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sabine mescher visuelle kommunikation

SICH TUNG

das persรถnliche design-bilderbuch 1


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SICHTUNG

sabine mescher visuelle kommunikation

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„Alles Gegenwärtige ist auf der Erfahrung der Vergangenheit aufgebaut. Also ist das Zukünftige im Gegenwärtigen bereits vorhanden.“ Adrian Frutiger, Grafik-Designer, Typograf

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort12 Gutes Design ist - vier Statements 14 Ouverture - Revue 20 Der Anfang 22 Frage und Antwort 24 Corporate Design 27 Leitner Ausstellungssysteme 29 Wer entscheidet 47 Bernhard Wagner 49 Achtung Werbung 59 Die Collection 61 Franz Fertig Polstermöbel 66 Bacher Tische 75 Schifferdecker Schrankwände 78 LMV Lauingen 85 Stallgeruch91 Burkhardt Leitner constructiv 93 Das Brandmahl 121 Kleinere Corporate Designs 123 Künstlerkataloge163 Anzeigen, Kundenzeitschriften, Geburtsanzeigen 173 Zweiter Teil Time-out/ Auszeit 187 Richtungswechsel189 Kunst im Kabinett 191 Glasdesign aus Leergut 195 Kurt Weidemann lobt 198 Modedesign - das Prinzip wandelbar 209 Dritter Teil und zweiter Satz - Back to the roots  224 Auf welcher Seite stehe ich? 226 Projekte bei und für Burkhardt Leitner constructiv 229 Zwei freie Projekte 247 Und so sehe ich aus 264 Chronologie266 Credits268 Impressum270 7


Randbemerkung

Der Prozess, eine Form zu finden

Das „Blatt“, die Fläche ist weiß. Du packst alles rein, von dem du denkst, dass es drin sein müsste. Alles, was du die letzte Zeit aufgesogen und erfahren hast. Alles, was du gut findest – denn es ist Fakt: du musst neu starten. Das Leben schlägt nun einmal eigenartige Kapriolen. Das Seltsame ist: du freust dich. Du „musst“ nicht – nein, du „darfst“ endlich wieder! Also kommt jetzt alles aufs Papier bzw. in den Rechner. Die Freude über das Gesammelte überwiegt und du schaust nicht so genau hin. Es beginnt einfach das Einsammeln – was da alles auftaucht! Völlig Vergessenes wird wieder lebendig. Du erkennst aus dem Abstand der vielen Jahre die eigene Handschrift, die du gar nicht vermutet hattest. Das Archiv ist doch vollständiger als gedacht – nur die Plakate sind leider alle weg. Sperrig, wie sie sind, haben sie irgendwie keinen Platz gefunden. Der zweite Schritt ist das handwerkliche Aufbereiten – einen Foto-Etat hast du nicht, aber eine Kamera. Die ersten Versuche sind schrecklich! Aber nach und nach, vor allem durch die Tipps von Max und entsprechende Bearbeitung, gewinnen die Bilder deutlich an Qualität. Du sortierst jetzt chronologisch und teilst in Abschnitte ein. Die Projekte zu ordnen ist einfach – schwieriger wird es mit den Gedanken und der eigenen Meinung zum Beruf und was er bedeutet. Was sind meine „zehn Gebote“? Was ist mein Statement, meine Haltung? Auch hier packst du erst mal alles rein und bald wird klar – es wird zu viel. Alles zusammen gerät zum Mischmasch unterschiedlicher Gedanken und

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Randbemerkung

visueller Stile. Du hast dich auch, wie so oft, in bestimmte Darstellungen verliebt und es schmerzt ein wenig, sie wieder zu löschen – schade, aber es passt einfach nicht... und mit den Gedanken, die du formulierst, ist es ebenso. Du musst auf der Hut sein, um nicht mit guten und sehr respektierten Kollegen zu kollidieren, die bereits ähnlich formuliert und veröffentlicht haben. Letztendlich denken wir doch sehr ähnlich und haben auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Also wird es auch ähnliche Sätze dazu geben. Das lässt sich nicht vermeiden. Es wird jetzt klar, dass du nicht einfach ein Portfolio mit Bildchen machen kannst – es ist mehr da und du willst es zeigen. Du denkst, das überfordert doch den „Anschauer“ und Leser. Wer nimmt sich denn die Zeit? Das wird ja fast ein Buch, und du beschließt, dass es ein Buch werden soll. Das hat Konsequenzen. Der Rhythmus muss sich dadurch ändern. Es braucht zwischendurch so was wie Entschleunigung. Auch willst du zeigen, dass es Designerfahrungen auf anderen Gebieten als in der Kommunikation und Grafik gegeben hat. Das bist du ja schließlich auch. Ganz langsam entsteht die Form. Und es wird rund. Du findest auch deine visuelle Sprache, fängst leise an, dir selbst zu vertrauen. Du gehst auch Wagnisse ein. Kaum ist es da, möchte man es schon verändern, verbessern. Und das ist auch gut so! Denn dann merkt man erst, dass (und wie sehr) man sich im Gestaltungsprozess verändert und verbessert hat. Davon aber soll das nächste Projekt profitieren dürfen. Dieses hier ist mit seinen 272 Seiten nun gedacht und gestaltet. Ein Stück ist geschrieben. Also, Vorhang auf! 9


vier Statements

Randbemerkung

Was ist gutes Kommunikationsdesign?

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Randbemerkung

Vier Statements. Sie beziehen sich hier explizit auf Kommunikationsdesign, wie es allgemein verstanden wird. Kommunikationsdesign, hat heute jedoch durch die Vielfalt der Medien eine neue Bedeutung. Aber auch wenn sich neue Disziplinen wie Service Design oder Design Thinking als Gestaltung von Dienstleistungsprozessen verstehen, so ist Kommunikationsdesign immer noch ein Designbegriff, dem in erster Linie eine visuelle Bedeutung zukommt. Visuelle Kommunikation – und nicht das eingedeutschte „Communication Design“ – ist also der bei weitem treffendere Ausdruck. Unternimmt man den Versuch und sucht den Begriff im „Netz“, trifft man schnell auf Grafikdesign. Eine Bezeichnung, die völlig „out" war und eine Renaissance erlebt – zusammen mit einer starken, malerischen Formensprache, die sich aus den Bildern und Vorbildern der 1960er Jahre inspirieren lässt. Mein eigenes Verständnis von meinem Beruf ist in erster Linie das visuelle Kommunizieren – die visuelle Kommunikation eben – einen Inhalt vermitteln, ein Produkt erklären, mit wenig Elementen etwas auf den Punkt bringen oder erzählen. Überhaupt – das Geschichtenerzählen... Es gibt so gut wie kein namhaftes Designstudio oder -büro, das nicht in irgendeiner Form seine eigenen „zehn Gebote“ formuliert – mehr oder weniger ähnlich. Darin drückt sich eben auch eine mehr oder weniger gleiche Haltung zum Beruf aus und die Unterscheidung besteht im Detail: in der Formulierung und in der Verpackung der Botschaft. Ich schließe mich hier mit vier Statements an.

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Randbemerkung

es dient

Design ist nicht Kunst. Design ist von Kunst inspiriert und inspiriert die Kunst. Beide sind jedoch ein ganz unmittelbarer Ausdruck der Zeit ihrer Entstehung. Auch sind sie eine Beitrags- und Ausdrucksform unserer Kultur. Im Gegensatz zur Kunst, hat Design einen Zweck, hat ein Ziel und wird nicht um seiner selbst willen gemacht. Beide aber werden von Menschen für Menschen gemacht. Und – ein guter Designer macht sich die Aufgabe, die ihm gestellt wird, zu eigen. Sie wird zu seinem Problem, das er lösen will. Es geht um sein Produkt, das er erklären möchte. Es ist seine Verantwortung, das Beste zu geben. Gutes Design macht man deshalb nicht in einem Acht-Stunden-Job. Für gute Designlösungen lebt man. Im Auftrag zu designen, ist eine Dienstleistung. Der Respekt gilt deshalb immer den Menschen, mit denen und für die wir arbeiten, und genauso unabdingbar unserer Umwelt – den Ressourcen, die wir nutzen, und den Produkten, für die wir uns engagieren. Wir sollten also wissen, wem und was wir dienen. Sich bewusst machen, welches Vertrauen man genießt, welche Macht man dadurch hat, welche Konsequenzen Fehler haben, gehört genauso dazu.

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Randbemerkung

entsteht im Team

Kein Designer kann auf andere verzichten. Er braucht das Team wie die Luft zum Atmen. Die Idee mag ja manchmal auch in der Einsamkeit und Stille gefunden werden – zu ihrer Manifestation braucht es jedoch meist eine Gemeinschaft und die Kommunikation mit Anderen, die Auseinandersetzung, die andere Disziplin oder das andere Fachwissen, den anderen Blick, die andere Meinung. Auch muss ich mich auf alle am Projekt Beteiligten verlassen können und sie auf mich – ich brauche ihr spezielles Knowhow zur Realisation eines Projektes, ihre Offenheit und ihr Engagement. Vom Kunden bis zum Kurierdienst.

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Randbemerkung

berührt uns

Ein gutes Design ist lebendig, emotional, aufregend, vielleicht sogar verwirrend und durchaus auch kontrovers. Um andere zu berühren, braucht es Herz und Emotionen – neben einem klaren Verstand – für ein Projekt. Ich muss mich selbst begeistern können, um andere zu begeistern. Design muss nicht im konventionellen Sinne schön sein, aber ehrlich, ästhetisch und spannend gestaltet. Was wir im Gedächtnis behalten, was wir erinnern (wenn wir es nicht auswendig gelernt haben), ist das, wofür wir uns wirklich interessieren und was unsere Sinnlichkeit und die Emotionen anspricht. Die Sinne verbinden sich mit der Erinnerung: Bilder, Gerüche, Geräusche und Berührung.

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Randbemerkung

ist erfolgreich

Gutes Design ist eine gute Investition. Ja, man weiß das inzwischen. Es ist wirklich so. Gutes Design, gute Gestaltung von Dingen verkauft sich auch gut. Laut einer Studie* geben inzwischen fast Zweidrittel der deutschen Markenunternehmen an, dass Design einen großen Anteil am Unternehmenserfolg hat. Design wirkt als der Vermittler zwischen Produkten und ihren Anwendern. Auch dem Kommunikationsdesign kommt diese Vermittlerrolle zu. Der Erfolg, den Firmen haben, die bereit sind, auch in gutes Design zu investieren, gibt ihnen recht. Es zeigt sich in ihren Zahlen. Sie wissen, dass gutes Design kostet, aber es ist seinen Preis wert. *„Die Schönheit des Mehrwerts“, durchgeführt von Scholz & Friends, dem deutschen Markenverband und dem Rat für Formgebung

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Vorspiel und R端ckblick

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Randbemerkung

Vom gut bezahlten Job in die Leidenschaft und die Verantwortung: für meine Kunden, mein Team, meine Projekte und mich selbst

1984 + : die Stunden wurden addiert und die Kunden. Du wurdest bemessen an der Summe unterm Strich, die du verwaltet hast, dem Etat, den du gebracht hast, minus dem, was du zusammengerechnet an Zeit gebraucht hast usw. ...Anders herum: Wie viele Stunden hast du gelebt, wie viele gearbeitet? Auch hier die Additition. × : ein kleiner Dreh ein großer Schritt und das Plus ändert sich und weicht einem MAL. Nicht leben und arbeiten - leben mal arbeiten ergibt die Freiheit und die Bereitschaft, wirklich einzusteigen, dich mit dem, was du machst, zu verbinden und zu identifizieren. Jetzt ist es kein Leben mit Überstunden - jetzt ist es einfach eins mal eins und es ist gut so, aber sicher nicht lässig und schon gar nicht einfach. Gutes Design fällt nicht in den Schoß. Es bedeutet: danach ist davor. Es geht immer noch besser, das weißt du und du kämpfst dafür täglich und bist sicher, es lohnt sich. 18


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Randbemerkung

Was ist eigentlich dein Hintergrund? Ich bin in einem kunst- und designaffinen Elternhaus aufgewachsen. Eigentlich wollte ich Architektur studieren. Der Notendurchschnitt hatte es jedoch verhindert. Dann dachte ich mal, ich illustriere Kinderbücher, da man das, wie ich mir einbildete, mit Familie sicher gut vereinbaren kann.

Wie kamst du dann zur Werbung und Grafikdesign? Ich wollte auf die Kunstakademie, aber nicht in die sogenannte Grundklasse. Kunst wollte ich nie studieren. Es war der Tipp: „Bewirb dich doch bei Manfred Kröplien“. Er hatte gerade den Lehrstuhl an der Stuttgarter Kunstakademie übernommen, der sich nun Grafikdesign und nicht mehr Angewandte Grafik nannte. Und das tat ich. Studieren bei Manfred Kröplien hieß vor allem denken lernen. Und ich fand durch ihn (gute) Werbung schnell spannender als Kinderbücher... Auch war ich nie besonders am Zeichnen interessiert. Fotografie war viel eher wichtig und ist es heute noch. Dann kam etwas von mir bis dahin nie Wahrgenommenes: Die Typographie und sie hat mich ausgesprochen fasziniert. Auf einmal war mir eine völlig neue Sicht auf alles Gedruckte möglich.

Wer waren deine Vorbilder? Zunächst, noch als Schüler, war es Celestino Piatti, durch seine Buchcover für dtv. Durch Manfred Kröplien bekam ich dann auch schnell Zugang zu dem, was man damals „klassische Werbung“ nannte. Und somit wurden hier die Vorbilder Werbeagenturen wie GGK, Düsseldorf und GGK, Schweiz, sowie Hiltmann, Simon, Rempen & Schmitz. Der „Stern“ war Pflichtlektüre – weniger wegen des redaktionellen Teils, sondern eher wegen der Anzeigen … Meine Grafikdesign-Helden waren Herb Lubalin, Milton Glaser, Paul Rand und natürlich Willi Fleckhaus und ich freue mich heute noch darüber, dass ich ihn persönlich kennenlernen durfte.

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Randbemerkung

Und als du mit dem Studium fertig warst? Als erstes war ich in München bei Serviceplan als Layouterin, mies bezahlt, und wurde als Dunkelkammermaus für Fotosatz missbraucht mit einer Artdirektorin als Chefin, die mich nicht leiden konnte. Nach einem Dreivierteljahr, ungefähr, habe ich hingeschmissen und in Stuttgart eine Stelle als Artdirector bei Dongowski und Simon angenommen. Dort war ich von 1980-1984 und hatte den Etat für Zeiss Brillengläser (Gradal HS), den Brillenhersteller Zeiss-Marwitz, für eine kleine Kosmetikmarke des Freudenberg Konzerns namens „Lady Esther“ und Compurelektronik. Außerdem arbeitete ich unter anderem auch für Röder Bürostühle und Leitz Ordnungssysteme… sowie immer wieder für Pitchs.

Es gab noch keine Computer – wie habt ihr gearbeitet? Layouts für Kundenpräsentationen wurden aufwändig „gemalt“ und es wurden alle Headlines von Hand ausgeglichen und formatiert. Signets wurden auf sogenanntem Reinzeichnungskarton mit Tusche gezeichnet. Alles wurde geklebt. Also klebte in den Ateliers auch alles. Meist wurde Sprühkleber verwendet, hochgiftig und die Sauerei schlechthin. Immerhin existierte eine Transfertechnik, die es ermöglichte, gesetzten Text von Folien auf die Pappen zu übertragen – wir nannten sie „Abreiber“. Das ermöglichte auch farbige Texte und Logos auf Layouts. Farbkopierer waren noch undenkbar, der Stand der Technik für Text war Fotosatz. Die Übermittlung von Nachrichten lief in einer Lochstreifentechnik, genannt Fernschreiber, mit Bändern, deren Codierung sichtbar war an der Lochung der 2 cm breiten Papierstreifen, die als manchmal meterlange Schlangen den Büroboden dekorierten. Der Computer war scheinbar in weiter Ferne. Du hast dich 1984 selbstständig gemacht – warum? Ich hatte mit der Auffassung der Agentur immer mehr Probleme: Wie man mit Mitarbeitern und wie man mit Kunden umging. Die ethische, ästhetische und kreative Qualität entsprach nicht mehr dem, was ich vertreten und machen wollte. Ein sehr lukratives Angebot aus Hamburg war die Alternative. Aber der Süden - Italien - wäre sehr weit weg gewesen und es war die Entscheidung zwischen selbstbestimmt arbeiten und vielleicht wieder so was wie eine Work-Life-Balance zu finden oder reich und karrierebezogen nur noch für den Job zu leben … Die Entscheidung fiel mir nicht schwer.

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Randbemerkung

Corporate Design – wahrgenommen werden

Form Follows Function – es muss funktionieren, es muss eindeutig sein und muss zum Unternehmen passen. Keiner kannte diesen Begriff, als Peter Behrens, im Juli 1907, für die AEG zum künstlerischen Beirat berufen wurde. Er hat in Folge nicht nur die Architektur entworfen und das Produktdesign verantwortet, sondern einen bis in die Details der Einrichtung und Accessoires hinein einheitlichen Stil für das Unternehmen kreiert und etabliert. Heute gilt er als der Begründer des Corporate Designs. Ein konsequenter und stringenter Einsatz von Corporate Design, wie Peter Behrens es „erfunden" hat, findet sich inzwischen bei vielen großen Unternehmen. Leider bei wenig mittelständischen und kleinen. Viele haben keine Vorstellung, was der Nutzen sein könnte, wie die Umsetzung und Implementierung zu bewerkstelligen wäre, ohne das Unternehmen zu überfordern. Es kann nur Schritt für Schritt gehen. Je mehr Nicht-Design, schlechtes Design uns umgibt, je vielfältiger, individueller unsere Welt wird und je mehr visuellen Reizen – vor allem schlecht gestalteten, lauten und langweiligen – wir ausgesetzt sind, umso wichtiger sollte es sein, sich davon abzugrenzen. Und wirklich positiv sichtbar zu werden. Denn das Ziel jedes Unternehmens (und seiner Produkte) oder jeder Unternehmung ist es, wahrgenommen und erkannt zu werden. Positiv, schnell, eindeutig und unverwechselbar.

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Randbemerkung

1984 ...Ich treffe Burkhardt Leitner wie so oft in einer Szenekneipe Stuttgarts und behaupte diesmal kess: „Deine Werbung kann man besser machen…“. Es folgte eine offizielle Verabredung in seinem Unternehmen auf den 2. Montag im August. Im Weiteren eine über viele Jahre streitbare, vergnügliche und für das Unternehmen sehr erfolgreiche Zusammenarbeit. Und wie hinlänglich bekannt private Freundschaft und Ehe. Von 1984 bis zum Ausscheiden von Burkhardt Leitner aus dem Unternehmen und noch ein Jahr darüber hinaus, bis Mitte 1990, betreuten wir das Unternehmen. Der „Abstecher“ zu einer renommierten Frankfurter Agentur für die Anzeigenkampagne stellte sich als teurer Flop heraus und man kam nach einem Jahr wieder zu uns zurück.

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Die Firma Leitner – Hersteller von Messe- und Ausstellungsbausystemen, die Burkhardt Leitner entwickelte.

LEITNER AUSSTELLUNGSSYSTEME Corporate Design Corporate Communication Advertisement

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Corporate Culture: der Freistempel als Kunstraum. Mehr dazu auf Seite 32

Als Formulare noch wichtig waren: für Lieferschein, Rechnung, Auftrag, Auftragsbestätigung… Alles musste gedruckt werden, musste mindestens 3 Durchschläge haben, und die Positionen der Satzschrift mussten mit der Schreibmaschine übereinstimmen. Schulung der Sekretärinnen und Sachbearbeiter gehörte genauso dazu, wie der Entwurf der einzelnen Drucksachen. 26


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Randbemerkung

LEITNER AUSSTELLUNGSSYSTEME

der Freistempel: Kunstraum von zwei mal sechs cm.

Pars pro toto: Atelier, Kunde ist für 11:00 eingetragen. Kaffee frisch gebrüht, Rauchen schon seit zwei Stunden eingestellt. Es geht ums Grundsätzliche, ums Corporate Design. Ok, alles vorbereitet, alles bestens. Ich präsentiere das Vorbereitete, wir haben alles durch und wir kommen zu dem, was er mitbringt: Neugestaltung des Freistemplers. Meine Gestalterseele schreit auf und ich sage: „Freistempel – an und für sich – sind schon ein absolutes „No-Go“. Das ist Kulturverfall. Nicht bei dieser kleinen edlen Firma. Und dann das Beispiel! Das Logo auf dem Stempel größer als je auf dem Briefkopf “. Er spürt den Widerstand… Er ärgert sich, sie widerspricht. Er steht auf, sichtbar wütend. Verlässt wortlos den Raum, das

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Randbemerkung

Atelier … Er läuft auf dem Gehweg dieser Straße im Stuttgarter Süden zweimal auf und ab. Kommt aber zurück und die Augen blitzen trotzig und humorvoll und er sagt: „Ok, dann machen wir Kultur statt Kulturverfall. Wir stellen diesen Raum jeweils einem Künstler zur freien Verfügung und der kann damit machen, was er will.“ Das war die Geburtsstunde des Freistempels als Kunstraum von zwei mal sechs cm und ein eindrucksvolles Beispiel für eine lebendige, anspruchsvolle Unternehmenskultur.

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1985 - Die Fotografie wurde von Burkhardt Leitner meist selbst erledigt. Das damit Ersparte floss in einen ehrgeizigen Anzeigenetat.

Das komplette CD wurde von uns nach und nach neu gestaltet und das Logo von Georg Salden komplett überarbeitet. Kurt Weidemann hatte zu jener Zeit die Schrift „Corporate“ entwickelt, und es war dem Unternehmer ein Anliegen, dem Freund die Referenz zu erweisen und sie in sein Erscheinungsbild zu integrieren. – Was sein muss, muss sein – Das Broschüren Format 29,7 x 16,7 cm war die logische Konsequenz aus den alten Faltprospekten heraus, die sich zu DIN-A1-Plakaten ausfalten ließen. 30


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wenn es mehr ist als...

...ästhetisch

...funktional

...variabel

Im Dezember 1989: Wir arbeiten gemeinsam am neuen Euroshop-Auftritt (Februar 1990) und an einer großen Imagebroschüre, die bis dahin fertig sein soll. Ich mache gerade mit Dietmar Henneka die größte Fotoproduktion, die Leitner je auf die Beine gestellt hat. Dann, an einem späten Nachmittag im Dezember, erreicht uns die Nachricht im Atelier: Der Firmengründer Burkhardt Leitner hat die Geschäftsführung niedergelegt, er wird aus dem Unternehmen ausscheiden. Es wird die erste Euroshop ohne Burkhardt Leitner sein. 32


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Durchgehendes Gestaltungselement waren die senkrechten schwarzen Balken in Versalien gesetzt – sie gaben eine leicht asiatische Anmutung und eine strenge Ästhetik. 34


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„eigentlich schade um das ganze wertvolle Abfallmaterial“ „Der „Aluladen“: Die Idee entstand aus einem Bedauern heraus. Es sei doch eigentlich schade um das ganze wertvolle Abfallmaterial, das tagtäglich in der Produktion anfalle. Da müsse man doch was draus machen. Zugleich meldete sich Leitners alte heimliche Liebe wieder: Produkte für jedermann zu gestalten. Und so begann Burkhardt Leitners wenn auch kurzer Ausflug ins klassische Produktdesign.*

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LEITNER AUSSTELLUNGSSYSTEME - „DER ALULADEN“

Burkhardt Leitner entwickelte und produzierte Vasen, Buchstützen, Kerzenständer, Salz- und Pfefferstreuer, Serviertabletts oder Aufbewahrungsboxen. Und er vertrieb sie selbst im eigenen Laden im Stuttgarter Bohnenviertel. Es wurde eine kleine, feine Adresse für Produkte in edlem Aluminiumdesign – einerseits zeitlos klar, andererseits wiederum typisch für den unterkühlten Lifestyle der Achtzigerjahre.* *Text S.42/S.45 Auszug aus „Burkhardt Leitner System Designer“ von Ulrich Fleischmann

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Randbemerkung

wer entscheidet hier?

Als Designer visueller Kommunikation ist es von Bedeutung, wer der Entscheider für die Arbeit, die man erbringt, sein wird. Wie sind die Entscheidungswege, sind es lange oder kurze, emotionale oder rationale? Das darf auf die Arbeit selbst keinen Einfluss haben, jedoch auf ihre Präsentation und die Vermittlung. Also heißt es, sich auf den Menschen einzulassen, auf den man trifft, jedoch nicht für ihn zu gestalten. Gestaltung muss der Aufgabe selbst folgen und der eigenen Idee und Überzeugung, nicht dem Menschen, auf den man trifft. Das ist leichter geschrieben als dann auch umgesetzt. Es braucht aber diesen Mut, für die eigene Vorstellung zu kämpfen, wenn eine gute Designleistung das Resultat sein soll. Marketing ist Unternehmersache, heißt es, und viele engagierte Mittelständler wissen darum. Wir hatten fast ausschließlich mit den Inhabern zu tun und einige waren sehr emotionale Menschen, jedoch mit einem feinen Gespür, was für ihr Unternehmen richtig ist, aber auch mit einer Verhaftung im Traditionellen oder Gewohnten. Es war schwer, mit neuen, ungewohnten Sehweisen oder Umsetzungen zu überzeugen. Entscheidungen fielen schnell und waren wenig diskutierbar. Werbeleiter oder die Verantwortlichen für die Unternehmenskommunikation, sind da im dauernden Kontakt mit Kreativen, neutraler, schauen auf Einhaltung der Vorgaben, haben aber auch „die Nase im Wind". Sind wiederum nicht Alleinentscheider. Sie sind gegenüber Geschäftsleitung und/ oder ihren Vorgesetzten verantwortlich. Sie müssen abwägen, was geht und was nicht, müssen Vermittler zwischen dem Gestalter und dem Unternehmen sein. Das macht die Prozesse naturgemäß komplizierter und langwieriger. Das Resultat kann jedoch oft auch innovativer sein – oder, entsprechend der Persönlichkeit genau das Gegenteil.

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Randbemerkung

Bernhard Wagner war einer der ersten Kunden, die das junge Atelier 1985 gewinnen konnte. Bereits 1985 hat er kaum noch in Calw produziert und hauptsächlich die Designs bei anderen Produzenten eingekauft. Die Strickmaschinen, die alten riesigen Hallen waren verwaist und kalt. Ein eindrucksvolles Beispiel für das Verschwinden vieler traditioneller deutscher Produktionsstätten. Als zweites Standbein vertrieb er unter der Marke Wagner Sportswear Anoraks und Regenbekleidung, deren technischer Stoff damals eine absolute Neuheit darstellte. 1989 wurde die letzte Strickkollektion produziert und auf Messen präsentiert. Der Unternehmer zog sich in den Ruhestand zurück. Seine faszinierende Liebenswürdigkeit hat tiefen Eindruck hinterlassen. Für ihn hätten wir alles gemacht! Einer seiner unvergesslichen Sätze in sauberem Schwäbisch war: „Jawoll, des g'fellt mir, des nemm'i."

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Eine der ältesten Strickereien und Webereien Süddeutschlands. Die Stuttgarter Calwerstraße ist nach dieser Strickerei benannt.

BERNHARD WAGNER GMBH mit den Marken

BERNHARD WAGNER Lookbooks und Messeeinladungen sowie Broschüren für

WAGNER SPORTSWEAR

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Formal wäre es sicher stimmiger gewesen, wenn wir von einer fotografierten Vorlage ausgegangen wären, aber der Kunde meinte, dann würde er unweigerlich mit Hemdenbestellungen konfrontiert werden...

Die Lookbooks mit den Messeeinladungen wurden zu Sammlerstücken und machten mit ihren immer wieder anderen Stanzungen Furore. Es war für die Druckerei jedes Mal eine Herausforderung, wenn wir mit einem neuen „Hemd“ kamen. 46


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Die letzte Kollektion von Bernhardt Wagner, der inzwischen noch ein zweites Label hatte. Die Geschäfte liefen nicht mehr gut. Die Kraft für einen Neuanfang war nicht vorhanden und er beschloss nach dieser Messe aufzuhören. 50


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Schrill, bunt, neonfarbig, so kamen sie daher: die Regenjacken, Ponchos und Hosen. Jedes Jahr stand unter einem anderen Thema: der Sport, das Spiel oder wie hier das Wetter. 52


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Randbemerkung

von Designern geschmäht: Werbung, Marketing

Werbung, so alt wie die Welt, fest in die Natur integriert und von ihr mit den schönsten „Designs" versehen – und doch das Schmähwort bei Designern. Und diejenigen, die Werbung machen, sind dann die „Werber". Warum eigentlich? Weil es kaum noch gute Werbung gibt? Schon gerade keine gute Printwerbung? Weil Werbung grundsätzlich unseriös ist? Und dann darf es aber nicht Werbung heißen, sondern nennt sich Print-Design? Prospekte sind dann Broschüren … Ist das nicht ein großes Missverständnis? Was in den frühen 1980er Jahren zum Bespiel von Michael Schirner, Creative Director bei GGK, und vielen anderen als Werbung sichtbar wurde, waren großartige und kreative Beispiele des Kommunikationsdesigns. Letztendlich ist Werbung der eigentliche Antrieb und abgesehen von Ausstellungen, Orientierungssystemen, Informationsmaterialien und Lehrmitteln der wesentliche Grund für die meisten gestalteten Drucksachen (und anderen Medien). Auch für Theater- und Ausstellungsplakate. Werbung muss nicht unehrlich sein, hässlich, plump oder dumm. Jedoch sollte sich ein Kommunikationsdesigner mit dem Wert, dem Sinn und dem Nutzen eines Produktes auseinandersetzen. Die sogenannte Zielgruppe besteht aus Menschen, die den Respekt verdienen, den wir für uns selbst einklagen würden. Also heißt es: Verkaufe nicht mit deiner Arbeit ein respektloses Produkt mit respektlosen Mitteln, indem du es gut verpackst, sondern schau dir immer die Kette an, in die du dich einreihen wirst.

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Randbemerkung

Drei ganz unterschiedliche Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten. Alle in Süddeutschland ansässig und alle verband ein hoher Anspruch an die Verarbeitungsqualität. Der Etat war grundsätzlich extrem knapp und wurde so straff wie irgend möglich gehandhabt. Der Beschluss, dann ab 1990 das gesamte Kommunikationsdesign zu überarbeiten, brachte den Firmen erstaunlichen Aufwind. Es wurden uns Umsatzzahlen genannt, die deutlich machten: Design sells.

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FRANZ FERTIG GMBH Corporate Design

DIE COLLECTION

bestehend aus den Firmen M. & W. Bacher Tische, Franz Fertig Polstermöbel, Schifferdecker Schrankwände

Corporate Communication Advertisment

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DIE COLLECTION

Texte sind Ausz端ge aus einer Anzeigenkonzeption f端r die Collection von 1992 58


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DIE COLLECTION

der kĂźrzeste Weg: Die Messe ist ein Irrgarten! Da zeigt die Collection einen Weg durch das Labyrinth aus Trends und Design. Der Besucher soll den Weg so leicht wie mĂśglich finden - also bekommt er den Hallenplan als (Visiten-)Karte mit. 60


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die Früchte der Arbeit: Jeder kennt den trockenen Mund, den einem die Messeluft beschert. Und jeder sehnt sich nach Frischem. Und außerdem freut sich der Kunde über die netten Wortspiele, die das Thema erlaubt. 61


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Franz Fertig ist eine Möbelfabrik in Buchen im Odenwald mit einer erstaunlichen Tradition: Über inzwischen fünf Generationen hinweg wird das Unternehmen erfolgreich als Familienbetrieb geführt. Es ist einer der drei Partner der Marketing-Kooperation „Die Collection“, die wir betreuten. Nach langem Zögern – wie er uns sagte – entschloss sich der Inhaber, Dr. Franz Schwander, für ein neues Corporate Design. Das Signet visualisiert das Möbel aus „einem Guss“ sowie dessen Verwandlungsfähigkeit, für die die Firma Franz Fertig auch heute noch steht. Mit großem Erfolg wurde sowohl ein neues Katalogkonzept sowie das neue CD Anfang der 90er Jahre eingeführt. 62


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M. & W. BACHER GMBH

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SCHIFFERDECKER SCHRANKWÄNDE

die Broschüre: ein Schrank aus Papier

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Das Spiel mit den Falzen auf den mittleren Seiten, die mehrfach ausklappbar sind, macht die Anwendungsmöglichkeiten des Produktes anschaulich. Ein Beispiel für das großartige Zusammenspiel der Beteiligten. Fotografie: Wolfgang Starker, Druck und Buchbinderei: Leibfarth & Schwarz.

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Hand- und Maschinenschleifen, Biegen, Schweißen, Verchromen und Galvanik – auf sehr hohem handwerklichen und maschinellen Niveau – das alles braucht es zur Herstellung hochwertiger Möbel. Durch scharfe und notwendige Umweltauflagen wurde es jedoch zunehmend schwieriger, Lieferanten zu finden, die in der Lage waren, Komponenten in der Qualität zu produzieren, wie sie für die hochwertige Möbelproduktion notwendig ist. Die LMV Lauingen hatte dieses Know-how, steckte aber in Schwierigkeiten, was ihre Kunden vor große Probleme stellte. Einer von ihnen – die Firma Bacher Tische – engagierte sich kurzerhand in dem ehemaligen Lieferbetrieb und ließ eine ganze Branche aufatmen.

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Das Unternehmen wurde von der Firma Bacher übernommen und war einer ihrer wichtigsten Lieferanten. Außerdem ein wichtiger Zulieferer anderer namhafter Möbelhersteller.

LMV LAUINGER METALLBAU- UND VEREDELUNGS GMBH & CO. KG Imagebroschüre Produktbroschüren und Folder

Im Zuge der Neugestaltung des Unternehmens wurde von uns das komplette Kommunikationsdesign für den Bereich Ladenbau überarbeitet und eine Broschürenreihe für die einzelnen Systeme gestaltet.

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Randbemerkung

Corporate Identity, der „Stallgeruch“

Corporate Identity, „Stallgeruch“, – das kann man nicht designen – das kann man nur sichtbar machen. Wenn man das ehrlich tun würde, wäre es oft nicht das, was das Unternehmen sehen möchte, weil sichtbar würde, wie es gesehen wird. Es gelingt jedoch oft, mit Scheinwerfer und Schminke ein Bild eines Unternehmens zu zeichnen, das zwar nicht die Persönlichkeit oder Identität, die es besitzt, darstellt, sondern ein Bild, wie es gerne gesehen werden möchte. Man kann auch einen Idealzustand denken und ihn als Ziel formulieren – es ist wie ein Versprechen, das eingelöst wird oder eben auch nicht. Es ist das Feld, auf dem vielleicht sogar am meisten getäuscht wird, weil das Wichtigste übersehen wird: die Menschen, die für eine Corporate Identity stehen, die es lebendig machen, die das „Versprechen“ einlösen müssen. Es ist der mühsame Ersatz für das Fehlen einer Unternehmerpersönlichkeit, die unverwechselbar mit ganzer Seele dem eigenen Ideal verpflichtet ist – und das muss nicht zwingend ein freundliches und nettes sein. Es finden sich viele Unternehmen, die hier einen eigenartigen Kontrast herstellen: Begegnungen mit Firmenangehörigen sind geprägt von z.B. Hilfsbereitschaft und bodenständiger Herzlichkeit – man spricht von den „...ianern“ – die Endung steht also für eine Zugehörigkeit. Schaut man sich das CD an und liest die Guidlines des Corporate Designs und in den Geboten der sogenannten Firmenphilosophie, so wird man mit einer unterkühlten, sehr starren Welt konfrontiert … Das Ganze gibt es sicher auch umgekehrt. Also was ist das, Corporate Identity? Ist es die Haltung, die durch die Identifikation aller mit den Zielen, dem Produkt und dem Klima eines Unternehmens einhergeht und so lebendig und ehrlich ist wie dieses oder ein künstliches Gebilde, das letztlich nur Stilistik vorgibt und deswegen auch nicht lebt?

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Das Unternehmen wurde von Burkhardt Leitner 1993 gegründet. Es startete mit mehreren völlig neuen Systemen für den Messeund Ausstellungsbau.

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Aus vertragsrechtlichen Gründen beim Verkauf der Leitner GmbH konnte die neue Firma nicht mehr einfach Leitner heißen und somit war klar, dass sie Burkhardt Leitner heißen sollte. Als Zusatz kam dann der Begriff „constructiv" dazu. Alles zusammen ein Schriftzug, der extrem lang ist, was dann auch vor zehn Jahren dazu führte, dass man sich zu einer kompakteren Lösung und zum Re-Design entschloss. 90


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Storytelling – mit Mikado – der Wurf in unendlichen Variationen, aber mit den gleichen Komponenten, erzählt vom System der Systeme.

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„Burkhardt Leitner hat 1993 eine neue Firma gegründet die Burkhardt Leitner constructiv GmbH & Co. KG. Vielmehr: Er hat eine neue Firma erdacht. Hat Produktion und Vertrieb ausgelagert, um neue gestalterische Freiheiten zu gewinnen und umsetzen zu können. Der Neuanfang war nicht nur Neugründung einer Firma, sondern gleichermaßen Neubegründung seiner Designsprache. [...] In seinen neuen Systemen gelang ihm eine, aus dreißig Jahren Erfahrung sich konzentrierende Symbiose der funktionalistischen Moderne Europas in ihrer rationalen Kühle mit der japanischen Philosophie der Bescheidenheit und sinnlichen Wärme. Die ungekünstelte, ja fast kunstlose Formsprache erinnert an die „edle Schlichtheit“ (shibui) traditioneller japanischer Ästhetik, die warme Ausstrahlung des neuen Materials Holz, seine haptische Verführungskunst an das wabi-sabi-Design. Ebenso das Beharren auf den unscheinbaren, leicht übersehbaren Details. Und seine neuen Architektursysteme schienen ganz konkret – anschaulich und augenscheinlich – beweisen zu wollen: Das formal Schöne und das funktional Einfache sind das Ein-und-Dasselbe".*

*Auszug aus „Burkhardt Leitner System Designer" von Ulrich Fleischmann 96


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Wir nutzten – wo irgend möglich – alles, was uns irgendwie ohne Kosten weiterbringen würde: den eigenen Garten, die eigene Kamera, die Requisiten aus dem Haushalt, ja sogar das eigene Kind als Model. Wo das nicht ging, hat Wolfgang Starker fotografiert und Max Rauscher getextet. 99


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ganz große Imagebroschüre ganz kleine Produktbroschüren

Wir schlugen das Format eines klassischen Taschenbuches vor - Burkhardt Leitner wollte die Broschüren jedoch am liebsten so klein, dass sie in die Innentaschen seines Sakkos passten wir einigten uns schließlich auf 16,5 x 11,5 cm, gesammelt in zwei leinenbezogenen Ordnern mit Aluminiumschild - grau für Technik und Preisliste, rot für die Broschüren. Der Mikadowurf geprägt auf der Frontseite. 100


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„Mit constructiv max hatte Burkhardt Leitner zum ersten Mal einen Ring als Verbindungselement eines Architektursystems eingesetzt und damit winkelfreies Bauen ermöglicht. Mehr noch: Es stellte eine prinzipielle Loslösung vom orthogonalen Prinzip der Moderne dar. Vorgestellt wurde constructiv max auf dem ersten Euroshop-Auftritt der neuen Firma 1993 – gemeinsam mit den beiden anderen Ringsystemen constructiv primus und joker. Kurz darauf titulierte die Fachpresse Burkhardt Leitner als „Herrn der Ringe.“ *

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Als kleinstes Ringsystem war constructiv joker als mobile, kompakte Pr채sentationswand und PoS-Display gedacht. Die Grundeinheit samt Ablagen, Prospekthaltern und Wechseldisplays aus natureloxiertem Aluminium und Halogenleuchten wurde komprimiert in einem handlichen Rollkoffer ausgeliefert.*

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Dass dem Regalsystem constructiv junior, trotz aller BemĂźhungen, es im Office- und Wohnbereich zu positionieren, letztendlich kein Erfolg beschieden war, wundert aus heutiger Perspektive. Geradezu paradigmatisch zeigte sich in ihm die Ă„sthetik der Ordnung. Formreines, zeitloses Design, reduziert auf das Wesentliche, auf Statik und Funktion.*

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Noch heute 체berrascht dieses filigrane, fragil anmutende Regalsystem, wenn es sich, mit schwersten Folianten best체ckt, dem Nichts anzun채hern scheint.* 109


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„high noon“ und „show down“.

Es war das letzte Projekt*, dass ich mit dem Team zusammen realisiert habe. Naming, Designkonzept, Grafikdesign, Text, Veranstaltungskonzept: Der Kunde Burkhardt Leitner constructiv suchte nach einem kompetenten Partner für seinen Vertrieb und „Die Raumtechnik", Stuttgart, stieg ein. Das war der Anlass für einen Event, der sowohl Hausmesse wie auch Kongress werden sollte.

*Es war beschlossene Sache, dass ich das Büro schließe. Mein Team André Kirsch, Art Direction, und Ulrich Fleischmann, Text, haben das Büro unter eigenem Namen ab 1996 nahtlos weitergeführt. 110


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sechs individuell gestaltete Objekte im Format DIN A7

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oben links Broschüre in der Nachbildung eines kleinen Buches mit Klappentext. Teaser zur Präsentation und Lesung eines Buches.

unten links Zwei Fragebogen in einem Umschlag zum Thema Messe und Messetrends.

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oben Mitte Kleines Heft mit Ausklappseiten. Das Thema Logistik für Messen oder wie kommen frische Weißwürste nach Dubai.

oben rechts Worum es geht: Wer, warum, weshalb, wann...

unten Mitte Fragen zur Einladung - ja oder nein, zu zweit oder allein oder wer anderes kommt mit oder ohne...

unten rechts Die Mini-Imagebroschüre mit den Motiven der Anzeigenkampagne, die zu der Zeit lief.

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Dieses Plakat als Nachlese realisierte bereits AndrĂŠ Kirsch unter eigener Regie.

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Branding: Brandmarke, Brandmal

Der Ursprung liegt in den Anfängen der Zivilisation mit der Domestizierung der Tiere und dem Verständnis, dass sie Besitz sind. Die Narbe schafft die Zugehörigkeit und beweist den Besitz auf Lebzeiten. Ein archaisches Ritual und heute noch in Gebrauch. Das Markieren scheint eine Sehnsucht zu sein. Sich Dinge anzueignen – irreversibel – vom Einritzen der Initialen in der Bank, die man besessen hat, in die Baumrinde, unter der man die Liebste geküsst hat, oder, vice versa, sich einem Leitspruch, Portrait oder Symbol selbst zu übereignen im Tattoo. Die Mittel ändern sich, unterliegen der Mode und dem Zeitgeist, das Anliegen bleibt immer dasselbe und die Symbole auch. Sie sind in uns. So ist das Branding für eine Firma, eine Unternehmung, eine Marke ähnlichen Bedürfnissen unterworfen und entsprechend sensibel. Wer ein Markenzeichen entwirft, muss deshalb gut zuhören können und sich in denjenigen, für den er es entwickeln soll, hineinfühlen können. Er trägt die Verantwortung, macht er doch einen Maßanzug, der perfekt passen soll. Wer diesen trägt, soll sich damit wohlfühlen und dabei vergessen, dass er „gemacht" wurde. Das Markenzeichen muss selbstverständlich sein und dabei muss es merkfähig sein. Das heißt aber nicht, dass es phantasielos, abstrakt, humorlos oder laut sein darf oder muss. Es soll eindrucksvoll sein und den Charakter des Trägers unterstreichen (wie der erwähnte Anzug) und ihn nicht verfälschen. Ein gutes Zeichen spricht eine Sprache, die wir auch verstehen – nicht zwingend mit dem Kopf –, sondern in erster Linie intuitiv. Es muss „richtig" aussehen.

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KLEINERE CORPORATE DESIGNS & BRANDING für Claus Rudolph, Fotodesigner Hofstätter, Innenausbau Praxis Dr. Heinz Möller Internationale Uhrenbörse Wolfgang Starker, Fotograf Blattwerk, Gartengestaltung Michael Bischoff, Schmuckdesign Maler Hoffmann VIBA Lichtsysteme Ingenieurbüro Vinnemeier, Lichtdesigner AVG Unternehmensberatung Sabine Mescher Grafik Design und Atilla Restaurant; Burkhardt Leitner; Pelz und Partner Werbeagentur; Fundus, Requisiten Verleih; Konsequent Hans Peter Schmid und Partner; Martin Koch, Innenarchitekt

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Claus Rudolph, Fotograf

Sein erstes Erscheinungsbild in den 1980er Jahren Kurve und Gerade weich und hart Phantasie und Technik Licht und Materie. Die Bilder von Claus Rudolph stehen auch heute noch für diese Gegensätze: Seine freien Arbeiten sind Traumbilder von exquisiter surrealer Qualität. Seine Auftragsarbeiten sind hoch ästhetisch, gerade und ehrlich und dienen im besten Sinne dem Zweck, für den sie gemacht sind. 120


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Die Namensschrift ist inzwischen ein schmaler Schnitt, was nachvollziehbar ist, wegen der größeren Versalhöhe bei gleichem Raumbedarf.

alles unter einem Dach:

Decken- und Trennwandsysteme, Zimmerei, Malerwerkstätte Heute nennt sich das Unternehmen im Zusatz „Das Handwerkerhaus“. Auf der eigenen Homepage schreibt Hofstetter: „Über Generationen hinweg baute Hofstetter seine Kompetenz in den klassischen Handwerken wie Malerei, Schreinerei, Zimmerei, Trockenbau, Putz und Stuck kontinuierlich aus. Heute reicht die Auftragspalette von Projekten bei Privatkunden bis hin zu Großeinsätzen in Büro- und Dienstleistungszentren.“ 122


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Scribbles: linksh채ndige Versuchsanordnung zu Hofstetter

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Ariadnes Faden als Therapieprinzip

„Der Entschluss, sich in das Innerste zu begeben, setzt Mut und Wissen voraus. Der Weg zur Mitte lässt keine Wahl und folgt dem Prinzip „Umweg“, denn der ganze Innenraum muss abgeschritten werden. Im Zentrum steht jedoch Erkenntnis. Der Weg nach außen geht nur durch vollständiges Umkehren und ist der Weg zu einem neuen Sein.“ Dieser Text beschreibt die grundlegende Symbolik des Labyrinths. Er beschreibt auch den Heilungsablauf der Homöopathie, wie sie von Dr. Heinz Möller praktiziert wird. 128


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INTERNATIONALE UHRENBÖRSE

Die Welt der Uhren: Sie wird von ihrem eigenen Atlas getragen – nicht schwer und belastend auf seinen Schultern, sondern auf Händen.

Naturgemäß ist so eine Börse eher nach rückwärts gewandt, mit vielen edlen Antiquitäten, und nicht an neuem Design orientiert. So hält sich der Stil unserer Abbildung auch an Vorbilder, die eher in den 1920er Jahren ihre Wurzeln haben als im Heute. Durch die hellgraue Farbe wird das Briefgut jedoch modern und zeitbezogen. Dazu gehörten Plakate, Eintrittskarten, Briefgut, Anzeigen und Incentives wie der kleine Notizblock. 130


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WOLFGANG STARKER, FOTOGRAF

Wolfgang Starker, Fotograf

Er ist vor allem als Stilllife-Fotograf bekannt und arbeitet in Stuttgart. Ein sehr guter Handwerker, pragmatisch und kreativ zugleich. Entsprechend treu ist seine Kundschaft, die er meist über Jahrzehnte fotografisch betreut. Wir haben den „Ausschnittschieber“ zu seinem Zeichen erkoren – wahrscheinlich kennen ihn auch heute noch viele. Man nutze ihn, um den richtigen Ausschnitt für die Aufnahmeformate und Papierproportionen im Verhältnis 6:6 und 3:4 zu finden. Die Umsetzung für die Homepage erfolgte erst viel später als Flashanimation – aber sie ist der ursprünglichen Idee verpflichtet. 132


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BLATTWERK GARTENGESTALTUNG

kraftvoll, bunt, erdverbunden und unkompliziert. Ein neues Branding für „Blattwerk Gartengestaltung“. Damals noch als eine Genossenschaft organisiert und ein recht „wilder Haufen“. Blattwerk war einer der ersten Betriebe, die für ein ökologisches Konzept in der Gartenpflege und im Landschaftsbau standen. Es sollte sich abheben vom gängigen Bild der Gartenbaubetriebe, die mit allen möglichen, mehr oder weniger stilisierten, Blättern sich zeigten. Es sollte für die „Truppe“ stimmen. Kraftvoll, bunt, erdverbunden und unkompliziert. Wir entwickelten eine Briefmarke, die sich auf alles kleben lässt und auf diese Weise viele Drucksachen, für die es ohnehin keinen Etat gab, einsparte – vor allem Formulare. 134


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Wir entwarfen drei Leporellos als kleine Broschüren, die, je nachdem, welche Themen für den Auftraggeber wichtig waren, eingesetzt werden konnten. Der kleine Schuber mit seinen Pflanzenfasern im Papier war sowohl edel als auch geeignet, die ökologische Ausrichtung von Blattwerk zum Ausdruck zu bringen. Er nahm alle drei Leporellos auf. Das Ganze war somit eine kleine, feine „Imagebroschüre“. 137

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Michael Bischoff

Schmuckdesigner mit „System“. Modern, edel, radikal – mit technischen Assoziationen. Der abgebildete Ring zeigt einen Entwurf für Juwelier Zimmer.

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MALER HOFFMANN

eine Palette, die Hand und Farben?

Maler Hoffmann. Eine der engagiertesten Malerfirmen Stuttgarts. Er wollte sein neues Branding unbedingt farbig. Wir konnten ihn nicht überzeugen, schwarz-weiß aufzutreten, um sich von der Masse der Malerbetriebe (die irgendwie und irgendwelche Farben wählen) klar abzuheben. Wir hatten keine Chance damals: „Wir arbeiten mit Farben“ hieß es. ...Anpassung an die Firmenfahrzeuge, die Türkis waren, wurde gewünscht – also Türkis. Plus einer zweiten Schmuckfarbe – wir entschieden uns für ein Lachsorange. Ein paar Jahre später war er wohl dann doch überzeugt – und stellte um auf Schwarz-Weiß. 140


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Wenn ich Licht zeigen will, brauche ich Dunkelheit. Strenge Linien und harte Kontraste sind Merkmale der Schrift, die wir nutzten. Sie unterstreichen den Anspruch des Unternehmens an ein gutes Produktdesign.

VIBA Lichtsysteme

„VIBA schafft Lichtkonzepte, die sich aus der Architekturidee entwickeln und durch gezielte Installationen ihre Akzente setzen. Lichtkonzepte, die Innen- und Außenraum gestalterisch charakterisieren und das Licht selbst zum Baustoff formulieren. Raumgestaltung als Interaktion zwischen Mensch, Licht, Raum und Materie. Präzise kalkuliertes Licht, das in sensibler Wechselwirkung zur Philosophie des Raumes steht. VIBA ist Licht für alle Spektren des architektonischen Raums. VIBA ist Lichtarchitektur und Freude am Umgang mit Licht und Schatten.“ 142


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Die Imagebrosch端re f端r die Westen- und Brieftasche: Leporellos im Visitenkarten Format.

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die Lichtpost

Geschichten über das Licht erzählen. Es sollte ein regelmäßiges Mailing werden. Jeweils einen Schwerpunkt zum Thema Licht haben und sich selbstbewusst mit Produktabbildungen zurückhalten. Wir hatten schon die Themen zusammen und waren mit den Vorbereitungen am Start. Es hat nicht sollen sein. Dem Kunden fehlte damals die finanzielle Kraft. Er machte nach dem Versand des ersten Mailings einen Rückzieher. Mir gefällt die Idee immer noch und sie war geeignet, VIBA und dem Ingenieurbüro Vinnemeier ein ganz eigenständiges Profil zu geben.

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Heinz-Werner Vinnemeier ist der Unternehmer hinter VIBA LICHT und dem Ingenieurb端ro Vinnemeier.

zeichnen wie mit der Taschenlampe

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Die AVG ist eine Holding. Sie engagiert sich sowohl in der Vermögensverwaltung als auch in der Unternehmensberatung. Ein Geschäftsfeld ist die Beteiligung an anderen Unternehmen, die Verwaltung solcher Beteiligungen bis hin zur Übernahme der Geschäftsführung.

Die farbige Linie ist eine klare Begrenzung und hat eine Stanzung, die sehr präzise wirkt und eine bestimmte Stelle markiert. Die Härte des Entwurfes wird durch die weichen, dunklen Farben aufgelöst und es entsteht ein edles Gesamtbild. 150


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Dieses Zitat in der Abbildung schrieb ich 1990 in meine Visitenkarte, die schon f체r sich alleine mehrere kleine Geschichten erz채hlte.

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ein Signet zum Frühstück

Das/die Zeichen hat mein Mann in einer stillen Stunde nachts aus Plakatkarton geschnitten und mir zum Frühstück geschenkt. Ein Auge oder ein Boot, eine Insel... Eine Form, die die andere in Balance hält, als Symbol für die Achtsamkeit, ein Vogel fliegt... Aus purer Lust haben wir daraus eine Plakatkampagne gemacht. Frank Kicherer hat gedruckt. Alle Motive und ihre denkbaren Variationen wurden über zehn Tage an Litfaßsäulen in der Stadt plakatiert. 154


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Restaurant Atilla: Ein traditionelles Fliesen-Mosaik aus der Türkei war Bestandteil der Inneneinrichtung. Wir nutzten die Darstellung als merkfähiges, wenn auch sehr komplexes Signet für das gesamte Corporate Design.

Burkhardt Leitners privates Briefpapier. Eigentlich nur ein Stempel, unter Verwendung einer Selbstportraitskizze. Der Stempel ging auch mit auf Reisen, auf denen er gerne kleine Briefe aus dem Hotelzimmer schrieb.

Mit der Werbeagentur Pelz und Partner haben wir eine große Präsentation für Pfaff Nähmaschinen gemacht – aus deren Realisation leider nichts wurde, aber wir gestalteten für die junge Agentur ein kleines feines Corporate Design. In der Visitenkarte findet sich die Definition für Kommunikation.

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Fundus: Ein alter Schulfreund stand in der Tür und wollte für seinen Requisitenfundus ein neues Design. Das Problem war, dass er sich in ein altes Reklameschild von Mobil Oil verliebt hatte... Wir wandelten es, so gut es ging, ab – es sieht heute noch hübsch aus, aber es ist durchaus nicht ganz unproblematisch.

Konsequent. Hans Peter Schmid und Partner – ein Unternehmensberater im Bereich Satz und Grafisches Gewerbe.

Martin Koch, Innenarchitekt und Designer. Als er sich selbstständig machte, bat er uns, sein Erscheinungsbild zu gestalten. Wir entschieden uns für eine Stuhlskizze von ihm selbst und beließen sie in dieser skizzentypischen Form.

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„Der gute Typograph ist ein Künstler: In der seltenen Kunst, von sich selbst einmal absehen zu können.“ Kurt Weidemann

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oui „Serie NON“

Im Auftrag der Galerie Müller-Roth: der Katalog zu einer sehr minimalistischen Ausstellung mit Papierarbeiten von François Morellet. Da kein Etat für das Design vorhanden war, haben wir uns auf ein Naturaliengeschäft geeinigt. Allerdings wäre hier eine Arbeit von Morellet wiederum nicht im Verhältnis gewesen... 162


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Dieter M端ller-Roth war jedoch an eine ganze Reihe gebrauchter Arne-Jakobson-St端hle geraten und unser Honorar waren hier sechs St端ck.

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Für Langlands & Bell, ein englisches Künstlerpaar, machten wir einen Katalog aus sechs verschiedenen Broschüren im ebenfalls weißen Schuber. 164


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Oberes Bild: Katalog zu einer Gruppenausstellung mit sehr poetischen Arbeiten von Fariba Hajamadi, Langlands & Bell und Michel Paysant f端r den Galeristen Ralph Wernicke. 165


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Katalog f端r Julio Rondo. In Zusammenarbeit mit dem K端nstler und dem Galeristen Ralph Wernicke.

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ANZEIGEN KAMPAGNE Kreissparkasse Hildesheim

KUNDENZEITSCHRIFT Kertu GmbH und Leitner Inc.

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tue Gutes und rede dar端ber...

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Auszüge aus dem Briefing, enthalten in einem Bericht der Kreisparkasse Hildesheim:

„Die Anzeigen sollen unverwechselbaren Charakter haben und sich deutlich von der Werbung der Konkurrenten (auch der Stadtsparkasse) abheben. Mit den Anzeigen sollen die Bürger als in der Region lebende Menschen, also in ihrer Gesamtheit angesprochen werden; nicht als einzelne Kundengruppen. Die Anzeigeninhalte sollen vermitteln, dass die Kreissparkasse sich mit den in der Region lebenden Menschen identifiziert. Umgekehrt sollen sie auch bewirken, dass sich die Bevölkerung mit der Sparkasse (unsere Kreissparkasse) identifiziert. Optik und Duktus der Anzeigen sollen ei­ne werbliche Alleinstellung erreichen. Die Selbstdarstellung muss sympathisch und solide sein. Alles, was in die Richtung „we are the greatest“ gedeutet werden kann, ist zu vermeiden. [...] Gerade unsere Spendentätigkeit erschien uns besonders geeignet, die im „Briefing“ aufgestellten Anforderungen an unsere Image-Kampagne zu verwirklichen. Unsere Spenden für – den Natur- und Umweltschutz – die Erhaltung historischer Gebäude – den Ankauf von Exponaten für das ägyptologische Museum in Hildesheim – die Restaurierung eines frühgeschichtlichen Brunnens [...] usw. liegen genau im „Trend“ vieler Marktforschungsergebnisse (Infratest 1982). [...]

Entstanden ist eine Anzeigenserie mit ungewöhnlichen Informationen [...] Das Ergebnis lag kurze Zeit später vor: ein Layout mit konstanten Gestaltungselementen, das im Aufbau unverändert für die gesamte Serie gelten sollte, erste Headlines mit Alternativen, die un­seren Vorstellungen entsprachen, Anbinder zum Fließtext, der in jeder Anzeige wiederkehren sollte (zugleich unser Arbeitstitel): „KSK Hildesheim, Partner der Menschen im Landkreis“. Eine hervorragende Leistung des Deutschen Sparkassenverlages. Jetzt begann für uns die eigentliche Arbeit: Zustimmung und Unterstützung der Spendenempfänger einholen (breite Zustimmung!) Material und Hintergrundinformationen für die Texte beschaffen. Fotos und Grafiken für die Bildelemente besorgen. [...] Das Echo ist ermutigend. Die erste Anzeige, „Auszug aus Ägypten“, erschien, als im Hildesheimer Pelizäus Museum die weltberühmte Ausstellung „No­f ret die Schöne“ gezeigt wurde. Durch die bundesweite Plakatierungsaktion des Museums war das Bild „der Schönen“, das wir auch in unserer Anzeige verwenden durften, bestens bekannt. Ein Effekt, wie man ihn sich zum Start einer Kampagne nur wünschen kann. [...]“

Und wir freuten uns natürlich über das Lob, das der Sparkassenverlag erhielt – galt es doch auch uns. 171


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...und dann entsteht ein kleiner kommunalpolitischer Skandal:

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Von allen Motiven sind noch vier im Archiv geblieben. Das Konzept für die Kreissparkasse Hildesheim entwickelten wir im Auftrag des Deutschen Sparkassenverlags, der die Werbung für viele Sparkassen zentral steuerte. Eines der Motive für die Kreissparkasse lohnt das Nacherzählen: Da die Sparkasse auch den Tennisplatz mit seinem roten Belag in Osterholz-Scharmbeck sponserte, titelten Max Rauscher und ich – damals, Mitte der achtziger Jahre, wohlgemerkt – frech: „Der Rote Platz von Scharmbeck“ Die Folge war, dass sich der Gemeinderat zerstritt. Der Tennisplatz-Vorstand war SPD und begeistert. Ansonsten war es in der Gegend eher schwarz … Schnell war die Diskussion im ganzen Ort entfacht. In der Folge wurde die Anzeige von der Sparkasse natürlich gestoppt. Das zog dann auch Kreise im Deutschen Sparkassenverlag, der aber, was nicht selbstverständlich war, eisern zu uns gehalten hat! 173


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Post vom Frisör

Figaro nannte sich die Kundenzeitschrift einer sehr engagierten und innovativen Gruppe von zunächst sieben Frisören im Verbund der Kertu GmbH. Sie berichtete von Trends, neusten Schnitttechniken, Mode und Kosmetik. Jeder Friseur erhielt seinen eigenen redaktionellen Teil und einen eigenen Artikel auf Seite eins. Der Schriftzug entstand mit Hilfe einer Zahnbürste, Tusche und dem Kopierer, der – je öfter kopiert wurde – immer weniger abbildete. 174


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The Leitner Connector natürlich in den Farben von „Stars and Stripes"

Die Firma Leitner hatte ab 1988 eine Niederlassung in den USA. Für dieses und ihre Kunden entwickelten wir „The Leitner Connector“, der in regelmäßigen Abschnitten sowohl über die deutsche Muttergesellschaft als auch über Neues aus dem Unternehmen erzählte. 177


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Die Welt ist ein Zirkus. Hereinspaziert! Willkommen im Spektakel. Zun채chst als Zuschauer und dann als Artist? Der in seine Tochter verliebte Vater scheute sich nicht, diesen 7-farbigen Siebdruck in Auftrag zu geben. 178


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Das &-Zeichen – ein wunderschönes Zeichen. Es steht für das UND, für die Verbindung von Zweien. Hier entsteht im „Et“ zweier Menschen der kleine neue Erdenbüger.

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Randbemerkung

*„Und der Herr sprach zu Mose auf dem Berg Sinai: Rede mit den Kindern Israel und sag zu ihnen: Wenn Ihr in das Land kommt, das ich Euch geben werde, dann soll das Land dem Herrn einen Sabbat feiern, eine Ruhezeit. Sechs Jahre sollst Du Dein Feld besäen und sechs Jahre Deinen Weinberg beschneiden und die Früchte einsammeln. Aber im siebten Jahr soll das Land dem Herrn einen feierlichen Sabbat halten. Da sollst Du Dein Land nicht besäen und auch Deinen Weinberg nicht bearbeiten.“ (3. Mose 25, 1–4)

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Randbemerkung

Das Sabbatjahr – englisch: Sabbatical – wurde aus der Bibel* in die Welt der Universitäten übernommen als Begriff für das Forschungs- oder Freisemester mit völliger Freistellung vom Lehrbetrieb. Ende der 1980er und zunehmend in den 1990er Jahren wurde es in europäischen Universitäten zum Begriff und als Möglichkeit erkannt und akzeptiert als eine Zeit, die es erlaubt, sich uneingeschränkt der Forschung zu widmen oder sich konzentriert weiterzubilden. Sie kann auch genutzt werden, um die generelle Arbeitsrichtung zu überdenken. In der Kreativwirtschaft wird ihr Wert ebenso anerkannt und von einigen Studios und Büros auch mit Erfolg gelebt, um Neues auszuprobieren und freie Projekte zu realisieren.

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Design erkunden

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1996 Schließung: Eine sehr alte Mutter, ein kleines Kind, ein Mann, der Rückendeckung braucht – das alles lässt sich nicht mehr mit meinem Verständnis für den Beruf des Designers verbinden. Die Kunden haben den vollen Einsatz und die ganze Kraft verdient, die sie ja schließlich auch bezahlen. Konsequenz: Ich schließe das Büro. Das heißt, keine Abkehr vom Design, vielmehr Hinwendung zu mehr Selbstbestimmung. Und es gibt so vieles, was ich gerne ausprobieren und entdecken würde… Selbst gestellte Aufgaben. Freie Projekte, neues Lernen, Handwerk, Materialien. Wo sind die Grenzen der Gestaltung, die das persönliche Können im Handwerk setzt, wo die, die das Material aufzeigt… Alles selbst herstellen – kein Team, keine Auseinandersetzung mit Kollegen. Ausstellungen werden die Bewährungsproben, und zur Ermutigung weiterzumachen. 184


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ausstellung im kabinett

Ausstellungskonzept, Konzeption einer Katalogreihe, Kuratieren der Ausstellungen Katalog Design und Designkonzept aller Drucksachen von Fleischmann & Kirsch

„Ausstellung im Kabinett dient der Förderung von Kunst und Künstlern und ist integraler Bestandteil der Unternehmenskultur von Burkhardt Leitner constructiv.“*

„So hieß es 1998 in den Informationsflyern der neu eröffneten Non-Profit-Galerie. Es war ein finanziell wie personell ambitioniertes Projekt, an das sich Burkhardt Leitner mit seiner noch jungen Firma da wagte. Finanziell, da die Künstler neben Ausstellungsorganisation und PR-Aktivitäten mit aufwändigen Katalogen unterstützt wurden, die in der Publikationsreihe „Edition Kabinett” erschienen. Personell, da die Galerie auf das Engagement des gesamten Firmenteams angewiesen war. Sie wollte nicht einsames Kunstmäzenatentum sein, sondern konkret gelebte Unternehmenskultur.*

*Textauszug aus „Burkhardt Leitner System Designer" von Ulrich Fleischmann

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„Die kleine Galerie befand sich im ehemaligen Aluminium Laden im Stuttgarter Bohnenviertel, dem einzigen erhaltenen Teil der historischen Altstadt, ein pittoreskes Stadtviertel aus kleinen Galerien, Künstlerwerkstätten, Antiquariaten, engen, kopfsteingepflasterten Gassen, nebst trendigen Bars und urigen schwäbischen Weinstuben. Ein Ort, wie geschaffen für das Galeriekonzept Burkhardt Leitners und seiner Frau Sabine Mescher-Leitner, die die Ausstellungen kuratierte. Vier Jahre lang gab „Ausstellung im Kabinett” Künstlern die Möglichkeit, ihre „Kabinettstücke” vorzustellen. Der eher private Charakter eines „Kabinetts“ sollte das Anliegen unterstreichen, Kunst in persönlich geprägter Atmosphäre öffentlich zu machen. Das Kabinett verstand sich als Forum für die Begegnung von Kunstinteressierten und Fachpublikum, Künstlern und Galeristen, Kunstkritik und Kulturinstitutionen. Jede Ausstellung war auf wenige Quadratmeter und auf drei Wochenenden begrenzt.“ *

* Textauszug aus „Burkhardt Leitner System Designer“ von Ulrich Fleischmann 188


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glas objekte Aus Altglas-Flaschen werden Leergutfigurinen und Leuchten

Leergutfigurinen sind: Glasobjekte, kleine gl채serne Skulpturen, gefertigt aus Segmenten leerer Flaschen, zerbrochenen Trinkgl채sern, Abfallst체cken aus einer Kunstglaserei und zerbrochenen Flachgl채sern.

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Alle Leergutfigurinen sind mehrteilig und lose ineinander gesteckt, von Hand graviert und geschliffen. Meine Objekte wollen eine Möglichkeit geben, in scheinbar Vertrautem ein neues, anderes Wesen zu entdecken. Eine leere Flasche – einst eine Kostbarkeit, vor Jahrtausenden von den Ägyptern entwickelt – ist in den Industrienationen längst zu einer Verpackung geworden, die weggeworfen, entsorgt wird, ohne Achtung des faszinierenden Materials und der oft zeitlos schönen Formen. Ich denke, die Flasche gehört zu den ganz archaischen Gegenständen: Glasflaschen gibt es seit 3500 Jahren. Mit Flachs (daher auch der Name Flasche) umwickelte Tongefäße noch viel länger. Schon der Begriff ist so banal und emotionslos im Deutschen, wie selten eine Ding-Benennung. Auch ist es erstaunlich, wie wenig sich ihre – im Detail durchaus vielfältige 192


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Grundform – im Laufe der Zeit verändert hat. Da heute jede Gebrauchsflasche industriell gefertigt wird, unterstellt man natürlich, dass alle Flaschen, die aus einer Produktionsserie stammen, gleich aussehen. Beim Bearbeiten zeigt sich jedoch ganz schnell, dass dem nicht so ist. Sie sind ähnlich, jedoch nie gleich und für ein industriell gefertigtes Produkt erstaunlich unregelmäßig in sich selbst. Man könnte fast individuell sagen. Das eigentlich Inspirierende rührt jedoch von der Flaschenform. Sie ist aus Notwendigkeiten entstanden, aber die Recherche würde lohnen, warum sie so ist, wie sie ist. Ist sie doch der menschlichen Form sehr nah und nicht umsonst sagen wir Flaschenhals, Flaschenschulter und Flaschenbauch. Drei Begriffe, entliehen aus der menschlichen Anatomie … Die Idee der Leergutfigurinen entstand aus Zufall und der Liebe zu Glas als Werkstoff … 193


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Eine Kreativitäterin an der Flasche von Kurt Weidemann Kreativität ist, wenn der Papagei ein Wort sagt, das er vorher noch nie gehört hat. Kreativität ist, wenn man zwei Dinge zueinander in einen Bezug bringt, den es vorher noch nicht gab. Kreativität ist, wenn zwei Dinge zueinander gehören, die man aber in einen neuen Bezug stellt, den es vorher noch nicht gegeben hat. Das ist der berühmte Stierkopf von Picasso: Sattel und Lenker eines Rennrades, die vorher – einen Meter auseinander – die wichtigen Funktionen des Sitzens und Lenkens am Fahrrad ausübten. Aneinander gebracht ist das ein Readymade, ein aus Bestehendem Gemachtes, mühelos aber geistvoll, kreativ. Es lenkt unseren gelangweilten Blick in das Alltägliche, auf ein ungeahntes Seherlebnis, das uns freudig die Augen ausreiben läßt, uns einen Kick gibt. Das hat mit dem bereits fertigen Pissoir von Marcel Duchamp begonnen, das er noch nicht einmal bearbeitet oder verhandelt hat. Er hat es lediglich auf einen Platz befördert, auf dem es sonst nichts zu suchen hat: die den Kunstwerken vorbehaltene Wand eines Museums. Das ist eine Provokation. Und die ist auch ein Selbstanspruch der Kunst: das Anderssein, das Wachrütteln, die Bereicherung unserer unstillbaren Neu-Gier. Immerhin hat es in der Kunst viele Jahrhunderte gebraucht – bis an den Beginn des zwanzigsten – bis sie sich diese Freiheit herausnahm. Freiheit beginnt im Kopf, beginnt mit dem Denken. Und das darf bis zur Frechheit vorstoßen, solange sie nicht beleidigend und verletzend ist. Natürlich gibt es auch Kunstwerke, deren Erschaffung große Mühe bereiten. Bilder, die jahrelang gemalt wurden, oder ein und dasselbe Bild, das ein Dutzend Mal und mehr gemalt 194


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wurde.In diesem Zusammenhang stehen und herausfordern auch die „Leergut Figurinen“ von Sabine Mescher-Leitner. Leergüter sind zum Wegwerfen oder zur Wiederverwendung bestimmte Materialien, oft platz- und zeitraubend und von geringem Beachtenswert. Flaschen gehören dazu. Eine zerbrochene Champagnerflasche stand am Anfang der Figurinen. Aus dem Nachlass eines Glasschleifers konnte sie ein Graveurzeug übernehmen und daran Ihre Grundidee entfalten: die Figur Flasche trennen, den Kopf umgekehrt in den Bauch zu stecken. Es ist der gleiche Gedanke, den Picasso hatte (der übrigens meinte, dass es noch schwerer ist, aus einem Stier ein Fahrrad zu machen). Sabine Mescher-Leitner hat die Stuttgarter Kunstakademie im angewandt künstlerischen Bereich hochbegabt abgeschlossen. Ihre Figurinen zeigen zunächst Handwerklichkeit, aber dann Phantasie und Erfindungsreichtum. Sie sind romantische, glitzernde, märchenhafte Gebilde, denen man – nicht nur zufällig – auch einen Namen geben kann: weil sie Persönlichkeit besitzen. Wir bezeichnen – wie beim Menschen – einen Flaschen-Hals eine Flaschen-Schulter, einen Flaschen-Bauch, und es gibt auch da Dicke und Dünne, Schlanke und Plumpe, Langhalsige und Disproportionierte, Dunkle und Helle, Glänzende und Matte. Der Einfallsreichtum, mit dem hier – lose ineinander gesteckt – Objekte entstanden sind, könnte zu einem figurenreichen Theaterstück zusammengestellt werden. Da gibt es edle und putzsüchtige, schlichte und vornehme, merkwürdige und begeisternde Figuren. Aus einer (vollen) Flasche kann man einen Trinker machen, möglicherweise aus einem Trinker eine Flasche. Sabine Mescher-Leitner hat aus vielen Flaschen etwas sehr Haltbares gemacht: Geschöpfe.

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linke Seite: GIRAFFE · 2006 · 2-teilig 35 x 8 cm · Hohlglas links: GELOUS DIVA · 2006 · 7-teilig 30,4 x 12,8 cm · Hohlglas, Floatglas

oben: CAPPUCCINO · 2004 · 3-teilig 26 x 7 cm · Hohlglas links: MADAME TEINACH · 2001 5-teilig · 31 x 7,5 cm · Hohlglas 197

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Seite 102: BRAUT · 2004 · 7-teilig 36 x 11,8 cm · Hohlglas, Bleikristall

links: DURCHBLICK · 2006 · 2-teilig 25,4 x 7,8 cm · Hohlglas

Seite 103: WEISSE LINIEN AUF GRÜN · 2006 · 2-teilig · 35,7 x 7,4 cm · Hohlglas

rechts: KUH ECKIG · 2006 · 2-teilig 26,8 x 7,8 cm · Hohlglas

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leuchten aus leergut

Nach Besichtigung des Esszimmers der Auftraggeberin war klar: Hier müssen es Grappaflaschen sein, unten schräg geschliffen, sodass sich optisch eine Pendelbewegung ergibt. Den Grappa habe ich aus Italien mitgebracht. Die Arbeit konnte jedoch erst nach Leerung der Flaschen durch die Kundin erfolgen …

Man legte zusammen und schenkte diese Leuchte einer Freundin zum runden Geburtstag. In den Glasplättchen, die einen Schrägschliff haben, sind die Namen aller am Geschenk Beteiligten eingraviert.

Linke Seite: Meine eigene Leuchte: neun Flaschen mit unterschiedlichen “Weiß“-Tönen und ganz hellen Grüntönen. 203


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Aus einem Charity-Projekt wird Ernst. Zunächst sind es Versuche, aus geraden Stücken Stoff variable Kleidung zu machen.

Es begann mit einem Schal, in den ich Löcher schnitt, um ihn anziehen zu können. Dann sollte man ihn aber auch um die Hüfte knöpfen können, wenn der Sitzplatz kühl wird, und auf einmal zeigte es sich, dass man damit noch viel mehr machen könnte …

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aus Prinzip wandelbar:

„Aus dem Tuch entwickelt sich das Thema mit Variationen. Ein Schal wird zur Bluse. Eine Jacke zur Hose. Ein raffiniertes Spiel mit elementar-einfachen Schnitten. Von cooler Lässigkeit, selbstbewusst-schlichter Pureness. Grafisch strenge Entwürfe kombiniert mit femininen Faltenspielen. Eine Kollektion, in der sich Unabhängigkeit und Gelassenheit widerspiegeln." Eigentlich ging es nicht um Mode. Es war ein Spiel, mit möglichst klaren oder annähernd geometrischen Formen etwas unterschiedlich Anziehbares zu machen. Oder um das Multifunktionale. Es musste wendbar sein oder ein Teil an- und abknöpfbar… in den letzten beiden Kollektionen gab es auch einen ganzen Bausatz. Ich nannte es „Kit“ – weil das nicht gar so technisch klang.

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Kleicaro = Kleid+Cape+Rock

...fast nur ein Kreis und ein Loch

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Shang = Schal+Lang

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Ein „beinahe“ gerade geschnittener, sehr langer Stoff mit einem leichten Bogen am Hals. Form und Tragevarianten entstanden durch wenige Knöpfe an ausgesuchten Stellen. 211


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Pantali = Pantalone+Ali *

Die Hose muss sitzen – die Flügel sollen sich dem Körper anschmiegen – Pantali war eine große Herausforderung für meinen Schnittmacher Tobias Siewert.

*Italienisch für Hose und Flügel

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Fl端ho = Fl端gel+Hose

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ein Kleid namens Roba

Im unteren Saum des Kleides war ein breites Zugband eingearbeitet. Man konnte damit die Weite des Rocks beliebig reduzieren und erhielt eine O-Form. Wenn man am Saum umklappt, den unteren Rockteil hochschlägt (was eine extrem schöne Verarbeitung auf der linken Seite voraussetzt) und das Band an der Taille eng zusammenzieht, hat man ein kurzes Kleid (unten links). Die Variante, das Zugband als Träger zu nutzen (unten rechts), entdeckte unser Model beim Fotoshooting. Sechs Bänder in Tunnel-Nähten machten zusätzlich die schabrackenartige Raffung des Kleides möglich. 216


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Lotu = Loch+Tuch

Dieses Prinzip war der Anfang und Ursprung zu allen nachfolgenden Ideen (und war sogar patentfähig): Das Oberteil des Mädchens besteht aus einem sehr langen und breiten Strickschal mit vier kreisrunden Löchern, den eine kleine Strickerei bei Göppingen für mich produzierte.

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Z Back to the roots

S 220


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2013 Es ist gut zu wissen, auf welcher Seite man steht. Der Versuch, gutes Kommunikationsdesign zu entwickeln UND zu entscheiden, das ist, wie andauernd die Tischseite zu wechseln. Das gilt im Übrigen für jedes intern gestaltete Kommunikationsmittel. Nicht zuletzt auch für dieses hier. Ganz besonders bewusst wurde mir dies während der Zeit bei Burkhardt Leitner constructiv. – Als „Interne“ noch die Broschüren zu gestalten, war seltsam. Es fehlte der Kunde! Die andere Sicht, ja, auch der Widerstand, und die Auseinandersetzung. Ganz anders ist es bei freien Projekten, die ausschließlich einem selbst genügen müssen. Die (noch) kein Ziel und keinen Kunden haben, sondern nur dem eigenen Training und Vergnügen dienen.

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Zur Orgatec 2012 pr채sentierte sich Burkhardt Leitner constructiv mit einem neuen Produkt: einer Officebox, deren Ausstattung ganz individuell gestaltet werden konnte. Ippolito Fleitz Group zeichnete f체r die Innenarchitektur der gezeigten ottoboxen verantwortlich und entwickelte 226


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hierfür einen Stoffrapport, der den Profilschnitt darstellte. Das war die Inspiration für jedes Produkt, ein kleines Ornament zu entwickeln, das möglichst vielseitig einsetzbar ist und sowohl als illustratives Element als auch als Produkt-Logo fungieren kann. 227


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Aufwändige Imagebroschüre für das neue Produkt constructiv ottobox. Ein Bilderbuch, das möglichst viele Anwendungsbeispiele zeigt und vor allem als Inspirationsquelle dienen will. 228


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einzeln oder im Set Zur Euroshop 2014 wurden dringend neue Broschüren gebraucht. Ziel war es, jetzt ein Medium zu haben, das handlich war, einen kurzen Überblick über die Produkte bot und großzügig abgegeben werden konnte. Jede Produktfamilie erhielt ihr eigenes Leporello. Eines zeigt auf zwei Seiten die komplette Produktrange. 233


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Mit Peter Ippolito und seinem Team entwickelten wir den Messestand anlässlich der Euroshop für Burkhardt Leitner constructiv. Meine Ausgangsidee war die „russische Puppe“... Farbgebung und Architektur tragen eindeutig die Handschrift von IF-Group. In der Detailgestaltung wird hier bestens sichtbar, was mit den Produktsignets machbar ist und welche Ästhetik – auch im Raum – damit erzielt werden kann.

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Produktdesign: Dass man aus einem cleanen und atmosphärefreien Wandsegment mehr machen kann, habe ich für die Euroshop 2014 mit einem Modul versucht zu zeigen. Die Prototypen stimmen noch nicht perfekt – wie so oft beim ersten Mal – „but it works“. 238


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viele Grüße!

Wünsche zum Jahreswechsel das weltweite Partnernetzwerk als Sternbild. 240


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Die Postkarte: ein kleines und vielseitiges Instrument – sie kann in einer Broschüre liegen mit oder ohne einem persönlichen Text – oder ganz altmodisch per Post verschickt werden. 241


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Neues Corporate Design f체r ein Unternehmen, das eine neue Form erhalten soll.

Burkhardt Leitner (constructiv) Seit September 2015 in neuen H채nden

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Das Unternehmen Burkhardt Leitner wurde im September 2015 verkauft. Die hier gezeigten Designs sind Projekte und bisher nicht realisiert.

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Es soll neu sein. Es soll anders sein. Es soll streng und innovativ sein. Die beiden Initialen erzählen weiterhin die Geschichte des Firmengründers – der Person, die Ausstellungs- und Messebausysteme erdacht hat wie kaum ein anderer. Das Spiel mit den Linien erzählt von der Präzision und Fertigungsgenauigkeit. Das Erscheinungsbild besitzt Variabilität und Flexibilität, die sowohl typisch für alle Produkte von Burkhardt Leitner sind, als auch einen zeitgemäßen und vielfältigen Umgang mit den grundlegenden Gestaltungsmerkmalen ermöglichen.

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Broschürentitel und App: Immer wieder erkennbar anders und doch wiedererkennbar. Die Titelseiten zeigen einen Ausschnitt der unterschiedlichen Produktlogos, die sich aus dem Profilschnitt des jeweiligen Systems ableiten. In der App-Anwendung wird das Logo zum Ornament. Auf der Imagebroschüre wird das Ornament analog zu den anderen Broschüren nur als Ausschnitt gezeigt – abgeleitet aus der Darstellung, wie sie auf der Visitenkarte gezeigt wird. 248


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Visitenkarten als Portfolio. Man lässt sie nach dem Besuch da als Anregung, sich näher mit den Produkten zu beschäftigen. Die Welt der Ausstellungen ist naturgemäß eine stark von Bildern geprägte.

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Der Versuch, die wild wuchernde und klimmende Pflanze im Zaum zu halten, hinterl채sst auf der Wand die Haftscheiben als nicht entfernbare, kleine Relikte. In diesen lassen sich sowohl kleine Figuren finden oder sehen als auch in den kleinen Reben die Formgesetze entdecken, denen sie folgt. Freies Projekt

PARTHENOCISSUS TRICUSPIDATA form follows function Kleine Brosch체re (14,8 x 14,8 cm)

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SABINE MESCHER, Stuttgart, verheiratet, ein Kind. 1974-1979 STUDIUM Visuelle Kommunikation: Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Bei Manfred Kröplien und Kurt Weidemann. 19791980 Seviceplan, München. 1981-1983 Dongowski & Simon, Stuttgart. 1984-1995 EIGENES BÜRO in Stuttgart für visuelle und verbale Kommunikation. 1984-1993 GASTDOZENT Merz Akademie Stuttgart, Hochschule für Gestaltung. Diverse Designpreise und Veröffentlichungen. 1997-2002 Creative Direction und KURATORIN für Ausstellung im Kabinett, einer Non-Profit Galerie in Stuttgart. 1998 BEGINN der künstlerischen Auseinandersetzung mit Altglas und Leergut. 2006/2007 GRÜNDUNG des Modelabels SABINE MESCHER. Design der ersten Kollektion. AUSSTELLUNGEN & FASHION SHOWS: 2004 Ausstellung “Leergutfigurinen” bei Eckhaus Galerie und Design, Stuttgart. 2006 Ausstellung „Leergutfigurinen” bei Artani, Stuttgart. 2006 Einzelausstellung Leergutfigurinen URART GALLERY, Istanbul. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. 2007 März, BLICKFANG, Stuttgart. April Gruppenausstellung Galerie Bollhorst. Leergutfigurinen. August, TENDENCE LIFESTILE, Frankfurt am Main. Ausgezeichnet mit dem Preis “form 2007“ für drei Produkte (wandelba262


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re Tücher). 2007 November, BLICKFANG, Zürich. Dezember, Verkaufsausstellung Leergutfigurinen Weihnachtsmesse für angewandte Kunst, Karlsruhe. 2007 Ankauf der Leergutfigurine "Gelous Diva" BADISCHES LANDESMUSEUMS, Karlsruhe. 2008 Februar, CPD Düsseldorf, FASHION GALLERY, INFASHION MUNICH. Juli, CPD Düsseldorf, FASHION GALLERY August, INFASHION MUNICH 2008 Gruppenausstellung UNIKATA Kunstverein Speyer. November, Einzelausstellung „Leergutfigurinen“ und Schmuck, Galerie in der Alten Schule Burgfelden. 2009 Februar, CPD Düsseldorf, AVANTGARDE GALLERY März, BLICKFANG Stuttgart Juli, PREMIUM Berlin, Juli, CPD Düsseldorf, GALLERY August, CIFF Kopenhagen September, PRET-A-PORTER Paris, ATMOSPHERE‘S. Mitglied im VDMD. 2010, Februar, PREMIUM Berlin, PRET-A-PORTER Paris, ATMOSPHERE‘S, CPD Düsseldorf, GALLERY. März, INFASHION MUNICH, ZIP ZONE Louvre, Paris. BLICKFANG Stuttgart. Juli, CPD Düsseldorf, GALLERY. 2011 Februar, CPD, Düsseldorf SIGNATURES, SUPERIORS. März, BLICKFANG Stuttgart. November 2012 - Mai 2015 MitGeschäftführung Burkhardt Leitner constructiv. Dezember 2015 ERÖFFNUNG des neuen Büros Sabine Mescher Visuelle Kommunikation. 263


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Credits

Dank an Uli Fleischmann für die Texte, die ich mir aus seinem Buch "Burkhardt Leitner System Designer" borgen durfte.(wenn nicht auf den jeweiligen Seiten notiert, sind die Textstellen mit einem Stern gekennzeichnet) und Redigieren der Texte. An André Kirsch für das Design vieler Projekte zwischen 1988 und 1996. Dank an Offizin Scheufele für die großzügige Unterstützung dieses Projekts. Die Produktionspartner aus alten Tagen sind: Druckerei Leibfarth & Schwarz, Druckerei Cantz, Reproanstalt Brüllmann, Immedia, Layoutsetzerei Stulle, Präsentationsservice Baisch. Fotografie: Für Die Collection und die Anfänge von Burkhardt Leitner constructiv war Wolfgang Starker verantwortlich. Dietmar Henneka fotografierte die Imagebroschüre für die Leitner GmbH und das Mikado auf dem Briefpapier von Burkhardt Leitner constructiv. Die Lookbooks für Bernhard Wagner und Wagner Sportswear fotografierte Conny Winter. Von Thomas Kettner stammen die Abbildungen

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meiner Modekollektionen. Mein eigenes Portrait fotografierte René Müller. Nikolaus Koliusis fotografierte für Franz Fertig im Werk und alle Produkt- und Projektfotos für VIBA Licht. Lothar Bertrams fotografierte in meiner Glaswerkstatt und die Figurinen MADAME TEINACH und CAPPUCCINO; Wolfgang Starker die Figurinen GIRAFFE, BRAUT, WEISSE LINIEN AUF GRÜN, DURCHBLICK, KUH ECKIG, SPIRALE SCHMAL UND FADENLANG Abbildungen auf den Drucksachen von Burkhardt Leitner constructiv sind aus dem Firmenarchiv sowie von René Müller und Zooey Braun, der auch den Messestand auf der Euroshop 2014 fotografiert hat. Die Bilder für Pfau, Seite 58 sowie Herz auf Seite 120: Bildarchiv Getty Images Der Text: Die Texte für die Leitner GmbH, die Anzeigen für den Sparkassenverlag und die Imagebroschüre für Burkhardt Leitner constructiv stammen von Max Rauscher, die Texte für Die Collection, VIBA Licht, Produktbroschüren und „high noon“, Burkhardt Leitner constructiv, Blattwerk Gartengestaltung von Uli Fleischmann.

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Impressum Konzept: Text und Design SABINE MESCHER-LEITNER Textredaktion: ULRICH FLEISCHMANN Lektorat: FRANK FREY Projekt: Fotografie: SABINE MESCHER-LEITNER Font: EUREKA OT; EUREKA SANS, AMERICANE Papier: OFFSET ICE WHITE Postproduktion /Digitaldruck: FILDERANDRUCK STUDIO Druck: OFFIZIN SCHEUFELE Buchbinder: BUCHBINDEREI MENDE

©2015 SABINE MESCHER-LEITNER UND DIE AUTOREN

info@sabinemescher.de 266


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Profile for Sabine  Mescher

Sichtung sabinemescher  

das persönliche design-bilderbuch: 30 Jahre Design: visuelle Kommunikation, Grafikdesign, Glasdesign, Fashiondesign.

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