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Willkommen liebe Festivalgäste!

VERBOTEN IST

I. Exzessives und lautes Lustigsein II. Mutwilliges kotieren, urinieren und speiben in die Blumenkisterl III. Beischlaf auf offener Straße IV. Abfackeln von Autos, Toi Tois und Gartenzwergen V. Gifteln, haschen und dealen Besuchen Sie uns bald wieder! 0100 Cover1.indd 1

P.b.b. Verlagspostamt 3100 St. Pölten, 04Z035974M, 06/06, EURO 1,50

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DAS MAGAZIN

FESTIVAL: NUKeleare Bedrohung? URBAN: this land is my land KULTUR: Ein Forum fürs Theater SPORT: Was liegt, das pickt 27.11.2006 17:24:50


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Hauptstadt

von Johannes Reichl

Ich war damals grad ein

St. Pölten wird urbaner. Noch nicht in dem Tempo,

kleiner Stöpsel im 86’er

wie wir uns das wünschen würden, aber die Rich-

Jahr, welches das bislang

tung stimmt. Aus der in der Öffentlichkeit mit Pe-

geschichtsträchtigste der Zweiten Republik wer-

netranz titulierten „Landeshauptstadt“ darf endlich

den sollte: Tschernobyl, Waldheim-Affäre, Haider

wieder die einfache Stadt St. Pölten werden. Die

FPÖ-Chef und - Hauptstadt St. Pölten. Dass letztere

City-Plattform, der Neubau der Fachhochschule

unter dem „Supergau“ der anderen Themen unter-

(wenn auch an falschem Ort - schade), die Triathlon

zugehen drohte, war nur für Paranoiker Indiz „dass

Challenge (letztes überregionales Sportevent von

St. Pölten keiner ernst nimmt“. Mir als Kind hat sich

Format nach dem ATP-Turnier-Aus), Gastspiele der

das Ereignis trotzdem eingebrannt, nicht das Gu-

Wiener Philharmoniker und des Burgtheaters, ein

lasch ohne Saft, sondern das erste Hauptstadtfest.

„teilfixes“ Symphonieorchester, Bootspicknick am

Die nächsten 20 Jahre waren Erfolgstory, Kampf und

Viehofner See, volle Schanigärten oder The Who im

Krampf in einem. Ersteres ist faktisch nicht wegzu-

VAZ - das ist schon etwas!

diskutieren, letzteres aus politischer Großwetter-

St. Pölten ist eine nette kleine Stadt. Provinz, im

lage (Stadt & Land tun sich leider bis heute schwer

Maßstab zu Wien – ja! Aber es wird allmählich be-

miteinander) und – viel schlimmer – hausgemachter

griffen, dass das nichts Schlechtes ist! Die teils geis-

Kleinkariertheit ebenso wenig. Fatalerweise haben

tige Provinz im Kopf freilich - die Kleinkariertheit,

die zwei Großparteien durch ihre gegenseitigen

die Suderei, die Neidgesellschaft, die mangelnde

Verbalschlachten das ihre dazu beigetragen, weni-

Kritikfähigkeit, die uns teilweise noch immer durch-

ger im Hinblick auf die Hauptstadtentwicklung an

dringen – die muss weiter bekämpft werden. Manch

sich, als vielmehr im Hinblick auf das Versäumnis,

Grundstrukturen liegen noch im Argen, Mut und da-

ein WIR Gefühl, eine „nur gemeinsam sind wir stark

mit Selbstbewusstsein müssen noch stärker Bürger

und können Visionen umsetzen“ Stimmung zu ent-

wie v. a. öffentliche Stellen durchdringen (Oft sind

wickeln. Ebenfalls großer Hemmschuh war/ist ein

wir viel zu „brav“, zu bieder.) Gute Ansätze müssen

stets latenter Minderwertigkeitskomplex (Folge des

bis zum Schluss durchexerziert werden. So wird

ehemals stinkenden Industriestadtimages und des

sich erst erweisen, ob die von der Stadt initiierten

selbstzerfleischenden Größenwahns, sich mit der

Arbeitskreise, die derzeit wie die Schwammerln aus

Metropole Wien messen zu wollen), der mangelndes

dem Boden schießen, nicht zu Quatsch-Clubs ver-

Selbstbewusstsein zur Folge hatte („Woher kommst

kommen, sondern von der Politik wirklich ernst ge-

du?“ „Aus Wien!“) und sich in kontraproduktiven

nommen, also ihre Anregungen umgesetzt werden.

Überkompensationen manifestierte. Gerade dort,

Der Ansatz der Bürgerbeteiligung ist an sich richtig!

wo man mit Muss metropolitan und weltoffen wir-

„St. Pölten ist die meist unterschätzte Stadt Ös-

ken wollte, war man am provinziellsten.

terreichs“, konnte ich unlängst lesen. Das ist gut,

Und doch, in jüngster Zeit ist etwas in Bewegung

weil es heißt, dass noch vieles offen ist, sich noch

geraten. Die Hauptstadt greift, und zwar weil man

in die richtigen Bahnen lenken lässt. Die Chancen

sich von zuvor beschriebener Perversion allmählich

sind also da, WIR - Stadt, Land, Politiker und Bürger

löst. Von wegen, wir müssen 70.000 Einwohner ha-

gemeinsam (!) - müssen sie nur ergreifen! Ob wir so

ben, wie es das ÖIR ehemals prognostizierte.

klug waren, werden wir in 20 Jahren wissen!

FESTIVALS ich kriege nie Genuke Zwischen Profit & Paranoia Voll am sand Bademeister Franceso Bagnini

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URBAN Papa Pröll Land in Sicht Auspaniert Rauschmayrs Schnitzl-Bilanz

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KULTUR

bühne frei für freie Aus FORUM Kino wird FORUM Theater Thule & Golden wire Premierenfeier und Weltverschwörung

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SPORT Superkleber Große Jungs im Panini-Fieber

IMPRESSUM Blattlinie: Das unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak MBA Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742 / 71400330, Fax: 02742 / 71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Mag. Johannes Reichl Anzeigenleitung & administrative Geschäftsführung: Mag. (FH) Michael Müllner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 02742/71400-330; Email: michael.muellner@dasmfg.at Anzeigenservice: NGL mediamondial (Greis Langer Nestelberger OEG), Schillerplatz 1/1/6, 3100 st. Pölten, Tel.: 02742/71191-20, Email: greis@ngl-mediamondial.com Redaktionsteam: Mathias Kirner, Florian Kogler, Renate Lameraner, Althea Müller, Michael Müllner, Rosa, Thomas Schöpf, Eva Seidl, Matthias Steinperl, Tobias Zuser; in redaktioneller Zusammenarbeit mit www.joynt.at Kolumnisten: Hebi, Althea Müller, Thomas Karl, Rosa, Christoph Wagner, Tobias Zuser Kritiker: Wolfgang Hintermeier, Peter Kaiser; Johannes Maria Knoll, Dali Koljanin, Rainer Lepuschitz, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Robert Stefan, Alexander Terrer, René Voak, Tobias Zuser Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Cover: Hermann Rauschmayr, Christoph Schipp Art Director & Layout: REBELTECH, Dipl.-Ing. (FH) Christoph Schipp Lektorat: Frau Lehrer Reichl, Renate Rattenberger Hersteller: NÖ Pressehaus Druckund Verlagsgesellschaft mbH; Herstellungs-, Verlagsort: St. Pölten; Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www. dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich.

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URBAN

In was für einer Stadt leben wir eigentlich...

In der die Prandtauerpreise, die höchste kul-

In der ÖVP und SPÖ in ihren Plakatschlachten

turelle Auszeichnung, welche die Stadt vergibt,

regelmäßig das Stück „Kasperl und das Krokodil“

Autor des „Da Vinci Code“, Dan Brown, nämlich

sozusagen nachhause zurückgekehrt sind! Vor-

geben, beide davon überzeugt, der liebe Kasperl

weis machen möchte, dass der Sarkophag der

bei der zwischenzeitige

entbehrliche Irrweg,

zu sein, obwohl sie sich als Krokodil entlarven,

Maria Magdalena unter der Pyramide des Lou-

als man auswärtige Promis, die in ihrer Jugend

weil sie liebend gern aufeinander „eindreschen“.

vre seine letzte Ruhestätte gefunden hat (in

vielleicht zweimal – noch dazu mittelmäßig – im

Ihre treuherzigen Tränen nachher, wie bös die

Wahrheit sind in der kleinen Gegenpyramide im

Stadttheater gehustet hatten, zu verdienten St.

anderen sind, sind Krokodilstränen!

Inneren des Louvre bloß Putzmittel), haben wir

Pöltner Künstlern stilisierte. Zu offensichtlich

Neuestes Motto: Mach die schlechten Plakate

nun die wahre Grabesstätte in St. Pölten aufge-

und platt war die Intention, sich in deren heu-

der anderen einfach nach, mit, nicht minder po-

funden: Die Glaspyramide am Schillerplatz!

tigem Glanz zu sonnen, erkennbar. Das Resultat

lemischem und plattem Inhalt. Das mag zwar für

Das erklärt so einiges! Während wir nämlich

war eher peinlich.

die Macher originell sein, die sich an ihrer „qua-

immer mutmaßten, dass das brutale und ge-

Da gefällt der Weg, St. Pöltner auszuzeichnen,

litativ hochwertigen Kreativität“ offensichtlich

schmacklose Zubetonieren des Schillerplatzes,

schon besser. Auch – und dies gilt es mit dem

selbst befriedigen und nach Schulterklopfen der

dieser ehemals wunderschönen Grünoase mit

Preis ja bewusst zu machen - weil das hei-

Parteikollegen heischen, die mündigen und gar

ihren großen Kastanienbäumen, in den 80‘ern

mische Kreativreservoir viel reicher ist als wir

nicht so dämlichen Bürger erreicht man damit

Resultat klassischen St. Pöltner Minderwertig-

alle denken! Wenn etwa mit Michael Mantler

sicher nicht! Für die ist es ein Kasperltheater.

keitskomplexes und damit verbundener, falsch-

ein Jazzer von Weltrang hervorgezaubert wurde,

Schade um das Geld für Plakate, die ohnedies

verstandener, Überkompensation war, ist nun

dann saß man im Zuschauerraum und staunte

niemand liest oder, wenn doch, dann mit absto-

klar: Unter dem Platz, genauer der Pyramide,

fürs erste einfach. Und dass Siegfried Nasko ge-

ßendem Kopfschütteln quittiert. Und dann rede

verbirgt sich in Wahrheit das größte Geheimnis

ehrt wurde, war ohnedies schon überfällig. Was

uns noch einer der Politiker, er verstünde gar

der Menschheit. Und daher musste der Platz so

im übrigen auch auf zahlreiche andere helle St.

nicht, warum sich so etwas wie Politverdrossen-

schirch gestaltet werden, damit dort ganz sicher

Pöltner Köpfe zutreffen würde wie Manfred Deix,

heit breit macht. Seriosität ist angesagt, bitte!

niemand nachforscht! Das ist gelungen, genial!

Hannes Thanheiser, Toni Wegscheider etc.

Die Wahl im Herbst bietet dazu Gelegenheit!

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In der wir doch tatsächlich das Geheimnis des Da Vinci Codes lüften konnten! Während uns der

LESERFORUM

Leider kann nur ein Teil der Leserbriefe veröffentlicht werden. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Leserbriefe direkt an: MFG-Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten, e-mail: leserbriefe@dasmfg.at oder direkt unter www.dasmfg.at

Habe diese Ausgabe verschlungen, wie einen Apfel auf Purz und Stengel. Freue mich schon auf

heimischen Esskultur umsetzt. toi toi toi, weiter so!

zitrone

die nächste Ausgabe. mfg ist herrlich erfrischend anders, ein Genuss!!!

Helene vom Land

Wenn man sich vor Augen führt, was das VAZ St. Pölten der Stadt und dem Land an Millionen

den beitrag mitn schnitzl find ich extrem ein-

Euro und Arbeitsplätzen bringt und den Besu-

fallslos und peinlich. was kommt als nächstes? rk

chern an Unterhaltung, fragt man sich schon, worauf die Politiker hinsichtlich des Baus einer

URBAN: im SchnitzelrauSch KULTUR: die piefke-Saga SZENE: gretchenfrage antwortet SPORT: wagnerS mayer-diät

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also ich finds witzig, ist auch Zeit geworden,

MFG

dass das mal jemand aufgreift und auch in der

neuen Halle noch warten? Nicht zu handeln ist da ja fast schon fahrlässig!

franzmann

DAS MAGAZIN 16.05.2006 22:56:34

12.06.2006 19:33:13

Fotos: Rauschmayr, Vorlaufer, photocase, zVg

Wie eine Bombe hat „paniert‘s mi“ eingeschlagen: Pro 7, Barbara Karlich, Puls TV, HIT FM, Radio Arabella, Österreich KURIER, NÖN etc. haben über Rauschmayrs Aktion berichtet. Auch die Leser diskutierten.


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URBAN

Mit Karl Valentins Grübeln über die richtige Schreibweise der „Semmelnknödeln“ hat es angefangen. Große Geister beschäftigen sich seither mit der korrekten Diktion unserer Menüs. „Selbst in der Frittatensuppe feiert die Provinz ihre Triumphe!“, lässt Thomas Bernhard seinen Theatermacher verzweifeln. Merke: Die linguistisch ungarischen Palatschinken haben, weil dergestalt aus Italien zu uns genudelt, die zwei Ts vorne und nicht hinten, wie in vielen unserer Wirtshäuser.

K

sommerkino Neben den neuen Musikfestivals im VAZ St. Pölten ist das Internationale Kultur- und Filmfestival am Rathausplatz (heuer zwischen 20. Juli und 27. August) mittlerweile ein Dauerbrenner. Abgesehen vom cineastischen Kulturgenuss hosted by Cinema Paradiso bietet Veranstalter Andreas Pesl heuer erstmals eine zweite Leinwand vorm Rathaus, auf der u.a. Konzertmitschnitte gezeigt werden. Neben 20 Palmen und anderem optisch-dekorativen Aufputz wird eine Teilüberdachung des Rathausplatzes Sonne und Regen entschärfen. Fragt man Pesl nach der Bedeutung seiner 39 Tage dauernden Veranstaltung, so kommt man bei den 22

Tröstlich: Die gastronomische Qualität eines Wirten (= ostösterr. Genetiv) korreliert nicht zwingend mit der orthographischen Qualität sei-

Ständen mit je rund 40.000 Euro Umsatz auf ein reines Umsatzplus für St. Pölten von mehr als 250.000 Euro (den Wareneinsatz schon abgezogen) - die Effekte auf Nächtigung, Steuern und positiven Imagetransfer noch gar nicht mitgerechnet. Wer übrigens schon vorher Lust auf internationale Kost hat, sollte die WM mit Kultur in der EGON Arena aufsuchen, wo es nicht nur fußballerische, sondern auch kulinarische Schmankerl gibt.

Fotos: Rauschmayr, Vorlaufer, photocase, zVg

mehr partys=mehr kinder

Derby beim Triathlon?

EGON-Wirt Tezcan Soylu hat wieder mal den Vogel

Wiener Derby beim St. Pöltner Triathlon - diesen

abgeschossen. So mutierte die Singleparty im EGON

Showdown könnten die Besucher am 25. Juni am

zur feucht-fröhlichen Massenveranstaltung mit Kult-

Ratzersdorfer See live erleben. Immerhin warf Andi

faktor und Sozialwert! Erstens weils einfach witzig

Herzog, der Ex-Grüne, dem violetten Urgestein Toni

war (v.a. Tezcans Partnerannoncen hinter der Theke

Pfeffer im Zuge der Pressekonferenz verbal den

á la „Frontfrau sucht Backstagemann“ wussten zu

Fehdehandschuh zu. „Aggressionen, äh... Herausfor-

unterhalten), zweitens weil ja schließlich alle unter

derungen sind ja in einem Wettkampf wichtig.“ Da

die Haube gebracht werden sollen, und drittens weil

wär ein „Wiener Derby“, sozusagen auf See-, Rad-

das für den Fortbestand unserer geliebten Heimat

und Schwimmstrecke verlegt, doch ganz spannend.

überlebensnotwendig ist. Denn einmal mehr hat sich

Herzog - der Star bei den Nicht-Profis - wird sich

die legendäre Forderung von Ministerin Gehrer nach

im übrigen top vorbereiten. „Ich bin vorher bis zum

„weniger Partys, mehr Kinder kriegen“ als absoluter

22. Juni bei der WM in Deutschland. Aber dann kon-

Trugschluss entlarvt. Bei dem Motto stünden wir

zentriere ich mich voll und ganz auf den Triathlon“,

bald ganz ohne Nachwuchs da, denn wo sollten die

meinte der Schelm. Das „dann“ sind nämlich gerade

Jugendlichen - also die 15-40jährigen - denn sonst

drei Tage bis zum 25. Juni, an dem die Bewerbe ab

ihre Partner finden? Faktum: Die „Spaßgesellschaft“

11 Uhr steigen (am 24. Juni gibts schon den Kids-Tri-

ohne Spaß wäre zum Aussterben verdammt!

athlon für die Kleinen - und zwar gratis!)

Übrigens sollen sich nach dem Motto „uuh, hübsches

Ein Highlight am 25. Juni: Wagner gegen Steinperl!

Ding, ich versteck den Ehering“ doch glatt auch Ehe-

Zuschauen, sofern nicht selbst aktiv, ist also Pflicht!

gesponse unters Volk gemischt haben. So was auch!

www.stp-triathlon.at

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rettet die frittaten von Hebi ner Speis(en)karte. Beispiel: „mit gemischten Salat“. Wittgenstein dazu: „Die Unterwelt ist alles, was beim Salat nicht der dritte Fall ist“. Vor allem ist es das Gastrofranzösische, das manche Köche ins G´nack haut. Da wird das Weinchaudeau schlössig zum Chateau, von Eingeborenen ohnehin als „Schattoh“ bestellt, und das Cordon bleu wird zum Gordon mit Gustav. Immer noch besser als der teutonische Burgunderrinderbraten oder gar die Hackfleischbällchen. Mit den analogen Röllchen hatte schon Helmut Qualtinger seine liebe Not: „Ceva…, Cevera…, Tschewerawa…. A, Schei…: Hundstrümmerl“. Das „Championschnitzel“ schließlich startet in der höchsten Liga und hat sich in dieser Schreibweise aus der berüchtigten Küche des britischen Königreiches bis zu uns durchgedribbelt. Also, Wirtsleut, reißt´s euch am Rechtschreib-Riemen! Und wenn die Fehler in euren Speisenkarten zur seltenen Ausnahme geworden sind, dann dürft ihr aus voller Brust singen: „We are the Champignons!“.

12.06.2006 19:34:30


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XXXXXX

Wir können ja nicht jeden Mistkübel bewachen Lud wig Fi lz

Diesen Sommer finden erstmals zwei Festivals direkt in St. Pölten statt. MFG beleuchtet die beiden Veranstaltungen mal von einem anderen Blickwinkel: Wer profitiert, wer verliert? Ein Festival aus Sicht der Wirtschaft, abseits von Spaß, Sommer und Sonnenschein! Von Flo Kogler und Michael Müllner Neben dem direkten Gewinn für den jeweiligen

in der Region bleibt, so spricht man davon.“

tabilität. Dr. Egon Smeral vom österreichischen

meint Franz Weiss, Marktleiter der Merkur-Filiale in der Anton Scheiblin Gasse. Erfahrungswerte

Veranstalter lautet das Schlagwort Umwegren-

umsatzplus

vom Vorjahr, als man das Festival im Pielachtal bemerkte, und der Hausverstand entscheiden,

Institut für Wirtschaftsforschung bringt den Gummibegriff auf den Punkt. „Wenn ein Veran-

Wirtschaftszweige die am meisten von Kon-

was mehr auf Lager gelegt wird. „Dosenbier und

stalter ein Ticket verkauft, dann ist das an sich

zerten und anderen Großveranstaltungen profi-

Red Bull in erster Linie, weil Glasflaschen sind

noch keine Umwegrentabilität. Wenn aber durch

tiert, sind unter anderem der Lebensmittelhan-

ja am Festivalgelände verboten. Auch in der

die Besucher, welche nur wegen der Veranstal-

del und die Gastronomie.

Snackbar werden wir schauen, dass uns nichts

tung nach St. Pölten kommen, zusätzliches Geld

„Da werden wir dementsprechend einlagern“,

ausgeht“, umreißt Weiss die Ziele. Den Perso-

Fotos: FMService, musicnet, Nova Music, WIFO

Ich kriege nie genuke

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FESTIVAL

naleinsatzplan muss er natürlich überdenken,

geballte peanuts

konkrete Angaben zur Umsatzsteigerung macht

Zusätzlicher Umsatz von knapp 5 Mio. Euro Der Wirtschaftswissenschaftler Univ. Prof.

er aber nicht: streng geheim. Außerdem ist der

Wer mit den Festivals wohl weniger Freude ha-

Dr. Egon Smeral ist Fachmann für Touris-

Getränkeumsatz stark vom Wetter abhängig. Bei

ben wird, ist der städtische Wirtschaftshof, zu

mus- und Freizeitwirtschaft. Der WIFO-For-

einem heißen Festivalwochenende kann man in

dessen Aufgabe unter anderem die Abfallbesei-

scher berät nebenbei auch die Bundesre-

der Sparte aber schon von einer Verdoppelung

tigung sowie die Betreuung öffentlicher Anlagen

gierung. Was sagt er zum oft strapazierten

bis Verdreifachung des Umsatzes ausgehen.

und Straßen gehört. Dennoch sieht der stellver-

Begriff „Umwegrentabilität“?

Vom Getränkeumsatz, wenn auch nicht gerade

tretende Leiter Ludwig Filz den Megaveranstal-

direkt, abhängig ist das Taxiunternehmen Ritt-

tungen gelassen entgegen: „Veranstaltungen

ner. So sollen mehrere Kleinbusse nur für das

wie das Nuke oder das Lovely Days sind reine

Nuke bzw. das Lovely Days abgestellt werden. Durch viele Einflussfaktoren ist eine genaue Prognose schwer. Nur eines ist laut Taxi-Rittner

Umwegrentabilität ist das, was der Betriebswirt nicht versteht DR. SMERAL

sicher: „Wir fahren das volle Programm, was wir

Routine für uns. Da sie beide an einem Wochen-

im Sommer sonst nicht tun. Es sollte sich ausge-

ende stattfinden, wurden unsere Leute einfach

hen, dass alle Besucher nach Hause kommen.“

in Bereitschaft versetzt und Überstunden ange-

Herr Robert Walter vom McDonalds Restaurant

ordnet.“ Ing. Ruthner von der Mülldeponie geht

in der Mariazellerstraße geht davon aus, dass

davon aus, dass pro Festival 40 Tonnen Müll zu

„Umwegrentabilität ist das, was ein Be-

die Festivalbesucher auch Gusto auf Fast-Food

entsorgen sein werden. Eigentlich Peanuts im

triebswirt nicht versteht“, eröffnet Smeral

haben. Der Umsatzzuwachs wird sich im zwei-

Vergleich zu den 11 000 Tonnen, die pro Jahr in

die Erklärung. Es geht um die Definition

stelligen Bereich bewegen, Details werden aber

St. Pölten produziert werden.

des Raums, den man betrachten will. Da-

keine verraten, außer, dass die Bestellmengen

Einzig das Thema Vandalismus bereitet Herrn

bei gehen Betriebswirte nur von ihrem

rechtzeitig kalkuliert und die Dienstpläne dar-

Filz ein wenig Kopfzerbrechen: „Natürlich haben

eigenen Betrieb aus, während die Umweg-

auf abgestimmt werden. Schon das vorjährige

wir Angst vor Vandalismus, die Lage wird immer

rentabilität viel weiter blickt. Ein verkauf-

Nuke-Festival im Pielachtal hat sich „sehr wohl

schlimmer. Allerdings sind wir machtlos, wir

tes Ticket allein ist noch keine Umwegren-

positiv bemerkbar gemacht“.

können ja nicht jeden Mistkübel bewachen.“

tabilität. Aber wenn Besucher nur wegen einer Veranstaltung kommen und so zu-

Auch die Anrainer sorgen sich um Vandalenakte.

sätzliches Geld in der Region bleibt: voilà!

Anrainervertreter Josef Dammerer: „Der Lärm

Um exakt zu wissen, wie viel Nuke und

stört uns nicht so sehr, da nach Gesprächen mit

Lovely Days der Region bringen, müsste

Harry Jenner und René Voak wahrscheinlich nur

man eine umfassende Studie in Auftrag

Neben der Gastronomie freuen sich selbstver-

der Campingplatz der Crew an unsere Hausan-

geben. Dank Erfahrungswerten kann man

ständlich auch die Hotels und Pensionen. Ge-

lagen grenzen wird. Wir sorgen uns mehr um

jedoch über allgemeine Effekte auch

rade das Hotel Metropol erwartet bereits die

Vandalismus und da vor allem um die Nachbe-

schon jetzt eine Aussage treffen.

Festivalsaison sowie deren Stars: „Namen der

arbeitung. Immerhin muss unser Hausmeister

Neben der Auslastung von Hotels und Pen-

Künstler wissen wir oft selbst bis kurz vor An-

eventuelle Schäden nachher in Ordnung bringen

sionen, profitieren auch Supermärkte oder

kunft nicht, da Konzert- oder Eventagenturen

und wir in weiterer Folge bezahlen.“

Tankstellen massiv. Die Besucherzahl ist

buchen und keine Namen nennen. Aber selbst-

Veranstalter Harry Jenner ist sich der Tatsache

dabei das Um und Auf. Kommen die Gäste

verständlich werden wieder hochrangige Künst-

bewusst, dass das Festival an ein Wohngebiet

später wieder? „Fliehen“ Einwohner zur

ler ihr Quartier im Hotel Metropol beziehen.“

angrenzt, verspricht auch die Präsenz von Se-

Festivalzeit in den Sommerurlaub? Oder

curitypersonal. Nur eines kann er nicht ändern:

hätten sie den Urlaub sowieso gebucht

unbezahlbar

„Ich kann den Besuchern nicht die Eigenver-

und verschiebt sich nur der Reisetermin?

antwortung abnehmen. Was für Anrainer getan

Eine grobe Berechnung gibt eine Vorstel-

Soviel zum finanziellen Gewinn für die Landes-

werden kann, werden wir aber selbstverständ-

lung von der Größenordnung: Gehen wir

hauptstadt. Ein Faktor, der sich sehr schwer in

lich machen!“

davon aus, dass pro Tag rund 20.000 Be-

Zahlen ausdrücken lässt, ist der Imagegewinn.

Unter Einbindung eines Verkehrsexperten hat

sucher erwartet werden, rund 80 Prozent

Eva Prischl von der Tourismusinformation: „Aus

der Veranstalter mit den Behörden ein Konzept

stammen nicht aus St. Pölten, bringen

der Sicht von St. Pölten Tourismus sind die Fes-

für Parkflächen und zur Verkehrsleitung erar-

also zusätzliche Kaufkraft. Jeder Besucher

tivals natürlich der absolute Hammer. Die Wer-

beitet. So sollen Staus und unangenehme Aus-

gibt pro Tag rund 100 Euro aus, kein Ver-

bung für die Stadt St. Pölten ist unbezahlbar.“

wirkungen auf Anrainer möglichst verhindert

mögen rechnet man Ticket, Unterbringung

werden.

und Verpflegung mit ein. Dann ist man

Fotos: FMService, musicnet, Nova Music, WIFO

Aus der Tourismus-Sicht sind die Festivals der absolute Hammer | eva prisch l

mit einem Schlag bei einem zusätzlichen

Der Bürgermeister unterstützt die Festivals seit Beginn. Ihm ist es „ein persönliches Anliegen,

Die Prognosen für die Premiere der beiden Fes-

Umsatz von knapp 5 Millionen Euro. „Hin-

den Veranstalter der beiden Festivals seitens

tivals im VAZ sehen von allen Beteiligten rosig

zukommen noch Mehreinnahmen durch

des Magistrates bestmöglich zu unterstützen.“

aus. Manche träumen insgeheim schon von

Steuern und temporäre Beschäftigungs-

Daher sollen die beiden Großveranstaltungen

einem St. Pölten als Festival-Mekka, ähnlich wie

wirkungen“, wie Prof. Smeral erinnert. Ein

nicht nur 2006 in St. Pölten stattfinden. „Eine

Wiesen. Bleibt abzuwarten, ob das Experiment

paar Hundert Mitarbeiter sind jedenfalls

Kooperation ist auch in Zukunft absolut im Inter-

gelingt und eine Fortsetzung folgt. Davon profi-

nötig um die Megafestivals sprichwörtlich

esse der Stadt“, so Stadler.

tieren schließlich alle, auch die Besucher!

über die Bühne zu bringen.

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B-SEITEN

von Tobias Zuser hirn zu prügeln und unvergessen zu machen. Also was tun? Die Stadt für den Festival-Zeitraum mit Planen zu überdecken wäre zu kostenaufwendig und würde wohl auch den Pensionsbeziehern auffallen, die heuer beim 20. St. Pöltner Hauptstadtfest rocken werden. Unseren hübschen Europaplatz als einzigen Verkehrspunkt der Welt zu präsentieren, den jeder als Kreisverkehr fahren will, obwohl er keiner ist, weiß wohl auch nicht alle zu begeistern. Und mit der gefährlichsten Wasserrutsche des Kontinents (powered by Landesklinikum St. Pölten) können wir auch nicht mehr angeben, seit ihr erbarmungslos die dunklen Zähne gezogen wurden. Ob sich The Strokes, Manu Chao, The Pixies und The Who jemals wieder an uns erinnern werden...? Was soll’s. Eine Sache können uns diese ganzen Stars nämlich nicht nehmen: unsere Sternschnuppe. Und wer sie wirklich mal zu Gesicht bekommt, der darf sich dann was wünschen!

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Nuke und Lovely Days – Was sagt… Mag. Matthias Stadler Bürgermeister: Für die

das ist kein Problem. Wir haben öfters größere

Stadt bedeutet dies, dass wir uns als aufstrebende

Feste wie z.B. das Hauptstadfest, es ist eine reine

und dynamische Landeshauptstadt präsentieren

Kostenfrage. Bei Festivals ist bekanntlich ein er-

können, die attraktive Freizeitangebote bietet. Viele

höhtes Risiko für Vandalenakte. Die Lage wird im-

BürgerInnen schreiben, dass sie froh sind, „dass

mer schlimmer, aber wir sind machtlos. Wir können

endlich was los ist in St. Pölten“.

nicht jeden Mistkübel bewachen.

Natürlich wird ein solcher Massenevent auch immer mit gemischten Gefühlen aufgenommen. In

Robert Walter Chef McDonalds Mariazeller-

die Vorbereitungen sind natürlich auch sämtliche

straße: Wir erwarten einen Umsatzzuwachs im

Magistratsabteilungen sowie Anrainer eingebun-

zweistelligen Bereich. Als Vorbereitungen haben

den. Auf alle Fälle werde ich auch persönlich vor-

wir die Bestellmengen rechtzeitig kalkuliert und

beischauen – The Who, Roxy Music, Gentleman und

auch die Dienstpläne auf die Festivals abgestimmt.

Jovanotti darf ich nicht versäumen!

Immerhin hat sich schon das Nuke im Vorjahr positiv bemerkbar gemacht.

Eva Prischl

Tourismusinformation: Aus der

Sicht von St. Pölten Tourismus sind die Festivals na-

Franz Weiss Filialleiter Merkur Anton Scheiblin

türlich der absolute Hammer. Die Werbung für die

Gasse: Da werden wir schon dementsprechend ein-

Stadt St. Pölten über die diversen Medien ist un-

lagern, Dosenbier und Red Bull in erster Linie, weil

bezahlbar. Eine Steigerung des Glücksgefühls wäre

Glasflaschen sind ja am Festivalgelände verboten.

natürlich, diese Festivals als fixe Einrichtungen an-

Von einer Verdoppelung bis Verdreifachung des

bieten zu können, somit würde St. Pölten die Festi-

Umsatzes kann man schon ausgehen. Konkretere

valstadt in Österreich!

Angaben kann ich leider nicht machen, das sind vertrauliche Geschäftsdaten.

Michaela Kohwalter Interims Manager Hotel Metropol: Es wird so sein, dass wieder einige der

René VOAK VAZ St. Pölten: Für einen Veranstal-

Stars im Hotel Metropol übernachten werden und

tungsbetrieb ist es natürlich ein riesiger Erfolg, dass

wir deshalb Mitarbeiter für mehr Roomservice vor-

wir nach langer Aufbauarbeit die Festivals bei uns

bereiten bzw. einteilen. Da es in St. Pölten auch

begrüßen dürfen. Neben der Event-Branche gibt es

keine Groupies gibt, vor denen die Stars flüchten

viele Gewinner – die im Vergleich zum Veranstalter

müssten, fühlen sich unsere besonderen Gäste im

kaum Risiko tragen: Hotels und Pensionen, Gastro-

Hotel immer sehr wohl. Die Umwegrentabilität ist

nomiebetriebe, Einzelhandel. Allein das Aufbauper-

sicherlich sehr gut! Es profitiert fast jede Branche

sonal ist zwei Wochen im Einsatz, das macht sich

der Wirtschaft und der Bekanntheitsgrad der Stadt

schon bemerkbar. Der Imagegewinn ist unbezahl-

St. Pölten wächst bei solchen Events besonders

bar, St. Pölten wird international wahrgenommen!

stark. Boris Jordan FM4: Der Veranstaltungsort wirkt Joe Rittner Rittner Taxi: Routinearbeit sind so

sehr professionell, gemauerte Toiletten sind ja nicht

Festivals sicher nicht, da brauchen wir schon drei

selbstverständlich und ich für meinen Teil stehe

Stunden pro Auto um den ganzen Dreck wieder

gerne mal nicht auf einem Acker. Das Programm ist

raus zu kriegen. Aber das gehört dazu! Wir wer-

gut besetzt, sehr viele exklusive Acts, schön wenn

den sicherlich zwei bis drei Kleinbusse nur für die

ein Festival mal ohne dem ewig gleichen Line-Up

Festivals zur Verfügung stellen und unser Personal

auskommt! FM4 wird im Vorfeld und vor Ort berich-

aufstocken. Kapazitätsprobleme wird es zwar zu

ten, kommt drauf an, wie viel uns die Bands gestat-

Stoßzeiten geben, aber es sollte niemand am Stra-

ten. Konzertmitschnitte und Berichte werden in der

ßenrand stehen bleiben.

Sendung Homebase on air sein.

Josef Dammerer Anrainervertreter: Die Zusam-

Clemens Stadlbauer Ö3: Wir freuen uns auf die

menarbeit mit René Voak läuft sehr gut, es gab ei-

Festivals zum einen, weil erstklassige Acts kommen

nige konstruktive Gespräche. Auch mit anderen Ver-

und zum anderen weil das „Lebensgefühl Festival“

anstaltungen im VAZ, wie dem Volksfest, haben wir

ja an sich etwas Tolles ist: Freiheit, einmal weg von

uns arrangiert. Es kommt bei der Lärmbelästigung

zuhause, mit Freunden und guter Musik – bei hof-

vor allem auf die Windverhältnisse an: Bei Südwind

fentlich gutem Wetter unter freiem Himmel feiern!

ist sie schon sehr schlimm, bei Nord-West Wind hö-

Die Lovely-Days-Künstler sind ohnehin Stammgäste

ren wir fast gar nichts. Da machen uns Vandalenakte,

bei Solid Gold, aber auch off air laufen die Vorbe-

Diebstähle und Verschmutzung mehr Sorgen.

reitungen auf Hochtouren: Interviews werden angefragt, technischer Details geklärt. Man kann ruhig

Ludwig Filz Stellvertretender Leiter Wirtschaftshof: Die Abfallbeseitigung ist für uns reine Routine,

laut sagen, dass St. Pölten heuer die Festivalstadt Österreichs ist!

Fotos: FMService, musicnet, Nova Music, photocase, Marco Magharai

Ganz St. Pölten wuselt schon nervös herum, schließlich ist die niederösterreichische Landeshauptstadt drauf und dran in die Fußstapfen des burgenländischen Wiesens zu treten und sich die Bezeichnung „Festival-Mekka“ unter den Nagel zu reißen. Und in diesem Provinz-Duell hat St. Pölten bereits deutlich die Nase vorne: Nicht nur, dass unser Bahngleis betoniert ist, wir können zudem mit zwei Kasernen (Panzer zu verkaufen!), einer Kurzparkzone und einem schönen Bischofssitz auftrumpfen. Sachen, die Wiesen in jeder Hinsicht fehlen und eine Größe wie Pete Townshend begeistern werden (auch wenn er die größte Sandkiste Zentraleuropas leider nicht mehr erleben wird). Überhaupt ist es von absoluterWichtigkeit sich in die Köpfe der Berühmtheiten einzubrennen, in ihr Ge-

K

FESTIVAL

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9

FESTIVAL

SOMMERFAHRPLAN

Hauptstadtfest

NUKE FESTIVAL 13. bis 15. Juli VAZ Freigelände The Strokes, Manu Chao, Pixies, Gentleman Drei-Tages Pass 99,-

21. – 22. Juli VAZ Freigelände The Who, Roxy Music, Robert Plant, Billy Idol Zwei-Tages Pass 99 ,-

28. – 29. Juli Ratzersdorfer See The Real McKenzies, Killerpilze, Nova International, Cheek Dakota Freier Eintritt!

www.hauptstadtfest.at

www.NUKE.at

www.LOVELYDAYS.at

www.STEREO AM SEE.at

HOUSE OF RIDDIM

7. Juli St. Pöltner Innenstadt Nazareth, Excuse Me Moses, deKor, The Skirt, Psychedelic Sexmachine Freier Eintritt!

URBAN ART FORMS

LOVELY DAYS

STEREO AM SEE

3. – 5. August Festivalgelände Wiesen Jeff Mills, Adam Freeland, Andy C, Alter Ego... Festivalpass 60,-

14. – 15. August Festivalgelände Pielachtal Burro Banton, Turbulence, Elijah Prophet, Mono & Nikitamann, Benjie Zwei-Tages Pass 29,-

FREQUENCY

17. – 18. August Salzburgring Muse, Franz Ferdinand, Morrissey, The Prodigy, Mando Diao… Zwei-Tages Pass 85,-

TWO DAYS A WEEK

www.wiesen.at

www.HOUSEOFRIDDIMFESTIVAL.at

www.FREQUENCY.at

www.WIESEN.at

30. – 31. August Festivalgelände Wiesen Pennywise, BoySetsFire, Thursday, Thrice, Rise Against Festivalpass tba

Marco wer?

Fotos: FMService, musicnet, Nova Music, photocase, Marco Magharai

Mit seinen E-Mails versorgt er Österreichs Festivaljünger mit den nötigen Infos. „Liebe Fans der alternativen Festi-

bevoll,

valfrequenz zwischen heimischen

Newsletter. „Aber das ist nur ein

persönlich

gestalteten

Bergen und Sonnenblumen”

winziger Teil meines Daseins,

Wer solche Satzmonster liest,

ich mache vor allem Layouts“ so

der kann sich schon denken,

Marco. Dabei bereiten ihm die

von wem sie stammen: Marco

Überschriften aber die meiste

Magharai! But who’s that guy?

Arbeit, der Rest schreibe sich von

Marco Magharai, 29 Jahre, wohn-

ganz alleine.

haft in Wien („Ich find die Stadt

Marcos

cool, außer ich bin grad woan-

Favorit ist das Frequency! „Mor-

ders, dann find ich’s dort noch

rissey darf ich auf keinen Fall

besser“), Hobbys: Radfahren und

verpassen. Wer

Schmusen.

dieser Stunde Arbeit auftragen

Anfangs studierte er in Wien Poli-

will, kriegt gleich eins mit dem

tikwissenschaften und Publizistik

Paddel.“

und arbeitete nebenbei als Flyer-

In einem Jahr will er endlich sein

verteiler. Mit der Zeit bekam er

Ziel erreichen: „Am Strand liegen

einen immer größeren Aufgaben-

mit einer Villa voller Models.“ Den

bereich.

Newsletter würde er aber Gott

Bekannt ist Marco für seine lie-

sei Dank weiterhin schreiben!

persönlicher

mir

Festival-

während

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0607_0809 Festivals_1.indd 5

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Living Office*

www.20jahrelandeshauptstadt.at

Viele Gründe, stolz zu sein. Gute Gründe, an der Zukunft dungsstätten für Nachwuchsförderung im Breitenund Spitzensport. Für Begeisterung und gemeinsame Erfolge – weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus.

St. Pölten. Landeshauptstadt für Niederösterreich. 1011-Politerfragen_1.indd 2

13.06.2006 17:42:24

Foto: Vorlauger, Nonner, Sassmann, zvg

zu arbeiten – mit zahlreichen Sport- und Ausbil-


11

URBAN

DAS LUSTIGE POLITIKER FRAGE-ANTWORT SPIEL Der Countdown läuft - die Gemeinderatswahlen im Herbst werfen ihre Schatten voraus, daher wohl schon die vorletzte Runde unseres lustigen Frage-Antwort-Spiels. Vorschläge schicken Sie wieder an office@dasmfg.at!

Silvia BUSCHENREITER

Living Office*

Ist die St. Pöltner FPÖ eine Bereicherung für das politische Spektrum der Stadt?

Haben Sie SOS-ORF unterschrieben?

Ist die österreichische Asylpolitik teilweise menschenverachtend?

Matthias STADLER

8 JA

NEIN

8 JA

8 JA

NEIN

NEIN

Johannes SASSMANN

Hermann NONNER

8

8 JA

8 JA

8 JA

NEIN

JA

NEIN

JA

NEIN

JA

NEIN

JA

NEIN

8

8

NEIN

JA

NEIN

JA

NEIN

8

NEIN

8

Eben heimgependelt, steht man Montag Nacht am Bahnhof und hat Hunger. Zwei klassische Kriseninterventionsstellen (Kuckucksnest, Koll) haben Ruhetag, Chinesisches oder Italienisches muss es zur Abwechslung nicht sein und Fast Food ist politisch unkorrekt, zumindest amerikanisches. Also schlurft man zur alpinen MacVariante und trägt ein Emmentalersemmerl, große Pommes und Erdäpfelsalat den breiten Weg nachhause. 10 Minuten später liegt das Menü lauwarm am Tisch. Das Bier steht genau so in der Küche, also muss der Pinot Blanc herhalten, auch wenn er zum Spülen des Frittierten deutlich zu fruchtig ist. Jetzt noch den Fernseher einschalten und mit einem sinnfreien Programm abschal-

K

UNTERBELICHTET Soll Insassen einer Justizvollzugsanstalt die Möglichkeit geboten werden, mit Besuchern intim zu werden?

Haben Sie 1986 für St. Pölten als Landeshauptstadt gestimmt?

Foto: Vorlauger, Nonner, Sassmann, zvg

Waren Sie schon auf den Viehofner-Seen Bootfahren?

von Christoph Wagner

8 JA

8 JA

8

Werden Sie sich bei der Gemeinderatswahl selbst wählen?

8

Besuchen sie eines der Sommerfestivals (Nuke oder Lovely Days)?

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JA

8 JA

NEIN

8 NEIN

8 JA

Wird Brasilien Fußball-Weltmeister?

Hatten Sie schon einmal einen One-Night-Stand?

NEIN

NEIN

NEIN

JA

8 JA

JA

JA

NEIN

JA

JA

NEIN

8

8

JA

NEIN

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NEIN

JA

8

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NEIN

JA

8

JA

8 JA

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8 NEIN

8

NEIN

NEIN

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NEIN

JA

NEIN

NEIN

8

NEIN

8

8 NEIN

JA

NEIN

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8

8

NEIN

JA

NEIN

JA

8

8

NEIN

JA

NEIN

JA

NEIN

8 NEIN

NEIN

ten. Nette Wüstenbilder aus Kenia stoppen die Arbeit des Daumens auf der Fernbedienung. Es wird weniger nett, als Haut und Knochen ins Bild rücken: Nomaden, die seit einem Jahr keinen Regentropfen gesehen haben. Was einmal ihr Vieh war, liegt zerknittert im heißen Sand. Langsam beginnen die Menschen zu sterben. Wer noch kann, macht sich 30km auf den Weg und kehrt zwei Tage später mit 2kg Mehl zurück. 20 Liter lauwarmes Wasser aus dem Kanister reichen für fünf Menschen – zwei Tage lang. Der Daumen arbeitet wieder. Deprimierend, das Internet für Arme (Teletext) zeigt dramatische Einbrüche an den Börsen. Der ATX ist plötzlich ein paar Milliarden weniger wert. Da liegt der Käse schwer im Magen, schließlich ist man auch ein wenig investiert. Übrigens: Mit 15€ sichert die Caritas das Überleben einer Nomadenfamilie – einen Monat lang. P.S.K. 7.700.004, BLZ.: 60.000; Kennwort: Hungersnot in Ostafrika. unterbelichtet@kstp.at

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13

URBAN

Im Treppenhaus der Macht Interview mit dem Landeshauptmann! Landhausplatz 1. Das Landhausschiff lassen wir im wahrsten Sinne des Wortes linkerhand liegen und gehen ins Haus 1a, vorbei an Bruno Gironcolis großer Skulptur, welche in Baumform angeblich die vier Viertel des Landes symbolisiert. Mit dem Lift geht’s hinauf in den 6. und damit letzten Stock, on top. Dorthin also, wo es - wie es schon Randy Newman besungen hat - ziemlich lonely, einsam sein kann. Von Johannes Reichl, René Voak Fotos: Hermann Rauschmayr sein, so abseits von Kameras und öffentlichen

ert, ist also ein „Christkind“. Ob’s da als Kind

Auftritten, woher man ihn für gewöhnlich kennt.

nie Aversionen gegen Jesus gab, mit dem er

Oben empfängt uns ein freundliches Foyer mit

Was ist das für ein Mensch? Ein einfacher Kerl

den Tag teilen musste und dessentwegen er

breiter Glasfront, die den Blick Richtung Rainer-

wie du und ich? Ein leutseliger Übervater? Ein

wohl um ein Geschenk umfiel? „Nein, das hat

siedlung und weites Land öffnet. Wir melden

unnahbarer Landesfürst?

mir nichts ausgemacht. Außerdem war Weih-

STEP 1

uns beim Portier, der ebenfalls hinter Glas sitzt,

nachten in den 50’ern ja kein lukullisches Fest.

was ein bisschen Krankenhauscharme aufkom-

STEP 3

men lässt. Wir mögen derweil Platz nehmen, wir

Nach fünf Minuten bekommen wir eine Antwort,

am Weihnachtstag mit der Mutter Schokolade

werden abgeholt. Die Tür neben ihm, wo es ins

zumindest hinsichtlich des klassischen ersten

schöpfen durfte - ich hab die Modeln ausge-

Allerheiligste geht, bleibt vorerst verschlossen.

Eindrucks. Dr. Peter Kirchweger, Prölls Presse-

gossen – und sich die selbstgemachten Engerl

Wir machen es uns in den Lederfauteuils gemüt-

chef, holt uns ab. Die zuvor geschlossene Tür

lich und vertreiben uns die Wartezeit mit dem

am Ende des Tunnels öffnet sich, Licht fließt in

Studium der Landeshauptmann-Portraits, wel-

den dunklen Gang herein. Am Eingang erwar-

che eine der Wände schmücken. Irgendwann

tet uns ein lächelnder Landeshauptmann und

wird sich hier das Konterfei Erwin Prölls hinzu-

begrüßt uns herzlich. Wir folgen in sein geräu-

gesellen, wobei er – so lässt ein überschlags-

miges helles Büro, dessen gesamte Frontseite

mäßiges Nachrechnen der unter den Bildern

aus Glas ist und einen beeindruckenden Blick

befindlichen Amtsperioden seiner Vorgänger

auf den Landhausboulevard freigibt. Abgesehen

erahnen – als der längstdienende Landeshaupt-

vom großen Schreibtisch, bleibt der Blick an

mann in die Geschichte Niederösterreichs ein-

einem großen roten Schüttbild hängen. Ein Nit-

gehen könnte. Nur mehr ein Jährchen fehlt ihm,

sch? Während wir noch gemächlich die Schrei-

um den 15 Jahre-Rekord von Landeshauptmann

butensilien bereit legen, holt uns Dr. Kirchweger

Maurer zu schnupfen. Seit 1992 ist Erwin Pröll

auf den Boden der journalistischen Realität

bereits im Amt!

zurück. „Der Landeshauptmann hat eine halbe

STEP 2

Das größte Geschenk für mich war, wenn ich

Stunde Zeit, nachher ist ein Botschaftstermin.“ Eine halbe Stunde! Das ist fürwahr nicht viel,

Nach 10 Minuten wird die Tür geöffnet und wir

überhaupt bei einer Persönlichkeit wie Pröll, der

betreten Niederösterreichs Area 51. Jetzt geht’s

man ja hunderttausend Fragen stellen könnte,

los, so denken wir beim Anblick der Tür am Ende

Fragen stellen möchte! Das Gehirn beginnt zu

des Tunnels, doch kurz vorher werden wir recht-

rattern. Der ursprüngliche Dramaturgiefaden,

erhand

in einen Besprechungsraum geführt.

der als Einstieg Fragen unter dem Motto „ver-

„Der Landeshauptmann ist gleich soweit!“ Step

trauensbildende Maßnahmen“ vorsah (immer-

by Step – ist es der Stairway to Heaven oder je-

hin sind wir für Pröll ja fremde Leute, und denen

ner des Orpheus hinab in den Hades? Der Raum

soll er sich jetzt offenbaren?), wird über Bord

ist witzig und gespickt mit Understatement!

geworfen. Mut zur Lücke ist angesagt. Kurz zu

Wieder Bilder an den Wänden, diesmal aus-

seiner Person, und zwar die private – nur ange-

schließlich welche mit Erwin Pröll. Eines zeigt

rissen versteht sich (eine halbe Stunde!). Und

ihn am Roten Platz, darunter ein verbal verwan-

dann natürlich 20 Jahre Hauptstadt. Vorher will

delter Elfmeter als Subtext: „Schwarzer Mann“

ich Dr. Pröll noch kurz das MFG vorstellen, was

auf „Rotem Platz“. Eine Karikatur des Charakter-

sich als unnötig erweist. „Natürlich kenn ich das

dann am Weihnachtsbaum wiedergefunden

kopfes Pröll als Geschenk der Hypo Bank regt

Magazin. Ihr wart’s das mit dem Deix-Interview,

haben.“ Auch heute laufe der Weihnachtstag

zum Schmunzeln an, während ein Foto, das den

oder? Ich hätt geglaubt, ich packs nicht!“, lässt

nach einem „Ritual“ ab – am Vormittag ist Pröll

Landeshauptmann beim Feuerschlucken zeigt,

der Landeshauptmann ein schallendes Lachen

bei „Licht ins Dunkel“ aktiv, den Abend ver-

einem trotz Augenzwinkern doch ein bisschen

los. Vertrauensbildende Maßnahmen sind nicht

bringt er im Kreise der Familie. Da mag es im

im Ungewissen lässt. „Vorsicht – ich schlucke

mehr notwendig.

Übrigen durchaus lebendig zugehen, immerhin

nicht nur Feuer. In diesem Sinne viel Spaß bei

hat Pröll vier erwachsene Kinder sowie zwei

Ihrer Vorsprache!“, steht da samt Unterschrift

STEP 4

des Landeshauptmannes. Na das macht ja

Ich krame mein spärliches Wissen über Prölls

ich Zeit mit meinen Lieben verbringen kann!“

Mut. Kleine Anspielung, dass auch Journalis-

Biographie hervor, die ein paar Besonderheiten

Das ist vielleicht – so darf man als Nichtpolitiker

ten verspeist werden könnten? Die Gedanken

aufweist. Die erste ist gleich das Geburtsdatum:

mutmaßen - der höchste und schmerzlichste

schweifen ab. Wie wird der Landeshauptmann

24. Dezember! Pröll, der heuer seinen 60’er fei-

Preis der Macht: Zuwenig Zeit fürs Privatleben.

Enkerl. „Heute ist das größte Geschenk, wenn

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14

URBAN Abend hat alles verändert. Damals hat Sixtus

Das betrifft wohl auch die Hobbys, aber wenn doch einmal ein paar Stunden Zeit bleiben, was macht ein Landeshauptmann dann? „Jetzt im Sommer arbeit ich gern im Garten. Ansonsten bin ich sehr sportlich unterwegs, fahr Rad, spiel Tennis und geh seit etwa einem halben Jahr Nordic Walken. Das macht unglaublich Spaß, da kann man sich so richtig ausschwitzen.“ Bevorzugte Gegend dafür dürfte wohl Radlbrunn sein, nicht nur Prölls Geburtsort, sondern nach wie vor auch Wohnsitz, was einigermaßen überrascht. Irgendwie stellt man sich einen so hohen Politiker – ein Klischee, ich gestehe doch eher in einer Großstadt denn in einem gerade knapp über 300 Einwohner zählenden Dorf mitten im Weinviertel vor. Im Falle Prölls ist die Ortstreue aber Wesenszug, der sich aufgrund des Amtes geografisch ausgedehnt hat. „Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch, vor allem auch emotional. Wenn ich durch dieses Land, seine Regionen fahre, mit den Leuten zusammenkomme – das ist ein unglaublich schönes Gefühl!“ Kann er das näher beschreiben? „Wie wenn man verliebt ist!“ Verliebt? Das ist ein starker Ausdruck. Unweigerlich erinnert man sich an die erste Kampagne des St. Pöltner Bür-

WORDRAP Welche Musik hören Sie? V.a. Klassik - Mozart, Beethoven, Schubert Welchen Kinofilm haben Sie zuletzt gesehen? Ich war das letzte Mal vor 10, 12 Jahren privat im Kino, zuletzt offiziell im cinema paradiso. Was haben Sie zuletzt im Fernsehen gesehen? Tatort Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? Die Lebensgeschichte von Johannes XXIII Wer wird Fußball-Weltmeister? Argentinien Ihr Lebensmotto? Leben und leben lassen Ihr Polit-Credo? Immer ehrlich sein, zu sich und den anderen. Mit wem würden Sie gerne essen gehen? mit meinen Enkelkindern, der dreijährigen Anna und dem 1 jährigen Johannes

Lanner eine Europadiskussion veranstaltet, an der ich teilgenommen hab. Nachher ist er zu mir gekommen und hat gesagt: ‚Pröll, kommen Sie zu mir arbeiten!’“ Das war der Anfang einer Bilderbuchkarriere, die schließlich 1992 im höchsten Amt des Landes endete. Ein Amt, dem Pröll im Übrigen – trotz aller Umschmeichelungen, ihn für die Bundespolitik zu gewinnen – die Treue halten will. „Ich gehe mit Sicherheit als Landeshauptmann von Niederösterreich in Pension. Es gibt für mich nichts Faszinierenderes, als erster Diener dieses Landes zu sein.“ Das ist ja auch nicht gerade ein kleines Aufgabengebiet. Durchlebt man da ob der Verantwortung nicht manchmal schlaflose Nächte? Wie geht man mit soviel Macht um? „Sicher gibt es einen gewissen Erfolgsdruck, denn wenn hier eine Fehlentscheidung geschieht, wirkt sich das negativ auf das gesamte Land und die Leute aus. Ich habe gute Mitarbeiter, aber letztlich muss ich entscheiden. Da passiert es schon manchmal, dass ich dann alleine da sitz’ und dort hinauf schau’“ (Pröll zeigt auf das Kreuz über dem Eingang) „und mir alles noch einmal durchüberlege. Der Glaube gibt mir Kraft.“

germeisters „Ich liebe St. Pölten“. Als kritischer Geist fragt man sich da schon, ob das nicht eher

ausziehen musste. So studierte er in Wien an

Andere Leitlinien Prölls sind Geradlinigkeit „ich

Attitüde, Marketingschmäh ist? Andererseits

der Universität für Bodenkultur. „Ursprünglich

klopf keine flotten Sprüche. Wenn ich etwas

- irgendwie nimmt man es sowohl dem Lan-

wollt ich Bauer werden. Da aber mein Bruder

sage, kann man sich darauf verlassen“, und ge-

deshauptmann als auch dem Bürgermeister ab.

die Landwirtschaft übernommen hat, war mein

lebte Konfliktkultur, wobei Pröll diesbezüglich

Warum würde man sich ansonsten solche Full-

nächster Wunsch, ins Agrarmanagement zu ge-

die Diskussionen rund um die Handymasten

time-Jobs antun?

hen“, erklärt er die Studienwahl. Aus dem Agrar-

oder die Elite Uni als Beispiele anführt. „Ohne

management wurde dann freilich, mehr aus

Konflikte gibt es keinen Erfolg, kein Vorwärts-

Zufall denn Absicht, die Agrarpolitik. „Bis 25/26

kommen.“

Dabei gab es durchaus eine Zeit, als es Pröll

Jahre war ich nicht explizit politisch engagiert,

Letztlich komme mit der Zeit auch eine gewisse

vom elterlichen Weingut wegzog bzw. er hin-

war sozusagen Normalverbraucher. Ein einziger

Routine. „Die fortschreitende Entwicklung von

STEP 5

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15

URBAN Erfahrung zu Erfahrung gibt letztlich eine ge-

Aha - da muss man einhaken. Die Zusammenar-

wir dort investieren, bekommen wir je einen

wisse Entscheidungssicherheit.“ Eines sei in der

beit. Schwarzes Land, rote Stadt. Immer wieder

Euro vom Bund und einen Euro von der EU. Für

Lebens- und Berufsorganisation aber für ihn im-

beschleicht die Bürger ja das Gefühl, dass diese

den Landeshauptmann ist jedes Kind gleich viel

mer wichtigste Voraussetzung: Disziplin. „Zeit-

Achse nicht geschmiert läuft. Ist Parteipolitik ein

wert, und in St. Pölten wurde viel investiert.“

disziplin, Disziplin beim Essen, Disziplin beim

Hemmschuh? „Parteipolitik kann man hier nicht

Stimmt schon. Aktuelle Projekte sind etwa die

Sport. Disziplin ist immer angesagt!“

ins Treffen führen. Es gibt ja zum Beispiel auch

Eishalle oder der Bahnhofsumbau, wo die Zu-

eine enge Achse Michael Häupl und Erwin Pröll,

sammenarbeit offensichtlich funktioniert. An-

die landes- und ideologieüberschreitend funkti-

dere Projekte sind sozusagen am Wunschzettel

Ein kurzer Blick auf die Uhr. 20 Minuten sind

oniert. Auch mein Verhältnis zu Willi Gruber war

der Stadt, so etwa das Stadion. Diesbezüglich

um. Wir sind mitten in der Politik gelandet, Zeit

zuletzt ausgezeichnet. Aber es ist, wie immer,

räumt Pröll ein, „wenn die Stadt ein Drittel mit-

für St. Pölten. Wie zufrieden ist er denn mit der

wenn man Distanzen aufbaut. Das Angebot zur

trägt, ist morgen Baubeginn!“. Ein anderes aku-

Entwicklung seiner Hauptstadt? „Wir haben

Zusammenarbeit ist jedenfalls da.“

tes Thema, wo man auf Unterstützung seitens

zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entschei-

Distanzen, was meint er da genau, bohren wir

des Landes hofft, ist eine neue Halle für das

dung im Hinblick auf die Landeshauptstadt ge-

nach? „Es ist halt auch eine Frage des Um-

VAZ. Gibt es diesbezüglich eine Chance? „Das

troffen. Damit haben wir uns von Wien eman-

ganges. Es gibt keine Stadt in Niederösterreich,

ist auch eine Frage des Verhandelns. Seinerzeit

zipiert, mit unglaublich positiven Effekten auf

wo durchgehend parteipolitische Plakate aufge-

wurde das VAZ viel zu kurzfristig seitens der

Wirtschaft und Image. Vor Generationen waren

stellt werden, welche den politischen Gegner

Stadt - aus welchem Grund auch immer – ge-

wir noch die kleinen Depperl aus der Provinz,

ohne Unterbrechung schmutzig machen.“

baut. Der Grund war nicht der glücklichste.“,

heute stehen wir mit Wien und unseren Nach-

Ja ja, die lieben Plakate - die im übrigen am

verweist der Landeshauptmann auf Fehler aus

barn auf einer Augenhöhe.“ Die Entwicklung St.

meisten der Bevölkerung auf die Nerven gehen.

der Vergangenheit. Und kann man das reparie-

Pöltens während dieser 20 Jahre beurteilt er

Da bekleckern sich beide Großparteien nicht

ren? „Ich hoffe sehr!“ Das ist nach dem Motto

differenziert. „Die Landeshauptstadt entwickelt

mit Ruhm, wie der jüngste plakative Schlagab-

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ zumindest kein

sich sehr gut. Bedauerlich ist, dass die Bevölke-

tausch zeigt.

Nein!

rungsentwicklung nicht in dem Maße gestiegen

Dennoch haben die St. Pöltner manchmal den

ist, wie erwartet. Zumal heute alle Landesein-

Eindruck, dass sie benachteiligt werden – etwa,

STEP 7

richtungen da sind.“ Zudem sei der finanzielle

wenn das Regionalisierungsgesetz, welches

„Herr Landeshauptmann, wir müssen. Der Bot-

Spielraum der Stadt heute aus seiner Sicht auf-

die Stadt aus einer Reihe von Fördertöpfen wie

schafter wartet“, untberbricht Dr. Kirchweger

grund des zu langen Haltens am Krankenhaus

ecoplus oder Messeförderung ausschließt, 2006

das Gespräch. Die halbe Stunde ist vorbei! So-

sehr eingeschränkt. „Es wäre notwendig, am

noch einmal um zwei Jahre verlängert wurde.

viele offene Fragen - nach der Kindheit am Land,

Image effizienter zu arbeiten, und ich glaube,

„Hinter dem damaligen Gesetz steckt die Phi-

dem Umgang mit Macht, dem Verhältnis zu den

dass in der Stadt nicht erkannt wurde, in mo-

losophie der Regionalisierung, um zu vermei-

Medien, die Chancen der EU-Erweiterung etc.

derne Infrastruktur zu investieren. Heute ist die

den, dass andere Landesteile ins Hintertreffen

„Sie in Ihrer Heimat Radlbrunn zu begleiten wär’

Stadt nicht in der Lage, so leicht zu planen und

geraten. Das darf keinesfalls passieren, weil

einmal interessant“, bleibt mir am Schluss nur

zu gestalten. Aber es gibt auch viel Positives,

umgekehrt ja die Landeshauptstadt von den

mehr zu fragen. Die überraschende Antwort:

etwa die Architektur.“

Regionen getragen wird. Wir haben hier in St.

„Das machen wir, und dann nehmen wir uns

Und wenn man das Rad der Zeit um 20 Jahre

Pölten rund 7 Milliarden Schilling investiert, da-

gleich einen halben Tag lang Zeit.“ Das ist eine

vorwärts dreht – wie sieht seine Vision für die

her sollten die Regionen parallel zum Aufbau in

Ansage!

Hauptstadt aus? „2026 hätte ich gerne, dass St.

St. Pölten mittels kommunalpolitischer Projekte

Der Landeshauptmann begleitet uns hinaus,

Pölten eine europäisch angesehene Metropole

mitwachsen. Nun gilt es, in den Grenzregionen

wo schon die Protokollführer warten. „Welche

mit angemessener Infrastruktur sowie einem

zu Tschechien zu investieren. Diesbezüglich gibt

Sprache spricht der Botschafter?“, hören wir

modernen Management ist, und dass es zwi-

es mit der sogenannten Förderkulisse zwischen

ihn noch fragen, „Englisch!“, dann schließt sich

schen Stadt und Land ein enges Miteinander

2007-2013 Gelder aus Brüssel. Das heißt Investi-

die Tür am Ende des Tunnels hinter uns und wir

gibt!“

tionen werden mitgetragen. Für jeden Euro, den

sind wieder in der Welt der Sterblichen.

STEP 6

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16

EXPERIMENT

PANIERT’S MI

gezogen. Das Gewicht stieg bloß um ein Kilo

Änderung war einfach der Zeitraum zu kurz.

(zwischenzeitlich hatte Hermann zwar zweiein-

Langfristig ist aus ärztlicher Sicht eine solche

halb Kilo zugelegt, dann aber wieder abgenom-

einseitige Ernährung aber jedenfalls ungesund!“

Und dies nicht von den Medien unbemerkt.

men!), der Bodymaßindex blieb unverändert

Was Hermann mit Beruhigung zur Kenntnis

Um die gemeinsam mit MFG gestartete Aktion

und der Bauchumfang legte gerade mal um 3cm

entwickelte sich ein regelrechter Medienhype:

zu. Die Blutwerte (siehe Kasten) schlugen nur

NÖN, KURIER (österreichweit), Hit FM, Radio

zwischenzeitlich über die Grenzwerte aus und

Max, Radio Arabella, Campus Radio, Puls TV, AT-

erwiesen sich am Ende der „Schnitzeljagd“ teil-

Vplus oder Barbara Karlich (zu sehen am 27. Juni

weise sogar besser als je zuvor, was Hermann

16 Uhr ORF2!) klopften bei Rauschi an. Auch die

augenzwinkernd zum kühnen Schluss veran-

Leserschaft wollte stets am Laufenden bleiben

lasste „Schnitzelessen ist gesund!“ Die Werte

– rund 2.700 Besucher (mit fast 7.000 Zugriffen)

sind jedenfalls Indiz dafür, dass sich der Körper

verfolgten Hermanns Befindlichkeit im web!

auf neue, ungewöhnliche Kost einigermaßen

93 Schnitzerl wanderten in seinen Magen

rasch einstellt.

GESUNDHEITLICH KEINE SCHÄDEN

Der begleitende Arzt Dr. Fohringer, der Hermann

nahm: Seine Libido blieb im Gegensatz zu „Su-

allwöchtentlich durchcheckte, zeigt sich ange-

persize Me“ Morgan Spurlocks unbeeindruckt

Was alle überraschte – Hermanns Gesundheit

sichts der wenig aufsehenerregenden Folgen

vom Schnitzelverzehr. Ja, Hermann sei diesbe-

wurde trotz der einseitigen Ernährung in diesem

jedenfalls wenig überrascht: „Eigentlich hab ich

züglich sogar noch agiler als sonst gewesen,

einen Monat de facto nicht in Mitleidenschaft

das angenommen. Für eine wirklich eklatante

versichert Freundin Leni. Schnitzel – das Viagra

DATUM

TRYGLIZERIDE

CHOLESTERIN

HDL-CHOLESTERIN

LDL-CHOLESTERIN

HARNSÄURE

BLUTZUCKER

10.5.06

157

148

57

81

4,2

88

17.5.06

218

180

56

80

6,4

65

24.5.06

92

184

61

105

6,3

61

31.5.06

78

164

59

89

5,1

95

NW

<200

140-200

<42

<155

2,5-5,7

70-110

Fotos: Leni Forhringer, Josef Vorlaufer, Fotostudio Markus Berger

31 lange Tage nur Schnitzeln - das ist Hardcore! Hermann Rauschmayr - der „Panierts mi“, wie er in der Bevölkerung alsbald mit seinem Slogan gleichgesetzt wurde - hat es geschafft! Von Johannes Reichl

MFG0606

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12.06.2006 19:16:09


17

EXPERIMENT

aufkochten. Das allerbeste Schnitzel während

DATUM

GEWICHT

BMI

BAUCHUMFANG

BLUTDRUCK

10.5.06

61kg

20

79cm

110/70

17.5.06

62kg

20

80cm

115/70

gar nicht so leicht zu küren „Rein vom Schnitzel

24.5.06

62,5kg

20

81cm

110/70

her haben mich vor allem drei Lokale überzeugt:

31.5.06

61,5kg

20

82cm

115/75

Das 3erlei in Kammerhof, Leo Koll und die Aqua

07.6.06

62kg

20

82cm

115/70

für Arme also? Das wär doch eine medizinische Top-Sensation!

des Zeitraums (Rauschi nahm ja jedes Mahl auch per Bewertungsbogen unter die Lupe) war

Lounge. Wenn man Beilage und Ambiente mitberücksichtigt, dann ist mein persönlicher Sie-

SIEG FÜR DAS SCHNITZERL

ger aber die Aqua Lounge!“ Die Überraschung für die Redaktion: Hermann,

Leni sieht auch sonst positive Effekte der

Verblüffend für Hermann war, ähnlich wie bei

zuvor alles andere denn Schnitzelliebhaber, hat

Schnitzelkur: „Prinzipiell hab ich das Experiment

Spurlock,

Gewöhnungseffekt.

nicht etwa für den Rest seines Lebens mit dem

witzig gefunden, gerade im Vergelich zu Super-

„Manchmal bin ich am Morgen erwacht und

Panierten abgeschlossen, sondern hat sich im

size-Me. Hermann sieht jetzt gesünder aus, da

hatte schon Gusto auf die erste Schnitzelsem-

Gegenteil zum Schnitzelfan entwickelt. „Natür-

braucht man ihm nur ins Gesicht zu schauen.

mel.“ Das zweite Schnitzerl hingegen entpuppte

lich werd ich jetzt nicht gleich morgen wieder

Er hat ja ein bisschen zugenommen - das hat

sich zumeist als Herausforderung, „einfach weil

ein Schnitzerl verdrücken, aber prinzipiell hab

ihm sicher nicht geschadet, weil er eh so dürr

ich früher um diese Zeit nie gegessen hab.“

ich es durchaus schätzen gelernt! Und ich weiß

ist. Anders als sonst waren nur die Stimmungs-

Und wenn ein Schnitzel einmal nicht wirklich

jetzt, wo ich hingehn muss, wenn ich ein gutes

schwankungen. Einerseits hat er selbst gesagt,

schmeckte, „ist mir manchmal schon schlecht

Wiener möcht! “ Kurzum, selbst der zweite An-

dass er sich vitaler, energiegeladener fühlt. An

geworden – da konnte es dan schon eine

satz, nämlich zur Rennaissance des Wieners

manchen Tagen wiederum war er extrem müde

Stunde dauern, bis ich das Teil runtergewürgt

beizutragen, ist aufgegangen!

und lasch, weil er so vollgefressen war.“

hatte.“ Zum Glück waren da aber die Freunde

Rauschi scheint aber auch in anderer Hinsicht

Faktum nach 31 Tagen bleibt, sozusagen auch

zur Stelle, welche Hermann im „Rennen“ hiel-

auf den Geschmack gekommen zu sein. So

ärztlich belegt, jedenfalls: Einen Monat lang

ten. Einerseits mit gezielten Sticheleien („Das

möchte er das nächste Monat ganz gesund

Schnitzel essen ist gesünder, als – wie im Falle

schaffst nie!), was Hermanns Ehrgeiz anspornte,

(ohne Alk, Zigaretten, viel Sport, ausgewogene

von Vergleichssubjekt Morgan Spurlock - einen

zum anderen indem sie solidarisch mit ihm ein

Ernährung) leben – eine wohl noch größere Her-

Monat lang nur Maci-Food in sich hineinzu-

Schnitzerl verdrückten (im übrigen auch der

ausforderung! Zu verfolgen unter www.joynt.at/

schaufeln.

Bürgermeister) oder überhaupt gleich für ihn

paniertsmi. Na dann viel Glück, „Paniert’s mi!“

ein

gewisser

Hauptstadtfest am 7. Juli – Geburtstagsparty mit zahlreichen Stars St. Pölten feiert mit dem Hauptstadtfest am 7. Juli seinen 20. Geburtstag als Landeshauptstadt. Als Gratulanten haben sich zahlreiche nationale und internationale Stars angesagt – im Gepäck – Welthits wie „Love Hurts“, „This Flight Tonight“, heiße Salsarythmen, die besten Kultschlager und natürlich viel, viel Stimmung. Die Büro V GmbH hat ein sensationelles Pro-

ORF-Moderator Hannes Wolfsbauer ist es ge-

Alpenrebellen, die Edelseer, Gerhard Aflenzer’s

gramm zusammengestellt. In gewohnter, ab-

lungen die Crème de la crème der Volks- und

Big Band, Mystic Alpin oder der Schweizer Le-

wechslungsreicher Manier wird es auch dieses

Schlagermusikszene auf die Radio-NÖ-Bühne

onard.

Mal einen bunten Querschnitt durch alle Musik-

zu lotsen. Publikumsliebling Marc Pircher wird

Richtungen geben und das auf insgesamt 13

ebenso dabei sein wie Monika Martin, die

Auf der NÖN-Hauptbühne setzt man

von ihrer „jazzigen Seite“.

im Jubiläumsjahr vor allem auf Stim-

Zuvor wird die Austrian Blues Unit und die Mojo Blues Band bereits

mung. „Spätestens bei Sanmera

die Stimmung auf den Siede-

feat. Milagros Piñera die dem

punkt bringen.

Publikum mit Hot Salsa und Afro-Cuban Music einheizen werden, wird der gesamte

Viele weitere Künstler finden

Domplatz tanzen”, so Or-

sich natürlich auch auf den

ganisator

Peter

restlichen 10 Bühnen. Kuli-

Puchner.

„Bei dieser Musik beginnt sich der Körper automatisch

Welthits als Geburtstagsständchen

narische Genüsse, sportliche Aktivitäten und viele kultu-

zu bewegen“. Feuerzeuge

relle Höhepunkte für Besu-

und Wunderkerzen werden

cher jeden Alters werden das

brennen wenn Nazareth

Hauptstadtfest am 07. Juli

ihre Welthits „Love Hurts“

2006 wieder zu einem un-

oder „This Flight Tonight“ anstimmen.

vergesslichen

Höhepunkt

machen.

Advertorial

Fotos: Leni Forhringer, Josef Vorlaufer, Fotostudio Markus Berger

Kaisermühlen-Blues Star Marianne Mendt präsentiert sich im großen Karmeliterhof

Bühnen.

0606 MFG

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12.06.2006 20:23:23


18

SOMMER gewiesen. Schließlich sind wir ja auch dafür da, für Verhütung zu sorgen. Für Unfallverhütung.

Hast du da geografisch gesehen irgendwelche Vorlieben oder Spezialgebiete? Im Laufe der Jahre entwickelt man sich da eher zum Allrounder. Obwohl ich schon sagen muss, dass man nichtsdestotrotz gewisse, sagen wir, ein besonderes Nationalbewusstsein ausprägt. Italien scheidet für uns Bagnini im Sommer ja weitestgehend aus – das meine ich jetzt aber nicht auf die WM bezogen. Aber die eingebore-

FAHNENFLUCHT Wer sich an der Adria nicht nur um seine eigene, sondern auch um die Fahne am Strand kümmert, sollte Folgendes lesen und verinnerlichen. Grundsätzlich gilt in der Regel, dass der Strand von 9 bis 13 sowie von 14 Uhr 30 bis 18 Uhr 30 vom Bagnino fachgerecht überwacht wird. Zudem heißt die weiße Fahne: Rettungsschwimmer ist physisch anwesend, Baden erlaubt und empfehlenswert die gelbe Fahne: Geht ruhig ins Wasser, Touristen, aber macht bitte vorher eure Sonnenschirme zu, weil es windig ist und wir nicht wollen, dass uns allen die Schirme um die Ohren fliegen. die rote Fahne: Ich muss draußen bleiben – aus dem Wasser. Und zwar auch dann, wenn ich deutscher oder österreichischer Staatsbürger bin. Denn der lustige Mann mit dem roten Trägerleiberl ist entweder nicht da oder hat auf jeden Fall gerade keine Lust auf Retten. die karierte Fahne: Bagnino nix da. Entweder mangiare oder trombare.

Voll am Sand

Er gehört zum Italienurlaub wie »Schpagetti«, »Tschianti« und Gösser Gold: der Bademeister. Doch wer steckt wirklich in der gebräunten Haut bzw. möchten wir wirklich in seiner gabräunten Haut stecken? Wir trafen uns am Sand mit Francesco Bagnini, DEM italienischen Badewaschel. Von Matthias Steinperl Ciao Francesco!

Deutsch?

FB: Ciao turista! Come va?

Habe ick gehabt viele gute Leherin für Deutsch.

nen Damen sind dann doch ein bisschen zu viel auf Familie unterwegs. Da hat sich bei uns eher eine Orientierung nach Norden durchgesetzt – und umgekehrt orientiert sich der Norden ja auch gern gen Italien. Was natürlich auch in unserer Branche dazu gekommen ist, ist eine gewisse Osterweiterung.

Kann ick sagen, dass ick habe gelernt fast wie

Ist das organisatorisch nicht alles ein bisschen stressig mit Lebensrettung und »Arterhaltung«?

Danke, alles bestens bei uns. Und wie geht’s dir so kurz vor Beginn der Hochsaison?

in Schlaf! (Aufgrund der Tatsache, dass so man-

Man gewöhnt sich an den ganzen Stress.

che/r geneigte LeserIn des Italienischen nicht

Schließlich sind wir ja dafür ausgebildet worden.

so mächtig ist, übersetzen wir ab hier das Inter-

Außerdem baut ein guter Bagnino auch jeden

Iste alles gutte nock bevor komme die ganze

view aus dem Original ins Hochdeutsche)

Sommer für die nahe Zukunft vor. Denn du wirst herumstehe und den Pinguinen beim Schwim-

Preparazioni für die Strand jetzt ganz tranquillo.

Offensichtlich stimmen so manche Klischees ja wirklich.

Macken putze die Liegen und die Schirme von

Was heißt da Klischees! Es gehört zur Aufgabe

Und da werden dann die netten Sommerbe-

die Sonne, macken geben Salz in die Meer und

eines Bagninos, sich eingehend um unsere Gäste

kanntschaften aufgefrischt und mit einem Eu-

stelle auf die Falle für die Qualle.

und vor allem Gästinnen zu kümmern. Und dar-

ropa-Besichtigungprogramm verbunden. Man

auf werden wir auch von unseren Gästen selbst

kommt eben herum im Zuge der europäischen

immer wieder – buchstäblich – eindringlich hin-

Integration.

große Bauch von die Birra. Wir macke ganze

Woher kannst du eigentlich so gut

men zuschaue. Winterzeit ist für uns Reisezeit.

Fotos: Marco Morosini

ja nicht glauben, dass ich im Winter auch hier

bleikgesicktige Crucchi und Austriaci mit die

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1819 Bademeister.indd 2

12.06.2006 19:40:25


19

SOMMER Krieg die Grundstücke fast geschenkt bekom-

ben sie dann aber wieder Recht wie mit dem

Apopo Ausbildung: Was muss ein guter Bagnino mitbringen?

men! Und dann ist es losgegangen mit Wirt-

Badeverbot bei roter Flagge. Die Touristen

schaftswunder, Neckermann und Ramazzotti

glauben ja, dass rot für »besonders lustiges

Das Anforderungsprofil ist sehr umfassend. Ne-

und jetzt verdienen sie sich so viele goldene Na-

Meer« steht und sobald sie gehisst ist, treiben

ben der bereits angesprochenen körperlichen

serl, die nicht einmal euer Ramazzotti, der Reini,

sie schon an der Wasseroberfläche herum mit

Verfassung braucht man ein rotes Trägerleiberl,

anfüllen könnte und wir verdienen eine ganze

ihren Raiffeisen-Luftmatrazen und wir müssen

eine rote Badeshort, den Ruderbootschein B für

Merda.

dabei zusehen – scusa – den Gästen aus dem Wasser helfen.

Hochseerudern, eine zeitgemäße Sonnenbrille aufgrund des Vorabends und die Prüfung für

Ok. Was anderes: Welchen Schutzfaktor verwendet der Bagnino?

Sonnenschirmaufspannung und Liegenklappen.

Einschmieren? Hahahahaha!!!!! Ich pack’s nicht!

Ein anderes Thema, das Italien bewegt: Fußball. Deine Meinung zum Skandal?

Na bin ich vielleicht so ein sensibler Topfentau-

Naja. Im Grunde ist es genauso überraschend,

cher wie ihr da oben?!

dass in Italien geschoben wird wie dass der

zur Kaschierung etwaiger optischer Schwächen

Fendrich kokst, der Ambros durstig ist und der

Die 10 Strandgebote Wer diese befolgt, wird nicht gleich als Tourist entlarvt, sondern erst beim Fachsimpeln über »Lambordschini«: 1. Kein publikumswirksames Umziehen 2. Der Sonnenschirm ist kein Kleiderständer 3. Dem Bademeister immer brav folgen 4. Handy bitte auf leise (gilt auch außerhalb Italiens) 5. Andere nicht per Radio, iPod etc. mit dem eigenen Musikgeschmack beglücken 6. Sport ist im TV interessant, von Könnern ausgeübt. Dein Fuß-, Base-, Volleyoder was auch immer Ball interessiert hier niemanden. 7. Der Sand am Strand weist nicht auf einen riesigen Aschenbecher hin. 8. Rote Flagge haben wir oben schon besprochen. 9. Familiensippenpicknick oder Barbecue is nich. 10. Bitte, bitte richtet’s euch normal her. Parfum dezent, Makeup detto, T-Shirt in der Bar schadet auch nicht.

Das war Antwort genug. Danke.

Danzer schlecht singt. Aber man sieht auch, wo die Lumpen daheim sind: in Turin! Die »Alte

Was stört dich eigentlich an den Touristen?

Dame« wird sich halt jetzt auf ihre alten Tage in der zweiten Liga ausrasten können.

Zu diesem Thema will ich mich nicht näher äußern. Die Vereinigung der Strandmagnaten hat

Und die politische Lage in Italien?

dazu ohnehin eine Verhaltensbibel herausge-

Schade, dass unser Silvio ... Ciao, Silvia, Amore!!

geben. Obwohl ich nicht in allen Punkten damit

Wie geht es dir heuer? Bist du wieder mit deiner

einverstanden bin.

Freundin hier? Sehen wir uns heute Abend?

Zum Beispiel?

Und die poitische Lage?

Dass Damen nicht oben-ohne in die Strandbar

Sehr gut, sehr gut. Ich muss leider. Die Pflicht

dürfen zum Beispiel. Mit anderen Punkten ha-

ruft.

Einschmieren? HAHAHA!!! Ich packs nicht!

Man stellt sich den Beruf so romantisch vor. Soll ich dir mal ganz ehrlich was sagen? Wenn die ganzen Touristinnen nicht wären, würd ich mich mit einem Stein um den Hals in die Adria hauen! Der Job ist ja wirklich das Letzte – außer vielleicht noch Parksheriff oder Gourmetkritiker in Deutschland. Du starrst den ganzen Tag ins Meer und hoffst ja schon fast, dass irgendwem irgendwas passiert. Aber es passiert nix. Gar nix. Das Aufregendste ist es, wenn jemand nach einer Quallenattacke schreiend aus dem Wasser rennt – obwohl ja die Wenigsten wissen, dass Quallen nicht schwimmen können, sondern nur auf und ab treiben. Das Anstrengendste ist das Aufspannen und Aufklappen von den hunderten

Fotos: Marco Morosini

Schirmen und Liegen in der Früh. Den Rest des Tages verbingst du eigentlich nur mehr mit der Regeneration davon.

Ups. War es früher besser? Ganz sicher. Vor allem für die ganzen Besitzer der Strandparzellen! Die haben ja nach dem

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20

SCHRÄG GEDACHT

von Thomas Karl

1) Nicht mehr sehr jung wirkender Steirer? 2) Südfranzösischer Spruch beim Schnapstrinken? 3) Kurze schweizerische Feststellung, dass sich der Tiroler Freiheitsheld nicht wohl fühlt? 4) Nenne einen Gedichtteil (belgisch)? ….sag mir … 5) Frage an einen Oberösterreicher, ob er auch das Spiel der Spiele beherrsche? Spiel’n Sie …… 6) Lapidare Feststellung Kaiser Franz Josephs an seine Frau, doch die höchste Spielkarte auszuspielen? 7) Alte Koseform für Cousine (schweizerisch)? 8) Allzeit ….. (bayerisch)? 9) Mitteilung eines Vaters an den anderen auf Französisch, dass sein Filius noch weniger gut als seiner sei? …I hab’ an ….. 10) Erster Ort der Oben-OhneBewegung an der Adria? 11) Größerer Schiffsanlegeplatz voll von Bremsen? 12) Gar keine Sonne (südwestfranzösisch)? 13) Spanisches Kleinmöbel (italienisch)? 14) „Zugspitze“ in der Nähe von Graz? 15) Sperrig zu essende Baumfrucht (vorarlbergisch)? 16) Besonders flacher Flussübergang niederösterreichisch?

HAUPTSTADTRASEN

STadtmuseum st. Pölten

Am Anfang... war ein Stück Rasen, den die ver-

ominöse Stück Rasen, das der ehemalige Schul-

sammelte hohe Politik aus dem Erdreich hob,

direktor Johann Giger - ein Gespür für historische

genau dort, wo sich damals noch die Rennbahn

Momente besitzend - nach dem Spatenstich

erstreckte, eine Schrebergartensiedlung, ein Kin-

von Siegfried Ludwig an sich nahm und seither

der-Verkehrsübungsplatz und ein „Schotterareal“,

hegte und pflegte! Dieses ist, neben zahlreichen

wo im Sommer das Volksfest stattfand. Heute ist

anderen Dokumenten und Zeugnissen in der

davon nichts mehr über, erhebt sich stattdes-

Sonderausstellung des Stadtmuseums anlässlich

sen das Regierungsviertel, der Kulturbezirk, das

20 Jahre Hauptstadt „Vision wird Wirklichkeit“

ORF Landesstudio – Manifestationen der Lan-

zu bestaunen! Eine spannende Reise durch die

deshauptstadt! Nur Fotos gibt es noch, und das

Stadtgeschichte der letzten 20 Jahre!

SOMMERFreuden

skART

Über die Sommermonate

„Die zentralen Themen

müssen Klassik und Thea-

meiner Kunst sind die

terfreunde ihre Aktivitäten

Natur und der mensch-

aufs Land verlagern, wofür

liche Körper – ich möchte

im Zuge des Nö Theater-

dazu beitragen, dass die

sommers – qualitativ mal

Menschen ihre Umwelt

besser, mal schlechter – ja

mit offeneren Augen be-

bestens gesorgt wird.

trachten, um dadurch das

Zwei

Opernhighlights

eigene Leben bewusster

seien an Herz gelegt: Der

zu gestalten“, sagt die

„alte

Hase“

unter

den

Kremser Malerin Susanne

Open Air Opernfestivals, Gars am Kamp, beglückt

Krakhofer selbst über sich. Seit sechs Jahren erregt

zwischen 14. Juli und 13. August das Publikum mit

sie durch zahlreiche Ausstellungen in Krems und

Verdis „Nabucco“. In einer pompösen Neuinszenie-

St. Pölten Aufmerksamkeit. Ihre ausdrucksstarken

rung zaubert Regisseur und Bühnenbildner Drgac die

Bilder werden dabei des öfteren auch für Kinder-

Geschichte der Befreiung des babylonischen Volkes

hilfsprojekte versteigert. Dass der jetzige Sommer

in die Burgruine mit dem Gefangenenchor als Allti-

eine Schaffenspause einleitet, hat übrigens eben-

mehit. www.opernair.at

falls einen guten Kindergrund: im September kommt

Weil „Mozart in Reinsberg“ ja nicht nur im Mozart-

Sue’s erstes Baby. Dann aber wird weitergemalt,

Jahr, sondern in der Waldviertler Gemeinde über-

denn: „Ich genieße das spannende, unerwartete

haupt Programm ist, gibt’s dort heuer zwischen 1.

Spiel mit Farben und Formen“, begeistert sich die

bis 12. August „Die Entführung aus dem Serail“ zu

Künstlerin, die nun außerdem ihre Liebe zur Dich-

bestauen. Einmal mehr mit den NÖ Tonkünstlern im

tung entdeckt hat. So ließ ihre kürzliche Teilnahme

„Orchestergraben“, Regie führt Michael Kraus. www.

am Poetry Slam des Unabhängigen Literaturhauses

mozart.in.reinsberg.at

NÖ aufhorchen und verhalf zu einer Lesung in Wien

Sei zuletzt noch auf die Shakespearespiele auf der

(10.12.06, Café Anno).

Rosenburg verwiesen - dort gibt man „Viel Lärm um

Alle Infos zu der vielseitigen Lady findet man unter

nichts“. www.shakespeare-festspiele.at

www.skart.at

1) Altausseer 2) Aix-en-Provence 3) Andermatt 4) Anvers 5) Aschach 6) Assisi 7) Basel 8) Bayreuth 9) Besancon 10) Bibone 11) Bremerhaven 12) Carcassonne 13) Castelfranco 14) Deutschlandsberg 15) Dornbirn 16) Ebenfurt

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XXXXX

FORUM THEATER

St. Pölten wird urbaner. Woran man das merkt? U.a. daran, dass das ehemalige FORUM Kino, welches im Besitz der Stadt steht, in absehbarer Zeit zum FORUM Theater mutieren könnte, wo die freie Theaterszene eine fixe Heimstatt findet. Wir sprachen mit Initiator Fritz Humer. Von Johannes Reichl Foto:Hermann Rauschmayr Wie seid Ihr auf den Gedanken verfallen, ein ständiges freies Theater zu initiieren?

Wer ist im Betreiberverein vertreten?

Was soll im FORUM passieren?

Derzeit sind es ein paar Leute von Perpetuum

Wir wollen das FORUM als Theater- und Klein-

Ein diesbezügliches Konzept haben wir von Per-

– der Obmann werde ich sein. Aber das ist noch

kunstbühne etablieren, wo einerseits die hei-

petuum schon vor zwei Jahren vorgelegt, auch

im Fluss. Mitarbeit wird geschätzt. Wir sind ge-

mische Szene eine Heimstatt findet, über kurz

ein eigener Betreiberverein wurde damals ins

nerell auf der Suche nach frischem Blut, vom

oder lang aber auch Gastspiele von anderen

Leben

gerufen. Jetzt liegt seitens der Stadt,

Schauspiel über die Technik, vom Bühnen- bis

freien Theatergruppen stattfinden. Es wird bei

welche ja Besitzer des Gebäudes ist, eine un-

hin zum Kostümbildner. Der Hang zur Selbstaus-

uns keine Musikveranstaltungen oder Clubbings

verbindliche Zusage vor.

beutung muss natürlich vorhanden sein.

geben. Wir werden auch sicher keine Konkurdarstellen, weil bei uns ja keine Profis am Werk

es gab früher keine fixe Spielstätte. Mit dem FO-

Wie soll der Laden geschupft werden? Das kostet ja auch Geld.

RUM hat sich das zum Positiven hin geändert,

Die Leistungen von uns als Veranstalter sind gra-

Andererseits möchten wir aber sehr wohl gute

weil eine fixe Bühne – so schön das Improvisie-

tis, weil wir ja Amateure sind. Wir stellen unsere

Qualität bieten, das heißt, es kann nicht jeder

ren früher auch war – schlichtweg ein professi-

Arbeitskraft sozusagen freiwillig zur Verfügung.

daherkommen und den Kasperl runterreißen.

onelleres Arbeiten gewährleistet. Zum anderen

Der Betrieb selbst soll einerseits durch Einnah-

haben wir schon bisher andere Theatergruppen

men aus den Ticketerlösen und Mieten kom-

unterstützt, etwa mit Equipement. Im FORUM

men, zum anderen hoffen wir auf Förderungen,

Wie siehst du allgemein die Chancen für so ein Haus im Kulturbetrieb?

haben wir die gesamte Theaterinfrastruktur neu

sowohl vom Land als auch von der Stadt. Die

Was ich mir wünsche ist, dass die Leute fragen:

geschaffen, von der Bühne über Licht und Ton

Stadt hat ja, allein mit der Zusage zum Projekt,

„Was ist heut im FORUM los?“ So wie sie ja auch

bis hin zu Kabelverlegungen und Notstrom. Wir

schon ein Signal gesetzt. Wenn da vertraglich

schauen, was im Fernsehen oder im Kino läuft.

haben da viel hineingesteckt, damit es so funkti-

alles in trockenen Tüchern ist, gehen wir auch

Das geht natürlich nicht von heut auf morgen,

oniert, wie es funktioniert. Warum sollen davon

zum Land. Läuft alles glatt, könnten wir im Jän-

aber das ist das Ziel. Beginnen wollen wir mit

nicht auch andere Gruppen profitieren?

ner 2007 mit dem Betrieb starten.

rund 50 Aufführungen pro Jahr.

Perpetuum spielt ja seit über 20 Jahren Theater,

sind. Einen Düringer wird man hier nicht sehen.

Fotos: Hermann Rauschmayr, photocase, Campusradio

renz zur Bühne im Hof oder zum Landestheater

Die erste Motivation war sicher eine egoistische.

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KULTUR

DIE 5 HEISSESTEN STYLING-FAUX PAS DES SOMMERS

Oder: Warum wir Fashionmags zwar gerne lesen, im Zweifelsfall aber doch lieber zu Jeans und Martens greifen sollten. Von Althea Müller 2 FARBEN

du diese Hosen, vor denen uns

Ja, bunt ist ganz schick. Bei Enrico

– nur zur Erinnerung, meine Da-

(den wir alle lieben) sowie Papa-

men! – bereits im Kindergarten-

geien (die auch süß sind) auf jeden

alter graute, a) zur Gartenarbeit

Fall. Menschen mit Würde sollten

tragen oder b) ins Rot-Kreuz-Sackl

jedoch lieber auf very hot Kombis

stecken.

à la knalliges Rot meets pastelliges Orange meets überraschendes

5 GOLD

Pink verzichten.

In allen Variationen – der Renner schlechthin, überhaupt und na-

3 PLATEAU

türlich und so zu gebräunter Haut!

Die wilden 70er waren sicher

Yeah. Wer trotzdem (noch) nicht

klasse. Super waren die! Warum

wie Tante Gusti aussehen möchte,

nun aber unsere Turnschuhgene-

lässt die goldenen Täschchen,

ration des neuen Jahrtausends in

Kettchen, Sneakers (!) und Tops

den stylishen Schühchen mit Drei-

aber bitte – nein, nicht im Kasten,

meter-Sohle aus Holz oder Kork

sondern gleich im Geschäft.

trotzdem

bescheuert

aussieht,

bleibt ein ungelöstes Rätsel. Und:

Sorry, dass es hier vorwiegend

ung’sund is jo aa.

ums zarte Geschlecht geht. Aber was soll man euch Männern schon

1 XXL-SONNENBRILLOS

riesengroßen Gläsern versteckt,

4 BERMUDAS

groß erzählen, die ihr Jahr für Jahr

Hot, Mädels! Wer aber im Ansons-

braucht sich nicht über Spitzna-

Du hast a) Gazellenbeine und bist

sowieso in den ewig selben Jeans

ten-Normalo-Outfit seine Augen

men wie „Puck“ oder „Paris für

b) fähig, mindestens 9cm-Absätze

und Bandshirts aus dem Haus

hinter den hippen weil (unbedingt!)

ganz Arme“ zu wundern.

dazu zu tragen. Ansonsten kannst

geht?

Campus Radio 94.4 Summerzone Warum in die Ferne ziehen...

mit guter Musik, lustigen Sendungen und jeder

Everbody goes surfing, surfing 94.4

Während der Großteil loszieht, um sich zu er-

Menge Gewinnspiele.

Also surft weiterhin auf der richtigen Welle; ei-

holen, bleibt Campus Radio 94.4 nach wie vor

Wo auch immer man gerade ist, unter www.

nen schönen Sommer wünschen wir, und zwar

für seine Hörer am Ball.

campusradio.at kann man außerdem live per

euer Team vom Campus Radio 94.4!

Webstream den Sommer mit Campus Radio ...Wenn das Gute doch so nah ist

94.4 verbringen.

Advertorial

Eine Hand voll Leute hat sich dazu entschlossen, auch den Sommer über zu rocken und sich die Ferienstimmung einfach ins Studio zu holen. Eventtipps, Festivalberichte, Live-Sendungen vom Badesee und Freibad und noch vieles

Fotos: Hermann Rauschmayr, photocase, Campusradio

mehr – das alles auf Campus Radio 94.4! Unser Sendeplan 09.00 – 11.00 SUMMER MORNING SHOW 11.00 – 13.00 CR KANTINE 14.00 – 15.00

IN HOLIDAY

15.00 – 17.00 CHILL OUT Unser Team Michi und Uli im Juli. Babsi und Luzia im August. Vier junge, engagierte ModeratorInnen bringen Campus Radio 94.4 und seine Hörer durch den

Von links: michi, luzia, babsi. liegend: uli

Sommer und versorgen Euch wie sonst auch

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12.06.2006 19:00:24


24

NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL

Qualitätsverbesserung oder „Anschlag“? Eine von der Landesregierung - im besonde-

klub im Vorfeld, sein striktes Nein auszuspre-

noch weiter verbesserte, qualitätsorientierte

ren Landesrat Sobotka - vorbereitete und nach

chen. Das geltende Musikschulgesetz hat seine

Förderbestimmungen bringen.

heftigen Diskussionen wieder zurückgestellte

Intentionen voll erfüllt, nämlich die Qualität der

Novelle des NÖ Musikschulgesetzes 2000 spal-

Musikausbildung in NÖ zu heben. Der eklatante

„Es ist aber nicht einzusehen, dass man sei-

tet zurzeit die Geister. Geht es um eine weitere

Niveausprung wurde nicht zuletzt beim Preis-

tens der ÖVP-Gemeindevertreter die am Erfolg

Qualitätsverbesserung im NÖ Musikschulwesen

trägerkonzert Prima la Musica im Festspielhaus

wesentlich

oder handelt es sich um einen Anschlag auf das

St. Pölten klar sichtbar, berichtet der Kulturspre-

unseres Landes, die ohnehin schon die höchste

Arbeitsrecht der Musikschullehrer im Land?

cher der SPÖ im Landtag, Ewald Sacher, der

Arbeitszeit aller Bundesländer aufzuweisen hat,

schon 1999 maßgeblich an den Verhandlungen

dafür nun abstraft und nicht nur ihre Arbeits-

für dieses Gesetz mitwirkte.

bedingungen verschlechtern möchte, sondern

Musikschullehrerschaft

ihnen darüber hinaus auch noch eine große Ge-

Qualitätsverbesserungen bringen, andererseits wollten die ÖVP-Gemeindevertreter diese No-

Auch an der Qualitätssteigerung im NÖ Blas-

haltseinbuße zumutet“, erklärt Sacher.

vellierung mit einer Erhöhung der Lehrverpflich-

musikwesen ist dies deutlich ablesbar. Immer

Ob es nun zur Neufassung des Musikschulge-

tung von 27 auf 29 Stunden koppeln. Eine Pro-

mehr Kapellen kommen bei den Wertungsspie-

setzes kommt oder alles beim Alten bleibt, wer-

testwelle der Musikpädagogen zu verlängerten

len des Blasmusikverbandes auf immer bessere

den weitere Gespräche auf politischer Ebene

Arbeitszeiten und der damit

Leistungen, was auch jüngst bei der jährlichen

zeigen. Bleibt nur eines zu sagen: Hoffentlich

schleichend einhergehenden Gehaltskürzung

Ehrung der Blasmusikkapellen im Landhaus

setzt sich Kulturverständnis gegen Einsparungs-

um rund 7,5 % veranlasste den SPÖ-Landtags-

zum Ausdruck kam (Foto). Die Novelle sollte

wut durch!

Advert or ial

Einerseits sollte das Musikschulgesetz weitere

beteiligte

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NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL

NÖ Kulturforum präsentierte Kunstprojekt „schiach is sche“ Mit dem Kunstprojekt „Schiach is sche“, das am 17. Mai erstmals präsentiert wurde, setzt das NÖ Kulturforum deutlich neue Akzente in der Kulturpolitik Niederösterreichs. „Schiach is sche“ ist ein Ausstellungsprojekt,

Zentraler Bestandteil der erstmaligen Präsenta-

Erwin Wurm, Herwig Zens. Eine wesentliche

das von Studentinnen der Akademie der bilden-

tion waren sechs „Kästen“ mit Bildbahnen, die

Grundlage dafür waren die Interviews mit den

den Künste unter der Leitung von Prof. Gotthard

Fernsehapparaten nachempfunden waren und

genannten Künstlerinnen und Künstlern, welche

Fellerer organisiert und vom NÖ Kulturforum

die jeweils das Informationsmaterial über eine/

auf der DVD zu sehen waren.

finanziert wird: „Es handelt sich um ein einzig-

n zeitgenössische/n österreichische/n Künst-

Ziel des Projektes ist es, Diskussion zu initiieren

artiges Projekt, das sich an Schülerinnen und

ler/in enthalten haben, z. B. Gerda Fassl, Lore

und Kunst zu reflektieren und differenziert zu

Schüler, Kunstinteressierte und Desinteressierte

Heuermann, Flora Neuwirth, Esther Stocker,

betrachten, betonen die beiden Exponenten.

mit dem Ziel wendet, die Begriffe ‚schön‘ und ‚hässlich‘ über die Alltagsbezeichnung und Verwendung von ‚sche‘ und ‚schiach‘ zu thematisieren und zu diskutieren“, erläutert der Initiator, Prof. Gotthard Fellerer. Persönlich gestartet wurde das Projekt vom Vorsitzenden des NÖ Kulturforums, Landtagspräsident Ewald Sacher:„Wir wollen so die Jugend Niederösterreichs direkt ansprechen und die Auseinandersetzung mit Kunst und Künstlern fördern.“ Neben den Auszügen aus Philosophie-Lehrwerken zur Thematik und dem thematischen Abklären der Begriffe im Kontext der Geschichte einerseits sowie des wandelnden Kunstverständnisses andererseits, bot eine Power-PointPräsentation einen konkreten Zugang respektive eine konkrete Aufarbeitung, die anhand von Zitaten des Wegbereiters der Klassik, Johann Joachim Winkelmann, und Bildern zeitgenössischer

das NÖ kulturforum möchte zu Diskussionen anregen

österreichischer Künstlerinnen und Künstler das „Kunstschöne“ als das „Denkschöne“ definierte.

Unser Auftrag: Kunst der Regionen vermitteln „Unser Auftrag ist es, Kunst der Regionen auf

stattfand. „Diesem Ziel sind wir mit der Her-

Manfred Bauch, Alfred Biber, Liesl Biber, Gün-

breiterer Basis zu vermitteln“, betonte Land-

ausgabe dieses Kataloges einen wichtigen

ther Esterer, Franz Kaindl, Elisabeth Samso-

tagspräsident Ewald Sacher als Vorsitzender

Schritt näher gekommen.“ In der von Gott-

now, Otto Steininger oder Gottfried Laf Wurm

NÖ Kulturforum präsentiert Weinviertler Künstlerinnen und Künstler

Präsident Ewald Sacher, Gottfried Laf Wurm, LAbg. Karin Kadenbach

Präs. Sacher, LAbg. Kadenbach, Bgm. Jungmayer, Prof. Fellerer, Esel-Mühle-Leiterin Hörmann

NÖ Kulturforums bei der Präsentation

hard Fellerer gestalteten Übersicht über rund

zu finden. Für das kommende Jahr ist die

des Kataloges Weinviertler Künstler, die im

30 Künstler, die im Weinviertel daheim sind

Fortsetzung der Serie über Künstlerinnen und

Kulturzentrum Esel-Mühle in Seefeld-Kadolz

bzw. dort wirken, sind Persönlichkeiten wie

Künstler anderer Landesviertel in Planung.

des

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26 „Meine Güte, Himmelherrgott, Kind!“, begrüßt mich meine Mama wie meistens – diesmal aber wohl wegen der roten Haare. Und dem bisschen Zusatztinte in der Haut. „Mamilein“, wehre ich seriös und erwachsen ab, „ich muss mich halt grad dringend selbst finden! Denn wenn ich das jetzt nicht schaffe, schaff ich es erst mit 50. Und dann muss ich zu diesem Zweck sicher obszöne Figuren aus Ton machen, in weiten Leinenhosen Orchideen pflanzen und mit meinen Freundinnen ganz ernst über koreanische Massagetechniken referieren. Das will ich nicht!“ „Du hast eine seltsame Ansicht vom Leben“, sagt Mama und geht in den Garten, um weiter an ihren Orchideen rumzudoktorn. „Dafür hat mich Allen Carr gerade von der Nikotinsucht geheilt“, versuche ich mich doch noch ins rechte Licht zu rücken, „und wenn ich mich ranhalte, finde ich sicher

K

Wo Kunst entsteht

Der Kunst- & Kulturverein LAMES (la musique et

als Arbeitsbereich, Plattform, Werkstatt und Un-

sun) wurde 1998 von Andreas Fränzl und Markus

terkunft zur Verfügung stehen. Die Dauer von

Weidmann gegründet. Vor einigen Jahren wurde

zehn Tagen ermöglicht den Teilnehmern inner-

dem Verein von der Stadt St. Pölten ein brachlie-

halb eines angemessenen Zeitrahmens zu agie-

gendes Grundstück am Spratzener Kirchenweg

ren und auch ungeplante Aktivitäten zu unter-

überlassen, worauf sich das jetzige Vereinshaus

nehmen. Auf diesem Weg soll der SKW zu einem

befindet – besser bekannt als SKW83. In eben-

Ort interaktiver Begegnung werden. Musik, Film,

dieser Umgebung soll von 28. Juli bis 06. Au-

Theater, Grafik, Malerei, Tanz, Aktionskunst, Phi-

gust ein spektakuläres Projekt stattfinden, das

losophie & Literatur sind nur einige Bereiche, mit

momentan unter dem Arbeitstitel „Symposium

denen die Besucher konfrontiert werden. Höhe-

interdisziplinärer Kunst 2006“ mitten in der Pla-

punkt ist schließlich eine zweitägige Abschluss-

nung steht. Garten und Räumlichkeiten werden

veranstaltung, bei der das gesamte Gelände be-

verschiedenen KünstlerInnen aus ganz Europa

spielt wird. Infos: www.lames.at

SENIORENFLOOR IM SOMMER

AUTONOM & SELBSTBESTIMMT

CHICKEN

auch bald Rotwein sowie Musik mit satanischen Texten pfui. Es zählen doch die inneren Werte!“ „Ja, eh wunderbar“, antwortet Mama, „aber was ham wir davon, wenn ich dich jetzt vor deinen Nichten verstecken muss, damit sie keine hysterischen Schreikrämpfe kriegen?“ „Aber ich bin am richtigen Weg. Ich spür’s! Der Trip der Selbstverwirklichung trägt mich gerade in ein völlig neues, freies Leben.“ „Das ist das Ende.“ „Ein Ende ist immer auch ein Anfang.“ „Der Anfang vom Ende“, grollt Muttern. „Na“, schaltet sich da Papa hämisch in unser gar weibisches Geplänkel ein, „haben die Damen mal wieder heimlich vom Ascorbin-Fässchen genascht?“ „Oder wart ihr einfach nur zu lang in der Sonne?“, fragt mein Schwager ungebeten aber wenigstens behutsam. „Gehen wir in den Keller - töpfern?“ fragt mich Mama resigniert. Und ob! Vielleicht finde ich mich doppelt. Oder so.

Der im Rahmen des Melting Pot 2003 zustandenge-

Wien 1976 – Künstler, Studenten und Althippies

kommene Seniorenfloor ist aus der lokalen Party-

stiegen auf die Barrikaden. Der ehemalige Aus-

Szene nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile findet

landsschlachthof, zuletzt Eventlocation, wurde nach

er u.a. regelmäßig im GH Koll statt, welcher ab 22

friedlicher Besetzung abgerissen. Daraufhin bekam

Uhr aus allen Nähten zu platzen droht. Senioren-

man den Inlandsschlachthof – seitdem als „Arena“

floor-Mastermind Richard Zuser, aka Stonewash,

bekannt. Heuer feiert das selbstbestimmte auto-

zur Entstehung: „Die Idee dazu kam beim Kaffee mit

nome Kulturzentrum sein 30-jähriges Jubiläum. Eine

Werner Harauer, der den Melting Pot mit einem Floor

Vergangenheit, die Parallelen mit dem Frei.Raum

für uns ‚Senioren’ bereichern wollte. So entstand der

aufwirft. Thomas Kern, Mitorganisator der JKH-Demo

mittlerweile in der 25+ und ++ Szene bekannte Be-

am St. Pöltner Rathausplatz 2002 und jetziger PR-Be-

griff ‚Seniorenfloor’, welcher heute noch für manche

auftragter der Arena, sieht jedoch kaum Vergleichs-

erklärungsbedürftig ist. Ich wollte einfach eine Party

möglichkeiten: „Als ich zum ersten Mal gehört habe,

nach meinen Vorstellungen kreieren – eine Party für

wie die JKH geführt werden sollte, habe ich mich

Youngtimer. D.h., gute tanzbare Musik und ehrliche,

schnell davon distanziert. Ich kenne viele Jugend-

eigendynamische Stimmung.“ Und es funktioniert.

zentren in Europa, aber keines wird mit so einem

Die Rezeptoren: St. Pöltner Kult-DJs und viel Mund-

Konzept betrieben!“ Die Wiener Arena jedenfalls

propaganda. Nächster, erstmaliger Sommer-Termin:

läutet im Juni mit Alkbottle und Element Of Crime

12. August – Fitnessstudio Pueblo (City-Treff)!

die 30. Runde ein! www.arena.co.at

Fotos: Hermann Rauschmayr, Tobias Zuser, Stonewash, lames, LoLo

von Althea Müller

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ADVERTORIAL

HOUSE OF RIDDIM FESTIVAL 2006

Karibische Klänge im Pielachtal – Inmitten der idyllischen Kulisse des Festivalgeländes Hofstetten-Grünau findet auch heuer wieder das House of Riddim Festival presented by MFG und BOOM-A-RANG Sound statt. Die hochkarätige Mischung des Lineups jamaikanischer und nationaler Acts sorgt auch dieses Jahr wieder für das oft zitierte „IRIE“–Feeling. Vier Tage lang und zwar vom 12.08 – 15.08.2006 tauchen die Besucher in die rot-gelb-grüne Welt des Reggaes & Dancehalls ein. Während die ersten beiden Tage im Zeichen der Preparty bei freiem Eintritt mit österreichischen Soundsystemen stehen, sorgen die letzten zwei Tage für das heurige Reggae-Festivalhighlight. Mit den Headlinern Israel Vibration, die bereits vor 30 Jahren ihr erstes Album „Same Song“ veröffentlichten, stehen die zwei Rastafaris für original Roots-Reggae à la Bob Marley. Für ein weiteres Highlight wurde mit Burro Banton ein Veteran jamaikanischer Musik verpflichtet. Der „Original Banton“ sorgt seit nunmehr zwei Jahrzehnten mit seinem Dancehall-Style für internationales Aufsehen. Die zurzeit wohl explosivste Bühnenshow der österreichisch-deutschen Kollobara-

die namengebende Band: Die House of Riddim

wieder als Backing Band. Mehr Artists und Infos

tion Mono&Nikitaman rundet das Programm

Band gilt als Europas heißester Export in Sa-

zum Festival unter:

ab. Doch kein House of Riddim Festival ohne

chen Roots Reggae und unterstützt auch heuer

www.houseofriddimfestival.com

14. AUGUST 2006 - TAG 1

ISRAEL VIBRATION Burro Banton backed by House of Riddim Band Elijah Prophet backed by House of Riddim Band Benjie mit Band Rastafahnda AFTERPARTY INDOOR WICKED & DOUBLE TROUBLE

AFTERPARTY OUTDOOR TREASURE ISLE

TICKETPREISE - Inkl. Parken und Campen! 1-TAGESTICKET: VVK 19*/AK 23

2-TAGESTICKET: VVK 29*/AK 35

15. AUGUST 2006 - TAG 2

TURBULENCE backed by House of Riddim Band UTAN GREEN backed by House of Riddim Band MONO & NIKITAMAN backed by FIREHOUSE CREW LES BABACOOLS RAGGABUND aka CARAMELO & CRIMINAL TSCHEBBERWOOKY 3GGA feat. item7/gianna charles/RAF AFTERPARTY INDOOR TBA

AFTERPARTY OUTDOOR HEARTICAL SOUND

Fotos: Hermann Rauschmayr, Tobias Zuser, Stonewash, lames, LoLo

Tickets erhältlich: VAZ St. Pölten (Kelsengasse 9, Mo-Fr 9-17, ticket@nxp.at) , 01/88088 und ticketline.cc, in allen Vertriebsstellen der Austria Ticket Online und sämtlichen Trafiknet-Trafiken mit ATO-Anschluss. *inkl. MwSt. (exkl. externe Kartenverkaufsprovision)

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XXXXX

Glaubt man dem Horoskop – oder vielmehr den Sternen – dann wird dieses Jahr „das Jahr der Rosa!“ Insofern, als dass mein Traumprinz auf einem weißen Schimmel herbei geritten kommt, um mir seine Liebe, seinen Charme und seinen tollen Körper zu Füßen zu legen. Nun, da wir bereits Juni haben, also Halbzeit, und sich immer noch kein Prinz, geschweige denn ein weißer Schimmel hat blicken

K

ROSA UND IHR SCHIMMELPRINZ auf halbem Wege krepiert sein? An Rosa vorbei geritten? Nein, zumindest diese Möglichkeit kann ich ausschließen. Können Sterne eigentlich lügen? Und wenn ja, wie kann ich sie dafür bestrafen? Wenn ich dieses Jahr noch heiraten, Kinder bekommen und unglaublich glücklich werden soll, dann bitte Herr Prinz Schimmel, kommen Sie angaloppiert – ein bisschen hurtig, wenn ich bitten darf. Immerhin sind Sie um 6 Monate zu spät! Schon mal darüber nachgedacht, was das für mich heißt. Diesem Stress, den ich für die nächsten Monate ausgesetzt bin. Wie soll Rosa denn das bitte schaffen? Ein Sommer ohne Sonne ist schon schlimm genug. Aber ein Sommer ohne Liebe? Unvorstellbar. Herr Prinz! Hier mein Vorschlag. Schwingen Sie Ihre Hufe und treiben Sie den Gaul hierher, bevor die Frist verstrichen ist. Wer weiß, ob 2007 noch Zeit bleibt für die große Liebe?

Vergangenes wird gerne verdrängt. Nicht nur wir verdrängen, auch vor uns wird verdrängt: ins Geheime und Vergessene. Was wurde nach dem Dritten Reich aus der geheimen Vril-Gesellschaft? Von Michael Müllner und Eva Seidl Wie war das mit den deutschen Forschern und ih-

auftreten könnten“, wie Dr. Jörg A. Eggers urteilt.

ren „Geheimprojekten“, die nach der Kapitulation

Der internationale Fachmann für Dramaturgieregie

in den Alliierten neue Dienstgeber fanden? Clarissa

hat den Film vorab gesehen und stand dem jungen

Marron arbeitet an der Story ihres gebeutelten Le-

Team teilweise beratend zur Seite. Und der Film-

bens, ist sie doch einer unglaublichen Verschwö-

profi scheint wirklich zufrieden zu sein: „Alle Be-

rung auf der Spur. Eine geheime Gesellschaft zur

teiligten haben es sich ausgesprochen schwer ge-

Nazi-Zeit, die aber bis heute aktiv ist und höchste

macht, haben sich die Latte sehr hoch gelegt. Der

Kreise unserer Gesellschaft infiltriert hat. Wissen ist

Film ist von künstlerischem Engagement getragen

Macht; und von beidem hat die Geheimgesellschaft

– und hochprofessionell in der Umsetzung. Was bis

ausreichend: Reichsflugscheiben (vergleichbar mit

jetzt fertig geschnitten wurde, ist so exzellent, dass

UFO-Prototypen) hätten für Hitler den Kriegsverlauf

der Film beim Festival in Cannes in der Sparte für

ändern sollen, wurden aber erst nach dem Krieg

Erstlingswerke durchaus präsentiert werden kann.“

perfektioniert und sind heute in ihrer Hand.

Neben dem Kernteam, bestehend aus Produk-

Clarissa setzt dort fort, wo im März 1950 der Spie-

tionsleiter

gel zum ersten Mal berichtet hatte. Und begibt sich

Rauschmayr, Kameramann Christoph Emminger und

in ein gefährliches Umfeld, zwischen Ufo-Gläubigen

Sounddesigner Matthias Reithofer, arbeiteten noch

und rechter Szene sucht sie schlicht nach der Wahr-

fünf weitere Studenten an dem Projekt. Eingebettet

heit – und versucht so nebenbei zu überleben.

in die äußere Handlung „Verschwörungstheorie“,

Der Stoff, aus dem ein rasanter Kinofilm gemacht

wird auch eine anspruchsvolle innere Handlung

ist. Das neunköpfige Team rund um Produktions-

rund um Clarissa (dargestellt von Iris Stromberger)

leiter Bernd Jüptner drehte einen hochprofessio-

und ihrer Äffäre Henry (Michael Kellner) erzählt. Sex

nellen „Thriller über Liebe, Selbsterkenntnis und

und Leidenschaft bringt auch Clarissa’s Freundin

Täuschung“. Anstatt „einfach irgendeinen Film“ im

Dana (Christine Artner) ins Spiel, die auf Adam (Bo-

Rahmen ihres FH-Projektes zu machen, entschlos-

ris Pietsch) trifft.

Bernd

Jüptner, Regisseur

Hermann

sen sich die neun St. Pöltner Studenten gleich „sich

premiere 27. juni cinema paradiso

eine Visitenkarte zu kreieren, mit der sie überall

www.thule-film.com

Kabel Los – Film ab! Im Cinema Paradiso wird am 27. Juni zum dritten Mal das „Goldene Kabel“ verliehen.

einem professionellen Workshop ihres Fachge-

Herausragende Medienprojekte der Studenten

tegorie stellen sich beim Festakt den Wertungen

des Studiengangs Telekommunikation und Me-

der Fachjury und des Publikums. Mittels SMS-Vo-

dien werden in festlichem Rahmen präsentiert

ting können die Zuschauer Punkte für ihre Favo-

und ausgezeichnet. Projekte aus vier Kategorien

riten abgeben.

kommen zur Aufführung, jeweils ein Projekt aus

Im Vorprogramm zur GoldenWire-Preisverleihung

den Bereichen „Interaktive Anwendungen“, „Vi-

findet ab 18:00 Uhr die „Weltpremiere“ von Thule

deo“, „Audio“ und „Computeranimation“ wird

statt. Die Preisverleihung schließt ab 20:00 Uhr

mit dem Goldenen Kabel belohnt. Neben der

an. DJ Wit Fitness aus München sorgt für den

Trophäe selbst werden die Studenten auch mit

passenden Ausklang.

biets belohnt. Eine Vorauswahl wird von einer Jury bestehend aus Lehrbeauftragten des Studiengangs getroffen. Die besten Projekte jeder Ka-

Fotos: Hermann Rauschmayr, zVg Szenenfoto Thule, photocase

lassen, beginne ich zu grübeln. Ja, Rosa wird nachdenklich. Eine Begleiterscheinung des Alters! Sollte es sich mein Prinz plötzlich anders überlegt haben. Er wird doch nicht farbenblind sein und Rosa mit Lila verwechselt haben? Sein Gaul wird doch nicht etwa

Verschwörungsfeier

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SPORT

DIE PANINI STORY

32 Länder nehmen an der Fußball-WM teil, in 110 Ländern wird geklebt. Die Panini-Pickerl-WM wird Deutschland wohl vor Mexiko und Italien gewinnen. Begonnen hat alles 1945 mit einem Zeitungsstand in Modena. Neun Jahre später gründeten die Gebrüder Panini einen Zeitungsvertrieb, heute ist die Paninigruppe (übrigens noch immer ein Familienbetrieb) weltweiter Marktführer im Bereich Sticker und Aufkleber. Seit der Fußball-WM 1970 laufen die Pickerl-Maschinen im Vier-Jahres-Rhythmus auf Hochtouren. Heuer wurde schon über

Klebtomanie am Wirtshaustisch

eine Milliarde Packerl produziert. Am meisten gepickt wird in Deutschland, Mexiko und Italien. Knapp vor der WM waren die Fans am fleißigsten, musste Panini täglich

Fotos: Hermann Rauschmayr, zVg Szenenfoto Thule, photocase

Die Österreichische Nationalmannschaft schaut bei der WM zu. Fußballpickerl werden trotzdem gesammelt – und getauscht. Dabei entpuppt sich Rio Ferdinand als schwerer Junge. Von Ch. Wagner & T. Schöpf

65 Millionen Klebebilder drucken, um der Euphorie genüge zu tun. Für die emsigen Deutschen wurde extra noch das Jens-Lehmann-Pickerl nachproduziert; Panini hatte

321, 314, 298…Der Countdown läuft schon ei-

„Das ist echt anstrengend am Anfang. Da sitzt

ja seine Kader rein wirtschaftstechnisch

nige Minuten. Charly rattert Zahlen monoton

man stundenlang und klebt ein“, erzählt Andi.

schon im Februar zusammenstellen müs-

herunter, die anderen am Tisch starren gebannt

Hansi führt derzeit. Ihm fehlen nur noch neun

sen und setzte damals noch voll auf Oliver

auf die vor ihnen liegenden Zettel mit Zahlen-

Pickerl. Die Nummern sind fein säuberlich in

Kahn. Lehmann können die Deutschen nun

kolonnen. „274“ wiederholt Andi plötzlich die

einem Filofax eingetragen. Eine davon ist die 99.

über Kahn drüberpicken oder sinniger-

zuletzt genannte Zahl laut. Charly reicht ihm

„Ein ganz schweres Pickerl.“ Tatsächlich klebt in

weise über Sebastian Deisler, der gar nicht

das Pickerl und setzt den Countdown fort. Es ist

keinem anwesenden Album der englische Ver-

bei der WM dabei ist. Über einige weitere

Freitag Abend und Tauschbörse im Wirtshaus.

teidiger Rio Ferdinand. Anders verhält es sich

Fehler müssen Freaks großmütig hinweg-

Wobei sich das Tau-

mit Van Bronckhorst.

sehen. So ist der Geburtsort von Alexander

schen nicht so einfach

„Den kann ich nicht

Frei, Basel, z. B. auch bei uns auf franzö-

gestaltet. „Es gibt ei-

mehr sehen“, so Charly.

sisch (Bale) angegeben. Bei Edwin van der

nen inneren Kreis von

Das

Saar ist er jedoch richtig, der kommt tat-

Leuten. Die haben alle

Hansi ist Dieter. Er hat

sächlich aus Voorhout.

die gleiche Anzahl von

mit dem Sammeln erst

Brösel gab’s mit dem englischen Verband,

Pickerl

und

begonnen und nimmt

der seine Rechte an Panini nicht abtreten

tauschen zuerst unter-

es auch nicht so genau.

wollte, weshalb statt den „Three Lions“ im

einander. Erst wenn nie-

Als er ein Mannschafts-

Wappen nun drei Fahnen wehen und die

mand im inneren Kreis

foto irrtümlich verkehrt

Kicker alle ein weißes T-Shirt anhaben.

ein

herum einklebt, wendet

Das hartnäckige Gerücht, dass manche

sich Charly mit Grauen

(Ausnahme-)Kicker weniger oft gedruckt

ab. „Ich kann nicht hin-

werden, dementiert Panini stets heftig.

ganisator Charly. Er selbst hat das letzte Mal

schauen.“ In seinem Album klebt alles in Reih

Richtig wertvoll sind freilich nur komplette

1986 gesammelt. So wie für ihn ist für viele das

und Glied. Um Mitternacht packen Andi und

Alben. Einerseits für die erfolgreichen

Panini-Album ein Weg „back to the roots“. Mit

Charly ihre Alben noch einmal aus. Fast jedes

Sammler, andererseits für diejenigen, die

dem Unterschied, dass man sich vor 20 Jahren

Umblättern wird von einem zufriedenen „Fer-

damit später vielleicht noch was verdienen

fünf Schilling von den Eltern geschnorrt hat, um

tig!“ begleitet. Aber egal, wie wenig Spieler auch

wollen. Alben von 1970 und 1974 sind auf

ein Packerl zu kaufen. Und getauscht wurde im

fehlen mögen, in einem sind sich alle einig: Bei

„ebay“ schon bis knapp an die 1.000 Euro

Schulbus, nicht im Wirtshaus. Heute trägt man

Panini direkt die letzten fehlenden Pickerl zu

hinauf lizitiert worden.

schon mal 20 Packerl auf einmal nachhause.

bestellen, das ist feig.

gekauft

Pickerl

braucht,

darf es frei getauscht werden“,

erklärt

Or-

Bei Panini direkt die letzten fehlenden Pickerl bestellen, ist feig!

Gegenteil

von

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KRITIKEN

Zum Hören

Manshee, mikeSnare, N uff R iley, R ené Voak, R ob.ST P, Katanoy (von links nach rechts)

wolfmother

Drei in Australien lebende Jungs, die von der äußeren Musikwelt isoliert leben, zaubern mit viel Selbstbewusstsein und Ignoranz zur Moderne ein Album in die Welt, das selbst einen Robert Plant in die Knie zwingt. 60/70-Heavey-Rock, der erschreckend erfahren wie frisch zugleich klingt. Ein Album, das nicht nur in die Jahre gekommenen Led-ZeppelinFans, sondern auch jungen Strokes-Hörern Freude bereitet! It’s hard to explain...

killerpilze

Invasion D E r killer pilze

Fila Brazillia R etr os pecti ve

Dave McSherry und Steve Cobby kümmerten sich nie viel um Labelpolitik und modische Strömungen. Stolze 16 Jahre – allein diese Zeitspanne ließe eine kleine Verbeugung zu - widmet sich das Duo aus Hull, U.K. ihrem Brimborium aus TripHop/Lounge/Funk/Breakbeat fernab jeder Ibiza-Chillout-Wellness-Fahrstuhl-Peinlichkeit. Dieses Best-Of-Album ist der optimale Anlass, Fila Brazillia zu beschnuppern – oder sie, als Fan, gehörig hochleben zu lassen.

DJ Fresch

E sc ape fr om pl anet

Wenn man immer wieder mit Tokio Hotel verglichen wird, hat man es bestimmt nicht leicht. Die Killerpilze haben dies jedenfalls nicht verdient, auch wenn ihr Schlagzeuger ein „Baby“ ist und ihre Konzerte stets vor dem Betthupferl absolviert werden müssen. In St. Pölten gibt es jedenfalls beim Stereo am See und im Herbst im Warehouse die Gelegenheit ihren soliden, druckvollen und frischen Sound zu hören.

Viele der größten Dnb Hymnen stammen aus der Feder dieses Herrn, der bis vor 2 Jahren der Mastermind von Bad Company war. Heute ist er der Boss von BreakbeatKaos mit u. A. Pendulum unter seinen Fittichen und Begründer des größten Dance-Music Forums Dogsonacid. Die Single Auskoppelung „Nervous“ mit Apollo440 Sänger Mary Byker ist wieder eine dieser Hymnen, der Longplayer bleibt ansonsten etwas hinter den Erwartungen zurück.

Zum Schauen

Zum Spielen

Manshee, Dali Koljanin

Alexander T errer

dave Mathews BAND st an d up

15 Jahre im Business, 21 Alben, über 35 Millionen Alben in den USA verkauft – und dennoch hört Europa eisern weg. Kaum eine Rockband hat Pop, Jazz, Blues, Country und Funk so kompakt ins Programm genommen, und trotz stetiger Weiterentwicklung ihren selbstgeschaffenen Sound stets von Ballast und Wiederholungen, aber niemals von der Unverwechselbarkeit entledigt. So paradox es klingt – ein Geheimtipp!

Wedekind Op iates!

3 Jahre nach dem Erscheinen ihres Debüts „The End Of My Heartbeat“ ist das Alternative-Synth-Pop-Trio wieder zurück. Und zwar gewaltiger als man es erwartet hätte. Mit „Opiates!“, das vor allem Konsumkritik thematisiert, stellen Wedekind eindrucksvoll ihre Songwriting-Qualitäten unter Beweis und schaffen Momente, in denen man kaum zu atmen wagt. Auf so ein Werk einer heimischen Band hat man schon lange gewartet! Empfehlenswert!

Zum Lesen

Peter Kaiser, Wolfgang H intermeier

unser täglich brot

fussball wm 2006

sibylle berg

Eine beeindruckende Dokumentation, die ohne Worte auskommt und zum Nachdenken animiert. Ein schwer verdauliches „Bildermahl“, das die industrielle Nahrungsmittelproduktion und High-Tech-Landwirtschaft in Europa zeigt! Monumentale Räume, surreale Landschaften und bizarre Klänge als Appetitanreger – Mahlzeit!

Natürlich gibt es für solch ein Großereignis auch einen passenden Spieletitel. EA hat wieder einmal einen Ableger der bekannten Serie herausgebracht und kündigt ihn so an: „FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006, das einzige offizielle Spiel zur FIFA WM 2006 in Deutschland.“ Na dann, wer sich die WM zuhause mit seinen Freunden ausspielen möchte darf nicht zögern.

Wie ein moderner Candide irrt die Heldin am Abgrund entlang in einem zunehmend aus den Fugen geratenden Deutschland: Katastrophen, Selbstmordattentate und die ganz alltägliche Grausamkeit. Als ob Einsamkeit und Melancholie das Leben nicht schwer genug machen! Aber mit Fatalismus und Ironie lässt sich im Herzen der Finsternis ein lauschiges Plätzchen finden.

OMEN 666

playstation portable

Pünktlich zum 06.06.06 kehrt der Antichrist im Form eines kleinen Jungen zurück. Die dunkle Prophezeiung beginnt sich zu erfüllen: „Er wird sein Königreich auf Erden errichten und dem Satan untertan sein. Die Erde wird leer sein und die Menschen werden sich gegenseitig töten.“ Damien Thorn, das personifizierte Böse, hat sein Werk begonnen. Wer wird sich ihm in den Weg stellen können?

Seit kurzem ist eine offizielle Webseite zur Playstation 3 von SONY online. Dort gibt es neben vielen Bildern der neuen Konsole auch technische Daten und eine Liste von Spielen, die allerdings noch etwas dürftig ist. Der Verkaufsstart für Europa ist erst Mitte November geplant, wir müssen also derweil noch mit der Playstation 2 Vorlieb nehmen und ein wenig warten! http://at.playstation.com/ps3/

ni kol aus geyrh al ter

Jeffrey J . Abr ams

e a spor t

L emmin gs & Wor Ms

E n de Gut

carofiglio

R eise in die n acht Der Anwalt Guido Guerrieri führt ein angenehmes Leben, obwohl er sich manchmal fragt, ob sein Lebenssinn darin besteht, Verbrecher vor dem Gefängnis zu bewahren. Seine Scheidung wirft ihn aus der Bahn, doch dann soll er einen aussichtslosen Fall übernehmen. Ein afrikanischer Einwanderer wird des Mordes beschuldigt. Spannung bis zum Schluss – kann sich die Gerechtigkeit gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit durchsetzen?

Foto: zVg, EMI, rororo, Goldmann, EA, warner music, Sony,

wolfmother

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VERANSTALTUNGEN

HIGHLIGHT

VAZ St. Pölten, www.vaz.at NUKE & LOVELY DAYS Warum Ö3 mit seinem Sager von „St. Pölten als Nabel der Rockwelt“ recht hat? Erstens, weil am VAZ Gelände gleich zwei hochkarätige Festivals stattfinden. Zweitens, weil das Line Up für sich selbst spricht: NUKE: The Strokes, Adam Green, Manu Chao, PIXIES, Jovanotti, Kosheen, The Streets, Mousse T. feat. Roachford, Jestofunk, Gentleman.. LOVELY DAYS: The Who, Roxy Music, Billy Idol, Robert Plant, Donovan, BAP, The Stranglers, Gary Moore, Manfred Mann, Willi Resetarits... Das VAZ verlost auf seiner Homepage je 1x2 Festivalpässe!

NUKE 13.-15. JULI

23.06.

city night

Zum InnenstadtErlebnis lädt die St. Pöltner City. In der Zeit von 14 bis 24 Uhr. So wird die City zum Flohmarkt, wobei in der Linzerstraße ein großer Antikmarkt wartet. Ab 17 Uhr wird am Riemerplatz der Ausverkauf-Start-Schuss gegeben. Ab 18 Uhr heißt es dann Ladentür auf für ein City-NightShopping bis 21 Uhr mit Livemusik und kulinarischen Schmankerln. shopping

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LOVELY DAYS 20./21. JULI

23.06.

Baroc kfestiv al

Ein weiteres Highlight beim Barockfestival St. Pölten. Das 1989 gegründete, und mittlerweile weltberühmte Ensemble Accordone gibt sich in der ehemaligen Synagoge unter dem Motto „Il sogno d’Orfeo – Der Traum des Orpheus“ ein Stell-Dich-Ein. Mit Werken von Monteverdi, Purcell, Calestani, Strozzi und Pagano. www.klangweile.at ehem. syn agoge

Barock

21.-24.06.

Film am DOM

Die Mutter aller Open Air Kino Schlachten findet heuer zum 13. Mal statt. Los geht’s jeweils bei Einbruch der Dunkelheit, der Eintritt ist frei! Neben drei Filmen (u.a. „Wie im Himmel“ - unbedingt anschauen!!!) gibt’s auch ein Wiedersehen mit Villa Valium und ihrem Mitsingkino zum Film „Im weißen Rössl“. Können wir uns nunmehr schönes Wetter wünschen! kino

dompl atz

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EQUINOX

Equinox die zweite. Heuer wird die TagNachtgleiche auf drei Floors gefeiert, und zwar in einer neuen Location - der Pielachtallhalle Obergrafendorf. Das Musikangebot lässt sich sehen, werken doch zahlreiche DJ‘s (Manshee, Kobe, Mad-trixx, Up, Bor etc.) an den Turntables, desweiteren Lion Soldiers, Dukes, Tom Damon, Masterminde Reinhard Nell u.a. party

Piel acht alh alle

VERLOSUNG

Einsendungen an: verlosung@dasmfg.at 23.06.

ALI BI

Ray (Steve Coogan) hat einen außergewöhnlichen Job. Er bersorgt Männern wie Frauen, welche einen Seitensprung wagen, ein Alibi. Alles geht gut, bis eine Frau erdrosselt wird und Ray plötzlich selbst als Hauptverdächtiger dasteht. Ein gutes Alibi ist gefragt. MFG verlost 3x2 Karten! meg aplex

kino

Foto: zVg, EMI, rororo, Goldmann, EA, warner music, Sony,

27.07.

davi d gilmour

Wer beim Lovely Days auf den Geschmack gekommen ist, kann mit David Gilmour, dem legendären Sänger und Gitarristen von PINK FLOYD gleich den nächsten Hero bewundern. Drei Stunden wird seine Show dauern, zwei davon gibts FloydKost. MFG verlost 1x2 Tickets! legende

burg cl am

16.07.

James blunt

Weltweit 5 Millionen verkaufte Alben („Back to Bedlam“), zahlreiche Auszeichnungen und die Single „You‘re Beautiful“ haben den ehemaligen UN-Soldaten (stationiert im Kosovo) zum Weltstar gemacht. In Wiesen gibt er seinen ersten Österreicch Gig. MFG verlost 1 x 2 Tickets! POP

04.08.

WIESEN

Jamie C ullum

Ein Wunderkind im Körper eines Lausbuben in Turnschuhen – das ist der 26-jährige Jamie Cullum, dessen Debutalbum „Twentysomething“ 2004 gleich 2,5 Millionen über den Ladentisch wanderte. Die Donaubühne Tulln bringt den Jazz-Hero ins weite Land. MFG verlost 1x2 Tickets! crossover

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