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IM INTERVIEW

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DOKUMENTENMANAGEMENT

IT-DIENSTLEISTUNGEN


VORWORT

Jubiläumsangebote bei Technogroup!

MÄRZ < 2010

UC immer auf der Agenda Unified-Communications-Projekte stehen derzeit bei vielen Großunternehmen auf der Agenda – sie starten jedoch eher im kleinen Rahmen.

> Wie Hagen Rickmann von T-Systems in unserem Titelinterview (ab Seite 22) betont, gibt es in Sachen Kommunikation heute kaum eine Ausschreibung von Großunternehmen und Konzernen, die Unified Communications (UC) nicht berücksichtigt. Kann man also davon ausgehen, dass die modernen Technologien rund um den Informationsaustausch und der Zusammenarbeit hierzulande bereits flächendeckend zum Einsatz kommen? Eher nicht, denn allein die Definition von „Unfied Communications“ ist vielfältig. Während die einen Anbieter allein die Kommunikation über das Internet (VoIP) als UC-Lösung begreifen, gehen andere etliche Schritte weiter und liefern Konzepte, die überdies zahlreiche umfangreiche Kollaborationswerkzeuge wie Instant Messaging, Präsenzinformationen oder virtuelle Teamräume beinhalten. von Ina Schlücker, Eine im vergangenen Herbst von Berlecon Redaktion IT-DIRECTOR Research veröffentlichte Studie geht davon aus, dass Unternehmen oftmals mit kleineren UC-Projekten starten. Hier beinhalten die UC-Bestrebungen allein die Einführung von nützlichen Kommunikationswerkzeugen wie Instant Messaging oder Videokonferenzen. Erst in den nächsten Ausbaustufen würden die Unternehmen weitere Schritte wagen und zum Beispiel die Integration der UCLösung mit den im Unternehmen vorhandenen Geschäftsapplikationen (ERP, CRM, etc.) in Angriff nehmen. Letztlich müssen die Unternehmen auch beachten, dass die Einführung einer UC-Lösung nicht nur als reines Technologieprojekt angesehen werden darf. Denn all die nützlichen Kollaborations- und Kommunikationstools bringen nichts, wenn die Mitarbeiter nicht damit arbeiten. Daher sollten sich die Verantwortlichen bereits im Vorfeld einer UC-Einführung die Frage stellen, ob ihr Unternehmen bereits reif für eine solche Kommunikationskultur ist. < Viel Spaß beim Lesen!

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IT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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INHALT 2010 > MÄRZ

Klassisches Telefon war gestern: Unified Communications (UC) wird das

Die Tür öffnen: Seit Anfang des Jahres greift die

traditionelle Arbeitsleben verändern.

Europäische Dienstleistungsrichtlinie auch hierzulande.

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AKTUELLES > UNTERNEHMEN

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Interview mit Hagen Rickmann, Leiter Portfolio, Innovation & Offering Management bei T-Systems

6 Prototyp in sechs Wochen Auf einem Forum in Pulheim bei München stellte die Softcon AG pragmatische und zukunftsorientierte IT-Architekturen vor.

10 Alles was Recht ist Lässt ein Unternehmen zunächst private Kommunikation am Arbeitsplatz zu, hat es im Nachhinein fast keine rechtliche Handhabe mehr, private E-Mail- und Internetnutzung einzudämmen.

11 Doppelspitze für Arxes Seit dem 10. März 2010 verantworten Alexandra Mülders und Ralf Hensel die Geschäftsführung des IT-Dienstleisters Arxes.

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TITELTHEMA > UNIFIED COMMUNICATIONS

12 Klassisches Telefon war gestern Unified Communications (UC) wird das traditionelle Arbeitsleben verändern.

18 An einem Strang ziehen Im Gespräch mit Philip Vanhoutte, Managing Director Europe bei Plantronics, über den UC-Einsatz und die Philosophie des „Smarter Working“ in Unternehmen

20 Die Kommunikation rollt Eine konsolidierte Kommunikationsinfrastruktur ermöglichte dem Reifenhersteller Continental einheitliche Abläufe in all seinen europäischen Service Centern.

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Sicherheit, Compliance und Kontrolle

Interview mit Carolin Diana Müller, Product Marketing Manager Unified Communications bei Microsoft Deutschland


MÄRZ < 2010

Externe Berater effizient einkaufen: Rund jede fünfte Firma setzt mehr als 20 verschiedene Dienstleister und Berater ein.

Wünsche erfüllen: Will eine IT-Abteilung die Wünsche ihrer

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SOFTWARE > DOKUMENTENMANAGEMENT

32 Die Tür öffnen Seit Anfang des Jahres greift die Europäische Dienstleistungsrichtlinie auch hierzulande.

36 Der Scanner auf dem Flur Interview mit Dieter Woeste, Geschäftsführer der Alos GmbH in Köln

Kunden erfüllen, entsteht meist ein IT-Wildwuchs.

ORGANISATION > IT-DIENSTLEISTUNGEN

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50 Am Puls der Zeit HanseCom baut auf einen externen Servicepartner.

Externe Berater effizient einkaufen

52 Wünsche erfüllen

Rund jede fünfte Firma mit mehr als 200 Mitarbeitern setzt mehr als 20 verschiedene Dienstleister und Berater ein.

Will eine IT-Abteilung die Wünsche ihrer Kunden uneingeschränkt erfüllen, erhöht sich die Komplexität und IT-Wildwuchs entsteht.

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PRAXIS > FINANZSOFTWARE

38 Automatisierte Korrespondenz

54 Autonomie ist alles

Kommentar von John Hoogland, Mitgründer und Geschäftsführer bei Pallas Athena

Interview mit Jan Gerken, CIO der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

40 Manuelle Arbeiten adé Mehr Tempo und Transparenz sind die Motive des Motorsägenherstellers Stihl, die Verarbeitung der Eingangsrechnungen zu automatisieren.

42 SOA unter der Motorhaube Im Gespräch mit Jens Rabe, Vice President Business Strategy bei Open Text

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STANDARDS

49 Günstiger drucken Ein Dienstleister unterstützte den Arzneimittelhersteller Pfizer dabei, in der Deutschlandzentrale die Druckkosten zu senken.

3 Vorwort: UC immer auf der Agenda 39 Buchtipps: Dokumentenmanagement 44 Mobile Business: Produkte 56 Veranstaltungen: Termine 58 Letzte Seite: Vorschau und Impressum

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AKTUELLES AKTUELLES > UNTERNEHMEN

Neuer Vorstand für Lufthansa Systems > Stefan Hansen wurde für drei Jahre zum Vorsitzenden des Vorstandes der Lufthansa Systems AG bestellt. Er wird zum 1. Juli 2010 in den Vorstand eintreten und die Nachfolge von Wolfgang F. W. Gohde übernehmen, der

Stefan Hansen ist neuer Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Systems AG.

zum 31. März 2010 auf eigenen Wunsch ausscheidet. Hansen (45) ist bereits seit 1999 mit der Lufthansa Systems vertraut und übernahm 2001 die Geschäftsführung der Tochtergesellschaft Lufthansa Systems Infratec GmbH und ab 2004 auch die der Lufthansa Systems Network GmbH. Im September 2006 wechselte er als Geschäftsführer zur EDS Operations Services GmbH und führte später zusätzlich die Geschäfte der EDS Business Solutions. Seit 2010 ist er Director Enterprise Technology bei Vodafone Deutschland.

Prototyp in sechs Wochen Auf einem Forum in Pulheim bei München stellte die Softcon AG pragmatische und zukunftsorientierte IT-Architekturen „ohne Hypes und Clouds“ vor. > Etliche Großunternehmen sowie international aufgestellte Mittelständler benötigen eine Software, die überall auf dem Globus mit einem Web-Browser zu bedienen ist, sich rasch an Neuerungen anpassen lässt und in verschiedenen Sprachversionen aktiviert werden kann. Typische Beispiele für dieses Anforderungsprofil sind etwa eine weltweit einheitliche Lösung für die Angebotsabwicklung, der Car Configurator eines Automobilkonzerns oder Software für eine Hotelkette, in deren Häusern sich die Gäste selbst an einem Bildschirm einund auschecken. Ein gutes Beispiel für eine derartige Lösung finden IT-Verantwortliche beim Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung DIPF in Bonn. Dort wurde eine neuartige Lösung entwickelt, mit der die Pisa-Studien international durchgeführt werden können. Die entsprechende Software verlagert die Tests für Schülerinnen und Schüler von bedrucktem Papier auf den Bildschirm.

Im Internet: www.lhsystems.com

Softcon-CTO Michel Dorochevsky erklärt: „Komponentenbasierte Architektur reduziert Komplexität, ermöglicht mehr Parallelisierung in der Entwicklung und sichert hohe Qualität.“ 6

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Das DIPF setzt dabei auf eine Architektur, die den Aufwand der Softwareentwicklung radikal auf das unerlässliche Minimum begrenzt. Ein Modell für die in der Struktur ähnlichen Pisa-Aufgaben


UNTERNEHMEN < AKTUELLES

bot einen „Rahmen für die Entwicklung und Ausführung von Komponenten mit Verknüpfungsund Kompositionsmöglichkeiten“, so Michel Dorochevsky, CTO von Softcon. Mehrere Softwareentwickler konnten gleichzeitig die notwendigen Komponenten bauen, so dass die Entstehungszeit eines Prototyps auf nur sechs Wochen verkürzt wurde. „High Quality Open Source Products“ der Eclipse Community trugen neben der Wiederverwendung des Modells und von Komponenten erheblich zur Minimierung der Kosten bei. Zur Übersetzung der Pisa-Aufgaben wurde den national zuständigen Organisationen in über 30 Ländern ein „Item Management Portal“ im Internet mit einem „Item Repository“ und einem Übersetzungsworkflow zur Verfügung gestellt. Dass sich Modelle und Komponenten zu individueller Software komponieren lassen, ist eine Idee, die sich auch im Enterprise Ressource Planning (ERP) durchsetzt. SAP-Manager Markus Ehrle berichtete in Pullach über die neue Philosophie von SAP, die „Komposition von Prozessen“ durch die Verwendung „zeitloser Software für stabile Kernprozesse“ (etwa für das Accounting) und die Einbindung von Third-Party-Lösungen zu fördern. Arne Speck, ebenfalls von der SAP, stellte das „SAP Netweaver Composition Environment“ vor. Damit lassen sich nach klaren Regeln und mit Methoden des Business Process Management (BPM) individuelle Geschäftsprozesse generieren, die zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Die Qualität von Geschäftsapplikationen hängt stark von der Zuverlässigkeit der Softwaretests ab. Während Entwicklungstools über

viele Jahre wesentlich perfektioniert wurden, blieben die Testmöglichkeiten manuell und aufwendig. Im Resultat verursachen scheinbar stabile Anwendungen im Internet immer wieder ungeplante Ausfallzeiten. Der internationale Mischkonzern Alstom, der in den Bereichen Energie und Transport tätig ist, hat dieses Problem in den Griff bekommen. Dort entscheid man sich, die eigenen heterogenen Anwendungen (SAP, Siebel, Individualsoftware) mehr und mehr automatisch mit realistisch simulierten Anwendungen zu testen. Zu diesem Zweck setzt das Unternehmen, so Projektmanager Jan Peter Speijer, in den fünf Entwicklungsphasen „Discovery, Define, Design, Development, Deploy“ die Testumgebung Lisa des Anbieters Itko ein. Zwar ist das manuelle Testen dadurch noch nicht überflüssig geworden, doch insgesamt wurde dem Testen im Projektablauf mehr Gewicht beigemessen. Neue IT-Architekturen müssen zur Laufzeit sicher sein. Genau dies ist in einem Umfeld von Java-, Dot.Net-, SAP-, Smalltalk- und Mainframe-Applikationen keineswegs gewährleistet. In einer heterogenen Web-Services-Welt sei es „unmöglich, sich auf ein gemeinsames Set von Web-Service-Standards zu einigen“, diagnostizierte Roger Brudermann von der Axa Technology Services Switzerland AG. Um „höchste Sicherheit“ zu erzielen, hat die Axa ein XML Gateway als „SOA Mediation Hub“ zwischen Web Service Consumer und Web Service Provider (Axa) geschaltet. Der Mediator, so Brudermann, erhöht die Sicherheit für Backend Systeme, da er als einziger Kommunikationspartner „erlaubt“ sei. <

60 CRM-Lösungen im Überblick > Es wird für Firmen immer schwieriger, ein gutes CRM-System (Customer Relationship Management) in der Vielzahl an Angeboten am Markt zu finden. Für dieses Problem soll die jährlich erscheinende CRM-Studie eine Lösung liefern, die eine Marktübersicht über praxisrelevante CRM-Angebote bietet. Die Studie wird seit zehn Jahren vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (Prof. Dr. Klaus D. Wilde) an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt bereitgestellt. In der aktuellen Ausgabe werden 60 im deutschsprachigen Raum angebotene Softwaresysteme miteinander verglichen. Der Druckausgabe liegt zudem eine CD mit einem Analysetool bei, das es dem Nutzer erleichtern soll, das passende Softwaresystem zu seinem speziellen Anforderungsprofil zu finden. <

Im Internet: www.crm-competence.com

JOHANNES KELCH

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Die Stärke eines Unternehmens, das Virtualisierungstechnologien einsetzt. Stellen Sie sicher, dass Sie die IT Ihres Unternehmens fest im Griff haben. Mit Virtualisierungslösungen von Citrix wird dies so einfach wie noch nie: Nur eine Instanz jedes Desktop-Betriebssystems. Nur eine Installation jeder Anwendung. Nur ein standardisiertes Image für jede Server-Workload. Zentral verwaltet und im laufenden Betrieb dynamisch zusammengesetzt. Als individuell konfigurierter On-Demand-Service mit maximaler Performance bereitgestellt. Das ist die Stärke von Virtualisierungstechnologien: Die Stärke, Ihr Rechenzentrum in ein hocheffizientes Delivery Center zu verwandeln. Virtualisierungs- und Netzwerklösungen von Citrix – für Desktopanwendungen, Rechenzentren und Cloud Computing. Der perfekte Weg zur Vereinfachung der IT Ihres Unternehmens. Simplicity is power. Citrix.

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AKTUELLES AKTUELLES > UNTERNEHMEN

HR-Fachmesse in Stuttgart > Die Digitalisierung der Personalarbeit schreitet voran: Für HRVerantwortliche wird es immer wichtiger, passende Softwarelösungen zu finden. Unternehmen verfolgen zunehmend das Ziel, mithilfe von HR-Software die Personalarbeit zu professionalisieren und damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Einen Überblick über das aktuelle Personal-Software-Angebot bekommen die Verantwortlichen auf der Messe Personal 2010, die am 27. und 28. April in Stuttgart stattfindet.

Die Fachmesse Personal 2010 findet am 27. und 28. April in Stuttgart statt.

Die Palette der ausgestellten Produkte reicht von der Digitalen Personalakte und Employee Self Service über Werkzeuge für Personalentwicklung, Recruiting oder Stellenverwaltung bis hin zu Systemen für Personalkostenplanung und Zeiterfassung. Neben der Fachausstellung will die Messe mit einem Vortragsprogramm punkten. Dabei stellen Experten aus Theorie und Praxis in rund 130 Vorträgen und Podiumsdiskussionen ihre Lösungen und Ideen für ein professionelles Personalmanagement vor.

Im Internet: www.personal-messe.de

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IT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

Alles was Recht ist Lässt ein Unternehmen zunächst private Kommunikation am Arbeitsplatz zu, hat es im Nachhinein fast keine rechtliche Handhabe mehr, private E-Mail- und Internetnutzung einzudämmen. > Die Mehrheit aller Beschäftigten nutzt geschäftliche E-MailAccounts und den firmeneigenen Internetzugang auch privat, da es keine eindeutigen rechtlichen Regelungen dazu gibt, wer wie lange privaten Interessen am Arbeitsplatz nachgehen darf. Das stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Einerseits soll die private E-Mail-Nutzung – in einem verträglichen Rahmen – erlaubt sein, um das Betriebsklima nicht zu gefährden. Andererseits haben Unternehmen dann kaum Kontrolle über die zeitliche, inhaltliche und vor allem finanzielle Dimension des privaten Surfvergnügens. Rechtliche Eckpunkte geben an dieser Stelle mehr Klarheit über mögliche Handlungsspielräume für den Arbeitgeber. Mangels interner

schriftlich fixierter Regelung darüber, in welchem Ausmaß privat gemailt und gesurft werden darf, gehen die Mitarbeiter häufig beliebig oft ihren privaten „Geschäften“ auch während der Arbeitszeit nach. Meist kennt das Unternehmen die Nutzungsintensität, duldet aber die Kommunikation. Welche Konsequenzen könnte dieses Verhalten für das Unternehmen haben? Hier muss klar unterschieden werden, ob es seinen Beschäftigten die private Kommunikation ausdrücklich erlaubt oder aber untersagt hat, denn daran richten sich Erlaubnis oder Verbot der Kontrolle aus. Solange sich die Kommunikation des Mitarbeiters auf betriebsrelevante Tätigkeiten bezieht, ergibt sich eine Kontrollbefugnis des Arbeitgebers aus dem Bundesdaten-

Tipps zur Regelung privater Kommunikation Was Unternehmen wissen sollten, wenn es um die private Kommunikation am Arbeitsplatz geht:

1. Soweit (noch) möglich, einer sogenannten „Betrieblichen Übung“ vorbeugen (Gewohnheitsrecht des Arbeitnehmers zur privaten Kommunikation)

2. Klare unternehmensinterne Richtlinien verabschieden und für alle Betroffenen transparent machen (zeitliche Limits setzen, private E-Mail-Nutzung nur über webbasierte Dienste, nicht über E-Mail-Programme des Unternehmens) 3. Schriftliche Einwilligung betroffener Mitarbeiter zur Richtlinie einholen bzw. innerhalb einer Betriebsvereinbarung verankern (Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates) – Umsetzbarkeit hängt von der Unternehmensgröße ab 4. Unternehmensrichtlinie leben, nicht nur schriftlich dokumentieren 5. Für ausreichende Sicherheitsvorkehrungen im Unternehmensnetzwerk in Bezug auf private Online-Aktivitäten sorgen


UNTERNEHMEN < AKTUELLES

Unser Autor, Dr. Thomas Jansen, ist Partner der Wirtschaftskanzlei DLA Piper in München.

schutzgesetz (BDSG). Dem liegt zugrunde, dass nach § 32 BDSG personenbezogene Daten eines Beschäftigten für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses erhoben, verarbeitet oder genutzt werden dürfen, wenn dies für die Durchführung oder Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses erforderlich ist. Die Interessen des Arbeitgebers am Schutz vor Missbrauch und Datensicherheit müssen gegenüber dem Schutz des Arbeitnehmers an der Wahrung seiner Persönlichkeitsrechte überwiegen. Um etwa dem Missbrauch vorbeugen zu können, darf das Unternehmen auch die Verbindungsdaten des Mitarbeiters kontrollieren. Die sogenannte Inhaltskontrolle ist dagegen nur in engen Grenzen zulässig, etwa wenn ein Unternehmen den begründeten Verdacht hegt, dass ein Mitarbeiter Betriebsgeheimnisse weitergibt oder gegen Unternehmensrichtlinien verstößt. Ob es sich um geschäftliche Kommunikation handelt, oder ob der Mail-Inhalt privat ist, lässt sich oft schwer differenzieren. Fest steht aber, dass jedes Unternehmen da-

rauf achten muss, die Privatsphäre des Mitarbeiters beziehungsweise sein Persönlichkeitsrecht ausreichend zu achten. Verbietet der Arbeitgeber private Kommunikation, ist es ihm untersagt, eingehende EMails zu öffnen, deren private Natur offensichtlich ist, da diese Kommunikation nicht den geschäftlichen Interessen des Unternehmens dient. Lässt der Arbeitgeber die private Nutzung von Internet und Mails ausdrücklich zu, muss er bei seinen Kontrollen dass Telekommunikationsgesetz beachten. Dieses Gesetz hat, geht es um den Anwendungsbereich, Vorrang vor dem BDSG. Der Arbeitgeber wird dann rechtlich als „Telekommunikationsanbieter“ eingestuft und ist an das Fernmeldegeheimnis gemäß § 88 TKG sowie an die besonderen datenschutzrechtlichen Vorschriften der §§ 91 ff TKG gebunden. Im Klartext darf zugelassene private Kommunikation nicht kontrolliert werden. Wird sie es doch, drohen strafrechtliche Sanktionen. Nur in Ausnahmefällen darf das Unternehmen die privaten Verbindungsdaten der Mitarbeiter prüfen, z.B. im Fall von Störungen an den Telekommunikationsanlagen. Hier gilt: der Inhalt darf nicht überwacht werden. Lässt ein Unternehmen zunächst private Kommunikation zu, hat es im Nachhinein fast keine rechtliche Handhabe mehr, private E-Mailund Internetnutzung zu kontrollieren und einzudämmen. Dem Arbeitgeber kann sogar eine Mitverantwortung zugeschrieben werden, etwa wenn ein Mitarbeiter durch privates Surfen Schäden für den Arbeitgeber verursacht. Denn dieser ist angehalten, für ausreichende Schutzmaßnahmen zu sorgen. <

Doppelspitze für Arxes > Seit dem 10. März 2010 verantworten Alexandra Mülders (40) und Ralf Hensel (42) die Geschäftsführung des IT-Dienstleisters Arxes GmbH mit Sitz in Köln. Dabei wird Alexandra Mülders für den Bereich Sales zuständig sein, während Ralf Hensel die Federführung für den Bereich Service übernimmt. Alexandra Mülders ist bereits seit neun Jahren für Arxes tätig. Ihre Erfahrungen als Vertriebs- und Niederlassungsleiterin sowie ihre Kenntnisse über das Servicespektrum des Unternehmens sollen sie für die anstehenden Aufgaben prädestinieren.

Alexandra Mülders

Ralf Hensel

In ihrer neuen Rolle will Mülders die vertriebliche Konzentration auf Betriebs- und Projektthemen in den Vordergrund stellen. Ralf Hensels Tätigkeit für Arxes begann 1998. Nun will Hensel, in enger Abstimmung mit Vertrieb und Kunden, die Services und Prozesse nach ITIL ausrichten. Die Neubesetzung der Geschäftsführung durch zwei langjährige Mitarbeiter sei ein Signal für Kontinuität sowie gleichzeitigen Neuanfang nach der Übernahme der Gesellschaft durch Datagroup Ende Februar 2010. <

Im Internet: www.arxes.de

DR. THOMAS JANSEN

IT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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TITELTHEMA > UNIFIED COMMUNICATIONS

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IT-DIRECTOR 路 AUSGABE 3/2010


UNIFIED COMMUNICATIONS < TITELTHEMA

Klassisches

Telefon war gestern Keine Frage: Unified Communications (UC), also Internet-Telefonie, Collaboration und Präsenzinformation, Web- und Video-Conferencing, wird das traditionelle Arbeitsleben verändern. > „Es sollte sehr genau geprüft werden, wo sich im Business Kosten einsparen lassen – über die Reduzierung von Reise- und Telefonkosten hinaus“, sagt Steve Blood, Analyst beim Marktforschungsinstitut Gartner und nennt das Beispiel eines spanischen Unternehmens, das durch UC und Home Offices seine Gebäudekosten um 20 Prozent gesenkt hat. „IT-Leiter könnten sich von Daniela Hoffmann, für das Thema neue Verbündete suchen. Fachjournalistin in Berlin Dazu gehört es, aktiv offene Probleme in der Kommunikation aufzudecken und Geschäftsanwender mit Lösungen zu überzeugen, um sie als Sponsoren für Projekte zu gewinnen“, rät Blood. Ansatz sei die Überlegung, wie das Unternehmen in fünf Jahren aufgestellt ¬ sein will. IT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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TITELTHEMA > UNIFIED COMMUNICATIONS

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„Als Trend erkennen UC-Experten den Wandel vom festen zum virtuellen Arbeitsplatz, zumindest für ,Kopfarbeiter‘. Die alten Kekse in der Schublade und das Bild der Kinder auf dem Schreibtisch werden dann Vergangenheit sein.“

Allerdings geht es bei UC erstmal darum, mehr Geld auszugeben. Vielen Unternehmen fällt es nicht leicht, hier einen überzeugenden Business Case zu bauen. „Viele der strategischen Vorteile lassen sich nur schwer bemessen. Statt der reinen Kosten-Nutzen-Rechnung sind eher qualitativ orientierte Analyseinstrumente wie die Balanced-ScorecardMethode besser geeignet“, sagt Dr. Andreas Stiehler, Director Research beim Analystenhaus Berlecon. Dennoch ist das Thema auf die Agenda gelangt. Laut Berlecon-Umfragen plant jedes zweite Unternehmen, sich mit UC zu befassen, viele haben bereits entsprechende Infrastrukturkomponenten im Einsatz. Traditionell sei UC von den Anbietern zu stark als Produkt vermarktet worden, nicht als Business-Lösung. Und: „Keiner der Anbieter kann alles abdecken“, meint Stiehler. „Wenn Lösungen kombiniert werden, besteht das Risiko, zu viel einzukaufen und Überlappungen auf der Software-Seite zu haben. Unternehmen müssen sich den Mix vorab genau anschauen“, resümiert Blood. Problematisch ist nach Ansicht des Gartner-Analysten auch das Thema Bandbreite. „Bei Überlastung verschlechtert sich die Qualität – UC-Hersteller aus der Software-Ecke bieten derzeit keine Möglichkeit, die An-

zahl der Nutzer zu begrenzen“, so Blood. Geld muss auch ins Training fließen, denn wie in allen Softwarebereichen funktioniert die Idee nur, wenn die Nutzer mitziehen. Hier tut sich ein beträchtliches Gefälle auf zwischen der jüngeren „Generation Internet“ und den jetzt über Vierzigjährigen. Während sich Fachnachwuchskräfte vielleicht nicht mehr auf Arbeitgeber mit rückschrittlichen Kommunikationssystemen einlassen wollen, kann das ebenso problematisch für Unternehmen werden wie die stille Resistenz gegenüber modernen Lösungen. Von vier aktiven Generationen im Berufsleben müssten zwei erstmal in Ruhestand gehen, so ein halbernster Witz der Experten. Derzeit handelt es sich bei UC um ausgesuchte Nutzer-Zielgruppen, nicht um die Massen – auch wenn es bei den Herstellern gern so klingt. Microsoft, IBM und Cisco führen den magischen Quadrant von Gartner an, gefolgt von Avaya, Alcatel Lucent und Siemens. Für die großen Anbieter am Markt, die das Thema UC stark treiben, steht jetzt der nächste Schritt an: Die Integration von Kommunikation in die Geschäftsprozesse. Bei IBM heißt es Unified Communication & Collaboration, weil „es sich nicht um eine separate Anwendung

Neue Billing-Lösung für Siemens Die TCC GmbH aus Bergisch Gladbach beliefert ab sofort Siemens Enterprise Communications mit der Call Accounting Software Atradis<Balance. Unter dem Namen „OpenScape Balance“ wird die Lösung in das Portfolio von Siemens integriert. Es handelt sich um eine Software, die die Aufnahme, Berechnung, Zuordnung und Verwaltung aller Verbindungsdaten und Kommunikationsprozesse im ITK-Netzverbund sicherstellt. Die Lösung setzt auf einer CMDB (Configuration Management Database) auf und soll es dem Anwender jederzeit ermöglichen, auch die anderen Module von Atradis wie Collect (Netzwerkdokumentation), Observe (Netzwerkmonitoring), Manage (Helpdesk)

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und Supply (Servicelevel-Managementtool) einzusetzen. Die Software liefert Lösungen für alle Anforderungen von aktuellen Server/Gateway-basierenden VoIP-Technologien. Zudem ermöglicht sie dem Nutzer umfassende Kostentransparenz sämtlicher Kommunikationsprozesse von Verbindungskosten bis zu Netz- und Leitungsmieten. Sie bietet neben der flexiblen Abbildung von Organisationsstrukturen und eindeutigen Zuordnung von Kostenstellen vielfältige andere Funktionen der Kostenverrechnung. Zudem stehen flexible Import- und Exportmechanismen zur Verfügung.

Im Internet: www.tcc.de


UNIFIED COMMUNICATIONS < TITELTHEMA

handelt, sondern um den Teilaspekt einer Collaboration-Plattform“, so Rainer Janssen, Vertriebsverantwortlicher für UCC bei der IBM Software Group in Deutschland. „Wir sprechen hier von Projekten, die sich über neun bis zwölf Monate erstrecken, einschließlich der Auswahl und dem Schaffen der Voraussetzungen. Gerade bei VoIP-Projekten gibt es noch viel zu tun, da die Telefonie häufig organisatorisch von der IT getrennt läuft“, sagt Janssen. Zudem hänge die Qualität der Verbindungen natürlich von der verfügbaren Bandbreite ab. In der Software könnten zwar QoS-Parameter (Quality of Service) genutzt werden, beispielsweise seien jedoch Anbindungen für Home Offices oder für Reisende im Zug qualitativ nicht immer so einfach zu

gie sprechen – die Kunden wollen in der Regel einen evolutionären Weg“, meint Janssen. Als Trend sieht der UC-Experte den Wandel vom festen zum virtuellen Arbeitsplatz, zumindest für „Kopfarbeiter“. Die alten Kekse in der Schublade und das Bild der Kinder auf dem Schreibtisch werden dann Vergangenheit sein. „Die softwarebasierte Kommunikation hat bezüglich alter Telefoniekonzepte ein ähnliches Momentum wie der Client/Server-Ansatz für die Ablösung des Mainframe“, prognostiziert Carolin Diana Müller, UC-Produktmanagerin bei Microsoft. Für Microsoft steht ebenfalls die Einbindung Software-basierter Kommunikation in die einzelnen Geschäftsprozesse auf dem Schirm, Leitmotiv ist Gartners Wort von den „Communication ANZEIGE

gewährleisten. Auch für IBM steht die UC-Einbindung in Geschäftsanwendungen im Vordergrund. „Wie aufwendig sich die Integration gestaltet, hängt maßgeblich von der Zielumgebung ab. Vielfach entsteht durch vorkonfigurierte Schnittstellen und Toolkits, die die Softwareplattform bietet, nur ein moderater Aufwand, während das bei Legacy-Anwendungen anders aussehen kann“, so Rainer Janssen. „Bei den meisten Unternehmen kann man heute sicher nicht von einer fertigen, festgeschriebenen Strate-

enabled Business Processes“. Statt separater Anwendungen sollen zum Beispiel Präsenzinformationen, Direktanwahl oder das Konferenzaufsetzen auch im ERP-System oder branchenspezifischen Applikationen zum Namen einer Person zur Verfügung stehen. Das Software Development Kit liefert Microsoft zufolge das Werkzeug, um diese Integration herzustellen. Beispiel Industrie: Fällt zum Beispiel eine Pumpe am Kundengerät aus, wird automatisiert geschaut, wer tatsächlich verfügbar ist, um das Problem zu lösen – Stichwort ereigIT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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TITELTHEMA > UNIFIED COMMUNICATIONS

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„Video wird die Kommunikation revolutionieren. Dabei geht es zunehmend auch um das Auffinden von Expertenwissen, das sich aufzeichnen und nach Stichworten durchsuchen lässt.“

nisorientierte Benachrichtigungsprozesse. In naher Zukunft soll dann auch zu sehen sein, über welche Kanäle oder auch Social Networks kommuniziert wurde. Die Kommunikationslösungen Exchange Server und Office Communications Server (OCS) bietet Microsoft ebenso in der Cloud an wie das Kollaborationswerkzeug Sharepoint Server – ohne Investitionen geeignet auch für UC-Einsteiger. „Wir sehen hier einen Shift Richtung online, es gibt aber bei Unternehmen auch Mischformen, bei denen nur teilweise in die Cloud ausgelagert wird“, sagt Müller. Noch einen Schritt visionärer kommt der Ansatz des Netzwerkanbieters Cisco daher. Das magische Wort lautet: Video. Laut einer Studie des amerikanischen Arbeitspsychologie-Instituts Pearn Kandola im Auftrag von Cisco sind 63 Prozent der Kommunikation nonverbal, es braucht viermal länger, eine Nachricht elektronisch zu übermitteln als von Angesicht zu Angesicht. Zudem dauere es 17 Wochen, bevor multikulturelle Teams „Single Culture“-Teams in der Leistungsfähigkeit einholen: Alles gute Gründe für die Videotechnologie,

Rainer Janssen, Vertriebsverantwortlicher für UCC bei IBM Deutschland: „Wir sprechen von UC-Projekten, die sich über neun bis zwölf Monate erstrecken, einschließlich der Auswahl und dem Schaffen der Voraussetzungen.“

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die der Youtube-Generation schon vertraut ist. „Video wird die Kommunikation revolutionieren“, meint Carsten Heidbrink, Head of Architecture Collaboration bei Cisco. „Dabei geht es zunehmend auch um das Auffinden von Expertenwissen, das sich aufzeichnen und nach Stichworten durchsuchen lässt. Bei verteilten Teams dient Video als elementare Brücke, um Vertrauen zu schaffen“, so Heidbrink. Der UC-Manager ist sich sicher, dass auch Speech-to-Text-Lösungen, die für das Recherchieren in Videos notwendig sind, einen genügend hohen Reifegrad haben. Nach eigenen Angaben hat sich die interne Videonutzung bei Cisco seit der Einführung 2008 verfünfzigfacht. „Die Leute nutzen die Technologie gerne und erkennen den Vorteil, einfach und effizient zu kommunizieren“, sagt Heidbrink. Das sei derzeit unter anderem im Collaboration-intensiven Entwicklungsbereich der Autoindustrie der Fall. Zudem ist aus Cisco-Sicht die verstärkte Nutzung mobiler Devices wie Blackberry und iPhone als Notebook-Surrogat im Kommen. „Das bedeutet für IT-Abteilungen, dass sie das Einschleusen von Anwendungen

Carsten Heidbrink von Cisco: „IT-Abteilungen können das Einschleusen von Anwendungen und mobilen Geräten durch die Anwender nicht mehr steuern.“

Steve Blood von Gartner: „IT-Leiter könnten sich für das Thema Unified Communications (UC) neue Verbündete suchen.“


UNIFIED COMMUNICATIONS < TITELTHEMA

(wie Social Networks oder Instant Messengern) und mobilen Geräten durch die Anwender nicht mehr steuern können. Diese Aufgaben müssen in Zukunft intelligente Netze übernehmen, die erkennen, welche Sicherheitsanforderungen mit den jeweiligen Zugriffen verbunden sind und welche Bandbreite benötigt wird“, so Carsten Heidbrink und sieht hier den Ansatz von Cisco. „Eine gesamte UC-Lösung über die Cloud abzubilden ist immer noch schwierig – insbesondere wenn die vor Ort implementierten und gepflegten Verzeichnisse, Datenbanken und Anwendungen integriert werden müssen. Diese Entwicklung befindet sich noch am Anfang, auch weil herstellerübergreifende Standards sich noch nicht ausreichend entwickelt und durchgesetzt haben“,

immer eine Einigung erzielen. Es ist hierbei von elementarer Wichtigkeit, den Betriebsrat schon in einer frühen Projektphase zu integrieren“, berichtet Müller. Da sich der Aspekt der Überwachung nicht technisch kontrollieren lässt, sind Absprachen nötig, um der Angst vor Überwachung gerecht zu werden. Im VoIP-Markt für Software PBX (Telefonanlagen) rückt mit Asterisk auch eine Open-Source-Lösung in den Fokus von Unternehmen. Voraussetzung dafür sind allerdings entsprechende Dienstleistungsangebote, die dem Anwender die aufwendige Auseinandersetzung mit dem nativen Asterisk ersparen. Insbesondere bei den Wartungskosten lassen sich hier im Vergleich zu klassischen PBX deutliche Einsparungen erzielen. ANZEIGE

Intelligente Technologien für einen smarten Planeten

Wie viel Wissen steckt in Ihren Daten? Immer größere Datenströme fließen jeden Tag durch die Unternehmen – aber führt das auch zu besseren Ergebnissen? IBM Business Intelligence- und Performance Management-Lösungen helfen Ihnen mit intelligenten Werkzeugen, Daten schnell zu anwendbarem Wissen zu verdichten. Smarte Unternehmen brauchen intelligente Software, Systeme und Services. Also: Machen wir den Planeten ein bisschen smarter. Wie, erfahren Sie unter ibm.com/intelligence/de

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sagt Andreas Stiehler. Die Experten sind sich jedoch einig, dass UC und Cloud ausgezeichnet zusammenpassen. Web Conferencing findet laut Gartner schon jetzt zu 80 Prozent in der Cloud statt. Abgesehen von Sicherheitsüberlegungen für CloudLösungen, gilt es bei UC-Projekten auch, Ängsten der Anwender zu begegnen. Präsenzinformation macht das Arbeitsverhalten transparent, das wiederum macht Betriebsräte besorgt. „Wir konnten durch Gespräche und bereits umgesetzte Kommunikationskonzepte bisher

Der Vorstoß der Telekom, mit dem „DeutschlandLAN“ auch kleinen und mittelständischen Unternehmen die netzbasierte Kommunikation näherzubringen, könnte zudem für einen kleinen Schub in Sachen UC sorgen. Bis Ende August soll das Einstiegspaket für 495 Euro monatlich erhältlich sein, danach kostet es 200 Euro mehr. Enthalten sind neben der Datenverbindung unter anderem Flatrates für Telefonie ins Festnetz und deutsche Mobilfunknetze. Fazit: Wer künftig nicht mehr erreichbar sein will, muss Aussteiger werden. < IT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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INTERVIEW TITELTHEMA > UNIFIED COMMUNICATIONS

An einem Strang ziehen Im Gespräch mit Philip Vanhoutte, Managing Director Europe bei Plantronics, über den UC-Einsatz und die Philosophie des „Smarter Working“ in Unternehmen > Bei „Smarter Working“ handelt es sich P. Vanhoutte: „Acoustic Intelligence“ ist eine um eine neue Philosophie in der Mitarbeijunge Disziplin, die Mitarbeiter über die terführung. Gemäß dieser ist es MitarbeiBedeutung von Stimme, Audio-Perfortern möglich, Ort und Zeit ihrer Arbeit mance und Klangqualität in der Telefonie selbst zu wählen – je nachdem, wo sie ihre aufklärt. Sobald Mitarbeiter räumlich und besten Ergebnisse erzielen. Zum Einsatz zeitlich flexibel arbeiten und sich seltener kommen hierbei die Instrumente von Uni„Face-to-Face“ begegnen, geht der Reichfied Communications Collaborations tum der Körpersprache verloren. Die (UCC). IT-DIRECTOR sprach mit Philip Stimme wird damit zum maßgeblichen Vanhoutte von Plantronics, einem AnbieBaustein des Dialogs. „Acoustic Intelliter für Kommunikationslösungen. gence“ umfasst drei Bereiche: In der AuPhilip Vanhoutte, Managing IT-DIRECTOR: Da UCC unabhängiges Arbeiten dio-Ergonomie geht es um den SicherDirector Europe bei Plantronics ermöglicht, muss der Arbeitgeber seinen heits- und Gesundheitsaspekt, also z.B. Angestellten mehr Vertrauen als bisher entgegenbringen. um den Schutz vor plötzlichen Pegelspitzen, aber auch Sind die Arbeitgeber für diese Umstellung bereit? um die Vorteile des handfreien Telefonierens. Beim P. Vanhoutte: Das ist in der Tat eine große Herausforderung. Thema Sprachverständlichkeit steht die authentische Eine neue UC-Infrastruktur einzurichten, ist der leich- Übertragung der natürlichen Stimme im Vordergrund. tere Teil. Der stärkste Wandel geht von der neuen Dy- Die Reduzierung von Wind- und Umgebungsgeräunamik der Arbeit aus. Unternehmenslenker und Mana- schen spielt hier hinein, aber auch die Bedeutung von ger müssen den Anfang machen und mit Vertrauen in Wideband Audio für exzellente Psychoakustik. Die Vorleistung gehen. Momentan lautet der Ansatz dage- Stimmwirkungsforschung schließlich zeigt Mitarbeigen: Mitarbeiter müssen sich das Vertrauen ihrer Vor- tern, wie sie ihren Stimmapparat effektiv einsetzen und gesetzten erarbeiten. Aber in der Arbeitswelt von heute alle Parameter wie Klangfarbe, Tonhöhe und sogar Paugeht es nicht mehr darum, so und so viel Stunden „auf sen nutzen, um maximale Audiopräsenz zu erzielen. Arbeit“ zu sein. Hier geht es um die Erzielung hochwer- IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielen die Plantronics-Technolotiger Resultate. Und da muss die Leitungsebene mit gu- gien bei der Optimierung von UCC-Lösungen? P. Vanhoutte: Unsere Rolle besteht darin, Audio-Ergonomie tem Beispiel vorangehen und Leidenschaft zeigen. IT-DIRECTOR: Viele Unternehmen kennen die Vorteile von und Sprachverständlichkeit in der Telefonie auf ein hoUCC, zögern aber mit dessen Einführung. Warum? hes Niveau zu heben. Da Stimmkommunikation ein P. Vanhoutte: Die Unternehmen sind ängstlich, da sie fürch- Grundpfeiler aller UC-Lösungen ist, tragen wir zur erten, die Technologie sei noch unfertig. Andererseits folgreichen Implementierung von UC bei. wird UC noch immer viel zu komplex präsentiert. In IT-DIRECTOR: Wird der Trend zu virtueller Kollaboration eine seiner einfachsten Form handelt es sich um einen bleibende Entwicklung sein? P. Vanhoutte: Virtuelle Kollaboration Dienst wie Skype: eine Liste von wird echte Face-to-Face-MeeLeuten mit Präsenzanzeige, detings niemals vollkommen ersetnen man Instant Messages zen. Meine Erfahrung ist, dass schickt, die man anruft und per jede Stunde der virtuellen Arbeit Video sehen kann. IT-DIRECTOR: Was genau verbirgt sich eine weitere Stunde direkter hinter dem Begriff „Acoustic InFace-to-Face-Arbeit erfordert. < GUIDO PIECH telligence“?

„Virtuelle Kollaboration wird echte Faceto-Face-Meetings niemals vollkommen ersetzen.“

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Effektiv kommunizieren. Optimal zusammenarbeiten.

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TITELTHEMA > UNIFIED COMMUNICATIONS

Die Kommunikation rollt Eine konsolidierte Kommunikationsinfrastruktur ermöglichte dem Reifenhersteller Continental einheitliche Abläufe in all seinen europäischen Service Centern.

Über Continental Continental gehört mit einem Umsatz von ca. 20 Mrd. Euro im Jahr 2009 weltweit zu den führenden Automobilzulieferern. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antriebe und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten trägt Continental zu mehr Fahrsicherheit und zum globalen Klimaschutz bei. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 134.500 Mitarbeiter in 46 Ländern.

> Ohne Reifen ist ein Auto nur Mausklick die Bestellung. Ist die ein Stück Blech. Um Kunden in Ware verfügbar, erfolgt die Liefeder Werkstatt oder im Einzelrung binnen 24 bis 72 Stunden. Im Internet: www.conti-online.com handel schnell mit neuen Reifen Thomas Linsenmann, der Leiter versorgen zu können, sind für des Continental Service Center Continental ein erstklassiger Deutschland: „Die Contact CenService und ein schneller Lieferprozess entscheidend. ter wurden bereits 1996 aufgebaut, wobei der Anbieter Die persönliche Bestellannahme trägt maßgeblich dazu Avaya von Anfang an unser Partner war. Nach und bei. Insgesamt gehen allein an dieser Stelle bei Conti- nach stellen wir alle europäischen Märkte auf die einnental in Deutschland täglich 2.500 bis 10.000 Anrufe heitliche Plattform um. Ende 2010 nutzen wir dann voein. raussichtlich durchgehend dieselbe Infrastruktur.“ Anhand der Artikelnummer oder auch des Namens Der Verwaltungsaufwand in den 13 Landesgesellund der Größenbezeichnung finden die mehr als 70 schaften sinkt damit im Vergleich zum früheren AnlaContact-Center-Mitarbeiter in Deutschland den ge- gen- und Hersteller-Mix deutlich. Die 20 Contact Cenwünschten Reifen im SAP-System und bestätigen per ter sind an den Firmenhauptsitz in Hannover angebun-

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UNIFIED COMMUNICATIONS < TITELTHEMA

den und werden zentral gesteuert. Dadurch lassen sich Updates oder Änderungen an der Software in kurzer Zeit über alle Länder vornehmen, so dass die IT-Teams vor Ort dies nur selten selbst erledigen müssen. Dabei unterscheidet sich die Hardware in den einzelnen Niederlassungen durchaus. Während die nordischen Länder voll auf Voice over IP (VoIP) als Vermittlungstechnik setzen, nutzen viele der anderen Standorte für die Kommunikation die vorhandene Kupferverkabelung. „Der große Vorteil unserer eingesetzten Kommunikationslösung ist ihre Kompatibilität mit verschiedenen Lösungen und Herstellern“, sagt Linsenmann. „Dadurch konnten wir unsere Contact Center und mittlerweile auch weite Teile der Office-Telefonie Schritt für Schritt auf eine einheitliche Basis stellen. So profitieren wir nun von den Vorteilen einer durchgängigen Lösung.“ Ein weiterer Vorteil der einheitlichen Lösung besteht im zentralen Reporting. Jedes Land kann auf Knopfdruck die Aktivitäten seiner Contact Center auswerten und detaillierte Berichte erstellen. „Das erleichtert die Einsatzplanung, gibt genauen Aufschluss über die erreichten Ziele und ermöglicht Verbesserungen“, erklärt Thomas Linsenmann.

Übergreifende Vernetzung Um hohes Anrufaufkommen besser bewältigen zu können, war es Continental wichtig, alle verfügbaren Mitarbeiter bei Bedarf auch standortübergreifend einsetzen zu können. So unterstützen sich dank der neuen Kommunikationslösung heute beispielsweise die beiden Contact Center in Norwegen und Schweden gegenseitig. Sie lassen sich zu einem virtuellen Verbund zusammenschließen. Anrufe werden dann direkt an den nächsten freien, angemeldeten Agenten weitergeleitet. Auch darüber hinaus kann der Reifenhersteller durch die Avaya-Lösung flexibler agieren. „Vor allem in den nordischen Ländern ist die Nachfrage im Winter deutlich höher als im Sommer. In diesen Monaten unterstützen auch die mobilen Vertriebsmitarbeiter das Serviceteam in der Bestellannahme. Dazu wählen sie sich im Home Office per Softphone, also Laptop und Headset, in das Unternehmensnetz ein und können sofort Gespräche annehmen und Bestellungen bearbeiten.“ Über eine Schnittstelle steht die Telefonanlage in permanentem Austausch mit dem SAP-System. Sie ist nahtlos an das Supply Chain Management und die SAP-Auftragserfassung angebunden. Geht ein Anruf ein, ermittelt die Software automatisch die Kundenda-

Thomas Linsenmann, der Leiter des Continental Service Center Deutschland

ten anhand der übermittelten Rufnummer und ruft die Details auf dem Monitor des Contact-Center-Agenten auf. Die telefonisch erteilten Aufträge werden direkt zur Auftragsbearbeitung weitergegeben. „Ein Vorteil der telefonischen Bestellung gegenüber dem Online-Geschäft ist das menschliche Know-how“, sagt Linsenmann. „Ist ein Produkt beispielsweise kurzfristig nicht lieferbar, erhält der Kunde je nach Bestellsystem nur eine entsprechende Benachrichtigung oder einen späteren Liefertermin genannt. Am Telefon dagegen kann der Berater sofort reagieren und ein alternatives Modell anbieten, das vorrätig ist.“ Eine wichtige Rolle bei der Bestellannahme spielt neben Telefon und E-Mail nach wie vor das Fax, da in vielen Werkstätten PC oder Internetzugang fehlen. Per Multimedia-Routing verteilt die Kommunikationslösung eingehende Faxe an die Teams in den Service Centern. Lästiges und zeitraubendes Prüfen, ob ein Fax eingegangen ist, entfällt. Stattdessen werden alle Faxe umgehend und nachvollziehbar bearbeitet. Nicht nur der Vertrieb nutzt die Contact-CenterFunktionalität der Kommunikationslösung. Mittlerweile nutzen sie verschiedene Geschäftsbereiche, um telefonische Anfragen umfassend zu beantworten. So betreuen beispielsweise etwa 70 Agenten die Anfragen von Mitarbeitern rund um die Entgeltabrechnung. „Bei rund 40.000 Beschäftigten allein in Deutschland gibt es viele Fragen zu Gehaltsabrechnungen, Abzügen oder vermögenswirksamen Leistungen“, erklärt Linsemann. „Die Kommunikationslösung ist dabei eine ideale Unterstützung, vor allem weil sie nahezu beliebig skalierbar ist. Die Produkte anderer Anbieter waren für unsere Anforderungen dagegen oft überdimensioniert.“ FRANK PIEPER

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TITELINTERVIEW MIT > HAGEN RICKMANN

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Fotokonzept, Layout und Produktion:

MEDIENHAUS Verlag GmbH

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< TITELINTERVIEW

KOMMUNIKATION 23

TRIFFT

KOLLABORATION Interview mit Hagen Rickmann, Leiter Portfolio, Innovation & Offering Management bei T-Systems, über das untrennbare Zusammenspiel von Unified Communications (UC) und Collaboration Text: Ina Schlücker

Hagen Rickmann Alter: 40 Werdegang: Seit 2002 war Rickmann Geschäftsführer in der EDS-Gruppe und leitete 2008 u.a. die Integration in HP. Derzeitige Position: Leiter Portfolio, Innovation & Offering Management bei T-Systems Hobbys: Skifahren, Joggen, Golf

> Im nächsten Jahr steht bei der Telekom-Tochter T-Systems das zehnjährige Jubiläum an. Hierfür sieht sich das IT-Dienstleistungsunternehmen bereits gut gerüstet: Weltweit beschäftigte T-Systems im Geschäftsjahr 2009 im Durchschnitt rund 45.300 Mitarbeiter – davon allein 26.000 in Deutschland – und generierte einen Umsatz von ca. 8,8 Mrd. Euro. Dank zahlreicher globaler Abschlüsse – wie zuletzt mit Philips, Shell oder BP – schreitet derzeit vor allem die Internationalisierung des Unternehmens kontinuierlich voran. Innerhalb des Konzerns der Deutschen Telekom zeichnet T-Systems für das Großkundensegment verantwortlich. „Wir sehen uns dabei als Gestalter für die vernetzte Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft.

Dieses Ziel wollen wir mit innovativen ITK-Lösungen erreichen“, erklärt Hagen Rickmann im Gespräch mit IT-DIRECTOR. IT-DIRECTOR: Was sind die wichtigsten Geschäftsfelder von T-Systems? H. Rickmann: Wir besitzen die komplette IT- und TK-Kompetenz – inklusive dem immer stärker werdenden Trend zu ortsunabhängigem Arbeiten. Damit adressieren wir die 400 größten Kunden der Deutschen Telekom sowie öffentliche Institutionen. IT-DIRECTOR: Inwiefern werden Sie der Mobilität in der heutigen Geschäftswelt gerecht? H. Rickmann: Auf der diesjährigen Cebit stellten wir beispielsweise mit „Mobile CRM“ ein neues Angebot für mobiles Customer Relationship Management vor. Dieses ermögIT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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TITELINTERVIEW MIT > HAGEN RICKMANN

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„Ein CIO muss die Geschäftsprozesse so vereinfachen und verbessern können, dass Mobilität immer und überall möglich ist.“

licht die Nutzung von SAP CRM auf einem iPhone, einem Blackberry oder Windows-Mobile- bzw. Android-Geräten. Gemeinsam mit SAP haben wir auf Basis der Software von Sybase eine einheitliche Plattform entwickelt. Diese Entwicklung kommt vor allem den Anforderungen von modernen ITVerantwortlichen entgegen. Denn ein CIO muss die Geschäftsprozesse heute so vereinfachen, beschleunigen und verbessern können, dass Mobilität immer und überall möglich ist. Zusammen mit Continental bringen wir übrigens Apps ins Auto und ermöglichen ein breites Einsatzspektrum über EMails und persönliche Webinhalte, bis hin zur Überwachung des Fahrzeugs mit einem Smartphone. IT-DIRECTOR: Wie ist es um die Sicherheit der mobilen Daten bestellt? H. Rickmann: Die Daten werden nicht auf dem Mobiltelefon vorgehalten, sondern liegen auf den Systemen im Unternehmen, entweder auf einem dedizierten Server oder in einer Private Cloud. Um darauf zugreifen zu können, muss man sich am Endgerät sowie auch im SAP-System authentifizieren. IT-DIRECTOR: Welche Themen stehen neben der Mobilität aktuell auf der Agenda von IT-Verantwortlichen? H. Rickmann: Grüne Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden für Unternehmen zunehmend wichtiger und werden die IT-Verantwortlichen in ihren Entscheidungen künftig stark beeinflussen. Weitere Themen, mit denen sich CIOs täglich auseinandersetzen, sind Sicherheit und GoIT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

vernance. Große Bedeutung besitzt zudem das Dynamic Net Centric Sourcing. Das heißt: Es wird immer mehr netzzentrierte und dynamischere Services geben – Stichwort Cloud Computing. Dahinter verbirgt sich das Konzept, dass Unternehmen nur das beziehen und bezahlen, was sie tatsächlich brauchen. Diese Lösungen lassen sich dann je nach Bedarf beliebig nach oben oder nach unten skalieren. Nicht zuletzt zählen Unified Communications & Collaboration, kurz UCC, zu den Trends. Dabei geht es nicht mehr nur um die Verfügbarkeit und Zusammenführung sämtlicher Kommunikationskanäle, sondern vielmehr darum, dass sich weltweit verstreute Teams in einem virtuellen Raum treffen und Dokumente gemeinsam ansehen bzw. bearbeiten. Hier werden die Kommunikationsstrukturen, die Softwarekernsysteme sowie die Infrastruktur eines Unternehmens so miteinander verzahnt, dass alle Mitarbeiter unkompliziert und trotzdem sicher auf relevante Dokumente und Informationen zugreifen können. IT-DIRECTOR: Sie sprachen von UCC – gibt es keinen Unterschied zwischen Collaboration und Unified Communications? H. Rickmann: Wir sprechen stets von Unified Communications & Collaboration (UCC), da man die beiden Bereiche unserer Ansicht nach nicht trennen sollte. Unified Communications (UC) steht für die Zusammenführung von Kommunikationskanälen (Festnetz-/Mobiltele-

fonie, E-Mail, Instant Messaging) in eine Oberfläche und die Anwesenheitsinformationen der Mitarbeiter. Erweitert man diese Kommunikationsformen z.B. um Webkonferenzen mit sicherer virtueller Zusammenarbeit, geht dies in den Bereich der Kollaboration über. Kurz gesagt geht es bei Collaboration darum, mehr Funktionalitäten für die Kommunikation zu kombinieren. IT-DIRECTOR: Können Sie ein Beispiel nennen? H. Rickmann: In der Automobilbranche herrscht großer Kostendruck. Schon lange geht es hier darum, Entwicklungs-, Transport- oder Lagerzeiten gering zu halten. Dabei ist eine firmenübergreifende Zusammenarbeit über Landesgrenzen und Zeitzonen hinweg denkbar und z.T. auch notwendig. Der Automobilzulieferer Veritas setzt auf eine UCC-Lösung, die alle Protagonisten in einem virtuellen Raum zusammenführt. Jeder Teilnehmer kann an den Teilprojekten arbeiten, die ihn betreffen, ohne Einblicke in vertrauliche Bereiche zu erhalten. Hierdurch wird der komplette Prozess effizienter und vom Reißbrett bis zur Auslieferung beschleunigt. IT-DIRECTOR: Inwieweit tragen UCCLösungen primär zur Verbesserung von Unternehmensabläufen bei? H. Rickmann: In vielen Prozessen unserer Kunden spielen verteilte Teams und die Erreichbarkeit von Entscheidungsträgern eine entscheidende Rolle. Der schnellste Prozess gerät ins Stocken, wenn Entscheider nicht erreichbar sind. Eine in-

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< TITELINTERVIEW

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TITELINTERVIEW MIT > HAGEN RICKMANN

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„Der schnellste Unternehmensprozess gerät ins Stocken, wenn Entscheidungsträger nicht erreichbar sind. Eine intelligente Integration von UCC-Technologien in die Prozesslogik vermindert diese Verzögerungen deutlich.“

telligente Integration von UCCTechnologien in die Prozesslogik vermindert diese Verzögerungen deutlich. Nehmen wir zum Beispiel die Einkaufsprozesse, die vom Kostenstellenverantwortlichen freigegeben werden müssen. T-Systems kann hier die Kommunikation direkt in die Beschaffungsapplikation integrieren. Der Sachbearbeiter hat somit die Möglichkeit, aus der Anwendung heraus direkt Kontakt zum Verantwortlichen aufzunehmen. Dank der Präsenzanzeige sieht er zudem, ob und über welches Medium der Gesuchte gerade optimal erreichbar ist. Ein anderes Beispiel ist die Kundenbetreuung in

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Branchen, bei denen die Beratungsqualität eine wettbewerbsentscheidende Rolle spielt. Hier gibt es die Möglichkeit, virtuelle Beratungsräume in Filialen oder im Internet anzubieten. Neben der Videokonferenzfunktion kann man gemeinsam Grafiken oder Statistiken ansehen oder Formulare ausfüllen. Servicestrukturen können so standortunabhängig und flexibel aufgebaut werden. Der Kunde lässt sich auf komfortable Art beraten, der Anbieter erhöht seine Beratungsqualität und Kundennähe, und sichert vor allem die schnelle Erreichbarkeit. Überdies werden die Prozesskosten gesenkt, da das gemeinsame Ausfüllen von Formularen die Fehlerquote reduziert und schnelle Vertragsabschlüsse generiert. Die optionale Aufzeichnung des Gesprächs sorgt zudem für Rechtssicherheit auf beiden Seiten. IT-DIRECTOR: Wie viele Unternehmen beschäftigen sich hierzulande bereits mit UCC? H. Rickmann: Die Nachfrage ist enorm. Aktuelle Umfragen gehen davon aus, dass über die Hälfte der Unternehmen UCC-Lösungen zumindest punktuell einsetzen oder sich mit deren Planung befassen. Allerdings muss man sich im Klaren darüber sein, dass am Markt die unterschiedlichsten Definitionen kursieren. Für den einen oder anderen mag Unified Communications bereits mit der Nutzung einer IP-basierten Telefonanlage gegeben sein. Legt man die Messlatte höher und spricht von umfassenden UC- und Collaboration-Funktionalitäten,

dürfte die Quote niedriger liegen. Gerade Planungsvorhaben werden vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise teilweise vertagt. Dennoch ist es meiner Meinung nach unbestreitbar, dass sich die meisten Unternehmen in den nächsten zwei Jahren mit dem Thema UCC befassen müssen. Denn Treiberthemen wie Voice over IP, die Migration von veralteten Plattformen, aber auch überalterte Hardware oder Release-Wechsel werfen in den Unternehmen immer wieder die Frage nach der Zusammenführung von Kommunikationsinfrastrukturen und -diensten auf. Im Moment erhalten wir von Großunternehmen kaum eine Ausschreibung mehr, in der UCC nicht in irgendeiner Form gefordert würde. IT-DIRECTOR: Welche Funktionalitäten erfreuen sich großer Beliebtheit? H. Rickmann: Die Erleichterung, alle Kommunikationskanäle übersichtlich in einer Applikation zu haben, wird eigentlich von allen Benutzern sofort geschätzt. Die integrierte Präsenzinformation und die Möglichkeit, mit einem Klick sofort das in dem Moment adäquate Medium zu nutzen, führen zu schnellerer Kommunikation und damit zu schnelleren Abstimmungen. IT-DIRECTOR: Wie sollten Unternehmen bei einer UCC-Einführung am besten vorgehen? H. Rickmann: Um Erfahrungswerte hinsichtlich der Nutzerakzeptanz und eines optimalen Prozessablaufs zu sammeln, sollten Unternehmen mit Pilotinstallationen in einigen Gruppen beginnen, die später auf wei-

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„Um Erfahrungswerte hinsichtlich der Nutzerakzeptanz zu sammeln, sollten Unternehmen mit Pilotinstallationen in einigen Gruppen beginnen, die später auf andere Bereiche ausgeweitet werden können.“

tere Kreise ausgeweitet werden können. Gerade erfahrene und vor allem überzeugte Pilotnutzer können zu Multiplikatoren und Treibern für die Gesamtakzeptanz der UCC-Lösung im ganzen Unternehmen werden. IT-DIRECTOR: Sollte man eine UCC-Lösung nicht zunächst innerhalb einzelner Niederlassungen einführen? H. Rickmann: Auf keinen Fall. Der große Nutzen von UCC liegt darin, standortübergreifende Zusammenarbeit in verteilten Teams zu erleichtern und zu beschleunigen – vor allem

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durch Präsenzinformationen und Konferenzfunktionen. Wie soeben betont, wäre es ratsamer, mit einem Geschäftsbereich (Entwicklung, Vertrieb, Marketing etc.) standortübergreifend zu beginnen, um von dort sukzessive weitere Teile des Unternehmens einzubeziehen. Letztlich geht die Entwicklung sogar einen Schritt weiter. In vielen Branchen ist es zunehmend erforderlich, auch externe Lieferanten oder Partner schnell in Kollaborationslösungen einzubinden. Hierfür bieten wir virtuelle Projekt-

räume auf Platon an, unserer hoch gesicherten Kollaborationsplattform mit integrierten UCC-Funktionalitäten. Diese ermöglicht es den Unternehmen, mit Lieferanten oder Partnern gemeinsam an sensiblen Daten zu arbeiten, ohne dass sie ihre IT komplett füreinander öffnen müssen. IT-DIRECTOR: Worauf sollten die Unternehmen hinsichtlich Sicherheit und Sprachqualität vor allem achten? H. Rickmann: Stellt die Netzwerkinfrastruktur (LAN und WAN) eines Unternehmens bereits durchgängig Quality of Service bereit, ist die Grundlage für eine einwandfreie Sprachqualität gelegt. Mit Messungen von Qualitätsparametern lässt sich dies professionell verifizieren. In manchen Fällen ist es bei einer UCC-Einführung die größte Herausforderung, das Netzwerkdesign strukturell für die neuen Aufgaben fit zu machen. Was die Sicherheit anbelangt, werden in professionellen UCC-Gesamtlösungen hinsichtlich Design und Architektur der Topologie für das Sprach-Daten-Netz alle relevanten Sicherheitsrichtlinien angewendet. Zudem wird die gesamte Kommunikation verschlüsselt – sowohl die Signalisierung als auch die eigentlichen Sprachdaten. Lösungen von Dienstleistern, die streng nach ISO-Normen arbeiten, lassen darüber hinaus keinen Raum für Sicherheitsbedenken, wie sie die Fachleute bei Konsumentenplattformen wie Skype sehen. IT-DIRECTOR: Gibt es überhaupt noch Hemmnisse, die eine flächende-


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„UCC-Lösungen von Dienstleistern, die streng nach ISO-Normen arbeiten, lassen keinen Raum für Sicherheitsbedenken, wie sie Fachleute bei Konsumerplattformen wie Skype sehen.“ ckende Verbreitung von UCC-Lösungen aufhalten könnten? H. Rickmann: Eine Hürde gibt es beim unternehmensübergreifenden Einsatz: Will man mit dem UCC-System eines anderen Unternehmens kommunizieren, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Der Grund dafür ist, dass noch nicht alle auf dem Markt angebotenen UCC-Systeme ineinander greifen können. Bei einigen Anbietern funktioniert dies bereits, bei vielen

anderen jedoch noch nicht. Eine andere Herausforderung besteht darin, UCC im alltäglichen Arbeitsleben als feste Basisfunktion zu etablieren. Hier gilt es, die Anwenderakzeptanz zu erhöhen. IT-DIRECTOR: Wie kann man dafür sorgen, dass auch alle Mitarbeiter alle Kommunikationskanäle nutzen? H. Rickmann: Eine UCC-Lösung bringt natürlich einen Kulturwandel mit sich, und viele Nutzer müssen sich auf den Umgang mit den neuen

Kommunikationsmitteln erst einmal einlassen. Während jüngere Mitarbeiter wahrscheinlich erfreut sind, dass ihre Arbeitsumgebung jetzt das bietet, was sie längst aus dem privaten Bereich kennen, können weniger affine Mitarbeiter Abwehrhaltungen entwickeln. Vor diesem Hintergrund bieten wir unseren Kunden die Begleitung des Change-Management-Prozesses an und unterstützen z.B. die Kommunikation zwischen der IT-Abteilung und deren Endnutzern. Eines steht jedoch fest: Starre Richtlinien zur Einführung von UCC werden wenig helfen. Wenn aber die Konzeption der UCC-Lösung die tägliche Arbeit erleichtert, wird der Nutzen vom Anwender auch schnell erkannt und Vorbehalte zerstreut. < IT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010


INTERVIEW TITELTHEMA > UNIFIED COMMUNICATIONS

Sicherheit, Compliance und Kontrolle Interview mit Carolin Diana Müller, Product Marketing Manager Unified Communications bei Microsoft Deutschland, über die Einbindung von UC-Lösungen in bestehende ITLandschaften und die Bedeutung des Datenschutzes C. Müller: Zum Jahresende wird der Microsoft Was waren die wichtigsten UC-Neuheiten, Office Communications Server 2010 in die Microsoft auf der Cebit präsentierte? den Markt eingeführt. Schon der Office C. Müller: Bei uns standen vor allem die TheCommunications Server 2007 R2 bietet men Cloud Computing und Office 2010 im verbesserte Audio- und VideokonferenzVordergrund. Aus dem Bereich Unified funktionen, optimierte SprachfunktionaliCommunications spielen hier vor allem täten sowie neue Entwicklerwerkzeuge, die Online-Services „Exchange Online“ um kommunikationsfähige Geschäftspround „Office Communications Online“ zesse zu programmieren. Hier werden wir eine Rolle. Der Messaging-Dienst Exmit der nächsten Version des OCS noch change Online basiert auf dem Microsoft Carolin Diana Müller, Micronachlegen. IT-DIRECTOR: Wie viele Großunternehmen setExchange Server. Er zentralisiert die un- soft-Managerin: „Der Marktzen hierzulande bereits auf UC? ternehmensweite Kommunikationsinfra- anteil von Exchange in Deutschland ist gestiegen.“ C. Müller: Ipsos Research hat im November in struktur, indem er viele redundante Daunserem Auftrag eine internationale Betenzentren ersetzt. Office Communications Online bietet Instant-Messaging- und Anwesen- fragung von mehr als 3.442 IT-Entscheidungsträgern in heitsfunktionen. Damit können die Nutzer in Echtzeit Unternehmen mit mehr als 500 PC-Arbeitsplätzen über Text, Sprache und Video mit anderen innerhalb durchgeführt. Danach ist der Marktanteil von Exchange in Deutschland im vergangenen Jahr auf 64 Proeines Unternehmens kommunizieren. Neben diesen Online-Services haben wir auch den seit zent gestiegen. Lotus Notes setzen im VergleichszeitNovember 2009 verfügbaren Exchange Server 2010 raum nur noch 27 Prozent der Unternehmen ein. Die präsentiert. Er verfügt über zahlreiche neue Funktionen Unternehmen nutzen unsere Produkte, da sie geringere für den Mail-Verkehr sowie flexible Installations- und Kosten verursachen, einfacher zu bedienen und zu verVerwaltungsfunktionen. Die Lösung bietet Unterneh- walten sind sowie Konsolidierungseffekte entstehen. men ein vereinfachtes Hochverfügbarkeitsmodell und IT-DIRECTOR: Was sind Ihrer Erfahrung nach die hierzulande unterstützt günstigere Speichermöglichkeiten. So lassen am häufigsten genutzten UC-Funktionalitäten? sich bis zu 70 Prozent Kosten reduzieren. Zudem kön- C. Müller: Dies variiert natürlich nach Unternehmen. Genen Unternehmen ihre Kommunikation besser schüt- nerell nehmen die Anwender die Sprach-, Web- und Vizen und die E-Mail-Nutzung optimieren. Durch einen deokonferenzfunktionalitäten einer UC-Lösung in houniversellen Posteingang, der E-Mails, Voice-Mails, In- hem Maße an. Einer hohen Beliebtheit erfreuen sich stant Messages und Textbotschaften unabhängig vom meist die Instant-Messaging-Funktionen. Diese lösen in Gerät anzeigt, werden so Produktivitätssteigerungen weiten Teilen die E-Mail-Kommunikation innerhalb eines Unternehmens aufgrund der Vorteile der Echtzeitvon mehr als 20 Prozent erreicht. IT-DIRECTOR: Und ein Blick nach vorn: Mit welchen UCkommunikation ab. Neuerungen können Ihre Anwender in diesem Jahr noch IT-DIRECTOR: Inwieweit werden die UC-Lösungen unternehrechnen? mensweit eingesetzt? IT-DIRECTOR: Frau Müller, ein Blick zurück:

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UNIFIED COMMUNICATIONS < TITELTHEMA

„Mit einer UC-Lösung können Unternehmen ihre Kommunikation beschleunigen sowie ihre Reisekosten reduzieren.“

C. Müller: Unsere UC-Lösungen eignen sich sowohl für den unternehmensweiten Einsatz als auch für die Nutzung in einzelnen Niederlassungen. Meist führen Unternehmen UC-Lösungen in einer Pilotphase erst für einzelne Standorte ein, bevor sie die Lösung unternehmensweit ausrollen. Natürlich eignet sich eine UC-Lösung gerade vor dem Hintergrund eines hohen Abstimmungsbedarfs bei international tätigen und über mehrere Standorte verteilten Firmen dazu, unternehmensweit eingesetzt zu werden. Mit dieser Lösung können sie ihre Kommunikation innerhalb des Unternehmens und über Unternehmensgrenzen hinweg beschleunigen sowie ihre Reisekosten reduzieren. IT-DIRECTOR: Wie integrieren Unternehmen eine UC-Lösung reibungslos in Ihre vorhandene IT-Landschaft? C. Müller: Unsere UC-Lösungen wie das softwarebasierte VoIP lassen sich aufgrund offener Standards und dokumentierter Microsoft-Protokolle einfach in bestehende IT-Landschaften sowie Messaging- und Telefoniesysteme von Microsoft, aber auch von anderen Herstellern integrieren. Durch die gemeinsame Infrastruktur für Kommunikation und IT vereinfachen sich zudem die Verwaltung und Fehlerbehebung für die Unternehmen. IT-DIRECTOR: Was sollten die Anwender bei der UC-Integration hinsichtlich Compliance vor allem beachten?

C. Müller: Wichtig ist, dass Sicher-

heit, Compliance und Kontrolle bei der UC-Integration nun für das gesamte E-Messaging gelten. Verließ eine Datei die eigene ITInfrastruktur früher relativ sicher als E-Mail-Anhang, wird sie nun im direkten Zugriff geteilt. Aspekte wie die Blockierung unerwünschter Protokolle, Schutz vor Datenverlust sowie die Festlegung von Nutzungsrichtlinien sind also vor allem zu berücksichtigen. IT-DIRECTOR: Beschreiben Sie uns ein aktuelles UC-Projekt? C. Müller: Ein Beispiel ist der Einsatz des Office Communications Server 2007 bei Intel, um allen Mitarbeitern Sofortnachrichten- und Konferenzfunktionen mit Anwesenheitsinformationen sowie Sprach- und Videofunktionen zu bieten. Das Unternehmen suchte nach einer Lösung zur Verbesserung der Zusammenarbeit seiner weltweit arbeitenden Mitarbeiter. Das OCS 2007 die Anforderung am besten erfüllte, führte es die Lösung für alle 86.000 Mitarbeiter ein. Auch die enge Integration in andere Office-Anwendungen sprach für den Server sowie die vertraute Benutzeroberfläche. Mittlerweile hat Intel auch den OCS R2 bereitgestellt, um Videos in HD-Qualität, serverbasierte Audiokonferenzen, moderne VoIP-Funktionen und die benutzerfreundliche Desktopfreigabe nutzen zu können. < INA SCHLÜCKER

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SOFTWARE > DOKUMENTENMANAGEMENT

Tür öffnen

Die

Seit Anfang des Jahres greift die Europäische Dienstleistungsrichtlinie auch hierzulande. In der Öffentlichkeit eher unbekannt, soll sie grenzüberschreitenden, elektronischen Ausschreibungen die Türen öffnen. > Bis zum 28. Dezember 2009 mussten hier- von Ina Schlücker, partner (EA) quasi als erste und zentrale Anzulande alle zuständigen Behörden die bereits Redakteurin laufstelle. Er soll insbesondere EU-Bürgern IT-DIRECTOR im Jahr 2006 von der Europäischen Union helfen, die ihre Dienstleistungen in einem anverabschiedete EU-Dienstleistungsrichtlinie, kurz EU- deren Mitgliedsstaat als ihrem Herkunftsland erbringen DLR, umsetzen. Sie ermöglicht es EU-Bürgern und oder einen Betrieb gründen wollen. -Unternehmen, Anträge zur Ausübung einer GewerbeNeue Anforderungen an die IT tätigkeit auf rein elektronischem Wege abzuwickeln. Damit soll die Richtlinie vor allem das Erbringen von Die Umsetzung der EU-DLR stellt gleichfalls die IT in Dienstleistungen über die Landesgrenzen hinweg vereinfachen, was wiederum der zunehmenden Liberali- den Verwaltungen auf den Prüfstand und gilt als weiterer Schritt hin zu einem umfassenden E-Government. sierung des EU-Binnenmarktes Rechnung trägt. Zu den wichtigsten Neuerungen, die mit der Umset- „Zu unterscheiden sind die formal-rechtlich notwendizung der Richtlinie einhergehen, zählen die Etablierung gen Systeme, wie der elektronisch gesicherte Zugang, eines sogenannten „Einheitlichen Ansprechpartners“ und die wichtigen Systeme zur Erfüllung der Aufgaben sowie einer „Zuständigen Stelle“ seitens der Öffentli- des Einheitlichen Ansprechpartners“, erklärt Dr. Tobias chen Verwaltungen. Während es sich bei der Zuständi- Rieke, Prokurist bei der auf prozessorientierte Verwalgen Stelle um die jeweilige entscheidungsbefugte Fach- tungsmodernisierung im öffentlichen Sektor spezialibehörde handelt, fungiert der Einheitliche Ansprech- sierten Picture GmbH in Münster. Einer der wichtigsten

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DOKUMENTENMANAGEMENT < SOFTWARE

IT-Umsetzung der EU-DLR Die EU-DLR formuliert insbesondere in den Artikeln 6, 7 und 8 klar die wichtigsten Bereiche der notwendigen IT-Umsetzung. Zentrale Elemente sind: die elektronische Bereitstellung aller Informationen, die für die Aufnahme und Ausübung einer Dienstleistungstätigkeit notwendig sind, die Bereitstellung einer Möglichkeit, Verfahren sowohl über eine zentrale Anlaufstelle – den neu zu schaffenden „Einheitlichen Ansprechpartner“ – als auch direkt über „Zuständige Stellen“ komplett elektronisch abzuwickeln, die fristkonforme Bearbeitung von Anträgen sowohl auf Seiten des Einheitlichen Ansprechpartners als auch bei den Zuständigen Stellen.

Zentrales Element der IT-Umsetzung ist hierbei die Bereitstellung von Informationsportalen. Dies umfasst im Bereich der elektronischen Antragstellung: Bereitstellung elektronischer Formulare bzw. Systeme zur assistentengeführten Antragserfassung Gewährleistung rechtssicherer Kommunikation über elektronische Signaturen und sichere Transportprotokolle (OSCI) Anbindung aller Zuständigen Stellen eines Landes an den Einheitlichen Ansprechpartner IT-Unterstützung bei der fristkonformen, verwaltungsübergreifenden Bearbeitung von Anträgen Integration aller IT-Komponenten zu einer EU-DLR-Gesamtarchitektur Quelle: Michael Ferber, Inubit

Eckpfeiler der EU-DLR ist die Pflicht zur elektronischen Verfahrensabwicklung – denn seit Anfang des Jahres sollen die Einheitlichen Ansprechpartner für Dienstleister elektronisch erreichbar sein und alle Verfahren und Formalitäten problemlos elektronisch abge-

wickelt werden können. „Damit verbunden sind neben dem Einsatz von digitalen Signaturen auch andere Themen, wie zum Beispiel die Umsetzung einer virtuellen Poststelle, eine E-Mail-Management-Strategie oder die Abschaffung von Papierarchiven“, so Frank Heilmann, Geschäftsführer der Optimal Systems Vertriebsgesellschaft Hannover. Im Grunde sei die Sicherstellung der Auskunftsfähigkeit der Einheitlichen Ansprechpartner die wichtigste Herausforderung für die IT-Abteilungen. Einheitliche Ansprechpartner müssen künftig als so genannter „point of single contact“ in ganz Europa für Fragen zur Verfügung stehen, um alle einschlägigen Verfahren und Formalitäten aus einer Hand abzuwickeln. Frank Heilmann fordert deshalb: „Die IT muss die Bearbeitungsprozesse optimal steuern und vielfältige Recherchemöglichkeiten zur Verfügung stellen, damit die Informationspflicht erfüllt werden kann. Mit der richtigen IT-Lösung werden die Einheitlichen Ansprechpartner jederzeit in der Lage sein, auf Mausklick über die eingereichten Anträge oder den Status der Bearbeitung Auskunft zu erteilen.“ Das sensible Thema Sicherheit darf laut EU-Vorgaben ebenfalls nicht vernachlässigt werden. „Aus IT-Sicht zählt hierzu die Gewährleistung des Datenschutzes aller Beteiligten. Zudem gilt es, eine tragfähige InfrastrukIT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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tur sowohl mit Blick auf die Software als auch auf die Hardware bereitzustellen. Zu nennen wären hier die sichere Datenübertragung, aber auch die Datenablage in hochabgesicherten Datenräumen“, betont Ralf Priemer, Produktmanager bei der Beta Systems Group. Diesen Anforderungen können die Behörden z.B. mit wirkungsvollen Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren Rechnung tragen. „Aber auch ein leistungsfähiges Identitätsmanagement ist sinnvoll“, so Priemer. Dieses lege fest, wer was und wann darf – mit einer lü-

Die Statements aller Befragten finden Sie unter: www.it-director.de

ckenlosen Nachvollziehbarkeit in allen ausgelösten Prozessen. Die Frist zur Umsetzung der EU-DLR endete wie eingangs erwähnt Ende 2009. Von dem gewünschten flächendeckenden Bürokratieabbau in der Öffentlichen Verwaltung ist man jedoch noch weit entfernt. „Die Richtlinie wird ihre Zeit brauchen, bis sie beim Kunden angekommen ist. Aktuell sind die meisten Einheitlichen Ansprechpartner primär mit Informationsanfragen beschäftigt“, berichtet Dr. Tobias Rieke. Tatsächliche An-

Landeseinheitliche E-Government-Plattform Kurzinterview mit Ralf Ganser, Projektleiter für die IT-Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie im IT-Kompentenzzentrum der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin IT-DIRECTOR: Wie haben Sie die EU-DLR

umgesetzt? R. Ganser: Das Land Berlin hat insbesondere die organisatorischen und technischen Anforderungen der EU-DLR zum Anlass genommen, eine strategische E-Government-Plattform aufzubauen, die grundsätzlich auch als Basis für die sichere elektronische Kommunikation und Verfahrensabwicklung in allen geeigneten Einsatzbereichen des E-Government dienen kann. Dieser Wiederverwendungs- bzw. Nachnutzungsaspekt wurde in der EU-weit durchgeführten Vergabe als strategische Rahmenvorgabe im Pflichtenheft formuliert. IT-DIRECTOR: Was waren die wichtigsten Projektschritte? R. Ganser: Die Ziele zur Schaffung eines umfassenden und landeseinheitlichen IT-Systems konnten erreicht werden: Sämtliche relevanten Informationen für die Dienstleistungserbringer bzw. Antragsteller einerseits und die Beschäftigten des Einheitlichen Ansprechpartners und der Zuständigen Stellen andererseits werden auf einer zentralen und sicheren Plattform bereitgestellt, über die auch die elektronische Verfahrensabwicklung gewährleistet wird. So ermöglicht der Service allen Gewerbetreibenden eine komfortable und vor allem sichere elektronische Kommunikation mit der Berliner Verwaltung.

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IT-DIRECTOR: Was galt es hinsichtlich der

Sicherheit zu beachten? R. Ganser: Die technische Umsetzung erfolgte

auf Basis eines mit dem Berliner Beauftragten für Informationsfreiheit und Datenschutz abgestimmten Gesetzes zur Umsetzung der EU-DLR im Land Berlin, in dem die Befugnisse des Einheitlichen Ansprechpartners definiert worden sind. Entsprechend sind in einem Sicherheitskonzept die Parameter für die sichere Infrastruktur und Anwendungskomponenten (Portal, Identitymanagement, Kunden- und Fallmanagement, E-Signatur) festgelegt. Der Zugriff auf das IT-System einschließlich Upload von elektronischen Dokumenten in die Fallakte erfolgt über eine verschlüsselte Verbindung auf Basis eines Rollen- und Rechtesystems unter optionaler Verwendung der qualifizierten elektronischen Signatur. Die Anbindung von Fachverfahren erfolgt über das anerkannte OSCI-Transportprotokoll. IT-DIRECTOR: Was raten Sie Verwaltungen, die die EUDLR noch umsetzen müssen? R. Ganser: Wer sich dem Thema erst jetzt widmet, ist insofern im Vorteil, als Konzepte, Lösungen und Best Practices nunmehr verfügbar sind. Auf jeden Fall empfehle ich eine Umsetzung in definierten Stufen. IS


DOKUMENTENMANAGEMENT < SOFTWARE

Dr. Tobias Rieke, Prokurist bei der Picture GmbH: „Die meisten Einheitlichen Ansprechpartner sind primär mit Informationsanfragen beschäftigt.“

Peter Zagorski, E-GovernmentVerantwortlicher bei Steria Mummert Consulting: „Öffentliche Verwaltungen, die die EU-DLR noch nicht umgesetzt haben, sollten nach erprobten Lösungen suchen.“

träge würden über den Einheitlichen Ansprechpartner derzeit nur vereinzelt gestellt. Laut Dr. Tobias Rieke wird sich dies aber bald ändern. Dann werden insbesondere inländische Firmen den derzeit noch kaum bekannten Service verstärkt nutzen. Peter Zagorski, E-Government-Verantwortlicher bei Steria Mummert Consulting, gibt zu bedenken, dass der aktuelle Umsetzungsstand so heterogen sei, wie die deutsche Verwaltung an sich. Die Spannweite reiche von komplexen, webbasierten Workflow-Systemen über einfache Webformulare bis hin zu einer schlichten E-Mail-Adresse. In die gleiche Kerbe schlägt Michael Ferber, Solution Architect bei dem Softwarehaus Inubit in Berlin: „Die Erfahrungen der ersten Monate dieses Jahres zeigen, dass alle Länder auf einem guten Weg bei der Umsetzung sind, zum Teil aber nur einen Minimalkonsens gefunden haben.“ Sagen wir mal so: Die Rahmenbedingungen sind geschaffen, die technische Umsetzung ist möglich. Kontrovers sei vor allem die bundesübergreifend sehr uneinheitliche Umsetzung der Richtlinie. „So ist der Einheitliche Ansprechpartner mal den Kammern untergeordnet, mal den Kreisen und kreisfreien Städten, mal dem Land, mal einem extra dafür gegründeten Eigenbetrieb, eventuell sogar einer Kombination aus diesen“, weiß Frank Heilmann von Optimal Systems. Doch Fristen sind gemeinhin ja dafür da, um verlängert zu werden. So ist es auch bei der EU-DLR. „Alle öffentlichen Verwaltungen, die die EU-DLR noch nicht umgesetzt haben, sollten nach erprobten Lösungen suchen, die gleichzeitig in der Lage sind, auch andere EGovernment-Prozesse abzubilden“, rät Peter Zagorski. Michael Ferber verweist darauf, dass sich Nachzügler

an den bereits erfolgreich umgesetzten Lösungen orientieren sollten. Mecklenburg Vorpommern hätte sich beispielsweise bundesweit einen Namen gemacht, was die vollständige elektronische Antragsbearbeitung zwischen dem Einheitlichen Ansprechpartner und der Zuständigen Stelle angeht. Doch nicht nur Mecklenburg Vorpommern gilt als ein Vorreiter in Sachen Europäischer Dienstleistungsrichtlinie. Neben dem Bundesland Berlin (siehe Interviewkasten) realisierte auch der Ortenaukreis in BadenWürttemberg ein erfolgreiches Projekt. Bereits Anfang des Jahres 2009 entschied sich das Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg dazu, den Herausforderungen zur Umsetzung der EU-DLR aktiv zu begegnen und die relevanten Abläufe prozessorientiert zu dokumentieren. „Mithilfe des Dienstleisters Picture GmbH konnten wir so die Transparenz über die EU-DLR-relevanten Prozesse schaffen und gleichzeitig ein elektronisches Prozessregister als Grundlage für weitere prozessorientierte Optimierungen anlegen“, erinnert sich Bettina Ebert aus der „Zentralen Organisation“ im Landratsamt Ortenaukreis. Zunächst wurde in 13 EU-DLR-relevanten Sachgebieten ein vollständiges Prozess-Screening durchgeführt und zu jedem der 322 Prozesse ein Steckbrief erstellt (z.B. mit Angabe der Fallzahl, IT-Unterstützung etc.). „Auf dieser Basis konnten 69 Prozesse mit unmittelbarem oder mittelbarem Bezug zur EU-DLR ermittelt werden. Diese Prozesse wurden in der Prozessplattform von Picture modelliert und stehen dem Einheitlichen Ansprechpartner als Dokumentation zur Verfügung“, erklärt Bettina Ebert. Als wesentlichen Erfolgsfaktor für einen erfolgreichen Projektverlauf hat das Landratsamt die Einbindung aller von der EU-DLR betroffenen Kollegen angesehen. Jeweils zu Beginn eines neuen Projektabschnitts fand ein offener Austausch aller Beteiligten statt. Die zeitliche Vorgabe, die Vorbereitungen bis zum 28. Dezember 2009 abzuschließen, war dabei für alle Beteiligten eine Herausforderung. Rechtzeitig zum Inkrafttreten der EU-DLR konnte im Landratsamt auch der Startschuss für die virtuelle Poststelle gegeben werden. „Die Dezernate und Ämter können bei Bedarf signierte und verschlüsselte E-Mails empfangen und versenden. Dabei wurden die Kollegen durch unsere IT entsprechend geschult, und es wurde ein E-Learning-Kurs bereitgestellt, der viele Hinweise und Angaben zur sicheren Kommunikation und zum Datenschutz enthält“, erläutert Bettina Ebert abschließend die Sicherheitsmaßnahmen. < IT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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INTERVIEW SOFTWARE > DOKUMENTENMANAGEMENT

Der Scanner auf dem Flur Interview mit Dieter Woeste, Geschäftsführer der Alos GmbH in Köln, über den wirtschaftlich sinnvollen Einsatz von dezentralen Scanlösungen Das zweite Verfahren basiert auf den Argemeinhin unter dezentralem Scannen? beitsplatzscannern, die für das gelegentliD. Woeste: Beim dezentralen Scannen stattet che Einscannen genutzt werden – beiein Unternehmen mit zahlreichen Filiaspielsweise wenn Dokumente schnell zur len, Niederlassungen oder TochtergesellBearbeitung digitalisiert in ein Archiv geschaften jeden Standort mit einer separalangen sollen. ten Scanstation aus. Der Vorteil gegenüber Bei der dritten Möglichkeit handelt es sich dem zentralen Scannen liegt auf der schließlich um das dezentrale Scannen. Hand: Hier müsste man erst alle Belege Dabei stehen netzwerkfähige Geräte einer aus den einzelnen Standorten sammeln, Arbeitsgruppe bzw. auf dem Bürogang eium sie anschließend an die Zentrale zu Dieter Woeste, Geschäftsner ganzen Abteilung zur Verfügung. Auf senden. Dort werden die Belege zentral führer bei Alos in Köln ihnen werden regelmäßig wichtige Dokueingescannt und an die entsprechenden mente eingescannt und mit der entspreMitarbeiter weitergeleitet. Bis schließlich alle Informa- chend hinterlegten Software direkt an das DMS weitertionen im Dokumentenmanagementsystem (DMS) zur gegeben. Verfügung stehen, kann es einige Tage dauern. Demge- IT-DIRECTOR: Kann man dafür nicht auch die Scanfunktion genüber wird beim dezentralen Scannen an jedem eines Multifunktionsgeräts nutzen? Standort mit Desktop- oder Workgroupscannern gear- D. Woeste: Multifunktionsgeräte werden meist von Drubeitet. Die Mitarbeiter können die Dokumente dank cker- oder Kopiererherstellern gebaut, so dass sie vor hinterlegten Scanprofilen bedienerfreundlich einscan- allem in diesen Bereichen sehr leistungsfähig sind. Die nen, und die Daten stehen wesentlich schneller digital Netzwerkscanner, die wir anbieten, stammen hingegen von renommierten Scanner-Herstellern. Diese beschäfzur Verfügung. IT-DIRECTOR: Haben zentrale Scanstationen damit ausgetigen sich intensiv mit der Belegspeicherung und Optidient? mierung der Bildqualität, so dass viele Funktionalitäten D. Woeste: Nein, mit dem Konzept des dezentralen Scan- bereits integriert sind. nens wollen wir die klassische, zentrale Scanstelle im IT-DIRECTOR: Gestaltet sich nicht auch die DMS-Anbindung Unternehmen weder in Frage stellen noch abschaffen. eines Multifunktionsgeräts schwieriger? D. Woeste: Genau, auch hier liegt ein Schwachpunkt beim Es geht vielmehr um ergänzende Lösungen. IT-DIRECTOR: Für welches Konzept sollte sich ein UnternehEinsatz von Multifunktionsgeräten. Denn bevor jeder men entscheiden? Mitarbeiter Dokumente beliebig einscannen darf, muss D. Woeste: In der Regel unterscheidet man drei Scanverfah- es einen klar vordefinierten Pfad zum Dokumentenmaren: Die klassische Scanstelle in der Unternehmenszen- nagementsystem (DMS) geben. Dies lässt sich mit deditrale arbeitet mit einem Midrange- oder Highendscan- zierten Netzwerkscannern viel einfacher realisieren. Daner. Hierzu bedarf es angelernten Personals, das sich rüber hinaus statten wir die von uns angebotenen Netzmehrere Stunden täglich mit dem Einscannen von werkscanner mit einer sogenannten Ein-Knopf-Bediekaufmännischem Beleggut beschäftigt und sich mit nung aus, damit auch ungeübte Benutzer das Gerät beScansoftware und Geräten auskennt. dienen können. Hinter einer einzigen Taste sind dann IT-DIRECTOR: Herr Woeste, was versteht man

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„Mit dem Konzept des dezentralen Scannens wollen wir die klassische, zentrale Scanstelle im Unternehmen weder in Frage stellen noch abschaffen. Es geht vielmehr um ergänzende Lösungen.“

sowohl das Scanprofil als auch das Scanziel hinterlegt. Generell gibt es bei Netzwerkscannern sehr viele umfangreiche Funktionen. Diese können wir in Absprache mit dem Organisationsverantwortlichen selektieren und für jeden Mitarbeiter in einem festen Scanprofil hinterlegen. So kann für einen Finanzdienstleister z.B. ein Profil für Zahlungsverkehrsbelege mit Din-A6-Format und Duplex-Scannen festgelegt werden. IT-DIRECTOR: Liegen Ihnen bereits Erfahrungen aus Projekten vor? D. Woeste: Wir haben bereits Projekte in Banken abgeschlossen, wo die Geräte im Filialgeschäft zum Einsatz kommen. Hier werden z.B. Kontoeröffnungsverträge oder Freistellungsanträge vor Ort eingescannt und digital an den jeweiligen Sachbearbeiter zur Bearbeitung und parallel ins digitale Zentralarchiv weitergegeben. Zudem können auch Überweisungsträger oder Schecks eingescannt werden. Damit spart sich die Filiale viele Boten- oder Kurierdienste. Da die Beträge schnellstens gutgeschrieben werden müssen , kann man mit dem dezentralen Scannen den Zeitdruck vermeiden. Ein anderes Projekt ergab sich im Personalwesen eines großen Industrieunternehmens. In der Abteilung entstehen zahlreiche Belege z.B. bei Beurteilungen, Krankhei-

ten oder Fehlzeiten. Solche personenbezogenen Daten dürfen nicht einfach zu einer zentralen Scanstelle oder einem Scandienstleister weitergeleitet werden – Stichwort Datenschutz. Daher gaben wir den Personalverantwortlichen einen Netzwerkscanner an die Hand, bei dem der Zielpfad – in dem Fall das zentrale Personalarchiv – genau definiert und nicht vom Benutzer änderbar ist. IT-DIRECTOR: Wie funktioniert das genau? D. Woeste: Hierfür haben wir ein Modul namens „Collector“ in unsere Software Alos-SCAN integriert. Dieses überwacht die Netzwerkscanner und übergibt die Belege automatisch ins Archiv. IT-DIRECTOR: Sie bieten aber nicht nur die Softwareintegration an... D. Woeste: Nein, wir übernehmen auch die Wartung und den technischen Support für die Scanner. Ist ein Gerät defekt, bieten wir zunächst telefonische Unterstützung. Hilft das nicht weiter, kommt ein Techniker vorbei oder das Gerät wird eingeschickt. IT-DIRECTOR: Wie ist es um die Lebensdauer eines Netzwerkscanners bestellt? D. Woeste: In der Regel beläuft sich diese bei Scannern auf etwa fünf Jahre – immer abhängig vom täglichen Belegvolumen. Man muss jedoch bedenken, dass es sich hierbei um kleine Desktopscanner handelt. Hat man eine Filiale, die täglich 4.000 Lieferscheine einscannen muss, handelt es sich um eine andere Leistungsstufe und man benötigt ein anderes Gerät und ggf. entsprechendes Fachpersonal. IT-DIRECTOR: Worauf sollten die Anwenderunternehmen achten, wenn sie die Anschaffung einer dezentralen Scanlösung planen? D. Woeste: Für eine dezentrale Scanerfassung eignen sich beispielsweise die Modelle Kodak Scan Station 500, Fujitsu fi-6010N oder Canon ScanFront 220/220P. Sie alle ähneln sich von der Ausstattung her, spielen hinsichtlich des Preises in der gleichen Liga und unterscheiden sich nur gering im Leistungsumfang. Die Vorteile: Man benötigt keine separaten Rechner oder ein zusätzliches Scanprogramm. Zudem ist eine einfache Bedienung gewährleistet. Solche Geräte können wie Kopierer einfach auf dem Flur stehen und von mehreren Personen innerhalb einer Abteilung genutzt werden. < INA SCHLÜCKER

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KOMMENTAR SOFTWARE > DOKUMENTENMANAGEMENT

Automatisierte Korrespondenz Kommentar von John Hoogland, Mitgründer und Geschäftsführer bei Pallas Athena, über prozessorientiertes Dokumentenmanagement als Schlüssel zur effektiven Verwaltung der Unternehmenskorrespondenz > Unternehmen, die eine hohe KorresZugleich bieten die neuen Systeme die pondenz haben, müssen im digitalen InMöglichkeit, Vorlagen und Dokumenten formationszeitalter viele verschiedene Doim Rahmen einer vordefinierten Dokukumente und Vorlagen verwalten und zumentenstruktur an die jeweils spezifischen gleich Brand- sowie Compliance-RichtliAnforderungen anzupassen. Dank benutnien Rechnung tragen. Um dabei den zerfreundlicher Schnittstellen können die Überblick nicht zu verlieren und jederzeit Mitarbeiter die Dokumente und Vorlagen die Konsistenz aller Dokumente sicherzuin gewohnter Umgebung, wie beispielsstellen, ist es sinnvoll, auf ein prozessoriweise Microsoft Word, verwenden und beentiertes Dokumentenmanagementsystem arbeiten. (DMS) zu setzen. Es hilft die Korrespon- John Hoogland, GeschäftsDurch den Einsatz von Web Services denz effektiv zu verwalten, zu strukturie- führer bei Pallas Athena lässt sich prozessorientiertes DMS zudem ren und zu archivieren. nahtlos in die jeweils eingesetzte BusinessModerne Dokumentenmanagements-Software bietet Process-Management-Lösung (BPM) eingliedern. Für die Möglichkeit, Korrespondenz automatisiert nach Unternehmen mit komplexer Vorgangsbearbeitung, vordefinierten Abläufen zu erstellen sowie zu bearbei- vielen Ausnahmefällen und der Notwendigkeit Proten. Über sämtliche Standorte des Unternehmens hin- zesse auch ad hoc steuern können zu müssen, ist eine weg lässt sich so eine einheitliche Struktur der Doku- kombinierte BPM- und DMS-Lösung interessant. Das mente und Vorlagen erstellen. Management von Dokumenten wird somit zu einem komplett integrierten Geschäftsprozessschritt innerKein undurchsichtiger Dschungel halb von BPM. Nur noch ein Single-Point-of-Contact aus Versionen und Vorlagen mit der IT-Abteilung ist nötig. Folglich ist die Anlaufstelle für sämtliche FragestelDie Korrespondenz wird dabei zentral über einen lungen zur Ablauforganisation zentralisiert, wodurch Dokumenten-Server (Repository) bereitgestellt. Die das Unternehmen Administrationskosten senken kann. Mitarbeiter haben nur ZuDarüber hinaus lassen sich griff auf die für sie relevanZuständigkeiten und Rechte ten, gültigen Dokumente, die auf Anwenderebene einfach den jeweiligen Brand- und nach bestimmten IndikatoCompliance-Richtlinien entren wie beispielsweise Niesprechen. Dadurch wird eiderlassung, Abteilung, Nutnem undurchsichtigen zerprofil, KPI, etc. zentral Dschungel aus unterschiedlivergeben und verwalten. Die chen Dokumenten, VorlaQualität der Korrespondenz gen, Versionen und Zustänwird folglich erhöht und digkeiten Einhalt geboten. langfristig sichergestellt. <

„Ein prozessorientiertes Dokumentenmanagementsystem hilft, die gesamte Korrespondenz eines Unternehmens effektiv zu verwalten, zu strukturieren und zu archivieren.“

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BUCHTIPPS DOKUMENTENMANAGEMENT < SOFTWARE

Zusammengestellt von Dr. Manfred Simon

DocBook-XML Autor: Josh Clark Titel: iWork ‘09 Verlag: O’Reilly, Köln Seiten: 888 Preis: 38 Euro Mit iWork von Apple erstellt man Dokumenttypen wie Texte, Tabellen und Präsentationen, macht sie über die Cloud-Plattform iWork.com anderen Benutzern (auch unter Windows) zugänglich und speichert sie als PDF-Dokument im Büro-Archiv. Das Taschenbuch bietet Anfängern und fortgeschrittenen Anwendern eine Fülle von Ratschlägen, wie man effizienter mit der OfficeSoftware arbeiten kann. Der vorbildliche Index erleichtert schnell eine problemorientierte Suche, so dass man bald eine passende Lösung findet.

Autor: Beth Tondreau Titel: Layout Basics Verlag: Stiebner, München Seiten: 208 Preis: 36 Euro Die gebundene Ausgabe präsentiert vorbildlich die wichtigsten Prinzipien für die Verwendung von Rastern und verdeutlicht deren Anwendung an vielen Beispielen. Es wird ersichtlich, dass es bei der Gestaltung von Dokumenten besonders auf die Wirkung für den Betrachter ankommt. Der Titel erleichtert speziell Einsteigern die Handhabung professioneller Layout-Werkzeuge, die man im Umfeld von Dokumentemanagementsystemen (DMS) immer mehr vorfindet.

Autor: Matthias Günther, Detlev Hagemann, Isolde Kommer Titel: QuarkXPress 8 für Insider Verlag: Addison-Wesley, München Seiten: 464 Preis: 59,95 Euro Mit QuarkXPress lassen sich Dokumente professionell für den Druck und das Web layouten. Die Software unterstützt zudem für Archivierungszwecke die Generierung von PDF. Zahlreiche Tipps helfen jedem Neueinsteiger das Programm effizient zu nutzen. Man erhält mehr als einen Leitfaden an die Hand, um effektiv und produktiv zu arbeiten. Fallstricke werden aufgezeigt und wie man diese erfolgreich vermeiden kann. Komplexe Themen wie Composition Zones oder Job Jackets sind verständlich dargestellt.

> DocBook-XML eignet sich als Datenformat für Dokumente, insbesondere für unterschiedliche Ausgabeformate oder bei sehr großem Umfang. Der Autor liefert alles Wissenswerte rund um den offenen XMLStandard, diskutiert Möglichkeiten zur Umwandlung in verschiedene Ausgabeformate und spricht einige wenige Autorensysteme für DocBook an. Als Leser erhält man viel Hintergrundinformationen – in einer Neuauflage wäre es sinnvoll, ein durchgängiges Anwendungsbeispiel aufzunehmen. <

Autor: Thomas Schraitle Titel: DocBook-XML Verlag: Millin, Lohmar Seiten: 638 Preis: 44,90 Euro

Autor: Vladimir Simovic, Thordis Bonfranchi-Simovic

Autor: Claudia Runk Titel: Grundkurs Grafik und

Autor: Wolfgang Riggert Titel: ECM – Enterprise Content

Titel: Werkzeuge fürs Web Verlag: dpunkt, Heidelberg Seiten: 224 Preis: 29 Euro

Gestaltung

Management

Verlag: Galileo Press, Bonn Seiten: 314 Preis: 24,90 Euro

Verlag: Vieweg+Teubner, Wiesbaden Seiten: 186 Preis: 4,90 Euro

Häufig werden Informationen als sogenannte Online-Dokumente ins Web gestellt. Webautoren benötigen Wissen über Webdesign, Bildbearbeitung und Editieren von Texten – für fortgeschrittene Aufgaben aber auch Kenntnisse über Online-Recherchen, Programmieren und Debuggen. Das Buch deckt diese Tätigkeitsgebiete ab und erläutert den Einsatz geeigneter Werkzeuge. Interviews mit Praktikern geben Einblick in deren Arbeitsalltag und klären eventuelle eigene Missverständnisse.

Die Gestaltung von Grafiken und Bildern trägt maßgeblich zur Lesbarkeit und Außenwirkung eines Dokuments bei. Das Werk vermittelt die wichtigsten Grundregeln, behandelt die Wirkung von Farben, Schriften und Bildern – dabei wird stets das fertige Layout im Blickwinkel gehalten. Die Autorin diskutiert auch die im Web zu beachtenden Besonderheiten online verfügbarer Dokumente. Hilfreich für die Praxis sind die am Ende eines jeden Kapitel vorhandenen Checklisten.

Enterprise Content Management (ECM) fokussiert bei der Beschaffung, Verarbeitung und Speicherung von Informationen auf die Erfüllung der Unternehmensziele. Für Verwaltung und Archivierung wenig strukturierter Daten kann man auf das Dokumentenmanagement zurückgreifen. Lobenswert ist, dass der Verfasser ganz aktuelle Themen wie Capture, Collaboration, Information Retrieval und Workflow aufgreift. Das Buch stellt für jeden IT-Manager eine interessante Lektüre dar.

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SOFTWARE > DOKUMENTENMANAGEMENT

Manuelle Arbeiten adé Mehr Tempo und Transparenz sind die Motive des Motorsägenherstellers Stihl, die Verarbeitung der Eingangsrechnungen zu automatisieren. > Bis zu 700 Eingangsrechnungen in Papier erhält die Andreas Stihl AG täglich. Die Mitarbeiter der zentralen Buchhaltung in Waiblingen arbeiten jedoch nicht mit den analogen Belegen, sondern durchgängig am Computer. Möglich macht das ein Prozess zur automatisierten Verarbeitung der Eingangsrechnungen mit SAP-Bestellbezug, den das Unternehmen gemeinsam mit dem Dienstleister Alpha Com entwickelt hat. „Nur so können wir den steigenden Beleganfall bei gleicher Personaldecke bewältigen“, erklärt Monika Doleski, Abteilungsleiterin Bilanzen im Stammhaus bei Stihl. Als weitere Motive nennt sie mehr Tempo und Transparenz, eine lückenlose Dokumentation sowie eine bessere Datenqualität. „Das erhöht unsere Effizienz intern“, so Monika Doleski, „auch nach außen hin, z.B. wenn Lieferanten grundlos Skonto zurückfordern oder Mahnungen schicken.“ Der neue Ablauf beginnt mit einem Postfach, das Lieferanten für ihre Rechnungen nutzen. Es lautet auf Andreas Stihl – mit Ortsangabe Alpha Com in Stuttgart. Dort gehen die Rechnungen tagesaktuell ein und werden zunächst vorbereitet. Auslandsrechnungen und Zolldokumente gehen nach der Verarbeitung im Origi-

nal an den Kunden. Der Dienstleister führt eine erste kaufmännische Bearbeitung durch wie eine Prüfung auf formale Anforderungen gem. § 14 UStG. Die sortierten Stapel erhalten Steuerblätter mit Barcodes, um die Datenaufbereitung zu automatisieren. Kuverts bekommen eine laufende Barcodenummer, um die Postlaufzeiten kontrollieren zu können. Das Stuttgarter Team digitalisiert mit einem Durchsatz von 240 Images pro Minute mitsamt optischer Kontrolle am Bildschirm. Es folgt eine OCR-Texterkennung, die Kopf- und Fußdaten sowie zusätzliche Informationen liefert wie Bestellnummer aus SAP ERP, Lieferscheinnummer oder einzelne Beträge und Zahlungsbedingungen.

Qualifizierte Vernichtung der Dokumente Welche Felder einer Rechnung ausgelesen werden, richtet sich nach den Vorgaben des Kunden und kann variieren. „Diese Flexibilität ist hilfreich. Denn man kann im Vorfeld viel planen – aber erst die Praxis zeigt, was wirklich sinnvoll für uns ist“, erklärt Monika Doleski. Um die Datenqualität zu erhöhen, verifizieren

Motorsäge von Stihl im Waldeinsatz

Monika Doleski, Abteilungsleiterin Bilanzen Stammhaus bei der Andreas Stihl AG: „Der neue Ablauf ist ein bedeutender Fortschritt für uns in punkto Schnelligkeit und Transparenz.“

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DOKUMENTENMANAGEMENT < SOFTWARE

Mitarbeiter des Dienstleisters in Monate in Anspruch nahm. Die der Datenerfassung die ausgelewesentlichen Veränderungen senen Informationen und korribedeuten das neue Postfach und gieren sie bei Bedarf. Die Origider Bestellbezug. „Der ist ein Sie entwickelt, fertigt und vertreibt weltweit nale mitsamt aussortieren DuMuss für uns, damit wir ein Zumotorbetriebene Geräte für Forstwirtschaft, bletten lagert der Partner für ordnungskriterium haben“, beLandschaftspflege und Bauwirtschaft sowie das Gartengerätesortiment Viking. Stihl ist seit drei Monate zwischen, um mögtont die Abteilungsleiterin. 1971 die meistverkaufte Motorsägenmarke liche Nachfragen bedienen zu Die Krux liegt üblicherweise weltweit. Das Unternehmen wurde 1926 gekönnen. Danach lässt er sie quaim Detail, z.B. an der fehlenden gründet und hat seinen Stammsitz in Waiblingen bei Stuttgart. lifiziert vernichten. Möglichkeit einiger ERP-ProIm Internet: www.stihl.de Die Ergebnisse der tagesaktugramme bei Lieferanten. Ein geellen Verarbeitung übermittelt ringer Anteil erreicht das der Dienstleister laufend per Stammhaus ohne Bestellbezug: SFTP. Für die Images ist das Kostenrechnungen wie HotelPDF-Format vereinbart, wähund Speditionsrechnungen oder rend die ausgelesenen Daten in einmalige Rechnungen von XML konvertiert werden, so Dienstleistern. Um diese trotzdass sie sich als iDoc-Buchungsdem im zentralen Datenpool zu satz direkt in SAP importieren haben, werden sie in der Fachlassen. Bärbel Kunkel-Gassabteilung gescannt und manuell mann sowie ihre acht Kollegen gebucht. So wie eben früher alle in der Buchhaltung/RechnungsPapierrechnungen. prüfung des Stammhauses er- In der modernen Motorsägen- und -gerätemontage von Der Rechnungsmonitor dient halten die neu eingetroffenen Stihl in Waiblingen wird mit neuesten Technologien als zentrale Bedienoberfläche gefertigt. Daten zeitnah im Rechnungsfür alle Arten von Eingangsrechmonitor, einer angepassten, zentralen Bedienoberflä- nungen, wird kontinuierlich mit Daten aus den entspreche. Zuerst ruft die Gruppenleiterin Rechnungsprüfung chenden Applikationen versorgt und zeigt den jeweilige eine Übersicht auf und erhält eine Liste der neuen Ein- Status in Ampelfarben. „Diesen Überblick hatten wir gangsrechnungen. Wenn sie eine Rechnung markiert früher nicht“, so Doleski. Vom Rechnungsmonitor starund den Schaltknopf „Buchen“ betätigt, beginnt der ei- tet auch der selbst entwickelte Freigabe-Workflow, der gentliche Buchungsvorgang in SAP. Dort erscheinen die das gewohnte Vier-Augen-Prinzip mit einem hinterlegStammdaten sowie die ausgelesenen Daten. Auf einem ten Befugniskatalog umsetzt, aber nun elektronisch zweiten Bildschirm findet sich das Bild der Rechnung. läuft. „Insgesamt hat sich der Bearbeitungszeitraum hal„Der Ablauf ist komfortabel und erspart uns viel manu- biert, weil der Papierweg entfällt“, resümiert Doleski. elle Arbeit“, erklärt Kunkel-Gassmann. Nachdem sich Stihl generell für eine Auslagerung Zurück in der Übersicht zeigt sie die Protokolldarstel- entschieden hatte, suchten Kollegen aus Rechnungsprülung. Dort ist z.B. vermerkt, an welchem Tag die mar- fung, IT und Organisation einen passenden Dienstleiskierte Rechnung einging und wie der Status quo der in- ter. Für die Auswahl waren vorhandene Referenzen mit ternen Bearbeitung ist. „Das ist hilfreich, wenn uns Kol- ähnlichen Service-Inhalten relevant sowie der persönlilegen aus anderen Abteilungen anrufen. Wir können che Eindruck vor Ort. Neben Kostenstruktur, hoher die Rückfragen jetzt meist direkt am Telefon klären“, Qualität und Zuverlässigkeit war Monika Doleski wichbetont die Gruppenleiterin. Zudem ließe sich bei einem tig, einen Partner aus der Region zu finden, um kurze möglichen Verzug schnell die Ursache feststellen. Wege zu gewährleisten. Ein weiteres Kriterium stellt die Über eine EDI-Anwendung schicken fünf Hauptliefe- hohe Datenqualität dar, die Alpha Com liefert: Der ranten ihre Rechnungen. Die meisten anderen Lieferan- Dienstleister kontrolliert die OCR-Ergebnisse noch auf ten jedoch – über 2.500 – nutzen den Postweg. Alle not- Logik, Aktualität und Vollständigkeit. So fallen ein falwendigen Rechnungs- und Bezugsdaten haben die Be- scher Betrag bei der Mehrwertsteuer oder ein fehlerhafteiligten in der Einführungsphase abgestimmt. „Das war tes Datum früh auf. Bei Bedarf korrigiert er die Ergebharte Arbeit“, räumt Monika Doleski ein, denn die Lie- nisse und übermittelt nur verifizierte Daten. < CORINNA SCHOLZ feranten mussten ihre Angaben umstellen, was mehrere

Die Stihl Gruppe

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INTERVIEW SOFTWARE > DOKUMENTENMANAGEMENT

SOA unter der Motorhaube Im Gespräch mit Jens Rabe, Vice President Business Strategy bei Open Text, über die Produktstrategie des kanadischen Softwarehauses > Bereits im Jahr 2003 übernahm der Ensehr stark auf Site Templates – d.h. auf die terprise-Content-Management-Anbieter Abstraktion der Webseite – ausgelegt. (ECM) Open Text den Archivspezialisten Vignette verfolgte demgegenüber mit seiIxos. In den Jahren darauf folgten weitere nem Flaggschiff „Vignette Content MaÜbernahmen z.B. von Hummingbird, Rednagement“ einen anderen, rein inhaltszenDot und zuletzt Vignette. In der Folge trierten Ansatz. IT-DIRECTOR: Gibt es hierzu ein Beispiel? stand der Anbieter vor der HerkulesaufJ. Rabe: In den USA verwendet die Daimler gabe, diese Lösungen in die eigene ECMAG eine Autorenoberfläche, um alle marSuite – ehemals Livelink – zu integrieren. ketingrelevanten Materialien für ihre Im Gespräch mit IT-DIRECTOR erklärt Jens Rabe, Vice President Fahrzeuge einzupflegen. Verwaltet werJens Rabe, wie man dies mit Hilfe der serBusiness Strategy bei Open den auch digitale Inhalte wie Bilder in verviceorientierten Architektur (SOA) ver- Text schiedensten Auflösungen oder Videos. wirklichte und welche EntwicklungsParallel dazu werden mit dem System alle Unternehschwerpunkte man in Zukunft setzen wird. IT-DIRECTOR: Herr Rabe, wie wachsen nach den Übernahmen mens- und Händlerwebseiten gepflegt – und zwar mit die einzelnen Systeme zusammen? den entsprechend freigegebenen Texten oder ProduktJ. Rabe: Mit Akquisitionen verfolgen wir stets ein strategi- informationen. Anschließend werden diese zentral gesches Ziel. Wir sondieren den Markt nach Funktionali- pflegten Informationen in viele Nutzungskanäle getäten, die unsere ECM-Suite ergänzen bzw. komplettie- speist. ren und tätigen entsprechende Übernahmen. So woll- IT-DIRECTOR: Dabei geht es primär um die Bündelung von Inten wir die eigene Suite mit der Ixos-Übernahme um formationen... J. Rabe: Viele Kunden stehen vor der Herausforderung, ein Archivsystem und eine SAP-Integration erweitern. IT-DIRECTOR: Warum ist Ixos im SAP-Umfeld so stark? ihre in zahlreichen Insellösungen vorliegenden Inhalte J. Rabe: Bei Ixos hat man sich vor allem mit der Daten- mithilfe eines ECM-Systems effizienter und konsistenkomprimierung, dem Durchsatz großer Datenmengen ter zu organisieren. ECM eröffnet Unternehmen die sowie einem in das führende System integrierten Meta- Möglichkeit, die gesamten Inhalte über alle Wertschöpdatenmanagement beschäftigt. Dadurch entstanden fungsketten hinweg zu koordinieren. Entscheidend ist stark am führenden System ausgerichtete Lösungen, der ECM-Einsatz auch, wenn Unternehmen ihre Prowelche für den Endnutzer gar nicht als Drittlösung er- zesse neu gestalten wollen. Will man zum Beispiel ERPkennbar sind. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen wir Daten mit dem Kundenbeziehungsmanagement zusamheute mit E-Mail-Systemen und Sharepoint. menbringen, spielt ECM eine immer größere Rolle. Im Gegensatz dazu war die traditionelle Kernkompe- IT-DIRECTOR: Spielte das Wissen um solche Prozesse beim tenz des Open-Text-Systems Kollaboration und Doku- Zusammenführen der zugekauften Systeme eine Rolle? J. Rabe: Unsere Anstrengung der letzmentenmanagement mit eigenem, ten Jahre galt der Harmonisierung webbasierendem User Interface. Bei der verschiedenen ECM-Ansätze RedDot wiederum drehte sich alles von Ixos, RedDot und Vignette: Wir um das klassische Web Content mussten die Inhaltszentrierung von Management (WCM). Hier fungiert Vignette, den Webfokus von Reddie Webseite als zentrales OrgaDot, die Integration in führende nisationskriterium, alle Tools und Systeme von Ixos sowie den kollaRedaktionssystemoberflächen sind

„Unsere Anstrengung galt der Harmonisierung der verschiedenen ECM-Ansätze.“

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DOKUMENTENMANAGEMENT < SOFTWARE

„Wir verfolgen einen klaren serviceorientierten Ansatz, auf den künftig alle unsere ECM-Komponenten basieren werden.“

borativen Ansatz des Open Text Content Server zusammenfügen, ohne die jeweilige Stärke des gewählten Ansatzes zu verlieren. Dieses realisierten wir auf einer serviceorientierten Architektur (SOA). Heute besitzen wir eine Produktsuite, die eine Archivierungsebene, eine Datenhaltungsund Datenmodellierungschicht sowie eine Konnektivitäts- und Visualisierungsebene umfasst. IT-DIRECTOR: Müssen RedDot- oder Vignette-Anwender jetzt eine neue Architektur implementieren, um Ihr neuestes Release nutzen zu können? J. Rabe: Nein, der Umstieg auf unsere serviceorientierte Architektur läuft quasi unter der Motorhaube ab. Die Anwender bemerken nicht, dass sie mit dem aktuellen Release eine SOA-fähige Applikation nutzen. IT-DIRECTOR: Sie erwähnten Sharepoint. Positionieren Sie sich z.B. mit Vignette nicht klar gegen Microsoft? J. Rabe: Selbstverständlich bestehen funktional Überschneidungen. Aber es gibt im ECM-Bereich noch sehr viel mehr Systeme, die Inhalte produzieren. Aufgabe einer ECM-Suite ist es, dass die Inhalte all dieser Systeme miteinander in Beziehung gebracht werden können. So müssen auch Exchange und Outlook stets in ein ECM-System eingebunden werden. Mit Sharepoint, das sich in Unternehmen zunehmend als Kollaborationsplattform etabliert, muss eine solche Integration ebenfalls erfolgen. Daher haben wir in Redmond bereits vor einigen Jahren eine eigene Niederlassung eröffnet. Dort wird die Entwicklung vorangetrieben, wie wir unsere Lösungen optimal mit Sharepoint integrieren oder wie wir Sharepoint-Inhalte für andere Verwendungszwecke zugänglich machen können.

IT-DIRECTOR: Sie sehen Sharepoint als

Ergänzung zu Ihren Lösungen an? J. Rabe: Als Sharepoint auf den Markt

kam, gab es viele Skeptiker, die ECM-Anbietern wie Open Text den Untergang prophezeiten. Sie gingen davon aus, dass Microsoft mit seiner Marktmacht fortan den ECM-Markt dominieren müsse und Sharepoint den traditionellen ECM-Anbietern das Wasser abgraben würde. Es ist aber genau das Gegenteil eingetreten – nämlich, dass Sharepoint den gesamten ECM-Bereich ergänzt. Aktuell stellen sich den Sharepoint-Anwendern Fragen wie: „Wir machen Dokumentenmanagement und Kollaboration mit Sharepoint, aber wie bekommen wir diese Inhalte mit unserer SAP-Transaktion zusammen?“ IT-DIRECTOR: Wie sieht die Produktstrategie für Ihre ECM-Suite aus? J. Rabe: Wir verfolgen einen klaren serviceorientierten Ansatz, auf dem künftig alle unsere ECM-Komponenten basieren werden. Derzeit ist jedoch noch nicht alles möglich, was wir uns vorstellen. Von daher werden wir auch in den nächsten Jahren in serviceorientierte Architekturen investieren. Ein weiteres Thema ist die Unterstützung unterschiedlicher Inhaltstypen über die gesamte ECM-Suite hinweg – gerade hinsichtlich Social Media bzw. nutzergenerierten Inhalten. Social Media wird oft als eine separate Applikation angesehen, was jedoch zu kurz greift. Wenn Unternehmen ein Wiki, einen Blog oder ein Forum betreiben, erstellen sie einen neuen

Inhaltstyp, letztlich aber nichts anderes als ein Dokument. Doch wie sieht es bei Tagging, Voting oder Rating aus? Hiermit werden die Beziehungen zwischen einzelnen Content-Typen beschrieben. Deshalb liegt ein klarer Fokus unserer Roadmap auf der Einbindung solcher Web-2.0-Inhalte und des Beziehungsmanagements der Inhalte untereinander. Hinzu kommt unser Anspruch einer flexiblen Benutzeroberfläche. Hier spielen zwei Komponenten eine Rolle: Wir haben mit der Akquisition von Vignette ein starkes Portalangebot erhalten. Dies kommt uns gelegen, da wir uns so von zementierten Benutzeroberflächen verabschieden und mehr auf Mashups konzentrieren können. Hier kommen auch Widgets, d.h. Komponenten eines grafischen Fenstersystems, die typischerweise als Embedded Code funktionieren, ins Spiel. Diese sind als Fortsetzung des Portlet-Gedankens zu verstehen, wobei kein fester Portalrahmen gegeben ist. < INA SCHLÜCKER

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AKTUELLES MOBILE BUSINESS > PRODUKTE

So flink wie eine Workstation Das Smartphone HTC Smart ist mit dem Betriebssystem Brew MP ausgestattet.

Ungetrübtes mobiles Surfen > Mit HTC Smart bringt die HTC Corporation ein neues EinsteigerSmartphone auf den Markt, das in Deutschland exklusiv über den Mobilfunkanbieter Telefonica vertrieben wird. Das Smartphone auf Basis des Betriebssystems Brew MP enthält die weiterentwickelte Tocuhflo-Benutzeroberfläche HTC Sense, die den Anwender und seine natürlichen Handlungsstränge in den Mittelpunkt stellen soll. Das kompakte TouchDesign integriert die drei Säulen von HTC Sense: „Make it Mine“, „Stay Close“ und „Discover the Unexpected“. Anwender können ihr Smartphone durch verschiedene Widgets für den Schnellzugriff auf beispielsweise Kontakte, Kalender und Wetter individuell anpassen. Das Gerät nutzt mit Qualcomms Brew Mobile Platform (Brew MP) ein mobiles Betriebssystem, das es dem Anbieter ermöglicht, HTC Sense zu einem erschwinglichen Preis auf Smartphones zu bringen. Der HTC Smart ist laut Hersteller für O2-Kunden in England, Deutschland und Irland ab April über Telefonica, in Europa über den freien Handel erhältlich. <

Im Internet: www.htc.com

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> Mit dem neuen ThinkPad X201 bringt Lenovo ein schnelles, portables Notebook auf den Markt. Außerdem kündigt das Unternehmen vier weitere ThinkPad-Laptops an, die mehr Wahlmöglichkeiten, Performance und Produktivität bieten sollen: Der ThinkPad X201s ist der bislang dünnste und leichteste ThinkPad, heißt es, der X201 Tablet ist ein smarter Tablet für Geschäftsnutzer, und die mobilen Workstations W701 und W701ds bieten für rechenintensive Aufgaben mehr Leistung als zuvor. Der ThinkPad X201 kann über 3 GHz Leistung vorweisen, wiegt unter 1,1 kg und soll um 25 Prozent schneller als alle Laptops seiner Klasse sein. Dabei arbeitet er mit einem Core-Prozessor von Intel und bietet laut Hersteller eine Akkulaufzeit von bis zu elf Stunden. Der ThinkPad X201s wiege etwas mehr als ein Kilo und erreiche eine Akkulaufzeit von über zwölf Stunden. Für Nutzer, die Leistung und

Produktivität wünschen, bietet Lenovo die mobilen Workstations der W-Serie. Sie vereinen, so heißt es, die Prozessoren der Intel-Core-i7Serie mit GPUs der Nvidia-Quadro-FX-2800- und 3800-Serie. Mit diesen Technologien sei der 17Zoll-messende mobile Computer genauso flink wie eine normale Workstation. Außerdem hat Lenovo den ThinkPad X201 Tablet optimiert – u.a. mit einem kapazitiven Multitouch-Screen. Die neuen Modelle von Lenovo sollen im zweiten Quartal 2010 in Deutschland verfügbar sein. Den ThinkPad X201 wird es in Deutschland ab einem Preis von 999 Euro geben, heißt es, den X201s ab 1.249 Euro und den X201 Tablet ab 1.299 Euro. Der ThinkPad W701 wird hierzulande zu einem Preis ab 2.340 Euro in den Fachhandel kommen, während der W701ds zu einem Preis ab 3.180 Euro erhältlich sein wird. < Im Internet: www.lenovo.com

Den ThinkPad X201 Tablet hat Lenovo u.a. mit einem kapazitiven Multitouch-Screen optimiert.


PRODUKTE < MOBILE BUSINESS

Leise unterwegs > Samsung ergänzt seine P-Serie für professionelle Anwender um das neue Notebook P580. Mit diesem soll Geschäftskunden ein Gerät zur Verfügung stehen, das Konnektivität mit Zuverlässigkeit und Sicherheit für den Einsatz unterwegs verbindet. Das P580 wiegt 2,5 kg und ist – je nach Gerätekonfiguration – mit dem neuen IntelCore-i5-Prozessor ausgerüstet, verfügt über eine schnelle Nvidia-GeForce-GT-330-Grafikkarte und einen matten 15,6-Zoll-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Geschützt wird die Hardware durch das Samsung-DuracaseGehäuse. Zur Standardausrüstung des neuen P-Serienmodells soll das Betriebssystem Windows 7 Professional mit geringerem Energieverbrauch sowie einer effizienteren Speicherausnutzung gehören. Die Tastatur verfügt über einen separaten Ziffernblock, der laut Hersteller Tastatur-

Das neue Notebook P580 verfügt über einen separaten Ziffernblock, der Tastatureingaben und Rechenarbeiten komfortabel machen soll.

eingaben und Rechenarbeiten komfortabel macht. Dank der integrierten Geräuschreduzierungstechnologie laufe das neue Notebook nahezu unhörbar. Es soll zudem über eine Reihe nützlicher Tools verfügen: Für die audiovisuelle Kommunikation sind ein integriertes Mikrofon, ein Kopfhöreranschluss sowie eine Webcam mit an Bord. Überdies ist das P580 mit einigen Schnittstellen ausgerüstet, die die Verbindung ins Internet oder zu anderen Geräten erleichtern sollen. Das Notebook P580 ist laut Hersteller ab April 2010 für 799 bis 1.499 Euro (je nach Modellkonfiguration) im Fachhandel erhältlich. Innerhalb von Deutschland gewährt Samsung auf alle Notebooks 24 Monate Vor-Ort-Abholservice inklusive Verpackungsservice. Außerdem bietet der Hersteller eine 12-monatige internationale Garantie. < Im Internet: www.samsung.de

Gelenkig und wandelbar > Mit dem neuen Toughbook CFC1 stellt Panasonic ein robustes und trotzdem leichtes BusinessNotebook vor, das sich auch als Tablet-PC nutzen lässt. An seiner Unterseite besitzt das Gerät eine

Das Dreifach-Gelenk des CF-C1 sorgt dafür, dass auch beim häufigen Wechseln von Notebook- auf Tablet-Modus keine Bruchgefahr besteht.

Trageschlaufe, so dass man es mit einer Hand halten und mit der anderen bedienen kann. Damit eignet sich das Toughbook etwa für mobiles Pflegepersonal oder Marktforscher. Je nach Konfiguration verfügt das Notebook über einen Multitouch-fähigen Digitizer-Bildschirm oder einen resistiven Multitouch-Touchscreen. Das verstärkte Dreifach-Gelenk soll dafür sorgen, dass beim Wechseln von Notebook- auf Tablet-Modus keine Bruchgefahr besteht. Mit seinem Twin-BatterySystem, das den Akku-Tausch im Betrieb erlaubt, läuft das Notebook zehn Stunden lang und wiegt nur 1,69 kg, heißt es. Ausgerüstet sei es mit dem IntelCore-i5-520M-vPro-Prozessor. Ab Juli 2010 soll es für 1.998 Euro erhältlich sein. Die Ausführung mit resistivem MultitouchTouchscreen folge im September zum Preis 1.797 Euro. <

Im Internet: www.panasonic.de

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ORGANISATION >

IT-DIENSTLEISTUNGEN

Externe

Berater

effizient

einkaufen

Der Einsatz externer IT-Experten gehört in hiesigen Unternehmen zum Alltag. Rund jede fünfte Firma mit über 200 Mitarbeitern setzt laut Berlecon Research mehr als 20 verschiedene Dienstleister und Berater ein. > Die Kosten für die externen Leistungen von Volker Lopp, in denen man als Berater hinzugezogen belaufen sich in der Regel auf mehr als unabhängiger Berater in wird, von den Verantwortlichen als ein Montabaur zehn Prozent des gesamten IT-Budgets. gravierendes Problem empfunden. DarüDoch von einem strategischen Lieferantenmanagement ber hinaus gibt es in den meisten Unternehmen bisher sind die meisten Unternehmen weit entfernt. Führt keine standardisierten Bewertungsverfahren für ITman sich den typischen Ablauf der Beschaffung von IT- Dienstleister. Verantwortliche Mitarbeiter, die für ein Dienstleistungen vor Augen, verwundert es kaum, dass aktuelles Projekt einen IT-Experten auswählen, haben in der Studie von Berlecon Research lediglich jeder meist keine Möglichkeit, bei angemessenem Aufwand zehnte Befragte angab, mit dem Prozessverlauf beim herauszufinden, ob ein bestimmter Lieferant in der VerEinsatz externer IT-Spezialisten zufrieden zu sein. In gangenheit Projekte zur vollen Zufriedenheit des Under Regel werden die Experten von der Fachabteilung ternehmens durchgeführt hat. beschafft. Der Einkauf übernimmt anschließend die Mehr Transparenz gefordert formale Beauftragung. Für eine Verhandlung der Konditionen ist es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät. DaDer Weg zu mehr Effizienz und Zufriedenheit ist in rüber hinaus fehlen in vielen Fällen klar formulierte diesem Fall ein strategisches IT-Vendor-Management. Projektziele und die Kontrolle der Ergebnisse. Die Intransparenz der Kostenstruktur und der Preis- Diese Aufgabe, die meist im IT-Einkauf verankert wird, gestaltung der IT-Lieferanten wird in fast allen Fällen, beinhaltet eine ganze Reihe von wichtigen Aspekten.

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IT-DIENSTLEISTUNGEN

< ORGANISATION

Handlungsempfehlungen Das strategische Management von externen IT-Experten führt zu ei-

Die verantwortlichen Mitarbeiter übernehmen nicht nur die Vorauswahl von Dienstleistern im akuten Bedarfsfall, sondern entwickeln auch eine langfristige Strategie: Sie entscheiden, welche Lieferanten zukünftig für welche Aufgaben weiterentwickelt und bevorzugt eingesetzt werden. Sie formulieren gemeinsam mit den Kollegen aus den Fachabteilungen konkrete, messbare Ziele für jedes Projekt, anhand derer die Arbeit des beauftragten Lieferanten bewertet wird. Darüber hinaus sind sie für die standardisierte Vertrags- und Auftragsgestaltung zuständig. Effizient umsetzbar ist ein solches zentrales IT-Vendor-Management nur mittels einer IT-Plattform, auf die sowohl der Einkauf als auch die Verantwortlichen in den Fachabteilungen Zugriff haben. Inzwischen gibt es im Bereich Vendor-Management-Systeme (VMS) bzw. SupplierResource-Management (SRM) eine ganze Reihe von günstigen Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS), de-

ner höheren Kostentransparenz und einer höheren Qualität der Leistungen bei mindestens zehn Prozent weniger Kosten. Um dieses Potential zu nutzen, sollten Unternehmen folgende Hinweise beachten: Verwenden Sie eine zentrale, IT-gestützte Plattform für Ausschreibungen von Projekten und Bewertungen von Lieferanten. Empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang kostengünstige Software-as-a-Service-Lösungen. Holen Sie die IT-Abteilung bei der Einführung des Vendor-Management-Systems von Anfang an mit ins Boot. Von deren konsequenter Anwendung des VMS ist der Erfolg abhängig. Achten Sie bereits bei der Ausschreibung von Beratungsprojekten darauf, messbare Ziele zu definieren. Verwenden Sie für die Bewertung der Lieferanten standardisierte Kategorien, um die Ergebnisse vergleichbar zu machen. Bei der Umstellung geht es um Menschen – das braucht Zeit. Bringen Sie also einen langen Atem mit. Quelle: Lopp Optimierungsmanagement

ren Einsatz sich in der Praxis bewährt hat. Exemplarisch seien hier Onventis, Pool4Tool oder Synertrade genannt. Das VMS unterstützt jeden Schritt in der strategischen Auswahl und Pflege der Lieferanten. SämtliIT-DIRECTOR · AUSGABE 3/2010

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ORGANISATION >

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IT-DIENSTLEISTUNGEN

„Die Kosten für die externen Leistungen belaufen sich in der Regel auf mehr als zehn Prozent des gesamten IT-Budgets. Doch von einem strategischen Lieferantenmanagement sind die meisten Unternehmen weit entfernt.“

che Beratungsleistungen sollten konsequent und mit einer klaren Aufgabenstellung versehen über diese Plattform ausgeschrieben werden. Nach Abschluss eines Projekts bewerten die Projektverantwortlichen ebenso konsequent die Erfüllung der Aufgaben anhand von standardisierten Kriterien. Dies hat bei künftigen Ausschreibungen den Vorteil, dass zu den bietenden Lieferanten bereits vergleichbare Bewertungen vorliegen. Auf diese Weise spielt neben dem angebotenen Preis auch die bisherige Erfahrung mit dem betreffenden Lieferanten eine wichtige Rolle im Entscheidungsprozess. Mit dieser zentralen Plattform lassen sich zudem bestehende Rahmenverträge mit günstigen Konditionen optimal nutzen, indem für bestimmte Aufgaben nur ausgewählte Lieferanten angefragt werden. Durch strategisches Lieferantenmanagement können so in der Regel mindestens zehn Prozent der Kosten für den Einsatz von externen IT-Experten eingespart werden – bei besserer Qualität der Leistungen, gesteigerter Transparenz und größerer Zufriedenheit.

Drei statt 200 Dienstleister im Einsatz Bei einem namhaften Konsumgüterhersteller waren beispielsweise fast 200 verschiedene IT-Dienstleister im Einsatz – vom Freiberufler bis zum IT-Titan. Durch die oben beschriebenen Maßnahmen konnte man die Anzahl innerhalb von 18 Monaten auf ca. 100 reduzieren.

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Heute entfallen rund 80 Prozent der entsprechenden Kosten auf drei große IT-Dienstleister und einen Sourcing-Spezialisten für Freiberufler. Die Gesamtkosten wurden auf diese Weise um ca. zwölf Prozent gesenkt. Um die Vorteile des strategischen IT-Vendor-Managements optimal nutzen zu können, muss zunächst die IT-Abteilung überzeugt und mit ins Boot geholt werden. Lieferantenmanagement kann immer nur so gut sein wie die qualifizierte Rückmeldung dieser Abteilung. Im nächsten Schritt müssen die technischen Voraussetzungen für eine zentrale, IT-gestützte Plattform geschaffen werden, sofern sie nicht bereits existieren. Sowohl für die Ausschreibung von Projekten als auch für die Bewertung von Lieferanten gibt es bereits eine ganze Reihe von bewährten SaaS-Lösungen. Für die Schaffung der damit verbundenen neuen Abläufe empfiehlt es sich, einen externen Berater einzuschalten. Dieser fungiert bei der Definition der neuen Prozesse als Moderator zwischen den Interessen von Fachabteilungen und Einkauf und gewährleistet durch Erfahrungen aus anderen Projekten einen intensiven Wissenstransfer ins Unternehmen. Bei einem Stahlkonzern beispielsweise führten allein die vom externen Berater initiierte erstmalige Erhebung aller Daten und die Kategorisierung der Profile der eingesetzten IT-Berater zum großen Erwachen: In Einzelfällen wurden für vergleichbare Tätigkeiten bis zu 50 Prozent mehr bezahlt (Honorar + Nebenkosten). <


IT-DIENSTLEISTUNGEN

< ORGANISATION

Günstiger drucken Ein Dienstleister unterstützte den Arzneimittelhersteller Pfizer dabei, in der Deutschlandzentrale in Berlin die Druckkosten zu senken. > Im Jahr 2007 traf Pfizer Pharma Druckkosten auf Abteilungen war die Entscheidung, den Firmensitz nur schwer möglich. Uneinheitliche von Karlsruhe nach Berlin zu verleVertragsarten, der Einkauf vielfältigen. Unweit des Potsdamer Platzes gen Zubehörs und der VerwaltungsAls einer der weltweit führenden Arzneibezogen im Herbst 2008 rund 550 aufwand ließen die Gesamtkosten mittelhersteller trägt Pfizer eine beMitarbeiter das ehemalige Volksansteigen. „Wir haben uns daher sondere unternehmerische Verantwortung. Tag für Tag arbeiten mehr bankgebäude an der Linkstraße. zum Ziel gesetzt, die Modellvielfalt als 80.000 Mitarbeiter rund um den Den Wechsel in neue Büros nahm durch Multifunktionsgeräte zu reGlobus dafür, die Lebensqualität und der IT-Bereich „Business Technoloduzieren und die Anzahl der OutGesundheit von Millionen Menschen gies“ zum Anlass, die Planungen für put-Endgeräte insgesamt zu verrinzu verbessern. ein intelligentes Output-Managegern“, erklärt Hurst. Ein Full-SerIm Internet: www.pfizer.de ment zu forcieren. Die Überlegung, vice-Konzept sollte Pfizer-Mitarbeimit einem innovativen Druckkonter von unproduktiven und zeitrauzept die Betriebsausgaben zu senbenden Aufgaben entlasten, beiken, Prozesse zu vereinfachen und den Verwaltungsauf- spielsweise dem Bestellen von Verbrauchsmaterialien wand zu minimieren, war für Pfizer Deutschland nicht oder dem Wechsel von Tonerkassetten. neu. Mehr als einmal hatte sich die Unternehmens-IT Eine Komplettbetrachtung der Betriebsumgebung für damit beschäftigt. Als der Umzug der Firmenzentrale den Office-Output gibt es nur in wenigen Firmen. Genach Berlin konkret wurde, machte Heribert Hurst, der nau hier setzten die externen Berater mit ihrer BeLeiter Business Operations, Nägel mit Köpfen: Ist-Ana- standsanalyse bei Pfizer an. Eine technische und kauflyse, betriebswirtschaftliche Potentialabschätzung, männische Inventur erfasste alle Geräteklassen und die Marktübersicht, konkrete Handlungsempfehlungen. In- Output-Daten pro Gerät. Durch Transparenz über die nerhalb weniger Monate sollte das Konzept stehen. direkten Druckkosten und ihre Verursacher wurde eine Pfizer griff auf externe Unterstützung zurück und bedarfsgerechte Steuerung der Peripherie möglich. Mit holte sich den IT-Dienstleister Gebhardt Sourcing Solu- dem „Deployment-Szenario“ als Basis verschaffte sich tions an den Tisch. Beide hatten zuvor bereits bei der Pfizer einen Überblick über Technik, Dienste und Entwicklung einer Sourcing-Strategie erfolgreich zu- Marktkonditionen. Der IT-Dienstleister erstellte Aussammengearbeitet. Das Beratungsprojekt „Kostenopti- schreibungsunterlagen und formulierte einen detailliermiertes Output Management“ starten Anforderungskatalog. AnschlieHeribert Hurst, Leiter Business Operations tete Ende 2007. Bereits Anfang bei Pfizer ßend werteten die Berater die einApril 2008 war klar, wo am neuen gegangenen Angebote aus: Drei Standort Berlin die gewünschten Service Provider kamen in die letzte Multifunktionsgeräte zum Drucken, Runde. Heute garantiert ein Kopieren, Faxen und Scannen steRundum-sorglos-Paket Pfizer jederhen müssen, um die Produktivität zeit verfügbare Funktionalität – nur der Mitarbeiter bestmöglich zu unPapier müssen die Nutzer selbst terstützen. nachlegen. Und die Output-Kosten Der alte Drucker- und Kopiererliegen heute um gut ein Viertel bestand bei Pfizer erforderte zuletzt niedriger als 2007, Pfizer spart jähreinen höheren Serviceaufwand. Die lich einen hohen fünfstelligen BeGeräte waren unterschiedlich austrag. < HEIDI BÖRNER gelastet, eine Zuordnung der

Pfizer Pharma

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ORGANISATION >

IT-DIENSTLEISTUNGEN

Am Puls der Zeit Die HanseCom, ein Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und der Hamburger Hochbahn AG, baut auf einen externen Servicepartner. > Im Mittelpunkt der HanseCom GmbH stehen die Konzeption und Implementierung von IT-Lösungen, die auf die Geschäftsprozesse und Systemlandschaften der Kunden zugeschnitten sind. Um dabei alle Standards im Unternehmen einzuhalten und nach Möglichkeit noch zu verbessern, zählt der IT-Dienstleister der Hamburger Hochbahn auf die Zusammenarbeit mit der Technogroup. Die im Jahr 1990 gegründete HanseCom GmbH ist ein Gemeinschaftsunter nehmen der Siemens AG und der Hamburger Hochbahn AG. Als IT-Dienstleister unterstützt sie mit ihren Mitarbeitern drei unterschiedliche Geschäftsbereiche. Die in der Zusammenarbeit mit

Mit der Vertriebslösung PTnova hat sich die HanseCom GmbH im Public-Transport-Geschäft etabliert.

der Hochbahn entwickelten Branchenkompetenzen werden heute für IT-Lösungen und Beratungsdienstleistungen bei Kunden vor allem aus dem Öffentlichen Personenverkehr (ÖPV) eingesetzt – fokussiert auf SAP bzw. SAP-nahe Dienste. Das Wissen und die Erfahrung der Mitarbeiter im Bereich ÖPV zeigen sich in den in Hamburg entwickelten Softwarelösungen. Hierzu gehört beispielsweise die speziell auf Verkehrsunternehmen zugeschnittene Lösung PTnova. Dieses kundenorientierte Paket ist laut Anbieter ein zentrales Hintergrundsystem zur Steuerung aller Vertriebsprozesse in den Verkehrsunternehmen. Das SAP-basierte Abrechnungs- und Steuerungssystem ermögliche die vollständige Integration der Vertriebswege und vertrieblichen Geschäftsprozesse in SAP ERP 6.0 und sei damit die branchenspezifische Ergänzung zum ERP-System.

Ticketautomat in der Hosentasche Die offene und skalierbare Systemarchitektur von PTnova ist die Grundlage der Integration zukünftiger Entwicklungen und sorgt bei den Kunden für Investitionssicherheit. „Wir haben uns mit dieser Vertriebslösung im Public-Transport-Geschäft als Marktführer etabliert“, sagt Nils Schmidt, Geschäftsführer der HanseCom GmbH. „Unser Ziel ist es, auch weiterhin mit branchenspezifischen Lösungen am Puls der Zeit und auf hohem Niveau zu überzeugen.“ Mit dem HandyTicketing bietet die HanseCom auch eine Lösung für die Fahrgäste der Verkehrsunternehmen an. Vier Die HanseCom GmbH, mit Sitz in Hamburg, wurde einfache Schritte sollen zur Löim Jahr 1990 gegründet und ist ein Gemeinsung führen, und der Fahrgast schaftsunternehmen der Siemens AG und der Hamburger Hochbahn AG. Als IT-Dienstleister hat seinen persönlichen Ticketunterstützt die HanseCom u.a. Verkehrsunterautomaten in der Hosentasche: nehmen und -verbünde. Im Geschäftsjahr 2008 1. Schritt ist die Registrierung erwirtschaftete die HanseCom rund 20 Mio. auf der Webseite www. Euro Umsatz im gesamten deutschsprachigen Raum Europas. dashandyticket.de Im Internet: www.hansecom.com Im 2. Schritt erfolgt der Ticketkauf mittels SMS oder JavaApplikation.

HanseCom GmbH

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IT-DIENSTLEISTUNGEN

< ORGANISATION

IT-NEWS DIREKT AUF IHREN TISCH! itmittelstand.de/abo ab b

Mit dem HandyTicketing bietet die HanseCom GmbH eine Lösung für die Fahrgäste der Verkehrsunternehmen an. Der 3. Schritt ist der Empfang des Tickets auf dem Handy des Fahrgastes. Beim 4. Schritt wird die bargeldlose Bezahlung vorgenommen. Und wenn der Kontrolleur kommt, zeigt der Kunde einfach sein Handy. Darüber hinaus können zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort die Fahrpläne abgerufen werden, was das Ticket noch wertvoller machen soll. Kundenanforderungen, die überdurchschnittlich kritisch für HanseCom sind, gibt es nicht. Das Unternehmen nimmt nach eigenen Angaben die Herausforderungen seiner Kunden an. Dies beginne damit, dass mit allen Kunden maßgeschneiderte SLAs vereinbart werden. Datenschutz und Informationssicherheit haben naturgemäß einen hohen Stellenwert im Unternehmen. Um alle diese Standards zu halten und nach Möglichkeit noch zu verbessern, gehört auch ein IT-Servicepartner, der auf dem gleichen Niveau ist, zum System. „Und den haben wir mit der Technogroup gefunden. Dieser IT-Servicedienstleister aus Hochheim ist lösungsorientiert. Selbstverständlich hat auch der Preis gestimmt“, beschreibt Manfred Beier, Teamleiter Basisbetrieb bei HanseCom, die Zusammenarbeit mit der Technogroup IT-Service GmbH, und fährt fort: „Dass auch die Chemie stimmt, erleichtert die Zusammenarbeit, und es ist ein angenehmes Team, das schnell auf den Punkt kommt – verbunden mit guter Kommunikation und letztlich kurzen Wegen.“ „Kunden durch Taten überzeugen – nur das zählt. Dies ist unser täglicher Anspruch und die Herausforderung, die wir suchen“, ergänzt Claus Fischer, Geschäftsführer der Technogroup. „Wir stellen uns dieser Aufgabe gerne, denn das Ergebnis zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und wenn nicht, tunen wir bei uns und zwar schnell, flexibel und zum Vorteil aller.“ < ESTHER FUCHS

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Bertram-Blank-Str. 8 • 51427 Bergisch Gladbach Telefon: 0 22 04 / 92 14 - 0 • Telefax: 0 22 04 / 92 14 - 30 E-Mail: info@medienhaus-verlag.de


ORGANISATION >

IT-DIENSTLEISTUNGEN

Wünsche erfüllen Die Aufgabe von IT-Abteilungen als technischer Dienstleister wird erfüllt, wenn schnell und problemlos eine stabile IT zur Verfügung gestellt wird. Doch manchmal kommen unrealistische Wünsche der Kunden hinzu. In kürzester Zeit soll eine bestimmte Anwendung bereitgestellt sein und zwar im Widerspruch zur existierenden IT-Architektur. > Will eine IT-Abteilung solche Wünsche uneingeschränkt erfüllen, erhöht sich die Komplexität und ITWildwuchs entsteht. Als unmittelbare Folge steigen die Kosten für den IT-Betrieb bzw. für Neu- oder Weiterentwicklungen an, ganz abgesehen von der zunehmenden Gefahr gravierender Betriebsstörungen mit den entsprechenden Imageverlusten. Hilfreich für eine IT-Abteilung ist es also, nicht nur als Dienstleister, sondern auch als strategischer Partner im Unternehmen wahrgenommen zu werden – als Partner, der bei allen Wünschen eine zukunftsfähige IT-Architektur und gute Kontrolle über die Kosten im Auge behält. In der Praxis sind es dabei immer wieder drei Erfolgshebel, die eine Rolle als Geschäftspartner ermöglichen: Partner sein zu dürfen, es zu wollen und es zu können: Partnerschaft bedeutet „Keiner ohne den Anderen“: Einerseits hat die IT dem Business zu dienen und nicht umgekehrt. Andererseits muss der (interne) Kunde ver-

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stehen, dass IT geradezu „verpflichtet“ ist, zu beraten und im Zweifel auch steuernd ein Veto für einen formulierten IT-Bedarf zum Wohle des Gesamtsystems einzulegen. Hierfür Verständnis beim Management des Kunden und dem Top-Management zu erzeugen, ist eine der wichtigsten Herausforderungen eines IT-Directors. Er verhält sich wie der Kapitän eines Schiffs und pflegt seine Beziehung einerseits zur Mannschaft, andererseits aber auch zum Reeder. Dabei können konkrete Maßnahmen helfen. Denn nicht immer ist das, was ein Kunde wünscht, auch das, was er wirklich braucht. So sollte man nachfragen, was durch den Vorschlag des Kunden erreicht werden soll – oft lässt sich das auch anders und architekturkonform erreichen. Wenn dies jedoch nicht klappt, kann man dem Management anhand ganz konkreter Beispiele die Auswirkungen des Kundenwunsches zeigen. Zudem sollte Wert darauf gelegt werden,


IT-DIENSTLEISTUNGEN

< ORGANISATION

in allen relevanten Meetings – man muss zuhören können der Kunden, in denen grund– man muss komplizierte ITsätzlicher IT-Bedarf besproSachverhalte in einer für den chen wird, dabei zu sein. Je Kunden verständlichen Spra1. Definieren Sie IT-Geschäftspartnerschaft anhand von früher der Kunde beraten che formulieren können Rechten und Pflichten in wesentlichen Kernprozeswird, desto weniger muss – man muss, nachdem man sen (Budgetierung etc.) möglichst genau. später korrigiert werden. zugehört hat, den Kunden 2. Prüfen Sie in Einzelgesprächen mit dem Top-Management, ob ein durch Sie eingelegtes Veto als ITKaum ein IT-Mitarbeiter entsprechend beraten Chef in diesen Kernprozessen wirklich Rückendewird als Geschäftspartner ge– man muss – trotz Kundenckung findet; dabei wird meist die Beibehaltung der boren, ebenso wie kaum ein orientierung – auch begrünZukunftsfähigkeit des Gesamtsystem vor individuMatrose seinen Beruf erdet „Nein-sagen“ und alterelle Interessen einzelner Kunden zu stellen sein. greift, um mit dem Reeder zu native Lösungen aufzeigen 3. Sorgen Sie dafür, dass die Mitarbeiter die notwendigen nicht-fachlichen Fähigkeiten erwerben und verdiskutieren. Dieser Teil des können bessern können. Jobs gehört zwar dazu, ist oft – man muss Szenarien ge4. Vermitteln Sie den Sinn von Geschäftspartnerschaft, aber keine wesentliche Motimeinsam mit dem Kunden indem Sie Raum für Diskussionen zum Spannungsvation. Wie ein guter Kapistrategisch durchdenken. bogen Serviceorientierung, Beratung und Steuerung tän muss der IT-Director also Dabei ist wichtig zu erkengeben, und machen Sie sich und Ihre Führungsmannschaft zum obersten Promotor dieses Dreifür eine Einstellung als Sernen, ob bei den Mitarbeitern klangs. vice-Leister und strategischer eher die Kundenorientierung 5. Laden Sie Ihre Kunden zyklisch zu einem „StrategiePartner werben. Dabei geht oder Beratungs- und Steuedialog“ oder „Strategie-Workshop“ ein. es um Fragen wie „Mag ich rungsfähigkeit entwickelt 6. Stellen Sie Ihre persönliche Anwesenheit oder die eijeden Tag erneut kundenwerden muss. Denn erfahner an Sie berichtenden Führungskraft in allen wichtigen Gremien Ihres Unternehmens sicher. und serviceorientiert sein?“, rungsgemäß sind IT-Abtei7. Prüfen Sie Ihre Führungsmannschaft und sich selbst, „Ist mir klar, dass IT nicht lungen oft eher in die eine ob Sie den anspruchsvollen Anforderungen eines Gezum Selbstzweck existiert oder eher in die andere Richschäftspartners entsprechen können und wollen. und der Kunde mein Arbeittung positioniert. Wenn die 8. Messen Sie die Kundenzufriedenheit in einer Weise, geber ist?“ und „Will ich Kunden sagen, dass die Mitdie Ihre Kunden nicht als belästigend empfinden. wirklich beratend tätig arbeiter alle Wünsche 1:1 Quelle: Detego sein?“. Mit Fragen wie „Was umsetzen und dabei der IThat Ihnen im Kontakt mit Wildwuchs sukzessiv wächst, Kunden am meisten Freude dann ist das ein Indiz dafür, bereitet?“ oder „Was hat den größten Ärger verur- auf die Beratungs- und Steuerungsfähigkeit der Mannsacht?“ kann sichergestellt werden, dass man dem schaft zu schauen. In jedem Fall werden Mitarbeiter in Thema genügend Raum in den Mitarbeitergesprächen (vorgelagerten) Einheiten, die die Kunden direkt begibt. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass nicht alle Mitar- treuen, viel mehr nicht-fachliche Kompetenzen braubeiter die Veranlagung zum Geschäftspartner haben. chen als Mitarbeiter in (zuliefernden) IT-Einheiten. DaMan sollte somit eine Organisation schaffen, in der ge- mit in der Wertschöpfungskette zum Kunden aber kein nau diese Mitarbeiter gebündelt in kundenbetreuenden Qualitätseinbruch entsteht, ist ein reibungsloses ZuIT-Einheiten agieren können. Zudem sollten die Mitar- sammenspiel zwischen den die Kunden direkt betreubeiter mit intensivem Kundenkontakt aufgefordert wer- enden Einheiten und den zuliefernden Einheiten innerden, in ihren Teams dieses Spannungsgefüge zwischen halb der IT-Abteilung notwendig und im Rahmen von Beraten, Steuern und Leisten zu diskutieren und aus ih- Workshops auf den Prüfstand zu stellen. Außerdem ist ren Erfahrungen zu lernen. Der Wille aller Beteiligten wichtig: Wird ein Verhalten als Geschäftspartner beist ein guter Anfang, reicht aber nicht aus: Wer ein Ge- lohnt? Sind Anreizsysteme, Zielvereinbarungen, Leisschäftspartner sein will, braucht neben der notwendi- tungsbeurteilung usw. auf die gewünschte Positioniegen Einstellung auch die erforderlichen Qualifikatio- rung als Geschäftspartner ausgerichtet? Und am Ende nen, und die sind neben dem reinen Fachwissen nicht sollte klar sein, dass nicht der IT-Chef darüber entscheiganz einfach: det, ob seine Einheit als Geschäftspartner anerkannt ist, – man muss das Geschäft des Kunden verstehen bzw. sondern der Kunde. < CHRISTIAN BRAUNER kennen

Checkliste:

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INTERVIEW PRAXIS > FINANZSOFTWARE

Autonomie ist alles Interview mit Jan Gerken, CIO der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, über die Chancen der Hochschulautonomie > Um mit den internationalen Universitäschen Entwicklungsziele mit konkreten ten und Forschungseinrichtungen zu konRessourcenaussagen gekoppelt werden. kurrieren und den Studierenden eine exDenn jede Zielplanung impliziert finanzellente Lehre zu bieten, bedarf es eines zielle Aspekte, die fundiert betrachtet und modernen Hochschulmanagements und bewertet werden müssen. Und hierfür eines Rechnungswesens, das den heutigen sind moderne IT-Lösungen erforderlich, und künftigen Informations- und Steuedie in eine ganzheitliche Universitätsstrarungsanforderungen gerecht wird. Die tegie in Bezug auf die Informations- und Heinrich-Heine-Universität (HHU) DüsKommunikationstechnik sowie Medien, seldorf realisiert dies durch die Einfühkurz IKM, passen müssen. IT-DIRECTOR: Welche Vorteile bringt Ihnen die rung der Doppik, die als integrierte Ver- Jan Gerken ist Dezernatsleiintegrierte Verbundrechnung konkret? bundrechnung implementiert wird. IT-DI- ter Hochschulmanagement RECTOR sprach mit Jan Gerken, Dezer- und CIO der Heinrich-Heine- J. Gerken: Es ermöglicht nationale und interUniversität Düsseldorf. nationale Vergleiche und liefert – ohne ernatsleiter Hochschulmanagement und CIO der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, über heblichen Abgrenzungsaufwand – eine fundierte Datenbasis für die Kosten- und Leistungsrechnung. Nicht das Vorhaben. IT-DIRECTOR: Mit dem Hochschulfreiheitsgesetz hat der Lanzu vergessen ist, dass sich die Hochschule über den desgesetzgeber eine umfassende Reform des staatlichen neuen Rechnungsstil in Verbindung mit einem testierHochschulwesens in Nordrhein-Westfalen angestoßen. ten Jahresabschluss die Möglichkeit erschließt, Kredite Was bedeutet dies für die HHU? aufzunehmen. Und auch das könnte im Wettbewerb an J. Gerken: Der Staat zieht sich aus der Detailsteuerung zu- Bedeutung gewinnen, insbesondere wenn man an umrück und stärkt das eigenverantwortliche Handeln der fassende Baumaßnahmen denkt, die von der UniversiHochschulen, die damit weit reichende Kompetenzen tät anteilig mitzufinanzieren sind. für Finanz-, Personal- und Organisationsentscheidun- IT-DIRECTOR: Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre neue gen erhalten. Wir sehen in dieser Veränderung Heraus- IT-Lösung aus? forderung und Chance zugleich und nutzen die neuen J. Gerken: Wir haben darauf geachtet, ein zukunftsfähiges Möglichkeiten, um uns eine gute Ausgangsposition im System einzusetzen, das sowohl das kamerale als auch Wettbewerb zu verschaffen. Zentraler Bestandteil war das kaufmännische Verfahren parallel und ohne Mehrdabei die Umstellung der Kameralistik auf die kaufmän- aufwand abbilden kann und sich am Markt bewährt nische Buchführung zum Januar 2009. Denn um als hat. Gleichzeitig wurde bei der Softwareauswahl mit moderne Hochschule eigenverantwortlich auf den Zu- Blick auf die IKM-Strategie der Universität darauf gekunftsmärkten zu agieren und die anvisierten Ziele in achtet, eine integrierte Software einzuführen, die perLehre und Forschung mit den dafür notwendigen Mit- spektivisch auch das Personalwesen und das Dokumentenmanagement im Sinne eines teln unterstützen zu können, reiganzheitlichen Verwaltungsmachen die Werkzeuge der kamenagements aufnehmen kann. In ralen Haushaltsführung nicht einer europaweiten Ausschreimehr aus. bung haben wir uns schließlich Zudem gewinnt die strategische für die Lösung der Mach AG Finanzplanung für eine Univerentschieden. < sität mehr und mehr an BedeuFRANK ZSCHEILE tung. Dabei müssen die strategi-

„Die strategische Finanzplanung gewinnt für eine Universität mehr und mehr an Bedeutung.“

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FINANZSOFTWARE < PRAXIS

Volvo liefert Rechnungen digital aus Die Volvo Trucks Region Central Europe GmbH versendet Rechnungen an Kunden und Lieferanten ab sofort digital. Der europäische Hersteller schwerer LKW beschleunigt mit Retarus Esign seine Faktura-Prozesse und erschließt dadurch etliche Kostensenkungspotentiale. > Volvo wurde im Jahre 1927 in Schweden gegründet und ist heute der weltweit größte Hersteller von u.a. Trucks, Bussen, Baumaschinen, sowie Antriebssystemen für Schiffsund Industrieanwendungen. Rund 3.000 Rechnungsdokumente werden monatlich von der Volvo Trucks Central Europe GmbH verschickt. Werden diese als Papierdokumente auf dem Postweg verschickt, entstehen dabei hohe Kosten und verzögern sich die damit verbundenen FakturaProzesse. Um diese Prozesse zu verbessern und gleichzeitig die im Rechnungswesen entstehenden Kosten zu minimieren, verschickt das Unternehmen seine Rechnungen jetzt auf elektronischem Weg über die international rechtskonforme SaaS-Lösung Retarus ESign. Die als Managed Service angebotene Lösung versteht sich als transaktionssicheres Komplettpaket für den elektronischen Rechnungsversand und -empfang. Sie

soll es ermöglichen, Signaturen bei der elektronischen Rechnungsstellung zu erzeugen, zu validieren und zu kontrollieren – und das konform zu den steuerrechtlichen Anforderungen in über 40 Ländern. Laut Anbieter ist der Einsatz des Produkts für Volvo Trucks einfach: Rechnungen werden im PDF-Format an Retarus übermittelt, dort automatisch mit einer qualifizierten digitalen Signatur versehen und anschließend über die Messaging-Infrastruktur versendet. Die Rechnungsempfänger erhalten kurz darauf eine gesetzeskonforme elektronische Rechnung. Neben der Beschleunigung der Faktura-Prozesse ging es in diesem Projekt natürlich in erster Linie um Kostensenkung“ erläutert Retarus-Geschäftsführer Martin Hager, denn „eine elektronische Rechnung schlägt lediglich mit wenigen Cent zu Buche.“ < Im Internet: www.retarus.de

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TERMINE VERANSTALTUNGEN > TERMINE

Das Rechenzentrum im Fokus > In diesem Jahr wird das DataCenschaft mit Eco, dem Bundesverband terForum in 19 europäischen Städder deutschen Internetindustrie. ten stattfinden: Start der VeranstalDie Vorträge liefern wichtige Intungsreihe rund um Neuheiten, formationen: Von der Planung, ReaTechnologien und Trends hinsichtlisierung und dem Betrieb von lich der Infrastruktur im Rechenhochverfügbaren Rechenzentren zentrum ist am 13. April in Hamüber maßgeschneiderte Kühllösunburg. Die Technologien der ITgen, ein effizientes InfrastrukturmaBranche unterliegen einem ständinagement, die Datenanalyse der gen Wandel. Daher sei das Forum Key Performance Indicators (KPIs) eine ideale Plattform, um die bis hin zu innovativen BrandschutzKenntnisse der physikalischen Inlösungen und Verkabelungssystefrastruktur im Rechenzentrum auf Auf dem DataCenterForum 2010 dreht sich men in Rechenzentren. Die Erfahalles um Neuheiten, Technologien und Trends den neuesten Stand zu bringen und rungen der letzten Jahre zeigen, hinsichtlich der Infrastruktur im RZ. sinnvolle Trends zu erkennen. Die dass der Wissens- und MeinungsVeranstaltung wartet hierzu mit zahlreichen Referenten austausch hierzu einen hohen Stellenwert hat. auf, darunter Mitwirkenden von IBM, Emerson NetDie Stationen in diesem Jahr sind in Deutschland die work Power mit Knürr, Avocent und Aperture, Leoni- Städte Hamburg, Wolfsburg, Köln, Essen, Karlsruhe, Schuder, Kidde Brand- und Explosionsschutz oder Dresden, Frankfurt/Main, Berlin und München. < proRZ Rechenzentrumsbau. Ganz neu ist die Partner- Im Internet: www.datacenterforum.de

Kompass 2010 Termin: 14. und 15. April in Freiburg Preis: a. A. Veranstalter: Kern AG Info: www.kern.ag Die Kern AG, Hersteller von Lösungen für das Controlling mit SAP sowie die Modellierung von Geschäftsprozessen, stellt auf der hauseigenen Tagung „Kompass 2010“ das Thema „Enterprise Intelligence“ in den Mittelpunkt. „Zentrale Grundlage für geschäftliche Planungen im Controlling und Entscheidungen im Management bilden Daten und Informationen aus transaktionalen Systemen wie SAP ERP“, erläutert Eckhard Moos, Vorstandsvorsitzender der Kern AG. Verschiedene Kunden werden auf der Veranstaltung anhand von Erfahrungsberichten zeigen, wie sie dieses Konzept erfolgreich in die Unternehmenspraxis umgesetzt haben.

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Effektives Output-Management Termin: 21. und 22. April in Düsseldorf Preis: a. A. Veranstalter: Marcus Evans Info: www.marcusevans.com Druckausgaben sind ein zentraler Kostentreiber in Firmen. Im Umfeld aller Druckprozesse im Unternehmen ergibt sich ein enormes Einsparungspotential. Für viele geschäftskritische Unterlagen wie Verträge, Vereinbarungen oder Produktionsunterlagen wird auch künftig eine Papierversion erforderlich sein. Die Verantwortlichen suchen daher nach Möglichkeiten, um das zentrale und dezentrale OutputManagement sowie die internen Workflows und Prozessen weiter zu verbessern. Hier setzt die Konferenz „Corporate Output Management“an. Sie bietet Strategien und Lösungen für die Migration, Harmonisierung und Weiterentwicklung des zentralen Output-Managements.

Web Content Forum Termin: 22. April in Köln Preis: 199 Euro Veranstalter: Eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft

Info: www.eco.de Alleine in Deutschland erreicht das Internet inzwischen mehr als 40 Millionen Menschen und hat sich damit zu einem Massenmedium entwickelt. Welche Inhalte werden den Massen künftig zur Verfügung stehen? Wie sehen die Wirtschaftsmodelle dahinter aus? Fragen, die der Internetverband Eco auf seinem 3. Cologne Web Content Forum diskutieren will. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick, was im Bereich der Webinhalte in den nächsten Jahren auf sie zukommt: Eingeleitet von einem Kurzvortrag finden zu den Trendthemen jeweils Podiumsdiskussionen statt. Darüber hinaus bietet das Forum die Chance, sich mit Experten auszutauschen, Branchenkontakte zu knüpfen und auszubauen.


TERMINE < VERANSTALTUNGEN

IT-Infrastruktur: Wenn es nicht läuft, läuft nichts > Datenspeicherung, RZ-Manageren Vorträgen Effizienz- und Optiment und Serververwaltung rücken mierungspotentiale auf. Sowohl oft erst dann ins Zentrum der Bevon rechtlicher als auch von praktitrachtung, wenn etwas schief läuft. scher und strategischer Seite wurUm gerade das zu vermeiden, trafen den Themen wie Cloud Computing, sich am 1. und 2. Februar 2010 RZServervirtualisierung und DatenLeiter, IT- und Netzwerkverantspeicherung betrachtet. Weitere wortliche zum Wirtschaftsgipfel Themen waren Grüne IT, Energie„Rechenzentrum und Datenspeieffizienz im RZ, Archivierung und cherung 2010“ in Düsseldorf. Auf Hochverfügbarkeit. In einem interEinladung der Dialogum GmbH aktiven Workshop diskutierte diskutierten sie im Rahmen der VerRalph Wölpert, Direktor Branchenanstaltung aktuelle Trends und Lö- Ralph Wölpert, Direktor Branchenmanagemanagement IT bei Rittal, gemeinment IT bei Rittal, diskutierte in einem intersungsansätze und tauschen Erfahsam mit den Teilnehmern die Mesaktiven Workshop mit den Teilnehmern. rungen aus. Das Portfolio von Diasung und Bewertung der Energieeflogum umfasst u.a. die Planung und Durchführung ex- fizienz von Rechenzentren. Ferner nutzten die Besuklusiver Wirtschaftsgipfel und Konferenzen, mit denen cher in Gesprächen mit Partnern der Veranstaltung die Netzwerke für Führungskräfte angeboten werden. Möglichkeit, Lösungsansätze für ihre aktuellen HerausVertreter namhafter Unternehmen wie der Fraunho- forderungen und künftigen Projekten zu diskutieren. < fer Gesellschaft, Strato und der IHK Köln zeigten in ih- Im Internet: www.dialogum.de

Euro ID 2010 Termin: 4. bis 6. Mai in Köln Preis: 30 Euro Veranstalter: IBC Informa Business Communication

Info: www.euro-id-messe.de Die Fachmesse Euro ID 2010 ist laut Veranstalter die einzige branchenübergreifende europäische AutoID-Messe. Das Themenspektrum der Veranstaltung umfasst in diesem Jahr die optischen Identifikationstechniken (Barcode, 2D-Code, 3D-Code), die elektronischen Identifikationstechniken wie RFID, Sensorik und GPS sowie Softwaresysteme (Middleware, ERP-Anbindung). Außerdem werden benachbarte Technologien wie IT-Sicherheit und Telematik positioniert, aber auch Serviceangebote, Training und Beratung rund um die automatische Identifikation.

Power Systems und Storage Symposium Termin: 10. bis 12.Mai in Wiesbaden Preis: 1.490 Euro Veranstalter: IBM Deutschland Info: www.ibm.de Mit 115 Vorträgen in sieben Konferenzreihen verspricht das Symposium einen Überblick über die neue Produktgeneration auf Basis der Power7-Technologie. Neben dem Schwerpunkt Power Systems mit den Betriebssystemen AIX, IBM i und Linux legt Big Blue diesmal einen weiteren Fokus auf die Speicherprodukte. Eine Vortragsreihe richtet sich an IT- und RZ-Leiter und greift Themen wie Strategien, dynamische IT-Infrastrukturen, Cloud Computing, Grüne IT oder IT-Sicherheit auf. Weitere Tracks richten sich an IT-Experten wie z.B. System- und Netzwerkadministratoren, IT-Berater oder Entwickler. Sie werden sich mit einer Vielzahl an fachlichen Themen rund um die Power Systems und IBM-Storage beschäftigen.

Service Desk World Termin: 18. und 19. Mai in Köln Preis: 2.099 Euro Veranstalter: Euroforum Deutschland Info: www.servicedeskworld.de Bereits zum 16. Mal findet die Euroforum-Jahrestagung „Service Desk World“ statt. Im Herzen von Köln können sich Entscheidungsträger aus dem Umfeld des IT-Service- und IT-Support erneut austauschen. Die Jahrestagung versteht sich als Plattform für den Austausch von Expertenwissen und Projekterfahrungen. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Motto „Die Positionierung des Service Desk – Wertschöpfung über Automation und Standardisierung versus Businessorientierung und Innovation“. In bewährter Weise wechseln sich parallel verlaufende (interaktive) Foren mit gemeinsam im Plenum abgehaltenen Vorträgen ab.

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LETZTE SEITE IT-DIRECTOR > VORSCHAU & IMPRESSUM

Vorschau auf Heft 4/2010 Erscheinungstermin:

26. April 2010 Redaktions- & Anzeigenschluss:

1. April 2010 Titelthema: Cloud Computing Trendthema: Personalmanagement Weitere Themen: IT-Sicherheit, Marktplätze und Portale Branchen: Getränke und Nahrungsmittel

Thema: Cloud Computing

Was liegt hinter der Wolke? > Von Cloud Computing ist die Rede, wenn die IT-Landschaft eines Unternehmens oder Teile davon nicht mehr durch das Unternehmen selbst, sondern von bzw. über einen externen Anbieter betrieben oder bereitgestellt werden. Der Zugriff auf die Daten, Anwendungen und Systeme erfolgt üblicherweise über ein Netzwerk wie das Internet, da jene Daten nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Rechenzentrum des Anwenders liegen. In der kommenden Ausgabe beleuchtet IT-DIRECTOR verschiedene Aspekte des „Cloud Computing“ – zum Beispiel worauf man bei der Entwicklung spezieller CloudComputing-Software achten sollte. <

vereinigt mit Client/Server-magazin

Impressum Herausgeber: Klaus Dudda Redaktion: Ina Schlücker (IS, verantwortlich für den Inhalt), Guido Piech (GP), Berthold Wesseler (WE), Thomas Heinen (TH), Lea Sommerhäuser (LS) E-Mail Redaktion: redaktion@it-director.de Internet: www.it-director.de Ständige Mitarbeit: Konrad Buck (KB), Siegfried Dannehl (SD), Norbert Henkel (NH), Daniela Hoffmann (DH), Dr. Manfred Simon (MS) Autoren dieser Ausgabe: Heidi Börner, Christian Brauner, Esther Fuchs, John Hoogland, Dr. Thomas Jansen, Johannes Kelch, Volker Lopp, Frank Pieper, Corinna Scholz, Frank Zscheile

Grafik/Layout: Daniel Hering, Olaf Heß, Michael Schreiner Titelfoto: Deutsche Telekom Fotonachweis: Continental (S. 20), HanseCom (S. 50/51), Deutsche Telekom (S. 4, 22–29), Rainer Sturm (S. 52), Spring Management (S. 10), Stihl (S. 40/41), Volvo (S. 55)

Anzeigenverkauf/Mediaberatung: Anzeigenleiter: Thomas Büchel Verkauf/Beratung: Hendrik Dreisbach Assistenz: Susanne Rosenbaum Anzeigenverwaltung: Jutta Herkenrath E-Mail Anzeigen: anzeigen@medienhaus-verlag.de Anzeigenpreise: Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2010

Verlag:

Abonnement:

MEDIENHAUS Verlag GmbH Bertram-Blank-Straße 8 · 51427 Bergisch Gladbach Tel.: 0 22 04/92 14 - 0 · Fax: 0 22 04/92 14 - 30 E-Mail Verlag: info@medienhaus-verlag.de Geschäftsführer: Klaus Dudda

Jahresbezugspreise Inland: EUR 75,- inkl. Versand u. MwSt., EG: EUR 99,- inkl. Versand Erscheinungsweise: 10 x jährlich Abonnenten-Service: Tel.: 0 22 04/92 14-0

Online-Marketing: MEDIENHAUS Internet Publishing GmbH Beratung: Thomas Büchel Verlagsauslieferung/Buchhandel: BPV Medien Vertrieb GmbH & Co. KG Römerstr. 90 · 79618 Rheinfelden Tel.: 0 76 23/9 64-0 · Fax: 0 76 23/9 64-2 59 www.bpv-medien.com Druck/Litho/Druckunterlagen: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien www.schaffrath.de Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

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Beilagenhinweis: Diese Ausgabe enthält Teilbeilagen der Baluna GmbH und der Management Circle AG. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser um freundliche Beachtung.

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Wie eine kleine Kiste große Freiräume schafft. Der Stromverbrauch von Rechenzentren ist heute nicht nur eine Kostenfrage – er wirkt sich auch zunehmend im Tagesgeschäft aus: Etwa die Hälfte aller Unternehmen mussten laut einer aktuellen Studie bereits Ausfälle durch Stromoder Kühlungsprobleme hinnehmen.1 Kein Wunder, dass Zuverlässigkeit und Effizienz ganz oben im Pflichtenheft der IT stehen. Deshalb ist die ganze Architektur des HS22 in jeder Hinsicht auf maximale Produktivität ausgerichtet: von den hocheffizienten Intel® Xeon® 5500er-Prozessoren über ausgefeilte Management-Software wie den IBM Systems Director, der den Stromverbrauch aktiv überwacht, bis hin zu Sensoren, die die Kühlung optimieren. Unter dem Strich sparen Sie so im Vergleich zur vorigen Generation von Rack-Servern bis zu 93 % Energie. Wie Sie mit Hilfe des HS22 einen Return on Investment in nur 3 Monaten2 erzielen können, erfahren Sie unter ibm.com/blade/de Systeme, Software und Services für einen grünen Planeten.

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IT-DIRECTOR 03/2010  

Titelinterview mit Hagen Rickmann Kommunikation trifft Kollaboration: Interview mit Hagen Rickmann, Leiter Portfolio, Innovation & Offering...

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