Bundesdenkmalamt | http://bda.at/text/136/1300/7686/
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Quelle: http://bda.at/text/136/1300/7686/ Besucht am: 14.09.2006
Litzkraftwerk in Schruns Der Erhalt des „Alten Litzkraftwerkes“ ist dem Heimatschutzverein im Tale Montafon ein besonderes Anliegen. Nun will man erreichen, dass das Stromerzeugungsensemble in teilweise funktionsfähigem Zustand der Nachwelt erhalten bleibt und eine Dauerausstellung eingerichtet wird. Besichtigung am 17. Sept. von 14 bis 16Uhr in 6780 Schruns, Silbertalstr. 3 Das alte Kraftwerk an der Litz wurde 1895 in der ursprünglichen Form in Betrieb genommen. Die gewonnene elektrische Energie aus der Litz diente gewerblichen, kommunalen und privaten Abnehmern.Somit kann die Energieerzeugung an der Litz als die älteste öffentliche Stromversorgung Vorarlbergs bezeichnet werden. Durch eine starke Zunahme der Abnehmer und einen erhöhten Leistungsbedarf ließen die Gebrüder Robert und Wilhelm Mayer 1901 einen zweiten Maschinensatz installieren, der glücklicherweise noch vorhanden ist und bis 1975 in Betrieb war. Für die Oberwasserführung dieser Turbine diente ein offenes, auf Stützen gelagertes Holzgerinne („Fluder“), ein betoniertes Einlaufgerinne und ein Flachschieber. Die Kraftübertragung von der Turbine zum Generator erfolgt über vier Hanfseile. Diese noch erhaltene Maschinen kann mit Recht als technisch besonders interessant und einmalig bezeichnet werden. Die neugegründete Aktiengesellschaft der Montafonerbahn kaufte 1904 das Elektrizitätswerk von den Gebrüdern Mayer und adaptierte dieses auch für den Betrieb der „ersten elektrisch betriebenen Eisenbahn der österreichisch-ungarischen Monarchie“, die 1905 in Betrieb ging. Die Maschine Baujahr 1895 versorgte den Bahnbetrieb und jene mit dem Baujahr 1901 die öffentliche Stromversorgung in Schruns. Der zunehmende Strombedarf im Ortsnetz und die steigende Beförderungsleistung der Bahn erforderten die Vergrößerung der Stromerzeugung. 1913 erfolgte die Erweiterung des Litzkraftwerkes durch den Bau einer neuen Wasserfassung, einer Druckrohrleitung, einer Erhöhung des Nutzgefälles und dem Ersatz des Maschinensatzes von 1895 durch eine leistungsfähigen Maschinensatz modernerer Bauart. Mit dem Anschluss weiterer Parzellen und damit einer erheblichen Vergrößerung des Ortsnetzes sowie der Stromlieferung zum Bau des Spullerseekraftwerkes im Klostertal wurde 1920 ein weiterer Maschinensatz installiert. Nach der Inbetriebnahme des „Neuen Litzkraftwerkes“ wurde das „alte Litzkraftwerk“, das zuletzt wärterlos in Betrieb war, 1997 endgültig abgeschaltet. Der Heimatschutzverein im Tale Montafon hat im Jahre 2001 einen Baurechtsvertrag mit der Montafonerbahn AG abgeschlossen. Diese Maßnahme stellte eine wichtige Vorleistung dar, um das Kraftwerk der Nachwelt zu erhalten. Neben dem Gebäude und der technisch besonders interessanten Maschine mit dem Baujahr 1901sollen auch historische Pläne, Skizzen, Bilder, Gerätschaften und Anschauungsobjekte als Erläuterung dienen. Als weiterer Schwerpunkt könnte eine Dauerausstellung mit dem Thema „Leben und Arbeiten an den Flüssen und Bächen des Montafons“ eingerichtet werden, die besondere Ereignisse wie Muren, Hochwasser, Lawinen etc. zum Inhalt hat. Sobald die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind, soll ein Arbeitsausschuss mit dem Ziel tätig werden, dem Verfall des „Alten Litzkraftwerkes“ entgegenzuwirken und die geplanten Maßnahmen umzusetzen.
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14.09.2006