An die Marktgemeinde Hard zH des Bürgermeisters oder Vertreter im Amt 6971 HARD
06.04.2005| AZ: 04 bMP-114-10, 05 EO-001-10 D|v Vorschreibung von Schulerhaltungsbeiträgen an Schülereltern Missstandsfeststellung und förmliche Empfehlung
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Ich danke zunächst für Ihr Schreiben vom 19.01.2005, welches ich mit Herrn NN besprochen habe. Ich vermag Ihre Rechtsauffassung, dass aufgrund einer privatrechtlichen Vereinbarung die Vorschreibung von Schulerhaltungsbeiträgen gegenüber Familie N und anderen Schülereltern korrekt ist, jedoch nicht zu teilen. Gem § 14 Abs 1 Pflichtschulerhaltungsgrundsatzgesetz des Bundes sowie § 19 Abs 1 Vorarlberger Schulerhaltungsgesetz ist der Besuch der öffentlichen Pflichtschulen für alle Kinder unentgeltlich. Die Vorschreibung von Schulerhaltungsbeiträgen an Eltern schulpflichtiger Kinder für den Besuch öffentlicher Pflichtschulen ist daher in jedem Fall rechtswidrig. Auch privatrecht-liche Vereinbarungen über derartige Schulerhaltungsbeiträge sind angesichts der klaren gesetzlichen Regelung als rechtsund sittenwidrig und daher gemäß § 879 ABGB als nichtig anzusehen. Darüber hinaus wurden die Eltern bei einer allenfalls abgeschlossenen Vereinbarung vermutlich über die rechtliche Lage, nämlich die Kostenfreiheit des Schulbesuches, nicht oder falsch informiert. Die von der Marktgemeinde Hard vorgenommene Vorschreibung von Schulerhaltungsbeiträ-gen gegenüber Familie N, aber auch gegenüber anderen Schülereltern ist daher rechtlich nicht gedeckt und wird seitens des Landesvolksanwaltes ausdrücklich als Missstand in der Verwaltung fest gestellt. Im konkreten Fall des Schülers NN kommt hinzu, dass dieser rechtlich korrekt in der Marktgemeinde Hard (wenn auch als Nebenwohnsitz) gemeldet ist und schon aus diesem Grunde auch einen Rechtsanspruch auf Besuch der Hauptschule in Hard hat. Inzwischen habe ich von weiteren Eltern erfahren, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt und die Marktgemeinde Hard auch in anderen Fällen von Schülern außerhalb der Marktgemeinde Hard rechtswidrig Schulerhaltungsbeiträge einhebt. In anderen Gemeinden (wie etwa der Gemeinde Schwarzach) wird der Schulerhaltungsbeitrag von der Gemeinde bezahlt, dieser jedoch (ebenfalls