Technologie bis hin

St.Pölten! Zusätzlich werden unter allen Teilneh-

zur Durchführung – ein Berufsfeld das gefragter

merInnen 2x2 Tickets für das Frequency Festival

ist denn je.

verlost!

Die NDU bietet allen Event(technik-)interessier-

Einfach anmelden:

ten im Rahmen des Schnuppertages „Looking

Entweder telefonisch unter 02742 / 890 2418

behind Events“ die Möglichkeit, diesen neuen

oder per E-Mail an office@ndu.ac.at

Studiengang kennen zu lernen. Der Schnuppertag findet am Freitag, den 22. Juli im WIFI St. Pöl-

Und übrigens: Die New Design University zeigt vom

ten statt.

9. bis 10. Juni Abschlussarbeiten sowie ausgesuchte Semesterarbeiten in der Heßstraße 12 in St.Pölten.

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Auf Klang:Reise durch Niederösterreich

Durch Raum und Zeit bewegen können sich die Besucher des St. Pöltener Klangturms. Zwei Forscherinnen der Fachhochschule St. Pölten haben in einem aufwändigen Projekt ein Jahr lang fünf verschiedene Orte in Niederösterreich besucht und mit HD-Video und Surround-Sound dokumentiert. Die Kugel im zweiten Stockwerk des Klangturms lädt zum längeren Ver-

waren aufgestellt worden. Das ganze Landschaftsbild sah verändert aus.

weilen ein. Fünf Punkte in der Landschaft Niederösterreichs im Wandel

Von einem Termin zum nächsten stand neben dem Weinberg auf einmal

der Zeit. Da kommt es auf jedes Detail an. „Es ist erstaunlich, was wir

ein neues Haus da, frisch gebaut“, so Barbara Neunteufel.

bei unseren Aufnahmen alles entdecken, obwohl wir das Filmmaterial schon sehr oft gesehen und gehört haben“, berichten DI Astrid Drechsler

Jahreszeit ist eindeutig am Ton erkennbar.

und DI Barbara Neunteufel, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Insti-

die visuellen Eindrücke erstaunen die Besucher des Klangturms, son-

tut für Medienproduktion der Fachhochschule St. Pölten. Mit enormem

dern auch die Geräuschkulisse. „Durch die vier Mikrofone entsteht in

Arbeitsaufwand haben sie eine Klanglandschaft installiert, die den Be-

der Klangturm-Kugel eine Art Surround-Effekt. Unerwartet ist, dass man

suchern zeigt, dass es nicht nur ruhig und idyllisch in Niederösterreich

die Jahreszeit auch eindeutig am Ton erkennen kann. Im Sommer tut

zugeht. Am Dach der Fachhochschule, am Viehofner See, in einem Wein-

sich mehr, die Natur- und Tiergeräusche sind intensiver, man hört mehr

berg bei Mautern, bei der Donauwarte in Krems und in einem Feld in

Menschen. Im Winter ist es eindeutig ruhiger“, ist Astrid Drechsler noch

der Nähe von Gföhl wurden jeweils vier Kameras und vier Mikrofone auf-

immer vom Projekt fasziniert. Sie hat sich hauptsächlich um die Tonauf-

gestellt, um einen Rundumblick und Rundumklang einzufangen. „Beim

nahmen gekümmert und war im Nachhinein erstaunt, welche Geräusche

Aufbau war es immer spannend, denn oft passierte gerade etwas, das

auf der Aufnahme zu hören waren, die sie in der natürlichen Umgebung

wir unbedingt in Bild und Ton festhalten wollten. Wir mussten viel Geduld

nicht so bewusst wahrgenommen hatte. „Dieses Phänomen nennt man

beweisen und uns für den Dreh genug Zeit nehmen“, so das Kreativduo,

Cocktail-Party-Effekt. Das Gehör ist fähig, Geräusche auszublenden und

das zwar zuerst spezielle Vorstellungen hatte, dann aber doch über-

sich auf ein bestimmtes zu konzentrieren. Wir dachten oft, dass im Wein-

rascht war, wie viel ihnen unerwartet geboten wurde: Ein Tretboot fuhr

berg und im Feld Ruhe vorherrscht und haben uns nur auf die Naturge-

am Viehofner See, Schwäne kamen ganz nah heran, ein Winzer bereitete

räusche konzentriert. Im Studio mussten wir dann feststellen, wie laut

seinen Garten für die kommende Saison vor, Insekten und Vögel flogen

der Straßenlärm zu hören war, der übrigens überall vorherrscht.“

herum und Spaziergänger genossen die frische Luft.

Die Landschaft veränderte sich enorm.

Doch nicht nur

DIE ENTSTEHUNG EINER spannenden Klang:Reise.

Mit dem Pro-

Besonders schwie-

jekt begonnen haben die beiden Wissenschaftlerinnen im Juli 2010, drei

rig gestaltete sich der Aufbau der vier Kameras, die alle immer exakt

Mal mussten sie zu jedem Standort fahren, um den Wandel der Zeit dar-

auf demselben Fleck stehen mussten, um den Bildfluss nicht zu stö-

stellen zu können. Für drei Minuten Filmmaterial pro Standort waren

ren. „Schlussendlich haben wir die Kameras genau abfotografiert und

sechs Drehtage nötig. Danach kam die Bearbeitungsphase: Das Material

Fotos aus dem Filmmaterial mitgenommen. Nur so konnten wir exakt

musste ausgesucht und geschnitten werden, wobei die beiden immer

vergleichen, welcher Baum oder welcher Ast noch mit ins Bild kommt“,

die vier Aufnahmen parallel im Kopf haben mussten. Oft hatten die Fil-

erklärt Barbara Neunteufel. Natürlich spielten auch der richtige Winkel,

merinnen aber den Fokus auf das richtige Detail gelegt. „Wir haben spe-

der Zoomfaktor und die Kamerahöhe eine große Rolle. Diese Faktoren

ziell eine Blume herausgezoomt, ein Blatt das weht oder eine reife Wein-

wurden akribisch festgehalten und mit viel Liebe zum Detail wieder

traube. Besonders gefreut haben wir uns, als die Traube beim nächsten

hergestellt. Erschwerend kam hinzu, dass sich die Landschaft mehr

Dreh noch da war und wir sie ein zweites Mal filmen konnten – dann war

veränderte, als die Filmerinnen es angenommen hatten. „Plötzlich war

sie natürlich schon vertrocknet“, so Astrid Drechsler und Barbara Neun-

das Gras weg, Weinreben waren zurückgeschnitten und Schneestangen

teufel. www.klangturm.at, www.fhstp.ac.at

DI Astrid Drechseler und DI Barbara Neunteufel, beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut für Medienproduktion der FH St. Pölten, haben eine Klanglandschaft installiert, die den Besuchern zeigt, dass es nicht nur ruhig und idyllisch in Niederösterreich zugeht.

– 48 – MFG


SOMMER

HERBST

WINTER


Bevor die Sommersaison offiziell eingeläutet wird, ist im Juni in St. Pöltens beliebtestem Alternative Club noch einiges los.

BORG BENEFIZ 2011

Am 03. Juni gibt’s im Rahmen des „BORG Benefiz 2011“ Musik aus allen Genres, 80ies“ doch auch das darauffolgende Wochenende ist mit „Whatever happenend to the statt, und einer „Electronic Night“ gut tanzbar. Am 18. Juni findet das Capital City Clubbing kann. sein gespannt Line-up wo man auf ein interessantes

CITY OF BASS

Am 25. Juni begibt sich auch „City of Bass – last4summer“ mit DJ SIGMA (SUI) in einer die letzte Runde, bevor am ersten Juli-Wochenende die Ferienzeit endgültig mit startet. Ending“ Season e „Warehous legendären der und ssParty“ „SPARK 7 Schulschlu

STEREO AM SEE pres. DIE VAMUMMTN & Friends am Am 16. Juli präsentieren „Die Vamummtn & Friends“ im Rahmen des Stereo See Festivals am Ratzersdorfer See in St. Pölten mit einem einzigartigen LineUp ihre Spezialshow. Diese Show sollte man sich schon alleine wegen der tollen Kulisse auf gar keinen Fall entgehen lassen.


MFG SZENE TEXT: Ruth Riel Foto: ZVG

Stellarsound Pocket Rocket haben nicht nur ein neues Album, sondern auch ein eigenes Label gegründet.

Was ist neu am neuen Album?

Richie: Ein Label zu finden wäre nicht das Pro-

Kurt: Wir haben es in unserem eigenen Stellar

blem gewesen. Da aber in Österreich der CD

Sound Studio aufgenommen. Das Album klingt

Verkauf stagniert, wird man kaum ein Label

viel mehr wie eine Einheit, internationaler. Das

finden, das auch wirklich Zeit und Geld in gute

Ziel war ein Pop/Punk Album mit US Sound,

Werbung investiert. Deshalb haben wir be-

deshalb sind wir ja auch in die USA zum Pro-

schlossen, das selbst in die Hand zu nehmen

duzieren gegangen.

und natürlich auch gleich den Bands, die bei

Richie: Wenn du eine Italienische Pizza willst

uns aufnehmen kommen, die Möglichkeit zu

musst du auch nach Italien fahren und ge-

geben, auf unserem Label zu veröffentlichen.

nauso ist es in der Musik. Wir haben uns sehr als auch beim Recorden. Mit dem Rohmate-

Apropos Aufnehmen. Ihr habt ja auch ein eigenes Studio. Warum eigentlich?

rial sind wir dann nach Atlanta geflogen und

Richie: Wenn man rechnet, was die Miete für

haben es dort von Zack Odom und Kenneth

ein gutes Studio kostet, kommt man schnell

Mount mischen lassen, weil sie viele unserer

drauf, dass es besser ist, sich ein eigenes ein-

Lieblingsbands produziert haben.

zurichten! Es fördert auch die Kreativität, weil

Kurt: Das neue Album heißt „A No Win Situa-

man ohne Zeitstress im Studio arbeiten kann

tion“, was die Situation am österreichischen

und nicht immer auf die Uhr schauen muss.

lange Zeit gelassen, sowohl beim Songwriting

Musikmarkt etwas beschreiben soll. Man kann nicht gewinnen, aber aufgegeben wird deshalb noch lange nicht!

Ihr habt heuer schon viel getourt – Was steht als nächstes an? Kurt: Große Highlights in naher Zukunft sind

Deshalb auch das neue Label?

auf jeden Fall der Auftritt am Novarock am 12.

Kurt: Wir beide haben das Label gegründet,

Juni und der Support von Taio Cruz am 17. Juni

um unabhängig zu sein und damit die Rechte

im VAZ St. Pölten.

bei der Band bleiben. Man kann so selbst entscheiden, was man mit den Songs passiert.

Im Internet zu finden unter www.wildcafe.com • www.phonicfusion.com

Info: stellarsoundstudios.com


MFG SZENE

Party-SpaSS mit ZUMBA

Die klassische Geschichte: Mit meinem Schulabschluss endete der obligatorische Turnunterricht und somit auch mein aktiver Sportkonsum. Das Verlangen nach Bewegung rückte in meiner Bedürfniskette immer weiter nach hinten. Die logische Konsequenz konnte ich an der Waage und meiner Kondition erkennen. Zwischenzeitliche sportliche Motivationsschübe waren immer nur von kurzer Dauer und bestanden meistens aus Einkäufen in Sportgeschäften (schließlich muss erst das richtige Outfit her, um rich-

Jeder kennt sie – die ewigen Sportmuffel, die einfach nicht von der Couch hochzubringen sind. Während sich im Freundes- und Bekanntenkreis die Sportfexe bei den ersten Sonnenstrahlen in ihre Sportmontur schmeißen, kämpft der besagte Sportmuffel noch immer mit seinem inneren Schweinehund. Ich habe meinen nun besiegt – mit ZUMBA!

tig loslegen zu können), die schlussendlich wieder im Kasten verstaubten. Auch die neuen Sportschuhe mussten nun zwei Jahre warten, um im Jänner endlich ihre Premiere zu feiern – bei meiner ersten ZUMBA-Stunde.

Der neue Trendsport.

Zum ersten Mal habe ich Ende 2010 davon

in der WIENERIN gelesen – ein neuer Fitnesstrend aus den USA namens ZUMBA erobert Österreich. Dabei werden lateinamerikanische Tänze wie Salsa, Merengue, Reggaeton oder Cha Cha Cha mit Fitnessübungen zu einem dynamischen Workout verbunden, bei dem man keinen Partner braucht und nebenbei noch 1.000 Kalorien pro Stunde verbrennt. Lateinamerikanische Musik, Partyspaß und Abnehmen waren die ausschlaggebenden Punkte, um mich von der Couch zum Computer zu bewegen, um mehr über Zumba zu erfahren. Im Jänner wagte ich dann meine ersten Zumba-Schritte in Linz – und war von der ersten Minute an begeistert. Im Februar schließlich die freudige Nachricht, dass Zumba nun auch in St. Pölten angeboten wird. Mittlerweile sind fünf Monate vergangen und ich bin nicht nur ein begeisterter Zumba-Fan, sondern habe nun endlich Freude an der Bewegung gefunden! Von den verlorenen Kilos ganz zu schweigen.

Eine Stunde ZUMBA. Dienstagabend, 19.30 Uhr, Life Fitness St. Pölten. Geschätzte 30 Frauen von jung bis alt haben sich im Gymnastikraum des

TEXT: Anne-Sophie Settele Foto: Lukas Kroupa

Fitnessstudios eingefunden. (Ja, Zumba ist hierzulande leider noch eine – 52 – MFG


Frauendomäne.) Zwischen vielen altbekannten entdecke ich immer wieder neue Gesichter. Ich nehme noch einen letzten Schluck Wasser, bevor die „Party“ beginnen kann. ZUMBA-Instructor Milena Reisner, also unsere „Trainerin“, begrüßt die Frauenrunde und erklärt nochmal kurz für die Neuen, worum es bei Zumba geht. Dann legen wir mit dem Warm-Up los. Die Musik animiert vom ersten Takt an, es sind die Klänge von Merengue. Zuerst der Grundschritt, dann die Arme dazu. Wir bewegen uns nach rechts, nach links, nach vorne, nach hinten. Wir drehen uns, springen, bewegen unsere Hüften. Es ist wie lateinamerikanischer Tanz, nur ohne Partner. Es ist wie Aerobic, nur nicht so steif. Es ist wie Shaken in der Disco, nur ohne Alkohol. Es ist einfach wie eine Party – die dich ins Schwitzen bringt, aber dennoch Spaß macht. Die erste Nummer ist zu Ende, wir klatschen erschöpft, aber zufrieden,

ZUMBA® mit Milena Reisner in St. Pölten ZUMBA-Instructor Milena Reisner aus St. Pölten über ZUMBA: „Einsteigen kann jeder ohne Vorkenntnisse, jederzeit! Es wird keine Choreographie aufgebaut, an die man später anschließen muss, wie es in anderen Stunden oft der Fall ist. Bei Zumba geht es darum Spaß zu haben und die Musik zu fühlen. Ich bin in der Fitness-Aerobic-Branche schon seit meinem 17. Lebensjahr, habe diverse Kurse geleitet, ob Hip Hop, Dance Aerobic oder Latino, aber Zumba ist definitiv meine Lieblingsstunde!“

Zumba® für Erwachsene: Jeden Dienstag und Donnerstag um 19.30 Uhr im Life Fitness Studio (Einkaufszentrum Forum, Schulring 21, 3100 St. Pölten).

Calypso, ja sogar Country und Rock and Roll stehen am Programm. Die

Zumbatomic® für Kids: Jeden Mittwoch um 16 Uhr im Life Fitness Studio (Einkaufszentrum Forum, Schulring 21, 3100 St. Pölten). KURSDAUER von 11.5 bis 29.6 2011!

Bewegungen werden immer intensiver, die Schritte immer komplexer.

Voranmeldung erforderlich! Infos unter www.meinzumba.at

nehmen noch einen Schluck aus unseren Trinkflaschen, bevor es mit Salsa weitergeht. Danach kommt Cumbia, Reggaton, Samba, Quebradita,

Die Erschöpfung steht uns ins Gesicht geschrieben, dennoch lächeln wir beim Tanzen. Denn trotz der körperlichen Verausgabung macht uns das Tanzen Spaß, und unsere Trainerin Milena weiß uns zu animieren. Nach einer Stunde intensiven Tanzens kommt die „Cool Down“-Phase, in der wir wieder unsere Kräfte sammeln. Am Ende verlasse ich glücklich und erschöpft die Stunde – und kann es kaum erwarten nächste Woche wieder in meine mittlerweile nicht mehr neuen Sportschuhe zu schlüpfen und mich eine Stunde lang den Klängen lateinamerikanischer Musik hinzugeben. Das Sportgeschäft muss ich dennoch bald wieder aufsuchen, um mir ein neues Outfit zu kaufen – denn mein altes ist mir mittlerweile zu groß!


MFG ADVERTORIAL

EROTIK MESSE Erotik liegt in der Luft St. Pölten´s.

Ein Hauch von

erotischem Knistern liegt in der Luft, wenn Österreichs größte und beste Erotikmesse auf ihrer diesjährigen Tour durch Deutschland und Österreich von 10. bis 12. Juni 2011 in St.Pölten Station macht. Ob in Hamburg, Wien, Graz oder München: Österreichs Erotikmesse Nummer 1 verführte heuer bereits zehntausende Menschen zu einem Besuch und erfreut sich größter Beliebtheit. Auffallend dabei war, dass sich Männer und Frauen die Waage halten und am liebsten gemeinsam einige sinnliche Stunden in der Welt der Erotik verbringen.

Stars der Szene.

Auf die BesucherInnen

im VAZ St.Pölten warten Stars aus der Szene, wie Judi Nero, die sechsfache AVN Award Gewinnerin Stefania Bruni, Mya Diamond, die bereits über 300 Hardcore Streifen gedreht hat, Dirty Tracy, die u. a. mit der verstorbenen Sexy Cora zusammengearbeitet hatte, oder der neue glitzernde Star am Himmel des Magma-Imperiums, Mia Magma! Sie alle werden bei ihren LiveShows ein Feuerwerk der Erotik zünden! Selbstverständlich wird auch für das weibliche Auge etwas geboten, bei Menstripeinlagen von Shawn Kane, Andy Been und Marcello Bravo. Desweiteren wird den Besuchern auf diversen Showbühnen wie im „Moulin Rouge“ oder der „Happy Weekend Bühne“ mächtig eingeheizt, was tolle Stimmung und einen Augenschmaus garantiert. Ebenso wie der verträumte Blick von Mann und Frau auf heiße, verführerische Dessous sowie die neuesten „Spielzeuge“ für sinnliche Stunden zu zweit.

GeschenkE. Die Erotikmesse ist der perfekte Ort, um das eine oder andere prickelnde Geschenk für die Partnerin, den Partner oder Freunde zu finden. Tauchen Sie ein in den „Zauber der Erotik“ und lassen Sie sich verführen – am besten zu zweit mit der „Er & SiePartnerkarte“. Achtung: Unter 18 Jahren ist der Zutritt verboten.

Unben U


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1

09.05.2011

13:12:04 09.05.2011 13:12:04


Zum Hören

Manshee, mikeSnare, Knolli, DJ Annettehalbestunde, Rob.STP, Höllerschmid (von links nach rechts)

FAVEZ

En Garde! Seit 21 Jahren spielen sich FAVEZ auf den Bühnen der Welt die Finger blutig, ohne jemals wirklich den Durchbruch zu schaffen. Schade, denn der Sound, den die sechs Schweizer auf ihrem 7. Longplayer „En Garde!“ zum Besten geben, würde perfekt ins Radio oder ins Fernsehen passen. „En Garde!“ ist absolut massentauglich, nicht zu hart, nicht zu weich, perfekt produziert und vor allem besser als alles, was die Massen letztendlich erreicht.

Moby

Destroyed

Deepchord Presents Echospace liumin

Vier Jahre nach ihrem allerorts gepriesenen EchospaceErstling „The Coldest Season“ lassen die Detroiter Rod Modell und Stephen Hitchell mit „Liumin“ den nächsten Dampfer vom Stapel.

Umspült von urbanen Field Recordings gibt’s auch diesmal Minimal-Dub-Techno vom Allerfeinsten.

Das Lauschen mit Kopfhörern lässt die neun Tracks ihre hinterhältige Sogwirkung vollends entfalten – Synapsendisco!

DisasZt

Shadow & Lightning

Claudia Koreck Menschsein

Unglaublich mit welcher Hingabe und Zärtlichkeit sich die gebürtige Traunsteinerin auf Ihrem mittlerweile 3. Album in die Herzen der Fans von guter, bodenständiger Musik einschmeichelt. Mühelos schafft es die Liedermacherin, abseits des Mainstreams, intelligente Texte mit tadellosem Songwriting zu verbinden. Absolut verdient führt sie im benachbarten Bayern die Chartlisten mit Liedern wie „Sommerliab“ oder „Wenn I di ned hätt“ an.

Panic! at the Disco Vices & Virtues

Auf seinem neuen Album nimmt Moby den Hörer auf eine Reise durch einsame und schlaflose Hotelnächte während seiner Tourneen mit. Fünfzehn Songs umfasst die melancholisch dunkle Reise durch die Nacht, ein authentisches Gewand aus Ambient, Trance & Electro präsentiert einen intimen Einblick in sein Seelenleben. Eine melodienreiche Platte, die sich eher nebenbei im Ohr festsetzt, anstatt sich offensiv in den Kopf zu hämmern.

Mainframe Vienna – in Österreich eine Institution in Sachen Bass-Culture – „DisasZt“ ist der Mann, der dahinter steht. Seit etwa 10 Jahren laufen seine Partys in der Arena Wien. Weniger bekannt waren bisher seine Produktionen im Studio, aber das soll sich nun ändern. „Shadow and Lightning“ beginnt unerwartet mellow & soulfoul, wird dann aber doch wild & garstig, so wie „DisasZts“ DJ-Sets üblicherweise. U.a. mit Chris.Su & Mindscape!

Nach dreijähriger Pause melden sich Panic! at the disco mit ihrem dritten Album „Vices & Virtues“ zurück. Nach „A Fever You Can’t Sweat Out“ folgte das relativ schwache Album „Pretty. Odd.“ Nun präsentieren sie sich in alter Manier mit energiegeladenen Ohrwurmcharaktersongs wie beispielsweise der ersten Single „The Ballad Of Mona Lisa“. Zur Freude aller Fans: Die Band ist heuer am Frequency vertreten!

Zum Schauen

Zum Spielen

Zum Lesen

Manshee, Kinga Pietraszewska

BIUTIFUL

Markus Waldbauer

H. Fahrngruber, W. Hintermeier

ALEJANDRO GONZALEZ INARRITU

Valve Software

Portal 2

Karte und Gebiet

Nach „Babel“ liefert Inarritu seinen bisher besten Film ab: ein gebeutelter Mann, der nach Harmonie und Erlösung strebt. Fernab der Touristenattraktionen hält sich Uxbal als Ganove über Wasser, hat aber immer das Wohlergehen seiner Kinder im Sinn. Ihre Mutter liebt er noch, ihr psychischer Zustand macht ein Zusammenleben aber unmöglich.

Der Nachfolger von Portal ist da: Das Knobel-Game Portal 2 vereint Puzzle- und Plattformelemente par excellence. Mit der so genannten Portal Gun können innerhalb des Spiels auf bestimmten ebenen Flächen zwei miteinander verbundene Portale erzeugt werden, durch die der Spieler und Gegenstände bewegt werden können.

Durch die fotografische Inszenierung von franzöischen Michelinkarten erlangt der Künstler Jed Martin Kultstatus. Houellebecq schreibt das Vorwort für den Ausstellungskatalog. Es entwickelt sich eine Freundschaft der beiden, ehe Jed Martin die Nachricht bekommt: Der Schriftsteller Houellebecq ist auf bestialische Weise ermordet worden.

Kung Fu Panda 2

God of War 3

Die schöne und der tod

Kung Fu Pandabär Po ist wieder zurück und diesmal wird es ernst für den schwergewichtigen Kampf-Panda: Der geheimnisvolle Schurke Lord Shen hat es auf den knuffigen Bären abgesehen. Zu diesem Zweck sind die Fähigkeiten aller “furiosen Fünf” gefragt: Tigress, Crane, Monkey, Mantis und Viper, alle sind wieder dabei, um das gefährliche Abenteuer in China zu bestehen. Familienentertainment pur.

Zugegeben, es ist nicht brandneu, hat sich aber jedenfalls verdient hier erwähnt zu werden: God of War 3! Dieses Action Adventure aus dem Hause Sony erzählt auf beeindruckende und spannende Art und Weise die Geschichte von Kratos, der sich quer durch die griechische Mythologie kämpft, um sich am Ende an Göttervater Zeus zu rächen. Absolut empfehlenswert!

Max gab seine Karriere und seine Beziehung zu einer Designerin, die aus dem selben Dorf stammt, auf, als sein Vater sterbenskrank war, und lebt nun in seinem kleinen Heimatdorf ein ruhiges Leben als Totengräber. Als die Schwester seiner ehemaligen Liebe unter mysteriösen Umständen Selbstmord begeht, wird sie von Max bestattet. Doch ihr Leichnam verschwindet und Max stürzt sich in lebensgefährliche Ermittlungen.

Jennifer Yuh

Sony

– 56 – MFG

Michel Houellebecq

Bernhard Aichner


HIGHLIGHT www.vaz.at

Ludwig Hirsch

Er ist einer der ganz Großen im österreichischen Musikgeschehen. Er wollte nie immer nur der „dunkelgraue“ Liedermacher sein. Viele seiner Kompositionen zeigen einen anderen Ludwig Hirsch: zarte Liebeslieder und lustig skurille Begebenheiten. Mit viel Humor versucht Hirsch Versäumnisse oder Ressentiments aufzuzeigen und seine Anliegen unterzubringen. All dies auf seine eigene stille aber deshalb umso wirksamere Art. Im Vorprogramm: Liedermacher Andreas Gaudmann & Bann.

RATZERSDORFER SEE I OPEN AIR I 17. Juli 2011

ab 04. 06.

fabelhaft

ab 15. 06.

jazzfest wien

16. 06.

CREATIVE PLACES

OL’STARS

17. 06.

Fabelhaft! 2011 wird an neun Orten, von St. Peter in der Au ganz im Westen bis Baden ganz im Osten seine Zelte der Fantasie aufschlagen. An den fast 100 Programmpunkten können sich 6-jährige genauso erfreuen wie ein verwöhntes Konzertpublikum. Mit prachtvollen Theatern bis zur Straße. Fabelhaft! kann man nicht erklären, fabelhaft! muss man erleben.

Gleich das Eröffnungskonzert am 15.6. im Austria Center Vienna steht unter einem guten Stern: Nämlich Marianne Faithful. Sie wird ihr neues Album vorstellen. Im Vorprogramm tritt die kanadische Jazzhoffnung Matt Dusk, das swingende Erbe von Sinatra & Co. an. Darüber hinaus wird das Konzert ein Charity-Event sein. www.viennajazz.org

Unter diesem Motto findet erstmals das Fest der Campusmedien der FH St. Pölten am Rathausplatz, im Cinema Paradiso und im ehemaligen, für diesen Abend zum multimedialen Schauraum umfunktionierten Objekt H12 / Heßstraße 12 statt. St. Pölten wird an diesem Tag in ein Zentrum für Kreativität und innovative Nutzung zeitgemäßer Medien verwandelt.

Mit 7 restlos ausverkauften Konzerten ist das „Ol´Star-Project“ rund um Didi Prochaska, Helmut Scherner & Co. wohl eines der erfolgreichsten Rock-Projekte in der Stadt! Jetzt schlägt das „Ol’StarProject“ ein neues Kapitel auf: „Didi & The Blue Ol’stars“ feat. Oli Young / special guest: Mario „Slu“ Sluga. Am 17.06. um 19:30 Uhr im EGON Gastgarten (Open Air).

erzählkunst

Jazz

FEST

KONZERT

U.A.

Koll st. GH pölten

17. 06. Sommernachtsgala

austria center wien

Ab

Juni

fin-

Großereignis

den

wieder

die

Grafenegg ist in

Kammermusik-

den vergangenen

Konzerte des Ost-

Jahren zum Inbe-

West Musikfestes

griff der festlichen Lebensfreude

in NÖ (Stift Herzogenburg, Villa Süd-

geworden. Am Wolkenturm ga-

park-St. Pölten, Schloss Heiligen-

stieren zur Eröffnung mit Genia

kreuz, Spitz, Stiftskirche Göttweig

Kühmeier, Sol Gabetta und Sabine

etc.) statt. 2011 spiegelt sich der

Meyer drei Solistinnen, die in ihren

Gedanke der Grenzüberwindung

jeweiligen Fächern zu den führen-

auch in den Aufführungen wider.

den Künstlerinnen der Welt zählen.

U.a. mit Dirigent Saulius Sondeckis!

GALA

GH Koll GRAFENEGG

MUSIKFEST

open air kino

16. 07.

ab 30. 06.

U.A.

St.pölten

bluesfestival

Das Cinema Paradiso eröffnet wieder seinen Saal unter dem Sternenhimmel. Direkt vor dem Kino, im barocken Ambiente des Rathausplatzes von St. Pölten, flimmern täglich die Publikumslieblinge der vergangenen Monate und Kultfilme über die Leinwand. Diesmal mit noch längerer Spielzeit: Täglich von 30.6.-28.8.11 an insgesamt 60 Spieltagen.

Neben regionalen Bluesgrößen wie den “Bluespumpm” oder der “Mojo Blues Band” präsentiert das Veranstaltungsteam rund um Charlie Furthner und Mika Stokkinen mit der US-amerikanischen Formation “The Michael Pewny Trio” auch heuer wieder einen internationalen Top-Act. Weiters u.a. die “Hermann Posch Blues Band” und ”Dick Wave & The Surrenders”

open air

festival

rathausplatz

RATHAUSPLATZ

EGON

OST-WEST

ab 19. 06.

Das musikalische in

U.A.

ratzersdorfer see

– 57 – MFG

AcHTUNG: NEUES DATUM!

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PÖlTEN

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Reich(l)ebners | Panoptikum

Die Hundefreilaufzone ist DAS bestimmende Wahlkampf-Thema in St. PĂślten. Wie so oft in der Politik: Mit den direkt Betroffenen hat wieder einmal keiner Ăźber ihre Vorstellungen gesprochen...


90 JAHRE

WOHNUNGSGENOSSENSCHAFT St. Pölten

Was haben das Parfum Chanel Nr. 5, die Verleihung des Nobelpreises für Physik an Albert Einstein und die Allgemeine gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft St. Pölten in der Josefstraße 70/72 gemeinsam?

Ja, sie wurden im Jahr 1921, also vor 90 Jahren kreiert, verliehen, gegründet.

Unsere aktuellen Wohnungsprojekte

Unsere aktuellen Doppelhausprojekte

St.Pölten-Nord, Otto Glöckel-Straße St.Pölten-Süd, Landsbergerstraße Frankenfels, Markt – noch Gartenwohnungen frei Hainfeld, Traisner Straße

Hafnerbach/Wimpassing (Doppelhäuser) Altlengbach, Leitsberg (Reihenhäuser und Maisonetten)

Tel.: 02742/77288-0 Fax: 02742/73458 wohnungsberatung@wohnungsgen.at

www.wohnungsgen.at

Allgemeine gemeinnützige WOHNUNGSGENOSSENSCHAFT e.Gen.m.b.H. in St.Pölten

Josefstraße 70/72 3100 St.Pölten

90 JAHRE WOHNUNGSGENOSSENSCHAFT ST. PÖLTEN - unsere Orientierung ist der Mensch.

MFG - Das Magazin / Ausgabe 38  

MFG - Das Magazin in hochwertiger Ausführung, durchgehend 4c auf aufgebessertem Papier mit attraktivem Content auf mindestens 56 Seiten. Die...

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