St._Viner_Kirche_in_Nueziders

Page 1

St. Viner Kirche in Nüziders

In Nüziders ist ein uraltes Kirchlein, St. Viner auf dem Hügel heißt es in den Urkunden längst verschienener Jahres; jetzt aber steht es tief im Erdboden, so viel Schutt hat der nahe Wildbach zu Tal getragen seit der Zeit, da man es erbaute. Nach der Sage ist St. Viner die älteste Kirche weit und breit im Lande. Sie stammt noch aus der heidnischen Römerzeit, und in den Tagen der Christenverfolgung war der Gottesdienst im Keller des alten Pfarrhofes nebenan. Dieser ist ein großes, steingebautes Haus und war früher durch einen Bogengang mit der Kirche verbunden. Sein Gemäuer ist nahezu sechs Schuh dick, und in seinem mächtigen Untergeschosse liegen zwei Kellergewölbe übereinander. Im tiefsten, in welches kein Tagesstrahl mehr dringt, kamen die verfolgten Christen zusammen. Noch jetzt zeigt man in der wand mehrere dreieckige Nischen, in welche sie beim Gottesdienst im dunklen unterirdischen Gewölbe ihre Lämpchen stellten. Quelle: Anna Hensler, in: Rund um Vorarlberger Gotteshäuser, Heimatbilder aus Geschichte, Legende, Kunst und Brauchtum, Bregenz 1936, S. 47

Aus der Geschichte Die Pfarrkirche zu den Hl. Viktor und Markus war, wie aus den kirchengeschichtlichen Forschungen von Dr. A. Ulmer hervorgeht, damals die Hauptkirche im Walgau und Mutterkirche einerseits sogar von Bludenz mit der Filiale Bürs, andererseits der Dorfsiedlungen von Ludesch, Thüringen, Bludesch, und Nenzing, Schlins, Röns und wahrscheinlich auch von Frastanz. Ulmer vertritt die Meinung, daß zu einem späteren Zeitpunkt, vermutlich im 10. Jhdt., vom Königshof Nüziders aus unmittelbar das Klostertal besiedelt wurde. Die Seelsorgsorte Braz, Dalaas und Klösterle waren deshalb anfangs kirchliche Filialen der Pfarre Nüziders. Auch der Weiler Omesberg der Gemeinde Lech gehörte von alters her zum ausgedehnten Pfarrsprengel von Nüziders. Die Pfarrkirche zu den Hl. Viktor und Markus war einst wohl die 'Leutekirche', während St. Viner die Eigenkirche der Hofansiedler des Königshofes war. Die uralten Patrozinientitel beider Kirchen aus der sogenannten römischen bzw. mailändischen Kultuswelle lassen schließen, daß diese schon im 5./6. Jhdt. bestanden. Bereits im Jahre 960 kam das Kloster Einsiedeln durch Schenkungen in den Besitz großer Güter in Nüziders und gleichzeitig der Patronatsrechte über die Pfarrkirche. Von 1842 bis 1960 waren Einsiedler Benediktinerpatres Pfarrer in Nüziders.


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.
St._Viner_Kirche_in_Nueziders by Russmedia Digital GmbH - Issuu