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TRANSPORTflash Publikation der ASTAG Sektion Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein

Nr. 1/April 2011

«Lebende Tiere» Mehr als ein Schriftzug Tiertransporte im Fokus

Verlagerung hat nicht stattgefunden Generalversammlung in Flawil

ASTAG-Award für Regierungsrat Jakob Stark erhielt Anerkennungspreis


Saugen statt Schaufeln im Raum Ostschweiz B. Leutenegger AG, Lichtensteig Die B. Leutenegger AG in Lichtensteig bietet seit mehr als 2 Jahren mit dem PowerEtraxer™ im Raum Ostschweiz die Dienstleistungen von etraxa™ an. etraxa™ – die Schweizer Nr. 1 – ist der einzige Anbieter, der sich ausschliesslich auf das industrielle Hochleistungssaugen mit Saugbaggern fokussiert. Dank grösster Erfahrung, bester Aus- und konstanter Weiterbildung sind etraxa™Partner führend in Technik, Know-how und Qualität.

Die Flotte wird grösser! Im Juni 2010 kamen zur bestehenden Flotte von 5 Fahrzeugen 2 weitere dazu, und bereits im August 2010 folgten nochmals 4. etraxa™ weist zum heutigen Zeitpunkt eine Saugbagger-Flotte von 11 Fahrzeugen auf. Mit dem Kanton Graubünden, den Regionen Ostschweiz, Winterthur, Zürich, Berneroberland und der Nordwestschweiz ist heute bereits ein beträchtlicher Teil der Schweiz mit etraxa™-Partnern abgedeckt und versorgt. Für das Ziel der Gesamtabdeckung der Schweiz werden zurzeit noch weitere Partner evaluiert. Werden auch Sie Partner! Saugbare Materialien, die der PowerEtraxer™ ohne Zugabe von Wasser oder anderen Flüssigkeiten wegsaugt:

Die PowerEtraxer™ erobern als Möglichkeit zur Kosteneinsparung die Baubranche. Eindrückliche Effizienz erzielen sie nicht nur im Werkleitungsbau und -unterhalt, sondern generell im Tief- und Hochbau. Mit dem Fokus auf erstklassige Qualität erbringen die etraxa™-Partner mit dem PowerEtraxer™ ein grosses Spektrum kraftvoller Saugdienstleistungen für einen breit gefächerten Kundenkreis. PowerEtraxer™ sind schnell verfügbar, effizient und schonend. Ihre kraftvolle Technik trägt dazu bei, die Kosten für Absaug-, Bauund Reinigungsarbeiten deutlich zu senken. Materialien mit Einzelgewichten bis 10 kg und einem Durchmesser bis 23 cm können bis zu einer Distanz von 100 m und ohne Zugabe von Wasser oder anderen Flüssigkeiten weggesaugt werden. Mit dem PowerEtraxer™ kann dank seinem cleveren Bestückungskonzept der komplette Aushub bei Wasserleitungsbrüchen innert kürzester Zeit alleine erledigt werden. Schaufeln sie noch oder saugen Sie schon? Mit dem Einsatz des PowerEtraxer™ wird auf unterschiedlichste Weise gespart: an Zeit, Energie, Kraft, Personal und dadurch natürlich auch an Geld. Beim Saugen von Erdmassen können beispielsweise im Vergleich zum konventionellen Handaushub bis zu 60 Prozent Kosten eingespart werden. Und deut-

lich geringere Graben- oder Kopflochgrössen reduzieren den Aufwand sowohl für den Aushub als auch für die anschliessende Instandstellung. Erdverlegte Leitungen, die häufig im Umfeld von weiteren Versorgungsnetzen liegen, können mit dem PowerEtraxer™ behutsam freigelegt werden. Ungewollte Beschädigungen an wichtigen Leitungen und dadurch bisweilen enorme Folgekosten können vermieden werden. Gerade bei der Behebung von Leitungshavarien entfällt dank dem PowerEtraxer™ auch die zeitintensive Vorabklärung über die Existenz anderer Versorgungs-Netze am Einsatzort. Kaum angekommen, kann der PowerEtraxer™ innert fünf Minuten vollkommen betriebsbereit seine Arbeit aufnehmen.

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Gerne beraten wir Sie in einem unverbindlichen Gespräch über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des PowerEtraxer™. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf B. Leutenegger AG Herr Bruno Bösch Stadtaustrasse 11, 9620 Lichtensteig Mobile: 079 217 70 71 E-Mail: leutenegger @ etraxa.com Mehr Informationen zum PowerEtraxer™ finden Sie auch unter

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Der PowerEtraxer™: umweltfreundlich und behutsam! Der kompetente etraxa™-Partner stellt die fachgerechte Entsorgung des Saugguts sicher. Dank modernster Filtertechnik kann sogar Asche vollkommen staubfrei abgesaugt werden. Mit keiner anderen Methode kann so effizient und schonend Wurzelwerk freigelegt werden. Im Bereich des Tiefbaus werden erdverlegte Leitungen schonend und effizient freigelegt und bleiben unbeschädigt. Die Ökobilanz schneidet gegenüber Alternativlösungen deutlich besser ab, Staubemissionen werden eliminiert.

Ab sofort bietet die B. Leutenegger AG im Raum Ostschweiz einen 24 Std. Pikettdienst mit dem PowerEtraxer™ an. Pikettnummer: 079 217 70 71

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Editorial

Erntezeit für die Grünen Auf Argumente müssen Massnahmen folgen Es war für uns ein Rekord: Rund 270 Mitglieder und Gäste nahmen an der diesjährigen Generalversammlung der ASTAG Sektion Ostschweiz und FL in Flawil teil. Einerseits dürfte die Anwesenheit von Toni Brunner den einen oder anderen Besucher mehr angelockt haben (einige kamen gerade wegen der Anwesenheit des SVP-Präsidenten nicht zur GV), andererseits waren die ersten Reihen auch gut mit regionalen Politikerinnen und Politikern gefüllt. Sie alle haben bereits die nationalen Wahlen im Herbst dieses Jahres im Hinterkopf und es freut mich, dass die ASTAG für diese Damen und Herren ein Verband ist, den es zu pflegen gilt. Wer die Anliegen des Transportgewerbes fördert und uns nicht weitere Steine in den Weg legen will, dem sind die Stimmen zahlreicher Mitglieder auf sicher. Von Hürden und Geplänkel sprach an der GV übrigens auch Hanspeter Tanner, stellvertretender Direktor der ASTAG. Man spürte es: Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband bewegt viel, muss sich aber auch einiges gefallen lassen. Zahlen wie etwa der Anstieg der LSVA für einen 28-Tönner von 4‘000 auf 60‘000 Franken innerhalb von nur einem Jahrzehnt sind uns, die wir alltäglich damit zu kämpfen haben, bekannt. Aber wir müssen diese Fakten vermehrt nach aussen tragen und präsenter werden. Wenn wir den Aussagen von Toni Brunner Glauben schenken dürfen, so können wir uns durchaus gewisse Hoffnungen machen. Mit Doris Leuthard stehe nun eine Frau an der Spitze des entscheidenden Departements, die offene Ohren für den Transport habe. Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren sehr genau beobachten, ob unsere Argumente nur gehört werden oder ob man ihnen auch entsprechende Massnahmen folgen lässt. Roman Holenstein

Präsident ASTAG Sektion Ostschweiz und FL

Während in Japan noch Tausende von Menschen vermisst werden und unzählige andere um ihre toten Verwandten und Freunde trauern, wird – wie befürchtet – dieses Leid von nicht betroffenen, berechnenden Leuten schamlos ausgeschlachtet. Man könnte fast meinen, diese furchtbare Jahrhundertkatastrophe in Japan käme vielen der kompromisslosen Wahlkampfstrategen zur Erreichung ihrer Ziele wie gerufen. Wir von der Strassenseite müssen uns wohl nicht dafür entschuldigen, dass wir diesen respektlosen, makabren und stillosen Opportunismus vor allem der Grünen im In- und Ausland zutiefst verachten. Während das Ungeheuerliche, der Atom-Gau, noch nicht unter Kontrolle ist und dieser jedem klar empfindenden Zeitgenossen ein tiefes Unbehagen bereitet und mitunter eine Gänsehaut auslöst, haben die grün-roten Strategen die Zehntausenden von Menschen schon vergessen, welche Opfer des verheerenden Erdbebens (der wohl ursprünglichsten Naturkatastrophe neben Vulkanausbrüchen) geworden sind. Die Verhinderung von Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Flutwellen können auch die lautstärksten unter den Umweltrettern mit ihren Ideen und Vorstellungen nicht garantieren. Auch die unheimlichste Bedrohung für die Japaner, ja mittlerweile der ganzen Nachbarschaft, die Radioaktivität, ist letztlich – nebst der sträflichen Vernachlässigung der Sicherheit der AKWs – die Folge des monströsen, in dieser Stärke noch nie erlebten Erdbebens. Nun ist die Bestätigung da («wir Grünen haben es immer schon gesagt»), die traurige Situation in Japan gibt zu denken, unzählige Fragen werden laut, Ängste kommen auf, auch Gemässigte denken um. Ist es aber richtig, dass zum Zwecke der Parteiprofilierung und mit dem Wahlherbst im Hinterkopf nun alles überzeichnet, verallgemeinert und übertrieben wird? Glauben gewisse unüberhörbare, etwas naive Umweltschützer und deren Parteigenossen tatsächlich, dass ein paar Sonnenkollektoren und Windräder (die ja bereits wieder von den Dunkelgrünen bekämpft werden) in Zukunft die ultimative Lösung sein werden? Wie bitte schön sollen im Jahr 2020 unsere stets zahlreicher verkehrenden Bahnen, unsere Fabriken, Elektroautomobile und Haushaltgeräte angetrieben werden? Sie haben’s: mit Atomstrom unserer Nachbarn, wenn diese dann noch welchen für uns übrig haben. Wäre die Schweizer Energieszene eine Mitgliederversammlung, müsste der Vorsitzende spätestens jetzt einen Ordnungsantrag stellen und in die Versammlung rufen: «Bitte um mehr Sachlichkeit, meine Damen und Herren!» Von sachlich bleiben kann derzeit keine Rede sein, so wird jeder, der es versucht, gnadenlos als Umweltlümmel abgekan-

zelt. Und selbst die von uns sehnlichst erwartete UVEK-Vorsteherin wird sich hüten, etwas Unbedachtes zu sagen. Schade! Dies alles sind globale Probleme, an denen auch wir glücklichen Schweizer nicht achtlos vorbeischlendern können. Helfen wir alle mit, unsere Zukunft wohl nachhaltig, ernsthaft, aber auch mit gesundem Menschenverstand mitzugestalten. Ihr betroffener Trucky PS: Beinahe hätte ich noch etwas vergessen: Ich finde es lächerlich bis menschenverachtend, wenn angesichts solch trauriger Geschehnisse in der Welt immer die gleiche kleine Gruppe von Thurgauer Altrevolutionären wieder mit Transparenten auf die Strasse geht, um gegen eine mehr als notwendige Entlastungsstrasse zu protestieren. Was hatten diese vor fünf Jahren proklamiert? – «Die T14 wäre eine Katastrophe für den Thurgau.» Katastrophen sehen ganz anders aus, meine Damen und Herren!

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Nr. 1/April 2011

und Fürstentum Liechtenstein

«Lebende Tiere» - Mehr als ein Schriftzug Tiertransporte im Fokus

Verlagerung hat nicht stattgefunden Generalversammlung in Flawil

ASTAG-Award für Regierungsrat Jakob Stark erhielt Anerkennungspreis

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«Lebende Tiere» – mehr als nur ein Schriftzug Transporte mit der Aufschrift «Lebende Tiere» – vielfach gelesen, auf der Autobahn überholt oder in der Kolonne hinterhergefolgt auf die Passhöhe. TransportFlash hat hinter die zwölf Buchstaben geschaut.

Text: DANIELA WINKLER BILDER: BODO RÜEDI

City-Garage AG St. Gallen VW Caddy 4 Motion 171x129 mm.qxp

03.02.2011

11:53

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«Die Aufschrift ‚Lebende Tiere’ löst wie kein anderer Strassentransport Emotionen aus», weiss Armin Bischof, Disponent bei Animal­ truck AG, aus jahrelanger Erfahrung. «Die junge Mutter, die Mitleid mit den Ferkeln hat, die drei Monate später auf dem Weg zum Schlachthof sind; die ältere Dame, die sich am Nebentisch darüber auslässt, dass es unverantwortlich sei von einem Chauffeur, eine fünfminütige Kaffeepause einzulegen, während die Tiere im Transporter vor dem Restaurant stehen. Aber auch der sportliche Autofahrer, der ungeduldig hinter dem Tiertransport hervorspäht und die nächste Überholstrecke an der Passstrasse kaum abwarten kann.»

Flexibilität ist gefragt Doch all das sind nicht die grössten Herausforderungen, die der Tiertransport stellt. Das ist zum einen die Logistik: Die Nutztiere für Viehhandel, Tierhalter und Metzgereien müssen termingetreu, zuverlässig und zu fairen Preisen in der ganzen Schweiz an den Zielort – meist der Schlachthof – gelangen. Und dies frühmorgens. Das bedeutet hauptsächlich Nachtfahrten mit Sondererlaubnis. Zudem verlangt der Tiertransport grosse Flexibilität. «Oft kommen Transportanfragen sehr kurzfristig», so Armin Bischof. «So kann es sein, dass ein Kunde abends um 18 Uhr für einen Transport anfragt, der am nächsten Morgen am Zielort sein muss.» Solche Anfragen geben Aufgaben auf. Es müssen in letzter Minute der gesamte Verlad der vorgemerkten Tiere und die Streckenführung geplant werden. Der Winter erschwert diese Nachtfahrten zusätzlich. Meist sind nachts Nebenstrassen nicht schwarzgeräumt oder bei starkem Schneefall April 2011 | 5


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Strassen eingeschneit. Trotz dieser Widerstände müssen die gesetzlich geregelten Fahrzeiten von maximal sechs Stunden und die Ruhezeiten von neun respektive elf Stunden eingehalten werden. Zur Logistik gehört wie bei anderen Warentransporten auch die optimale Auslastung der LKWs, sodass auf der Rückfahrt vom Schlachthof oder Metzger im Umkreis Jungtiere, Ferkel oder Nutzkühe geladen und damit nach Möglichkeit Leerfahrten vermieden werden können.

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Darin unterscheidet sich die Tiertransportbranche auch von anderen Warentransporten auf den Strassen: Das Tier und sein Wohlergehen stehen im Vordergrund. Diese Entwicklung im Sinne des Tiers begrüsst Bruno Gubser. «Wir übernehmen gegenüber Mensch, Gesellschaft, Tier und der ganzen Natur Verantwortung und passen unser Unternehmen stetig an die ändernden Anforderungen und Auflagen aus dem politischen, technologischen, wirtschaftlichen, sozialen, tierschützerischen und ökologischen Umfeld an.»

Stetige Weiterbildung im Umgang mit Tieren

Tierschutz als oberstes Gebot

Die Animaltruck AG deckt mit ihren Tiertransporten die gesamte Schweiz ab. Zum Hauptgeschäft zählen dabei Schweine, Kühe, Rinder, Grossvieh allgemein und zweimal im Jahr zur Alpzeit von Mitte Mai bis Mitte Juni und im Herbst Alptransporte von Rindern und Schafen. Bei all diesen Fahrten wird von den Chauffeuren nicht nur ein verantwortungsund rücksichtsvolles Lenken der LKWs verlangt, sondern auch der richtige Umgang mit den Tieren. Dies ist heute gesetzlich geregelt.

In seiner 40-jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer von Animaltruck AG hat Bruno Gubser einen Wandel im Tiertransport miterlebt. «Dem Transport von Tieren wird in der heutigen Zeit immer mehr Bedeutung zugemessen. Dies hat in den letzten Jahren zu diversen Änderungen und Anpassungen in den Gesetzen über den Strassenverkehr, die Tierseuchenbekämpfung und den Tierschutz geführt.»

Die Tierschutzordnung schreibt vor, dass «die Tiere während des Transports von fachkundigem oder ausreichend instruiertem Personal begleitet werden müssen. Zusätzlich zur generellen Erfahrung im Umgang mit Tieren muss das Transportpersonal über Spezialkenntnisse für das Treiben sowie das Ein- und Ausladen von Tieren verfügen.» An Weiterbildungen alle

«Die Verordnungen des Tierschutzes sind heute um einiges strenger als noch vor Jahren, was ich begrüsse. Früher galt noch, so viele Tiere in einen LKW zu laden, wie überhaupt Platz darin finden konnten.» Armin Bischof, Disponent bei Animaltruck AG

drei Jahre wird der artgerechte Umgang mit den Tieren aufgefrischt. Trotzdem beklagen die Tierschützer seit Langem, dass selbst bei Einhaltung der geltenden gesetzlichen Bestimmungen die Tiere während der Transporte Qualen wie Erschöpfung, Dehydratation und Stress zu ertragen hätten.

«Dem Transport von Tieren wird in der heutigen Zeit immer mehr Bedeutung zugemessen. Dies hat in den letzten Jahren zu diversen Änderungen und Anpassungen in den Gesetzen über den Strassenverkehr, die Tierseuchenbekämpfung und den Tierschutz geführt.» Bruno Gubser, Geschäftsführer Animaltruck AG

LKWs speziell für den Tiertransport eingerichtet Dies, obwohl klare Bestimmungen vorliegen, was die Fahrzeuge für den Tiertransport betrifft. Diese müssen tierseuchenpolizeilich geprüft und durch das Strassenverkehrsamt zugelassen werden. Weiter müssen die LKWs genügend Frischluftzufuhr und Schutz vor schädlicher Witterung und Abgasen gewährleisten und so dicht sein, dass weder Kot noch Harn der Tiere nach aussen gelangen kann. Vorgeschrieben sind auch die Abmessungen: Fahrzeuge für den Transport von Grossvieh haben mindestens 1,50 m hohe Fahrzeugwände aufzuweisen und solche für den Transport von Kleinvieh eine Höhe von mindestens 0,60 m. Darin müssen einem Kleinvieh 0.43 m2 und einem Grossvieh je nach Gewicht bis 1.90 m2 zur Verfügung stehen. Zudem sind die Tiere nach Gattung – Tiere der Rindergattung von den Tieren der Schweinegattung getrennt –, Alter und Geschlecht getrennt in verschiedenen Abteilen oder Behältern zu transportieren.

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«Die Verordnungen des Tierschutzes sind heute um einiges strenger als noch vor Jahren», so Armin Bischof. «Früher galt noch, so viele Tiere in einen LKW zu laden, wie überhaupt Platz darin finden konnten.» Heute kontrolliere der Tierschutz regelmässig. «Meist im Auftrag des Endverbrauchers, oft Grossverteiler wie Migros oder Coop. In unserem Fall sind das Coop und Bell. Diese wollen vor den Kunden dafür geradestehen, dass sie nur Fleisch verkaufen, das aus artgerechter Tierhaltung stammt, bei der bis zum Schlachthof alle Vorschriften des Tierschutzes befolg wurden.» Im Vergleich zur EU hat die Schweiz heute bereits sehr strenge und weitgreifende Vorschriften des Tierschutzes zu erfüllen.

Internationale Viehtransporte Bis letztes Jahr war Animaltruck auch international tätig, speziell mit Transporten von Nutzkühen nach Norditalien. Doch nachdem der Bund die Subventionen gestrichen hat, sind die Einkäufer in Italien nicht mehr interessiert an Kühen aus der Schweiz. Die Preise dafür sind heute zu hoch.

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Für Animaltruck seien internationale Viehtransporte im Allgemeinen nicht lukrativ, fasst Bruno Gubser zusammen. Mit den Schweizer Löhnen und den verschiedenen Auflagen und Bestimmungen könne man im Ausland leider nicht konkurrenzfähig sein.

Kompromisslose Wirtschaftlichkeit, unerreichte Leistung und nahezu unbegrenzte Fahrzeugoptionen. Scania begegnet den strengsten Emissionsvorschriften weltweit mit marktführender Technologie in einer kompakten, kundenfreundlichen Lösung.

Animaltruck AG Die Animaltruck AG mit Sitz in Necker SG ist eines der führenden Unternehmen der Schweiz für den Strassentransport von Nutztieren. Mit 20 LKWs und fünf Kleinlastern ist sie in der ganzen Schweiz unterwegs. Nelly und Bruno Gubser gründeten 1959 die Einzelfirma für Tierund Abfalltransporte. Die Tiertransporte wurden 2003 ausgelagert und mit der neu gegründeten Firma Animaltruck AG weitergeführt. Diese entstand aus den beiden Partnerfirmen Gubser Transport AG und der Genossenschaft Prosus aus Weinfelden.

Massstäbe setzen.

Scania stellt erstmals seine Euro-6-Motoren vor: mit 440 und 480 PS als 13-Liter-Version. Diese Motoren werden im ersten Schritt im Fernverkehr eingesetzt, eignen sich aber natürlich auch für andere Transportaufgaben.

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Da der westliche Teil der Schweiz mit dem Standort Necker nicht befriedigend abgedeckt werden konnte, erfolgte 2006 der Zusammenschluss mit der Firma Heinz Riesen Tiertransporte, Ranflüh BE.

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20 Jahre Juch Center in Frauenfeld

Verlagerung hat nicht stattgefunden

Bereits 20 Jahre sind es her, als Fredi Hugelshofer beschloss, von seinem angestammten Platz an der Gaswerkstrasse nördlich des SBB-Bahnhofes Frauenfeld in Richtung Osten an die Autobahn A 7 auszusiedeln. Die Transport AG war bis zu diesem Zeitpunkt Mieterin bei der Hugelshofer Immobilien AG, welche unter dem Kommando von Frau Hugelshofer sen. stand.

Moritz Leuenberger ist inzwischen von der Bildfläche verschwunden. In der Verkehrspolitik hat er aber tiefe Spuren hinterlassen. Diese gelte es zu korrigieren, so der einheitliche Tenor der Referenten an der diesjährigen Generalversammlung der ASTAG Sektion Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein in Flawil vom 19. März 2011.

Das Back-Seat Bistro nebenan gehört heute als Seele des Quartiers ebenfalls unabdingbar zur ganzen Anlage. Eben wurde die Altholzheizung (mit welcher auch das ganze Paketpost-Center geheizt und das Warmwasser für die ebenfalls vollständig erneuerte Tankreinigungsanlage produziert wird) vollständig ersetzt. Seit einem halben Jahr steht die neueste Kärcher Truckwash-Anlage im Betrieb, die ebenfalls öffentlich ist. Nebst den Post-Containern benützen immer mehr Berufskollegen auf der Vorbeifahrt auf der A7 die moderne Anlage. Eine Expansion innerhalb des heutigen Juch-Centers wird nun infolge fehlenden Industrielandangebotes praktisch unmöglich.

Ab 1990 begann demnach eine neue Ära der Transport AG in eigenen Räumlichkeiten, vielmehr denjenigen der neu gegründeten Libec AG (Liegenschaften und Beteiligungs-Ges.). Die Zeit für den überfälligen Auszug aus der Stadt, wo neben vielen Platzproblemen immer wieder Beschwerden wegen der frühmorgens startenden Lastwagen aufkamen, war reif, aber nicht unbedingt günstig. So stiegen wohl die Hypozinsen, dafür die Umsätze nicht mehr. Nichts desto trotz riskierte Fredi Hugelshofer diesen kühnen, eher waghalsigen Sprung in eigene Ländereien.

SVP-Präsident Toni Brunner

Hanspeter Tanner, stellvertretender Direktor der ASTAG

Text und Bilder: Marcel Baumgartner

Die Tatsache, dass die Vetterli AG und Pneu Romer kurz vor Baubeginn als Bauherren ausstiegen und sich nur noch als Mieter bewarben, war der erste Schock. Der zweite kam mit den fast unlösbaren Problemen mit dem steigenden Grundwasser, das während der ganzen Bauzeit abgepumpt werden musste. Als dann das grosszügig dimensionierte Bauwerk vollendet war und die endgültige Bauabrechnung vorlag, verging vorderhand auch dem Letzten noch das Lachen. Es waren nicht einkalkulierte Mehrkosten von rund 4 Millionen Franken angefallen. Der bekannte Spruch des wagemutigen Patrons ging dann in die Geschichte ein: Wir haben jetzt ein schönes, teures und grosses Bienenhaus, aber offensichtlich zu wenige Bienen… Nach einigen Jahren stabilisierten sich die Wirtschaft und auch die Finanzlage der Libec wieder. So begann der visionäre Terminal langsam Freude zu bereiten, ein multifunktionaler Terminal für alle Arten von Nutzfahrzeugen mit den entsprechend notwendigen Infrastrukturen. Wieder sind zehn Jahre vergangen und es hat kaum mehr Platz für Gäste und Partner. Im Gegenteil: Zurzeit werden LKW-Parkplätze ausserhalb des Terminals zugemietet. Was heute noch mehr geschätzt wird als früher, ist der verkehrstechnisch optimal gelegene Standort, kaum Wohnhäuser auf der Fahrt zur A7 und kaum Nachbarn, die nächtliche Aktivitäten beklagen. Der Standort der Tricycling AG, und ganz neu das eigene Hugelshofer Recycling-Center, befinden sich ebenfalls am richtigen Ort. 8 | April 2011

Als Roman Holenstein, Präsident der ASTAG Sektion Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein, die Liste der anwesenden Politiker verlas, wurde einem schlagartig bewusst, dass im Herbst die nationalen Wahlen anstehen. Zahlreiche Männer und Frauen (hauptsächlich erstere) aus dem bürgerlichen Lager hatten sich die diesjährige Generalversammlung der ASTAG im Lindensaal in Flawil im Kalender rot angestrichen.

Politische Themen Und auch die Themen waren mehrheitlich politisch geprägt: Nachdem Flawils Gemeindepräsident Werner Muchenberger die Grussworte übermittelt hatte, unterstrich Kantonsratspräsident Walter Locher die Bedeutung der Transportbranche: «Sie alle erbringen einen lebenswichtigen Beitrag für die Versorgung der Schweizer Bevölkerung und garantieren eine funktionierende Wirtschaft.» Nicht zuletzt daher sei die Forderung zwingend, dass der hohe Beitrag, den der Strassenverkehr in finanzpolitischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht leiste, besser honoriert werde. Locher sprach damit jenen Punkt an, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Generalversammlung ziehen sollte: die Finanzen. Kein Wunder, spült der gesamte Strassenverkehr doch jährlich enorme Summen in die Kassen des Bundes. Zwei Referenten sollten diesem Umstand auf den Grund gehen und die rund 270 anwesenden Personen aus erster Hand informieren. Es

waren dies der stellvertretende Direktor der ASTAG, Hanspeter Tanner, sowie Nationalrat und SVP-Präsident Toni Brunner. Die Anwesenheit von Brunner führte einerseits dazu, dass die diesjährige GV einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen konnte, bewirkte andererseits auch, dass sich einzelne Mitglieder gar nicht erst anmeldeten. Brunner polarisiert. Das war sich auch Roman Holenstein bewusst. Trotzdem machte er die Mitglieder noch einmal darauf aufmerksam, dass die SVP als einzige Partei geschlossen für die Anliegen des Transportgewerbes eintrete.

Dauerpräsenter Leuenberger Immer wieder präsent – wenn natürlich auch nicht anwesend – war der ehemalige Verkehrsminister Moritz Leuenberger. Wann immer sein Name auftauchte, waren Lacher garantiert. Hanspeter Tanner etwa witzelte, dass er sich schon gar nicht mehr an den Namen des ehemaligen Bundesrates erinnern könne, weil er schlicht und ergreifend nichts bewirkt habe. «Er (Leuenberger, Anm. d. Red.) ist massgeblich dafür verantwortlich, dass wir mit der heutigen Verkehrspolitik in einer Sackgasse stecken.» Es bleibe zu hoffen, dass seine Nachfolgerin Doris Leuthard mit mehr Sachverstand und mehr Sinn für die Realität an die Probleme herangehe. Als Beispiel nannte Tanner unter anderem die angestrebte Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Schiene. Wo sinnvoll, sei eine solche April 2011 | 9


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Der ehemalige ASTAG-Zentralpräsident Carlo Schmid (rechts)

270 Personen nahmen an der GV teil

Roman Holenstein, Bruno Gubser, Toni Brunner und Max Möckli

Zwei Politiker im Gespräch: Peter Schütz (l.) und Walter Locher

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7-achsiger 60-Tönner in Frauenfeld

durchaus zu forcieren. Doch: «Bisher wurden mehrere zusätzliche Milliarden Franken in die Bahn investiert – und kein einziges Kilo ist von der Strasse auf die Bahn verlagert worden.» Erzielt worden sei einzig eine weitere Diskriminierung der Transportbranche. Auch dies belegte Tanner mit Zahlen: Während man im Jahr 1999 noch pauschal 4‘000 Franken LSVA pro Fahrzeug zu entrichten hatte (28 t GGW; EURO 3; 80‘000 km pro Jahr) erhöhte sich dieser Betrag innerhalb der nächsten zehn Jahr auf sagenhafte 60‘000 Franken.

Podiumsdiskussion

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Noch detaillierter ging Toni Brunner im anschliessenden Referat auf das Transportwesen als «Milchkuh des Bundes» ein (siehe Seite 13). Vorgängig diskutierte er auf dem Podium zusammen mit den Kantonsräten Max Möckli (SVP, TG) und Bruno Gubser (CVP, SG) über Chancen und Grenzen der Lobbyarbeit. Dabei stellten die Politiker fest, dass sowohl die Transportbranche als auch die Ostschweiz als Region in Bern noch präsenter sein könnten. Jede einzelne Stimme bedeute Einfluss. Am stärksten sei das im Gesundheitswesen zu spüren, verdeutlichte Brunner und verglich die Verteilung der Bundesfinanzen mit einem Futtertrog für Schweine. «Auch dort gibt es Schwache, die zu kurz kommen, und Starke, die sich immer wieder von Neuem breitmachen, um den grössten Teil zu ergattern.»

Christian Sieber, Roman Holenstein und Josef A. Jäger (v.l.n.r.)

Die diesjährige Generalversammlung der ASTAG Sektion Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein musste einen schwergewichtigen Vorstandsrücktritt zur Kenntnis nehmen. Nach 14 Jahren Vorstandstätigkeit – davon sechs Jahre als Präsident – trat Josef A. Jäger (rechts im Bild), CEO der Wiler Camion Transport AG, von dieser Funktion zurück. «Ich habe immer gerne für unsere Branche gekämpft und werde es ganz bestimmt auch weiterhin tun», so Jäger, der von Roman Holenstein mit der Ankündigung überrascht wurde, ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen. Neu in den Vorstand gewählt wurde Christian Sieber (links im Bild), CEO der Sieber Transport AG mit Sitz in Berneck.

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ASTAG-Award für Jakob Stark

«Mehr Transparenz!»

Die Fachzeitschrift Transport Flash der ASTAG Ostschweiz vergibt jährlich einen Anerkennungspreis für verdiente Persönlichkeiten. Der ASTAG-Award 2010 für besondere Leistungen oder Aktivitäten im Bereich Strassenverkehr wurde dem Thurgauer Regierungsrat Jakob Stark zugesprochen.

SVP-Präsident Toni Brunner sprach an der Generalversammlung der ASTAG Sektion Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein zum Thema «Verkehrsfinanzierung». Für ihn ist klar, dass die linksideologische Politik verantwortlich dafür ist, dass die Strassenbenützerinnen und -benützer zu den Milchkühen der Nation geworden sind.

Regierungsrat Jakob Stark, Kantonsingenieur Andy Heller und sein Team haben im vergangenen Jahr aus Sicht der ASTAG und bestimmt aller Thurgauer Automobilisten mit seiner zielstrebigen Wiederaufnahme der Planungsarbeiten für die neue Entlastungstrasse BTS diese Anerkennung mehr als verdient. Wenn man bedenkt, wie viel Zeit in der Regel zwischen der Detailplanung und der Realisierung eines Strasseprojekts vergeht, ist es unseres Erachtens höchste Autobahn, dass nun die Verbesserung der unerträglichen Verkehrssituation in den betroffenen Gemeinden im Oberen Thurgau in die Nähe rückt. Es ist auch aus gesamtschweizerischer Sicht höchste Zeit, dass die Schweiz nicht mehr für viele Leute in Frauenfeld aufhört, sondern auch verkehrsmässig mindestens bis nach Arbon reicht.

Text: Marcel Baumgartner

Den «Toten Winkel» erleben Geschäftsstelle der Gewerbeverbände St.Gallen unterstützt Aktion «Toter Winkel» der ASTAG Sektion Ostschweiz mit 3000 Franken.

Die ASTAG Sektion Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein nimmt seit mehreren Jahren erfolgreich an der OBA, Ostschweizer BildungsAusstellung, teil. Der Vorstand hat beschlossen, dass die jugendlichen Besucher an der OBA unter anderem vermehrt auf die Problematik des «Toten Winkels» aufmerksam gemacht werden sollen. Zu diesem Zweck wird ein Velo auf einer Schiene rechts neben dem Lastwagen platziert, das jeweils vorwärts und rückwärts fährt und somit eine realistische Situa­tion simuliert. Der Schüler kann auf diese Weise in der Führerkabine miterleben, wie das Velo im «Toten Winkel» verschwindet. Die Geschäftsstelle der Gewerbeverbände St.Gallen unterstützt diese Aktion mit einem einmaligen Beitrag von 3000 Franken aus dem Förderungsfonds.

12 | April 2011

Wenn es um die Interessen des Lastwagengewerbes geht, besteht bis weit ins so genannte bürgerliche Lager hinein ein Ungleichgewicht der Interessen. Beim öffentlichen Verkehr verhält es sich ganze anders. Umso wichtiger ist es, immer und immer wieder auf die relevanten Themen zu sprechen zu kommen, vor allem hinsichtlich der künftigen Finanzierung der Verkehrspolitik. Für Toni Brunner ist klar: «Verkehr ist existenziell für unser Land. Verkehr ist letztlich eine Lebensader, wie die Energie oder die Lebensmittelversorgung.» Ein Problem stelle unter anderem die dezentrale Besiedlung dar. Die Schweiz bestehe nicht nur aus den Zentren Zürich, Bern und Genf. Laut Brunner sollte man den Arbeitsplätzen in den abgelegenen Regionen wieder vermehrt Sorge tragen. Es könne nicht sein, dass «irgendwelche Raumplaner in unserem Land drei Kreise ziehen und damit entscheiden wollen, wo wir Wirtschaftswachstum erzielen wollen und wo nicht.» Genau das passiere aber. Nun könne man sagen, dies sei Jammern auf hohem Niveau. Die Schweiz sei doch wunderbar erschlossen und verfüge über eine gute Infrastruktur. «Wer so denkt, vergisst die Zukunft. Denn wir müssen uns der Dimensionen bewusst sein, die in den nächsten Jahren auf uns warten», verkündete Brunner. Und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Für den Schienen- und Strassenverkehr inklusive Unterhalt und allfälliges Rollmaterial sind in den nächsten zwei Jahrzehnten rund 170 Milliarden zusätzlich von Nöten. Wieso also hat man nicht schon früher Gegensteuer gegeben? Für Brunner liegt der Grund auf der Hand: «Fakt ist doch, dass wir in den letzten Jahrzehnten

eine strassenfeindliche Politik erlebt haben. Die Ära Leuenberger ist nun beendet. Das ist gut so. Tatsache ist aber, dass er mit seiner linksideologischen Politik und seinem Abgabenwahn mitverantwortlich ist, dass die Strassenbenützer zu den Milchkühen der Nation geworden sind.» Das lässt sich schwarz auf weiss belegen: Der Strassenverkehr spülte 2009 rund neun Milliarden in die Bundeskasse. Davon wurden rund 1,5 Milliarden durch die LSVA eingenommen. Je rund 350 Millionen gehen auf die Autobahnvignette und die Automobilsteuer zurück. Die Mehrwertsteuer wirft weitere 1,7 Milliarden und die Mineralölsteuer 3,2 Milliarden ab. Der Mineralölsteuerzuschlag schlägt mit 2 Milliarden zu Buche. Das ergibt einen fetten Be-

trag von 7.6 Milliarden, der noch zusätzlich zur LSVA eingenommen wird. Für Toni Brunner ein unhaltbarer Zustand. «Wir brauchen eine transparente und kostenbasierte Finanzierung. Mittel von der Strasse müssen zweckgebunden wieder auf die Strasse fliessen – und nicht in die allgemeine Bundeskasse, wo sich buchstäblich verschwinden.» Die SVP habe schon mehrmals versucht, das Ganze zu entflechten, sei aber im Parlament immer wieder gescheitert. Das Geld fliesse in Fonds, bei denen auf den ersten Blick nicht ersichtlich sei, zu welchen Anteilen es für bestimmte Projekte eingesetzt werde. «Optimal wäre es, wenn in Zukunft jedes Verkehrsmittel jene Mittel, die es generiert, wieder selbst zur Verfügung gestellt bekommt. Keine Subventionierung mehr. Keine Zweckentfremdung mehr.» April 2011 | 13


TRANSPORTflash

DER GOLDENE RÜCKSPIEGEL Der Kanton Thurgau zeigt einmal mehr, dass er zu den fortschrittlichsten Regionen der Schweiz gehört. Für diese Ausgaben haben wir gleich zwei Gründe gefunden, wie wir ihm den «Goldenen Rückspiegel» verleihen dürfen. Einerseits können angehende Lenkerinnen und Lenker von Motorfahrzeugen die Theorieprüfung im Ausbildungszentrum Adler des Strassenverkehrsamts in Frauenfeld neu auf iPads absolvieren. Laut Communiqué der Staatskanzlei ist das ein Novum in der Schweiz. Bravo! Für das Transportgewerbe noch wichtiger ist allerdings eine Neuerung, die auf Anfang Jahr in Kraft getreten ist: Im Kanton Thurgau profitieren Fahrzeuge, welche in der Energieeffizienz-Kategorie A oder B eingeteilt sind, sowie Elektrofahrzeuge und Lastwagen mit Euro 5 von einer Reduktion der Strassenverkehrsabgaben um bis zu 50 Prozent. Die Reduktion gilt jeweils für maximal fünf Jahre. Dafür ein doppeltes Bravo und natürlich den «Rückspiegel».

Leader lesen

DER ROSTIGE AUSPUFF Vor genau einem Jahr informierten wir im TransportFlash ausführlich über den geplanten Umbau der Staatstrasse zwischen Oberbüren, Sonnental und Brübach. Ziel dieses Projektes ist insbesondere die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer. An sich, ein löbliches Ziel, wie auch unser Autor, Bruno Dudli, Präsident der SVP Oberbüren-Niederwil-Sonnental bekräftigte. «Nur wurde offensichtlich versäumt, die Planung wirklichen Sachverständigen zu überlassen», schrieb Dudli und untermauerte seine Aussagen mit klaren Fakten. Ein simples Beispiel: Nach den Umbauarbeiten wird ein Kreuzen zweier LKW auf dieser Route praktisch unmöglich. Bruno Dudli sowie weitere Einsprecher gingen gegen das Projekt vor – und scheiterten. Von sieben Einsprachen wurden bis Ende 2010 vier zurückgezogen und drei durch Entscheide der Regierung abgewiesen. Gegen zwei der drei Entscheide erhoben die Einsprecher Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Eine davon wurde zurückgezogen, die andere in allen Punkten abgewiesen. Von Sonnental nach Brübach dürfte also schon bald eine grosszügiger Geh- und Radweg führen – was sehr schön ist –, die eigentliche Benützung der Strasse aber vor allem für LKW praktisch verunmöglicht, wofür wir der St.Galler Regierung sehr gerne den «Rostigen Auspuff» verleihen.

Neumitglieder der ASTAG Sektion Ostschweiz Eintritte vom 1. Oktober 2010 bis 31. März 2011: BTL Breitenmoser, Donzhausen; Adem Mrasori, St.Gallen; Bustrans AG, Bottighofen; BrittTrans, Ricken; Primarschulgemeinde Frauenfeld, Frauenfeld.

Agenda LEADER. Das Ostschweizer Unternehmermagazin.

20. Mai 2011: Delegiertenversammlung ASTAG, Hotel Einstein, St.Gallen.

Auf volvo ist verlass Auf Ihr Truck Center auch.

Das Volvo Truck Team freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme.

Gestalten Sie das «TransportFlash» mit Josef A. Jäger, VR-Präsident Camion Transport AG

Wussten Sie schon, dass es nun auch eine Ostschweizer Ausgabe des Standardwerks «Who’s who» gibt? Und zwar die Liste unserer Abonnenten. Die führenden Persönlichkeiten unserer Region finden Sie hier – im Magazin oder unter der Leserschaft. Denn wir setzen auf Qualität statt Quantität, auf Klasse statt Masse. – Elitär, finden Sie? Da haben Sie völlig Recht. www.leaderonline.ch

14 | April 2011

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Sie feiern ein Jubiliäum und keiner erfährt davon? Haben Sie Themen oder News, die wir im «TransportFlash» aufgreifen bzw. publizieren könnten? Senden Sie Ihren Artikel oder Ihre Inputs einfach an die Redaktion unter mbaumgartner@metrocomm.ch

ASTAG Sektion Ostschweiz Sekretariat der ASTAG | Sektion Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein Oberer Graben 12, 9001 St.Gallen | Tel. 071 228 10 40 | Fax 071 228 10 41

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Von links: Marc Lippuner, Walter Räss, Dunja Zumstein, Jürg Menet

ASTAG Transportflash April 2011  

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