EheGruende

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Zum Nachdenken:

20 Gründe, (noch) nicht zu heiraten Fragt man ein Ehepaar nach 10 Jahren, ob es Gründe kennt, nicht noch einmal zu heiraten, so wird die Zahl 20 überschritten werden. Nach 20 Ehejahren wird die Zahl der Kleinigkeiten, die als Hinderungsgründe gelten, vielleicht sogar noch höher sein. Und erst nach 35, 40 Jahren zieht man Bilanz und die Zahl der Gründe, es nicht noch einmal zu tun, wird wieder sinken. Man sagt, es gibt dutzende Gründe, um zu heiraten. Manche sagen, es gibt nur einen Grund, um diesen Schritt zu gehen: die Liebe. Doch oft ist es gerade das starke Gefühl zu einem anderen Menschen, das manchen inneren Wiederspruch oder Widerstand verstummen lässt. Die Bewusstmachung jener Umstände, die im Grunde genommen gegen eine Heirat sprechen, sit von großer Bedeutung. Nur das offene, gemeinsame Nachdenken mit dem Partner führt schließlich zu einer wohl überlegten kirchlichen Trauung.

Hier also 20 Gründe, diesen wichtigen und oft durch spätere Trennung/Scheidung verletzenden Schritt (noch) nicht zu tun: • nur, um dem Partner seelisch zu helfen • nur, weil ein Kind erwartet wird • nur, um dem Elternhaus zu entfliehen • nur, um eine enttäuschte Liebe zu vergessen • nur, um den Partner von seiner Sucht zu erlösen • nur, um gegen die eigenen Ängste vor dauerhafter Beziehung anzukommen • nur, weil der andere ein materiell sorgenfreies Leben bietet • nur, weil ein Partner starke sexuelle Anziehung ausübt, aber auch: • wenn ein Partner auf den anderen wenig sexuelle Anziehung ausübt • wenn es noch nicht gelungen ist, über intimste Wünsche zu sprechen • wenn einer der Partner sich überredet fühlt • wenn es Gesprächsthemen gibt, die nicht berührt werden dürfen • wenn mehrere, vertrauensvolle, wohlwollende und vernünftige Menschen abraten • wenn Weltanschauungsunterschiede starke persönliche Konflikte mit sich bringen • wenn einer der Partner mit Versprechungen und Drohungen die Ehe erzwingen will • wenn einer der Partner in einer schweren, persönlichen Krise steckt • wenn Auffassungsunterschiede und Streit sehr häufig vorkommen • wenn noch nie ein Streit durch ein Gespräch gelöst werden konnte • wenn die Kinderwünsche zu unterschiedlich sind, und schließlich • wenn starke Unterschiede in der religiösen Praxis bestehen. Die Liebe führt viele Menschen in die Ehe. Die Liebe bleibt Basis für alles Kommende. Und trotzdem zeigt die hohe Zahl an Trennungen und Scheidungen, dass das Fundament des Zusammenlebens in vielen anderen Punkten erfüllt sein muss. Die beschriebenen 20 Punkte umreißen gesellschaftliche, partnerschaftliche und intime Motive und sind als Anregung gedacht, über die eigenen Motivationen bewusst nachzudenken, denn nicht zuletzt handelt es sich um Gründe, an denen Ehen scheitern können. Diese Aspekte des Lebens durchzudenken, sich gemeinsam damit auseinander zu setzen, ist wichtig und wertvoll für eine gelingende christliche Ehe. Diese Gedanken stammen von Dr. Elmar Fischer, Diözesanbischof von Feldkirch. Es ist ihm ein persönliches Anliegen, dass Ehen (kirchlich) gültig geschlossen werden und auf Dauer gelingen.


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