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Schimmelfibel Tipps für den richtigen Umgang bei einer Schimmelbelastung im Wohnumfeld Schimmel ist ein allgegenwärtiges Problem und geht immer mit hoher Luft- oder Materialfeuchtigkeit einher. Vor allem in Räumen, in denen Sie und Ihre Familie sich ständig aufhalten (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer, Arbeitsräume, odgl.) ist eine erhöhte Schimmelbelastung nicht zu tolerieren und es sind entsprechende Maßnahmen zur Beseitigung zu setzen.

Schritte und Maßnahmen

Schimmelquelle identifizieren – Ursache ermitteln. Dabei können Sie zur Unterstützung auch einen Gutachter, Sachverständigen oder Schimmel-/Bausanierer zu Rate ziehen. Hausverwaltung kontaktieren (Bausachverständigen informieren). Wenn man bereits gesundheitliche Beschwerden hat, den Praktischen Arzt oder einen entsprechenden Facharzt (Lungenfacharzt oder Hautarzt) aufsuchen. Schimmelbefund mitnehmen! Ursache, die zur Schimmelbildung geführt hat entsprechend dauerhaft beheben: o Entfernung, Behandlung o Sanierung o Trockenlegung Entfernung durch Abwaschen oder Abkratzen bzw. Anwendung von Schimmelputzmitteln ist eine Oberflächenbeseitigung und macht daher für eine langfristige Lösung bedingt Sinn, da es nur den Schimmel an der Oberfläche bekämpft. Der Schimmel wird wiederkommen. Es muss die Ursache der Feuchtigkeitsbelastung beseitigt werden. Hausstaub bekämpfen. Hausstaub ist eine große Schimmelquelle. Die Schimmelsporen setzen sich darin fest und leben in Symbiose mit der Hausstaubmilbe. Die Schimmelbeseitigung bzw. Sanierung sollte dem Ausmaß des Schadens und der Art der Raumnutzung angepasst werden (Größe der befallenen Fläche, Tiefe des Befalls, Art der Nutzung als Keller oder Kindergarten, etc.).

Sanierungstipp: Eine Bekämpfung mittels schimmeltötender (fungizider) Chemikalien ist nur in Sonderfällen zu empfehlen, da manche dieser Produkte selbst in Verdacht stehen, die Gesundheit zu belasten. Ein neues in Österreich entwickeltes Verfahren ermöglicht mittels Schutz-Sprühung eine dauerhafte Beseitigung des Schimmels (dringt auch in die Wände ein). Das Produkt ist nach OECD-Richtlinien geprüft und ungiftig für Mensch und Tier (Linkhinweis: www.mouldbuster.at)


Vorbeugemaßnahmen / Ursachenbehebung Lüften Stoß- oder Querlüften (mind. 3-5 x täglich mehrere Minuten) – d.h. mehrere am besten gegenüberliegende Fenster für einen Luftdurchzug ganz öffnen. Dieses Durchlüften ist übrigens viel ergiebiger, als ein Fenster den ganzen Tag in Kippstellung offen zu lassen. Neben dem Energieverlust kann es durch Kondensation feuchter Innenluft an den ausgekühlten Wänden zu Schimmelbildung kommen. Nie die feuchte Luft in eventuell kühlere Räume ableiten. Hier entsteht die Gefahr der Kondensatbildung, wenn warme, feuchte Luft auf die kühleren Wände der unbeheizten Räume trifft. Es sind daher z.B. auch Türen zu Wintergärten, Studios usw. geschlossen zu halten. Bei Kellern und Suoterrein-Wohnungen: Im Sommer nur Lüften, wenn die einströmende Luft kälter ist als die Raumluft. Dusche/Bad nach Benützung auslüften; Dusche auftrocknen bzw. Luftentfeuchter kaufen. Heizen Gleichmäßiges Heizen (auch ungenützte Räume nicht ganz auskühlen lassen). Temperaturabsenkungen sollten in der Nacht nie mehr als 5° betragen. Raumtemperatur in der Heizperiode nicht unter 17-18 Grad absenken. Möblierung Keine Möbel an gefährdete Außenwände stellen – oder zumindest 10 cm Abstand zur Wand halten. Vermeidung von toten Ecken im Raum, die nicht belüftet werden können. Luftfeuchtigkeit Entstehende Feuchte (Kochen, Duschen, Wäschetrocknen) direkt ins Freie leiten. Relative Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen nicht über 55% - 60 % steigen lassen (kann einfach mittels Hygrometers einfach gemessen werden). Neubaufeuchte austrocknen lassen. Wäsche wenn möglich außerhalb der Wohnung trocknen – wenn dies nicht möglich ist, dann in häufig gelüfteten Räumen die Wäsche trocknen lassen. Bauen Ausreichende Wärmedämmung beachten. Wärmebrücken vorbeugen. Leitungen dämmen. Auf ausreichende Abdichtung aus dem Erdreich oder durch drückendes Grundwasser achten. Für Regenschutz (undichtes Dach, Risse in der Fassade,…) und Schlagregenschutz sorgen. Defekte Wasserinstallation beheben (defekte Anschlüsse; undichte Wasserleitung; defekte Regenrinne; etc.). Für ausreichende Austrocknung bei Neubauten und bei Einbau von feuchten Baumaterialien (z.B. Ziegel, Estrich,…) sorgen. Verzicht auf Kunststofftapeten. Vorbeugende Schutzsprühung bei z.B. Neubauten oder bei potentieller Schimmelgefährdung. Baumängel Baumängel oder Bauschäden beheben (Wassereintritt; Feuchteschäden; Dämmungsprobleme; etc.). So auch Silikonfugen in Nassbereichen (Bad, Dusche) regelmäßig auf sichtbare Schäden prüfen und bei Bedarf erneuern Hygiene Abfalleimer (vor allem Biomüll) häufig leeren und reinigen. Tierstreu häufig wechseln. Keine alten Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren. Schimmliges Silikon in Duschen/Bad und Fensterkitt entfernen (auskratzen, ausschneiden). Schimmel auf Dichtungen mit Schimmelentferner; auf Textilien mit mind. 60 Grad zweimal waschen. Hausstaub gering halten.


Gesundheitsaspekte Sichtbarer – aber auch verdeckter Schimmel (hinter Einbaumöbeln; im Mauerwerk; unter Verschalungen, Böden und Zwischendecken; in Entlüftungsanlagen; etc.) – in Räumen ist in keinem Fall zu tolerieren! Erhöhte Sporenkonzentrationen können besonders bei Allergikern sensibilisierend wirken. Schimmel stellt aber auch für Nicht-Allergiker das Risiko einer möglichen Gesundheitsschädigung dar. Verursacht durch ein geschwächtes Immunsystem, können unangenehme Infektionen auftreten. Die von Schimmelpilzen abgegebenen organischen Stoffe können empfindliche Menschen belasten. Aber typischer Schimmelgeruch beeinträchtigt auch stark die Wohnqualität und das Raumwohlbefinden. Rund ein Drittel aller Allergiker leidet unter Allergenen, die von Schimmelpilzen stammen. Schimmelpilzsporen in höheren Konzentrationen können vor allem starke allergische Reaktionen auslösen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können Schimmelsporen schwere Krankheiten (so genannte Mycosen), verursachen. Laut Studien, (wie z.B.: die im renommierten British Journal of Medicine veröffentlicht wurde) sind Schimmelsporen die bedeutendsten Auslöser für Allergien und Asthma, wichtiger als Hausstaub, Pollen oder Tierhaare. Typische allergische durch Schimmelsporen ausgelöste Reaktionen können sein: Reizungen und Entzündungen der Augen und Atemwege Husten, Atembeschwerden, Asthma Hautreizungen, Neurodermitis, Hautekzeme Fliesschnupfen, verstopfte Nase etc.

Hinweis: Der erste Schritt zur Einstufung der Schimmelbelastung in Wohn- und Arbeitsräumen kann über den „SchimmelCheck“ einfach ermittelt werden und ist in jedem dm drogeriemarkt erhältlich! Die Analyse und Auswertung der möglichen Schimmelbelastung erfolgt über Österreichs größtes Forschungsunternehmen (Austrian Research Centers – ARC).

Nützliche Links: Gerichtssachverständige: http://www.sdgliste.justiz.gv.at/ ARC-Pilzgenomik, Forschung und Analysen: http://www.biogenetics.at/default.asp?id=677&lid=1 Sanierung und Vorbeugung mittels Schutz-Sprühung: www.mouldbuster.at Weitere Beratungsstellen: „die umweltberatung“ (www.umweltberatung.at); Verein für Konsumenteninformation (www.konsument.at); Broschüre: „Wegweiser für eine gesunde Raumluft“ des Lebensministeriums (http://publikationen.lebensministerium.at/)


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